Da hat sich Hertha BSC was eingebrockt !

0:3 in Frankfurt! Wie kann das sein, wo es um so viel ging, dass Hertha die erste Halbzeit verschläft. Das passt doch nicht. Die 2. Liga rückt näher. Hat Hertha wirklich nicht die Qualität fürs DFB-Oberhaus? Es scheint so. Selbst Aufsteiger Schalke 04 (aktuell 11 Punkte) rückt näher an Hertha BSC (14 Punkte) heran. Der Abstand zum Tabellenletzten beträgt nur noch 3 Punkte. Die Mannschaften über Hertha gehen von der ersten Minute ganz anders zu Werke. Vergleichsweise zu beobachten sind der größere Einsatzwille, einer für den anderen, die enorme Laufbereitschaft und Zweikampfführung. Da geht es mal ordentlich hart zur Sache. Augsburg schlägt Bayer Leverkusen 1:0 und der VfL Bochum gewinnt gar 5:2 gegen die TSG Hoffenheim. Da kursieren bereits Witze, ob Hertha vielleicht auf die 10fach in Folge sieglosen Hoffenheimer wartet. Schalke erkämpfte sich ein torloses Remis bei Borussia Mönchengladbach (immerhin zu Null!) und die Borussen sind der nächste Gegner in Berlin. Kann Hertha BSC mit dieser Einstellung gegen die Gladbacher einen Blumentopf gewinnen?

Genug der negativen Schlagzeilen. Kay Bernstein bekommt sogar Komplimente für die Entlassung von Fredi Bobic. Einig sind sich wiederum alle, dass dies kein günstiger Zeitpunkt war. Die vier Absagen im Transfergeschäft sprechen aktuell natürlich Bände. Was unter Fredi Bobic geschah, hat mich keineswegs überzeugt. Der Beginn war mit Windhorsts Millionen eigenartig. Insofern ist Bernstein in der Tat zu verstehen. Bobic brachte, so steht zu lesen, sage und schreibe 14 Mitarbeiter aus Frankfurt mit in die Hauptstadt. Das Geld hätte besser investiert werden können. Aber wen interessiert schon, ob das Ehrenamtliche, dagegen wäre nichts einzuwenden, oder kostspielige Ausgaben (Löhne) sind. Der Verein heißt aber Herrtha BSC, der in Verantwortung das Spiel mit sich machen ließ. Bobic soll, lobenswerterweise, einen Transferüberschuss erzielt haben. Gut so, plus die Millionen von Windhorst, welcher Verein kann schon so gut dastehen?

Die Antwort: Der zweite Berliner Bundesligaverein. Während ich die Zeilen tippe, stehen die Köpenicker an 1. Stelle der Eliteliga und Trainer Urs Fischer bäckt trotzdem weiter Bewusstsein kleine Brötchen. Sein Ziel waren zunächst 40 Punkte, so schnell wie möglich den Klassenerhalt sichern. Union hat nach 19 Begegnungen „erst“ 39. Es fehlt also immer noch ein Punkt, um nicht abzusteigen, ehe das nächste Ziel verkündet werden kann. Noch mehr hat mir die Einkaufspolitik – „Wir haben unsere Grenzen“ – imponiert. Es wurde wohl zu viel gefordert und Absprachen nicht eingehalten, also verzichteten die Eisernen.

Der VfL Wolfsburg wurde aus dem Pokal geschmissen, der 1. FC Union hat das Viertelfinale erreicht. Was ist mit Hertha BSC? Ach, lassen wir das. Sonst fange ich noch an, von beiden Vereinen die Ergebnisse der letzten vier Meisterschaftsspiele gegenüberzustellen. Der angeblich neue Investor ist ja auch noch nicht sicher. Oje Hertha BSC, das nächste Spiel sollte unbedingt gewonnen werden.

Christian Zschiedrich

Berlin-Derby im Wasserball

04. Februar 2023

Wasserfreunde Spandau 04 – SG Neukölln

Spielbeginn: 16.00 Uhr

Spielort: Sport- und Lehrschwimmhalle Schöneberg, Sachsendamm 11, 10829 Berlin

Zehn DWL-Spiele in der A-Gruppe der nationalen Wasserball-Top-Liga haben die Wasserfreunde Spandau 04 bereit hinter sich, eines davon war ein vorgezogenes aus der Rückrunde (23:5 gegen ASC Duisburg).

