Bescheidene Aussichten für Hertha BSC

Sind wir realistisch, auch ohne Corona-Infizierung und Quarantäne wäre es schwer genug, dem Abstieg zu entrinnen. Jetzt hoffen wir, dass sich die Vor- und Nachteile etwa die Waage halten und Hertha in der Bundesliga verbleiben kann.

Zur Pandemie kommen nun auch noch Spaltungs-Absichten und Pläne des Kapitals in Sachen Super League hinzu. Das geht auf Mark und Knochen des geliebten Fußballsports, der sich von vielen und mir prophezeit, selbst kaputt macht. So mit ungehörten Warnungen seit Jahren, was in Sachen Geld-Sucht geschieht, von Menschen, die den Sport in erster Linie vor Augen haben. Was regte sich mein Schwiegervater und der im Handballsport in Berlin bekannte Erich Richter auf. Ihre Stimmen verhallten, mittlerweile liegen sie schon längst unter der Erde. Ich sah mich für meine 25-jährige Lokalsportsendung TV SPORT IN BERLIN ständig mit nicht gewährten Senderechten problematisiert.

Zurück zu Hertha, in Abwägung der angesprochenen Vor- und Nachteile nenne ich zuerst ein paar Vorteile: Die hat garantiert eine hungrige, ausgeruhte, verletzungsfreie Mannschaft. Zwei Wochen richtig genutzte Pause, können Kräfte mobilisieren und frei machen. Wer allerdings zur absoluten Ruhe gezwungen ist, beginnt erfahrungsgemäß bereits nach zwei Wochen bei null. Fahrradergometer und Laufband im Wohn- oder Schlafzimmer helfen, ersetzen keineswegs das Fußball-Training.

Christian Zschiedrich kommentiert Foto: Hans-Peter Becker

Wenn kein Mannschaftstraining erfolgen kann, dann sind wir bei entscheidenden Nachteilen angekommen. Hertha steht aktuell auf Platz 16, dem Relegationsplatz und wird wahrscheinlich auf Platz 17, einem direkten Abstiegsplatz ins Geschehen eingreifen können. Arne Friedrich überlegt, ob wechselweise mit zwei verschiedenen Mannschaften gespielt werden soll. Das wäre meiner Meinung nach zu risikoreich. Das kann man in Test- und Freundschaftsspielen nicht aber in Punktspielen machen. Vom „blinden Verstehen“ hat Arne Friedrich bestimmt selbst Erfahrungen sammeln können.

Bereits vor der Quarantäne war ich bereits in Bezug des Ausgangs des Aufeinandertreffens mit Mainz 05 der Ansicht, die kämpferische Komponente wird aufseiten der Mainzer liegen. Wie ist es mit Köln und den Mitkonkurrenten? Interessant und spannend, was Bielefeld gegen Schalke und Werder Bremen gegen Mainz machen wird. Wer der Herthaner bleibt denn künftig in Liga Zwei?  Fredi Bobic, Ja!  

Christian Zschiedrich

Hertha BSC in Quarantäne – zunächst drei Spiele abgesetzt

Ein weiterer positiver Test auf das Corona-Virus zwingt die Lizenzspielermannschaft und den Trainerstab von Hertha BSC mit sofortiger Wirkung in eine 14-tägige häusliche Quarantäne.

Die heutige (15.04.2021) PCR-Testung wies bei Marvin Plattenhardt einen positiven Befund auf. Er ist symptomfrei und wurde umgehend von der Gruppe separiert.

Nachdem aufgrund der positiven Testungen bei Cheftrainer Pál Dárdai, Co-Trainer Admir Hamzagic und Spieler Dodi Lukebakio eine heutige (15.04.2021) beginnende 14-tägige Isolation der Mannschaft, des Trainerstabes und enger Mitarbeiter um die Mannschaft vereinbart war, sah sich das für Hertha BSC zuständige Gesundheitsamt Charlottenburg-Wilmersdorf nach diesem weiteren positiven Befund nun zu dieser verschärften Maßnahme gezwungen.

