BR Volleys stellen Lizenzantrag für Volleyball Bundesliga

Nach dem abrupten Saisonende und der Enttäuschung über den Ausgang der zurückliegenden Spielzeit haben sich die BR Volleys inzwischen gesammelt und ihre Planungen für eine Saison 20/21 vorangetrieben. Trotz der aufgrund der COVID-19-Pandemie widrigen Rahmenbedingungen hat der Hauptstadtclub heute fristgerecht seinen Lizenzantrag für die Volleyball Bundesliga gestellt und arbeitet auf einen regulären Saisonstart hin.

Noch kann niemand mit Gewissheit sagen, ob und wann die SCC-Volleyballer mit den anderen Bundesligisten zurück ans Netz dürfen. Werden Spiele vor Zuschauern möglich sein? Wie viele Mannschaften können in der VBL an den Start gehen? Bleibt es beim bisherigen Modus? Es gibt zahlreiche offene Fragen. Doch auch ohne diese Planungssicherheit bleiben die BR Volleys am Ball, wie Geschäftsführer Kaweh Niroomand bekräftigt: „Für uns ist klar, dass wir in dieser für alle Beteiligten schwierigen Situation nicht aufgeben und unser Projekt fortsetzen. Unsere Motivation ist ungebrochen!“

Daher hat der DVV-Pokalsieger in dieser Woche die umfangreichen Lizenzierungsunterlagen fristgerecht bei der Volleyball Bundesliga eingereicht. Diese hatte das Fristende vom 15. April auf den 15. Mai zurückgestellt, um den Vereinen die Möglichkeit zu geben, ihre wirtschaftliche und sportliche Lage während der COVID-19-Pandemie bestmöglich bewerten zu können.

Entgegen polnischer Medienberichte haben die Berliner keinen Lizenzantrag für die dortige PlusLiga gestellt. Kaweh Niroomand kann nur einen gemeinsamen Ideenaustausch mit den Verantwortlichen im Nachbarland bestätigen und erklärt dazu: „Vor dem Hintergrund der aktuellen Herausforderungen, vor denen wir und der Volleyballsport stehen, gehen unsere strategischen Überlegungen in alle Richtungen. Jedoch haben wir uns ausschließlich in der Bundesliga offiziell um eine Lizenz beworben, denn wir hoffen natürlich, dass die VBL-Saison 2020/21 in der gewohnten Form beginnen und stattfinden kann.“

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

BR Volleys – den Fluch brechen

In der Hamburger CU Arena war für die Berlin Recycling Volleys bisher nichts zu holen. Drei Anläufe, in der Ausweichspielhalle der SVG Lüneburg zu gewinnen, blieben in der Vergangenheit erfolglos. Einen vierten Versuch unternimmt das Hauptstadtteam am Samstagabend (08. Feb um 19.00 Uhr) und man ist geneigt zu sagen: Wenn nicht jetzt, wann dann?! Die Mannschaft von Cheftrainer Cedric Enard fährt ungeschlagen in die Hansestadt, während die heimstarken Gastgeber zuletzt zweimal deutlich mit 0:3 unterlegen waren.

Gut eine Woche vor dem Pokalfinale in Mannheim wollen die BR Volleys gegen die SVG Lüneburg weiter an ihrem Rhythmus feilen. Mit voller Mannschaftsstärke und der Unterstützung eines Fanbusses geht es für die Hauptstädter nach Hamburg, wo man erstmals erfolgreich sein möchte. „Für Lüneburg ist diese Möglichkeit, in der CU Arena spielen zu können, solange die neue Arena noch gebaut wird, wichtig. Die Gellersenhalle ist besonders, aber für die Topspiele und die Playoffs ist dieser Umzug sowohl nötig als auch sinnvoll. Außerdem gibt es dort tendenziell mehr erfolgreiche Abwehraktionen und längere Ballwechsel. Das sorgt für Spannung und Action“, erklärt der im Sommer von der Ilmenau an die Spree gewechselte Außenangreifer Cody Kessel. Sowohl in der berüchtigten „Gellersenhölle“ als auch in der CU Arena tat sich der aktuelle Tabellenführer in der Vergangenheit regemäßig schwer. Die Auswärtsbilanz gegen die „LüneHünen“ weist zwei Siege und sechs Niederlagen auf. Dabei zählte Kessel meistens zu denjenigen, die maßgeblichen Anteil daran hatten, dass für die BR Volleys am Spielort in Hamburg weder in der Bundesliga, noch im DVV-Pokal oder den Playoffs etwas zu holen war.

Längst überzeugt der US-Amerikaner auch konstant im Berliner Trikot. Der 28-Jährige ist der zweiteffektivste Angreifer der BR Volleys. Mit einer Erfolgsquote von 54% liegt Kessel ligaweit auf dem vierten Rang. Vor ihm rangieren ausschließlich Mittelblocker, darunter Teamkollege Jeffrey Jendryk, der starke 64% seiner Angriffe in direkt Punkte verwandelte. Die Bundesliga-Statistik zeigt, dass am Samstag auch auf der Gegenseite einige Topspieler warten: Mit Nationalspieler Anton Brehme verfügt Lüneburg beispielsweise über den, gemessen an Blockpunkten zweitbesten Akteur der VBL. Und beim Aufschlag besticht der Schwede Viktor Lindberg als ebenfalls Zweitbester seiner Zunft (35 Asse). „Die SVG musste ein neues Team aufbauen, nachdem elf Spieler dort in vergangenen beiden Jahren zusammengeblieben sind. Diese Mannschaft kann immer gefährlich sein, ist aber noch dabei, ihre neue Spielweise zu entwickeln“, lautet die Einschätzung von Kessel.

