Die Rückrunde der Regionalliga Nordost hat begonnen

Der Überblick ist durch nicht einheitliche Spielaustragungen gekennzeichnet, die Tabelle hat ein schiefes Bild. Energie Cottbus führt zwar mit 33 Punkten, gefolgt von Rot-Weiß Erfurt und dem Berliner AK 07 mit je 32 Punkten, Erfurt hat aber ein Spiel weniger. Das Heimspiel gegen den Tabellensechzehnten, FSV Luckenwalde, musste witterungsbedingt ausfallen. Der BAK 07 schwächelte erneut, auswärts, sogar deutlich 0:3 gegen den Greifswalder FC. Besonders auf sich aufmerksam macht der aktuelle Tabellenvierte, jetzt mit 31 Punkten, der Chemnitzer FC. Ihm gelang ein 1:0-Sieg gegen Tennis Borussia in Berlin. Bereits seit neun Partien sind die Sachsen nun ungeschlagen. Wie bei den Erfurtern stehen erst 16 ausgetragene Spiele zu Buche. Drei Traditionsvereine folgen punktgleich mit einem Zähler weniger: 1. FC Lok Leipzig, Chemie Leipzig und BFC Dynamo. Sogar Carl Zeiss Jena rechnet sich noch Chancen, mit 28 Punkten, aus. In der begonnenen Rückrunde kann es so einiges an Spannung und Überraschung im Kampf um die Meisterschaft geben. Energie Cottbus an der Spitze konnte sich nicht weiter absetzen. In Cottbus siegte Altglienicke mit 2:0. Der Meister aus dem Nordosten steigt ja in dieser Saison nicht direkt auf. Er qualifiziert sich lediglich für die Relegation gegen den Meister aus Bayern.

Schauen wir auf die Berliner: Tabellendritter BAK ist weiter bester Berliner Vertreter. Auf Platz 7 schaut der BFC Dynamo auch wieder mehr nach oben als nach unten. Mit 2:1 wurde gegen Meuselwitz gewonnen. Die VSG Altglienicke ist 9., Hertha BSC II ist 12, verlor zu Hause 1:2 gegen den 1. FC Lok Leipzig. Absteiger Viktoria 89 ist mit 18 Punkten weiter abstiegsgefährdet. Das 1:1, wieder zu Hause im eigenen Stadion in Lichterfelde, gegen Carl Zeiss Jena war wichtig. Zwei Berliner Clubs stehen weiter in der abstiegsgefährdeten Zone. Lichtenberg 47 erkämpfte beim Tabellenletzten Germania Halberstadt ein 1:1, hat jetzt 15 Punkte und ist 15., Tennis Borussia mit 8 Punkten 17. Nur der Tabellenletzte, aktuell Halberstadt mit 5 Punkten, würde direkt absteigen. Es könnte, je nachdem, ob der Meister aufsteigt und wer aus der 3. Liga absteigt, könnte es durchaus auch drei weitere Absteiger geben.

Sowohl für TeBe als auch für Lichtenberg 47 besteht noch Hoffnung. Tennis Borussia muss am kommenden Spieltag nach Jena und Viktoria 89 muss beim 1. FC Lok Leipzig im Bruno Plache Stadion bestehen. Die VSG Altglienicke empfängt Chemie Leipzig. Da Viktoria ja wieder in Lichterfelde spielen darf, sind die Volkssportler wieder in den Jahnsportpark zurückgekehrt. Ein Berlin-Derby steht im Poststadion an. Der BAK 07 hat den BFC Dynamo zu Gast. Herthas Nachwuchs spielt in Babelsberg und Lichtenberg 47 im Zoschke gegen Rot-Weiß Erfurt.

Ein Nachholspiel vom 15. Spieltag zwischen dem 1. FC Lok Leipzig – Chemnitzer FC ist für Dienstag, 31.01.2023 terminiert. Beide haben das Ziel 3. Liga im Visier.

