Pflichtaufgabe erfüllt – Füchse gewinnen gegen GWD Minden

Füchse Berlin – GWD Minden 35:26

Die Füchse hatten das vorletzte Heimspiel der Saison zum „Tag des Kinderhand-balls“ ausgerufen. Bei freiem Eintritt für die Eltern konnten sich die Jüngsten bei der gemeinsam mit dem HVB und der AOK organisierten Aktion an verschiedenen Stationen, sogar auf dem Spielfeld der Profis ausprobieren und auch Autogramme der Füchse-Spieler ergattern.

Ein Kinderspiel war die Partie gegen GWD Minden für die Gastgeber zunächst nicht. Zwar waren die Berliner mit hohem Tempo gestartet und hatten schnell einen Drei-Tore-Vorsprung herausgeworfen (6:3 /7.), aber Ballverluste und überhastete Würfe boten den Gästen aus Ostwestfalen immer wieder Möglichkeiten zum Kontern. Drei Mal konnte Minden, als Drittletzter noch mitten im Abstiegskampf, einen Mehr-Tore-Vorsprung der Füchse ausgleichen. Erst in der Schlussphase der ersten Hälfte spielten sich die Berliner frei und gingen mit einem 18:15 in die Pause.

Nach dem Wechsel erhöhten die Füchse das Tempo und gewannen gegen die nunmehr überforderten Gäste zunehmen die Kontrolle über das Spiel. Weniger Ballverlusten. Mehr Konsequenz beim Ausnutzen der Wurfchancen – somit wuchs der Vorsprung kontinuierlich.

Aus dem Team ragte dabei erneut Hans Lindberg heraus. Der fast 41-jährige dänische Rechtsaußen, er hatte in der Woche seinen Vertrag um ein weiteres Jahr verlängert, spielte sich in einen wahren Rausch. Mit seinen 11 Treffern zeichnete er am Ende fast für ein Drittel der Füchse-Tore verantwortlich. Zum fünften Mal in Folge könnte Hans Lindberg als erfolgreichster Füchse-Schütze aus der Saison gehen. Auch in der Torjäger-Liste der Bundesliga liegt er in Führung. Mit bisher 228 Toren hat er seinen Bestwert (202/ Saison 2019/20) längst übertroffen.

Der souveräne 35:25-Sieg vor 8066 Zuschauern hatte am Ende jedoch einen bitteren Beigeschmack. Fabian Wiede verletzte sich bei einer Abwehraktion am Fuß Wahr-scheinlich ist die Saison damit für den Nationalspieler, der sich schon einmal am Sprunggelenk verletzt hatte, vorzeitig beendet.

Da die SG Flensburg-Handewitt zeitgleich in Lemgo unterlag, konnten die Füchse ihren Vorsprung auf den Mitkonkurrenten um Platz drei auf vier Punkte ausbauen. Für den Sprung auf Rang zwei und das Erreichen der Champions League wären an den zwei ausstehenden Spieltagen zwei Siege (nächste Partie am Mittwoch bei der HBW Balingen-Weilstetten) nötig, bei gleichzeitigen Punktverlusten des THW Kiel. Darüber spekulieren wollte Füchse-Trainer Jaron Siewert jedoch nicht. „Wir müssen bereit sein, falls Kiel etwas liegen lässt.“ Platz drei am Saisonende wäre die beste Füchse-Platzierung seit 2017/18.

Herbert Schalling

Für die Füchse erfolgreich: Wiede 3, Holm 2, Andersson 5, Lindberg 11/2, Lets 1, Vujovic 6, Marsenic 4, Drux 3

Klarer Derbysieg – Füchse gewinnen 34:25 gegen DHfK Leipzig

Die Spiele der Füchse gegen den SC DHfK hatten sich seit dem Aufstieg der Leipziger 2015 zu echten Derbys, zu hart umkämpften Partien auf Augenhöhe entwickelt. In der letzten Saison zum Beispiel gelang es den Berlinern nicht, gegen den sächsischen Rivalen zu gewinnen. Diesmal allerdings dominierten die Füchse eindeutig. Der 34:25-Sieg war am Ende auch in der Höhe verdient.

Der Start der Hausherren – furios. 4:0 nach vier Minuten. Leipzigs Coach Andrè Haber musste die früheste Auszeit der gesamten Bundesliga-Saison nehmen, um seine müde Truppe aufzurütteln.

