Oberliga Nord: Das wird spannend

Da blicken wir doch gleich voraus. Am kommenden Spieltag stehen zwei Berlin-Derbys und dazu das Match der Zehlendorfer Hertha 03 (Tabellenzweiter) gegen die TSG Neustrelitz (Tabellendritter) im Ernst-Reuter-Stadion, Sonntag, 27.10. 14.00 Uhr, auf dem Programm, es spielt der Zweite gegen den Dritten. Beide haben 20 Punkte und bis auf zwei Zähler zum Tabellenführer Tennis Borussia aufgeschlossen. TeBe (22 Punkte) kassierte die erste Niederlage der Saison in Neustrelitz. 520 Zuschauer sahen den 1:0-Erfolg der Residenzstädter.

Hertha 03 gewann in Ludwigsfelde. Am 10. Spieltag, spielen die zwei Charlottenburger Vereine gegeneinander, der Erste gegen den Letzten, Tennis Borussia gegen Hertha 06. Es wäre nicht das erste Mal, würde Hertha 06 im Mommsenstadion die Punkte entführen. Wir berichteten vom Trainerwechsel bei den 06ern und siehe da, mit dem 2:1-Sieg gegen Victoria Seelow jubelten sie gleich über die ersten drei Punkte.

Staaken und Tasmania spielten im Nachholgang unter der Woche 2:2 und gewannen ihre Spiele am 9. Spieltag je mit 4:0, Tasmania bei Brandenburg Süd und der SC Staaken zu Hause gegen Strausberg. Tas ist mit lediglich 7 Punkten weiter abstiegsgefährdet, Staaken konnte sich etwas befreien und mit nunmehr  11 Punkten etwas absetzen.  Die Staakener müssen am Sonntag, 27.10. nach Rostock, während Tasmania im Werner-Seelenbinder-Sportpark zum Berlin-Derby Blau-Weiß 90 empfängt.

In Neustrelitz, brannten nach der ersten Saisonniederlage für TeBe bei einigen Aktiven die Sicherungen durch. Der Auslöser,  und wie es zu der Rudelbildung nach Spiel-Ende kam, sei nicht bekannt, sagte Schiedsrichter Daniel Köppen. Unnötig kam es zu drei gelben Karten, die Pavel  Petkov (Neustrelitz), sowie Ertugrul Aktas (TeBe) und Rifat Gelici (TeBe) kassierten. Die Gelb-Roten Karte sah Sefa Kahraman (TeBe). Trainer  Dennis Kutrieb meinte in der Pressekonferenz, „man könne sich über die Niederlage in der Kabine ärgern, aber nicht auf dem Platz. Bei allen Emotionen, darf so etwas nicht vorkommen.

Christian Zschiedrich  

Nach Pokalmatches nun wieder Meisterschaftsspiele

Während der Länderspielpause brachte die 3. Hauptrunde der Landespokalspiele kaum Überraschungen. Die verbliebenen Oberligisten bekleckerten sich nicht mit Ruhm , zitterten sich aber weiter.  Im Spiel zweier Regionalligamannschaften, Viktoria 89 (Titelverteidiger) – Lichtenberg 47, besiegten die Tempelhofer den Mitkonkurrenten aus Lichtenberg  vor 354 Zuschauern durch Tore von Brand (42.), Schmidt (48.) und Gunte (88.) 3:0. Ins Achtelfinale schafften es außerdem:

VSG Altglienicke, BFC Dynamo, Berliner AK 07, Tennis Borussia, FC Hertha 03, SV Tasmania, SC Staaken, CFC Hertha 06, Sparta Lichtenberg, Türkiyemspor, SD Croatia, TuS Makkabi, Berliner SC, Stern Marienfelde und der FC Amed, weiter geht es am 16. und 17. November.

Am Mittwoch, 16.10. spielten in der Nachholbegegnung der Oberliga SC Staaken – SV Tasmania. Das Berlin-Derby endete 2:2. Damit kommt Staaken nach acht Spielen auf acht Punkte, Tasmania als Vorletzter nur auf deren Vier. Am Ende stehen zwei Berliner Vereine. Schlusslicht ist Hertha 06 mit nur zwei Punkten. Zum neunten Spieltag sprechen die angeschlagenen Clubs von Möglichkeiten des Drei-Punkte-Gewinns: Am Sonntag empfängt Hertha 06 den Tabellenachten Victoria Seelow und der SC Staaken hat Heimrecht gegen FC Strausberg (13.). Der SV Tasmmania muss nach Brandenburg gegen Süd 05 (14.).

