Berliner Profifußball zwischen Hoffen und Bangen

Beginnen wir mit dem 1. FC Union, dem aktuellen Aushängeschild des hauptstädtischen Fußballs. Ihnen gelang jetzt endlich mal ein Sieg in Leipzig, bei den von den Fans der Eisernen überhaupt nicht geschätzten Rasenballern. Es wurde wieder am Anfang geschwiegen und am Schluss gejubelt. Es war ein Sieg des kleinen Mannes. Die Punkte könnten wertvoll werden, es winkt das international kleinere Geschäft in der zweiten oder dritten europäischen Spielklasse. Und mit ganz, ganz viel Glück sogar der Fleischtopf Champions-League. Die nächsten beiden Aufgaben heißen Absteiger Greuther Fürth zu Hause und SC Freiburg auswärts. So schön der Punktspielsieg in Leipzig auch war – Unioner geben niemals auf – umgekehrt wäre ihnen tausendmal lieber gewesen.

Im Abendspiel machten die Münchner Bayern ihren Meistertitel perfekt, es wurde Titel Nummer 10 in Folge. Solch eine Serie konnte bisher nur der BFC Dynamo vorweisen, von 1979 bis 1989 in der Oberliga der DDR. Solche eine Dominanz tut keiner Fußballliga gut, aber was sollen sie machen, die Bayern? Bleibt der restlichen Konkurrenz erneut nur übrig, als brav zu gratulieren. Der BFC könnte es in diesem Jahr schaffen, in den wenigstens halbwegs bezahlten Fußball zurückzukehren. Meister der Regionalliga Nordost sind sie fast, es steht allerdings noch eine Relegation mit dem Meister der Nordstaffel aus.

Am Sonntagabend holte Hertha BSC drei ganz wichtige Punkte gegen den Abstieg. Mit viel Mühe wurden die mit gefährdeten Stuttgarter, vor 55.000 Zuschauern, im Oly mit 2:0 bezwungen. Der Rest war egal, das Hoffen und Bangen geht weiter.

Genauso ergeht es dem Berliner Drittligisten aus Lichterfelde. Es klappte nicht mit einem Punktgewinn in Würzburg, bei den fast abgestiegenen Kickers. Im Gegenteil, die können wieder etwas Hoffnung schöpfen nach ihrem 3:0 Erfolg über die Himmelblauen. Nächster Gegner im Jahnsportpark ist der 1. FC Saarbrücken, der leider keine Schützenhilfe leistete und sein Heimspiel gegen den SC Verl mit 1:2 verlor. Was Verl konnte, sollte Viktoria versuchen zu wiederholen. Ein Sieg gegen die Blau-Schwarzen aus dem Ludwigspark wäre nicht schlecht. Saarbrücken ist jetzt seit fünf Spielen sieglos, macht es wieder, wie gegen Magdeburg.

Hans-Peter Becker

Felix Magath findet Zustimmung in Berlin

Selbst jetzt wird mir immer noch und immer wieder nachgesagt, sehr kritisch zu sein. Dem Nachfolger von Tayfun Korkut und zu der Verpflichtung von Felix Magath bis Saisonende werde ich keine negative Silbe zu Papier bringen. Ich bin sogar überzeugt, Hertha braucht jetzt so einen Typen als Trainer wie Felix Magath. Es ist müßig, die Erfolge des ehemaligen Meistertrainers aufzuführen. Auch Korkuts Bilanz des Schreckens in 105 Tagen, die Niederlagenserie, nicht ein einziges Ergebnis sei genannt. Hier geht es auch nicht um immense Erfahrung in dem Job. Die hatte OTTO Rehhagel auch. Der arme Otto hatte sich am Ende seiner Karriere einen besseren Abgang in der Hauptstadt versprochen. Doch es war der Abstieg.

Meine Frau fragte mich belustigend, „warum nehmen die Dich nicht?“ Wenn es einer schafft, dann ist es Felix im Volksmund auch „Quälix“ genannt. Ja, der konnte schon Spieler quälen und auf Vordermann bringen. Lachend belehrte ich sie, „Felix könnte mit meinen 84 Jahren mein Sohn sein“. Das sollen 16-jährige in der Tat schon geschafft haben.

