Eisbären verlieren auch Spiel zwei im Magenta Sport Cup

Die Eisbären Berlin haben in Mannheim bei den Adlern mit 0:3 verloren. Soweit zu den nüchternen Zahlen. „Im Großen und Ganzen war es ein gutes Spiel von uns und wir können zufrieden sein. Nach dem Spiel gegen Schwenningen war es auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung. Am Ende waren es dann Kleinigkeiten, die zu den Gegentoren geführt haben. Persönlich bin sehr glücklich, dass ich heute wieder spielen konnte. Ich habe mich sehr gut gefühlt.“ so resümierte Eisbären-Stürmer Leo Pföderl nach dem Spiel.

Im Tor der Eisbären stand der 20jährige kanadische Nachwuchstorwart Jacob Ingham. Er hielt zwei Drittel lang seinen Kasten sauber. Die spielentscheidenden Treffer fielen samt und sonders erst im Schlussabschnitt. Ingham, der in der letzten Saison noch in der Ontario Hockey League, einer Juniorenliga in Kanada für die Kitchener Rangers spielte sah das Spiel so: „Das war mein erstes Profispiel überhaupt, weswegen ich zu Beginn ein bisschen nervös war. Das hat sich aber schnell gelegt und ich habe einfach versucht, mein Bestes zu geben. Insgesamt war das heute einegute Leistung, viel besser als zuletzt gegen Schwenningen, ein Unterschied wie Tag und Nacht. Heute war mehr drin.“

Die Eisbären reisen weiter nach München und am Samstag, 21.11.2020 um 17:00 Uhr in der nächsten Partie des MagentaSport Cups beim EHC Red Bull München.

Aufstellungen: Adler Mannheim: Brückmann (Endras)–Katic, Larkin; Akdag, Reul; Lehtivuori, Billins; Krupp–Wolf, Desjardins, Plachta; Eisenschmid, Shinnimin, Bast; Elias, Brune, Lampl; Bergmann, Michaelis, Huhtala-Trainer: Pavel Gross

Eisbären Berlin: Ingham(Niederberger)–Müller, Ramage (A); Espeland, McKiernan; Hördler (C), Gawanke; Wissmann (A)–L. Reichel, Noebels, Pföderl; Streu, Zengerle, Tuomie; Braun, Olver, Hänelt; Labrie, Thomas, Dudas-Trainer: Serge Aubin

Endergebnis: Adler Mannheim–Eisbären Berlin 3:0 (0:0, 0:0, 3:0)

Tore

1:0-47:26-Wolf (Desjardins, Eisenschmid) –PP1

2:0 -51:08 -Bergmann(Reul, Akdag) –EQ

3:0 -59:31-Plachta(Wolf) –EN

Strafen: Adler Mannheim: 6(4, 2, 0)Minuten–Eisbären Berlin: 10(8,0,2)Minuten

Schiedsrichter: Aleksi Rantala, Lasse Kopitz (Patrick Laguzov, ChristofferHurtik)

Zuschauer:0

Die oberste Eishockeyliga will spielen

Während die DEL II bereits vier Spieltage absolviert hat, war die Entscheidung über den Beginn des Spielbetriebs in der höchstens lange Zeit offen. Eishockey nimmt in der Zuschauergunst nach dem Fußball den zweiten Platz ein. Genau dieser erwies sich in der Pandemie als Problem. Die Vereine der DEl decken ihren Etat zu 70 bis 75 Prozent aus den Käufen von Eintrittskarten und der Rest kommt von Sponsoren und dem Verkauf von TV-Rechten. Im Bundesligafußball ist fast genau umgekehrt.

Die Entscheidung ist gefallen. Die PENNYDEL startet am 17. Dezember 2020 mit allen 14 Clubs in die Saison 2020/2021. Einige Clubs waren zwischenzeitlich finanziell ins trudeln geraten. Es wurde erwogen, die Liga notfalls mit weniger Teilnehmer zu starten. DEL- Geschäftsführer Gernot Tripcke: „Das war ein hartes Stück Arbeit für alle Beteiligten und wahres Teamwork. Noch vor wenigen Wochen sah es nicht danach aus, dass es alle Clubs schaffen. Unser Ziel war immer, dass wir möglichst mit 14 Clubs starten wollen. Das ist uns gelungen. Von daher geht das Lob an alle, die dazu beigetragen haben, dass wir jetzt mit voller Stärke in die neue Saison starten können. Alle Fans können sich auf Non-Stop Eishockey freuen.“

