Dramatischer Pokalabend mit bitterem Ende

2:0-Führung, den Matchball auf der Hand gehabt und dennoch gehen die Berlin Recycling Volleys am Ende als Verlierer vom Court: Nach über zwei Stunden Spielzeit steht letztlich eine 2:3-Niederlage (25:22, 25:23, 24:26, 18:25, 13:15) der Berliner im Pokal-Viertelfinale gegen die Netzhoppers KW-Bestensee. Während die Gäste einmal mehr wahre Comeback-Qualitäten bewiesen, ist es für die Hauptstädter das dritte schmerzhafte Pokal-Aus in vier Jahren. Benjamin Patch trug im Angriff die Hauptlast und sammelte 35 Punkte, für die Gäste scorten MVP Dirk Westphal und Johannes Mönnich am häufigsten (19 Punkte).

Mehr Druck im Angriff, eine stabilere Block-Feldabwehr und mehr Kampfgeist: Das waren die Hausaufgaben, die Coach Cedric Enard seinem Team für dieses „Do or Die“-Spiel mitgegeben hatte. Dabei musste der Hauptstadtclub weiter auf Timothée Carle verzichten, auch Sergey Grankin war noch nicht wieder im Vollbesitz seiner Kräfte. Im Mittelblock rückte Anton Brehme erstmals wieder in die Startformation der Berliner und zunächst gelang es den Männern in Orange auch, die Vorgaben Enards solide umzusetzen (11:6). Weil sich danach aber Schwierigkeiten in der Annahme und im Angriff einschlichen, wurde es im ersten Satz noch einmal eng (19:19). Am Ende war es Diagonalangreifer Benjamin Patch, der die Kohlen aus dem Feuer holte (25:22). Ein ähnliches Bild bot sich am zweiten Durchgang: Die BR Volleys gingen früh in Führung, die Netzhoppers kamen dank erhöhtem Aufschlagdruck zurück ins Spiel (21:21). Verlass war zum Satzende aber erneut auf Patch, der weiterhin viel Verantwortung bekam und den Satzball verwandelte (25:23).

Auch wenn die 2:0-Führung auf der Anzeigetafel stand: Zufrieden waren die Hausherren mit ihrem Spiel bei Weitem nicht. Im dritten Durchgang gelang es den Netzhoppers nun, das auch zu bestrafen, und das auf die aus Berliner Sicht denkbar bitterste Art und Weise: Angeführt von einem nervenstarken Dirk Westphal wehrten die Gäste zwei Matchbälle ab und nutzten ihrerseits gleich die erste Chance zum Anschluss (24:26). Schon im Achtelfinale hatten die Brandenburger enorme Comeback-Qualitäten bewiesen (3:2 gegen Düren nach 0:2-Rückstand) und daran schlossen sie nun an (9:13). Die BR Volleys verloren völlig den Faden und die Netzhoppers brachten den Durchgang dank starkem Service souverän nach Hause – „als hätte es die ersten beiden Sätze nie gegeben“, wie Experte Georg Klein es treffend formulierte (18:25).

Cedric Enard ließ nun Routinier Eder für Brehme auf dem Feld, sah aber zunächst, wie seine Mannschaft auch im Tiebreak schnell ins Hintertreffen geriet (2:5). Nach guten Aufschlägen und zwei Blockpunkten war die Anspannung förmlich mit den Händen greifbar und ein Ass von Tuia ließ die Berliner wieder hoffen (11:11). Der Einsatz stimmte nun, das Problem war nur: Die Netzhoppers blieben selbstbewusst und machten es besser. Ein Block gegen Benjamin Patch besiegelte das frühe Pokalaus und machte den Derbysieg für die Gäste perfekt (13:15).

Stimmen zum Spiel
Anton Brehme: „Wir konnten im dritten Satz den Sack nicht zumachen, da fehlte etwas das Glück. Danach sind wir im Angriff nicht mehr durchgekommen und haben weiterhin nicht gut aufgeschlagen. Wenn wir einen Satz verlieren, fehlt uns oft die Energie. Wir müssen lernen, den Kopf oben zu behalten. Das ist uns heute nicht gelungen.“

Dirk Westphal: „Die Breite unseres Kaders war heute das Geheimrezept. Gegen Düren waren auch schon die Wechsel entscheidend, heute hat uns Karli mit seinen Aufschlägen gerettet. Uns fehlte immer frischer Wind von der Bank, das ist dieses Jahr anders. Vom Pokalfinale wollen wir nicht träumen, das ist verschwendete Zeit. Wir müssen jedes Spiel voll angehen, um zu gewinnen. Eine durchschnittliche Leistung reicht in der Bundesliga oder dem Pokal nicht aus. Gerade jetzt dürfen wir nicht glauben, dass wir alle schlagen, nur weil wir gegen die BR Volleys gewonnen haben. Herrsching oder Giesen müssen erst einmal besiegt werden.“

BR Volleys Formation
Cody Kessel und Samuel Tuia (AA), Renan Michelucci und Anton Brehme (MB), Pierre Pujol (Z), Benjamin Patch (D) und Julian Zenger (L) | Eingewechselt: Adam Kowalski, Robin Baghdady, Èder Carbonera

Topwerte
Patch 35 Punkte, 3 Blocks, 1 Ass | Michelucci 11 Punkte, 4 Blocks | Tuia 11 Punkte, 2 Asse

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

Der Geisterkulisse getrotzt

Die Berlin Recycling Volleys feierten am Samstag (14. No.) den vierten Saison-Erfolg in der Volleyball-Bundesliga.  Bei ungewohnter Atmosphäre – Fans konnten im Volleyballtempel erstmals nicht dabei sein – siegten die Hauptstädter ungefährdet mit 3:0 (25:15, 25:21, 25:21) gegen die Helios Grizzlys Giesen. Jeweils 17 Punkte sammelten MVP Timothée Carle und Benjamin Patch, für Giesen war Magloire Mayaula Nzeza elfmal erfolgreich.

