Rudi Gutendorf †

Vor ein paar Jahren traf ich Rudi Gutendorf noch beim Berliner 11mm-Fußball-Filmfestival.

Als Weltenbummler kam er gerade wieder irgendwoher. Beim ihm konnte man vermutlich wirklich sagen: „Von dort wo der Pfeffer wächst“. Ich erinnere mich noch gut, wie er auf Eile bei einem Foto im Foyer des Babylon-Kinos drängte, das ein Bekannter von mir und ihm knipsen sollte. Prompt war es falsch belichtet. Ich habe es immerhin noch irgendwo und muss es bei Gelegenheit einmal herauskramen.

Die gelegentlich zu oft hergenommene Charakterisierung „Paradiesvogel“ ist für diesen Fußballexperten wohl mehr als passend.
Über 50 Teams soll er weltweit betreut haben. Als Riegel-Rudi beim Meidericher SV Duisburg (Vizemeister!) und in Gelsenkirchen  bei den „Knappen“ von Schalke 04 bereits zu Beginn der Bundesliga-Zeiten erfolgreich, führte ihn sein Weg auch kurz nach Berlin zu Tennis Borussia. Anschließend kam er mal sehr kurz noch zu Hertha BSC.

In der Nacht von Freitag zu Sonnabend ist Gutendorf nun nach 93 Lebensjahren in seinem Tatendrang gebremst worden. Er wird den Ball nie wieder rollen sehen. Bis vor kurzem soll er dabei noch aktiv gewesen sein.

Frank Toebs

Rudi Gutendorf im Jahre 1970 vor dem Europapokalspiel Manchester City vs. Schalke 04, mit auf dem Bild die beiden Torhüter Norbert Nigbur und Dieter Burdenski (von links) Foto: Archiv Frank Toebs



Fußball-Unikum „Pepe“ Mager ist tot

Bekannte wollten ihn noch im Pflegeheim besuchen. Das war am letzten Freitag. Nun wurde bekannt, dass Peter Klaus-Dieter „Pepe“ Mager, der „Oberfrosch“ plötzlich im Krankenhaus verstorben ist.

†“Pepe“ Mager © Foto: Frank Toebs

Mager, ein umstrittener Gastronom, Fanartikelhändler und Fußball-Unikum war bis zuletzt immer noch durch eine Hassliebe mit seiner Hertha verbunden gewesen. Zwei Shirts aus der aktuellen Kollektion, die er sogleich anprobierte, überreichten Vereinsvertreter von Hertha BSC ihm auch am 30. März, seinem Geburtstag.

Kaum vier Wochen nach dieser Feier zum 80. hat er sich von der Berliner Fußballwelt für immer verabschiedet. Das muntere Beisammensein muss noch so etwas wie ein letzter Höhepunkt für ihn gewesen sein.
Leider bleiben für mich viele Fragen offen. Den Triumph, dass er mit seiner Meinung recht behält: „Jetzt kommen alle, und anschließend lässt sich keiner mehr sehen!“, wollte ich ihm nicht gönnen. So hatte ich in der ersten Maiwoche ein weiteres Interview vorgesehen.

Ein Besucher des Oberliga-Spiels Blau-Weiß vs. Lichtenberg 47 am letzten Sonntag sprach mich auf meinen Beitrag in der Fußball-Woche zu „Pepe“ Mager vor 4 Wochen an. Er kannte ihn auch von früher, war manchmal Gast in seiner Kneipe in Moabit gewesen. Ein beklemmendes Gefühl, denn da war Pepe schon verstorben. Er ruhe in Frieden.

Frank Toebs

Alte Bekannte beim Oberligaspiel

Stanislav Levy, der frühere CZ-Nationalspieler sowie bei Tennis Borussia und Blau-Weiß 90 aktiv, war zusammen mit Mike Schmidt, in den 80ern Kapitän im Blau-Weiß-Bundesligateams, unter den Besucher des Oberligaspiels von Blau-Weiß 90 gegen Hansa Rostock II auf dem ungeliebten Kunstrasen an der Rathausstraße.