Der Modus ist angepasst worden. Dabei werden die 14 Clubs in zwei Gruppen aufgeteilt. Die Eisbären spielen in der Gruppe Nord zusammen mit den Fischtown Pinguins Bremerhaven, Düsseldorfer EG, Kölner Haie, Iserlohn Roosters, Krefeld Pinguineund Grizzlys Wolfsburg. In der Gruppe Süd sind die Augsburger Panther, ERC Ingolstadt, Adler Mannheim, EHC Red Bull München,Nürnberg Ice Tigers, Straubing Tigers sowie die Schwenninger Wild Wings vertreten. In insgesamt 38 Partien pro Mannschaft (viermal gegen jeden Club der eigenen Gruppe sowie Hin-und Rückspiel gegen die Teams der anderen Gruppe) werden acht Playoff-Teilnehmer ermittelt. Die jeweils vier bestplatzierten Clubs jeder Gruppe tragen gruppenintern das Viertelfinale aus. Ab dem Halbfinale wird dann über Kreuz gespielt. SämtlichePlayoff-Partien werden im Best of 3 Modus ausgetragen.

Trotz der Reduzierung der Gesamtzahl der Spiele steht bis Anfang Mai 2021 ein straffes Programm auf dem Plan. Es wird fast an jedem Wochentag Eishockey gespielt werden. Ein Hauch von NHL wird durch Eishockey-Deutschland wehen.

Der finale Spielplan soll in nächster Zeit bekannt gegeben werden. Die Eisbären Berlin werden ihre Heimspiele auf jeden Fall in der MB-Arena am Ostbahnhof austragen. Die treuen Fans dürfen bis auf weiteres nur im TV zu sehen.

Hans-Peter Becker

Endlich wieder Eishockey in Berlin

Die Eisbären starteten mit einem sogenannten Geisterspiel in den Magenta Sportcup 2020. Hoffentlich ist das Turnier der Auftakt für die nach wie vor geplante DEL-Saison 2020/21.

Es war für den Reporter schon etwas merkwürdig, zum Welli zu fahren, der Parkplatz fast leer und weit und breit kein Eishockeyfan, der sich auf den selben Weg machte. Ein Glück, dass es während eines Eishockeyspiels üblich ist Musik einzuspielen. Auf dem Eis war alles wie immer.

Den besseren Start erwischten die Gäste vom Neckarursprung. Es waren gerade einmal 28 Sekunden gespielt, da durfte Eisbären-Goalie Mathias Niederberger bereits den Puck aus seinem Tor wischen. Getroffen hatte Ex-Eisbär Darin Olver, sein Bruder Mark spielte auf der anderen Seite. Auf dem Eis trafen sie auch direkt aufeinander. Eisbär Mark Olver als Center der 3. Eisbären-Sturmreihe und Bruder Darin in dieser Position in der 1. Sturmreihe der Gäste. Beide Teams boten eine 4. Sturmreihe auf, die nicht durchspielte. Nach dem ersten Drittel stand es 1:1 mit leichten Vorteilen für die Eisbären.

Wer gedacht hatte, dass der Mittelabschnitt eine Angelegenheit für die Eisbären werden könnte, sah sich getäuscht. Die Gäste nutzten zwei Überzahlmöglichkeiten und schraubten ihre Führung auf den Zwischenstand von 1:3. In der 24. Minute traf Andreas Thuresson und in der 28. Minute der Schwenninger Olver der seinen Treffer Nummer 2 in der Partie erzielte. Die Eisbären waren bemüht und mehr nicht. Selbst ein einminütiges 5 zu 3 Überzahlspiel konnten sie nicht zu einem Treffer nutzen.

Im Schlussabschnitt schwanden die Sekunden dahin und es bleib beim Bemühen der Eisbären. Läuferisch stark und taktisch diszipliniert hielten die Schwäne die Eisbären in Schach und sorgten mit zwei weiteren Toren für eine saftige Packung.

Mit dieser deutlichen Niederlage hatte im Lager der Eisbären wohl niemand gerechnet. Die besseren Voraussetzungen lagen auf Seiten der Eisbären, sie konnten auf mehr Spielpraxis zurückgreifen. Ob es am Freitag dem 13. lag ?

Der Kapitän der Eisbären Frank Hördler, konnte nach dem Spiel nur konstatieren: „Das war nicht ansatzweise das was wir zeigen wollten, dazu zwischendrin unseren Fokus verloren, das nicht zu knapp. Da sind viele Kleinigkeiten, die so ein Spiel drehen.“ Der einzige Torschütze für Eisbären, Neuzugang Parker Tuomie meinte: „Wir hatten nach dem schnellen Gegentor einen schlechten Start, haben es anschließend garnicht so schlecht gemacht und sind nach unserem Tor auf dem Gas geblieben, hatten unsere Chancen. Im weiteren Spiel haben wir uns zu sehr vom Gegner ablenken lassen und wenn du dein Spiel nicht weiter ziehst, nutzt das in dieser Liga jede Mannschaft aus. …Es hat insgesamt verdienter Weise nicht gereicht!!!

