Sechs Deutsche Meister verlassen die BR Volleys

Am Donnerstagabend, 15. April durften die Berlin Recycling Volleys den elften Meistertitel ihrer Vereinsgeschichte bejubeln und feierten ihren Erfolg im Anschluss so, wie es die Pandemie-Lage zuließ. Mit dem Saisonende dreht sich wie immer auch das Personalkarussell: Sechs Abgänge aus dem Meisterteam 2021 stehen fest. Neben dem brasilianischen Trio werden unter anderem Vizekapitän Pierre Pujol und Libero Julian Zenger den Hauptstadtclub verlassen.

„Jeder in dieser Meistermannschaft hatte einen wichtigen Anteil am Erfolg. Wir haben uns zusammen durch diese enorm schwierige Saison gekämpft und uns am Ende mit dem Titel belohnt. Das Team ist gewachsen und hat allen Widerständen zum Trotz beim Saisonfinale seine Bestleitung gebracht. Darauf dürfen wir alle gemeinsam unheimlich stolz sein“, zog der Geschäftsführer Kaweh Niroomand ein versöhnliches Fazit einer turbulenten Spielzeit, in deren Anschluss mehrere Spieler das BR Volleys Team verlassen werden. Zu diesen Akteuren zählen die drei Brasilianer Renan Michelucci, Davy Moraes sowie Éder. Die beiden Erstgenannten werden auf ihrer Suche nach mehr Spielanteilen in die französische Liga wechseln. Olympiasieger Éder, der nicht zuletzt in den Playoffs seinen großen Wert für die Mannschaft untermauerte, kehrt in sein Heimatland zurück.

Schmerzlich vermissen wird man auf und neben dem Court zukünftig Pierre Pujol. Den Franzosen, der im Anschluss an den Titelgewinn einmal mehr seine Qualitäten als “Feierbiest“ unter Beweis stellte, zieht es nach Italien. Dass Pujol aber weitaus mehr war, betonte Niroomand bei seiner Verabschiedung: „Pierre war für dieses Team viel wichtiger, als es in der öffentlichen Wahrnehmung den Anschein machte. Er war der Antreiber, Motivator und Wortführer. Außerdem hat er sportlich immer abgeliefert, wenn die Mannschaft ihn brauchte. Pierre hat unserem Verein in seinen insgesamt drei Jahren hier sehr viel gegeben.“

Der Libero der deutschen Nationalmannschaft Julian Zenger wird in der Saison 21/22 ebenfalls nicht mehr für die Berliner auflaufen. Der 23-Jährige wurde mit dem Hauptstadtclub Pokalsieger, gewann zweimal den Supercup und nun seinen ersten Meistertitel. „Julian ist ein sehr feiner Kerl und hervorragender Spieler, bei dem ich mir durchaus vorstellen kann, dass wir ihn irgendwann wieder in Berlin sehen“, so Niroomand über Zenger, dessen Entwicklungspotenzial noch keineswegs erschöpft ist. Mit Youngster Robin Baghdady wird der Vertrag in beiderseitigem Einvernehmen aufgelöst. Der großgewachsene Außenangreifer, der aufgrund einer langwierigen Verletzungspause in dieser Saison nicht wie erhofft zum Zug kommen konnte, benötigt in seinem Alter mehr Einsatzzeit. Diese wird der hochveranlagte Deutsch-Schweizer in einem anderen Team mit weniger starkem Konkurrenzkampf und Leistungsdruck definitiv bekommen.

Gleichzeitig werden wichtige Eckpfeiler der Meistermannschaft 2021 auch in Zukunft das BR Volleys Trikot tragen. Sergey Grankin (bis 2023) sowie Benjamin Patch (bis 2024) haben ihre Verträge in den vergangenen Wochen bereits verlängert. Das französische Außenangreifer-Duo Timothée Carle und Samuel Tuia sowie Mittelblocker Anton Brehme hatten längerfristige Kontrakte. Mit Cody Kessel und Adam Kowalski will der Verein weiterhin zusammenarbeiten und auch mit Denys Kaliberda werden zurzeit Gespräche geführt. Der gesamte Trainerstab mit Cedric Enard, Lucio Oro und Rafal Zajac wird seine Arbeit in identischer Besetzung fortführen.

Wenn sich die BR Volleys zur Saison 2021/2022 wieder treffen, ist hoffentlich etwas mehr Normalität in das gesellschaftliche Leben und den Sport zurückgekehrt. Denn so schön der Meisterschaftserfolg war, so gern hätte man diesen mit allen, die Klub und Team seit Jahren die Treue halten, zusammen gefeiert. Das macht Kaweh Niroomand in seinen abschließenden Worten deutlich: „Wir bedanken uns bei allen Fans, Partnern und Unterstützen, die in dieser herausfordernden Saison und schwierigen Situation bedingungslos zu uns gestanden haben. Unsere BR Volleys Familie hat trotz der räumlichen Distanz ihren starken Zusammenhalt eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Wir sehnen nun dem Tag entgegen, an dem wir uns alle gemeinsam im Volleyballtempel wiedersehen können!“

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

Elfter Meistertitel für die BR Volleys

Die BR Volleys haben ihr Meisterstück vollbracht: Mit 3:0 (25:21, 25:18, 25:21) gewann der alte und neue Deutsche Meister das dritte Finalspiel gegen den VfB Friedrichshafen. Damit haben die Berliner eine turbulente Saison erfolgreich abgeschlossen und sich den elften Titel der Vereinsgeschichte gesichert.

