Legenden-Treff beim AOK Traditionsmasters

Samstag: Derbyday – Sonntag: Tag der Entscheidungen

Am 11. und 12. Januar kommt es in der Max-Schmeling-Halle zur elften Auflage des AOK Traditionsmasters. Mit Hertha BSC, dem 1. FC Union Berlin, Werder Bremen, Bayer 04 Leverkusen, Schalke 04 und Borussia Dortmund sind sechs aktuelle Bundesliga-Teams mit ihren Traditionsmannschaften dabei. Tennis Borussia sorgt als dritte Berliner Mannschaft für zusätzliche Derby-Stimmung und Dinamo Tiflis reist mit hochdekorierten ehemaligen Nationalspielern an.

Von den Teams wurden nun, etwa einen Monat vor Turnierbeginn, die ersten Kaderlisten eingereicht. Hier eine Auswahl der bisher gemeldeten Fußball-Legenden:

Ailton und Ivan Klasnic (Werder Bremen), Ulf Kirsten, Bernd Schneider und Patrick Helmes (Bayer 04 Leverkusen), Martin Max und Tomasz Waldoch (FC Schalke 04), Roman Weidenfeller, David Odonkor und Patrick Owomoyela (Borussia Dortmund), Pal Dardai und Gabor Kiraly (Hertha BSC), Torsten Mattuschka und Benny Köhler (1. FC Union Berlin), Ansgar Brinkmann und Francisco Copado (Tennis Borussia), Aleksandre Iashvili und AC Mailand-Hall-of-Fame-Star Kakha Kaladze (Dinamo Tiflis).

Das sportliche Niveau des Turniers steigt von Jahr zu Jahr an. Unter den genannten Namen finden sich Weltmeister (Weidenfeller), Bundesliga-Torschützenkönige (Kirsten, Max, Ailton), Fußballer des Jahres (Ailton, Kiraly, Dardai, Iashvili, Kaladze) und Champions League-Sieger (Kaladze). Die Fans können sich auf spannende Spiele und mitreißenden Hallenfußball freuen. Am Samstag finden acht Begegnungen statt. Am Sonntag hat jede Mannschaft noch ein Gruppenspiel. Dann entscheidet sich, wer aus den beiden Gruppen die Halbfinals erreicht. Das Endspiel wird am 12. Januar gegen 16:15 Uhr ausgetragen

Zum Stand der Dinge in der Bundesliga

Noch drei Spiele, dann geht’s schon in die Rückrunde, in der Hertha in den letzten Jahren immer schlechter aussah, als in der Vorrunde. Ich traue Jürgen Klinsmann zu, Hertha vor dem Abstieg zu retten. Nach 14 Spielen sieht es nicht gut, eher alarmierend, aus. Hertha ist punktgleich mit  Düsseldorf, je 12, auf dem Relegationsplatz. Zum Glück gibt es mit je acht Punkten zwei Clubs die schlechter da stehen, den SC Paderborn und der 1. FC Köln. Seit der Drei-Punkte-Regelung ist das ein schneller änderbarer Zustand, das erlaubt immer wieder nach der Qualität der Teams zu fragen.

Klinsmann redet seinen Spielern Qualität ein. Er muss motivieren. Ich sehe die Qualität bei Hertha etwas kritischer. Individuelle Qualität ist in der Summe nicht gleich mannschaftliche Qualität. Wer hat den Kader zusammengestellt ? Wer hat den bereits nach nur 12 Spielen wieder geschassten Trainer verpflichtet ? Das Plakat in der Ostkurve während des Spiels gegen Dortmund sprach Bände.

Hoffen wir im kommenden Heimspiel gegen Freiburg auf die Wende. Der 1. Union muss zum SC Paderborn. Gegen Mannschaften, denen das Wasser bis zum Hals steht wird es schwer. Paderborn hat mit großem Kämpferherz in der Eliteliga beeindruckt und unglücklich Punkte liegen lassen.

