Erinnern und niemals vergessen: Union-Delegation besucht Yad Vashem

 Vor dem heutigen UEFA Europa Conference League-Spiel gegen Maccabi Haifa hat eine Delegation des 1. FC Union Berlin um Präsident Dirk Zingler die Internationale Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem besucht.

Eine Vertreterin der israelischen Botschaft in Berlin begleitete die Unioner auf ihrem geführten Rundgang durch die Gedenkstätte, in dessen Anschluss ein Kranz niedergelegt wurde.

„Es war uns ein tiefes Bedürfnis, unsere offizielle Reise nach Israel für den Besuch dieses besonderen Ortes zu nutzen und ich bin sehr dankbar, dass wir hier sein konnten“, äußerte sich Union-Präsident Dirk Zingler nach dem Besuch in Yad Vashem.

„Antisemitismus ist leider in unserer Gesellschaft immer noch gegenwärtig und wir alle sind gefordert, ihn konsequent zu bekämpfen. Ich bin davon überzeugt davon, dass der Fußball mit seiner kulturellen Vielfalt als Vorbild dienen kann, um für Toleranz zu werben und jeder Form von Menschenfeindlichkeit und Diskriminierung entgegenzutreten“, so Zingler weiter.

„Heute hier mit den Grausamkeiten Nazideutschlands gegenüber den Juden Europas so unmittelbar konfrontiert zu werden, macht uns fassungslos und traurig. Wir nehmen Eindrücke mit, die uns noch lange beschäftigen werden und die niemand von uns vergessen wird. Unsere Generation ist für diese Taten nicht verantwortlich. Aber wir müssen aus der Geschichte lernen und tragen heute und in Zukunft die Verantwortung dafür, dass sie sich nicht wiederholt.“
Quelle: 1. FC Union Berlin/Petra Mattuscheck

Ein Fleißpunkt für jeden – Unentschieden im Jahnsportpark

Es war Totensonntag in Berlin und das Wetter tat alles, um sich dessen würdig zu erweisen. Der Spielbeginn der Drittliga-Partie zwischen Viktoria und den Würzburger Kickers war für 13:00 Uhr angesetzt. Trotz der mittäglichen Stunde strahlten die Flutlichter. Der Absteiger aus Franken muss aufpassen, nicht in die Regionalliga durchgereicht zu werden. Der Saisonstart war ein Desaster. Der erste Saisonsieg gelang erst am 9. Spieltag, Sportdirektor und Trainer mussten gehen. Jetzt sind sie auch noch coronageschädigt.

So waren im Kader der Kickers einige Akteure, die erst drei Tage vor dem Spiel die häusliche Quarantäne beenden durften. Viktoria hatte zwar kein Problem mit der Pandemie, allerdings einige schmerzvolle Ausfälle zu verkraften. So waren Kapitän Christopher Menz und Innenverteidiger Patrick Kapp rot-gesperrt.

„Für uns stand die Frage, wie lange wird die Kraft reichen?“ Es reichte nicht ganz. In der ersten Halbzeit versuchten die Gäste hoch zu verteidigen und Viktoria bereits im Spielaufbau zu stören. In der 8. Minute ließ sich Yannis Becker den Ball abluchsen und war passiert. Die Gäste führten. Mirnes Pepic hatte mit einem genau gezirkelten Schuss in den Dreiangel Viktorias Schlussmann überwunden. Er bekam dafür sogar ein Kompliment von Viktorias Trainer Benedetto Muzzicato . „Julian Krahl auf diese Art und Weise zu überwinden, das schafft nicht jeder.“

In der ersten Halbzeit sah es nicht gut aus für die himmelblauen Berliner. „In den ersten 25 Minuten wollten wir es erzwingen und haben nicht unseren Matchplan verfolgt, die Bälle zu früh verloren. Das war nicht gut.“ So kommentierte der Trainer das Geschehen.

