Magere Ausbeute für Berliner Profi-Clubs

Sie spielten zeitgleich am 25. Spieltag der Saison 19/20. Die Eisernen waren nach Freiburg gereist und die Alte Dame empfing im Olympiastadion Werder Bremen. Am Ende gab es einen Punkt für Hertha und die erste Niederlage in Freiburg für die Eisernen. Im Pokal hatten das Stadion an der Dreisam als Sieger verlassen, diesmal setze eine 1:3 Niederlage. Insgesamt war der Auftritt der Eisernen kein schlechter, die Freiburger wollten den Sieg etwas mehr. In einer kampfbetonten Auseinandersetzung entschieden folgerichtig ruhenden Bälle über den Spielausgang. Urs Fischer rotierte im Vergleich zum Pokalaufftritt in Leverkusen wieder zur gewohnten Stammformation zurück. Für Ryerson, Parensen, Prömel, Ingvartsen und Ujah rückten Kapitän Trimmel, Subotic, Gentner, Malli und Andersson in die Startformation. Zehn Minuten vor dem Ende der ersten Halbzeit gingen die Freiburger nach einem scharf getretenen Eckball von Grifo durch Roland Sallai in Führung (35.)

In der 2. Halbzeit traten die Hausherren noch galliger auf und erhöhten in der 55. Minute auf 2:0. Das Tor durch Freiburgs Kapitän Günter fiel aus dem Spiel heraus. Sein wuchtiger Schuss konnte von Gikiewicz nicht aufgehalten werden. Es kam noch einmal Hoffnung auf, als Andersson in der 61. Minute einen Eckball, getreten von seinem Kapitän, per Kopf in die Maschen beförderte. Kurz zuvor reagierte Urs Fischer und brachte mit Polter für Bülter einen weiteren Stürmer und sortierte taktisch um. Der Erfolg blieb aus. Freiburg machte in der 82. Minute alles klar. Koch beförderte einen von Griffo getretenen Freistoß ins Tor. In der Nachspielzeit sah Friedrich die Ampelkarte und muss so im nächsten Spiel gegen den FC Bayern zu schauen. “ Wenn ich die 90 Minuten Revue passieren lasse ist es letztendlich ein verdienter Sieg. Aus meiner Sicht hat heute nicht die bessere Mannschaft gewonnen, sondern die, die es mehr gewollt hat. Freiburg war eine Spur aggressiver, eine Spur ekliger und bei zwei Standards extrem präsent. Sie haben die letzte Konsequenz gezeigt, die wir vermissen lassen haben. Wenn wir selbst nicht ans Limit kommen, dann wird es für uns schwer. Heute ist uns das nicht gelungen. Freiburg hat es gut gemacht und damit verdient gewonnen“, so lautete das Fazit von Urs Fischer auf der Pressekonferenz.

In Berlin hieß es nach dem Schlusspfiff Unentschieden 2:2. Der SV Werder konnte wenigstens einen Punkt mit nach Hause nehmen, nach Lage Dinge zu wenig. Es fühlte sich wie eine Niederlage an, den die Gäste führten nach sechs Minuten bereits mit 2:0 durch Tore von Sargent und Klaassen. Der Fall schien erledigt vor 58.028 Zuschauern, lausiger als der Auftritt der Hertha war lediglich das nasskalte Wetter, das den Besuch im Stadion nicht zum Vergnügen machte. Erneut offenbarte die Alte Dame, wie zuletzt in Düsseldorf erstaunliche Comeback Qualitäten. Noch vor der Halbzeitpause, in der 41. Minute sorgte Stark für den Anschlusstreffer.

In der 2. Halbzeit spielte fast nur Hertha. Cunha glich in der 60. Minute aus. Erst in der Schlussphase wurde es wieder ein offenes Spiel. Am Ergebnis änderte sich nichts mehr. Hertha muss am nächsten Spieltag in Hoffenheim antreten und dann kommen die Eisernen ins Olympiastadion.

