BR Volleys mit starker Vorstellung

Der BR Volleys Zug rollt: Auch zum Auftakt in die Zwischenrunde der Volleyball Bundesliga konnten die Berliner an ihre zuletzt starken Leistungen anknüpfen und mit einem 3:0-Sieg (25:16, 26:24, 25:16) gegen die SWD powervolleys Düren ihren Spitzenplatz untermauern. Zum bereits dritten Mal in Folge wurde beim ungefährdeten Heimerfolg Anton Brehme MVP in der Max-Schmeling-Halle.

Während Düren personell geschwächt ins Match ging, konnte Heimtrainer Cedric Enard am Samstagabend wieder aus dem Vollen schöpfen. Mit Johannes Tille im Zuspiel, Saso Stalekar und Anton Brehme als Mittelbocker, Diagonalspieler Marek Sotola, den Außenangreifern Ruben Schott und Timothée Carle sowie Libero Satoshi Tsuiki gaben die BR Volleys in diesem Spiel zügig den Ton an. In Aufschlag, Angriff und Block konnte sich Brehme direkt auszeichnen und den 3.941 Zuschauern das ein oder andere Highlight präsentieren (8:5, 14:9). Hinzukam eine sichere Annahme um Tsuiki, die Tille alle Möglichkeiten gab. Die Männer in Orange waren die bessere Aufschlagmannschaft (Ass von Sotola zum 18:11) und gestalteten den Durchgang überlegen. Ein Dürener Aufschlagfehler brachte den Hauptstädtern den ersten Satzgewinn ein (25:16).

Mit Erik Röhrs kam schon zum Ende von Satz eins Schwung ins Dürener Spiel und das setzte sich im Folgedurchgang fort. Obwohl Sotola gleich zwei Asse in Serie für die Heimfans bereithielt (8:6), waren die Rheinländer nun in der Partie angekommen (12:13). Diesmal schaukelte sich das Geschehen bis in eine spannende Crunchtime hoch (20:20), in der der Tabellenvierte zunächst zwei Satzbälle abwehren konnte (24:24), Sotola aber schließlich doch die Blockfinger zum vorentscheidenden nächsten Satzgewinn fand (26:24).

Anschließend war die Luft bei den Powervolleys etwas raus. Mit Tille am Service zog der Deutsche Meister direkt auf 5:0 davon und baute die Führung auch in der Folge kontinuierlich aus (7:1, 14:6). In allen Statistiken – Block (9 – 6), Asse (7 – 4), Annahmequote (54 % – 34 %) und Angriffseffizienz (48 % – 33 %) – waren die BR Volleys dem Gegner an diesem Abend überlegen. Im dritten Heimspiel in Folge schwang sich Anton Brehme zum MVP auf und verwandelte auch den Matchball (25:16). Sein Zuspieler hätte die Ehrung ebenso verdient, denn Tille sorgte mit gelungener Passverteilung dafür, dass gleich vier Spieler in nur drei Sätzen zweistellig punkteten. Durch den Sieg behaupten die Berliner ihre Spitzenposition in der Volleyball Bundesliga und konnten mit Blick auf das DVV-Pokalfinale am 26. Feb in Mannheim zumindest eine kleine Duftmarke setzen.

Stimmen zum Spiel
MVP Anton Brehme: „Wir konnten uns für die gute Trainingswoche belohnen. Alle Elemente des Spiels waren auf einem guten Niveau. Düren hatte heute vielleicht nicht alle Möglichkeiten, um voll dagegenzuhalten. Das wird beim Pokalfinale sicher wieder anders aussehen. Ich bin glücklich, heute MVP zu sein, auch wenn es andere genauso verdient hätten. Wir müssen jetzt als Mannschaft einfach so konzentriert weiterarbeiten.“

Marek Sotola: „Wir haben heute wieder vieles richtig gemacht und sind als Einheit aufgetreten. Unser guter Aufschlag macht sich aktuell in jedem Spiel bezahlt und uns alles andere einfacher. Der Druck hat gestimmt und Düren hatte damit einen schweren Stand in unserer Arena. Persönlich läuft es bei mir auch. Ich bin sehr glücklich, wie viel Vertrauen ich von den Teamkollegen und speziell unseren beiden Zuspielern bekomme.“

BR Volleys Formation
Timothée Carle + Ruben Schott (AA), Anton Brehme + Saso Stalekar (MB), Johannes Tille (Z), Marek Sotola (D) und Satoshi Tsuiki (L) | Eingewechselt: Antti Ronkainen, Matheus Krauchuk, Cody Kessel

Quelle: Christof Bernier

BR Volleys fahren nach Mannheim!

Durch das Tollhaus ins Endspiel: Die BR Volleys stehen zum insgesamt elften Mal im großen DVV-Pokalfinale. Vor 2.725 Zuschauern in der ausverkauften Volksbank-Arena Hildesheim mussten die Berliner nach verlorenem Auftaktsatz eine Energieleistung aufs Parkett bringen, um sich die Chance auf den sechsten Pokalsieg zu erspielen. Angeführt von Topscorer Marek Sotola (30 Punkte) konnten sich die Hauptstädter letztlich mit 3:1 (21:25, 25:20, 25:21, 25:15) bei den Helios Grizzlys Giesen durchsetzen und treffen nun in der Neuauflage des Finals von 2020 am 26. Februar 2023 auf die SWD powervolleys Düren.

Für dieses wichtige und letzte Spiel des Jahres setzte Cedric Enard auf der Libero-Position wieder auf Satoshi Tsuiki und wechselte nach der 2:3-Bundesliga-Niederlage in Friedrichshafen auch im Mittelblock. Nehemiah Mote und Anton Brehme erhielten den Vorzug. Zu diesem Halbfinale war auch die Video-Challenge im Einsatz und die schlug zuerst zweimal zugunsten der Berliner aus. Dennoch waren es die Grizzlys, denen dank der Blocks der Nationalspieler Günthör und Baxpöhler die Anfangsphase gehörte (6:8). Nach zwei weiteren Breaks des Heimteams griff Enard zur Auszeit (11:14) und die Hauptstädter schafften mit Kapitän Ruben Schott am Service zunächst den Ausgleich (18:18). In Person von Colito und seinem druckvollen Aufschlag folgte dann aber die Entscheidung in Satz eins (18:23). Nach Marek Sotolas Angriff ins Aus jubelte das Hildesheimer Tollhaus (21:25).