Schauen wir nach oben: Tennis Borussia (22 P.) muss zum Tabellenvierten TSG Neustrelitz (Sonntag, 20.10. 13.30 Uhr) und bereits einen Tag zuvor, am Samstag, 19.10. heißt die Partie um 14 Uhr Ludwigsfelder FC (11.) – FC Hertha03 (2. 17 P.). Blau-Weiß 90 (10. 9 P.) hat bereits Samstag,19.10. 13 Uhr im Volkspark Mariendorf das  Vergnügen gegen den Tabellensechsten MSV Pampow.    In einem Testspiel sxchlug Blau-Weiß die U23 von Hertha BSC.

Christian Zschiedrich

Tennis Borussia Berlin auf Regionalligakurs

In einem ehemals nach dem 4.-BL-Spieltag auf Hertha BSC gemünzten Artikel, titulierte ich fragend, womit man am besten aufkommende Unruhe bekämpft und schlussfolgerte, mit Siegen auf dem Platz. Das trifft nun umso mehr auf den Zerreibungsprozess bei TeBe zu. Erstaunlich, was da auf dem Platz geschieht. Nach acht Spielen bleibt TeBe ungeschlagen mit sieben Siegen und einem Remis. Das sind 22 Punkte für die Tabellenführung und fünf Punkten Vorsprung für das dreiköpfige Verfolgerfeld mit je 17 Punkten. Und für TeBe spricht das Torverhältnis von 31:6, mindestens doppelt so gut wie bei den Verfolgern. Das könnte am Ende noch wie ein Punkt mehr wert sein, oft genug entscheidend für den Aufstieg. Da wird es nun höchste Zeit für eine schwächere Spielgestaltung. Bisher sprechen die vielen Tore, zuletzt  9:0 gegen den Ludwigsfelder FC, für sehenswerten Angriffsfußball..

Von wegen Nachlassen und sich etwa auf den Erfolgen ausruhe, doch nicht zum 9.Spieltag in Neustrelitz. Die TSG hat sich mit 17 Punkten ins Dreier-Verfolgerfeld eingruppiert. Sonntag, den 20.10., 13.30 Uhr, möchten die Neustrelitzer ihre Heimstärke ausspielen, haben bisher nur neun Tore kassiert, allerdings auch nur deren 13 geschossen. Zuletzt erreichten sie auswärts in Seelow bei der Victoria ein 1:1.Bei so viel mitreißendem Erfolg darf aber aus Berliner Sicht der Abstiegskampf nicht vergessen werden.

Gefährdet ist mal wieder der SC Staaken mit sieben Punkten, Platz 12. Das Heimspiel zum 8.Spieltag im Berlin-Derby wurde gegen SV Tasmania per Nachholbegegnung auf Mittwoch, den 16.10., 19.30 Uhr, verlegt. Tasmania ist derzeit mit nur drei Punkten Tabellen-Vorletzter. Bisher nur negativ in Erscheinung getreten ist in dieser Saison der zweite Charlottenburger Verein CFC Hertha 06. Trotz erneutem Trainerwechsel (wir berichteten) setzte es eine erneute, klare 0:3-Niederlage zu Hause gegen den Torgelower FC Greif (7.). Als Schlusslicht mit nur 2 Punkten spielte Hertha 06 wie ein Absteiger und wird es sehr schwer haben, da unten raus zu kommen.

Blau-Weiß 90, Tabellenzehnter, neun Punkte, erreichte in Greifswald (3.) immerhin ein 1:1. Der Tabellenzweite FC Hertha 03 spielte zu Haus gegen Lok Stendal nur 0:0. Da hatte man den Zehlendorfern wesentlich mehr zugetraut. Am Samstag, den 19.10. müssen sie zum Ludwigsfelder  FC. Scherzhaft formulierte mein Nebenmann: Ein Tor mehr als die Borussen erzielt haben, kann es schon werden. Das wäre dann der erste zweistellige Sieg in der NOFV Oberliga Nord.

Christian Zschiedrich

Ex-TeBe Boss Jens Redlich unterliegt vor Gericht

Die Richterin Raumschüssel, Amtsgericht Charlottenburg, fand das, was Redlichs Rechtsbeistand  von der Kanzlei Heuking, Kühn, Lüer und Wojtek vorgetragen hat, als nicht ausreichend, um sich das Amt des Vorstandsvorsitzenden von TeBe zurückzuholen. Damit ist der 38jährige Crunch Fit Unternehmer mit seiner Einstweiligen Verfügung  gescheitert. Gescheitert war er als wirtschaftlicher Retter des Clubs auch in seiner Führungsposition vor einem Großteil der Borussen-Anhänger, die mit dem Gebaren überhaupt nicht einverstanden waren.

