Gleich zwei Bundesliga-Trainer vor dem Rauswurf ?

Dortmunds Ansprüche sind höher als die von Hertha BSC. Die Berliner wollten sich weiter verbessern. Pal Dardai wurde der nächste Schritt nicht mehr zugetraut. Ein neuer Trainer sollte neue Impulse setzen. Bis jetzt ging das nach hinten los. Da darf man ruhig mal nach der Qualität im Team fragen. Und ich frage mich, warum wohl schaue ich garantiert in den nächsten Tagen nach den sportlichen Eilmeldungen schneller als sonst und mit gemischten Gefühlen.

Bekommt Ante Covic überhaupt noch das Spiel gegen Dortmund oder ist er schon früher weg? Fünf sieglose Spiele, Hertha ist im Abstiegskampf. Martin Schmidt in Augsburg lehrte seinem Team eine ganz andere Körpersprache. Wie kann ein weiter entfernter Freistoß in der 17. Minute in flankenähnlicher Form ohne jegliche Berührung eines Abwehrspielers ins Tor gehen?

Das war der Anfang vom Ende bei der 1:4 Blamage. Rune Jarstein trug mit seinem fatalen und folgenschweren Patzer in der 26. Minute wesentlich dazu bei. Er ist der erste Torwart in Herthas Bundesliga-Geschichte, der mit Rot vom Platz flog. Der Ersatz-Keeper Dennis Smarsch war an den nächsten beiden Toren in seinem ersten Bundesliga-Einsatz eben nur Ersatz beim peinlichen Untergang.

Ante Covic Foto: Christian Zschiedrich

„Wir haben die Schnauze voll“ klang es von den mitgereisten Hertha-Fans. Michael Preetz, noch ein Fürsprecher von Ante Covic in der Mitglieder-Versammlung, stellte sich in Augsburg nicht der Presse.

Im TV wurde gewitzelt, Berlin behalte ja zumindest einen Bundesliga-Club. Der, der die Hertha überholte, ist wohl nicht gemeint. Außerdem wird spekuliert, ob Jürgen Klinsmann gar als Trainer kommt. Weil Hertha gegen Augsburg lange Zeit in Unterzahl spielen musste, sei darauf hingewiesen, dass es auch anders geht, Mainz siegte mit Neutrainer Beierlorzer in Hoffenheimer mit 5:1.

Hertha steht jetzt zusammen mit Bremen und Düsseldorf – nur 11 Punkte, auf dem Relegationsplatz und das Torverhältnis entspricht nicht gerade dem eines Spitzenteams.

L. Favre Foto: C. Zschiedrich

Kommen wir zu Dortmund und Lucien Favre. BVB-Boss Hans-Joachim Watzke auf der Jahreshauptversammlung: „Lucien, du hast weiter unser Vertrauen (Beifall), aber am Ende ist Fußball immer ergebnisorientiert“. Die Ergebnisse jedoch stimmen bei Beiden bisher nicht ! Am 13. Spieltag treffen sie im Olympiastadion aufeinander. Wer kann sich mit einem Sieg etwas Luft verschaffen oder wird es ein Unentschieden ? Allerdings ist beim Blick auf die Tabelle das Dortmunder Problem eher eines aus der Luxuskategorie.  

Beweisen Watzkes Worte Vertrauen? Wohl mehr eine letzte Chance und das trotz einer insgesamt besseren Siegquote im Vergleich zum in Dortmund hochverehrten Jürgen Klopp. Wenn wir schon im Trainergeschäft am vergleichen sind – Hansi Flick der neue Chef bei den Bayern München blieb auch gegen Düsseldorf weiter auf der Erfolgsspur.

Christian Zschiedrich

Was tut sich bei Hertha im Fall Alexander Esswein?

Im Sommer 2016 holte Hertha Esswein vom FC Augsburg. Das in der Überzeugung, dass der schnelle und torgefährliche Spieler, der für Augsburg mit seinen Toren und Torvorlagen sogar Spiele entschied, eine Fortsetzung in Berlin finden möge. In zweieinhalb Jahren kam er zu 45 Einsätze in der Bundesliga. Verständlicherweise waren vier Tore Hertha BSC zu wenig. Daraufhin wurde Esswein an den VfB Stuttgart ausgeliehen. Es lang danach aus, als würde das Leihgeschäft in eine feste Anstellung münden. Hertha rechnete sich 2 Millionen Ablöse für Esswein aus. Doch Stuttgart stieg ab. Esswein kehrte zwangsläufig, wie es schien nur geduldet und ohne Erwartungen, nach Berlin zurück.

