Eisbärensieg und Ehrenrunde für Jens Baxmann

Die Iserlohn Roosters stellten sich erstmals in der laufenden Saison bei den Eisbären vor. Für einen Akteur auf dem Eis hieß es „Willkommen daheim“. Seit 2001 spielte er für die Eisbären, mit der Nummer 29 auf dem Trikot, er trägt sie weiter bei seinem neuen Verein . Als Verteidiger in der dritten Reihe hatte er keine auffälligen Szenen, abgesehen vom letzten Drittel als Baxmann zentral, unbedrängt zum Schuss kam, der vom Eisbären-Goalie Sebastian Dahm gemeistert wurde. Der Ex-Iserlohner verhinderte somit einen Treffer, den die Eisbären-Fans dem Iserlohner gegönnt hätten. Es wäre das 1:3 aus Sicht der Gäste gewesen und hätte dem Spiel wohl keine entscheidende Wendung mehr geben können. Zu souverän wirkten die Eisbären und hatten Vorteile in allen Belangen des Spiels.

Das den Gästen dem Sauerland kein Treffer gelang, war symptomatisch, nur bemüht zu sein reicht in den seltensten Fällen. Die Eisbären waren pass-sicherer und entwickelten mehr Geschwindigkeit. Nach dem 1. Drittel führten sie mit 2:0 und legten das 3:0 im Mittelabschnitt nach. Der Endstand zum 4:0 fiel in der 58. Spielminute. Nach Spielschluss feierte die ausverkaufte Arena nicht nur das eigene Team, gefordert wurde auch Jens Baxmann, für eine extra Ehrenrunde. Allein in der DEL hat Baxmann 860 Mal für die Eisbären gespielt, auf mehr Einsätze bringt es nur Sven Felski.

Im Gegensatz zu den Iserlohnern läuft es bei den Eisbären immer besser. Durch den Sieg wurde es ein sechs Punkte Wochenende. Die Eisbären festigten ihren fünften Tabellenplatz und müssen am kommenden Freitag, 22.11. bei den Adlern in Mannheim antreten.

Hans-Peter Becker

Erste Heimniederlage für die Eisbären

Es war, was die Leistung beider Teams auf dem Eis betraf, ein Spitzenspiel. Der äußere Rahmen stimmte sowieso. Zum ersten Mal in dieser Saison war die Halle am Ostbahnhof ausverkauft. Das letzte Heimspiel im Monat Oktober ist seit einigen Jahren der Ausklang der Spendenaktion Pink in the Rink. Es werden Spenden gesammelt für Organisationen, die sich um die Betreuung krebskranker Menschen kümmern. So der der Ehren Bully von einer Pflegerin vollzogen, die sich um unheilbar Kranke kümmert, hier speziell um einen Eisbären-Fan der im August verstorben ist. Das ist kein Kuschelthema, um so bemerkenswerter der Einsatz der Eisbären.

Die Eisbären erwischten gegen die ersatzgeschwächten Münchner den besseren Start. Es dauerte nur 14 Minuten, da stand es 2:0 für die Eisbären. Marcel Noebels und Leonard Pföderl waren die Torschützen. Beim 1:0 nutzten die Eisbären einen Abwehrfehler – Daryl Boyle wurde ein Pass durch die Hose gespielt – und das 2:0 fiel nach guter Vorarbeit von Mark Olver als Sitzhockeyeinlage von Pföderl. Der Anschlusstreffer für die Münchner fiel noch im Drittel. Die Eisbären konnten eine doppelte Unterzahl nicht verteidigen. Trevor Parkes besorgte den Treffer.

Im zweiten Drittel drehte das Team von Don Jackson das Spiel. Der Treffer zum 2:2 Ausgleich war eine Kombination der Sturmreihe um den Top-Scorer Mark Voakes. Solch einen Treffer fällt in der DEL nicht an jedem Spieltag, Präzision und Höchstgeschwindigkeit und es schlug ein im Tor der Eisbären. Von der Strafbank wollten sie möglichst wegbleiben, das Münchner Powerplay ist auch in dieser Saison gefürchtet, es war leider eine Strafzeit zu viel. In der 35. Minute musste James Sheppard auf die Sünderbank, ganze vier Sekunden verbrachte er dort. Viel mehr brauchten die Bayern nicht für den Überzahltreffer. Nur 45 Sekunden später konnten die Gäste nach waschen und stellten das Ergebnis auf 2:4 aus Eisbärensicht.