Das Spiel hat dem Trainer der Eisbären wichtige Hinweise gegeben. „Wir sind ein sehr junges Team und haben auf dem Eis Fehler gemacht…es war nur ein Spiel…aus den Fehlern müssen wir lernen.“

Am kommenden Donnerstag, 19. November geht es für die Eisbären in Mannheim mit dem 2. Spiel in der Vorrunden-Gruppe B weiter.

Hans-Peter Becker

Magenta Sport Cup 1. Spieltag Vorrunde Gruppe B

13.11.2020 Wellblechpalast Berlin

EHC Eisbären Berlin – Schwenninger Wild Wings 1:5 (1:1/0:2/0:2)

Tore

0:1 – 00:28 – D. Olver (Yeo) – EQ

1:1 – 07:36 – Tuomie (Noebels, Espeland) – EQ

1:2 – 23:33 – Thuresson (Bourke, Tyler Spink) – PP1

1:3 – 27:27 – D. Olver (Bassen, MacQueen) – PP1

1:4 – 56:33 – Thuresson (Tyson Spink, Tyler Spink) – EQ

1:5 – 57:42 – Robak (Yeo) – EQ

Strafen

Eisbären Berlin: 12 (2, 10, 0) Minuten

Schwenninger Wild Wings: 18 (4, 10, 4) Minuten

Schiedsrichter

Sirko Hunnius, Marc Iwert (Jonas Merten, Maksim Cepik)

Mannschaftaufstellung EHC Eisbären Berlin

Tor: Niederberger, Mathias; Ingham, Jacob

1.Reihe: Ramage, John; Müller, Jonas; Lapierre, Maxim; Noebels, Marcel; Tuomie, Parker

2.Reihe: Wissmann, Kai; Espeland, Stefan; Zengerle, Mark; Thomas, Akil; Reichel, Lukas

3.Reihe: McKiernan, Ryan; Gawanke, Leon; Olver, Mark; Streu, Sebastian; Labrie, Pierre-Cedric

4.Reihe: Hördler, Frank; Kinder, Nino; Dudas, Aidan; Hänelt, Haakon

Trainer: Serge Aubin

Schwenninger Wild Wings:
Eriksson; Cerveny – Yeo, Robak; Weber, Fischer; Huß, Kristensen; Brückner – MacQueen, Olver, Turnbull; Tyson Spink, Tyler Spink, Weiß; Bassen, Bourke, Thuresson, Cerny, Hadraschek, Pfaffengut – Trainer: Niklas Sundblad

Restrukturierung bei den Eisbären – der langjährige Pressesprecher muss gehen

Die Corona-Epedemie hinterlässt immer deutlicher ihre unangenehmen Spuren. Der Blick in die Wirtschaftsnachrichten verheißt nichts gutes. Dem Sport geht es schlecht. Wettkämpfe können nicht stattfinden und die Sponsoren haben nicht mehr soviel Geld übrig. Die Eisbären Berlin haben ihren langjährigen Pressesprecher Daniel Goldstein entlassen. „Ich bin noch etwas schockiert und leicht sprachlos“, sagte Goldstein dem in Berlin erscheinenden Tagesspiegel. „Nach über 20 Jahren Arbeit für meine Eisbären und über 30 Jahren Fansein werde ich sicher eine Weile brauchen, um das zu verdauen.“ Der Geschäftsführer der Eisbären Peter John Lee sprach gegenüber der derselben Zeitung von einer schweren Entscheidung „aber es sei eben im Rahmen der „Restrukturierungen alles nicht einfach“. Mein Gott, der Daniel sei so lange im Klub wie er, sagte Lee. Logisch, sei das bitter. „Aber so ist die Situation.“

Daniel Goldstein am 6.9.2013 zusammen mit der Tennisspielerin Sabine Lisicki Foto © Hans-Peter Becker

Seit 2007 war er der Verantwortliche für die Pressearbeit und davor arbeitet er als Assistent von Moritz Hillebrand, den er auf der Position des Pressesprechers ablöste. Jedes Jahr zum Saisonbeginn erhielt unsere Redaktion die Akkreditierungen. Wir sagen an dieser Stelle Danke für langjährige gute Zusammenarbeit.

