Magere Ausbeute für Berliner Profifußballer

In der Bundesliga reichte es nur zu einem Punkt und den holte Hertha BSC am Freitagabend mit einem 1:1 im Spiel gegen Aufsteiger Bochum. Kopfschütteln war angesagt bei denen, die mit den blauweißen halten. Es war, wie so oft in dieser Saison, eigentlich ganz gut begonnen und dann stark nachgelassen. Unerklärlich, warum agierte Hertha nach dem unglücklichen Gegentreffer durch Bochums Sebastian Polter immer nervöser. Mit dem Punkt, immerhin wurde nicht verloren, können die Gäste besser leben als der Club aus der Hauptstadt. Verlorenen Punkte sind der Rückrunde nicht mehr aufzuholen, Hertha steckt im unteren Tabellendrittel fest und gerät mehr und mehr unter den Zugzwang des „Gewinnenmüssens“. Das nächste Spiel in Fürth beim Tabellenletzten ist für ein weiteres Unentschieden gänzlich ungeeignet. Mal sehen, was den Herthanern noch einfällt. Die Abwehr schien nicht mehr ganz so wacklig und an der Präzision im Spielaufbau muss weiter gefeilt werden.

Der 1. FC Union verliert in Augsburg und leidet am überraschenden Weggang von Max Kruse, der in Wolfsburg gleich demonstrierte, dass er der Unterschiedsspieler ist, der jetzt bei den Eisernen fehlt. „Wir haben eigentlich gut begonnen. Aber dann haben wir keine Ruhe ins Spiel bekommen und Augsburg eingeladen. Im zweiten Durchgang waren wir dann wieder im Spiel, aber wenn du kein Tor schießt, kannst du eben nicht gewinnen. Mit dem ersten Augsburger Schuss in der zweiten Hälfte fällt dann das 2:0 und dann war es natürlich sehr schwierig.” (Zitat Union-Trainer Urs Fischer) Dass eben kein Tor geschossen wurde, lag mit am fehlenden Vorbereiter. Schade, jetzt könnte die große Chance auf eine Teilnahme an der Champions-League und den damit verbundenen Geldsegen verspielt werden. Der nächste Gegner im Heimspiel heißt Borussia Dortmund. Sie werden mit gehöriger Wut im Bauch die Aufgabe in Alten Försterei in Angriff nehmen, um die Klatsche gegen Leverkusen vergessen zu machen.

Zwei Etagen tiefer versuchte Viktoria vergeblich drei Punkte aus Mannheim mitzunehmen. Zweimal wurde eine Führung verspielt und am Ende standen sie mit einem 2:3 gänzlich mit leeren Händen da. Am nächsten Spieltag kommt der SC Verl in den Jahnsportpark. Es wäre das erste Heimspiel im Jahr 2022, zwei wurden coronabedingt verpasst und müssen nachgeholt werden.

Hans-Peter Becker

Kölner zu Gast in der Hämmerlinghalle

In der 2. Volleyball Bundesliga Nord trifft der BBSC Berlin am kommenden Samstag, den 5. Februar 2022 um 18:00 Uhr auf den aktuellen Tabellenzweiten DSHS Snowtrex Köln.

Die Gäste aus dem Rheinland hatten sich 2017 und 2018 den Ligatitel gesichert und kamen auch in den Folgejahren regelmäßig unter den besten 3 Mannschaften der Saison in das Ziel. Das Domstädter Team verfügt über eine ausgesprochen ausgeglichen besetzte Mannschaft. Acht Spielerinnen teilen sich die MVP-Ehrungen der laufenden Saison. Vorteil ist die Bindung an die Deutsche Sporthochschule – hier gibt es immer wieder Athletinnen, die dort ihr Studium absolvieren und dies mit Zweitliga-Volleyball verbinden. Langjähriger Trainer ist Jimmy Czimek – als früherer Co-Nationaltrainer und Dozent an der Deutschen Sporthochschule Köln leitet er die A-Trainerausbildung beim Volleyballverband. In Köln wird man sich kaum noch an Zeiten erinnern können, in denen Jimmy Czimek nicht Trainer war – bereits 2012 begleitete er den Aufstieg des unter dem Dach des FC Junkersdorf spielenden Teams von der Regionalliga in die 2. Bundesliga. Als die ehemaligen BBSC- Trainer Robert Hinz und Robert Pultke ihre A-Trainerausbildung absolvierten, konnten sie aus dem Erfahrungsschatz und dem Wissensfundus des Dozenten Czimek profitieren.