Felix, der 68jährige, so las ich im Internet, habe heute um 9.00 Uhr zu einem ersten lockeren Lauftraining geladen. Dazu verriet ein Foto wo? Am Fuße eines hohen Berges mit Schnee zum Gipfel! Ein Fan belehrte: „Zu human!“ Dem Anhang schwebt vielleicht von früher noch vor, dass Quälix harte Trainingseinheiten mit Medizinbällen der Mannschaft abverlangte. Er wird schon wissen, was er sich (!) und dem Team antut. Viel Zeit bleibt nicht.

Vielleicht hat Sebastian Hoeneß am kommenden Spieltag mit der TSG Hoffenheim Erbarmen mit seiner Hertha, aus der er hervorgegangen ist. Wenn auch nur aus der Reserve. Nach Hoffenheim folgen auswärts Leverkusen

Dem Ruf nach könnte man annehmen, Felix Magath sei ein Poltermensch. Das stimmt überhaupt nicht. Ich habe im menschlichen Umgang nur Gutes mit ihm erlebt. Sowohl in der Bereitschaft, auch nach einer Niederlage, ein Interview zu geben oder aber in Pressekonferenzen auf kritische Fragen sehr sachlich zu antworten.  

Die Spieler müssen in den verbleibenden acht Spielen noch laufen können. Nach Lage der Dinge wird plötzlich auch an der Qualität der Spieler gezweifelt. Dazu schreibt ein Fachblatt, es rumore hinter den Kulissen. Bezeichnend sei der Abgang von Arne Friedrich und der Name Lars Windhorst wird immer wieder genannt. Und Geld sei auch nicht mehr vorhanden. Wurden da nicht ein paar namhafte Spieler verkauft oder verliehen?

Christian Zschiedrich   

Hertha braucht jetzt jegliche Unterstützung

Noch kann Berlins Bundesligist gerettet werden, doch die Lage ist bitterernst. Die Enttäuschung über den selbsternannten Big City-Club kann nach der Horror-Woche hör- und lesbar kaum schlimmer sein. Nicht nur für die eigenen Fans sind die Leistungen und das Auftreten nicht nachvollziehbar, der Image-Verlust ist enorm groß. Wo stünde denn der Hauptstadtclub, wenn Lars Windhorst nicht als großzügiger Sponsor eingetreten wäre?

Selbst die eigenen treuen Mitglieder sind Hertha momentan leid. Einige Ultras stürmten vor dem Bayern-Spiel ein nicht öffentliches Training und wollten dabei einige Spieler zur Rede stellen. Es sollen, wie erst jetzt bekannt wurde, etwa 80 Anhänger aus der organisierten Fanszene gewesen sein. Das sind alles keine guten Nachrichten.

Das 1:4 gegen die Bayern war noch „schmeichelhaft“. Die Pokalschmach im Derby gegen Union und die vorangegangene 1:3-Pleite gegen Köln, da werden böse Erinnerungen wach. Die Kommentare in der Presse. „Chancenlos“ ist zwar treffend, aber noch milde ausgedrückt. „Harmlos“, keine Spielidee, ständig wechselnde Startaufstellungen, wo soll das hinführen.

Geht die Partie gegen den VfL Bochum auch verloren, kommen die Sehnsüchte nach Pal Dardai und Bruno Labbadia hoch. Zwei Trainer von insgesamt 12 in den letzten 10 Jahren. Die Chemie zwischen Fredi Bobic und Pal Dardai stimmte nicht mehr oder noch nie so richtig, geholt wurde Korkut, ein anderer Trainertyp. Intern wird gemunkelt, nachzulesen in einer großen deutschen Sport-Illustrierten, dass es einige Profis geben soll, die den Trainer nicht ernst nehmen.

Beim Aufsteiger VfL Bochum werden Herthas Akteure erneut erfahren, was Kämpfen heißt. Auf dem Papier ist Hertha natürlich auf jeder Position stärker besetzt, es fehlte bisher an Geschlossenheit, zu viele Gegentore wurden bereits in der Anfangsphase kassiert, so konnte ein eigener Matchplan zu selten realisiert werden.