Nicht nur im Trainingslager in Stegersbach überraschte Esswein, sondern insgesamt in der Vorbereitung als schneller Mann für exzellenten Konterfußball, viel Laufbereitschaft und dazu mit erstaunlich großem Aktionsradius und dazu scheint er wieder zu wissen, wo das Tor steht. Er trifft wieder, so wie es sich für einen guten Offensivspieler gehört.

Angeblich muss ihm der Trainerwechsel von Dardai zu Covic beflügelt und gut getan haben. Was das doch in der Tat ausmachen kann. Bei Dardai stand er in der gesamten Hinrunde nur einmal im Kader, ohne Einsatz. Zwei Pflichtspiele hat Hertha in dieser Saison absolviert. Esswein durfte in beiden auflaufen. Im DFB-Pokal in Eichstätt kam er zur zweiten Halbzeit, bereitete ein Tor vor und traf selbst zum 5:1. Ante Covic wechselte ihn dann gegen Bayern München als ersten Spieler, vor Davie Selke, ein. Wenn das nicht als Vertrauen und ein gutes Signal zu werten ist. Trainer Ante Covic schaut nicht auf Vergangenes zurück, sondern nach vorn und auf das, was er in den Trainingseinheiten und Vorbereitungsspielen sah.

Am 2. September schließt in Deutschland erst die Transferperiode. Sollte nun noch ein Angebot für Alexander Esswein kommen, wie verhält sich Hertha BSC? Man darf gespannt sein.  

Christian Zschiedrich  

Rückblickend Denkanstöße Hertha BSC

Friedhelm Funkel löste Lucien Favre ab und konnte den Abstieg von Hertha BSC nicht verhindern. Präsident Werner Gegenbauer verband sein Schicksal mit dem des Sportdirektors Michael Preetz. Trotz zweier Abstiege blieb Michael Preetz bis heute in Amt und Würden. Konstatieren wir ihm, er hat dazugelernt und mit Pal Dardai einen Glücksgriff gelandet. In anderen Vereinen war zu Zeiten des Pal Dardai der Verschleiß an Trainern sehr hoch und in der Regel keinesfalls von Erfolg gekrönt. Das blieb Hertha im wortwörtlichen Sinne erspart. Als Hertha meinte, der Trainerwechsel sei nun wieder angebracht, fiel die Wahl auf Ante Covic, so jedenfalls ist meine Meinung, in Ordnung. Schade, dass Co-Trainer Rainer Widmayer von Berlin nach Stuttgart geht. Er hat sicherlich nicht damit gerechnet, nun in der zweiten Liga arbeiten zu müssen. Die Reihenfolge der Schnappschüsse ist rückblickend bewusst so ohne Geschwafel getroffen worden. Mein Lieblingsspruch lautete schon immer: Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. https://youtu.be/r3wenkGhLMs

Christian Zschiedrich

Ante Covic wird neuer Cheftrainer von Hertha BSC

Der Ex-Profi und aktuelle Coach der U23 übernimmt ab dem 1. Juli 2019 den Posten von Pál Dárdai.

Die Entscheidung ist gefallen: Ante Covic wird ab der kommenden Saison neuer Trainer von Hertha BSC und tritt damit die Nachfolge von Pál Dárdai an, der nach dem letzten Spieltag das Amt des Hauptstadtclubs nach viereinhalb Jahren abgibt. „Für mich als gebürtigen Berliner, der für Hertha BSC gespielt hat und seit Jahren für diesen Club als Trainer tätig ist, geht ein Kindheitstraum in Erfüllung. Hertha BSC ist für mich nie ein gewöhnlicher Arbeitgeber gewesen. Hertha BSC ist meine Passion und meine große Leidenschaft“, freute sich Covic. Der aktuelle Trainer der U23 skizzierte seine Pläne für die bevorstehende Aufgabe: „Diese Leidenschaft und Emotionalität will ich auch der Mannschaft vermitteln. Das geht allerdings nur gemeinsam. Ich bin ein Teamplayer, der sehr nahbar ist, und ich lege Wert auf harte Arbeit. Nur so kannst du Begeisterung schüren und dich kontinuierlich weiter entwickeln. Ich habe die Hertha-Fans als Spieler erleben dürfen und freue mich jetzt sehr darauf, sie als Trainer wieder zu spüren. Meine Vorfreude auf die kommende Aufgabe könnte größer nicht sein.“