Das Erfolgsrezept Füchse: im sechstletzten Saisonspiel: Klug herausgespielte Tore über den Kreis – hier glänze vor allem Mijajlo Marsen als Vollstrecker (7 Treffer) und schnelle Konter. Dabei nutzten die flinken Valter Chrintz und Milos Vujovic( mit acht Treffern erfolgreichster Fuchs) die zahlreichen Ballverluste der Leipziger. Mehrfach wurden die Außen von Keeper Dejan Milosavljev mit präzisen Zuspielen auf die Reise geschickt. Der Füchse-Torhüter glänzte darüber hinaus mit zahlreichen Paraden und einem gehaltenen Siebenmeter. Mit dem 17:12 zur Pause war der Weg zum Sieg frühzeitig geebnet.

Ihr konzentriertes Spiel setzten die Füchse nach der Pause fort – diesmal ohne die gefürchteten „fünf schlimmen Minuten“ ohne Tore, die beim Spitzenspiel vor zwei Wochen in Magdeburg den Sieg und im Verlauf der Saison manchen Punkt gekostet hatten. Trainer Jaron Siewert zollte seinem Team deshalb Respekt für diese Leistung. „Wir hatten uns viel vorgenommen und die Mannschaft hat es prima umgesetzt“. Sportdirektor Stefan Kretzschmar lobte das durchgehend hohe Tempo im Spiel und „dass in dieser Saisonphase auch jüngere Spieler Akzente setzen“. Er meinte damit vor allem Max Beneke und Kreisläufer Jann Keno Jacobs (beide zwei Treffer).

Nach dem 34:25-Sieg bleiben im Rennen um den begehrten zweiten Tabellenplatz, der zur Teilnahme an der Champions League berechtigt. Punktgleich mit dem Dritten Flensburg und nur einen Punkt hinter dem THW Kiel. „Natürlich könnten wir spekulieren, ob Flensburg nächsten Sonntag Kiel schlägt und wir am letzten Spieltag dann Flensburg“, meine Jaron Siewert. „Das nützt aber nichts, wenn wir unsere Aufgaben nicht erfüllen. Die werden schwer genug“ Drei Heimspiele (Göppingen, Minden, Flensburg) und zwei Auswärtspartien (Erlangen, Balingen) warten bis zum 12. Juni noch auf die Füchse. An der Zielstellung allerdings lässt Stefan Kretzschmar keinen Zweifel: „Natürlich wollen wir alle fünf Spiele gewinnen.“

Herbert Schalling

Für die Füchse erfolgreich: Wiede1, Holm 2, Andersson 3, Lindberg 2, Langhoff 1, Chrintz 5, Beneke 2, Jakobs 2, Vujovic 8, Marsenic 7, Drux 1

Füchse verpassen das Viertelfinale der European League

30:33 – Füchse verlieren auch das Rückspiel gegen HSC Nantes

Nach 45 Minuten war die Situation verheißungsvoll – 25:22. Die Füchse führten gegen den HSC Nantes zum ersten Mal mit drei Toren. Das 24:25 aus dem Hinspiel vor einer Woche war mehr als wettgemacht. Das Weiterkommen gegen den letztjährigen Champions-League-Halbfinalisten schien machbar. Die 5.218 Zuschauer in der Max-Schmeling-Halle waren aus dem Häuschen.

Die Hoffnung erstarb sehr schnell. Innerhalb von sieben Minuten wandelte der aktuelle Zweite der französischen Liga den Rückstand in einen zwei-Tore-Vorsprung. „Wir haben in dieser Phase zu viele Fehler gemacht“, fand Füchse-Coach Jaron Siewert hinterher.. Besonders ärgerlich war, dass die Berliner ihren Vorteil aus der Hand gaben, als Nantes wegen einer 2-Minuten-Strafe zeitweise mit einem Spieler weniger agierte. „Wir haben da komplett die Kontrolle über das Spiel verloren“, lautete Siewerts ernüchterndes Fazit.

Bereits der Start in die Partie war den in der Bundesliga in diesem Jahr noch ungeschlagenen Füchsen misslungen. Zu selten kamen die Berliner gegen Nantes gut organisierter Abwehr in aussichtsreiche Wurfpositionen. Mehrfach landeten Würfe an Latte und Pfosten. Das Spielglück war nicht aufseiten der Hausherren. Zudem scheiterte der sonst so sichere Hans Lindberg zweimal vom 7-Meter-Punkt.

