Magere Ausbeute für Berliner Profi-Clubs

Sie spielten zeitgleich am 25. Spieltag der Saison 19/20. Die Eisernen waren nach Freiburg gereist und die Alte Dame empfing im Olympiastadion Werder Bremen. Am Ende gab es einen Punkt für Hertha und die erste Niederlage in Freiburg für die Eisernen. Im Pokal hatten das Stadion an der Dreisam als Sieger verlassen, diesmal setze eine 1:3 Niederlage. Insgesamt war der Auftritt der Eisernen kein schlechter, die Freiburger wollten den Sieg etwas mehr. In einer kampfbetonten Auseinandersetzung entschieden folgerichtig ruhenden Bälle über den Spielausgang. Urs Fischer rotierte im Vergleich zum Pokalaufftritt in Leverkusen wieder zur gewohnten Stammformation zurück. Für Ryerson, Parensen, Prömel, Ingvartsen und Ujah rückten Kapitän Trimmel, Subotic, Gentner, Malli und Andersson in die Startformation. Zehn Minuten vor dem Ende der ersten Halbzeit gingen die Freiburger nach einem scharf getretenen Eckball von Grifo durch Roland Sallai in Führung (35.)

In der 2. Halbzeit traten die Hausherren noch galliger auf und erhöhten in der 55. Minute auf 2:0. Das Tor durch Freiburgs Kapitän Günter fiel aus dem Spiel heraus. Sein wuchtiger Schuss konnte von Gikiewicz nicht aufgehalten werden. Es kam noch einmal Hoffnung auf, als Andersson in der 61. Minute einen Eckball, getreten von seinem Kapitän, per Kopf in die Maschen beförderte. Kurz zuvor reagierte Urs Fischer und brachte mit Polter für Bülter einen weiteren Stürmer und sortierte taktisch um. Der Erfolg blieb aus. Freiburg machte in der 82. Minute alles klar. Koch beförderte einen von Griffo getretenen Freistoß ins Tor. In der Nachspielzeit sah Friedrich die Ampelkarte und muss so im nächsten Spiel gegen den FC Bayern zu schauen. “ Wenn ich die 90 Minuten Revue passieren lasse ist es letztendlich ein verdienter Sieg. Aus meiner Sicht hat heute nicht die bessere Mannschaft gewonnen, sondern die, die es mehr gewollt hat. Freiburg war eine Spur aggressiver, eine Spur ekliger und bei zwei Standards extrem präsent. Sie haben die letzte Konsequenz gezeigt, die wir vermissen lassen haben. Wenn wir selbst nicht ans Limit kommen, dann wird es für uns schwer. Heute ist uns das nicht gelungen. Freiburg hat es gut gemacht und damit verdient gewonnen“, so lautete das Fazit von Urs Fischer auf der Pressekonferenz.

In Berlin hieß es nach dem Schlusspfiff Unentschieden 2:2. Der SV Werder konnte wenigstens einen Punkt mit nach Hause nehmen, nach Lage Dinge zu wenig. Es fühlte sich wie eine Niederlage an, den die Gäste führten nach sechs Minuten bereits mit 2:0 durch Tore von Sargent und Klaassen. Der Fall schien erledigt vor 58.028 Zuschauern, lausiger als der Auftritt der Hertha war lediglich das nasskalte Wetter, das den Besuch im Stadion nicht zum Vergnügen machte. Erneut offenbarte die Alte Dame, wie zuletzt in Düsseldorf erstaunliche Comeback Qualitäten. Noch vor der Halbzeitpause, in der 41. Minute sorgte Stark für den Anschlusstreffer.

In der 2. Halbzeit spielte fast nur Hertha. Cunha glich in der 60. Minute aus. Erst in der Schlussphase wurde es wieder ein offenes Spiel. Am Ergebnis änderte sich nichts mehr. Hertha muss am nächsten Spieltag in Hoffenheim antreten und dann kommen die Eisernen ins Olympiastadion.

Hans-Peter Becker

Unentschieden in der Wuhlheide und Fanproteste

Der 1. FC Union Berlin hat am 24. Spieltag Zähler Nummer 30 geholt. Es kam zustande nach einem 2:2 in der Partie gegen den VfL Wolfsburg. Trotz eines verspielten 2:0 Vorsprung sprach Trainer Urs Fischer von einem wichtigen Punkt, über den er sehr froh ist. In der wieder restlos ausverkauften „Alten Försterei“ ging seine Mannschaft zunächst mit 2:0. Es waren zwei Freistöße von Kapitän Christopher Trimmel, die per Kopf von Sebastian Andersson und später von Marvin Friedrich (sein erster Saisontreffer) ins Tor buggsiert wurden. Aus dem Spiel heraus lief für die Eisernen wenig. Die Wolfsburger hatten gutes Rezept gegen die Angriffsversuche der Eisernen. Es haperte lediglich in der finalen Abschlusshandlung. Da bekamen die Eisernen meist rechtzeitig einen Fuß an den Ball.

