Hertha BSC in Quarantäne – zunächst drei Spiele abgesetzt

Ein weiterer positiver Test auf das Corona-Virus zwingt die Lizenzspielermannschaft und den Trainerstab von Hertha BSC mit sofortiger Wirkung in eine 14-tägige häusliche Quarantäne.

Die heutige (15.04.2021) PCR-Testung wies bei Marvin Plattenhardt einen positiven Befund auf. Er ist symptomfrei und wurde umgehend von der Gruppe separiert.

Nachdem aufgrund der positiven Testungen bei Cheftrainer Pál Dárdai, Co-Trainer Admir Hamzagic und Spieler Dodi Lukebakio eine heutige (15.04.2021) beginnende 14-tägige Isolation der Mannschaft, des Trainerstabes und enger Mitarbeiter um die Mannschaft vereinbart war, sah sich das für Hertha BSC zuständige Gesundheitsamt Charlottenburg-Wilmersdorf nach diesem weiteren positiven Befund nun zu dieser verschärften Maßnahme gezwungen.

Daraus resultiert, dass Hertha BSC bei der DFL die Absetzung der Spiele beim FSV Mainz 05, gegen den SC Freiburg und beim FC Schalke 04 beantragen musste.

Arne Friedrich: „Wir hatten nach Rücksprache mit unserem Hygienebeauftragen bereits in der letzten Länderspielpause die Hygienemaßnahmen nochmal verschärft und damit auch die Hoffnung, dass der positive Corona-Test von Rune Jarstein ein Einzelfall bleibt. Leider hat sich das nicht bestätigt. Aufgrund der aufgetretenen Fälle sind wir nun zu einer 14-tägigen häuslichen Quarantäne gezwungen. Das ist aus gesundheitlicher Sicht der absolut richtige Schritt. Aus sportlicher Sicht trifft uns das natürlich, denn wir haben nun im Kampf, um den Klassenerhalt im Mai sechs Bundesligaspiele bis zum Saisonende am 22. Mai 2021 zu absolvieren. Die Mannschaft wird sich während der häuslichen Quarantäne unter Anleitung des Trainerteams mit virtuellen Trainingseinheiten fit halten. Wir nehmen die Situation trotz der schwierigen Umstände an und werden alles in unserer Macht Stehende für ein erfolgreiches Saisonfinale in die Waagschale werfen.“

Quelle: Hertha BSC

Weitere Corona-Fälle bei Hertha BSC – Trainings- und Spielbetrieb geht weiter

Das liest man gar nicht gerne, Hertha BSC verbreitete am 15.04.2021 folgende Pressemitteilung:

In der Lizenzspielermannschaft und dem Trainerteam von Hertha BSC sind drei weitere Personen positiv auf das Corona-Virus getestet worden.

Die Personen wurden umgehend separiert und befinden sich in häuslicher Quarantäne. Alle sind symptomfrei. Es handelt sich um Cheftrainer Pál Dárdai, Co-Trainer Admir Hamzagic und Spieler Dodi Lukebakio.

Da Co-Trainer Andreas Neuendorf als Kontaktperson 1.Grades gilt, befindet auch er sich in häuslicher Quarantäne. Auch er ist symptomfrei.

Die Mannschaft wird übergangsweise von Sportdirektor Arne Friedrich betreut, der im Besitz einer Trainer-A-Lizenz des DFB ist.

Nach unmittelbarer Rücksprache mit dem Gesundheitsamt Charlottenburg-Wilmersdorf begeben sich Mannschaft, Trainerteam und enge Mitarbeiter um die Mannschaft ab heute (15.05.21) in eine behördlich angeordnete Isolation. Alle beteiligten Personen werden zunächst bis zum 28.04.21 ein gemeinsames Quartier beziehen, welches lediglich zu den Trainingseinheiten und den Spielen verlassen wird. Der Trainings- und Spielbetrieb kann somit weiterlaufen.

