Zuspieler-Comeback in neuer Arena

Das „Duell der Giganten“ zwischen dem VfB Friedrichshafen und den Berlin Recycling Volleys schreibt seit Jahren die spannendsten Geschichten im deutschen Volleyball und am Samstag (21. Nov um 14.00 Uhr) kommen definitiv neue hinzu: Nicht nur, dass es im Berliner Aufgebot ein Überraschungscomeback gibt, das Match der beiden Rivalen eröffnet auch die neue Heimspielstätte der Häfler, die Zeppelin CAT Halle A1, und das live im Free-TV auf SPORT1.

Wohl dem, der solche treuen, ehemaligen Spieler hat: Keine sechs Stunden nachdem am Montag bei Sergey Grankin ein Muskelfaserriss diagnostiziert wurde, stand BR Volleys Ex-Kapitän Sebastian Kühner bereits im Horst-Korber-Sportzentrum auf dem Court. Zunächst sollte der 33-Jährige die dezimierte Trainingsgruppe nur als zweiter Zuspieler auffüllen, jetzt reist Kühner sogar als Backup für Pierre Pujol mit an den Bodensee. Also genau dorthin, wo er 2019 mit dem Gewinn seiner sechsten Deutschen Meisterschaft ein gelungenes Karriereende feierte.

An jenem 12. Mai 2019 gewannen Kühner und die Hauptstädter ihren vorerst letzten Titel in der ZF Arena, denn inzwischen ist die geschichtsträchtige Spielstätte des VfB baufällig und geschlossen. Zur Erleichterung der Friedrichshafener und der gesamten deutschen Volleyball-Gemeinde konnte aber zügig eine Alternative gefunden werden. So schließt sich am Samstag ein Kreis, wenn das ewige Duell zwischen Friedrichshafen und Berlin die neue Zeppelin CAT Halle A1, eine aufwändig umgebaute Messehalle, vor leeren Rängen live im Free-TV einweiht.

„Die Friedrichshafener konnten diese Woche zwar in der neuen Arena trainieren, aber ich glaube nicht, dass sie unter den aktuellen Voraussetzungen damit einen richtigen Heimvorteil haben“, sieht BR Volleys Trainer Cedric Enard annähend Chancengleichheit beim Premierenspiel. Viel mehr beschäftigen den Franzosen die rein sportlichen Voraussetzungen: „Der VfB hat definitiv einen wesentlich stärkeren Kader als in der letzten Spielzeit, allein in der Breite mit beispielsweise vier Mittelblockern auf Topniveau. Auch ihr Mix aus Jugend und Erfahrung stimmt. Bei dieser individuellen Qualität wird das eine richtig schwierige Aufgabe.“

Der VfB-Kader wurde im Sommer nämlich gewaltig umgekrempelt. Cheftrainer Michael Warm und der neue Geschäftsführer Thilo Späth-Westerholt konnten gleich mehrere international renommierte Namen an den Bodensee lotsen. Der Slowene Dejan Vinčić ist ein erfahrener Zuspieler erster Güteklasse, Nicolas Maréchal lief schon für zahlreiche europäische Topvereine auf und wurde mit Frankreich im Jahr 2015 Europameister, der Kubaner David Fiel nahm mit Belchatow beispielweise an der FIVB Klub-Weltmeisterschaft teil. Dazu ist die Kombination im Diagonalangriff mit Linus Weber und dem umgeschulten Lukas Maase (zuvor in Düren als Mittelblocker) höchstinteressant. Zuletzt konnten sogar noch unverhoffte Nachverpflichtungen getätigt werden. Nationalspieler Marcus Böhme hielt sich beim VfB zunächst nur fit, jetzt steht er im Aufgebot und erhält regelmäßig seine Einsätze. Mit dem US-Amerikaner Avery Aylsworth ergab sich vor zehn Tagen noch die Vertragsunterzeichnung eines zweiten Liberos. 14 Spieler zählt Warms Team somit und alle sind für den Bundesliga-Klassiker am Wochenende einsatzfähig.

Obwohl beide Mannschaften einen Monat nach Saisonstart gewiss noch nicht zu ihrer Bestform gefunden haben, ist – wie immer bei diesem Match – ein Volleyball-Leckerbissen zu erwarten. Sebastian Kühner, der sich seit seinem Karriereende unter anderem mit Tennis fit hält, hat in dieser Woche eine intakte BR Volleys Mannschaft vorgefunden und sieht die Hauptstädter für den Schlagabtausch gewappnet: „Die Atmosphäre im Team ist gut und das Potenzial ohnehin riesig. Es ist noch immer früh in der Saison und ohne die letzten Automatismen vieles von der Tagesform abhängig.“

Ob Kühner zum Einsatz kommt oder nicht, für Trainer Enard ist das Interimsengagement seines ehemaligen Spielführers vor allem auf emotionaler Ebene wertvoll: „Basti gibt dem Team dank seiner Art direkt positive Energie. Für einen Block oder ein Ass ist er sowieso immer gut. Das hat er nicht verlernt.“ In Abwesenheit von Grankin wird, wie schon beim 3:0-Erfolg gegen Giesen, Pierre Pujol die BR Volleys als Kapitän auf den Court führen und das mit voller Überzeugung: „Ich brenne für diese Matches gegen Friedrichshafen. Jeder weiß um diese besondere Rivalität. Ich brauche zwar keine Extra-Motivation, aber klar würde ich gern auch gegen meinen guten Freund Nicolas Marechal gewinnen.“

Eine positive Neuigkeit gab es vor der Abreise noch aus dem BR Volleys Lazarett: Robin Baghdady fährt mit dem BR Volleys Team nach Friedrichshafen und freut sich unweit seiner Heimat, der Deutsch-Schweizer ist auf der anderen Seite des Bodensees in Münsterlingen geboren, nach fünfwöchiger Verletzungspause auf seine Rückkehr.

