Verkehrte Welt im Berliner Profifußball nach dem 8. Spieltag

Chefredakteur Christian Zschiedrich kommentiert

Eine Heimniederlage von Hertha BSC und ein Auswärtssieg von Union beim 1.FC Köln steht zu Buche. Gut, gegen Dortmund kann man verlieren. Hertha sah eine Halbzeit lang recht gut aus, führte sogar etwas überraschend zur Halbzeit 1:0 durch Cunhas Treffer in der 33. Minute. Doch Dortmund machte mit einem Doppelschlag, direkt nach Wiederbeginn, zweimal durch Haaland (47. + 49.) ernst, drehte die Partie entscheidend. Ja, dieser Haaland!

Der norwegische Stürmer ist nicht nur schnell, sogar sehr schnell. Er hat enormes Durchsetzungsvermögen und ist obendrein mit seinen technischen Fertigkeiten im Zweikampf und im zielorientierten Dribbling mit großen Abschlussinstinkt ausgestattet. Da bringt selbst die gute alte Manndeckung nicht viel. „Bleib an ihm dran und wenn Haaland auf Toilette geht, gehst du mit.“

Dann wäre ja die Möglichkeit, einen zweiten Mann gegen Haaland zu beordern. Der fehlt aber dann im Abwehrverbund. Die Lücken nutzen eben die Mitspieler von Haaland, dann schießen Reus oder andere die Tore. Toll, diese Qualität in der Bundesliga zu erleben. Da macht das Zusehen Freude. Haaland vollendete in Minute 62 seinen Hattrick und Dortmund führte 3:1. Guerreiro traf zum 4:1 (70.), ehe Cunha auf 2:4 (79.) per Foulelfmeter für Hertha verkürzen konnte. Die 3-Tore-Differenz stellte schließlich Haaland (80.) mit seinem 4. Treffer auf 5:2 für die Gäste wieder her.

Hertha verlor etwas unter Wert. Dortmund dominierte und gewann hochverdient. Das sei aber auch unserer zweiten Bundesliga-Mannschaft zugestanden – trotz vieler Verletzte ein knapp verdienter Sieg in Köln durch Awoniyi (27.) 0:1 und Kruse (72.) zum 2:1 per Elfmeter im Nachschuss. Erfolgreiche Mannschaften brauchen solche Stürmer wie Haaland, Cunha und Kruse.

Die Liga verneigt sich aktuell vor den Eisernen. Trotzdem bleiben sie in der Wuhlheide auf dem Teppich. Von internationalen Plätzen redet keiner, das ist mehr als angebracht. Die dicken Brocken warten noch und da ist es gut, solch ein Punktepolster angesammelt zu haben.

Eigentlich wurde Hertha dort erwartet wo der 1. FC Union gerade steht. Tabellenplatz fünf mit 15 Punkten und einem soliden Verhältnis von18:8 Toren und Hertha ? Nach acht Spielen bedeuten 7 Punkte, 15:18 Tore, Tabellenplatz dreizehn. Bis zu den Abstiegsrängen sind es 4 Punkte Vorsprung und Hertha muss am 9. Spieltag nach Leverkusen. Bloß nicht weiter abrutschen!

Unions Präsident Dirk Zingler wird im stillen Kämmerlein über das bisher Erreichte schmunzeln, was mit weniger finanziellen Mitteln als mit Herthas Millionen-Einsatz herausgekommen ist. Na gut, die Saison ist noch lang ! Union spielt jetzt gegen Eintracht Frankfurt und hat in der Aufstiegssaison in Frankfurt gewonnen, allerdings das Heimspiel verloren.

Sollte Hertha in Leverkusen tatsächlich verlieren und weiter abrutschen, kommt die Abstiegzone bedrohlich näher. Ein Glück, dass es einen Verein gibt, bei den Hertha-Fans „besonders beliebt“, der mit 3 Punkten die Rote Laterne trägt. Auf Schalke hat es mächtig im Karton gerappelt. Drei Spieler wurden rasiert, getroffen hat es auch den Ex-Herthaner Ibisevic, der wohl preiswerteste Profi der Liga muss den Verein zum Jahresende verlassen. Schalke muss in Gladbach antreten, ob es dort gut ausgehen wird ist sehr zu bezweifeln. Die Borussen spielten zuletzt zu Hause nur 1:1 gegen Augsburg. Ein Ergebnis, dass die Schalker sofort unterschreiben würden.  