Stolz darf Berlin auf seinen zweiten Bundesliga-Club sein. Nach 14 Spielen sind 19 Punkte auf dem Konto, immerhin sieben mehr, als der ambitionierte Lokalrivale vorweisen kann. Das muss der Hertha einfach wehtun. Noch vor Saison-Beginn trumpfte Michael Preetz immer mal wieder damit auf, dass Hertha sich über die Konkurrenz freue, aber zeigen werde, wer in Berlin die Nummer Eins ist.

Die Bayern dominierten jahrelang die Bundesliga. Meisterschaftsanwärter sind Borussia Mönchengladbach und RB Leipzig. Zwei Niederlagen in Folge, dass hat sich ja nicht einmal Niko Kovac erlaubt. Die Kaderzusammenstellung bei den Bayern wird kritisiert, fast wie bei der Hertha. Bei den Bayern sind es eher Luxusprobleme. Aktuell sind die Bayern – „nur“ – muss aus Bayern-Sicht gesagt werden, Tabellensiebenter. Clubs wie Bayer Leverkusen, der SC Freiburg, Schalke 04 und Borussia Dortmund sind davor platziert. Man stelle sich das Hohn-Gelächter vor, die Eisernen spielen bis Weihnachten weiter so effektiv und sammeln fleißig Punkte. Überholen sie bald die Bayern ? Ein bisschen träumen ist erlaubt. Das nächste Spiel ist immer das Schwerste. Die Hürde in Paderborn muss erst einmal genommen werden.

Positiv, endlich wieder Spannung in der Bundesliga. Jeder kann jeden schlagen. Fußballfreunde, was wollt ihr mehr…

Christian Zschiedrich  

Sieg und Remis – Punkte für die Berliner Profi-Clubs

Der 1.FC Union hat es schon wieder getan und einen Heimsieg eingefahren. Der achte Heimauftritt brachte den fünften Sieg, nur zwei Teams haben bisher mehr Heimpunkte geholt, Gladbach und Dortmund. Würde nur die Heimtabelle zählen, wären die Eisernen auf Kurs Champions-League. Nur so nebenbei, die Bayern haben aktuell zu Hause erst 13 Zähler auf die Habenseite bringen können. „Für einen kurzen Augenblick werden wir die Situation genießen, dann geht es konzentriert weiter. Wir haben noch nichts erreicht, die 19 Punkte reichen am Ende nicht für den Klassenerhalt“, so äußerte sich Unions Mittelfeldspieler Christian Gentner nach dem 2:0 Sieg gegen den 1. FC Köln am 14. Spieltag der Bundesliga.

Das Stadion war, inzwischen selbstverständlich, restlos ausverkauft. Wer über eine Eintrittskarte verfügte oder auf anderen Wegen unter den Augenzeugen weilen durfte, wusste was geboten wird. Bedingungsloser Kampf, kein Hochglanzfußball und genauso bedingungslose Unterstützung von den Rängen. Es passt im Moment alles beim 1. FC Union. Trainer Urs Fischer hat die optimalen settings gefunden, ein Spielsystem das funktioniert. Für das Spiel gegen Köln musste kurzfristig Neven Subotic in der Innenverteidigung ersetzt werden. Für ihn kam Publikumsliebling Michael Parensen in die Startelf und ein anderer Liebling durfte zum zweiten Mal in der Saison am Spielanfang auflaufen, gemeint ist Sebastian Polter. Die Anfangsphase gehörte etwas mehr den Gästen. In der 14. Minute vertändelten sie einen guten Angriffsversuch und in der 23. Minute musste Rafal Gikiewicz einen Freistoß aus der Torecke kratzen. Weiter ging es in der 26. Minute, da setzte Simon Terodde nach einer Flanke von Dominik Drexler den Ball nur knapp neben den Pfosten. Der Freistoß in der 29. Minute aus aussichtsreicher Position hätte die Führung sein müssen, erneut riesig gehalten. Dann kam es wie es kommen musste, erst hat man kein Glück und dann kommt Pech dazu. Kölns Birger Verstraete rutscht an der eigenen Strafraumgrenze aus, die Plätze werden im Dezember nicht besser, das eröffnete eine Schusschance für Sebastian Andersson. Der Ball wurde von Timo Horn zur Ecke geklärt. Erneut war Andersson zur Stelle und drückte den von seinem Kapitän Christopher Trimmel getretenen Eckball per Kopf in die Maschen.