Noch vor Beginn des ersten Geister-Heimspiels der Geschichte mussten die BR Volleys eine bittere Nachricht verkraften: Zuspieler Sergey Grankin verletzte sich im Abschlusstraining an der Wade, eine MRT-Untersuchung soll am Montag Aufschluss über die Schwere der Verletzung geben. Doch auch ohne ihren Kapitän fanden die Männer in Orange gegen die Gäste aus Giesen bestens in die Partie und bewiesen dabei vollen Körpereinsatz: Für Pierre Pujol, der die Lücke von Grankin zu füllen wusste, war eine Werbebande nur ein kleines Hindernis auf dem Weg zum Ball – dieser Ballwechsel ging am Ende, ebenso wie der erste Satz, an den Hauptstadtclub (25:15).

Giesen kam nun besser im Spiel an, auch weil sich die Fehlerquote auf Seiten der Gastgeber erhöhte. Erst zur Mitte des Durchgangs konnten sich die Berliner absetzen, weil Timothée Carle und Benjamin Patch viel Cleverness im Angriff bewiesen (19:15). Dem starken Carle blieb es dann auch überlassen, nach aufmerksamer Abwehr von Samuel Tuia den Satzball zur 2:0-Führung zu verwerten (25:21). Ein enger Schlagabtausch entwickelte sich dagegen bis kurz vor Schluss im dritten Durchgang, ehe ein Block von Éder und Patch der Partie den Deckel aufsetzte (25:21).

Für die BR Volleys geht es in der kommenden Woche mit dem Spitzenspiel gegen den VfB Friedrichshafen weiter. Die Partie am Bodensee beginnt bereits um 14.00 Uhr, Sport1 überträgt live im Free-TV.

Stimmen zum Spiel
Kaweh Niroomand: „Das ist ein gutes Ergebnis, aber das Spiel läuft weiterhin nicht wirklich rund. Wir sind etwas vom Pech verfolgt, jede Woche fällt ein neuer Spieler aus. Mir macht es Sorgen, dass wir nie über mehrere Wochen hinweg mit dem kompletten Kader trainieren konnten. Deswegen sind wir noch lange nicht im gewünschten Rhythmus. Der müsste aber langsam kommen, um das schwere Programm der kommenden Wochen gut bewältigen zu können. Die komplette Situation zerrt zusätzlich an den Nerven. Da auch mental immer 100 Prozent abrufen zu können, ist eine große Herausforderung. Deswegen glaube ich, dass es eine Saison der Zufälle wird.“

Pierre Pujol: „Ich halte mich immer bereit zu spielen, das ist mein Job. Wir haben in der Liga bereits ein Spiel verloren, deswegen wollten wir heute unbedingt gewinnen. Die Motivation kommt da auch ohne Fans ganz von alleine. Letztlich sind wir froh, überhaupt spielen zu dürfen. Aber für diejenigen, die die normale Atmosphäre kennen, war es sicherlich seltsam – da hat die bekannte Musik geholfen. Ich hoffe, dass bald wieder Fans dabei sein können.“

Anton Menner (Giesen): „Heute Morgen habe ich die Beine nach zwei Spielen in dieser Woche schon gemerkt. Trotzdem habe ich mich auf das Spiel gefreut, weil es mein erstes Mal in der Max-Schmeling-Halle war. Da hat der Rest dann auch keine Rolle mehr gespielt. Wenn wir einen Satz gegen Berlin holen wollen, müssen wir konstant Servicedruck ausüben. Letztlich haben da die vielen Fehler das Spiel entschieden.“

BR Volleys Formation
Timothée Carle und Samuel Tuia (AA), Éder und Renan Michelucci (MB), Pierre Pujol (Z), Benjamin Patch (D) und Julian Zenger (L) | Eingewechselt: Cody Kessel

Topwerte
Carle 17 Punkte, 2 Asse, 2 Blocks | Patch 17 Punkte, 2 Asse| Tuia 10 Punkte
Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

Gelungenes Comeback im Volleyballtempel

Zurück in der Volleyball-Bundesliga, zurück vor heimischem Publikum: Rund 800 Fans bejubelten zum Heimauftakt am Samstag (17. Okt) einen 3:0-Erfolg (25:22, 25:16, 25:23) der Berlin Recycling Volleys über die SWD powervolleys Düren. Topscorer wurde, wie schon beim Supercup, Neuzugang Timothée Carle (16 Punkte), für die Gäste punktete Diagonalangreifer Sebastián Gevert am häufigsten (10).

Zwar feierte Diagonalangreifer Davy Moraes sein Debüt für die BR Volleys, dafür musste Coach Cedric Enard zum Bundesliga-Start allerdings auf Außenangreifer Robin Baghdady verzichten, der sich im Abschlusstraining am Freitag eine Wadenverletzung (Flüssigkeit in der rechten Wade) zuzog und damit vorerst ausfällt. Enard beobachtete einen spannenden, leidenschaftlich geführten ersten Satz, in dem lange das eingespielte Dürener Team den Takt vorgab: Erst zum Ende des ersten Durchgangs fanden die Berliner im Angriff Mittel gegen die bekannte Blockstärke der Gäste. Statt von der noch zu hohen Eigenfehlerquote der Hauptstädter zu profitieren, sorgte ein eigener Fehler von Sebastián Gevert schließlich für den Satzgewinn der BR Volleys (25:22).

