Eisbärensieg und Ehrenrunde für Jens Baxmann

Die Iserlohn Roosters stellten sich erstmals in der laufenden Saison bei den Eisbären vor. Für einen Akteur auf dem Eis hieß es „Willkommen daheim“. Seit 2001 spielte er für die Eisbären, mit der Nummer 29 auf dem Trikot, er trägt sie weiter bei seinem neuen Verein . Als Verteidiger in der dritten Reihe hatte er keine auffälligen Szenen, abgesehen vom letzten Drittel als Baxmann zentral, unbedrängt zum Schuss kam, der vom Eisbären-Goalie Sebastian Dahm gemeistert wurde. Der Ex-Iserlohner verhinderte somit einen Treffer, den die Eisbären-Fans dem Iserlohner gegönnt hätten. Es wäre das 1:3 aus Sicht der Gäste gewesen und hätte dem Spiel wohl keine entscheidende Wendung mehr geben können. Zu souverän wirkten die Eisbären und hatten Vorteile in allen Belangen des Spiels.

Das den Gästen dem Sauerland kein Treffer gelang, war symptomatisch, nur bemüht zu sein reicht in den seltensten Fällen. Die Eisbären waren pass-sicherer und entwickelten mehr Geschwindigkeit. Nach dem 1. Drittel führten sie mit 2:0 und legten das 3:0 im Mittelabschnitt nach. Der Endstand zum 4:0 fiel in der 58. Spielminute. Nach Spielschluss feierte die ausverkaufte Arena nicht nur das eigene Team, gefordert wurde auch Jens Baxmann, für eine extra Ehrenrunde. Allein in der DEL hat Baxmann 860 Mal für die Eisbären gespielt, auf mehr Einsätze bringt es nur Sven Felski.

Im Gegensatz zu den Iserlohnern läuft es bei den Eisbären immer besser. Durch den Sieg wurde es ein sechs Punkte Wochenende. Die Eisbären festigten ihren fünften Tabellenplatz und müssen am kommenden Freitag, 22.11. bei den Adlern in Mannheim antreten.

Hans-Peter Becker

Kantersieg gegen Nürnberg

Der Nürnberger Trainer Kurt Kleinendorst hatte in der Pressekonferenz nach dem Spiel gegen die Eisbären einen kleinen Anflug von Humor. „Es hat sehr viel Spass gemacht, Teil dieses Spiels gewesen zu sein, eine tolle Arena und eine super Stimmung….“ Nur das Ende hat ihn natürlich nicht gefallen. Seine ersatzgeschwächten Ice-Tigers, es fehlten mit Brett Festerling, Austin Cangelosi, Jim O’Brien, Phil Dupuis und Pascal Grosse bewährte Stammkräfte, verloren das Spiel mit 2:6. Eisbären-Trainer Serge Aubin hatte diese Probleme nicht, ganz im Gegenteil, Verteidiger Constantin Braun sah als überzähliger Spieler von der Tribüne aus zu. Verletzt sind bei den Eisbären zur Zeit Vincent Hessler und Florian Busch.

Die 10.720 Zuschauer am Sonntagabend in der MB-Arena am Ostbahnhof bekamen in den Schlussminuten ein nicht mehr erwartetes Torspektakel zu sehen. Die Uhr zeigte eine verbleibende Spielzeit von 69 Sekunden an, da Louis-Marc Aubry traf ins leere Tor zum 4:2 für die Eisbären. Es war die Entscheidung in diesem Spiel, aber nicht das Endergebnis. Marc Olver und Landon Ferraro schraubten in der Schlussminute das Ergebnis in Debakelnähe für die Gäste. Dabei hatten sie bis dahin eine starke kämpferische Leistung abgeliefert. Nürnbergs Torwart Niklas Treutle hielt seine Mannschaft im Spiel, 53 Schüsse auf sein Tor konnte er abwehren. Sein Gegenüber im Eisbären-Tor Sebastian Dahm bekam nur 28 Schüsse zu halten, davon ließ er zwei passieren.

Die Eisbären gingen in der 10. Minute durch Louis-Marc Aubry in Führung, die Nürnberger glichen kurz vor der ersten Drittelpause durch Kevin Schulze aus. Im Mittelabschnitt schaltete Landon Ferraro im Gewühl am schnellsten, sein Debüttreffer für die Eisbären wurde nach Überprüfung im Videoraum anerkannt. Die Eisbären drängten zwar auf ein weiteres Tor, doch das gelang im Mittelabschnitt nicht.