Es wurde besser in der zweiten Halbzeit. Kurz nach Wiederbeginn hatte Falcao die Riesenchance zum Ausgleich. Viktoria übernahm das Kommando und drängte auf den Ausgleich. Auf der Bank saß wieder Torjäger Tolgay Cigerci. In der 71. Minute betrat er das Spielfeld für Falcao und in der 75. Minute verwandelte er einen Foulelfmeter und in der Nachspielzeit sogar die Möglichkeit für den Siegtreffer.

Die Gäste waren nach dem Schlusspfiff sichtlich erleichtert. Sie freuten sich mehr den errungenen Punkt. Seit Danny Schwarz in Würzburg das Zepter übernommen hat, haben die Kickers noch nicht verloren.

„Wir hatten viele Ballbesitzphasen, wollten nach vorne spielen. Das ist unsere Philosophie. Mich nervt, dass wir nicht gewonnen haben. Dennoch nehmen wir den Punkt dankend mit, weil wir wissen, wo wir herkommen.“ In diesen Worten des Viktoria-Trainers schwang etwas Enttäuschung mit.

Hans-Peter Becker

3. Liga 16. Spieltag

21.11.2021 13:00 Uhr Jahnsportpark Berlin

FC Viktoria 89 Berlin – Würzburger Kickers 1:1 (0:1)

Berlin: Krahl – Gunte, Lewald, Hahn – Pinckert, Jopek, Becker, Beyreuther – Küc (84. Seiffert), Lucas Falcao (71. Cigerci), Ogbaidze (63. Verkamp).

Würzburg: Bonmann – Waidner, Schneider, Kraulich, Lungwitz – Meisel, Pepic, Atmaca (70. Adigo), Kopacz, Heinrich (82. Nikolov) – Pourié (76. Strohdiek).

Tore: 0:1 Pepic (8.), 1:1 Cigerci (75., Foulelfmeter).

Gelbe Karten: Meisel (70.), Kraulich (72.), Nikolov (88.)

Schiedsrichter: Kessel (Düsseldorf).

Zuschauer: 846

Verdienter Derbysieg für die Eisernen

Es war ein verdienter Sieg für die Eisernen. Leidenschaft schlug Beamtenfußball. Ein individueller Fehler und ein Sonntagsschuss entschieden das Spiel. Nach einer halben Stunde führten die Gastgeber in der ausverkauften „Alten Försterei“ mit 2:0. Diese Situation war wie gemalt für die Rot-Weißen. Hertha war gezwungen, das Spiel zu machen und darin lag, neben der wackligen Abwehr, genau das Problem.

Kurz vor der Halbzeitpause hatte Hertha Pech. Ein Treffer von Pekarik fand wegen einer vorangegangenen Abseitsstellung keine Anerkennung. Der Kölner Keller griff ein, erst nach mehrminütiger Prüfung wurde das Tor zurückgenommen. Piatek stand hauchzart mit der Schulter im Abseits, der Assistent hatte die Fahne unten, Luthe wehrte ab, zu kurz und Pekarik traf. Allerdings ist hier fragen, resultierte daraus nicht eine neue Spielsituation? Es ist jetzt müßig darüber weiter nachzudenken, diese Szene hat das Spiel nicht entschieden. Nachdenken muss Hertha, warum bot die Mannschaft, ausgerechnet im Derby, so eine schlechte Leistung?

Für die zweite Halbzeit stellte Pal Dardai taktisch um. Die Doppelsechs wurde aufgelöst, für Tousart kam mit Beldofil ein zusätzlicher Stürmer. Aus dem 4-2-3-1 wurde ein 4-3-3, allerdings wurde nichts besser. Außer viel Ballbesitz konnte Hertha nichts bieten, die Eisernen kreierten dagegen einige gefährliche Kontersituationen. Der Sieg der Eisernen war nie ernsthaft gefährdet

Die Eisernen belegen bereits wieder einen internationalen Platz, während Hertha erneut nach unten blicken muss. Der Aufwärtstrend wurde gestoppt.