Michael Preetz ist froh, den Spekulationen rund um die Trainer-Position jetzt ein Ende setzen zu können. „Nach intensiver Prüfung verschiedenster Kandidaten haben wir uns erneut für ein Trainer-Eigengewächs entschieden. Ante besitzt unbestrittene fachliche Kompetenz und verkörpert große Hertha-Leidenschaft. Wir sind uns sicher, dass er mit seinem Feuer und seiner Begeisterung auch die Mannschaft anstecken wird“, erklärte der Geschäftsführer Sport am Sonntag (12.05.19). „Wir hatten von Anfang an gesagt, dass wir einen Trainer wollen, der die Hertha-DNA behütet. Ante Covic versteht diese DNA mehr als jeder andere Kandidat. Er kennt gerade unsere jungen Spieler, hat sie geformt, gefördert, aufgebaut und vorbereitet auf das Profi-Geschäft. Nun wird er diese Jungs in der Bundesliga etablieren und zu gestandenen Profis formen“, gewährt der 51-Jährige am Sonntag (12.05.19) Einblicke in seine Entscheidungsfindung.

Dickhaut wird Co-Trainer .

Preetz‘ Dank gilt aber auch dem scheidenden Chefcoach. „Ante folgt auf Pál Dárdai, dem ich an dieser Stelle ausdrücklich für seine Verdienste als Chef-Trainer in den letzten viereinhalb Jahren danken möchte. Wir bei Hertha BSC sind sehr stolz darauf, nicht nur gute Spieler, sondern auch gute Trainer auszubilden.“ Als Co-Trainer wird Mirko Dickhaut, der als Aktiver 268 Bundesliga- und Zweitligaspiele für Frankfurt und Bochum bestritt, an die Spree wechseln. Dickhaut und Covic spielten Anfang des Jahrtausends zusammen in Bochum und machten 2013 gemeinsam ihren Fußballlehrer. Torwarttrainer Zsolt Petry sowie die Atheltiktrainer Henrik Kuchno und Hendrik Vieth bleiben weiterhin feste Mitglieder des Trainerteams.

Blau-weisses Blut – das trägt Ante Covic zweifelsohne in sich. Von 1996 bis 2000 wirbelte der gebürtige Berliner nach Stationen bei Hajduk Split in seiner kroatischen Heimat sowie in Stuttgart und Nürnberg ein erstes Mal als Jungprofi im Mittelfeld der Herthaner. 2003 kehrte der Rechtsfuß noch einmal zum Hauptstadtclub zurück und schnürte seine Fußballschuhe bis 2010 für die U23. Insgesamt verzeichnete er 247 Pflichtspieleinsätze für die Profis und die höchste Ausbildungsmannschaft der ‚Alten Dame‘, in denen er 43 Mal traf und elf Tore auflegte. Seine Karriere als Coach startete Covic 2010 in der Hertha BSC Fußball-Akademie, ehe er in der Saison 2011/12 als Co-Trainer unter Otto Rehhagel arbeitete. Im November 2013 übernahm der 43-Jährige dann den Posten als Hauptverantwortlicher bei der U23, mit der er einen Spieltag vor Schluss Tabellenvierter in der Regionalliga ist. Insgesamt stand er in 180 Pflichtspielen an der Seitenlinie und bereitete Spieler wie Maximilian Mittelstädt, Jordan Torunarigha oder Arne Maier auf den Profibereich vor. Zum Trainingsauftakt am 1. Juli stellt Hertha BSC seinen neuen Cheftrainer offiziell vor.

Quelle: Hertha BSC Marcus Jung

Berliner Profifußball im Wachkoma!