Ein 5 zu 3 Überzahlspiel brachte den zwischenzeitlichen Vorsprung von zwei Toren, getroffen für die Eisbären hatte John Ramage. Die nie aufsteckenden Gäste kamen in der 54. Minute noch einmal heran, Kevin Schulze war der doppelte Torschütze. Das Ende ist bekannt.

Am 14. Spieltag, Freitag, 26.10. müssen die Eisbären in Ingolstadt antreten, am darauffolgenden Sonntag ist RB München zu Gast.

Hans-Peter Becker

Mannschaftaufstellung Eisbären Berlin

Tor: Sebastian Dahm / Maxi Franzreb

1.Reihe: Leo Pföderl, James Sheppard, Marcel Noebels, John Ramage, Jonas Müller

2.Reihe: Austin Ortega, Maxim Lapierre, Lukas Reichel, Ryan MacKiernan, Florian Kettemer

3.Reihe: Landon Ferraro, Louis-Marc Aubry, Andre Rankel, Kai Wissmann, Frank Hördler

4.Reihe: Fabian Dietz, Mark Olver, PC Labrie, Sean Backman

Spieldaten:

DEL 13. Spieltag 20.10.2019 MB Arena Berlin

EHC Eisbären Berlin vs Nürnberg Ice-Tigers 6:2 (1:1/1:0/4:1)

Torfolge:

1:0 Louis-Marc Aubry 09:94 (Andre Rankel) EQ

1:1 Kevin Schulze 19:15 (Patrick Reimer/Brandon Buck) EQ

2:1 Landon Ferraro 22:49 (Louis-Marc Aubry/Andre Rankel) EQ

3:1 John Ramage 41:04 ( Marcel Noebels/Maxim Labrie) PP2

3:2 Kevin Schulz 53:33 (Eugen Alanov/Patrick Reimer) EQ

4:2 Louis-Marc Aubry 58:51 (Landon Ferraro) empty net

5:2 Mark Olver 59:05 (Kai Wissmann/Ryan McKiernan) EQ

6:2 Landon Ferraro 59:50 (Andre Rankel) EQ

Strafminuten:

Berlin 4

Nürnberg 8

Eisbären setzen Siegesserie fort

Eisbären-Neuzugang Landon Ferraro © Foto: Hans-Peter Becker

Die Eisbären haben personell nachgebessert. Reagiert wurde nicht auf der Torhüterposition, sondern auf die Sturmflaute. In den bisher absolvierten acht Spielen landete der Puck lediglich 18 Mal im Tor des Gegners, einen schlechteren Wert weisen nur die Kölner Haie aus, mit 16 Treffern nach neun Spielen. Landon Ferraro heißt der Neue im Eisbärentrikot, er soll den Torschnitt der Eisbären verbessern helfen. Der 28jährige Kanadier war zuletzt in der AHL aktiv, für die Iowa Wild aus Des Moines, einem Farmteam der Minnesota Wild aus der NHL. In der vergangenen Saison machte dort wegen einer Verletzung nur 12 Spiele. Damit ist die neunte Ausländerlizenz vergeben. Es könnten zweitere vergeben werden, allerdings dürfen insgesamt nicht mehr als neun Ausländer im Spieltageskader stehen.

Fabian Dietz erzielte sein erstes Tor in der DEL © Foto: Hans-Peter Becker

Er war gegen die Krefeld Pinguins am 10. Spieltag noch nicht dabei. Die Eisbären wollten ihren Aufwärtstrend mit einem Heimsieg ausbauen. Die Krefelder dagegen nicht weiter an Boden verlieren, ihre bisherige Bilanz mit ganzen neun Punkten sieht eher mau aus. Den besseren Start erwischten die Eisbären. In der Anfangsphase des Spiels hatten beide mehrfach die Möglichkeit mit dem ersten Tor in Führung zu gehen. In der 11. Minute war es Andre Rankel, der nach einem Angriff abstauben konnten. Ein Doppelschlag in der 15. und 16. Minute brachte den Eisbären eine 3:0 Pausenführung. Getroffen hatten Austin Ortega, mit einem Kunstschuss über die Schulter des Krefelder Goalies Dimitri Pätzold und nur eine reichliche Minute später erzielte Fabian Dietz sein erstes Tor in der DEL, genauso gut war die Vorarbeit von Constantin Braun. In der 16. Spielminute verlor Eisbär Sean Backman die Nerven und wurde wegen eines versuchten Stockstichs für 14 Minuten von der Teilnahme am Spiel suspendiert.

