Zehnter Finaleinzug in Serie perfekt

Es ist vollbracht: Die Berlin Recycling Volleys stehen zum zehnten Mal in Folge im Finale um die Deutsche Meisterschaft. In einem letzten, unheimlich intensiven Halbfinale bissen sich die Hauptstädter erneut mit 3:1 (27:25, 25:21, 22:25, 27:25) gegen starke SWD powervolleys Düren durch. Nun wartet in der Finalserie einmal mehr der VfB Friedrichshafen auf die Berliner um den brasilianischen MVP des Abends, Éder Carbonera (13 Punkte, 4 Asse).

Der Finaleinzug ist perfekt – Freude bei Cody Kessel und Samuel Tuia
Foto | Credit: Florian Zons

Jedem war klar, dass diese Serie zwischen Düren und Berlin auch in Spiel drei noch einmal Volleyball auf Spitzenniveau bieten würde. Die Anspannung in diesem Halbfinal-Showdown war von Beginn an greifbar und die Gastgeber münzten diese zuerst in positive Energie um (1:4). Ein erstes Éder-Ass brachte dann aber Schwung ins Berliner Spiel (4:4, 8:7). Jedoch ließ die Dürener Antwort nicht lange auf sich warten und nach einem Ass von Sebastian Gevert zogen die Hausherren im ersten Satz auf 11:16 davon. Wieder musste erst Éder zum Aufschlag kommen, um die BR Volleys in den Satz zurückzubringen (15:16). Dennoch setzte Cedric Enard mit der Einwechslung von Cody Kessel einen neuen Impuls. Die ersten zwei Chancen, den Auftaktsatz zu gewinnen, hatten die Powervolleys, aber Patch servierte das wichtige Ass zum Ausgleich (24:24). Mit einem krachenden Single-Block gegen Tobias Brand brachte schließlich Kapitän Sergey Grankin höchstselbst sein Team auf die Siegerstraße in Satz eins (27:25).

Der Anfangsphase von Durchgang zwei drückte Routinier Björn Andrae seinen Stempel auf (2:6). Grankin zog nun vermehrt die Option des Schnellangriffs über Anton Brehme und servierte dazu auch noch stark, sodass die Hauptstädter schnell den nächsten Rückstand egalisierten (10:10). Das dritte Èder-Ass des Abends bescherte den Berlinern die 13:12-Führung und das Break-Festival in der Dürener Arena ging weiter. Beide Mannschaften hielten den Aufschlagdruck hoch (18:15, 22:19) und am Ende verwertete der gut aufgelegte Kessel den Satzball zur 2:0-Führung (25:21).

Nach dem nächsten guten Dürener Start machte Grankin deutlich, dass er gern in drei Sätzen ins Finale einziehen wollte. Erst setzte der Russe den nächsten Single-Block (7:5), dann stopfte er den zweiten Ball ins Dürener Feld (9:6) und legte auch noch ein Ass nach (11:7). Allerdings gaben die selbstbewussten Rheinländer keineswegs auf und so wog das Match weiter hin und her (12:13, 19:18, 21:23). Die emotionale Achterbahnfahrt ging weiter, weil sich schließlich Düren für den großen Aufwand belohnte (22:25). Der Satzverlust brachte die BR Volleys aber nicht von ihrem Kurs ab. Mit weiter hohem Aufschlagdruck – exemplarisch dafür standen die Asse von Youngster Brehme (6:5, 16:11) – blieb man auf Finalkurs. Dann hatte Gevert wieder Grund, seine Freude herauszuschreien, denn erneut kamen die Rheinländer zurück (17:17). Den immens wichtigen Block gegen den chilenischen Nationalangreifer setzte dann Brehme (22:19) und den dritten Berliner Matchball eines ebenso intensiven wie hochklassigen Duells verwandelte Cody Kessel zum umjubelten Finaleinzug (27:25).

Stimmen zum Spiel
Éder: „Diese Serie hat ihr würdiges, hochemotionales Ende gefunden. Nach dem ersten Spiel war uns klar, wie schwer ein Comeback werden würde. Der Sieg am Mittwoch hat uns unheimlich Selbstvertrauen gegeben. Wir haben wieder an uns geglaubt und sind in dieser Serie als Mannschaft gewachsen. Jeder hat in den anderen vertraut und das war heute der Schlüssel zum Sieg.“
Cody Kessel: „Dieser Sieg fühlt sich einfach unglaublich an. Wir haben als Team viele schwierige Momente in dieser Saison überstanden. Mir fehlen schon etwas die Worte. Wir haben gegen eine unglaublich starke Dürener Mannschaft gespielt, die uns über drei Matches alles abverlangt hat. Auch sie dürfen stolz auf dieser Serie sein, auch wenn das vielleicht noch ein paar Tage dauern wird. Unsere Freude ist riesig, dass sich die harte Arbeit ausgezahlt hat und wir jetzt das Finale gegen Friedrichshafen spielen dürfen.“

BR Volleys Formation
Timothée Carle und Samuel Tuia (AA), Éder und Anton Brehme (MB), Sergey Grankin (Z), Benjamin Patch (D) und Julian Zenger (L) | Eingewechselt: Cody Kessel, Denys Kaliberda, Robin Baghdady, Pierre Pujol

Topwerte
Patch 19 Punkte | Éder 13 Punkte, 4 Asse, 78 % Angriffsquote | Anton Brehme 12 Punkte, 2 Asse, 2 Blocks

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

BR Volleys – Entscheidung in Düren

Alles ist angerichtet für einen letzten und sicherlich packenden Schlagabtausch im Playoff-Halbfinale am Samstagabend (27. Mrz um 19.30 Uhr). Nachdem die SWD powervolleys Düren in der „best of three“-Serie vor einer Woche mit einem 3:1-Heimsieg vorlegten, revanchierten sich die BR Volleys am Mittwoch ihrerseits mit einem 3:1-Heimerfolg. Für den Showdown um den Finaleinzug haben die Rheinländer nun wieder Heimvorteil, die Berliner indes vielleicht einen kleinen psychologischen Vorteil.