Daraus resultiert, dass Hertha BSC bei der DFL die Absetzung der Spiele beim FSV Mainz 05, gegen den SC Freiburg und beim FC Schalke 04 beantragen musste.

Arne Friedrich: „Wir hatten nach Rücksprache mit unserem Hygienebeauftragen bereits in der letzten Länderspielpause die Hygienemaßnahmen nochmal verschärft und damit auch die Hoffnung, dass der positive Corona-Test von Rune Jarstein ein Einzelfall bleibt. Leider hat sich das nicht bestätigt. Aufgrund der aufgetretenen Fälle sind wir nun zu einer 14-tägigen häuslichen Quarantäne gezwungen. Das ist aus gesundheitlicher Sicht der absolut richtige Schritt. Aus sportlicher Sicht trifft uns das natürlich, denn wir haben nun im Kampf, um den Klassenerhalt im Mai sechs Bundesligaspiele bis zum Saisonende am 22. Mai 2021 zu absolvieren. Die Mannschaft wird sich während der häuslichen Quarantäne unter Anleitung des Trainerteams mit virtuellen Trainingseinheiten fit halten. Wir nehmen die Situation trotz der schwierigen Umstände an und werden alles in unserer Macht Stehende für ein erfolgreiches Saisonfinale in die Waagschale werfen.“

Quelle: Hertha BSC

Weitere Corona-Fälle bei Hertha BSC – Trainings- und Spielbetrieb geht weiter

Das liest man gar nicht gerne, Hertha BSC verbreitete am 15.04.2021 folgende Pressemitteilung:

In der Lizenzspielermannschaft und dem Trainerteam von Hertha BSC sind drei weitere Personen positiv auf das Corona-Virus getestet worden.

Die Personen wurden umgehend separiert und befinden sich in häuslicher Quarantäne. Alle sind symptomfrei. Es handelt sich um Cheftrainer Pál Dárdai, Co-Trainer Admir Hamzagic und Spieler Dodi Lukebakio.

Da Co-Trainer Andreas Neuendorf als Kontaktperson 1.Grades gilt, befindet auch er sich in häuslicher Quarantäne. Auch er ist symptomfrei.

Die Mannschaft wird übergangsweise von Sportdirektor Arne Friedrich betreut, der im Besitz einer Trainer-A-Lizenz des DFB ist.

Nach unmittelbarer Rücksprache mit dem Gesundheitsamt Charlottenburg-Wilmersdorf begeben sich Mannschaft, Trainerteam und enge Mitarbeiter um die Mannschaft ab heute (15.05.21) in eine behördlich angeordnete Isolation. Alle beteiligten Personen werden zunächst bis zum 28.04.21 ein gemeinsames Quartier beziehen, welches lediglich zu den Trainingseinheiten und den Spielen verlassen wird. Der Trainings- und Spielbetrieb kann somit weiterlaufen.

Arne Friedrich, Sportdirektor Hertha BSC: „Wir hatten nach Rücksprache mit unserem Hygienebeauftragen in der zurückliegenden Länderspielpause die Hygienemaßnahmen bereits nochmal verschärft, haben beispielsweise tägliche Schnelltests umgesetzt, bevor sie zur Pflicht im DFL Hygienekonzept wurden. Jetzt sind wir aufgrund der aufgetretenen Fälle zu dieser Isolations-Maßnahme gezwungen. Mit maximalen Kontaktbeschränkungen und täglichen PCR-Testungen werden wir größtmögliche Sicherheit schaffen. Wir werden diese herausfordernde Situation als Team annehmen und gemeinsam alles dafür tun, die nächsten Spiele erfolgreich zu bestreiten.“

Quelle: Hertha BSC/Presse

Bobic und Hütter weg – ist denn Gladbach beliebter und „beleibter“ als Frankfurt?