 Christian Zschiedrich

Jogi Löw muss über seinen Schatten springen

Von wegen, das hab ich einmal gesagt, ich falle doch nicht um, es bleibt dabei, das ist engstirnig. Jeder, ob in der Politik, Ehe, Erziehung, in schulischen Lernprozessen, der Ausbildung und garantiert auch im Sport macht Fehler. Ich kenne keinen ohne Fehler, aber Menschen, die aus Fehlern gelernt haben. Sturheit ist verwerflich, dumm und arrogant.

Wäre es so schlimm – nein – die ganze Nation würde verstehen wenn Jogi Löw sagen würde: Ich habe mich zwar damals festgelegt und war überzeugt von dem verkündeten Weg, aber die Entwicklung von einigen Leistungsträgern hat mich eingeholt und ich habe nachgedacht – revidiere mein Urteil in Sachen Jerome Boateng, Matts Hummels und Thomas Müller! Beifall und Anerkennung.

Dass in der Nationalelf stets die Besten stehen sollten, ist nach wie vor der Fall. Das Leistungsprinzip darf nicht ausser Kraft gesetzt werden, das ist eine unumgängliche Tatsache. Die Aussortierten bringen erstaunlich gute Leistungen, also sind sie auch in die Nationalelf zu berufen. Boateng, Hummels und Müller sind ab sofort wieder Nationalspieler.

Könnte sogar sein, dass Oliver Bierhoff seine Meinung zu dem Thema längst geändert und geahnt hat, welcher Sturm auf seinen Freund zukommt. Er wird ihn nicht auf Dauer schützen können – die Zeit bis März ist einerseits viel zu lang und andererseits wiederum viel zu kurz. Schließt euch im Kämmerlein ein, beantwortet tausend konkrete Fragen, analysiert und diskutiert über Vor- und Nachteile, das möglichst noch bevor sich das DFB-Präsidium zerreißt oder die Fans oder tägliche negative Meldungen in den Medien die Schlagzeilen beherrschen. Jogi, wir lieben und verehren dich doch – noch.

Christian Zschiedrich

Spanien in allen Qualitäten Deutschland überlegen

Aber wirklich in allen Belangen, ob Technik, Taktik und Kondition! Das Mentale und die fehlende Struktur  muss  noch härter kritisiert werden. Keiner im Team, der  zur Orientierung geschweige denn zum Aufbruch blies. Gedanklich im Dauerschlaf, keine erfolgreiche Zweikampfführung, welch erbärmliche Körpersprache, keine Aggressivität, katastrophale Deckungsarbeit, aber auch alle ließen sich regelrecht vorführen. Das war doch nicht die deutsche Nationalmannschaft. Das zu rechtfertigen fiel hinterher allen ausgesprochen schwer. Trainer Jogi Löw sprach von einem rabenschwarzen Tag und Bastian Schweinsteiger antwortete: So hoch darf einfach nicht verloren werden, ein historisches Debakel!  Es ist 90 Jahre her. 1931 war ich noch nicht geboren. Um dem vielleicht etwas Gutem abzugewinnen: War es noch zur rechten Zeit die lehrreiche Quittung für absolut falsche Entscheidungen der Verantwortlichen?

Bei aller Nachwuchsförderung und gewünschter, rechtzeitiger Verjüngung, lieber Sportdirektor, lieber Chefcoach, das muss doch in der Tat besser geschehen und nicht auf Kosten vielleicht unliebsam gewordener Leistungsträger. Es war für mich so wohltuend nach der Klatsche im Studio Bastian Schweinsteiger und Matthias Opdenhövel zu hören. Sie sprachen ebenfalls die Fakten an, auch als Manuel Neuer meinte: Das muss doch nicht jetzt sein, wann dann ? Opdenhövel: Gerade jetzt!  Er fragte den im Gesicht gezeichneten Jogi Löw: Haben Sie jetzt überhaupt noch Lust? Basti Schweinsteiger hat ja so recht, ihm aufs Butterbrot zu schmieren: Ist doch egal wie alt ein Spieler ist, die Besten müssen spielen und vor allem, wenn die Leistung stimmt!