In die laufende Saison kamen die Kölner recht holprig. Während man sich in den ersten Spielen noch sehr schwertat, liefen die letzten Vergleiche wie am Schnürchen. Am letzten Spieltag wurde Essen ganz deutlich abserviert, die Pottperlen sprachen von einem Sahnetag des DSHS-Teams vom Rhein.

Gegen einen solchen Gegner wie Köln hat der BBSC nichts zu verlieren, erneut kann das Team befreit aufspielen Mit einer echten Teamleistung wollen die Berlinerinnen den Gästen die Stirn bieten und den Kampf aufnehmen. Die positive Entwicklung in den letzten Wochen sollte genügend Selbstvertrauen geben, sich auf das eigene Spiel zu fokussieren. Trainer Schröter hofft zudem, dass ihm am Wochenende im Vergleich zum Hamburg-Spiel ein paar mehr Athletinnen aus dem Zweitliga- Aufgebot zur Verfügung stehen. Freuen wir uns auf ein attraktives Heimspiel!

Vor dem Bundesligaspiel trifft die 2. Mannschaft des BBSC ab 14.00 Uhr in der Aufstiegsrunde der Dritten Liga an gleicher Stelle auf das Zepernicker Team.

Quelle: Burkhard Kroll/BBSC Berlin

BR Volleys – kommt die Spielfreude zurück ?

Zum denkbar unglücklichsten Zeitpunkt haben die BR Volleys die erste Niederlage der Saison kassiert. Am Mittwochabend verloren die Berliner das DVV-Pokal-Halbfinale beim VfB Friedrichshafen mit 2:3 (25:22, 15:25, 25:18, 14:25, 12:15) und mussten damit ihre Träume vom Finale in Mannheim begraben. Nach einer 2:1-Satzführung zeigten die Hauptstädter Nerven und die Häfler letztlich den größeren Willen.

Die Enttäuschung über das Aus im DVV-Pokal müssen die BR Volleys zügig aus den Gliedern schütteln. Bereits am Samstag (05. Feb um 20.00 Uhr) sind die Berliner wieder in der Volleyball Bundesliga und ihrer Max-Schmeling-Halle gefordert. Wenngleich in dieser Woche ein Saisonziel verpasst wurde, ist zumindest ein anderer Etappenerfolg in Reichweite: Mit einem Heimsieg gegen die United Volleys Frankfurt wäre den Hauptstädtern die Spitzenposition für die Playoffs kaum mehr zu nehmen.

Quelle: BR Volleys

BR Volleys – erstes Saisonziel greifbar

Am Mittwoch (02. Feb) haben die BR Volleys die Möglichkeit, das erste große Saisonziel einer bis hierhin makellosen Spielzeit 21/22 zu erreichen: Das DVV-Pokalfinale am 06. März in Mannheim. Dazu wollen die Berliner zum vierten Mal in dieser Saison das Spielfeld gegen den VfB Friedrichshafen als Gewinner verlassen. Der Gegner und Rekordpokalsieger tankte am Wochenende mit einem 3:1-Heimerfolg gegen Frankfurt seinerseits Selbstvertrauen und empfängt die ungeschlagenen Hauptstädter in der ratiopharm Arena Ulm/Neu-Ulm um 19.00 Uhr (geänderter Spielbeginn!).

Das Pokalfinale in der Mannheimer SAP Arena, das in Vor-Corona-Zeiten eine Volleyball-Traumkulisse von bis zu 12.000 Zuschauern bot, ist selbst für Sergey Grankin, der in seiner 20-jährigen Karriere vieles erlebt und gesehen hat, noch immer eine Aussicht mit einem ganz besonderen Stellenwert. Entsprechend ist der russische Kapitän vor einem Kampf um den Einzug ins Endspiel, wie er am Mittwoch gegen Friedrichshafen bevorsteht, bis in die Haarspitzen motiviert: „Unsere gesamte Mannschaft will unbedingt nach Mannheim. Das Finale 2020 gegen Düren war für einige von uns das denkwürdigste Duell, das wir in Deutschland bisher spielen durften. Diese Bühne wieder zu betreten, ist ein großes Ziel und von diesem sind wir nun noch einen Schritt entfernt.“ Dieser letzte Schritt ist bekanntlich meist der schwerste. Nach dem Viertelfinale bei den United Volleys Frankfurt (3:1) bescherte das Los den BR Volleys auch im Semifinale eine Auswärtsaufgabe bei einem der schärfsten Ligakonkurrenten. Der VfB Friedrichshafen, 16-mal Sieger des DVV-Pokals, steht zwischen Grankins Team und Mannheim.