Hans-Peter Becker

Fußball-Bundesliga 12. Spieltag

20.11.2021 18:30 Uhr

1. FC Union Berlin – Hertha BSC 2:0 (2:0)

1. FC Union Berlin: Luthe – Trimmel (90.+1 Ryerson), Friedrich, Knoche, Baumgartl, Gießelmann – Haraguchi (82. Öztunali), Khedira, Prömel (71. Möhwald) – Kruse (90.+1 Voglsammer), Awoniyi (82. Becker) 5-3-2

Hertha BSC: Schwolow – Pekarik (71. Jastrzembski), Stark, Dardai, Plattenhardt – Ascacibar, Tousart (46. Belfodil) – Richter (86. Selke), Serdar, Mittelstädt (61. Prince-Boateng) – Piatek (61. Ekkelenkamp) 4-2-3-1/4-3-3

Tore: 1:0 Awoniyi (8.), 2:0 Trimmel (30.) 

Zuschauerzahl: 22.012 

Hauptstadtderby – fünfte Auflage mit Maske

Das Stadion in Köpenick soll – Stand vom Donnerstag, 18. November – wieder bis auf den allerletzten Platz gefüllt sein. Ob es wirklich so kommen wird, abwarten. Eins ist gewiss, um 18:30 Uhr erfolgt der Anstoß und nach 90 regulären Spielminuten plus Nachspielzeit wird ein Ergebnis zu verkünden sein. Ein Fußballspiel beginnt mit 0:0. Das sollte nach Lage der Dinge nicht das Endergebnis sein. Die „Alte Dame“ aus Charlottenburg hat in der laufenden Saison bereits 24 Gegentore hinnehmen müssen, eine schlechtere Bilanz hat nur Aufsteiger Greuther Fürth. Abgesehen vom Saisonauftakt gegen Augsburg, haben die Eisernen in ihren Heimspielen immer getroffen, sogar gegen die Bayern.

Es ist nicht übertrieben, den Köpenickern eine leichte Favoritenstellung zuzuschreiben. Etwas anders sehen das Dardai und Bobic,:“Es gibt keinen Favoriten.“ Sieht man sich die Bilanz der bisherigen Spiele an, so konnte die Auswärtsmannschaft noch nicht gewinnen. Die Mannschaft von Urs Fischer erscheint eingespielter als der Rivale aus dem ehemaligen Westen. Blicken wir auf die zurückliegenden 11 Spieltage, so haben 7 Akteure der Eisernen auch genau diese Zahl an Einsätzen aufzuweisen. Bei der Hertha sind es nur deren zwei, die Torhüter sind hier nicht mitgezählt, denn Schwolow und Luthe haben bisher in allen Punktspielen in der Startelf gestanden.

Urs Fischer hat seiner Mannschaft basierend auf einem 3-5-2 System eine grundlegende Spielidee vermitteln können. Der durchschnittliche Ballbesitz liegt nur bei 41 %, man lauert auf Konter oder versucht in der torgefährlichen Zone Standards zu erzwingen. Urs Fischer hat Hertha natürlich genau beobachtet und geht davon aus, dass gegen Hertha auch spielerische Lösungen gefunden werden müssen.

Pal Dardai dagegen experimentiert. Begonnen hat mit einer 4er Kette in der Abwehr. Die beiden siegreichen Spiele gegen Bochum und Fürth bestritten die Herthaner mit einer 3er Kette und nach dem desaströsen Auftritt in Leipzig kehrten sie zum 4-3-3 (Auswärtserfolg in Frankfurt) bzw. 4-2-3-1 beim Unentschieden gegen Leverkusen zurück. Gegen Union wird er vermutlich ähnlich spielen lassen.

Was die Kader betrifft, so gibt auf beiden Seiten einige Ausfälle. In der Abwehr fehlt der wegen einer Roten Karte gesperrte Boyata, Darida ist verletzt und Klünter nach einer Verletzung noch im Aufbautraining.

Bei den Eisernen steht ein Fragezeichen hinter Kruse und Behrens ist nach einem positiven Covid-Test in Quarantäne. Am Donnerstagmorgen hatte sich Jaeckel kränklich gefühlt, das Testergebnis steht noch aus.