Diese wird durch die jüngsten Ergebnisse der Lüneburger bestätigt (1:3 vs. Friedrichshafen, 0:3 vs. Herrsching und 0:3 vs. Frankfurt). Im TV-Match gegen die Herrschinger sah man den SVG-Coach Stefan Hübner während einer Auszeit komplett aus der Haut fahren, was auch Cody Kessel überraschte: „Ich habe die Szene gesehen. Stefan ist immer mit großer Leidenschaft am Werk und gibt stets alles. Das war total untypisch für ihn, aber diese Momente gibt es im Sport.“ Die Stimmungslage im BR Volleys Team ist etwas besser. „Wir sind alle gut drauf“, bekräftigt Kessel nach den zwei 3:0-Siegen gegen Rottenburg und Herrsching. Dieses gute Gefühl will man nun an die Elbe transportieren und endlich den „Hamburger Fluch“ brechen.

Der BR Volleys Fanclub VolleyTigers bietet ein Public Viewing im Billiard International in der Knesebeckstraße an.

Quelle: BR Volleys/ Christof Bernier


BR Volleys – Saisonauftakt Pressekonferenz „Ein guter Start wird wichtig sein“

Für ihre Saisonauftakt-Pressekonferenz 2019/2020 waren die BR Volleys am Mittwoch (09. Okt) wieder zurück über den Dächern der Stadt. Im Firmensitz der GASAG AG direkt am Hackeschen Markt standen BR Volleys Geschäftsführer Kaweh Niroomand und der neue Mannschaftskapitän Moritz Reichert der versammelten Berliner Medienlandschaft Rede und Antwort.

Im Anschluss an die Begrüßung durch den Vorstandsvorsitzenden der GASAG AG, Dr. Gerhard Holtmeier, ergriff BR Volleys Geschäftsführer Kaweh Niroomand das Wort und musste zunächst wenig erfreuliche Nachrichten verkünden: „Leider kann Cheftrainer Cedric Enard aus privaten Gründen heute nicht bei uns sein. Er reiste gestern Abend zu seiner Familie nach Frankreich und es kann sein, dass Cedric uns auch zum Saison- und Heimauftakt gegen die Netzhoppers und Giesen fehlen wird. Wir haben ihm in seinem privaten Notstand jede Unterstützung und Zeit zugesichert, die er benötigt.“

Neben Niroomand und GASAG Vorstand Dr. Holtmeier nahm also nur BR Volleys Kapitän Moritz Reichert im Podium Platz und wurde in seinem neuen Amt seitens des Geschäftsführers vorgestellt: „Moritz verkörpert die Werte des Vereins und hat sich in der letzten Saison – längst nicht nur wegen seines Asses zur Meisterschaft – diese Position verdient. Cedric und ich waren uns unabhängig voneinander einig, dass er der richtige Mann für diese Aufgabe ist.“

Außenangreifer Reichert zog im Anschluss ein zwiegespaltenes Fazit zur zerstückelten Vorbereitung: „Das gestaltet sich auch in diesem Jahr wieder schwierig, aber wir machen als Team das Beste aus der Situation. Ein guter Start wird wichtig sein, um nicht wieder früh unter Druck zu geraten. Es erwarten uns wichtige Aufgaben in der Liga und natürlich dem Pokal sowie der Champions League. Im letzten Jahr haben wir vor Weihnachten Federn lassen müssen. Das soll uns nicht wieder passieren.“

Wo genau die BR Volleys vor dem Saisonauftakt selbst stehen, ist ebenso schwer zu beurteilen, wie die vielerorts neuformierte Konkurrenz. „Ich glaube, die Liga ist in der Breite noch einmal besser geworden. Ob das auch in der Spitze so ist, wird man sehen“, bewertete Niroomand und sieht den Hauptstadtclub personell gut aufgestellt. Bei der Zusammensetzung der neuen Mannschaft hob der 66-Jährige insbesondere die amerikanischen Neuzugänge heraus: „Wir verfügen, sofern denn alle Spieler endlich hier sind, über einen tiefen Kader. Mit Kyle Ensing ist uns eine vielversprechende Verpflichtung gelungen, JT Hatch wird uns in der Defensive Stabilität geben und Cody Kessel hat in den letzten Jahren gegen uns mehrfach bewiesen, welches Potenzial in ihm steckt.“ Mit zehn Akteuren, ohne die drei World-Cup-Teilnehmer Patch, Grankin und Jendryk, geht man in die ersten zwei Bundesligaspiele bis zum comdirect Supercup in Hannover (20. Okt).

