Union holt ungarischen Nationalspieler

Vor dem Bundesliga-Spiel in Gladbach haben die Eisernen noch eine Neuverpflichtung perfekt gemacht. Mit Andras Schäfer soll mehr Kreativität ins Mittelfeld kommen, sodass zukünftig mehr Ballbesitzfußball gespielt werden kann. In der laufenden Saison, bis zum 19. Spieltag, hatten die Wuhlheider durchschnittlich 42,9 % Ballbesitz. Einen positiven Wert von mehr als 50 % Ballbesitz hatte sie nur beim Auswärtsspiel in Fürth, es waren 62,8 %. Das Spiel ging verloren, ab der 56. Minute liefen sie erfolglos dem 0:1 Rückstand hinterher und bescherten so dem abgeschlagenen Tabellenletzten den ersten und bisher einzigen Saisonsieg. Eine Mannschaft, die fast ausschließlich auf Konter setzt, ist leichter auszurechnen. Diese Überlegung wird bei der Verpflichtung eine Rolle gespielt haben und außerdem, sollte sich der als sehr talentiert geltende Schäfer bei den Eisernen entsprechend entwickeln, könnte eine hübsche Ablöse winken.

In der offiziellen Pressemitteilung liest sich das Ganze so:

„Der 1. FC Union Berlin verstärkt sich im offensiven Mittelfeld und verpflichtet den 22-jährigen András Schäfer. Der ungarische “Spieler des Jahres 2021” schließt sich mit sofortiger Wirkung den Eisernen an.

Aus Szombathely stammend wechselte Schäfer im Alter von 15 Jahren zu MTK Budapest in die ungarische Hauptstadt und durchlief dort alle Nachwuchsmannschaften, ehe er 2019 nach Italien zu Genua CFC transferiert wurde. Von dort wurde der damalige U21-Nationalspieler immer wieder verliehen: Über Chievo Verona ging es in die erste slowakische Liga zu DAC Dunajska Streda. Zur vergangenen Saison verpflichteten die Slovaken den damals 21-Jährigen dann fest. Dort kam der Mittelfeldakteur seit 2020 in 61 Spielen zum Einsatz. Neben vier eigenen Toren steuerte er sieben Torvorlagen bei.

Nachdem Schäfer bereits in der ungarischen U18, U19 und U21 mehrfach zum Einsatz kam, gab er 2020 sein Debüt für die A-Nationalmannschaft seines Heimatlandes und erzielte in 15 Partien drei Tore. Bei der Fußball-Europameisterschaft im vergangenen Sommer bestritt er alle drei Gruppenspiele der Ungarn und traf gegen Deutschland zur zwischenzeitlichen 2:1-Führung seiner Mannschaft.

„In der Bundesliga und somit einer der Top-Ligen Europas zu spielen, ist etwas ganz Besonderes. Union hat in den letzten Jahren eine beeindruckende Entwicklung genommen und in der Bundesliga Spuren hinterlassen. Gemeinsam mit dem Verein möchte auch ich mich weiterentwickeln und hier Fuß fassen. Ich freue mich sehr auf die Mannschaft und die neue Aufgabe“, kommentierte András Schäfer seine Unterschrift bei den Eisernen.

„András haben wir bereits seit längerem genau verfolgt und uns gefällt seine Mentalität, seine Entwicklung und sein mutiges Spiel mit dem Ball. Er ist jung, ambitioniert und ein Spieler, der uns nun bereits ab sofort zur Verfügung steht“, äußerte sich Unions Geschäftsführer für Profifußball, Oliver Ruhnert, zum Transfer.“

Quelle: 1. FC Union Berlin/Katharina Brendel

Hans-Peter Becker

Cebrail Makreckis wechselt von Borussia Dortmund II zu Viktoria Berlin

Die Himmelblauen verpflichten in der Winter-Transferperiode mit Cebrail Makreckis einen weiteren Spieler. Der Mittelfeldspieler kommt von der U23 von Borussia Dortmund zu den Himmelblauen. 