Der Mittelabschnitt ging an die Gäste, die sich gegen die drohende Niederlage stemmten und in der 27. Minute durch William Besse ein Tor erzielten. Es war bereits das 1:4, weil in der 22. Minute Lukas Reichel mit einem schrägen Ding Dimitri Pätzold im Krefelder Tor überwinden konnte. Durch Philip Burggiesser konnten die Gäste in der 33. Minute auf 2:4 verkürzen. Er ließ mit einem fulminanten Schlagschuss Sebastian Dahm keine Chance der Abwehr. Es folgte die beste Phase der Gäste, die kurz vor dem Ende des Drittels die Riesenchance hatten auf 3:4 heranzukommen. Der Puck tanzte auf der Linie, ging aber nicht rein.

Für die Vorentscheidung sorgte in der 46. Minute Marcel Noebels, der den Spielstand auf 5:2 für die Eisbären stellte. Als die Krefelder bereits vier Minuten vor dem Spielende ihren Goalie vom Eis nahmen, machte Mark Olver mit dem Treffer zum 6:2 alles klar. Der Sieg war verdient. Die Eisbären präsentierten sich in weiter ansteigender Form.

Hans-Peter Becker

Eisbären spielten mit:

Tor Sebastian Dahm / Back Up Maxi Franzreb

1.Reihe: Austin Ortega, James Sheppard, Sean Backman, John Ramage, Jonas Müller

2.Reihe: Andre Rankel, Maxim Lapierre, Lukas Reichel, Ryan McKiernan, Florian Kettemer

3.Reihe: Leo Pföderl, Louis-Marc Aubry, Marcel Noebels, Kai Wissmann, Frank Hördler

4.Reihe: Fabian Dietz, Mark Olver, PC Labrie, Tine Braun

Spieldaten

DEL 10. Spieltag 11.10.2019 MB Arena Berlin

EHC Eisbären Berlin vs Krefeld Pinguine 6:2 (3:0/1:2/2:0)

Torfolge:

1:0 Rankel 10:25 (Lapierre,Ramage)

2:0 Ortega 14:41 (Sheppard,Backman)

3:0 Dietz 15:15 (Braun,Labrie)

4:0 Reichel 21:10 (Aubry,McKiernan) PP

4:1 Besse 26:27 (Bruggisser,Pietta)

4:2 Bruggisser 33:29 (/)

5:2 Noebels 48:38 (Lapierre,Braun)

6:2 Olver 55:30 (Ortega) EN

Strafminuten

Berlin – 10 (6,2,2) + 10 Minuten-Disziplinarstrafe (Backman)

Krefeld – 8 (4,2,2)

Torschüsse:

Berlin – 33

Krefeld – 22

Zuschauer: 11.928

Auftaktsieg für die Eisbären

© Foto: Stephan Wenske

Vor dem Spiel gab es eine Schweigeminute für den verstorbenen Hartmut Nickel. Auf dem Videowürfel wurden die Stationen seines Eishockeylebens gezeigt. Die Seite mit den Stehplätzen heißt ab sofort Hartmut-Nickel-Kurve, was mit einem in weinrot gehaltenen Banner optisch bei jedem Heimspiel sichtbar ist.

Die Eisbären erwischten gleich zum Start in die neue Saison einen Sahnetag. In der mit knapp über 12.000 Zuschauern gefüllten Arena am Ostbahnhof konnten die Gäste aus Wolfsburg nur im 1. Drittel halbwegs mithalten. Das Premierentor der neuen Saison gelang Marcel Noebels in der 9. Spielminute. Ein Doppelschlag gleich zu Beginn des Mittelabschnitts war für die Gäste der Ko-Schlag. Sean Backman in der 22. Minute und Neuzugang Pierre-Cedric Labrie in der 24. sorgten für den Vorsprung von drei Toren.