In der ersten Halbzeit fiel ein Tor und das Spiel musste wegen einer Protestaktion der Fans zwei Mal unterbrochen werden. Ein Teil Fans protestierte gegen die Sprerre von Dortmunder Fans Auswärtsspielen ihres Vereins in Hoffenheim. Das Banner “ 2017, Kollektivstrafen abgeschafft, nun Hopp hofiert und zwei Schritte zurück gemacht! Fick Dich DFB ! Über die Wortwahl lässt sich streiten, Fußballer-Sprache. Als freie Meinungsäußerung geht das noch durch. Leider war das nicht alles, es wurden die Plakate mit Hopp im Fadenkreuz gezeigt und auf einem anderen wurde er als Hurensohn bezeichnet. Die Plakate mussten verschwinden und Spiel wurde fortgesetzt.

Gefordert war Stadionsprecher und Kommunikationschef Christian Arbeit, der auf Nachfrage in der Pressekonferenz nach dem Spiel zu den Vorgängen Stellung nahm. Es wurde am selben Tag auch eine Erklärung des Präsidenten Dirk Zingler verbreitet.

„Die Diffamierung von Menschen verurteile ich aufs Schärfste, so etwas ist nicht tolerierbar. Die Verrohung des Umgangs miteinander in unserer Gesellschaft, die sich auch rund um Fußballspiele widerspiegelt, ist äußerst besorgniserregend. Vor der Herausforderung, dieser Entwicklung Einhalt zu gebieten, stehen wir alle. Jeder Einzelne ist aufgefordert, ihr entgegenzuwirken“, positioniert sich Dirk Zingler grundsätzlich und wirbt darüber hinaus im konkreten Kontext des Fußballs für eine differenzierte Sicht.

Aus eigenem Erleben kann ich schildern, dass die Aktion der Waldseite in den anderen Sektoren des Stadions kontrovers diskutiert wurde. Von Zustimmung bis kompletter Ablehung reichte das Spektrum der Meinungen. Es steht zu befürchten, dass es am kommenden Spieltag weiter gehen könnte und dazwischen liegt das Viertelfinale im Pokal.

Spieldaten

1. FC Union Berlin: Gikiewicz –Friedrich, Hübner, Subotic– Trimmel, Andrich, Gentner (73. Prömel), Lenz – Malli (66. Ingvartsen), Andersson, Bülter (83. Ryerson)

VfL Wolfsburg: Casteels – Mbabu, Knoche, Brooks, P. Otavio – Steffen (63. Mehmedi), Gerhardt, Arnold, Brekalo (88. Klaus) – Ginczek (77. Victor), Weghorst

Tore: 1:0 Andersson (41.), 2:0 Friedrich (56.), 2:1 Gerhardt (60.), 2:2 Weghorst (81.)

Zuschauer: 22 012

 

Spiel mit zwei Siegern beim BBSC Berlin

BBSC Berlin – BSV Ostbevern 3:0 (18,19,24)

Am gestrigen Sonntag besiegten zeitlich parallel zum Spiel des 1. FC Union gegen Wolfsburg (und natürlich auf der gleichen Sportanlage) der Tabellenzweite BBSC Berlin die Mannschaft aus Ostbevern mit 3:0.