Die Kulisse von 1.000 Menschen hat die BR Volleys am Mittwochabend definitiv beflügelt. Das Pilotprojekt zur Zuschauerrückkehr bildete einen in Pandemie-Zeiten kaum für möglich gehaltenen, würdigen Rahmen für ein Playoff-Halbfinale. Es passte aus Berliner Sicht ins Bild, dass sich die Hauptstädter bei diesem Anlass gegenüber Spiel eins deutlich steigern und den Ausgleich in der Serie erkämpfen konnten. Mit verbessertem Aufschlag und einer stets wachsamen Block-Feld-Abwehr gewannen die BR Volleys die ersten beiden Sätze (25:22, 25:20), wovon sich die Powervolleys aber keinesfalls verunsichern ließen, sodass sich spätestens in den Sätzen drei (24:26) und vier (29:27) ein phasenweise dramatisches Match entwickelte.

Damit wendete das BR Volleys Team ein vorzeitiges Saisonende ab und erhält morgen eine erneute Chance. Bei dem Vorhaben diese zu ergreifen, wird viel davon abhängig sein, ob Benjamin Patch seine überragende Leistung vom Mittwoch (30 Punkte, 68% Angriffsquote, 3 Asse) bestätigen kann. Vor allem aber beschwört Trainer Cedric Enard den Teamgedanken für das Entscheidungsspiel: „Nur so, wie wir alle gemeinsam am Mittwoch gearbeitet haben, kann es gehen. Das waren der Wille und die Emotionen, die wir brauchen.“ Die gezeigten Qualitäten müssen seine Schützlinge nun wieder bei einem “Geisterspiel“ an den Tag legen und beweisen, dass man auch in leerer Arena den stürmischen Powervolleys gewachsen ist. „Das Gesamtpaket hat gestimmt. Ich hoffe, wir können das morgen genauso zeigen. Düren war in beiden Duellen extrem stark, deshalb wird es garantiert erneut ein ganz harter Kampf. Wir haben kurz regeneriert und wollen nun alles geben“, ist Mittelblocker Anton Brehme entschlossen.

Auf den Sieger dieses Halbfinals wartet in den Endspielen um die Deutsche Meisterschaft schon seit gestern Abend der VfB Friedrichshafen. Die Häfler setzten sich in ihrem Semifinale zweimal knapp mit 3:2 gegen die SVG Lüneburg durch. Auch wenn die beiden Kontrahenten das große Finalziel vor Augen haben, geht man abseits des Spielfelds weiterhin freundschaftlich miteinander um. Das war auch im Anschluss an das Match am Mittwoch zu erleben. Minutenlang werteten die Spieler den emotionalen Abend gemeinsam aus.

Geschäftsführer Kaweh Niroomand hat dabei schon den Kampfgeist des Kontrahenten beobachtet: „Unser Heimsieg hat die Dürener nicht umgeworfen. Das hat man den Spielern deutlich angesehen, sie werden uns in ihrer eignen Arena nochmals zeigen wollen, was eine Harke ist.“ Dennoch haben die BR Volleys sich selbst und dem Gegner bewiesen, welchen Verlauf das Duell nehmen kann, wenn bei den Berlinern vieles bis alles passt. Das könnte eben der kleine, psychologische Vorteil sein.

Das Entscheidungsspiel in Düren wird auf sporttotal.tv im Mehr-Kamera-Stream mit dem ehemaligen SCCer Jaromir Zachrich am Kommentar übertragen.

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

Und der Gewinner ist: BR Volleys erzwingen Spiel drei

Es wurde das erhoffte Volleyballfest! Vor 1.000 Teilnehmenden lieferten sich die BR Volleys und die SWD powervolleys Düren ein umkämpftes Duell – mit dem besseren Ende für die Gastgeber aus Berlin. Der Hauptstadtclub setzte sich mit 3:1 (25:22, 25:20, 24:26, 29:27) durch und glich die „best-of-three“-Serie aus. Welches Team in das Endspiel um die Deutsche Meisterschaft einzieht, entscheidet sich damit am Samstag (27. Mrz um 19:30 Uhr) in Düren.

Volleyball, Herren, Saison 2020/21, 1. Bundesliga, Playoff-Halbfinale, Spiel 2 am 24.03.21, BR Volleys – SWD powervolleys Düren, Jubel nach dem Abpfiff, Foto: Michael Hundt

158 Tage dauerte es, bis die BR Volleys wieder ein Spiel vor heimischem Publikum bestreiten konnten – heute war es so weit. Möglich wurde das Pilotprojekt mit 1.000 Teilnehmenden in der Max-Schmeling-Halle durch ein umfangreiches Hygienekonzept mit Testsystem, das mit freundlicher Unterstützung von DoctorBox und Avenida Care ab 12.00 Uhr in der Nebenhalle umgesetzt wurde. Wie sehr alle den Volleyballtempel vermisst hatten, zeigte sich schon vor Spielbeginn: Als die Mannschaft zum ersten Mal die Halle betrat, brandete Applaus auf, für einen absoluten Gänsehaut-Moment sorgte schließlich die Mannschaftsvorstellung. Davon motiviert, aber dennoch hochkonzentriert gingen beide Teams im Vergleich zum vergangenen Samstag unverändert in die Partie und hielten zunächst stabil ihre Annahme (6:6). Wie gefährlich die Gäste aus Düren sein können, zeigte sich, als sie zur Mitte des Durchgangs kleinste Ungenauigkeiten der Berliner sofort ausnutzten und sich absetzten (7:10, 12:15). Viel Aufschlagdruck, zunächst durch Samuel Tuia zum Anschluss (16:15), dann von Benjamin Patch (2 Asse) und 70 Prozent Angriffsquote brachten die Berliner schließlich auf die Siegerstraße in Satz eins (22:19). Einen Schnellangriff von Éder konnte Düren zur großen Freude des Publikums beim zweiten Satzball nicht mehr abwehren (25:22).