Zu den Saisonzielen kam dann wieder Kapitän Moritz Reichert ins Spiel: „Wir wollen diesmal früher auf einem höheren Niveau sein und in der Champions League mehr erreichen. Wenn man in der Gruppenphase antritt, möchte man diese auch überstehen. Den Kader dazu haben wir. In der Meisterschaft kann das Ziel nur heißen, die Vorjahresleistung zu bestätigen.“ Auf ihrem langen Weg dorthin warten am Samstag (12. Okt | 18.00 Uhr) die Netzhoppers KW-Bestensee und drei Tage später (15. Okt | 19.30 Uhr) im ersten Heimspiel die Helios Grizzlys Giesen auf die Hauptstädter.

Quelle: BR Volleys/ Christof Bernier

Trainingsstart mit Mini-Aufgebot

Jährlich grüßt das Murmeltier: Auch die Saisonvorbereitung 2019/2020 begannen die BR Volleys in beinahe schon traditionell kleiner Runde. Am Montag (19. Okt) bat Cheftrainer Cedric Enard lediglich vier Spieler zum offiziellen Trainingsauftakt. Der Franzose verlässt die Hauptstadt bereits am Mittwoch wieder, um sich mit Frankreich auf die am 12. September beginnende Europameisterschaft vorzubereiten. Fortan übernimmt ein in Berlin bestens bekannter Mann die tägliche Arbeit. Lucio Oro, als Assistenztrainer 2016 mit den BR Volleys Deutscher Meister, ist zurück auf der Mannschaftsbank.

Sergey Grankin, Samuel Tuia, Georg Klein und Adam Kowalski hatten heute im Horst-Korber-Sportzentrum viel Raum zur Entfaltung. Nur dieses Quartett startete ins Mannschaftstraining der Saison 2019/20. Erst in den kommenden Monaten wird sich der Kader sukzessive komplettieren. Die Neuzugänge Cody Kessel und JT Hatch stoßen in einer Woche zum Team. Anfang Oktober folgen die Teilnehmer der Europameisterschaft sowie zu guter Letzt die Akteure, die bis zum 15. Okt beim Weltcup in Japan antreten und deshalb sogar die ersten beiden Bundesligaspiele der BR Volleys verpassen werden.

Die Herausforderung einer gestückelten Saisonvorbereitung verfolgt den Hauptstadtclub Jahr für Jahr und dennoch steckt Trainer Cedric Enard voller Tatendrang: „Es fühlt sich richtig gut an, wieder zurück zu sein, auch wenn es sich vorerst lediglich um zwei Tage handelt. Die Vorbereitung wird ähnlich schwierig wie im Vorjahr, nur ist es jetzt meine zweite Saison und persönlich kann ich vieles hier besser einschätzen. Es wird wichtig, dass wir als Trainerteam schnell gut zusammenarbeiten und einen engen Austausch pflegen.“

Dieser wird künftig mit Lucio Oro stattfinden, der auf Tomasz Wasilkowski folgt. Oro war zuletzt für Asseco Resovia Rzeszow als Assistent tätig. Bei seinem ersten Engagement in Berlin unter Roberto Serniotti gewann der Brasilianer mit italienischem Pass 2017 die Deutsche Meisterschaft und erreichte das Final Four der CEV Champions League. „Über die großen Erfolge von damals und deren mögliche Wiederholung denke ich nicht nach. Wir müssen jeden Tag unseren bestmöglichen Job machen und dann schauen wir, was am Ende dabei herausspringt“, so der ehemalige Profispieler.

Hochmotiviert geht der 42-Jährige dennoch an die kommenden Aufgaben, schließlich leitet Oro das Team bis zur Rückkehr von Enard nach der Europameisterschaft hauptverantwortlich. „Ich kenne den Verein und dennoch wird es auch für mich eine neue Erfahrung, in der Vorbereitung so viel Verantwortung zu tragen. In unseren ersten Wochen werden wir die athletischen Grundlagen legen und das Gefühl für den Volleyball zurückbekommen“, erklärt Oro seine Trainingsschwerpunkte.

Für seinen Cheftrainer ist ein enger Kontakt dabei das A und O: „Lucio fasst mir das tägliche Training in einer Mail zusammen. Außerdem stehen wir telefonisch permanent im Austausch. Ab September, also wenn wir mit dem Kader spielfähig sind, wird unser Scout das Training für mich aufzeichnen, sodass ich mir ein Bild machen kann.“ Auch der Fachmann für Spielanalysen ist bei den BR Volleys zur Saison 2019/2020 neu und kommt wie sein Vorgänger aus Polen. Rafal Zajac war zuletzt für den Damenclub MKS Dabrowa Gornicza in seinem Heimatland tätig und ersetzt zukünftig Mateusz Musial.

Cedric Enard weiß, dass er und seine komplette Mannschaft auch in dieser Spielzeit erst spät Gelegenheit haben, sich zu finden: „Die Testspiele gegen Lüneburg am 04. und 05. Oktober direkt nach der EM werden ein wichtiger Fixpunkt. Dann haben wir einen Großteil unseres Teams beisammen und werden erleben, wo wir stehen. Weil die Spieler zu unterschiedlichen Zeitpunkten in die Vorbereitung einsteigen, müssen wir sie individuell in die bestmögliche Verfassung zum Saisonstart bringen und gleichzeitig das Zusammenspiel entwickeln.“

Neben den Testspielen gegen die Lüneburger stehen unter anderem mehrere Duelle mit den Netzhoppers und ein Freundschaftsmatch beim Kieler TV (2. Bundesliga) auf dem Trainingsplan des BR Volleys Teams.