Dass Sportdirektor Fredi Bobic nach erfolgreichem Managen wegwill, das war angekündigt und hat bestimmt andere Gründe, als jetzt bei Trainer Adi Hütter. Für Bobic ist jetzt der Weg frei. Ab 1. Juni wird Bobic neuer Geschäftsführer bei Hertha BSC. So die Bekanntgabe nach einem Präsidiums-Beschluss. Über die Vertragsdauer machte der Club zunächst keine Angaben. Bobic, Europameister von 1996, steht bei Eintracht Frankfurt noch bis zum 1. Juni 2021 unter Vertrag. Er soll die Alte Dame wieder in erfolgreichere Zeiten führen. Fredi Bobic: „Ich freue mich, ab Sommer wieder Teil der Hertha-Familie zu sein. Nach meiner Entscheidung, eine neue Herausforderung zu suchen, gab es offene und überzeugende Gespräche, insbesondere mit dem Präsidenten Werner Gegenbauer.“

Hütter geht zum Bundesliga-Rivalen Borussia Mönchengladbach, vertraglich bis 2024. Da muss in Frankfurt nicht unbedingt die Talfahrt wie bei den Borussen, noch mit Trainer Marco Rose, einsetzen. Doch die Entscheidung von Hütter verwundert, weil Frankfurt ja vor einer möglichen Champions League-Premiere steht. Welch historische Chance und Hütter ist der Coach der Saison. Ein guter Trainer ist eben viel wert – Beispiel das Glück von Hertha BSC mit Bruno Labbadia.  

Täuschte etwa der Eindruck, dass sich Adi Hütter in Frankfurt wohlfühlte? Frankfurt bietet ja als Sportstadt eine ganze Menge. Ansässig ist der DFB mit seiner Zentrale. Es wird wieder einmal das Geld sein. Selbst die üppige Summe, die die Hessen für den eigentlich bis  2023 gebundenen Cheftrainer bekommen (kolportierte 7,5 Millionen), spricht Bände und nicht unbedingt für die Branche Fußball, in der auch für Trainer Millionen-Gehälter bezahlt werden. Ist Gladbach denn wirklich so gut „besattelt“?

Christian Zschiedrich kommentiert © Foto Sportick

In Frankfurt geht zudem Sportdirektor Bruno Hübner. Das ist die komplette Führungsriege. Ralf Rangnick (62) sagte auf Schalke wohlbegründet ab, liebäugelt jetzt nur, wenige Stunden nach der Abgangs-Verkündung von Hütter, mit Frankfurt. Wortbruch wird Hütter vorgeworfen. Da platzt wahrscheinlich die nächste Bombe. Nur mit wem redet Rangnick? Philip Holster ist Aufsichtsrat-Vorsitzender in Frankfurt und Ralf Rangnick ohne Verein. Im September 2018 wurde er Leipzig-Trainer und ab 2019 war er „Head of Sport and Development Soccer“. Der Plan in Frankfurt, Rangnick soll Trainer und Sportdirektor in Personalunion werden. Nicht nur der Spielermarkt ist in Bewegung. Schau’n war mal…

Christian Zschiedrich

Nun zählt im Abstiegskampf wirklich jeder Punkt

Hertha kennt die Situation, leider keineswegs erfolgreich. Und aktuell sind 25 Punkte (Union hat 39) nach 27 Spielen verdammt wenig. In diesem Trend käme Hertha nach ausstehenden sieben Partien nicht einmal auf 32 Punkte, etwa gleichbedeutend mit dem Abstieg. Den Klassenerhalt zu schaffen wird keineswegs leicht. Die Erkenntnis: Es gibt keine leichten Gegner mehr! Insofern ist der Punkt beim 1:1 gegen Union vielleicht letztendlich goldwert! Und wie geht es weiter? Zur besten Bundesligazeit, Samstag, 10.04.2021 15.30 Uhr, zu Hause gegen Borussia Mönchengladbach, zuletzt nach krasser Talfahrt 2:1-Sieger über Freiburg.

Gladbachs Allrounder Valentino Lazaro, zwei Jahre lang Herthaner, bezeichnet den Berliner Club als „Wundertüte“. Das ist natürlich alles andere, nur kein Big City Club. Nicht nur Pal Dardai hat erkannt, Zusammengehörigkeit und Teamgeist sind die Grundlage dafür, auch etwas Spielglück sich im Match zu erarbeiten. Einer für den Anderen, Fehler für den Mitspieler auszubügeln,  leidenschaftlicher Kampfgeist ist gleichzeitig Erzwingen der erforderlichen  Effektivität. Nur das Ergebnis zählt leider in dieser Phase.