Hans-Peter Becker

Unentschieden in der Wuhlheide und Fanproteste

Der 1. FC Union Berlin hat am 24. Spieltag Zähler Nummer 30 geholt. Es kam zustande nach einem 2:2 in der Partie gegen den VfL Wolfsburg. Trotz eines verspielten 2:0 Vorsprung sprach Trainer Urs Fischer von einem wichtigen Punkt, über den er sehr froh ist. In der wieder restlos ausverkauften „Alten Försterei“ ging seine Mannschaft zunächst mit 2:0. Es waren zwei Freistöße von Kapitän Christopher Trimmel, die per Kopf von Sebastian Andersson und später von Marvin Friedrich (sein erster Saisontreffer) ins Tor buggsiert wurden. Aus dem Spiel heraus lief für die Eisernen wenig. Die Wolfsburger hatten gutes Rezept gegen die Angriffsversuche der Eisernen. Es haperte lediglich in der finalen Abschlusshandlung. Da bekamen die Eisernen meist rechtzeitig einen Fuß an den Ball.

In der ersten Halbzeit fiel ein Tor und das Spiel musste wegen einer Protestaktion der Fans zwei Mal unterbrochen werden. Ein Teil Fans protestierte gegen die Sprerre von Dortmunder Fans Auswärtsspielen ihres Vereins in Hoffenheim. Das Banner “ 2017, Kollektivstrafen abgeschafft, nun Hopp hofiert und zwei Schritte zurück gemacht! Fick Dich DFB ! Über die Wortwahl lässt sich streiten, Fußballer-Sprache. Als freie Meinungsäußerung geht das noch durch. Leider war das nicht alles, es wurden die Plakate mit Hopp im Fadenkreuz gezeigt und auf einem anderen wurde er als Hurensohn bezeichnet. Die Plakate mussten verschwinden und Spiel wurde fortgesetzt.

Gefordert war Stadionsprecher und Kommunikationschef Christian Arbeit, der auf Nachfrage in der Pressekonferenz nach dem Spiel zu den Vorgängen Stellung nahm. Es wurde am selben Tag auch eine Erklärung des Präsidenten Dirk Zingler verbreitet.

„Die Diffamierung von Menschen verurteile ich aufs Schärfste, so etwas ist nicht tolerierbar. Die Verrohung des Umgangs miteinander in unserer Gesellschaft, die sich auch rund um Fußballspiele widerspiegelt, ist äußerst besorgniserregend. Vor der Herausforderung, dieser Entwicklung Einhalt zu gebieten, stehen wir alle. Jeder Einzelne ist aufgefordert, ihr entgegenzuwirken“, positioniert sich Dirk Zingler grundsätzlich und wirbt darüber hinaus im konkreten Kontext des Fußballs für eine differenzierte Sicht.

Aus eigenem Erleben kann ich schildern, dass die Aktion der Waldseite in den anderen Sektoren des Stadions kontrovers diskutiert wurde. Von Zustimmung bis kompletter Ablehung reichte das Spektrum der Meinungen. Es steht zu befürchten, dass es am kommenden Spieltag weiter gehen könnte und dazwischen liegt das Viertelfinale im Pokal.

Spieldaten

1. FC Union Berlin: Gikiewicz –Friedrich, Hübner, Subotic– Trimmel, Andrich, Gentner (73. Prömel), Lenz – Malli (66. Ingvartsen), Andersson, Bülter (83. Ryerson)

VfL Wolfsburg: Casteels – Mbabu, Knoche, Brooks, P. Otavio – Steffen (63. Mehmedi), Gerhardt, Arnold, Brekalo (88. Klaus) – Ginczek (77. Victor), Weghorst

Tore: 1:0 Andersson (41.), 2:0 Friedrich (56.), 2:1 Gerhardt (60.), 2:2 Weghorst (81.)

Zuschauer: 22 012

 

Union gewinnt in Frankfurt – nachträgliches Geburtagsgeschenk für Urs Fischer

Die Ultras der Eintracht waren dem Spiel ferngeblieben, die Berliner ließen es sich nicht nehmen und füllten den Gästeblock im Frankfurter Stadion bis auf den letzten Platz. Die Heimfahrt am Rosenmontagabend war um so freudiger, den ihre Mannschaft hatte, nicht unbedingt erwartet, mit 2:1 den nunmehr dritten Auswärtssieg der Saison geholt. Für Urs Fischer, Unions Trainer feierte am 20. Februar seinen 54. Geburtstag, war es ein willkommenes nachträgliches Geschenk. Der Punktestand ist jetzt nach 23 Saisonspielen auf beachtliche 29 Zähler angewachsen, da müsste es doch mit dem Teufel zu gehen, wenn am Ende der Saison nicht der Klassenerhalt stehen sollte.