Die rund 800 Zuschauer und Zuschauerinnen sorgten weiter für prächtige Stimmung, die nun mit einem ganz starken Auftritt der Berliner Mannschaft belohnt wurde. Der eingewechselte Benjamin Patch sorgte mit einer Aufschlagserie für die frühe Vorentscheidung im zweiten Durchgang (17:10), den die Männer in Orange souverän nachhause brachten. Es blieb dem späteren Topscorer Timothée Carle (16 Punkte) überlassen, den Satzball zur 2:0-Führung zu verwandeln (25:16).

Deswegen steckte das Team von Rafal Murczkiewicz aber lange noch nicht auf und warf angesichts der drohenden Niederlage noch einmal alles in die Waagschale. Ein weiteres Ass von Patch und ein aufmerksamer Julian Zenger in der Abwehr sorgten in der Endphase des dritten Durchgangs aber dafür, dass das Spiel nicht noch einmal kippte. Weil Tomas Kocian schlussendlich einen Aufschlag hinter die Linie setzte, ging der Sieg mit 3:0 an die Hauptstädter. Auf Berliner Seite wurde Libero Zenger zum „Most Valuable Player“ gekürt, die silberne Medaille ging an Kocian.

Stimmen zum Spiel
Anton Brehme: „Ich war vor dem Spiel mega aufgeregt. Ich kannte die Atmosphäre der BR Volleys-Heimspiele sonst nur vom Zuschauen. Trotz der Umstände hat es sehr viel Spaß gemacht, da freue ich mich auf mehr. In der Vorbereitung und im Supercup lief nicht alles gut, dafür hat heute schon wieder viel mehr geklappt. Insgesamt machen wir zu viele Fehler im Aufschlag und müssen mehr Punkte aus der Block-Feldbwehr machen. Dass Sergey heute Lust hatte, viel über die Mitte zu spielen, nehme ich natürlich dankend an. Mit so einem gestandenen Profi als Zuspieler macht der Angriff nochmal deutlich mehr Spaß, wir verstehen uns ziemlich gut.“

Julian Zenger: „Ich war überrascht, wie gut die Stimmung trotz der Umstände war. Das macht auf jeden Fall deutlich mehr Spaß, als vor einer Geisterkulisse zu spielen. Ich bin sehr zufrieden mit unserem Auftritt. Es gibt zwar weiterhin einige Elemente, die sehr gut funktionieren, und andere, an denen wir noch arbeiten müssen, aber das war schon ein Schritt nach vorne.“

Kaweh Niroomand: „In den Bereichen, in denen wir uns verbessern wollten, habe ich heute einen Fortschritt gesehen. Mir gefällt das Grundgerüst der Mannschaft, das funktioniert. Der Aufschlag wird immer besser, Tuia übernimmt viel Verantwortung in der Annahme und Patch hat dem Team nach seiner Einwechslung viel Stabilität verliehen. Die Eigenfehlerquote bleibt zu hoch, aber das ist nur über viel Spielpraxis abstellbar. Alles andere sah schon sehr stabil aus, aber wir befinden uns erst am Anfang einer langen Wegstrecke.“

BR Volleys Formation
Timothée Carle und Samuel Tuia (AA), Éder und Anton Brehme (MB), Sergey Grankin (Z), Davy Moraes (D) und Julian Zenger (L) | Eingewechselt: Benjamin Patch

Topwerte
Carle 16 Punkte, 3 Blocks | Patch 14 Punkte, 3 Asse| Brehme 12 Punkte, 1 Ass

Nächstes Heimspiel
14. November | 18.30 Uhr | vs. Helios Grizzlys Giesen

Quelle: Christof Bernier/BR Volleys

BR Volleys distanzieren Verfolger

Sieg im Spitzenspiel: Die BR Volleys rangen am Donnerstagabend, 23.01.2020 den Tabellendritten Hypo Tirol AlpenVolleys Haching mit 3:1 (25:15, 21:25, 25:21, 25:20) nieder und bauten so ihre Tabellenführung in der Volleyball Bundesliga aus. Vor 4.098 Zuschauern in der Max-Schmeling-Halle wurde Moritz Reichert mit 19 Punkten Topscorer und Benjamin Patch sowie Samuel Tuia feierten umjubelte Comebacks nach ihren Verletzungspausen.

Der wiedergenesene Cedric Enard konnte erstmals seit Mitte Dezember wieder auf einen vollständigen Kader zurückgreifen und vertraute zu Beginn auf Kapitän Moritz Reichert, Cody Kessel, Jeffrey Jendryk, Nicolas Le Goff, Kyle Ensing, Sergey Grankin und Libero Julian Zenger. Die Gäste aus Haching erwischten aber den besseren Start in dieses Spitzenspiel und lagen bis zur Mitte des Satzes vorne (12:14). Danach übernahm der Deutsche Meister die Kontrolle über das Spiel, beim Stand von 16:15 ging der starke Le Goff an die Servicelinie – und führte sein Team, das sich nun auch deutlich verbessert in Block-Abwehr zeigte, mit neun Aufschlägen in Folge (!) zum Satzgewinn (25:15).