Was Mats Hummels, Jerom Boateng und Thomas Müller noch leistungsmäßig drauf haben, bewundere ich genauso, wie das was sie in der Vergangenheit vollbracht haben. Gegen die 0:6-Pleite wird das hoffentlich auch den DFB-Verantwortlichen klar. Da wechselt doch Jogi Löw bei Halbzeit 0:3 den Leverkusener Tah für Süle ins Abwehrzentrum ein, der allerdings in Leverkusen in letzter Zeit kaum noch gespielt hat. Vielleicht sollte es eine Strafe für Gündogan und Gnabry sein. Erst verliert Gnabry beim 0:2 (33.) am langen Toreck auf der Fünfmeterlinie blamabel (sprang unterm Ball durch) das Kopfballduell gegen Ferran Torres; beim 0:3 (38.) kam Gündogan (wie so oft) zu spät und duckte sich förmlich beim Kopfballtor von Rodrigo.

Deutschland wurde nach den letzten beiden Siegen zwar nicht in den Himmel gehoben, jedoch recht ordentlich gelobt. Die Aufstellung des Angriffs mit drei sehr schnellen Spielern war vielversprechend. Manuel Neuer in seinem Rekordspiel, löste zahlenmäßig Sepp Meier ab, war bei den Toren machtlos. Die Taktik mit Viererkette, erst einmal abzuwarten war verständlich, es reichte ja ein Unentschieden. Konter müssten doch eigentlich möglich sein. Denkste. Der erste und einzige Torschuss kam durch Gnabry (Pfosten) erst in der 77. Minute zustande.

Als ich vor dem Spiel die Aufstellung vernahm, wieder Toni Kross neben Goretzka im Mittelfeld, da  glaubte ich an eine gute Leistung. Von wegen geistige Fitness… Stattdessen wurde Spanien ein Elfmeter verwehrt und ein Abseitstor aberkannt. Deutschlands Stürmer waren viel in der Verteidigung zu finden und durften sich bei Eckbällen der Spanier vom Glück begünstigt fühlen. Das frühe folgerichtige 0:1 (17.) durch Morata hielten viele mit Daumen drücken noch für ausgleichbar. Es kam jedoch ganz Dicke. Ehrlicherweise sollte darauf hingewiesen werden, dass den Chancen und dem Spiel nach Spanien hätte noch viel höher gewinnen müssen.

Die weitere Trefferquote: 0:4 (55.) Ferran Torres, 0:5 (71.) Ferran Tores, 0:6 (89.) Qyarzabal. Bis März tut sich höhnisch formuliert nun gar nichts. Macht bloß nicht so weiter! Die EM beschert uns Gegner mit solchem Kaliber. Es wäre zu vermessen, hier Ratschläge zu geben. Es muss nicht nur die Niederlage analysiert werden. Nutzt die Zeit bis März zur Nominierung der Besten. Mehr scherzhaft sei gefordert, Bastian Schweinsteiger zum Comeback zu bewegen.

Michael Ballack meint, Jogi Löw sei ein bisschen stur. Vielleicht kommt man mit Sturheit meistens weiter, doch Fußball-Deutschland würde in diesem Fall wesentlich mehr Kulanz und Einsicht schätzen. Kann sich ein Bundestrainer dagegen verwahren, die Besten zu ignorieren? Ich meine, Löw könnte daran scheitern! Es werden sich genügend Stimmen für eine Forderung finden, bei allen Verdiensten, Jogi trete ganz schnell ab!

Christian Zschiedrich

Union mit Kantersieg und Hertha kriegt wenigstens Punkte auf das Konto

Es ist momentan verkehrte Welt im Berliner Profi-Fußball nach sieben Spieltagen steht der 1. FC Union in der Tabelle auf einem Platz, wo man eigentlich die Konkurrenz aus Charlottenburg erwartet hätte. Die Bestandsaufnahme kann sich für die Mannschaft aus Köpenick sehen lassen. Es stehen drei Siege und drei Unentschieden in der Bilanz, lediglich zum Saisonauftakt mussten sie eine Heimniederlage gegen den FC Augsburg hinnehmen. Das war am 19. September und seitdem sind sie ungeschlagen. Skeptiker können jetzt einwenden, dass mit Ausnahme von Borussia Mönchengladbach kein Schwergewicht der Liga dabei war.