Vor zehn Tagen trafen sich beide Mannschaften zum Auftakt der Zwischenrunde und die Berliner konnten ihre gute Bilanz ausbauen. Drei Siege (3:0, 3:1, 3:1) stehen seitdem in der aktuellen Bundesliga-Saison im direkten Vergleich zu Buche. Jetzt wartet jedoch ein Wettbewerb, in dem die Hauptstädter häufig unter ihren Möglichkeiten blieben. Entsprechend geschärft sind die Sinne des 37-jährigen Zuspielers und seiner Mitspieler: „Der Pokal verzeiht keine Fehler. Friedrichshafen ist im Saisonverlauf immer stärker geworden, doch es gibt für uns keinen Grund, dort nicht selbstbewusst anzutreten. Wir wissen, was wir können. Wenn wir dies abrufen, wird es der VfB auch in eigener Arena schwer gegen uns haben.“

In Bayern und somit auch in Neu-Ulm sind seit dem vergangenen Wochenende wieder Zuschauer zugelassen. 25 Prozent Auslastung der 6.000 Besucher fassenden ratiopharm Arena gestatten die Behörden. Mit ihren Anhängern im Rücken erarbeiteten sich die Häfler am Sonntag einen 3:1-Heimsieg gegen die United Volleys Frankfurt. Dabei fehlten Headcoach Mark Lebedew – ebenso wie seinem Gegenüber Christophe Achten – allerdings wichtige Spieler. Marcus Böhme und Daniel Muniz standen nicht im Kader, dafür zeigte der neue Libero Nikola Pekovic, welche Verstärkung er für den VfB ist. Auch der junge Argentinier Luciano Vicentin sprang in die Bresche und schwang sich zum MVP auf. Neue Aufgaben also für die Scouting-Abteilung der Berliner, die nach dem eigenen 3:1-Erfolg bei den SWD powervolleys Düren viel Gutes notieren konnte. Aufschlags- und Angriffseffizienz näherten sich der Qualität vor der Corona-Zwangspause. Die Werte der Annahmebilanz blieben jedoch noch unter dem alten Niveau. Nach zwei Partien, in denen Schwächephasen zu verzeihen waren, ist nun voller und vor allem durchgängiger Fokus gefragt. „Ein K.o.-Spiel heißt so, weil definitiv einer ausgeknockt wird. Das wollen am Mittwoch nicht wir sein“, hat Sergey Grankin ein klares Ziel vor Augen.

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

Viktoria Berlin verpflichtet Mittelfeldspieler Martin Gambos

Kurz vor Ende der aktuellen Winter-Transferperiode verpflichtet Viktoria Berlin den slowakischen Mittelfeldspieler Martin Gambos. Der 24-Jährige kommt vom slowakischen Erstligisten Zlate Moravce und spielte darüber hinaus für die slowakischen U-Nationalmannschaften (U18-U21).

„Martin ist sehr talentiert, hat ein überragendes Positionsspiel und kann eine gute Balance in ein Spiel bringen. Er durfte in der Slowakei in der ersten Liga spielen und auch international schon Erfahrung sammeln. Ich bin davon überzeugt, dass Martin sehr gut in unser Profil passt und unsere Spielidee schnell verstehen wird. Er macht einen sehr smarten Eindruck. Ich freue mich, dass er unser Mittelfeld verstärken wird“, betont Chefcoach Benedetto Muzzicato.