In diesen zehn Partien sind die Schützlinge von Trainer Athanasios Kechagias nach wie vor ungeschlagen.

Spitzenreiter Spandau führt die Tabelle mit 20:0 Punkten und dem respektablen Torverhältnis von 225:54 an, wozu das Hinspiel gegen Neukölln als Gastgeber mit einem 6:36 am 19. November einen beträchtlichen Teil beigetragen hat. Ganz so heftig wird es diesmal wohl nicht kommen, denn das Team der SGN hat sich als Sechstes des Rankings zumindest partiell etwas berappelt und Anfang Dezember gegen den OSC Potsdam sogar eine seiner acht Partien gewonnen. Gleichwohl sind die Rollen klar verteilt, alles andere als ein weiteres 04-Schützenfest käme überraschend.

Bei anschließend noch drei ausstehenden Spandau-Spielen der DWL-Hauptrunde rückt der Gewinn der Hauptrunde durch die Wasserfreunde und Platz 1 als Ausgangsposition für die Playoffs immer näher, zumal sich am Samstag, dem 10. Spieltag, auch die unmittelbaren Verfolger ASC Duisburg und Waspo Hannover gegenüberstehen und daher Punkte verlieren werden.

Quelle: Peter Röhle/Wasserfreunde Spandau 04

Termine:

08.02.2023 Champions League Spiel 7 Spielbeginn 19:30 Uhr SSH

Wasserfreunde Spandau 04 – Jug Dubrovnik

11.02.2023 Deutscher Wasserball Pokal Spielbeginn 16:00 Uhr Stadionbad Duisburg

ASC Duisburg – Wasserfreunde Spandau 04 – Viertelfinale

17.02.2023 Champions League Spiel 8

Jug Durovnik – Wasserfreunde Spandau 04

25.02.2023 Bundesliga Spiel 11 Spielbeginn:16:00 Uhe SSH

Wasserfreunde Spandau 04 – OSC Potsdam

28.02.2023 Champions League Spiel 9

AN Brescia – Wasserfreunde Spandau 04

Zwei Rostocker Vereine führen die NOFV-Oberliga Nord an

Der Rostocker FC nach 17 Spielen mit 39 und Hansa Rostock II mit 36 Punkten. Es folgen fünf Berliner Vereine: 3. FC Hertha 03 (33 P.), 4. TuS Makkabi (30 P.), 5. Blau-Weiß 90 (28 P.), 6. CFC Hertha 06 (27 P.) und 7. Eintracht Mahlsdorf (26 P.). Eine aus Berliner Sicht zufriedenstellende Konstellation. Da könnte man schlussfolgern, Berliner Clubs haben in dieser Saison nichts mit dem Abstieg zu tun ? Wäre nicht der SC Staaken (15.) und SV Tasmania (16.). Vier direkte Absteiger gibt es in diesem Jahr. Mecklenburg Schwerin (18. mit nur 7 Punkten) verlor sogar das Heimspiel 0:4 gegen MSV Neuruppin und liegt abgeschlagen weit zurück. Anders dagegen der Vorletzte MSV Pampow, hat deren 12 Punkte und ist bei der Drei-Punkte-Regelung noch keineswegs aus dem Rennen. Ebenfalls 12 Punkte hat SV Tasmania im 50 jährigen Jubiläum. Bekanntlich fusioniert Tas mit Blau-Weiß 90, heißt, bange muss es nur aus Berliner Sicht um den SC Staaken (15 P.) sein. In Staaken verlor die Jeffrey-Seitz-Truppe 0:2 gegen Optik Rathenow und muss am Sonntag, 13.00 Uhr, zum Tabellenvierten TuS Makkabi ins Mommsenstadion. Dass es Staaken in dieser Saison so schwer hat und endgültig im Abstiegskampf angekommen ist, ist vergleichsweise zu den Jahren davor neu.

Auch Hertha 03 und Blau-Weiß 90 verloren ihre Auswärtsspiele. BW 90 verlor 0:2 bei Dynamo in Schwerin und die Zehlendorfer 1:2 bei Union Fürstenwalde (8.). Beide und nicht nur sie verloren in der Spitzengruppe damit an Boden. Schade. Das Berlin-Derby zwischen Hertha 06 – TuS Makkabi endete vor nur 106 Zuschauern 0:1.