Beim Warmachen schallte der Hit von den Boom Town Rats „I Don’t Like Mondays“ über das Stadion. Für die Frankfurter Eintracht wurde es zu einem bösen Omen. Sie hatten Mühe in das Spiel zu kommen und verteilten zwei großzügige Geschenke an die Berliner. Die erste Hälfte endete torlos. In der 49. Minute leistete sich die Frankfurter Abwehr eine Slapstick-Einlage, frei nach dem Motto: „Nimm du ihn, ich hab ihn auch nicht“, konnte Sebastian Andersson ins verwaiste Tor schiessen. Es kam noch besser, ein durch Andersson erzwungenes Eigentor brachte in der 67. Minute die Eisernen mit 2:0 in Front. Der Unglücksrabe für Frankfurt war Abwehrspieler Evan Ndicka, zuvor hatte Torwart Kevin Trapp eine flache Hereingabe zu kurz abgewehrt.

Die Eisernen waren bis dahin wacher und lauffreudiger. Ein Spiel das mit enormen Kraftaufwand betrieben wurde. Die Unioner liefen über fünf Kilometer mehr als die Eintracht. Erneut war es ein Eigentor, diesmal auf der anderen Seite, dass die Frankfurter ins Spiel zurück brachte. Florian Hübner hatte Pech, das seine Rettungstat im eigenen Tor endete. Es wäre in der Schlussphase, Schiedrichter Deniz Aytekin ließ fünf Minuten nachspielen, fast schiefgegangen mit dem Auswärtsdreier. Mit Glück und Geschick überstanden die Eisernen die brenzligen Situationen und konnten am Ende jubeln und sich von ihren Fans feieren lassen. In der Tabelle haben die Eisernen Frankfurt überholt und sind – erstaunlich, erstaunlich – fast einstellig.

Hans-Peter Becker

SG Eintracht Frankfurt: Trapp – Ndicka (71. Rode), Hinteregger, Abraham, Chandler – Kohr, Hasebe – Kostic, Kamada, Durm (66. Silva) – Pacencia (4-2-3-1)

1. FC Union Berlin: Gikiewicz –Friedrich, Hübner, Subotic– Ryerson, Andrich, Gentner (77. Prömel), Lenz – Malli (63. Ingvartsen), Andersson, Bülter (90. Kroos) 3-4-3

Tore: 0:1 Andersson (49.), 0:2 N´Dicka (67. ET), 1:2 Silva (79.)

Zuschauer: 46 500

Bei Hertha brennt‘s lichterloh

Vor Anpfiff der Begegnung des Heimspiels gegen Köln war ich überzeugt davon, endlich mal wieder einen in sportlicher Hinsicht zum Wohle des Berliner Fußballs positiven Bericht verfassen zu können. Nach den ersten 45 Minuten, ohne einen Torschuss der Hertha registriert zu haben, schwanden die dem Fußball zugewandten Gedanken. Mich beschäftigte das in den sozialen Netzwerken nach Jürgen Klinsmanns Hinschmeißens deutlich zu lesende, vor allem die klaren Forderungen an Michael Preetz, doch endlich das Weite zu suchen. Natürlich war überwiegend Klinsmanns Davonlaufen unverstanden bis verächtlich niedergeschrieben worden. War es wirklich so unbedacht und unüberlegt?

Ein ganzer Kerl wäre bei der Stange geblieben und hätte versucht, sich durchzusetzen und den Herren in der Führung klar zu machen, um erfolgreich zu sein, muss ich auch die volle Verantwortung für das „Himmelfahrtskommando“ tragen, so sehr sich Michael Preetz auch in seiner Funktion dann überstimmt fühlen mag. Änderungen herbeizuführen waren doch unumgänglich und die von Klinsmann eingeschlagene Richtung wurde allerseits anerkannt. War es nun die Erkenntnis seitens des Ex-Nationaltrainers, sich gegen die Hertha-Führung nicht behaupten zu können ? Muss ich mir das aussichtslos antun, werden seine Überlegungen gewesen sein. Später erfahren wir vielleicht mehr darüber. Selbst ein Jürgen Klinsmann nimmt nicht gerne den absehbar großen Imageverlust in Kauf.