„Ich freue mich sehr auf meine neue Herausforderung bei Viktoria Berlin und darüber, weiterhin in der 3. Liga an den Start zu gehen. Jeder im Klub macht einen sehr engagierten Eindruck. Hier passiert viel im Hintergrund und auch die Mannschaft ist hoch motiviert. Ich möchte in der restlichen Saison nun dabei helfen, dass wir möglichst weit oben mitspielen, will viele Scorerpunkte sammeln und meinen Beitrag dazu leisten, dass wir die Saison erfolgreich abschließen“, sagt Cebrail Makreckis über seinen Wechsel zu Viktoria Berlin.

„Cebo ist jung, hat eine gute Ausbildung genossen und verfügt über Drittliga-Erfahrung aus der Hinserie. Bei Borussia Dortmund hat er auf einem sehr guten Level trainiert“, sagt Chefcoach Benedetto Muzzicato über den Mittelfeldspieler und erklärt: „Für uns ist Cebo ein sehr flexibler Spieler, den ich gerne im zentralen Mittelfeld sehen möchte, auch wenn er bei Dortmund aufgrund seiner Dynamik und Schnelligkeit auf den Außenbahnen eingesetzt wurde. Ich mag es aber auch, dynamische Spieler in der Mitte zu haben und Cebo hat bewiesen, dass er technisch gut ist, in Drucksituationen effektiv Lösungen finden kann und einen guten Abschluss hat. Er wird uns sicherlich bereichern, wenn es uns gelingt, sein Potenzial auszuschöpfen.“

„Ich freue mich, dass wir gemeinsam mit den Verantwortlichen von Borussia Dortmund II diese Einigung finden konnten. Cebo ist ein Spieler, der aufgrund seiner Mentalität einen hohen Mehrwert in unser Team bringt. Wenn man bedenkt, dass er in seinen Kurzeinsätzen ein Tor und einen Assist gemacht hat, ist das schon einmal ordentlich. Wir wissen aber auch, dass noch mehr in ihm steckt“, sagt Sportdirektor Rocco Teichmann.

Cebrail Makreckis wurde in der Jugend bei Bayer Leverkusen ausgebildet. Nach einer Leih-Saison bei Bergisch Gladbach 09 spielte er noch eine Saison in der U19 von Bayer Leverkusen, ehe er im Juli 2020 zum Bonner SC wechselte. Vom Bonner SC ging es für Makreckis dann zur U23 von Borussia Dortmund, wo er in der Hinrunde der Saison 2021/22 auf 15 Einsätze kam.

Quelle: FC Viktoria Berlin/Vera Krings

Fotocredit:© Viktoria Berlin

Erneuter Derbysieg – Union schmeißt Hertha aus dem Pokal

Die Eisernen erwischten einen Auftakt nach Maß. Vom Anpfiff weg standen die Köpenicker der „Alten Dame“ auf den Füßen. So macht man einen verunsicherten Gegner noch unsicherer. In der 11. Minute flankte Kruse auf Voglsammer, alles andre als genau und mit einer artistischen Einlage, einem Seitfallzieher, erwischte er den Ball gerade so, da schlug es ein. Hertha brauchte eine Weile, um den Treffer zu verdauen. Die erste Torannäherung konnte erst in der 31. Minute notiert werden.

Zumindest versuchten es die Gastgeber im Olympiastadion sich in die Partie zu kämpfen. Es gelang wenig. Union konnte abwarten und verteidigte sehr effizient. Tayfun Korkut nahm bereits zur Halbzeitpause zwei Wechsel vor, das ist nie ein gutes Zeichen. In der Abwehr musste Klünter für Pekarik weichen und im Angriff Maolida für Richter. Hertha kam etwas besser in das Spiel. Kassierte aber in der 50. Minute erneut eine kalte Dusche, als Stark bei einem Rettungsversuch ein Eigentor fabrizierte.