Quelle: Christoph Bernier/BR Volleys

BR Volleys – Verstärkung aus Polen

Nach den guten Erfahrungen der vergangenen Saison  werden die BR Volleys auch die Spielzeit 2019/2020 mit zwei Liberos  bestreiten. Aus dem Land des Weltmeisters wechselt Adam Kowalski an die  Spree und unterschreibt beim Hauptstadtclub einen Einjahresvertrag. Der  24-jährige Pole durchlief die renommierte Nachwuchsakademie von  Częstochowa und spielte zuletzt bei Chemik Bydgoszcz.

„Mit der Verpflichtung von Adam Kowalski können wir dem Wunsch unseres Cheftrainers entsprechen und mit einem 13 Mann starken Kader in die Saison gehen. Im letzten Jahr war die Verpflichtung eines zweiten Liberos und die damit deutlich verbesserte Trainingssituation ein wichtiger Baustein auf unserem Weg zur Titelverteidigung“, begründet BR Volleys Geschäftsführer Kaweh Niroomand den Transfer.

Adam Kowalski Foto: PlusLiga/Mateusz Bosiacki

Der Annahme- und Abwehrspezialist ist 1.80 Meter groß und kann eine hervorragende Volleyballausbildung vorweisen. „Mein Vater war Coach und daher war ich von der Pike auf bei jedem Trainingscamp mit seinem Team dabei. Ich hatte schon früh das Ziel, Profispieler zu werden“, berichtet der Blondschopf. Das weitere Volleyball-ABC erlernte Kowalski in der renommierten Talentschmiede von Częstochowa: „Wir gewannen zweimal die polnische Meisterschaft im Nachwuchsbereich. Dadurch war ich bei vielen Erstligisten auf dem Radar.“ Auf diese Weise schaffte der Libero den Sprung in die PlusLiga, wo er bisher für Cerrad Czarni Radom (2013-2016), AZS Częstochowa (2016/17) und Chemik Bydgoszcz (2017-2019) auflief.

Jetzt will sich Adam Kowalski bei seiner ersten Profistation außerhalb der Heimat beweisen: „Berlin ist eine hervorragende Adresse, gewinnt regelmäßig Titel und spielt in der Champions League. Es ist auch in Polen bekannt, dass Team und Management auf Topniveau arbeiten. Man kann sich hier als junger Spieler gut entwickeln. Das möchte ich tun und dabei so viel wie möglich lernen“, so seine Zielsetzung.

Den Konkurrenzkampf bei den BR Volleys will der Bücherwurm – Kowalski liest gern Romane, vor allem von John Grisham oder Dan Brown – annehmen, auch wenn Manager Niroomand deutlich macht: „Wir haben Nationalspieler Julian Zenger als Stammlibero verpflichtet. Adam gibt uns mehr Optionen, auf Verletzungen zu reagieren und Pausen zu ermöglichen.“ Der Geschäftsführer ist außerdem in gewisser Weise stolz, dass man seit Marian Kardas und Waldemar Kasprzak 1997 erstmals wieder einen Polen im Kader begrüßen darf: „Wir sind inzwischen einfach ein attraktiver Name im europäischen Volleyball. Es ist doch ein gutes Zeichen, dass sich auch Spieler aus unserem so volleyballbegeisterten Nachbarland für die Bundesliga entscheiden.“

Um den Berliner Kader 19/20 zu komplettieren, fehlt nun noch ein zweiter Zuspieler neben Sergey Grankin. Auch dazu soll es bald Neuigkeiten geben. Kowalski reist derweil pünktlich zum Trainingsauftakt am 19. Aug in die Hauptstadt und möchte sich schnellstmöglich eingewöhnen: „Ich war noch niemals in Berlin, außer am Flughafen. Von daher gibt es für mich viel zu entdecken und zu lernen.“

Quelle: BR Volleys/Christoph Bernier

Volleyball Nationsleague

Nach der Meisterschaft ist vor der Volleyball Nations League: In dieser Woche (31. Mai bis 02. Juni) beginnt für die Deutsche Nationalmannschaft die Reise quer um den Globus mit dem ersten Vorrundenturnier in Jiangmen (CHN). Die letzten drei Matches bestreiten die DVV-Männer um Moritz Reichert dann vom 28. bis 30. Juni in Leipzig und hoffen, dort noch um ein Ticket für die Finalrunde in Chicago (USA) zu spielen.