Das vorletzte Heimspiel, ein 1:3 gegen Mainz war schon unverzeihlich, das letzte 0:5 gegen Köln ist mit dem Wort bitter nicht abgetan und zu erklären. Jetzt brennt die Luft! Ursachenforschung steht an und da sieht Michael Preetz gar nicht gut dabei aus. Wenn er noch einen Funken Ehre im Leibe hat, tritt er endlich von sich aus zurück.

Ich schätzte bisher die sachliche und fachliche Kompetenz der Fußball-Woche sehr. Wenn ein Fachblatt wie eben die Fußball-Woche auf der Titelseite die Überschrift wählt: „Hertha macht sich zum Gespött der Fans“, dann ist es – liebes Präsidium – an der Zeit zu handeln. Ich bin zwar kein Hertha-Mitglied mehr, schreibe aber gern über den Volkssport Nummer1 in unserer Hauptstadt und wähle als aktiver Journalist mit Bedacht und in sportlicher Pflicht: Treten Sie zurück, lieber Michael Preetz!  Schlimmer kann es für einen Hauptstadtclub doch gar nicht kommen.

Christian Zschiedrich

Eine bittere Niederlage

Ist der Fußball gerecht ? Die Anhänger der Eisernen werden diese Frage nach dem Spiel gegen Bayer Leverkusen mit einem klaren Nein beantworten. Die wohl beste spielerische Leistung der Saison reichte nicht, um wenigstens einen Zähler in Berlin zu behalten. Eine turbulente Schlussphase mit offiziell sieben Minuten Nachspielzeit sorgte für Riesenjubel bei den Gästen.

Es wurde gezündelt im Gästeblock, übrig gebliebene Silvesterknaller und bengalische Feuer hüllten das Stadion teilweise in Rauchschwaden. Es wurde oligatorisch durch den Stadionsprecher Christian Arbeit darauf hingewiesen, dass das nicht erlaubt sei und die Waldseite skandierte „Pyros sind kein Verbrechen“. Das Spiel war unterbrochen, in der 64. Spielminute forderte Schiedsrichter Harm Osmers die Mannschaften auf, das Spielfeld zu verlassen. Beide Trainer, vorallem der Leverkusener, nutzten die Gelegenheit für taktische Hinweise. Anschließend war klar, dass es eine längere Nachspielzeit geben würde. Genau das wurde den Eisernen zum Verhängnis. In der 83. Minute nahm das Unheil seinen Lauf. Der zur Halbzeit eingewechselte Moussa Diaby schloss einen Konter zur 2:1 Führung für die Gäste ab. Christopher Trimmel war als rechter Außenverteidiger weit aufgerückt und rutschte tragischerweise aus. Er hatte keine Absicherung, die Abstände stimmten nicht, das finale Zuspiel passte und der Ball landete im Tor.

Die Eisernen schlugen nochmals zurück, es war Marius Bülter der Lukas Hradecky im Leverkusener Tor überwinden konnte. Da lief bereits die 87. Spielminute. Es war an diesem Spiel noch nicht der Haken dran. In der 94. Minute erzielte Karim Bellarabi ein unmögliches Tor, spitzer Winkel, Torwart ausgetrickst und lähmendes Entsetzen im Lager der Eisernen. Fast hätte es ein Happy End gegeben. Die letzte Aktion im Spiel, ein Eckball und Rafal Gikiewicz war aus seinem Kasten geeilt und kam tatsächlich an den Ball, doch sein Leverkusener Kollege war rechtzeitig unten und konnte den Ball sichern.

Es machte sich eine große Leere breit. „Es ist schon brutal, nach so einer Leistung mit leeren Händen dazustehen“, so Christian Gentner, der das 1:0 für die Eisernen erzielt hatte. War es der Kräfteverschleiß, war es Naivität ? Es gibt Gegentore die nicht vermeidbar sind, die drei Gegentore der Eisernen fallen nicht in diese Kategorie.

Es ist nach dieser Niederlage nicht viel passiert, Punkte gegen Leverkusen zu holen, kann nicht ernsthaft geplant gewesen sein, allerdings muss immer wieder mit einer Schwächephase des Gegners gerechnet werden und nächste Favoritensturz in der „Alten Försterei“ war möglich.