Die sieben Berliner Clubs haben am kommenden Spieltag folgende Gegner vor der Brust: Samstag, 04.02.2023, 13.00 Uhr, Volkspark Mariendorf, Blau-Weiß 90 – Union Fürstenwalde, Samstag, 04.02.2023 , 13.30 Uhr, Werner-Seelenbinder-Sportpark, SV Tasmania – Dynamo Schwerin, Samstag, 04.02.2023 14.00 Uhr, MSV Pampow – Eintracht Mahlsdorf. Sonntag, 05.02.2023, 13.00 Uhr, Mommsenstadion, Berlin-Derby TuS Makkabi – SC Staaken. Sonntag, 05.02.2023, 14.00 Uhr, MSV Neuruppin – CFC Hertha 06. Zeitgleich wird im Ernst-Reuter-Sportfeld die Partie FC Hertha 03 – TSG Neustrelitz angepfiffen.

Christian Zschiedrich

Die Rückrunde der Regionalliga Nordost hat begonnen

Der Überblick ist durch nicht einheitliche Spielaustragungen gekennzeichnet, die Tabelle hat ein schiefes Bild. Energie Cottbus führt zwar mit 33 Punkten, gefolgt von Rot-Weiß Erfurt und dem Berliner AK 07 mit je 32 Punkten, Erfurt hat aber ein Spiel weniger. Das Heimspiel gegen den Tabellensechzehnten, FSV Luckenwalde, musste witterungsbedingt ausfallen. Der BAK 07 schwächelte erneut, auswärts, sogar deutlich 0:3 gegen den Greifswalder FC. Besonders auf sich aufmerksam macht der aktuelle Tabellenvierte, jetzt mit 31 Punkten, der Chemnitzer FC. Ihm gelang ein 1:0-Sieg gegen Tennis Borussia in Berlin. Bereits seit neun Partien sind die Sachsen nun ungeschlagen. Wie bei den Erfurtern stehen erst 16 ausgetragene Spiele zu Buche. Drei Traditionsvereine folgen punktgleich mit einem Zähler weniger: 1. FC Lok Leipzig, Chemie Leipzig und BFC Dynamo. Sogar Carl Zeiss Jena rechnet sich noch Chancen, mit 28 Punkten, aus. In der begonnenen Rückrunde kann es so einiges an Spannung und Überraschung im Kampf um die Meisterschaft geben. Energie Cottbus an der Spitze konnte sich nicht weiter absetzen. In Cottbus siegte Altglienicke mit 2:0. Der Meister aus dem Nordosten steigt ja in dieser Saison nicht direkt auf. Er qualifiziert sich lediglich für die Relegation gegen den Meister aus Bayern.

Schauen wir auf die Berliner: Tabellendritter BAK ist weiter bester Berliner Vertreter. Auf Platz 7 schaut der BFC Dynamo auch wieder mehr nach oben als nach unten. Mit 2:1 wurde gegen Meuselwitz gewonnen. Die VSG Altglienicke ist 9., Hertha BSC II ist 12, verlor zu Hause 1:2 gegen den 1. FC Lok Leipzig. Absteiger Viktoria 89 ist mit 18 Punkten weiter abstiegsgefährdet. Das 1:1, wieder zu Hause im eigenen Stadion in Lichterfelde, gegen Carl Zeiss Jena war wichtig. Zwei Berliner Clubs stehen weiter in der abstiegsgefährdeten Zone. Lichtenberg 47 erkämpfte beim Tabellenletzten Germania Halberstadt ein 1:1, hat jetzt 15 Punkte und ist 15., Tennis Borussia mit 8 Punkten 17. Nur der Tabellenletzte, aktuell Halberstadt mit 5 Punkten, würde direkt absteigen. Es könnte, je nachdem, ob der Meister aufsteigt und wer aus der 3. Liga absteigt, könnte es durchaus auch drei weitere Absteiger geben.

Sowohl für TeBe als auch für Lichtenberg 47 besteht noch Hoffnung. Tennis Borussia muss am kommenden Spieltag nach Jena und Viktoria 89 muss beim 1. FC Lok Leipzig im Bruno Plache Stadion bestehen. Die VSG Altglienicke empfängt Chemie Leipzig. Da Viktoria ja wieder in Lichterfelde spielen darf, sind die Volkssportler wieder in den Jahnsportpark zurückgekehrt. Ein Berlin-Derby steht im Poststadion an. Der BAK 07 hat den BFC Dynamo zu Gast. Herthas Nachwuchs spielt in Babelsberg und Lichtenberg 47 im Zoschke gegen Rot-Weiß Erfurt.