Da ist was dran, trotzdem ist im Vergleich zur Vorsaison eine Weiterentwicklung erkennbar. Waren sie in der Schlussphase der Aufstiegssaison leicht ausrechenbar, so konnte durch gute Kaderplanung der taktische und spielerische Instrumentenkasten erweitert werden. Der Kantersieg gegen die Arminia aus Bielefeld kann da als ein Höhepunkt dieser Entwicklung gelten. Aus Sicht der Eisernen kann von einem fast perfekten Spiel gesprochen werden. So in etwa äußerte sich auch der Kapitän der Eisernen Christopher Trimmel. Das Geisterspiel war sehr früh entschieden. Zur Pause führten die Gastgeber mit 3:0 und in der zweiten Halbzeit hatten die Bielefelder nicht wirklich was vor. Eher im Gegenteil, obwohl die Unioner merklich einen Gang runter schalteten kamen sie zu zwei weiteren Torerfolgen. Der 5:0 Sieg war der bisher höchste Sieg in der Bundesliga.

Auf der Gästebank saß der langjährige Union Trainer Uwe Neuhaus und konnte nach dem Spiel nur konstatieren: „Ein Spiel kann man immer verlieren, aber nicht so.“ Das war in allen Belangen zu wenig was die Arminia in der Wuhlheide ablieferte. So konnten bei den Eisernen vor allem zwei Spieler glänzen. Es waren Sheraldo Becker und Max Kruse. Wenn der Paradiesvogel Kruse weiter solche Leistungen auf dem Platz abliefert, seien ihm seine gelegentlichen Eskapaden in der trotz Lockdown vielfältigen Betätigungsmöglichkeiten in der Hauptstadt verziehen.

Eitel Sonnenschein bei den Eisernen und bei der „Alten Dame“ sieht es auch wieder etwas freundlicher aus. Es kamen wenigstens Punkte auf das Konto und das versprochene Geld soll ja im Laufe des Geschäftsjahres noch folgen. Für den gemeinen Fan der Hertha sind die Geschäfte von Investor Lars Windhorst so nebulös wie die Sichtverhältnisse in der WKK-Arena während des Auftritts der Hertha. Nach pomadiger erster Halbzeit, immerhin konnte Hertha eine 1:0 Führung mit in die Kabine nehmen, gelangen in der zweiten Halbzeit zwei weitere Treffer. Mit dem 3:0 Sieg wurde endlich der zweite Saisonsieg eingefahren und die unheilvolle Serie von fünf sieglosen Spielen durchbrochen.

Beide Berliner Clubs gehen mit einem Sieg in die Länderspielpause und können die Vorbereitung für die kommenden Aufgaben etwas ruhiger angehen. Am 21. November geht es weiter. Im Samstagabend-Spiel empfangt Hertha die Borussia aus Dortmund und einen Tag später beschließt der 1. FC Union mit seinem Auswärtsauftritt in Köln den 8. Spieltag.

Fünf Spielausfälle in der Berlin-Liga und Saisonpause

Der aktuelle 13. Spieltag brachte vier Ergebnisse und fünf abgesagte Spiele.

Es spielten:

Türkiyemspor –    1.FC Novi Pazar  1:1

Hilalspor          –    Spandauer Kickers    2:0

Eintracht Mahlsdorf   –    Stern Marienfelde  2:0

TSV Rudow      –    Sparta Lichtenberg  4:3

Abgesagte Spiele:

Fortuna Biesdorf – Reinickendorfer Füchse Berlin

Brandenburg 03  –  Al-Dersimspor

TuS Makkabi        –   Frohnauer SC

Berliner SC           –   Berlin Türkspor

FC Wilmersdorf   –   SD Croatia

Dem Reglement nach gab es fünf Absteiger und einen Aufsteiger. Berlin United hat die Mannschaft leider zurückgezogen. Die gegen den Abstieg kämpfenden Mannschaften können der Zwangspause vielleicht etwas positives abringen.

In der „Gefahrenzone“ sieht es wie folgt aus: Drei Mannschaften haben jeweils 10 Punkte. SV Empor (13.),  Spandauer Kickers (14.) und Brandenburg 03 (15.).

16. BSV Al-Dersimspor (9 Spiele) 9 Punkte

17. SD Croatia (8 Spiele) 8 Punkte

18. Fortuna Biesdorf (10 Spiele) 8 Punkte

19 Türkiyemspor (11 Spiele) 8 Punkte

19. Stern Marienfelde (11 Spiele) 7 Punkte

In der Spitzengruppe haben drei Mannschaften bereits 12 Matches absolviert, zwei deren 10 und der souveräne TabellenführerEintracht Mahlsdorf mit 31 Punkten 11 Spiele. Die Eintracht gab sich unter Coach Volbert noch keine Blöße, gewann 2:0, abermals zu Null, gegen Stern Marienfelde. Der 1. FC Novi Pazar dagegen schaffte erneut keinen Sieg. Gegen Kellerkind Türkiyemspor reichte es nur zu einem 1:1. Den Ausgleich mussten die Neuköllner erst in der 6. Minute der Nachspielzeit hinnehmen. Allerdings hatten sie die Führung auch erst in der Nachspielzeit erzielt. Ein Gutes hat die Zwangspause für Novi Pazar. Ronny kann in aller Ruhe seine Verletzung auskurieren.