Im Schlussdrittel stemmten sich die Eisbären gegen die drohende Niederlage. Danny aus den Birken stand wie ein Turm in der Schlacht. Don Jackson lobte nach dem Spiel ausdrücklich seine Leistung. „Er war heute der Unterschied.“ Es keimte nochmals Hoffnung auf als Mark Olver, in dieser Saison der Spezialist für Alleingänge, den Münchner Goalie überwinden konnte. In den verbleibenden acht Minuten waren Chancen vorhanden, um wenigstens einen Punkt zu retten. Ein Power Play drei Minuten vor dem Ende, der Torhüter ging vom Eis. Leider vertendelte Jonas Müller den Puck und so machten die Münchner mit dem Treffer Nummer 5 den Deckel drauf. Die Eisbären spielten gut, es reichte gegen den Vize-Meister der letzten Saison nicht.

Hans-Peter Becker

Spieldaten

DEL 15. Spieltag

EHC Eisbären Berlin vs Red Bull München 3:5 (2:1/0:3/1:1)

27.10.2019 MB Arena Berlin 14:00 Uhr ausverkauft

Torfolge
1:0 | 07:33 | Marcel Noebels 

2:0 | 13:37 | Leonhard Pföderl 

2:1 | 18:11 | Trevor Parkes 

2:2 | 25:28 | Mark Voakes 

2:3 | 34:08 | Yasin Ehliz 

2:4 | 35:23 | Trevor Parkes 

3:4 | 51:51 | Mark Olver

3:5 | 58:58 | Chris Bourque 

Zuschauer
14.200

Kantersieg gegen Nürnberg

Der Nürnberger Trainer Kurt Kleinendorst hatte in der Pressekonferenz nach dem Spiel gegen die Eisbären einen kleinen Anflug von Humor. „Es hat sehr viel Spass gemacht, Teil dieses Spiels gewesen zu sein, eine tolle Arena und eine super Stimmung….“ Nur das Ende hat ihn natürlich nicht gefallen. Seine ersatzgeschwächten Ice-Tigers, es fehlten mit Brett Festerling, Austin Cangelosi, Jim O’Brien, Phil Dupuis und Pascal Grosse bewährte Stammkräfte, verloren das Spiel mit 2:6. Eisbären-Trainer Serge Aubin hatte diese Probleme nicht, ganz im Gegenteil, Verteidiger Constantin Braun sah als überzähliger Spieler von der Tribüne aus zu. Verletzt sind bei den Eisbären zur Zeit Vincent Hessler und Florian Busch.

Die 10.720 Zuschauer am Sonntagabend in der MB-Arena am Ostbahnhof bekamen in den Schlussminuten ein nicht mehr erwartetes Torspektakel zu sehen. Die Uhr zeigte eine verbleibende Spielzeit von 69 Sekunden an, da Louis-Marc Aubry traf ins leere Tor zum 4:2 für die Eisbären. Es war die Entscheidung in diesem Spiel, aber nicht das Endergebnis. Marc Olver und Landon Ferraro schraubten in der Schlussminute das Ergebnis in Debakelnähe für die Gäste. Dabei hatten sie bis dahin eine starke kämpferische Leistung abgeliefert. Nürnbergs Torwart Niklas Treutle hielt seine Mannschaft im Spiel, 53 Schüsse auf sein Tor konnte er abwehren. Sein Gegenüber im Eisbären-Tor Sebastian Dahm bekam nur 28 Schüsse zu halten, davon ließ er zwei passieren.

Die Eisbären gingen in der 10. Minute durch Louis-Marc Aubry in Führung, die Nürnberger glichen kurz vor der ersten Drittelpause durch Kevin Schulze aus. Im Mittelabschnitt schaltete Landon Ferraro im Gewühl am schnellsten, sein Debüttreffer für die Eisbären wurde nach Überprüfung im Videoraum anerkannt. Die Eisbären drängten zwar auf ein weiteres Tor, doch das gelang im Mittelabschnitt nicht.

Ein 5 zu 3 Überzahlspiel brachte den zwischenzeitlichen Vorsprung von zwei Toren, getroffen für die Eisbären hatte John Ramage. Die nie aufsteckenden Gäste kamen in der 54. Minute noch einmal heran, Kevin Schulze war der doppelte Torschütze. Das Ende ist bekannt.

Am 14. Spieltag, Freitag, 26.10. müssen die Eisbären in Ingolstadt antreten, am darauffolgenden Sonntag ist RB München zu Gast.