Das Spiel findet unter 2G Bedingungen statt. Geimpft oder Genesen und eine Eintrittskarte, so dürfen 22.012 Zuschauer dabei sein. Aufgrund der aktuellen Situation sind die Fans aufgefordert, sich zusätzlich testen zu lassen und ständig vor Ort eine Maske zu tragen. Mal sehen, ob das funktioniert. Die Ultras von Hertha und Union jedenfalls wollen an ihrem Boykott festhalten.

Hans-Peter Becker

Trennt sich jetzt die Spreu vom Weizen?

Derbys haben wie Pokalspiele ihren besonderen Reiz. So geschehen am 12. Spieltag im Nord-Derby in der höchsten Berliner Spielklasse, Frohnauer SC gegen die Füchse Berlin, der Vierte gegen den Tabellenführer auf dem Poloplatz in Frohnau. Nach 9 Spieltagen kämpften sich die Schützlinge von Guido Perschk auf Rang Vier mit jetzt 20 Punkten vor. Füchse-Coach Ümit Ergidi war mit dem Unentschieden 1:1 am Ende doch versöhnlich gestimmt, denn es war ein ansehnliches Kampfspiel, das erste Remis nach elf Spielen und die Tabellenführung mit 28 Punkten lässt sich sehen. Der Frohnauer SC hat ein Spiel weniger ausgetragen und rangiert mit 21 Punkten auf Platz Fünf.

Der Berliner SC gewann 2:0 gegen Fortuna Biesdorf, TuS Makkabi holte im Mommsenstadion drei Punkte, siegte 1:0 gegen den SC Charlottenburg. Sparta Lichtenberg siegte 1:0 bei SV Empor. In der Spitzengruppe bleibt alles dicht beisammen. 

Nun steht, trotz Corona, wieder eine englische Woche an: Am Mittwoch, 03.11.21, hat der Spitzenreiter Füchse Berlin ein Heimspiel, 19.30 Uhr, Wackerplatz, Kienhorststraße, gegen den zuvor spielfreien und ausgeruhten 1.FC Novi Pazar aktuell auf Abstiegsrang 17 mit lediglich 5 Punkten.  Am Sonntag, 7.11 kommt Croatia zum Tabellenführer auf den Wackerplatz.

Sparta Lichtenberg muss am Mittwoch, 3.11. an der Fischerstraße, gegen Hilalspor ran. Am Sonntag, 7.11. muss der Frohnauer SC in die Fischerstraße. Sparta hat zwei Heimspiele hintereinander.  

TuS Makkabi muss am Mittwoch, 3.11 nach Rudow und empfängt am folgenden Sonntag, 7.11. Stern Marienfelde. Der Berliner SC spielt am Donnerstag, 4.11. 19.30 Uhr, in der Cantianstraße beim SV Empor und am Sonntag, in der Sömmeringstraße bei Brandenburg 03. Trennt sich nach dem 14. Spieltag die Spreu vom Weizen?  

Christian Zschiedrich

Lichtenberg 47 schlägt den 1. FC Lok in Leipzig

2.470 Zahlende sahen den  3:1-Sieg einer effizienten Berliner Mannschaft, die zwar die erste Halbzeit mit 0:1 durch einen Treffer von Ziane verlor, den zweiten Durchgang trotz vieler Chancen der Platzherren deutlich nach drei Treffern gewann. Schöps glich zum 1:1 (61.) aus, Ihbe markierte das 2:1 (84.) und Gözüsirin machte in der 87. Minute mit dem 3:1 alles klar für die Lichtenberger. Schade, dass die 47er ihr Heimspiel, die Nachholepartie zuvor gegen den VfB Auerbach nur 1:1 gestalten konnten. Ein frühes Tor durch Gözüsirin, die knappe Führung hatte nur bis zur Nachspielzeit Bestand. Brejcha erzielte in der 91. das 1:1 und die Gäste nahmen einen Punkt mit. Aktuell sind die Lichtenberger auf Platz 12. mit 18 Punkten, einen Platz vor Hertha BSC II. Das Berlin-Derby zwischen der VSG Altglienicke und Hertha II gewann Hertha als Gast im eigenen Stadion mit 3:1. Altglienicke hat nach 16 Spielen 29 Punkte und ist Tabellen-Sechster. Da Carl-Zeiss Jena das Nachholspiel gegen Energie Cottbus mit 0:1 verlor, bauten der Berliner AK und BFC Dynamo mit ihren Siegen die Führung aus.

