Eisbären verlieren Spitzenspiel in der Overtime

Wer 1:0 führt, der stets…. na ja, verlieren kann. Es war wohl das Topspiel des 42. Spieltages der DEL. Die Eisbären hatten die Bullen aus München zu Gast und es ging hart zu Sache. Einer Gästeführung mussten sie zunächst nicht hinterherlaufen. Ein Powerplay in der 10. Minute nutzten sie zur Führung. Giovanni Fiore sorgte dafür, dass der Münchner Neuzugang im Tor, Henrik Haukeland sein DEL-Premierentor eingeschenkt bekam.

Noch im Anfangsdrittel ließen es die Eisbären zu, dass die Münchner das Spiel drehen konnten. Ein Doppelschlag innerhalb von zwei Minuten brachte die Gäste in Front. Beide Treffer wurden im Video überprüft und für regelkonform befunden. Filip Varejka und Benjamin Smith verbesserten ihre Scoringbilanz. Mit der Gästeführung ging es in die erste Drittelpause.

Foto: © Stephan Wenske

Wenn was gehen soll, muss noch härter gearbeitet werden. Das versuchten die Eisbären. Im Mitteldrittel war es ein Duell auf Augenhöhe. Der Treffer zum 2:2 Ausgleich fiel in einer 5 gegen 3 Überzahl. Es war Mat White, der den Puck in die Maschen hämmerte. Im Mitteldrittel wird auf die Sitzplatzkurve gespielt, dort, wo sich die Mehrzahl der coronabedingt nur zweitausend Zuschauer aufhalten. Die gegenüberliegende Stehplatzkurve bleibt bis auf Weiteres abgebaut.

Im Schlussabschnitt hofften die nach 2G+Regel eingelassenen Eishockeyfreunde, dass kein weiteres Tor mehr vor der Sitzplatzkurve fällt. Bange Minuten ab der 51. Spielminute, als Eisbär Kevin Clark wegen Stockschlags auf die Strafbank musste. Strafzeit überstanden und die Eisbären wollten den Sieg, mobilisierten dafür die letzten Kräfte. Gefühlt stand die erste Sturmreihe der Eisbären jetzt ohne Pause auf dem Eis. Haukeland hatte mehr zu tun, als sein Kollege im Eisbären-Tor. Als die Spieluhr nur noch Sekunden runterzählte war die Entscheidung immer noch nicht gefallen. Es blieb beim 2:2 nach der regulären Spielzeit.

Verlängerung und Penaltyentscheidung, gehören in dieser Saison nicht zu den Spezialitäten. Die Münchner brauchten nur 17 Sekunden, um sich den Zusatzpunkt zu angeln. Der Torschütze war Benjamin Street. Schade!

Hans-Peter Becker

Zwei Eisbären-Siege zum Weihnachtsfest

Am Vorabend zum Fest, am 23. Dezember gewannen die Eisbären gegen Schwenningen mit 4:3. Sie taten sich schwer gegen das als Tabellenletzter aus dem Schwarzwald angereiste Team. Drei Führungen konnten die gut spielenden und kämpfenden Schwenninger ausgleichen, am Ende stand die knappe Niederlage.

Drei Tage später durften erneut 2.500 Zuschauer in die Arena und sahen einen hart erkämpften, am Ende deutlichen Sieg gegen Bremerhaven. „Es ist eigenartig, in Berlin ist für uns nichts zu holen.“, Bremerhavens Trainer Thomas Popiesch war nach dem Spiel enttäuscht. Seit die Fischtown Pinguins in der DEL spielen, konnten sie erst ein einziges Mal Punkte aus Berlin mitnehmen. Am 27. Dezember 2019 stand es am Ende 5:4 nach Overtime für das Team von Thomas Popiesch. Er konnte seiner Mannschaft kaum Vorwürfe machen. Die Eisbären erzielten ihre Tore zum genau richtigen Zeitpunkt und hatten einen großartig aufgelegten Mathias Niederberger im Tor. Kurz vor der ersten Drittelsirene erzielte Matt White das 1:0, Morgan Ellis erhöhte in der 29. Minute auf 2:0. Mit einem erfolgreich verwandelten Penalty brachte Ziga Jeglic die Gäste auf 1:2 heran. Eine reichliche Minute später stellte White mit einer tollen Einzelleistung den alten Abstand wieder her.