Quelle: Christof Bernier/BR Volleys

Duell der Europapokal-Teilnehmer

Erstmals in der Vereinsgeschichte tragen die Berlin Recycling Volleys am Samstag (14. Nov um 18.30 Uhr) ein Heimspiel vor leeren Rängen aus. Gerade weil Mannschaft und Fans auf die gewohnte Atmosphäre in der Max-Schmeling-Halle verzichten müssen, wird der digitale Auftritt für das Match gegen die Helios Grizzlys Giesen ausgeweitet.

Die Helios Grizzlys Giesen feierten in den vergangenen zwei Wochen ihre Europapokal-Premiere gegen das international erfahrene Team von Sporting CP Lissabon. Den erstmaligen Aufschlag im CEV Challenge Cup kann man getrost als vorläufigen Höhepunkt in der äußerst positiven Entwicklung des Aufsteigers von 2018 bezeichnen. Zwar mussten die Niedersachsen gegen den favorisierten Gegner aus Portugal nach einer 0:3-Auswärtsniederlage und einem 3:2-Heimsieg die europäischen Segel bereits wieder streichen, dennoch gibt das gelungene Auftreten dem Verein gewiss Rückenwind für die weitere Bundesliga-Saison. Auf nationaler Ebene gewann die Mannschaft von Trainer Itamar Stein bisher eines von drei Spielen (3:0 vs. Unterhaching), verlor gegen Herrsching (1:3) und Düren (0:3). Am Freitagabend sind die Giesener außerdem noch beim VC Olympia gefordert. Ähnlich wie die BR Volleys, haben auch die Gäste einige neue Spieler zu integrieren, wobei wichtige Eckpfeiler wie der Kapitän Hauke Wagner, Libero Milorad Kapur oder Mittelblocker Magloire Mayaula dem Team erhalten geblieben sind. Spannendste Neuverpflichtung ist mit Sicherheit Stijn van Tilburg, der langaufgeschossene Niederländer im Außenangriff der Grizzlys.

Die BR Volleys auf der anderen Netzseite sind längst Stammgast im internationalen Wettbewerb und wollen bei dem inzwischen terminierten ersten Turnier der Champions-League-Gruppenphase (08.-10. Dezember) in eigener Arena wieder für Furore sorgen. Vorher warten aber schwere Aufgaben in Bundesliga und Pokal auf Sergey Grankin & Co. Da kommt es Cheftrainer Cedric Enard gerade Recht, dass sich mit Anton Brehme ein zuletzt verletzter Akteur wieder einsatzbereit gemeldet hat. „Anton hat in dieser Woche endlich wieder mit der Mannschaft trainiert. Er könnte dem Team schon am Samstag helfen“, berichtet Enard. Auch Robin Baghdady trainiert nach Wadenverletzung allmählich wieder am Ball, benötigt jedoch noch etwas Zeit, um voll in Tritt zu kommen.

Nach der Niederlage in Bühl sind die Sinne bei den BR Volleys geschärft, wie beim französischen Headcoach deutlich zu vernehmen ist: „Giesen hat eine wirklich gute Mannschaft und hat sich zuletzt im CEV Challenge Cup sehr ordentlich präsentiert. Ihre intensive Woche mit Spielen am Dienstag und Freitag könnte uns am Samstag vielleicht etwas in die Karten spielen, aber wir brauchen dennoch eine Steigerung gegenüber dem VCO-Spiel.“ Das 3:0 gegen die Youngster im Sportforum war das letzte Pflichtspiel seiner Schützlinge.

Bleibt die Frage, wie das Team mit der Atmosphäre eines leeren Volleyballtempels umgeht. Darauf ist auch Geschäftsführer Kaweh Niroomand gespannt: „Die Situation ohne Publikum wird für alle ungewohnt und schwierig. Wenn dich normalerweise 4.000 bis 5.000 Fans in unserer Arena erwarten, wird so ein Spiel zur Kopfsache für die Mannschaft. Wir können diesen Umstand aber nicht ändern und müssen ihn akzeptieren. Unser Team kennt diese Voraussetzungen jetzt zumindest schon aus Auswärtsspielen, dennoch ist für mich fraglich, ob man unter den Bedingungen 100 Prozent seiner Leistungsfähigkeit erreichen kann. Mal sehen, wie unserer Männer damit klarkommen.“

Quelle: BR Volleys/Christoph Bernier

Glanzloser Sieg gegen die Youngster

Für die Talente des VC Olympia Berlin war es garantiert ein aufregender Auftakt in die Volleyball Bundesliga-Saison gegen die favorisierten Nachbarn von den BR Volleys. Jugendliche Frische traf im Sportforum Berlin auf geballte Erfahrung. Am Ende setzte sich letztere durch und die amtierenden DVV-Pokalsieger entschieden das Berlin-Derby am Mittwochabend mit 3:0 (25:15, 25:20, 25:18) für sich. Während Libero Julian Zenger bereits zum zweiten Mal MVP-Gold einheimste, verdiente sich Erik Röhrs die silberne Medaille.