Fußball-Bundesliga 22. Spieltag 16.02.2020 15:30 Uhr

1. FC Union Berlin: Gikiewicz – Friedrich, Schlotterbeck, Subotic  (86. Polter) – Trimmel, Gentner (76. Prömel), Andrich, Lenz – Malli (76. Ingvartsen), Andersson, Bülter

Bayer 04 Leverkusen: Hradecky – Tah, S. Bender, Tapsoba – Weiser (45. Aránguiz), L. Bender, Amiri (76. Bellarabi), Wendell – Havertz, Volland, Bailey (45. Diaby)

Tore: 1:0 Gentner (7.), 1:1 Havertz (22.), 1:2 Diaby (83.),  2:2 Bülter (87.), 2:3 Bellarabi (90. + 4)

Zuschauer: 22.012


Eine schwere Aufgabe – die Werkself aus Leverkusen kommt

In der Vereinsgeschichte haben die Eisernen bisher drei mal gegen Bayer 04 Leverkusen gespielt. Die Erinnerungen daran sind nicht die besten, alle drei Spiele gingen verloren. Zwei Mal trafen sie sich im DFB-Pokal, mit 0:5 und 1:4 war jeweils in der 2. Runde schluss und die 0:2 Hinspielniederlage im September 2019 war kein Ruhmesblatt. Jetzt geht es erstmals um Punkte in der heimischen „Alten Försterei“.

Die Gäste wollen weiter oben in der Tabelle bleiben. Die direkte Qualifikation für die Champions-League ist weiter im Bereich der Möglichkeiten. Im Falle eines Sieges könnten sie zunächst an Gladbach vorbeiziehen, wenigstens für eine Stunde. Leverkusen gehört in dieser Saison zu den auswärts-stärksten Teams. Von den zehn Auswärtspartien konnten sechs gewonnen werden. Leverkusen praktiziert eine Vorwärtsverteidigung und beeindruckt durch Tempofußball. Unions Trainer Urs Fischer kommt es daher gelegen, dass Marvin Friedrich nach seiner Sperre wieder eine Option in der Verteidigung ist.

Es wird ein schweres Spiel werden, betonte Unions Trainer während Pressekonferenz zum Spieltag. Nur auf die Fehler des Gegners zu warten wird gegen eine Mannschaft mit dieser Qualität nicht ausreichen. Leverkusens Trainer Peter Bosz sprach auf seiner Pressekonfernez von einer „schwierigen Aufgabe“, ein Gegner aus der Bundesliga ist nie leicht zu bespielen.

Ein bisschen hoffen sie in Leverkusen, dass die Eisernen im Hinterkopf haben werden, dass der Klassenerhalt bereits nach 21 Spielen mit 9 Punkten Vorsprung auf die Abstiegszone fast im Kasten ist. So die restlichen Punkte gegen andere geholt werden können, auf der HomePage der Leverkusener zum Gegnercheck ist zu lesen: „Es müsste schon einiges passieren, damit dieser Verein im kommenden Sommer nicht in seine zweite Bundesliga-Saison gehen kann.“ Eins ist aber auch klar, die bislang erreichten 26 Punkte reichen noch nicht aus.

Personell können beide Trainer aus den vollen schöpfen, da ist eher die Qual der Wahl angesagt. Bei den Eisernen fehlen Joshua Mees und Akaki Gogia. Diese Partie wird beiden Trainer wertvolle Erkenntnisse für das Pokalspiel im März liefern. In knapp drei Wochen gibt es Auflage Nummer drei Union vs Leverkusen, dann wieder auswärts in Bay-Arena . Soweit voraus denken beide nicht, jetzt steht der Kampf um Punkte an.

Das Stadion in der Wuhlheide wird einschließlich des Gästeblocks ausverkauft sein. Zum Schiedsrichter der Partie wurde Harm Osmers bestimmt. Anpfiff ist am Samstag, 15.02.2020 pünktlich um 15:30 Uhr.

