Nordostdeutscher Fußball-Verband bricht die Saison ab

Die Anzeichen hatten sich zuletzt mehr und mehr verdichtet. Die Saison in der Regionalliga Nordost wird nicht auf sportlichen Weg entschieden. Das Präsidium beschloss am Freitag, 05.06.2020 in einer digitalen Sitzung, dass die durch Corona unterbrochene Spielzeit nicht fortgesetzt wird. Die Abstimmung darüber wurde einstimmig gefällt. Aus Berliner Sicht besonders bitter, Tabellenführer Altglienicke hat nicht die Chance aufzusteigen. Angewendet wurde zur Ermittlung des Meisters die sogenannte Quotientenregel. Dabei werden die Punkte durch die absolvierten Spiele geteilt. Demnach ist nicht Tabellenführer VSG Altglienicke Meister der Regionalliga Nordost, sondern Lok Leipzig. Die Sachsen stehen zwar mit 47 Zählern punktgleich hinter den Berlinern auf Rang zwei, haben aber ein Spiel weniger absolviert. Dadurch ergab sich für Lok Leipzig ein Quotient von 2,14, für Altglienicke einer von 2,04. „Es ist nicht schön, aber wir müssen das jetzt so hinnehmen, wie es ist“, kommentierte Altglienickes Geschäftsführer Marco Schröder die Entscheidung gegenüber dem rbb.

Lok Leipzig steht nun vor zwei Aufstiegsspielen in die 3. Liga gegen den Vertreter der Regionalliga West. Im Westen ist noch keine Entscheidung über Wertung und/oder Abbruch der Saison getroffen. Allerdings gilt hier der SC Verl als Favorit. Die konkreten Termine für die Aufstiegsspiele stehen noch nicht genau fest. Die Spiele sollen aber noch im Juni stattfinden.

Schade, nicht nur für die VSG Altglienicke, auch Energie Cottbus hatte noch gehofft. „Wir bedauern diese Entscheidung des NOFV, die Saison auf diese Art und Weise zu beenden“, sagte Präsident Matthias Auth im Interview mit dem rbb. „Nach reiflicher Überlegung und Abstimmung mit den Gremien unseres Vereins sind wir zu der Erkenntnis gekommen, dass wir keine weiteren Schritte unternehmen werden“, so Auth weiter.

Die Anträge von Altgglienicke, den Meister in einem Finalspiel zu ermitteln, sowie vom Drittplatzierten Energie Cottbus, den Titelträger in einem Turnier auszuspielen, wurden nicht angenommen. Absteiger wird es nicht geben, lediglich Rot-Weiß Erfurt muss die Liga aus wirtschaftlichen Gründen verlassen. Mit maximal vier Absteigern aus der 3. Liga, zwei Aufsteigern aus der Oberliga und beim Nicht-Aufstieg von Lok könnte die Regionalliga Nordost in der kommenden Saison auf 23 Teams anwachsen.

Während für Altglienicke und Cottbus die Aufstiegsträume enden, profitieren andere Vereine von der Entscheidung des NOFV. Der SV Babelsberg 03, der sich auf Rang 16 in akuter Abstiegsnot befand, bleibt dank des Beschlusses etwa in der Regionalliga. Auch Optik Rathenow, das sich sportlich ebenfalls noch im Abstiegskampf befand, bleibt Viertligist.

Aus Berliner und Brandenburger Sicht noch erfreulich, Tennis Borussia aus der Oberliga Nord und der FSV Luckenwalde aus der Oberliga Süd werden in die Regionalliga aufsteigen.