Martin Gambos sagt über seinen neuen Verein: „Aufgrund meiner Vergangenheit bei 1860 München habe ich die 3. Liga immer mal wieder verfolgt. Dabei ist mir Viktoria Berlin als Neuling in der Liga auch positiv aufgefallen. Ich sehe den Klub als einen guten Verein, um mich weiterzuentwickeln. Ich freue mich sehr über diese Chance, wieder in Deutschland Fußball zu spielen. Bisher wurde ich großartig aufgenommen, jeder versucht mir meinen Start in der neuen Stadt zu erleichtern. Ich möchte in dieser Saison so viele Spiele wie möglich machen und der Mannschaft dabei helfen in der Tabelle möglichst weit oben zu stehen.“

Sportdirektor Rocco Teichmann sagt über den Neuzugang: „Martin Gambos war bereits seit einiger Zeit Thema bei uns. Mit Björn Jopek, Christoph Menz und mittlerweile auch Diren Günay hat Martin sicherlich auch Konkurrenz auf seiner Position, aber genau dort wollten wir im Winter noch einmal nachbessern und das ist uns mit seiner Verpflichtung gut gelungen.“

Gambos wurde in der Slowakei geboren, kam mit zwölf Jahren nach Deutschland, spielte bei Jahn Regensburg und viele Jahre beim aktuellen Drittligisten 1860 München. Für eine Leihe kehrte er in die Slowakei zurück, spielte dann noch eine Saison bei den Münchnern, ehe er die letzten vier Jahre in der Slowakei bei den Erstligisten MSK Zilina, Spartak Trnava, FK Senica und zuletzt Zlate Moravce unter Vertrag stand.

Unterdessen wird die Leihe von US-Amerikaner Bryang Kayo, der im Sommer vom VfL Wolfsburg zu den Himmelblauen kam, mit sofortiger Wirkung beendet. Er kehrte zunächst zu den Wölfen zurück und geht von dort auf Leihbasis zum Regionalligisten 1. FC Nürnberg II.
Auch die Leihe von Torhüter Elian Clasen zu Union Fürstenwalde wird beendet. Bis zum Saisonende kehrt er in seine Heimatstadt zurück und spielt per Leihgeschäft bei Altona 93 in der Regionalliga Nord.

Quelle: FC Viktoria 1889 Fußball

Fotocredit: Viktoria Berlin

Max Kruse wechselt zum VfL Wolfsburg

Dass schlussendlich beim 1. FC Union nicht anderes als Profifußball gespielt wird, offenbarte sich am 30. Januar 2022. Erst tauchten Gerüchte auf, die schnell zur Gewissheit wurden. Unions wohl einziger Ausnahmespieler verlässt nach 45 Pflichtspielen, 19 Toren und 12 Vorlagen den Verein. Das Geld lockte. Sogar Präsident Dirk Zingler äußerte sich und ließ sich mit folgenden Worten zitieren: „Wenn er sich nun jedoch ganz bewusst gegen die Chance entscheidet, mit Union in dieser Saison Geschichte zu schreiben, akzeptieren wir das“ Diesen sportlichen Verlust lässt sich Union mit 5 Millionen EUR entschädigen.

Ein Grund für den Wechsel ist wohl Florian Kohfeldt, beide hatte beim SV Werder bereits zusammengearbeitet. Sein Gehalt dürfte sich deutlich von dem abheben, was ihm in Köpenick gezahlt werden konnte. Ihn sportlich zu ersetzen dürfte fast ein Ding der Unmöglichkeit sein. Zumal das Transferfenster am 31. Januar um 18 Uhr bereits schließt. Es wird gemunkelt, dass Sven Michel aus Paderborn ein Wunschkandidat ist. Auf der Liste stand er ja schon einmal. Allerdings ist er ein anderer Spielertyp als Kruse. Er ist als Stürmer mehr der klassische Zentrumsspieler und weniger die hängende Spitze mit Spielübersicht.

Kruse selbst hatte am Vorabend der Verkündung seines Wechsels an einer albernen Fernsehshow teilgenommen und etwas Geld gewonnen. So ist er eben, ein Typ, eine schillernde Persönlichkeit, er hat es in Köpenick mit Leistung zurückgezahlt. Jetzt wird in Wolfsburg, vielleicht ein letztes Mal, abkassiert. Mal sehen, ob der Ertrag auch für den VfL Wolfsburg stimmt. Ehrlich gesagt, muss dort die Not groß sein.