In der 50. Minute war es erneut Andersson, ein Steilpass von Gentner, Schnelligkeit und technisches Können und der Ball war über der Linie. Anschließend hatten die Eisernen alles im Griff und verwalteten mit gewohntem Einsatz den Vorsprung. Der Mann des Spiels war zweifelsohne der Schwedische Nationalspieler in den Reihen der Eisernen, Sebastian Andersson. Er verdiente sich ein Sonderlob, nicht allein wegen seiner Saisontreffer sieben und acht, jetzt Platz vier der Torjägerwertung zusammen mit Marco Reus von Borussia Dortmund, immer anspielbar und sehr ballsicher.

Nach dem Schlusspfiff gab es Riesenjubel und eine Spitze in Richtung Köln. „Wir brauchen keinen Karneval, Unioner feiern überall.“

Der Spieltag wurde eröffnet mit der Partie des anderen Berliner Clubs. Lange sah nach einem Sieg für die „Alte Dame“ in Frankfurt aus, am Ende wurde es immerhin ein Punktgewinn. In der Tabelle hat der Aufsteiger aus Köpenick vor dem 15. Spieltag sieben Punkte Vorsprung vor den Herthanern.

Ihr Zwischenziel haben die Eisernen vorfristig erreicht, die jetzt noch ausstehenden drei Partien im zu Ende gehenden Jahr ihres Bundesligaaufstiegs, sind wie ein zusätzlicher Bonus. Im Blau-Weißen Lager werden sie ein bisschen neidisch in Richtung Köpenick blicken. Aus wenig bislang viel gemacht wurde bei den Eisernen, während die Alte Dame ihre Unpässlichkeit noch nicht ganz überwunden zu haben scheint. Dass sie nicht auf dem Relegationsplatz der nächsten Aufgabe entgegen schaut verdankt sie der Klatsche, die Fortuna Düsseldorf in Dortmund bezog.

Hans-Peter Becker

Eintracht Mahlsdorf behauptet sich an der Spitze der Berlin-Liga

Wie der Name es verrät, spielen in der Berlin-Liga ausschließlich Berliner Vereine. Insofern ist es richtig, von der obersten Berliner Fußball Liga zu sprechen. Sich da zu behaupten, ist mitunter gar nicht so einfach. Einige Traditionsvereine haben es nicht geschafft, wurden schon mal durchgereicht. Schauen wir eine Klasse tiefer in beiden Landesligen.

Den SC Gatow z.B. finden wir mit erst neun Punkten auf einem Abstiegsplatz, dem vorletzten. Zwei Clubs, die weit bessere Zeiten erlebten, peilen hoffnungsvoll den Aufstieg in die Berlin-Liga an. Tabellenführer in der 1.Abteilung ist der 1. FC Wilmersdorf, in der 2. Abteilung der SC Charlottenburg. Hoffnung macht sich auch im Verfolgerfeld der BFC Preussen unter Trainer Thomas Häßler.

Zurück in die Berlin-Liga, in der letzten Saison stiegen die Füchse Berlin mit Glück und Geschick nicht ab. Es hing alles am seidenen Faden. Heuer nehmen sie nach 15 Spielen Platz 9 mit 21 Punkten ein, obwohl sie am 15. Spieltag ihr Heimspiel gegen SD Croatia mit 0:1 abgaben. Auf den drei Abstiegsplätzen rangieren aktuell Türkiyemspor (16., 12 P.), Fortuna Biesdorf (17., 6 P.) und Brandenburg 03 (18., 0 P.). Al-Dersimspor (15., 13 P.) und Hilalspor (14., 15 P.) könnte es ebenso erwischen.