Bleibt Hertha nach dem 21. Spieltag weiter bei 22 Punkten stehen? Ich wünschte, es käme anders. Man könnte sich etwas vom Druck befreien, zumal anschließend der nächste Aufsteiger auf dem Plan steht. Gegen Schlusslicht Fürth, zuletzt mit aufsteigender Formkurve, ist auch noch nicht gewonnen. So ist die Frage berechtigt: Gehört Hertha wirklich noch in die Bundesliga? Warten wir die nächsten Spiele ab, sie sind ein Wahrsager, es muss gepunktet werden.

Letztendlich stehen noch einige Getreue zu ihrer Hertha und drücken dem Club die Daumen. Das ist nach Lage der Dinge mehr denn je nötig. Dass Berlin einen zweiten erfolgreichen Bundesliga-Club hat, ist kein Trost, es tut den Herthanern sogar im Herzen weh.

Christian Zschiedrich

Pal Dardai ist wieder Geschichte bei der Hertha

Ein knappes Jahr hat es gedauert und wieder ein neuer Trainer. Eigentlich sollte mit diesem Aktionismus mal Schluss sein. So sehen Fachleute und die Fans der Hertha den Trainerwechsel mit gemischten Gefühlen. Gespeist auch daraus, weil der Nachfolger alles andere als den Ruf hat, ein Erfolgstrainer zu sein. Tayfun Korkut, so heißt der Nachfolger, hat seit 2018 keinen Verein mehr trainiert und sein Vertrag soll zunächst nur bis zum Saisonende laufen.

Er übernimmt eine intakte Mannschaft, allerdings alles andere als optimal zusammengestellt. Im Sturm spielen zu ähnliche Typen und es fehlt an Kreativspielern im Mittelfeld. Die Probleme im Spielaufbau sind nicht zu übersehen. Hertha wirkt nicht wie Absteiger, aber auch nicht besser als Platz zwölf in der Bundesliga. Viele zu wenig für eine Mannschaft, die in den vergangenen 14 Monaten 374 Millionen Euro von einem Investor bekommen hat.

Fredi Bobic musste handeln, eine Weiterentwicklung der Mannschaft war nicht zu erkennen. Der Wechsel kommt nicht so überraschend. Ob Korkut allerdings das Blatt wenden und mehr als den Klassenerhalt herausholen kann? Es muss eine durchgehende Spielidee her, in einem taktischen System, was dem Talent der Mannschaft entspricht. Mal abgesehen von den beiden Auswärtsauftritten in München und Leipzig hat die Hertha soliden Fußball geboten. Hier kann der neue Trainer ansetzen.

Vier Spiele sind es noch bis zum Jahresende. Das nächste Spiel ist dann auswärts in Stuttgart. Bobic und Korkut kennen sich aus ihrer gemeinsamen Zeit beim VfB. Ein paar Punkte sollten bis Weihnachten gesammelt werden, mit den bisherigen 14 kommen sie nicht weit. Neben der sportlichen Leistungsfähigkeit sind zudem die Coronabedingungen zu beachten.

Hans-Peter Becker

Berliner Profifußball mit mauem Wochenende

Es war der 13. Spieltag und vielleicht lag es an dieser Zahl, dass den beiden Bundesligisten ein fast identisches Schicksal widerfuhr. Ein spätes, sogar sehr spätes Gegentor, Hertha ging so der Sieg durch die Lappen, während den Eisernen der Auswärtspunkt entglitt. Solange nicht abgepfiffen ist, können halt Tore fallen.

Hertha quälte sich, bei nasskaltem Wetter vor 14.523 Zuschauern in der Riesenschüssel im Olympiastadion gegen Augsburg. Es wäre ein glücklicher Sieg geworden. Zecke Neuendorf verlor nach dem Schlusspfiff die Nerven und attackierte verbal den vierten Offiziellen und sah dafür die Rote Karte. Es läuft einfach nicht bei der „Alten Dame“. Einziger Lichtblick war Marco Richter, der einen Abwehrschnitzer der Augsburger zur Führung nutzte. Ein weiters Hertha-Tor fand wegen einer Abseitsstellung keine Anerkennung.