Die Youngster des VC Olympia Berlin spielten gegen die BR Volleys von Beginn an erfrischend auf und sorgten für ein unterhaltsames Match. Beide Mannschaften starteten mit gutem Sideout-Spiel, bis Ben Patch den ersten erfolgreichen Block gegen Julian Hoyer setzte (5:3). In der Folge dominierten die Männer in Orange mit 76 % Angriffsquote den Durchgang, wobei sich Deutschlands Nachwuchshoffnungen immer wieder ihre Punkte verdienten (16:10, 23:15). Zum Abschluss des Auftaktsatzes blockte der starke Brasilianer Renan Michelucci zur 1:0-Führung (25:15).

Gewillt, die Niederlage gegen Bühl zügig vergessen zu machen, verzichtete Cheftrainer Cedric Enard zunächst auf Wechsel und wollte von seiner Startformation weiter die nötige Konzentration sehen. Sein gegenüber, der Australier Daniel John Ilott, rotierte seine junge Mannschaft hingegen kräftig durch. Die BR Volleys blieben auch im zweiten Satz das druckvollere Team, allerdings ohne zu glänzen (7:4, 19:12). Der Tabellenzweite zeigte sich in den langen Ballwechsel oft kraftvoller und dennoch kamen die Jungs vom Bundesstützpunkt letztlich auf 20 Zähler (25:20). Die bereits zum Ende des zweiten Satzes eingewechselten Pierre Pujol und Cody Kessel durften im dritten Satz dauerhaft ran und auch, wenn längst nicht alles rund lief, wurden die BR Volleys ihrer Favoritenrolle gerecht. Als Topscorer kristallisierte sich gegen nie aufsteckende VCO-Talente der US-Amerikaner Patch heraus (18 Punkte), den spielentscheidenden Block setzte aber wieder Michelucci (25:18).

Stimme zum Spiel
Benjamin Patch: „Wir haben heute nicht gut, aber zumindest OK gespielt. Aktuell arbeiten wir im Training sehr, sehr hart und waren vielleicht etwas müde. Wir machen uns Druck, wollen uns in vielerlei Hinsicht verbessern, aber wenn alle sich unbedingt steigern wollen, bleiben manchmal die Synergien auf der Strecke. Auch wenn es heute ein kleiner Schritt in die richtige Richtung war, sind wir noch lange nicht dort, wo wir hinwollen. Die Jungs auf der anderen Seite haben das sehr gut gemacht. Ich habe sie viel beobachtet und sehe mein jüngeres Ich in ihnen. Gegen uns Profis zu spielen, ist das, wofür sie jahrelang arbeiten. Solche Spiele werden den VCO-Jungs in ihrer Entwicklung unheimlich helfen.“

BR Volleys Formation
Timothée Carle und Samuel Tuia (AA), Éder und Renan Michelucci (MB), Benjamin Patch (Z), Sergey Grankin (D) und Julian Zenger (L) | Eingewechselt: Cody Kessel, Pierre Pujol

Topwerte
Patch 18 Punkte, 57 % Angriffsquote | Carle 12 Punkte, 61 % Angriffsquote | Michelucci 10 Punkte, 5 Blocks

Quelle: Christof Bernier/BR Volleys

Schwierige Auswärtsaufgabe vor Geisterkulisse

Dem glühenden Volleyballfan kann bei dem Gedanken durchaus schaudern: Am morgigen Halloween-Abend (31. Okt um 20.00 Uhr) bestreiten die BR Volleys ihr erstes Geisterspiel der Vereinsgeschichte. Kapitän Sergey Grankin & Co wollen in der Großsporthalle Bühl dennoch das nötige Feuer entfachen und gegen gut in die Saison gestartete Volleyball Bisons möglichst den dritten Bundesligasieg einfahren.

Die Nachricht über den Ausschluss des Publikums im Monat November traf die BR Volleys in dieser Woche hart, unabhängig davon stand für das Auswärtsmatch in Bühl bereits fest, dass dieses vor leeren Tribünen stattfinden wird. Das örtliche Gesundheitsamt hatte die Entscheidung aufgrund der hohen Infektionszahlen schon am Dienstag getroffen. Von diesen besonderen Umständen wollen sich die Berliner allerdings nicht irritieren lassen und ihre gute Frühform bestätigen. „Bühl besitzt in dieser Saison eine sehr ausbalancierte Starting-Six und ist in allen Bereichen stark besetzt. Nicht von ungefähr hat die Mannschaft beim Saisonstart in Lüneburg verdient 3:1 gewonnen und auch in der Vorbereitung überzeugt“, findet BR Volleys Cheftrainer Cedric Enard lobende Worte für den Kontrahenten. Besonders auffällig waren beim Bundesligaauftakt die Außenangreifer Tomas Lopez (ARG, 23 Punkte) und Niklas Kronthaler (AUT, 19 Punkte), der im Sommer von den AlpenVolleys zu den Bisons wechselte.