Ein Großteil der Spieler und Akteure  waren nicht immer mit dem einverstanden, wie sich die Führung präsentierte, trotzdem sind sie vom Gerichtsurteil  enttäuscht. Mag Redlich viele Fehler gemacht haben, der Fortbestand des Traditionsclubs schien gewährleistet und das hat nun einen gewaltigen Dämpfer bekommen. Was auf dem Spiele stand, geht aus meinem Kommentar vom 17.08. 2019 zur Lage bei TeBe hervor. Das Schlimmste, was jetzt geschehen könnte, ist die totale Spaltung unter den Mitgliedern.

Wer positiv denkt, erhofft sich von der neuen Führung unter Günter Brombosch und Steffen Friede nicht nur den Fortbestand, eine Besserung in sportlicher und wirtschaftlicher Hinsicht sollte es auch sein. Günter Brombosch ist Fußballer durch und durch und kein Traumtänzer. Wer so ein Amt übernimmt kennt die Regeln und die üblichen finanziellen Gepflogenheiten. Brombosch wird gewusst haben, das geht nur gut mit viel Rückenwind. Vor allem wird er – hoffentlich – nicht nur Gefolgsleute, sondern wirtschaftliche Unterstützer in Hinterhand haben, die Tennis Borussia den Weg wieder nach oben ebnen. Wenn nicht …..

Zur Spaltung gehört das Zweifeln, genau das Gegenteil sei ja zu befürchten. Jens Redlich, der trotz der Niederlage vor Gericht nicht sofort aus dem Sponsoring aussteigt, sondern öffentlich bekundet, die Verträge bis Ende der Saison auf jeden Fall zu erfüllen, gibt aber zu bedenken, dass seine Gelder allein nicht ausreichend sein werden und es bisher nie waren, um alle Verpflichtungen zu erfüllen. Er hatte sich um weitere Geldgeber bemüht, die würden nach dem Gerichtsurteil wohl nicht mehr zur Verfügung stehen. Dem Verein und neuen Vorstand wünscht er viel Glück und Erfolg.

Christian Zschiedrich

Im Banne der neuen Saison

Nun hat es auch die Bundesligisten erfasst. Wir schauen zwar in erster Linie auf die Berliner, den 1 .FC Union und Hertha BSC. Was sind sie denn in der ersten DFB-Pokalrunde zu leisten imstande. Am Sonntag, 11.08. wissen wir es. Union muss auswärts in Halberstadt und Hertha in Ingolstadt gegen VfB Eichstätt ran. Optimistisch gehen wir davon aus, dass beide eine Runde weiter kommen. Eine Woche vor Meisterschaftsbeginn, das ist seit Jahren so,  heißt der Saisonbeginn, Spiele des DFB-Pokals. Die ersten drei Ergebnisse vom Freitag, 09.08.: Dortmund gewann 2:0 in Uerdingen, Gladbach 1:0 in Sandhausen und der 1. FC Nürnberg 1:0 in Ingolstadt. Am Samstag, 10.08 15.30 Uhr, kommt Arminia Bielefeld zu Viktoria 89 nach Berlin. Wer da einen Berliner Sieg vorhersagen möchte, der wäre mehr als optimistisch.

Weitere Samstagspiele, 15.30 Uhr: Kaiserslautern – Mainz, Aachen – Leverkusen, Dassendorf – Dresden, Villingen – Düsseldorf, Drochtersen/Assel – Schalke 04, Verl – Augsburg, Magdeburg – Freiburg; 18.30 Uhr Würznurg – Hoffenheim, Baunatal – Bochum, Ulm – Heidenheim und 20.45 Uhr: Delmenhorst – Werder Bremen.

Am Sonntag, 15.30 Uhr: Salmrohr – H. Kiel, Rödlingshausen – Paderborn, Waldhof Mannheim – Eintr. Frankfurt, Oberneuland – Darmstadt, Saarbrücken – Regensburg, VfB Lübeck – St. Pauli, Osnabrück – RB Leipzig; 18.30 Uhr: Chemnitz – HSV, Duisburg – Fürth, Wehen Wiesbaden – 1.FC Köln.

Am Montag, 12.08., 18.30 Uhr: Halle – Wolfsburg, Karlsruhe – Hannover 96, Rostock – VfB Stuttgart und um 20.45 Uhr: Energie Cottbus – Bayern München.