Die Franzosen, angeführt vom 37-jährigen spanischen Ex-Weltmeister Valero Rivera schlugen daraus Kapital. Seine ideenreichen Anspiele nach Außen oder an den Kreis fanden immer wieder frei stehende Mitspieler. Das Zwischenergebnis: 3:6 nach zehn Minuten.

Aus dieser misslichen Lage kämpften sich die Füchse heraus. Ein Ruck schien durch die Mannschaft zu gehen. Dejan Milosavljev glänzte mit mehreren Paraden und die Torabschlüsse klappten jetzt besser. Mit 15:14 für die Gastgeber ging es in die Pause.

Nach dem Wechsel blieb die Partie zunächst ausgeglichen. Die Füchse gingen in Führung, kassierten jedoch schnell den Ausgleich, weil es bei den schnellen Kontern des HSC Nantes an Aufmerksamkeit im Rückzugsverhalten fehlte. Die Partie blieb offen bis zu den schon beschriebenen „schwarzen sieben Minuten“ der Berliner. Dieser Blackout kostete den Sieg. Die cleveren Franzosen nutzten diese Schwächephase gnadenlos aus und gewann verdient mit 33:30. Im Viertelfinale trifft Nantes jetzt auf Bundesliga-Primus SC Magdeburg.

Für die Füchse gilt, was Routinier Hans Lindberg als Erkenntnis aus diesem Spiel mitnahm. „Wir sind enttäuscht, weil wir uns mehr vorgenommen hatten. Jetzt müssen wir das Spiel abhaken und uns auf die nächste Aufgabe konzentrieren“.

Die lässt nicht lange auf sich warten. Am Sonntag, 10. April ab 16:05 Uhr in der Max-Schmeling-Halle, geht es gegen den TSV Hannover-Burgdorf weiter.

Für die Füchse im Einsatz:

Wiede 4/1, Holm 3, Vori 1, Andersson 5, Lindberg 5/1, Beneke 1, Vujovic 5/2 Marsenic 5, Drux 1

Herbert Schalling

Füchse weiter auf Kurs Champions League

29:24 gegen TBV Lemgo Lippe

Er hätte sein Comeback auf dem Handball-Parkett zu gern mit einem Tor gekrönt: Igor Vori. Der kroatische Rekord-Nationalspieler war am Dienstag kurzfristig für den verletzten Kreisläufer Johan Koch verpflichtet worden. In der Schlussminute kam das Zuspiel von Kapitän Paul Drux jedoch nicht bei Vori an.

Rund 20 Minuten hatte der Olympiasieger von 2004 drei Jahre nach seinem Karriereende auf dem Parkett gestanden. „Er muss sich erstmal wieder zurechtfinden. Aber man hat heute schon gesehen, mit dem Handball ist es wie mit dem Radfahren. Das verlernst Du nicht“, fand Bob Hanning. Auch Sportvorstand Stefan Kretzschmar war mit Voris Auftritt hochzufrieden. „Mit seiner Erfahrung kann er für uns noch sehr wichtig werden, in den nächsten entscheidenden Wochen.“

Der 41-jährige Vori (2,04 m, 114 Kilo) war nicht die einzige „neue Personalie“ bei den Füchsen. Gecoacht wurde das Team erneut von Bob Hanning. Der Geschäftsführer hatte Cheftrainer Jaron Siewert kürzlich schon wegen einer Corona-Erkrankung vertreten müssen. Diesmal war der Anlass ein erfreulicher. Siewert erwartete Familienzuwachs, der sich auch pünktlich während des Spiels einstellte – Herzlichen Glückwunsch.

Nach dem historischen Auswärtssieg beim THW Kiel vor elf Tagen wollten die Füchse ihre Tabellenposition mit einem weiteren Erfolg festigen. Der TBV Lemgo erwies sich als der erwartet unbequeme Gegner. (Kretzschmar: „Eine sehr gut organisierte Mannschaft“) Während die Abwehr der Berliner sehr variabel agierte und den Gästen nur wenig klare Wurfmöglichkeiten gestattete, fehlte es dem Angriffsspiel anfangs an Tempo und Übersicht. „Wir hatten auch drei, vier technische Fehler im Aufbau“, bemängelte Bob Hanning. „Aber die Jungs haben immer den Kopf oben behalten und so auch kritische Phasen gemeistert“.