Die Überschrift habe ich aus einem tweet des geschätzten Kollegen Andreas Lorenz übernommen. Die Bilanz der beiden Berliner Proficlubs ist seit den letzten Wochen äußerst mau. In den letzten fünf Spieltagen brachten es Hertha und Union bei zehn Spielen auf null Siege, vier Unentschieden, sechs Niederlagen. Das sind vier von dreißig Punkten bei 8:20 Toren! und um weiter den oben genannten Kollegen zu zitieren: „Kämpfen, Jungs – der BER steht geschlossen hinter euch!“

Herthas Saison wird wahrscheinlich ein bisschen oder etwas mehr hinter den Erwartungen zurück bleiben. Der Klassenerhalt ist nach der Niederlage des VfB Stuttgart sicher und im positiven Fall ist ein einstelliger Tabellenplatz noch möglich. Das Spiel gegen Hannover am Ostersonntag vor über 38.000 Zuschauern – immerhin – war arm an spielerischer Klasse. War irgendwie egal, in der nächsten Saison werden beide höchstens im Pokal oder im Rahmen eines Spiels in Freundschaft aufeinandertreffen können oder es geschieht ein Wunder und Hannover schafft die Relegation.

Hertha sucht einen neuen Trainer und der 1. FC Union weiter die Form um endlich aufzusteigen. Am kommenden Sonntag, 28. April steht das wohl wichtigste Spiel der jüngeren Vereinsgeschichte an. Ein Sieg gegen HSV würde die „Pfanne nochmals heiß machen“. Die Eisernen sind inzwischen die aktuell „dienstälteste“ Mannschaft der 2. Bundesliga. Seit 10 Jahren halten sie diese Spielklasse, wäre mal Zeit für was neues. Ob es in diesem Jahr reicht ?

Das Thema Pal Dardai ist einen Beitrag zuvor ausführlich besprochen worden. Er hat dem Verein, ohne sich Anzubiedern, wieder ein Gesicht geben durch seine sympathische Art und er ist der erfolgreichste Trainer in der Ära des Sportdirektors Michael Preetz. Das beide grundverschiedene Typen sind, hat sich anfangs als förderlich erwiesen. In letzter Zeit gab es Meinungsverschiedenheiten, die wohl bis zum Zerwürfnis führten. Viele kleine Dinge die es nicht mehr möglich machten, um weiter zusammen zu arbeiten. Am Schluss könnte es Pal Dardai vielleicht recht gewesen sein, wieder auf seinen Arbeitsplatz im Nachwuchs zurückkehren zu können. Zwei Beispiele mögen das verdeutlichen, bei der Besetzung des Co. Trainer Postens, Rainer Widmayer geht nach Stuttgart, wollte Dardai wohl etwas anderes als Preetz und es gab die Vorkommnisse um Paul Keuter.

Mit diesem Kader wäre, mit weniger Verletzungspech und viel Glück, ähnliches zu schaffen gewesen wie aktuell in Frankfurt. Jetzt muss es ein Anderer richten und Hertha ist bei der Trainersuche mehr Glück zu wünschen, als bei den Bemühungen nach dem Baugrund für das neue Stadion. Ein Kandidat hat das Angebot gerade ausgeschlagen.

Hans-Peter Becker

Der Trainer ist immer der Gelackmeierte – siehe Hertha

Der Zusammenhalt in einem Verein ist stets gefragt, in besten wie in schlechten Zeiten. So wird es von oben verkündet. Bekanntlich ist der Trainer das schwächste Glied. Deshalb wird er so oft ausgewechselt. Was zählen dabei etwa Verdienste und Erfolge in der Vergangenheit? Die Hoffnung auf Erneuerung ist schwerwiegender. Das geht in der Regel sogar von der Fangemeinde aus. Nicht so bei Hertha. Sprechchöre und Transparente bekunden: „Pal Dardai ist einer von uns“! Ja, die Hertha-Fans sind einfach große Klasse. Natürlich standen fünf Niederlagen in Folge zu Buche. Die wurden dem Trainer angelastet und die Presse brauchte spektakulären Stoff. Die Ursachen etwas tiefer zu recherchieren, dafür gab es überhaupt keinen Anlass ? Weiter nach oben zu kommen, dazu konnten die Ergebnisse nicht beitragen und nach unten besteht zum Glück keine Gefahr, in die Bredouille zu kommen. Frühzeitig konnten die Planungen für die nächste Saison bei den Verantwortlichen beginnen. Wer eigentlich ist so alles verantwortlich?