Hans-Peter Becker

BR Volleys untermauern Spitzenposition

Zum saisonübergreifend 26. Mal verließen die BR Volleys am Samstagabend das Spielfeld als Sieger. Bei den SWD powervolleys Düren, wo die Berliner am 20. März 2021 zuletzt ein Pflichtspiel verloren, gewannen Kapitän Sergey Grankin und sein Team am zweiten Spieltag der Zwischenrunde mit 3:1 (25:21, 25:23, 14:25, 25:19). Der Russe führte die Hauptstädter als MVP nach einer Schwäche in Satz drei zum letztlich einmal mehr souveränen Auswärtssieg.

Benjamin Patch, vor sieben Tagen im Heimspiel gegen Friedrichshafen der “Gamechanger“ für die Berliner, rückte vor 750 zugelassenen Zuschauern in der Arena Kreis Düren wieder in die Startformation. Die BR Volleys waren auf großen Druck der Hausherren eingestellt und wollten selbigen ebenfalls von Beginn an ausüben. Wie erhofft, rollte die Berliner Angriffsmaschinerie unter Sergey Grankins Regie im Auftaktsatz. Über die Zwischenstände 8:5 und 16:11 war der Deutsche Meister tonangebend. Düren kämpfte sich in fast schon üblicher Manier heran (20:19), aber dann zog Cedric Enard mit Matthew West für den Aufschlag den richtigen Joker. Der Service des ehemaligen Düreners machte den Unterschied, die BR Volleys setzten sich wieder ab (23:19) und ein Fehlaufschlag von Tomas Kocian sorgte für die 1:0-Satzführung des Tabellenführers (25:21).

Nach gutem Start der SWD powervolleys in Durchgang zwei brachte Timothée Carle per Ass und Hinterfeld-Angriff sein Team wieder auf Kurs (7:4). Das Heimteam verbuchte zwar die ersten direkten Blocks des Spiels durch Erik Röhrs und Marcin Ernastowicz (14:13), aber Patch gab per krachendem Angriff auf fünf Meter die passende Antwort (15:13). In Aufschlag und Block präsentierten sich die Powervolleys in dieser Phase ebenbürtig und Kapitän Michael Andrei packte gleich zweimal gegen Nehemiah Motes Schnellangriff zu (20:22). Es schlug die Stunde von Ruben Schott, der zum perfekten Zeitpunkt den Druck im Aufschlag erhöhte und den Durchgang wieder drehte (24:22, 25:23).

Ein Blitzstart der Rheinländer brachte Grankin & Co in Satz drei gehörig unter Zugzwang (0:3, 4:8). Cody Kessel kam ins Spiel, aber Düren zog davon (6:13). Während Sebastian Gevert & Co nun stark aufspielten, gab Enard Patch und Grankin eine Verschnaufpause (8:16). Der eingewechselte Filip John nutzte den ersten Satzball der Gastgeber zum 2:1-Anschluss (14:25). Zurück in der Ursprungsformation konnten die Berliner ihren Druck im Aufschlag wieder deutlich erhöhen (8:5). Der klar verlorene Satz war abgeschüttelt und Grankin gab dem Angriffsspiel seiner Mannschaft nun wieder den perfekten Rhythmus. Der spätere MVP blockte nun auch noch selbst (16:10, 21:14) und der Berliner Topscorer Benjamin Patch veredelte den perfekten Über-Kopf-Pass von Schott zum wettbewerbsübergreifend 21. Sieg der Saison und insgesamt 26. Erfolg in Serie. Weiterhin ungeschlagen gehen die Berliner damit in das so wichtige DVV-Pokal-Halbfinale beim VfB Friedrichshafen. Am Mittwochabend (02. Feb) geht es in Ulm um den Einzug ins Endspiel.

Stimmen zum Spiel
Erik Röhrs (DUR): „Wir hatten nach der langen Pause zum Anfang des Spiels ein bisschen Probleme. Berlin ist zum Neustart natürlich ein Brocken. Es hat sich durch das Match gezogen, dass uns in manchen Phasen die letzte Konsequenz und das Selbstvertrauen gefehlt haben. Wir haben zeitweise gut dagegengehalten und es ist schade für uns, denn wir hatten das Gefühl, dass auch mehr drin war. Den wichtigen zweiten Satz hat Ruben mit starken Aufschlägen für die BR Volleys gewonnen.“