Dass der zweite Durchgang durch einen Aufschlagfehler der BR Volleys beendet wurde, steht sinnbildlich für den Verlauf dieses Satzes: Mit neun Fehlern war die Eigenfehlerquote auf Seiten der Hauptstädter deutlich zu hoch. Dies nutzte der Tabellendritte aus Bayern souverän zum Satzausgleich (21:25). Im Anschluss blieb das Duell zerfahren, meist waren es allerdings die Hachinger, die ihre leichte Führung verteidigen konnten (12:14). Nachdem Samuel Tuia schon im zweiten Satz ein kurzes Comeback nach ausgestandener Wadenverletzung feierte, brandete großer Jubel bei der Einwechslung von Benjamin Patch auf. Ein weiterer Wechsel trug schließlich entscheidend zum Ausgang des Satzes bei: Pierre Pujol schlug ein Ass zum 23:21, danach brachten die Berliner den Durchgang sicher ins Ziel (25:21).

Patch blieb auf dem Court und fügte sich mit 73% Angriffsquote schnell wieder ins Spiel der BR Volleys ein. Den letzten Widerstand der Gäste brach der Tabellenführer dieses Mal mit Cody Kessel an der Aufschlaglinie schon zu Beginn des vierten Satzes (10:4). Der später als MVP ausgezeichnete Nicolas Le Goff krönte schlussendlich seine Leistung und verwandelte den dritten Matchball mit einem krachenden Angriff (25:20).

Stimmen zum Spiel
Cedric Enard: „Es ist einfach, die Mannschaft für solche Spiele zu motivieren. Wir haben eine gute Partie gezeigt und unsere Tabellenposition gesichert. Nicos Aufschlagserie hat im ersten Satz den Unterschied ausgemacht. Vor dem Duell am Dienstag war das genau der richtige Gegner, wir können uns aber weiter in der Block-Abwehr steigern.“
Benjamin Patch: „Es hat mich unheimlich gefreut, wieder mit der Mannschaft auf dem Court stehen zu können. Das habe ich sehr vermisst. Aber ich darf nicht zu euphorisch werden und muss weiter auf meinen Körper hören. Die Chemie zwischen dem Publikum und uns hat heute einmal mehr gestimmt. Gegen Fakel benötigen wir genau das und noch mehr. Die Russen haben gerade erst Zenit Kazan besiegt. Wenn wir dieses Team schlagen können, dann hier in Berlin.“

BR Volleys Formation
Moritz Reichert und Cody Kessel (AA), Jeffrey Jendryk und Nicolas Le Goff (MB), Sergey Grankin (Z), Kyle Ensing (D) und Julian Zenger (L) | Eingewechselt: Georg Klein, Samuel Tuia, Benjamin Patch, Pierre Pujol

Topwerte
Moritz Reichert 19 Punkte (3 Blocks) | Cody Kessel 11 Punkte (2 Blocks) | Kyle Ensing 10 Punkte

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier



BR Volleys – Neuzugang kommt aus der Wüste

Kultur- und Klimawandel für den vierten und letzten Außenangreifer der BR Volleys. JT Hatch wechselt von Al-Ahli in Katar an die Spree und unterschreibt für die Saison 2019/2020 beim Deutschen Meister einen Einjahresvertrag. Der 23-jährige US-Amerikaner komplettiert mit Moritz Reichert, Samuel Tuia und Cody Kessel die Außen-Annahme-Position des Hauptstadtclubs.

JT Hatch ist mit einem Ball in der Hand aufgewachsen. „Meine Eltern waren beide Trainer, also war ich von Kindesbeinen an immer in der Sporthalle und habe dort Volleyball oder Basketball gespielt. Letztendlich ist es die Karriere im Volleyball geworden“, erzählt der 1.89-Meter-Mann. Nach seinem High-School-Abschluss nahm diese Laufbahn an der University of California in Los Angeles (UCLA) richtig Fahrt auf.

Pressefoto: UCLA

Nach vier erfolgreichen Jahren bei den Bruins, so der Spitzname des UCLA-Teams, entschied sich Hatch für Al-Ahli als erste Auslandsstation und ist voll des Lobes über sein Jahr im Emirat am Persisches Golf: „Katar war ein schöner Ort, um eine Karriere in Übersee zu starten. Ich wurde dort herzlich aufgenommen, konnte wertvolle Erfahrungen sammeln und als Spieler sowie als Person wachsen.“ Am Saisonende erreichte Hatch mit seinem Team das Playoff-Halbfinale. Jetzt fühlt er sich bereit für größere Aufgaben und möchte mit den BR Volleys noch mehr erreichen: „Berlin kämpft jedes Jahr um Titel und dabei will ich helfen. Ich freue mich, auf absolutem Topniveau zu trainieren und hoffentlich auch zu spielen.“

Vom fünften US-Amerikaner in seinem Kader verspricht sich Trainer Cedric Enard viel: „Wir haben jemand gesucht, der zu unseren anderen Außenangreifern passt. Also einen Spieler, der vielleicht weniger physisch ist, dafür aber stabil in Annahme und Abwehr – und mit einer guten Technik schnelle Pässe verwerten kann. JT ist genau dieser Spielertyp. Er ist hochmotiviert und wollte unbedingt zu uns. Ich habe mich auch mit US-Nationalcoach John Speraw über ihn ausgetauscht, denn JT war Captain des College-Teams unter John. Ich glaube, wir dürfen uns auf einen sehr intelligenten jungen Kerl freuen.“

Wie sein zukünftiger Teamkollege Benjamin Patch ist auch Hatch leidenschaftlicher Fotograf und sieht für seinen neuen Lebensabschnitt neben dem sportlichen Wettstreit noch eine andere große Herausforderung: „Ich komme aus Arizona, wo es extrem warm ist. So warm, dass man im Sommer gar nicht vor die Tür gehen möchte. Ähnlich war es zuletzt im Mittleren Osten. Also bin ich ziemlich gespannt, was im deutschen Winter auf mich zukommt. Mit Sicherheit Schnee.“