Hochklassige Auftritte sind auch vom Rivalen aus Köpenick nicht zu erwarten. Sie spielen, was sie können, was der Kader eben hergibt. So ist man für fast jeden Gegner ekelig und sammelt fleißig Punkte. Das klappt halt nicht immer. So wurde in Frankfurt mit 1:2 verloren. Ein Elfmeter, sicher verwandelt von Max Kruse zum 1:1, reichte nicht.

Erwähnen wir noch kurz das dritte Berliner Profiteam. Viktoria verlor beim 1. FC Saarbrücken mit 0:2. Sie erwischten den besseren Start, trafen leider das Tor nicht und wurden durch zwei späte Gegentore bestraft. Viktoria muss aufpassen, jetzt nicht sacht nach hinten durchgereicht zu werden. Das letzte Heimspiel in Jahr 2021, am kommenden Samstag, 4.12. im Jahnsportpark gegen Türkgücü München.

Hans-Peter Becker

Wer nutzt die Gunst der Stunde – Union oder Hertha?

Der 6.BL-Spieltag ist aus Berliner Sicht gleich doppelt interessant: Erstens wegen der Ausgangssituation und zweitens der Weichenstellung im Konkurrenzkampf in der Hauptstadt. Union ist der Achte in der Tabelle und hat ein Heimspiel gegen den 13. Arminia Bielefeld mit 4 Punkten. Hertha muss auswärts ran, beim Tabellen 12., ebenfalls mit 4 Punkten. Die Leipziger wollen unbedingt den miesen Start vergessen machen und punkten. Bielefeld braucht die Punkte auch. Beide Berliner Clubs haben die gleiche Ausgangssituation, nämlich 6 Punkte. Die Verletzten dürfen keine Rolle spielen. 9 Punkte wären angemessen, heißt es zumindest in beiden Lagern. Verliert aber ein Berliner Verein (bloß nicht beide) und einer gewinnt wäre das aussagekräftig richtungsweisend. Hertha gelang die Aufholjagd vom Tabellenende. Die letzten beiden Spiele wurden gewonnen. Aber gegen Leipzig… Schau‘n war mal.

Christian Zschiedrich

Arne Friedrich rettete Pal Dardai

Das könnte sich bereits am Samstag, 25.09, gegen RB in Leipzig auszahlen. Leipzig ist holprig in die Saison gestartet, Tabellenplatz 12, fünf Spiele, vier Punkte, dagegen ist die Stimmung bei der Hertha nach zwei Siegen in Folge gegen den VfL in Bochum und dem Heimsieg, 2:1, gegen die SpVgg Greuther Fürth, deutlich besser. Das hatte den Sprung mit sechs Punkten auf Platz 9 der Tabelle zur Folge. Überschwänglich wird der Torschütze aus den Niederlanden Jurgen Ekkenlenkamp in den Gazetten gelobt und als die passende Neuverpflichtung herausgestellt. Es scheint endlich wieder mal gut zu passen, vor allem seiner menschlichen, zurückhaltenden Art wegen. Er selbst bezeichnet sich mit seinen 21 Jahren als einen schüchternen Typ. Nun freut er sich in Leipzig auf sein Startelf-Debüt. Pal Dardai möchte punkte mäßig gleich nachlegen.

Doch mir hat sich die Szene eingeprägt, als Pal Dardai wegen Meckerns von Schiedsrichter Stieler aus Hamburg die gelbe Karte erhielt, aufsprang und aufbrauste. Seine Freunde schätzen ihren Pal wegen  der sonst so besonnenen Art, der im Grunde viel Verständnis für die „schwarze Zunft“ aufbringt und auch seine Spieler in der Regel in strittigen Situationen besänftigt. Er gilt als ein charakterfester Mensch, der sagt, was er denkt. Doch gegen Greuther Fürth musste Arne Friedrich ihn gleich mehrmals am Kragen packen und unsanft zurückstoßen.