Christian Zschiedrich kommentiert Foto:© C.Z.

Abstiegskampf heißt also nicht mehr, nur Lob für gutes Spiel zu bekommen und am Ende mit leeren Händen dazustehen. Auf Kosten der Attraktivität zählt jeder Punkt. „Schlecht gespielt und gewonnen“ zählt leider doppelt. Natürlich darf auch mitreißender Kampf, beste Abwehrarbeit, Laufintensität und Zweikampfverhalten den Anhang begeistern. Vorne schießt in der Regel der liebe Gott ein Tor. Hertha aber hat hoch bezahlte,  schnelle Stürmer prägen das prädestinierte Konterspiel und jeder der namhaften Angreifer ist für ein Tor gut genug und in der Lage – auch für unverhoffte Treffer aus dem Nichts.  

Heißt: Ein dritter Abstieg muss nicht folgen. Beherzigt, mit Willen in die Tat umsetzen, was besprochen wurde. Im Stadion sind doch keine Zuschauer. Selbst das könnte ein Vorteil sein, nicht fürs Auge spielen zu müssen. Ein noch größerer Vorteil ist doch, in den letzten sieben Spielen kann sich Hertha gegen fünf direkte Kontrahenten selbst aus dem Schlamassel ziehen. Seid mutig in allen Aktionen. So wird es überhaupt keine Rolle spielen, dass sich Hertha am Dienstag vom ungarischen Torwarttrainer Zsolt Petry (seit 2015 bei Hertha) trennte. Entscheidend ist auf dem Platz…

Christian Zschiedrich

Viel Kampf und Krampf beim Hauptstadtderby und Feuer auf dem Dach

Mal abgesehen von der Anfangsphase, war das Spiel für die Zuschauer eine Zumutung, einfach nur schlecht. Spielten da hoch bezahlte Profis? Es wirkte streckenweise wie die Aufzeichnung eines Spiels der Berlin-Liga, mit der Abspielgeschwindigkeit von 110 %. Weder Pal Dardai noch Oliver Ruhnert redeten irgendwas schön. „Wir sind noch 14 Punkte vor Hertha. Wir sind nicht unzufriedener, als es sicher der Gegner ist.“ Richtig, Hertha enttäuschte mehr: „Ich habe meine Mannschaft nicht wieder erkannt. Wir haben nicht nach vorn verteidigt, waren nicht dynamisch. Wir müssen froh sein, nicht verloren zu haben. Wir müssen reden, wie so etwas sein kann.“

Wieder spielte der bei Hertha BSC ausgebildete Robert Andrich eine Rolle. Geht es gegen seinen Ausbildungsverein, hat er noch ein zusätzliches Messer zwischen den Zähnen. Seine Werte in diesem Spiel können sich sehen lassen. Er hatte 91 Ballkontakte, spielte 74 Pässe, wovon 64 ankamen und er traf in der 10. Minute passend zum Wochentag ins Tor. Die Gäste aus Charlottenburg, immerhin, fighteten zurück. Die Belohnung erfolgte in der 35. Minute, ein berechtigter, wenn auch kurioser Foulelfmeter, den Marvin Friedrich an Matteo Guendouzi verursacht hatte, verwandelte Dodi Lukebakio sicher. Das war es denn mit Fußball. Schlussendlich wurden die Punkte geteilt.

Foto: © Hans-Peter Becker

Für zusätzliche Schlagzeilen sorgten einige Fans, die sich vor dem Stadion versammelt hatten. Sie feuerten eine ganze Batterie Pyrotechnik in Richtung des Stadiondachs und dabei wurde eine Imbissbude in Brand. Wie dämlich ist das denn, es könnte ein teures Nachspiel haben. Zumal, wie die Bild berichtet, das Feuerwerk auf dem Dach des Stadions platziert war und per Fernzünder gestartet wurde. Es wird wohl ein Geheimnis der Verursacher bleiben und zeugt von eher geringer Intelligenz, die Gefahr heraufzubeschwören, das eigene Stadion abzufackeln. Das braucht nun wirklich keiner.