JT Hatch wird beim offiziellen Trainingsstart Ende August noch nicht dabei sein, weil er zu diesem Zeitpunkt für die amerikanische B-Nationalmannschaft aktiv ist. Dennoch kann der Neuzugang seine Ankunft in Berlin kaum erwarten. „Ich freue mich riesig, ein Spieler des BR Volleys Teams zu werden und den Club und seine Fans kennenzulernen!“

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

Silber für Patch und Jendryk

Benjamin Patch und Jeffrey Jendryk sammeln weiter fleißig Edelmetall. Nach dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft im Mai belegten die beiden US-Amerikaner auch beim ersten großen Wettbewerb des Sommers mit der Nationalmannschaft einen Medaillenplatz. Als Gastgeber des Volleyball Nations League Finalturniers musste sich Team USA in der Nacht von Sonntag auf Montag (15. Jul) erst im Finale dem Titelverteidiger Russland mit 1:3 geschlagen geben.

USA’s Jeffrey Jendryk (4) celebrates a point during a Volleyball Nations League match between USA and Japan at the Sears Centre Arena in Hoffman Estates, Illinois on June 21, 2019.
Pressefoto: FIVB / Volleyball Nations League

Nach Siegen über Frankreich (3:1) und Russland (3:0) in der Vorrunde des Final-Six-Turniers von Chicago setzten sich die Amerikaner im Halbfinale – auch dank einer starken Leistung des eingewechselten Jendryk – knapp gegen Brasilien durch (3:2). Anders als in der Gruppenphase schlugen die Russen im Finale allerdings in Topbesetzung auf und entschieden das hochklassige Endspiel letztlich mit 3:1 (25:23, 20:25, 25:21, 25:20) für sich. Es war der zweite Titel in Folge für die amtierenden Europameister in dem 2018 neugeschaffenen Turnierformat.

Den Bronzeplatz belegte Polen, während Frankreich mit Co-Trainer Cedric Enard und ohne Nicolas Le Goff im Aufgebot in der Vorrunde der besten Sechs ausschied. Moritz Reichert und Julian Zenger schlossen die Nations-League-Saison mit Deutschland schon vor zwei Wochen als 14. von 16 Teams ab. Für die BR Volleys Akteure in der französischen und amerikanischen Auswahl geht der intensive Sommer schon am 09. August mit dem wichtigen interkontinentalen Olympia-Qualifikationsturnier weiter. Deutschland ist als aktuell 27. der Weltrangliste dafür nicht qualifiziert.

Quelle: BR Volleys / Christof Bernier

Der zehnte Titel für Berlin!

Die Mission ist erfüllt! In einem unfassbar dramatischen Spiel haben die Berlin Recycling Volleys ihre vierte Meisterschaft in Folge und den insgesamt zehnten Meistertitel der Vereinsgeschichte gewonnen. Mit einem 3:2-Tiebreaksieg (25:17, 25:21, 19:25, 23:25, 16:14) in der Friedrichshafener ZF Arena bekam die turbulente Jubiläumssaison ihr perfektes Ende. 10 Jahre. 10 Highlights. 10 Titel.

In absolut würdiger Finalatmosphäre vor ausverkauftem Haus begannen Sergey Grankin, Benjamin Patch, Jeffrey Jendryk, Georg Klein, Moritz Reichert, Samuel Tuia und Nicolas Rossard für den Titelverteidiger – und der erwischte einen Blitzstart! 4:0 führten die Gäste nach Aufschlägen von Klein, da kam VfB-Mittelblocker Takvam, offenbar angeschlagen, erst die Treppe aus dem VIP-Bereich herunter. Als Klein dann zum Monsterblock gegen Günthör ansetzte und Reichert kurz darauf ein Ass nachlegte, brachte Vital Heynen den Norweger ins Spiel (11:5). Auch er konnte nichts daran ändern, dass die Berliner am Drücker blieben (16:10). In der Abwehr waren die BR Volleys extrem agil und machten den Häflern das Punkten richtig schwer. Dazu punktete Patch aus schier unmöglichen Lagen (20:13) und auch der Block stand weiterhin (23:16). Jendryk beendete einen nahezu perfekten Auftaktsatz (25:17).

Nun waren die Hausherren natürlich gefordert und meldeten sich, angeführt von Sossenheimer, im Spiel an (5:8). Wieder waren es ein Reichert-Ass und ein Jendryk-Block, welche den BR Volleys wichtige Breakpunkte bescherten (9:9). Grankin patzte anschließend zwar im Zuspiel, blockte danach aber krachend gegen Sossenheimer (14:13). Wieder wurde Kleins Aufschlagserie zum Schlüssel, weil Jendryk & Co es vorn am Netz für den Gegner dunkel werden ließen (20:16). Grankins nächster Block brachte die Vorentscheidung in Satz zwei (23:18) und den dritten Satzball nutzte Reichert für seine Farben (25:21).

Ob Boladz oder Malescha, die Hauptstädter hatten die Hauptangreifer in Blau bis zu diesem Zeitpunkt gut im Griff und waren so auch in Satz drei ebenbürtig. Wieder konnte man vorlegen (8:6), aber Friedrichshafen entschied in der Folge die langen Rallys für sich (10:11). Zwar blockte Grankin zum Ausgleich (13:13), doch die Häfler waren trotzdem oben auf (15:18). Adam White war im Spiel und Enard griff zum Doppelwechsel mit Kyle Russell und Sebastian Kühner. Friedrichshafen machte aber nun jeden wichtigen Punkt (18:22) und konnte auf 2:1 verkürzen (19:25).