Wer noch vor Beginn der Saison geglaubt hatte, TeBe wird die Klasse nicht halten können, der darf sich jetzt wundern. Tennis Borussia nimmt mit beachtlichen 20 Punkten (nach 15 Spielen) den 11. Rang vor Lichtenberg und Hertha BSC ein. TeBe hatte ebenfalls Nachholbedarf und schaffte einen Sieg, 2:0 über Halberstadt und musste mit 0:1 im Derby gegen den BFC Dynamo nur eine knappe Niederlage vor 1.505 Zuschauern im Mommsenstadion hinnehmen. Den Siegtreffer erzielte Beck bereits in der 13. Spielminute. Das Tabellenbild soll sich weiter begradigen. TeBe hat erneut eine englische Woche. Am Mittwoch, 3. November heißt es im Mommse, ab 19.00 Uhr, Tennis Borussia – SV Tasmania. Bereits tags zuvor am Dienstag, ebenfalls 19.00 Uhr, kommt es im Amateurstadion zu einem weiteren Berlin-Derby zwischen Hertha BSC II und dem Tabellenführer BAK 07. Der Berliner AK siegte zuletzt mit 3:0 gegen Chemie Leipzig und führt mit 37 Punkten die Tabelle vor dem BFC Dynamo an. Der BAK 07 tritt am Samstag, 6. November im Werner-Seelenbinder-Stadion in Luckenwalde an.

Christian Zschiedrich

Spätes Glück – Viktoria gewinnt im Aufsteigerduell gegen Dortmund II

In der 3. Liga tummeln sich auch die 2. Mannschaften von Borussia Dortmund und dem FC Freiburg. Ob es zur Attraktivität der Liga beiträgt, ist eher zu bezweifeln. Rein vom Standpunkt des Fußballs betrachtet bringen sie ein hohes Niveau mit ein. Sie sind Ausbildungsmannschaften Nachwuchsspieler haben hier die Chance sich gegen gestandene Profis zu beweisen.

Am 14. Spieltag stellte sich Borussia Dortmund II im Jahnsportpark bei der Berliner Viktoria vor. Beides sind Neulinge in der Liga, in der Tabelle eng beieinander und mit ähnlichem Saisonverlauf. Nach einer längeren Phase des Abtastens zeigte sich die größere individuelle Klasse der Gäste. Bekanntester Spieler aufseiten der Gäste war Dan-Axel Zagadou, der großgewachsenen französische Innenverteidiger kann auf bisher 13 Einsätze in der Championsleague verweisen. Dieser Spieler war es dann auch, der 26. Minute mit seinem Aufbaupass auf Berkan Taz, für die erste verheißungsvolle Torchance im Spiel sorgte. Taz legte die Kugel gekonnt auf Richmond Tachie, dessen Schuss geht rechts am Tor vorbei. Dortmund wurde in dieser Phase immer stärker. Doch in der 38. Minute bekamen sie die kalte Dusche. Ausgangspunkt war ein misslungener Befreiungsschlag von Dortmunds Torwart, der wurde von Viktorias Erhan Yilmaz abgefangen, Enis Küc geht sofort steil und erzielt den ersten Treffer der Partie förmlich aus dem Nichts.

Noch vor der Halbzeitpause schlugen die Jung-Borussen zurück. Torschütze war Berkan Taz, ein gebürtiger Berlin, fußballerische Ausbildung bei den Reinickendorfer Füchsen und Hertha 03. Vor der Saison war er vom 1. FC Union nach Dortmund gewechselt. Mit dem 1:1 ging es in die Pause. Die Dortmunder waren bis dahin das bessere Team.