Ein Hoffnungsschimmer tat sich auf, als Sredar mit einer schönen Einzelleistung auf 1:2 verkürzte. Postwendend stellten die Eisernen den alten Abstand wieder her. Einen Freistoß, getreten von Oczipka, spitzelte Knoche ins Tor. Die Hertha-Abwehr sah da ganz alt aus. Das Bemühen bei der Hertha war erkennbar, doch es reichte nicht, um die Eisernen irgendwie zu knacken. Der Anschlusstreffer zum 2:3 fiel in der Nachspiel, da war die Messe bereits gesungen.

Es bleibt alles beim alten, Union zieht souverän seine Kreise und Hertha ist weiter auf der Suche nach Beständigkeit. Das wird eine schwere Rückrunde, mehr als der Klassenerhalt ist wohl nicht drin. Hertha, das machte auch dieses Spiel deutlich, fehlte es erneut an Struktur und Stabilität. Die Eisernen hatten eine Spielidee, hinzu kam die Stabilität und Struktur, die bei Hertha fehlte. In der Bundesligatabelle liegen aktuell neun Punkte zwischen beiden Mannschaften und genau das spiegelte sich der Begegnung wider. Union dominierte nicht auf dem Platz, sie funktionierten einfach besser. Neuzugang Dominique Heintz vom SC Freiburg funktionierte, als würde er schon einige Jahre bei den Eisernen spielen.

Verdient ziehen die Köpenicker in das Viertelfinale ein und haben weiter die Chancen auf das Finale in der Heimstätte von Hertha BSC. Vier Zweit- und vier Bundesligisten sind noch im Lostopf. Die großen Favoriten sind raus, in dieser Runde erwischte Dortmund und Gladbach.

In der Bundesliga haben beide jetzt schwere Aufgaben vor der Brust. Union reist nach Gladbach, dort kriselt es ähnlich wie bei der Hertha. Zum Abschluss des Spieltages kommt der FC Bayern ins Olympiastadion. Na das kann ja was werden!

Hans-Peter Becker

Von Königsblau zu Himmelblau – Brooklyn Ezeh wechselt zur Viktoria

Berlins Drittligist hat auf dem Transfermarkt zugeschlagen. Bisher konnten lediglich Abgänge vermeldet werden.

Der 20-jährige Brooklyn Ezeh wechselt vom Regionalligisten Schalke 04 II zu Viktoria Berlin. Bei den Himmelblauen soll der linke Verteidiger die Mannschaft des Drittligisten auf seiner Position verstärken. Am Montag, dem 17. Januar 2022 startete Brooklyn Ezeh bereits mit den Himmelblauen ins Training.

„Ich habe mich für Viktoria Berlin entschieden, da es ein toller Verein ist, um sich weiterzuentwickeln. Ich habe den Eindruck, dass Viktoria Berlin ein Klub ist, der viele Ambitionen hat, auch wenn er noch nicht lange in der 3. Liga spielt. Man erkennt die Ambitionen, den Klub aufzubauen, erfolgreich zu sein und vielleicht auch einmal höher zu spielen. Ich möchte allen zeigen, was ich drauf habe, so viele Spiele wie möglich machen und mit der Mannschaft möglichst viele Erfolge einfahren“, sagt der Hamburger über seinen neuen Klub und seine Ziele bei Viktoria Berlin.

Für Cheftrainer Benedetto Muzzicato ist der Transfer von Brooklyn Ezeh ein Gewinn für alle Beteiligten: „Brooklyn stand bereits einmal bei mir im Fokus, hat sich damals aber für die Aussicht entschieden, bei den Profis von Schalke mitzutrainieren. Er ist ein sehr interessanter Junge mit einer starken Physis, viel Tempo und einem starken linken Fuß. Mit ihm gewinnen wir einen Spieler, der gefährliche Standards schlagen kann. In den Gesprächen konnte man spüren, dass er sich verbessern will, hungrig ist und dass er ein Spieler ist, den man eher bremsen als motivieren muss. Es gilt nun, ihm zeitnah unsere Spielidee näherzubringen, ihm aber auch Zeit zu geben, diese zu verinnerlichen. Ich freue mich, dass wir ihn sportlich inspirieren konnten und er sich für uns und den Schritt in die 3. Liga entschieden hat.“

