Union scheitert kurz vor dem Ziel

„Trotz überzeugender Leistung und eines ausgeglichenen Spiels – so sahen die Eisernen ihren Auftritt in Leipzig – musste sich der 1. FC Union Berlin im DFB-Pokal-Halbfinale gegen RasenBallsport Leipzig durch einen Treffer in letzter Minute mit 1:2 geschlagen geben.“

Den spielentscheidenden Treffer erzielte in der zweiten Minute der Nachspielzeit, der in der 62. Minute eingewechselte Emil Forsberg per Kopf. Forsbergsche Kopfballtreffer sind eher selten, bei 1,77 m Körpergröße verständlich. Unions Innenverteidiger sind etwa 10 cm größer, trotzdem konnten sie den entscheidenden Treffer nicht verhindern.

Die Eisernen spielten am Limit und fast wäre ihr Matchplan aufgegangen. Ein frühes Tor und dann die Führung verteidigen oder maximal den Ausgleich hinnehmen. Anschließend dann in der Verlängerung oder beim Elfmeterschießen auf das Glück vertrauen, da waren sie nah dran, es fehlten nur Zentimeter.

Die Leipziger begannen sehr nervös, wollten ein frühes Gegentor verhindern. Das gelang nicht, Sheraldo Becker brauchte nach einem Diagonalpass von Christopher Trimmel nur den Fuß hin halten und es war passiert. Die Führung hielt bis zur 61. Minute, oft hatten sie vom Videobeweis profitiert, erinnert sei hier an das Relegationsrückspiel gegen Stuttgart (11. Spielminute nach dem vermeintlichen Tor von Dennis Aogo). Diesmal wendeten sich die Videobilder gegen die Eisernen. Es war ein klares Foul von Paul Jaeckel an Christopher Nkunku. Schiedsrichter Felix Brych hatte nicht gepfiffen, es meldete sich Video Assistant Referee und nach mehrfachem Sichten, konnte die Entscheidung nur Foulelfmeter für Leipzig lauten. Würde es den Videobeweis nicht geben, wer weiß, wer weiß.

Leipzig spielte mit zunehmender Spieldauer seine besseren individuellen Qualitäten aus und hatte eben das Glück in der Nachspielzeit.

Die mitgereisten Anhänger der Eisernen schwiegen in den ersten 15 Minuten, aus Protest gegen das Konstrukt RB Leipzig. Das war geschenkt, das ist eben Profifußball und ich weiß nicht, ob Derbys in der Regionalliga Nordost wirklich eine Alternative darstellen. Einmal Bundesliga, immer Bundesliga, das wollen die Anhänger von Union doch auch. Man muss andere nicht belehren, viele Wege führen schließlich nach Rom und Geschäft ist Geschäft.

Kompliment für diese Leistung und am kommenden Samstag, 23. April ist die Chance auf eine Revanche.

Hans-Peter Becker

Max Kruse wechselt zum VfL Wolfsburg

Dass schlussendlich beim 1. FC Union nicht anderes als Profifußball gespielt wird, offenbarte sich am 30. Januar 2022. Erst tauchten Gerüchte auf, die schnell zur Gewissheit wurden. Unions wohl einziger Ausnahmespieler verlässt nach 45 Pflichtspielen, 19 Toren und 12 Vorlagen den Verein. Das Geld lockte. Sogar Präsident Dirk Zingler äußerte sich und ließ sich mit folgenden Worten zitieren: „Wenn er sich nun jedoch ganz bewusst gegen die Chance entscheidet, mit Union in dieser Saison Geschichte zu schreiben, akzeptieren wir das“ Diesen sportlichen Verlust lässt sich Union mit 5 Millionen EUR entschädigen.

Ein Grund für den Wechsel ist wohl Florian Kohfeldt, beide hatte beim SV Werder bereits zusammengearbeitet. Sein Gehalt dürfte sich deutlich von dem abheben, was ihm in Köpenick gezahlt werden konnte. Ihn sportlich zu ersetzen dürfte fast ein Ding der Unmöglichkeit sein. Zumal das Transferfenster am 31. Januar um 18 Uhr bereits schließt. Es wird gemunkelt, dass Sven Michel aus Paderborn ein Wunschkandidat ist. Auf der Liste stand er ja schon einmal. Allerdings ist er ein anderer Spielertyp als Kruse. Er ist als Stürmer mehr der klassische Zentrumsspieler und weniger die hängende Spitze mit Spielübersicht.