Arne Friedrich, Sportdirektor Hertha BSC: „Wir hatten nach Rücksprache mit unserem Hygienebeauftragen in der zurückliegenden Länderspielpause die Hygienemaßnahmen bereits nochmal verschärft, haben beispielsweise tägliche Schnelltests umgesetzt, bevor sie zur Pflicht im DFL Hygienekonzept wurden. Jetzt sind wir aufgrund der aufgetretenen Fälle zu dieser Isolations-Maßnahme gezwungen. Mit maximalen Kontaktbeschränkungen und täglichen PCR-Testungen werden wir größtmögliche Sicherheit schaffen. Wir werden diese herausfordernde Situation als Team annehmen und gemeinsam alles dafür tun, die nächsten Spiele erfolgreich zu bestreiten.“

Quelle: Hertha BSC/Presse

Bobic und Hütter weg – ist denn Gladbach beliebter und „beleibter“ als Frankfurt?

Dass Sportdirektor Fredi Bobic nach erfolgreichem Managen wegwill, das war angekündigt und hat bestimmt andere Gründe, als jetzt bei Trainer Adi Hütter. Für Bobic ist jetzt der Weg frei. Ab 1. Juni wird Bobic neuer Geschäftsführer bei Hertha BSC. So die Bekanntgabe nach einem Präsidiums-Beschluss. Über die Vertragsdauer machte der Club zunächst keine Angaben. Bobic, Europameister von 1996, steht bei Eintracht Frankfurt noch bis zum 1. Juni 2021 unter Vertrag. Er soll die Alte Dame wieder in erfolgreichere Zeiten führen. Fredi Bobic: „Ich freue mich, ab Sommer wieder Teil der Hertha-Familie zu sein. Nach meiner Entscheidung, eine neue Herausforderung zu suchen, gab es offene und überzeugende Gespräche, insbesondere mit dem Präsidenten Werner Gegenbauer.“

Hütter geht zum Bundesliga-Rivalen Borussia Mönchengladbach, vertraglich bis 2024. Da muss in Frankfurt nicht unbedingt die Talfahrt wie bei den Borussen, noch mit Trainer Marco Rose, einsetzen. Doch die Entscheidung von Hütter verwundert, weil Frankfurt ja vor einer möglichen Champions League-Premiere steht. Welch historische Chance und Hütter ist der Coach der Saison. Ein guter Trainer ist eben viel wert – Beispiel das Glück von Hertha BSC mit Bruno Labbadia.  

Täuschte etwa der Eindruck, dass sich Adi Hütter in Frankfurt wohlfühlte? Frankfurt bietet ja als Sportstadt eine ganze Menge. Ansässig ist der DFB mit seiner Zentrale. Es wird wieder einmal das Geld sein. Selbst die üppige Summe, die die Hessen für den eigentlich bis  2023 gebundenen Cheftrainer bekommen (kolportierte 7,5 Millionen), spricht Bände und nicht unbedingt für die Branche Fußball, in der auch für Trainer Millionen-Gehälter bezahlt werden. Ist Gladbach denn wirklich so gut „besattelt“?

Christian Zschiedrich kommentiert © Foto Sportick

In Frankfurt geht zudem Sportdirektor Bruno Hübner. Das ist die komplette Führungsriege. Ralf Rangnick (62) sagte auf Schalke wohlbegründet ab, liebäugelt jetzt nur, wenige Stunden nach der Abgangs-Verkündung von Hütter, mit Frankfurt. Wortbruch wird Hütter vorgeworfen. Da platzt wahrscheinlich die nächste Bombe. Nur mit wem redet Rangnick? Philip Holster ist Aufsichtsrat-Vorsitzender in Frankfurt und Ralf Rangnick ohne Verein. Im September 2018 wurde er Leipzig-Trainer und ab 2019 war er „Head of Sport and Development Soccer“. Der Plan in Frankfurt, Rangnick soll Trainer und Sportdirektor in Personalunion werden. Nicht nur der Spielermarkt ist in Bewegung. Schau’n war mal…