Stanislav Levy (links) mit Mike Schmidt sahen den Sieg von Blau-Weiß 90
© Foto: Frank Toebs

Die Gastgeber konnten sich für die 0:5-Niederlage im Hinspiel eindrucksvoll revanchieren. Sie setzten sich gegen das Hansa-Ausbildungsteam mit 4:1 durch.

Stanislav Levy mit seinem Sohn Jan an der Rathausstraße © Foto: Frank Toebs

Levy, der bei den älteren Anhängern unvergessen ist, unternimmt zur Zeit eine Europatour in Begleitung seines Sohnes Jan. Dieser ist als Spielerberater tätig. Anschließend sollte es noch weiter Richtung Polen gehen, berichteten die beiden.

Frank Toebs

16. Fußball-Filmfestival 11mm eröffnet

Besucher des Festivals vom 1. FC Union v. links nach rechts: Präsident Dirk Zingler der einstige Retter Michael Kölmel und die Geschäftsführer Oskar Kosche und Christian Arbeit

Seit gestern rollt der Ball wieder über die Leinwand im Babylon-Kino in Mitte. Das 16. Internationale Fußball- Filmfestival eröffnete mit der Dokumentation „Unser Team – Nossa Chape“. Der brasilianische Provinz-Klub Chapecoense verlor im November 2016 fast das komplette Team sowie Trainer und Funktionäre bei einem Absturz. Ihr Flugzeug war auf dem Weg zum Hinspiel des Finales der Copa Sudamericana nach Medellin gewesen. Unfassbar, dass diese Katastrophe in den Bergen durch Spritmangel ausgelöst wurde. Die Fluggesellschaft gibt es heute nicht mehr…

Die Filmemacher Jeff und Michael Zimbalist Foto: F. Toebs

Material hätte es für mehr als zwei Filme gegeben. In der entstandenen Version wurde der Zuschauer aber bereits in 100 Minuten mit vielen Tränen durch das rührende Porträt dieser Klubgemeinschaft geführt. Die Filmemacher Jeff und Michael Zimbalist begleiteten die Überlebenden und Familienmitglieder etwa ein Jahr lang. Der Wiederaufbau schweißte die Einwohner von Chapecoense sehr eng zusammen, förderte aber auch neue Konflikte an’s Tageslicht. Wie überall im Leistungssport, ging es auch hier um den Gegensatz und den Ausgleich zwischen Kommerz und romantischer Vorstellung. Am Sonnabend, 23.03. um 13:45 wird die Doku noch einmal im Kino 1 am Rosa-Luxemburg-Platz zu sehen sein.

Thema Vater und Sohn, Rafael Henzel Foto: Frank Toebs

Das Festival läuft noch bis zum 25. März und wird dann traditionell mit der „Shortkicks Gala“ und weiteren Ehrengästen am Montag, 25.03. beendet.
Beide Regisseure und der Journalist und Radioreporter Rafael Henzel, der ebenfalls im Flugzeug gesessen hatte, stellten sich vor und im Anschluss an die Aufführung den Fragen der Zuschauer und Medien. Den Verleih in Deutschland hat die Gesellschaft „Weltkino“ von Michael Kölmel übernommen, so dass der Film ab dem 28. März auch in anderen deutschen Kinos mit Untertiteln zu sehen sein wird. Kölmel, einst der Union-Retter, traf sich Donnerstag am Rande auch mit den Vorstandsmitgliedern des 1. FC Union. „Die Begleitung von einigen anderen Vereinen wird demnächst auslaufen, aber dafür wird mein Sohn Matthias mit mir im Hintergrund, die Halle in Leipzig intensiver bespielen lassen“, sagte Kölmel in der Rotunde des Babaylon.

Frank Toebs

Nachtrag: Der Journalist und Radioreporter Rafael Henzel ist nur wenige Tage nach seinem Aufenthalt in Berlin, wo er als Ehrengast des 11mm Festivals begrüßt wurde, überraschend verstorben. Er erlitt am Dienstag, 26. März 2019 bei einem Fußballspiel mit Freunden einen Herzinfarkt. Er wurde 45 Jahre alt.