In der zweiten Halbzeit änderte sich das Bild im sonnendurchfluteten Jahnsportpark. Das Momentum änderte sich allmählich. Es begann mit einer Riesenchance für die Viktorianer durch Sofian Benyamina, der schießt nur den Keeper an und den Nachschuss kann Küc nicht im Tor unterbringen. Es schließen sich zwei gute Möglichkeiten für Dortmund an und wieder haben die Gäste mehr Ballbesitz. In der 64. Minute nahm Viktorias Trainer Benedetto Muzzicato einen Doppelwechsel vor. Es fehlte bis dahin an der Präzision im Angriffsspiel. Das lag auch am Fehlen vom Mittelfeldantreiber Björn Jopek, der kurzfristig ausfiel. Mit der Einwechselung von Lucas Falcao und Deji Beyreuther kam mehr Präzision und somit mehr Druck ins Spiel.

Die Erlösung kam in der 86. Minute eine schöne Einzelleistung des eingewechselten Falcao brachte die Entscheidung. Enttäuschung bei den Dortmundern, lange sah es so aus, als könnten sie was mitnehmen. „Das zieht sich bei uns wie ein roter Faden durch die letzten drei Spiele. Wir sind dominant, haben viel Ballbesitz, leider fehlt uns in den Abschusssituationen die Präzision und es passiert in der Abwehr der eine Fehler zu viel. Diese Aussetzer müssen wir abstellen, wir sind eine junge Mannschaft und müssen lernen, notfalls einen Ball über die Seitenauslinie zu klären.“ Enrico Maaßen musste so die dritte Niederlage in Folge seines Teams erklären.

„Dortmund war in den ersten 35 Minuten klar das bessere Team und hat uns dominiert. Wir waren viel zu passiv und sind dann glücklich in Führung gegangen, lassen aber auch wieder einen Gegentreffer zu kurz vor der Pause. Daher haben wir anschließend ohne Wechsel etwas umgestellt. Ich wollte den Jungs die Chance geben, mit einer anderen Idee in die zweite Halbzeit zu gehen. Und das hat dann auch gepasst. Wir hatten anschließend viele gute Momente. Für Enes und Falcao freut es mich sehr, aber auch für Shalva Ogbaidze, der heute seinen zweiten Assist geben konnte. Die drei Punkte nehmen wir gerne mit gegen ein gutes Team mit einem guten Trainer.“, so fasste Viktorias Trainer das Geschehen zusammen.

Hans-Peter Becker

30.10.2021 3. Liga 14. Spieltag

14:00 Uhr Jahnsportpark

FC Viktoria 98 – Borussia Dortmund II 2:1(1:1)

2.458 Zuschauer

Mannschaftsaufstellung FC Viktoria Berlin 98

Krahl – Gunte – Kapp – Lewald – Becker – Yilmaz (64. Beyreuther) – Menz (80. Theisen) – Pinckert – Seiffert (64. Falcao) – Küc – Benyamina (82. Ogbaidze) (5-3-2)

Hertha und Union ziehen ohne die Bayern ins Achtelfinale ein

Am Dienstag, 26.10. entledigte Hertha BSC der Pflichtaufgabe im Pokal beim ambitionierten West-Regionalligisten Preußen Münster. Am Ende der regulären Spielzeit setzte sich der Bundesligist mit 3:1 durch. Stark angefangen und leider auch stark nachgelassen. Die frühe Führung zu verwalten hat nicht so richtig funktioniert. Der Regionalligist egalisierte Herthas frühes Führungstor noch vor der Halbzeitpause. In der Nachspielzeit vor der Pause sah Münsters Nicolai Remberg die gelb-rote Karte wegen unsportlichen Verhaltens. Die Entscheidung war hart, aber gerecht. Einen Vorteil konnten die Herthaner daraus zunächst nicht ziehen. Die dezimierten Preußen erzwangen über weite Strecken der zweiten Halbzeit Gleichwertigkeit. Der Bundesligist hatte die bessere Bank, so war es kein Zufall, dass die Tore zum 2:1 und 3:1 durch Einwechselspieler erzielt wurden.