Kruse selbst hatte am Vorabend der Verkündung seines Wechsels an einer albernen Fernsehshow teilgenommen und etwas Geld gewonnen. So ist er eben, ein Typ, eine schillernde Persönlichkeit, er hat es in Köpenick mit Leistung zurückgezahlt. Jetzt wird in Wolfsburg, vielleicht ein letztes Mal, abkassiert. Mal sehen, ob der Ertrag auch für den VfL Wolfsburg stimmt. Ehrlich gesagt, muss dort die Not groß sein.

Hans-Peter Becker

Berliner Profi-Fußball im Überblick

Etwas mehr als die Hälfte der Saison ist absolviert und so richtig zufrieden sein kann nur der Bundesligist aus dem Stadtteil Köpenick. „Alles bestens!“, kann man ihnen nur zurufen. Mal wieder das Optimum aus den vorhandenen Möglichkeiten herausgeholt oder Glück hat auf Dauer nur der Tüchtige. Der Sieg in Gladbach setzte dem Ganzen die Krone auf. Gladbach kämpfte glücklos und die Eisernen hatte das bessere Ende für sich. Jetzt stehen sie nach 20 Spieltagen auf einem Platz, der die Teilnahme an Champions League bedeuten würde. Eigentlich nicht zu fassen, da kann der Lokalrivale aus dem Westend nur kopfschüttelnd daneben stehen.

Hertha BSC ist eine einzige große Baustelle. In allen Mannschaftsteilen wirkten sie gegen die Bayern überfordert. Der Stadionsprecher begrüßt die Zuschauer nach wie vor mit „und hier kommt Berlins Nummer 1…“ und der Investor, wahrscheinlich nur er, denkt in ganz großen Dimensionen. Erstmal muss gründlich entkernt werden, dann mal schauen, wie tragfähig der Rohbau noch ist. Fredi Bobic ist um seine Aufgabe nicht zu beneiden. Corona tat das übrige, zu Jahresbeginn mussten gleich 6 Profis gleichzeitig in Quarantäne. Das Transferfenster ist noch bis zum 31. Januar geöffnet und Bobic räumt den Kader auf. Letzter Neuzugang ist Stuttgarts Ex-Kapitän, Innenverteidiger Marc-Oliver Kempf. Er wird dringend benötigt, Hertha verfügt, nach Anzahl der Gegentore, über die zweitschlechteste Defensive. Es hakt allerdings in allen Mannschaftsteilen.

Die Bundesliga macht Pause, Union testet gegen Lodz und vermeldet mit Kevin Möhwald einen aktuellen Corona-Fall. Hertha hat bisher keinen Test geplant und trainiert fleißig für die kommenden Wochen der Wahrheit. Die nächsten Gegner heißen VfL Bochum und Greuther Fürth, worauf es da ankommt, muss wohl nicht weiter erörtert werden.

Nicht pausiert wird in Liga 3, es steht sogar eine englische Woche an. Viktoria hat am Dienstag, 25. Januar trotzdem nicht gespielt, der Grund, sie ahnen es, weitere Corona-Fälle in der Mannschaft. In der Pressemitteilung liest sich das folgendermaßen:

Aufgrund von behördlich angeordneter Kontaktpersonen-Quarantäne durch das zuständige Gesundheitsamt in Berlin wird das Drittliga-Spiel zwischen dem Halleschen FC und Viktoria Berlin auf Grundlage von §15 der Durchführungsbestimmungen zur DFB-Spielordnung abgesetzt.

Bei den Himmelblauen traten im Rahmen des Spiels gegen den 1. FC Kaiserslautern am vergangenen Samstag drei weitere Corona-Fälle auf. Darüber hinaus befinden sich zwei weitere Personen aus dem Mannschaftsgefüge mit Grippesymptomen in häuslicher Isolation.

Der neue Spieltermin wird nach Rücksprache mit dem Halleschen FC und Viktoria Berlin schnellstmöglich bekannt gegeben.