Der Bühler Kader ist mit aktuell zehn lizenzierten Spielern für eine hoffentlich lange Bundesliga-Saison zwar nicht allzu groß, „aber das verändert für uns momentan überhaupt nichts“, mahnt Enard und ergänzt: „Jetzt ist das komplette Team einsatzfähig und offenkundig gut drauf!“ Wie gefährlich es in Baden für die Berliner werden kann, bewies das letzte Aufeinandertreffen unmittelbar vor dem ersten Corona-Lockdown im März. Im vierten Durchgang drehten die BR Volleys mit großem Kampfgeist einen 21:24-Rückstand und wendeten auf diese Weise die Entscheidung im Tie-break ab.

Einen Auswärtserfolg streben die Hauptstädter auch diesmal an, wobei Coach Enard von seiner Mannschaft dieselbe Einstellung wie beim deutlichen 3:0-Sieg in Unterhaching erwartet: „Wir sind dort mit der nötigen Einstellung angetreten. Man kann einen Gegner nicht mehr wertschätzen, als auch bei klarer Führung volle Konzentration an den Tag zu legen. Jetzt gegen Bühl wird die Aufgabe um einiges schwieriger, daher muss die Herangehensweise in der Konsequenz exakt die gleiche sein!“

Das Match in Bühl wird eine harte Probe und da ist es gut, dass sich die Personallage beim DVV-Pokalsieger zumindest auf der Diagonalposition entspannt. Benjamin Patch konnte in dieser Woche wieder voll mit der Mannschaft trainieren und ist einsatzfähig. Auf seine beiden Youngster Robin Baghdady (Wadenverletzung) und Anton Brehme (Kniebeschwerden) muss Enard allerdings weiterhin verzichten. „Es wäre fahrlässig, hier ein Risiko einzugehen und damit den Genesungsprozess zu gefährden“, erklärt der französische Headcoach. Ohnehin waren die Außenangreifer und Mittelblocker des Hauptstadtclubs, ganz gleich wer von ihnen zum Einsatz kam, bisher bestens aufgelegt. Allen voran der Franzose Timothée Carle wusste stets zu überzeugen. Der 24-Jährige zählt übrigens seit dieser Woche zur neuen “BR Volleys Lerngruppe“. Einige Spieler und das Trainerteam nahmen erstmals Deutschunterricht bei einem Fan und sind gewillt, ihre Sprachkenntnisse nun wöchentlich zu verbessern. „Vorerst finden die Ansagen aber weiterhin in Englisch statt, es soll ja bei einem so wichtigen Spiel nichts verloren gehen“, will Enard, dass beim Geisterspiel in Bühl auch sprachlich nichts auf der Strecke bleibt.

Nachdem der App-Chat mit Anton Brehme während des Duells gegen Unterhaching von den Usern sehr gut angenommen wurde, wird das Format zu diesem Auswärtsspiel gegen Bühl fortgesetzt. Dieses Mal ist Robin Baghdady am Samstag ab 19.00 Uhr bereit für Fragen aus der App-Community. Den Chat findet man direkt im Match-Center zum Bühl-Spiel.

Quelle: Christof Bernier/BR Volleys

Zu Gast bei den jungen Wilden

Ein traditionsreicher Volleyball-Standort mit einer blutjungen Mannschaft wartet am Sonntag (25. Nov um 16.00 Uhr) auf die BR Volleys. Die Hauptstädter laufen beim Aufsteiger TSV Unterhaching in der Bayernwerk Sportarena erstmals in ihren schwarzen Erreà-Auswärtstrikots auf und haben trotz vieler Verletzungssorgen die nächsten drei Punkte im Visier. Übertragen wird die Begegnung, welche – wenn überhaupt – vor maximal 150 Zuschauern stattfinden darf.

Voraussichtlich ohne drei Akteure wird das BR Volleys Team am Sonntag im Münchener Vorort aufschlagen müssen. Robin Baghdady zog sich vor dem Heimauftakt gegen Düren im Training eine Wadenverletzung zu. Die nächste Untersuchung steht für den jungen Außenangreifer am Montag an. Hinzukommt, dass auch der bisher stark aufspielende Mittelblocker Anton Brehme passen muss. Beschwerden im rechten Knie zwingen den Nationalspieler zu einer mindestens einwöchigen Trainings- und Wettkampfpause. Fragwürdig ist auch der Einsatz von Diagonalangreifer Benjamin Patch, nachdem der US-Amerikaner im Training auf sein linkes Handgelenk stürzte.

„Diese Ausfälle von Anton, Ben und Robin werfen uns natürlich ein Stück weit zurück, aber ich hatte sowieso in Betracht gezogen, etwas zu rotieren“, bedauert Trainer Cedric Enard zwar die Verletzungen, bleibt jedoch optimistisch. Damit dürfte erstmals Renan Michelucci im Mittelblock seine Einsatzchance erhalten und auch Davy Moraes, der beim Bundesligastart gegen Düren noch Anlaufschwierigkeiten hatte, kann beweisen, wie wertvoll er zukünftig werden kann. Durchaus zufrieden darf Cheftrainer Enard auf den Saisonauftakt seiner Mannschaft (3:0 vs. Frankfurt beim Supercup und 3:0 vs. Düren) sein: „Sowohl die Ergebnisse als auch das Auftreten haben mir in den zwei Spielen gefallen. Mit einem Match pro Woche sind wir noch in einer Phase, in der wir Rhythmus aufnehmen und die Belastung jetzt gezielt steuern können.“