Ein Nachholspiel vom 15. Spieltag zwischen dem 1. FC Lok Leipzig – Chemnitzer FC ist für Dienstag, 31.01.2023 terminiert. Beide haben das Ziel 3. Liga im Visier.

Christian Zschiedrich

Hertha spielt mit dem Feuer

Die Schere zwischen den beiden Proficlubs aus der Hauptstadt klafft immer mehr auseinander. Die Köpenicker sind im internationalen Geschäft und haben aktuell sogar die Champions-League im Visier. Hertha kämpft um das sportliche Überleben in der 1. Bundesliga und steht finanziell eher am Abgrund.

Eine mittelmäßige Leistung reichte den aufstrebenden Köpenickern, um den Lokalrivalen in Schach zu halten. Die Reaktion der Führungsetage, der Hertha sorgte zunächst für Verwunderung. Öfter mal was Neues, nicht der Trainer musste gehen, sondern sein Vorgesetzter. Eine Entscheidung, die nicht angesichts der Derbyniederlage spontan gefällt wurde, sondern wohlüberlegt, bereits vorher feststand. Fredi Bobic wäre auch im Falle eines Sieges freigestellt worden.

Ein sichtlich gezeichneter Hertha-Präsident erläuterte die Maßnahme am Sonntag, 29.01.2023, auf einer Pressekonferenz. Ein designierter Nachfolger wurde gleich präsentiert. Die Hertha DNA soll es jetzt richten. Neben Weber wurde auch Andreas „Zecke“ Neuendorf zurückgeholt. Allerdings ist zu fragen, ob solch ein Schritt, zu diesem Zeitpunkt nicht zu große Risiken birgt. Benjamin Weber verfügt über keinerlei Erfahrung als Sportdirektor, muss sich schnell einarbeiten und zunächst mit dem klarkommen, was Bobic und seine Entourage angerichtet haben.

In der Journaille schießen die Spekulationen ins Kraut. Es war bekannt, dass Kay Bernstein und Bobic nicht das allerbeste Verhältnis zueinander hatten. Zudem soll der Präsident öfter versucht haben, sich in sportliche Entscheidungen einzumischen. Konkret soll es Vorschläge für Spielertransfers gegangen sein. Als Beispiel wird hier der vertragslose Max Kruse angeführt.

Fredi Bobic soll der bestbezahlteste Manager in der Bundesliga gewesen sein. Dazu hat er einen ganzen Stab an Mitarbeitern mitgebracht. Mit Bobic müssen auch der Technische Direktor Sebastian Zelichowski und Teammanager Thomas Westphal gehen. Es sind vielleicht nicht die Letzten, den um die Finanzen ist es alles andere als gut bestellt. Bleiben darf (wie lange?) der Kaderplaner Dirk Dufner. Gerüchteweise sollen bis zum Transferschluss noch vier neue Profis kommen.

Auf dem Zettel stehe etwa der offensive Mittelfeldspieler Selim Amallah von Standard Lüttich – der belgische Spitzenklub wurde im März vergangenen Jahres von 777 übernommen. Auch Stürmer Maximilian Philipp (VfL Wolfsburg), Flügelspieler Gauthier Hein (AJ Auxerre) und Innenverteidiger Jannik Vestergaard (Leicester City) seien ein Thema in der Hauptstadt. Da lediglich ein Budget von fünf Millionen Euro zur Verfügung stehe, sei allerdings unklar, wie die Transfers realisiert werden könnten.“

Egal wie, die Entscheidung hat überrascht und vielmehr der Zeitpunkt. Man hätte diese Entscheidung eher am Saisonende erwartet. Allerdings spielte hier wohl auch eine Rolle, dass Bobic seinen bis 2024 laufenden Vertrag selbst per Option hätte verlängern können. Dieses Geld hat Hertha nicht. Eine Abfindung wird trotzdem fällig werden.