Bereits zwei Spieltage wurden nun ohne Berliner Beteiligung in der 2. Liga absolviert. Noch ohne Punktgewinn: Wiesbaden und Dynamo Dresden, bisher verlustpunktfrei, Karlsruhe und Erzgebirge Aue.

Bereits vier Spieltage sind in Liga Drei absolviert: Ingolstadt führt mit 10 Punkten, es folgen mit jeweils 9 Punkten: Duisburg, Halle und Braunschweig. Schlecht gestartet sind Carl Zeiss Jena (0 Punkte) und Aufsteiger Chemnitz (1 Punkt).

Grund zur Freude aus Berliner Sicht, in der Regionalliga nach drei Spieltagen: Verlustpunktfrei führen der Berliner AK und der BFC Dynamo drei Siege, neun Punkte, gefolgt vom 1. FC Lok Leipzig mit sieben Punkten die Tabelle an. Die Rote Laterne nimmt der Bischofswerdaer FV mit null Punkten ein. Der VfB Auerbach ebenfalls null Punkte, vier Vereine haben erst je einen Punkt: Rot-Weiß Erfurt, Union Fürstenwalde, Optik Rathenow und Babelsberg 03. Aufsteiger Lichtenberg 47 (3 Punkte) gewann 1:0 in Auerbach, verlor aber mit 0:2 in Meuselwitz. Die VSG Altglienicke und Viktoria 89 haben je 4 Punkte auf der Habenseite, Hertha BSC II sogar sechs (Platz 4) .

Nun rollt auch wieder der Ball in der NOFV Oberliga Nord. Zum Auftakt siegte Tennis Borussia bei Tasmania 4:2 und das vor 1.370 zahlenden Zuschauern. Natürlich widmen wir uns ab sofort wieder ausführlich der Oberliga. Vom Zerwürfnis und dem „Machtwechsel“ bei TeBe berichtete ja bereits unser Hans-Peter Becker. Meine Gedanken dazu werde ich Euch künftig nicht vorenthalten. Warten wir zunächst das weitere (juristische) Vorgehen von Unternehmer Jens Redlich ab, der beim Sieg über Tasmania sich weiter als Präsident von Tennis Borussia präsentierte.

Christian Zschiedrich

Oberligist TeBe – Meuterei in der Waldschulallee

Wer nicht emotional betroffen ist, darf als Fußballinteressierter gerade einem Schauspiel der besonderen Art beiwohnen. Es geht um den Fußballverein Tennis Borussia, aktuell in der NOFV-Oberliga Nord, der fünfthöchsten Spielklasse beheimatet. Der Verein hat bessere Zeiten gesehen. Oft wurden die vorhandenen Möglichkeiten überschätzt, die dicke Hose war nur eine Luftnummer.

Jens Redlich (rechts im Bild) © Foto: Frank Toebs

2016 stieg der Unternehmer Jens Redlich, Geschäftsführender Gesellschafter der Fitnesskette Crunch Fit bei den Lila-Weißen ein. Mittelfristig sollte der Aufstieg in die Regionalliga gelingen. In der vergangenen Saison wurde das Ziel verfehlt, dazu kamen Turbulenzen um den Führungsstiel von Jens Redlich. Er verprellte einen Teil der Fanszene, die in der Rückrunde der vergangenen Saison die Mannschaft nicht mehr bei den Spielen unterstützte.

Am 30. Juli wurde eine Presseerklärung verbreitet unter dem Titel „TeBe-Vorstand komplett, neuer Vorsitzender im Amt“ – merkwürdigerweise bisher nicht auf der offiziellen Internet-Seite des Vereins zu finden. Erstaunliches ist dort zu lesen: „Tennis Borussia hat wieder eine arbeitsfähige Vereinsführung: Der Aufsichtsrat hat Günter Brombosch zum Vorstandsvorsitzenden und Steffen Friede zum Vorstand bestellt. Sie komplettieren das Leitungsgremium, das zuletzt mit Jörg Zimmermann nur noch aus einer Person bestand. Die Amtszeit des kommissarischen Vorstands Andreas Voigt hatte mit der Mitgliederversammlung im Januar geendet, Michael Scholich und Jens Redlich waren vorzeitig zurückgetreten.“ Dumm nur, dass der bisherige starke Mann bei Tebe, Jens Redlich, der sich zur Zeit im Urlaub befindet und in den USA aufhält, davon nichts weiß. Im Tagesspiegel wird er mit folgenden Worten zitiert: „Ich bin nicht zurückgetreten. Das stimmt alles nicht. Wir werden das alles rechtlich prüfen lassen.“

Brisant ist auch die Personalie Steffen Friede. Er war Leiter der Geschäftsstelle bis zum Sommer 2018. “ Vor seiner Zeit bei Tennis Borussia hatte er Sportmanagement studiert und Berufserfahrung unter anderem bei Schalke 04 und dem VfB Lübeck gesammelt. Er arbeitet heute als Projektkoordinator für die Integration von geflüchteten Menschen im Breitensport.“ Der Grund seiner Entlassung war, er soll mit Vereinsgeldern nicht korrekt umgegangen sein. Der Fall landete schließlich vor Gericht und Tebe musste sich entschuldigen und die Vorwürfe zurücknehmen.