Christian Zschiedrich

Viel Kampf und Krampf beim Hauptstadtderby und Feuer auf dem Dach

Mal abgesehen von der Anfangsphase, war das Spiel für die Zuschauer eine Zumutung, einfach nur schlecht. Spielten da hoch bezahlte Profis? Es wirkte streckenweise wie die Aufzeichnung eines Spiels der Berlin-Liga, mit der Abspielgeschwindigkeit von 110 %. Weder Pal Dardai noch Oliver Ruhnert redeten irgendwas schön. „Wir sind noch 14 Punkte vor Hertha. Wir sind nicht unzufriedener, als es sicher der Gegner ist.“ Richtig, Hertha enttäuschte mehr: „Ich habe meine Mannschaft nicht wieder erkannt. Wir haben nicht nach vorn verteidigt, waren nicht dynamisch. Wir müssen froh sein, nicht verloren zu haben. Wir müssen reden, wie so etwas sein kann.“

Wieder spielte der bei Hertha BSC ausgebildete Robert Andrich eine Rolle. Geht es gegen seinen Ausbildungsverein, hat er noch ein zusätzliches Messer zwischen den Zähnen. Seine Werte in diesem Spiel können sich sehen lassen. Er hatte 91 Ballkontakte, spielte 74 Pässe, wovon 64 ankamen und er traf in der 10. Minute passend zum Wochentag ins Tor. Die Gäste aus Charlottenburg, immerhin, fighteten zurück. Die Belohnung erfolgte in der 35. Minute, ein berechtigter, wenn auch kurioser Foulelfmeter, den Marvin Friedrich an Matteo Guendouzi verursacht hatte, verwandelte Dodi Lukebakio sicher. Das war es denn mit Fußball. Schlussendlich wurden die Punkte geteilt.

Foto: © Hans-Peter Becker

Für zusätzliche Schlagzeilen sorgten einige Fans, die sich vor dem Stadion versammelt hatten. Sie feuerten eine ganze Batterie Pyrotechnik in Richtung des Stadiondachs und dabei wurde eine Imbissbude in Brand. Wie dämlich ist das denn, es könnte ein teures Nachspiel haben. Zumal, wie die Bild berichtet, das Feuerwerk auf dem Dach des Stadions platziert war und per Fernzünder gestartet wurde. Es wird wohl ein Geheimnis der Verursacher bleiben und zeugt von eher geringer Intelligenz, die Gefahr heraufzubeschwören, das eigene Stadion abzufackeln. Das braucht nun wirklich keiner.

Der beste Mann des Spiels war Schiedsrichter Sascha Stegemann, der bei allen Zweikampfbewertungen richtig lag und sich bemühte, das Spiel nicht zu verpfeifen. Dass nach der Halbzeitpause der Spielfluss mehr und mehr versiegte, konnte er natürlich nicht beeinflussen.

Bleibt als Fazit, die Eisernen setzen ihre erfolgreiche Saison fort, haben weiter die Chance, in der kommenden Saison international zu spielen und Hertha? Die „Alte Dame“ hat bisher nur eine Menge Geld versengt und muss weiter um den Klassenerhalt bangen. Der nächste Gegner im Olympiastadion ist Borussia Mönchengladbach. Die Eisernen müssen zum FC Bayern nach München reisen.

Hans-Peter Becker

Fußball-Bundesliga 27. Spieltag

1. FC Union BerlinHertha BSC 1:1 (1:1)

04.04.2021 18:00 Uhr Stadion „An der Alten Försterei“

1. FC Union Berlin: Luthe – Friedrich, Knoche, Schlotterbeck – Trimmel, Andrich, Gentner, Prömel (74. Ingvartsen), Ryerson – Musa (83. Pohjanpalo), Kruse 3-4-3

Hertha BSC: Schwolow – Klünter, Stark, Torunarigha – Zeefeuik, Tousart, Guendouzi (79. Khedira), Mittelstädt – Lukebakio (62. Ascacibar), Cordoba (90. Piatek), Cunha 4-3-3

Schiedsrichter: Sascha Stegemann, Frederick Assmuth, Philipp Hüwe, Nicolas Winter 

Tore: 1:0 Andrich (10.), 1:1 Lukebakio (35. FE)

Freude und Leid in Lichterfelde

Die Hoffnung, dass die Saison in der Regionalliga Nordost fortgesetzt werden kann, schwindet. Auf einer Videokonferenz zwischen dem Verband (NOFV) und Vertretern der Regionalliga-Vereine sprachen sich alle für einen Saison-Abbruch aus. Sie plädierten einstimmig dafür, Viktoria 89 als ungeschlagenen Tabellenführer zum Aufsteiger in die 3. Liga zu benennen. Es gilt als sicher, dass am 16. April auf der NOFV-Präsidiums-Sitzung der Saison-Abbruch beschlossen wird. Viktoria 89 hätte Planungssicherheit.