Hans-Peter Becker

Sechs Punkte für Berlin

Zwischen dem Stadion „An der Alten Försterei“ in Berlin-Köpenick und der Volkswagen-Arena in Wolfsburg liegen nur etwas mehr als 200 km Luftlinie voneinander entfernt. Laut Routenplaner muss für eine über die Autobahn A2 mit zweieinhalb Stunden gerechnet werden. In beiden Stadien wurde zeitgleich die jeweilige Partie des 19. Spieltages angepfiffen. In Wolfsburg bei der Werkself war die Hertha zu Gast. Zum geographisch am nächsten gelegenen Auswärtsspielort hatten sich eine größere Zahl an Auswärtsfahrern eingefunden und machte das Spiel VfL Wolfsburg gegen Hertha, fast zu einem Heimspiel für die Alte Dame.

Sie durften hocherfreut die Heimreise antreten. Am Ende des Spieltages stand ein glücklicher Sieg. Beide taten sich schwer, es fehlte die Präzision und den Rest erledigten die Torhüter. Folgerichtig stand es zur Pause 0:0. So war es auch in der Alten Försterei in Wuhlheide. Bis auf zwei Aufreger in der Anfangsphase lieferten beide eine typische Nullnummer ab. Einziger Unterschied, in Berlin war das Stadion – wie immer – restlos ausverkauft, in Wolfsburg wären noch über 5.000 Tickets zu erwerben gewesen.

In der zweiten Halbzeit ging der Aufsteiger in seinem Stadion in Führung. Faktisch mit der ersten Aktion nach dem Pausentee, es war Eckball, der unglücklich verlängert wurde und Unions Innenverteidiger seinen ersten Torschuss der Saison ermöglichte. Er traf mit seinem linken Fuß, den er eigentlich sonst nur zur Fortbewegung benutzt. Bis zur Nachtruhe dürfte sein Grinsen nicht aus seinem Gesicht gewichen sein.

In Wolfsburg quälten sie sich weiter mit dem erzielen von Toren. Der erste Treffer gelang den Wolfsburgern, zur fortgeschrittener Spielzeit in der 68. Minute war Admir Mehmedi der Torschütze. In Berlin wurde nachgewaschen, Marcus Ingvartsen erhöhte in der 61. Minute auf 2:0. Die Hertha glich in der 74. Minute aus. Der Treffer von Jordan Torunarigha nährte die Hoffnung auf einen Punktgewinn.

In der Wuhlheide scheiterten die Augsburger eins ums andere mal entweder am eigenen Vermögen oder an Torwart Rafal Gikiewcz. Es blieb beim 2:0. In Wolfsburg schlug das Fußballglück zu. Dodi Lukebakio, war die Lebensversicherung für die Hertha in diesem Spiel. Mit einer artistischen Kopfballeinlage, ein Heber mit der Schläfe über den verduzten Wolfsburger Torwart, versetzte alle, die es mit der Hertha halten in Verzückung. Es war der 2:1 Sieg für die Hertha, drei nicht unbedingt erwartete Punkte, die sie sehr gern nach Berlin mitnahmen.

Hans-Peter Becker

Duell der Schweizer Trainer – beide brauchen die Punkte

Der 1. FC Union empfängt am kommenden Samstag, 25.01. den FC Augsburg. Ein Spiel das für beide Teams nicht verloren gehen sollte. Augsburg will den Vorsprung – aktuell drei Punkte – gegenüber den Eisernen halten. Die bayerischen Schwaben hatten zum Rückrundenauftakt unglücklich ihr Heimspiel gegen Borussia Dortmund verloren. Martin Schmidt, der Schweizer Trainer der Augsburger verkündete auf der Pressekonferenz vor dem Spiel, „die verlorenen Punkte wollen wir uns zurückholen.“

Sein Landsmann auf der Trainerbank der Eisernen sprach von einem schweren Gang, der seinem Team bevorsteht. Das Duell der beiden Schweizer, die sich zudem gut kennen, gemeinsam die Trainerausbildung absolviert haben, wird im Nachbarland auf grosses Medieninteresse stoßen.

Die Eisernen haben noch einige Verletzte zu beklagen, Suleiman Abdullahi (laboriert weiter an einer Knieverletzung), Akaki Gogia (Kreuzband) und Joshua Mees (Oberschenkelverletzung) werden auf keinen Fall spielen können. Ebenso nicht einsatzfähig sind Manuel Schmiedebach und Grischa Prömel. Ein Fragezeichen steht noch bei Sebastian Polter, der sich im Training eine Zerrung zuzog, allerdings wohl nicht die erste Wahl gewesen wäre. An der taktischen Grundordnung des 3-4-1-2 wird sich wohl nichts ändern. Allerdings ist davon auszugehen, dass Fischer etwas offensiver agieren lassen wird.