Dabei ist der bevorstehende Kontrahent den BR Volleys nahezu unbekannt. In den letzten Jahren traten die Hypo Tirol Alpenvolleys mit der Hachinger Lizenz in der VBL an, nun ist der Traditionsstandort Unterhaching, so gesehen als Zweitligaaufsteiger, allein zurück im Oberhaus. „Wir freuen uns, dass sie sich mit ihrer jungen Mannschaft in der Liga beweisen wollen. Sehr viel wissen wir über das Team nicht, aber das macht vielleicht auch ein Stück weit den Reiz dieser Begegnung aus“, erklärt Enard. Für die vom ehemaligen Nationalspieler Patrick Steuerwald trainierten Bayern ist es das erste Pflichtspiel der Saison. Wegen positiver Corona-Fälle im Umfeld der Mannschaft war man zuletzt in der Quarantäne. Spiele unter Wettkampfbedingungen fehlen daher nicht nur dem Heimteam. „Wir konnten so gut wie gar nichts auswerten. Mir lag nur ein Testspiel aus der Vorbereitung vor“, berichtet BR Volleys Statistiker Rafal Zajac von seiner ruhigen Arbeitswoche.

Drei Legionäre aus Bulgarien, Rumänien sowie Tunesien besetzen die wichtigen Positionen Diagonalangriff, Außenangriff und Libero. Dazu stehen elf deutsche Spieler, beispielsweise die beiden Sagstetter-Brüder, im Aufgebot. Nicht von ungefähr nennen sich die Hachinger daher selbst „Local Heroes“. Unter diesem Slogan wird die Männer in Grün besonders schmerzen, dass bei ihrem ersten Auftritt in der Bayernwerk Sportarena maximal 150 Zuschauer zugelassen sein werden, auch ein kompletter Ausschluss der Öffentlichkeit ist noch denkbar.

Quelle: Christof Bernier/BR Volleys

BR Volleys stellen Lizenzantrag für Volleyball Bundesliga

Nach dem abrupten Saisonende und der Enttäuschung über den Ausgang der zurückliegenden Spielzeit haben sich die BR Volleys inzwischen gesammelt und ihre Planungen für eine Saison 20/21 vorangetrieben. Trotz der aufgrund der COVID-19-Pandemie widrigen Rahmenbedingungen hat der Hauptstadtclub heute fristgerecht seinen Lizenzantrag für die Volleyball Bundesliga gestellt und arbeitet auf einen regulären Saisonstart hin.

Noch kann niemand mit Gewissheit sagen, ob und wann die SCC-Volleyballer mit den anderen Bundesligisten zurück ans Netz dürfen. Werden Spiele vor Zuschauern möglich sein? Wie viele Mannschaften können in der VBL an den Start gehen? Bleibt es beim bisherigen Modus? Es gibt zahlreiche offene Fragen. Doch auch ohne diese Planungssicherheit bleiben die BR Volleys am Ball, wie Geschäftsführer Kaweh Niroomand bekräftigt: „Für uns ist klar, dass wir in dieser für alle Beteiligten schwierigen Situation nicht aufgeben und unser Projekt fortsetzen. Unsere Motivation ist ungebrochen!“

Daher hat der DVV-Pokalsieger in dieser Woche die umfangreichen Lizenzierungsunterlagen fristgerecht bei der Volleyball Bundesliga eingereicht. Diese hatte das Fristende vom 15. April auf den 15. Mai zurückgestellt, um den Vereinen die Möglichkeit zu geben, ihre wirtschaftliche und sportliche Lage während der COVID-19-Pandemie bestmöglich bewerten zu können.

Entgegen polnischer Medienberichte haben die Berliner keinen Lizenzantrag für die dortige PlusLiga gestellt. Kaweh Niroomand kann nur einen gemeinsamen Ideenaustausch mit den Verantwortlichen im Nachbarland bestätigen und erklärt dazu: „Vor dem Hintergrund der aktuellen Herausforderungen, vor denen wir und der Volleyballsport stehen, gehen unsere strategischen Überlegungen in alle Richtungen. Jedoch haben wir uns ausschließlich in der Bundesliga offiziell um eine Lizenz beworben, denn wir hoffen natürlich, dass die VBL-Saison 2020/21 in der gewohnten Form beginnen und stattfinden kann.“

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

BR Volleys – den Fluch brechen

In der Hamburger CU Arena war für die Berlin Recycling Volleys bisher nichts zu holen. Drei Anläufe, in der Ausweichspielhalle der SVG Lüneburg zu gewinnen, blieben in der Vergangenheit erfolglos. Einen vierten Versuch unternimmt das Hauptstadtteam am Samstagabend (08. Feb um 19.00 Uhr) und man ist geneigt zu sagen: Wenn nicht jetzt, wann dann?! Die Mannschaft von Cheftrainer Cedric Enard fährt ungeschlagen in die Hansestadt, während die heimstarken Gastgeber zuletzt zweimal deutlich mit 0:3 unterlegen waren.