Dazu zählten besonders die ersten Minuten nach der Halbzeitpause. Da büßten die Füchse in doppelter Unterzahl ihren Drei-Tore-Vorsprung ein. Fortan ging es hin und her. Lemgo glich die Führung der Gastgeber immer wieder aus. In dieser Phase erwies sich Torhüter Dejan Milosavljev einmal mehr als großer Rückhalt. Mehrfach verhinderte der Serbe, angefeuert von „Milo, Milo-Rufen“ der 4026 Zuschauer, Lemgoer Tore. Zu seinen Glanztaten gehörten auch zwei gehaltene Siebenmeter von Ex-Fuchs Bjarki Elisson.

In der Schlussviertelstunde bauten die Füchse ihren Vorsprung kontinuierlich aus. Bei Lemgo ließ die Konzentration deutlich nach. Besonders der Abwehr bekamen die Gäste keinen Zugriff mehr. Am Ende gewannen die Füchse 29:24. Es war ihr sechster Sieg im sechsten Bundesliga-Spiel 2022. In der offiziellen Tabelle bleiben die Berliner mit einem Spiel weniger als der Zweite, THW Kiel auf Platz drei.

Mit vier Spielen innerhalb von zehn Tagen in Bundesliga und European League Tagen werden die Füchse demnächst besonders gefordert:

Tore: Wiede 7, Holm 5, Marsenic 5, Lindberg 4, Matthes 4, Drux 3, Andersson 1

Herbert Schalling

Pflichtsieg gegen TVB Stuttgart – Füchse gewinnen 29:22

Nach dem Stress mit vier Spielen in einer Woche (Bundesliga und European League) hatten die Füchse diesmal etwas mehr Zeit zur Vorbereitung. Mannschafts-Kapitän Paul Drux hatte angekündigt, das Team wolle die Zeit zum „Aufladen der Akkus“ nutzen.

Zunächst schien es jedoch, als hätten die Berliner in der viertägigen Wettkampf-Pause ihren Rhythmus verloren. Viele technische Fehler, überhastete Abschlüsse, Ballverluste – in den ersten 20 Spielminuten konnten sich die Füchse keinen Vorsprung erarbeiten. Im Gegenteil, die Stuttgarter, die ihre letzten sechs Bundesliga-Spiele verloren hatten, nutzten ihre Konterchancen beherzt und hielten die Partie offen. Ungewöhnlich früh, nach 15 Minuten nahm Trainer Jaron Siewert deshalb seine erste Auszeit, um das Spiel seiner Mannschaft neu zu justieren. „Wir verlieren fünfmal durch ganz leichte und unnötige Fehler in der Vorwärtsbewegung den Ball. Das hat uns das Leben unnötig schwer gemacht“, analysierte der Coach im Nach-hinein. Eine Umstellung in der Deckung stabilisierte das Spiel der Füchse etwas. So konnten die Gastgeber mit einer 15:11-Führung in die Pause gehen.

Den Vorsatz, es in der zweiten Hälfte besser zu machen, konnten die Berliner zu-nächst jedoch nicht umsetzen. Wieder reihte sich im Aufbauspiel Fehler an Fehler. Da es die schwäbischen Gäste nicht besser machten, gelang jeder Mannschaft in den ersten zehn Minuten nach dem Wechsel nur ein Tor – äußerst ungewöhnlich für ein Bundesliga-Handballspiel.

Vor den 3350 Zuschauern (die maximal zugelassene Kapazität) erhöhten die Hausherren danach das Tempo und gewannen so Stück für Stück die Kontrolle über das Spiel. Daran hatte die von Viran Moros dirigierte Abwehr mit dem starken Torhüter Dejan Milosavljev (42 % gehaltene Bälle) ebenso ihren Anteil, wie Spielmacher Jakob Holm und Routinier Hans Lindberg. Erneut auffällig spielte der 18-jährige Max Beneke. Der Linkshänder warf vier Tore und verschaffte so Fabian Wiede auf der rechten Angriffsseite einige Erholungspausen. Dagegen blieb Lasse Andersen im linken Rückraum diesmal ohne Torerfolg.

