Rückrundenstart in Leipzig

Am Sonnabend, dem 18.01.2020, startet der 1. FC Union Berlin mit dem Spiel gegen RB Leipzig in die Rückrunde seiner ersten Bundesliga-Saison. Der Anpfiff der Partie erfolgt um 18:30 Uhr.

Die spielfreie Zeit nutzen beide Vereine zur intensiven Vorbereitung auf die Rückrunde. Der Union-Tross flog nach den Feiertagen am 04.01.2020 für acht Tage nach Spanien ins Trainingslager. In Campoamor konnten die Eisernen täglich unter besten Bedingungen trainieren, außerdem fanden drei Testspiele gegen internationale Klubs statt. RB startete die Vorbereitung zwei Tage später am 06.01.2020, verzichtete allerdings auf ein Trainingslager außerhalb Leipzigs.

Union-Cheftrainer Urs Fischer zeigte auf der Pressekonferenz Respekt und Kampfgeist vor dem Spiel: „RB Leipzig ist beste Mannschaft der Vorrunde, das wird eine ganz, ganz schwierige Aufgabe für uns. Im ersten Spiel hatten wir Anschauungsunterricht wie es läuft, aber beide Mannschaften haben in der Zwischenzeit dazugelernt. Wir stellen uns dieser Aufgabe und zeigen uns mutig, denn auch in Leipzig werden wir probieren, Punkte mitzunehmen. Dafür brauchen wir eine Top-Leistung und einen optimalen Tag – und den Leipzigern müssen ein paar Dinge misslingen. Aber ich denke, am Ende liegt es auch an uns.“

Der 1. FC Union Berlin verstärkt sich für die anstehenden Aufgaben in der Rückrunde der Bundesliga und verpflichtet Yunus Malli, vorbehaltlich des Medizinchecks, vom Ligakonkurrenten VfL Wolfsburg. Der Leihvertrag zwischen dem 1. FC Union Berlin und dem VfL Wolfsburg endet am 30.06.2020, eine Kaufoption ist nicht enthalten.

Der 179 cm große offensive Mittelfeldspieler wurde am 24.02.1992 in Kassel geboren und im Nachwuchsleistungszentrum von Borussia Mönchengladbach ausgebildet. Im Sommer 2011 schloss sich der Offensivspieler dem FSV Mainz 05 an, bei dem er sich zum absoluten Leistungsträger entwickelte. Während Malli, der sowohl die deutsche als auch die türkische Staatsbürgerschaft besitzt, im Nachwuchsbereich insgesamt 43 Mal für die deutsche Nationalmannschaft auflief, debütierte er im November 2015 in der A-Nationalmannschaft der Türkei. Dort bestritt er bis dato 25 Pflichtspiele.

Im Januar 2017 verabschiedete sich Yunus Malli von Mainz 05 in Richtung Wolfsburg. In den ersten zweieinhalb Spielzeiten gehörte Malli zum absoluten Stammpersonal bei den Wölfen, in der laufenden Saison kam er bislang auf zwei Kurzeinsätze in der Europa League. Insgesamt bestritt der variabel einsetzbare Mittelfeldakteur 197 Spiele in Deutschlands höchster Spielklasse, dabei gelangen ihm 36 Tore und 25 Vorlagen.

Quelle: 1. FC Union Berlin


Hertha holt einen Punkt und Union verliert tragisch

Ein Herthaner und ein Eiserner schafften es in die Kicker-Elf des Spieltages. Nomminiert wurden zwei Verteidiger, der Blau-Weiße
Dedryck Boyata und der Rot-Weiße Michael Parensen. Die Gesamtausbeute für beide Berliner Proficlubs betrug nur ein einziger Punkt. Mal abgesehen vom 10. Spieltag, wo beide gegeneinander spielten, gewannen beide an einem Spieltag niemals gemeinsam. Am letzten Spieltag der Hinrunde erkämpfte sich die „Alte Dame“ ein gerechtes Unentschieden gegen die Borussia aus Mönchengladbach. Es war ein 0:0 der leicht besseren Sorte. In der 1. Halbzeit war Hertha besser, nach der Pause steigerten sich die Gäste und das Ergebnis gab den Spielverlauf wieder. Herthas Trainer Jürgen Klinsmann hat es geschafft, die Mannschaft zu stabilisieren, jetzt muss an den auch gegen Gladbach nicht zu übersehenden Schwächen im Aufbauspiel gearbeitet werden. Das Spiel erinnerte ein bisschen an die Zeiten von Pal Dardai.