Ich erinnere mich an eine Mitgliederversammlung von Hertha BSC, in der es auch darum ging, Michael Preetz – nach zwei Abstiegen – nicht etwa in die Wüste zu schicken, ihn aber als verantwortlichen Sportdirektor seines Amtes zu entheben. Da stellte sich Präsident Werner Gegenbauer vor Michael Preetz „nicht mit mir“! Er verband sein Schicksal mit dem von Michael Preetz. Eine Alternative für Werner Gegenbauer stand nicht im Raum. Also durfte der Sportdirektor in seinem Amt weitermachen, bis heute! Ich behaupte, dass Hertha nicht zum dritten Mal unter Preetz abgestiegen ist, verdankt der Club Pal Dardai.

Auch wenn er ein Jahr lang seine Bezüge weiter erhalten sollte, ich hätte mir gewünscht, dass Michael Preetz und Werner Gegenbauer aufgestanden wären und dem Trainer Rückendeckung gegeben hätte – erneut: „Nicht mit mir“. Die Enttäuschung ist riesengroß, nicht nur bei den treuesten Anhängern. Der Weg des geringsten Widerstandes meinte die Vereinsführung wohl, ist im vermeintlich schwächsten Glied zu suchen. Bleibt die Hoffnung, dass es tiefere Beweggründe verdeckt werden und dass ein neuer Besen gut kehrt.

Christian Zschiedrich

Fußball kann so schön und begeisternd sein

Endlich, endlich ergab sich Hertha nicht im eigenen Stadion, drehte vor 33.981 Zuschauern gegen Mainz den 0:1-Rückstand durch Eigentor von Niklas Stark (46.) zum ersten Heimsieg. Grujic 1:1 (50.) und Stark (60.) markierten die Treffer Zwei und Drei. Allerdings war die erste Halbzeit zum Davonlaufen und Wegschauen. Der wütende Pal Dardai brachte in der Halbzeit die Kabine zum Beben. So erlebt man den Ungarn zwar selten, aber, er kann auch mehr als laut sein.  

Hertha hat nach 24 Spielen 35 Punkte geholt, Platz Acht. Einen Punkt besser als Hoffenheim und einen weiteren vor Bremen. Es ist ein Platz im Mittelfeld der Tabelle. Hertha ist jenseits von Gut und Böse. Fragt sich, wie die weitere Entwicklung aussieht und was in Zukunft sein wird. Positiv, dass sehr früh die Planungen für die kommende Saison erfolgen können.

Apropos Zukunft. An die muss man zwangsläufig beim 1. FC Union denken. Die Eisernen, vor 30 Jahren in der DDR-Oberliga, mausern sich nach so langer Zeit als ernstzunehmender Aufstiegskandidat in die Eliteliga. Sie belegen nach dem 2:0-Sieg in Kiel Platz Zwei. Der HSV, momentan Dritter, komplettiert erst am Montag, 4. März mit dem Heimspiel gegen Greuther Fürth den 24. Spieltag.

Kommendes Wochenende steht das Hamburger Derby beim FC St. Pauli an. Union empfängt bereits am Freitag, 8. März den Tabellenvorletzten Ingolstadt mit Ex-Trainer Jens Keller. Man darf gespannt sein, ob Union sich gegen Mannschaften behaupten kann, denen das Wasser bis zum Hals steht. Bleibt nachzutragen, dass Hertha am Samstag, 9. März nach Freiburg muss. Trainer Christian Streich verlängerte seinen Vertrag beim aktuellen Tabellendreizehnten bis 2020.  

Christian Zschiedrich

Berliner Siege im Profifußball und Herthino an der Alten Försterei

Beim 1. FC Union wird die Pfanne immer heisser. Der Sieg am Freitagabend des 24. Spieltages in Kiel könnte ein Meilenstein bedeuten, vorübergehend Platz zwei in der Tabelle, der HSV könnte im Falle eines Sieges wieder vorbeiziehen. Ein verdienter Erfolg bei einem Mitbewerber, wenn auch Kiels Trainer emotional Probleme hatte die Niederlage zu akzeptieren und beim TV-Interview vergessen hatte sein Gehirn einzuschalten.

Der Sieg der Eisernen war verdient, sie hatten die bessere Tagesform. Der nächste Gegner wird am kommenden Freitag, 8. März – in Berlin ein Feiertag – die von Jens Keller trainierten Ingolstädter. Die brauchen dringend Punkte für den Klassenerhalt.