Am Ende fiel der Sieg mit 29:22 deutlich aus. Die Füchse bleiben hinter Magdeburg (38:2), Kiel (34:8. Ein Spiel mehr) und Flensburg (32:8) Tabellen-Vierter (31:9). Für Sportvorstand Stefan Kretzschmar hatte der Erfolg dennoch einen Beigeschmack. „Wir lassen, glaube ich, zehn bis 15 hundertprozentige Chancen liegen. Wenn dir ein Gegner solche Chancen bietet, musst du sie auch nutzen.“

Die Anforderungen an die Berliner werden in den nächsten Wochen nicht geringer. Nach dem Europa-League-Spiel am Dienstag (22. Februar) gegen den spanischen Klub Bidasoa Irun geht es am nächsten Sonntag in der Bundesliga weiter, mit einem Auswärtsspiel beim TuS N-Lübbecke.

Füchse Berlin: Milosavljev , Wiede 1, Holm 5, Lindberg 6/4, Langhoff 1, Beneke 4, Matthes 4, Koch 2, Marsenic 3, Drux 2

Herbert Schalling

Füchse mit Paukenschlag zurück

23:20 Sieg gegen Rhein-Neckar Löwen

Die Ausgangsposition war nicht die beste für die Füchse. Acht Stammspieler fehlten der Mannschaft beim ersten Bundesliga-Spiel nach 45 Tagen EM-Pause. Die Gäste aus Mannheim, 2016 und 2017 immerhin Deutscher Meister, mit aktuellen und ehemaligen Nationalspielern wie Juri Knorr, Jannick Kohlbacher, Uwe Gensheimer und Patrick Groetzki, sowie internationalen Top-Leuten wie Andy Schmid oder Lukas Nilsson gingen als Favorit in die Partie.

Füchse-Trainer Jaron Siewert hatte aus den verbliebenen Routiniers und jungen Nachwuchsspieler jedoch eine motivierte Mannschaft formiert, die von Anfang an selbstbewusst auftrat.

In der ausgeglichenen ersten Hälfte ließen sich die Füchse auch von einem zwei-Tore-Rückstand (17.) nicht aus dem Konzept bringen. Angeführt von Lasse Andersson (am Ende vier Tore), Mijajlo Marsenic (3 Tore ) und Mannschaftskapitän Paul Drux ((4) wurden auch die Youngster zu wichtigen Faktoren. Der 19jährige Moritz Sauter und A-Jugendspieler Max Beneke fügten sich nahtlos ins Mannschaftsspiel ein und waren auf beim Torwurf erfolgreich. Mit knapper Berliner Führung (11:10) ging es in die Kabine.

Die Löwen, die am vergangenen Sonntag dem THW Kiel beim 24:26 einen großen Pokalfight geliefert hatten, kehrten aus der Halbzeit-Pause mit neuem Schwung zurück und verwandelten den ein-Tore-Rückstand zunächst in eine zwei-Tore-Führung.(41.). Die Füchse behielten in dieser Phase jedoch die Übersicht. Die starke Deckung mit dem überragenden Dejan Milosavljev im Tor (18 Paraden/ 50 % gehal-tenen Bälle) legte den Grundstein für die Wende. Mit Einsatz, Leidenschaft und der lautstarken Unterstützung der 1850 Zuschauer gelang am Ende der 23:20-Sieg.

Sportvorstand Stefan Kretzschmar war am Ende angetan vom Spiel seiner Füchse. „Ich bin heute echt stolz auf die Truppe. Wie die jungen Spieler heute mitgezogen haben, war echt klasse“. Trainer Jaron Siewert freute sich, dass die angespannte personelle Situation zu keinem Bruch im Leistungsvermögen geführt hatte. Beim nächsten Spiel am Sonntag in Hamburg hofft er auf die Rückkehr von Fabian Wiede und Jacob Holm.

Herbert Schalling

Handball-Bundesliga (HBL) 19. Spieltag

10.02.2022 19:05 Uhr Max Schmeling Halle Berlin

Füchse Berlin – Rhein-Neckar Löwen 23:20 (11:10)

Füchse: Milosavljev (18 Paraden, 1 Tor), Andersson 4, Lindberg 3/2, Langhoff 3, Beneke 3, Matthes 1, Sauter 1, Marsenic 3, Drux 4

Löwen: Birlehm (8 Paraden), Katsigiannis (1 Parade), Schmid 6/5, Gensheimer 1, Kirkelokke 4, Knorr 1, Groetzki 3, Nilsson 4, Kessler 1