An der Tabellenspitze sieht es wie folgt aus:

Eintracht Mahlsdorf 11 Spiele 31 Punkte

Sparta Lichtenberg   10 Spiele 22 Punkte

TuS Makkabi              12 Spiele 22 Punkte

Berliner SC                 10 Spiele 20 Punkte

1.FC Novi Pazar         12 Spiele 20 Punkte

SC Charlottenburg    12 Spiele 20 Punkte

Es ist jetzt jetzt müßig darüber zu spekulieren, wem die Unterbrechnung der Saison nutzt oder eher schadet, letzlich sind die Bedingungen für gleich.

Christian Zschiedrich

Blick in die NOFV Oberliga Nord

Zwei Begegnungen fielen aus, aber immerhin wurden sechs Meisterschaftsspiele ausgetragen. Die Oberliga-Tabelle ist vergleichsweise zur Regionalliga und Berlin-Liga einigermaßen ausgeglichen.

Die Ergebnisse des 10. Spieltages:

Victoria Seelow –  Torgel. FC Greif 1:1

Blau-Weiß 90     –   Hansa Rostock II       3:0

SC Staaken          –  FC Strausberg            2:0

Rostocker FC      –   TSG Neustrelitz         3:2

SVC Stern 1900  –   1.FC Lok Stendal       4:2

Brandenb. Süd   –   CFC Hertha 06           1:4

Greifswalder FC – SV Tasmania ausgefallen

FC Hertha 03  – Eintr. Stahnsdorf ausgefallen

Vier Berliner Siege in den sechs Spielen, die vor der Corona-Unterbrechung noch ausgetragen wurden, das lässt sich sehen. Erfreulich aus Berliner Sicht der 4:1-Auswärtssieg von Hertha 06 bei Brandenburg Süd. Mit solch einer Differenz, allerdings 3:0, gewann Blau-Weiß 90 gegen Hansa Rostock II. Stern 1900 gelangen gegen den 1. FC Lok Stendal sogar vier Treffer, zwei Gegentore zum Endstand von 4:2 mussten hingenommen werden. Es kann erst wieder in einem Monat gespielt werden. Um sich weitere Gedanken über den Saisonverlauf machen zu können, hier Stand der Dinge in den blanken Zahlen:

Spitzenreiter ist der SV Tasmania mit 21 Punkten und 9 absolvierten Spielen, gefolgt von einem weiteren Berliner Team, dem SC Staaken, die haben ein Spiel weniger und 16 Punkte. Zwischen den beiden Berliner Teams rangiert der Greifswalder FC mit 9 Spielen und 17 Punkten.

Hier die weiteren Platzierungen der Berliner Teams und ein Blick auf die Abstiegszone:

6.    FC Hertha 03        8 Spiele       15 Punkte   

8.    Blau-Weiß 90       9 Spiele       13 Punkte  

10.  Stern 1900            8 Spiele     13 Punkte   

14.  CFC Hertha 06      9 Spiele        9 Punkte   

15.  Victoria Seelow    9 Spiele        6 Punkte   

16.  1.FC Lok Stendal    9 Spiele       5 Punkte   

17.  Brandenburg Süd      9 Spiele       5 Punkte     

Es wird nur einen Aufsteiger, aber vier Absteiger geben.

In der bevorstehenden Pause heißt es mit einer guten Vorbereitung – soweit möglich – die Weichen neu zu stellen. Sicherlich kommt die Pause, den bisher weniger erfolgreichen Teams eher gelegen als den Mannschaften, die bisher einen Lauf hatten.

Christian Zschiedrich

Standortbestimmung vor der Pandemie-Pause

Nach 13. Spieltagen ist Regionalliga leider wieder Pause gezwungen, zunächst für einen Monat. Die können die 19 Regionalliga-Nordost Mannschaften schöpferisch nutzen. Aus unterschiedlichsten Gründen war der Start für die Mannschaften optimal oder aber je nach Standortbestimmung weniger erfolgreich ausfallen.