Der neue Sportdirektor dürfte in den nächsten 48 Stunden kaum zum Schlafen kommen, muss sich ganz schnell einen Überblick verschaffen und die richtigen Entscheidungen treffen, eben ein Spiel mit dem Feuer. Es müssen wieder Erfolge her, irgendwie Punkte gesammelt werden, der Blick auf die bevorstehenden Aufgaben, Eintracht Frankfurt (auswärts), Gladbach daheim und anschließend Borussia Dortmund wieder auswärts, wie viele Punkte mag das geben?

Hans-Peter Becker

Kommentar zur Krisen-Pressekonferenz von Hertha BSC

29. Januar 2023: Für nicht angebracht halte ich es, wenn ein Verein sportlich so am Boden liegt, dann auch noch ordentlich draufzuhauen. In Vorahnung der Dinge, den jetzigen VfB Stuttgart-Trainer fanden viele in Berlin gar nicht so schlecht. Nach der 0:5 Heimpleite gegen Wolfsburg und der neuerlichen 0:2 Niederlage im Stadtderby kommentierte ich in meinem letzten Artikel, behutsam zwischen den Zeilen, den Quotenunterschied zwischen Trainer Sandro Schwarz und Bruno Labbadia. Mir war klar, bei Hertha muss etwas geschehen. In solchen Fällen ist zu 90 % das schwächste Glied, der Trainer, der gehen darf. Bei Hertha bekam und bekommt(?) Sandro Schwarz eine Beschäftigungsgarantie. Gefeuert wurde, Fredi Bobic, der den Trainer verpflichtete. Dem Verein wird diese Entlassung, nicht weniger kosten, als der Rauswurf eines Trainers, vielleicht sogar mehr. Während auch Bobics Mitstreiter Sebastian Zelichowski (Technischer Direktor) und Thomas Westphal (Teammanager) gehen müssen, bleibt Kaderplaner Dirk Dufner an Bord.

Die auf dem Podium Platz genommenen Verantwortlichen, Präsident Kay Bernstein, Aufsichtsrat-Vorsitzender Klaus Brüggemann, Thomas E. Herrich und Neu-Sportdirektor Benjamin Weber, bekundeten, diese Maßnahme wurde einstimmig getroffen. Das mehrmalige Betonen, die Trennung sei keineswegs gegen Bobic gerichtet, wirft natürlich viele Fragen auf. Erstaunlich die Aussage, Bobic wäre auch entlassen worden, wenn das Derby siegreich für Hertha ausgegangen wäre. Wenn die Maßnahme nicht gegen den entlassenen Sportdirektor gerichtet war, gegen wen war sie denn, zumal so einstimmig, immer wieder von Präsidium und Aufsichtsrat betont? Soetwas muss im Hinterstübchen gründlich vorbereitet werden. Kay Bernstein: „Keiner steckte etwas durch“. Da muss sich ja in den nächsten Tagen entscheidendes tun. Hertha dürfte nicht zur Ruhe kommen.

Die Übereinstimmung der Verantwortlichen ist natürlich enorm wichtig. Erst recht in Verbindung mit den Aussagen, für kostspielige Neuverpflichtungen aktuell keine Mittel und auch keine neuen Gelder in Erwartung zu haben. Um den Abstieg zu verhindern, reicht erfahrungsgemäß Herzblut allein nicht. Hertha-Ikone Zecke Neuendorf wird als Bindeglied zwischen designiertem Sportdirektor Weber zur Mannschaft zukünftig Verantwortung übernehmen. Na dann berate mal Trainer Sandro Schwarz nach den drei blamablen Niederlagen in Folge richtig. Wenn gegen Eintracht Frankfurt auch wieder verloren werden sollte, bricht die Mannschaft, die es nicht mehr ist, mit Abwanderungsgedanken ganz auseinander. So zumindest, ist zu befürchten. Bis 15. März sind seitens Hertha die Lizenzunterlagen, sowohl für die erste als auch für die zweite Liga einzureichen. Und wann schließt das Transferfenster? In zwei Tagen.

Christian Zschiedrich

Was ist los, einst so geliebte Hertha!