Da schau her – die Füchse Berlin sind Tabellenführer

Sparta Lichtenberg und Makkabi trennten sich Unentschieden 2:2. Die Füchse aber gewannen 2:1 gegen TSV Rudow, wenn auch der Siegtreffer spät, erst in der vierten Minute der Nachspielzeit fiel. So werden Spiele von entschlossenen Teams entschieden. Erst lief es gar nicht bei den Platzherren. Rudow ging sogar in der 30. Minute durch Günaydin in Führung und es war ein hartes Stück Arbeit, die Partie zu drehen. In der 39. Minute gelang Sentürk mit einem Flachschuss von der Strafraumgrenze der  1:1  Ausgleich. Den Siegtreffer erzielte Starstürmer Caner Özcin, der zunächst, nach seinem Kurzurlaub eine Stunde lang auf der Bank schmorte. Der Joker stach spät und wurde im Füchse-Jubel fast erdrückt. Ihm gelang es, vom eigenen Torwart bedient, mit einem Heber den Gäste-Keeper zu überwinden.

Christian Zschiedrich Foto: Headlight Pictures

Beachtlich, die Füchse haben die wenigsten Tore, nur deren fünf, kassiert. Mit 24 erzielten Treffern stehen sie mit 24 Punkten aktuell ganz oben in der Tabelle. Der Siegtreffer wurde wie die Meisterschaft gefeiert. Erstaunlich, denn in der letzten Saison brachten es die Füchse fertig, mit Ach und Krach dem Abstieg zu entrinnen. Jetzt könnte es wieder aufwärtsgehen. Im kommenden Auswärtsspiel am Sonntag, 24.10., geht es im Willi-Kressmann-Stadion gegen Hilalspor, dem Neunten der Tabelle. Sie haben ihr Auswärtsspiel beim BSV Al-Dersimspor mit 0:2 verloren.

Im Pokal ist so einiges möglich. Wer traute den Nordberlinern zu, den Titelverteidiger BFC Dynamo aus dem Pokal zu schmeißen. Dynamo war Spitzenreiter in der Regionalliga Nordost, zwei Klassen höher. Diesen Platz nimmt jetzt der Berliner AK 07 ein und dieses Schwergewicht wird am zweiten  November-Wochenende, der Gegner der „favorisierten“ Füchse im Achtelfinale sein. Folgt da etwa die nächste große Überraschung im AOK-Landespokal? Den gewannen die Füchse nämlich schon einmal. Was dagegen spricht, der Berliner AK ist in den letzten Wochen so richtig in Schwung gekommen und kennt das Pokalgeschäft, schaffte es in der letzten Saison bis in das Finale.

Das Niveau in der Berlin-Liga ist beachtenswert. Was die Zuschauerzahlen betrifft, da hoffen die Vereine wieder auf steigendes Interesse, nach der letzten ausgefallenen Saison. Die pandemische Lage hält leider weiter an und macht es für die Vereine nicht einfacher.

Christian Zschiedrich

Von wegen Länderspielpause

In der 3. Liga und in der Regionalliga wurde um Punkte gekämpft; in Berlin im sogenannten AOK-Pokal ging’s in der 2. Hauptrunde um das Weiterkommen.

Oberligist Stern 1900 übte sich gegen Arminia Tegel (Kreisliga A) am zweithöchsten im Torschießen mit 14:0, während Landesligist Wacker 21 den BFC Liberta aus der Kreisliga B sogar mit 16:0 abschoss. Der Berlin-Ligist SV Empor reihte sich auch zweistellig mit 12:0 über den Grünauer BC aus der Bezirksliga ein, während die VSG Altglienicke (Regionalliga) „nur“ 12:1 gegen FC Nordost aus der Kreisliga A gewann. Oberligist CFC Hertha 06 siegte 5:0 gegen DJK SW Neukölln (Bezirksliga). Der Regionalligist Berliner AK hatte beim 5:1 über VfB Concordia Britz keine Schwierigkeiten.

Wo blieben die Pokal-Überraschungen? Pokal untypisch, die jeweils Klassenhöheren setzten sich bislang durch, nicht aber im Spiel Oberliga – Regionalliga, Blau-Weiß 90 – Lichtenberg 47. Der Oberligist schmiss Lichtenberg 47 (Regionalliga) mit 2:1 aus dem Wettbewerb, ebenso kannte der Landesligist Johannisthal gegen den Berlin-Ligisten Brandenburg 03 im Elfmeterschießen 5:4 kein Erbarmen. Nach Verlängerung stand’s 2:2.