Hans-Peter Becker

Mannschaftaufstellung Eisbären Berlin

Tor: Sebastian Dahm / Maxi Franzreb

1.Reihe: Leo Pföderl, James Sheppard, Marcel Noebels, John Ramage, Jonas Müller

2.Reihe: Austin Ortega, Maxim Lapierre, Lukas Reichel, Ryan MacKiernan, Florian Kettemer

3.Reihe: Landon Ferraro, Louis-Marc Aubry, Andre Rankel, Kai Wissmann, Frank Hördler

4.Reihe: Fabian Dietz, Mark Olver, PC Labrie, Sean Backman

Spieldaten:

DEL 13. Spieltag 20.10.2019 MB Arena Berlin

EHC Eisbären Berlin vs Nürnberg Ice-Tigers 6:2 (1:1/1:0/4:1)

Torfolge:

1:0 Louis-Marc Aubry 09:94 (Andre Rankel) EQ

1:1 Kevin Schulze 19:15 (Patrick Reimer/Brandon Buck) EQ

2:1 Landon Ferraro 22:49 (Louis-Marc Aubry/Andre Rankel) EQ

3:1 John Ramage 41:04 ( Marcel Noebels/Maxim Labrie) PP2

3:2 Kevin Schulz 53:33 (Eugen Alanov/Patrick Reimer) EQ

4:2 Louis-Marc Aubry 58:51 (Landon Ferraro) empty net

5:2 Mark Olver 59:05 (Kai Wissmann/Ryan McKiernan) EQ

6:2 Landon Ferraro 59:50 (Andre Rankel) EQ

Strafminuten:

Berlin 4

Nürnberg 8

Eisbären setzen Siegesserie fort

Eisbären-Neuzugang Landon Ferraro © Foto: Hans-Peter Becker

Die Eisbären haben personell nachgebessert. Reagiert wurde nicht auf der Torhüterposition, sondern auf die Sturmflaute. In den bisher absolvierten acht Spielen landete der Puck lediglich 18 Mal im Tor des Gegners, einen schlechteren Wert weisen nur die Kölner Haie aus, mit 16 Treffern nach neun Spielen. Landon Ferraro heißt der Neue im Eisbärentrikot, er soll den Torschnitt der Eisbären verbessern helfen. Der 28jährige Kanadier war zuletzt in der AHL aktiv, für die Iowa Wild aus Des Moines, einem Farmteam der Minnesota Wild aus der NHL. In der vergangenen Saison machte dort wegen einer Verletzung nur 12 Spiele. Damit ist die neunte Ausländerlizenz vergeben. Es könnten zweitere vergeben werden, allerdings dürfen insgesamt nicht mehr als neun Ausländer im Spieltageskader stehen.

Fabian Dietz erzielte sein erstes Tor in der DEL © Foto: Hans-Peter Becker

Er war gegen die Krefeld Pinguins am 10. Spieltag noch nicht dabei. Die Eisbären wollten ihren Aufwärtstrend mit einem Heimsieg ausbauen. Die Krefelder dagegen nicht weiter an Boden verlieren, ihre bisherige Bilanz mit ganzen neun Punkten sieht eher mau aus. Den besseren Start erwischten die Eisbären. In der Anfangsphase des Spiels hatten beide mehrfach die Möglichkeit mit dem ersten Tor in Führung zu gehen. In der 11. Minute war es Andre Rankel, der nach einem Angriff abstauben konnten. Ein Doppelschlag in der 15. und 16. Minute brachte den Eisbären eine 3:0 Pausenführung. Getroffen hatten Austin Ortega, mit einem Kunstschuss über die Schulter des Krefelder Goalies Dimitri Pätzold und nur eine reichliche Minute später erzielte Fabian Dietz sein erstes Tor in der DEL, genauso gut war die Vorarbeit von Constantin Braun. In der 16. Spielminute verlor Eisbär Sean Backman die Nerven und wurde wegen eines versuchten Stockstichs für 14 Minuten von der Teilnahme am Spiel suspendiert.

Der Mittelabschnitt ging an die Gäste, die sich gegen die drohende Niederlage stemmten und in der 27. Minute durch William Besse ein Tor erzielten. Es war bereits das 1:4, weil in der 22. Minute Lukas Reichel mit einem schrägen Ding Dimitri Pätzold im Krefelder Tor überwinden konnte. Durch Philip Burggiesser konnten die Gäste in der 33. Minute auf 2:4 verkürzen. Er ließ mit einem fulminanten Schlagschuss Sebastian Dahm keine Chance der Abwehr. Es folgte die beste Phase der Gäste, die kurz vor dem Ende des Drittels die Riesenchance hatten auf 3:4 heranzukommen. Der Puck tanzte auf der Linie, ging aber nicht rein.

Für die Vorentscheidung sorgte in der 46. Minute Marcel Noebels, der den Spielstand auf 5:2 für die Eisbären stellte. Als die Krefelder bereits vier Minuten vor dem Spielende ihren Goalie vom Eis nahmen, machte Mark Olver mit dem Treffer zum 6:2 alles klar. Der Sieg war verdient. Die Eisbären präsentierten sich in weiter ansteigender Form.