Das 3:0 für die Eisbären ist gefallen, Torschütze die Nummer 23 PC. Labrie © Foto: Stephan Wenske

In der 29. Minute waren die Eisbären in Unterzahl und konnten trotzdem die Führung weiter ausbauen. Dem erfahrenen Wolfsburger Stürmer Brent Aubin unterlief ein folgenschwerer Puckverlust und ermöglichte, dass sich ein weiterer Eisbären-Neuzugang als Torschütze auszeichnen konnte. Der NHL erfahrene (694 Einsätze)und mit einem enormen Antritt ausgestattete Maxim Lapierre ließ mit einem satten Schuss dem Wolfsburger Goalie keine Chance. Angesichts des klaren Vorsprungs schalteten die Eisbären einen Gang runter. Daraus konnten die Gäste in der verbleibenden Spielzeit nur wenig Kapital schlagen. Ihr Spielaufbau war viel zu behäbig und ungenau. Ihnen gelang zwar im Schlussdrittel, in der 54. Minute der Anschlusstreffer zum 1:4, dabei nutzten sie eine Überzahl, doch da war die Messe längst gesungen. Der Schuss von Brent Aubin war durchaus haltbar. Der neue Eisbären-Goalie Sebastian Dahms, der sonst einen soliden Einstand hatte, griff mit seiner Fanghand ins Leere. Ein Shutout gleich zum Einstand, das wäre doch was gewesen. Egal, auch so konnten sich die Eisbären zu Recht feiern lassen und über einen gelungenen Saisoneinstand freuen.

Sebastian Dahm, der neue Eisbären-Goalie mit gelungenem Einstand. © Foto: Stephan Wenske

Spieler des Tages bei den Eisbären wurde die neue Nummer 40, der bereits erwähnte Maxim Lapierre, der erstaunlicherweise, weil Andre Rankel wegen einer Verletzung nicht spielen konnte, als Kapitän auflief. Ebenso nicht dabei waren Kai Wissman (Virusinfektion) und Florian Busch, der sich noch im Aufbautraining befindet. Am nächsten Spieltag müssen die Eisbären in Bremerhaven antreten, die haben ihr Auftaktspiel mit 1:0 in Düsseldorf gewonnen.

Hans-Peter Becker

Spieldaten

DEL 1. Spieltag

13.09.2019 19:30 MB Arena Berlin

EHC Eisbären Berlin – Grizzlys Wolfsburg 4:1 (1:0/3:0/0:1)

Strafen:

Eisbären 8

Wolfsburg 8

Torfolge:

1:0 (9. Min.) EQ Torschütze Marcel Noebels (Florian Kettemer/James Sheppard)

2:0 (22. Min.) EQ Torschütze James Sheppard (Sean Backman/Marcel Noebels)

3:0 (24. Min.) EQ Torschütze Pierre-Cedric Labrie (Constantin Braun/Florian Kettemer)

4:0 (29. Min.) SH1 Torschütze Maxim Lapierre

1:4 (54. Min.) PP1 Torschütze Brent Aubin (Ryan Button/Mathis Olimb)

Saisonaus für die Eisbären

Das Spiel 7 fand nicht mehr statt, nach sechs Spielen hatte der amtierende Meister aus München das Halbfinale mit den dafür nötigen vier Siegen erreicht. Das plötzliche Saisonende durch das Playoff-Prinzip ist brutal. Beim Verlierer ist nur noch Leere. 1981 wurde erstmals in der BRD die Eishockeymeisterschaft durch Playoffs ermittelt. Die heutige Generation der Eishockeyspieler ist also mit diesem Prinzip aufgewachsen.

Eisbären verabschiedeten sich aus der Saison 2018/19 Foto: © Stephan Wenske

Nach der knappen 3:4 Niederlage stand ein enttäuschter Eisbären-Kapitän in der Mixed-Zone der Presse Rede und Antwort. Dieses Spiel war im kleinen ein Spiegelbild des gesamten Saisonverlauf. Der Kader war gut genug für das Halbfinale. Zu große Leistungsschwankungen, zum Teil mit verursacht durch Verletzungspech verhinderten eine bessere Ausgangsposition für den Saisonhöhepunkt.

Vor dem Spiel gab es eine eindrucksvolle Choreo, passend zum Gegner wurde die Tradition beschworen. Die wiedererstarkte Mannschaft stemmte sich gegen das drohende Aus. Der Applaus der Fans nach der Niederlage war verdient. Der noch amtierende Meister war den Tick besser, sie wurden voll gefordert von den Eisbären. Die beiden Siege der Serie gelangen ohne ein Gegentor kassiert zu haben. Allein das war bemerkenswert.