Im Vereinsregister soll Redlichs Name gelöscht worden sein und die Ernennung des neuen Vorstandes vollzog sich bereits eine Woche vor Veröffentlichung der Pressemitteilung. Alles soll „nach intensiven juristischen Prüfungen“ staffgefunden haben. Der Erklärung ist so eine Fußnote beigefügt: „Der von Tennis Borussia engagierte Rechtsanwalt Prof. Dr. Rainer Cherkeh weist unter anderem auf folgendes hin: Als § 26-BGB-Vorstände sind Herr Steffen Friede und Herr Günter Brombosch zur Führung der Geschäfte des e.V. berechtigt und sogar verpflichtet.“

Was für einen Reim soll man sich darauf machen ? Ist rechtlich alles sauber ? Wie wird sich Jens Redlich verhalten, wenn er aus den USA zurückkehrt ?

Tebe hatte in der jüngeren Vergangenheit zwei Insolvenzen zu überstehen und jetzt sieht die Zukunft auch nicht rosig aus.

Hans-Peter Becker

Der Fußball-Nachwuchs in Berlin

Blicken wir nach ganz oben in die A-Jugend Bundesliga: 14 Mannschaften, 26 Spieltage, zum Abschluss klarer Sieger der VfL Wolfsburg mit 67 Punkten. Hertha BSC ist mit 51 Punkten 5. Der VfL Osnabrück, Carl Zeiss Jena und der TSV Havelse steigen ab.  4 Punkte besser als die Absteiger ist der 1.FC Union (10. mit 20 Punkten). Wie in der Eliteliga der Profis gibt es im Bundesliganachwuchs „nur“ zwei Berliner Vereine.

Etwas besser sieht es bei der B-Jugend aus. Hier spielten drei Berliner Clubs die 26 Meisterschafts-Spiele. Leider verlor Tennis Borussia auch die letzte Begegnung gegen Hannover 1:3 und ist mit 23 Punkten einer der drei Absteiger.

Hertha BSC landete zum Abschluss den beeindruckenden 13:0-Sieg beim Tabellenletzten SC Borgfeld konnte aber mit 59 Punkten als Tabellenzweiter den VfL Wolfsburg (4:1-Sieger bei Werder Bremen) nicht von Platz Eins verdrängen. Wolfsburg also sowohl in der A-Jugend- als auch in der B-Jugend Bundesliga der Spitzenreiter. Alle Achtung! 

Der 1.FC Union nimmt mit 33 Punkten, ebenfalls erfreulich, Platz 7 ein. Interessant sind auch diesmal wieder die Halbfinalspiele um die Deutsche Meisterschaft am Mittwoch: Borussia Dortmund – VfL Wolfsburg und Bayern München – 1.FC Köln. Das Endspiel ist auf Sonntag, dem 16.Juni entweder in Wolfsburg oder Dortmund terminiert, also beim Sieger dieser Halbfinalbegegnung.

Vergessen wir nicht die Pokalendspiele der Berliner Juniorinnen Nicht: Pfingstmontag, Stadion Lichterfelde: D-Juniorinnen 10.00 Uhr, 1.FC Union – Borussia Pankow, C-Juniorinnen 12.00 Uhr, 14.00 Uhr B-Juniorinnen Berolina Mitte – Hohen Neuendorf.     

Christian Zschiedrich    

Berliner Pokalsieger – FC Viktoria 1889

Wir haben den Pokal – Jubel beim FC Viktoria © Foto: Becker/Sportick

Der FC Viktoria 1889 heißt der Sieger des Finale um den Berliner Fußball-Pokal des Jahrgangs 2019. Es waren einige Zuschauer mehr als erwartet zur ungewöhnlichen Anstoßzeit, Samstagvormittag 10:30 Uhr in den Jahn-Sportpark gepilgert. Es bildeten sich Schlangen vor den Kassen. Dort begehrten neben Fußballfreunden mit Fan Utensilien der beiden beteiligten Clubs auch solche Einlass, die Lederhosen und ein Trikot des FC Bayern trugen. Warum sich nicht auf diese Art die Wartezeit bis zum Anstoß des großen Finales im Olympiastadion vertreiben. Neben den Bayernfans nutzte auch der amtierende DFB-Präsident Dr. Reinhard Koch die Gelegenheit, dem Amateurfußball seine Aufwartung zu machen.