Hans-Peter Becker

Eisbären spielten mit:

Tor Sebastian Dahm / Back Up Maxi Franzreb

1.Reihe: Austin Ortega, James Sheppard, Sean Backman, John Ramage, Jonas Müller

2.Reihe: Andre Rankel, Maxim Lapierre, Lukas Reichel, Ryan McKiernan, Florian Kettemer

3.Reihe: Leo Pföderl, Louis-Marc Aubry, Marcel Noebels, Kai Wissmann, Frank Hördler

4.Reihe: Fabian Dietz, Mark Olver, PC Labrie, Tine Braun

Spieldaten

DEL 10. Spieltag 11.10.2019 MB Arena Berlin

EHC Eisbären Berlin vs Krefeld Pinguine 6:2 (3:0/1:2/2:0)

Torfolge:

1:0 Rankel 10:25 (Lapierre,Ramage)

2:0 Ortega 14:41 (Sheppard,Backman)

3:0 Dietz 15:15 (Braun,Labrie)

4:0 Reichel 21:10 (Aubry,McKiernan) PP

4:1 Besse 26:27 (Bruggisser,Pietta)

4:2 Bruggisser 33:29 (/)

5:2 Noebels 48:38 (Lapierre,Braun)

6:2 Olver 55:30 (Ortega) EN

Strafminuten

Berlin – 10 (6,2,2) + 10 Minuten-Disziplinarstrafe (Backman)

Krefeld – 8 (4,2,2)

Torschüsse:

Berlin – 33

Krefeld – 22

Zuschauer: 11.928

Eisbären mit einem sechs Punkte Wochenende

Zur Partie des 9. Spieltages der DEL reisten die Straubing Tigers als Tabellenzweiter zu den Eisbären. Während die die Straubinger mit 18 Punkten nach acht Spielen sehr gut in die Saison gestartet sind blieben die Eisbären bisher hinter den Erwartungen zurück. Beide hatten ihr Freitagsspiel gewonnen, hofften auf ein Wochenende mit maximaler Punktausbeute.

Den besseren Start erwischten die Eisbären. Es dauerte lediglich sechs Minuten, da landete der Puck im Tor der Gäste aus Straubing. Eisbären-Verteidiger Ryan McKiernan ließ es krachen, aus kurzer Distanz abgefeuert hatte Sebastian Vogl keine Chance der Abwehr. Bis zum Schluss des ersten Drittels blieben die Eisbären gefährlich, während die Tigers aus Straubing auf den Ausgleich drängten. Der gelang ihnen in der 13. Minute, nach einem Alleingang der Nr. 29.

Im Mittelabschnitt war ausgeglichen, beide Mannschaften neutralisierten sich geradezu. Die Verteidigungsreihen behielten den Überblick und den Rest besorgten die Torhüter. Und ein Torhüter sorgte für die Vorentscheidung. In der 43. Spielminute konnte Sebastian Vogl einen eigentlich harmlosen Schuss aus der Ferne, abgegeben – abgefeuert wäre übertrieben – von James Sheppard nicht bändigen und die Eisbären führten mit 2:1. Hatte er den Schuss nicht erwartet, hielt er seine Kelle falsch, der Puck, gemessen mit einer Geschwindigkeit vom 32 km/h rutschte rein. Sein Trainer Tom Pokel meinte nach dem Spiel: „Das ist Hockey, das kann passieren, er hat uns davor im Spiel gehalten, natürlich hätte er den Schuss halten müssen, das weiß er selbst.“ Keine zwei Minuten später funktionierte auch das Power Play der Eisbären, Maxim Lapierre traf zum 3:1.

Die Eisbären legten in der 52. Minute nach durch Louis-Marc Aubry. Es war sein Premierentor in dieser Saison. Er konnte wieder auf seiner angestammten Position als Mittelstürmer spielen. Das 4:1 war bereits deutlich und eine Vorentscheidung. Die Gäste steckten nicht auf und kamen in der der 58. Minute durch Stefan Loibl zum 2:4 Anschlusstreffer. Sie nahmen nach einer Auszeit den Torwart zu Gunsten eines zusätzlichen Stürmers vom Eis und kassierten einen weiteren Gegentreffer. Mark Olver traf für die Eisbären ins leere Straubinger Gehäuse. Damit war das erste Wochenende mit maximaler Ausbeute von sechs Punkten unter Dach und Fach. In einem insgesamt ausgeglichenem Spiel hatten die Eisbären eine kleine Portion mehr Glück. Weiter geht es am kommenden Freitag, 11.10. erneut mit einem Heimspiel, zu Gast sind die Pinguine aus Krefeld.

Die Anreise für diejenigen unter den 11.321 Zuschauern, die öffentlichen Verkehrsmittel den Weg in die Arena fanden war aus Richtung Osten beschwerlich. Ersatzverkehr auf der Straßenbahn – Linie und die S-Bahn fuhr nur bis Ostkreuz.