Im vielleicht wichtigsten Spiel der Saison blieb der Hauptstadtclub weiter konzentriert hinter der Servicelinie und ging im zweiten Durchgang früh in Führung (4:2, 6:3). Mit nun größerer Blockpräsenz holte sich Düren aber das Momentum zunächst zurück (16:15). Wieder waren es gute Aufschläge, dieses Mal von Anton Brehme, die die Grundlage für die Vorentscheidung zugunsten der Berliner legten (22:17). Dem Youngster blieb es auch überlassen, mit einem Angriff für die 2:0-Führung zu sorgen (25:20).

Die Powervolleys stemmten sich weiter mit Leidenschaft gegen die drohende Niederlage und fanden noch einmal den Weg zurück ins Match (4:8, 7:12). Coach Cedric Enard reagierte, brachte Denys Kaliberda und sah, wie sein Team kämpfte. Eine hochspannende Crunchtime entschied schlussendlich aber ein Aufschlag von Tobias Brand, dessen Ball noch ganz knapp die Linie berührte, für die Gäste (24:26, 1:2). Tuia kam wieder zurück in die Partie, die nun von viel Einsatz auf beiden Seiten geprägt war (7:7, 11:11). Keinem Team gelang es nun, sich entscheidend abzusetzen (17:17, 20:20). Drei Satzbälle und drei Matchbälle später ließ ein Block von Carle die Arena endgültig jubeln. Der 3:1-Sieg und damit der Ausgleich in der „best-of three“-Serie war eingetütet (29:27). Damit kommt es am Samstag (27. Mrz, 19:30 Uhr) in Düren zum entscheidenden Duell um den Finaleinzug.

Stimmen zum Spiel
Benjamin Patch: „Es war verrückt, wieder vor Publikum spielen zu dürfen. Das hat uns unglaublich viel Energie geliefert und sehr geholfen. Es ist dann ein anderes Spiel, das viel Spaß macht. Wir konnten uns steigern und mit einem positiven Grundgefühl auch schwierige Phasen in diesem Match meistern.“
Kaweh Niroomand: „„Wir haben dem hohen Druck heute standgehalten. Zwei Sätze haben wir auf wirklich hohem Niveau gespielt. Düren zeichnet aber aus, dass sie nie aufgeben, und das hat man heute wieder gesehen. Am Ende haben wir uns diesen Sieg erkämpft und verdient. Jetzt steht uns in Düren eine ganz schwere Aufgabe bevor, denn dieses Spiel wird diesen Gegner nicht umwerfen.
Wir sind sehr glücklich, dass bei diesem Pilotprojekt – Stand jetzt – alles wie geplant funktioniert hat. Wir hatten keine Lücken im Testprozess und keinen positiven Fall. Das System hat sich bewährt. Wir wussten, welch große Verantwortung auf uns liegt. Schließlich werden heute viele in Sportdeutschland nach Berlin geschaut haben. Das Feedback war positiv und die Fans haben unsere Bemühungen honoriert.“

BR Volleys Formation
Timothée Carle und Samuel Tuia (AA), Éder und Anton Brehme (MB), Sergey Grankin (Z), Benjamin Patch (D) und Julian Zenger (L) | Eingewechselt: Cody Kessel, Pierre Pujol, Denys Kaliberda, Renan Michelucci

Topwerte
Patch 29 Punkte, 3 Asse, 1 Block | Carle 20 Punkte, 2 Asse, 5 Blocks | Tuia 14 Punkte| Éder 11 Punkte, 1 Ass, 3 Blocks
Nächstes Spiel:
27. März | 19.30 Uhr | vs. SWD powervolleys Düren

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

BR Volleys – Sieg oder Saisonende

Am 17. Oktober 2020 spielten die BR Volleys gegen die SWD powervolleys Düren zum ersten und bisher einzigen Mal in dieser Saison vor Zuschauern in der Max-Schmeling-Halle. Nun könnte sich ein Kreis schließen, denn im zweiten Playoff-Halbfinale am Mittwochabend (24. Mrz um 19.30 Uhr) soll es endlich wieder Publikum in der Arena geben und erneut treffen die Hauptstädter auf die Rheinländer. Aber es soll eben noch nicht der letzte Auftritt der Berliner in dieser Spielzeit sein. Dafür müssen eine deutliche Leistungssteigerung und ein Heimsieg her.

Im ersten Playoff-Halbfinalspiel überrollten die SWD powervolleys Düren die BR Volleys geradezu mit ihrer Wucht und ihren Emotionen. Trainer Cedric Enard hatte zwar mehrfach eindringlich darauf hingewiesen, dass den Berlinern „ein extrem harter Kampf gegen einen selbstbewussten Gegner“ bevorstehe, dennoch hatten die Hauptstädter dem nicht genug entgegenzusetzen. Ohne das nötige Selbstverständnis im eigenen Aufschlag- und Annahme-Spiel liefen die Männer in Orange dem Geschehen in der Arena Kreis Düren von Beginn an hinterher. Resultat war eine deutliche 1:3-Auswärtsniederlage (17:25, 18:25, 25:20, 21:25).