Höhepunkt zur Eröffnung der Arena am Ostbahnhof 2008, nach dem Spiel der Eisbären gegen Tampa Bay Lightning, Pressekonferenz mit Olaf Koelzig Foto ©Hans-Peter Becker

Was hat das zu bedeuten ? Der Geldgeber der Eisbären, die Anschutz Entertainment AG hat den Rotstift angesetzt. Nicht nur der Profi-Sport auch die Unterhaltungsbranche ist schwer von der Pandemie betroffen. In die Kassen von Anschutz fließt weniger Geld. Die Eisbären machen Verluste und sind auf eine Patronatserklärung der Anschutz Entertainment AG angewiesen.

Wie geht es weiter mit dem Eisbären ? Die nächste Saison in der DEL soll im November starten. Das erste Spiel in der Hockey Champions League ist für den 6. Oktober 2020 vorgesehen. Für den Saisonstart werden Geisterspiele zumindest in Erwägung gezogen. Dem Sender Info-Radio gab Peter John Lee ein Interview: „Ja, wir können vielleicht ein bisschen besser überleben als andere Klubs. Es gibt immer ein oder zwei Mannschaften, die ein bisschen einen Vorteil haben. Aber ich glaube, das trifft uns alle.“

Hans-Peter Becker

Trotz Niederlage, wichtiger Punkt geholt

Dieser 49. Spieltag hätte eine Vorentscheidung im Kampf um den Tabellenplatz Vier bringen können. Die Eisbären hatten die Düsseldorfer EG zu Gast, das könnte, nach Lage der Dinge, eine Paarung des bevorstehenden Viertelfinales sein. Nur wer hat das erste Heimrecht ?

Zwei Drittel lang lieferten sich beide einen harten Kampf, ohne etwas auf die Anzeigetafel zu bringen. Die DEG stellte eindrucksvoll unter Beweis, das abwehrstärkste Team der Liga zu sein. Kein Team der Liga hat weniger Gegentore kassiert, es waren 105 in bisher 47 ausgetragenen Begegnungen der Hauptrunde, im Durchschnitt weniger als drei pro Spiel. Die Eisbären haben einen ähnlich guten Wert. Insofern verwundert es nicht, dass der erste Treffer der Partie erst in der 50. Minute fiel. Der Torschütze für Düsseldorf war ausgerechnet mit Charlie Jahnke ein gebürtiger Berliner und Ex-Eisbär. Unter Harold Kreis ist er in Düsseldorf zu einem gestandenen Eishockey-Profi gereift. In der laufenden Saison hat er im Schnitt zehn Minuten Eiszeit pro Spiel. Sein Treffer gegen die Eisbären war bereits sein viertes Saisontor. Der linke Außenstürmer kommt bei der DEG in der dritten Spielreihe zum Einsatz. Hier spielt mit Rihards Bukarts auch ein Ex-Eisbär, der die Vorlage gab.

Fotos © Stephan Wenske

Die Eisbären konnten in der regulären Spielzeit den Rückstand egalisieren. Mark Olver traf in Überzahl. In der Overtime hatten die Düsseldorfer das Glück auf ihrer Seite und erzielten durch Luke Adam den entscheidenden Treffer in der ausverkauften Arena am Ostbahnhof. Es wurde ein wichtiger Punkt erzielt und der angestrebte vierte Tabellenplatz verteidigt. Die Eisbären haben ein Spiel weniger als die Düsseldorfer absolviert und einen Vorsprung von vier Punkten. Den Düsseldorfern sitzen wiederum Bremerhaven und Ingolstadt auf den Plätzen sechs und sieben im Nacken.

DEL 49. Spieltag 28.02.2020 19:30 Uhr MB-Arena

EHC Eisbären Berlin – Düsseldorfer EG 1:2 OT (0:0/0:0/1:1/0:1)

Torfolge:

0:1 Jahnke 49:19 (Bukarts) 

1:1 Olver 54:12 (Lapierre,Reichel) PP

1:2 Adam 61:24 (Olimb,Jensen)

Strafminuten:

Berlin – 14

Düsseldorf – 14

Torschüsse:

Berlin – 29

Düsseldorf – 21

Zuschauer: 14.200 (ausverkauft)

Eisbären mit Arbeitssieg gegen Iserlohn

Die Hauptrunde nähert sich dem Ende, am unbeliebten Dienstag empfingen die Eisbären die Iserlohn Roosters. Der Spiel-Rhythmus Sonntag-Dienstag-Freitag-Sonntag hat bereits Playoff-Charakter. Die Playoffs sind den Eisbären nicht mehr zu nehmen, schön wäre es, der aktuelle Tabellenplatz Vier verteidigt werden. So war das Spiel gegen den Tabellenvorletzten eine Pflichtaufgabe, die es erfolgreich zu bewältigen galt. Die Iserlohner mit nur noch vagen Hoffnungen auf die Pre-Playoffs, machten den Eisbären das Leben schwer.