Die Absage des Spiels erfolgte erst 3 Stunden vor dem Anpfiff. Mal sehen, wie es weitergeht, am Samstag, 29. Januar steht das Heimspiel gegen den FSV Zwickau an. Viktoria hat den Kader nachgebessert und muss aufpassen, jetzt nicht weiter nach unten durchgereicht zu werden. Die Neuzugänge bzw. Leihspieler könnten sofort weiterhelfen. Für den Klassenerhalt sollten es mindestens 42 Punkte oder mehr sein. Nach 21 von 38 Spielen kann der Aufsteiger und absolute Liganeuling auf 26 Punkte verweisen. So 6 bis 7 Siege und dazu das eine oder andere Unentschieden und die Sache wäre geritzt. Ein bisschen Sorge bereitet die geringe Zuschauerresonanz. Im Jahnsportpark ist der Verein weiter weg von seiner eigentlichen Heimat im Süden Berlins, andere Dinge konnten unter Dach und Fach gebracht werden. In Kaiserslautern liefen die Himmelblauen erstmals mit einem Trikotsponsor auf der Brust auf. Das Spiel im Fritz-Walter-Stadion war für Viktoria ernüchternd. Fehlende Vorbereitung und Fitness machten sich bemerkbar, die Niederlage war diesmal nicht zu verhindern. Das Hinspiel im Jahnsportpark hatten die Muzzicato-Schützlinge überraschend klar gewonnen.

Hans-Peter Becker

Union holt ungarischen Nationalspieler

Vor dem Bundesliga-Spiel in Gladbach haben die Eisernen noch eine Neuverpflichtung perfekt gemacht. Mit Andras Schäfer soll mehr Kreativität ins Mittelfeld kommen, sodass zukünftig mehr Ballbesitzfußball gespielt werden kann. In der laufenden Saison, bis zum 19. Spieltag, hatten die Wuhlheider durchschnittlich 42,9 % Ballbesitz. Einen positiven Wert von mehr als 50 % Ballbesitz hatte sie nur beim Auswärtsspiel in Fürth, es waren 62,8 %. Das Spiel ging verloren, ab der 56. Minute liefen sie erfolglos dem 0:1 Rückstand hinterher und bescherten so dem abgeschlagenen Tabellenletzten den ersten und bisher einzigen Saisonsieg. Eine Mannschaft, die fast ausschließlich auf Konter setzt, ist leichter auszurechnen. Diese Überlegung wird bei der Verpflichtung eine Rolle gespielt haben und außerdem, sollte sich der als sehr talentiert geltende Schäfer bei den Eisernen entsprechend entwickeln, könnte eine hübsche Ablöse winken.

In der offiziellen Pressemitteilung liest sich das Ganze so:

„Der 1. FC Union Berlin verstärkt sich im offensiven Mittelfeld und verpflichtet den 22-jährigen András Schäfer. Der ungarische “Spieler des Jahres 2021” schließt sich mit sofortiger Wirkung den Eisernen an.

Aus Szombathely stammend wechselte Schäfer im Alter von 15 Jahren zu MTK Budapest in die ungarische Hauptstadt und durchlief dort alle Nachwuchsmannschaften, ehe er 2019 nach Italien zu Genua CFC transferiert wurde. Von dort wurde der damalige U21-Nationalspieler immer wieder verliehen: Über Chievo Verona ging es in die erste slowakische Liga zu DAC Dunajska Streda. Zur vergangenen Saison verpflichteten die Slovaken den damals 21-Jährigen dann fest. Dort kam der Mittelfeldakteur seit 2020 in 61 Spielen zum Einsatz. Neben vier eigenen Toren steuerte er sieben Torvorlagen bei.

Nachdem Schäfer bereits in der ungarischen U18, U19 und U21 mehrfach zum Einsatz kam, gab er 2020 sein Debüt für die A-Nationalmannschaft seines Heimatlandes und erzielte in 15 Partien drei Tore. Bei der Fußball-Europameisterschaft im vergangenen Sommer bestritt er alle drei Gruppenspiele der Ungarn und traf gegen Deutschland zur zwischenzeitlichen 2:1-Führung seiner Mannschaft.

„In der Bundesliga und somit einer der Top-Ligen Europas zu spielen, ist etwas ganz Besonderes. Union hat in den letzten Jahren eine beeindruckende Entwicklung genommen und in der Bundesliga Spuren hinterlassen. Gemeinsam mit dem Verein möchte auch ich mich weiterentwickeln und hier Fuß fassen. Ich freue mich sehr auf die Mannschaft und die neue Aufgabe“, kommentierte András Schäfer seine Unterschrift bei den Eisernen.