Die Hausherren und ihr Publikum machten nun mächtig Alarm, aber wie die mitgereisten Fans der BR Volleys, er waren rund 100, stemmte sich auch Berlins Volleyballteam Nr. 1 dagegen (4:6). Es war das Nervenspiel, das zuvor erwartet wurde, und Nicolas Le Goff und abermals White sollten frischen Wind bringen (8:12, 13:16). Der VfB war auch dieses Mal gegen Satzende fokussierter und erspielte sich drei Satzbälle (21:24). Ein Aufschlagfehler von Grankin trieb diese Finalserie auf die absolute Spitze (23:25).

Tiebreak also und in diesem servierte Patch früh einen Servicewinner mit der Netzkante und verbuchte direkt einen weiteren Breakpunkt für sich (4:2). Mit 8:5 wurden die Seiten gewechselt und der orange Fanblock war in Ekstase. Berlin ließ nach starkem Aufschlag des eingewechselten Egor Bogachev die Chance auf das 12:8 liegen und stattdessen legte Takvam sein Service genau ins Eck (11:10). Alles stand spitz auf Knopf (13:13) und dann machte Patch zweimal die ganz wichtigen Punkte (15:14). Reichert ging zum Aufschlag und die Bank erhob sich, als wüsste sie, was kommt: Der Nationalspieler verwandelte den zweiten Match- und Championship-Point für die BR Volleys, den alten und neuen Deutschen Meister (16:14).

Benjamin Patch, mit 29 Punkten überragender Angreifer seiner Mannschaft, brachte es auf den Punkt: „Hier ging ein Traum in Erfüllung. Wie unser Team nach dieser Saison dieses Spiel gezogen hat, war überragend.“ Kapitän Sebastian Kühner, der sich den sechsten Meistertitel mit den BR Volleys sicherte, sprach von einem „Riesenspiel von beiden Mannschaften, bei dem am Ende zwei Punkte den Unterschied ausmachten.“ Kühner war sichtlich ergriffen: „Es war mental extrem anstrengend und einfach der perfekte Abschluss einer für den Volleyball großartigen Serie. Friedrichshafen hat nach dem 0:2 unglaublich gefightet, aber es war stark, wie wir als Team im Tiebreak losgelegt haben. Wir dürfen stolz sein, denn wir sind einfach wieder Deutscher Meister!“

Quelle: Christof Bernier/BR Volleys

Achter Bundesligasieg in Folge

4.248 Zuschauer, und damit insgesamt 52.902 in der Bundesliga-Hauptrunde, wollten auch den Schlusspunkt von „10 Jahre | 10 Highlights“ nicht verpassen. Zur CharityNight in der Max-Schmeling-Halle fuhren die Berlin Recycling Volleys einen ungefährdeten 3:0-Erfolg (25:21, 25:17, 25:17) gegen den TV Rottenburg ein. Anschließend verabschiedeten die Gastgeber Hans Peter Müller-Angstenberger nach seinem letzten Auswärtsspiel in der Volleyball Bundesliga.

Mit ihren Charity-Partnern auf der Brust wollten die Berliner am Samstagabend den achten Bundesligasieg in Serie einfahren. In diesem Sondertrikot liefen von Beginn Moritz Reichert, Adam White, Georg Klein, Jeffrey Jendryk, Sergey Grankin, Benjamin Patch und Libero Nicolas Rossard auf. Es entwickelte sich zunächst ein Abtasten mit gutem Sideout-Spiel von beiden Seiten (9:8). Erst Mitte des Auftaktsatzes verbesserten die Berliner ihre Abwehrarbeit und auch im Aufschlag wusste man sich zu steigern. Bester Beleg war das Ass von Patch zum 17:10. Enard schickte zwischenzeitlich Egor Bogachev für Reichert auf die Platte, aber Akzente setzte anschließend der TVR. Patch musste den Block “schlucken“ und Schief gelang das erste Ass der Gäste (19:16). Jedoch fanden die BR Volleys ihren Fokus wieder und Patch testete mit seinem siebten Punkt zum Satzgewinn die Stabilität des Hallenbodens (25:21).

Auch von der Kuriosität eines Schiedsrichterwechsels, Ute Fischer und Sebastian Tominski tauschten zum zweiten Satz die Positionen, ließen sich die BR Volleys nicht aus der Ruhe bringen. Zur ersten technischen Auszeit lagen die Gastgeber mit 8:4 vorn und feierten dabei vier direkte Blockpunkte. Die Hauptstädter zogen mit druckvollem Service auf 17:12 davon und Enard gab nun wieder Bogachev und auch Linus Weber die Chance sich zu zeigen. Letztgenannter erschmetterte gleich neun Satzbälle und die BR Volleys zogen auf 2:0 (25:17) davon.

Weber durfte weiter für den Deutschen Meister ran und holte im dritten Durchgang den Vorteil nach gutem Start der Rottenburger per Ass zurück (6:5). Auch Bogachev ließ den Ass-Counter glühen und so kontrollierten die BR Volleys weiter das Spiel, allerdings nicht so souverän wie im Satz zuvor (10:8, 15:13). Als eine Rotation gespielt war, kamen wieder Weber und dann Bogachev mit weiteren Servicewinnern um die Ecke. Nach eineinhalb Stunden machte Jendryk mit einem Float-Ass den Heimsieg perfekt (25:17). Sergey Grankin wurde goldener MVP der Begegnung und Benjamin Patch Topscrorer (11 Punkte).