Während die BR Volleys in diesem dritten Finale aus dem Vollen schöpfen konnten, ging Friedrichshafen arg gebeutelt in das Match. Martti Juhkami und Avery Aylsworth standen nicht im Kader, Nehemiah Mote wurde angeschlagen nur als Libero aufgeboten und Kapitän Dejan Vincic nahm ebenfalls auf der Bank Platz.  Die Vorzeichen sprachen nach dem 3:0-Erfolg am Sonntag also deutlich für den Hauptstadtclub. Und so eröffnete Sergey Grankin das Finale auch direkt mit einem „Ass für den Nachwuchs“, denn für jeden Berliner Servicewinner spendet Berlin Recycling 100 Euro. Insgesamt fanden aber die Gastgeber etwas besser ins Spiel und diktierten die Anfangsphase unter anderem mit einem Block gegen Samuel Tuia (5:8). Aber der gebürtige Insulaner ließ sich davon nicht aus der Ruhe bringen und servierte bereits das dritte Berliner Ass zum Ausgleich (12:12). Der VfB brachte die Hauptstädter in Zugzwang (14:17), bis Benjamin Patch den Finger gnadenlos in die VfB-Annahme-Wunde hielt. Eine Aufschlagserie des Amerikaners (inklusive drei weiteren Assen) katapultierte die BR Volleys zu einer 23:17-Führung. So konnte Tuia wenig später den ersten Satzgewinn für die Männer in Schwarz erschmettern (25:21).

Mit dem Gewinn des Auftaktdurchgangs hatten die Berliner das Zepter in der Zeppelin-Halle übernommen. In Satz zwei führte die Mannschaft von Cedric Enard durchgängig und wieder war es Patch, der das nächste Ausrufezeichen (diesmal per Singleblock) setzte (14:9). Friedrichshafen war dem Aufschlagdruck der Gäste ohne wichtige Wechseloptionen nicht konstant gewachsen und so blieben die BR Volleys das dominierende Team (19:13, 22:15). Satz zwei durfte Cody Kessel per Angriff die Linie herunter in trockene Tücher packen (25:18). Wie schon in Spiel zwei folgte auch diesmal das Aufbäumen des nie aufsteckenden VfB, bei dem nun Spielführer Vincic auf der Platte stand (10:12, 12:15). Aber der Titelverteidiger blieb selbstbewusst und hatte diesmal in Anton Brehme die nötige Power von der Serviceline (18:17). Der eingewechselte Denys Kaliberda hatte maßgeblichen Anteil daran, dass die Berliner sich drei Matchbälle erspielten (24:21) und den letzten Punkt der Saison 20/21 setzte Linus Weber zum grenzenlosen Berliner Jubel ins Aus (25:21).

Stimmen zum Spiel
Anton Brehme: „Ich bin einfach überglücklich, mit diesem Team nach dieser schwierigen Saison Deutscher Meister zu sein. Wir haben uns im ersten Spiel dieser Serie zurückgekämpft und es danach zwei Spiele brillant durchgezogen.  Jetzt wird gefeiert und dann werden die Füße hochgelegt.“
Cody Kessel: „Mir fehlen die Worte. Ich spiele jetzt fünf Jahre in der deutschen Liga und bin endlich Champion. Ich bin überzeugt, wir hätten uns auch im letzten Jahr diesen Titel geholt, und deshalb fühlt es sich wie ein doppelter Lohn an. Wir haben gute Netzhoppers, ganz starke Dürener und am Ende den bis zu diesem Finale dominanten VfB besiegt. Wir dürfen stolz auf uns sein. Wir hätten all das so gern mit unseren Fans durchlebt. Aber ich hoffe, wir konnten ihnen heute etwas zurückgeben.“

BR Volleys Formation
Cody Kessel und Samuel Tuia (AA), Éder und Anton Brehme (MB), Sergey Grankin (Z), Benjamin Patch (D) und Julian Zenger (L) | Eingewechselt: Denys Kaliberda

Topwerte
Patch 18 Punkte, 4 Asse, 2 Blocks | Kessel 8 Punkte, 2 Blocks | Tuia 7 Punkte

Quelle: BR Volleys

Überzeugend zur 2:0-Führung

Mit einem ebenso konzentrierten wie selbstbewussten Heimauftritt haben sich die BR Volleys in der Finalserie um die Deutsche Meisterschaft einen 2:0-Vorsprung erspielt. In der Max-Schmeling-Halle wiesen die Berliner den VfB Friedrichshafen mit 3:0 (25:22, 25:17, 25:23) in die Schranken und sind nun noch einen Sieg vom elften Titelgewinn entfernt. Dank der geschlossenen Mannschaftsleistung haben die Hauptstädter am Donnerstag (15. Apr um 18.00 Uhr) in Friedrichshafen ihr erstes Matchball-Spiel.

Außenangreifer Cody Kessel hatte sich mit seinem starken Auftritt am Bodensee einen Startplatz für Spiel zwei verdient und ersetzte in der Startformation Timothée Carle. Auch Gästecoach Michael Warm gab seiner Starting-Six mit David Fiel und Martti Jukhami zwei neue Impulse. Anders als noch beim Auftaktspiel am Bodensee waren die BR Volleys dieses Mal aber von Beginn an gut im Spiel. Während sowohl Grankin als auch Vincic sehr darauf bedacht waren, das schnelle Spiel über die Mittelblocker zu etablieren, wog der Auftaktdurchgang direkt hin und her (6:4, 8:9, 14:13).  Ein Ass von Benjamin Patch brachte den Männern in Orange zur Crunchtime das wichtige Break ein (21:19) und dieses verteidigten Grankin & Co, bis Éder den Block zum Satzball setzte (25:22).