Hans-Peter Becker

Spieldaten

DEL 9. Spieltag

Eisbären Berlin vs. Straubing Tigers 5:2 (1:1,0:0,4:1)

Tore:

1:0 McKiernan 05:09 (Lapierre, Reichel) 

1:1 Heard 12:26 (/)

2:1 Sheppard 42:24 (Wissmann,Labrie)

3:1 Lapierre 43:56 (Ramage,McKiernan) PP

4:1 Aubry 51:30 (Hördler,Noebels)

4:2 Loibl 57:44 (Connolly,Renner)

5:2 Olver 58:39 (Hördler)

Strafminuten:

Berlin – 8 (0,6,2)

Straubing – 8 (4,2,2)

Torschüsse:

Berlin – 27

Straubing – 40

Zuschauer:11.321 MB-Arena Berlin

Auftaktsieg für die Eisbären

© Foto: Stephan Wenske

Vor dem Spiel gab es eine Schweigeminute für den verstorbenen Hartmut Nickel. Auf dem Videowürfel wurden die Stationen seines Eishockeylebens gezeigt. Die Seite mit den Stehplätzen heißt ab sofort Hartmut-Nickel-Kurve, was mit einem in weinrot gehaltenen Banner optisch bei jedem Heimspiel sichtbar ist.

Die Eisbären erwischten gleich zum Start in die neue Saison einen Sahnetag. In der mit knapp über 12.000 Zuschauern gefüllten Arena am Ostbahnhof konnten die Gäste aus Wolfsburg nur im 1. Drittel halbwegs mithalten. Das Premierentor der neuen Saison gelang Marcel Noebels in der 9. Spielminute. Ein Doppelschlag gleich zu Beginn des Mittelabschnitts war für die Gäste der Ko-Schlag. Sean Backman in der 22. Minute und Neuzugang Pierre-Cedric Labrie in der 24. sorgten für den Vorsprung von drei Toren.

Das 3:0 für die Eisbären ist gefallen, Torschütze die Nummer 23 PC. Labrie © Foto: Stephan Wenske

In der 29. Minute waren die Eisbären in Unterzahl und konnten trotzdem die Führung weiter ausbauen. Dem erfahrenen Wolfsburger Stürmer Brent Aubin unterlief ein folgenschwerer Puckverlust und ermöglichte, dass sich ein weiterer Eisbären-Neuzugang als Torschütze auszeichnen konnte. Der NHL erfahrene (694 Einsätze)und mit einem enormen Antritt ausgestattete Maxim Lapierre ließ mit einem satten Schuss dem Wolfsburger Goalie keine Chance. Angesichts des klaren Vorsprungs schalteten die Eisbären einen Gang runter. Daraus konnten die Gäste in der verbleibenden Spielzeit nur wenig Kapital schlagen. Ihr Spielaufbau war viel zu behäbig und ungenau. Ihnen gelang zwar im Schlussdrittel, in der 54. Minute der Anschlusstreffer zum 1:4, dabei nutzten sie eine Überzahl, doch da war die Messe längst gesungen. Der Schuss von Brent Aubin war durchaus haltbar. Der neue Eisbären-Goalie Sebastian Dahms, der sonst einen soliden Einstand hatte, griff mit seiner Fanghand ins Leere. Ein Shutout gleich zum Einstand, das wäre doch was gewesen. Egal, auch so konnten sich die Eisbären zu Recht feiern lassen und über einen gelungenen Saisoneinstand freuen.

Sebastian Dahm, der neue Eisbären-Goalie mit gelungenem Einstand. © Foto: Stephan Wenske

Spieler des Tages bei den Eisbären wurde die neue Nummer 40, der bereits erwähnte Maxim Lapierre, der erstaunlicherweise, weil Andre Rankel wegen einer Verletzung nicht spielen konnte, als Kapitän auflief. Ebenso nicht dabei waren Kai Wissman (Virusinfektion) und Florian Busch, der sich noch im Aufbautraining befindet. Am nächsten Spieltag müssen die Eisbären in Bremerhaven antreten, die haben ihr Auftaktspiel mit 1:0 in Düsseldorf gewonnen.