„Unser Ziel ist durchaus das Final-Six-Turnier zu erreichen, aber vor allem wollen wir als Team weiter wachsen und uns mit den besten Mannschaften auf höchstem Niveau messen“, blickt BR Volleys Außenangreifer Reichert auf die Volleyball Nations League voraus und sieht noch viel Potenzial in der DVV-Auswahl. 16 Teams aus fünf Kontinenten nehmen an der Nationen-Eliteliga teil. In jeder Woche sind an vier verschiedenen Standorten jeweils vier Mannschaften im Einsatz, bis jeder einmal gegen jeden angetreten ist. Die sechs Nationen mit den meisten Siegen qualifizieren sich letztlich für die Finalrunde in den USA. Im vergangenen Jahr wurden die Männer von Bundestrainer Andrea Giani Neunter. Titelverteidiger der VNL ist Russland – ohne Sergey Grankin im Aufgebot.

Zum Auftakt geht es für Deutschland gegen Gastgeber China, Italien und den Iran. Dabei weiß Reichert, dass der Start in der Metropolregion von Hongkong richtungsweisend werden dürfte: „Ich denke, wir haben gleich am ersten Wochenende die Chance, wichtige Punkte zu sammeln. Ich kann die Gegner nicht so gut einschätzen, deshalb sollten wir uns besonders auf unsere Leistung konzentrieren.“ Persönlich möchte der 24-Jährige an seine fulminanten Auftritte im Meisterschaftsfinale anknüpfen: „Ich bin zum Saisonende nach den Verletzungen richtig gut in Fahrt gekommen und möchte genau dort jetzt weitermachen!“

An ihrem Zusammenspiel haben die deutschen Männer in Kienbaum und zuletzt im Zuge zweier Testspiele gegen den Weltmeister Polen intensiv gefeilt (1:3, 3:2). Im Aufgebot für die Auftaktwoche steht neben Reichert auch der Neu-Hauptstädter und Stammlibero Julian Zenger. Vier Wochen lang möchte man in wechselnder Besetzung nun Siege sammeln, um Ende Juni beim Heimspiel in der Arena Leipzig die Vorrunde erfolgreich abzuschließen.

Quelle: BR Volleys / Christoph Bernier

Nationallibero und Sprungwunder für Berlin

Im Zuge der großen Saisonabschlussfeier wurden am gestrigen Abend nicht nur einige Deutsche Meister verabschiedet und der Verbleib wichtiger Leistungsträger verkündet. Es gab auch erste neue Namen, die in der Spielzeit 2019/20 das Trikot der BR Volleys tragen werden: Der Libero der Nationalmannschaft Julian Zenger (zuletzt United Volleys Frankfurt) und der US-amerikanische Außenangreifer Cody Kessel (SVG Lüneburg) wechseln an die Spree.

Stammspieler der deutschen Nationalmannschaft, mit dieser Vize-Europameister 2017 und in der jüngsten Saison auch Champions-League-erprobt: Mit Julian Zenger ist den BR Volleys definitiv eine Topverpflichtung auf der Libero-Position gelungen! Der 21-jährige Annahme- und Abwehrspezialist unterschreibt beim alten und neuen Deutschen Meister einen Vertrag für zwei Jahre und soll zu einem neuen Gesicht der Mannschaft aufgebaut werden. „Berlin ist eine neue Herausforderung für mich und mit der Gewissheit, erneut in der CEV Champions League zu spielen, eine perfekte Adresse. Ich möchte in dieser Mannschaft persönlich den nächsten Sprung machen und natürlich auch Titel gewinnen“, ist der Ehrgeiz beim Allgäuer spürbar.

Zuletzt wusste Zenger zwei Jahre lang bei den United Volleys Frankfurt zu überzeugen. Nun kehrt der Libero also nach Berlin zurück, wo er 2016/17 für den VC Olympia spielte und seinen Karriereweg als Profi startete. Bevor es für ihn in die Hauptstadt geht, hat Zenger mit der Nationalmannschaft noch große Ziele: „In der Volleyball Nations League würden wir natürlich gern das Finalturnier erreichen und im September steht mit der Europameisterschaft der Höhepunkt unseres Sommerprogramms an.“

Die BR Volleys begrüßen mit Zenger „einen jungen deutschen Spieler, der in Frankfurt sowie im DVV-Trikot bewiesen hat, dass er auf hohem Niveau bestehen kann“, freut sich Geschäftsführer Kaweh Niroomand über die Verpflichtung seines absoluten Wunschspielers. „In Zeiten der wachsenden Macht von Spielerberatern ist es nicht einfach, jemanden wie Julian, der alle Charakteristika zu Einhundertprozent erfüllt, verpflichten zu können“, verdeutlicht Niroomand den harten Kampf auf dem Transfermarkt um gute deutsche Akteure.

Auch der zweite “Neue“ kommt von einem anderen Bundesligisten zu Berlins Volleyballteam Nr. 1 und wird ebenfalls mit einem Zwei-Jahres-Vertrag ausgestattet. „Mit Cody Kessel verstärkt uns ein enorm athletischer Außenangreifer, der gute Voraussetzungen mitbringt. Ich bin sicher, mit ihm werden wir viel Freude haben“, erklärte Niroomand beim gestrigen Saisonabschluss. Kessel ist 1,98 Meter groß und lief in den vergangenen drei Spielzeiten für die SVG Lüneburg auf. Der 27-Jährige überzeugt mit seiner gewaltigen Sprungkraft und hat sich unter SVG-Trainer Stefan Hübner auch zu einem stabilen Annahme-Spieler entwickelt. So war Kessel beispielsweise der überragende Akteur, als die „LüneHünen“ Mitte Dezember gegen die Hauptstädter furios ins Pokalfinale eingezogen sind. Dass der US-Amerikaner nicht nur sportlich, sondern auch menschlich ein feiner Kerl ist, der gut zur BR Volleys Familie passen dürfte, zeigte sein offener Brief auf der Facebook-Seite der Lüneburger, in dem er sich emotional aus der Hansestadt verabschiedete.