Nach dem samstäglichen sehr klaren 0:3-Ergebnis der Ostbeverner beim VC Olympia hatte manch einer aus dem Publikum schon die drei Punkte für die Gastgeberinnen vorgebucht, zumal die frühere Nationalspielerin Wiebke Silge mit Rückenproblemen nicht auflaufen konnte. BBSC-Trainer Robert Hinz genehmigte seinen Leistungsträgern Katharina Kummer, Juliane Stapel und Josephine Suhr zunächst eine Auszeit, auch um zu testen, wie sich auf diesen Positionen die anderen Spielerinnen durchsetzen konnten. Zum Anfang entwickelte sich ein Spiel, in dem die Berlinerinnen an ihre erfolgreichen Spiele der vergangenen Wochen anknüpfen konnten. Mitte des ersten Satzes fingen die Gäste an, ihren Rhythmus erstmals an diesem Berlin Wochenende zu finden und setzten ihrerseits die Berlinerinnen unter Druck. Da wird auch einiges an Unzufriedenheit mit der eigenen Leistung am Samstag und den beiden vergangenen Spieltagen in positive Energie umgesetzt worden sein. So holten sie den Ausgleich. Erst als Hinz K. Kummer und Stapel beim 17:16 auf das Feld schickte, waren die Verhältnisse sofort wieder gerade gerückt. Der zweite Satz (nach einem Rückwechsel) begann von Anfang an mit zwei gleichwertigen Teams auf dem Feld. Erneut musste Hinz bei 15:14 den Doppelwechsel bringen, um das 2:0 nicht zu gefährden. Der dritte Satz wurde lange Zeit zur beeindruckenden Vorstellung für die Gäste. Mit 6:1 führten diese nach wenigen Minuten gegen das BBSC-Team, obwohl Kummer und Suhr von Anfang an auf dem Feld standen. Nachdem sich die Berlinerinnen zum 8:8-Gleichstand herangepirscht hatten, spielten beide Teams bis zum Schluss auf Augenhöhe. Aber auch der dritte der Sätze ging mit dem letzten Punkt (wie die vorherigen) durch einen individuellen Ostbeverner Fehler an den BBSC. Beeindruckend war die Kampfkraft der Gäste, die zudem mit Recht jeden Punkt bejubelten und von den Rängen lautstark durch eine heimatliche Fanabordnung unterstützt wurden. Die Gäste präsentierten sich absolut nicht wie ein Abstiegsfavorit, sondern zeigten trotz der Niederlage erfrischenden Volleyball, mit dem sie zeitweise wesentlich mehr Energie auf das Feld brachten, als den Gastgeberinnen lieb war. Trotz der Niederlage konnten sie sich als Sieger im Kampf gegen die eigene Unsicherheit in den vergangenen Partien begreifen.

BBSC-Trainer Hinz war natürlich trotz des Sieges nicht hundertprozentig zufrieden: „Aber das Entscheidende ist, dass wir gesehen haben, an welchen Stellschrauben wir zukünftig arbeiten müssen, um unsere Leistungsträgerinnen gleichwertig ersetzen zu können. Andererseits: Wir konnten heute wieder sehen, auf welch engem Leistungsniveau die Vereine der Liga agieren. Die Teams trennen eben gerade keine Welten und mit einer kämpferischen Leistung kann schnell einmal der Favorit zu wackeln gebracht werden.“

Als MVP des Nachmittags wurden Sophia Eggenhaus (BSV) sowie Antonia Lutz (BBSC) gewählt.

Nach dem Auswärtsspiel des BBSC in Emlichheim folgt erst am 21.3.2020 um 19:00 Uhr das nächste Heimspiel in der Köpenicker Hämmerlinghalle, wenn Leverkusen zu Gast sein wird.

Für den BBSC am Sonntag im Einsatz: Marie Dreblow, Josephine Suhr, Katharina Kummer, Roxana Vogel, Juliane Stapel, Annalena Grätz, Annika Kummer, Stephanie Utz, Antonia Lutz, Alina Gottlebe-Fröhlich, Mercedes Zach

Quelle: Burkhard Kroll

Trotz Niederlage, wichtiger Punkt geholt

Dieser 49. Spieltag hätte eine Vorentscheidung im Kampf um den Tabellenplatz Vier bringen können. Die Eisbären hatten die Düsseldorfer EG zu Gast, das könnte, nach Lage der Dinge, eine Paarung des bevorstehenden Viertelfinales sein. Nur wer hat das erste Heimrecht ?

Zwei Drittel lang lieferten sich beide einen harten Kampf, ohne etwas auf die Anzeigetafel zu bringen. Die DEG stellte eindrucksvoll unter Beweis, das abwehrstärkste Team der Liga zu sein. Kein Team der Liga hat weniger Gegentore kassiert, es waren 105 in bisher 47 ausgetragenen Begegnungen der Hauptrunde, im Durchschnitt weniger als drei pro Spiel. Die Eisbären haben einen ähnlich guten Wert. Insofern verwundert es nicht, dass der erste Treffer der Partie erst in der 50. Minute fiel. Der Torschütze für Düsseldorf war ausgerechnet mit Charlie Jahnke ein gebürtiger Berliner und Ex-Eisbär. Unter Harold Kreis ist er in Düsseldorf zu einem gestandenen Eishockey-Profi gereift. In der laufenden Saison hat er im Schnitt zehn Minuten Eiszeit pro Spiel. Sein Treffer gegen die Eisbären war bereits sein viertes Saisontor. Der linke Außenstürmer kommt bei der DEG in der dritten Spielreihe zum Einsatz. Hier spielt mit Rihards Bukarts auch ein Ex-Eisbär, der die Vorlage gab.