Ruben Schott: „Ich bin stolz, wie wir uns als Team hier heute wieder durchgesetzt haben. Der dritte Satz hatte Parallelen zum verlorenen Satz gegen Friedrichshafen. Wir haben zu viele Punkte in Folge abgegeben. Diese Schwächephasen sind dann kaum noch zu kompensieren. Die Reaktion in Satz vier war wieder hervorragend. Trotzdem darf uns das am Mittwoch im Pokal und in der Champions League so nicht passieren, denn in beiden Wettbewerben wollen wir unbedingt noch eine Runde weiterkommen.“

BR Volleys Formation
Ruben Schott und Timothée Carle (AA), Nehemiah Mote und Jeffrey Jendryk (MB), Sergey Grankin (Z), Benjamin Patch (D) und Santiago Danani (L) | Eingewechselt: Matthew West, Cody Kessel, Marek Sotola

Topwerte
Patch 16 Punkte, 76 % Angriffsquote | Carle 11 Punkte, 2 Asse | Jendryk 10 Punkte, 2 Blocks
Quelle: Christof Bernier/BR Volleys

Fotocredit: Powervolleys

BBSC entführt drei Punkte von der Elbe

Eimsbütteler TV Hamburg – BBSC Berlin                              1:3 (17, -23, -25, -20)

Trotz ungünstigster personeller Bedingungen holte sich der BBSC am Samstagabend mit dem 3:1 Auswärtserfolg in Hamburg den dritten Sieg in Folge. Hiobsbotschaft am Samstagmorgen: nach Annika Kummer und Marie Dreblow musste auch Paula Morgenroth die Reise in die Hansestadt absagen. Die Krankheitssaison hinterlässt ihre Spuren. Mit lediglich acht einigermaßen einsatzfähigen Athletinnen in das Auswärtsspiel zu gehen, wäre wohl ein heftiges Risiko gewesen. Kurzerhand wurde die erst 16-jährige Elisa Daus aus der Bezirksklasse- Mannschaft um Mitwirkung gebeten – sie hatte schon mit dem Team trainiert, erklärte sich bereit, hatte Lust auf das Spiel, wurde im ersten und vierten Satz eingesetzt und wird auch bestimmt weiter die Chance erhalten, sich zu beweisen.

Trainer Ole Schröter musste das Team umbauen. Die Liberoposition nahm Marie Böttcher ein, auf die Diagonale stellte er – durchaus mit einigen Bedenken – Antonia Schulz. „Das war schon ein Risiko. Ziemlich genau vor einem Jahr hatte sich die etatmäßige Mittelblockerin in Hamburg in dieser Halle das Kreuzband gerissen. Wird sie trotz mittlerweile wieder erreichter körperlicher Fitness wegstecken, dass sie genau hier die schwere Verletzung erlitten hatte? So ein Auftritt ist schließlich im hohen Maße eine Kopfsache. Und wie sie das speziell in den Sätzen 2-4 machte, das war schon große Klasse. Ein richtig gutes Spiel von ihr, mit viel Einsatz, Kopf und Technik“ schwärmte Schröter.

Der erste Satz war noch recht holprig, die Abstimmungsschwierigkeiten waren sehr deutlich sichtbar. Bei einem derart veränderten Aufgebot auf dem Feld muss nun mal viel laut geredet oder gerufen werden. Keiner darf sich darauf verlassen, dass der Mitspieler wohl funktionieren wird, eben gerade, weil er auf dieser Position vielleicht nur selten oder noch gar nicht gespielt hat. Da laufen eben keine Automatismen. Und da Hamburg auch eine gute Volleyballmannschaft ist, war der erste Satz schnell weg.

Ab dem zweiten Satz gelang es den BBSC allen Widrigkeiten zum Trotz die Schwächen in der eigenen Kommunikation abzustellen, in den eigenen Rhythmus zu kommen und das Spiel eben zeitweise dem Gegner aufzuzwingen. „Jeder hat mehr als die 100 % geboten, wir haben Stimmung gemacht, aggressiv aufgeschlagen und Hamburg zu Fehlern verleitet, sodass sie ihr Spiel über die Mitte nicht mehr durchsetzen konnten. Dabei haben wir selbst den Hamburger Block viel angeschlagen, so dass die Bälle nachfolgend ins Aus gingen. Dagegen hat unsere Blockarbeit den Hamburgern das Leben schwer gemacht hat. Ein Riesenlob geht an das gesamte Team“ resümierte Schröter.

Zum MVP des Abends wählten die Trainer Nina Interwies (Hamburg) und Katharina Kummer (Berlin).