Christian Zschiedrich

Erneute Niederlage für Tabellenführer Berliner AK 07

Carl Zeiss Jena gewinnt nach sechs sieglosen Partien und dem Trainerrauswurf von Andreas Patz am 13. Spieltag 3:0 über Spitzenreiter BAK 07. Die Berliner warteten jedoch in Jena mit ihrer schlechtesten Saisonleistung auf. Sie waren am Freitagabend vor 3.453 sogar noch glimpflich mit dem 0:3 davon gekommen. Dennoch bleibt BAK Tabellenführer, weil Energie Cottbus vor 2.345 Zuschauern im Sportforum von BFC Dynamo mit sage und schreibe 4:1 bezwungen wurde. Energie verpasst damit die Tabellenführung. Ebenso Aufsteiger Rot-Weiß Erfurt, weil die Erfurter nicht über ein 1:1 bei Germania Halberstadt, der Roten Laterne, hinaus kamen. Halberstadt stemmt sich gegen den Abstieg und hätte sogar den Sieg verdient gehabt. Dynamo nahm erst nach der Pause Fahrt auf und gewann mit drei Jokertoren, hat nunmehr nach 13 Spielen = 19 Punkte, Tabellenplatz 10. Die Spitzengruppe ist noch enger zusammen gerückt.

Tennis Borussia muss unbedingt in den Tabellenkeller blicken: vorletzter, nach wie vor nur 4 Punkten, mit aussagekräftigen 10 Gegentoren aus den letzten beiden Spielen. 0:4 gegen Chemie Leipzig und „nur“ 0:6 im Berlin-Derby gegen VSG Altglienicke vor 378 Zuschauern im Amateurstadion. Das 0:7 wurde aberkannt. Der TeBe-Anhang wurde leidgeprüft. Ebenfalls Remis, torlos, holte Viktoria 89 wenigstens ein Pünktchen gegen FSV Luckenwalde, dem Tabellen-16.. Neben dem BFC Dynamo hat doch noch ein Berliner Club drei Punkte eingefahren: Hertha BSC II im Derby gegen Lichtenberg 47 mit 3:0. Hertha verbucht nun als Tabellen 11 = 17 Punkte, Lichtenberg ist 13. mit 13 Punkten. Eine faustdicke Überraschung bescherte der 1. FC Lok Leipzig zu Hause im Bruno Plache Stadion seinen Anhängern, 2.810 Zuschauer, – unterlag dem ZFC Meuselwitz 0:1.

Erst am Freitag, 25.11., 19.00 Uhr, geht es mit drei Ansetzungen weiter: Lichtenberg 47 – Viktoria 89, Luckenwalde – Tennis Borussia Berlin und Altglienicke gegen den Greifswalder FC (12.). Samstag, 26.11., 13.00 Uhr, Rot-Weiß Erfurt – Babelsberg 03, Berliner AK 07 – 1.FC Lok Leipzig, 14.00 Uhr, Chemie Leipzig – BFC Dynamo und Sonntag, 27.11., 13.00 Uhr, Energie Cottbus – Germania Halberstadt, 13.30 Uhr, Meuselwitz – Hertha II und 14.00 Uhr, Chemnitzer FC – Carl Zeiss Jena.

Christian Zschiedrich

Überraschungen am 12. Spieltag in der Regionalliga

Energie Cottbus ist mit dem 3:1-Sieg gegen den Greifswalder FC bis auf zwei Punkte an Tabellenführer Berliner AK herangerückt. Der BAK musste zu Hause im Poststadion 2:4 gegen den Chemnitzer FC die erste Heimniederlage einstecken. Nach 12 Spielen haben die Berliner 28 Punkte und Energie Cottbus 26 Punkte. Die Anzahl 26 Punkte hat auch Aufsteiger Rot-Weiß Erfurt mit dem 4:1-Sieg vor 5.899 Zuschauern gegen den BFC Dynamo geholt.

Chefredakteur Christian Zschiedrich Foto: Sportick

Mit je 25 Punkten stehen Babelsberg 03 und Chemie Leipzig auf Platz 4 und 5. Babelsberg gewann 5:1 beim Tabellenletzten in Halberstadt und Chemie siegte 4:0 zu Hause gegen Tennis Borussia. Auf Platz 6 mit 23 Punkten abgerutscht ist der 1. FC Lok Leipzig. Lichtenberg 47 nämlich bezwang nicht zum ersten Mal Lok erstaunlicherweise mit 4:2. Das Berlin-Derby VSG Altglienicke gegen FC Viktoria 89 endete 1:1, während Hertha BSC II auswärts 2:1 beim FSV Luckenwalde gewann.

So spannend kann es nun am 13. Spieltag weitergehen. Bereits am Freitagabend, 19.00 Uhr, finden zwei interessante Begegnungen mit Berliner Beteiligung statt. Das Derby Elfter gegen Zwölfter im Amateurstadion zwischen Hertha BSC II und Lichtenberg 47. Noch Spitzenreiter BAK 07 muss nach Jena zum Platz 9. Carl Zeiss. Carl Zeiss Jena entließ nach der 1:2 Niederlage in Meuselwitz Trainer Andreas Patz mit sofortiger Wirkung.