Fotos © Stephan Wenske

Die Eisbären konnten in der regulären Spielzeit den Rückstand egalisieren. Mark Olver traf in Überzahl. In der Overtime hatten die Düsseldorfer das Glück auf ihrer Seite und erzielten durch Luke Adam den entscheidenden Treffer in der ausverkauften Arena am Ostbahnhof. Es wurde ein wichtiger Punkt erzielt und der angestrebte vierte Tabellenplatz verteidigt. Die Eisbären haben ein Spiel weniger als die Düsseldorfer absolviert und einen Vorsprung von vier Punkten. Den Düsseldorfern sitzen wiederum Bremerhaven und Ingolstadt auf den Plätzen sechs und sieben im Nacken.

DEL 49. Spieltag 28.02.2020 19:30 Uhr MB-Arena

EHC Eisbären Berlin – Düsseldorfer EG 1:2 OT (0:0/0:0/1:1/0:1)

Torfolge:

0:1 Jahnke 49:19 (Bukarts) 

1:1 Olver 54:12 (Lapierre,Reichel) PP

1:2 Adam 61:24 (Olimb,Jensen)

Strafminuten:

Berlin – 14

Düsseldorf – 14

Torschüsse:

Berlin – 29

Düsseldorf – 21

Zuschauer: 14.200 (ausverkauft)

94. Auflage des Bundesliga-Klassikers gegen Bamberg

Am Sonntag (1.3., 15 Uhr) ist es wieder so weit: Die Basketballer von ALBA BERLIN empfangen in der Mercedes-Benz Arena den alten Rivalen Brose Bamberg zur 94. Auflage dieses Basketball-Klassikers. Gegen kein anderes Team hat ALBA in den letzten dreißig Jahren öfter gespielt. Das Duell gegen das Team aus der basketballverrückten „Freak-City“ im Frankenland zählt seit jeher zu den Highlights einer jeden Bundesliga-Saison.

Aito Garcia Reneses (ALBA-Cheftrainer): „Wir spielen zum dritten Mal in dieser Saison gegen Bamberg und wollen natürlich auch dieses dritte Spiel gewinnen. Aber Bamberg hatte fast drei Wochen Zeit, sich auf dieses Spiel vorzubereiten und hat sich mit Jordan Crawford verstärkt, einem ehemaligen NBA-Spieler, der zuletzt in China erstaunliche Statistiken aufgelegt hat. Vielleicht ist er mit seinem Scoring und seiner Stärke im Eins gegen Eins genau das noch fehlende Puzzleteil für Bamberg, das in der Defensive bereits eines der besten Teams der Bundesliga ist.“

Jonas Mattisseck (ALBA-Guard): „Nachdem wir uns vor sieben Wochen in Bamberg für die Niederlage im letztjährigen Pokalfinale revanchiert haben, haben wir zumindest das nicht mehr im Hinterkopf. Es ist für uns einfach ein sehr wichtiges Ligaspiel, das wir in eigener Halle unbedingt gewinnen wollen. Spiele gegen Bamberg waren und bleiben immer etwas Besonderes. Ich freue mich sehr auf Sonntag!“


Wann immer sich Bamberg und ALBA gegenüberstanden, ging es hoch her. 2004 beendeten de Bamberger im Playoff-Halbfinale die sich über sieben Meistertitel in Folge erstreckende große Ära der Albatrosse. Zwei Jahre später triumphierte ALBA im Pokalfinale bei den in eigener Halle favorisierten Bambergern. Im letztjährigen Pokalfinale bezwang Brose die Albatrosse in Bamberg mit 5/8 Dreiern von Nikos Zisis. Vor sieben Wochen entthronte ALBA den letztjährigen Pokalsieger im Halbfinale.

Nachdem die erfolgsverwöhnten Bamberger im Vorjahr schon in der ersten Playoff-Runde an Vechta gescheitert waren, drückte die Vereinsführung im Sommer den Reset-Knopf und verpflichtete den im Vorjahr in der FIBA Champions League als „Coach des Jahres“ ausgezeichneten Roel Moors als neuen Cheftrainer. Der Belgier brachte mit Leo De Ryke auch gleich noch seinen Sportdirektor aus Antwerpen mit und krempelte den Bamberger Kader gründlich um.

Auch den neuen Spielmacher brachte Roel Moors aus Belgien mit nach Bamberg. Der 24-jährige Paris Lee dirigierte unter Moors die Giants Antwerpen in den letzten beiden Jahren als MVP der belgischen Liga nicht nur zweimal ins belgische Finale, sondern im Vorjahr auch zum Gewinn des belgischen Pokals und ins Final Four der Champions League. An seiner Seite steht am Sonntag womöglich erstmals der am Donnerstag nachverpflichtete NBA-erfahrene US-Shooting Guard Jordan Crawford, der sich vor einem Jahr auch ALBA anschließen wollte, aber nicht durch den Medizincheck kam.