„Brooklyn ist ein hochtalentierter Junge mit sehr viel Potential. Er bringt viel Energie mit und entspricht genau dem Profil, das wir gesucht haben, um auf seiner Position für uns Mehrwerte zu schaffen. Brooklyn soll auf der linken Seite einen gewissen Konkurrenzkampf aufleben lassen, der dazu dient, dass man sich in der Leistungsfähigkeit steigert“, sagt Sportdirektor Rocco Teichmann über den Neuzugang.

Der gebürtige Hamburger Brooklyn Ezeh wurde beim Hamburger SV ausgebildet. Er wechselte im Juli 2020 dann zu den Königsblauen. In der U23 von Schalke 04, die in der Regionalliga West spielt, kam Ezeh seitdem auf insgesamt 42 Einsätze.

Quelle: FFC Viktoria Berlin/Vera Krings

Pressefoto: © Viktoria Berlin

Offensivspieler Tolcay Ciğerci verlässt Viktoria Berlin Richtung Türkei

Tolcay Ciğerci im Spiel gegen den 1. FC Kaiserlautern © Foto: Viktoria Berlin

Tolcay Ciğerci, der bei den Himmelblauen von seinen Offensivqualitäten zu überzeugen wusste, wechselt gegen Ablöse zum türkischen Zweitligisten Samsunspor. Dort erhält er einen Vertrag bis 2023.

„Nach intensiven Gesprächen haben wir Tollis Wunsch nach einem Wechsel in die Türkei zugestimmt. Wenn zudem bestimmte wirtschaftliche Angebote gemacht werden, die wir als aufstrebender Drittligist nicht ablehnen können, stehen wir einem Transfer auch nicht im Wege“, sagt Rocco Teichmann, Sportdirektor von Viktoria Berlin und erklärt: „Wir verstehen uns als Verein, der Spieler ausbildet, besser macht und ihnen den Weg in höhere Ligen ebnet, sei es in Deutschland oder im Ausland. Das ist Teil unserer Vereinsphilosophie. Tolli ist sehr talentiert und technisch versiert. Er hat uns mit seiner hohen offensiven Qualität bereichert. Wir freuen uns, dass er die Chance bekommt, sich in der zweiten Liga in der Türkei unter Beweis zu stellen und wünschen ihm viel Erfolg bei Samsunspor.“

Tolcay Ciğerci betont: „Ich hatte eine sehr gute Zeit bei Viktoria Berlin und habe mich hier sehr wohlgefühlt, was sicherlich auch anhand meiner Leistungen zu erkennen war. Der Ehrgeiz und die Visionen des Klubs sind beeindruckend. Nichtsdestotrotz geht für mich mit dem Wechsel in die Türkei ein langgehegter Traum in Erfüllung und ich freue mich sehr auf diese neue Herausforderung. Ich danke den Verantwortlichen von Viktoria Berlin für das Vertrauen der vergangenen Monate und wünsche dem Klub, dass er sich im Profifußball etabliert.“

Der 26-jährige Ciğerci kam im Sommer 2021 zu Viktoria Berlin. Er absolvierte insgesamt 14 Spiele für den Klub in der 3. Liga, ist mit sieben Toren und sieben Vorlagen Topscorer der Himmelblauen. Der derzeit achtplatzierte Klub Samsunspor ist die erste Station für Ciğerci in der Türkei. In Deutschland wurde er beim VfB Peine und VfL Wolfsburg ausgebildet. Anschließende Stationen waren der HSV, die SpVgg Greuther Fürth, der Berliner AK, die VSG Altglienicke und schließlich Viktoria Berlin.