Christian Zschiedrich

Fünf Punkte Vorsprung für Spitzenreiter Berliner AK 07

Ja, der 11. Spieltag in der Regionalliga Nordost sollte im Spitzenspiel Erster gegen Zweiter entscheidende Veränderungen bringen, doch die in dieser Saison starken Babelsberger schafften als Tabellenzweiter keinen Sieg in ihrem Karl-Liebknecht-Stadion am Freitagabend, 28.10. vor 3.333 Zuschauern in einer torlosen, aber dennoch rasanten Partie. Tabellenführer BAK 07 war bereits zum neunten Mal ohne Gegentreffer und dem Sieg sogar näher als die Heimmannschaft. Babelsberg lies im ersten Durchgang die Berliner nicht zu ihrem gewohnt guten Aufbauspiel finden, die 07er gerieten beeindruckend in Zweikämpfen, mit gelungenen Attacken, dazu temporeich und immer wieder früh störend in die Defensive. BAK gelang es, sich allmählich vom Druck zu befreien und enorme Torgefahr mittels einstudierter Standards zu erzeugen. Insbesondere nach Eckbällen war es erst Meyer und dann Richter, die mit Aluminiumtreffern aufwarteten. Trainer Benjamin Duda war auf seine junge Mannschaft voller Lobeshymnen und stolz, wie sie sich behauptete und standhaft, eben nicht umfiel. Trotz fehlender Tore sprach er von einer „gutklassigen Partie“.

Grafik: Sportick

Mit dem Remis fiel Babelsberg punktgleich mit Chemie Leipzig, je 22, auf den 5. Rang zurück, davor nun von Platz 2 bis 4 gleich drei Vereine mit 23 Punkten. Energie Cottbus, Rot-Weiß Erfurt und der 1. FC Lok Leipzig. Ausgerechnet gegen Chemnitz (in Folge drei zu Null-Spiele), dann zu Carl Zeiss Jena (18 Punkte), und gegen den 1. FC Lok Leipzig, (2:0-Sieger über FSV Luckenwalde), stehen weitere schwere Aufgaben bevor. Bleibt zu hoffen, dass der Berliner Tabellenführer weiterhin standhaft bleibt und die Tabellenführung souverän, derzeit 5 Punkte Vorsprung, verteidigen kann.

Mit der VSG Altglienicke folgt erst auf Platz 7 ein weiterer Berliner Club. Im Amateurstadion fertigten die Heine-Schützlinge Herthas zweite Mannschaft mit sage und schreibe 5:0 ab. Hertha BSC II nimmt mit 11 Punkten Platz 12 ein. Der BFC Dynamo, 3:2-Sieger über Schlusslicht Germania Halberstadt, rangiert im Mittelfeld, mit 16 Punkten, Platz 10. Unmittelbar über den Relegationsplätzen stehen drei Berliner Clubs, Hertha II, Lichtenberg 47 und FC Viktoria 89. Lichtenberg erkämpfte in Jena ein 0:0, Viktoria 89 verlor zu Hause 0:2 gegen Chemie Leipzig.

Weiterhin, mit 4 Punkten, stark abstiegsgefährdet ist Tennis Borussia, Vorletzter in der Tabelle. Es war vor 1.491 Zuschauern im Mommsenstadion gegen Energie Cottbus fast absehbar, ins Hintertreffen zu geraten. Ohne Einwirkung eines Gegners brach Abwehrspieler Lucas Bähr nach dem 0:2 in der 55. Minute an der eigenen Strafraumgrenze regungslos zusammen. Das Spiel wurde einschließlich der eintreffenden Rettung 30 Minuten lang unterbrochen. TeBe’s Vorsitzender Günter Brombosch: „Lucas geht es jetzt den Umständen entsprechend gut“. Tennis Borussia kassierte in der Nachspielzeit das 0:3 und 0:4 und obendrein zwei Rote Karten: 90 + 6 Albers (Notbremse) und 90 + 12 Oschmann (Foulspiel). Am Samstag, 5.11. muss TeBe zu Chemie Leipzig, dem 2:0 Sieger im Jahnsportpark gegen Viktoria 89, nun ab in den Alfred-Kunze-Sportpark nach Leipzig.