Auf dem Flügel bieten die Bamberger mit dem 21-jährigen Louis Olinde und dem 25-jährigen Christian Sengfelder zwei frischgebackene Nationalspieler auf, die so gut sind, dass sich ihre aus der russischen und spanischen Liga nach Bamberg gekommenen US-Kollegen Tre’ McLean und Darion Atkins mit einer Rolle als Ersatzspieler begnügen müssen.

Unter dem Bamberger Korb dominiert der athletische und explosive ägyptische Nationalcenter Assem Marei als Topscorer und bester Rebounder seiner Mannschaft. Unterstützt wird er auf der Position fünf von Elias Harris, der mit seinen 2,03 Metern eigentlich ein geborener Power Forward ist, im Duell mit größeren Gegenspielern aber clever seine Athletik und die Erfahrung eines 30-jährigen „Warriors“  in die Waagschale wirft.

Quelle: ALBA Berlin



Ostbevern beim BBSC Berlin zu Gast

Wenn am Sonntag, den 1. März 2020 um 14:00 Uhr der BBSC in der Hämmerlinghalle den BSV Ostbevern zum Zweitligaspiel begrüßt, kommt eine nicht ganz typische Mannschaft nach Köpenick.

Ein bisschen erinnert die Story um die Gemeinde im Münsterland an die erfolgreichen Zeiten der Volleyballabteilung des Köpenicker SC mit ihrem kometenhaften Aufstieg vor 20 Jahren: Der Verein aus dem Kreis Warendorf leistete eine grandiose Aufbauarbeit. Mit eigener Nachwuchsförderung brachte er eine über Jahre gewachsene und in weiten Teilen aus „Dorfkindern“ bestehende Mannschaft hervor. Der BSV ist in den vergangenen sechs Jahren viermal aufgestiegen. Absolute Spitzenspielerin des Teams ist die 56fache Exnationalspielerin Wiebke Silge, die in Ostbevern aufgewachsen ist. Silge bringt vier Jahre Bundesliga-Erfahrung vom USC Münster und SC Potsdam mit. Zudem nahm die 1,90m-Mittelblockerin mit der deutschen Nationalmannschaft an einer Welt-  und an einer Europameisterschaft teil. So manches Mal macht Wiebke den Unterschied auf dem Feld aus. „Aber sie schafft auch viele Räume für andere, weil sich der Gegner oft auf sie konzentriert“ formuliert Ostbeverns Trainer Dominik Münch. Die sympathische und ruhige Westfälin hat sich nach ihrem sehr frühen Rücktritt vom absoluten Leistungssport (2017 mit 20 Jahren!) und dem nachfolgenden Studienbeginn wieder völlig unkompliziert in die Ostbeverner Mannschaft integriert – sie macht keinen Rummel um ihre Person.

Als Aufsteiger hat der BSV in der Liga hart gegen den Abstieg zu kämpfen. Beim Auswärtsspiel des BBSC im November trumpften die Berlinerinnen mit einem 3:0 Erfolg auf. Doch auch gegen solche Gegner muss erst einmal gewonnen werden. Zu schnell kann der Schlendrian Einzug halten – bei der Leistungsdichte der Liga sind schnell die Punkte verloren. „Wir wollen die Konzentration hochhalten und unseren Fans einen schön herausgespielten Sieg am Sonntagnachmittag präsentieren“, so BBSC-Kapitänin Katharina Kummer. Mit der entsprechend guten Stimmung von den Rängen und einer Teamleistung auf dem Feld sollte der Sonntagnachmittag ein kleines Volleyballfest werden. Freuen wir uns auf ein attraktives Heimspiel!

Quelle: Burkhard Kroll/BBSC Berlin

BR Volleys – Beginn der Kür

Nachdem der VfB Friedrichshafen am Wochenende das Verfolgerduell gegen die Hypo Tirol AlpenVolleys Haching mit 3:1 für sich entschied, haben die BR Volleys Gewissheit: Der DVV-Pokalsieger geht schon vor dem Match bei den SWD powervolleys Düren (25. Feb um 18.30 Uhr) als Tabellenerster in die Playoffs 2020. Damit werden die verbleibenden vier Spiele in der Normalrunde zur Kür, was dem Siegeswillen der Berliner allerdings keinen Abbruch tut.

Die spielfreien BR Volleys – das Match gegen Düren wurde aufgrund der SPORT1 Free-TV-Übertragung auf Dienstag verlegt – konnten am Samstagabend von der Couch aus beobachten, wie die AlpenVolleys als bis dahin ärgste Verfolger das Topspiel des 18. Spieltags am Bodensee verloren. Damit sind die Berliner nun nicht mehr von der Tabellenspitze zu verdrängen. Zwar könnten die drei punktgleichen Teams aus Frankfurt, Haching und Friedrichshafen (alle 38 Zähler) noch mit dem Hauptstadtclub (50) gleichziehen, doch dann wird als nächstes Kriterium die Anzahl der Siege gewertet und hierbei liegen die ungeschlagenen Spitzenreiter mit 18 Erfolgen uneinholbar vorn.