Dieser erste Satzgewinn war ein Wirkungstreffer auf Häfler Seite und die Hauptstädter gaben im nächsten Durchgang früh den Ton an. Angeführt vom verlässlich punktenden Patch gab Berlin den Takt vor (7:4, 12:7). Mit einem bestens eingestellten Block machte man den Friedrichshafenern das Leben schwer, so stand der Dreierblock auch gegen den eingewechselten Rares Balean (18:12). Grankin wickelte den Ball zum Ass auf den vierten Meter ein (22:15) und Samuel Tuia beendete Satz zwei per Hinterfeldangriff aus dem Lehrbuch (25:17).

Die BR Volleys erlaubten sich weiter wenig leichte Fehler, doch der VfB bäumte sich in Satz drei noch einmal auf (4:6). Die Mannschaft von Cedric Enard blieb ruhig und konnte dann in Person des späteren MVP Éder wieder zulegen. Ein weiterer Block des Brasilianers brachte die Berliner wieder in die Spur (12:8) und nach einer Aufschlagserie des “Altmeisters“ war eine Vorentscheidung gefallen (17:10). Friedrichshafen hatte im Zuspiel zu Joseph Worsley gewechselt, aber die BR Volleys machten auch davon unbeirrt weiter (19:14, 23:17). Nach gutem Service von Worsley bekamen die Hausherren dann aber doch noch einmal Nervenflattern (24:23), bis ein Fehlaufschlag des US-Amerikaners die Berliner schließlich erlöste (25:23). Michael Warm wählte als logische Konsequenz Éder zum MVP, während Cedric Enard Linus Weber mit MVP-Silber auszeichnete.

Stimmen zum Spiel
Anton Brehme: „Das war eine sehr geschlossene Teamleistung. Ich fand insbesondere unsere Blockarbeit heute sehr gut. Wir haben das umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben: Genau dort weiterzumachen, wo wir Donnerstag aufgehört haben. Das Spiel war vielleicht weniger emotional, weil wir immer die Kontrolle hatten und es weniger strittige Situationen gab.“
Kaweh Niroomand: „Das war heute eine richtig gute, konzentrierte Leistung. Wir haben in allen Elementen Druck gemacht. Es fällt schwer, aus dieser hervorragenden Teamleistungen jemanden hervorzuheben, aber Sergey hat das Spiel erstklassig gelenkt. Er hat die Last von Bens Schultern genommen und perfekt verteilt. Dazu ist die “Kampfsau“ Samuel Tuia einfach nicht zu ersetzen. Wir haben heute Donnerstag veredelt, aber das ist nichts wert, wenn wir nun nicht auch dieses Spiel veredeln.“

BR Volleys Formation
Cody Kessel und Samuel Tuia (AA), Éder und Anton Brehme (MB), Sergey Grankin (Z), Benjamin Patch (D) und Julian Zenger (L) | Eingewechselt: Robin Baghdady, Denys Kaliberda

Topwerte
Patch 15 Punkte, 3 Ass | Éder 12 Punkte, 4 Blocks | Cody Kessel, 11 Punkte, 2 Blocks

Christof Bernier

BR Volleys – Hoffnung bei Michelucci, Entwarnung bei Pujol

Zwei Schockmomente mussten die BR Volleys beim emotionalen Auftaktsieg im Playoff-Finale gegen den VfB Friedrichshafen verkraften: Zunächst wurde Renan Michelucci mit schmerzverzerrtem Gesicht von seinen Teamkollegen vom Spielfeld getragen, dann signalisierte auch Zuspieler Pierre Pujol muskuläre Probleme. Bei beiden Akteuren stellten sich die Verletzungen nach den Untersuchungen am Freitag als weniger schwerwiegend, als zunächst befürchtet, heraus.

Ein MRT-Termin bei Mannschaftsarzt PD Dr. Oliver Miltner ergab beim Mittelblocker Renan Michelucci eine Außenbandverstauchung im rechten Sprunggelenk. „Es ist glücklicherweise nicht ganz so dramatisch, wie es aussah. Sein Einsatz am Sonntag ist aber fraglich“, erklärt BR Volleys Geschäftsführer Kaweh Niroomand und ergänzt: „Es war natürlich sehr hilfreich, dass unser Teamarzt Dr. Oliver Miltner direkt vor Ort war und so die optimale Erstversorgung sichergestellt wurde.“ Der 27-jährige Brasilianer war im dritten Satz nach einem Blockversuch auf dem Fuß eines Mitspielers umgeknickt.

Auch Pierre Pujol musste im Laufe des Spiels mit muskulären Beschwerden an der Quadrizepssehne (rechts) den Court verlassen, nachdem er zuvor für Sergey Grankin eingewechselt worden war. Beim französischen Zuspieler kann Niroomand sogar eine erste Entwarnung geben: „Wir gehen davon aus, dass er am Sonntag wieder auflaufen kann.“ Wie wichtig der 37-Jährige für das BR Volleys Team ist, bewies Pujol nach seiner Hereinnahme, als mit ihm die Wende zum Auswärtserfolg eingeleitet wurde.

Die Finalserie wird am Sonntag (11. Apr um 17.00 Uhr) live auf SPORT1 fortgesetzt.

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

Zehnter Finaleinzug in Serie perfekt

Es ist vollbracht: Die Berlin Recycling Volleys stehen zum zehnten Mal in Folge im Finale um die Deutsche Meisterschaft. In einem letzten, unheimlich intensiven Halbfinale bissen sich die Hauptstädter erneut mit 3:1 (27:25, 25:21, 22:25, 27:25) gegen starke SWD powervolleys Düren durch. Nun wartet in der Finalserie einmal mehr der VfB Friedrichshafen auf die Berliner um den brasilianischen MVP des Abends, Éder Carbonera (13 Punkte, 4 Asse).