Der beste Mann des Spiels war Schiedsrichter Sascha Stegemann, der bei allen Zweikampfbewertungen richtig lag und sich bemühte, das Spiel nicht zu verpfeifen. Dass nach der Halbzeitpause der Spielfluss mehr und mehr versiegte, konnte er natürlich nicht beeinflussen.

Bleibt als Fazit, die Eisernen setzen ihre erfolgreiche Saison fort, haben weiter die Chance, in der kommenden Saison international zu spielen und Hertha? Die „Alte Dame“ hat bisher nur eine Menge Geld versengt und muss weiter um den Klassenerhalt bangen. Der nächste Gegner im Olympiastadion ist Borussia Mönchengladbach. Die Eisernen müssen zum FC Bayern nach München reisen.

Hans-Peter Becker

Fußball-Bundesliga 27. Spieltag

1. FC Union BerlinHertha BSC 1:1 (1:1)

04.04.2021 18:00 Uhr Stadion „An der Alten Försterei“

1. FC Union Berlin: Luthe – Friedrich, Knoche, Schlotterbeck – Trimmel, Andrich, Gentner, Prömel (74. Ingvartsen), Ryerson – Musa (83. Pohjanpalo), Kruse 3-4-3

Hertha BSC: Schwolow – Klünter, Stark, Torunarigha – Zeefeuik, Tousart, Guendouzi (79. Khedira), Mittelstädt – Lukebakio (62. Ascacibar), Cordoba (90. Piatek), Cunha 4-3-3

Schiedsrichter: Sascha Stegemann, Frederick Assmuth, Philipp Hüwe, Nicolas Winter 

Tore: 1:0 Andrich (10.), 1:1 Lukebakio (35. FE)

Freude und Leid in Lichterfelde

Die Hoffnung, dass die Saison in der Regionalliga Nordost fortgesetzt werden kann, schwindet. Auf einer Videokonferenz zwischen dem Verband (NOFV) und Vertretern der Regionalliga-Vereine sprachen sich alle für einen Saison-Abbruch aus. Sie plädierten einstimmig dafür, Viktoria 89 als ungeschlagenen Tabellenführer zum Aufsteiger in die 3. Liga zu benennen. Es gilt als sicher, dass am 16. April auf der NOFV-Präsidiums-Sitzung der Saison-Abbruch beschlossen wird. Viktoria 89 hätte Planungssicherheit.

Der Trainer des Verfolgers VSG Altglienicke, Karsten Heine, sagte: „Mit den gebotenen Leistungen hat sich die verlustpunktfreie Viktoria 89 den Aufstieg einfach verdient.“

Viktoria 89 kann sich also freuen, sie sind der dritte Berliner Profi-Club. Der Senat hatte wiederholt betont, keine Fußballspiele jenseits des Profisports zu erlauben. Bei aller Freude der Lichterfelder – sie werden nun gezwungen sein, umzuziehen! Die Heimstätte, das Stadion in Lichterfelde ist nicht drittligatauglich. Die Suche nach einem neuen Stadion ist in Berlin mehr als kompliziert. Zerschlagen hat sich die Option, in das nahegelegene, aber ausgelastete Potsdamer Karl-Liebknecht-Stadion (Babelsberg 03 und Turbine Potsdam) auszuweichen.

Nun werde die Belastungsgrenze des Mommsenstadion (TeBe und SCC) geprüft. In der Nordstaffel werden wieder 20 Vereine spielen. Die Vereinsvertreter sprachen sich dafür aus, dass es keine Absteiger geben soll. Offen ist, ob es Aufsteiger aus der Oberliga geben wird.