„András haben wir bereits seit längerem genau verfolgt und uns gefällt seine Mentalität, seine Entwicklung und sein mutiges Spiel mit dem Ball. Er ist jung, ambitioniert und ein Spieler, der uns nun bereits ab sofort zur Verfügung steht“, äußerte sich Unions Geschäftsführer für Profifußball, Oliver Ruhnert, zum Transfer.“

Quelle: 1. FC Union Berlin/Katharina Brendel

Hans-Peter Becker

Erneuter Derbysieg – Union schmeißt Hertha aus dem Pokal

Die Eisernen erwischten einen Auftakt nach Maß. Vom Anpfiff weg standen die Köpenicker der „Alten Dame“ auf den Füßen. So macht man einen verunsicherten Gegner noch unsicherer. In der 11. Minute flankte Kruse auf Voglsammer, alles andre als genau und mit einer artistischen Einlage, einem Seitfallzieher, erwischte er den Ball gerade so, da schlug es ein. Hertha brauchte eine Weile, um den Treffer zu verdauen. Die erste Torannäherung konnte erst in der 31. Minute notiert werden.

Zumindest versuchten es die Gastgeber im Olympiastadion sich in die Partie zu kämpfen. Es gelang wenig. Union konnte abwarten und verteidigte sehr effizient. Tayfun Korkut nahm bereits zur Halbzeitpause zwei Wechsel vor, das ist nie ein gutes Zeichen. In der Abwehr musste Klünter für Pekarik weichen und im Angriff Maolida für Richter. Hertha kam etwas besser in das Spiel. Kassierte aber in der 50. Minute erneut eine kalte Dusche, als Stark bei einem Rettungsversuch ein Eigentor fabrizierte.

Ein Hoffnungsschimmer tat sich auf, als Sredar mit einer schönen Einzelleistung auf 1:2 verkürzte. Postwendend stellten die Eisernen den alten Abstand wieder her. Einen Freistoß, getreten von Oczipka, spitzelte Knoche ins Tor. Die Hertha-Abwehr sah da ganz alt aus. Das Bemühen bei der Hertha war erkennbar, doch es reichte nicht, um die Eisernen irgendwie zu knacken. Der Anschlusstreffer zum 2:3 fiel in der Nachspiel, da war die Messe bereits gesungen.

Es bleibt alles beim alten, Union zieht souverän seine Kreise und Hertha ist weiter auf der Suche nach Beständigkeit. Das wird eine schwere Rückrunde, mehr als der Klassenerhalt ist wohl nicht drin. Hertha, das machte auch dieses Spiel deutlich, fehlte es erneut an Struktur und Stabilität. Die Eisernen hatten eine Spielidee, hinzu kam die Stabilität und Struktur, die bei Hertha fehlte. In der Bundesligatabelle liegen aktuell neun Punkte zwischen beiden Mannschaften und genau das spiegelte sich der Begegnung wider. Union dominierte nicht auf dem Platz, sie funktionierten einfach besser. Neuzugang Dominique Heintz vom SC Freiburg funktionierte, als würde er schon einige Jahre bei den Eisernen spielen.

Verdient ziehen die Köpenicker in das Viertelfinale ein und haben weiter die Chancen auf das Finale in der Heimstätte von Hertha BSC. Vier Zweit- und vier Bundesligisten sind noch im Lostopf. Die großen Favoriten sind raus, in dieser Runde erwischte Dortmund und Gladbach.

In der Bundesliga haben beide jetzt schwere Aufgaben vor der Brust. Union reist nach Gladbach, dort kriselt es ähnlich wie bei der Hertha. Zum Abschluss des Spieltages kommt der FC Bayern ins Olympiastadion. Na das kann ja was werden!