Damit stehen Kapitän Sergey Grankin & Co nun in ihrem Volleyballtempel mit dem sprichwörtlichen Rücken zur Wand. Nur ein Sieg hält die Berliner im Meisterschaftsrennen und verlängert die „best of three“-Serie auf die volle Distanz. Einiges muss sich tun, wenn das den BR Volleys glücken soll. Vor allem wird es darauf ankommen, dass die erfahrenen Akteure vorangehen. Diesen Anspruch hat zum Beispiel der brasilianische Olympiasieger Éder: „Jeder von uns kann und will individuell besser sein als in Match eins. Aber wir dürfen nicht nur auf uns selbst schauen, wir müssen am Mittwoch wieder eine Einheit bilden und die gleiche Idee, das gleiche Ziel verfolgen.“

Als „emotionale Achterbahn“ beschreibt der 37-Jährige eine Spielzeit, die jetzt noch nicht beendet sein soll. „Düren hat sehr gut gespielt, aber wir haben die Powervolleys in dieser Saison auch schon besiegen können. Damals war unser Gegner vielleicht noch nicht in der aktuellen Verfassung, aber wir hatten in diesen Spielen auch eine bessere Tagesform als am Samstag.“ Éder steht der notwendige Fokus ins Gesicht geschrieben, wenn er über das zweite Halbfinale spricht. Nur bei dem Gedanken an die erhoffte Rückkehr der Zuschauer weicht seine Anspannung einem kurzen Lächeln: „Wenn es so kommt, ist das die beste Nachricht seit fünf Monaten. Endlich wieder einmal vor Publikum spielen zu dürfen, wird für beide Mannschaften eine riesige Motivation sein. Das ist ein Privileg, das wir zu schätzen wissen.“

Wie man den eingespielten und eingeschworenen Powervolleys beikommen kann, hat sich das BR Volleys Team in Satz drei des Hinspiels selbst bewiesen. Hier wurden unter anderem durch die Einwechslung von Denys Kaliberda der Aufschlagdruck und Fortune in der Block-Abwehr zu wichtigen Faktoren. Wie schon so oft in dieser Saison gilt: Bringen die BR Volleys ihre PS auf die Straße, ist alles möglich. Nur jetzt ist dies eben alternativlos, will man die Spielzeit noch einmal verlängern und diese Serie offen halten.

Die Übertragung aus dem Volleyballtempel beginnt schon um 19.00 Uhr auf sporttotal.tv. Das Kommentatoren-Duo Georg Klein und Peter Große begrüßt die Zuschauer daheim mit dem DKB Live-Talk. Dabei können die Fans wie immer interaktiv dabei sein und Fragen an die Beiden direkt über die BR Volleys App stellen.

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

Düren dominiert in Spiel eins

Das war nicht der Start in das Playoff-Halbfinale, den die BR Volleys sich erhofft haben. Mit 1:3 (17:25, 18:25, 25:20, 21:25) mussten sich die Berliner den SWD powervolleys Düren am Samstag geschlagen geben. Die Rheinländer präsentierten sich deutlich entschlossener und zeigten genau das, was die Männer um Kapitän Sergey Grankin nun am Mittwoch (24. Mrz um 19.30 Uhr) in Spiel zwei auf die Platte bringen müssen. 

Die Intensität in dieser Begegnung war von Beginn an erwartet hoch. Die selbstbewussten Dürener zeigten sich im Block direkt unheimlich präsent und dominierten die Anfangsphase (3:8). Während die Berliner Schnellangreifer nicht zum Zug kamen, war Timothée Carle (4 Zähler) noch der verlässlichste Punktesammler im ersten Satz. Die nun zehn Spiele ungeschlagenen Powervolleys erlaubten sich in ihrer Arena jedoch kaum Wackler in der Annahme und dominierten den Auftaktsatz energiegeladen (8:14, 14:22). Ein kurzzeitiger Doppelwechsel mit Pierre Pujol und Davy Moraes (für Benjamin Patch und Sergey Grankin) änderte nichts mehr am ersten Satzgewinn für die Gastgeber (17:25). Dieser Erfolg war Wasser auf die Mühlen der Hausherren und während die Berliner nach ihrem Aufschlag suchten, ließ Düren keinen Deut nach (4:6, 8:13). Cedric Enard reagierte in kurzer Abfolge mit den Einwechslungen von Renan Michelucci, Pujol (diesmal dauerhaft) und Denys Kaliberda. Allerdings war Sebastian Gevert weiter kaum zu stoppen (14:20). So setzte Samuel Tuia den letzten Angriff des Satzes zum 0:2 ins Aus, als dieser bereits entschieden war (18:25).

Grankin kehrte zurück, aber vor allem Kaliberda gab die Impulse, die das Berliner Spiel so dringend benötigte. Der deutsche Nationalspieler hielt sein Team im Spiel (7:6, 13:14). Dann setzte Michelucci den so wichtigen Block (18:16) und Cody Kessel kam für den Satzball, den er selbst zum 1:2-Anschluss (25:20) verwandelte. Hoffnung keimte auf und Tim Carle eröffnete Satz vier mit einem Singleblock gegen Gevert. Allerdings revanchierte sich der Chilene prompt mit seinem gewohnt starken Service (1:4). Nun waren die Rheinländer wieder obenauf (3:10), bis Kaliberda mit seinen Aufschlägen noch einmal für den Ausgleich sorgte (11:11). Der fünfte Block von Broshog brachte die Hauptstädter (16:19) allerdings wieder ins Hintertreffen und in der Folge servierte Gevert drei spielentscheidende Asse (19:24, 21:25). Nun werden die Dürener mit noch breiterer Brust am Mittwoch in Berlin aufschlagen und die BR Volleys müssen in ihrer Arena die Serie wieder ausgleichen, um ein Entscheidungsspiel zu erzwingen.

Stimme zum Spiel
Benjamin Patch: „Das war natürlich kein gutes Spiel von uns. Wir kamen nach dem Viertelfinale eigentlich mit einem guten Gefühl hierher, aber Düren hat von Anfang an unheimlich Tempo gemacht. Wir hatten dem zu wenig entgegenzusetzen. Jetzt müssen wir am Mittwoch direkt hellwach sein und zeigen, dass wir den Sieg genauso sehr wollen wir sie.“

BR Volleys Formation
Timothée Carle und Samuel Tuia (AA), Éder und Anton Brehme (MB), Sergey Grankin (Z), Benjamin Patch (D) und Julian Zenger (L) | Eingewechselt: Davy Moraes, Pierre Pujol, Renan Michelucci, Denys Kaliberda, Robin Baghdady, Cody Kessel

Topwerte
Patch 18 Punkte, 3 Blocks | Carle 13 Punkte | Kaliberda 8 Punkte, 2 Asse
Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

Halbfinal-Ticket fest im Visier

Die SWD powervolleys Düren, die SVG Lüneburg und der VfB Friedrichshafen haben bereits das, was auch die Berlin Recycling Volleys begehren: Einen Platz im Playoff-Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft. Gleich die erste Gelegenheit, sich diesen zu sichern, möchten die Hauptstädter am Dienstagabend (16. Mrz um 19.30 Uhr, live auf sporttotal.tv) im zweiten Aufeinandertreffen mit den Netzhoppers KW-Bestensee nutzen. Mit einer ebenso stabilen Leistung wie beim 3:0-Erfolg in Spiel eins, soll ein drittes Playoff-Derby am Mittwoch vermieden werden.