Hans-Peter Becker

Spieldaten

DEL 1. Spieltag

13.09.2019 19:30 MB Arena Berlin

EHC Eisbären Berlin – Grizzlys Wolfsburg 4:1 (1:0/3:0/0:1)

Strafen:

Eisbären 8

Wolfsburg 8

Torfolge:

1:0 (9. Min.) EQ Torschütze Marcel Noebels (Florian Kettemer/James Sheppard)

2:0 (22. Min.) EQ Torschütze James Sheppard (Sean Backman/Marcel Noebels)

3:0 (24. Min.) EQ Torschütze Pierre-Cedric Labrie (Constantin Braun/Florian Kettemer)

4:0 (29. Min.) SH1 Torschütze Maxim Lapierre

1:4 (54. Min.) PP1 Torschütze Brent Aubin (Ryan Button/Mathis Olimb)

Eisbären testen erfolgreich gegen Dynamo Pardubice

Berlin ächzte unter Sommerhitze, eine Möglichkeit der Abkühlung bot ein Besuch des Wellblechpalastes im Sportforum Hohenschönhausen. Die Eisbären trugen am Freitag, 30. August ihr einziges Testspiel zur Vorbereitung der neuen DEL-Saison in Berlin aus. Vor dem Spiel wurde an die kürzlich verstorbenen Hartmut Nickel und Chris Lee mit einer Schweigeminute gedacht. An Hartmut Nickel, den legendären Papa-Eisbär, langjähriger Spieler, Trainer und Funktionär wird zukünftig eine Gedenktafel erinnern. Sie wurde von den beiden dienstältesten Eisbären-Spielern Frank Hördler und Andre Rankel erstmals gezeigt. Nach dem Moment der Stille wurde ein frenetischer Applaus in den Himmel über Berlin geschickt.

Auf dem Spielberichtsbogen stand zwar Freundschaftsspiel, das war es mitnichten. Eher im Gegenteil, die 2.586 Zuschauer bekamen ein Spiel mit viel Leidenschaft geboten. Die Gäste von Dynamo Pardubice aus der Tschechischen Extraliga hatten nicht vor, Gastgeschenke zu verteilen. Es dauerte gerade mal eine Minute als Eisbären-Neuzugang Ryan MacKiernan seinen Gegenspieler Rhett Holland mit einem strafwürdigen Stockschlag attackierte. MacKiernan wollte seine Fäuste sprechen lassen und bekam zwei Minuten wegen übertriebener Härte, Holland musste sogar für vier Minuten auf die Sünderbank.

Den ersten Treffer im Spiel erzielten die Gäste. Es war schräges Ding, die Eisbären mussten sich einer Überzahl erwehren, Kapitän Andre Rankel saß auf der Strafbank, der Schuss von Ondrej Machala wurde von Eisbären Goalie Sebastian Dahm zunächst abgewehrt, der Nachschuss traf. Die Eisbären schafften es noch kurz vor der ersten Pausensirene auszugleichen. Die Gäste schlugen allerdings postwendend zurück, brauchten nur 27. Sekunden für die erneute Führung. Dabei sah die Eisbärenabwehr nicht gut aus, vor allem Goalie Dahm, der Puck blieb in seinem Rücken liegen und Martin Latal schaltete am schnellsten. Es war ein sogenannter „shorthander“, Pardubice war in Unterzahl.

Der Mittelabschnitt gehörte den Eisbären. Sie drehten das Spiel durch die Treffer von Louis-Marc Aubry und Maxim Lapierre. Die Gäste konnten wieder schnell zurückschlagen. Der 3:3 Zwischenstand hatte Bestand bis in die 39. Spielminute, da gelang auch den Eisbären ein Tor bei eigener Unterzahl. Dustin Ortega nutzte seine enorme Schnelligkeit, sprintete den Verteidigern davon und erzielte das zwischenzeitliche 4:3. Das in diesem Abschnitt gebotene stellte eine deutliche Steigerung dar.

Das Schlussdrittel konnten die Eisbären nach Toren Unentschieden gestalten. In der 44. Minute sorgte der Kapitän der Eisbären für die 5:3 Führung. Es wurde nochmals spannend, weil die Eisbären den Gästen einen zweiten „shorthander“ gestatteten. Martin Latal war der Nutznießer der noch nicht so richtig eingespielten Abwehr. Die restliche Spielzeit überstanden die Eisbären ohne weiteren Gegentreffer. Es war der zweite Sieg in der Vorbereitungsphase, am Sonntag, 25.08. wurde in Hadrec Kralove mit 2:1 gewonnen. Um in den Rhythmus zu kommen geht es am Sonntag, 01.09. mit einem weiteren Testspiel in Wolfsburg weiter. Ein Rückspiel in Pardubice ist für den nächsten Samstag, 07.09. vorgesehen.

Es gibt bis zum ersten Saisonspiel am 13.09. gegen die Grizzlys Wolfsburg einiges zu tun. Der neue Eisbären-Trainer Serge Aubin war mit dem Auftritt seiner Mannschaft insgesamt zufrieden.

Hans-Peter Becker

Berlin Wellblechpalast 30.08.2019 19:30 Uhr

EHC Eisbären Berlin – Dynamo Pardubice

Spieldaten:

0:1 Machala ( 12.)