Kessel besetzt nun gemeinsam mit Samuel Tuia zwei Außenangreifer-Positionen im BR Volleys Kader. Zwei weitere Plätze sind noch frei, weil Adam White den Verein verlässt und Egor Bogachevs Vertrag für ein Jahr ausgesetzt wird. Der 22-Jährige will bei den SWD powervolleys Düren mehr Spielpraxis sammeln, bleibt der Bundesliga also erhalten. „Wir wünschen Egor in Düren viel Glück und Erfolg. Wir hoffen, er macht dort den nächsten Schritt in seiner Entwicklung“, verabschiedete Niroomand Bogachev und erwähnte im gleichen Atemzug wie erfolgreich dieses Modell in der Vergangenheit bereits mit Ruben Schott funktionierte.

Quelle: Christoph Bernier/BR Volleys

BR Volleys – Meisterlich gefeiert

Zwei Tage nach dem Gewinn der zehnten Deutschen Meisterschaft kamen Fans, Partner und Unterstützer der BR Volleys am Dienstagabend zusammen, um den Saisonabschluss 2018/19 zu zelebrieren. 580 Gäste feierten ausgiebig und lauschten gespannt den Lippen von Geschäftsführer Kaweh Niroomand, der zum einen verdienstvolle Spieler – allen voran Kapitän Sebastian Kühner – verabschiedete und zum anderen die BR Volleys Anhängern mit einigen spruchreifen Vertragsverlängerungen begeisterte.

Bevor der stimmungsvolle Abend in der Max-Schmeling-Halle seinen Lauf nahm, war das BR Volleys Team am Nachmittag schon zu Gast beim Regierenden Bürgermeister Michael Müller und durfte sich einmal mehr in das Goldene Buch der Stadt Berlin eintragen. Kaweh Niroomand sprach aus diesem Anlass von einer „fast schon schönen Tradition, die aber aufgrund ihrer Bedeutung garantiert nie zur Gewohnheit werden würde“, während Müller die BR Volleys als „ein herausragendes Aushängeschild der Sportmetropole“ lobte. Wenige Stunden später wurden die Meistermannschaft unter dem tosenden Applaus der Fans des Hauptstadtclubs gefeiert und die Trikots von Sebastian Kühner und Co zugunsten der SCC JUNIORS versteigert – mit dem Rekorderlös von 12.800 €. Zuvor wurde ausführlich bei den Fanclubs, Volunteers und Partnern „Dankeschön“ für eine in jeder Hinsicht erfolgreiche Jubiläumssaison „10 Jahre Volleyballtempel“ gesagt.

Trotz der Partystimmung standen natürlich auch diesmal schmerzliche Abschiede auf dem Programm. Nach zwei Titeln mit den BR Volleys sagen Kyle Russell und Adam White „Goodbye“. Die Liberos Nicolas Rossard (nach Frankreich) und Dustin Watten (nach Polen) verlassen den Verein. Auch Nationalspieler Linus Weber sucht sein Volleyballglück zukünftig im Ausland. Mehr Spielpraxis und wichtige Erfahrung will Egor Bogachev in der kommenden Saison sammeln. Der Außenangreifer wird in der Spielzeit 2019/2020 für einen anderen Bundesligisten schmettern, soll danach jedoch seinen Vertrag in Berlin fortsetzen.

Besonders emotional wurde es bei der Verabschiedung des Meisterkapitäns Sebastian Kühner. Nach sieben Jahren mit insgesamt acht Titeln für die Berliner beendet der 32-jährige Zuspieler seine äußerst erfolgreiche Karriere und widmet sich zukünftig dem Familienleben sowie einer beruflichen Laufbahn abseits des Sports. „Es fühlt sich gerade für mich genau richtig an. Meine Entscheidung habe ich aus persönlichen und privaten Gründen getroffen. Ich möchte einfach mehr Zeit mit meiner kleinen Familie verbringen. Das Ende mit dem Titel in allerletzter Sekunde hätte gar nicht schöner sein können“, sagte der frühere SCC JUNIOR. Niroomand verabschiedete ihn mit einem Sonderlob: „Sebastian ist in große Fußstapfen getreten und hat überragende Arbeit als Kapitän in dieser turbulenten Saison geleistet.“

Der Geschäftsführer verkündete jedoch auch erfreuliche Personalentscheidungen: „Die Startformation des letzten Playoff-Finalspiels bleibt uns erhalten“, erklärte Niroomand zur Freude der Fans. Das bedeutet: Der “Anführer“ Samuel Tuia und der „Matchwinner“ Moritz Reichert erfüllen ihre bestehenden Verträge. Dazu wird der BR Volleys Mittelblock in der Saison 2019/20 unverändert bleiben: Nicolas Le Goff, Jeffrey Jendryk und Georg Klein bilden weiterhin die „Berliner Mauer“. Auch Benjamin Patch schlägt im neuen Spieljahr für den Deutschen Meister auf. Tosender Jubel brannte im bis auf den letzten Steh- und Sitzplatz gefüllten Saal auf, als Niroomand zum Abschluss verlauten ließ, dass auch Zuspieler Sergey Grankin weiterhin das orange Trikot des Hauptstadtclubs tragen wird.