Der Finaleinzug ist perfekt – Freude bei Cody Kessel und Samuel Tuia
Foto | Credit: Florian Zons

Jedem war klar, dass diese Serie zwischen Düren und Berlin auch in Spiel drei noch einmal Volleyball auf Spitzenniveau bieten würde. Die Anspannung in diesem Halbfinal-Showdown war von Beginn an greifbar und die Gastgeber münzten diese zuerst in positive Energie um (1:4). Ein erstes Éder-Ass brachte dann aber Schwung ins Berliner Spiel (4:4, 8:7). Jedoch ließ die Dürener Antwort nicht lange auf sich warten und nach einem Ass von Sebastian Gevert zogen die Hausherren im ersten Satz auf 11:16 davon. Wieder musste erst Éder zum Aufschlag kommen, um die BR Volleys in den Satz zurückzubringen (15:16). Dennoch setzte Cedric Enard mit der Einwechslung von Cody Kessel einen neuen Impuls. Die ersten zwei Chancen, den Auftaktsatz zu gewinnen, hatten die Powervolleys, aber Patch servierte das wichtige Ass zum Ausgleich (24:24). Mit einem krachenden Single-Block gegen Tobias Brand brachte schließlich Kapitän Sergey Grankin höchstselbst sein Team auf die Siegerstraße in Satz eins (27:25).

Der Anfangsphase von Durchgang zwei drückte Routinier Björn Andrae seinen Stempel auf (2:6). Grankin zog nun vermehrt die Option des Schnellangriffs über Anton Brehme und servierte dazu auch noch stark, sodass die Hauptstädter schnell den nächsten Rückstand egalisierten (10:10). Das dritte Èder-Ass des Abends bescherte den Berlinern die 13:12-Führung und das Break-Festival in der Dürener Arena ging weiter. Beide Mannschaften hielten den Aufschlagdruck hoch (18:15, 22:19) und am Ende verwertete der gut aufgelegte Kessel den Satzball zur 2:0-Führung (25:21).

Nach dem nächsten guten Dürener Start machte Grankin deutlich, dass er gern in drei Sätzen ins Finale einziehen wollte. Erst setzte der Russe den nächsten Single-Block (7:5), dann stopfte er den zweiten Ball ins Dürener Feld (9:6) und legte auch noch ein Ass nach (11:7). Allerdings gaben die selbstbewussten Rheinländer keineswegs auf und so wog das Match weiter hin und her (12:13, 19:18, 21:23). Die emotionale Achterbahnfahrt ging weiter, weil sich schließlich Düren für den großen Aufwand belohnte (22:25). Der Satzverlust brachte die BR Volleys aber nicht von ihrem Kurs ab. Mit weiter hohem Aufschlagdruck – exemplarisch dafür standen die Asse von Youngster Brehme (6:5, 16:11) – blieb man auf Finalkurs. Dann hatte Gevert wieder Grund, seine Freude herauszuschreien, denn erneut kamen die Rheinländer zurück (17:17). Den immens wichtigen Block gegen den chilenischen Nationalangreifer setzte dann Brehme (22:19) und den dritten Berliner Matchball eines ebenso intensiven wie hochklassigen Duells verwandelte Cody Kessel zum umjubelten Finaleinzug (27:25).

Stimmen zum Spiel
Éder: „Diese Serie hat ihr würdiges, hochemotionales Ende gefunden. Nach dem ersten Spiel war uns klar, wie schwer ein Comeback werden würde. Der Sieg am Mittwoch hat uns unheimlich Selbstvertrauen gegeben. Wir haben wieder an uns geglaubt und sind in dieser Serie als Mannschaft gewachsen. Jeder hat in den anderen vertraut und das war heute der Schlüssel zum Sieg.“
Cody Kessel: „Dieser Sieg fühlt sich einfach unglaublich an. Wir haben als Team viele schwierige Momente in dieser Saison überstanden. Mir fehlen schon etwas die Worte. Wir haben gegen eine unglaublich starke Dürener Mannschaft gespielt, die uns über drei Matches alles abverlangt hat. Auch sie dürfen stolz auf dieser Serie sein, auch wenn das vielleicht noch ein paar Tage dauern wird. Unsere Freude ist riesig, dass sich die harte Arbeit ausgezahlt hat und wir jetzt das Finale gegen Friedrichshafen spielen dürfen.“

BR Volleys Formation
Timothée Carle und Samuel Tuia (AA), Éder und Anton Brehme (MB), Sergey Grankin (Z), Benjamin Patch (D) und Julian Zenger (L) | Eingewechselt: Cody Kessel, Denys Kaliberda, Robin Baghdady, Pierre Pujol

Topwerte
Patch 19 Punkte | Éder 13 Punkte, 4 Asse, 78 % Angriffsquote | Anton Brehme 12 Punkte, 2 Asse, 2 Blocks

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

BR Volleys – Entscheidung in Düren

Alles ist angerichtet für einen letzten und sicherlich packenden Schlagabtausch im Playoff-Halbfinale am Samstagabend (27. Mrz um 19.30 Uhr). Nachdem die SWD powervolleys Düren in der „best of three“-Serie vor einer Woche mit einem 3:1-Heimsieg vorlegten, revanchierten sich die BR Volleys am Mittwoch ihrerseits mit einem 3:1-Heimerfolg. Für den Showdown um den Finaleinzug haben die Rheinländer nun wieder Heimvorteil, die Berliner indes vielleicht einen kleinen psychologischen Vorteil.