Der Trainer des Verfolgers VSG Altglienicke, Karsten Heine, sagte: „Mit den gebotenen Leistungen hat sich die verlustpunktfreie Viktoria 89 den Aufstieg einfach verdient.“

Viktoria 89 kann sich also freuen, sie sind der dritte Berliner Profi-Club. Der Senat hatte wiederholt betont, keine Fußballspiele jenseits des Profisports zu erlauben. Bei aller Freude der Lichterfelder – sie werden nun gezwungen sein, umzuziehen! Die Heimstätte, das Stadion in Lichterfelde ist nicht drittligatauglich. Die Suche nach einem neuen Stadion ist in Berlin mehr als kompliziert. Zerschlagen hat sich die Option, in das nahegelegene, aber ausgelastete Potsdamer Karl-Liebknecht-Stadion (Babelsberg 03 und Turbine Potsdam) auszuweichen.

Nun werde die Belastungsgrenze des Mommsenstadion (TeBe und SCC) geprüft. In der Nordstaffel werden wieder 20 Vereine spielen. Die Vereinsvertreter sprachen sich dafür aus, dass es keine Absteiger geben soll. Offen ist, ob es Aufsteiger aus der Oberliga geben wird.

Christian Zschiedrich

Hertha erinnert an die letzten beiden Abstiege

Zum Glück, es sind diesmal doch ganz andere Personen. Wer aber die Gefahr nicht hundertprozentig ernst beim Hauptstadtclub nimmt, jetzt, nach Bielefelds Sieg in Leverkusen wird es auch im Tabellenbild erschreckend sichtbar. Hertha nimmt den drittletzten Platz ein. Das ist mit 21 Punkten, nur der drei Tore wegen, der Relegationsplatz, punktgleich mit Mainz 05, momentan noch Vorletzter. Die Mainzer aber kennen und können Abstiegskampf pur. Sie haben sich aus Niederungen an Hertha herangeschlichen. So sehr ich Pal Dardai schätze, seine Punkteausbeute ist mager, jedoch nicht hoffnungslos. Das Für und Wider der Hertha versuchte ich bereits zu konkretisieren. Deshalb erlaube ich mir einmal festzuhalten, mit Bruno Labbadia wären es nicht weniger Punkte gewesen. Seine Entlassung wird doch nicht etwa so ganz kostenlos über die Bühne gehen.

Christian Zschiedrich kommentiert

Schauen wir kurz zurück, mehr natürlich vorausschauend nach vorn. Wie ernst die Lage ist, führen wir doch vor Augen, wo Hertha stehen würde, hätte Dodi Lukebakio in der 89. den Foulelfmeter nicht verwandelt oder hätte Schiedsrichter Florian Badstüber Pedersens leichte Berührung an Lucas Tousart im Strafraum nicht zum 11m gepfiffen. Ja, es scheint am seidenen Faden zu hängen. Die Bilanz wäre  noch fataler. Was sich im Verein um die Mannschaft bewegt und ändert, da hätte ich mir einen besseren Zeitpunkt und mehr Gründlichkeit gewünscht. Wer jetzt den Abstieg verhindern muss, sind Trainer und Spieler auf dem Platz.

Wenn Bielefeld in Leverkusen gewinnen kann, dann wird Hertha zu Hause am 21. März doch Leverkusen 04 ebenfalls schlagen können – oder? Danach kommt es am 4. April zum Lokalderby Hertha BSC – SC Union 06, derzeit 38 Punkte, Tabellen-Siebenter. Was soll’s, Hertha wollte doch auf alle Fälle besser als Union sein. Am 10. April heißt es dann Hertha BSC – Borussia Mönchengladbach. Ob da Marko Rose noch Trainer ist, sei dahingestellt. Gladbach wird doch nicht etwa ausgerechnet hier in Berlin eine Auferstehung erleben.  Es ist zwar ehrenwert, dass Sportdirektor Eberl am scheidenden Couch festhält, doch zählt im Fußball überhaupt noch etwas die Moral?