Gut eine Woche vor dem Pokalfinale in Mannheim wollen die BR Volleys gegen die SVG Lüneburg weiter an ihrem Rhythmus feilen. Mit voller Mannschaftsstärke und der Unterstützung eines Fanbusses geht es für die Hauptstädter nach Hamburg, wo man erstmals erfolgreich sein möchte. „Für Lüneburg ist diese Möglichkeit, in der CU Arena spielen zu können, solange die neue Arena noch gebaut wird, wichtig. Die Gellersenhalle ist besonders, aber für die Topspiele und die Playoffs ist dieser Umzug sowohl nötig als auch sinnvoll. Außerdem gibt es dort tendenziell mehr erfolgreiche Abwehraktionen und längere Ballwechsel. Das sorgt für Spannung und Action“, erklärt der im Sommer von der Ilmenau an die Spree gewechselte Außenangreifer Cody Kessel. Sowohl in der berüchtigten „Gellersenhölle“ als auch in der CU Arena tat sich der aktuelle Tabellenführer in der Vergangenheit regemäßig schwer. Die Auswärtsbilanz gegen die „LüneHünen“ weist zwei Siege und sechs Niederlagen auf. Dabei zählte Kessel meistens zu denjenigen, die maßgeblichen Anteil daran hatten, dass für die BR Volleys am Spielort in Hamburg weder in der Bundesliga, noch im DVV-Pokal oder den Playoffs etwas zu holen war.

Längst überzeugt der US-Amerikaner auch konstant im Berliner Trikot. Der 28-Jährige ist der zweiteffektivste Angreifer der BR Volleys. Mit einer Erfolgsquote von 54% liegt Kessel ligaweit auf dem vierten Rang. Vor ihm rangieren ausschließlich Mittelblocker, darunter Teamkollege Jeffrey Jendryk, der starke 64% seiner Angriffe in direkt Punkte verwandelte. Die Bundesliga-Statistik zeigt, dass am Samstag auch auf der Gegenseite einige Topspieler warten: Mit Nationalspieler Anton Brehme verfügt Lüneburg beispielsweise über den, gemessen an Blockpunkten zweitbesten Akteur der VBL. Und beim Aufschlag besticht der Schwede Viktor Lindberg als ebenfalls Zweitbester seiner Zunft (35 Asse). „Die SVG musste ein neues Team aufbauen, nachdem elf Spieler dort in vergangenen beiden Jahren zusammengeblieben sind. Diese Mannschaft kann immer gefährlich sein, ist aber noch dabei, ihre neue Spielweise zu entwickeln“, lautet die Einschätzung von Kessel.

Diese wird durch die jüngsten Ergebnisse der Lüneburger bestätigt (1:3 vs. Friedrichshafen, 0:3 vs. Herrsching und 0:3 vs. Frankfurt). Im TV-Match gegen die Herrschinger sah man den SVG-Coach Stefan Hübner während einer Auszeit komplett aus der Haut fahren, was auch Cody Kessel überraschte: „Ich habe die Szene gesehen. Stefan ist immer mit großer Leidenschaft am Werk und gibt stets alles. Das war total untypisch für ihn, aber diese Momente gibt es im Sport.“ Die Stimmungslage im BR Volleys Team ist etwas besser. „Wir sind alle gut drauf“, bekräftigt Kessel nach den zwei 3:0-Siegen gegen Rottenburg und Herrsching. Dieses gute Gefühl will man nun an die Elbe transportieren und endlich den „Hamburger Fluch“ brechen.

Der BR Volleys Fanclub VolleyTigers bietet ein Public Viewing im Billiard International in der Knesebeckstraße an.

Quelle: BR Volleys/ Christof Bernier


BR Volleys – Saisonauftakt Pressekonferenz „Ein guter Start wird wichtig sein“

Für ihre Saisonauftakt-Pressekonferenz 2019/2020 waren die BR Volleys am Mittwoch (09. Okt) wieder zurück über den Dächern der Stadt. Im Firmensitz der GASAG AG direkt am Hackeschen Markt standen BR Volleys Geschäftsführer Kaweh Niroomand und der neue Mannschaftskapitän Moritz Reichert der versammelten Berliner Medienlandschaft Rede und Antwort.

Im Anschluss an die Begrüßung durch den Vorstandsvorsitzenden der GASAG AG, Dr. Gerhard Holtmeier, ergriff BR Volleys Geschäftsführer Kaweh Niroomand das Wort und musste zunächst wenig erfreuliche Nachrichten verkünden: „Leider kann Cheftrainer Cedric Enard aus privaten Gründen heute nicht bei uns sein. Er reiste gestern Abend zu seiner Familie nach Frankreich und es kann sein, dass Cedric uns auch zum Saison- und Heimauftakt gegen die Netzhoppers und Giesen fehlen wird. Wir haben ihm in seinem privaten Notstand jede Unterstützung und Zeit zugesichert, die er benötigt.“

Neben Niroomand und GASAG Vorstand Dr. Holtmeier nahm also nur BR Volleys Kapitän Moritz Reichert im Podium Platz und wurde in seinem neuen Amt seitens des Geschäftsführers vorgestellt: „Moritz verkörpert die Werte des Vereins und hat sich in der letzten Saison – längst nicht nur wegen seines Asses zur Meisterschaft – diese Position verdient. Cedric und ich waren uns unabhängig voneinander einig, dass er der richtige Mann für diese Aufgabe ist.“

Außenangreifer Reichert zog im Anschluss ein zwiegespaltenes Fazit zur zerstückelten Vorbereitung: „Das gestaltet sich auch in diesem Jahr wieder schwierig, aber wir machen als Team das Beste aus der Situation. Ein guter Start wird wichtig sein, um nicht wieder früh unter Druck zu geraten. Es erwarten uns wichtige Aufgaben in der Liga und natürlich dem Pokal sowie der Champions League. Im letzten Jahr haben wir vor Weihnachten Federn lassen müssen. Das soll uns nicht wieder passieren.“

Wo genau die BR Volleys vor dem Saisonauftakt selbst stehen, ist ebenso schwer zu beurteilen, wie die vielerorts neuformierte Konkurrenz. „Ich glaube, die Liga ist in der Breite noch einmal besser geworden. Ob das auch in der Spitze so ist, wird man sehen“, bewertete Niroomand und sieht den Hauptstadtclub personell gut aufgestellt. Bei der Zusammensetzung der neuen Mannschaft hob der 66-Jährige insbesondere die amerikanischen Neuzugänge heraus: „Wir verfügen, sofern denn alle Spieler endlich hier sind, über einen tiefen Kader. Mit Kyle Ensing ist uns eine vielversprechende Verpflichtung gelungen, JT Hatch wird uns in der Defensive Stabilität geben und Cody Kessel hat in den letzten Jahren gegen uns mehrfach bewiesen, welches Potenzial in ihm steckt.“ Mit zehn Akteuren, ohne die drei World-Cup-Teilnehmer Patch, Grankin und Jendryk, geht man in die ersten zwei Bundesligaspiele bis zum comdirect Supercup in Hannover (20. Okt).

Zu den Saisonzielen kam dann wieder Kapitän Moritz Reichert ins Spiel: „Wir wollen diesmal früher auf einem höheren Niveau sein und in der Champions League mehr erreichen. Wenn man in der Gruppenphase antritt, möchte man diese auch überstehen. Den Kader dazu haben wir. In der Meisterschaft kann das Ziel nur heißen, die Vorjahresleistung zu bestätigen.“ Auf ihrem langen Weg dorthin warten am Samstag (12. Okt | 18.00 Uhr) die Netzhoppers KW-Bestensee und drei Tage später (15. Okt | 19.30 Uhr) im ersten Heimspiel die Helios Grizzlys Giesen auf die Hauptstädter.

Quelle: BR Volleys/ Christof Bernier

Trainingsstart mit Mini-Aufgebot

Jährlich grüßt das Murmeltier: Auch die Saisonvorbereitung 2019/2020 begannen die BR Volleys in beinahe schon traditionell kleiner Runde. Am Montag (19. Okt) bat Cheftrainer Cedric Enard lediglich vier Spieler zum offiziellen Trainingsauftakt. Der Franzose verlässt die Hauptstadt bereits am Mittwoch wieder, um sich mit Frankreich auf die am 12. September beginnende Europameisterschaft vorzubereiten. Fortan übernimmt ein in Berlin bestens bekannter Mann die tägliche Arbeit. Lucio Oro, als Assistenztrainer 2016 mit den BR Volleys Deutscher Meister, ist zurück auf der Mannschaftsbank.

Sergey Grankin, Samuel Tuia, Georg Klein und Adam Kowalski hatten heute im Horst-Korber-Sportzentrum viel Raum zur Entfaltung. Nur dieses Quartett startete ins Mannschaftstraining der Saison 2019/20. Erst in den kommenden Monaten wird sich der Kader sukzessive komplettieren. Die Neuzugänge Cody Kessel und JT Hatch stoßen in einer Woche zum Team. Anfang Oktober folgen die Teilnehmer der Europameisterschaft sowie zu guter Letzt die Akteure, die bis zum 15. Okt beim Weltcup in Japan antreten und deshalb sogar die ersten beiden Bundesligaspiele der BR Volleys verpassen werden.

Die Herausforderung einer gestückelten Saisonvorbereitung verfolgt den Hauptstadtclub Jahr für Jahr und dennoch steckt Trainer Cedric Enard voller Tatendrang: „Es fühlt sich richtig gut an, wieder zurück zu sein, auch wenn es sich vorerst lediglich um zwei Tage handelt. Die Vorbereitung wird ähnlich schwierig wie im Vorjahr, nur ist es jetzt meine zweite Saison und persönlich kann ich vieles hier besser einschätzen. Es wird wichtig, dass wir als Trainerteam schnell gut zusammenarbeiten und einen engen Austausch pflegen.“

Dieser wird künftig mit Lucio Oro stattfinden, der auf Tomasz Wasilkowski folgt. Oro war zuletzt für Asseco Resovia Rzeszow als Assistent tätig. Bei seinem ersten Engagement in Berlin unter Roberto Serniotti gewann der Brasilianer mit italienischem Pass 2017 die Deutsche Meisterschaft und erreichte das Final Four der CEV Champions League. „Über die großen Erfolge von damals und deren mögliche Wiederholung denke ich nicht nach. Wir müssen jeden Tag unseren bestmöglichen Job machen und dann schauen wir, was am Ende dabei herausspringt“, so der ehemalige Profispieler.

Hochmotiviert geht der 42-Jährige dennoch an die kommenden Aufgaben, schließlich leitet Oro das Team bis zur Rückkehr von Enard nach der Europameisterschaft hauptverantwortlich. „Ich kenne den Verein und dennoch wird es auch für mich eine neue Erfahrung, in der Vorbereitung so viel Verantwortung zu tragen. In unseren ersten Wochen werden wir die athletischen Grundlagen legen und das Gefühl für den Volleyball zurückbekommen“, erklärt Oro seine Trainingsschwerpunkte.

Für seinen Cheftrainer ist ein enger Kontakt dabei das A und O: „Lucio fasst mir das tägliche Training in einer Mail zusammen. Außerdem stehen wir telefonisch permanent im Austausch. Ab September, also wenn wir mit dem Kader spielfähig sind, wird unser Scout das Training für mich aufzeichnen, sodass ich mir ein Bild machen kann.“ Auch der Fachmann für Spielanalysen ist bei den BR Volleys zur Saison 2019/2020 neu und kommt wie sein Vorgänger aus Polen. Rafal Zajac war zuletzt für den Damenclub MKS Dabrowa Gornicza in seinem Heimatland tätig und ersetzt zukünftig Mateusz Musial.

Cedric Enard weiß, dass er und seine komplette Mannschaft auch in dieser Spielzeit erst spät Gelegenheit haben, sich zu finden: „Die Testspiele gegen Lüneburg am 04. und 05. Oktober direkt nach der EM werden ein wichtiger Fixpunkt. Dann haben wir einen Großteil unseres Teams beisammen und werden erleben, wo wir stehen. Weil die Spieler zu unterschiedlichen Zeitpunkten in die Vorbereitung einsteigen, müssen wir sie individuell in die bestmögliche Verfassung zum Saisonstart bringen und gleichzeitig das Zusammenspiel entwickeln.“

Neben den Testspielen gegen die Lüneburger stehen unter anderem mehrere Duelle mit den Netzhoppers und ein Freundschaftsmatch beim Kieler TV (2. Bundesliga) auf dem Trainingsplan des BR Volleys Teams.

Quelle: Christoph Bernier/BR Volleys

BR Volleys – Verstärkung aus Polen

Nach den guten Erfahrungen der vergangenen Saison  werden die BR Volleys auch die Spielzeit 2019/2020 mit zwei Liberos  bestreiten. Aus dem Land des Weltmeisters wechselt Adam Kowalski an die  Spree und unterschreibt beim Hauptstadtclub einen Einjahresvertrag. Der  24-jährige Pole durchlief die renommierte Nachwuchsakademie von  Częstochowa und spielte zuletzt bei Chemik Bydgoszcz.

„Mit der Verpflichtung von Adam Kowalski können wir dem Wunsch unseres Cheftrainers entsprechen und mit einem 13 Mann starken Kader in die Saison gehen. Im letzten Jahr war die Verpflichtung eines zweiten Liberos und die damit deutlich verbesserte Trainingssituation ein wichtiger Baustein auf unserem Weg zur Titelverteidigung“, begründet BR Volleys Geschäftsführer Kaweh Niroomand den Transfer.

Adam Kowalski Foto: PlusLiga/Mateusz Bosiacki

Der Annahme- und Abwehrspezialist ist 1.80 Meter groß und kann eine hervorragende Volleyballausbildung vorweisen. „Mein Vater war Coach und daher war ich von der Pike auf bei jedem Trainingscamp mit seinem Team dabei. Ich hatte schon früh das Ziel, Profispieler zu werden“, berichtet der Blondschopf. Das weitere Volleyball-ABC erlernte Kowalski in der renommierten Talentschmiede von Częstochowa: „Wir gewannen zweimal die polnische Meisterschaft im Nachwuchsbereich. Dadurch war ich bei vielen Erstligisten auf dem Radar.“ Auf diese Weise schaffte der Libero den Sprung in die PlusLiga, wo er bisher für Cerrad Czarni Radom (2013-2016), AZS Częstochowa (2016/17) und Chemik Bydgoszcz (2017-2019) auflief.

Jetzt will sich Adam Kowalski bei seiner ersten Profistation außerhalb der Heimat beweisen: „Berlin ist eine hervorragende Adresse, gewinnt regelmäßig Titel und spielt in der Champions League. Es ist auch in Polen bekannt, dass Team und Management auf Topniveau arbeiten. Man kann sich hier als junger Spieler gut entwickeln. Das möchte ich tun und dabei so viel wie möglich lernen“, so seine Zielsetzung.

Den Konkurrenzkampf bei den BR Volleys will der Bücherwurm – Kowalski liest gern Romane, vor allem von John Grisham oder Dan Brown – annehmen, auch wenn Manager Niroomand deutlich macht: „Wir haben Nationalspieler Julian Zenger als Stammlibero verpflichtet. Adam gibt uns mehr Optionen, auf Verletzungen zu reagieren und Pausen zu ermöglichen.“ Der Geschäftsführer ist außerdem in gewisser Weise stolz, dass man seit Marian Kardas und Waldemar Kasprzak 1997 erstmals wieder einen Polen im Kader begrüßen darf: „Wir sind inzwischen einfach ein attraktiver Name im europäischen Volleyball. Es ist doch ein gutes Zeichen, dass sich auch Spieler aus unserem so volleyballbegeisterten Nachbarland für die Bundesliga entscheiden.“

Um den Berliner Kader 19/20 zu komplettieren, fehlt nun noch ein zweiter Zuspieler neben Sergey Grankin. Auch dazu soll es bald Neuigkeiten geben. Kowalski reist derweil pünktlich zum Trainingsauftakt am 19. Aug in die Hauptstadt und möchte sich schnellstmöglich eingewöhnen: „Ich war noch niemals in Berlin, außer am Flughafen. Von daher gibt es für mich viel zu entdecken und zu lernen.“

Quelle: BR Volleys/Christoph Bernier