Hans-Peter Becker

Marvin Friedrich verlässt die Eisernen und Tymoteusz Puchacz geht in die Türkei

Mit sofortiger Wirkung wechselt Marvin Friedrich zu Borussia Mönchengladbach. Der 1,93 m große Abwehrrecke kam zur Winterpause der Saison 2018/19 zu den Eisernen. Stieg mit dem Team 2019 in die Bundesliga auf und entwickelte zu einem der besten Innenverteidiger. Insgesamt spielte er 141 Mal für die Wuhlheider. Ausgebildet wurde der Kassel geborene Friederich in der Knappenschmiede beim FC Schalke 04. Hier unterschrieb er auch seinen ersten Profivertrag. Eine weitere Station war der FC Augsburg.

„Der Weggang von Marvin Friedrich ist sportlich und menschlich natürlich ein großer Verlust, dennoch war es Marvins Wunsch, diesen Schritt jetzt gehen zu können. Nach seiner herausragenden sportlichen Entwicklung in den letzten Jahren, verbunden unter anderem mit unserem Aufstieg in die Bundesliga, dem Klassenerhalt und dem Erreichen der Conference League, ist es für ihn und für uns nun Zeit, einen neuen Weg einzuschlagen. Wir fühlen uns mit unserer Mannschaft dafür gerüstet, wünschen Marvin für seinen weiteren Weg alles Gute und danken ihm für eine großartige gemeinsame Zeit“, kommentierte Oliver Ruhnert, Geschäftsführer Profifußball beim 1. FC Union Berlin, den Wechsel.

Unions Linksverteidiger Tymoteusz Puchacz wechselt per Leihvertrag für ein halbes Jahr zum türkischen Erstligisten Trabzonspor. Das Team von Trainer Abdullah Avci steht aktuell mit sieben Punkten Vorsprung auf dem ersten Tabellenplatz der Süper Lig.

In seiner ersten Saison bei den Eisernen stand Puchacz bisher sieben Mal auf dem Rasen und konnte sowohl in den UECL-Play Offs als auch in der anschließenden Gruppenphase jeweils einen Assist verbuchen. Durch seine Flanke auf Taiwo Awoniyi in der 7. Minute des Play Off-Hinspiels gegen Kuopion PS stellte er die Weichen für ein souveränes 4:0 im finnischen Helsinki.

Oliver Ruhnert, Geschäftsführer Profifußball beim 1. FC Union Berlin, ist von Puchacz‘ Potenzial überzeugt: „Wir sind mit Tymoteusz‘ Einstellung sehr zufrieden. Mit der Leihe wollen wir ihm die Möglichkeit geben, in dem halben Jahr Spielzeit zu bekommen, die wir ihm hier aktuell nicht garantieren können. Wir erachten Trabzonspor als sehr guten Leihpartner, da sie eine hohe Qualität im Kader haben und eine sehr gute Saison spielen. Mehr Spielpraxis wird ihm bei seiner Entwicklung ganz sicher helfen bevor er ab dem 01. Juli zu uns zurückkehren wird.“

Quelle: 1.FC Union Berlin/Katharina Brendel

Hans-Peter Becker

Auswärtspunkt aus Sinsheim mitgenommen

Erst der Ausflug nach Helsinki und dann der Auswärtsauftritt in Sinsheim. Die Turn- und Sportgemeinschaft aus Hoffenheim hatte am 1. Spieltag mit dem FC Augsburg kurzen Prozess gemacht, mit 4:0 gewonnen und Dank des Torverhältnisses die nicht sehr aussagekräftige Tabellenführung übernommen. Die Tabellenführung hielt zunächst bis zur Halbzeitpause. Die Eisernen, der Gast aus Berlin war zwar in der 10. Minute durch Gießelmann in Führung gegangen. Allzu sehr beeindruckt hatte die Hoffenheimer allerdings nicht. Bis zur Halbzeitpause legten sie 2 Treffer nach und führten mit 2:1.

Urs Fischer wechselte gegenüber dem Helsinki-Spiel auf gleich auf 4 Positionen. Baumgartl, Trimmel, Puchacz und Öztunali blieben draußen. Dafür rückten Jaeckel, Ryerson, Gießelmann und Ingvartsen in die Startelf. Im gewohnten 3-5-2 war das Spiel ganz auf Konter ausgelegt. Mit Beginn der 2. Halbzeit setzte der Regen ein, Union-Wetter könnte man und es gelang gleich ein Tor, der Ausgleich. Dabei blieb es bis zum Abpfiff.