Wird 2023 wieder ein Schicksalsjahr für Hertha? Es sieht nicht gut aus, das Abstiegsgespenst schwebt ganz dicht über dem Verein. Der Auftakt nach der Winterpause ging gleich mit einer 1:3-Niederlage gegen den VfL Bochum in die Hose. Unerwartet und enttäuschend, wenn man den positiv klingenden Aussagen während der Vorbereitung traute. Bochum war zu Hause bissiger und wollten den Sieg mehr als die Herthaner. Diesen Einsatz, so hofften die Hertha-Anhänger, würden die Profis in der englischen Woche, im ersten Heimspiel des Jahres gegen den VfL Wolfsburg bestimmt auch zeigen. Das Ergebnis, zu Hause ein 0:5, blamabel, mir fehlen die Worte.

Wolfsburgs Trainer Niko Kovac, Ex-Berliner, könnte sich bestätigt fühlen, warum er der Hertha einen Korb verpasste und das Angebot in Berlin ablehnte. War denn wirklich abzusehen, was Werner Gegenbauer mit seinem Michael Preetz hinterlassen hat? Es gibt Insider, die behaupten: „Es wird Jahre dauern, ehe Hertha wieder ins ruhigere Fahrwasser kommen wird!“

Sportlich wurden ja angeblich Verstärkungen verpflichtet, weil soviel Geld vorhanden war, dass andere Vereine neidisch werden konnten. Jetzt sollen Hertha-Mitglieder wieder etwas spenden, leider ohne zu wissen, wohin das Geld, der Windhorst-Millionen versickert ist.

Christian Zschiedrich kommentiert: Foto: Sportick

Zum Rückrundenstart drängt sich der Vergleich mit dem 1. FC Union auf. In den beiden Spielen, in denen Hertha keinen Punkt ergattern konnte, holte Union, aktuell Tabellenzweiter, sechs Punkte und bleibt ein Bayern-Jäger. Mit 3:1 wurde die TSG Hoffenheim und dann auswärts 2:1-in Bremen gewonnen. Die Bilanz sind stolze 33 Punkte, Hertha hat als Tabellenvorletzter 14 Punkte, dazu ein negatives Torverhältnis, steht mit Schalke auf einem direkten Abstiegsplatz.

Im Heimspiel gegen Union sollte nicht weiter an Boden eingebüßt werden. Zumal die Gangart der mit gefährdeten Vereine, mit Ausnahme von Bochum, dazu führte, dass sie punkten konnten. Augsburg gewann 1:0 gegen Gladbach und der VfB Stuttgart holte mit Trainer Bruno Labbadia in Sinsheim immerhin einen Punkt.

Apropos Labbadia, warum wurde der überhaupt bei Hertha entlassen. Ich fand ihn gar nicht so schlecht in Berlin. Es war ihm nur ein knappes Jahr in Berlin vergönnt. Seine Ausbeute eher mager, 28 Spiele lange stand er an der Seitenlinie – 8 Siege, 6 Unentschieden und 14 Niederlagen, 10,7 Punkte pro Spiel.

Hertha in der Krise. Nach dem 0:5 wurde Trainer Sandro Schwarz trotzdem eine Jobgarantie gegeben. Trainerentlassungen kosten eben Geld. Hertha wird das Stadtderby schon gewinnen?

Christian Zschiedrich

Hertha am Boden

Hertha beschließt die Hinrunde auf einem Abstiegsplatz. Nicht verwunderlich aufgrund der gezeigten Leistungen nach der WM-Pause. Magere 14 Punkte, lediglich 3 Siege und 5 Unentschieden schlugen zu Buche. Das kann so nicht weitergehen.

Immerhin fanden noch knapp 30.000 Besucher bei nasskaltem Wetter den Weg in das Olympiastadion. Bis auf die Kolonie der mitgereisten Fans aus Wolfsburg wurden sie bitter enttäuscht. Da stand keine Mannschaft auf dem Platz, keine Gegenwehr, es fehlte an allem, völlig zu Recht sprach Fredi Bobic „von der bisher schlechtesten Leistung.“ Über das mit 0:5 verlorene Spiel muss wohl nichts weiter gesagt werden. Wenn das so weitergeht, ist in der kommenden Saison Zweitligafußball angesagt.

Die Rückrunde startet am kommenden Samstag, 28.01.2023 und es kommen die Eisernen aus Köpenick, die aktuell dem Ortsrivalen in allen Belangen überlegen sind. Erstaunlicherweise ist das Derby, 3 Tage vorher, noch nicht ausverkauft. Selbst das lässt tief blicken.