Einen Tag später machte es Hertha eine Klasse höher den Eisernen nach und siegte im Heimspiel gegen Mainz. In der ersten Halbzeit lief es garnicht, offensichtlich hat die Kabinenpredigt von Pal Dardai seine Wirkung getan. Hertha traf drei Mal, glücklicherweise nur einmal in das eigene Tor. Die selbstgemachte Führung durch ein Missgeschick von Niklas Stark, war die Initialzündung. Zunächst sorgte MarkoGrujic für den Ausgleich und der Eigentorschütze besorgte den Siegtreffer. So hatte das sehenswerte Eigentor von Niklas Stark ausser dem Spot der Mannschaftkameraden keine negativen Auswirkungen.

Das wäre doch was, mal wieder ein Derby zwischen Rot und Blau in Berlin. Es wäre ein Novum in der Bundesliga. Nach Hamburg und München, wäre Berlin die dritte Stadt mit zwei Vereinen die gleichzeitig in der ersten Liga gespielt haben. Am 28. Februar veröffentlichte die Medienabteilung von Hertha BSC ein Video, wo das Maskottchen Herthino vor dem Stadion in Köpenick zu sehen ist. Verbunden mit den allerbesten Wünschen für den Aufstiegskampf. „Wir freuen uns auf Euch.“

Beim 1. FC Union mag man sich gewundert haben, das Video endet mit dem Siegtreffer – ein Freistoß von Ronny – beim letzten Zweitliga-Derby in der Alten Försterei. Mal sehen ob sich die Eisernen mit einem Video revanchieren werden, verbunden mit den aller Wünschen im Kampf um die internationalen Plätze.

Hans-Peter Becker

Hertha BSC bindet Per Skjelbred

© Foto: herthabsc/citypress

Hertha BSC kann auch in Zukunft auf die Dienste von Per Skjelbred bauen. Michael Preetz und der Mittelfeldspieler einigten sich darauf, das Arbeitspapier des 31-Jährigen über den Sommer hinaus auszudehnen. „Per ist ein absolutes Vorbild an Professionalität, Ehrgeiz und Fleiß. Er spielt inzwischen seit über fünf Jahren für Hertha BSC und hat sich seitdem immer in den Dienst der Mannschaft gestellt. Er ist auf und neben dem Platz ein wichtiger Baustein, deswegen sind wir froh, dass er uns noch länger erhalten bleibt“, kommentierte Michael Preetz die Unterschrift von Herthas Nummer 3 am Dienstag (22.01.19). „Ich habe nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass ich gerne bei Hertha und in Berlin bleiben möchte. Meine Familie und ich fühlen uns hier nach alle den Jahren einfach wohl. Ich freue mich, dass ich weiter auf hohem Niveau in der Bundesliga spielen kann. Wir haben eine junge, talentierte Mannschaft, mit der ich noch einiges erreichen möchte“, sagte der ehemalige Kapitän der norwegischen Nationalmannschaft. „Per hat ein großes Fußballherz. Jeder Spieler kann von ihm etwas lernen. In meiner Amtszeit gehört er zu den Akteuren, die die meiste Einsatzzeit bekommen haben“, zeigte sich auch Trainer Pál Dárdai mit dieser Personalie zufrieden.

Skjelbred schloss sich den Blau-Weißen 2013 zunächst als Leihgabe vom Hamburger SV an. Eine Saison später wechselte der lauf- und zweikampfstarke Antreiber, der mit Rosenborg Trondheim viermal Meister in seiner Heimat wurde und Champions League spielte, fest an die Spree. Dort knüpfte er an die starken Leistungen seiner ersten Saison an und entwickelte sich Schritt für Schritt zur festen Größe bei den Herthanern. Insgesamt bestritt er 162 Pflichtspiele für die Hauptstädter, in denen er zwei Tore schoss und zwölf vorlegte. Für Norwegen lief Skjelbred in 43 Länderspiele als unumstrittener Stamm- und Führungsspieler auf.