Die Führung für die Gäste, bereits in der 06. Minute, fiel aus dem Nichts. Den Ausgleich besorgte Marc Olver, da lief die 15. Minute im Spiel. Die Eisbären hatten ein deutliches Übergewicht, doch es dauerte bis zur 30. Minute, bevor sie das Spiel drehen konnten. Austin Ortega traf aus fast unmöglicher Position, er fand die Lücke zwischen Schulter. Die Weichen auf stellte Lucas Reichel noch im Mittelabschnitt, er traf im Powerplay für die Eisbären.

In der 52. Minute kam nochmals ein Hauch von Spannung auf. Den nie aufsteckenden Gästen gelang trotz eigener Unterzahl, erneut durch Michael Clarke der Anschluss-Treffer zum 2:3. Endgültig alles klar für diesen Dienstagabend machte Mark Olver mit einem Schuss ins verwaiste Tor der Iserlohn Roosters. Es war ein typischer Arbeitssieg der favorisierten Mannschaft. Eisbären-Trainer Serge Aubin schätzte das Spiel so ein: „Wir haben heute bestimmt nicht unser bestes Eishockey gezeigt, aber einen Weg gefunden das Spiel zu gewinnen.

Bemerkenswert war erneut die Effizienz der vierten Sturmreihe der Eisbären. Mark Olver traf doppelt und Andre Rankel steuerte einen Assist bei. In vielen Team ist die sogenannte vierte Reihe lediglich mit der Aufgabe betreut, vor allem der Parade-Reihe Luft zu verschaffen. Nicht so aktuell bei den Eisbären, die auf vier fast gleichwertige Sturmreihen setzen. Nach dem Spiel erklärte Nachwuchsmann Sebastian Streu, der zusammen mit Rankel und Olver diese Reihe bildet, dass er froh ist, sich jetzt mehr Eiszeit erkämpft zu haben. Außerdem hat sie kein Verbot, auch Tore zu erzielen. „Wir fühlen uns nicht wie die vierte Reihe“, so äußerte er sich nach dem Spiel. Seine Reihe hatte 16 Wechsel und er war knapp 11 Minuten auf dem Eis.

Die Eisbären haben jetzt ein hartes Auswärtsprogramm zu absolvieren. Bereits am Donnerstag, 20. Februar müssen sie Augsburg antreten und am darauffolgenden Sonntag wird in Nürnberg gespielt. Zwischen den Spielen werden die Eisbären nicht nach Berlin zurückkehren. Das nächste Heimspiel ist erst 28. Februar ausgetragen, gegen die Düsseldorfer EG, aktueller Tabellennachbar.

Hans-Peter Becker

DEL 46. Spieltag 18.02.2020 19:30 Uhr MB-Arena Berlin

EHC Eisbären Berlin – Iserlohn Roosters 4:3 (1:1/2:0/1:1)

Torfolge

0:1 Clarke 05:21 (Fleischer) EQ

1:1 Olver 14:04 (Kettemer, Rankel) EQ

2:1 Ortega 29:39 (Aubry, McKiernan) EQ

3:1 Reichel 36:52 (Ortega, Pförderl) PP1

3:2 Clarke 51:19 (Dimitriev, Baxmann) SH1

4:2 Olver 58:34 (Lapierre, McKiernan) empty net

Strafminuten:

Eisbären 10

Iserlohn 14

Zuschauer: 12.616

Eisbären holen zwei Punkte gegen die Adler Mannheim

Es war ein großer Sporttag in und für Berlin, in der Schmeling-Halle spielten die Handball-Füchse, in Mannheim in der SAP-Arena kämpften die BR Volleys um den Pokal im Volleyball und in der MB-Arena spielten zu mittäglicher Stunde die Eisbären um Punkte in einer Neuauflage des DEL-Klassikers gegen die Adler Mannheim. Der erste Bully fiel bereits um 13:15 Uhr, weil die Halle am Abend weiter gebraucht wurde um das Finale im Basketball-Pokal der Männer, Alba hatte Heimrecht gegen Bamberg auszutragen.