Oben steht Eintracht Mahlsdorf (38 P.), der unter Trainer Daniel Volbert, die Herbstmeisterschaft wird erst mit dem 17. Spieltag entschieden werden wird. Denn nur einen Punkt dahinter kämpft Sparta Lichtenberg mit um die Krone, wechselte sich an der Spitze mehrmals mit Eintracht Mahlsdorf ab. Die Mahlsdorfer hatten es zuletzt schwer, in Frohnau mit einem 1:0 drei Punkte zu entführen, während Sparta bei Berlin-United mit einem 4:0 beeindruckte. TuS Makkabi hat sich nicht aufgegeben, fertigte die Spandauer Kickers mit 5:2 ab. Der Frohnauer SC (8., 22 P.) steht mit einem Zähler unmittelbar vor den Füchsen. Der Tabellendritte mit 35 Punkten Stern 1900  kam beim Berliner SC über ein 1:1 nicht hinaus.

Der 16. Spieltag bietet ein Samstagspiel, am 7.12. 14.00 Uhr, an der Cantianstraße, der SV Empor (11.) empfängt Fortuna Biesdorf (17.). Acht Spiele werden am Sonntag, 8.12. ausgetragen. Unter anderem ab 12.45 Uhr, in der Kreuznacher Straße, die Partie von Stern 1900 gegen den Frohnauer SC. Von Interesse für den Aufstieg ist der Ausgang, des Spiels Am Rosenhag. Behauptet sich Gastgeber Eintracht Mahlsdorf, Anpfiff 14.15 Uhr, gegen den TSV Rudow und kommt Brandenburg 03 ab 16.00 Uhr im Heimspiel an der Sömmeringstraße gegen Al-Dersimspor endlich zu den ersten Punkten?

Christian Zschiedrich

NOFV Oberliga: Noch führt Tennis Borussia Berlin

Wie VSG Altglienicke in der Regionalliga führt in der NOFV Oberliga Nord ein Berliner Club „nur“ aufgrund des besseren Torverhältnisses. TeBe behauptete die Spitze mit einem 0:0 in Greifswald beim gefürchteten FC, derzeit Tabellenvierter, allerdings mit einem Spiel weniger in der noch zu begradigenden Tabelle. Besser als TeBe machte es auswärts Hertha 03 beim Torgelower FC Greif. Die Zehlendorfer fuhren auch in dieser Auswärtspartie die drei Punkte ein, gewannen 2:1. Damit zog Hertha 03 nach Punkten, je 32, mit den Charlottenburgern gleich. Bereits in der nächsten Partie wird die Herbstmeisterschaft entschieden. Im Moment trennen die Vereine auf Platz Eins bis Vier gerade mal zwei Punkte.

 Unten im Keller gibt es wieder Hoffnung für den zweiten Charlottenburger Verein. Das 5:1 gegen den SV Tasmania lässt aufhorchen.  Fünf Tore, das sind ja fast so viele wie bisher in der gesamten Saison, es waren bisher sieben. Trainer Murat Tik von Hertha 06 gelang mit seinem Team mehr als eein Achtungserfolg im Berliner Derby. Noch zieren die 06er mit acht Punkten das Tabellenende, doch die Mitkonkurrenten haben nur zwei Punkte mehr. Im Heimspiel am Sonntag, 8.12. 13.00 Uhr kann mit einem Sieg über Strausberg, dem Tabellendreizehnten, das rettende Ufer erreicht werden. Stendal und Brandenburg Süd (Tabellenvorletzter) spielen gegeneinander. Gefährdet mit nur 11 Punkten ist der  SV Tasmania, aktuell auf Rang 12. Tasmanias Trainer Tim Jauer  muss mit seinen Schützlingen nach Seelow, zu der weiter oben stehenden Victoria. Tasmania weiß von der Bedeutung des Spiels, zwei Tabellennachbarn treffen aufeinander. Nur nicht wieder so auskontern lassen und eigene Chancen besser verwerten.

Anstelle einer kompletten Vorschau auf den anstehenden 15. Spieltag (nur 16 Vereine) muss auf unschönen Vorkommnisse nach der Begegnung MSV Pampow – Victoria Seelow hingewiesen werden. Dem Berliner Schiedsrichter Denis Waegert wurde auf dem Weg in die Kabine von einem Zuschauer tätlich angegeriffen und dabei auf den Kopf geschlagen. Er ging zu Boden, konnte zum Glück selbst wieder aufstehen. Die Polizei und die medizinische Versorgung mussten wieder gerufen werden, ein unschönes Ereigniss.