Was ist da los? Diese Frage treibt das blau-weiße Fußball-Berlin um. Der Bobiceffekt scheint verpufft und auch der Präsident, er konnte zwar zwischenzeitlich die Fans zurückgewinnen, scheint zunehmend ratloser.

Der Ortsrivale geht als haushoher Favorit ins Rennen. Ein bisschen hoffen sie bei der Hertha, dass Derbys eigene Gesetze haben und es immer mal ein Wunder gibt. Ohne eigenes Dazutun wird es nicht gehen. Das Fußballspielen sollten die gutbezahlten Profis der Hertha eigentlich nicht verlernt haben. Dazu ist Trainerstab gefragt, Bobic ja einen großen Stab von Analysten mit nach Berlin gebracht, die Mannschaft wieder in die Spur zu setzen. Da kommt so ein Derby vielleicht gerade recht.

Hans-Peter Becker

Union obenauf – Hertha rutscht ab

Es war der vorletzte Spieltag der Hinrunde, Hertha fast ganz unten und Union obenauf, das gewohnte Bild hat sich verfestigt. Hertha hatte in Bochum erst Pech und ergab sich dann dem Schicksal. Ganz anders die Eisernen, sie drehten das Spiel und zeigten unbändigen Einsatz.

Hertha spielte wie ein Absteiger. Absurd das zweite Gegentor, da kam die Leihgabe Keven Schlotterbeck völlig frei stehend zum Kopfball. Dafür gibt es spätestens seit der A-Jugend Extratraining. Es war übrigens der einzige Eckball, den Bochum im Spiel hatte. Die Hauptstädter hatten sechs Eckbälle, die allesamt kläglich zelebriert wurden. Der Gesamteindruck war nicht gut, so wird es ganz schwer mit dem Klassenerhalt. Unter Woche kommen die Wolfsburger vorbei und nur vier Tage später die Köpenicker, die zuvor in Bremen ran mussten. Nur so nebenbei, in der vergangenen Saison hatten die Herthaner nach 16 Spielen vier Punkte mehr auf dem Konto, am Ende stand die Relegation. Ob es wohl dieses Mal besser läuft? Die Mannschaft muss begreifen, dass ab jetzt jedes Spiel den Charakter eines Endspiels hat. Es muss gepunktet werden, sonst kommen in der nächsten Saison die Gegner aus Heidenheim, Hannover oder Paderborn.

Die Eisernen bauen weiter auf, nicht nur ihre Erfolgsbilanz, auch der Stadionausbau soll bald beginnen. Der aktuelle Tabellenstand ist eine hübsche Momentaufnahme, es wäre am Ende der Saison die Qualifikation für die großen Fleischtöpfe der Champions-League.

Hans-Peter Becker

Aus, Aus Deutschland ist raus!

Aus, Aus das Spiel ist aus – mit diesen Worten kommentierte Herbert Zimmermann 1954 den Gewinn des 1. Weltmeistertitels für Deutschland. Heute bedeuten diese Worte, dass Deutschland erneut, bereits nach der Vorrunde die Heimreise antreten wird. Es sah nach einer machbaren Gruppe aus. Nun gut, Spanien war leicht favorisiert, aber Japan und Costa Rica höchstens auf Augenhöhe.

Dass es wieder nicht funktioniert hat, wirft viele Fragen auf. Unser Chefredakteur sprach von Dummheit im ersten Spiel gegen Japan. Die Mannschaft geht in Führung und dann kommt unweigerlich ein Einbruch, eine Einladung an den Gegner, für euch ist noch was drin. Beides waren Kontrahenten, die zu packen waren. Costa Rica wurde ja geschlagen, trotzdem reichten vier Punkte nicht, weil Spanien seine Hausaufgaben besser löste und sattes Torepolster anlegte. Der zweite Treffer der Japaner war umstritten und wird wohl, wie einst das Wembley-Tor bis in alle Ewigkeiten diskutiert werden. Egal, jetzt muss schonungslos alles auf den Prüfstand. Welche Fehler wurden gemacht und welche Potenziale nicht ausgeschöpft? Ex-Bundestrainer Berti Vogts meinte, da war keine Mannschaft auf dem Platz, jeder wollte nur für sich glänzen. Vielleicht, so meinte Christian Zschiedrich in einem Gespräch, hat die Nationalmannschaft bei den hoch bezahlten Profis nicht mehr den Stellenwert wie früher.

Hans-Peter Becker