Hans-Peter Becker

NOFV Oberliga: Noch führt Tennis Borussia Berlin

Wie VSG Altglienicke in der Regionalliga führt in der NOFV Oberliga Nord ein Berliner Club „nur“ aufgrund des besseren Torverhältnisses. TeBe behauptete die Spitze mit einem 0:0 in Greifswald beim gefürchteten FC, derzeit Tabellenvierter, allerdings mit einem Spiel weniger in der noch zu begradigenden Tabelle. Besser als TeBe machte es auswärts Hertha 03 beim Torgelower FC Greif. Die Zehlendorfer fuhren auch in dieser Auswärtspartie die drei Punkte ein, gewannen 2:1. Damit zog Hertha 03 nach Punkten, je 32, mit den Charlottenburgern gleich. Bereits in der nächsten Partie wird die Herbstmeisterschaft entschieden. Im Moment trennen die Vereine auf Platz Eins bis Vier gerade mal zwei Punkte.

 Unten im Keller gibt es wieder Hoffnung für den zweiten Charlottenburger Verein. Das 5:1 gegen den SV Tasmania lässt aufhorchen.  Fünf Tore, das sind ja fast so viele wie bisher in der gesamten Saison, es waren bisher sieben. Trainer Murat Tik von Hertha 06 gelang mit seinem Team mehr als eein Achtungserfolg im Berliner Derby. Noch zieren die 06er mit acht Punkten das Tabellenende, doch die Mitkonkurrenten haben nur zwei Punkte mehr. Im Heimspiel am Sonntag, 8.12. 13.00 Uhr kann mit einem Sieg über Strausberg, dem Tabellendreizehnten, das rettende Ufer erreicht werden. Stendal und Brandenburg Süd (Tabellenvorletzter) spielen gegeneinander. Gefährdet mit nur 11 Punkten ist der  SV Tasmania, aktuell auf Rang 12. Tasmanias Trainer Tim Jauer  muss mit seinen Schützlingen nach Seelow, zu der weiter oben stehenden Victoria. Tasmania weiß von der Bedeutung des Spiels, zwei Tabellennachbarn treffen aufeinander. Nur nicht wieder so auskontern lassen und eigene Chancen besser verwerten.

Anstelle einer kompletten Vorschau auf den anstehenden 15. Spieltag (nur 16 Vereine) muss auf unschönen Vorkommnisse nach der Begegnung MSV Pampow – Victoria Seelow hingewiesen werden. Dem Berliner Schiedsrichter Denis Waegert wurde auf dem Weg in die Kabine von einem Zuschauer tätlich angegeriffen und dabei auf den Kopf geschlagen. Er ging zu Boden, konnte zum Glück selbst wieder aufstehen. Die Polizei und die medizinische Versorgung mussten wieder gerufen werden, ein unschönes Ereigniss.

Christian Zschiedrich

TeBe holt sich eindrucksvoll die Tabellenführung zurück

Aus Sicht der Lilaweißen „ein Glück“ wie es in dieser Saison sportlich läuft – oder sollte man sagen – zu laufen scheint, denn es sind 30 Spieltage zu absolvieren, nach diesem 13. kann noch allerhand passieren. TeBe’s Vorsitzender Günter Brombosch erwartete eine Reaktion auf das peinliche Pokal-Aus beim Landesligisten Stern Marienfelde. Im Falle einer erneuten Niederlage – ging es  gegen Tabellenführer Hertha 03 am Freitagabend im Mommsenstadion um viel – die Zehlendorfer wären sonst mit vier Punkten Vorsprung davongezogen.

Der Aufstieg in die Regionalliga soll aber nach einem Dreijahresziel erst in der kommenden Saison realisiert werden. Der Vorsitzende Kamyar Niroomand nannte es „befreites Aufspielen“, mit dem Druck beim Gegner Tennis Borussia. Dieses Highlight des Berliner Fußballs sahen 1.092 Zuschauer. Es wurde ein 4:1-Erfolg der Platzherren. Niroomand betonte daraufhin den Weg von Hertha 03 mit der Jugend. Jahrelang seien in allen Bereichen des Vereins Strukturen auf  dieser Basis aufgebaut worden. Demzufolge scheint „Niroo“ sicher im Sattel zu sitzen.