Quizfrage, wie viel Trainer verschliss Schalke 04 in dieser Saison? Für mich sind sie weg vom Fenster. Schalke und Hertha, die lieben sich ja so, dass Hertha ohne die Gelsenkirchener in der Eliteliga nicht bestehen möchte. Nehmt es mir ruhig übel – es ist absolut scherzhaft formuliert. In Wirklichkeit vergeht den Herthanern aber das Lachen. Es gibt doch immer wieder Herausforderer. Ralf Rangnick ist den Gerüchten nach der nächste allmächtige Schalker Sportvorstand. Weiß denn Fredi Bobic, bei aller Liebe zu Berlin, was er sich hier bei Hertha antut? Jürgen Klinsmann scheint es gewusst zu haben und Detmar Cramer, es ist lange her, auch. Er war zwei Tage lang der Trainer in Berlin.

Christian Zschiedrich

Ein glücklicher Punkt für die Eisernen und wieder nichts für Hertha

Am Samstag, 27. Februar 2021 verließen die Hertha-Profis mit einer 0:2 Niederlage den Rasen in Wolfsburg. Der VfL war seit 2015 so etwas wie ein Auswärts-Lieblingsgegner. Ein Punkt war immer drin, die letzte Niederlage datierte vom 19. September 2015. Es war der 9. Spieltag der Saison 2015/16, Hertha verlor nach zwei Treffern von Bas Dost mit 0:2 und der Trainer der Hertha hieß Pal Dardai. Eine Überschrift hieß damals „Hertha im Pech“ und genau das wiederholte sich knapp fünfeinhalb Jahre später. Hertha spielte so gut wie es gerade können und Wolfsburg schoss die Tore, wieder genau zwei. Das erste war ein Eigentor, sieht immer blöd aus. Einer der schnellsten Innenverteidiger der Liga, Lucas Klünter kam zu spät oder zu früh, egal Ridle Baku konnte flanken und das unbedrängt, da war es passiert. Wolfsburg hatte bis dahin, immerhin waren bereits 37 Minuten gespielt, nicht einmal auf das Hertha Tor geschossen. Der Fußballphilosoph kann da nur sagen, „haste Scheiße am Fuß, haste Scheiße am Fuß“. Hertha traf nicht und kassierte folgerichtig einen weiteren Treffer in der 89. Minute. Deckel darauf und Pal Dardai musste, wie 2015, dem gegnerischen Trainer zum Sieg gratulieren. Abstiegskampf ist jetzt angesagt, mit Kratzen und Beißen, 11 Drecksäcke müsst ihr sein. Geht das mit diesem Kader oder beantragen Dardai und „Zecke“ Neuendorf eine Spielgenehmigung für sich. Spaß beiseite, jetzt kommt ein Gegner auf Abstiegskandidaten-Augenhöhe, gegen Augsburg wird ein Dreier fast zur Pflicht.

Es wird immer enger und dazu kommt Verletzungspech. Da zieht eine düstere Vorahnung auf am Horizont. Ausgerechnet zusammen mit Schalke 04 könnte man absteigen aus der Bundesliga, das Höchste der Höchststrafen für den Hertha-Fan. Würden die Königsblauen nicht gerade die Schlagzeilen beherrschen, wäre wohl die „Alte Dame“ am Pranger. Da wurden bis jetzt mal so richtig ein paar Millionen verknallt.

Bei Eisernen gab es nicht zu verknallen. Da wird solide Hausmannskost gekonnt und manchmal glücklich zu Punkten verarbeitet. Gegen die TSG Hoffenheim reichte es zu einem Punkt, mehr war diesmal nicht drin. Nach einer guten Anfangsphase kam nicht mehr. Max Kruse verwandelte einen Strafstoß und mehr war nicht. Die Eisernen gewannen nicht ein Mal die Laufwertung und profitierten von der Abschlussschwäche der Hoffenheimer. In der Tabelle haben sie jetzt 16 Punkte Vorsprung vor dem Ortsrivalen. Die Fußballnostalgiker wird das freuen.