Einen Tag später waren die Eisernen in Düsseldorf gefragt. In Abwandlung des Spruches „never change the winning System“ traten die Eisernen am Rhein mit gewohnter 3er bzw. 5er Kette in der Abwehr an. Für die von Friedhelm Funkel trainierten Düsseldorfer war das, wie zuvor für die TSG Hoffenheim, keine Überraschung, sie waren vorbereitet. Beide neutralisierten sich in der kampfbetonten Auseinadersetzung. Der Fußballgott spielte den Weihnachtsmann für die abstiegsbedrohten Düsseldorfer. Rouwen Hennings durfte ein Traumtor aus dem Nichts schiessen, zwischenzeitlich gab es ein kleines Fußballmärchen für den Union Oldie Michael Parensen. Er ist der einzige noch aktive Spieler, der damals schon half, den Aufstieg in die 2. Bundesliga zu erkämpfen. Mit dem Spiel in Düsseldorf kommt er aktuell auf 230 Einsätze im Trikot der Eisernen, dazu weitere 11 Spiele im DFB-Pokal. In Düsseldorf erzielte er im zarten Alter von 33 Jahren sein erstes Tor in der Bundesliga. Leider ohne Bedeutung für den Spielausgang. In der Nachspielzeit verließ das Matchglück die Gäste aus Berlin. Es lief bereits die Nachspielzeit, als ein Schuss oder war es eine verunglückte Flanke, jedenfalls war der Ball im Tor und es stand 1:2 aus Sicht der Eisernen. Schade, jetzt wird es wieder enger im Kampf gegen den Abstieg. Paderborn, Köln und eben Düsseldorf haben Boden gut machen können.

Jetzt erst einmal die Feiertage genießen, Hertha hat 19 Punkte und sogar einen Punkt mehr hat der Aufsteiger aus Köpenick, das ist doch alles nicht so schlecht.

Hans-Peter Becker

Sieg und Niederlage für den Berliner Profifußball

Mit einer englischen Woche geht das Fußballjahr zu Ende. Der 16. Spieltag war für die Berliner Vertreter zweigeteilt. Am Dienstagabend verloren die Eisernen mal wieder – muss gesagt werden – ein Heimspiel. Zuletzt war dies am 27. September der Fall, am 6. Spieltag unterlagen sie der Frankfurter Eintracht mit 1:2. Es folgte eine für einen Aufsteiger beeindruckende Serie von vier gewonnenen Heimspielen. Unter den „Opfern“ waren bekannte Bundesligagrößen, wie Borussia Mönchengladbach und der Lokalrivale aus Charlottenburg. Mit Leidenschaft auf und neben dem Rasen, dazu kam das Matchglück, so wurden aus dem Heimauftritten der Hinrunde stolze 15 Punkte erkämpft.

Gegen die TSG Hoffenheim gelang kein Tor, die Eisernen wurden mit ihren eigenen Mitteln geschlagen. Nach einer torlosen ersten Halbzeit, gingen die Gäste in Führung und verteidigten diese mit allen Mitteln. Die endgültige Entscheidung fiel erst in der Nachspielzeit, die Eisernen mussten sich mit 0:2 geschlagen geben. So darf verloren werden. Zum letzten Spiel der Hinrunde reisen die Unioner nach Düsseldorf. Beim Blick auf die Tabelle wird in dieser Konstellation gern von einem „sechs Punkte Spiel“ gesprochen. Egal wie es dort ausgeht, der Aufsteiger kann ganz entspannt die kommenden Weihnachtstage genießen.