Die BR Volleys sagen „Danke“ für jedwede Unterstützung in der Spielzeit 2018/2019!

Quelle: Christoph Bernier/BR Volleys

Momentum aus der Hand gegeben

Auch das zweite Auswärtsspiel der Finalserie gegen den VfB Friedrichshafen verloren die BR Volleys am Sonntagnachmittag vor 3.000 Zuschauern in der ZF Arena. Mit 1:3 (29:31, 21:25, 25:13, 19:25) war man dem Pokalsieger unterlegen und verpasste damit die Gelegenheit, das Momentum nach dem Heimsieg in der eigenen Hand zu behalten. Nun müssen die Berliner am Mittwoch vor ihrem Publikum im Volleyballtempel ein Matchball-Spiel der Friedrichshafener abwehren.

Kyle Russell rückte nach seinem starken Auftritt im Heimspiel in die Startformation und fügte sich hervorragend ein. Weil auch die mit ihm ins Spiel startentenden Samuel Tuia, Moritz Reichert, Sergey Grankin, Jeffrey Jendryk, Georg Klein und Nicolas Rossard sehr konzentriert begannen, entwickelte sich im Auftaktsatz ein ausgeglichenes Match (5:5). Russell erschmetterte den ersten Zwei-Punkte-Vorsprung für die Gäste (7:5) und auch in der Folge ließ man kaum Breakpunkte des VfB zu (15:13). Mit einem „Monsterblock“ von Klein und dem nötigen Fortune zogen die BR Volleys davon (22:16). Die Berliner verloren aber mit vier Satzbällen in der Hand den Faden und Friedrichshafen kratzte in dieser Phase nahezu alle Bälle vom Boden (24:24). Das Spiel wog hin und her, aber der VfB hatte dank Takvam und dessen Block das bessere Ende für sich (29:31).

Nun waren die Gastgeber oben auf und setzten die Berliner mächtig unter Druck (3:7). Cedric Enard wechselte durch, setzte auf Sebastian Kühner, Linus Weber und Adam White (8:15). Um nochmal in diesem Satz zurückzukommen, fehlte jedoch die Konstanz im Service. Stattdessen tobte die ZF Arena (13:21). Vor allem Weber betrieb zwar fleißig Ergebniskosmetik (20:24), aber Boladz sicherte seinen Farben den nächsten Satzgewinn (21:25).

Enard kehrte zu seiner Ursprungsformation zurück, einzig Adam White durfte anstelle von Tuia weitermachen. Nun stimmten plötzlich Mut und Risiko beim Titelverteidiger und man war im dritten Satz von Beginn an oben auf (4:1). Ob Reichert, Klein oder Grankin, die BR Volleys schlugen stark auf und zogen davon (15:5, 19:9). Es hagelte Asse sowie Blockpunkte für Berlin und auch Russell war jetzt wieder blendend aufgelegt (23:10). Beim mitgereisten „7. Mann“ kehrte der Glaube zurück, als Janouch seinen Service ins Netz setzte (25:13).

Friedrichshafen berappelte sich nach der Pause aber wieder. Bis zum Zwischenstand von 9:9 konnten die Hauptstädter den vierten Durchgang noch offen gestalten, dann häuften sich erneut die Fehler der Männer in Orange (11:14). Enard versuchte es abermals mit Weber, Kühner und Tuia, aber die Häfler ließen sich den Heimsieg nicht mehr nehmen (15:21). Außenangreifer Tuia setzte seinen Aufschlag zum Matchgewinn der Hausherren ins Netz (19:25).

Georg Klein hatte den Fehler im Anschluss schnell gefunden: „Wir müssen den ersten Satz einfach gewinnen. Das hat uns vielleicht das Genick gebrochen. Aber Friedrichshafen gibt eben auch in solchen Situationen nie auf. Insgesamt verschlafen wir die Satzanfänge in dieser Serie zu oft. Jetzt werden wir alles daransetzen, zuhause dieses Finale noch einmal auszugleichen. Dazu brauchen wir die Fans!“ Am Mittwoch (08. Mai um 18.30 Uhr) bestreiten die BR Volleys in diesem Playoff-Finale ihr definitiv letztes Spiel der Saison.

Quelle: Christoph Bernier/BR Volleys

Mit Tiebreaksieg zurückgemeldet

Die Kulisse sollte das BR Volleys Team zum Ausgleich tragen und sie hat es getan! Vor 7.309 Zuschauern gelang den BR Volleys gegen den VfB Friedrichshafen ein knapper 3:2-Tiebreakerfolg (17:25, 25:22, 28:26, 21:25; 15:13) und somit der Ausgleich in der Finalserie. Damit haben die Berliner definitiv ein weiteres letztes Heimspiel der Saison am 08. Mai.