Im Anschluss verabschiedeten die BR Volleys den dienstältesten Trainer der Liga, Hans Peter Müller-Angstenberger, für den es das letzte Gastspiel im Volleyballtempel war, mit stehenden Ovationen. Dieser zeigte sich berührt: „Ich wurde von der Geste völlig überrascht. Es ist schön zu sehen, welche Beachtung unsere Arbeit auch hier findet. Ich nehme das Geschenk der Berliner als Kompliment für das Wirken des gesamten Vereins TV Rottenburg.“ Zum Spiel resümierte Angstenberger: „Wir haben uns ohne Tim Grozer und Kapitän Idner Martins teuer verkauft. Zeitweise hat die Durchschlagskraft im Angriff und der Druck im Aufschlag gefehlt. Aber die Zuschauer haben einige tolle Rallys gesehen.“

Sein Gegenüber Cedric Enard war zufrieden, dass sein Matchplan aufging: „Ich wollte den jungen Spielern viel Einsatzzeit geben und das hat der Spielverlauf zugelassen. Linus und Egor haben das sehr ordentlich gemacht. Ich wollte Linus dieses Gefühl vor dem Publikum ermöglichen. Kyle war heute der Leidtragende und musste als fünfzehnter Spieler zusehen. Das hat aber nichts zu sagen, in den Playoffs ist er wieder dabei.“ Auf die Frage, was das Team bis zum Playoff-Start am 29. März (19.30 Uhr) noch verbessern könne, hatte der Franzose sofort eine Idee: „Unsere Aufschläge nach Unterbrechungen. Da machen wir noch deutlich zu viele Fehler. Das ist Kopfsache, aber auch das werden wir noch abstellen.“

Quelle: Christoph Bernier / BR Volleys

Drei Punkte aus Lüneburg entführt

Ihren siebten Bundesliga-Sieg in Folge feierten die Berlin Recycling Volleys am Samstagabend bei der SVG Lüneburg. Auch die schwere Prüfung in der Gellersenhalle bestand das Team von Cheftrainer Cedric Enard mit Bravour und siegte beim Pokalfinalisten mit 3:1 (25:19, 25:17, 22:25, 28:26). Damit schiebt sich der Hauptstadtclub bis auf zwei Punkte an den aktuellen Tabellenführer, die AlpenVolleys Haching, heran.

Cedric Enard hatte die Qual der Wahl und setzte auf die Künste von Jeffrey Jendryk und Georg Klein im Mittelblock, die Außenangreifer Moritz Reichert und Samuel Tuia, Benjamin Patch auf der Diagonalposition, Sergey Grankin im Zuspiel und Libero Nicolas Rossard.

Erwartungsgemäß hochmotiviert begannen die Gastgeber und brachten die „Gellesernhölle“ direkt mit Spielbeginn zum Brodeln (0:3), aber die BR Volleys bewiesen kühlen Kopf. Zwei Asse von Tuia und der erste erfolgreiche Block von Jendryk ließen die zahlreich mitgereisten Gästefans jubeln (8:8). Reicherts Aufschlagserie brachte Berlins Volleyballteam Nr. 1 auf Kurs (16:13) und mit variablem Angriffsspiel sowie couragierter Blockarbeit kontrollierten die Männer in Orange fortan das Geschehen. Dazu stimmte weiterhin der Aufschlagdruck, so wie beim eingewechselten Kyle Russell, dessen Service sechs Satzbälle bedeutete. Georg Klein verwertete die zweite Chance zum Satzgewinn (25:19).

Der Folgedurchgang wies starke Parallelen auf. Wieder begannen die „LüneHünen“ schwungvoll (3:5) und erneut fingen die BR Volleys den Gegner mit starkem Service – dieses Mal von Jendryk – ab (7:5). Ein weiterer Berliner Zwischenspurt brachte die Vorentscheidung im zweiten Satz. Patch setzte den Block zum 18:13 und als sich die Auswärtsmannschaft nach der taktischen Auszeit auch leidenschaftlich den nächsten Punkt schnappten, stieß der US-Amerikaner Grankin vor Freude beinahe in die Bande. Jendryk ließ direkt zwei weitere Servicewinner folgen (20:13). So durften die Gästefans nach 50 Minuten und einem Reichert-Angriff die 2:0-Satzführung feiern (25:17).

Zehn Asse hatten die BR Volleys nach zwei Sätzen bereits serviert und waren mit ihrer Risikobereitschaft auch im dritten Satz lange erfolgreich. Zwar führte Lüneburg abermals zur ersten technischen Auszeit (6:8), doch dann übernahmen wieder die Berliner die Kontrolle nach Kleins Aufschlagserie (10:8). Trotz eines weiteren Reichert-Asses und einer 14:11-Führung kam die SVG zurück (18:18). In einer hektischen Schlussphase hatten die Berliner an der ein oder anderen Entscheidung des Schiedsrichters zu knabbern (19:21) und machten dazu plötzlich leichte Fehler (20:24). Reicherts Service war letztlich zu lang (22:25).

Spätestens jetzt war es der, fast schon gewohnt, harte Kampf in Lüneburg. Über die Zwischenstände 6:6, 11:11 und 16:16 schenkten sich beide Teams nichts. Längst gab der eingewechselte SVG- Routinier Matthias Pompe dem Heimteam wichtige Impulse (19:22), aber auch die BR Volleys hatten mit Adam White noch einen Außenangreifer-Pfeil im Köcher (22:22). Drei Chancen auf den Ausgleich vergaben die Lüneburger, bis MVP Samuel Tuia den ersten Matchball zum umjubelten Auswärtssieg verwandelte (28:26). Der Franzose (19 Punkte) war nach Benjamin Patch (26) der zweitbeste Scorer seiner Mannschaft. Dazu wusste Jeffrey Jendryk mit 13 Punkten (davon 5 Asse und 3 Blocks) zu überzeugen.