Quelle: Viktoria Berlin/Vera Krings

© Foto: Viktoria Berlin

Marvin Friedrich verlässt die Eisernen und Tymoteusz Puchacz geht in die Türkei

Mit sofortiger Wirkung wechselt Marvin Friedrich zu Borussia Mönchengladbach. Der 1,93 m große Abwehrrecke kam zur Winterpause der Saison 2018/19 zu den Eisernen. Stieg mit dem Team 2019 in die Bundesliga auf und entwickelte zu einem der besten Innenverteidiger. Insgesamt spielte er 141 Mal für die Wuhlheider. Ausgebildet wurde der Kassel geborene Friederich in der Knappenschmiede beim FC Schalke 04. Hier unterschrieb er auch seinen ersten Profivertrag. Eine weitere Station war der FC Augsburg.

„Der Weggang von Marvin Friedrich ist sportlich und menschlich natürlich ein großer Verlust, dennoch war es Marvins Wunsch, diesen Schritt jetzt gehen zu können. Nach seiner herausragenden sportlichen Entwicklung in den letzten Jahren, verbunden unter anderem mit unserem Aufstieg in die Bundesliga, dem Klassenerhalt und dem Erreichen der Conference League, ist es für ihn und für uns nun Zeit, einen neuen Weg einzuschlagen. Wir fühlen uns mit unserer Mannschaft dafür gerüstet, wünschen Marvin für seinen weiteren Weg alles Gute und danken ihm für eine großartige gemeinsame Zeit“, kommentierte Oliver Ruhnert, Geschäftsführer Profifußball beim 1. FC Union Berlin, den Wechsel.

Unions Linksverteidiger Tymoteusz Puchacz wechselt per Leihvertrag für ein halbes Jahr zum türkischen Erstligisten Trabzonspor. Das Team von Trainer Abdullah Avci steht aktuell mit sieben Punkten Vorsprung auf dem ersten Tabellenplatz der Süper Lig.

In seiner ersten Saison bei den Eisernen stand Puchacz bisher sieben Mal auf dem Rasen und konnte sowohl in den UECL-Play Offs als auch in der anschließenden Gruppenphase jeweils einen Assist verbuchen. Durch seine Flanke auf Taiwo Awoniyi in der 7. Minute des Play Off-Hinspiels gegen Kuopion PS stellte er die Weichen für ein souveränes 4:0 im finnischen Helsinki.

Oliver Ruhnert, Geschäftsführer Profifußball beim 1. FC Union Berlin, ist von Puchacz‘ Potenzial überzeugt: „Wir sind mit Tymoteusz‘ Einstellung sehr zufrieden. Mit der Leihe wollen wir ihm die Möglichkeit geben, in dem halben Jahr Spielzeit zu bekommen, die wir ihm hier aktuell nicht garantieren können. Wir erachten Trabzonspor als sehr guten Leihpartner, da sie eine hohe Qualität im Kader haben und eine sehr gute Saison spielen. Mehr Spielpraxis wird ihm bei seiner Entwicklung ganz sicher helfen bevor er ab dem 01. Juli zu uns zurückkehren wird.“

Quelle: 1.FC Union Berlin/Katharina Brendel

Hans-Peter Becker

Weitere Coronafälle im Drittliga-Kader der Himmelblauen

Am kommenden Wochenende, 14. -17. Januar, startet die 3. Liga in das neue Fußballjahr. Der FC Viktoria 89 Berlin empfängt am Sonntag, 16. Januar im Jahnsportpark Eintracht Braunschweig. Allerdings, bange Blicke richten sich aktuell auf die Testergebnisse.

„Mittlerweile wurden sieben Spieler per PCR-Test positiv auf das Coronavirus getestet. Alle Spieler haben sich umgehend in häusliche Quarantäne begeben. Das geplante Testspiel gegen Tennis Borussia am Mittwoch, dem 12. Januar 2022, wurde abgesagt.