Eine Tag später traten die Eisernen in Mannheim an und brauchten gegen den Drittligisten die Verlängerung. Der SV Waldhof ging bereits nach vier Minuten in Führung und die Eisernen glichen in der 18. Minute aus. Tore mäßig passierte bis zum Schlusspfiff nichts mehr. In der Verlängerung machten Taiwo Awoniyi und Kevin Behrens die Sache klar.

Auf ein Sensationsergebnis muss hier extra eingegangen werden. Der FC Bayern ging auf dem Bökelberg zu Mönchengladbach mit 0:5 unter. Eine historische Pleite, so titelte das Fachmagazin Kicker. Allerdings, jetzt müssen die Bayern zum nächsten Pflichtspiel beim 1. FC Union antreten. Ich überlasse es mal dem Leser selbst, wer jetzt die ärmere Sau ist. Sind die Bayern nun angeknackst oder ist überzeugende Wiedergutmachung angesagt? Union musste in die Verlängerung, die Bayern nicht, (kleiner Scherz). Das Spiel ist nicht leicht zu tippen, die Wettanbieter glauben weiter an die Bayern, ein Sieg würde nur die magere Quote von 1,32 bringen. Sollten die Eisernen gewinnen läge die Quote bei 9.

Hans-Peter Becker

Tasmania schlägt Energie Cottbus

Energie Cottbus hat unter Pele Wollitz den Wiederaufstieg zum Ziel, zumindest mittelfristig. Ja, dann darf man aber nicht beim Aufsteiger SV Tasmania mit 1:2 verlieren. Mit dem Heimsieg klettert Tasmania mit nunmehr 14 Punkten nach 14 Spielen aus der Gefahrenzone und überholt auf Platz 14 sogar mit einem Zähler Hertha BSC II (Platz 15 würde am Saisonende Relegation bedeuten).

Aus Berliner Sicht sind noch weitere Komplimente zu verteilen und Siege zu vermelden. Tennis Borussia holt sich mit 1:0 im Auswärtsspiel beim FSV Luckenwalde drei Punkte, kommt mit 17 Punkten aktuell auf Rang 11. Lichtenberg 47 lässt „zu Hause“ gegen VSG Altglienicke mit dem 3:0 nichts anbrennen.  Altglienicke rutscht mit 30 Punkten auf Platz 5 ab. Lichtenberg ist 13. punktgleich mit Tasmania.

Schauen wir in der Tabelle nach oben, hurra, trotz des Spielausfalls bei Hertha BSC II bleibt BAK 07 Tabellenführer und der BFC Dynamo ist dank des 5:0-Sieges gegen den VfB Auerbach Zweiter, sitzt den Berliner Athleten  mit 33 Punkten, einen Zähler nur weniger, weiter im Nacken. Das Aufbegehren der Underdogs und der Kampf an der Spitze machen die Liga interessant. Zu Hertha BSC II: Sechs Akteure der U23 wurden zu Beginn der letzten Woche positiv auf Corona getestet.

Christian Zschiedrich. Foto: Sportick

Der Blick voraus auf den 16. Spieltag, zwei interessante Berlin-Derbys stehen an. Die VSG Altglienicke empfängt am Freitag, 29.10., um 19.00 Uhr, Amateurstadion, Hertha BSC II zum „Auswärtsspiel“. Zur gleichen Zeit ist im Poststadion die Partie des Tabellenführers Berliner AK gegen den Zehnten Chemie Leipzig zu Gange.

Am Sonntag, 31.10. bereits 13.00 Uhr, dann das zweite Derby im Mommsenstadion zwischen Tennis Borussia und dem BFC Dynamo.

Eine englische Woche folgt für TeBe und Tasmania, bereits am Mittwoch, 3.11. unter Flutlicht im Mommsenstadion, treffen beide aufeinander.