Am heutigen 08.09.18 Uhr, heißt es im Stadion Hakenfelde in der ausstehenden Partie Viktoria 89 – SSC Teutonia bitte kein weiteres zweistelliges Resultat gegen die sympathischen Teutonen erzielen. Am Dienstag, 28.09. empfangen die Füchse den Tabellenführer in der Regionalliga Nordost BFC Dynamo. Der BFC baute seine Führung in der Regionalliga mittels zweier Siege, 2:0 über Germania Halberstadt und 3:2 über Hertha BSC, aus. Nun, die Füchse sind ja zwei Klassen tiefer auch mit vier Siegen, 12 Punkte, Tabellenführer der Berlin-Liga, dennoch bleibt es ein Spiel David gegen Goliath.

Dynamos Leistung handeln wir gesondert ab. Hier soll nicht unerwähnt bleiben, was Viktoria 89 in der 3. Liga vollbringt. Zwar 3:3 auswärts, nur etwas enttäuschend in Verl gespielt, so zog der 1. FC Magdeburg, 1:0 über Kaiserslautern, mit 16 Punkten  vorbei an die Tabellenspitze. Aber, Viktoria 89 glänzt immerhin mit 14 Punkten nach sieben Spielen auf Platz 2. Am Samstag, 11. September, 1, kommt der Tabellenvierte SV Wehen Wiesbaden zur Viktoria ins Jahnstadion. Ein Besuch lohnt sich. Ebenso, erst am Mittwoch, 29.09. das Match von TuS Makkabi gegen Tennis Borussia.

Christian Zschiedrich  

Überraschungen in der Berlin-Liga, die Füchse führen

Die neun Spiele am 2. Spieltag teilten sich in vier Heimpleiten und vier Siege, mit einem Remis 1:1 zwischen Makkabi – Spandauer Kickers. Bei den vier Heimpleiten verlor der SCC am deutlichsten, 0:4 gegen Wilmersdorf. Bezeichnend auch das 2:5 von Sparta Lichtenberg gegen den Berliner SC. Rudow verlor zu Hause 1:2 gegen Stern Marienfelde und durch das 0:2 der Frohnauer am Poloplatz gegen den SV Empor, rutschte der Frohnauer SC gleich auf einen Abstiegsplatz. Selbst Makkabi ließ zu Hause beim 1:1 gegen die Spandauer Kickers unerwartet Federn.

Die vier Siege, wie folgt auf: Dreimal gab es ein 3:1 für die Gastgeber. SD Croatia – Berlin Türkspor, Hilalspor – Brandenburg 03 und 1. FC Novi Pazar – Fortuna Biesdorf (Tabellenletzter). Wenn die Füchse Berlin weiterhin so angriffslustig Tore schießen, werden bestimmt mehr als die 176 Zuschauer am Freitagabend zu den Spielen kommen. 4:0 (1:0) fegten sie den 1. FC Wilmersdorf vom Wackerweg. Torschützen Haubitz, Nellesen und zweimal Özcin.

An kommenden Freitag, 20.08. 19.30 Uhr, sollen die auswärts siegreichen Sterne aus Marienfelde dran glauben.

In der 1. Hauptrunde des AOK-Pokals setzten sich die Favoriten durch, knapp und mit Mühe zwei Oberligisten Blau-Weiß 90 – SF Kladow 2:1 und SC Staaken – FC Amed. Am ersten September-Wochenende geht es mit der 2. Hauptrunde weiter. Das Los bescherte den Füchsen gleich einen Regionalligisten aus der Spitzengruppe. 11:4 Tore, 12 Punkte in vier Spielen. Das kann im Pokal gegen den Vertreter aus der Berlin-Liga heiter werden. Was soll’s sagt sich das Team des zwei Klassen tieferen um Trainer Ümit Ergirdi. Seltenheitswert hat wohl die Rote Karte gegen Kevin Gutsche (56.), als er einen Füchse-Freistoß in die Mauer setzte und anschließend Schimpfwörter gegen eigene Spieler abließ. Gutsche erfuhr, das ist eben auch eine Unsportlichkeit.

Christian Zschiedrich

1. Spieltag in der Berlin-Liga

Im Auftaktmatch an der Dorfkirche sah es am Freitag zwischen Stern Marienfelde und Al-Dersimspor lange nach einer torlosen Punkteteilung aus, bis zur Schlussminute. Sahin erzielte in der 89. Minute das 1:0 für die Gäste.