Das scheint bei TeBe nicht so zu sein. Günter Brombosch und Steffen Friede haben nach der Vorstandskrise und dem Führungswechsel, mehr um die Ohren. Da könnten stündlich wieder die alten Querelen ausbrechen. Daher ist der sportliche Erfolg so wichtig. Der Wechsel an der Tabellenspitze ist eine gute Voraussetzung für Frieden in dem gebeutelten Club. Hertha 03 führte vor dem Match mit einem Punkt vor den Borussen, ein sicheres Zeichen für den Aufschwung bei den Zehlendorfern. Jetzt hat TeBe 31 Punkte und 43:11 Tore; Hertha 03 blieb bei 29 Punkte und hat aktuell 31:13 Tore.

Die Torfolge: 1:0 (34.) Fatlun Elezi, 2:0 (40.) Vincent Rabiega, 3:0 (70.) Franke, 3:1 (75.) Thomas Frank, 4:1 (76.) Vincent Rabiega. Die letzten 12 Minuten mussten die von Markus Schatte trainierten Zehlendorfer in Folge der Roten Karte für Benedigt Nellesen mit 10 Spielern auskommen. Leider trug Patrick Lux eine schwere Verletzung davon. Wir wünschen ihn eine schnelle Genesung.

Am 14. Spieltag muss Tebe den schweren Gang nach Greifswald (3.) antreten, während der Tabellenzweite Hertha 03 zum Tabellensiebenten Torgelower FC Greif reisen muss.

Christian Zschiedrich

Oberliga Nord: Das wird spannend

Da blicken wir doch gleich voraus. Am kommenden Spieltag stehen zwei Berlin-Derbys und dazu das Match der Zehlendorfer Hertha 03 (Tabellenzweiter) gegen die TSG Neustrelitz (Tabellendritter) im Ernst-Reuter-Stadion, Sonntag, 27.10. 14.00 Uhr, auf dem Programm, es spielt der Zweite gegen den Dritten. Beide haben 20 Punkte und bis auf zwei Zähler zum Tabellenführer Tennis Borussia aufgeschlossen. TeBe (22 Punkte) kassierte die erste Niederlage der Saison in Neustrelitz. 520 Zuschauer sahen den 1:0-Erfolg der Residenzstädter.

Hertha 03 gewann in Ludwigsfelde. Am 10. Spieltag, spielen die zwei Charlottenburger Vereine gegeneinander, der Erste gegen den Letzten, Tennis Borussia gegen Hertha 06. Es wäre nicht das erste Mal, würde Hertha 06 im Mommsenstadion die Punkte entführen. Wir berichteten vom Trainerwechsel bei den 06ern und siehe da, mit dem 2:1-Sieg gegen Victoria Seelow jubelten sie gleich über die ersten drei Punkte.

Staaken und Tasmania spielten im Nachholgang unter der Woche 2:2 und gewannen ihre Spiele am 9. Spieltag je mit 4:0, Tasmania bei Brandenburg Süd und der SC Staaken zu Hause gegen Strausberg. Tas ist mit lediglich 7 Punkten weiter abstiegsgefährdet, Staaken konnte sich etwas befreien und mit nunmehr  11 Punkten etwas absetzen.  Die Staakener müssen am Sonntag, 27.10. nach Rostock, während Tasmania im Werner-Seelenbinder-Sportpark zum Berlin-Derby Blau-Weiß 90 empfängt.

In Neustrelitz, brannten nach der ersten Saisonniederlage für TeBe bei einigen Aktiven die Sicherungen durch. Der Auslöser,  und wie es zu der Rudelbildung nach Spiel-Ende kam, sei nicht bekannt, sagte Schiedsrichter Daniel Köppen. Unnötig kam es zu drei gelben Karten, die Pavel  Petkov (Neustrelitz), sowie Ertugrul Aktas (TeBe) und Rifat Gelici (TeBe) kassierten. Die Gelb-Roten Karte sah Sefa Kahraman (TeBe). Trainer  Dennis Kutrieb meinte in der Pressekonferenz, „man könne sich über die Niederlage in der Kabine ärgern, aber nicht auf dem Platz. Bei allen Emotionen, darf so etwas nicht vorkommen.