Drei Spielausfälle am Spieltag vor der Pause lassen weiter auf einen schwierigen Saisonverlauf schließen. Der künftigen Terminplan wird noch enger. Die bereits angesetzten Partien FC Viktoria 89 – 1.FC Lok Leipzig, VfB Auerbach – Union Fürstenwalde und Tennis Borussia – Berliner AK 07 fielen Corona zum Opfer.

Im Berlin-Derby Lichtenberg 47 – Hertha BSC II teilten sich die Vereine mit dem 1:1 die Punkte. Es gab zwei weitere 1:1-Spielausgänge: ZFC Meuselwitz – BFV Dynamo und Energie Cottbus – FSV Luckenwalde trennten sich ebenfalls 1:1. Endlich siegte wieder einmal Optik Rathenow, mit 2:0 gegen den Bischofswerdaer FV und 2:0 siegte Chemie Leipzig gegen den Chemnitzer FC. Die Babelsberger erzielten beim 2:2 in Halberstadt ein Remis, während Altglienicke im Jahnsportpark mit einem 5:2 über Carl Zeiss Jena glänzte.

Bei einem  Relegationsplatz und drei direkten Absteigern wird es einen erbitterten Kampf geben. Punktgleich mit je 11 Punkten stehen Optik Rathenow, Meuselwitz, Auerbach und Halberstadt da.

Die Standortbestimmung der Berliner Vereine: Erfreulich aus hauptstädtischer Sicht ist die Erfolgsserie des FC Viktoria, 11 Spiele und und 11 Siege. Souverän führen sie die Tabelle an. Der Meister steigt im nächsten Jahr direkt in die 3. Liga auf. Auf Platz 2, mit etwas Abstand von 8 Punkten, folgt die VSG Altglienicke. Beide haben die selbe Anzahl von Spielen ausgetragen. Die Saison ist noch lang und mal sehen wer die Pause besser nutzen konnte.

Die Platzierungen der anderen Berliner Mannschaften:

5.    Berliner AK 07    12 Spiele 20 Punkte

7.    BFC Dynamo        11 Spiele 18 Punkte

12.  Lichtenberg 47    13 Spiele 16 Punkte

14.  Hertha BSC II       11 Spiel 14 Punkte

19.  Tennis Borussia    10 Spiele 9  Punkte

Die angezeigten Tabellenplätze haben nur einen geringen Aussagewert, da die Zahl absolvierten Spiele unterschiedlich ist.

TeBe wird es als Aufsteiger und jetzigem Stand weiter schwer haben, auch wenn die Lilaweißen in den Begegnungen recht ansprechend gespielt haben. Bisher haben sie 9 Punkte sammeln können, TeBe hat bisher erst 10 Partien austragen können.

Christian Zschiedrich

Geisterspiel in Sinsheim

Der 1. FC Union hatte vor dem Auswärtsspiel gegen die TSG Hoffenheim, wie bisher gehandhabt, zu einer Präsenzpressekonferenz eingeladen. Unter Einhaltung der Hygieneregeln waren die Vertreter, vorrangig der schreibenden Zunft, der Einladung gefolgt. Über dem Stadiongelände senkte sich trübes Herbstwetter, so bedrückend wie der bevorstehende November, dunkel und lautlos in den Bundesligastadien.

Vor dem Stadiongebäude wurde der Mannschaftsbus mit den nötigen Utensilien beladen, die Profis hatten ihr Training beendet und die Journalisten warteten auf den Einlass. So hat jeder seine Aufgabe zu erfüllen und die Fußball-Profis müssen ihre am Montag, 2.11.2020 in der PreZero Arena in Sinsheim erfüllen. Eine nicht ganz so einfache, denn die Eisernen sind alles andere als der Favorit zum Ausklang des 6. Spieltages. In der Aufstiegssaison gab es gegen die TSG Hoffenheim keine Punkte und kein Torerfolg. Mit 0:2 und mit 0:4 gingen die Spiele verloren, wobei die letzte Niederlage kassiert wurde, als der Klassenerhalt bereits feststand und die Saison für die Eisernen aus trudelte.