Die Eisernen haben zu Hause in der Bundesliga bisher nicht die Punkte nie geteilt, wenn sie das erste Tor erzielt haben. Diese Spiele haben sie immer gewonnen. Auf den sechsten Heimsieg hoffen die Union-Fans, die sich selbstverständlich wieder alle verfügbaren Plätze in der Alten Försterei im Vorverkauf gesichert haben. Am Spieltag selbst werden keine Kassen mehr geöffnet sein. Die Gäste haben ihr Kontingent an Eintrittskarten auch in voller Höhe abgerufen. Ein stimmungsvoller Rahmen ist garantiert.

Es wird ein schwerer Gang werden. „Augsburg ist gut drauf, das hat man im Spiel gegen Dortmund gesehen. Die Mannschaft wirkt geschlossen und eingespielt, es ist eine Entwicklung zu sehen,“ so äußerte sich Urs Fischer. Sein Trainer-Kollege aus Augsburg sieht die Sache so: „Ich werde zum ersten Mal für ein Spiel an der Alten Försterei sein. Ich bin sicher, dass es ein ganz anderes Spiel wird als letzte Woche gegen Dortmund. Es wird ein Kampfspiel, darauf müssen wir uns mental und körperlich einstellen! Union ist ein gewachsener Aufsteiger, sie sind nicht zufällig in der Bundesliga. Sie hatten im Herbst eine sehr gute Phase, das zeigt, dass bei ihnen einiges stimmt. Sie haben zuhause 15 von 20 Punkten geholt, das sagt einiges über das Spiel aus!“

Das Spiel beginnt am Samstag, 25.01.2020 um 15:30 Uhr und wird von der Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus geleitet werden. Die Polizeibeamtin aus Niedersachsen leitete zuletzt am 7. April 2019 ein Spiel in der Alten Försterei es war eine Zweitligapartie, 0:0 trennten sich damals Dynamo Dresden und der 1. FC Union.

Hans-Peter Becker

Rückrundenstart in Leipzig

Am Sonnabend, dem 18.01.2020, startet der 1. FC Union Berlin mit dem Spiel gegen RB Leipzig in die Rückrunde seiner ersten Bundesliga-Saison. Der Anpfiff der Partie erfolgt um 18:30 Uhr.

Die spielfreie Zeit nutzen beide Vereine zur intensiven Vorbereitung auf die Rückrunde. Der Union-Tross flog nach den Feiertagen am 04.01.2020 für acht Tage nach Spanien ins Trainingslager. In Campoamor konnten die Eisernen täglich unter besten Bedingungen trainieren, außerdem fanden drei Testspiele gegen internationale Klubs statt. RB startete die Vorbereitung zwei Tage später am 06.01.2020, verzichtete allerdings auf ein Trainingslager außerhalb Leipzigs.

Union-Cheftrainer Urs Fischer zeigte auf der Pressekonferenz Respekt und Kampfgeist vor dem Spiel: „RB Leipzig ist beste Mannschaft der Vorrunde, das wird eine ganz, ganz schwierige Aufgabe für uns. Im ersten Spiel hatten wir Anschauungsunterricht wie es läuft, aber beide Mannschaften haben in der Zwischenzeit dazugelernt. Wir stellen uns dieser Aufgabe und zeigen uns mutig, denn auch in Leipzig werden wir probieren, Punkte mitzunehmen. Dafür brauchen wir eine Top-Leistung und einen optimalen Tag – und den Leipzigern müssen ein paar Dinge misslingen. Aber ich denke, am Ende liegt es auch an uns.“

Der 1. FC Union Berlin verstärkt sich für die anstehenden Aufgaben in der Rückrunde der Bundesliga und verpflichtet Yunus Malli, vorbehaltlich des Medizinchecks, vom Ligakonkurrenten VfL Wolfsburg. Der Leihvertrag zwischen dem 1. FC Union Berlin und dem VfL Wolfsburg endet am 30.06.2020, eine Kaufoption ist nicht enthalten.