Christian Zschiedrich  

Nach Pokalmatches nun wieder Meisterschaftsspiele

Während der Länderspielpause brachte die 3. Hauptrunde der Landespokalspiele kaum Überraschungen. Die verbliebenen Oberligisten bekleckerten sich nicht mit Ruhm , zitterten sich aber weiter.  Im Spiel zweier Regionalligamannschaften, Viktoria 89 (Titelverteidiger) – Lichtenberg 47, besiegten die Tempelhofer den Mitkonkurrenten aus Lichtenberg  vor 354 Zuschauern durch Tore von Brand (42.), Schmidt (48.) und Gunte (88.) 3:0. Ins Achtelfinale schafften es außerdem:

VSG Altglienicke, BFC Dynamo, Berliner AK 07, Tennis Borussia, FC Hertha 03, SV Tasmania, SC Staaken, CFC Hertha 06, Sparta Lichtenberg, Türkiyemspor, SD Croatia, TuS Makkabi, Berliner SC, Stern Marienfelde und der FC Amed, weiter geht es am 16. und 17. November.

Am Mittwoch, 16.10. spielten in der Nachholbegegnung der Oberliga SC Staaken – SV Tasmania. Das Berlin-Derby endete 2:2. Damit kommt Staaken nach acht Spielen auf acht Punkte, Tasmania als Vorletzter nur auf deren Vier. Am Ende stehen zwei Berliner Vereine. Schlusslicht ist Hertha 06 mit nur zwei Punkten. Zum neunten Spieltag sprechen die angeschlagenen Clubs von Möglichkeiten des Drei-Punkte-Gewinns: Am Sonntag empfängt Hertha 06 den Tabellenachten Victoria Seelow und der SC Staaken hat Heimrecht gegen FC Strausberg (13.). Der SV Tasmmania muss nach Brandenburg gegen Süd 05 (14.).

Schauen wir nach oben: Tennis Borussia (22 P.) muss zum Tabellenvierten TSG Neustrelitz (Sonntag, 20.10. 13.30 Uhr) und bereits einen Tag zuvor, am Samstag, 19.10. heißt die Partie um 14 Uhr Ludwigsfelder FC (11.) – FC Hertha03 (2. 17 P.). Blau-Weiß 90 (10. 9 P.) hat bereits Samstag,19.10. 13 Uhr im Volkspark Mariendorf das  Vergnügen gegen den Tabellensechsten MSV Pampow.    In einem Testspiel sxchlug Blau-Weiß die U23 von Hertha BSC.

Christian Zschiedrich

Tennis Borussia Berlin auf Regionalligakurs

In einem ehemals nach dem 4.-BL-Spieltag auf Hertha BSC gemünzten Artikel, titulierte ich fragend, womit man am besten aufkommende Unruhe bekämpft und schlussfolgerte, mit Siegen auf dem Platz. Das trifft nun umso mehr auf den Zerreibungsprozess bei TeBe zu. Erstaunlich, was da auf dem Platz geschieht. Nach acht Spielen bleibt TeBe ungeschlagen mit sieben Siegen und einem Remis. Das sind 22 Punkte für die Tabellenführung und fünf Punkten Vorsprung für das dreiköpfige Verfolgerfeld mit je 17 Punkten. Und für TeBe spricht das Torverhältnis von 31:6, mindestens doppelt so gut wie bei den Verfolgern. Das könnte am Ende noch wie ein Punkt mehr wert sein, oft genug entscheidend für den Aufstieg. Da wird es nun höchste Zeit für eine schwächere Spielgestaltung. Bisher sprechen die vielen Tore, zuletzt  9:0 gegen den Ludwigsfelder FC, für sehenswerten Angriffsfußball..