Urs Fischer zog nach Spielschluss ein positives Fazit: „Ich bin heute sehr zufrieden mit meiner Mannschaft. Wir haben ein tolles Spiel gemacht und uns diesen Punkt wirklich verdient. Von Anfang an waren wir gut im Spiel, dann aber den Ausgleich hergeschenkt. Danach hat sich meine Mannschaft verunsichern lassen, Hoffenheim wurde dominanter und wir hatten gewisse Probleme. In der Pause haben wir angesprochen, dass wir uns mehr zutrauen und mutiger agieren müssen. Das hat mein Team in der zweiten Halbzeit toll umgesetzt, wir hatten sogar Möglichkeiten noch zu gewinnen. Zum Schluss sind wir aber hochzufrieden.“

Am kommenden Wochenende trifft Union in der Bundesliga auf Borussia Mönchengladbach. Der Anstoß der Partie im Stadion An der Alten Försterei erfolgt am Sonntag, dem 29.08.2021 um 15:30 Uhr. Zuvor steht für die Eisernen das Play-Off-Rückspiel zur UEFA Europa Conference League auf dem Programm. Anstoß im Berliner Olympiastadion ist am Donnerstag, dem 26.08.2021 um 20:15 Uhr.

Hans-Peter Becker 

Fußball-Bundesliga 2. Spieltag 22.08.2021 15:30 Uhr PreZero-Arena (Sinsheim)

TSG 1899 Hoffenheim: Baumann – Akpoguma, Posch, Vogt, Raum – Rudy (79. Samassekou), Stiller – Baumgartner (79. Gacinovic), Kramaric, Bruun Larsen (62. Adamyan) – Dabbur (62. Dabbur)

1. FC Union Berlin: Luthe – Friedrich, Knoche, Jaeckel – Ryerson, Khedira, Gießelmann (69. Trimmel) – Haraguchi (85. Teuchert), Ingvartsen (60. Öztunali) – Kruse, Awoniyi (69. Voglsammer)

Zuschauer: 8.014

Schiedsrichter: Sascha Stegemann, Mike Pickel, Frederick Assmut, Sören Storks

Tore: 0:1 Gießelmann (10.), 1:1 Akpoguma (14.), 2:1 Bruun Larsen (30.), 2:2 Awoniyi (47.)

Beide Berliner Bundesligisten eine Runde weiter

Am Samstag war der BFC dran, am Sonntag absolvierten die beiden Berliner Bundesligisten ihre erste Pflichtspiellaufgabe der neuen Saison. Zur Halbzeit der für 15:30 Uhr angesetzten Spiele führte nur ein Bundesligist gegen das unterklassige Team. Es war der 1. FC Union. Max Kruse erzielte den Treffer für die Eisernen in der 23. Minute. Er nutzte dabei einen Fehler des Drittligisten im Spielaufbau. Es blieb bei dem knappen Sieg in München. Routiniert brachten die Wuhlheider vor 2.841 Zuschauern im „Stadion An der Grünwalder Straße“ das Ganze über die Zeit. Die statistischen Daten weisen auf ein ausgeglichenes Spiel hin. Ende gut, Alles gut.

Während die Eisernen im Süden bei Türkgücü München die erste Visitenkarte der Saison abgaben, musste der Lokalrivale aus Charlottenburg in den hohen Norden ins Emsland reisen. Der Gegner war auch hier ein Vertreter aus Liga 3. In der Hänsch-Arena zu Meppen waren 5.813 Zuschauer zugelassen, darunter einige Fans der Hertha.

Nach gutem Beginn tat sich die Alte Dame immer schwerer und geriet in der zweiten Halbzeit sogar einige Male in arge Bedrängnis. Es war Davie Selke, der in der ersten Minute der Nachspielzeit einen von Marvin Plattenhardt getretenen Eckball aus Nahdistanz in die Maschen köpfte. Am Ende war es auch hier egal, wie der Sieg zustande gekommen ist, in einer Woche spätestens interessiert es keinen mehr.