Die Kulisse von 1.000 Menschen hat die BR Volleys am Mittwochabend definitiv beflügelt. Das Pilotprojekt zur Zuschauerrückkehr bildete einen in Pandemie-Zeiten kaum für möglich gehaltenen, würdigen Rahmen für ein Playoff-Halbfinale. Es passte aus Berliner Sicht ins Bild, dass sich die Hauptstädter bei diesem Anlass gegenüber Spiel eins deutlich steigern und den Ausgleich in der Serie erkämpfen konnten. Mit verbessertem Aufschlag und einer stets wachsamen Block-Feld-Abwehr gewannen die BR Volleys die ersten beiden Sätze (25:22, 25:20), wovon sich die Powervolleys aber keinesfalls verunsichern ließen, sodass sich spätestens in den Sätzen drei (24:26) und vier (29:27) ein phasenweise dramatisches Match entwickelte.

Damit wendete das BR Volleys Team ein vorzeitiges Saisonende ab und erhält morgen eine erneute Chance. Bei dem Vorhaben diese zu ergreifen, wird viel davon abhängig sein, ob Benjamin Patch seine überragende Leistung vom Mittwoch (30 Punkte, 68% Angriffsquote, 3 Asse) bestätigen kann. Vor allem aber beschwört Trainer Cedric Enard den Teamgedanken für das Entscheidungsspiel: „Nur so, wie wir alle gemeinsam am Mittwoch gearbeitet haben, kann es gehen. Das waren der Wille und die Emotionen, die wir brauchen.“ Die gezeigten Qualitäten müssen seine Schützlinge nun wieder bei einem “Geisterspiel“ an den Tag legen und beweisen, dass man auch in leerer Arena den stürmischen Powervolleys gewachsen ist. „Das Gesamtpaket hat gestimmt. Ich hoffe, wir können das morgen genauso zeigen. Düren war in beiden Duellen extrem stark, deshalb wird es garantiert erneut ein ganz harter Kampf. Wir haben kurz regeneriert und wollen nun alles geben“, ist Mittelblocker Anton Brehme entschlossen.

Auf den Sieger dieses Halbfinals wartet in den Endspielen um die Deutsche Meisterschaft schon seit gestern Abend der VfB Friedrichshafen. Die Häfler setzten sich in ihrem Semifinale zweimal knapp mit 3:2 gegen die SVG Lüneburg durch. Auch wenn die beiden Kontrahenten das große Finalziel vor Augen haben, geht man abseits des Spielfelds weiterhin freundschaftlich miteinander um. Das war auch im Anschluss an das Match am Mittwoch zu erleben. Minutenlang werteten die Spieler den emotionalen Abend gemeinsam aus.

Geschäftsführer Kaweh Niroomand hat dabei schon den Kampfgeist des Kontrahenten beobachtet: „Unser Heimsieg hat die Dürener nicht umgeworfen. Das hat man den Spielern deutlich angesehen, sie werden uns in ihrer eignen Arena nochmals zeigen wollen, was eine Harke ist.“ Dennoch haben die BR Volleys sich selbst und dem Gegner bewiesen, welchen Verlauf das Duell nehmen kann, wenn bei den Berlinern vieles bis alles passt. Das könnte eben der kleine, psychologische Vorteil sein.

Das Entscheidungsspiel in Düren wird auf sporttotal.tv im Mehr-Kamera-Stream mit dem ehemaligen SCCer Jaromir Zachrich am Kommentar übertragen.

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

Und der Gewinner ist: BR Volleys erzwingen Spiel drei

Es wurde das erhoffte Volleyballfest! Vor 1.000 Teilnehmenden lieferten sich die BR Volleys und die SWD powervolleys Düren ein umkämpftes Duell – mit dem besseren Ende für die Gastgeber aus Berlin. Der Hauptstadtclub setzte sich mit 3:1 (25:22, 25:20, 24:26, 29:27) durch und glich die „best-of-three“-Serie aus. Welches Team in das Endspiel um die Deutsche Meisterschaft einzieht, entscheidet sich damit am Samstag (27. Mrz um 19:30 Uhr) in Düren.

Volleyball, Herren, Saison 2020/21, 1. Bundesliga, Playoff-Halbfinale, Spiel 2 am 24.03.21, BR Volleys – SWD powervolleys Düren, Jubel nach dem Abpfiff, Foto: Michael Hundt

158 Tage dauerte es, bis die BR Volleys wieder ein Spiel vor heimischem Publikum bestreiten konnten – heute war es so weit. Möglich wurde das Pilotprojekt mit 1.000 Teilnehmenden in der Max-Schmeling-Halle durch ein umfangreiches Hygienekonzept mit Testsystem, das mit freundlicher Unterstützung von DoctorBox und Avenida Care ab 12.00 Uhr in der Nebenhalle umgesetzt wurde. Wie sehr alle den Volleyballtempel vermisst hatten, zeigte sich schon vor Spielbeginn: Als die Mannschaft zum ersten Mal die Halle betrat, brandete Applaus auf, für einen absoluten Gänsehaut-Moment sorgte schließlich die Mannschaftsvorstellung. Davon motiviert, aber dennoch hochkonzentriert gingen beide Teams im Vergleich zum vergangenen Samstag unverändert in die Partie und hielten zunächst stabil ihre Annahme (6:6). Wie gefährlich die Gäste aus Düren sein können, zeigte sich, als sie zur Mitte des Durchgangs kleinste Ungenauigkeiten der Berliner sofort ausnutzten und sich absetzten (7:10, 12:15). Viel Aufschlagdruck, zunächst durch Samuel Tuia zum Anschluss (16:15), dann von Benjamin Patch (2 Asse) und 70 Prozent Angriffsquote brachten die Berliner schließlich auf die Siegerstraße in Satz eins (22:19). Einen Schnellangriff von Éder konnte Düren zur großen Freude des Publikums beim zweiten Satzball nicht mehr abwehren (25:22).