© Foto: Stephan Wenske

Das Hockeyspiel begann mit einer Panne, die Datei mit der Eisbärenhymne von den Puhdys war wohl beschädigt oder blieb die CD hängen, jedenfalls kamen nur die ersten Takte aus den Lautsprechern. Bevor es losging, gab es eine Gedenkminute für den am 13. Februar verstorbenen Hans „Hanne“ Frenzel. Ein bewegender Moment für den Hallensprecher Uwe Schumann, war doch Hanne Frenzel sein Vorgänger in dieser Funktion. „Als Spieler bestritt er 104 Partien für Dynamo und 61 für die DDR-Nationalmannschaft, für die er an drei Weltmeisterschaften teilnahm. Er gewann vier DDR-Meistertitel und war langjähriges Mitglied des Kampfgerichts der Eisbären, zudem zeitweise auch Stadionsprecher.“ Er wurde 91 Jahre alt. Die Eisbären-Fans schickten ein extra lautes Dynamo unter das Hallendach. Sie werden ihn nicht vergessen.

© Fotos: Stephan Wenske

Wenn die Adler auf die Eisbären treffen, ein el clasico in der DEL, ist immer Hochspannung angesagt. So hielt das Spiel, was die Namen im Vorfeld versprachen. Die Adler hatten einen ausverkauften Gästeblock mitgebracht. Ganze drei Blöcke im Oberrang waren mit Fans aus der Quadrate-Stadt gefüllt. Die Halle war ausverkauft und das Spiel erwies sich dieser Tatsache würdig. Nach den regulären Spielzeit stand es 3:3 und beide hatten sich den Punkt redlich erkämpft. Die Gäste gingen in Führung, die Eisbären glichen aus, wieder Rückstand und das Spiel gedreht. Nach zwei gespielten Dritteln stand es 3:2 für Eisbären. Im Schlussabschnitt mussten die Eisbären den Ausgleich hinnehmen. Das Spiel hatte Playoff-Charakter es ging rauf und runter, es gab Riesenrettungstaten von beiden Goalies, entschärfte Alleingänge und Pucks die vom Gehäuse abprallten. Beide wollten die drei Punkte. Es ging in die Overtime und da hatten die Eisbären das bessere Ende für sich. Austin Ortega traf zum zweiten Mal in diesem Spiel und sicherte für die Eisbären den Zusatzpunkt.

Das Spiel endete exakt um 15:31 Uhr und sofort begann der Umbau für das Finale im Basketball-Pokal.

Hans-Peter Becker

DEL 45. Spieltag 16.02.2020 13:15 Uhr MB-Arena Berlin

EHC Eisbären Berlin – Adler Mannheim 4:3 OT (1:1/2:1/0:1/1:0)

Torfolge

0:1 Rendulic 12:03 (Katic, Järvinen) PP1

1:1 Olver 13:13 (/)

1:2 Rendulic 23:56 (Hungerecker,Billins)

2:2 Labrie 27:16 (Wissmann,Lapierre)

3:2 Ortega 30:06 (Aubry,Hördler)

3:3 Plachta 50:41 (Lehtivuori,Stützle) PP1

4:3 Ortega 62:21 (Noebels,McKiernan) PP1

Strafminuten:

Berlin – 10

Mannheim – 8

Torschüsse:

Berlin – 40

Mannheim – 38

Zuschauer: 14.200 ausverkauft

Eisbären holen sich Platz vier zurück

Mit dem Beginn des letzten Drittels entschloss sich Ingolstadts Trainer Doug Shedden seinen Goalie Jochen Reimer vom Eis zu nehmen und durch Timo Pielmeier zu ersetzen. Er hatte bis dahin fünf Tore kassiert und insgesamt keinen guten Tag erwischt. Für beide stand einiges auf dem Spiel. Die Hauptrunde geht so mit Beginn des Monats Februar in die sogenannte Crunch-time. Eine Niederlage tut jetzt doppelt weh im Kampf um eine möglichst gute Ausgangsposition für die Playoffs. Verlieren war verboten, die Ingolstädter brauchen die Punkte für die direkte Qualifikation für das Viertelfinale, während die Eisbären den vierten Platz zurückerobern wollten. Mitbewerber Bremerhaven hatte zuvor Federn gelassen und nur einen Punkt geholt.

Für die Eisbären konnte das Spiel kaum besser beginnen. Nach nur 57 Sekunden, noch in der 1. Spielminute erzielte Maxim Lapierre das 1:0. Der Mittelstürmer agierte dabei wie ein Blueliner, ein Verteidiger, präzise und hart aus dem Rückraum schießen kann. Ihr erstes Powerplay nutzten die Gäste und glichen aus. Torschütze war Kristopher Foucault. Dem Spiel war die Bedeutung anzumerken. Die Strafbänke waren gut frequentiert.