Peer Jaekel, Geschäftsführer der Himmelblauen, erklärt: „Wir stehen sowohl mit dem DFB, als auch mit dem Gesundheitsamt und den Ärzten im engen Austausch. Für uns gilt es nun, bei allem sportlichen Wettbewerb, verantwortungsvoll mit der Situation umzugehen. Wir hoffen, dass es in den kommenden Tagen keine weiteren positiven Fälle gibt, werden weiterhin engmaschig testen.“

Stand heute verzeichnet Viktoria Berlin eine hundertprozentige Impfquote. Die infizierten Spieler sind überwiegend symptomfrei und werden von Vereinsseite eng betreut. Das für Dienstag, 11. Jan. geplante Training wurde ebenfalls abgesagt.

Quelle: FC Viktoria Berlin

Hertha lehrt Dortmund das Fürchten

Nach dem 0:4 gegen Mainz 05 und der schwankenden Leistungen wegen, gaben viele Berliner keinen Pfifferling mehr auf Hertha BSC gegen Borussia Dortmund. Bielefeld hatte tags zuvor in Leipzig 2:0 gewonnen und damit Hertha in der Tabelle überholt. Sogar eingefleischte Herthaner rechneten: Wenn Hertha bei 18 Punkten nach der Hinrunde bleibt und genauso viele in der Rückrunde holt, dann käme Hertha am Ende auf 36 Punkte. Damit sind aber schon viele Vereine abgestiegen. Um sicher zu gehen, benötigt man zum Klassenerhalt erfahrungsgemäß 40 Punkte. Entsprechend dieser Hochrechnung hätte Hertha schließlich 42 Punkte und bliebe in der Bundesliga. Dem Geld und der eigenen Ansprüche nach keinesfalls das Gelbe vom Ei, aber immerhin…

Kommentar Chefredakteur Christian Zschiedrich Foto: © Sportick

Der 17. Spieltag bescherte den Berliner Clubs, wer hätte das gedacht, sechs Punkte. Der 1. FC Union gewann auswärts in Bochum, keineswegs etwa einfach, 1:0 und sicherte sich mit den letzten drei gleich 27 Punkte, Hertha BSC kommt auf 21 Punkte und damit auf Tabellenplatz 11. Union muss zum Rückrundenauftakt nach Leverkusen und Hertha hat am Sonntag, 09. Januar 2022 gleich wieder ein Heimspiel, empfängt um 15.30 Uhr den 1. FC Köln. Die Kölner müssen sich warm anziehen, wenn Hertha mit der Einstellung über 90 Minuten und Nachspielzeit wie gegen Dortmund spielt. Aber Moment mal, die Kölner können doch auch leidenschaftlich kämpfen. Weshalb jedoch wurde der 3:2-Sieg der alten Dame über Dortmund überhaupt möglich? Trotz des Pausen-Rückstandes und obwohl  Hertha-Trainer Tayfun Korkut nach der Blamage in Mainz einige Ausfälle ausgerechnet gegen die Borussen zu verkraften hatte.    

Jeder der Zuschauer sah von der ersten Minute an, wie sich Hertha gegen die Umstände und einer im Grunde überlegenen Mannschaft stemmte. Mit solch einer Körpersprache war Hertha bisher nicht aufgelaufen. Geradezu bissig und aggressiv wurde um jeden Ball und jeden Zentimeter Boden gekämpft. Zweikämpfe wurden nicht nur angenommen, sondern sogar gesucht – mit großem  Durchsetzungsvermögen und starkem Willen in den Duellen. Natürlich liefen die Herthaner gegen Ende auf dem Zahnfleisch. Doch die Willenskraft  erlahmte nicht. Welch großartiges Laufvermögen. Da war doch tatsächlich einer für den anderen Mitspieler da und in der Regel Sekunden vor den Dortmundern am Ball. Lobenswert wie die Lücken geschlossen und wie zielstrebig Konter gefahren wurden. Der Ball wurde nie aus den Augen gelassen und der Gegner auch nicht. Keiner verkroch sich. Der Ball wurde sogar leidenschaftlich gefordert. Imponierend das Nachsetzen und Abwehrverhalten der Stürmer. Na bitte, Hertha kann’s doch!  Ab jetzt weiß Hertha, was Geschlossenheit im Mannschaftsspiel  bedeutet. Arme Kölner!