1:1 Sean Backman ( 19./PP) Sheppard

1:2 Latal ( 19./SH) Mandrat, Zdrahal

2:2 Louis-Marc Aubry ( 21.) Braun, Wissmann

3:2 Maxim Lapierre (31.) Noebels, Braun

3:3 Hovorka (32.) 

4:3 Austin Ortega (39./SH) Lapierre

5:3 André Rankel (44.) Labrie, McKiernan

5:4 Latal (55./SH) Mikus, Machala

Strafminuten:

Berlin – 10 (4,4,2)

Pardubice – 14 (8,2,4)

Zuschauer: 2.586

Saisonabschlussfeier bei den Eisbären

Fotos: © Stephan Wenske

Der sportliche Saisonabschluss verlief halbwegs versöhnlich. Im Playoff-Viertelfinale wurde der noch amtierende Meister RB München gefordert. Immerhin benötigten die Bullen sechs Spiele, um in das Halbfinale einziehen zu können. Eine gute Woche später, am Sonntag, 7. April luden die Eisbären ihre Fans zur obligaten Zeremonie des Saisonabschlusses ein. Das Eis in der MB Arena war abgedeckt. Es konnte Floorball gespielt werden oder gemütlich ein Getränk genossen werden. Es waren etwa 2.500 Anhänger der Eisbären der Einladung gefolgt.

Als Höhepunkt erschienen die Eisbärenspieler auf der errichteten Bühne, um sich von den Fans zu verabschieden. Für einige war es nur der Abscheid über den Sommer, während andere zum letzten Mal von den Fans bejubelt wurden. Bisher steht fest, neun Profis werden den Kader der Eisbären verlassen müssen. Darunter sind mit Micky DuPont und vor allem Jens Baxmann zwei Urgesteine. Baxmann kam 2001 als Nachwuchsspieler zu den Eisbären und hat seitdem nie für einen anderen Club gespielt. Er wird in der kommenden Saison für die Iserlohn Roosters in der DEL spielen. Daran muss man sich erst gewöhnen nach 860 Spielen für die Eisbären. Verständlich, dass bei der Verabschiedung so manche Träne verdrückt wurde. Für alle Verabschiedeten gilt: Einmal Eisbär, Immer Eisbär!

Mit Micky DuPont verläßt ein Spieler die Eisbären, der bereits die Meistertitel 2005 und 2006 mit erkämpft hatte. Er verließ 2006 die Eisbären und kehrte 2015 wieder zurück. Für den inzwischen 38jährigen ist nun die Uhr bei den Eisbären abgelaufen. Der Verteidiger, der in dieser Saison auch das A auf dem Trikot trug, bestritt alle 52 Spiele der Hauptrunde sowie die 8 Begegnungen in den Playoffs. Verständlich, dass es bei seiner Verabschiedung sehr emotional wurde.

Nicht mehr zum Kader der Eisbären gehören Danny Richmond, Mark Cundari, Brendan Ranford, Colin Smith, Daniel Fischbuch, Jamie MacQueen und Maximilian Adam. Ungeklärt ist die Zukunft von Thomas Oppenheimer, er war fast die gesamte Saison verletzt und bei Florian Busch muss die weitere Genesung von einer erneut erlittenen Kopfverletzung abgewartet werden.

Zum Spieler der Saison wurde der im September nachverpflichtete Torwart Kevin Poulin gewählt. Seine Personalie ist zur Zeit ungeklärt, es wird verhandelt. Das Management der Eisbären würde ihn gerne weiter verpflichten. Er konnte überzeugen, ebenso der kurz vor den Playoffs verpflichtete Stürmer Austin Ortega. Die Kaderplanungen sind längst nicht abgeschlossen. Der Umbruch könnte größer werden als bisher gedacht.

Eine Personalie steht dabei besonders im Vordergrund. Bis Ende April soll feststehen, wer in der kommenden Saison als verantwortlicher Trainer hinter der Bande stehen soll. Eines ist sicher, Stephane Richer wird sich wieder auf den Posten des Sportdirektors zurückziehen. In den nächsten Wochen werden die Eisbären einiges mitzuteilen haben.

Hans-Peter Becker

Saisonaus für die Eisbären

Das Spiel 7 fand nicht mehr statt, nach sechs Spielen hatte der amtierende Meister aus München das Halbfinale mit den dafür nötigen vier Siegen erreicht. Das plötzliche Saisonende durch das Playoff-Prinzip ist brutal. Beim Verlierer ist nur noch Leere. 1981 wurde erstmals in der BRD die Eishockeymeisterschaft durch Playoffs ermittelt. Die heutige Generation der Eishockeyspieler ist also mit diesem Prinzip aufgewachsen.