Hans-Peter Becker

Hertha rettet sich und Union wahrt Chance auf Europa

Es wurden zwei Unentschieden aus Berliner Sicht. In Leverkusen bot der 1. FC Union ein gutes Auswärtsspiel. Es ist bemerkenswert, dass die Fischer-Truppe auch spielerische Fortschritte gemacht hat, bei den technisch starken Leverkusenern phasenweise sogar das Spiel bestimmte. Das Ergebnis von 1:1 lässt weiter auf die Qualifikation für die Europa-Conference-League-Play-offs hoffen. Am letzten Spieltag treffen die Eisernen auf RB Leipzig. Das Team des scheidenden Trainers Julian Nagelsmann muss nicht mehr alles geben, der Vizemeister ist sicher. Der Mitbewerber Gladbach muss in Bremen antreten. Selbst, wenn es nicht mit Europa klappen sollte, sie können hochzufrieden sein an der „Alten Försterei“. In den bisherigen 33 Spielen wurden 47 Punkte geholt. Was am 27. Mai 2019 begann, vor knapp 24 Monaten könnte eine weitere Krönung erfahren.

Beim anderen Berliner Vertreter wurde nach dem Spiel in der Kabine gefeiert. Mit 35 Punkten bleibt man drin. Es war ein 0:0 gegen die abstiegsbedrohten Kölner. Beiden saß die Angst in Nacken. Die Folge war ein unansehnliches Gekicke, selbst für hartgesottene Fans eine Zumutung. Eigentlich ein Glück, dass nur ausgesuchtes Fachpublikum anwesend sein durfte. Seien wir jetzt nicht zu streng. Pal Dardai und sein Team hat es geschafft, trotz Quarantäne und einer alles andere als gut zusammengestellter Mannschaft, die Klasse zu halten. Die Punktevorgabe für eine mögliche Vertragsverlängerung wurde natürlich verfehlt. Mal sehen, wie sich die Verantwortlichen entscheiden werden. Schlecht wäre es nicht, wenn er weitermachen könnte.

Hans-Peter Becker

Keine Punkte für die Berliner Profifußballer

Was die Ergebnisse angeht, kann von einer Duplizität der Ereignisse gesprochen. Am 20. Spieltag der Saison musste die Alte Dame aus Charlottenburg und die Eisernen aus der Wuhlheide jeweils über eine 0 : 1 Niederlage quittieren.

Den Auftakt am Freitag, 5. Februar machte Hertha, die sich gegen die Bayern achtbar aus der Affäre zogen. Ein Unentschieden wäre nicht ganz unverdient gewesen, das Glück war nicht aufseiten der blau-weißen. Cunha hatte es auf dem Fuß. Das sah schon mehr nach einer Mannschaft aus. Für etwa 10 Minuten durfte auch Neuzugang Sami Khedira ran. Das Spiel begann auf Wunsch der Bayern 30 Minuten früher. Nach Spiel wollten den Flieger nach Katar besteigen, um an der Klub-WM teilzunehmen. Sie kamen etwas zu spät, um das Nachtflugverbot zu umgehen. Da wurde wohl etwas gehandelt, vielleicht war der dafür Verantwortliche ein Hertha-Fan und Rache manchmal süß. Die Mannschaft und der Tross aus München hatte so ausgiebig Zeit, sich den BER ausgiebig anzuschauen.

Hertha steckt jetzt noch tiefer im Abstiegskampf, rangiert nur einen Platz vor der gefährlichen Zone. Die Partie in Bielefeld fiel dem Wintereinbruch zum Opfer, sonst hätte der Aufsteiger im Falle eines Punktgewinns gegen Werder Bremen an Hertha vorbeiziehen können.

Einen Tag später traten die Eisernen beim Tabellenvorletzten in Mainz an und spielten eine schlechte 1. Halbzeit. Ein von Niko Schlotterbeck verursachte Foulelfmeter brachte das goldene Tor der Partie. Besagter Schlotterbeck sah dann auch noch die gelb-rote Karte, so schwanden die Hoffnungen, was reißen zu können. Es fehlte an Kreativität und bringt nur der weiter fehlende Max Kruse ins Spiel. Wie bei der Hertha fehlte gänzlich das Matchglück. Kurz vor Toresschluss hätte es fast den glücklichen Ausgleich gegeben. Die Niederlage tut den Eisernen nicht weiter weh. Das rettende Ufer ist nicht mehr weit und an die Euro-League oder höheres hatten nur Journalisten ihre Gedanken verschwendet.

Der nächste Gegner für die Eisernen ist der Tabellenletzte aus Gelsenkirchen. Hertha fliegt nach Stuttgart.

Hans-Peter Becker