Christian Zschiedrich

Hertha kann Abstiegskampf

Na bitte, im letzten Spiel vor der Länderspielpause hat es Hertha gegen Leverkusen 3:0 doch bewiesen. Wie wichtig der Sieg war, ob jetzt wieder ein gewohnt schwacher Auftritt folgt, bloß nicht. Dem Tabellenbild nach muss Hertha nun zur Konstanz finden, ein Nachlassen ist zur Existenzsicherung nicht erlaubt. Bei allem Lob, Pal Dardai hatte trotz des deutlichen Sieges etliche Kritikpunkte vermerkt. Richtig so lieber Coach. Das heißt, Hertha ist noch lange nicht der Abstiegsgefahr entronnen.

Mir gefiel, dass zu Null gespielt wurde, die komplette Abwehrarbeit aller Spieler, einschließlich Torwart, die Laufbereitschaft, die Körpersprache, besonders im Mittelfeld, das Zweikampfverhalten und dazu herausstechende Glanzstücke der Stürmer. Das hatte in der Tat mit dem Gebotenen in vielen Spielen davor nichts mehr zu tun. Eine Heimniederlage wäre kaum zu verkraften gewesen.

Chefredakteur Christian Zschiedrich kommentiert

Einige Hertha-Fans mussten sich über das Negative in den Medien wochenlang damit trösten, es sind nur Journalisten, die mit geharnischter Berichterstattung Hertha ordentlich eins drüber ziehen wollten. Dabei war sachliche Kritik durchaus angebracht. Im Boulevard gibt es kein Mittelmaß, entweder Daumen hoch oder runter. Allerdings darf in Zeiten der Lobhudelei durchaus daran gedacht werden, dass Hertha, wie zu vernehmen war, ganz unterschiedlich mit der Presse umgegangen ist. Das hat nicht immer zum Selbstverständnis des Clubs gepasst und führt zu einem unterschiedlichen Stimmungsbild.

Der nächste Spieltag beschert uns das Hauptstadtderby. Der 1. FC Union, besser platziert als Hertha und die Köpernicker haben sich auf die Fahne geschrieben und dazu das Image, eisern zu kämpfen. Hans Peter Becker unterrichtet unsere Leser Woche für Woche über „Eisern“ Union. Das erspart mir hier bestimmte Einzelheiten. Nur so viel: Als Tabellensiebenter hat Union 38 Punkte und das Ziel, eben nicht abzusteigen, bereits erreicht. Von 26 Spielen hat Union 20 nicht verloren und in der Saison bisher erst 6 mal verloren. Hertha „sonnt“ sich also vor der Pause in Siegesfreude, Union hat gezeigt, auch verlieren zu können, 2:5 gegen Eintracht Frankfurt.

Schade (…), das Stadion wäre rappe voll. Beide Trainer hoffen, dass alle Nationalspieler gesund zurückkommen. Daheimgebliebene können Verletzungen behandeln lassen und Blessuren auskurieren. In beiden Lagern wird auf das Highlight hingearbeitet, nicht unbedingt Kondition gebolzt, um vor allem taktisch auf den Gegner in allen Belangen vorbereitet zu sein. Von Bedeutung ist, wie die Partie Mainz gegen Bielefeld ausgeht und was macht der 1. FC Köln in Wolfsburg? Schalke ist bereits abgeschrieben, muss in Leverkusen antreten. Der Auftritt der Werkself bei Hertha besiegelte das Ende von Peter Bosz. Der Neue heißt Hannes Wolf und sollte einen gelungenen Einstand feiern können.

Christian Zschiedrich

Testspiel in der Länderspielpause – Union empfängt Eintracht Braunschweig

Der 1. FC Union Berlin bestreitet am Donnerstag, dem 25.03.202021 ein Testspiel gegen Eintracht Braunschweig. Anpfiff der Partie im Stadion An der Alten Försterei ist 15:00 Uhr.

m Duell mit dem BTSV treffen die Köpenicker auf einige bekannte Gesichter. Ex-Unioner Martin Kobylanski, der in der Saison 2015/16 für den 1. FC Union Berlin spielte, führt die Elf von Trainer Daniel Meyer als Kapitän an, Benjamin Kessel verteidigt für die Eintracht. Im Sommer dieses Jahrs schlossen sich auch Suleiman Abdullahi per Leihoption und Felix Kroos nach Ablauf seines Vertrags in Köpenick den Braunschweigern an.