Moritz Reichert zeigte sich anschließend zufireden „Es war wie immer in Lüneburg. Wenn man sie einmal ins Spiel lässt, wird es richtig schwer. Aber wir haben gekämpft und unsere Chancen, wenn nicht im ersten, eben im zweiten oder gar dritten Versuch genutzt. Am Ende haben wir die Nerven behalten.“ Mit Blick auf die Bundesliga-Tabelle sagt der Nationalspieler: „In erster Linie war der Sieg wichtig, um Platz drei zu festigen. Mit den drei Punkten setzen wir auch die zwei Teams vorn noch einmal unter Druck, auch wenn es unwahrscheinlich ist, dass sie noch einmal entscheidend federn lassen.“ Die Stimmung in der Gellersenhalle war für Reichert wieder einmal erstklassig: „Es war extrem laut, dazu haben natürlich auch unsere Fans beigetragen. In so einem Hexenkessel ist es wichtig, den Rückhalt der eigenen Fans zu spüren.“ Der ist den BR Volleys auch bei ihrem nächsten Bundesliga-Spiel gegen den TV Rottenburg (16. Mrz um 18.30 Uhr) in der Max-Schmeling-Halle gewiss.

Quelle: Christof Bernier / BR Volleys

Der Tabellenführer sieht orange

So hatten sich die Berlin Recycling Volleys ihren #ORANGEday vorgestellt. 4.392 Zuschauer, ausgestattet mit Hüten von der Firma PAUL IT, sahen einen verdienten 3:0-Sieg (25:21, 25:15, 31:29) des Deutschen Meisters gegen den aktuellen Tabellenführer, die Hypo Tirol AlpenVolleys Haching. Damit hat der Bundesligavierte nun 40 Punkte auf dem Konto und schiebt sich dichter an die Spitzengruppe heran.

BR Volleys Trainer Cedric Enard nahm gegenüber dem 3:0-Sieg beim „HEIMSPIEL für den Nachwuchs!“ eine Veränderung vor. Der Franzose beorderte Benjamin Patch wieder für Linus Weber, der parallel den VC Olympia zum Sieg gegen den TV Rottenburg führte, in die „Starting Seven“. Dazu liefen Jeffrey Jendryk, Georg Klein, Samuel Tuia, Moritz Reichert, Sergey Grankin und Libero Nicolas Rossard auf.

Berlins Volleyballteam Nr. 1 agierte im ersten Satz aus einer äußerst stabilen Annahme (73 % positiv) und kontrollierte so das Spielgeschehen. Zwar gelang dem Russen Klets nach einem Blitzstart der Gastgeber (3:0) der schnelle Ausgleich (7:7), aber die BR Volleys zeigten sich in ihrem Auftreten gefestigt. Grankin führte überlegt Regie und sein Team zur klaren Führung (16:14, 21:16). Mit ausgeglichener Punkteverteilung sicherte sich die Hauptstädter den Auftaktsatz (25:21).

Die Zuschauer zogen den Hut, als die Männer in Orange mit Jendryk am Service auch im zweiten Durchgang vorlegten (6:2). Grankin konnte es wenig später nicht fassen, als das „Drückduell“ gegen ihn ausgelegt wurde und direkt im Anschluss erneut Klets per Ass auf Gleichstand stellte (7:7). Er packte seinen ganzen Frust in einen raffinierten „Leger“, ging zum Aufschlag und wehrte anschließend mehrfach sensationell ab (16:10). Gästecoach Chrtiansky wechselte munter durch, doch es half nichts. Jendryk hielt ein Ass für den Volleyballtempel parat (20:12) und Klein schlug den Block zum nächsten Satzgewinn an (25:15).

Die BR Volleys spielten auch im dritten Durchgang fokussiert und kontrolliert. Der Annahmeriegel um Libero Rossard machte sein vielleicht bestes Saisonspiel und nach einer Aufschlagserie von Patch führten die Enard-Schützlinge mit 12:9. Die AlpenVolleys zeigten ihrerseits Qualität und hatten in Halaba einen verlässlichen Punktesammler, der seine Farben zurück ins Spiel brachte (14:14, 17:17). Das Match schaukelte sich hoch und der herausragende Grankin platzierte sein zweites Ass für den ersten Matchball (24:23). Haching holte sich den Vorteil selbst noch einmal und die Berliner hatten auch das Quäntchen Glück auf ihrer Seite, als der Satzgewinn für die Gäste eigentlich schon perfekt war (26:27). Am Ende durfte aber doch das frenetische Heimpublikum in Orange jubeln, als der eingewechselte Jan Zimmermann die Führung zurückholte und Halabas Angriff zu lang war (31:29).

Libero Nicolas Rossard war ob des 3:0-Erfolgs begeistert von seinem Team: „Der Sieg heute war hervorragend. Wir haben den Teamspirit gefunden und das heute auch unserem Publikum gezeigt. Das wichtigste, was gefehlt hat, war die Selbstsicherheit und die haben wir uns durch die letzten Siege geholt. Wir benötigen keinen Helden, sondern ein Team und das hat als Einheit funktioniert.“ Ein Sonderlob hatte er dann doch noch für den MVP des Abends übrig: „Sergey hat heute brilliert, speziell in der Abwehr.“ Neben dem Zuspieler stach der erneut verlässlich punktende Benjamin Patch (14 Zähler) aus einer guten Mannschaftsleistung hervor.

Das nächste Heimspiel vor ihrem begeisterten Publikum bestreiten die BR Volleys am 02. März gegen die Netzhoppers SolWo Königspark KW – it’s #Derbytime!

Quelle: Christof Bernier / BR Volleys