Der Trainer darf doch keine Emotionen haben, trotz des Wissens, dass ein Schiedsrichterteam im Streitfall stets am längeren Hebel sitzt. Was wäre wohl geschehen, hätte Arne Friedrich den Trainer nicht festgehalten. Aus der gelben Karte wäre die Rote geworden und Pal hätte auf der Tribüne Platz nehmen müssen. Eine Verhandlung beim DFB und bestimmt eine hohe Geldstrafe wäre unvermeidlich und Berlins Trainer garantiert der Verlierer gewesen. Wahrscheinlich sogar für ein paar Spiele gesperrt worden. Das werden ihm seine Hertha-Freunde bestimmt vor Augen geführt haben.

Dardai nach dem Spiel auf die Vorkommnisse angesprochen, taktisch die beste Lösung: „Ich hab mich schon längst entschuldigt“! In dem Fall lieber mal als Umfaller gelten, sich aber die Erfahrungen aus zahlreichen hohen Strafen gegen Trainer – sie müssen doch Vorbilder sein – und jetzt vielleicht geschickt sein Unverständnis im Detail über die Schiedsrichtersituation bei passender Gelegenheit anprangern. Arne, dir gehört der Dank.

Christian Zschiedrich

Von der Bundesliga, über Liga Drei, Regionalliga bis zur Oberliga – erfolgreiche Berliner Clubs

In der Oberliga Nord ergibt sich ein aus Berliner Sicht erfolgreiches Bild. Tabellenführer ist Hertha 03, mit 16 Punkten nach sechs Spieltagen, dazu das besonders attraktive Torverhältnis von 14:1. Auf Platz 2 der Tabelle rangoert der SC Staaken mit 14 Punkten, gefolgt von Blau-Weiß 90 mit 13  Punkten. Der CFC Hertha 06 ist Achter mit sieben Punkten. Nur zwei Tore weniger hat Eintracht Mahlsdorf als Neunter.  Leider erst 2 Punkte nach fünf Spielen verbucht SFC Stern 1900 auf dem vorletzten Tabellenplatz. Die Begegnung Hertha 06 – Stern 1900 wurde übereinstimmend mit beiden Trainern Uluc und Thurau sowie dem Schiedsrichter Max Göldner abgebrochen. Nach einem Foul von Medrane an Cubuckcu  (schwere Knöchelverletzung), der ins Krankenhaus abtransportiert werden musste, war keinem mehr nach Weiterspielen zumute.  Am Sonntag, 19. September steht am Rosenhag die Partie Eintracht Mahlsdorf – CFC Hertha 06 auf dem Programm. Tabellenführer Hertha 03 muss ebenfalls um 14 Uhr in Seelow bei Victoria (16.) in der Sparkassenarena ran.

Regionalliga Nordost: Hier führen zwei Berliner Vereine, der BFC Dynamo mit 27 Punkten nach 10 Spieltagen und ebenfalls mit gleicher Anzahl an Spielen der Berliner AK 07 mit 22 Punkten. Die VSG Altglienicke hat ein Spiel weniger bestritten und bereits 20 Punkte. Corona geschuldet fielen gleich fünf Partien aus, unter anderem das Stadtderby Tennis Borussia – SV Tasmania. Erfreulich der 5-Punkte-Vorsprung vom BFC Dynamo. Jetzt heißt es am Samstag, 18. September TSV Luckenwalde – BFC Dynamo. Luckenwalde hat erst neun Spiele ausgetragen und rangiert mit 20 Punkten auf Platz 3. Nicht nur dem Papier nach keine leichte Aufgabe. Nach dem 2:0 über Chemie Leipzig ist dem BFC zuzutrauen die Hürde zu nehmen.

Insgesamt 13 Nachholspiele sind mittlerweile aufgelaufen, allein sechs davon für Tennis Borussia, nach vier Spielen mit sechs Punkten. Am Freitag, 17.09.2021 ab 19 Uhr, müssen sie im Karl-Liebknecht-Stadion bei Babelsberg 03, dem Tabellenneunten bestehen. Im Dienstagabend-Nachholspiel, am 14. September gelang den Borussen eine 1:1-Punkteteilung gegen die VSG Altglienicke. Skoda markierte das 1:0 (40.) für die Volkssportler und Pasagic glückte in der 87. Minute der 1:1-Ausgleichstreffer.