Regisseur Jeff Zimbalist mit Michael Kölmel Foto: Frank Toebs
Fußball Mäzen Michael Kölmel mit Sohn Matthias Foto: Frank Toebs

Trautmann – Eine Fußball Legende im Kino

Was viele Kriegsgegfangene vor und  nach der Deutschen Kapitulation durchlebten, war für Bernd „Bert“ Trautmann ein Glück. Die Zeit in einem englischen „Camp“ für „Prisoners of War“ war, so soll er später gesagt haben, eine Art zweite Geburt gewesen. Vorher mit 17 als Freiwilliger bei den Fallschirmspringern und dem Regime treu, nutze er die Chance zur Besinnung und ging einen neuen Weg.

David Kross spielt im Film Bert Trautmann (© Foto: Frank Toebs)

In einer Biografie von 2013 hieß es nicht zu unrecht: Vom Hitlerjungen zur Englischen Fußball-Legende. Nun ist es ab dem 14. März in Deutschland und im April auch auf der Insel soweit: Trautmann-Eine Fußball-Legende im Kino. Besucher können die Geschichte in einem Spielfilm erleben.
Regisseur Marcus Rosenmüller bemühte sich seit Jahren den Stoff zu verfilmen. Wie üblich war die größte Sorge die Klärung der Finanzierung; während David Kross, der nun in die Rolle des Torwarts von Manchester City schlüpft, schon früh sein Favorit war. Da gab es für Rosenmüller keine Zweifel. Im Spätsommer letztes Jahr schwärmte der Regisseur in einem Interview für die besondere Eignung Kross‘. Dieser habe eine spezielle Art, so einer Figur Leben zu geben. Eine solche Interpretieren ließ wohl niemandem der weiteren Bewerber für die Rolle eine Chance.

Marcus Rosenmüller, Regisseur des Films „TRAUTMANN“ beim Interview im Stadion an der Alten Försterei (© Foto: Frank Toebs)

Unter den Nebenfiguren ragt besonders John Henshaw hervor, der an der Typenbildung und am Text – laut Rosenmüller – mitwirkte. Hier spielt er einen Trainer und Manager. Zudem ist Henshaw aus Manchester! Als Kind sah er „Traut the Kraut“ im Tor stehen. Besser kann es wohl nicht passen.
Filmkritiker haben die Rolle eines Rabbis, der für die Duldung des verhassten Feindes in der Anfangsphase bei „City“ gesorgt haben soll, bereits für übertrieben gehalten. Es ist aber keine Dokumentation, die hier zu sehen ist. „Es geht um Heimat, Versöhnung, Liebe, aber eben auch um Fußball“, sagt Rosenmüller. Besonders aufwendig, und damit teuer, seien die Animationen und Einrichtung der Szenen in den Stadien gewesen. Schließlich ist dort die Schlüsselszene zu sehen: Im Cupfinale bricht sich Bert das Genick, spielt dennoch weiter und wird so auf der Insel  zur Legende. Das Glück blieb ihm auch hier treu, denn um ein Haar wäre er durch diese Verletzung zum Invaliden geworden.

David Kross und ein Fan von Manchester City im Astorkino bei der Vorpremiere von „TRAUTMANN“ -Eine Fußball-Legende kommt ins Kino (© Foto: Frank Toebs )

Zur Vorpremiere am 12. März im Astorkino am Kurfürstendamm verteilte David Kross einige Autogramme und gab erheiternde Statements zu seiner viermonatigen Vorbereitung mit einem Privat-Trainer. Fußball hatte er vorher schon gespielt; nun aber als Torwart mussten schon einige „Panthersprünge“ eingeübt werden.

Frank Toebs

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Mit freundlicher Genehmigung des Autors

Darsteller David Kross im Gespräch bei der Vorpremiere des Films „TRAUTMANN“ (© Foto: Frank Toebs )

Blau-Weiß 90 – Glück im Abstiegskampf

Ein knapper Sieg gegen den Tabellennachbarn Greif Torgelow. Das 2:1 bringt Blau-Weiß 90 Luft und stärkt das Selbstbewusstsein für die weiteren Aufgaben im Abstiegskampf. Um mehr kann es schließlich nicht gehen für den Oberliga-Aufsteiger, der im letzten Jahr verdammt lange brauchte, um überhaupt sein erstes Saisontor zu erzielen. Im Spiel am Sonntag vor etwa 100 Zuschauern gelang erst in Unterzahl ein Treffer.