Eisbären verabschiedeten sich aus der Saison 2018/19 Foto: © Stephan Wenske

Nach der knappen 3:4 Niederlage stand ein enttäuschter Eisbären-Kapitän in der Mixed-Zone der Presse Rede und Antwort. Dieses Spiel war im kleinen ein Spiegelbild des gesamten Saisonverlauf. Der Kader war gut genug für das Halbfinale. Zu große Leistungsschwankungen, zum Teil mit verursacht durch Verletzungspech verhinderten eine bessere Ausgangsposition für den Saisonhöhepunkt.

Vor dem Spiel gab es eine eindrucksvolle Choreo, passend zum Gegner wurde die Tradition beschworen. Die wiedererstarkte Mannschaft stemmte sich gegen das drohende Aus. Der Applaus der Fans nach der Niederlage war verdient. Der noch amtierende Meister war den Tick besser, sie wurden voll gefordert von den Eisbären. Die beiden Siege der Serie gelangen ohne ein Gegentor kassiert zu haben. Allein das war bemerkenswert.

Torwart Kevin Poulin war ein starker Rückhalt © Foto: Stephan Wenske

Stephane Richer war sogar Stolz auf seine Mannschaft und verkündete, dass es definitiv sein letztes Spiel als Trainer der Eisbären war. Jetzt ist er wieder ausschließlich als Sportdirektor tätig. Da kann er gleich loslegen. Ein neuer Trainer muss gefunden werden und im Kader steht wohl ein größerer Umbruch bevor. Es wäre ohne das große Verletzungspech sicherlich nicht zu den großen Leistungsschwankungen gekommen. Eine gründliche Analyse ist trotzdem notwendig. Der Anspruch, zu den Top-Vier im deutschen Eishockey zu gehören, besteht weiter. Da werden zu einen die Drähte zwischen Los Angeles und Berlin glühen, weiter muss der Nachwuchs gefördert werden.

Hans-Peter Becker

Mit dem Rücken zur Wand

Es ging zur Sache ! © Foto: Stephan Wenske

Lieferten die Eisbären in Spiel Zwei der Viertelfinalserie noch eine Galavorstellung ab, so schlugen sie im Spiel Vier hart auf dem Boden der Realität auf. Die Münchener waren in allen Belangen überlegen und siegten mit 5:2 und holten sich drei Matchbälle. Die Enttäuschung im Lager der Eisbären war entsprechend groß, den Spielverlauf hatten sie sich anders vorgestellt.

Bereits nach 28 Sekunden, faktisch mit ihrem ersten Angriff gingen die Gäste in Führung. Es war ein Geschenk der Eisbären, Justin Shugg stand einsam vor dem Tor und brauchte nur seine Kelle hinzuhalten. Eisbär Marcel Noebels war im Gespräch nach dem Spiel enttäuscht und sauer. „So einfach möchte ich selbst einmal zu einem Tor kommen.“ Er hatte selbst nach einem sehenswerten Alleingang einen Treffer auf dem Schläger, der Schuss ging daneben. Es wäre der Anschlusstreffer zum 1:2 gewesen.

Schwerstarbeit für Goalie Poulin © Foto: Stephan Wenske

Der amtierende Meister zog souverän sein Spiel in der ausverkauften Arena am Ostbahnhof . Kurz vor der ersten Drittelpause erhöhte Daryl Boyle auf 2:0. Sie kannten keine Gnade mit den Eisbären. Zwei Stürmer attackierten den Spielaufbau der Eisbären bereits in deren Verteidigungsdrittel. Eine Lehre aus der Niederlage in Spiel Zwei. Hier gelang es den Eisbären, durch gute Aufpässe ihre schnellen Aussenstürmer Austin Ortega und Sean Backman in gefährliche Positionen zu bringen. Davon war nichts zu merken. Im Mittelabschnitt erhöhten die Roten Bullen auf 4:0, die Treffer markierten Frank Mauer in der 28. und Derek Joslin in der 40. Minute.

© Foto: Stephan Wenske

Die Moral bei den Eisbären stimmte. Sie gaben nicht auf, selbst als nach dem 5:0 durch Yasin Ehliz das Spiel mehr als entschieden war. Die beiden Treffer für die Eisbären durch James Sheppard und Andre Rankel in der 52. und 59. Minute ließen das Ergebnis ein bisschen freundlicher aussehen.

Was ist noch drin ? Ab sofort ist verlieren verboten, sonst ist die Saison zu Ende. Zum Glück, so äußerte sich auch Marcel Noebels, geht es in knapp 48 Stunden wieder weiter. So ganz vorbei ist es nicht, da ist die zuletzt sterbende Hoffnung und für München könnte gelten, dass der letzte Sieg immer der schwerste ist. Die Eisbären glauben dran.

Hans-Peter Becker