Christian Zschiedrich

Tradition und Komplimente in der Regionalliga Nordost

Der Beweis für gute Leistungen: Die Zuschauer wissen es zu honorieren! 6.710 in Leipzig beim 3:0 von Lok gegen Chemie. Lok Leipzig, jetzt 17 Punkte, überholt damit am 9. Spieltag den Lokalrivalen, Chemie aktuell jetzt bei 16 Punkten. Chemie empfängt am 10. Spieltag, im Alfred-Kunze-Sportpark die zweite Mannschaft von Hertha BSC. Hertha II kassierte mit 0:5 eine derbe Klatsche vor 1.342 Zuschauern zu Hause im Amateurstadion gegen Energie Cottbus, jetzt 17 Punkte und Platz drei in der Tabelle. Großes Erstaunen noch weiter oben in der Spitzengruppe auf Platz zwei und eins.

Babelsberg 03, wer hätte das prophezeit, nach dem 3:0-Heimerfolg, 2.191 Zuschauer waren gegen ZFC Meuselwitz dabei, ist mit 21 Punkten Tabellenzweiter. Muss jetzt ins Sportforum zum BFC Dynamo. Die Dynamos kommen schwer in die Gänge, vor 542 Zuschauer beim Greifswalder FC, gab es ein 1:1. Der BFC holte beim Tabellen 10. eine Punkteteilung. Umso mehr hat sich Dynamo gegen Babelsberg, in der wahrlich interessanten Partie vorgenommen.

Christian Zschiedrich Foto: Headlight Pictures

Sehr lobenswert, mit 24 Punkten und einem Torverhältnis von 20:3 ein Berliner Verein, Spielstätte Poststadion, der Berliner AK 07. Sie erzielten mit 6:0 den höchsten Sieg im Derby gegen Lichtenberg 47 vor 1.092 Zuschauern. Lichtenberg 47, nunmehr Tabellen 14., mit neun Punkten empfängt im „Zoschke“ den Chemnitzer FC, zuletzt siegreich vor 2.151 Zuschauern über FSV Luckenwalde mit 2:0. Chemnitz ist mit 12 Punkten Neunter.

Die VSG Altglienicke (Tabellen 7., 16 Punkte) erkämpfte sich in Jena bei Carl Zeiss ein 0:0, Jena bleibt Sechster, mit ebenfalls 16 Punkten. Keine leichte Aufgabe wartet auf Altglienicke im Amateurstadion. Es heißt, gegen den 1. FC Lok Leipzig zu bestehen. Vier Berliner Vereine nehmen die Plätze 11 bis 14 ein. Dreizehnter ist FC Viktoria 89 mit neun Punkten. Viktoria verlor leider 1:2 vor 771 Zuschauern gegen Rot-Weiß Erfurt, dem überraschenden Tabellen 4, mit 17 Punkten. Cottbus, Erfurt und Leipzig haben gemeinsam 17 Punkte.

Unseren sechsten Berliner Verein in der Regionalliga Nordost, Tennis Borussia, werden wir keineswegs vergessen. Dass die Saison für die Lila-Weißen nicht leicht werden würde, war voraus zu sehen. Deshalb erfreut uns eine Erfolgsmeldung: Vor 487 Zuschauern gewann TeBe im Mommsenstadion mit 4:3 gegen Germania Halberstadt, gab damit die rote Laterne an Halberstadt ab. Ob allerdings am in Erfurt, im Steigerwaldstadion, mehr als derzeit die vier Punkte herauskommen, da ist Daumendrücken und hoffen auf die nächste Leistungssteigerung angesagt.

Christian Zschiedrich

Regionalliga Nordost – BAK verteidigt Tabellenführung

Der BAK 07 verteidigte auch am 8. Spieltag die Tabellenführung, die sie jetzt seit der 3. Spielrunde innehaben. Sieben Siege und bisher eine Niederlage, 21 Punkte von 24 möglichen, das ist die beeindruckende Bilanz der Mannschaft aus dem Poststadion. In Luckenwalde reichte der Treffer von Abwehrspieler Ben Meyer in der 34. Minute für den knappen Sieg. Der ärgste Verfolger, Babelsberg 03, bleibt ihnen auf den Fersen und brachte aus Greifswald einen 2:0 Sieg mit.

Erfolgreich gestalteten den Spieltag zudem drei andere Berliner Vertreter. Im Berliner Derby empfing im Sportforum der BFC Dynamo die Veilchen aus dem Mommsenstadion. Vor 1.418 zahlenden Zuschauern war TeBe chancenlos. Bereits zur Halbzeit machten die Weinroten alles klar und deklassierten die Mannschaft von Trainer Abu Njie mit 4:0. In der zweiten Hälfte ließen es die Weinroten etwas gemächlicher angehen und gestatteten TeBe den Ehrentreffer. Ein ernüchterndes Resultat, TeBe bleibt weiter Schlusslicht der Tabelle zusammen mit Germania Halberstadt. Dort war Viktoria Berlin zu Gast und gewann im Friedensstadion mit 1:0, Erleichterung im Lager der Himmelblauen. Batikan Yilmaz erzielte in der 21. Minute das Tor des Tages. Am nächsten Spieltag erwartet Viktoria den erstaunlich stark aufspielenden Aufsteiger Rot-Weiß Erfurt im heimischen Jahnsportpark. Die Erfurter reisen mit der Empfehlung eines 2:1 Sieges gegen Hertha II nach Berlin.