Taktgeber Kevin Gutsche zirkelte einen Freistoß aus etwa 23 Metern in den rechten Torwinkel. Nach der 2:0-Führung wurde es dann aber noch brenzlig, als die Gäste ruhig blieben und durch einen Fernschuss spät den Anschlusstreffer erzielen konnten. Mit Fortunas Hilfe aber auch Geschick und Willensstärke überstanden die Mariendorfer dann die letzten Minuten. „Das Glück, das uns zum Anfang der Saison fehlte, stand uns heute zur Seite“, meinte Blau-Weiß-Präsident Michael Meister.

Frank Toebs

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BFC-Dynamo im Halbfinale

Auf der Suche nach einer passenden Übersetzung des Namens ATICI stehen sich zwei Varianten kompromisslos gegenüber: Ein Schütze und nach anderen, unsicheren Quellen ein Aufschneider. Da sich am Sonntag Dynamo-Winterzugang und noch Reservespieler Kemal Atici als einziger Torschütze auszeichnete, glauben wir der mündlichen Auskunft. Nomen est omen. Bleibt man beim Lateinischen könnte auch « er kam, sah und siegte » gesagt werden. Beim Pokal-Viertelfinale Blau-Weiß 90 vs. BFC Dynamo sorgte die sofortige Präsenz und Torgefahr, die der Mittelstürmer nach der Einwechselung (66.) zeigte, für den Unterschied. Der cool erzielte Treffer des Jokers zum 0:1 zehn Minuten vor Abpfiff zerstörte am Sonntag alle Hoffnungen auf eine Überraschung durch die Heimelf. Ein begabter Schütze sorgte so für den Einzug ins Halbfinale.

©Foto: Frank Toebs

Gastgeber Blau-Weiß hatte alle Hebel in Bewegung gesetzt, wollte unbedingt auf dem Kunstrasen an der Rathausstraße spielen. Ein intensiv erarbeitetes Sicherheitskonzept sollte die Unbelehrbaren unter den Fans zähmen helfen. Die Polizei, mit zahlreichen Kräften vertreten, hatte der Austragung in dieser Form auch zugestimmt. Genutzt hat dieser Schachzug, der zum Heimsieg führen sollte, letztlich nichts. Ein wenig Pech war bei den Latten-und Pfostentreffern der Hausherren zwar schon dabei. Offensiv war man aber bis auf den Taktgeber Kevin Gutsche nicht schlagkräftig genug gegen die Defensive des Regionalligisten. Präsident Michael Meister bedankte sich vor und nach dem Spiel ausdrücklich bei allen fleißigen Helfern, die beim Aufbau und der Organisation für die Partie beteiligt waren. „Zum Glück blieb dann auch alles friedlich“, freute er sich trotz der Niederlage.

© Foto: Frank Toebs
© Foto: Frank Toebs

Beim Kontrahenten hatte der neue Trainer Matthias Mauksch in seinem ersten Pflichtspiel das Glück, das man manchmal bei Einwechslungen braucht. Atici und er kennen sich auch bereits von ihrer früheren Zusammenarbeit bei Union Fürstenwalde. Für Mauksch liegt nun bereits der Fokus auf der Partie am Freitag gegen Spitzenreiter Chemnitzer FC (Jahn-Sportpark).
Wer von dem Auftritt des Oberligisten aus Berlin-Tempelhof und der Leistung der klassenhöheren Dynamos vor nahezu 700 Besuchern etwas enttäuscht wurde, sollte eines nicht vergessen: Die Elf des DDR-Rekordmeisters ist zur Zeit nur Drittletzter der Regionalliga Nordost. Dazu fehlen mit Spielmacher Bilal Cubukcu und weiteren Akteuren kaum zu ersetzende Spieler schon seit längerer Zeit. Blau-Weiß hatte anfangs etliche Saisonpartien ohne einen erzielten Treffer bestritten, liegt als Aufsteiger aktuell immer noch im unteren Feld der NOFV-Oberliga Nord!

Frank Toebs

SV Buchholz Sieger beim Bezirksliga-Hallenturnier


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