© 2020 Fotos: Stephan Wenske

Die erneute Führung gelang den Eisbären durch ein Tor in Unterzahl. Wieder schlug Maxim Lapierre zu. Sein Schuss wurde nach vorn abgewehrt und Lapierre war erwischte den Nachschuss. Das Powerplay ist in dieser Saison nicht unbedingt eine Stärke der Eisbären. Die Erfolgsquote liegt nach 42 Spielen bei knapp 16 %, nur zwei Teams weisen einen noch schlechteren Wert auf. Ein wenig konnten sie ihren Durchschnitt aufbessern. Das 3:1 in der 17. Spielminute und das 4:1 in der 24. waren Powerplay Treffer. In die Torschützenliste trugen sich P.C. Labrie und Ryan McKiernan ein. Der Topscorer der Eisbären Marcel Noebels erhöhte auf 5:1 in der 33. Minute, eine knappe Minute später schlugen die Gäste zurück und verkürzten durch Brett Findlay. Die Führung war für die Eisbären trotzdem komfortabel.

In der 35. Minute kassierte Fabian Dietz eine Spieldauerdisziplinar-Strafe, ein hartes Urteil. Kurz vor der ersten Drittelpause lag Leo Pförderl blutend auf dem Eis. Das Spielgerät von Dustin Friesen hatte ihn getroffen. Er kam im Vergleich mit dem Vergehen von Fabian Dietz mit einer 2+2 Minutenstrafe glimpflich davon. Trotz einiger Nicklichkeiten brachten die Eisbären den Vorsprung über die Zeit. Ein Grund mit dafür war, dass Eisbären Goalie Justin Pogge wieder einen guten Tag hatte. Während sein Gegenüber Jochen Reimer nach 40 Minuten ausgewechselt wurde.

Den Schlusspunkt in diesem Spiel setzte Austin Ortega. Er schloss einen Alleingang zum 6:2 ab. Die Liga legt eine kleine Pause ein. Das nächste Heimspiel ist erst am 16. Februar gegen die Adler Mannheim. Das Spiel ist bereits ausverkauft. Die Partie gegen Ingolstadt wollten am späten Sonntagnachmittag 12.508 Zuschauer sehen. Mit diesem Erfolg verbessern sich die Eisbären wieder auf den 4. Tabellenplatz.

Hans-Peter Becker

Eisbären verlieren Spitzenspiel gegen Straubing

Der Vierte der Tabelle empfing den Dritten, bei dieser Konstellation kann von einem Spitzenspiel gesprochen werden. Sieben Punkte lagen vor dem Match zwischen den Straubingern und den Eisbären. Sie liebäugeln ein bisschen mit dem dritten Platz in der Endabrechnung der Hauptrunde. Je besser die Platzierung, desto mehr Heimrecht gibt es in den Playoffs.

Die Halle am Ostbahnhof war erneut ausverkauft. Die Zuschauer sahen ein packendes Spiel, „das hatte bereits Playoff-Charakter“, wie es Straubings Trainer Tom Pokel ausdrückte. Er durfte das Geschehen anschließend ganz entspannt kommentieren. Seine Mannschaft gewann verdient ein enges Spiel mit dem Fußballergebnis von 2:1.

© 2020 Fotos: Stephan Wenske

Die Eisbären erzielten das erste Tor im Spiel durch Leo Pförderl, dabei blieb es, trotz vieler Chancen. In der 40. Minute, kurz vor der letzten Drittelpause nutzten die Gäste aus Bayern ein Powerplay für den Ausgleich. Constantin Braun brummte auf der Strafbank und
Chasen Balisy netzte ein. Bis dahin gab es viele Chancen auf beiden Seiten. Entweder war es der Torhüter oder es fehlte das letzte Quäntchen Glück.

Im Schlussdrittel blieb das Visier offen, beide wollten den Sieg. Es dauerte bis zur 55. Minute, erst liessen die Eisbären eine Riesenmöglichkeit ungenutzt und im Gegenzug klingelte es.
Antoine Laganière war der Torschütze. Die Zeit reichte nicht mehr, um wenigstens einen Punkt zu retten. Durch die Niederlage ist der dritte Tabellenplatz in weite Ferne gerückt. In der Tabelle sind die Eisbären zwischenzeitlich auf Rang fünf abgerutscht. Am kommenden Sonntag, 2. Februar steht bereits das nächste Heimspiel an. Ab 17:00 Uhr heisst der Gegner dann ERC Ingolstädter Panther.