Von wegen Nachlassen und sich etwa auf den Erfolgen ausruhe, doch nicht zum 9.Spieltag in Neustrelitz. Die TSG hat sich mit 17 Punkten ins Dreier-Verfolgerfeld eingruppiert. Sonntag, den 20.10., 13.30 Uhr, möchten die Neustrelitzer ihre Heimstärke ausspielen, haben bisher nur neun Tore kassiert, allerdings auch nur deren 13 geschossen. Zuletzt erreichten sie auswärts in Seelow bei der Victoria ein 1:1.Bei so viel mitreißendem Erfolg darf aber aus Berliner Sicht der Abstiegskampf nicht vergessen werden.

Gefährdet ist mal wieder der SC Staaken mit sieben Punkten, Platz 12. Das Heimspiel zum 8.Spieltag im Berlin-Derby wurde gegen SV Tasmania per Nachholbegegnung auf Mittwoch, den 16.10., 19.30 Uhr, verlegt. Tasmania ist derzeit mit nur drei Punkten Tabellen-Vorletzter. Bisher nur negativ in Erscheinung getreten ist in dieser Saison der zweite Charlottenburger Verein CFC Hertha 06. Trotz erneutem Trainerwechsel (wir berichteten) setzte es eine erneute, klare 0:3-Niederlage zu Hause gegen den Torgelower FC Greif (7.). Als Schlusslicht mit nur 2 Punkten spielte Hertha 06 wie ein Absteiger und wird es sehr schwer haben, da unten raus zu kommen.

Blau-Weiß 90, Tabellenzehnter, neun Punkte, erreichte in Greifswald (3.) immerhin ein 1:1. Der Tabellenzweite FC Hertha 03 spielte zu Haus gegen Lok Stendal nur 0:0. Da hatte man den Zehlendorfern wesentlich mehr zugetraut. Am Samstag, den 19.10. müssen sie zum Ludwigsfelder  FC. Scherzhaft formulierte mein Nebenmann: Ein Tor mehr als die Borussen erzielt haben, kann es schon werden. Das wäre dann der erste zweistellige Sieg in der NOFV Oberliga Nord.

Christian Zschiedrich

Ex-TeBe Boss Jens Redlich unterliegt vor Gericht

Die Richterin Raumschüssel, Amtsgericht Charlottenburg, fand das, was Redlichs Rechtsbeistand  von der Kanzlei Heuking, Kühn, Lüer und Wojtek vorgetragen hat, als nicht ausreichend, um sich das Amt des Vorstandsvorsitzenden von TeBe zurückzuholen. Damit ist der 38jährige Crunch Fit Unternehmer mit seiner Einstweiligen Verfügung  gescheitert. Gescheitert war er als wirtschaftlicher Retter des Clubs auch in seiner Führungsposition vor einem Großteil der Borussen-Anhänger, die mit dem Gebaren überhaupt nicht einverstanden waren.

Ein Großteil der Spieler und Akteure  waren nicht immer mit dem einverstanden, wie sich die Führung präsentierte, trotzdem sind sie vom Gerichtsurteil  enttäuscht. Mag Redlich viele Fehler gemacht haben, der Fortbestand des Traditionsclubs schien gewährleistet und das hat nun einen gewaltigen Dämpfer bekommen. Was auf dem Spiele stand, geht aus meinem Kommentar vom 17.08. 2019 zur Lage bei TeBe hervor. Das Schlimmste, was jetzt geschehen könnte, ist die totale Spaltung unter den Mitgliedern.

Wer positiv denkt, erhofft sich von der neuen Führung unter Günter Brombosch und Steffen Friede nicht nur den Fortbestand, eine Besserung in sportlicher und wirtschaftlicher Hinsicht sollte es auch sein. Günter Brombosch ist Fußballer durch und durch und kein Traumtänzer. Wer so ein Amt übernimmt kennt die Regeln und die üblichen finanziellen Gepflogenheiten. Brombosch wird gewusst haben, das geht nur gut mit viel Rückenwind. Vor allem wird er – hoffentlich – nicht nur Gefolgsleute, sondern wirtschaftliche Unterstützer in Hinterhand haben, die Tennis Borussia den Weg wieder nach oben ebnen. Wenn nicht …..