Damit verfügen die BR Volleys jetzt garantiert über ein hohes Gut, welches ihnen in den letzten drei Jahren verwehrt blieb: Den Heimvorteil in den Playoffs. Zuletzt hatte nach der Hauptrunde dreimal in Folge der VfB unter Trainer Vital Heynen die Nase vorn. „In dieser Saison haben wir uns diese Ausgangsposition mit unseren Leistungen redlich verdient. Dass uns das schon jetzt keiner mehr nehmen kann, fühlt sich gut an. Wir können ohne Druck spielen, wollen aber unsere Siegesserie weiter aufrechterhalten“, sagt Mittelblocker Jeffrey Jendryk und lässt vor dem schnellen Wiedersehen mit Düren kein Gefühl von Spannungsabfall aufkommen.

Der 24-jährige US-Amerikaner weiß, dass die Powervolleys in ihrer Arena nach dem deutlichen Ergebnis im Pokalfinale ein anderes Gesicht zeigen wollen: „Düren wird darauf brennen, sich zu revanchieren, aber wir werden diese Challenge annehmen. Auswärts wird es sicher schwieriger, doch in unserem Spiel passt aktuell vieles und das wollen wir bestätigen.“ So war es auch im Endspiel von Mannheim, als man zwei Sätze eindrucksvoll aufspielte und die Rheinländer auch in Durchgang drei noch abschütteln konnte (25:12, 25:18, 25:22). Die Gastgeber werden im Rennen um die Playoff-Plätze nun vor ihrem Publikum garantiert um jeden Ball kämpfen, denn nach dem Sieg der Netzhoppers gegen Lüneburg am Wochenende ist Düren nur noch Achter und benötigt dringend Punkte, um die Playoff-Runde zur erreichen.

Cheftrainer Cedric Enard weiß das und macht für das Match klare Vorgaben: „Ich möchte von meiner Mannschaft wieder mehr taktische Disziplin sehen, so wie wir es im Pokalfinale umgesetzt haben. Das hat mir zuletzt gegen Kemerovo gefehlt. Wir haben nun nicht mehr diesen engen Spielrhythmus, also wird es in den kommenden Begegnungen die größte Herausforderung, die Spannung bis zum Playoff-Start hochzuhalten.“ Erschwerend kommt hinzu, dass die Berliner in der Arena Kreis Düren auf zwei Spieler verzichten müssen. Pierre Pujol fällt mit einem Knochenmarködem im linken Sprunggelenk voraussichtlich für zwei Wochen aus und Kyle Ensing konnte aus dringenden privaten Gründen nicht mit der Mannschaft ins Rheinland reisen. Doch auch der Gegenseite geht es nicht besser. Coach Stefan Falter fehlen mit Blair Bann, Lukas Maase und Niklas Seppänen wichtige Akteure. Dennoch dürfen sich die SPORT1-Zuschauer auf ein attraktives Spiel vor schöner Kulisse freuen, denn die Gastgeber werden ihre Arena mit einer besonderen Charity-T-Shirt-Aktion in ihre Vereinsfarben hüllen.

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

Union gewinnt in Frankfurt – nachträgliches Geburtagsgeschenk für Urs Fischer

Die Ultras der Eintracht waren dem Spiel ferngeblieben, die Berliner ließen es sich nicht nehmen und füllten den Gästeblock im Frankfurter Stadion bis auf den letzten Platz. Die Heimfahrt am Rosenmontagabend war um so freudiger, den ihre Mannschaft hatte, nicht unbedingt erwartet, mit 2:1 den nunmehr dritten Auswärtssieg der Saison geholt. Für Urs Fischer, Unions Trainer feierte am 20. Februar seinen 54. Geburtstag, war es ein willkommenes nachträgliches Geschenk. Der Punktestand ist jetzt nach 23 Saisonspielen auf beachtliche 29 Zähler angewachsen, da müsste es doch mit dem Teufel zu gehen, wenn am Ende der Saison nicht der Klassenerhalt stehen sollte.