Christian Zschiedrich

Hertha gewinnt, Union ermöglicht einen historischen Sieg und Viktoria schwächelt

Am Samstag, 11. Dezember, zur regulären Anstoßzeit empfing Hertha Arminia Bielefeld zum Kellerduell. So trostlos wie die Szenerie im Olympiastadion, nur 5.000 durften rein, war auch die Darbietung der beiden Bundesligisten. Es war nicht vergnügungssteuerpflichtig. Es setzte sich die talentierte Mannschaft durch oder manchmal schießt Geld eben doch Tore. Der Kicker titelte „Ohne Glanz, aber hochverdient“, es wurden drei wichtige Punkte. Die Abstiegszone ist nicht näher gerückt. Bis Weihnachten warten noch zwei harte Nüsse im Rahmen einer englischen Woche, erst auswärts in Mainz und anschließend Borussia Dortmund. Irgendwie durchkommen heißt die Devise.

Einen Tag später musste Drittligist Viktoria im Emsland-Stadion (seit 2014 Hänsch-Arena) beim SV Meppen antreten. Der Abwärtstrend konnte leider nicht gestoppt werden. Es begann zudem unglücklich für die Himmelblauen. In der 15. Spielminute sah Abwehrspieler Lukas Pinckert gelb-rot. Das machte die Aufgabe gegen die bestens aufgelegten Emsländer unlösbar. Der SV Meppen war in der vergangenen Saison sportlich abgestiegen, blieb nur drin, weil der KFC Uerdingen sich zurückzog, jetzt sorgen sie für Fuore und liefern die beste Hinrunde als Drittligist ab. Viktoria unterlag mit 0:3 und es hätte durchaus schlimmer kommen können. Der junge Torwart Julian Krahl verhinderte schlimmeres. Es war der letzte Spieltag der Hinrunde in Liga 3. Insgesamt sieht die Bilanz für den Liganeuling aus Berlin trotzdem nicht so schlecht aus. Es sind 6 Siege, 5 Unentschieden und 8 Niederlagen zu bilanzieren. Tabellenplatz 12 und 23 Punkte nach der Hinrunde, vor der Saison hätten sie das sofort unterschrieben, man sollte nicht vergessen, wo die Mannschaft herkommt. Die Rückrunde beginnt allerdings bereits am 4. Advent. Bevor die kurzen Weihnachtsferien beginnen, reisen die Viktorianer nach Köln zum Namensvetter in den Sportpark Höhenberg auf der rechten Rheinseite. Das Hinspiel, ihre Drittliga-Premiere, konnte Viktoria im Sommer mit 2:1 siegreich gestalten.

Eine Auswärtsniederlage holte sich ebenso der 1. FC Union ab. Für den Gegner Greuther Fürth war es ein historischer Sieg, der erste seit dem Aufstieg und zudem im umgebauten Ronhof-Sportpark. Zuschauer gab es keine, in Bayern wurden wieder Geisterspiele angeordnet. Die Eisernen wirkten kraftlos. Es war eines der wenigen Spiele bisher, wo sie weniger liefen als der Gegner. Was bedeuten schon 63 % Ballbesitz, wenn das Tor nicht getroffen wird und nicht einmal die bessere Zweikampfquote hilft. Sie ließen nur 3 Eckbälle der Fürther zu. Einer davon brachte den historischen Sieg für die Kleeblätter. Im Anschluss an einen Eckball war es der Norweger Havard Nielsen der den Ball in die Maschen drückte. Hatte er sich vorher gegen seinen Gegenspieler Kevin Behrens mit unerlaubten Mitteln Platz verschafft? Der Schiedsrichter ließ es durchgehen. Nach mehrmaliger Ansicht der Zeitlupe, es war eine fiffty-fiffty Entscheidung. Für Urs Fischer war es eine Fehlentscheidung, sein Kapitän in Fürth, Grischa Prömel, selbst kein Kind von Traurigkeit, sah das entspannter: „Das muss man nicht pfeiffen.“ Insgesamt taten sich die Eisernen schwer, gegen sehr tief stehende und aufopferungsvoll verteidigende Fürther das Spiel zu machen. So wurde es die vierte Saisonniederlage für den 1. FC Union.