Christian Zschiedrich

Herbstmeister VSG Altglienicke

Die Tabellenführung, so beeindruckend sie sein mag, damit gerechnet hatte vor Saisonbeginn kaum jemand, sie besteht mit 36 Punkten „nur“ aufgrund des besseren Torverhältnisses 44:21 gegenüber dem Tabellenzweiten Energie Cottbus mit 41:26.

Energie gewann 2:0 bei Lichtenberg 47 und Altglienicke schaffte zu Hause immerhin ein 2:2 gegen den 1. FC Lok Leipzig, dem Tabellendritten mit 34 Punkten.  Ein Höhepunkt kommt am Samstag, 07.12.19, 13.30 Uhr, für Altglienicke, die VSG freut sich auf Energie Cottbus zum Match Erster gegen Zweiter. Kompliment, wer dieses Regiebuch geschrieben hat.

Erfreulich aus Berliner Sicht, der 1:0-Erfolg vom FC Viktoria 89, Torschütze Menz (40.), bei Wacker Nordhausen, vor 457 Zuschauern. Mit den drei entführten Punkten kommt Viktoria aktuell auf 24, Tordifferenz plus 5 und klettert damit vor Lichtenberg 47 auf Platz acht. Einen Zähler dahinter hinter ist der BFC Dynamo platziert, unter der Woche gewann der BFC Dynamo gegen Wacker Nordhausen vor 731 Zuschauern mit 3:1. Lukas Brumme erzielte alle drei Tore. Nordhausen war durch Pichinot 1:0 in der neunten Minute früh in Führung gegangen.

Einen weiteren Sieg erzielte der Berliner AK mit 4:0, vor 1.508 Zuschauer in Babelsberg. Drei Tore in Folge, aber nicht in einer Halbzeit markierte Cigerci (14., 40. Und 67.). Kahraman steuerte das 4:0 bei. . „Innerhalb des Kaders gab es Querelen“ begründet Trainer Dirk Kunert, der fünf Spieler in der Woche vor dem Match bis zum Jahresende vom Spiel und Training suspendierte, darunter der beste Saison-Torschütze Pierre Merkel (sieben Treffer), Niklas Brandt, Oliver Hofmann, Kay Michel und Marcus Mlynikowski.

Zwischen Lok Leipzig und Wacker Nordhausen platzierte sich die Mannschaft von Andreas Zecke Neuendorf, Hertha BSC II, belegt Platz 4 mit 33 Punkten. Bereits am Freitag, 6.12. ab 18 Uhr, kommt der 1. FC Lok Leipzig ins Amateurstadion. Am Samstag, 7.12. um 13.30 Uhr, ist zeitgleich mit Altglienicke – Cottbus der Berliner AK beim Tabellenletzten Bischofswerdaer FV angesetzt.

Am Sonntag, 8.12. 13.30 Uhr, stehen drei weitere Spiele mit Berliner Beteiligung auf dem Programm: RW Erfurt – Viktoria 89, Lichtenberg 47 – VfB Auerbach und im Karl-Liebknecht-Stadion heißt es Babelsberg 03 (Tabellenvorletzter) – BFC Dynamo.

Christian Zschiedrich

Niederlagen für die Clubs aus der Hauptstadt

Es war nicht die Stunde der Berliner Profi-Clubs, dieser 13. Spieltag der Saison 2019/20. Im Freitagspiel verloren die Eisernen mit 1:2 auf Schalke, dabei sah es lange nach einem Punktgewinn aus. Ein individueller Fehler von Innenverteidiger Neven Subotic leitete den Siegtreffer für die Schalker ein. Das Matchglück hatte die Eisernen verlassen. Beim Ausgleichstreffer war der Schiedsrichter auf ihrer Seite, der wohl mehr auf eine Schwalbe hereinfiel und auf Foulstrafstoß entschied. Ansonsten lieferte der Aufsteiger eine gute Leistung ab, musste sich letzlich der Leistungssteigerung des Gegners in Halbzeit Zwei sowie der größeren individuellen Klasse der Schalker geschlagen geben.