Einen Tag später musste die „Alte Tante“ in Leverkusen ran und vermieste sorgte im Kölner Vorort die Weihnachtfreude. Die Bayer-Elf war erst aus der Champions-League ausgeschieden, dann eine Auswärtsniederlage in Köln und zu Hause klappte es auch nicht. Mit einem glücklichen 1:0 Sieg nahm der Gast alle Punkte mit nach Hause. Das goldene Tor des Spiels besorgte Karim Rekik, der zunächst am Torwart scheiterte, den Ball wieder vor die Füsse bekam und mit einem doppelten Tunnel das Spielgerät im Netz zappeln ließ. Nach dem Schlusspfiff war tiefes Durchatmen angesagt, jetzt sind 18 Punkte auf der Habenseite. Das sieht wieder etwas freundlicher aus. Zum Jahresabschluss kommt Borussia Mönchengladbach in das Olympiastadion. Sie wollen auf keinen Fall erneut in Berlin verlieren. Nach Punkten haben sie mit dem aktuellen Spitzenreiter RB Leipzig gleichgezogen.

Hans-Peter Becker

Sieg und Remis – Punkte für die Berliner Profi-Clubs

Der 1.FC Union hat es schon wieder getan und einen Heimsieg eingefahren. Der achte Heimauftritt brachte den fünften Sieg, nur zwei Teams haben bisher mehr Heimpunkte geholt, Gladbach und Dortmund. Würde nur die Heimtabelle zählen, wären die Eisernen auf Kurs Champions-League. Nur so nebenbei, die Bayern haben aktuell zu Hause erst 13 Zähler auf die Habenseite bringen können. „Für einen kurzen Augenblick werden wir die Situation genießen, dann geht es konzentriert weiter. Wir haben noch nichts erreicht, die 19 Punkte reichen am Ende nicht für den Klassenerhalt“, so äußerte sich Unions Mittelfeldspieler Christian Gentner nach dem 2:0 Sieg gegen den 1. FC Köln am 14. Spieltag der Bundesliga.

Das Stadion war, inzwischen selbstverständlich, restlos ausverkauft. Wer über eine Eintrittskarte verfügte oder auf anderen Wegen unter den Augenzeugen weilen durfte, wusste was geboten wird. Bedingungsloser Kampf, kein Hochglanzfußball und genauso bedingungslose Unterstützung von den Rängen. Es passt im Moment alles beim 1. FC Union. Trainer Urs Fischer hat die optimalen settings gefunden, ein Spielsystem das funktioniert. Für das Spiel gegen Köln musste kurzfristig Neven Subotic in der Innenverteidigung ersetzt werden. Für ihn kam Publikumsliebling Michael Parensen in die Startelf und ein anderer Liebling durfte zum zweiten Mal in der Saison am Spielanfang auflaufen, gemeint ist Sebastian Polter. Die Anfangsphase gehörte etwas mehr den Gästen. In der 14. Minute vertändelten sie einen guten Angriffsversuch und in der 23. Minute musste Rafal Gikiewicz einen Freistoß aus der Torecke kratzen. Weiter ging es in der 26. Minute, da setzte Simon Terodde nach einer Flanke von Dominik Drexler den Ball nur knapp neben den Pfosten. Der Freistoß in der 29. Minute aus aussichtsreicher Position hätte die Führung sein müssen, erneut riesig gehalten. Dann kam es wie es kommen musste, erst hat man kein Glück und dann kommt Pech dazu. Kölns Birger Verstraete rutscht an der eigenen Strafraumgrenze aus, die Plätze werden im Dezember nicht besser, das eröffnete eine Schusschance für Sebastian Andersson. Der Ball wurde von Timo Horn zur Ecke geklärt. Erneut war Andersson zur Stelle und drückte den von seinem Kapitän Christopher Trimmel getretenen Eckball per Kopf in die Maschen.

In der 50. Minute war es erneut Andersson, ein Steilpass von Gentner, Schnelligkeit und technisches Können und der Ball war über der Linie. Anschließend hatten die Eisernen alles im Griff und verwalteten mit gewohntem Einsatz den Vorsprung. Der Mann des Spiels war zweifelsohne der Schwedische Nationalspieler in den Reihen der Eisernen, Sebastian Andersson. Er verdiente sich ein Sonderlob, nicht allein wegen seiner Saisontreffer sieben und acht, jetzt Platz vier der Torjägerwertung zusammen mit Marco Reus von Borussia Dortmund, immer anspielbar und sehr ballsicher.