Der 179 cm große offensive Mittelfeldspieler wurde am 24.02.1992 in Kassel geboren und im Nachwuchsleistungszentrum von Borussia Mönchengladbach ausgebildet. Im Sommer 2011 schloss sich der Offensivspieler dem FSV Mainz 05 an, bei dem er sich zum absoluten Leistungsträger entwickelte. Während Malli, der sowohl die deutsche als auch die türkische Staatsbürgerschaft besitzt, im Nachwuchsbereich insgesamt 43 Mal für die deutsche Nationalmannschaft auflief, debütierte er im November 2015 in der A-Nationalmannschaft der Türkei. Dort bestritt er bis dato 25 Pflichtspiele.

Im Januar 2017 verabschiedete sich Yunus Malli von Mainz 05 in Richtung Wolfsburg. In den ersten zweieinhalb Spielzeiten gehörte Malli zum absoluten Stammpersonal bei den Wölfen, in der laufenden Saison kam er bislang auf zwei Kurzeinsätze in der Europa League. Insgesamt bestritt der variabel einsetzbare Mittelfeldakteur 197 Spiele in Deutschlands höchster Spielklasse, dabei gelangen ihm 36 Tore und 25 Vorlagen.

Quelle: 1. FC Union Berlin


Hertha holt einen Punkt und Union verliert tragisch

Ein Herthaner und ein Eiserner schafften es in die Kicker-Elf des Spieltages. Nomminiert wurden zwei Verteidiger, der Blau-Weiße
Dedryck Boyata und der Rot-Weiße Michael Parensen. Die Gesamtausbeute für beide Berliner Proficlubs betrug nur ein einziger Punkt. Mal abgesehen vom 10. Spieltag, wo beide gegeneinander spielten, gewannen beide an einem Spieltag niemals gemeinsam. Am letzten Spieltag der Hinrunde erkämpfte sich die „Alte Dame“ ein gerechtes Unentschieden gegen die Borussia aus Mönchengladbach. Es war ein 0:0 der leicht besseren Sorte. In der 1. Halbzeit war Hertha besser, nach der Pause steigerten sich die Gäste und das Ergebnis gab den Spielverlauf wieder. Herthas Trainer Jürgen Klinsmann hat es geschafft, die Mannschaft zu stabilisieren, jetzt muss an den auch gegen Gladbach nicht zu übersehenden Schwächen im Aufbauspiel gearbeitet werden. Das Spiel erinnerte ein bisschen an die Zeiten von Pal Dardai.

Einen Tag später waren die Eisernen in Düsseldorf gefragt. In Abwandlung des Spruches „never change the winning System“ traten die Eisernen am Rhein mit gewohnter 3er bzw. 5er Kette in der Abwehr an. Für die von Friedhelm Funkel trainierten Düsseldorfer war das, wie zuvor für die TSG Hoffenheim, keine Überraschung, sie waren vorbereitet. Beide neutralisierten sich in der kampfbetonten Auseinadersetzung. Der Fußballgott spielte den Weihnachtsmann für die abstiegsbedrohten Düsseldorfer. Rouwen Hennings durfte ein Traumtor aus dem Nichts schiessen, zwischenzeitlich gab es ein kleines Fußballmärchen für den Union Oldie Michael Parensen. Er ist der einzige noch aktive Spieler, der damals schon half, den Aufstieg in die 2. Bundesliga zu erkämpfen. Mit dem Spiel in Düsseldorf kommt er aktuell auf 230 Einsätze im Trikot der Eisernen, dazu weitere 11 Spiele im DFB-Pokal. In Düsseldorf erzielte er im zarten Alter von 33 Jahren sein erstes Tor in der Bundesliga. Leider ohne Bedeutung für den Spielausgang. In der Nachspielzeit verließ das Matchglück die Gäste aus Berlin. Es lief bereits die Nachspielzeit, als ein Schuss oder war es eine verunglückte Flanke, jedenfalls war der Ball im Tor und es stand 1:2 aus Sicht der Eisernen. Schade, jetzt wird es wieder enger im Kampf gegen den Abstieg. Paderborn, Köln und eben Düsseldorf haben Boden gut machen können.

Jetzt erst einmal die Feiertage genießen, Hertha hat 19 Punkte und sogar einen Punkt mehr hat der Aufsteiger aus Köpenick, das ist doch alles nicht so schlecht.

Hans-Peter Becker