Keine 24 Stunden später startete die Alte Dame mit neuem Trainerstab in das Heimspiel gegen Borussia Dortmund. Die Problemzonen wurden sofort sichtbar. Motiviert und nervös nahmen die Spieler in Blau und Weiß die Partie auf. Bereits in der Anfangsphase bekamen sie einen brutalen Doppelschlag verpasst. Die Abwehr wackelte weiter, das waren Gegetreffer 26 und 27 und erst 13 Spiele absolviert. Nach nur 17. Minuten lagen sie 0:2 hinten und Jürgen Klinsmann war das sonst so freundliche Gesicht eingefroren. Dass die Hertha anschließend nicht auseinander fiel, sondern kämpfte war das einzig positive an diesem Spiel. Die Belohnung folgte in der 34. Minute, mit dem Anschlusstreffer durch Vladimir Darida. Kurz vor der Pause flog Dortmunds Mats Hummels mit Gelb-Rot vom Platz. Aus den über 45 Minuten Überzahl konnten die Herthaner nichts machen. Ein Tor von Davie Selke fand nach Videobeweis keine Anerkennung.

Vor Jürgen Klinsmann und seinem Team liegt jetzt eine Menge Arbeit. Auf der Tribüne saß Lars Windhorst und wird sich seinen Teil gedacht haben. Das bemerkenswerteste an diesem Spiel war ein Interview mit dem Manager Michael Preetz. Er wurde gefragt, ob sich jetzt seine Rolle im Verein verändern wird. Verärgert ließ er den Reporter wissen, “ ..einem Acki Watzke würden sie solch eine Frage wohl nicht stellen…“.

Hertha, mit größeren Ambitionen in die Saison gestartet, hat erst 11 Punkte und ist auf den Relegationsplatz abgerutscht. Fortuna Düsseldorf ist durch ein bemerkenswertes 1:1 bei der TSG Hoffenheim auch noch vorbeigezogen. Da werden böse Erinnerungen wach an die Saison 2009/10.

Hans-Peter Becker

Hertha BSC: Es kann nur besser werden

Die Ereignisse im Zusammenhang mit der Trainerentlassung überschlugen sich beim Berliner Hauptstadtclub. Klinsis „Jein“ unter bestimmten Voraussetzungen ist nun auch klar. Heute wissen wir, die Voraussetzungen heißen: Teammanager Arne Friedrich, zwei Co-Trainer  Alexander Nouri und Markus Feldhoff sowie Andy Köpke. Da wurde energisch hinter den Kulissen gewirkt. Jürgen Klinsmann macht’s in der Tat hundertprozentig. Torwarttrainer Zsolt Petry und Harald Gämperle, bisher hoch im Kurs von Michael Preetz, wurden tatsächlich freigestellt. Sie durften mit Ante Covic gleich mitgehen. Das ist wesentlich mehr, als das kaum vorhergesehene Stühlerücken.

Ich möchte nicht wissen, was der gewaltige Umbruch kostet. Hertha hat ja das Geld und getan werden musste was. Es bestätigt auch die Handlungsweise von Ex-Bundestrainer Jürgen Klinsmann. Michael Preetz wird gespürt haben, dass er in der Verantwortung abgeben muss. Denn einen dritten Abstieg in Liga Zwei unter seiner Regie hätte niemand mehr bei Hertha dem Manager Sport verziehen. „Wir haben die Schnauze voll“ (wie nach dem Augsburg-Spiel) lautet dann nicht nur „Trainer raus“.

Nun hat Micha einen erfolgsbesessenen Trainer mit einem ganzen namhaften Team etabliert. Der Fan stelle sich jetzt mal eine Abstimmung in der Hertha-Führung vor. Ich bin sogar davon überzeugt, dass Jürgen Klinsmann in einer entscheidenden Auseinandersetzung mit Michael Preetz das Rückgrat hat, dies öffentlich zu machen. Als ein Reporter in der Pressekonferenz beiläufig das Wort Machtübernahme fallen ließ,  reagierte Preetz spontan und steuerte dagegen.