Erwartet gewannen die Füchse Berlin an der Sömmeringstraße gegen Gastgeber Brandenburg 03 mit 3:1. Die Platzherren starteten mit der für Berlin-Liga Verhältnisse spektakulären Trainerverpflichtung Edson David Reynal Landaveri in die Saison, der Bolivianer, der zuletzt die B-Jugend von Rayo Vallecano in Madrid trainierte, die UEFA-Pro-Lizenz besitzt (seit Oktober 2020) und damit eigentlich für diese Spielklasse überqualifiziert ist. Die UEFA-Pro-Lizenz ist dem Fußballlehrer gleich gestellt. Er könnte mit dieser Ausbildung auch Profimannschaften bis zur Champions-League trainieren. Die auch von uns als ein Meisterschaftsfavorit eingestuften Füchse ließen sich davon nicht beeindrucken, gingen durch Rüdiger bereits in der 4. Minute in Führung. Nahmen allerdings nach genau einer halben Stunde den 1:1-Ausgleich durch Bushay hin und schlugen noch vor der Halbzeit, in Minute 44, durch Haubitz zurück. Die 03er waren in Gedanken mit dem Unentschieden bereits in der Kabine. Im 2. Durchgang traf Werbelow (54.) zum 3:1 für die Füchse.

Sechs Tore gab es in Biesdorf, eins für Aufsteiger Fortuna, allerdings erst als Sparta Lichtenberg bereits mit 5:0 führte. Zur Pause hieß es 0:3 am Grabensprung für die Gastgeber. Lang verwandelte in der 41. einen Elfer zum dritten Treffer für Sparta, Hänisch (65.) und Cicek (85.) erhöhten auf 4:0 und 5:0. Lindemann gelang in der 87. Minute der bereits erwähnte Ehrentreffer zum Endstand 1:5. Sparta Lichtenberg ist der Auftakt-Tabellenführer.

Ein Tor mehr erlebten die Zuschauer beim 4:3 der Spandauer Kickers über den TSV Rudow. Gempf brachte den TSV in der 10. Minute in Führung. Die Spandauer ließen sich jedoch die Butter nicht vom Brot nehmen, Tastan verwandelte in der 19. Minute einen Strafstoß zum 1:1 Ausgleich und Saleh legte in der 32. Minute zur 2:1-Führung nach. Saleh erhöhte in der 45. Minute auf 3:1. Nach dem Wechsel verkürzten die Rudower durch Dräsel auf 3:2 (63.), doch abermals Tastan verwandelte den nächsten Elfmeter zum 4:2 (85.). Günther brachte mit seinem Treffer in der Schlussminute Spandau wieder auf ein Tor heran – doch die Zeit reichte nicht mehr für einen weiteren Gästetreffer.

Der 1. FC Wilmersdorf besiegte SD Croatia 3:2, führte durch Ohadi (3.) und Bahceci (26.) bereits mit 2:0, um schließlich das 1:2 (28.) Schedlinski und das 2:2 (73.) Runge hinnehmen zu müssen. Die Gäste waren sogar dem Siegtor nahe, das aber erzielte Agyei-Yeboah (90 + 2) zum 3:2 Heimsieg in der Nachspielzeit.  Am Freitag, 6. August muss der 1.FC Wilmersdorf zu den Füchsen an den Wackerweg, wo in dieser Saison die Trauben hoch hängen sollen.

1:1 Unentschieden trennten sich der Berliner SC und der SC Charlottenburg. Die Torfolge: 1:0 (7.) Hoffmann, 1:1 (29.) Horchert.

Bleibt, die Partie Türkiyemspor – SV Empor, ein knapper 0:1-Auswärtssieg des SV Empor durch eine verwandelten Elfmeter von Kempter in der 60. Minute.

Ein überraschendes Resultat gab es beim Aufeinandertreffen des 1.FC Novi Pazar aus Neukölln gegen Berlin Hilalspor 1987. Die Gäste entführten mit dem 2:0 die drei Punkte am grünen Tisch, ohne gespielt zu haben. Novi wollte wegen eines Corona-Verdachtsfalls nicht antreten. Der BFV sagte laut Staffelleiter Frank Godau: „Ein Verdachtsfall reicht nicht aus“ und wertete die Partie mit zwei Toren für Hilalspor.

Die ausgefallene Partie TuS Makkabi – Berlin Türkspor wurde neu angesetzt und wird am 11. August, 18 Uhr, Julius-Hirsch-Sportanlage nachgeholt.

Christian Zschiedrich