Zur Spaltung gehört das Zweifeln, genau das Gegenteil sei ja zu befürchten. Jens Redlich, der trotz der Niederlage vor Gericht nicht sofort aus dem Sponsoring aussteigt, sondern öffentlich bekundet, die Verträge bis Ende der Saison auf jeden Fall zu erfüllen, gibt aber zu bedenken, dass seine Gelder allein nicht ausreichend sein werden und es bisher nie waren, um alle Verpflichtungen zu erfüllen. Er hatte sich um weitere Geldgeber bemüht, die würden nach dem Gerichtsurteil wohl nicht mehr zur Verfügung stehen. Dem Verein und neuen Vorstand wünscht er viel Glück und Erfolg.

Christian Zschiedrich

Im Banne der neuen Saison

Nun hat es auch die Bundesligisten erfasst. Wir schauen zwar in erster Linie auf die Berliner, den 1 .FC Union und Hertha BSC. Was sind sie denn in der ersten DFB-Pokalrunde zu leisten imstande. Am Sonntag, 11.08. wissen wir es. Union muss auswärts in Halberstadt und Hertha in Ingolstadt gegen VfB Eichstätt ran. Optimistisch gehen wir davon aus, dass beide eine Runde weiter kommen. Eine Woche vor Meisterschaftsbeginn, das ist seit Jahren so,  heißt der Saisonbeginn, Spiele des DFB-Pokals. Die ersten drei Ergebnisse vom Freitag, 09.08.: Dortmund gewann 2:0 in Uerdingen, Gladbach 1:0 in Sandhausen und der 1. FC Nürnberg 1:0 in Ingolstadt. Am Samstag, 10.08 15.30 Uhr, kommt Arminia Bielefeld zu Viktoria 89 nach Berlin. Wer da einen Berliner Sieg vorhersagen möchte, der wäre mehr als optimistisch.

Weitere Samstagspiele, 15.30 Uhr: Kaiserslautern – Mainz, Aachen – Leverkusen, Dassendorf – Dresden, Villingen – Düsseldorf, Drochtersen/Assel – Schalke 04, Verl – Augsburg, Magdeburg – Freiburg; 18.30 Uhr Würznurg – Hoffenheim, Baunatal – Bochum, Ulm – Heidenheim und 20.45 Uhr: Delmenhorst – Werder Bremen.

Am Sonntag, 15.30 Uhr: Salmrohr – H. Kiel, Rödlingshausen – Paderborn, Waldhof Mannheim – Eintr. Frankfurt, Oberneuland – Darmstadt, Saarbrücken – Regensburg, VfB Lübeck – St. Pauli, Osnabrück – RB Leipzig; 18.30 Uhr: Chemnitz – HSV, Duisburg – Fürth, Wehen Wiesbaden – 1.FC Köln.

Am Montag, 12.08., 18.30 Uhr: Halle – Wolfsburg, Karlsruhe – Hannover 96, Rostock – VfB Stuttgart und um 20.45 Uhr: Energie Cottbus – Bayern München.

Bereits zwei Spieltage wurden nun ohne Berliner Beteiligung in der 2. Liga absolviert. Noch ohne Punktgewinn: Wiesbaden und Dynamo Dresden, bisher verlustpunktfrei, Karlsruhe und Erzgebirge Aue.

Bereits vier Spieltage sind in Liga Drei absolviert: Ingolstadt führt mit 10 Punkten, es folgen mit jeweils 9 Punkten: Duisburg, Halle und Braunschweig. Schlecht gestartet sind Carl Zeiss Jena (0 Punkte) und Aufsteiger Chemnitz (1 Punkt).