Aufgrund der aktuell herrschenden Bedingungen sind bei der Partie keine Zuschauer zugelassen. Der rbb überträgt das Spiel als Live-Stream auf www.rbb24.de. Wie gewohnt informiert Union auch über den vereinseigenen Live-Ticker über das Spielgeschehen.

Quelle:1. FC Union Berlin e.V./Hannes Hahn

Hertha erinnert an die letzten beiden Abstiege

Zum Glück, es sind diesmal doch ganz andere Personen. Wer aber die Gefahr nicht hundertprozentig ernst beim Hauptstadtclub nimmt, jetzt, nach Bielefelds Sieg in Leverkusen wird es auch im Tabellenbild erschreckend sichtbar. Hertha nimmt den drittletzten Platz ein. Das ist mit 21 Punkten, nur der drei Tore wegen, der Relegationsplatz, punktgleich mit Mainz 05, momentan noch Vorletzter. Die Mainzer aber kennen und können Abstiegskampf pur. Sie haben sich aus Niederungen an Hertha herangeschlichen. So sehr ich Pal Dardai schätze, seine Punkteausbeute ist mager, jedoch nicht hoffnungslos. Das Für und Wider der Hertha versuchte ich bereits zu konkretisieren. Deshalb erlaube ich mir einmal festzuhalten, mit Bruno Labbadia wären es nicht weniger Punkte gewesen. Seine Entlassung wird doch nicht etwa so ganz kostenlos über die Bühne gehen.

Christian Zschiedrich kommentiert

Schauen wir kurz zurück, mehr natürlich vorausschauend nach vorn. Wie ernst die Lage ist, führen wir doch vor Augen, wo Hertha stehen würde, hätte Dodi Lukebakio in der 89. den Foulelfmeter nicht verwandelt oder hätte Schiedsrichter Florian Badstüber Pedersens leichte Berührung an Lucas Tousart im Strafraum nicht zum 11m gepfiffen. Ja, es scheint am seidenen Faden zu hängen. Die Bilanz wäre  noch fataler. Was sich im Verein um die Mannschaft bewegt und ändert, da hätte ich mir einen besseren Zeitpunkt und mehr Gründlichkeit gewünscht. Wer jetzt den Abstieg verhindern muss, sind Trainer und Spieler auf dem Platz.

Wenn Bielefeld in Leverkusen gewinnen kann, dann wird Hertha zu Hause am 21. März doch Leverkusen 04 ebenfalls schlagen können – oder? Danach kommt es am 4. April zum Lokalderby Hertha BSC – SC Union 06, derzeit 38 Punkte, Tabellen-Siebenter. Was soll’s, Hertha wollte doch auf alle Fälle besser als Union sein. Am 10. April heißt es dann Hertha BSC – Borussia Mönchengladbach. Ob da Marko Rose noch Trainer ist, sei dahingestellt. Gladbach wird doch nicht etwa ausgerechnet hier in Berlin eine Auferstehung erleben.  Es ist zwar ehrenwert, dass Sportdirektor Eberl am scheidenden Couch festhält, doch zählt im Fußball überhaupt noch etwas die Moral?

Quizfrage, wie viel Trainer verschliss Schalke 04 in dieser Saison? Für mich sind sie weg vom Fenster. Schalke und Hertha, die lieben sich ja so, dass Hertha ohne die Gelsenkirchener in der Eliteliga nicht bestehen möchte. Nehmt es mir ruhig übel – es ist absolut scherzhaft formuliert. In Wirklichkeit vergeht den Herthanern aber das Lachen. Es gibt doch immer wieder Herausforderer. Ralf Rangnick ist den Gerüchten nach der nächste allmächtige Schalker Sportvorstand. Weiß denn Fredi Bobic, bei aller Liebe zu Berlin, was er sich hier bei Hertha antut? Jürgen Klinsmann scheint es gewusst zu haben und Detmar Cramer, es ist lange her, auch. Er war zwei Tage lang der Trainer in Berlin.

Christian Zschiedrich