3facher Torschütze Matt White © Foto Hans-Peter Becker

Für die endgültige Entscheidung sorgten in der Schlussphase Marcel Noebels und der Spieler des Tages, Matthew White, der seinen dritten Treffer im Spiel erzielte. Beim letzten Treffer war das Tor verwaist. Mit diesem Sieg behaupteten die Eisbären ihre Tabellenführung. Sie verfügen jetzt nach 31 Spielen über 63 Punkte. Bereits am Dienstag, 28. Dezember geht es weiter. In Köln wartet das Team von Trainer Uwe Krupp auf die Eisbären.

Hans-Peter Becker

Eisbärensieg gegen Iserlohn

Die Partie der Eisbären gegen die Iserlohn Roosters war der Auftakt zu einem Marathon. Innerhalb der nächsten drei Wochen müssen sie acht Spiele absolvieren. Das bedeutet, alle drei Tage ein Spiel. Die Olympischen Spiele und die Aufstockung der Liga lassen keine andere Möglichkeit. Bleibt zu hoffen, dass die Pandemie die Planungen nicht durcheinander bringt.

Am vierten Adventssonntag spielten die Eisbären ein souveränes Anfangsdrittel, erzielten bereits in der 2. Spielminute das 1:0 und schafften es nicht, ein Tor nachzulegen. Giovanni Fiore stocherte erfolgreich nach. Das sollte sich rächen, den in der 36. Minute gelang den Gästen aus dem Sauerland der Ausgleich. Brent Radeke war der Torschütze.

So musste das Schlussdrittel eine Entscheidung bringen. Die Gäste, motiviert durch den Ausgleichstreffer, erzwangen nach schwachem Beginn ein ausgeglichenes Spiel. Nach den geltenden Corona-Regeln war das Spiel ausverkauft. Die Wenigen, die rein durften, sahen in der 51. Minute eine schöne Kombination, die Blaine Byron zum 2:1 vollendete. Die Vorarbeit leisteten Kevin Clark und Marcel Noebels, der sein 400. Spiel für die Eisbären absolvierte. Was war das für ein schräges Ding, Clarks Schuss wurde von Byrons Helm in Richtung Tor abgelenkt und vom Innenpfosten sprang der Puck hinter die Torlinie. Ein Kopfball, im Eishockey ein äußerst seltenes Ereignis. Immerhin ergab die Speedmessung 32 km/h. In der Pressekonferenz nach dem Spiel musste selbst Iserlohns Trainer Brad Tepper über die Entstehung des Tores lächeln.

Dem Center der Sturmreihe mit Marcel Noebels und Leo Pförderl war es vorbehalten, für die endgültige Entscheidung des Spiels zu sorgen. Zunächst musste er auf die Strafbank und kaum hatte sich die Tür geöffnet, fiel das zwischenzeitliche 3:1. Diesmal war es das übliche Arbeitsgerät, mit dem Byron den Treffer erzielte.

Die Gäste setzten alles auf eine Karte. Ohne Torwart gelang ihnen der Anschlusstreffer zum 2:3. Mehr ging dann nicht mehr. Die Spieluhr war abgelaufen und drei weitere Punkte für die Eisbären unter Dach und Fach.

Die Tabellenführung wurde verteidigt und eine Ehrenrunde in den goldenen Siegertrikots gedreht. Vor dem Weihnachtstag stehen noch zwei Spiele auf dem Programm. Am Dienstag wird in Wolfsburg gespielt und am Donnerstag, am 23. Dezember kommen die Schwenninger Wild Wings in die MB-Arena.

Fotocredit © Stephan Wenske

Hans-Peter Becker

Eisbären erfolgreich gegen die Kölner Haie

Es war ein Spiel unter Halb-Geister Bedingungen. Die Stehplatzkurve war mit schwarzem Stoff überdeckt und auf dem Oberring waren nur die Dienstplätze besetzt. Lediglich 2.500 Zuschauer durften maskiert in der Halle sitzen und soviel kamen auch. Zu Gast waren die Kölner Haie, im Kader standen einige Ex-Eisbären.

Das 1. Drittel beherrschten die Eisbären, die sich im Vergleich zu den vorangegangenen Heimspielen formverbessert zeigten. In der 4. Minute brachte Frans Nielsen mit einem onetimer die Eisbären in Führung. Anschließend versäumten die Eisbären, den zweiten Treffer nachzulegen. Chancen dafür hatten sie genug.

Das sollte sich im Mittelabschnitt zunächst rächen. In der 22. Minute traf Moritz Müller zum 1:1 Ausgleich und die Gäste aus der Domstadt kamen mächtig auf. Die Eisbären mussten zwei Unterzahl-Situationen überstehen. Erst kurz vor dem Ende des 2. Drittels gelang den Eisbären die erneute Führung. Mark Zengerle war der Torschütze. Der Treffer fiel in einer Überzahlsituation für die Eisbären.

Im Schlussabschnitt übernahmen wieder die Hausherren der MB-Arena die Initiative und drängten auf die endgültige Entscheidung. Sie ließ auf sich warten bis hinein in die crunchtime des Spiels. Die Kölner nahmen den Goalie vom Eis.

Es wurde ein furioses Finale. Erst hielt Mathias Niederberger einen Schuss und der wurde zu einem Assist. In das leere Tor traf Yannick Veilleux. Die Eisbären siegten mit 3:1.

Kölns Trainer, Uwe Krupp, betonte aus Nachfrage, dass er immer noch gern nach Berlin kommt. Er war, trotz der Niederlage, mit seinem Team zufrieden. Die Domstädter mussten einige Ausfälle verkraften und konnten trotzdem mithalten.

Hans-Peter Becker

Niederlage in der Overtime

An die erste Auflage des Duells der Eisbären gegen die Düsseldorfer EG, am 8. Spieltag der laufenden Saison erinnern die Berlin sich nicht so gern. Die Partie wurde mit 1:3 verloren. In der zweiten Auflage am 27. Spieltag lief es für die Eisbären etwas besser.

Dieses Mal gelang ihnen ein sehr frühes Tor. Am 8. Spieltag war es Luca Zitterbart, der Düsseldorf in der ersten Spielminute in Führung brachte und am 27. war es Marcel Noebels, nach exakt 56. Sekunden stoppte die Spieluhr. Ein Powerplay in der 7. Minute brachte die Erhöhung auf 2:0, Torschütze war erneut Noebels. Das erste Drittel gehörte den Eisbären, wenn auch den Düsseldorfern in 18. Minute der Anschlusstreffer zum 1:2 gelang. Getroffen hatte Alexander Ehl.

Das zweite Drittel hatte kaum begonnen und wieder klingelte es im Düsseldorfer Kasten. Ein Solo von Giovanni Fiore sorgte für das 3:1. Die Eisbären bogen in die Siegerstraße ein. Doch die Gäste hefteten sich an ihre Fersen und trafen bis zur letzten Drittelpause noch zweimal, Cedric Schimenz und Stephen Macauly waren die Torschützen.

Wieder war es ein ganz schnelles Tor für die Eisbären zum Drittelbeginn. Matt White traf bereits nach 22 Sekunden und stellte damit den Rekord für dieses Spiel auf. In den vorangegangenen Dritteln waren 56 und 52 Sekunden. Es war noch nicht Schluss mit dem Toreschießen. Die Gäste trafen in der 34. und 45. Minute und kämpften sich bis auf ein Tor wieder heran.

Das an Toren reiche Spiel ließ beide weiter jubeln. In der 48. Minute stand 6:4 für die Eisbären und wieder verkürzten die Gäste, da lief die 52. Spielminute. Es waren 11 Tore bis dahin insgesamt, selbst für ein Eishockeyspiel nicht alltäglich.

In den letzten zwei Spielminuten nahmen die Düsseldorfer ihren Goalie vom Eis. Die Eisbären trafen nur den Pfosten des verwaisten Tores, während die Gäste einnetzen konnten. Nach dem Ende der regulären Spielzeit stand es 6:6, ein zwischenzeitlicher 4:1 Vorsprung der Eisbären hatte nicht gehalten.

Die Overtime begann mit einem 4 zu 3 Überzahlspiel für die Gäste, Jonas Müller hatte sich zum Schluss eine Strafe eingefangen. 19 Sekunden vor dem Ende machten die Gäste den zweiten Punkt perfekt und siegten in der Overtime mit 7:6.

Nach dem Spiel äußerte Gästetrainer Harold Kreis, dass heute nicht die bessere Mannschaft gewonnen hat und dem Spielverlauf nach hätte er einen Sieg nicht für möglich gehalten. Serge Aubin meinte: „So ein Spiel darf man nicht verlieren.“ Marcel Noebels, der zwei Tore erzielte, äußerte: „Diese Niederlage müssen wir kurz auswerten, das Schöne an unserem Sport ist, dass es sehr schnell weiter geht.“ Bereits am Sonntag, 5.12. spielen die Eisbären in Schwenningen, sicherlich mit einiger Wut im Bauch.

Hans-Peter Becker

Eisbärensieg und Zuschauerrekord

Die Eisbären Berlin empfingen am 22. Spieltag der DEL die Adler aus Mannheim. Sie hatten etwas gut zu machen, die Hausherren der MB-Arena. Am 19. September ging das Spiel gegen den Rivalen aus der Quadrate-Stadt mit 0:3 verloren. Die Neuauflage stand unter einem anderen Stern. Der Corona-Virus hatte den Kader der Adler gewaltig dezimiert. Selbst Cheftrainer Pavel Gross konnte nur in der häuslichen Quarantäne zu schauen. Hinter Bande wurde er durch seinen Assistenz-Trainer Mike Pellegrims vertreten. Es traten 17 Spieler plus 2 Torhüter die Fahrt nach Berlin an. Das reichte für drei Spielreihen und je einen zusätzlichen Verteidiger und Stürmer. Die Eisbären boten 18 Spieler auf, vier komplette Sturmreihen.

Das Anfangsdrittel verlief torlos. Die Eisbären agierten etwas umständlich und Felix Brückmann im Mannheimer Tor ist schließlich keine Laufkundschaft. Dafür begann der Mittelabschnitt furios. Die Eisbären brachten einen Rest Powerplay aus dem 1. Drittel mit und nach 31 gespielten Sekunden stand es 1:0. Die Adler schlugen recht schnell zurück. In der 24. Minute besorgte Markus Eisenschmid den Ausgleich. Der Treffer im Powerplay. Für den nächsten Höhepunkt sorgte ein Faustkampf zwischen Lean Bergmann und Eisbär Simon Despres. Die Gewichtsklasse stimmte nicht ganz, als beide am Boden lagen, gingen die Schiedsrichter dazwischen. Die beiden Faustkämpfer sahen sich den herrlichen Treffer von Frans Nielsen von der Strafbank aus an. Es war eine hübsch anzusehende Einzelleistung des Dänen, der zwei Verteidiger ausspielte. In der 33. Minute setzte Zachary Boychuk noch einen drauf und erhöhte auf 3:1.

Im Schlussdrittel schwanden den Mannheimern zusehends die Kräfte, die Eisbären verpassten es allerdings den berühmten Sack endgültig zuzumachen. Sie trafen selbst das leere Tor nicht. Es blieb beim 3:1 vor 10.198 Zuschauern, es war nicht ausverkauft, aber erstmals fünfstellig in dieser Saison.

Hans-Peter Becker

Heimpleite für die Eisbären

Der Tabellenzweite empfing den Dreizehnten, eine klare Sache für die Eisbären sollten man denken. Das erste Tor in der Partie ließ lange auf sich warten. Es war ein verhaltener Beginn von beiden Mannschaften. Das Anfangsdrittel endete torlos. Das Mitteldrittel gewannen die Gäste mit 2:1. Sie ahnen es, den ersten Treffer des Spiels erzielten die Pinguine. In der 26. Minute traf Maciej Rutkowski zum 1:0. Der Ausgleich gelang den Eisbären in der 33. Minute durch Giovanni Fiore.

Was profunde Kenntnisse der Regelkunde ausmachen können, zeigte sich in der 34. Minute. Der Puck war gefühlt im Eisbären-Tor, der Schuss kam vom Krefelder Kapitän und Ex-Eisbär Laurin Braun. Die Schiedsrichter entschieden auf kein Tor, das Spiel lief weiter und die Eisbären trafen durch Frans Nielsen. Der Videowürfel zeigte den neuen Spielstand – 2:1 – an. Die Schiedsrichter fuhren zum Videobeweis und entschieden auf Tor für Krefeld. Der Eisbärentreffer war damit annulliert und aus der Führung für die Eisbären wurde ein Rückstand, Führungswechsel nach Videobeweis, eine kuriose Situation, hätte das Spiel nicht sofort unterbrochen werden müssen? Das timing war unglücklich, so sah es später Eisbären-Trainer Serge Aubin. Für Krefelds Assistenztrainer Boris Blank, er hat auch eine Eisbärenvergangenheit, war es der Glücksmoment im Spiel für seine Mannschaft.

So rannten die Eisbären im Schlussabschnitt einem Rückstand hinterher. Der alte Mann und das Tor hieß es in der 50. Minute. Eduard Lewandowski, der 41-Jährige netzte ein, nach dem Tobias Ancicka einen Puck zu kurz abgewehrt hatte. Der nächste Eisbärentreffer fiel in der 56. Minute durch Marcel Noebels.

Alles klarmachten die Gäste dann in der 58. Minute. Der Unglücksrabe war Frans Nielsen, er stolperte und Krefelds Kapitän Laurin Braun erlegte seinen Ex-Club an diesem Abend. Es fiel noch das 5:2 für die Krefelder durch Thomas Olson. Die Heimpleite war perfekt. Grund zum Jubeln hatte eine handvoll anwesender Fans der Gäste vom Niederrhein. Die Gesamtzuschauerzahl war kein Grund zum Jubeln, immerhin hatten sich am Donnerstagabend 5.732 Zahlende, unter 2 G Bedingungen, dieses Live-Event gegönnt.

Hans-Peter Becker

DEL 20. Spieltag

04.11.2021 19:30 Uhr MB-Arena Berlin

EHC Eisbären Berlin – Krefeld Pinguine 2:5 (0:0/1:2/1:3)

Mannschaftsaufstellungen

EHC Eisbären Berlin

Tor: Anicka – Niederberger 1. Reihe: Noebels, Pföderl, Nielsen – Müller, Ellis 2. Reihe: White, Boychuk, Fiore – Jensen, Wissmann 3. Reihe: Veilleux, Zengerle, Clark – Hördler, Després 4. Reihe: Mik, Wiederer, Roßmy

Krefeld Pinguine

Tor: Shilin – Quapp 1. Reihe: Lessio, Lucenius, Bracco – Jensen, Sacher 2. Reihe: Sabolic, Blank, Olsen – Kulda, Tiffels 3. Reihe:Bergström, Weiß, Braun – Gläßl, Hersley 4. Reihe:Lewandowski, Volek, Rutkowski – Bappert

Torspektakel am Dienstagabend

In dieser Saison gehört bei den Heimspielen der Eisbären den Gästen das Recht auf den ersten Treffer. So war es auch am Dienstagabend am 19. Spieltag, die Straubing Tigers waren zu Gast, in der 5. Spielminute traf Andreas Eder im Power Play. Nur 30 Sekunden später erhöhten die Tigers auf 2:0. Es lief noch die 5. Spielminute, nur 9 Sekunden brauchten die Eisbären, um auf 1:2 zu verkürzen. Kevin Clark ließ es krachen und überwand Tomi Karhunen im Straubinger Tor.

Der nächste Treffer in der Partie dauerte etwas länger, in der 14. Minute, wieder hatten die Gäste ein Power Play und Michael Connolly stellte auf 3:1 aus Sicht der Gäste. Mit diesem ernüchternden Zwischenstand gingen die Eisbären in die erste Drittelpause. Es war ein hart geführtes Drittel, es gab auf beiden Seiten Strafzeiten wegen unnötiger Härte.

Alles auf Angriff, angesichts des Rückstands war die Devise der Eisbären und sie gewannen das Drittel mit 3:1, was den Gesamtstand wieder pari stellte. In der 31. Minute erzielte Frans Nielsen das 2:3. Es war sein erstes Tor im Eisbären-Trikot. Einen Assistenten für dieses Tor gab es nicht, ein Abwehrfehler ging voraus. Straubing schlug fast postwendend wieder zurück, in der 34. Minute durch Benedikt Schopper. Die Tore 3 und 4 für die Eisbären waren wieder eng getaktet. In der 37. Minute krönte Zachary Boychuk eine mustergültige Kombination und nur eine knappe Minute später beförderte Giovanni Fiore den Puck in die Maschen. Es war ein etwas vogelwildes Torspektakel.

Im Schlussabschnitt konnten die Eisbären das Spiel drehen. Eine lange Aufholjagd krönte Kai Wissmann und erzielte das 5:4 in der 51. Minute. Vorsichtshalber sahen sich die Schiedsrichter den Treffer nochmals im Video genauer an. Es war alles regelgerecht. Es blieb spannend bis in die Schlusssekunden. In den letzten zwei Spielminuten versuchten die Gäste im empty net die Verlängerung zu erreichen. Die Eisbären verteidigten den knappen Vorsprung vor 5.611 Zuschauern, die am Dienstagabend den Weg in die Arena am Ostbahnhof gefunden hatten.

Mit dem Spiel war, so in dem Statement der beiden Trainer, keiner zufrieden. Tom Pokel, Straubing Trainer:“…vier Tore hier in Berlin müssen führen einen Sieg reichen.“ Serge Aubin: „In der Kabine ist gerade keiner froh über das Spiel.“

Nur 48 Stunden Pause hat das Team, schnell regenerieren, bereits am Donnertag, 4.11. geht es weiter, erneut ein Heimspiel, zu Gast sind dann die Krefeld Pinguine.

Hans-Peter Becker/ Fotonachweis © Hans-Peter Becker

Eisbären besiegen Bremerhaven – Doppeltorschütze Giovanni Fiore

Es begann wie in fast jedem Heimspiel der Eisbären in dieser Saison. Die Gäste gingen in Führung. In der 6. Minute erzielte Tim Lutz das 1:0 für Bremerhaven, er nutzte einen dafür einen Blackout von Manuel Wieder, der unfreiwillig die Vorlage gab. Anschließend scheiterten die Eisbärenstürmer serienweise an Brandon Maxwell. So ging das Anfangsdrittel knapp an die Gäste von der Nordsee.

Eisbären-Trainer Serge Aubin formierte eine neue Sturmreihe um den Center Frans Nielsen mit ihm stürmten Matthew White und Giovanni Fiore. Als überzähliger Ausländer sah sich Simon Despres diesmal das Spiel von der Tribüne aus an.

Im Mittelabschnitt machten die Eisbären genauso weiter, Maxwell bekam einiges zu halten und es wurde ein Gegentor kassiert. Es war eine gute Kombination der Gäste, abgeschlossen mit einem Tipp-In. Ziga Jeglic hielt seinen Schläger in einen Schuss von Jan Urbas. Die Antwort der Eisbären erfolgte schnell. In der 29. Minute fiel das 0:2 und in der 30. Minute verkürzten die Eisbären auf 1:2. Es war eine Gemeinschaftsproduktion der 1. Sturmreihe, die Marcel Noebels vollendete. Das Drittel ging zu Ende in einem offenen Schlagabtausch. Die Ereignisse überschlugen sich in den letzten beiden Spielminuten des Mittelabschnitts. In der 38. Minute erzielt der Wusselstürmer Kevin Clark den 2:2 Ausgleich. Irgendwie kommt er hinter dem Bremerhavener Tor in Puckbesitz und überwindet Maxwell an der kurzen Ecke. Was für ein Kack-Tor werden sich die Gäste gedacht haben. Anschließend geht Frank Hördler wegen eines hohen Stocks auf die Strafbank und gleich hinterher Jonas Müller.

Den Schlussabschnitt beginnen die Eisbären mit einer 3 zu 5 Unterzahl. Die 38 Sekunden in 3 zu 5 Unterzahl überstanden die Eisbären und schließlich hielten sich die Eisbären weiter schadlos und kaum waren sie wieder vollzählig, jubelte die Halle. Giovanni Fiore schob den Puck zwischen Pfosten und Maxwell in den Kasten. Die Eisbären hatten das Spiel gedreht. Ausgleich oder Sack zu, beide spielten mit offenem Visier. Als 6 Minuten vor dem Ende Uwe Schumann die offizielle Zuschauerzahl bekannt gab, hielt die knappe Führung. Eine leichte Steigerung des Zuschauerinteresses war zu vermelden, längst kein ausverkauftes Haus, immerhin nahmen 7.718 den Dank des Stadionsprechers entgegen. In der 56. Minute war der eben erwähnte Sack zu. Leo Pförderls Schuss konnte Maxwell nicht festhalten und es stand 4:2. Anschließend nahm Thomas Popiesch eine Auszeit und seinen Goalie vom Eis. Ins leere Tor traf dann Fiore und so wurde es ein standesgemäßer Heimsieg.

Seit 30 Jahren Stadionsprecher – Uwe Schumann © Foto: Becker

Vor dem Spiel schallten Uwe, Uwe Rufe durch die Arena, gemeint war Uwe Schumann, der seit 30 Jahren mit „Liebe Zuschauer, hallo Eishockeyfreunde“ erst im Welli und mit Beginn der Saison 2008 in der Arena am Ostbahnhof. Auf die nächsten 30 Jahre und herzlichen Glückwunsch zu diesem Jubiläum.

Schwenningen gewinnt in Berlin

Am 15. Spieltag hatten die Eisbären die Schwenninger Wild Wings zu Gast. Für die Gäste aus dem Schwarzwald läuft es dieser Saison mehr schlecht als recht, lediglich 2 Siege aus 13 Spielen, so waren sie als Tabellenletzter nach Berlin gereist. Die Eisbären zwar auswärts ungeschlagen, dafür mit mauer Heimbilanz. Das setzte sich fort, die vor allem auf Abwehr bedachten Schwenninger gingen in der 16. Minute in Führung. Der Torschütze war Max Görtz.

Im Mittelabschnitt waren die Eisbären zwar ständig in Vorwärtsgang, Tore leider Fehlanzeige. 36 zu 14 Torschüsse für die Eisbären, es ging einfach nichts und ein glänzend aufgelegter Torwart stand zwischen den Pfosten.

Im Schlussdrittel ging das Leiden für die Eisbärenfans weiter. Auf dem Riesenwürfel über der Eisfläche wurden noch 11min:27sek. effektive Spielzeit angezeigt, das Tor vor der Fankurve der Eisbären, musste neu verankert werden. Der Einsatz der Eismeister brachte den Eisbären Glück. Eine knappe Minute später zog Verteidiger Kai Wissmann aus dem berühmten Hintergrund ab und endlich war sie drin, die schwarze Scheibe, die sich so beharrlich geweigert hatte. So ganz nebenbei, der Torschütze feierte just an diesem Tag seinen 25. Geburtstag. Es war sein zweites Saisontor. Eine turbulente Schlussphase folgte, jetzt wollten die Eisbären den Sieg und die drei Punkte.

Einen Schuss aus dem Hinterhalt hatten auch die Gäste parat. Colby Robak traf wie Wissmann aus dem Hintergrund und Tylor Spink machte alles perfekt und traf ins leere Eisbärentor. Die Eisbären verloren unerwartet mit 1:3, Heimspiele sind in dieser Saison noch nicht die Stärke der Eisbären. Kopfschüttelnd verließen die Eisbärenfans die Arena. Eine kleine Kolonie aus Schwenningen hatte den weiten Weg nach Berlin gefunden, sie hatten allen Grund zum Feiern.

Hans-Peter Becker