Die VSG Altglienicke trennte sich auf dem Hertha-Gelände 3:3 im Spiel gegen den Chemnitzer FC. Sie konnten einen 0:2 Rückstand drehen, leider unterlief dem Altglienicker John Liebelt in 72. Minute ein Eigentor zum Ausgleich. Bliebe noch Lichtenberg 47 zu erwähnen. Am Sonntag, 2.10. hatten sich 636 Zuschauer im Zoschke eingefunden und gingen zufrieden nach Hause. Es wurde ein 2:1 gegen die Gäste aus Meuselwitz. Bis auf das Sorgenkind TeBe können die Berliner Vertreter mit dem Spieltag zufrieden sein.

Hans-Peter Becker

Viktoria holt ersten Saisonsieg

Am 5. Spieltag in der Regionalliga Nordost hatten die Fußballfreunde in Berlin zwei Derbys zur Auswahl, die zudem zeitgleich angepfiffen wurden. In Lichtenberg, empfingen im „Zoschke“ die dort beheimateten 47’er die VSG Altglienicke und nur etwa 10 Kilometer Luftlinie entfernt im Jahnsportpark kämpften Viktoria und Tennis Borussia um Punkte. Im Wettbewerb um den Zuspruch an zahlenden Zusehern hatte der Jahnsportpark die Nase vorn. Leider war es nur dreistellig, im Zoschke entrichteten 595 ihren Obolus, im Prenzlauer Berg 711.

Im „Zoschke“ siegte Altglienicke durch einen Treffer von Patrick Breitkreuz in der 49. Minute mit 1:0. Minimalistisch war es zunächst auch im Jahnsportpark. TeBe gehörte die Anfangsphase. Viktoria kam schwer in die Partie, den ersten Torschuss gab in der 11. Minute Rückkehrer Shalva Ogbaidze ab. Daraus resultierte auch der erste Eckball für Viktoria.

Nach einer halben Stunde stellte Semih Keskin seine Himmelblauen taktisch um. Samir Werbelow und Moritz Seiffert tauschten die Seiten und es ging im 4-2-3-1 weiter. Es ging vor allem darum, auf der rechten Seite TeBe`s Eke Uzoma besser in den Griff zu kriegen. Die Maßnahme tat ihre Wirkung. Hatte nach Aussage von Trainer Abu Njie seine Mannschaft die beste erste Halbzeit der Saison abgeliefert, sah die zweite Halbzeit ganz anders aus. Viktoria übernahm das Kommando, von Tebe`s anfänglicher Feldüberlegenheit blieb nicht viel übrig. In der 69. Minute war es so weit, die Führung für Viktoria die logische Folge. Neuzugang und Dynamo Dresden Leihgabe Phil Harres traf mit dem Innenrist, die Vorlage lieferte von der linken Seite Werbelow. TeBe`s Abwehr war gänzlich unsortiert, einschussbereit stand auch Berk Inaler bereit. Der Sechser Inaler war es dann, der in der 74. Minute für die 2:0 Führung sorgte. Die Vorarbeit kam vom pfeilschnellen Seiffert. TeBe muss zumindest eine gute Moral bescheinigt werden. Sie gaben nicht auf und wurden in der 82. Minute mit dem Anschlusstreffer belohnt. Torschütze war Top-Neuzugang Eke Uzoma. Es war zu spät, letztlich hatten die Veilchen aus Charlottenburg einige konditionellen Probleme, so konnte die junge Viktoria Mannschaft um Trainer Keskin endlich den ersten Sieg in der Regionalliga-Saison feiern.

Am 6. Spieltag muss Viktoria beim Aufsteiger in Greifwald ran, TeBe empfängt im heimischen Mommsenstadion den SV Babelsberg.

Die anderen Berliner Vereine in der Regionalliga Nordost hatten keine Niederlagen zu melden. Der BFC holte in Leipzig-Probstheida beim 1. FC Lok ein 0:0. Hertha II war im Heimspiel siegreich gegen Greifswald und der Tabellenführer BAK 07 verteidigte den Spitzenplatz mit einem 2:1 Sieg gegen Energie Cottbus.