Hans-Peter Becker

Hertha BSC: Der vorweihnachtliche Schuss kann auch nach hinten losgehen

In Fredi Bobic habe ich großes Vertrauen. Empfand es auch als angenehm, wie er sich bei Verbal-Angriffen vor Trainer Pal Dardai stellte. Dennoch kann meiner Meinung nach die Entlassung des verdienstvollen Coaches und die Neuverpflichtung von Taifun Korkut nach hinten losgehen. Dann brennt aber die Hütte gewaltiger denn je. Ein Grund, einmal das Für und Wider etwas näher zu beleuchten.

Wie Pal Dardai hat auch Taifun Korkut bewiesen, eine Mannschaft vor dem Abstieg retten zu können. Zwar nicht ganz so oft wie Dardai und nicht so kontinuierlich. Tayfun und Fredi kennen sich aus gemeinsamen Zeiten in Stuttgart. Fredi Bobic ist als von Korkut überzeugt, dass er eine Mannschaft führen kann. Diesbezüglich hat Pal Dardai aber auch seine Visitenkarte in Berlin abgegeben. Beim Retter Dardai kommt hinzu, Nachwuchsspieler ins Profi-Geschäft führen zu können.

Nach Lage der Dinge konnte Dardai immer wieder nur reagieren und selbst wenig agieren. Der Vorwurf, dass es in der Entwicklung der Mannschaft nicht weiter voranging, hat für fast jeden erkennbar andere Gründe.

Ich fand übrigens auch Bruno Labbadia recht zukunftsträchtig. Die vielen Trainer in kurzer Zeit sprechen nicht für Hertha. Vielleicht fühlen sich die Bosse in Sachen Dardai sicher, dass er ja sofort wieder in der Bundesliga tätig werden könnte, wenn es mit dem Neuen nicht klappt. Gentleman Dardai hatte sogar mehrere Angebote anderer Bundesligavereine bisher immer abgelehnt. Bei aller Verbundenheit zu Hertha, es könnte ja auch einmal anders laufen – nach dem Motto: Jetzt habe ich die Schnauze voll! Ich lasse mich doch nicht immer wieder demütigen.

Lieber Pal, wenn du nach außen lächelst und sagst, dann gehe ich zu meiner Jugend zurück, könnte es im Innern ganz anders aussehen. Nicht einmal, weil es zwischen einem Jugend-Trainer-Gehalt und dem in der Bundesliga einen großen Unterschied gibt, sondern weil in der Seele etwas einfach wehtun muss, wenn man ein Scheitern begründet, er konnte der Mannschaft keine Impulse in Richtung Zukunft mehr geben. Welch großartiges Zeugnis ist das? Geht’s überhaupt schlimmer?

Nun, die Zeit von Korkut in Stuttgart war nicht von Dauer- sogar wesentlich kürzer. Jetzt steht er vom ersten Tag an unter enormen Druck. Es helfen nur Ergebnisse. Natürlich drücke ich ihm die Daumen. Unvorstellbar, für die Zukunft von Hertha, wenn das schiefgeht. Zum Glück hat Hertha das Geld von Investor Lars Windhorst (374 Mill.) bereits vereinnahmt. Die Nachricht vom Termin, 14.12., über die Insolvenz-Entscheidung seiner Tennor Holding B.V. (Aktenzeichen 34355195) passt zu den aktuellen Problemen der aktuellen Nummer Zwei in Berlin. Da kann es ein Hauen und Stechen geben.

Christian Zschiedrich