Timothée Carle, der im Auftaktdurchgang nicht gut im Spiel war, meldete sich mit drei Assen in Folge in Satz zwei zurück (9:5). Von diesem Vorsprung konnten die Berliner zehren und ihre Block-Abwehr wurde stärker und stärker (17:13). Als Carle das nächste Mal zum Service durfte, servierte der Franzose ein weiteres Ass und nach einer Stunde stand es verdient 1:1 nach Sätzen (25:20). Noch fehlte die Leichtigkeit, aber immerhin war Sotola im Angriff absolut verlässlich (6:5). Der Tscheche punktete ebenfalls mit dem Service (13:9) und auch die Annahme der BR Volleys hatte sich stabilisiert. Dazu waren die Männer in den schwarzen Auswärtstrikots nun auch im Aufschlag überlegen (17:13, 24:19). Carle belohnte sich und sein Team für die Leistungssteigerung mit der 2:1-Satzführung (25:21). Damit hatten die Berliner den Grizzlys die Zähne gezogen. Sotola tat es Carle gleich und servierte im vierten Satz drei Asse in Folge (8:4).  Die Lösungen im Angriff stimmten auch in schwierigen Situationen und so ließ man Giesen nicht mehr an einer Rückkehr ins Match schnuppern (15:10, 20:13). Mit dem insgesamt 14. Ass beendete Antti Ronkainen das Spiel standesgemäß und machte den elften Finaleinzug der BR Volleys perfekt (25:15).

Im Parallelspiel setzten sich zuvor die SWD powervolleys Düren gegen den VfB Friedrichshafen mit 3:0 (25:19, 25:22, 25:22) durch. Damit ist der Titelverteidiger aus dem Wettbewerb ausgeschieden und wie schon bei ihrer letzten Finalteilnahme 2020 treffen die BR Volleys auf die Rheinländer. Es ist alles angerichtet für ein Volleyball-Spektakel der Extraklasse, bei dem neben dem Finale der Männer auch der SC Potsdam und der SSC Palmberg Schwerin bei den Frauen aufeinandertreffen. Die BR Volleys hoffen auf eine große Fanunterstützung und wollen schon in Kürze Infos zu Tickets und Fanreise nach Mannheim bekanntgeben.

Stimmen zum Spiel
Ruben Schott: „Wir sind einfach glücklich, dass wir es in diesem Jahr wieder gepackt haben. Wir waren im Pokal schon so oft verflucht und deshalb ist dieser Finaleinzug etwas Besonderes. Der knappe Sieg zuhause gegen Lüneburg im Viertelfinale hat uns auch für dieses Spiel das Selbstvertrauen gegeben. Wir haben nach dem Satzrückstand nicht an uns gezweifelt, weil uns vorher bewusst war, dass es hier nicht einfach werden würde. Darauf waren wir eingestellt. Umso mehr freuen wir uns über das Ticket für Mannheim!“  

Cedric Enard: „Das war ein wirklich schwieriges und zugleich würdiges Pokalhalbfinale vor dieser Kulisse. Ich kann sagen: Wir haben es geliebt, hier heute spielen zu dürfen. Giesen hat nach dem Bounce House Cup das nächste Topevent auf die Beine gestellt. Sie waren davon euphorisiert und haben klasse begonnen. Aber meine Mannschaft konnte sich wehren und hat sich so das Endspiel auf der ganz großen Bühne absolut verdient.“

Johannes Tille: „Ich war zweimal so knapp davor und freue mich jetzt einfach unheimlich, dass wir es jetzt geschafft haben. Dieser erste verlorene Satz hat genau die Wut entfacht, die wir gebraucht haben. Unser hervorragender Aufschlag war dann der Schlüssel. Mannheim wird großartig und wir hoffen, dass ganz viele Fans mit uns die Reise antreten.“

BR Volleys Formation
Timothée Carle + Ruben Schott (AA), Anton Brehme + Nehemiah Mote (MB), Johannes Tille (Z), Marek Sotola (D) und Satoshi Tsuiki (L) | Eingewechselt: Antti Ronkainen, Cody Kessel, Arash Dosanjh

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

Pressefoto Credit: Justus Stegemann

Allen Widerständen zum Trotz

Entgegen schwierigen Vorzeichen gewannen die BR Volleys am Samstagabend den Klassiker bei den SWD powervolleys Düren und bleiben damit in der Volleyball Bundesliga unbesiegt. Mit 3:1 (25:10, 18:25, 25:20, 26:24) setzten sich die Berliner ohne ihren Cheftrainer Cedric Enard – und damit unter der Leitung von Lucio Oro – im Rheinland durch. Insbesondere dank der starken Leistung des Bounce House MVP Ruben Schott grüßt der Deutsche Meister daher weiter mit der maximalen Punkteausbeute (21) von der Tabellenspitze. Am Donnerstag (24. Nov., um 19.30 Uhr) wartet nun das wichtige Pokal-Heimspiel gegen die SVG Lüneburg.

Ohne Cedric Enard an der Seitenlinie mussten die BR Volleys in der Arena Kreis Düren antreten. Der Headcoach wurde, wie auch Libero Adam Kowalski, kurzfristig positiv auf COVID19 getestet und auf der Auswärtsreise umgehend isoliert. Somit traten alle elf negativ getesteten Berliner dem Corona-Protokoll der VBL folgend in Düren an. Mit Angel Trinidad fehlte ebenso der Kapitän im Kader der Hauptstädter (Mittelhandfraktur) und auch angesichts dieser personellen Rückschläge waren nicht nur die mitgereisten Fans gespannt: Wie würde das BR Volleys Team die erste Saisonniederlage unter der Woche in der Champions League verarbeiten? Diese Frage stand über dem Duell Erster gegen Zweiter vor 2.000 Zuschauern und die Reaktion der Berliner fiel durchaus eindrucksvoll aus. Im ersten Satz legten die Männer in Orange los wie die Feuerwehr. Düren kam nicht in Tritt und nach einer Aufschlagserie von Anton Brehme führte der Spitzenreiter schnell deutlich (9:3). Das eigene Spiel war im Fluss und die nächste lange Serie von Ruben Schott sorgte für ganz klare Verhältnisse (20:8). Zwei Blocks von Johannes Tille und Timothée Carle beschlossen den einseitigen Auftaktsatz, in dem die Powervolleys kaum Zugriff bekamen (25:10).