Quelle: Hertha BSC / Marcus Jung

Persönliche Grüsse an unsere Leser

Christian Zschiedrich Foto: Hans-Peter Becker

Die Mecklenburgische Seenplatte gehört einfach zu Deutschlands Naturschönheiten. Allerdings läd die Jahreszeit nicht unbedingt zum Baden ein. Das kostete ich intensiv als Jugendlicher mit 18 Jahren aus. Von Grünau Schmöckwitz aus paddelte ich der Spree entlang nach Mitte durch die Schleusen nach Spandau in die Havel. Dann die Havel hoch bis zum Plauer See und schließlich bis zur Müritz. Die Gegend, wo ich jetzt zur Reha bin, kenne ich also mehr vom Wasser her. Die nach der Wende neu gebaute und 1994 eröffnete Klinik Plau am See ist modern eingerichtet und medizinisch auf dem neuesten Stand. Man kann sich, die Gesundheit stets im Visier, sehr wohlfühlen. Ich rase von Anwendung zu Anwendung, versuche, etwas abzuschalten.

Kann man das als engagierter Sportjournalist überhaupt? Zu Zeiten von TV Sport in Berlin konnte ich nach meinen vielen Operationen das in Berlin nicht. Erinnere mich, dass Sebastian Bruch mit der Kamera in die Klinik kam und ich vom Krankenbett aus meine Berichte und Kommentare sprach. Das muss ich zum Glück nicht mehr. Hans-Peter Becker und Frank Toebs legen sich ordentlich ins Zeug, um unser Internetportal weiterhin aktuell zu gestalten. Und ich habe mir einen Internetzugang in einem diesbezüglich vernachlässigten Gebiet verschafft.

Heute bringe ich meine Gedanken – Hertha BSC und dem 1.FC Union betreffend – zu Papier. Bald rollt in der Bundesliga der Ball wieder. Die Aussichten für beide Berliner Clubs sind ja gar nicht unübel. Ach wäre das wunderbar, hätte Berlin in der nächsten Saison zwei Bundesligaclubs in der Eliteliga. Und wenn Hertha BSC wieder im Internationalen Geschäft mitmischen könnte, das wäre für unsere Hauptstadt sehr zu begrüßen.

RB Leipzig brauchte letzte Saison 53 Punkte für die Europa League. Hertha hat derzeit 24 Zähler. Pal Dardai wäre in der Rückrunde ebenso mit 24 Punkten zufrieden. Die dann 48 Punkte werden vermutlich in der Endabrechnung nicht reichen. Aber, warum nicht einmal anders als gewohnt die Rückrunde bestreiten. Die Spieler wissen angeblich, worum es geht. Am 20. Januar ist Rückrundenstart in Nürnberg. Außerdem wird das Pokalspiel gegen die Bayern in einem vollen Stadion zum Saisonhöhepunkt.

Der 1. FC Union könnte den Aufstieg schaffen. Ja, die Eisernen gehen mit Aufstiegschancen ins Jahr 2019. Bis zum 18. Spieltag blieben sie ungeschlagen. Ausgerechnet in Aue riss die Erfolgsserie. Sieben Siege, eben diese einzige Niederlage und zehn (10) Unentschieden bescheren 31 Punkte, Tabellenplatz vier. Die unverhältnismäßig vielen Unentschieden sind gleichzeitig der Grund für nur 15 Gegentore. Der Verein vollbrachte den größten Umbruch seit dem Abschied von Trainer Uwe Neuhaus.

Trainer Urs Fischer gelang der Erfolg mit neun Neuzugängen und zwei Rückkehrern, von denen oft fünf bis sieben Neuzugänge in der Startelf standen. Voll eingeschlagen haben Torwart Rafal Gikiewicz aus Freiburg und die beiden aus Hannover kommenden Innenverteidiger Florian Hübner und auf der Sechserposition Manuel Schmiedebach (aus dem Nachwuchs von Hertha BSC). Die Defensive wurde beachtlich stabilisiert, wurde beste Abwehr der Liga. Der Ex-Lauterer Sebastian Andersson macht mit sechs Toren im Sturm auf sich aufmerksam.

Am Donnerstag, 31. Januar, 20.30 Uhr kommt zum Start nach der Winterpause der 1. FC Köln, ein Publikumsmagnet in die Alte Försterei. Der geschilderten Konstellation wegen hat die Partie diesmal besondere Anziehungskraft und Bedeutung. Bis dahin dürfte auch ich wieder auf den Damm sein. Euch sendet beste Grüße

Christian Zschiedrich