Grund zur Freude aus Berliner Sicht, in der Regionalliga nach drei Spieltagen: Verlustpunktfrei führen der Berliner AK und der BFC Dynamo drei Siege, neun Punkte, gefolgt vom 1. FC Lok Leipzig mit sieben Punkten die Tabelle an. Die Rote Laterne nimmt der Bischofswerdaer FV mit null Punkten ein. Der VfB Auerbach ebenfalls null Punkte, vier Vereine haben erst je einen Punkt: Rot-Weiß Erfurt, Union Fürstenwalde, Optik Rathenow und Babelsberg 03. Aufsteiger Lichtenberg 47 (3 Punkte) gewann 1:0 in Auerbach, verlor aber mit 0:2 in Meuselwitz. Die VSG Altglienicke und Viktoria 89 haben je 4 Punkte auf der Habenseite, Hertha BSC II sogar sechs (Platz 4) .

Nun rollt auch wieder der Ball in der NOFV Oberliga Nord. Zum Auftakt siegte Tennis Borussia bei Tasmania 4:2 und das vor 1.370 zahlenden Zuschauern. Natürlich widmen wir uns ab sofort wieder ausführlich der Oberliga. Vom Zerwürfnis und dem „Machtwechsel“ bei TeBe berichtete ja bereits unser Hans-Peter Becker. Meine Gedanken dazu werde ich Euch künftig nicht vorenthalten. Warten wir zunächst das weitere (juristische) Vorgehen von Unternehmer Jens Redlich ab, der beim Sieg über Tasmania sich weiter als Präsident von Tennis Borussia präsentierte.

Christian Zschiedrich

Oberligist TeBe – Meuterei in der Waldschulallee

Wer nicht emotional betroffen ist, darf als Fußballinteressierter gerade einem Schauspiel der besonderen Art beiwohnen. Es geht um den Fußballverein Tennis Borussia, aktuell in der NOFV-Oberliga Nord, der fünfthöchsten Spielklasse beheimatet. Der Verein hat bessere Zeiten gesehen. Oft wurden die vorhandenen Möglichkeiten überschätzt, die dicke Hose war nur eine Luftnummer.

Jens Redlich (rechts im Bild) © Foto: Frank Toebs

2016 stieg der Unternehmer Jens Redlich, Geschäftsführender Gesellschafter der Fitnesskette Crunch Fit bei den Lila-Weißen ein. Mittelfristig sollte der Aufstieg in die Regionalliga gelingen. In der vergangenen Saison wurde das Ziel verfehlt, dazu kamen Turbulenzen um den Führungsstiel von Jens Redlich. Er verprellte einen Teil der Fanszene, die in der Rückrunde der vergangenen Saison die Mannschaft nicht mehr bei den Spielen unterstützte.

Am 30. Juli wurde eine Presseerklärung verbreitet unter dem Titel „TeBe-Vorstand komplett, neuer Vorsitzender im Amt“ – merkwürdigerweise bisher nicht auf der offiziellen Internet-Seite des Vereins zu finden. Erstaunliches ist dort zu lesen: „Tennis Borussia hat wieder eine arbeitsfähige Vereinsführung: Der Aufsichtsrat hat Günter Brombosch zum Vorstandsvorsitzenden und Steffen Friede zum Vorstand bestellt. Sie komplettieren das Leitungsgremium, das zuletzt mit Jörg Zimmermann nur noch aus einer Person bestand. Die Amtszeit des kommissarischen Vorstands Andreas Voigt hatte mit der Mitgliederversammlung im Januar geendet, Michael Scholich und Jens Redlich waren vorzeitig zurückgetreten.“ Dumm nur, dass der bisherige starke Mann bei Tebe, Jens Redlich, der sich zur Zeit im Urlaub befindet und in den USA aufhält, davon nichts weiß. Im Tagesspiegel wird er mit folgenden Worten zitiert: „Ich bin nicht zurückgetreten. Das stimmt alles nicht. Wir werden das alles rechtlich prüfen lassen.“