„Wir haben ein sehr ordentliches Spiel gemacht. Wenn wir das noch einmal so abliefern, werden es die Netzhoppers wieder schwer gegen uns haben“, ist BR Volleys Libero Julian Zenger vor der zweiten Begegnung in der „best of three“-Serie“ optimistisch. Der 23-Jährige geht direkt tiefer in die Analyse, wohlwissend dass der Gegner am vergangenen Mittwoch auch nicht seinen besten Tag hatte: „Ich glaube, das war in vielen Elementen schon so, wie wir uns das vorstellen. In der Block-Abwehr hatten wir den nötigen Zugriff und auch der Aufschlag war konstant. Die Netzhoppers standen unter Dauerdruck und wir hatten mit den Führungen im Rücken die nötigte Leichtigkeit.“

Beides möchten sich die Berliner nun erhalten, die eigene Leichtigkeit und eben den Druck auf den Lokalrivalen. Der kommt bereits zum dritten Mal in dieser Saison in die Max-Schmeling-Halle und wird alles daransetzen, sich ein weiteres Match im Volleyballtempel zu erkämpfen. „Wir haben die Begegnung intern ausgiebig ausgewertet. Meine Mannschaft hat in den vergangenen Tagen echt gut trainiert. Wir fahren jedenfalls nicht nach Berlin, um dort ein Trainingsspiel zu bestreiten“, macht Netzhoppers-Coach Christophe Achten deutlich. Dabei könnte Neuzugang Filip John eine noch größere Rolle als im ersten Duell spielen. Der Youngster kam im zweiten Satz auf den Court und wusste mit 60% Angriffsquote auf der Diagonalposition zu überzeugen. „Er hat definitiv frischen Wind gebracht, daher wäre es nicht überraschend, wenn er auch am Dienstag anfängt. Aber auch darauf sind wir vorbereitet“, sagt Zenger.

Trotz des gelungenen Playoff-Starts in der Landkost-Arena gibt es weiter Stellschrauben, an denen die Mannschaft von Cheftrainer Cedric Enard drehen möchte. Die Netzhoppers arbeiteten sich nämlich von Satz zu Satz besser in dieses Viertelfinale. Diesen Trend wollen die Berliner stoppen und wieder von Beginn an den Ton angeben. Während bei den Brandenburgern mit Mittelblocker James Weir und Zuspieler Byron Keturakis zwei wichtige Eckpfeiler ausfallen, ist der 14er-Kader der BR Volleys fit und einsatzbereit. Zu diesem wird in den Playoffs nicht mehr Kevin Le Roux zählen. Leider verhindern die anhaltenden körperlichen Probleme einen Einsatz des Franzosen.

Auf den Sieger der „best of three“-Serie des Berlin-Brandenburg-Derbys warten seit Sonntagabend die SWD powervolleys Düren. Die Rheinländer setzten sich am Wochenende gegen die United Volleys Frankfurt bereits nach zwei Spielen durch. Gleiches gelang Lüneburg gegen die WWK Volleys Herrsching. Friedrichshafen benötigte gegen die Volleyball Bisons Bühl das Entscheidungsspiel für den Halbfinaleinzug. Dieses würden die Berliner gern vermeiden und mit aller Kraft schon am Dienstag das Weiterkommen sichern. Dann würde dem BR Volleys Team ein Tag mehr Regeneration bis zum Halbfinalstart am Samstag bleiben.

Das Heimspiel im Playoff-Viertelfinale wird von Lotto Berlin als „Sponsor des Tages“ präsentiert. Experte für die Live-Übertragung auf sporttotal.tv ist der Kapitän der Meistermannschaft von 2019, Sebastian Kühner. Arenasprecher Karsten Holland wird ab 19.00 Uhr mit dem DKB Live-Talk auf das Match einstimmen. Fragen an das Kommentatoren-Duo Peter Große & Sebastian Kühner können, wie gewohnt, über den App-Chat gestellt werden.

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

Auf ein Neues – BR Volleys gegen Unterhaching

Mit guten Vorsätzen gehen auch die BR Volleys ins neue Jahr. Nach zuletzt fünf Bundesligasiegen in Folge wollen die Hauptstädter diese Serie in 2021 noch so lange wie möglich fortsetzen und könnten mit einem Heimerfolg zum Jahresauftakt sogar direkt einen Tabellenplatz gutmachen. Das ist die klare Zielvorgabe für das Match gegen das junge Team des TSV Unterhaching am Mittwoch 13. Jan um 19.30 Uhr in der Max-Schmeling-Halle. (sporttotal zeigt das Spiel live im Internet)

Eine Woche Neujahrsurlaub bekam das BR Volleys Team im Anschluss an das Marathon-Match gegen Düren am 27. Dezember. Seit dem 04. Januar sind die Berliner zurück in der Trainingshalle und bringen sich für die wichtigen Aufgaben im Januar und Februar in Schuss. „Wir haben im Training eine hohe Intensität gefahren. Es waren sehr anstrengende Tage, aber dies war vom Trainerteam genauso gewollt, um uns mittelfristig in die richtige Verfassung zu bringen“, berichtet Denys Kaliberda. Der Dezember-Neuzugang der Hauptstädter sammelte bei den beiden Auswärtssiegen in Herrsching (3:0) und Düren (3:2) schon vor dem Jahreswechsel erste Einsatzzeit für seine neue Mannschaft. Am Mittwoch feiert der 30-Jährige nun sein Heimdebüt – und das gegen seinen Ex-Verein, den TSV Unterhaching. Im Jahr 2009 wechselte „Kali“ nämlich von Berlin nach Bayern und prägte die erfolgreichsten Jahre der Hachinger maßgeblich mit. Zwei DVV-Pokaltitel feierte der Außenangreifer dort, bevor es ihn im Anschluss an das dramatische Meisterschaftsfinale 2012 in die große und weite Volleyball-Welt zog. „Es freut einen natürlich, wenn der ehemalige Verein noch bzw. nun wieder auf der Bundesliga-Landkarte zu finden ist. Haching ist ein traditionsreicher Standort und es ist schön, dass man den Schritt jetzt wieder gewagt hat“, ist die Sympathie für den ehemaligen Arbeitgeber ungebrochen.