Im Siegershirt und biergeduscht – Viktorias Trainer © Foto: Hans-Peter Becker

Ehrlicherweise muss hier angemerkt werden dass sich in diesem Finale zwei Mannschaften gegenüberstanden, die mehr oder minder unter Profibedingungen arbeiten. Viktoria gönnte der Mannschaft eine Hotelübernachtung, dazu die Anreise mit dem Bus, um für das Spiel besonders fokussiert zu sein. Als das Spiel begann, hatten noch längst nicht alle Zuschauer ihre Eintrittskarten erwerben können. Tore hat sie nicht verpasst und wenn überhaupt, hätte nur eins für den Regionalligisten, Viktoria fallen können. Es dauerte fast eine halbe Stunde, bis der Oberligist so etwas wie eine Torannäherung zustande brachte. Viktorias Kapitän und Torwart Stephan Flauder musste erst in der 36. Minute einen Ball fangen. Bis dahin hatte sein Gegenüber Ertugul Aktas einige Male durchatmen müssen. Die erste Halbzeit gehörte Viktoria, wenn auch die Krönung durch ein Tor fehlte.

Beide Trainer ließen ihre Mannschaft in einem 5-3-2 System gegen den Ball agieren und entsprechend war es ein 3-4-3 bei Ballbesitz. In der zweiten Hälfte änderte sich nichts, TeBe fand weiter kein Mittel, die gut stehende Abwehr der himmelblauen zu überwinden. In der 53. Minute hätte der Treffer für Viktoria fallen müssen, ein Schwimmfest in der TeBe-Abwehr, doch drei Einschussmöglichkeiten blieben ungenutzt. In der 61. Minute reagierte TeBe-Trainer Dennis Kutrieb und nahm Karim Benyamina aus dem Spiel. Er hatte bis dahin kaum einen Stich gesehen. Für ihn kam Bekai Jagne. Auch Thiago Rockenbach da Silva erlebte den Abpfiff nicht auf dem Spielfeld. Er machte in der 69. Minute Platz für Kerem Bülbül.

In der 81. Minute war es soweit, Rafael Brand vollendete eine glänzende Vorarbeit von Timo Gebhart. Der Treffer war überfällig und völlig verdient. In allerletzter Minute wäre TeBe fast noch der Ausgleich geglückt. Es war die erste Flanke im Spiel der Borussen die bis in den Strafraum durchkam und der erst zuvor eingewechselte Murat Turhan, Winterneuzugang von Optik Rathenow, war mit dem Kopf zur Stelle, irgendwie schaffte es Flauder den Ball zu fangen. Zwei taktische Wechsel in der Nachspielzeit durch Viktoria Trainer Alexander Arsovic, dann war die Spielzeit vorüber. Viktoria holte sich den Pokal und hofft jetzt auf einen attraktiven Gegner in der ersten Hauptrunde. Es war ein feiner Zug von Alexander Arsovic, dass er in der Pressekonferenz erwähnte, dass der Sieg auch Jörg Goslar gehört. Goslar, dem Ende April mitgeteilt wurde, dass sein Vertrag, trotz Klassenerhalt nach Abzug von neun Punkten durch das Insolvenzverfahren und trotz Erreichens des Pokalfinales, nicht verlängert wird, wurde vom den Vereinsgremien dann doch sofort freigestellt. Eigentlich wollte er die Saison professionell zu Ende bringen und beim Finale die Mannschaft ein letztes Mal in einem Pflichtspiel betreuen.

Bis zum nächsten Jahr im Wembley des Berliner Amateurfußballs oder woanders? © Foto: Hans-Peter Becker

Entsprechend niedergeschlagen war der unterlegene Oberligist. Nach dem verpassten Aufstieg in die Regionalliga, gab es erneut einen Dämpfer für Tennis Borussia. Während für der FC Viktoria die Saison beendet ist, stehen in der Oberliga noch zwei Spieltage auf dem Programm. TeBe will nach Aussage von Trainer Dennis Kutrieb alles daransetzen, um den zweiten Platz zu verteidigen.