Nach dem Schlusspfiff gab es Riesenjubel und eine Spitze in Richtung Köln. „Wir brauchen keinen Karneval, Unioner feiern überall.“

Der Spieltag wurde eröffnet mit der Partie des anderen Berliner Clubs. Lange sah nach einem Sieg für die „Alte Dame“ in Frankfurt aus, am Ende wurde es immerhin ein Punktgewinn. In der Tabelle hat der Aufsteiger aus Köpenick vor dem 15. Spieltag sieben Punkte Vorsprung vor den Herthanern.

Ihr Zwischenziel haben die Eisernen vorfristig erreicht, die jetzt noch ausstehenden drei Partien im zu Ende gehenden Jahr ihres Bundesligaaufstiegs, sind wie ein zusätzlicher Bonus. Im Blau-Weißen Lager werden sie ein bisschen neidisch in Richtung Köpenick blicken. Aus wenig bislang viel gemacht wurde bei den Eisernen, während die Alte Dame ihre Unpässlichkeit noch nicht ganz überwunden zu haben scheint. Dass sie nicht auf dem Relegationsplatz der nächsten Aufgabe entgegen schaut verdankt sie der Klatsche, die Fortuna Düsseldorf in Dortmund bezog.

Hans-Peter Becker

Niederlagen für die Clubs aus der Hauptstadt

Es war nicht die Stunde der Berliner Profi-Clubs, dieser 13. Spieltag der Saison 2019/20. Im Freitagspiel verloren die Eisernen mit 1:2 auf Schalke, dabei sah es lange nach einem Punktgewinn aus. Ein individueller Fehler von Innenverteidiger Neven Subotic leitete den Siegtreffer für die Schalker ein. Das Matchglück hatte die Eisernen verlassen. Beim Ausgleichstreffer war der Schiedsrichter auf ihrer Seite, der wohl mehr auf eine Schwalbe hereinfiel und auf Foulstrafstoß entschied. Ansonsten lieferte der Aufsteiger eine gute Leistung ab, musste sich letzlich der Leistungssteigerung des Gegners in Halbzeit Zwei sowie der größeren individuellen Klasse der Schalker geschlagen geben.

Keine 24 Stunden später startete die Alte Dame mit neuem Trainerstab in das Heimspiel gegen Borussia Dortmund. Die Problemzonen wurden sofort sichtbar. Motiviert und nervös nahmen die Spieler in Blau und Weiß die Partie auf. Bereits in der Anfangsphase bekamen sie einen brutalen Doppelschlag verpasst. Die Abwehr wackelte weiter, das waren Gegetreffer 26 und 27 und erst 13 Spiele absolviert. Nach nur 17. Minuten lagen sie 0:2 hinten und Jürgen Klinsmann war das sonst so freundliche Gesicht eingefroren. Dass die Hertha anschließend nicht auseinander fiel, sondern kämpfte war das einzig positive an diesem Spiel. Die Belohnung folgte in der 34. Minute, mit dem Anschlusstreffer durch Vladimir Darida. Kurz vor der Pause flog Dortmunds Mats Hummels mit Gelb-Rot vom Platz. Aus den über 45 Minuten Überzahl konnten die Herthaner nichts machen. Ein Tor von Davie Selke fand nach Videobeweis keine Anerkennung.

Vor Jürgen Klinsmann und seinem Team liegt jetzt eine Menge Arbeit. Auf der Tribüne saß Lars Windhorst und wird sich seinen Teil gedacht haben. Das bemerkenswerteste an diesem Spiel war ein Interview mit dem Manager Michael Preetz. Er wurde gefragt, ob sich jetzt seine Rolle im Verein verändern wird. Verärgert ließ er den Reporter wissen, “ ..einem Acki Watzke würden sie solch eine Frage wohl nicht stellen…“.

Hertha, mit größeren Ambitionen in die Saison gestartet, hat erst 11 Punkte und ist auf den Relegationsplatz abgerutscht. Fortuna Düsseldorf ist durch ein bemerkenswertes 1:1 bei der TSG Hoffenheim auch noch vorbeigezogen. Da werden böse Erinnerungen wach an die Saison 2009/10.