In Unterhaching stand er in der Saison 2009/10 auch gemeinsam mit Patrick Steuerwald auf dem Court, der beim TSV inzwischen die Verantwortung des Cheftrainers übernommen hat. Kaliberda kann seinen früheren Nationalmannschaftskollegen dazu nur beglückwünschen: „Ich glaube, Patrick hat sich da ein gutes Projekt ausgesucht, um seine Trainerkarriere zu starten. Es ist das Gleiche wie für einen Spieler, man muss in jungen Jahren viel Erfahrung sammeln. Das kann er dort ohne großen sportlichen Druck tun.“ Während Steuerwald nun also an der Seitenlinie steht, zieht noch immer Mihai Paduretu, der frühere Erfolgscoach der Hachinger, im Hintergrund die strategischen Fäden. Er war es auch, der 2017 eine deutsch-österreichische Kooperation mit dem Hypo Tirol Volleyballteam Innsbruck vorantrieb. Diese Spielgemeinschaft, die sich im Frühjahr 2020 nach der Corona-bedingt abgebrochenen Saison aus der Bundesliga zurückzog, trug allerdings vorrangig die Handschrift der Österreicher um deren unermüdlichen Antreiber Hannes Kronthaler. Jetzt ist auch Haching drin, wo Haching draufsteht: Ein junges Team mit vielen „Local Heroes“, wie sie sich selbst bezeichnen, dass den mutigen Schritt ins Oberhaus gewagt hat. Elf deutsche Spieler im 14er Kader und ein Altersdurchschnitt von 22,2 Jahren zeigen, dass hier langfristig etwas wachsen soll. So sind die sportlichen Ergebnisse (ein Sieg aus elf Spielen und 6/32 Sätze) der Mannschaft, die bisher vor allem über Zweitliga-Erfahrung verfügt, auch (noch) nicht vordergründing.

Für die BR Volleys ist dieser Jahresauftakt gegen den Tabellenvorletzten eine Pflichtaufgabe, zumal ein Sieg mit der vollen Ausbeute von drei Punkten auch einen Sprung in der Tabelle vorbei an den SWD powervolleys Düren bedeuten würde. Die Rheinländer verloren am Samstag, geplagt von zahlreichen Verletzungssorgen, mit 2:3 in Giesen und öffneten den Berlinern damit die Tür. „Ja, das ist eine Chance, die wir ergreifen wollen. Vor allem jedoch schauen wir weiterhin auf uns“, erklärt Trainer Cedric Enard die Ausgangssituation für den Start in das neue Jahr gegen einen Gegner, dem man im Hinspiel deutlich besiegte (25:12, 25:12, 25:13).

Für den Coach und sein Team beginnt morgen ein wichtiger Saisonzeitraum, in dem man sich von Match zu Match steigern will. Im Januar steht die Mannschaft vor vielen Aufgaben: Erst Haching (13. Jan), danach VCO Berlin (16. Jan) und Giesen (23. Jan), bevor es die Chancen zur Revanche gegen Friedrichshafen (27. Jan) und Bühl (31. Jan) gibt. „Wir werden bei unseren angeschlagenen bzw. verletzten Spielern trotzdem kein Risiko eingehen und diese behutsam aufbauen“, so Enard zum Fahrplan in diesem Monat. Gemeint sind damit die Akteure, die zum Jahresende fehlten und an ihrem Comeback arbeiten: Sergey Grankin, Samuel Tuia, Robin Baghdady und Kévin Le Roux.

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

Zwei Punkte zum Jahresabschluss

Die BR Volleys haben das Jahr 2020 mit einem 3:2-Sieg (25:20, 25:20, 25:27, 29:31, 15:10) im Klassiker gegen die SWD powervolleys Düren abgeschlossen. Den Sprung vorbei an den Rheinländern auf Tabellenplatz zwei verpassten die Berliner sowohl im dritten als auch im vierten Satz mit vergebenen Matchbällen. Dank großer Moral und eines glänzend aufgelegten MVPs Timothée Carle verließen die Gäste nach zweieinhalb Stunden Spielzeit den Court trotzdem als Sieger und bleiben in der Erfolgsspur.

Cedric Enard schickte seine inzwischen gut eingespielte Formation um Vize-Kapitän Pierre Pujol in dieses wichtige Spitzenspiel in der Arena Kreis Düren. Ohne Sergey Grankin, Samuel Tuia, Robin Baghdady und Kévin Le Roux im Kader streifte sich der etatmäßige Libero Adam Kowalski ein schwarzes Auswärtstrikot über und bildete sowohl die Absicherung für den einzigen Zuspieler Pujol als auch eine mögliche Verstärkung der Annahme. In dieser Besetzung gelang ein guter Start in ein erwartungsgemäß umkämpftes Match (8:6, 14:10, 19:18). In der Abwehr zeigten sich die BR Volleys hellwach und Pujols alleiniger Block gegen Andrae brachte die Entscheidung im ersten Durchgang (24:20). Den anschließenden Satzball verwertete Carle nach eigener Fußabwehr (25:20).