Düren hoffte mit Burggräf im Zuspiel auf einen Neuanfang im zweiten Satz und den gab es auch. Das Pendel schlug nun in ähnlicher Form in genau die andere Richtung aus. Ernastowicz legte eine starke Serie – inklusive drei Assen – hin und die BR Volleys verloren ihre Stabilität (5:13). Lucio Oro zog den Cody Kessel-Joker und die Hauptstädter konnten sich wieder etwas heranarbeiten (14:18). Zwei direkte Punkte von Burggräf und seine anschließende Jubel-Ehrenrunde sorgten aber für Ernüchterung bei den Berlinern (15:21) und den verdienten Satzausgleich (18:25).

Nach diesen Leistungsschwankungen auf beiden Seiten wurde Durchgang drei zur Schlüsselphase für den Ausgang des Matches. Jetzt hatte sich das Niveau der Teams angeglichen und Oro schickte mit Carle wieder einen wichtigen Punktesammler zurück auf die Platte (8:7, 16:14). Zwei Breaks per Ass von Schott und Block von Sotola brachten den BR Volleys den Vorteil (19:15). Antti Ronkainen sorgte in bekannter Manier für weiteren Druck im Aufschlag und so war dieser wichtige Satz zugunsten des Tabellenführers entschieden (22:16, 25:20).

Johannes Tille brachte, wann immer möglich, konsequent Brehme ins Spiel und so hatten auch seine weiteren Angreifer mehr Freiraum im Angriff (8:8). Es ging eng zu, obwohl Ronkainen erneut für wichtige Breaks sorgte (14:13). Die Berliner hatten auch Glück bei Schiedsrichterentscheidungen, wehrten einen Satzball ab (23:24) und profitierten dann von Ernastowicz Fehler im Sideout. Den ersten Matchball verwandelte Marek Sotola, der mit 20 Punkten Topscorer seiner Mannschaft wurde (26:24). Zum MVP wurde an diesem Abend aber Kapitän Ruben Schott gekürt. Der Nationalspieler führte sein Team durch schwierige Phasen und steuerte insgesamt drei Asse zum hart erarbeiteten Auswärtssieg bei.

Stimmen zum Spiel
Lucio Oro: „Wir haben wirklich klasse begonnen und das trotz der Sorgen im Vorfeld. Ich habe auch nach dem zweiten Satz jederzeit an die Mannschaft geglaubt. Es war ab Satz drei ein typisches Punkt-für-Punkt-Match ohne längere Serien. Am Ende haben wir auf unsere Stärken vertraut und uns durchgesetzt. Hier diese drei Punkte mitzunehmen, war alles andere als einfach und macht uns sehr glücklich.“

Ruben Schott: „Es war heute keine einfache Situation für uns. Wir haben Düren mit dem starken Beginn etwas aus der Fassung gebracht. Dass sie zurückkommen würden, war aber eigentlich klar. Sie haben in Satz zwei dann gut abgewehrt und wir sind im Angriff nicht mehr so durchgekommen. Das war insgesamt eine anstrengende Woche für uns, weil wir durchgängig unterwegs waren. Jetzt sind alle ziemlich platt. Wir freuen uns, mit diesem wichtigen Sieg endlich wieder nach Hause fahren zu dürfen, wo wir am Donnerstag Lüneburg im Pokal schlagen wollen.“

BR Volleys Formation
Timothée Carle + Ruben Schott (AA), Anton Brehme + Nehemiah Mote (MB), Johannes Tille (Z), Marek Sotola (D) und Satoshi Tsuiki (L) | Eingewechselt: Cody Kessel, Antti Ronkainen, Krauchuk

Topwerte
Sotola 20 Punkte | Carle 14 Punkte | Schott 12 Punkte, 3 Asse | Mote 3 Blocks

Quelle: Christof Bernier/BR Volleys

Pressefoto Credit: Florian Zons

BR Volleys mit erfolgreichem Heimauftakt – 3:1 gegen den VfB Friedrichshafen

Meister gegen Pokalsieger. Berlin gegen Friedrichshafen. Der Classico des deutschen Volleyballs. Schon am zweiten Bundesliga-Spieltag kam es zum Duell der Giganten. Beide Teams hatten im Sommer einen personellen Umbruch vollzogen, der sich bei den Berlinern im ersten Satz auch bemerkbar machte. Nach einem 0:3-Start, spielten sich die Volleys nur mühsam in das Match. Technische Fehler bei der Annahme, Missverständnisse beim Zuspiel und leicht verschlagene Bälle ließen die Gastgeber nicht ihren gewohnten Rhythmus finden. Nach wechselnder Führung während des Satzes hatte Friedrichshafen mit 26:24 das bessere Ende für sich.

Konzentrierter traten die Volleys – unterstützt von 5238 Zuschauern – im zweiten Durchgang auf. Jetzt hatten die Aktionen mehr Zuschnitt und vor allem Marek Sotola fand immer wieder Lücken in Friedrichshafens Abwehr und machte so wichtige Punkte. Der 2,08 große tschechische Diagonalspieler, der in der letzten Saison wenig Einsatzzeiten hatte, blüht nach dem Ausscheiden von Benjamin Patch regelrecht auf. Auch Ruben Schott und Zuspieler Angel Trinidad verliehen dem Berliner Spiel nun mehr Präzision. Die Gäste vom Bodensee, vom ehemaligen Berliner Coach Mark Lebedew trainiert, hielt jedoch dagegen. In der entscheidenden Phase des Satzes hatten die Süddeutschen ihre Nerven aber nicht im Griff und vergaben mehrere Satzbälle. Kapitän Trinidad verwandelte dann den dritten Berliner Satzball zum 30:28.