Personell hat Urs Fischer einige Sorgen. Verzichten muss der Trainer auf Anthony Ujah und Grischa Prömel. Fragezeichen stehen hinten den Personalien Loris Karius, Nico Schlotterbeck, Marcus Ingvartsen und Kapitän Christopher Trimmel. Sie konnten das Mannschaftstraining nicht vollständig absolvieren. Ein Ausfall des Kapitäns würde die Aufgabe noch kniffliger gestalten. Trimmel ist nicht nur der „Herrscher der ruhenden Bälle“, er hat bisher auch für die meisten Torvorlagen gesorgt. Sollte er nicht einsatzfähig sein, könnte Julian Ryerson zu seinem ersten Startelfeinsatz kommen. In dieser Saison wurde der Norweger drei Mal eingewechselt. Es wird zudem auch davon abhängig sein, für welche taktische Grundformation sich die sportliche Leitung entscheiden wird. Sollte es eine Dreierkette werden stünden noch andere Alternativen zur Verfügung.

Pressekonferenz in der Eisernen Lounge © Foto: Hans-Peter Becker

Der Trainer des Gegners, der in Berlin ncht ganz unbekannte Sebastian Hoeneß, sieht die kommende Aufgabe so: „Union hat einen enormen Schritt nach vorne gemacht im Vergleich zur vergangenen Saison. Sie haben sich spielerisch sehr gut entwickelt. Die Mannschaft hat eine gute Mischung aus Körperlichkeit und spielerischen Mittel gefunden. Union ist ein unangenehmer Gegner. Darauf sind wir vorbereitet. Wir müssen ans Limit gehen, um zu gewinnen. Es wird eine sehr schwierige Aufgabe.“ Im Stadion in Sinsheim werden corona-bedingt keine Zuschauer sein. Die Anfeuerung bleibt den für den Stadion-Aufenthalt zugelassenen Vereinsverantwortlichen überlassen.

Hans-Peter Becker

Eintracht Mahlsdorf souverän im Mommsenstadion

Der SC Charlottenburg zeigte sich formverbessert und schoss bei Al-Dersimspor sogar 6 Tore, musste auf eigenem Platz gegen Tabellenführer Eintracht Mahlsdorf eine 0:6 Niederlage hinnehmen. Ja, in der Berlin-Liga gibt es mitunter eindeutige und torreiche Begegnungen. Die Spandauer Kickers gewannen am Sonntag, 25.10.2020 mit 5:0 gegen den TSV Rudow.

Der 12. Spieltag brachte folgende Ergebnisse:

Al-Dersimspor – 1.FC Wilmersdorf 3:1

Novi Pazar – Brandenburg 03 0:0

Berlin Türkspor – TuS Makkabi 1:2

Hilalspor5 1987 – Türkiyemspor 1:0

SD Croatia – Fortuna Biesdorf 2:2

SC Charlottenburg – E. Mahlsdorf 0:6

Sp. Lichtenberg – Berliner SC abgesagt

BSV Al-Dersimspor – SV Empor abgesagt

für den 13. Spieltag wurden bereits die Spiele:

Berliner SC – Berlin Türkspor 

Brandenburg 03 – Al-Dersimspor  

Fortuna Biesdorf – Füchse Berlin abgesagt.

Der TuS Makkabi gewann 2:1 bei Berlin Türkspor und kletterte auf Platz 3 der Tabelle. Als einzige Mannschaft der Berlin-Liga haben sie 12 Spiele ausgetragen. Die Tabelle hat so nur begrenzte Aussagekraft. Infolge von coronabedingten Spielabsagen konnte TuS Makkabi, jetzt 22 Punkte, mit Sparta Lichtenberg auf Platz 2 punktemäßig gleichziehen. Sparta hat allerdings 3 Spiele weniger ausgetragen

Im Keller der Tabelle verbuchten Biesdorf und Croatia je einen Zähler. Die Reihenfolge der Plätze 17 bis 20 änderte sich nicht, weil Brandenburg 03 eine Punkteteilung in Neukölln gelang. Was ist mit dem 1.FC Novi Pazar los? Mit 19 Punkte nach 11 Spielen rutscht der Verein entgegen den Erwartungen in der Tabelle weiter ab. Spitzenreiter Mahlsdorf hat nach nur 10 absolvierten Spielen bereits 28 Punkte.