Im vielleicht wichtigsten Spiel der Saison blieb der Hauptstadtclub weiter konzentriert hinter der Servicelinie und ging im zweiten Durchgang früh in Führung (4:2, 6:3). Mit nun größerer Blockpräsenz holte sich Düren aber das Momentum zunächst zurück (16:15). Wieder waren es gute Aufschläge, dieses Mal von Anton Brehme, die die Grundlage für die Vorentscheidung zugunsten der Berliner legten (22:17). Dem Youngster blieb es auch überlassen, mit einem Angriff für die 2:0-Führung zu sorgen (25:20).

Die Powervolleys stemmten sich weiter mit Leidenschaft gegen die drohende Niederlage und fanden noch einmal den Weg zurück ins Match (4:8, 7:12). Coach Cedric Enard reagierte, brachte Denys Kaliberda und sah, wie sein Team kämpfte. Eine hochspannende Crunchtime entschied schlussendlich aber ein Aufschlag von Tobias Brand, dessen Ball noch ganz knapp die Linie berührte, für die Gäste (24:26, 1:2). Tuia kam wieder zurück in die Partie, die nun von viel Einsatz auf beiden Seiten geprägt war (7:7, 11:11). Keinem Team gelang es nun, sich entscheidend abzusetzen (17:17, 20:20). Drei Satzbälle und drei Matchbälle später ließ ein Block von Carle die Arena endgültig jubeln. Der 3:1-Sieg und damit der Ausgleich in der „best-of three“-Serie war eingetütet (29:27). Damit kommt es am Samstag (27. Mrz, 19:30 Uhr) in Düren zum entscheidenden Duell um den Finaleinzug.

Stimmen zum Spiel
Benjamin Patch: „Es war verrückt, wieder vor Publikum spielen zu dürfen. Das hat uns unglaublich viel Energie geliefert und sehr geholfen. Es ist dann ein anderes Spiel, das viel Spaß macht. Wir konnten uns steigern und mit einem positiven Grundgefühl auch schwierige Phasen in diesem Match meistern.“
Kaweh Niroomand: „„Wir haben dem hohen Druck heute standgehalten. Zwei Sätze haben wir auf wirklich hohem Niveau gespielt. Düren zeichnet aber aus, dass sie nie aufgeben, und das hat man heute wieder gesehen. Am Ende haben wir uns diesen Sieg erkämpft und verdient. Jetzt steht uns in Düren eine ganz schwere Aufgabe bevor, denn dieses Spiel wird diesen Gegner nicht umwerfen.
Wir sind sehr glücklich, dass bei diesem Pilotprojekt – Stand jetzt – alles wie geplant funktioniert hat. Wir hatten keine Lücken im Testprozess und keinen positiven Fall. Das System hat sich bewährt. Wir wussten, welch große Verantwortung auf uns liegt. Schließlich werden heute viele in Sportdeutschland nach Berlin geschaut haben. Das Feedback war positiv und die Fans haben unsere Bemühungen honoriert.“

BR Volleys Formation
Timothée Carle und Samuel Tuia (AA), Éder und Anton Brehme (MB), Sergey Grankin (Z), Benjamin Patch (D) und Julian Zenger (L) | Eingewechselt: Cody Kessel, Pierre Pujol, Denys Kaliberda, Renan Michelucci

Topwerte
Patch 29 Punkte, 3 Asse, 1 Block | Carle 20 Punkte, 2 Asse, 5 Blocks | Tuia 14 Punkte| Éder 11 Punkte, 1 Ass, 3 Blocks
Nächstes Spiel:
27. März | 19.30 Uhr | vs. SWD powervolleys Düren

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

BR Volleys – Sieg oder Saisonende

Am 17. Oktober 2020 spielten die BR Volleys gegen die SWD powervolleys Düren zum ersten und bisher einzigen Mal in dieser Saison vor Zuschauern in der Max-Schmeling-Halle. Nun könnte sich ein Kreis schließen, denn im zweiten Playoff-Halbfinale am Mittwochabend (24. Mrz um 19.30 Uhr) soll es endlich wieder Publikum in der Arena geben und erneut treffen die Hauptstädter auf die Rheinländer. Aber es soll eben noch nicht der letzte Auftritt der Berliner in dieser Spielzeit sein. Dafür müssen eine deutliche Leistungssteigerung und ein Heimsieg her.

Im ersten Playoff-Halbfinalspiel überrollten die SWD powervolleys Düren die BR Volleys geradezu mit ihrer Wucht und ihren Emotionen. Trainer Cedric Enard hatte zwar mehrfach eindringlich darauf hingewiesen, dass den Berlinern „ein extrem harter Kampf gegen einen selbstbewussten Gegner“ bevorstehe, dennoch hatten die Hauptstädter dem nicht genug entgegenzusetzen. Ohne das nötige Selbstverständnis im eigenen Aufschlag- und Annahme-Spiel liefen die Männer in Orange dem Geschehen in der Arena Kreis Düren von Beginn an hinterher. Resultat war eine deutliche 1:3-Auswärtsniederlage (17:25, 18:25, 25:20, 21:25).