Der Knacks im Spiel der Gäste war danach unübersehbar. Mit 7:2 starteten die Volleys im dritten Satz. Ihre Angriffsaktionen liefen nun besser, die Feldabwehr hatte sich gefunden. Johannes Tille und Rückkehrer Anton Brehme glänzten mit Assen beim Aufschlag. Nach nur 24 Minuten war dieser Satz gewonnen, als Mittelblocker Nehemiah Moté den Ball zum 25:16 über das Netz drosch.

Das Momentum war danach klar auf Berliner Seite. Der anfangs stotternde „Spielmotor“, den Manager Kaweeh Niroomand befürchtet hatte, lief nun rund. Friedrichshafen gab sich im vierten Satz aber keineswegs geschlagen. Allerdings merkte man den Gästen an, dass die neuen Spieler noch nicht zu 100 Prozent integriert sind. Die Berliner scheinen da im Moment einen Schritt voraus zu sein. Mit 25:22 gewannen sie auch den vierten Satz und verließen nach fast zwei Stunden Spielzeit als 3:1-Sieger das Parkett. Auf der Leistung kann Trainer Cedric Enard in den nächsten Wochen aufbauen. Erfolgreichste Spieler waren Marek Sotola (19 Punkte) und Ruben Schott (17).

Das nächste Heimspiel findet am 22. Oktober gegen die Volleys Herrsching statt.

Herbert Schalling

BR Volleys Formation
Timothée Carle + Ruben Schott (AA), Nehemiah Mote + Anton Brehme (MB), Angel Trinidad (Z), Marek Sotola (D) und Satoshi Tsuiki (L) | Eingewechselt: Antti Ronkainen, Cody Kessel, Johannes Tille

Topwerte
Sotola 19 Punkte, 4 Asse | Schott 17 Punkte, 3 Asse | Mote 14 Punkte, 3 Blocks

Pressefoto Credit: Jürgen Engler

Holpriger, aber erfolgreicher Start

Mit einem Arbeitssieg sind die BR Volleys in die Bundesliga-Spielzeit 22/23 gestartet. Beim TSV Haching München setzte sich der Bounce House Cup Gewinner am Sonntag mit 3:0 (25:21, 25:15, 28:26) durch. Gegen gut aufgelegte Gastgeber stachen MVP Anton Brehme und Antti Ronkainen aus dem Berliner Team heraus, das nun am nächsten Sonntag (16. Okt um 16.00 Uhr) den VfB Friedrichshafen zum ersten Heimspiel der Saison empfängt.

Coach Cedric Enard baute seine Mannschaft gegenüber dem Finale des Bounce House Cups eine Woche zuvor komplett um. Antti Ronkainen, Cody Kessel, Johannes Tille, Krauchuk, Anton Brehme, Nehemiah Mote und Libero Adam Kowalski durften in der Bayernwerk Sportarena von Beginn an auf das Parkett. Die Berliner konnten im Aufschlag zunächst nicht an ihre starke Leistung vom letzten Wochenende anknüpfen und mühten sich im ersten Satz gegen den Außenseiter. Zwar zeigten sich Ronkainen und vor allem Brehme – eingesetzt von Tille – sehr effektiv, aber Haching hielt Schritt (8:7, 16:15). Letztlich machte die Tiefe der Berliner Bank den Unterschied, denn der Doppelwechsel mit Marek Sotola und Angel Trinidad fruchtete zum Satzende. Der Tscheche packte im Block zu (21:20) und servierte auch das abschließende Ass zum 25:21-Satzgewinn.

Auch im zweiten Durchgang hielten die jungen Hachinger Schritt mit dem Deutschen Meister. Ein Block gegen Ronkainen bedeutete das 8:7, aber Tille brachte die BR Volleys von der Servicelinie wieder auf Kurs (17:12). Nun hielten die Hauptstädter den Druck kontinuierlich hoch und provozierten Fehler der Hausherren (23:14). Kessel schlug den Satzball kompromisslos über den Hachinger Dreierblock (25:15).

Zu Beginn von Satz drei musste Zuspieler Tille Meter machen, denn die „Local Heroes“ drückten nun ihrerseits in der heimischen Halle auf das Gaspedal. Probleme in der Annahme und leichte Fehler ließen die Berliner mit 7:10 ins Hintertreffen geraten. Der Schweizer Quentin Zeller konnte sich immer wieder gegen den BR Volleys Block durchsetzen, aber die Männer in ihren schwarzen Auswärtstrikots kämpften sich wieder heran (19:19). In der Crunchtime standen erneut Sotola und Trinidad sowie Ruben Schott auf dem Court. Einen Satzball der Hachinger hatten die Berliner abzuwehren und konnten dann das Blatt doch noch wenden. Schließlich war es wieder Cody Kessel, der den entscheidenden Satz- und Matchball verwandelte (28:26).

Stimmen zum Spiel
Cedric Enard: „Wir haben unseren Job erledigt. Insgesamt waren wir in Breaksituationen aber nicht konsequent genug, um dominanter aufzutreten. Dafür hat in Block und Aufschlag ein bisschen was gefehlt. So haben die Hachinger Selbstbewusstsein getankt und es uns nicht leicht gemacht. Wenn mit Anton ein Mittelblocker Topscorer wird, spricht das natürlich zum einen für unsere Annahme und zum anderen für die Verbindung mit Johannes. Allerdings zeigt es auch, dass wir auf den anderen Angriffspositionen nicht so funktioniert haben, wie wir uns das vorstellen. Mit diesem Sieg im Rücken blicken wir nun natürlich mit großer Vorfreude dem ersten Heimspiel in der Max-Schmeling-Halle entgegen, wo ein starker Gegner auf uns wartet.“

Anton Brehme: „Ich habe mich heute gut gefühlt und hatte mit Johannes eine sehr gute Verbindung auf dem Feld. Wir haben den ersten Satz mit vielen Fehlern im Aufschlag begonnen und daran hatten wir mental zu knabbern. Dann sind wir im zweiten Satz bewusst weniger Risiko gegangen, was auch gut funktioniert hat. Am Ende sind wir wieder in das gleiche Muster verfallen. Daran müssen wir arbeiten, aber insgesamt haben wir die Aufgabe hier souverän gelöst.“


BR Volleys Formation
Antti Ronkainen + Cody Kessel (AA), Nehemiah Mote + Anton Brehme (MB), Johannes Tille (Z), Krauchuk (D) und Adam Kowalski (L) | Eingewechselt: Marek Sotola, Angel Trinidad, Ruben Schott

Topwerte
Brehme 14 Punkte, 4 Blocks, 82 % Angriffsquote | Ronkainen 13 Punkte, 2 Asse, 79 % Angriffsquote | Kessel 11 Punkte

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

Pressefoto Credit: Justus Stegemann

BR Volleys Team komplett

Spielt in der Saison 2022/23 für die BR Volleys, Antti Ronkainen hier im Trikot der finnischen Nationalmannschaft. Foto: © CEV

Der vierte Außenangreifer und zugleich 13. Spieler im Aufgebot des BR Volleys Teams kommt aus Finnland und heißt Antti Ronkainen. Bereits in der Bundesliga für die SVG Lüneburg am Netz, spielte der 25-jährige in den vergangenen zwei Jahren in der Schweiz. Der Nationalspieler hat einen Einjahresvertrag unterschrieben und soll dem Spiel des Hauptstadtclubs vor allem Ruhe und Stabilität verleihen.

Als bei Antti Ronkainen das Angebot aus Berlin auf dem Tisch lag, war für ihn sofort klar, dass er diese Gelegenheit beim Schopfe packen will: „Ich war sehr aufgeregt, weil die BR Volleys in meinen Augen ein Topverein in Europa sind, den jeder verfolgt. Bei einer derartig reizvollen Aufgabe war die Entscheidung für mich einfach.“ Bekannt ist ihm sein neuer Club aus erster Hand. Im Trikot der SVG Lüneburg (2019/20) lernte der 1.91 Meter große Außenangreifer den Volleyballtempel bereits kennen und erinnert sich: „Aus unserer Sicht war das damals wenig erfolgreich. Berlin hatte große Qualität im Team und die Atmosphäre in der Max-Schmeling-Halle war etwas ganz Besonderes.“

Während seiner Saison mit den Niedersachsen, die aufgrund des Ausbruchs der Corona-Pandemie nur eine kurze war, spielte Ronkainen auch mit einem Teamkollegen zusammen, den er nun an der Spree wiedersieht: Mittelblocker Anton Brehme. „Wie würde Anton sagen: Es schmeckt, wieder in einem Team zu sein. Wir hatten eine gute Zeit in Lüneburg und werden sicher daran anknüpfen.“ Brehme räumt mögliche Vorurteile, es handele sich bei dem Neuzugang um einen unterkühlten Finnen, direkt aus dem Weg: „Antti ist ein unheimlich sympathischer und humorvoller Teamplayer. Egal ob im Spiel oder Training, er bringt Emotionen auf den Court. Im Angriff spielt er sehr smart und hat viele Lösungen. Außerdem bin ich ein Fan seines Aufschlags.“

Brehme ist einer von sieben Akteuren, die schon während der Saison 21/22 dem Kader der Berliner angehörten. Ronkainen hingegen zählt zu den insgesamt sechs Neuzugängen und ihm ist bewusst, dass er ein Teil eines größeren personellen Umbruchs beim Deutschen Meister sein wird: „Die Ziele sind bei den BR Volleys immer sehr hoch und auch in der neuen Saison wollen wir um Titel kämpfen. Aber klar ist auch, dass es eine Zeit dauern wird, bis wir unser Zusammenspiel gefunden haben. Und trotzdem treten wir vom Start weg in jedem Match an, um zu gewinnen!“

In der Schweiz schloss der Finne die letzten beiden Spielzeiten mit Lausanne UC auf Rang vier (21/22) und mit Volley Näfels auf Rang sechs (20/21) ab. „Nach der Corona-Saison 2020 war es für mich eine schwierige Situation. Ich habe mich dann spät im Sommer noch für ein Engagement bei Näfels entschieden und durfte in den vergangenen beiden Jahren schöne Erfahrungen in der Schweiz sammeln. Jetzt möchte ich mich aber sportlich auf einem anderen Niveau beweisen und dafür gibt es für mich kaum einen besseren Platz als in Berlin“, fühlt sich der Hobby-Angler bereit für größere Aufgaben. Geboren wurde Ronkainen in Kuusamo und spielte sich bei Palloketut (2014-2016) und Etta Oulu (2016-2018) auch in den Kreis seiner Nationalmannschaft. Bei der Heim-EM im Sommer 2021 war der Blondschopf eine Stammkraft des finnischen Teams, in diesem Jahr führte er seine Landesauswahl in der CEV Silver League sogar als Kapitän auf das Spielfeld. „Eine ganz neue Rolle für mich, die mir aber große Freude bereitet hat“, erzählt er.

In den Augen von Geschäftsführer Kaweh Niroomand wird sich die Neuverpflichtung gut in das Team einfügen: „Mit der Verpflichtung von Antti Ronkainen sind unsere Personalplanungen für die neue Saison vorerst abgeschlossen. In ihm konnten wir noch einen Allrounder dazugewinnen. Nun sind wir zuversichtlich, dass wir mit einer ausgewogenen Kaderzusammenstellung unsere Abgänge auffangen können und diese Mannschaft sich schnell findet. Zum Glück werden in diesem Jahr viele Spieler frühzeitig in die Vorbereitung einsteigen können.“

Quelle: Christof Bernier/BR Volleys

Der Kapitän kehrt nicht zurück

Pressefoto Credit: © Maximilian Franz

Die BR Volleys und ihre Fans müssen den Abschied einer den Verein und die Volleyball Bundesliga prägenden Figur hinnehmen. Der Kapitän und dreifache Deutsche Meister Sergey Grankin hat nach seiner Ankunft in Russland für sich entschieden, zur nächsten Saison nicht nach Deutschland zurückzukehren und stattdessen wieder in der heimischen Superliga zu spielen. Der Abgang des Olympiasiegers ist keine sportliche, sondern eine dem weltpolitischen Geschehen geschuldete Entscheidung.

„Granking“, „Maestro“, „Granisimo“: Sergey Grankin hat sich mit seinen Ausnahmefähigkeiten in vier Jahren bei den Berlin Recycling Volleys einige Spitznamen verdient und mindestens so viele Titel gewonnen. Dreimal wurde der Russe mit dem Hauptstadtclub Deutscher Meister (2019, 2021, 2022) und holte vor mehr als 10.000 Zuschauern den DVV-Pokal (2020). Zudem führte der 37-Jährige die Mannschaft in den letzten beiden Jahren als Kapitän auf das Spielfeld und dabei zweimal in das Viertelfinale der CEV Champions League. Neben Erfolgen bei allen drei Supercup-Teilnahmen (2019, 2020, 2021) stehen insgesamt 23 MVP-Medaillen in der Bundesliga und vier der neugeschaffenen BOUNCE HOUSE-Awards zu Buche. Viel mehr geht nicht!

„Was Sergey für unseren Verein in vier Spielzeiten geleistet hat, ist schlicht großartig. Er war die Lichtgestalt der Bundesliga. Seiner Qualität und Führungsstärke war es maßgeblich zu verdanken, dass uns im diesjährigen Playoff-Finale das Comeback geglückt ist und wir den 0:2-Rückstand noch gedreht haben“, sagt Geschäftsführer Kaweh Niroomand und erklärt, warum es nun dennoch zum schmerzlichen Abschied kommt: „Die nach reiflicher Überlegung getroffene Entscheidung ist ihm wirklich sehr schwergefallen, aber die politischen und familiären Umstände machen ein weiteres Engagement im Ausland schwierig. Bei uns sind seine Beweggründe auf Verständnis gestoßen. Deshalb haben wir seinem Wunsch entsprochen und den Vertrag aufgelöst.“ Obwohl sich Grankin auch in Berlin längst heimisch fühlte, wird der Zuspieler somit seinen ursprünglich noch bis 2023 laufenden Kontrakt nicht erfüllen. Trotz der vier Jahre in Deutschland ist er in seinem Heimatland eng verwurzelt und sieht die private Zukunft bei und mit seiner Familie in Russland.

Zum Abschied sagt Grankin selbst: „Ich möchte mich bei allen für vier unheimlich schöne Jahre in Berlin bedanken. Ich habe es genossen, für diesen Verein und in dieser Atmosphäre der Max-Schmeling-Halle zu spielen. Ich hoffe, in der aktuellen Situation kann man meine Entscheidung dennoch nachvollziehen. Eure Unterstützung war immer fantastisch. Danke!“ Sein neuer Verein ist noch nicht offiziell bekannt.

Die Spuren, die der Regisseur in Berlin hinterlässt, könnten tiefer kaum sein: Als Grankin im Januar 2019 zu seiner ersten und einzigen Auslandsstation nach Deutschland kam, ging sportlich direkt ein Ruck durch die Mannschaft, der noch zum Titelgewinn führte. Von Monat zu Monat taute der zunächst kühl wirkende Russe auf, bewies zu seiner ganzen sportlichen Klasse auch Nahbar- und Herzlichkeit. Auf diese Weise war Grankin nicht nur Zuschauermagnet im Volleyballtempel, sondern auch in den anderen Arenen der Liga. Ihn – vor allem in Kombination mit Benjamin Patch – auftreten und spielen zu sehen, hat viele neue Fans angezogen. Bei den letzten beiden Meistertiteln 2021 und 2022 unterstrich der Weltklassespieler in den entscheidenden Phasen eindrucksvoll seinen Wert für die Mannschaft.

Somit macht Kaweh Niroomand auch deutlich: „Sergey Grankin wird mit seiner Persönlichkeit und Qualität nicht zu ersetzen sein. Wir werden trotzdem versuchen, diese riesige Lücke bestmöglich zu schließen“, ist der 69-Jährige sich der Schwierigkeit der Aufgabe für Management und Trainerteam bewusst. Zweifellos wird Sergey Grankin in die Geschichte der Volleyball Bundesliga als einer ihrer besten Zuspieler aller Zeiten eingehen.

Quelle: Christof Bernier/BR Volleys

Mit Tsuiki geht die Sonne auf – ein Japaner für die BR Volleys

Die BR Volleys haben einen neuen Libero und Strahlemann aus dem Land der aufgehenden Sonne: Libero Satoshi Tsuiki wechselt aus Frankfurt in die Hauptstadt und unterschreibt an der Spree einen Zweijahresvertrag. Der 30-jährige Japaner ist damit der erste Spieler der Vereinsgeschichte aus Fernost.

© Pressefoto Credit: Corinna Beck

Ganze neunmal stand Satoshi Tsuiki den BR Volleys in der vergangenen Saison gegenüber. Mit den United Volleys Frankfurt, für die er insgesamt zwei Jahre lang aktiv war, kam es in Supercup, Pokal, Bundesliga und Playoffs zum Dauerduell mit den Berlinern. Dabei erhielt der Libero von seinem neuen Coach Cedric Enard dreimal die MVP-Medaille und war einmal in der Max-Schmeling-Halle notgedrungen sogar als Zuspieler im Einsatz. Zur kommenden Spielzeit wird der Japaner nun die Netzseite wechseln: „Das neue Trikot wird vielleicht kurze Zeit komisch für mich sein, denn so viele Vereinswechsel hatte ich in meiner Karriere noch nicht. Aber ich freue mich unheimlich auf diese neue Aufgabe. Die BR Volleys sind definitiv ein weltweit bekannter Klub und es ist für mich eine große Ehre, dieses Angebot aus Berlin bekommen zu haben“, formuliert Tsuiki seine Antrittsworte mit der typisch japanisch freundlichen und respektvollen Art.

Lange Zeit war der 1.74 Meter große Annahme- und Abwehrspezialist im Volleyball und in seiner Heimat als „Ide“ bekannt. Mit der Heirat nahm er den Namen seiner Frau Tsuiki an: „Mein Spitzname ist Sato. Das hätte ich gern auch auf dem Trikot stehen und so werde ich am liebsten genannt“. Von 2013 bis 2020 stand noch Ide auf dem Jersey, als er für die Toray Arrows aus Mishima City die Bälle verteidigte und im Jahr 2017 mit dem Club das Triple aus Pokal und nationaler sowie asiatischer Meisterschaft feierte. In Frankfurt konnte er mit dem Gewinn des DVV-Pokals 2021 ebenfalls einen großen Erfolg verzeichnen.

Tsuiki durfte während seiner Karriere also Volleyball aus zwei verschiedenen Welten kennenlernen: „In Japan wird der Sport in einem gut funktionierenden Konstrukt gespielt, aber die Professionalität ist nicht auf demselben Niveau wie hier. Die Spieler sind oft an die jeweiligen Firmen gebunden und nur wenige haben die Möglichkeit, sich wie ich im Ausland zu versuchen. Hier in Europa stehen die Ergebnisse und das Abschneiden viel stärker im Vordergrund. Es ist eine etwas andere Sicht auf den Sport. Mir gefällt diese ambitionierte Herangehensweise.“

BR Volleys Geschäftsführer Kaweh Niroomand schätzt nicht nur den spürbaren Ehrgeiz, sondern auch die Klasse des Neuzugangs: „Mit Satoshi Tsuiki gewinnen wir einen sehr flexiblen Libero hinzu, der in allen Bereichen eine hohe Qualität mitbringt. Was er kann, hat er in den vergangenen zwei Jahren in der Bundesliga eindrucksvoll bewiesen. Satoshi ist stabil in der Annahme, extrem stark in der Abwehr und hat ein gutes Zuspiel.“ Hinzukommt die japanische Mentalität, die in Person von Tsuiki erstmals ein BR Volleys Team bereichert: Extrem fleißig, sehr ehrgeizig und dabei zugleich zuvorkommend.

Durch den mutigen Schritt ins Ausland hatte „Sato“ sich im Jahr 2020 erhofft, den Sprung zu den Olympischen Spielen in Tokio zu schaffen, doch leider fand er bei den “Heimspielen“ damals keine Berücksichtigung. Auch diesen Sommer wird er statt bei der Nationalmannschaft „mit Reisen und etwas Arbeit in Japan verbringen“, bevor er sich in Berlin erneut für Olympia – dann 2024 in Paris – empfehlen will. „In Japan ist das Niveau unter den Liberos unheimlich hoch. Ich kämpfe um eine der bestbesetzten Positionen der Welt. Dennoch bleibt Olympia ein Ziel von mir.“ Auf dem Weg dorthin will der sympathische Neuzugang für die BR Volleys „in jedem Spiel die beste Leistung auf den Court bringen“.

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

Jeffrey Jendryk zieht weiter

Pressefoto Credit: © Andreas Gora

Der US-Amerikaner Jeffrey Jendryk wird die BR Volleys mit noch unbekanntem Ziel verlassen. Nach seiner insgesamt dritten Saison im Berliner Trikot stellt sich der 26-Jährige zur nächsten Spielzeit einer neuen Herausforderung in einer anderen Liga. Nachdem sich der Mittelblocker im ersten Playoff-Finale eine Bänderverletzung zugezogen hatte, ist er inzwischen wieder vollständig genesen und geht mit dem Team USA in der Volleyball Nations League ans Netz.

Direkt vom College kommend überzeugte Jeff Jendryk schon in den Jahren 2018 bis 2020 bei den BR Volleys, ehe er sich anschließend in Polen bei Asseco Resovia Rzeszow versuchte. Nach seiner Rückkehr in die deutsche Hauptstadt war der Blockspieler in der zurückliegenden Spielzeit erneut ein unverzichtbarer Bestandteil der Mannschaft von Coach Cedric Enard. Aufgrund der Verletzung von Anton Brehme befand sich der US-Boy gemeinsam mit Nehemiah Mote im Dauereinsatz, bevor er sich im ersten Playoff-Endspiel gegen den VfB Friedrichshafen eine Bänderverletzung zuzog und deshalb im weiteren Verlauf der Finalserie nicht mehr eingreifen konnte.

Jendryk wurde vergangene Woche in den Kader der USA für die Volleyball Nations League berufen und will dort die Bühne nutzen, um sich für neue Aufgaben zu empfehlen. „Jeff hat wieder gezeigt, wie er auf seiner Position in der Bundesliga dominieren kann. Im Zusammenspiel mit Sergey war er im Angriff kaum zu stoppen. Wir wünschen ihm nur das Beste für seine nächste Station und sind uns sicher, dass er seine Karriere erfolgreich fortsetzen wird“, verabschiedet Geschäftsführer Kaweh Niroomand den zweifachen Deutschen Meister.

Jendryk selbst sendet zum Abschied einen lieben Gruß in Richtung der Berliner Fans: „Ich möchte mich bei allen im und um den Verein herzlich bedanken. Ohne euren ständigen Rückhalt hätten wir niemals eine derartig erfolgreiche Saison spielen können. Ich wünsche den BR Volleys und allen, die es mit dem Klub halten, weiterhin ganz viel Glück und neue Erfolge. ‘Jungle Cat‘ sagt Tschüss!“

Quelle: Christof Bernier/BR Volleys

BR Volleys – Interview mit Cedric Enard

Pressefoto Credit: © Maximilian Franz

Meistertrainer Cedric Enard prägt bei den Berlin Recycling Volleys inzwischen eine Ära. Nachdem der 46-jährige Franzose in den vergangenen vier Jahren jeweils einen Titel gewann und seinen Vertrag nun um zwei weitere Spielzeiten verlängerte, blickt er ungebrochen motiviert in die Zukunft. Den Sommer verbringt Enard als Nationalcoach Kroatiens, bevor der frühere Mittelblocker ab September wieder ehrgeizige Ziele mit dem Hauptstadtklub verfolgt.