Obwohl auch der zweite Satz nach ähnlichem Verlauf (7:7, 18:14) und einem krachenden Angriff von Patch zum Abschluss an die Hauptstädter ging (25:20), sollte es noch ein langer Volleyballabend in Düren werden. Die BR Volleys ließen nämlich in der Folge in allen Elementen, vor allem aber im bis dahin guten Aufschlag, etwas nach. So öffneten sie den Powervolleys die Tür zurück ins Match. Liga-Topscorer Gevert und seine Nebenmänner nutzten ihre Chancen (6:9, 12:17) und das von Carle angeführte Berliner Comeback in Satz drei wurde nicht mehr belohnt. Obwohl der Franzose in Angriff (22:23), Block (23:23) und Aufschlag (25:24) alles richtig machte, konnte der erste Matchball nicht genutzt werden und Düren verkürzte auf 2:1 nach Sätzen (25:27). Ein ähnlicher Verlauf ereignete sich in Satz vier. Düren legte vor (18:21) und Carle läutete eine erneute Wende ein. Nach einem Éder-Ass lag der Vorteil wieder bei den Gästen, doch Pujol & Co vergaben weitere drei Matchbälle. Beide Teams steckten zu keinem Zeitpunkt auf, aber die Dürener waren es, die sich mit dem nächsten Satzgewinn und Ausgleich belohnten (29:31).

Im Tiebreak war weiter Berlins Bester, Timothée Carle, wild entschlossen, den Unterschied auszumachen. Drei Asse des Franzosen in Serie sorgten für die Vorentscheidung (9:6) und nach einem Dürener Aufschlag ins Aus durften die Männer in Schwarz schließlich doch noch jubeln (15:10). Mit dem fünften Bundesligasieg nacheinander verkürzten die BR Volleys den Rückstand auf den zweiten Platz auf einen Punkt und gehen mit einem positiven Gefühl in die kurze Neujahrspause.

Stimmen zum Spiel
Timothée Carle: „Wir haben genau ein solches Spiel erwartet und uns vorgenommen, noch einmal alles in dieses Match zu legen. Im dritten oder vierten Satz hätten wir Verantwortung übernehmen und die Begegnung beenden müssen, aber Düren ist ein Topteam und deshalb dürfen wir uns trotzdem über den Sieg freuen. Jetzt erholen wir uns gut und kommen in 2021 noch stärker zurück.“
Julian Zenger: „Ich denke, wir haben zwei Sätze gut gespielt, dann ließ unser Aufschlagdruck nach und wir haben Düren ins Spiel kommen lassen. Sie haben ihr Niveau merklich angehoben und so können wir glücklich sein, am Ende den Sieg hier mitgenommen zu haben. Es war unser Ziel, mit einem Erfolg in die wohlverdiente Pause zu gehen. Mit diesem Sieg wünschen wir allen Fans einen guten Rutsch ins neue Jahr.“

BR Volleys Formation
Timothée Carle und Cody Kessel (AA), Éder und Anton Brehme (MB), Pierre Pujol (Z), Benjamin Patch (D) und Julian Zenger (L) | Eingewechselt: Adam Kowalski, Denys Kaliberda, Renan Michelucci

Topwerte
Carle 26 Punkte, 3 Blocks, 3 Asse | Kessel 19 Punkte | Michelucci 3 Blocks

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

Gelungenes Comeback im Volleyballtempel

Zurück in der Volleyball-Bundesliga, zurück vor heimischem Publikum: Rund 800 Fans bejubelten zum Heimauftakt am Samstag (17. Okt) einen 3:0-Erfolg (25:22, 25:16, 25:23) der Berlin Recycling Volleys über die SWD powervolleys Düren. Topscorer wurde, wie schon beim Supercup, Neuzugang Timothée Carle (16 Punkte), für die Gäste punktete Diagonalangreifer Sebastián Gevert am häufigsten (10).

Zwar feierte Diagonalangreifer Davy Moraes sein Debüt für die BR Volleys, dafür musste Coach Cedric Enard zum Bundesliga-Start allerdings auf Außenangreifer Robin Baghdady verzichten, der sich im Abschlusstraining am Freitag eine Wadenverletzung (Flüssigkeit in der rechten Wade) zuzog und damit vorerst ausfällt. Enard beobachtete einen spannenden, leidenschaftlich geführten ersten Satz, in dem lange das eingespielte Dürener Team den Takt vorgab: Erst zum Ende des ersten Durchgangs fanden die Berliner im Angriff Mittel gegen die bekannte Blockstärke der Gäste. Statt von der noch zu hohen Eigenfehlerquote der Hauptstädter zu profitieren, sorgte ein eigener Fehler von Sebastián Gevert schließlich für den Satzgewinn der BR Volleys (25:22).

Die rund 800 Zuschauer und Zuschauerinnen sorgten weiter für prächtige Stimmung, die nun mit einem ganz starken Auftritt der Berliner Mannschaft belohnt wurde. Der eingewechselte Benjamin Patch sorgte mit einer Aufschlagserie für die frühe Vorentscheidung im zweiten Durchgang (17:10), den die Männer in Orange souverän nachhause brachten. Es blieb dem späteren Topscorer Timothée Carle (16 Punkte) überlassen, den Satzball zur 2:0-Führung zu verwandeln (25:16).

Deswegen steckte das Team von Rafal Murczkiewicz aber lange noch nicht auf und warf angesichts der drohenden Niederlage noch einmal alles in die Waagschale. Ein weiteres Ass von Patch und ein aufmerksamer Julian Zenger in der Abwehr sorgten in der Endphase des dritten Durchgangs aber dafür, dass das Spiel nicht noch einmal kippte. Weil Tomas Kocian schlussendlich einen Aufschlag hinter die Linie setzte, ging der Sieg mit 3:0 an die Hauptstädter. Auf Berliner Seite wurde Libero Zenger zum „Most Valuable Player“ gekürt, die silberne Medaille ging an Kocian.