Die Berlin-Liga darf bis Sonntag, 1. November 2020 wohl noch weiter spielen. Der Lockdown Beschluss der Bundesregierung lässt keinen Amateursport mehr zu. Im Dezember 2020 soll es vielleicht weitergehen,

Christian Zschiedrich

Regionalliga Nordost wird unterbrochen

In Anbetracht der ab 2. November in Kraft tretenden behördlichen Anordnungen und Maßnahmen aufgrund der Corona-Pandemie soll der Amateurspielbetrieb des NOFV ab 2. November unterbrochen werden. Die Spiele am kommenden Wochenende, vom 30. Oktober bis 01. November 2020, finden wie geplant statt. Dabei bestätigen Ausnahmen (einzelne Coronafälle etc.) die Regel.

Dies betrifft die Spielklassen Herren-Regionalliga, Herren Oberliga, Frauen-Regionalliga sowie die A-, B-, und C-Junioren Regionalliga. Der Nordostdeutsche Fußballverband folgt damit dem Rahmen der behördlichen Vorgaben.

Bezüglich der weiteren Vorgehensweise wird der Verband in der kommenden Woche per Videokonferenzen in den jeweiligen Spielklassen den Dialog mit den Vereinen suchen. (Pressemitteilung des NOFV)

Ergebnisse 12. Spieltag, Mittwoch, 28.10.2020:

Berliner AK – VSG Altglienicke 2:0

BFC Dynamo – Lichtenberg 47 3:0

1.FC Lok Leipzig – Meuselwitz 1:0

Babelsberg 03 – VfB Auerbach 3:0

Halberstadt – Chemie Leipzig 2:1

Bischofswerda – Chemnitz 0:3

Car Zeiss Jena – Energie Cottbus 1:2

Hertha BSC II – TeBe Berlin abges.

Union Fürstenwalde – Viktoria abges.

Der 13. Spieltag könnte noch ausgetragen werden. Allerdings wurden bereits 2 Spiele abgesagt: Viktoria 89 – 1.FC Lok Leipzig (aufgrund von COVID-19-Fällen bei Viktoria Berlin) und TeBe Berlin –Berliner AK 07 (aufgrund von COVID-19-Fällen bei TeBe). Aus diesem Grund mussten TeBe und Viktoria bereits ihre Spiele am 12. Spieltag absagen.

Wer hätte gedacht, dass BAK die VSG Altglienicke 2:0 im Poststadion schlägt. Das ist der Beweis dafür, dass die Athletiker wieder ordentlich in Schwung gekommen sind, sie kommen (jetzt 20 Punkte) bis auf einen Punkt an Altglienicke, jetzt 22 Punkte heran. Es muss erwähnt werden, dass Altglienicke 2 Spiele weniger ausgetragen hat.

Chemie Leipzig hat 21 Punte und Carl Zeiss Jena – nach schlechten Saisonstart – klettert in der Tabelle weiter nach oben und hat mit einem Spiel weniger, die selbe Punktezahl wie die Leipziger Chemie-Mannschaft.

Trotz des Spielausfalls in Fürstenwalde bleibt Viktoria weiter mit 33 Punkten souveräner Spitzenreiter der Liga. Chemie Leipzig unterlag 1:2 in Halberstadt und Jena gab zu Hause die Partie mit 1:2 die Punkte an Cottbus ab.

Schlusslicht Bischofswerda verlor daheim 0:3 gegen Chemnitz. Der Vorletzte Optik Rathenow klettert um einen Platz durch den Punkt 1:1 in Luckenwalde. Germania Halberstadt hat nun wie Meuselwitz 10 Punkte und überholte damit Tennis Borussia (9 Punkte). Der Berliner AK hat zu einer guten Form gefunden. Die Anhänger von Dynamo und Cottbus werden die Siege im Berlin-Derby und den Auswärtssieg von Energie Cottbus in Jena mit Freude zur Kenntnis genommen haben. Die Tabelle ergibt ein schräges Bild und sollte mit Vorsicht interpretiert werden.

Am kommenden 13. Spieltag sind folgende Paarungen geplant:

Lichtenberg 47 – Hertha BSC, Auerbach – U. Fürstenwalde, Altglienicke – Jena, Halberstadt – Babelsberg, Meuselwitz – BFC Dynamo, Chemie Leipzig – Chemnitz, E. Cottbus – Luckenwalde und Optik Rathenow – Bischofswerdaer FV.

Ob in den Regionalliga der Herren weiter gespielt werden kann, einige Mannschaften arbeiten unter Profibedingungen, muss der Veranstalter, der Nordostdeutsche Verband entscheiden. Nach der oben aufgeführten Pressemitteilung sieht es nach einer Unterbrechung der Saison aus.

Christian Zschiedrich