Christian Zschiedrich beobachtet den Berliner Fußball Foto: Headlight Pictures

Es kämpfen 20 Vereine in der Regionalliga Nordost um sein oder nicht sein. Hertha BSC II ist derzeit Mittelmaß, neun Spiele, 12 Punkte, Tabellen zehnter. SV Tasmania (9 Punkte) und Lichtenberg 47 (8 Punkte) stehen knapp über dem Strich der gefährdeten Mannschaften. Tasmania hat neun Spiele ausgetragen und neun Punkte, Lichtenberg zehn Spiele und acht Punkte auf dem Konto. Um den nächsten Spieltag zu vervollständigen: Lichtenberg 47 empfängt am Freitag, 17.09. (Poststadion) den VfB Auerbach (Platz 20 der Tabelle), Hertha BSC II im Amateurstadion Carl Zeiss Jena (5. der Tabelle), Tasmania  dann am Sonntag, 19.09. ab 13 Uhr, Union Fürstenwalde. Die VSG Altglienicke muss am Sonntag, 19.09. nach Halberstadt (6.) reisen. Auswärts muss der Berliner AK (neun Spiele, sechs Punkte) in Meuselwitz bestehen.

In Liga Drei führt der 1. FC Magdeburg zusammen mit Viktoria 89 die Tabelle an (wir berichteten von der Partie gegn den SV Wehen Wiesbaden). Unsere Leser sind informiert über das Geschehen in der Bundesliga – die Berliner Nr.1, derzeit der 1. FC Union (0:0 gegen den FC Augsburg), Tabellenachter, sechs Punkte; sowie dem Befreiungsschlag von Hertha BSC, jetzt Tabellensechzehnter mit drei Punkten, in Bochum mit 3:1 erfolgreich. Hertha empfängt am Freitag, 17. September, ab 20.30 Uhr, die SpVgg Greuther Fürth und am Sonntag, 19. September heißt es für die Eisernen beim BVB Dortmund vielleicht überraschend erfolgreich aufzulaufen.

Christian Zschiedrich   

Auswärts mit fünf Torschüssen drei Tore erzielt

Wann war Hertha BSC schon mal so effektiv? Doppeltorschütze  in Bochum vor 14.000 Zuschauern Suat Serdar (37./43.), Neuzugang von Schalke, erzielte die Halbzeitführung und stellte bis dahin den Spielverlauf Kopf, denn Hertha war mit Fünferkette durchaus nur mit Abwehrarbeit gegen den Aufsteiger beschäftigt. Situationsbedingt die richtige Taktik von Trainer Pal Dardai. Zudem sind die erforderlichen Wechsel geradezu optimal vom Coach vorgenommen worden. In so einem wichtigen Spiel schmeißt Dardai einen 17-Jährigen ab der 46. Minute in die Partie. Klünter verletzte sich an der Schulter und Torunarigha erwischte es im Oberschenkel, mussten zwangsläufig raus. Zeefuik kam für Klünter bereits in Minute 32 und Mittelstädt für Torunarigha zur Pause. Schließlich die ganz große Überraschung. Der erst 17 Jahre alte U18-Nationalspieler Linus Gechter kommt nach der Halbzeit für Jastrzembski. Welch eine mutige Entscheidung von Pal Dardai. Letztendlich stand nicht nur für Hertha, sondern für den Trainer selbst viel auf dem Spiel.