Hans-Peter Becker

Nur ein Punkt für die Eisbären

Am 38. Spieltag der Saison 2019/20 empfingen die Eisbären den ERC Ingolstadt. In der Tabelle trennten vor dem Spiel beide Mannschaften nur ein Punkt, allerdings haben die Ingolstädter ein Spiel mehr als die Eisbären absolviert. Abstand halten und somit den Platz Vier in der Tabelle verteidigen im ausverkauften Heimspiel war die klar umrissene Aufgabe für die Eisbären nach dem vorangegangenen Auswärtswochenende.

Da einige Stürmer nicht einsatzfähig waren, musste Constantin Braun als linker Flügelstürmer in der dritten Spielreihe ran. Wieder mit dabei war Mark Olver, während u.a. Sean Backman und Louis-Marc Aubry weiter fehlten. Den besseren Start erwischten die Gäste, die in der 7. Minute durch Brett Olson in Führung gingen. Sie nutzten einen Abwehrfehler der Eisbären, es war C. Braun, der den Puck vor dem eigenen Slot vertändelte. Die Eisbären waren um den Ausgleich bemüht und der gelang in der 19. Spielminute. Kapitän Andre Rankel, gab die Vorlage für Pierre-Cedric Labrie. Strafminuten gab es im Anfangsdrittel keine. Dafür begann das Mitteldrittel mit einer Überzahl für die Gäste und war erfolgreich. In der 23. Minute schlug es erneut im Eisbärentor ein, Michael Collins war der Torschütze, zuvor waren die Eisbären nah dran an einem shorthander. In Unterzahl waren sie aufgerückt und dann nicht schnell genug zurück in ihrer Verteidigungsformation. Anschließend ging es Schlag auf Schlag und die Eisbären drehten, sehr zur Freude ihrer Fans, das Spiel, es fiel der Ausgleich und zwischenzeitlich lagen die Hausherren mit 4:2 vorn. Das Drittel endete mit 4:3.

Fotos: © Stephan Wenske

Den knappen Vorsprung ins Ziel zu retten gelang den Eisbären nicht. Es fehlten nur knapp zwei Minuten. Die Ingolstädter nahmen während eines Überzahlspiels zusätzlich ihren Torwart vom Eis und belagerten mit sechs Feldspielern das Angriffsdrittel der Eisbären. Das Risiko zahlte sich aus. Wayne Simpson hämmerte den Puck nach 58 Minuten und 13 Sekunden unter die Latte. Mit 4:4 endete die reguläre Spielzeit. Die anschließende Overtime verstrich ohne ein Tor, dabei vergaben die Eisbären einen Penalty. Austin Ortega scheiterte an Jochen Reimer im Ingolstädter Tor.

Reimer war es auch, der anschließenden Penaltyschießen den Zusatzpunkt für die Gäste sicherte. Er meisterte die Penaltys von Marcel Noebels und James Sheppard. Sein Gegenüber im Tor der Eisbären Justin Pogge machte keine so gute Figur und konnte die Einschläge nicht verhindern. Für Ingolstadt trafen Tim Wohlgemuth und Christopher Foucault. Nach Punkten zogen die Ingolstädter mit den Eisbären gleich. Auf Grund des besseren Torverhältnisses verdrängten sie die Eisbären auf Tabellenplatz fünf.

Jetzt haben die Eisbären drei Auswärtsaufgaben in Folge vor der Brust. Am kommenden Sonntag, 19.01. müssen sie in Schwenningen ran. Als kleine Randnotiz: Eisbären Kapitän Andre Rankel absolvierte gegen Ingolstadt sein 850. Spiel für die Eisbären.

Hans-Peter Becker

DEL 38. Spieltag

Freitag, 17.01.2020 19:30 Uhr MB-Arena Berlin

EHC Eisbären – ERC Ingolstadt 4:5 n.P.

Zuschauer: 14.200 (ausverkauft)

Torfolge:

0:1 Olson 06:52 (Collins)

1:1 Labrie 18:16 (Rankel)

1:2 Collins 24:32 (Edwards) PP1

2:2 Ferraro 27:30 (Olver)

3:2 Ortega 31:52 (Noebels,Kettemer)

4:2 Noebels 34:51 (Sheppard,Ortega) PP1

4:3 Findlay 37:35 (Edwards,Sullivan)

4:4 Simpson 58:13 (Edwards,Foucault) PP1 6-4 empty

4:5 Wohlgemuth 65:00 PS

Strafminuten:

Berlin – 6

Ingolstadt – 10

Torschüsse: 

Berlin – 29

Ingolstadt – 30