Hans-Peter Becker

Offener Brief des BFV Präsidenten

„Ich glaube, wir können nicht mehr, aber wir können auch nicht einfach aufmachen“, sagte Tübingens Oberbürgermeister am Donnerstag, 25. Feb. im Fernsehen. Die Krise, ausgelöst durch die Corona-Pandemie, soll durch vor allem durch Verbote und Vorgaben des Staates gelöst werden. Eigenständiges, verantwortungsbewusstes handeln der Staatsbürger ist nicht gefragt.

BFV-Präsident Bernd Schultz beginnt seinen Brief, gerichtet an den Regierenden Bürgermeister und den für Sport zuständigen Senator mit einem eindringlichen Appell. „Im Namen der über 170.000 Mitglieder des Berliner Fußball-Verbandes bitte ich Sie, den Fußballerinnen und Fußballern der Hauptstadt eine Perspektive zur Wiederaufnahme des Trainingsbetriebes aufzuzeigen und damit die sportliche Betätigung in den rund 400 Berliner Fußballvereinen als Teil der Lösung zur Bewältigung der Pandemie zu verstehen.“

Etwas weiter heißt es, „Nach den vielen Monaten ohne Sportbetrieb in den Berliner Vereinen wäre es ein wichtiges Zeichen, wenn nunmehr die Verantwortlichen im Senat von Berlin den vielen Sportlerinnen und Sportlern eine Rückkehr zum Breitensport ermöglichen würden. Daher werbe ich bei Ihnen, die Infektionsschutzverordnung im Land Berlin im ersten Schritt wieder auf die Regelung vor dem harten „Lockdown“ zurückzuführen und somit Kindern im Alter bis 12 Jahren die Rückkehr in 10er Gruppen zum Training ab dem 8. März 2021 zu ermöglichen, ggf. auch ohne die Nutzung von Kabinen/Duschen.“

  • Öffnungsschritt 1: Training bis 12 Jahre in 10er Gruppen (ab 8. März 2021)
  • Öffnungsschritt 2: Training für alle Vereinsmitglieder in 10er Gruppen
  • Öffnungsschritt 3: Training in Mannschaftsstärke (30er Gruppen)
  • Öffnungsschritt 4: Rückkehr zum Wettkampf/-Spielbetrieb.

Aufgrund der nachgewiesen sehr geringen und zudem sehr kurzen Kontakte beim Fußballspielen ist dabei ein kontaktloser Einstieg in den Trainingsbetrieb ausdrücklich nicht erforderlich, d.h., es sollte sofort ohne Kontakt-Einschränkungen trainiert werden dürfen.

Dem Schreiben angehängt ist eine aktuelle Untersuchung derUniversität des Saarlandes und der Universität Basel (Zeitraum: August bis Dezember 2020), die den Nachweis erbringt, dass beim Fußball nur ein geringes Ansteckungsrisiko besteht.

„Fußball sollte aus Infektionssicht daher als „Sportart mit kurzen, sporadischen Kontakten“ und nicht als „Kontaktsportart“ klassifiziert werden. Eine Re-Start kann von Beginn an mit Spielformen, die Körperkontakt beinhalten, durchgeführt werden.“

Quelle: Berliner Fußballverband/Hans-Peter Becker

Tag der Unentschieden in der Bundesliga

Ich mal an, dass der FC Bayern trotz aller Widrigkeiten, im letzten noch ausstehenden Match des 21. Spieltages den dritten Sieg beisteuern wird. Bisher gab es in den acht Begegnungen sechs unentschiedene Spielausgänge. Die beiden Berliner Vertreter wollten da nicht abseitsstehen.

Am Samstag, 13. Februar war zunächst die Alte Dame aus Charlottenburg mit ihrem Auftritt beim VfB Stuttgart dran. Es war insgesamt recht ordentlich. Pal Dardai hat zumindest geschafft, dass da wieder eine Mannschaft auf dem Platz steht. Die Laufleistung übertraf sogar die des Ortsrivalen, der das Abendspiel bestritt. Bei Hertha rackert wieder Einer für den Anderen und Sami Kedhira zeigte für 30 Minuten seine Leader-Qualitäten. Er gab die Vorlage für den hochverdienten Ausgleich durch Luca Netz. Der junge Mann ist noch nicht volljährig, aber bereits Torschütze in der Bundesliga. Bei der Hertha scheint es aufwärtszugehen und am kommenden Sonntag, 21.02. kommt RB Leipzig.