Welche Rolle mag Präsident Werner Gegenbauer bei diesem Umbruch spielen? Der Name ist in diesem Zusammenhang überhaupt noch nicht gefallen. Ist er wirklich davon überzeugt, dass dies der einzig rettende Weg sein kann oder hat er gar genug des Regierens? Ich kann es mir nicht vorstellen, so gern ich nach wie vor Hintergründe beleuchte. Wer gibt schon gern freiwillig Macht ab… Sich weiterhin mit Hertha BSC zu beschäftigen, scheint mir angebracht zu sein. Der Einwurf „Machtübernahme“ könnte ganz und gar berechtigt sein.

Christian Zschiedrich

Hertha zieht die Reißleine

Es kam überraschend, Jürgen Klinsmann muss sein Mandat als Aufsichtsrat von Hertha BSC ruhen lassen. Er übernimmt bis zum Ende der Saison das Traineramt. Je mehr man darüber nachdenkt, je mehr macht es Sinn. Klinsmann ist seit einiger Zeit mit Hertha verbunden, sein Sohn Jonathan war hier zwei Jahre Profi und Investor Lars Windhorst hatte ihn als Fußball-Fachmann ins Boot geholt. Einige Spiele der Alten Dame hat er beobachtet. Sein aus Frankfurt an der Oder stammende Vater Siegfried Klinsmann, so war zu erfahren, war Hertha Fan. Ihm hätte es bestimmt gefallen, seinen Sohn als Trainer an der Seitenlinie zu sehen.

Unser Chefredakteur hat es geahnt, „Ex-Bundestrainer und seit kurzem Hertha-Vorstand Jürgen Klinsmann wird in Kenntnis der Probleme nicht von sich aus spontan handeln, doch hinter Klinsmann steht der Investor Lars Windhorst. Der will sein Geld gut angelegt wissen…“. Stellt sich schon die Frage, wie energisch wurde hinter den Kulissen gewirkt ? Der Vertrag mit Klinsmann läuft bis zum Ende Saison. Selbst dafür musste er länger überredet werden. Der Rückflug wurde storniert, das bevorstehende Thanksgiving-Fest muss ohne ihn gefeiert werden.

Seinen neuen Job will er gründlich machen, wenn auch zunächst nur befristet. Wie gründlich, zeigte sich kurz nach der Bekanntgabe. Nicht nur Klinsmann kommt, er wird zusätzlich seinen Trainerstab installieren. Arne Friedrich, der frühere Kapitän und Nationalspieler soll Teammanager werden, soll ähnliche Aufgaben erfüllen wie Sebastian Kehl in Dortmund. Ein neuer Torwart-Trainer soll kommen, kein geringerer als Andy Köpke, Oliver Bierhoff soll bereits sein okay gegeben haben. Mit Alexander Nouri und Markus Feldhoff stehen ab sofort auch zwei neue Assistenz-Trainer an Klinsmanns Seite. Was die Zukunft des bisherigen Torwart-Trainer Zsolt Petry und Harald Gämperle betrifft, dazu werden Gespräche geführt werden. Ob sie weiter eine Zukunft bei der Hertha haben, ist offen.

Auf die entsprechende Nachfrage, ob auch der neue Trainerstab nur bis zum Saisonende bleibt wurde ein zurückhaltendes ja in den Raum geworfen. Das ist fast nicht vorstellbar. Könnte die ganze Aktion nicht den Beginn einer schleichenden Machtübernahme bedeuten ? Michael Preetz betonte zwar, dass alles in vertrauensvoller Zusammenarbeit über die Bühne ging, da bleiben doch einige Fragen offen.

Das rein sportliche ist fast ein wenig in den Hintergrund gerückt. Nach der Pressekonferenz bat der neue Trainer gleich zu einer Einheit auf den Trainingsplatz. Möglichst wieder nach oben klettern heißt jetzt die Devise. Der Kader muss zunächst akzeptieren, dass Abstiegskampf angesagt ist, dafür ist es, obwohl erst 12 Spiele absolviert sind, nicht zu früh. So ein desolater Auftritt, wie zuletzt in Augsburg, darf sich nicht wiederholen.