Hans-Peter Becker

Die Eisernen schaffen auch die Borussia aus Gladbach

So langsam wird es unheimlich. Vor der Saison waren sie in der Wuhlheide etwas unzufrieden mit dem Spielplan ihrer Premierensaison. Die ersten zwölf Spiele hielten gleich einige Ligafavoriten parat. Gleich am ersten Spieltag stellte sich Champions-League Teilnehmer RB Leipzig vor und erteilte dem Neuling eine bittere Lehrstunde. Das blieb nicht folgenlos. Es ist erstaunlich wie schnell die Mannschaft aus den Fehlern lernte. Die Leidtragenden waren in den Heimspielen bisher der Meisterschaftsanwärter Borussia Dortmund, der ambitionierte Lokalrivale aus Charlottenburg und das Überraschungsteam aus Freiburg.

Anthony Ujah traf per Kopf zum 1:0 Foto © Hans-Peter Becker

Überraschend sind die guten Leistungen in der Abwehr, nur – muss man sagen – 17 Gegentore in 12 Spielen – dass ist kein schlechter Wert für einen Aufsteiger. Zum Vergleich, der große FC Bayern hat auch schon 16 kassiert. Aus der stabilen Abwehr funktioniert das Umkehrspiel immer besser. Das Selbstbewußtsein gegen die Gladbacher Borussia war groß, seit zwei Spielen waren sie ungeschlagen. Dass die Gladbacher als Tabellenführer angereist waren, zeigte sich lediglich in der Anfangsphase. In der 7. und in der 12. Minute hätte es einschlagen können, da war das Glück auf Seiten der Eisernen. Die Führung fiel in der 15. Minute, ein Lehrspiel für ein schnelles Umschaltspiel und das Schaffen von Überzahl vor dem gegnerischen Strafraum. Wie gegen Freiburg musste ein früher Vorsprung verteidigt werden und daran scheiterten die Gladbacher. Vom Tabellenführer kam mit zunehmender Spieldauer immer weniger. Dafür betrieben die Eisernen einen enormen Laufaufwand, über 126. 000 km in der Addition für die gesamte Mannschaft. Hinzu kommt, dass sie ihr Spielsystem mit einem 3-5-2 bei Ballbesitz und einem entsprechenden 5-3-2 weiter perfektioniert haben.

Im Spiel gegen Gladbach verteidigten sie situationsbedingt mit zwei Viererketten. Dafür ließ sich meist Felix Kroos in die Abwehrkette fallen, zwischen Neven Subotic, der nach außen ging, und Keven Schlotterbeck. In einer Situation sicherte Stürmer Anthony Ujah auf der rechten Außenbahn für seinen Kapitän Christopher Trimmel ab. Gegen diese Geschlossenheit werden noch andere Mannschaften in der Alten Försterei Probleme bekommen.

Gladbachs Manager Max Eberl sprach den Unionern ein Kompliment aus, „sie haben unseren Spielaufbau erfolgreich gestört.“ Marco Rose, Gladbachs Trainer sprach von einem insgesamt verdienten Sieg für den 1. FC Union. Sein Spieler Florian Neuhaus unterstrich diese Einschätzung, dass Union einfach alles „wegverteidigt“ hat. Unions Innenverteidiger Keven Schlotterbeck sah den Vorteil auch der Geschlossenheit, „wir haben heute gearbeitet wie die Tiere.“

Lange können sich die Eisernen über den Sieg und jetzt erreichten 16 Punkte nicht freuen. Bereits am kommenden Freitag, 29. November müssen sie auf Schalke antreten.

Hans-Peter Becker

Spieldaten Fußball-Bundesliga 12. Spieltag

23.11.2019 Stadion An der Alten Försterei 15:30 Uhr

Ergebnis 2:0 (1:0)

1.FC Union Berlin: Gikiewicz – Friedrich, Schlotterbeck, Subotic – Trimmel, Kroos (71. Schmiedebach), Gentner, Lenz – Ingvartsen (87. Ryerson) – Ujah (77. Bülter), Andersson 3-5-2/5-3-2

Borussia Mönchengladbach: Sommer – Lainer, Ginter, Elvedi (61. Strobl), Wendt – Neuhaus (58. Stindl), Kramer, Zakaria – Hermann, Plea, Thuram (77. Embolo) 4-3-3

Tore: 1:0 Ujah (15.), 2:0 Andersson (90.+1)