Stimmen zum Spiel
Anton Brehme: „Ich war vor dem Spiel mega aufgeregt. Ich kannte die Atmosphäre der BR Volleys-Heimspiele sonst nur vom Zuschauen. Trotz der Umstände hat es sehr viel Spaß gemacht, da freue ich mich auf mehr. In der Vorbereitung und im Supercup lief nicht alles gut, dafür hat heute schon wieder viel mehr geklappt. Insgesamt machen wir zu viele Fehler im Aufschlag und müssen mehr Punkte aus der Block-Feldbwehr machen. Dass Sergey heute Lust hatte, viel über die Mitte zu spielen, nehme ich natürlich dankend an. Mit so einem gestandenen Profi als Zuspieler macht der Angriff nochmal deutlich mehr Spaß, wir verstehen uns ziemlich gut.“

Julian Zenger: „Ich war überrascht, wie gut die Stimmung trotz der Umstände war. Das macht auf jeden Fall deutlich mehr Spaß, als vor einer Geisterkulisse zu spielen. Ich bin sehr zufrieden mit unserem Auftritt. Es gibt zwar weiterhin einige Elemente, die sehr gut funktionieren, und andere, an denen wir noch arbeiten müssen, aber das war schon ein Schritt nach vorne.“

Kaweh Niroomand: „In den Bereichen, in denen wir uns verbessern wollten, habe ich heute einen Fortschritt gesehen. Mir gefällt das Grundgerüst der Mannschaft, das funktioniert. Der Aufschlag wird immer besser, Tuia übernimmt viel Verantwortung in der Annahme und Patch hat dem Team nach seiner Einwechslung viel Stabilität verliehen. Die Eigenfehlerquote bleibt zu hoch, aber das ist nur über viel Spielpraxis abstellbar. Alles andere sah schon sehr stabil aus, aber wir befinden uns erst am Anfang einer langen Wegstrecke.“

BR Volleys Formation
Timothée Carle und Samuel Tuia (AA), Éder und Anton Brehme (MB), Sergey Grankin (Z), Davy Moraes (D) und Julian Zenger (L) | Eingewechselt: Benjamin Patch

Topwerte
Carle 16 Punkte, 3 Blocks | Patch 14 Punkte, 3 Asse| Brehme 12 Punkte, 1 Ass

Nächstes Heimspiel
14. November | 18.30 Uhr | vs. Helios Grizzlys Giesen

Quelle: Christof Bernier/BR Volleys

BR Volleys – Grankin übernimmt das Kapitänsamt

Sergey Grankin hat im internationalen Volleyball alles gesehen und nahezu jedes große Finale gespielt. Diese geballte Erfahrung soll der Russe bei den BR Volleys zukünftig noch stärker einbringen und so wird er die Berliner in der Saison 2020/21 als Kapitän auf das Spielfeld führen, erstmals am Sonntag (11. Okt) beim Supercup in Frankfurt und dann sechs Tage später (17. Okt) im Volleyballtempel zum Heimauftakt gegen die SWD powervolleys Düren.

Auf dem Court ist Sergey Grankin der Mann für die besonderen Momente. Seitdem der 35-Jährige im Januar 2019 nach Berlin kam, gibt er den Takt im Spiel des zehnmaligen Deutschen Meisters vor. Zu Beginn abseits des Parketts noch zurückhaltend ist der Russe inzwischen längst aufgetaut, hat sein Englisch verbessert und zählt zu den Wortführern der Mannschaft. Aus diesen Gründen hat Trainer Cedric Enard ihn nun als Kapitän auserkoren. Der 259-fache russische Nationalspieler übernimmt das Amt von Moritz Reichert, mit dem er im Februar auf dem Siegerpodest in der Mannheimer SAP Arena noch gemeinsam die DVV-Pokaltrophäe in die Höhe streckte.

„Sergey ist mit seiner Erfahrung und seiner Vita prädestiniert für diese wichtige Aufgabe. Er genießt in der Mannschaft, aber auch bei den Gegnern große Anerkennung“, begründet Enard seine Wahl. Die Berliner Nummer Sechs reiht sich damit in die Liste bekannter Spielerpersönlichkeiten ein, welche die Berlin Recycling Volleys in den vergangenen Jahren anführten. Vor Reichert waren dies Sebastian Kühner (2018/2019), Robert Kromm (2015-2018) und Scott Touzinsky (2012-2015). Der Amtsnachfolger kennt das Anforderungsprofil für einen Mannschaftskapitän bestens: „Ich weiß, was von mir in dieser wichtigen Position erwartet wird. Bei Dynamo Moskau war ich viele Jahre der Spielführer. Zuallererst möchte ich aber weiterhin sportlich überzeugen.“

Auch für Geschäftsführer Kaweh Niroomand ist Grankin die logische und richtige Wahl: „Sergey ist hier bei uns in Berlin angekommen und fühlt sich wohl. Mit Leistung ging er von Anfang an voran. Jetzt ist es für ihn an der Zeit, noch mehr Verantwortung zu tragen.“ Mit dem obligatorischen Strich unter der Trikotnummer besitzt der Zuspieler nun auch die Legitimation, während des Matches verstärkt Kontakt zum Schiedsrichter aufzunehmen. In der jüngeren Vergangenheit handelte sich der Russe im Eifer des Gefechts dafür schon die eine oder andere gelbe Karte ein.

Unterstützt wird Grankin in dieser neuen Funktion von seinem Zuspielkollegen Pierre Pujol. Der 36-jährige Franzose übernimmt das Amt des Vize-Kapitäns. Coach Enard erklärt diese Entscheidung wie folgt: „Pierre ist nicht minder qualifiziert und auf diese Weise steht immer eine Führungsfigur auf dem Spielfeld.“ Grankin freut sich, dass er von seinem Freund Pujol begleitet wird: „Ich verstehe mich ganz wunderbar mit Pierre. Gemeinsam werden wir das gut managen.“

Seinen ersten offiziellen Auftritt in neuer Rolle hat Grankin schon vor dem Pflichtspielauftakt am Sonntag in der Frankfurter Fraport Arena, wo der erste Titel der Saison vergeben wird.

Quelle: BR Volleys/Christoph Bernier