Letztlich zufrieden können die Organisatoren mit der Zuschauerzahl sein, es wurden deutlich mehr als die lediglich erwarteten 1.500. Das Spiel sahen offiziell bekanntgegebene 2.712 Zuschauer.

Hans-Peter Becker

Berliner Pokalfinale 2019 – frühe Anstoßzeit und weniger Zuschauer ?

Der DFB-Pokal ist der einzige Wettbewerb, wo Amateur-Teams – wenigstens für ein Spiel – wieder überregionale Beachtung finden. Voraussetzung dafür ist der Sieg im Finale des jeweiligen Landespokals. Ein warmer Regen ist es zudem für die meist klammen Kassen der Vereine unterhalb der 3. Liga.

Es ist beachtlich, was im Amateurfußball ehrenamtlich geleistet wird. „An jedem Wochenende finden in Deutschland 80.000 organisierte Fußballspiele statt.“ Die Endspiele der einzelnen Landesverbände werden seit 4 Jahren zu einem Finaltag der Amateure zusammengefasst. In diesem Rahmen soll gleichzeitig dem Ehrenamt gedankt werden. In Berlin soll zusätzlich ein Zeichen gegen Homophobie und Transphobie gesetzt werden. So werden während des Finalspiels im Jahn-Sportpark an den Werbebanden die Regenbogenfarben und die Farben der Trans-Bewegung sichtbar sein.

Die Trainer Dennis Kutrieb Tennis Borussia (links) und Alexander Arsovic von Viktoria © Foto: H.-P. Becker

Um den den Berliner-Pokal des Jahrgangs 2019 streiten am Sonnabend, 25.05. zur ungewöhnlichen Anstoßzeit um 10:30 Uhr aus der Oberliga Tennis Borussia und aus der Spielklasse darüber, der FC Viktoria 1889. An diesem Tag werden insgesamt 19 von 21 Finalspielen um die Landespokale ausgetragen. Bis zum Beginn des Endspiels um den DFB-Pokal im Berliner Olympiastadion um 20:00 Uhr werden die Amateurspiele beendet sein. Um möglichst viele Live-Übertragungen in der ARD gewährleisten zu können, musste ein Kompromiss gefunden werden. In Berlin wird nicht nur das Pokalfinale ausgetragen, am Nachmittag findet auch ein Rennen der Formel E statt. So wurde die erste Übertragung in diese ungewöhnlich frühe Zeit verlegt. Davon betroffen sind neben dem Berliner Finale ebenso die Endspiele von Bremen, Hamburg und des Landesverbandes Mecklenburg-Vorpommern. Der letztlich ausschlaggebende Punkt für diese Auswahl waren die kurzen Anreisewege der Mannschaften aus den Stadtstaaten. Lediglich in Mecklenburg-Vorpommern ist die Anreise länger, in Neustrelitz spielt der FC Hansa Rostock gegen den Torgelower FC Greif.

Wer holt den Pokal 2019 ? – von links nach rechts: Nicolai Matt, Dennis Kutrieb, Alexander Arsovic, Stephan Flauder © Foto: Hans-Peter Becker

Auf dem Podium in der Pressekonferenz saßen neben den Trainern die beiden Kapitäne Nicolai Matt von TeBe und Stephan Flauder vom Kontrahenten Viktoria. Wann haben sie zuletzt zu so einer frühen Zeit in einem Pflichtspiel auf dem Platz gestanden ? Irgendwann in der Jugend, gab Stephan Flauder zur Antwort, beide teams haben die selben Voraussetzungen, insofern sollte man das nicht höher hängen, als es ist. Nicolai Matt ergänzte, dass die Trainingsabläufe entsprechend angepasst wurden und das Adrenalin nach Aufstehen am Pokaltag ist eh da und kann eben etwas früher abgebaut werden kann. Außerdem gibt es Menschen, die stehen früh um vier auf um arbeiten zu gehen und wir spielen um halb elf Fußball, insofern ist alles in Ordnung.