Beim Warmachen schallte der Hit von den Boom Town Rats „I Don’t Like Mondays“ über das Stadion. Für die Frankfurter Eintracht wurde es zu einem bösen Omen. Sie hatten Mühe in das Spiel zu kommen und verteilten zwei großzügige Geschenke an die Berliner. Die erste Hälfte endete torlos. In der 49. Minute leistete sich die Frankfurter Abwehr eine Slapstick-Einlage, frei nach dem Motto: „Nimm du ihn, ich hab ihn auch nicht“, konnte Sebastian Andersson ins verwaiste Tor schiessen. Es kam noch besser, ein durch Andersson erzwungenes Eigentor brachte in der 67. Minute die Eisernen mit 2:0 in Front. Der Unglücksrabe für Frankfurt war Abwehrspieler Evan Ndicka, zuvor hatte Torwart Kevin Trapp eine flache Hereingabe zu kurz abgewehrt.

Die Eisernen waren bis dahin wacher und lauffreudiger. Ein Spiel das mit enormen Kraftaufwand betrieben wurde. Die Unioner liefen über fünf Kilometer mehr als die Eintracht. Erneut war es ein Eigentor, diesmal auf der anderen Seite, dass die Frankfurter ins Spiel zurück brachte. Florian Hübner hatte Pech, das seine Rettungstat im eigenen Tor endete. Es wäre in der Schlussphase, Schiedrichter Deniz Aytekin ließ fünf Minuten nachspielen, fast schiefgegangen mit dem Auswärtsdreier. Mit Glück und Geschick überstanden die Eisernen die brenzligen Situationen und konnten am Ende jubeln und sich von ihren Fans feieren lassen. In der Tabelle haben die Eisernen Frankfurt überholt und sind – erstaunlich, erstaunlich – fast einstellig.

Hans-Peter Becker

SG Eintracht Frankfurt: Trapp – Ndicka (71. Rode), Hinteregger, Abraham, Chandler – Kohr, Hasebe – Kostic, Kamada, Durm (66. Silva) – Pacencia (4-2-3-1)

1. FC Union Berlin: Gikiewicz –Friedrich, Hübner, Subotic– Ryerson, Andrich, Gentner (77. Prömel), Lenz – Malli (63. Ingvartsen), Andersson, Bülter (90. Kroos) 3-4-3

Tore: 0:1 Andersson (49.), 0:2 N´Dicka (67. ET), 1:2 Silva (79.)

Zuschauer: 46 500

Champions League Intermezzo gegen Kasan als Stimmungsmacher

Das nationale Wasserballgeschehen wird aktuell von der Vorbereitung des Nationalkaders auf das Olympiaqualifikationsturnier in Rotterdam Ende März beeinflusst. Das bringt für die Vereine, die in in Pokal und Meisterschaft aktiv sind, ungewohnte Termine mit sich.

Spandau 04 ist mit mehr als einem halben Dutzend deutschen Auswahlakteuren und weiteren internationalen Akteuren (Pjesivac/Montenegro, Negrean/Rumänien, Saudadier/Frankreich, Kholod/Russland) ausgestattet, die mit ihren Nationalteams in Rotterdam ums Tokio-Ticket spielen. Am 9. Februar war für die Wasserfreunde bei den White Sharks Hannover die letzte Vereinsaufgabe zu absolvieren (19:7). Nun folgt am kommenden Samstag (22.2.2020) die Nächste.

Am Samstag empfangen die Wasserfreunde am 9. der 14 Spieltage der Champions-League-Hauptrunde in der Schwimmhalle Schöneberg die Russen von Sintez Kasan. Gruppen-Sechster gegen den Letzten, das hört sich machbar an. „Aber dennoch dürfen wir den Gegner nicht unterschätzen“, sagt der Trainer Petar Kovacevic. „Wir wollen auf den Erfolg gegen Szolnok (8:7-Auswärtserfolg beim 2017-CL-Gewinner) den nächsten Sieg folgen lassen.“

Aktuell ist Spandau mit acht Zählern vier Punkte entfernt vierten Gruppenplatz, der die Qualifikation für das Final 8 bedeuten würde. Jeder Sieg in der Champions League wird mit drei Punkten honoriert. Das Hinspiel in Kasan haben die Berliner knapp mit 12:11 gewonnen, dabei nach dem ersten Viertel 6:2 geführt, den Vorsprung aber verspielt und sogar zweimal mit einem Tor hinten gelegen. Am Ende brachten die Gäste den verdienten Erfolg aber doch nach Hause. „Eine solche Fieberkurve darf uns nicht wieder passieren. Ich denke, wir haben daraus gelernt“, so Kovacevic.

Zwei Tage nach der CL-Partie geht die Auswahlvorbereitung auf Rotterdam mit einem Ein-Wochen-Lehrgang weiter, dann folgt am 4. März (Schwimmhalle Schöneberg, 19 Uhr) ein weiteres CL-Intermezzo gegen Olympiacos Piräus, einem der Titelfavoriten im laufenden Königswettbewerb. „Wenn wir uns in diesen Spielen gut verkaufen, kann das mental zu einem motivierenden Stimmungsmacher im Kampf um das Olympiaticket werden“, erklärt Petar Kovacevic.