Hans-Peter Becker

Regionalliga Nordost aus Berliner Sicht

Aufmerksamer Beobachter am Sonntagmittag im Jahnsportpark war der Mannschaftsbetreuer der VSG Altglienicke, Jürgen Pastille. Die VSG spielt erst am Mittwoch, 31. August, ihre Partie gegen Luckenwalde und gegen Viktoria wird erst am 12. Spieltag, im November angetreten. Er sah zusammen mit etwas mehr als eintausend Zuschauer den 1:0 Sieg der Babelsberger gegen Viktoria. Der Sieg geht insgesamt in Ordnung, wenn auch Viktoria ein Elfer verwehrt wurde und ein Wembley-Tor nicht anerkannt wurde. Babelsberg hatte es versäumt, den berühmten Sack zuzubinden.

Bereits am Freitag mussten unter Flutlicht bereits drei Berliner Vertreter ihre Spiele bestreiten. Der BAK bleibt weiter ungeschlagen, als einziges Team der Liga. In Erfurt, beim Aufsteiger, wurde mit 1:0 gewonnen. Sie bleiben Tabellenführer und empfangen am nächsten Spieltag Energie Cottbus im Poststadion.

Heimspiele am Beginn des Wochenendes hatten ebenso TeBe und der BFC Dynamo. Der BFC, ja eigentlich angetreten, sich weiterzuentwickeln, unterlag im Sportforum dem FC Carl-Zeiss Jena mit 0:2 vor 2.099 Zuschauern. Mit lediglich 3 Punkten hinken sie ihren Ansprüchen hinterher. Im Mommsenstadion spielte fast zeitgleich TeBe gegen Hertha II. Die erste Halbzeit verging vor nur 567 Zuschauern torlos. Nicht einmal 10 Minuten benötigten die Veilchen, um durch den Doppeltorschützen Tekin mit 2:0 in Führung zu gehen. Am Ende trennten man sich 3:3. Immerhin, es war der erste Punkt in dieser Saison überhaupt für TeBe. Es wird eine schwere Saison für die neu formierte Mannschaft von Tennis Borussia.

Am Sonntag reiste Lichtenberg 47 nach Leipzig und traf im Georg-Schwarz-Sportpark auf Chemie Leipzig. Nach 73 Minuten lagen sie mit 0:3 hinten, der Anschlusstreffer zum 2:3 gelang erst in der zweiten Minute der Nachspielzeit. Für die Mannschaft aus dem „Zoschke“ geht es auch in dieser Saison um den Klassenerhalt.

Hans-Peter Becker

Regionalliga Nordost – spannender Titelkampf

Die Regionalliga Nordost startet am 5. August in die Saison 2022/23. Es werden insgesamt 18 Mannschaften den Kampf aufnehmen. Das Eröffnungsspiel wird am Freitagabend, 5. August 2022 um 18:00 in Luckenwalde angepfiffen. Der ansässige FSV empfängt den Rückkehrer FC Rot-Weiß Erfurt zum Kampf um die ersten Punkte. Eine Stunde später werden dann in Berlin die ersten Spiele beginnen, im „Zoschke“ wartet Lichtenberg 47 auf Halberstadt und die VSG Altglienicke bekommt es am Wurfplatz, auf dem Gelände des Olympiastadions, mit Energie Cottbus zu tun. Da treffen gleich zwei Teams aufeinander, die von den Experten als Favoriten auf die vorderen Plätze, sogar als heiße Meisterschaft-Anwärter gehandelt werden. Altglienicke hat sich mit Tolcay Cigerci, Philip Fontein, Charmaine Häusl (beide Berliner AK), Aleksandrs Guzlajevs (VfB Auerbach) und Gordon Büch (RFCU Luxemburg) wohl am namhaftesten verstärken können.

Insgesamt spielen sieben Mannschaften aus Berlin in der Nordost Liga. Die Reisekosten bleiben moderat. Am Stadtrand spielen die Babelsberger und Cottbus und Luckenwalde sind nicht allzu weit entfernt. Die längsten Anreisen aus Berliner Sicht sind Jena, Erfurt, Chemnitz und Greifswald. Die Spielorte liegen alle weniger als 300 km entfernt.