Personell haben beide Trainer keine großen Sorgen, eher im Gegenteil. Der TeBe Trainer Dennis Kutrieb muss noch fünf Spieler aus dem Kader streichen, was ihm einiges Kopfzerbrechen bereitet. Viktoria dagegen hat seit der Insolvenz keinen großen Kader mehr, zwei Langverletzte, so muss nur ein Aktiver gestrichen werden. Einen großen Favoriten gibt es nicht, sicherlich ist der höherklassigen Mannschaft von Viktoria etwas mehr zuzutrauen. Mit dem BFC Dynamo wurde im Halbfinale ein Ligakonkurrent ausgeschaltet. TeBe hat im Halbfinale gezeigt, dass sie gegen einen Regionalligisten siegen können, wenn auch mit etwas Glück erst im Elfmeterschiessen, 7:6 gegen die VSG Altglienicke. Beide haben die Chance, ihre nicht gerade optimal verlaufende Saison mit einem Erfolg im Pokal versöhnlich ausklingen zu lassen. Für TeBe ist es die 30. Finalteilnahme, mit 17 Titeln sind sie der Rekordhalter, Viktoria stand bisher zehn Mal in einem Endspiel, als heutiger FC Viktoria 1889 Berlin (nach der Fusion mit Lichterfelde) holten sie 2014 den Titel.

© Foto: Hans-Peter Becker

Für das Spiel werden leider nur etwa 1.500 Zuschauer erwartet und ob die Teile der Fanszene von Tennis Borussia ihre Mannschaft auf „neutralem“ Boden unterstützen werden, die seit Januar aus Protest gegen den Vorstand nicht mehr zu den Spielen gekommen sind, ist ungewiss. Das Spiel am Samstagvormittag wird geleitet von Schiedsrichter Felix Zwayer. Fast genau vor einem Jahr leitete er das Pokalendspiel zwischen dem FC Bayern und Eintracht Frankfurt und war während der WM 2018 als Videoschiedsrichter eingesetzt.

Hans-Peter Becker

Bis auf TeBe gewannen alle Berliner Clubs in der Oberliga

Der Aufstieg von Lichtenberg 47 dürfte damit vorentschieden sein. Die Mannschaft von Trainer Uwe Lehmann gewannen mit 2:0 gegen den 1.FC Lok Stendal und ist mit 67 Punkten und dem besseren Torverhältnis drei Spieltage vor Ultimo so gut wie am Ziel. Tennis Borussia (61 Punkte) erlaubte sich den Luxus einer 1:3-Heimniederlage gegen SV Altlüdersdorf.

Zwei Absteiger und ein Club, der in die Relegation muss, dass wird erst in den ausstehenden Partien entschieden. Der Malchower SV ist seit geraumer Zeit mit nur 4 Punkten weg vom Fenster. Vorletzter ist der Brandenburger SC Süd mit 28 Punkten. Derzeit steht auf dem Relegationsplatz der 1.FC Lok Stendal mit 29 Punkten. Punktgleich und unmittelbar über dem Strich steht der SC Staaken, aber nur wegen des besseren Torverhältnisses. Die Schützlinge von Jeffrey Seitz haben sich mit sage und schreibe 5:0 gegen Anker Wismar aus dem Keller geschossen. Welch ein großartiger Befreiungsschlag ! Die letzten drei Begegnungen können nunmehr mit großem  Selbstbewusstsein angegangen werden, zumal die nächste Begegnung beim Tabellenletzten Malchower SV ansteht.

Am vorletzten Spieltag, 02.06., kommt es zum Berlin-Derby gegen Aufsteiger Blau-Weiß 90 zu Hause im Sportpark Staaken. Aber Achtung, Blau-Weiß 90 (6.) schoss in Torlaune den Vogel ab und fuhr mit 8:0 den höchsten Sieg des Tages gegen den Malchower SV ein. Die Aufgabe am letzten Spieltag, auswärts in Greifswald, ist nur bei voller Konzentration zu bewältigen. Hertha 06 (37 Punkte), jetzt Tabellen 8., hat mit dem 4:2-Sieg gegen den Brandenburger SC Süd das Abstiegsgespenst vertrieben und kann für die neue Saison planen. Auch Hertha 03 gewann – sogar auswärts in Strausberg – recht deutlich 3:0. Den Zehlendorfern (48 Punkte) war der 4. Platz bisher nicht zu nehmen, wer hätte Blau Weiß 90 den Sechsten zugetraut ?

Zwei Berlin-Derbys gibt es jetzt am kommenden Wochenende. Am Sonntag, 19.05. im Ernst-Reuter-Stadion, spielen Hertha 03 gegen Hertha 06 und bereits am Samstag, 18.05. heißt es in der Howege-Arena „Hans Zoschke“ Lichtenberg 47 – Tennis Borussia. Die Borussen hatten sich von diesem Spieltag, allerhand versprochen, wäre doch die Heimpleite gegen Altlüdersdorf nicht gewesen. Selbst wenn TeBe das Spiel gewinnen sollte, ich kann mir nicht vorstellen, dass sich die 47er um Coach Uwe Lehmann die Butter noch vom Brot nehmen lassen.

Christian Zschiedrich