Zuschauer: 22.012

Die Eisernen erwarten den Spitzenreiter

Egal wie das Spiel am Samstag, 23. November ausgehen wird, die Borussia aus Mönchengladbach würde selbst im Fall einer Niederlage Berlin trotzdem wieder als Tabellenführer verlassen. Beide Mannschaften konnten vor der Länderspielpause einen Dreier landen, Gladbach gewann daheim gegen den SV Werder Bremen, während der 1. FC Union in Mainz den ersten Bundesliga-Auswärtssieg feiern konnte. Am besten gleich richtig nachwaschen mit einem Sieg wird man sich in beiden Lagern sagen. Es treffen zwei Mannschaften aufeinander, die vor Selbstbewußtsein nur so strotzen.

Beide Trainer haben keine größeren personellen Probleme. Die Mönchengladbacher müssen ohne den gelb-rot gesperrten Ramy Bensebaini auskommen, außerdem fehlen Tony Jantschke, Tobias Sippel und Andreas Poulsen verletzungsbedingt. Auf der anderen Seite fehlt Robert Andrich wegen einer Gelbsperre, außerdem nicht dabei die angeschlagenen Suleiman Abdullahi und Joshua Mees. Grischa Prömel, Akaki Gogia und Laurenz Dehl arbeiten nach ihren Verletzungen in der Reha an ihrer Rückkehr. Für den gesperrten Andrich wird aller Voraussicht nach Manuel Schmiedebach in die Startelf rücken und die Rolle auf der Sechserposition einnehmen. Gelingt die nächste Überraschung, der Vorsprung der Gladbacher Borussia könnte bis auf einen Zähler schrumpfen.

Es wird darauf ankommen, wie es den Eisernen gelingen wird, das gute Umschaltspiel der Gladbacher in den Griff zu bekommen. Allzu viele Standards, Freistöße und Eckbälle, sollten vermieden werden. Im bisherigen Saisonverlauf konnten die Fohlen aus solchen Gelegenheiten einige Treffer erzielen, sind darin das statistisch erfolgreichste Team.

Müßig, darauf hinzuweisen, dass es das erste Aufeinandertreffen in der Bundesliga ist. Ein Blick in die Geschichte verzeichnet lediglich eine einzige Begegnung, am 6. Februar 2001, da machten die Eisernen die Finalteilnahme nach einem Sieg über Borussia Mönchengladbach klar. Im Elfmeterschießen wurde Torwart Sven Beukert zum großen Held. Er meisterte zwei Elfer von Arie van Lent und Max Eberl, dem heutigen Sportdirektor der Gladbacher. Das ist Geschichte. Das Stadion war damals mit 18.500 Zuschauern restlos ausverkauft und das wird auch am Samstag so sein. Schiedsrichter der Partie wird Dr. Felix Brych sein. Das Spiel beginnt um 15:30 Uhr.

Hans-Peter Becker

1. FC Union – Auswärtssieg in Mainz

Unions Trainer Urs Fischer veränderte seine Startelf für den Auftritt in Mainz gegenüber dem erfolgreichen Auftritt im Berliner Derby nur auf einer Position. Für Marius Bülter durfte Sebastian Polter auflaufen. Damit bewies Unions sportliche Führung viel Mut zur Offensive. In der taktischen Grundformation wurde mit zwei Stürmern begonnen. Eine 3er Abwehr, davor eine 4er Kette im Mittelfeld und im Angriff ein magisches Dreieck mit Marcus Ingvartsen hinter der Sebastian-Doppelspitze Polter und Andersson.

Sebastian Andersson – Doppelpack in Mainz Foto: © Hans-Peter Becker

Die Mainzer wollten sich vor ihrem Publikum für die herbe Auswärtsklatsche in Leipzig rehabilitieren. In 81. Minute wurde Rafal Gikiewicz endlich überwunden, es war lediglich der Anschlusstreffer zum 1:3. Die Gäste aus Berlin traten mit breiter Brust auf und kamen zu ihrem ersten Auswärtssieg in der Bundesliga. War das erste Tor in der 30. Minute noch mit etwas Matchglück verbunden, ein durch Invgvartsen erzwungenes Eigentor, fielen die anderen beiden Tore für die Eisernen zu einfach, Eckball, Kopfball und Tor. Sebastian Andersson war zur Stelle für die von seinem Kapitän Christopher Trimmel getretenen Eckbälle. Trimmel schlug die Bälle in Richtung Strafstoß-Punkt und der 1,90 m große schwedische Nationalstürmer lief aus dem Hintergrund an und wuchtete den Ball ins Tor. Der Zeitpunkt hätte besser nicht passen können. Das 2:0 fiel kurz vor dem Halbzeitpfiff und das 3:0 in der 51. Minute, als die Mainzer auf den Anschlusstreffer drängten.