Damit stehen Kapitän Sergey Grankin & Co nun in ihrem Volleyballtempel mit dem sprichwörtlichen Rücken zur Wand. Nur ein Sieg hält die Berliner im Meisterschaftsrennen und verlängert die „best of three“-Serie auf die volle Distanz. Einiges muss sich tun, wenn das den BR Volleys glücken soll. Vor allem wird es darauf ankommen, dass die erfahrenen Akteure vorangehen. Diesen Anspruch hat zum Beispiel der brasilianische Olympiasieger Éder: „Jeder von uns kann und will individuell besser sein als in Match eins. Aber wir dürfen nicht nur auf uns selbst schauen, wir müssen am Mittwoch wieder eine Einheit bilden und die gleiche Idee, das gleiche Ziel verfolgen.“

Als „emotionale Achterbahn“ beschreibt der 37-Jährige eine Spielzeit, die jetzt noch nicht beendet sein soll. „Düren hat sehr gut gespielt, aber wir haben die Powervolleys in dieser Saison auch schon besiegen können. Damals war unser Gegner vielleicht noch nicht in der aktuellen Verfassung, aber wir hatten in diesen Spielen auch eine bessere Tagesform als am Samstag.“ Éder steht der notwendige Fokus ins Gesicht geschrieben, wenn er über das zweite Halbfinale spricht. Nur bei dem Gedanken an die erhoffte Rückkehr der Zuschauer weicht seine Anspannung einem kurzen Lächeln: „Wenn es so kommt, ist das die beste Nachricht seit fünf Monaten. Endlich wieder einmal vor Publikum spielen zu dürfen, wird für beide Mannschaften eine riesige Motivation sein. Das ist ein Privileg, das wir zu schätzen wissen.“

Wie man den eingespielten und eingeschworenen Powervolleys beikommen kann, hat sich das BR Volleys Team in Satz drei des Hinspiels selbst bewiesen. Hier wurden unter anderem durch die Einwechslung von Denys Kaliberda der Aufschlagdruck und Fortune in der Block-Abwehr zu wichtigen Faktoren. Wie schon so oft in dieser Saison gilt: Bringen die BR Volleys ihre PS auf die Straße, ist alles möglich. Nur jetzt ist dies eben alternativlos, will man die Spielzeit noch einmal verlängern und diese Serie offen halten.

Die Übertragung aus dem Volleyballtempel beginnt schon um 19.00 Uhr auf sporttotal.tv. Das Kommentatoren-Duo Georg Klein und Peter Große begrüßt die Zuschauer daheim mit dem DKB Live-Talk. Dabei können die Fans wie immer interaktiv dabei sein und Fragen an die Beiden direkt über die BR Volleys App stellen.

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

Düren dominiert in Spiel eins

Das war nicht der Start in das Playoff-Halbfinale, den die BR Volleys sich erhofft haben. Mit 1:3 (17:25, 18:25, 25:20, 21:25) mussten sich die Berliner den SWD powervolleys Düren am Samstag geschlagen geben. Die Rheinländer präsentierten sich deutlich entschlossener und zeigten genau das, was die Männer um Kapitän Sergey Grankin nun am Mittwoch (24. Mrz um 19.30 Uhr) in Spiel zwei auf die Platte bringen müssen. 

Die Intensität in dieser Begegnung war von Beginn an erwartet hoch. Die selbstbewussten Dürener zeigten sich im Block direkt unheimlich präsent und dominierten die Anfangsphase (3:8). Während die Berliner Schnellangreifer nicht zum Zug kamen, war Timothée Carle (4 Zähler) noch der verlässlichste Punktesammler im ersten Satz. Die nun zehn Spiele ungeschlagenen Powervolleys erlaubten sich in ihrer Arena jedoch kaum Wackler in der Annahme und dominierten den Auftaktsatz energiegeladen (8:14, 14:22). Ein kurzzeitiger Doppelwechsel mit Pierre Pujol und Davy Moraes (für Benjamin Patch und Sergey Grankin) änderte nichts mehr am ersten Satzgewinn für die Gastgeber (17:25). Dieser Erfolg war Wasser auf die Mühlen der Hausherren und während die Berliner nach ihrem Aufschlag suchten, ließ Düren keinen Deut nach (4:6, 8:13). Cedric Enard reagierte in kurzer Abfolge mit den Einwechslungen von Renan Michelucci, Pujol (diesmal dauerhaft) und Denys Kaliberda. Allerdings war Sebastian Gevert weiter kaum zu stoppen (14:20). So setzte Samuel Tuia den letzten Angriff des Satzes zum 0:2 ins Aus, als dieser bereits entschieden war (18:25).

Grankin kehrte zurück, aber vor allem Kaliberda gab die Impulse, die das Berliner Spiel so dringend benötigte. Der deutsche Nationalspieler hielt sein Team im Spiel (7:6, 13:14). Dann setzte Michelucci den so wichtigen Block (18:16) und Cody Kessel kam für den Satzball, den er selbst zum 1:2-Anschluss (25:20) verwandelte. Hoffnung keimte auf und Tim Carle eröffnete Satz vier mit einem Singleblock gegen Gevert. Allerdings revanchierte sich der Chilene prompt mit seinem gewohnt starken Service (1:4). Nun waren die Rheinländer wieder obenauf (3:10), bis Kaliberda mit seinen Aufschlägen noch einmal für den Ausgleich sorgte (11:11). Der fünfte Block von Broshog brachte die Hauptstädter (16:19) allerdings wieder ins Hintertreffen und in der Folge servierte Gevert drei spielentscheidende Asse (19:24, 21:25). Nun werden die Dürener mit noch breiterer Brust am Mittwoch in Berlin aufschlagen und die BR Volleys müssen in ihrer Arena die Serie wieder ausgleichen, um ein Entscheidungsspiel zu erzwingen.