Cedric, hattest Du Gelegenheit nach dem emotionalen Saisonfinale kurz zu verschnaufen?
Enard: „Ich konnte zwar den Moment genießen, aber leider blieb mir im Anschluss kaum eine Pause. Insgesamt war ich vier Tage in Frankreich und habe vor allem den Umzug meiner Familie organisiert, die wieder dauerhaft zurückkehren wird. Daher waren es stressige Tage, bis ich direkt nach Kroatien zu meinem neuen Nationalteam weitergereist bin.“

Du bereitest Dich mit den Kroaten also bereits auf die Aufgaben im Sommer vor?
Enard: „Korrekt, mit der European Golden League startet das erste Turnier schon in gut zwei Wochen. Das Finalturnier steigt am 18. und 19. Juni bei uns in Kroatien. Dann stehen für uns in den kommenden Monaten auch noch die Mediterranean Games in Algerien Ende Juni bis Anfang Juli und die Europameisterschaftsqualifikation im August an. So ist das Leben als Vereins- und Nationaltrainer in Doppelfunktion, aber das habe ich mir ausgesucht und macht mir auch Freude.“

Wie sehen die Ziele mit Kroatien dabei aus?
Enard: „Wir sind ambitioniert, wissen unsere Position aber auch einzuschätzen. Es gab in der Mannschaft einen kleinen Umbruch, so arbeite ich mit zwei sehr jungen Zuspielern. Wir müssen gucken, wie schnell die Entwicklung voranschreitet. In der Golden League sind Teams wie die Türkei oder Belgien favorisiert, aber als Ausrichter des Finalturniers wollen wir die Favoriten ärgern. Das Hauptaugenmerk wird auf der wichtigen EM-Qualifikation liegen. Diese wollen wir in der Zeit vom 03. bis 21. August unbedingt schaffen. Das ist auch das letzte Turnier des Sommers.“

Wann kannst Du dann in die Saisonvorbereitung bei den BR Volleys einsteigen?
Enard: „Ich werde noch eine Woche Urlaub mit der Familie machen und dann bin ich ab September in Berlin. Die entscheidende Phase der Vorbereitung inklusive der Testspiele kann ich also mit der Mannschaft gestalten. Zuvor wird mein Trainerteam wieder gute Arbeit machen und die Grundlagen schaffen, da bin ich sicher.“

Wie viel bedeutet es Dir, zwei weitere Jahre in Berlin dranzuhängen?
Enard: „Ich bin glücklich und stolz, in das fünfte und sechste Jahr bei den BR Volleys zu gehen. Ich kann für mich sagen: Ich lebe diesen Klub und dieses Projekt. Hier zu bleiben, war in meinem Kopf immer die erste Option. Der Wille dazu war von beiden Seiten spürbar. Als die Vereinsführung mir endgültig signalisierte, dass sie mit mir weiterarbeiten möchte, habe ich direkt zugesagt.“

Du hast die Lebenssituation Deiner Familie angesprochen. Wie wird sich diese zur neuen Saison verändern?
Enard: „Wir hatten in den vergangenen vier Jahren den glücklichen Umstand, dass wir mit der gesamten Familie, also meiner Frau Caro und unseren drei Töchtern, in Berlin leben konnten. Sie haben hier eine sehr gute Schule besucht und auch Deutsch gelernt. Unsere älteste Tochter hat im letzten Jahr bereits begonnen, in Frankreich zu studieren. Nun stehen auch für unsere mittlere wichtige Entscheidungen für den weiteren Lebensweg an. Wir möchten unseren Kindern alle Optionen für die Zukunft ermöglichen und damit sie genau das tun können, was sie möchten, ist der Weg zurück nach Frankreich der richtige und nötige Schritt. Caro hat eine neue Arbeitsstelle und kann fast ausschließlich aus dem Homeoffice arbeiten. Das bedeutet, wenn immer Schulferien sind, können sie zu mir nach Berlin kommen. Die Konstellation der letzten Jahre war Luxus. Die Situation jetzt kennen wir aus meiner Zeit in Tours und werden auch dies gut managen.“

Du hast mit den BR Volleys in jedem Jahr einen Titel gewonnen und alle möglichen Deutschen Meisterschaften geholt. Überspitzt gesagt: Was bleibt noch an Zielen und Motivation für Dein fünftes Jahr?
Enard: „Die Ziele bleiben unverändert. Das ist das Schöne an Berlin. Wir wollen und können um alle nationalen Titel spielen. Diese Bundesliga-Saison hat wieder gezeigt, dass niemand denken sollte, Erfolge sind selbstverständlich. Friedrichshafen hat im Pokal und Saisonfinale bewiesen, wie stark sie sind. Düren wird im nächsten Jahr – angestachelt von dem Verlauf des Halbfinals – extrem motiviert zurückkehren. Frankfurt hatte unheimlich viel Pech und wird mit weniger Verletzungen besser sein. Auch in Lüneburg formiert sich wieder etwas Gutes. Sich dem Kampf gegen diese Kontrahenten zu stellen, bleibt extrem reizvoll. Dann ist da die Champions League, in der wir diesen einen, kleinen Schritt weiter vorankommen wollen. Wir möchten uns wieder in eine Position bringen, die Chance auf das Halbfinale zu haben. Da spielt natürlich neben der Auslosung eine Rolle, wie es mit den russischen Vereinen im nächsten Jahr weitergeht.“

Bist Du optimistisch, dass das BR Volleys Team 2022/23 so stark sein wird wie die Meistermannschaft dieser Spielzeit?
Enard: „Wie Kaweh auf der Saisonabschlussfeier schon sagte, bestehen natürlich noch offene Fragen, die darauf maßgeblichen Einfluss haben. Dazu gibt es noch keine News und leider liegen nicht alle Faktoren in unserer Hand. Ich denke, wir haben mit einigen Vertragsverlängerungen auch starke Signale gesetzt. Mit Tim Carle, Ruben Schott, Cody Kessel, Marek Sotola, Nehemiah Mote und Adam Kowalski bleiben viele wichtige Spieler definitiv. Dazu freue ich mich unheimlich auf die Rückkehr von Anton Brehme. Mit seiner Art tut er der Mannschaft extrem gut und wird hoffentlich wieder körperlich vollständig fit eine Bereicherung für unser Spiel sein. In den nächsten Tagen und Wochen wird die ein oder andere neue Personalie hinzukommen, auf die sich die Fans freuen dürfen.“

Quelle:Christof Bernier/BR Volleys