Den Verwaltungsmodus eines sicheren Auswärtssieges müssen die Eisernen zukünftig besser hinkriegen. In der Schlussphase fiel das 2:3 und es war unnötigerweise für ein paar Minuten zittern angesagt. Nach dem Schlusspfiff feierten die Gäste, während die Mainzer auf den Relegationsplatz in der Tabelle abrutschten. Der 1. FC Union hat seinen Derbysieg veredelt und ist jetzt sogar in der Tabelle an dem Rivalen aus Charlottenburg vorbeigezogen. Die Alte Dame leistete sich eine 2:4 Heimniederlagen gegen RB Leipzig.

Hans-Peter Becker

Spieldaten:

1. FSV Mainz 05: Zentner – Brosinski, St. Juste, Niakhaté, Martín (77. Burkhardt) – Öztunali (52. Maxim), Baku, Fernandes, Boetius (61. Onisiwo) – Quaison, Szalai 4-4-2 mit Raute

1. FC Union Berlin: Gikiewicz – Friedrich, Schlotterbeck (32. Parensen), Subotic – Trimmel, Gentner, Andrich, Lenz – Ingvartsen – Andersson (88. Ujah), Polter (76. Kroos) 3-4-1-2

Zuschauer: 24.349

Tore: 0:1 Brosinski (ET, 30.), 0:2 Andersson (45.+2), 0:3 Andersson (51.), 1:3 Onisiwo, 2:3 Brosinski (90. + 4)

Niederlage in München

Der 1. FC Union hat bei den übermächtigen Bayern nur mit 1:2 verloren. Achtbar aus der Affäre gezogen könnte man meinen. So war es nicht, die Bayern hatten keinen Sahnetag, der Aufsteiger leider auch nicht. Ein frühes Gegentor, in der 13. Minute und anschließend redliches Bemühen der Eisernen, die wenig Spielanteile bekamen. Defensiv war es solide, der Sturm war kaum ein laues Lüftchen.

Urs Fischer schickte seine Mannschaft wieder mit einer 4er Kette in der Abwehr auf das Feld. Es sortierte sich mit und gegen den Ball zu einem 4-2-3-1. Gegenüber dem letzten Spiel gegen Freiburg wurde auf zwei Positionen umgestellt. Neven Sobotic kehrte für Keven Schlotterbeck wieder in die Innenverteidigung zurück und für Michael Parensen kam Felix Kroos zu seinem ersten Einsatz in der Startelf. Er spielte zusammen mit Robert Andrich auf der 6er Position.

Der FC Bayern ließ fast nichts zu, ganze sechs Torschüsse sah Manuel Neuer auf sein Tor kommen. Darunter waren zwei Strafstöße. Den ersten hielt Neuer in Weltklassenmanier, der zweite durch den eingewechselten Sebastian Polter passte. Er war selbst gefoult worden, durch den Torschützen zum 1:0 Benjamin Pavard. Es lief bereits die 86. Minute, die Bayern hatten in der 53. Minute durch Robert Lewandowski auf 2:0 erhöht. Das Ergebnis spiegelte den Spielverlauf nicht wieder.

Einige unter den über 7.000 im Stadion anwesenden Fans der Eisernen hatten wenigstens ein bisschen Freude bei der Bekanntgabe von Zwischenergebnissen aus dem Berliner Olympiastadion. Der Lokalrivale unterlag am Ende der TSG Hoffenheim mit 2:3. Aus Gesamtberliner Sicht war es der Nachmittag der Verlierer und die treffen am nächsten Spieltag in der Alten Försterei aufeinander. Davor müssen beide noch ihre Aufgabe in der 2. DFB-Pokalrunde lösen. Erneut treffen die Eisernen auf den SC Freiburg, der mit der Empfehlung eines Sieges gegen RB Leipzig in das Spiel gehen wird.