Am Samstag, jeweils um 13:00 Uhr müssen drei Berliner Vertreter auswärts zeigen, wie gut die Vorbereitung war. Der Absteiger aus der 3. Liga Viktoria Berlin, hat gleich in Jena eine harte Nuss zu knacken. Der FC Carl-Zeiss wird weit vorn erwartet, liebäugelt mit der Meisterschaft, während die Himmelblauen nicht unbedingt den sofortigen Wiederaufstieg anpeilen dürften. Sie gehen ein doppeltes Wagnis ein, sie schicken eine junge Mannschaft ins Rennen und vertrauen, mit Semih Keskin, übernahm das Amt von Farat Toku, auf ihren bisherigen U 19 Trainer. Für den 33-jährigen Keskin ist es die erste Stelle als Cheftrainer im Männerbereich. Es sind nur wenige Spieler aus dem Drittliga-Kader verblieben. Wie stabil ist die junge Mannschaft des FC Viktoria? Es müssen 17 Neue integriert werden. In der Abwehr fällt, mit Tobias Gunte, eine wichtige Säule in der Verteidigung, nach Vereinsangaben voraussichtlich bis November aus. Am Ende der Saison wollen die Himmelblauen möglichst weit oben stehen. Das Ziel bleibt die Rückkehr in den Profifußball.

TeBe muss am Samstag in Chemnitz antreten. An der Gellertstraße zu bestehen, ist keine leichte Aufgabe. Chemnitz wird von Christian Tiffert trainiert, bei TeBe kein Unbekannter. Die Zielvorgaben könnten nicht unterschiedlicher sein, die Veilchen mit ihrem neuen Trainer Abu Njie (kam von Tasmania aus der Oberliga) hoffen auf eine halbwegs sorgenfreie Saison und den Klassenerhalt. Kurz vor dem Saisonbeginn wurden noch drei Neuzugänge vermeldet. Malik Ceesay, Mustafa Karaman und Emincan Tekin wechseln an den Eichkamp. Tekin wechselt von Hertha II und hat immerhin Erfahrung in der Regionalliga. Das Gros der Neuzugänge kommt aus unterklassigen Ligen. Mit jetzt 23 Spielern bleibt die Kaderstärke trotzdem relativ klein. Der sportliche Leiter Claudio Offenberg hatte zudem überraschend im Juli sein Amt niedergelegt.

Nicht ganz so weit wie die Viktoria muss der am Aufstieg gescheiterte BFC Dynamo auf Reisen gehen. Die Autobahn A9 kann der Mannschaft-Bus der Weinroten bereits an der Abfahrt Weißenfels verlassen, weiter geht es in Richtung Zeitz bis nach Meuselwitz, dort wartet in der Bluechip-Arena der Zipsendorfer Fußballclub. Neuer, alter Trainer in Meuselwitz ist Heiko Weber, zuvor Leiter der Nachwuchsabteilung des FC Carl-Zeiss, der zudem einige Spieler aus Jena mitgebracht hat. Der BFC hat mit Heiner Backhaus auch einen Neuen auf dem Trainerstuhl und nimmt einen neuen Anlauf in Richtung Aufstieg. Zuvor trainierte er Rot-Weiß Koblenz in der Regionalliga Südwest und mit ihm wechselten Dominic Duncan und Arthur Ekalle, zwei Defensivkräfte, ins Sportforum nach Hohenschönhausen. Der BFC hat mit Matthias Hamrol einen neuen Torwart verpflichtet. Für ihn ist es ein schnelles Wiedersehen mit seiner alten Fußballheimat. Er hielt in der letzten Saison für Meuselwitz den Kasten sauber.

Der Sonntag hält dann für die Fußballinteressierten in Berlin und Umgebung, jeweils ab 13:00 Uhr, die Partien BAK 07 gegen Aufsteiger Greifswalder FC und Babelsberg gegen Chemie Leipzig parat. Der Aufsteiger Greifwalder FC hat aufgerüstet und gilt als Geheimtipp für die neue Saison. So wurde unter anderem Stürmer Abu Bakarr Kargbo verpflichtet, der in der letzten Saison im Dress der Athleten neun Tore erzielte. Ihm zur Seite stehen wird mit Guido Kocer ein zweitligaerfahrener Akteur.

Die zweite Mannschaft von Hertha BSC reist nach Leipzig und trifft im Bruno-Plache Stadion auf den „die Locksche“ genannten Verein Lok Leipzig. Verstärkt hat sich die Mannschaft mit Nader El-Jindaoui, er dürfte als Influencer bekannter sein. Der 25-jährige Stürmer erzielte in der Saison 2021/22 in 35 Spielen für den BAK 14 Tore und gab 10 Vorlagen. Er soll jetzt gewissermaßen als Routinier die Hertha-Bubis an den Männerfußball heranführen. Von Viktoria wechselte Torwart Philip Sprint zurück zu seinem einstigen Ausbildungsverein, ein weiterer erfahrener Spieler für den Hertha-Nachwuchs. Trainer Ante Covic hegt mit den Hertha Bubis keinerlei Meisterschaftsambitionen. Pro Saison sollen wenigstens drei Nachwuchskräfte an die Profimannschaft herangeführt werden und dazu in der Regionalliga frei von Abstiegssorgen gespielt werden.

Eine interessante Liga beginnt wieder mit ihrem Spielbetrieb. Der Meister steigt erneut nicht direkt auf, er muss die Relegation mit dem Meister aus Bayern.

Hans-Peter Becker

Union steigt weiter auf, Hertha hat es vergeigt und Viktoria steigt ab

Im Berliner Profifußball sind fast alle Messen gesungen. Der 1. FC Union krönt seinen unaufhaltbar zu seienden Aufstieg mit der Teilnahme an der zweiten europäischen Spielklasse. Es gibt etwas mehr Geld und zum Glück gibt es ja in Berlin das Olympiastadion, wo dann die hoffentlich hochkarätigen Gegner empfangen werden müssen. Dafür darf Union brav Miete zahlen, obwohl man doch ein schmuckes Eigenheim besitzt. Am letzten Spieltag wurde Aufsteiger Bochum mit 3:2 besiegt und der Urlaub kann beginnen.

Wir sind so wie wir sind,
Drum liebt man uns, drum hasst man uns.
Wir sind so wie wir sind,
Das Berliner Sorgenkind!
Von der Bundesliga träumen wir,
Drum trainieren wir tagtäglich.
Wir steigen einmal wieder auf
Fiffi Kronsbein macht es möglich.

Diese Zeilen aus einem sehr alten Hertha-Lied passen genau zur aktuellen Situation. Aus dem ersehnten Punkt in Dortmund wurde nichts, während Stuttgart mehr Glück hatte und mit einem Last-Minute-Treffer Hertha in die Relegation schickte. Das zweitschlechteste Torverhältnis der Liga könnte den Charlottenburgern noch zum Verhängnis werden. Zwei Mannschaften kommen als Relegationsgegner infrage, der HSV oder Darmstadt. Mehr spricht wohl für den HSV. Ein Alptraum wird wahr, Felix Magath hätte die Aufgabe, seine alte Liebe zu versenken. Er war dort Spieler, Manager und Trainer. Vielleicht bleibt ihm das ja erspart. Dieser Saisonabschluss ist sinnbildlich für die gesamte Spielzeit, keine Kontinuität und das mit einem Kader, der ganze andere Möglichkeiten gehabt hätte. Hinter den Kulissen scheint es bereits zu brodeln, wenn jetzt ein weiterer Abstieg dazu kommt, dürfte Hertha mal wieder alle Schlagzeilen füllen. Das Olympiastadion wird in der kommenden Woche stark frequentiert sein. Am Donnerstag, 19. Mai empfängt Hertha seinen Relegationsgegner und 48 Stunden später steht das Pokalfinale an. Am 23. Mai, so gegen 23:00 Uhr ist es Gewissheit und die Frage beantwortet, ob Berlin in der nächsten Saison nur einen oder weiterhin zwei Bundesligisten haben wird.

Ob die Hauptstadt weiter in der 3. Liga vertreten sein wird, ist zurzeit noch offen. Für den FC Viktoria hat es leider nicht gereicht. Am Ende fehlten drei Punkte. Ein starker Saisonstart konnte nicht ausgebaut werden. Personelle Verstärkungen und ein Trainerwechsel brachten nicht den gewünschten Effekt. Am letzten Spieltag hätte ein Sieg gegen den SV Meppen nur dann gereicht, wenn der SC Verl sein Spiel gegen den MSV Duisburg verloren hätte. Die Chance war minimal, Verl spielte Unentschieden und Viktoria verlor mit 3:4. Als kleines Trostpflaster winkt am 21. Mai im Mommsenstadion, das Finale im Berliner Pokal. Auf der Tribüne im Jahnsportpark saß, mit Karsten Heine, Torsten Mattuschka und Roman Linke, die geballte Kompetenz des Finalgegners aus Altglienicke. In der 70. Minute, kurz nachdem die Emsländer das 3:1 erzielt hatten, verließen sie das Stadion. Einen Tag später stand das Spiel zum Abschluss der Regionalliga-Saison gegen den BFC Dynamo an.

Hans-Peter Becker