Hans-Peter Becker

Klinsi macht’s – Covac nicht mehr Hertha-Coach

Keine schlechte Entscheidung, wie am Mittwochvormittag, am 27.11.2019 bekanntgegeben, ist Ante Covic (44) nach knapp fünfmonatiger Tätigkeit und dem 0:4 in Augsburg freigestellt (beurlaubt), kein Trainer mehr. Die Talfahrt wurde ihm mit nur 11 Punkten zum Verhängnis. Bis zum Ende der Saison übernimmt bei Hertha Jürgen Klinsmann sein Amt. Ausschlaggebend dürfte die Tatsache für den Ex-DFB-Teamchef gewesen sein, dass zum Abschluss seiner Karriere die Trainertätigkeit bei einem Bundesligisten bestimmt eine reizvolle Aufgabe sein wird. Deshalb will ich den Einfluss von Sponsor Lars Windhorst gar nicht hinein interpretieren. Klinsmanns Sitz im Aufsichtsrat bleibt dem Ex-Bundestrainer ja garantiert auch nach seiner Trainertätigkeit, für die ihn ja auch noch andere Angebote ins Haus flatterten. Aus meiner Sicht werde Ich Jürgen Klinsmann nie vergessen, dass er zu Zeiten meiner Sportsendung für den oft geschalteten Trailer sagte: „Berliner schauen TV Sport in Berlin“.

Hintergründe für diese Entscheidung: Wunschtrainer Niko Kovac sagte Nein. Ich selbst erlebte mit ihm einst, was ein Freundeswort bedeutet. Es charakterisiert ihn absolut positiv. Freunde unterstützt man und löst sie nicht ab. Ich erinnere mich genau bei Dreharbeiten bei einem Hertha-Training zu Spielerzeiten des Niko Kovac. Ich fragte ihn nach den Abgangs-Gerüchten zu Bayern, „was ist dran Niko“? Er fragte: „Wann gedenkst du das auszustrahlen?“ – Antwort: „Erst am Sonntagabend“. „Garantiert kein Wort früher?“.  – „Garantiert kein Wort früher!“ – Niko bestätigte mir bereits Anfang der Woche als ersten Reporter seinen feststehenden Abgang ins Mikrofon!

Wer kennt schon die Modalitäten bei seinem Rauswurf in München genau? Vertraglich ist er noch 1 ½ Jahre mit Gehaltsansprüchen bei Bayern verpflichtet. Da kann er sich erholen. Mit seinen Erfolgen bei Eintracht Frankfurt und Bayern München, Deutscher Meister und Pokalsieger, und seinen Erfahrungen hat er keine Schwierigkeiten später wieder einen Verein zu finden. Viele Vereine wären dankbar… Hertha wollte ihn ja auch, hätte wahrscheinlich auch das Gehalt der Bayern übernommen. Es könnte sogar sein, dass Niko eine Abfindung von Bayern bekommt und damit sofort wieder tätig sein kann. Die Absage an Hertha  ist bestimmt darin begründet, dass Ante sein Freund und Antes Sohn Maurice sein Patenkind ist. Niko würde niemals als Nachfolger eines Freundes fundieren.

Zur neuen Saison als Nachfolger von Jürgen Kliensmann könnte es durchaus wieder bei Niko Kovac kribbeln. Co-Trainer Harry Gämperle (51) war ja auch im Gespräch. Er bleibt unangetastet auch den Herthanern erhalten. Soll Klinsi doch beweisen, dass  er auch als Bundesligacoach erfolgsorientiert handeln kann. Ob auch kurzfristig (?), ganz Berlin ist nun gespannt, ob Jürgen Klinsmann sogar derjenige ist, der Lucien Favre in die Wüste schickt.

Bei Hertha überschlagen sich die Ereignisse. Großes Stühlerücken ist angesagt. Im Moment läuft die PK mit der Vorstellung des neuen Trainers Jürgen Klinsmann. Er bringt einen neuen Co-Trainer und TW-Trainer mit. Arne Friedrich wird wohl Masnnschafts-Direktor. Hans-Peter Becker verfolgt die Pressekonferenz. Lieber Hans, bitte übernehme. Was gibt es Neues?

Christian Zschiedrich