Brisant ist auch die Personalie Steffen Friede. Er war Leiter der Geschäftsstelle bis zum Sommer 2018. “ Vor seiner Zeit bei Tennis Borussia hatte er Sportmanagement studiert und Berufserfahrung unter anderem bei Schalke 04 und dem VfB Lübeck gesammelt. Er arbeitet heute als Projektkoordinator für die Integration von geflüchteten Menschen im Breitensport.“ Der Grund seiner Entlassung war, er soll mit Vereinsgeldern nicht korrekt umgegangen sein. Der Fall landete schließlich vor Gericht und Tebe musste sich entschuldigen und die Vorwürfe zurücknehmen.

Im Vereinsregister soll Redlichs Name gelöscht worden sein und die Ernennung des neuen Vorstandes vollzog sich bereits eine Woche vor Veröffentlichung der Pressemitteilung. Alles soll „nach intensiven juristischen Prüfungen“ staffgefunden haben. Der Erklärung ist so eine Fußnote beigefügt: „Der von Tennis Borussia engagierte Rechtsanwalt Prof. Dr. Rainer Cherkeh weist unter anderem auf folgendes hin: Als § 26-BGB-Vorstände sind Herr Steffen Friede und Herr Günter Brombosch zur Führung der Geschäfte des e.V. berechtigt und sogar verpflichtet.“

Was für einen Reim soll man sich darauf machen ? Ist rechtlich alles sauber ? Wie wird sich Jens Redlich verhalten, wenn er aus den USA zurückkehrt ?

Tebe hatte in der jüngeren Vergangenheit zwei Insolvenzen zu überstehen und jetzt sieht die Zukunft auch nicht rosig aus.

Hans-Peter Becker

Der Fußball-Nachwuchs in Berlin

Blicken wir nach ganz oben in die A-Jugend Bundesliga: 14 Mannschaften, 26 Spieltage, zum Abschluss klarer Sieger der VfL Wolfsburg mit 67 Punkten. Hertha BSC ist mit 51 Punkten 5. Der VfL Osnabrück, Carl Zeiss Jena und der TSV Havelse steigen ab.  4 Punkte besser als die Absteiger ist der 1.FC Union (10. mit 20 Punkten). Wie in der Eliteliga der Profis gibt es im Bundesliganachwuchs „nur“ zwei Berliner Vereine.

Etwas besser sieht es bei der B-Jugend aus. Hier spielten drei Berliner Clubs die 26 Meisterschafts-Spiele. Leider verlor Tennis Borussia auch die letzte Begegnung gegen Hannover 1:3 und ist mit 23 Punkten einer der drei Absteiger.

Hertha BSC landete zum Abschluss den beeindruckenden 13:0-Sieg beim Tabellenletzten SC Borgfeld konnte aber mit 59 Punkten als Tabellenzweiter den VfL Wolfsburg (4:1-Sieger bei Werder Bremen) nicht von Platz Eins verdrängen. Wolfsburg also sowohl in der A-Jugend- als auch in der B-Jugend Bundesliga der Spitzenreiter. Alle Achtung! 

Der 1.FC Union nimmt mit 33 Punkten, ebenfalls erfreulich, Platz 7 ein. Interessant sind auch diesmal wieder die Halbfinalspiele um die Deutsche Meisterschaft am Mittwoch: Borussia Dortmund – VfL Wolfsburg und Bayern München – 1.FC Köln. Das Endspiel ist auf Sonntag, dem 16.Juni entweder in Wolfsburg oder Dortmund terminiert, also beim Sieger dieser Halbfinalbegegnung.

Vergessen wir nicht die Pokalendspiele der Berliner Juniorinnen Nicht: Pfingstmontag, Stadion Lichterfelde: D-Juniorinnen 10.00 Uhr, 1.FC Union – Borussia Pankow, C-Juniorinnen 12.00 Uhr, 14.00 Uhr B-Juniorinnen Berolina Mitte – Hohen Neuendorf.     

Christian Zschiedrich