Hans-Peter Becker

Spieldaten

 1.FC Union Berlin: Gikiewicz – Trimmel, Friedrich, Subotic, Lenz – Kroos (60. Becker), Andrich – Ingvartsen (67. Ujah), Bülter – Andersson (67. Polter)

FC Bayern München: Neuer – Kimmich, Pavard, Boateng, Davies – Thiago, Coutinho (86. Goretzka) – Coman (65. Gnabry), Müller, Perisic (76. Tolisso) – Lewandowski

Zuschauer: 75.000

Tore: 1:0 Pavard (13.), 2:0 Lewandowski (53.), 2:1 Polter (86.)

1. FC Union verliert ein hektisches Spiel

Sie hatten sich mehr ausgerechnet die Eisernen im Heimspiel gegen die ersatzgeschwächte Mannschaft des SV Werder Bremen. Dass es am Ende nicht einmal für einen Punkt reichte war auch der Mangel an Erfahrung beim 1. FC Union. Es war über die gesamte Spieldauer eine zerfahrene und hektische Partie. „Ein Fußballspiel, das ganz schön genervt hat“, wie Unions Pressesprecher Christian Arbeit in der Pressekonferenz die Sache auf den Punkt brachte.

Es könnte als Videospiel in die Geschichte dieser Saison eingehen. In der ersten Viertelstunde des Spiels zeigte Schiedsrichter Tobias Welz zwei Mal auf den Elfmeterpunkt. Den Strafstoß für Bremen hätte man nicht geben müssen, da wurde Bremens Kapitän Klaassen von Torwart Gikiewicz und Verteidiger Lenz in die Zange genommen. Er wollte eine etwas verunglückte Rückgabe abfangen. Das Foul war eher schwalbenartig. Die Ausführung des Strafstoßes stand bevor, der Schiedsrichter griff sich ans Ohr, der Kölner Keller, Entscheidung überprüfen und es dauerte eine gefühlte Ewigkeit. Welz blieb bei seiner Entscheidung und Bremen ging mit 1:0 in Führung, der Gefoulte verwandelte selbst. Kopfschütteln im Stadion und andernorts, was hatte der Schiedsrichter gesehen. Die ausgleichende Gerechtigkeit kam nur ein paar Minuten später, ein berechtigter Handelfmeter, der zunächst nur im Keller in Köln registriert wurde. Sebastian Andersson trug sich mit Saisontreffer drei in die Liste der Torschützen ein.

Bis zur Halbzeitpause versuchten beide Fußball zu spielen. Ein Spielrythmus fanden beide nicht. In der zweiten Halbzeit erkämpften sich die Eisernen mehr Spielanteile. Die Gäste blieben gefährlich und gingen in der 55. Minute in Führung. Zunächst hielt Gikiewicz einen Elfer, daraus resultierte ein Eckball und der war genau getimt, ein wuchtiger Kopfstoß von Füllkrug saß. Union lag hinten und versuchte das zu verändern. Die Spieluhr lief runter und die Hektik nahm zu. Der Torstand blieb. Zwei Spieler flogen noch mit gelb-rot vom Platz. Vor allem die letzten 10 Spielminuten hatten nicht mehr allzuviel mit Fußball gemein. Spiele dieser Art gewinnt meist die Mannschaft mit der größeren Erfahrung in der Spielklasse, die Eiseren zahlten Lehrgeld. Die nächste Aufgabe wartet in Leverkusen.

Hans-Peter Becker

Spieldaten:

1. FC Union Berlin: Gikiewicz – Trimmel, Friedrich, Subotic, Lenz – Becker (73. Gogia), Andrich, Gentner (84. Abdullahi), Bülter – Andersson, Ujah (67. Polter) 4-4-2

SV Werder Bremen: Pavlenka – Lang, Selassie, Groß, Friedl – Klaassen, Sahin, Eggestein (84. Pizzarro) – Osako (68. Sargent), Füllkrug, Bittencourt (90. Goller) 4-3-3

Zuschauer: 22.012

Tore: 0:1 Klaassen (5.), 1:1 Andersson (14.), 1:2 Füllkrug (55.)