Christian Zschiedrich kommentiert Foto: Headlight Pictures

Der Druck der Platzherren nahm im zweiten Durchgang, auch durch Herthas Führung geschuldet, sogar noch zu. Nach einer Stunde Spielzeit, genau in Minute 59, gelingt Zoller der 1:2 Anschlusstreffer. Nun wollte der VfL natürlich mehr, noch mehr Angriffs-Initiativen, mehr Offensive, Powerplay. Hertha setzte auf Konter und Dardai wechselte zweimal goldrichtig: 57. Maolida für Richter und 73. Boateng für Belfodil. Des Trainers glückliches Händchen, mit Maolida wechselte Dardai den Torschützen zum 3:1 (78.) in Bochum ein. Die Chancen der Bochumer zum Ausgleich waren zuvor zahlreich vorhanden. Man stelle sich vor, die Partie wäre verloren gegangen. Stattdessen schaffte Hertha mit fünf Torschüssen drei Tore und die Abwehr hielt in der Angriffsflut stand. Ballbesitz in Prozent 68:32 für den Aufsteiger. Bereits am Freitag, 17. September spielt Hertha gegen den nächsten Aufsteiger, den aktuellen Tabellenletzten Greuther Fürth im heimischen Olympiastadion. Auf der Trainerbank sitzt garantiert Pal Dardai.

Die verletzten bzw. angeschlagenen Spieler M. Dardai, Jovetic, Plattenhardt, Piatek, Selke und Jarstein sollten wieder voll einsatzfähig sein. Stellt sich mit dem Selbstvertrauen und neuen Schwung die Frage nach der Höhe des zweiten Sieges? Übrigens, wer Pal Dardai kennt, kann sein Rücktrittsangebot auch anders als nur dumm auslegen. Fredi Bobic durfte seinem Trainer durchaus mal den Marsch blasen, er wird hoffentlich weiter zu ihm halten und wissen, dass ein Trainer es bestimmt spürt, wenn der Verein sich um einen Neuen bemüht.  

Christian Zschiedrich                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                           

Berliner Bundesligisten punkten

Am 4. Spieltag haben beide Berliner Bundesligisten gepunktet. Am Samstag holten die Eisernen einen Punkt und einen Tag später holte die „Alte Dame“ aus Charlottenburg den ersten Sieg der Saison. In der Wuhlheide wurde mit Toren gegeizt, mehr als ein ansehnliches 0:0 gegen den FC Augsburg kam dabei nicht heraus. „Am Schluss können heute wahrscheinlich beide Mannschaften mit dem Punkt gut leben. Es war ein intensives Spiel mit vielen Möglichkeiten, aber die Torhüter haben heute beide eine Top-Leistung gezeigt. Andreas Luthe hat uns heute auf der einen Seite im Spiel gehalten, auf der anderen Seite hatten wir einige Möglichkeiten, bei denen wir Tore erzielen müssen. Das Gleiche wird aber Markus Weinzierl vermutlich auch sagen, deswegen nehmen wir den Punkt mit und sind heute zufrieden“, lautete das Fazit von Urs Fischer im Anschluss an das Spiel.

Zufriedener war Hertha-Trainer Pal Dardai. Gnadenlos effektiv präsentierte sich seine Mannschaft, taktisch hatten sie sich auch was einfallen lassen. Dardai ließ erstmalig in dieser Saison in einer 3-4-2-1 System spielen, rückte von der gewohnten 4er Abwehrkette ab. Sicherlich war nicht beabsichtigt, dem Gegner soviel Ballbesitz zu überlassen. Hertha kam nur auf 33 % gegen den Aufsteiger. Lediglich 5 Torschüsse waren zu notieren, davon trafen allerdings 3 ins Ziel. Bochum hatte deren 18 und lediglich einer davon fand den Weg an Hertha-Keeper Alexander Schwolow vorbei. Erstmal Aufatmen bei der Hertha, drei Punkte sind auf der Habenseite. Na bitte, es geht doch. Der nächste Gegner ist wieder ein Aufsteiger, im Heimspiel wird Greuther Fürth erwartet.

Während sich Hertha in aller Ruhe eine ganze Woche lang auf den kommenden Gegner vorbereiten kann, müssen die Eisernen unter Woche international mit Reisestrapazen ran. Die Elf von Urs Fischer tritt am Donnerstag, dem 16.09.2021 im Sinobo Stadion bei Slavia Prag an. Der Anpfiff der Partie in der neu geschaffenen UEFA Europa Conference League erfolgt um 18:45 Uhr an.

Hans-Peter Becker