Quelle: Peter Röhle/Wasserfreunde Spandau 04

Champions League 2019 / 2020

Spieltag 9, Gruppe A

22. Februar 2020

Wasserfreunde Spandau 04 – Sintez Kasan (Russland)

Spielbeginn: 19:00 UHR

Spielort: Sport- und Lehrschwimmhalle Schöneberg, Sachsendamm 11, 10829 Berlin

Eisbären mit Arbeitssieg gegen Iserlohn

Die Hauptrunde nähert sich dem Ende, am unbeliebten Dienstag empfingen die Eisbären die Iserlohn Roosters. Der Spiel-Rhythmus Sonntag-Dienstag-Freitag-Sonntag hat bereits Playoff-Charakter. Die Playoffs sind den Eisbären nicht mehr zu nehmen, schön wäre es, der aktuelle Tabellenplatz Vier verteidigt werden. So war das Spiel gegen den Tabellenvorletzten eine Pflichtaufgabe, die es erfolgreich zu bewältigen galt. Die Iserlohner mit nur noch vagen Hoffnungen auf die Pre-Playoffs, machten den Eisbären das Leben schwer.

Die Führung für die Gäste, bereits in der 06. Minute, fiel aus dem Nichts. Den Ausgleich besorgte Marc Olver, da lief die 15. Minute im Spiel. Die Eisbären hatten ein deutliches Übergewicht, doch es dauerte bis zur 30. Minute, bevor sie das Spiel drehen konnten. Austin Ortega traf aus fast unmöglicher Position, er fand die Lücke zwischen Schulter. Die Weichen auf stellte Lucas Reichel noch im Mittelabschnitt, er traf im Powerplay für die Eisbären.

In der 52. Minute kam nochmals ein Hauch von Spannung auf. Den nie aufsteckenden Gästen gelang trotz eigener Unterzahl, erneut durch Michael Clarke der Anschluss-Treffer zum 2:3. Endgültig alles klar für diesen Dienstagabend machte Mark Olver mit einem Schuss ins verwaiste Tor der Iserlohn Roosters. Es war ein typischer Arbeitssieg der favorisierten Mannschaft. Eisbären-Trainer Serge Aubin schätzte das Spiel so ein: „Wir haben heute bestimmt nicht unser bestes Eishockey gezeigt, aber einen Weg gefunden das Spiel zu gewinnen.

Bemerkenswert war erneut die Effizienz der vierten Sturmreihe der Eisbären. Mark Olver traf doppelt und Andre Rankel steuerte einen Assist bei. In vielen Team ist die sogenannte vierte Reihe lediglich mit der Aufgabe betreut, vor allem der Parade-Reihe Luft zu verschaffen. Nicht so aktuell bei den Eisbären, die auf vier fast gleichwertige Sturmreihen setzen. Nach dem Spiel erklärte Nachwuchsmann Sebastian Streu, der zusammen mit Rankel und Olver diese Reihe bildet, dass er froh ist, sich jetzt mehr Eiszeit erkämpft zu haben. Außerdem hat sie kein Verbot, auch Tore zu erzielen. „Wir fühlen uns nicht wie die vierte Reihe“, so äußerte er sich nach dem Spiel. Seine Reihe hatte 16 Wechsel und er war knapp 11 Minuten auf dem Eis.

Die Eisbären haben jetzt ein hartes Auswärtsprogramm zu absolvieren. Bereits am Donnerstag, 20. Februar müssen sie Augsburg antreten und am darauffolgenden Sonntag wird in Nürnberg gespielt. Zwischen den Spielen werden die Eisbären nicht nach Berlin zurückkehren. Das nächste Heimspiel ist erst 28. Februar ausgetragen, gegen die Düsseldorfer EG, aktueller Tabellennachbar.

Hans-Peter Becker

DEL 46. Spieltag 18.02.2020 19:30 Uhr MB-Arena Berlin

EHC Eisbären Berlin – Iserlohn Roosters 4:3 (1:1/2:0/1:1)

Torfolge

0:1 Clarke 05:21 (Fleischer) EQ

1:1 Olver 14:04 (Kettemer, Rankel) EQ

2:1 Ortega 29:39 (Aubry, McKiernan) EQ

3:1 Reichel 36:52 (Ortega, Pförderl) PP1

3:2 Clarke 51:19 (Dimitriev, Baxmann) SH1

4:2 Olver 58:34 (Lapierre, McKiernan) empty net

Strafminuten:

Eisbären 10

Iserlohn 14

Zuschauer: 12.616