Stimme zum Spiel
Benjamin Patch: „Das war natürlich kein gutes Spiel von uns. Wir kamen nach dem Viertelfinale eigentlich mit einem guten Gefühl hierher, aber Düren hat von Anfang an unheimlich Tempo gemacht. Wir hatten dem zu wenig entgegenzusetzen. Jetzt müssen wir am Mittwoch direkt hellwach sein und zeigen, dass wir den Sieg genauso sehr wollen wir sie.“

BR Volleys Formation
Timothée Carle und Samuel Tuia (AA), Éder und Anton Brehme (MB), Sergey Grankin (Z), Benjamin Patch (D) und Julian Zenger (L) | Eingewechselt: Davy Moraes, Pierre Pujol, Renan Michelucci, Denys Kaliberda, Robin Baghdady, Cody Kessel

Topwerte
Patch 18 Punkte, 3 Blocks | Carle 13 Punkte | Kaliberda 8 Punkte, 2 Asse
Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

Halbfinaleinzug geschafft

Die Berlin Recycling Volleys stehen im Playoff-Halbfinale, in dem ab Samstag die SWD powervolleys Düren auf die Mannschaft von Cheftrainer Cedric Enard warten. Mit dem zweiten 3:0-Erfolg (25:22, 25:14, 25:21) setzten sich die Hauptstädter im Playoff-Derby gegen die Netzhoppers KW-Bestensee durch. Neben MVP Sergey Grankin überzeugte Samuel Tuia als Topscorer (12 Punkte), beide werden nun auch im Duell mit dem Hauptrundenzweiten besonders gefordert sein.

Keinen Grund für Veränderungen sah Enard nach dem Auftaktsieg in dieser „best of three“-Serie und schickte die identische Formation um Kapitän Grankin auch in der Max-Schmeling-Halle auf die Platte. Bei den Netzhoppers fanden sich sowohl Karli Allik als auch Filip John, die bereits in Spiel eins Schwung von der Bank brachten, diesmal in der Starting-Six wieder. Schwungvoller begannen allerdings die Berliner, bei denen Anton Brehme beim Zwischenstand von 7:4 bereits dreimal per Schnellangriff erfolgreich war. Die BR Volleys knüpften an ihren Aufschlagdruck aus der Landkost-Arena an und lagen nach dem zweiten Ass von Timothée Carle mit 14:10 in Front. Theo Timmermann brachte die Brandenburger mit guten Aufschlägen wieder heran (15:14), aber Éder blockte die Ausgleichschance der gut aufspielenden Gäste ab (18:16). Anschließend stimmte das Berliner Sideout-Spiel wieder und nach einem Aufschlagfehler der Netzhoppers war der erste Satzgewinn perfekt (25:22).

Nachdem Satz eins gewonnen war, legten die BR Volleys mit einem Blitzstart im zweiten Durchgang direkt nach (5:0). Johns Service machte das Spiel aber schnell wieder spannend (6:6). 9:9 stand es, dann zündete Brehme, der in dieser Saison des Öfteren mit seinem Aufschlag haderte, ein Feuerwerk mit genau diesem (18:9). Wenig später belohnte sich der Youngster noch einmal selbst mit dem verwandelten Satzball (25:14). Auch im dritten Satz konnten die Brandenburger eine Berliner Führung (8:3) noch einmal wettmachen (15:15). Inzwischen war es kein schönes Volleyballspiel mehr, aber zumindest war Samuel Tuia mit überlegten Angriffen zur Stelle und brachte die Berliner endgültig auf Kurs „Halbfinale“ (19:16). Ein abschließender Aufschlagfehler von Allik bescherte dem Hauptstadtclub schließlich den Einzug in die Runde der letzten Vier. Dort warten nun die seit neun Spielen ungeschlagenen Powervolleys, die als besserplatzierte Mannschaft mit Heimvorteil in die „best of three“-Serie gehen.

Stimmen zum Spiel
Samuel Tuia: „Heute hat uns in einigen Momenten der Fokus gefehlt, aber wir haben sehr gut im Aufschlag und im Block gearbeitet. Das können wir mitnehmen. Jeder im Team muss Verantwortung übernehmen und hat seine Aufgaben zu erledigen, wenn wir uns gegen Düren durchsetzen und ins Finale kommen wollen. Aber wir haben Spieler in unseren Reihen, die schon zwei oder drei Jahre hier sind und in K.o-Matches vorangehen müssen. Dazu zähle ich mich selbst.  Wir wollen jetzt als Team den Kampf gegen Düren annehmen.“
Kaweh Niroomand: „Von den fünf Spielen gegen die Netzhoppers in dieser Saison war das die schwächste Partie von beiden Teams. Wir waren teilweise unkonzentriert und haben uns nur dank unseres besseren Aufschlags durchgesetzt. Um gegen Düren den nächsten Schritt machen zu können, müssen wir uns deutlich steigern.“

BR Volleys Formation
Timothée Carle und Samuel Tuia (AA), Éder und Anton Brehme (MB), Sergey Grankin (Z), Benjamin Patch (D) und Julian Zenger (L)

Topscorer
Tuia 13 Punkte, 4 Blocks | Brehme 11 Punkte, 3 Asse | Éder 10 Punkte, 4 Blocks

Die Termine der Playoff-Halbfinalserie
20. März | 16.00 Uhr | SWD powervolleys Düren vs. BR Volleys
24. März | 19.30 Uhr | BR Volleys vs. SWD powervolleys Düren
(27. März | 19.30 Uhr | SWD powervolleys Düren vs. BR Volleys)

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier