Viktoria holt sich den Pott

Am Abend wurde das jährliche Hochamt des Profifußballs zelebriert. Im Berliner Olympiastadion holte RB Leipzig in einer dramatischen Auseinandersetzung mit dem SC Freiburg den ersten Titel der Vereinsgeschichte. Es war restlos ausverkauft, eine Zusatztribüne errichtet, so konnten 74.322 Zahlende ins Stadion.

Zu mittäglicher Stunde desselben Tages, nur wenige Kilometer vom Olympiastadion entfernt, fand im Rahmen des Tages der Amateure das Endspiel um den Berliner Pokal statt. Bedauerlich, das muss man sagen, fast unter freiwilligem Ausschluss der Öffentlichkeit. Lediglich 1.215 Zahlende gab der wieder als Stadionsprecher engagierte Karsten Holland bekannt. Dabei war es eine alles andere als unattraktive Paarung im neuen Endspielort, dem Mommsenstadion. Der leider nun ehemalige Drittligist Viktoria spielte gegen die VSG Altglienicke. Es war ähnlich dramatisch, wie Stunden später im Olympiastadion.

Die Mannschaft, die die Saison im halbwegs bezahlten Fußball verbracht hatte, bestimmte über weite Strecken das Spiel. Nur das erste Tor im Spiel gelang den Volkssportlern, in der 40. Minute überwand Uzan Tugay den Torwart mit einer Bogenlampe. Philip Sprint sah da nicht gut aus. Es war das Tor aus dem Nichts, was sich so rein gar nicht andeutete.

In der zweiten Halbzeit hatte Viktoria weiter die größeren Spielanteile, während Altglienicke leidenschaftlich verteidigte und einige gefährliche Konter inszenierte. Der in der 60. Minute eingewechselte Paul-Vincent Manske hatte zweimal die Vorentscheidung auf dem Fuß und scheiterte.

Fotos:© Hans-Peter Becker

Der Traum vom Pokalsieg zerplatzte für den Regionalligisten auf die brutalst mögliche Weise. Zwei Tore in der Nachspielzeit durch Lukas Pinkert und Soufian Benyamina entrissen der Elf von Karsten Heine den Pott.

In der Pressekonferenz äußerte Heine seine Kritik an Schiedsrichter Pascal Wien. Eine Tätlichkeit von Viktoria-Kapitän Christoph Menz blieb ungeahndet. „Der Menzer hätte das Spiel nicht beenden dürfen.“ Trotzdem gratulierte er seinem Kollegen zum Sieg und Viktorias Trainer verkündete auf Nachfrage, dass er bei Viktoria nicht weitermachen wird. Sein Vertrag galt nur für die 3. Liga.

Im Kader der Himmelblauen wird es weitere Veränderungen geben. Umso bemerkenswerter war, dass sich die Mannschaft nach dem enttäuschenden Saisonende nochmals zu solch einer Energieleistung aufschwingen konnte.

Hans-Peter Becker

AOK Pokal Finale

21.05.2022 12:15 Uhr Mommsenstadion Berlin

VSG Altglienicke – FC Viktoria 1889 Berlin 1:2(1:0)

Mannschaftsaufstellungen

Viktoria: Sprint – Lewald – Makreckis (80. Hahn) – Theisen (77. Ogbaidze) – Küc – Falcao (65. Hovi) – Kapp – Seiffert – Jopek (65. Benyamina) – Pinckert – Menz

VSG Altglienicke: Bänge – Liebelt (ab 60. P.V. Manske) – Zeiger – Uzan (ab 69. Breitkreuz) – Derflinger (ab. 69. Skoda) – Inaler – Häußler – Belegu – J. Manske – Dem (ab 84. Pütt) – Brehmer

Schiedsrichter: Pascal Wien (SC Borsigwalde)

Assistenten: Fabian Zastrow, Marcel Mallassa, Gunnar Mielenz

Union steigt weiter auf, Hertha hat es vergeigt und Viktoria steigt ab

Im Berliner Profifußball sind fast alle Messen gesungen. Der 1. FC Union krönt seinen unaufhaltbar zu seienden Aufstieg mit der Teilnahme an der zweiten europäischen Spielklasse. Es gibt etwas mehr Geld und zum Glück gibt es ja in Berlin das Olympiastadion, wo dann die hoffentlich hochkarätigen Gegner empfangen werden müssen. Dafür darf Union brav Miete zahlen, obwohl man doch ein schmuckes Eigenheim besitzt. Am letzten Spieltag wurde Aufsteiger Bochum mit 3:2 besiegt und der Urlaub kann beginnen.

Wir sind so wie wir sind,
Drum liebt man uns, drum hasst man uns.
Wir sind so wie wir sind,
Das Berliner Sorgenkind!
Von der Bundesliga träumen wir,
Drum trainieren wir tagtäglich.
Wir steigen einmal wieder auf
Fiffi Kronsbein macht es möglich.

Diese Zeilen aus einem sehr alten Hertha-Lied passen genau zur aktuellen Situation. Aus dem ersehnten Punkt in Dortmund wurde nichts, während Stuttgart mehr Glück hatte und mit einem Last-Minute-Treffer Hertha in die Relegation schickte. Das zweitschlechteste Torverhältnis der Liga könnte den Charlottenburgern noch zum Verhängnis werden. Zwei Mannschaften kommen als Relegationsgegner infrage, der HSV oder Darmstadt. Mehr spricht wohl für den HSV. Ein Alptraum wird wahr, Felix Magath hätte die Aufgabe, seine alte Liebe zu versenken. Er war dort Spieler, Manager und Trainer. Vielleicht bleibt ihm das ja erspart. Dieser Saisonabschluss ist sinnbildlich für die gesamte Spielzeit, keine Kontinuität und das mit einem Kader, der ganze andere Möglichkeiten gehabt hätte. Hinter den Kulissen scheint es bereits zu brodeln, wenn jetzt ein weiterer Abstieg dazu kommt, dürfte Hertha mal wieder alle Schlagzeilen füllen. Das Olympiastadion wird in der kommenden Woche stark frequentiert sein. Am Donnerstag, 19. Mai empfängt Hertha seinen Relegationsgegner und 48 Stunden später steht das Pokalfinale an. Am 23. Mai, so gegen 23:00 Uhr ist es Gewissheit und die Frage beantwortet, ob Berlin in der nächsten Saison nur einen oder weiterhin zwei Bundesligisten haben wird.

Ob die Hauptstadt weiter in der 3. Liga vertreten sein wird, ist zurzeit noch offen. Für den FC Viktoria hat es leider nicht gereicht. Am Ende fehlten drei Punkte. Ein starker Saisonstart konnte nicht ausgebaut werden. Personelle Verstärkungen und ein Trainerwechsel brachten nicht den gewünschten Effekt. Am letzten Spieltag hätte ein Sieg gegen den SV Meppen nur dann gereicht, wenn der SC Verl sein Spiel gegen den MSV Duisburg verloren hätte. Die Chance war minimal, Verl spielte Unentschieden und Viktoria verlor mit 3:4. Als kleines Trostpflaster winkt am 21. Mai im Mommsenstadion, das Finale im Berliner Pokal. Auf der Tribüne im Jahnsportpark saß, mit Karsten Heine, Torsten Mattuschka und Roman Linke, die geballte Kompetenz des Finalgegners aus Altglienicke. In der 70. Minute, kurz nachdem die Emsländer das 3:1 erzielt hatten, verließen sie das Stadion. Einen Tag später stand das Spiel zum Abschluss der Regionalliga-Saison gegen den BFC Dynamo an.

Hans-Peter Becker

Freude und Leid in Lichterfelde

Die Hoffnung, dass die Saison in der Regionalliga Nordost fortgesetzt werden kann, schwindet. Auf einer Videokonferenz zwischen dem Verband (NOFV) und Vertretern der Regionalliga-Vereine sprachen sich alle für einen Saison-Abbruch aus. Sie plädierten einstimmig dafür, Viktoria 89 als ungeschlagenen Tabellenführer zum Aufsteiger in die 3. Liga zu benennen. Es gilt als sicher, dass am 16. April auf der NOFV-Präsidiums-Sitzung der Saison-Abbruch beschlossen wird. Viktoria 89 hätte Planungssicherheit.

Der Trainer des Verfolgers VSG Altglienicke, Karsten Heine, sagte: „Mit den gebotenen Leistungen hat sich die verlustpunktfreie Viktoria 89 den Aufstieg einfach verdient.“

Viktoria 89 kann sich also freuen, sie sind der dritte Berliner Profi-Club. Der Senat hatte wiederholt betont, keine Fußballspiele jenseits des Profisports zu erlauben. Bei aller Freude der Lichterfelder – sie werden nun gezwungen sein, umzuziehen! Die Heimstätte, das Stadion in Lichterfelde ist nicht drittligatauglich. Die Suche nach einem neuen Stadion ist in Berlin mehr als kompliziert. Zerschlagen hat sich die Option, in das nahegelegene, aber ausgelastete Potsdamer Karl-Liebknecht-Stadion (Babelsberg 03 und Turbine Potsdam) auszuweichen.

Nun werde die Belastungsgrenze des Mommsenstadion (TeBe und SCC) geprüft. In der Nordstaffel werden wieder 20 Vereine spielen. Die Vereinsvertreter sprachen sich dafür aus, dass es keine Absteiger geben soll. Offen ist, ob es Aufsteiger aus der Oberliga geben wird.

Christian Zschiedrich

Berlins Fußballer der Saison 2019/2020 sind gewählt

Nathalie Götz (1. FC Union), Stephan Brehmer (VSG Altglienicke), Karsten Heine (VSG Altglienicke) und Christopher Trimmel (1. FC Union) heißen die diesjährigen Sieger in den Kategorien „Fußballerin“, „Amateurfußballer“, „Amateurtrainer“ und „Profifußballer der Saison“.

Vom 13. Juli bis zum 7. August 2020 hatten die Berlinerinnen und Berliner Zeit, aus den insgesamt 32 Nominierten (acht in jeder Kategorie) für ihre Favoritinnen und Favoriten abzustimmen. Die Fußball-Woche (FuWo), der Berliner Fußball-Verband (BFV) und die Deutsche Klassenlotterie Berlin hatten sich trotz des coronabedingten, vorzeitigen Saisonabbruchs im Amateurbereich dazu entschieden, die Wahl wie in den Vorjahren durchzuführen. Bei der diesjährigen Wahl wurden rund 33.800 Stimmen abgegeben.

Die BFV-Meisterehrung, die in der Vergangenheit als Rahmen für die Verleihung der Auszeichnungen diente, fand in diesem Jahr aufgrund der Auswirkungen der Corona-Pandemie nicht statt. Die Preise werden den Sieger/innen stattdessen bei einzelnen Terminen in ihren Vereinen übergeben.

Nathalie Götz ist Berlins Fußballerin der Saison

Fußballerin des Jahres, Nathalie Götz Foto © 1. FC Union Berlin

Bei der Wahl zur „Fußballerin der Saison“ setzte sich Nathalie Götz vom Regionalliga-Team des 1. FC Union mit deutlicher Mehrheit (48,8 Prozent der Stimmen) gegen Jenny Trommer (1. FC Union II, 13,2 Prozent) und Caroline Klausch (Borussia Pankow, 9,5 Prozent) durch. Die 32-Jährige, die 2018 vom BSC Marzahn nach Köpenick gewechselt war, glänzte in der abgelaufenen Spielzeit als erfahrene Stütze in der Innenverteidigung der Eisernen. Götz beendete diesen Sommer nach 26 Jahren als aktive Spielerin ihre Laufbahn – die Auszeichnung als Fußballerin der Saison krönt somit den Abschluss einer großartigen Karriere.

Nathalie Götz sagt über die Auszeichnung: „Ich bin sehr stolz und dankbar, Berlins Fußballerin des Jahres zu sein. Das ist aber nicht allein mein Verdienst, sondern das ist das Resultat aus der Unterstützung meiner Familie und der guten fußballerischen Unterstützung des Trainerteams vom 1. FC Union Berlin sowie der gesamten Mannschaft, das dafür gesorgt hat, dass ich immer gerne zum Fußball gegangen bin und mich vom ersten Moment an wohl bei Union gefühlt habe! Mit solch einer Auszeichnung kann man beruhigt gehen.“

Stephan Brehmer setzt sich als bester Amateurfußballer durch

Amateurfußballer des Jahres, Stephan Brehmer VSG Altglienicke Foto © Lena Gundlach/BFV

Der Gewinner in der Kategorie „Amateurfußballer der Saison“ ist der Kapitän des amtierenden AOK-Landespokalsiegers VSG Altglienicke. Stephan Brehmer sicherte sich in der Abstimmung mit 28,8 Prozent der Stimmen den ersten Platz vor seinem Teamkollegen Christian Skoda (22,4 Prozent) und Nils Fliegen (Lichtenberg 47, 16,2 Prozent). Der 27-jährige Linksverteidiger hatte großen Anteil daran, dass die VSG Altglienicke die abgelaufene Spielzeit auf einem hervorragenden zweiten Platz (Wertung nach Abbruch der Saison auf Basis der Quotientenregel) in der Regionalliga Nordost abschloss und dank des Titelgewinns im Berliner Landespokal in die erste Runde des DFB-Pokals einzog.

Stephan Brehmer sagt: „Ich freue mich sehr und bin stolz darauf, aus so vielen guten Fußballern in Berlin, als Amateurfußballer der Saison ausgezeichnet zu werden. Das ist eine große Ehre für mich und ich bedanke mich bei allen, die mir ihre Stimme gegeben haben.“

Karsten Heine ist Amateurtrainer der Saison

Auch Brehmers Coach bei der VSG Altglienicke darf sich über eine Auszeichnung freuen: Karsten Heine gewann die Wahl zum „Amateurtrainer der Saison“ mit 49,1 Prozent der Stimmen und verwies Vorjahressieger Uwe Lehmann (Lichtenberg 47, 14,6 Prozent) und Christian Benbennek (BFC Dynamo, 9,2 Prozent) auf die Plätze zwei und drei. Der 65-Jährige, der seit über 30 Jahren als Co- und Cheftrainer – unter anderem für Hertha BSC und den 1. FC Union – tätig ist, übernahm die VSG Altglienicke im Sommer 2019 und krönte seine Antrittssaison direkt mit dem Titelgewinn im AOK-Landespokal.

Trainer des Jahres, Karsten Heine VSG Altglienicke Foto © Lena Gundlach/BFV

Karsten Heine verwies auch auf seine Kollegen, die maßgeblichen Anteil an dem Erfolg der letzten Saison hatten: „Ich möchte mich zunächst bei allen bedanken, die mich gewählt haben. Zwei Dinge sind mir jedoch wichtig: Erstens gibt es in Berlin sehr viele gute Trainer, die mit ihren Mannschaften sehr erfolgreich arbeiten – auch in den unteren Bereichen, von denen der eine oder andere Kollege die Auszeichnung ebenso verdient hätte. Zweitens wäre unsere erfolgreiche sportliche Arbeit im letzten Jahr ohne meine Kollegen Torsten Mattuschka, Roman Linke, Oliver Hähnke und unsere Physios Thomas Wirth und Jonas Orejuela sowie unseren Berater Lothar Hamann nicht möglich gewesen. Die Grundvoraussetzung für alles, was wir bei der VSG Altglienicke erreichen, basiert auf einem gut funktionierenden Team in der Leitung, stellvertretend dafür sind hier Daniel Böhm und Marco Schröder zu nennen.“

Christopher Trimmel zum besten Profi gewählt

Profi des Jahres, Christopher Trimmel, 1. FC Union Berlin Foto © Michael Hundt

Christopher Trimmel ist Berlins „Profifußballer der Saison 2019/2020“. Der Kapitän des 1. FC Union setzte sich in der Abstimmung mit 26,7 Prozent der Stimmen gegen seine Teamkollegen Rafal Gikiewicz (22,7 Prozent) und Marius Bülter (17,1 Prozent) durch. Der 33-jährige Rechtsverteidiger stand in seiner ersten Bundesliga-Saison bei jedem seiner 32 Einsätze in der Startelf und hatte mit acht Torvorlagen großen Anteil daran, dass sich der Aufsteiger frühzeitig den Klassenerhalt sichern konnte.

Bernd Schultz, Präsident des Berliner Fußball-Verbandes, beglückwünscht die vier Preisträger: „Ich gratuliere Nathalie Götz, Stephan Brehmer, Karsten Heine und Christopher Trimmel herzlich zu ihren Auszeichnungen. In einer zum Ende hin wahrhaft schwierigen Saison haben sie großartige Leistungen vollbracht. Ich wünsche ihnen auf ihrem sportlichen und persönlichen Weg weiterhin viel Erfolg und Gesundheit.“

Die Abstimmungsergebnisse im Überblick:

Fußballerin der Saison 2019/2020

1. Nathalie Götz (1. FC Union) – 48,8 Prozent
2. Jenny Trommer (1. FC Union II) – 13,2 Prozent
3. Caroline Klausch (Borussia Pankow) – 9,5 Prozent
4. Hülya Kaya (FC Viktoria 89) – 8,4 Prozent
5. Emina Wacker (SFC Stern 1900) – 5,6 Prozent
6. Constanze Hess (Blau-Weiß 90) – 5,2 Prozent
7. Jaqueline Pantelmann (BW Hohen Neuendorf) – 4,9 Prozent
8. Angelique Bratschke (Grün-Weiss Neukölln) – 4,4 Prozent

Amateurfußballer der Saison 2019/2020

1. Stephan Brehmer (VSG Altglienicke) – 28,8 Prozent
2. Christian Skoda (VSG Altglienicke) – 22,4 Prozent
3. Nils Fiegen (Lichtenberg 47) – 16,2 Prozent
4. Maik Haubitz (Füchse Berlin) – 9,5 Prozent
5. Robert Schröder (FC Hertha 03) – 6,9 Prozent
6. Nicolai Matt (Tennis Borussia) – 6,6 Prozent
7. Sanid Sejdic (SV Sparta Lichtenberg) – 5,5 Prozent
8. Rifat Gelici (Tennis Borussia) – 4,1 Prozent

Amateurtrainer der Saison 2019/2020

1. Karsten Heine (VSG Altglienicke) – 49,1 Prozent
2. Uwe Lehmann (Lichtenberg 47) – 14,6 Prozent
3. Christian Benbennek (BFC Dynamo) – 9,2 Prozent
4. Murat Dogan (Türkiyemspor, Frauen) – 7,1 Prozent
5. Dennis Kutrieb (Tennis Borussia) – 6,6 Prozent
6. Andreas Thurau (SFC Stern 1900) – 6,1 Prozent
7. Jörg Riedel (SC Charlottenburg) – 4,4 Prozent
8. Dragan Kostic (SV Sparta Lichtenberg) – 2,9 Prozent

Profifußballer der Saison 2019/2020

1. Christopher Trimmel (1. FC Union) – 26,7 Prozent
2. Rafal Gikiewicz (1. FC Union) – 22,7 Prozent
3. Marius Bülter (1. FC Union) – 17,1 Prozent
4. Sebastian Andersson (1. FC Union) – 10,4 Prozent
5. Dedryck Boyata (Hertha BSC) – 7,7 Prozent
6. Vedad Ibisevic (Hertha BSC) – 6,8 Prozent
7. Per Ciljan Skjelbred (Hertha BSC) – 4,8 Prozent
8. Vladimir Darida (Hertha BSC) – 3,8 Prozent

Quelle: Berliner Fußballverband

VSG Altglienicke gewinnt das Berliner Pokalfinale

War bei den Frauen das Finale eine einseitige Angelegenheit für Viktoria 98, so war es bei den Herren eine gute Stunde lang etwas spannender. Der Jahn-Sportpark zeigte leere Ränge, lediglich ein paar Gäste des Verbandes durften im oberen Teil der Haupttribüne Platz nehmen. Auch für Sie, wie für die akkreditieren Journalisten, galt ein Zugangsprozedere mit Abgabe einer Gesundheitserklärung und dem Messen der Körpertemperatur. Ein Polizist war auch anwesend, der guten Ordnung halber, Tumulte auf der Pressetribüne waren eher nicht zu erwarten.

In der ersten Halbzeit kämpften beide Mannschaften um die Vorherrschaft im Mittelfeld, dabei hatte der Titelverteidiger, Viktoria 98 mehr Spielanteile und Torchancen. Erst in der 28. Minute gaben die Altglienicker den ersten Torschuss ab. Er stellte für Viktorias Keeper Philip Sprint kein Problem dar. Etwas anders stellte sich die Beschäftigungssituation für seinen Gegenüber Leon Bätge dar. In der 39. Minute musste er Kopf und Kragen riskieren, um gegen Viktorias Kapitän Christoph Menz klären zu können. Wer weiß welchen Verlauf das Spiel genommen hätte.

Der Führungstreffer für die VSG Altglienicke fiel erstens fast aus dem nichts und stellte zweitens den bisherigen Spielverlauf auf den Kopf. Es gab einen Freistoß für Altglienicke, der als Flanke getreten herein segelte und von Johannes Manske per Kopf unhaltbar ins Tor gelenkt wurde. Ausgerechnet J. Manske, der in der vergangenen Saison noch das Trikot von Viktoria trug.

Nach der Halbzeitpause drückte der Pokalverteidiger auf den Ausgleich. Es kam wieder ganz anders. In der 63. Minute schlug Phillip Zeiger einen langen Ball aus der eigenen Hälfte quer über geschätzte 50 m in die gegnerische Hälfte. Er erreichte den Adressaten, Linus Meyer, nach gekonnter Ballannahme, ließ erst Verteidiger Jakob Lewald und anschließend Torwart Philip Sprint aussteigen und vollendete zur 2:0 Führung. Ein Tor, das nicht in jedem Spiel gelingt. Kurz öffnete der Himmel über dem Jahn-Sportpark seine Schleusen und spülte die letzten Hoffnungen der Viktoria auf eine erfolgreiche Titelverteidigung davon. Ein Doppelschlag des Finalneulings schraubte das Ergebnis auf den Zwischenstand von 4:0. Es waren zwar noch 20 Minuten zu gehen und Viktoria gab nicht auf und wurde zwei weitere Male ausgekontert. Am Ende stand ein klares und deutliches 6:0 für die VSG Altglienicke. Nicht einmal ein Ehrentreffer sollte Viktoria glücken.

Wer hätte zur Halbzeitpause dieses Ergebnis erwarten können ? Nach Spielende war die Enttäuschung groß bei den Himmelblauen. Trainer Benedetto Muzzicato fand für die Niederlage die richtigen Worte. „Wir haben einfach das Tor nicht getroffen. Altglienicke war effektiver und auf Grund der zweiten Halbzeit war der Sieg verdient.“

Altglienickes Trainer Karsten Heine kennt das Gefühl im Jahn-Sportpark Pokalsieger zu werden. 2004 gelang ihm das mit den Amateuren von Hertha BSC, jetzt wiederholte er den Erfolg mit der VSG Altglienicke. „Der Pokal ist immer was besonderes, die Höhe des Sieges sollte nicht überbewertet werden. In der ersten Halbzeit hatten wir Mühe ins Spiel zu kommen, da erwies sich unser Torwart Leon Bätge als starker Rückhalt.“

Wegen der Terminverschiebung durch Corona haben die Altglienicker kaum Gelegenheit den Pokalsieg, den ersten großen Erfolg in der Vereinsgeschichte, ausgiebig zu feiern. Bereits am Dienstag, 25.08.2020 geht es in der Regionalliga weiter. An der Ruschestraße erwartet Lichtenberg 47 die VSG zum Kampf um die Punkte. Viktoria hat ein Heimspiel und hat Optik Rathenow im Stadion Lichterfelde zu Gast.

Der Gegner in der 1. Hauptrunde des DFB-Pokals steht ja bereits fest. Die VSG Altglienicke empfängt den 1. FC Köln aus der Bundesliga, wahrscheinlich ist dann der Jahn-Sportpark erneut der Austragungsort.

Hans-Peter Becker

Tag der Amateure – Finale im Jahn-Sportpark

In diesem Jahr ist alles anders. In Berlin sind öffentliche Veranstaltungen mit begrenzter Teilnehmerzahl erst ab September wieder möglich. So werden die Finalspiele im Jahn-Sportpark leider ohne Publikum stattfinden müssen. Bevor ab 16:45 Uhr bei den Männer Viktoria und Altglienicke um die begehrte Trophäe spielen werden, sind auf einem Nebenplatz die Frauen dran. Ab 13:00 Uhr kommt es zur Finalpartie zwischen Viktoria und dem FC Grün-Weiß Neukölln. Im Gegensatz zu den Männern, ist in dem Finale die Favoritenrolle klar verteilt. Die Frauen von Viktoria kicken in der Regionalliga, die Gegnerinnen aus Neukölln spielen eine Klasse tiefer in der Berlin-Liga. Mit den beiden Halbfinals im Polytan-Pokal, die am 16. August 2020 ausgetragen wurden, kehrten auch die Frauen nach der mehrmonatigen Pause in den BFV-Pflichtspielbetrieb zurück. In den Begegnungen konnten sich der FC Viktoria 1889 Berlin und Grün-Weiß Neukölln letztendlich durchsetzen.

Der gewohnte Handshake zwischen den beiden Trainern blieb aus. Allerdings nicht etwa, weil Benedetto Muzzicato (FC Viktoria 1889 Berlin) und Karsten Heine (VSG Altglienicke) ein unterkühltes Verhältnis zueinander pflegen, sondern weil es die aktuelle Situation so gebietet. Die Pressekonferenz vor der fünften Auflage des Finaltags der Amateure, die am Donnerstag, den 20. August 2020 im Haus des Fußballs abgehalten wurde, fand aufgrund des geltenden Hygienekonzeptes erstmals in Form eines Livestreams statt. Medienvertreter/innen waren nicht vor Ort anwesend, konnten die Pressekonferenz aber live auf YouTube verfolgen und per WhatsApp ihre Fragen an die beiden Trainer übermitteln.

Langner: „Spiel vor vollen Rängen wäre ein falsches Signal“

Die für alle Beteiligten ungewohnten Rahmenbedingungen, unter denen das Endspiel des AOK-Landespokals am Samstag, den 22. August 2020, um 16:45 Uhr im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark angepfiffen wird, wurden zu Beginn der Pressekonferenz natürlich auch thematisiert. „Für die Vereine tut es uns natürlich leid, dass wir dieses Spiel nicht vor einer standesgemäßen Kulisse austragen können“, sagte BFV-Geschäftsführer Kevin Langner und ergänzte: „Allerdings wäre es in Zeiten steigender Fallzahlen ein falsches Signal, wenn wir das Finale im AOK-Landespokal vor vollen Rängen austragen würden. Die Entscheidung für ein Spiel ohne Zuschauerinnen und Zuschauer fiel in Absprache mit der Berliner Politik deshalb bereits sehr früh. Hierbei musste neben der Aufenthaltszeit im Stadion auch die An- und Abreise der Fans berücksichtigt werden. Unter Einbeziehung aller relevanten Einflüsse konnten wir nur diese Entscheidung treffen – eine Entscheidung für den Gesundheitsschutz aller Beteiligten.“

Muzzicato: „Wissen, was für ein Gegner auf uns zu kommt“

Trotz der ungewohnten Umstände blicken beide Finalisten der Begegnung am Samstag mit großer Vorfreude entgegen: „Während so einer Pause merkt man erst, wie sehr man seinen Job vermisst. Als in unserer Saisonvorbereitung die Nachricht kam, dass wir wieder spielen können, war das, als wären Weihnachten und Ostern zusammengefallen. Wir freuen uns riesig auf das Finale“, beschreibt Viktoria-Trainer Benedetto Muzzicato die Gefühlslage in seinem Team, mahnt aber vor einem starken Gegner: „Die VSG Altglienicke hat eine sehr starke Saison in der Regionalliga Nordost gespielt und das Pokalhalbfinale gegen den BFC Dynamo mit einer sensationellen Leistung für sich entschieden. Wir wissen, was für ein Gegner auf uns zu kommt.“

Heine: „Das erste Finale ist ein riesiger Erfolg“

Während der FC Viktoria 1889 Berlin den Titel aus dem letzten Jahr unbedingt verteidigen will, ist die Teilnahme am Finaltag der Amateure für die VSG Altglienicke eine Premiere: „Wir stehen erstmalig im Finale des Landespokals. Das ist ein riesiger Erfolg für unseren Verein und dementsprechend fiebern wir der Partie entgegen“, erklärt VSG-Trainer Karsten Heine. Anders als seine Spieler war der 65-Jährige bereits zweimal Berliner Pokalsieger (1992 und 2004 mit Hertha BSC II) – mit einem weiteren Triumph und dem damit verbundenen Einzug in den DFB-Pokal möchte Heine jedoch noch nicht liebäugeln: „Wir konzentrieren uns nur auf das Spiel am Samstag. Der DFB-Pokal und der 1. FC Köln spielen in unserem Kopf gar keine Rolle. Mit diesen Träumen können wir uns beschäftigen, wenn wir das Spiel gewonnen haben.“

Denis Waegert (Schiedsrichter), Jacob Pawlowski (1. Assistent), Hannes Stein (2. Assistent) und Jörg Tennstedt (4. Offizieller) leiten am Samstag, den 22. August 2020 um 16:45 Uhr das Finale im AOK-Landespokal der 1. Herren. Das Spiel wird im Rahmen der fünften Auflage des Finaltags der Amateure live in der ARD übertragen.

Quelle: Berliner Fußball-Verband

Finalteilnehmer sind ermittelt

Die Teilnehmer am Berliner Pokalfinale sind ermittelt. Bei hochsommlicher Hitze und unter Ausschluss der Öffentlichkeit wurden am Samstag, 8. August die beiden Halbfinals nachgeholt. Standesgemäß setzte sich im Hubertus-Sportplatz der Regionlligist Viktoria Berlin gegen den zwei Klassen tiefer spielenden Berliner SC mit 3:0 durch. Der Gastgeber aus der Berlin-Liga konnte in der ersten Halbzeit halbwegs mithalten und lag nur mit 0:1 hinten. In der zweiten Halbzeit setzte sich größere individuelle Klasse des aufstrebenden Regionaligisten mehr und mehr durch, so dass am Ende ein klares Ergebnis in das Protokoll geschrieben werden konnte. Für den FC Viktoria beginnt bereits in einer Woche, am 15. August die neue Saison. Der Trainingszustand war entsprechend besser, als beim Vertreter aus der Berlin-Liga. So musste der BSC auf seinen Stammtorwart verzichten, der noch im Urlaub weilte. An seinem Ersatzmann lag es nicht, dass die angestrebte Überraschung ausblieb, im Gegenteil, er verhinderte eine höhere Niederlage.

Im Jahnsportpark wurde in einem Regionalliga-Duell zwischen dem BFC Dynamo und der VSG Altglienicke der andere Finalteilnehmer ausgespielt. Erwartet wurde ein spannendes Spiel. Der BFC erwischte einen rabenschwarzen Tag. Kaum hatten sie den Platz betreten, da lagen sie bereits hinten. Es war noch nicht ganz eine Minute gespielt, da zappelte der Ball bereits im Netz. Die Schützlinge von Karsten Heine und Torsten Mattuschka schraubten das Ergebnis auf 5:0, ehe dem BFC, kurz vor dem Schlusspfiff, der Ehrentreffer gelang und das Ganze für die Dynamos mit 1:5 etwas freundlicher aussehen ließ.

Das Finale um den Berliner AOK Pokal tragen so die VSG Altglienicke und der FC Viktoria 1889 Berlin am 22. August im Jahnsportpark aus. Die Anstoßzeit ist für 16:45 Uhr festgelegt und wahrscheinlich wird wieder ohne Publikum gespielt werden müssen. Die ARD zeigt Ausschnitte der Partie im Rahmen des Finaltags der Amateure.

Hans-Peter Becker