Am Samstag, dem 5. Februar 2022 geht es für den BBSC in der Liga um 18:00 Uhr weiter. Dann ist der Tabellenzweite Köln in der Hämmerlinghalle zu Gast.

Für den BBSC im Einsatz: Isabel Böttcher, Elisa Daus, Katharina Kummer, Roxana Vogel, Anna Leweling, Annalena Grätz, Antonia Heinze, Katharina Haferkamp, Antonia Lutz

Quelle: Burkhard Kroll/BBSC Berlin

Hertha braucht jetzt jegliche Unterstützung

Noch kann Berlins Bundesligist gerettet werden, doch die Lage ist bitterernst. Die Enttäuschung über den selbsternannten Big City-Club kann nach der Horror-Woche hör- und lesbar kaum schlimmer sein. Nicht nur für die eigenen Fans sind die Leistungen und das Auftreten nicht nachvollziehbar, der Image-Verlust ist enorm groß. Wo stünde denn der Hauptstadtclub, wenn Lars Windhorst nicht als großzügiger Sponsor eingetreten wäre?

Selbst die eigenen treuen Mitglieder sind Hertha momentan leid. Einige Ultras stürmten vor dem Bayern-Spiel ein nicht öffentliches Training und wollten dabei einige Spieler zur Rede stellen. Es sollen, wie erst jetzt bekannt wurde, etwa 80 Anhänger aus der organisierten Fanszene gewesen sein. Das sind alles keine guten Nachrichten.

Das 1:4 gegen die Bayern war noch „schmeichelhaft“. Die Pokalschmach im Derby gegen Union und die vorangegangene 1:3-Pleite gegen Köln, da werden böse Erinnerungen wach. Die Kommentare in der Presse. „Chancenlos“ ist zwar treffend, aber noch milde ausgedrückt. „Harmlos“, keine Spielidee, ständig wechselnde Startaufstellungen, wo soll das hinführen.

Geht die Partie gegen den VfL Bochum auch verloren, kommen die Sehnsüchte nach Pal Dardai und Bruno Labbadia hoch. Zwei Trainer von insgesamt 12 in den letzten 10 Jahren. Die Chemie zwischen Fredi Bobic und Pal Dardai stimmte nicht mehr oder noch nie so richtig, geholt wurde Korkut, ein anderer Trainertyp. Intern wird gemunkelt, nachzulesen in einer großen deutschen Sport-Illustrierten, dass es einige Profis geben soll, die den Trainer nicht ernst nehmen.

Beim Aufsteiger VfL Bochum werden Herthas Akteure erneut erfahren, was Kämpfen heißt. Auf dem Papier ist Hertha natürlich auf jeder Position stärker besetzt, es fehlte bisher an Geschlossenheit, zu viele Gegentore wurden bereits in der Anfangsphase kassiert, so konnte ein eigener Matchplan zu selten realisiert werden.

Bleibt Hertha nach dem 21. Spieltag weiter bei 22 Punkten stehen? Ich wünschte, es käme anders. Man könnte sich etwas vom Druck befreien, zumal anschließend der nächste Aufsteiger auf dem Plan steht. Gegen Schlusslicht Fürth, zuletzt mit aufsteigender Formkurve, ist auch noch nicht gewonnen. So ist die Frage berechtigt: Gehört Hertha wirklich noch in die Bundesliga? Warten wir die nächsten Spiele ab, sie sind ein Wahrsager, es muss gepunktet werden.

Letztendlich stehen noch einige Getreue zu ihrer Hertha und drücken dem Club die Daumen. Das ist nach Lage der Dinge mehr denn je nötig. Dass Berlin einen zweiten erfolgreichen Bundesliga-Club hat, ist kein Trost, es tut den Herthanern sogar im Herzen weh.

Christian Zschiedrich

Berliner Profi-Fußball im Überblick

Etwas mehr als die Hälfte der Saison ist absolviert und so richtig zufrieden sein kann nur der Bundesligist aus dem Stadtteil Köpenick. „Alles bestens!“, kann man ihnen nur zurufen. Mal wieder das Optimum aus den vorhandenen Möglichkeiten herausgeholt oder Glück hat auf Dauer nur der Tüchtige. Der Sieg in Gladbach setzte dem Ganzen die Krone auf. Gladbach kämpfte glücklos und die Eisernen hatte das bessere Ende für sich. Jetzt stehen sie nach 20 Spieltagen auf einem Platz, der die Teilnahme an Champions League bedeuten würde. Eigentlich nicht zu fassen, da kann der Lokalrivale aus dem Westend nur kopfschüttelnd daneben stehen.