Bei den Eisernen stagniert es. In der Rückrunde konnte bisher kein Dreier geholt werden. Viel Aufwand und wenig Ertrag, entsprechend enttäuscht waren sie am Samstagabend. Die nächste Aufgabe wartet in Freiburg. Die beiden positiven Überraschungen der Saison treffen aufeinander. Im Hinspiel in der Wuhlheide gab es 1 : 1, mal sehen, was das Rückspiel bringt. Es hapert an der Chancenverwertung, ganze zwei Treffer in der Rückrunde. Max Kruse wird schmerzlich vermisst. Er verletzte sich am 4.12.2020 im Derby gegen Hertha, konnte bisher erst 10 Spiele für die Eisernen absolvieren. Trotzdem ist er mit sechs Toren der erfolgreichste Schütze im rot-weißen Dress.

Mit dem Abstiegskampf dürften die Eisernen trotzdem nur wenig zu tun haben. Das Punktekonto wurde dafür schon zu reichlich gefüllt. Es bisschen was fehlt zwar noch, was soll erst Hertha BSC dazu sagen.

Hans-Peter Becker

Keine Punkte für die Berliner Profifußballer

Was die Ergebnisse angeht, kann von einer Duplizität der Ereignisse gesprochen. Am 20. Spieltag der Saison musste die Alte Dame aus Charlottenburg und die Eisernen aus der Wuhlheide jeweils über eine 0 : 1 Niederlage quittieren.

Den Auftakt am Freitag, 5. Februar machte Hertha, die sich gegen die Bayern achtbar aus der Affäre zogen. Ein Unentschieden wäre nicht ganz unverdient gewesen, das Glück war nicht aufseiten der blau-weißen. Cunha hatte es auf dem Fuß. Das sah schon mehr nach einer Mannschaft aus. Für etwa 10 Minuten durfte auch Neuzugang Sami Khedira ran. Das Spiel begann auf Wunsch der Bayern 30 Minuten früher. Nach Spiel wollten den Flieger nach Katar besteigen, um an der Klub-WM teilzunehmen. Sie kamen etwas zu spät, um das Nachtflugverbot zu umgehen. Da wurde wohl etwas gehandelt, vielleicht war der dafür Verantwortliche ein Hertha-Fan und Rache manchmal süß. Die Mannschaft und der Tross aus München hatte so ausgiebig Zeit, sich den BER ausgiebig anzuschauen.

Hertha steckt jetzt noch tiefer im Abstiegskampf, rangiert nur einen Platz vor der gefährlichen Zone. Die Partie in Bielefeld fiel dem Wintereinbruch zum Opfer, sonst hätte der Aufsteiger im Falle eines Punktgewinns gegen Werder Bremen an Hertha vorbeiziehen können.

Einen Tag später traten die Eisernen beim Tabellenvorletzten in Mainz an und spielten eine schlechte 1. Halbzeit. Ein von Niko Schlotterbeck verursachte Foulelfmeter brachte das goldene Tor der Partie. Besagter Schlotterbeck sah dann auch noch die gelb-rote Karte, so schwanden die Hoffnungen, was reißen zu können. Es fehlte an Kreativität und bringt nur der weiter fehlende Max Kruse ins Spiel. Wie bei der Hertha fehlte gänzlich das Matchglück. Kurz vor Toresschluss hätte es fast den glücklichen Ausgleich gegeben. Die Niederlage tut den Eisernen nicht weiter weh. Das rettende Ufer ist nicht mehr weit und an die Euro-League oder höheres hatten nur Journalisten ihre Gedanken verschwendet.

Der nächste Gegner für die Eisernen ist der Tabellenletzte aus Gelsenkirchen. Hertha fliegt nach Stuttgart.

Hans-Peter Becker