Kurzfristige Absagen im Landespokal-Finale sorgen für Verdruss
Die Frage, warum 1972 beim Pokalwettbewerb der C-Jugend in Berlin (West) zwei Teams zu Siegern erklärt wurden, ist nicht mehr ohne Weiteres zu beantworten. Damals teilten sich Berliner Amateure und Rapide Wedding die Trophäe. Weshalb der Finaltag 2026 zu Christi Himmelfahrt um den Nike Youth Cup derartig ausgedünnt angesetzt werden musste, ist leichter zu klären. Hier traten nach Absagen für D- und C-Jugend nur die beiden Berliner Top-Teams vom 1. FC Union und Hertha BSC an.
Für die D-Jugend sollten Frohnau oder Viktoria Mitte sich mit Hertha BSC messen. Wegen eines noch laufenden Verfahrens vorm Verbandsgericht konnten sich beide Mannschaften die Anreise am Donnerstag sparen. Pikant an der Sache: Eine peinliche Fehleinschätzung der Spielregeln beim Entscheidungsschießen im Halbfinale. Statt der erforderlichen fünf Schützen sollen – vom Unparteiischen und Verbandsoffiziellen vor Ort unbemerkt – nur drei zum Elfmeterschießen angetreten sein. Nun soll erst zu einem noch unbestimmten Zeitpunkt über den Einspruch abschließend geurteilt werden. Wohl eine herbe Enttäuschung für alle beteiligten jungen Fußballer.
Die weitere Stornierung eines ebenfalls zuvor per Elfmeterschießen entschiedenen Halbfinales der C-Jugend zwischen Stern 1900 und SC Staaken (8:9) erfolgte nur Stunden vor dem Finale. Ein wohl einmaliger Vorgang. Der Gegner Viktoria 89 stand fest. Hier hatte man sich nach einem Sport- und Verbandsgerichtsurteil auf den eigentlichen Verlierer Stern eingestellt. Was war der Grund für die Reklamation? Bernd Fiedler aus dem Stern-Vorstand: „Die Verfahrensordnungen sollten für alle gelten. Ab dem 1. Januar 2026 sind aktualisierte Fotos in den digitalen Spielerpässen der Kinder und Jugendlichen zwingend vorgeschrieben. Das wurde beschlossen. Wir wurden auf einen Mangel beim SC Staaken aufmerksam. Daher legten wir Einspruch ein.“
Die Organe des Berliner Fußball-Verbandes (BFV) konnten jedoch laut Auskunft des Präsidialmitgliedes Frank Schröder die ausführliche schriftliche Gegenposition der Staakener nicht innerhalb einer derartig kurzen Zeit beurteilen. „Das Verbandsgericht wird erst demnächst ein Urteil fällen können. Dass die Jugendlichen vermutlich ratlos das Geschehen beobachten, kann ich verstehen. Das Endspiel im vorgesehenen Rahmen im Werner-Seelenbinder-Sportpark verpasst zu haben, ist nicht schön“, teilte Schröder Sportick.eu mit. An derartig kurzfristige Absagen im Berliner Landespokal-Finale der Jugend kann sich Schröder auch nicht erinnern. „Nur während der Corona-Pandemie fiel einiges aus. Die A-Jugend spielte dann damals unter Ausschluss der Öffentlichkeit, damit für den überregionalen Pokalwettbewerb ein Berliner Team gemeldet werden konnte.“
Im einzig verbliebenen Endspiel am Nachmittag des Feiertages setzte sich die U17 vom 1. FC Union gegen den Nachwuchs des Zweitligisten Hertha BSC mit 2:1 durch. Auch hier ging es zunächst nicht den gewohnten Gang: Ein Gewitter zwang zur Unterbrechung nach einer Viertelstunde. Ein Handspiel im Strafraum mit anschließendem Elfmeter hätte nach etwa einer Stunde (bei 80 Minuten Spielzeit) die Vorentscheidung beim Spielstand von 2:1 bedeuten können. Die Eisernen vergaben vor etwa 1.050 Zuschauern die große Chance, konnten aber die bis zum Ende vehementen Angriffe der Blau-Weißen abwehren. An Stelle der enttäuschenden Union-U19 im Finale einen Tag zuvor, sicherten sich nun die jüngeren Akteure der Köpenicker den Pott.
Text und Fotos: Frank Toebs

Spieldaten
Finale U 17 14.05.2026
1. FC Union Berlin: Gagzow – Wojnowski, Schippeinz, Pliquett, Etobie Epie – Vulin, Badem (78. Minute Zunk), Sorg (51. Kluck), Ahrens (84. Lauricella), Sonntag (73. Trill) – Matjani
Hertha BSC: Ballwanz – Authman, Diallo, Aliu, Wosnitza, Bajars – Mrohs, Salman, Grothe – Ali, Brumm
Tore: 0:1 Wosnitza (19. Minute), 1:1 Schippeinz (49.), 2:1 Badem (55.)