Hier die Ergebnisse von drei verlegten Paarungen vom Mittwoch, 27.10.21. Energie Cottbus hat die Niederlage gegen Tasmania offenbar gut weggesteckt und holte auswärts in Jena drei Punkte mit dem 1:0, das goldene Tor erzielte Tobias Eisenhuth in der 70. Minute. TeBe gewann das Nachholespiel im Mommsenstadion gegen Germania Halberstadt mit 2:0 und Lichtenberg 47 trennte sich vom VfB Auerbach mit 1:1.

Christian Zschiedrich

Berliner Profifußball im Überblick

Es war alles dabei, was die Berliner Proficlubs an Ergebnissen zu bieten hatten. In der 3. Liga bot Aufsteiger Viktoria beim Spitzenreiter 1. FC Magdeburg einen großen Kampf. Ein Auswärtspunkt lag durchaus im Bereich des möglichen. Schmerzlich wird Torjäger Tolcay Cigerci (bisher 6 Tore und 5 Vorlagen9 vermisst. Lucas Falcao lief in der 46. Minute allein auf das Magdeburger Tor zu und hatte nicht die Nerven, um den Ball im Tor unterzubringen. Auch die Magdeburger scheiterten reihenweise, so blieb der Treffer von Connor Krempicki, nach bereits vier Minuten der Einzige der Partie. Viktorias Trainer Benedetto Muzzicato blieb seiner offensiv ausgerichteten Linie treu und lobte den Auftritt seiner Mannschaft. Allerdings lässt sich nicht leugnen, dass die Ergebniskrise bei den Himmelblauen weiter anhält. Aus den letzten fünf Spielen wurde lediglich ein Punkt geholt. Am nächsten Spieltag kommt die zweite Vertretung von Borussia Dortmund in den Jahn-Sportpark.

Einen Vertreter in der 2. Bundesliga hat Berlin zur Zeit nicht zu bieten. In der Beletage des deutschen Fußball agieren Hertha BSC und der 1. FC Union. Die „Alte Dame“ löste ihre Heimaufgabe mit dem 1:0 Sieg gegen Borussia Mönchengladbach. Ein hart geführtes Spiel, wenig Torchancen, es war wenig ansehnlich. Immerhin war das Olympiastadion nach den aktuell gültigen Corona-Regeln ausverkauft. Es war nicht schön, dafür erfolgreich und wird für weiteres Selbstvertrauen sorgen. Dazu ein Hoch auf den Videobeweis, er bewahrte Hertha vor einem Rückstand. Die nächsten Gegner sind auswärts, die TSG Hoffenheim, dann kommt Bayer Leverkusen und die Alte Försterei.

So haben wir die Überleitung zu den Eisernen, die mit einer gefühlten Niederlage aus Stuttgart zurückkamen. Sie hatten am Sonntagabend die Sache im Griff, allerdings müssen sie sich ankreiden lassen, nicht energisch genug auf das zweite Tor gegangen zu sein. So kam es wie kommen musste, die nie aufsteckenden Stuttgarter, seit der 57. Minute sogar in Unterzahl, schafften noch den Ausgleich. In der 3. Minute der Nachspielzeit landete ein abgefälschter Schuss von Faghir im der Tor Eisernen. Sie hatten es tatsächlich vermasselt, während der VfB sein Glück kaum fassen konnte.

“Wir hatten den Gegner und den Ball im Griff und waren sehr gut im Spiel. Am Schluss musst Du den Sack zumachen, wenn sich die Möglichkeiten ergeben. Stuttgart hat mit einer Chance den Ausgleich erzielen können. Aber ich bin sehr zufrieden mit dem, was die Mannschaft heute gezeigt hat, nach einem sehr schwierigen Auswärtsspiel in Rotterdam. Sie verdient ein großes Kompliment.” so fasste Urs Fischer das Spiel seiner Mannschaft zusammen.

Hertha und Union sind jetzt im Pokal gefordert. Bereits am kommenden Dienstag, 26.10. muss Hertha in Münster beim Regionallisten ran. Union reist einen Tag später nach Mannheim und will gegen den Drittligisten SV Waldhof weiterkommen.

Hans-Peter Becker