Während auf der Gegentribüne 3.000 Fans mit einer Zuschauer-Choreografie für Gänsehaut-Atmosphäre sorgten, schickte Cheftrainer Enard Sergey Grankin, Benjamin Patch, Georg Klein, Jeffrey Jendryk, Samuel Tuia, Moritz Reichert und Nicolas Rossard auf den Court.

Die Zuschauer waren aufgerufen nach dem ersten Berliner Punkt die über 7.000 Luftballons auf den Plätzen platzen zu lassen, doch ehe das geschah, hatte Protopsaltis den Gästen bereits einen guten Start beschert (0:3). Und auch als der Grieche das zweite Mal zum Aufschlag geschickt wurde, setzte er den zunächst unsicheren Gastgebern schwer zu (6:14). Inzwischen war Kyle Russell für den nahezu wirkungslosen Patch im Spiel und die BR Volleys arbeiteten sich allmählich in die Partie (10:16). Friedrichshafen schnappte sich dennoch überlegen Satz eins und spätestens jetzt war eine Reaktion der BR Volleys in dieser Finalserie gefordert (17:25).

Sie folgte. Für die schon im ersten Durchgang sehr gute Annahme belohnte man sich nun regelmäßig mit Punkten aus dem Sideout (7:3). Auch das Blockspiel wurde deutlich verbessert, Jendryk war gemeinsam mit Grankin zur Stelle (10:6). Angetrieben vom Publikum reduzierte der Titelverteidiger die Fehlerquote und verteidigte seine Führung (17:13, 20:16). Enard schickte, als es spannend wurde, auch Egor Bogachev zum Service. Der Jungnationalspieler zwang die Häfler zu einer spektakulären Abwehr, bei der Auswechselspieler Redwitz für Sossenheimer sogar die Bande abräumte. Den Punkt- und Satzgewinn verbuchten aber die Hausherren für sich (23:19, 25:22).

Im dritten Satz hielten die Hauptstädter ihren Spielfluss und legten wiederum vor (6:3, 9:6). Friedrichshafen zeigte sich aber unbeeindruckt und fand mit ihrem Aufschlag-Ass Boladz den Weg zurück in das Match (10:10). Es kam Hektik in den Coachingzonen beider Teams auf und Schiedsrichter Robert Ließ hatte alle Hände voll zu tun (16:15). Russell patzte zum denkbar ungünstigen Zeitpunkt (20:22), konnte dann aber selbst beide VfB-Satzbälle abwehren (24:24). Und so verschaffte Kapitän Sebastian Kühner mit seinem gefürchteten linken Hammer den Vorteil und Russell stellte auf 2:1 (28:26).

Friedrichshafen antwortete mit einer frühen und deutlichen Führung in Durchgang vier (1:5), an der die BR Volleys lange zu knabbern hatten (10:14). Erst mit dem Doppelwechsel (Kühner und Weber kamen ins Spiel) pirschte man sich heran (16:18). Reichert blockte zum Anschluss und Tuia erzielte aus dem Hinterfeld den Ausgleich (19:19). Die Häfler agierten aber unbeeindruckt, glänzten wieder in der Block-Abwehr und nach Tuias Schlag an die Antenne ging es in den Tiebreak (2:2).

Weiter ohne einen einzigen Annahmefehler und mit nun wieder sehr druckvollem Service legte der Deutsche Meister gegen den Pokalsieger vor (5:3). Der Entscheidungssatz schaukelte sich hoch und auf den erneuten Ausgleich des VfB (7:7) antwortete Reichert mit einem Ass (10:8). MVP Tuia hielt sein Team auf Kurs und die BR Volleys ließen sich den Sieg nicht mehr nehmen (14:12). Kyle Russell belohnte sich, sein Team und den Volleyballtempel für eine berauschende Performance (15:13).

Nach 139 intensiven Spielminuten waren die Berliner also die umjubelten Sieger. Kaweh Niroomand war entsprechend glücklich: „So ist der Playoff-Rhythmus. Wer bekommt das Momentum auf seine Seite? Heute waren es wir. Phasenweise hat die Cleverness gefehlt, aber am Ende des zweiten Satzes haben wir sie wiedergefunden.“ Kyle Russell, mit 26 Punkten Topscorer des Spiels, sagte: „Friedrichshafen hat sehr konstant gespielt, deshalb war es ein großer Kampf. Die Kulisse hat uns unheimlich geholfen. 7.000 Menschen können auch nur helfen.“

Damit steht es nun 1:1 nach Siegen und man reist am Sonntag (05. Mai um 14.30 Uhr live im SWR Stream) wieder an den Bodensee zur dritten Begegnung. Am nächsten Mittwoch (08. Mai um 18.30 Uhr live auf SPORT1) haben die BR Volleys ein letztes Mal Heimrecht und hoffen auf einen nicht minder spektakulären Volleyball-Abend.

Quelle: Christoph Bernier / BR Volleys