Hertha BSC ist eine einzige große Baustelle. In allen Mannschaftsteilen wirkten sie gegen die Bayern überfordert. Der Stadionsprecher begrüßt die Zuschauer nach wie vor mit „und hier kommt Berlins Nummer 1…“ und der Investor, wahrscheinlich nur er, denkt in ganz großen Dimensionen. Erstmal muss gründlich entkernt werden, dann mal schauen, wie tragfähig der Rohbau noch ist. Fredi Bobic ist um seine Aufgabe nicht zu beneiden. Corona tat das übrige, zu Jahresbeginn mussten gleich 6 Profis gleichzeitig in Quarantäne. Das Transferfenster ist noch bis zum 31. Januar geöffnet und Bobic räumt den Kader auf. Letzter Neuzugang ist Stuttgarts Ex-Kapitän, Innenverteidiger Marc-Oliver Kempf. Er wird dringend benötigt, Hertha verfügt, nach Anzahl der Gegentore, über die zweitschlechteste Defensive. Es hakt allerdings in allen Mannschaftsteilen.

Die Bundesliga macht Pause, Union testet gegen Lodz und vermeldet mit Kevin Möhwald einen aktuellen Corona-Fall. Hertha hat bisher keinen Test geplant und trainiert fleißig für die kommenden Wochen der Wahrheit. Die nächsten Gegner heißen VfL Bochum und Greuther Fürth, worauf es da ankommt, muss wohl nicht weiter erörtert werden.

Nicht pausiert wird in Liga 3, es steht sogar eine englische Woche an. Viktoria hat am Dienstag, 25. Januar trotzdem nicht gespielt, der Grund, sie ahnen es, weitere Corona-Fälle in der Mannschaft. In der Pressemitteilung liest sich das folgendermaßen:

Aufgrund von behördlich angeordneter Kontaktpersonen-Quarantäne durch das zuständige Gesundheitsamt in Berlin wird das Drittliga-Spiel zwischen dem Halleschen FC und Viktoria Berlin auf Grundlage von §15 der Durchführungsbestimmungen zur DFB-Spielordnung abgesetzt.

Bei den Himmelblauen traten im Rahmen des Spiels gegen den 1. FC Kaiserslautern am vergangenen Samstag drei weitere Corona-Fälle auf. Darüber hinaus befinden sich zwei weitere Personen aus dem Mannschaftsgefüge mit Grippesymptomen in häuslicher Isolation.

Der neue Spieltermin wird nach Rücksprache mit dem Halleschen FC und Viktoria Berlin schnellstmöglich bekannt gegeben.

Die Absage des Spiels erfolgte erst 3 Stunden vor dem Anpfiff. Mal sehen, wie es weitergeht, am Samstag, 29. Januar steht das Heimspiel gegen den FSV Zwickau an. Viktoria hat den Kader nachgebessert und muss aufpassen, jetzt nicht weiter nach unten durchgereicht zu werden. Die Neuzugänge bzw. Leihspieler könnten sofort weiterhelfen. Für den Klassenerhalt sollten es mindestens 42 Punkte oder mehr sein. Nach 21 von 38 Spielen kann der Aufsteiger und absolute Liganeuling auf 26 Punkte verweisen. So 6 bis 7 Siege und dazu das eine oder andere Unentschieden und die Sache wäre geritzt. Ein bisschen Sorge bereitet die geringe Zuschauerresonanz. Im Jahnsportpark ist der Verein weiter weg von seiner eigentlichen Heimat im Süden Berlins, andere Dinge konnten unter Dach und Fach gebracht werden. In Kaiserslautern liefen die Himmelblauen erstmals mit einem Trikotsponsor auf der Brust auf. Das Spiel im Fritz-Walter-Stadion war für Viktoria ernüchternd. Fehlende Vorbereitung und Fitness machten sich bemerkbar, die Niederlage war diesmal nicht zu verhindern. Das Hinspiel im Jahnsportpark hatten die Muzzicato-Schützlinge überraschend klar gewonnen.

Hans-Peter Becker