Torwart Kevin Poulin war ein starker Rückhalt © Foto: Stephan Wenske

Stephane Richer war sogar Stolz auf seine Mannschaft und verkündete, dass es definitiv sein letztes Spiel als Trainer der Eisbären war. Jetzt ist er wieder ausschließlich als Sportdirektor tätig. Da kann er gleich loslegen. Ein neuer Trainer muss gefunden werden und im Kader steht wohl ein größerer Umbruch bevor. Es wäre ohne das große Verletzungspech sicherlich nicht zu den großen Leistungsschwankungen gekommen. Eine gründliche Analyse ist trotzdem notwendig. Der Anspruch, zu den Top-Vier im deutschen Eishockey zu gehören, besteht weiter. Da werden zu einen die Drähte zwischen Los Angeles und Berlin glühen, weiter muss der Nachwuchs gefördert werden.

Hans-Peter Becker

Krasser Außenseiter ? – Eisbären im Viertelfinale

Mehr oder minder souverän haben sich die Eisbären mit zwei Siegen gegen die Straubing Tigers für das Viertelfinale der Deutschen Eishockeymeisterschaft qualifiziert. Dort treffen sie auf den Zweitplatzierten der Hauptrunde, das von Don Jackson trainierte Team von Red Bull München. In einer „Best of seven“ Serie wird entschieden, wer ins Halbfinale einziehen wird.

Die Serie ist nicht ohne eine gewisse Pikanterie. Der im Dezember 2018 bei den Eisbären geschasste Clément Jodoin ist jetzt Co.-Trainer von Don Jackson und beide Mannschaften spielten im vergangenen Jahr im Finale, das die Münchner nach einer dramatischen Serie erst im siebten Spiel entscheiden konnten. Verteidiger Florian Kettemer trug da noch das Trikot der Roten Bullen und spielt jetzt gegen seine ehemaligen Kollegen. Vielleicht hat er ja den einen oder anderen nützlichen Hinweis.

In Abwägung aller Fakten sind die Münchner klarer Favorit. In der Hauptrunde gewannen sie alle vier Partien gegen die Hauptstädter. Lediglich am 28. Dezember des vergangenen Jahres konnten die Eisbären ein wenig Ärger machen und wenigstens mal einen Punkt holen. Was kommt jetzt ? Die Lazarettliste ist kürzer geworden und somit zeigte die Formkurve nach oben. Auf Münchner Seite wird man sich gesagt haben: Ausgerechnet die Eisbären, da kommt eine Wundertüte ! Zumal die Eisbären bereits zwei Playoff-Spiele bestritten haben.

Die Münchner hoffen darauf, dass aller guten Dinge drei sind, denn 2017 gewannen sie die Halbfinalserie gegen die Eisbären. Das Gegenteil wollen die Eisbären beweisen. Zu verlieren haben sie nichts und im Eishockey sind Überraschungen nicht selten. Am Mittwochabend, 13. März wird in München gespielt. In Berlin sind finden mindestens noch zwei Spiele statt. Jeweils am Freitag, 15. März Spiel 2 und am 22. März dann Spiel 4 der Serie.

Von den Verletzten könnte Mark Olver ins Team zurückkehren. Sollte er spielen können, würde Charlie Jahnke weichen müssen.

Hans-Peter Becker

Eisbären gewinnen das „Sechs Punkte Spiel“

Am 47. Spieltag empfingen die Eisbären die Krefeld Pinguine. Ein vorentscheidendes Spiel um Platz 10 in der Tabelle. Krefeld hatte vor dem Spiel 5 Punkte weniger auf dem Konto als die Eisbären. Die Halle am Ostbahnhof war ausverkauft. Die personelle Situation entspannt sich weiter bei den Eisbären. So waren James Sheppard und Florian Kettemer wird mit dabei. Besonders gespannt waren die Fans auf den ersten Heimauftritt von Neuzugang Austin Ortega.

Ehrenbully für den WWF © Foto: S. Wenske

Das Spiel stand unter dem Motto: Back to the 90’s und sollte an den großen Erfolg der Eisbären im Jahre 1999 erinnern. Sie erreichten die Finalrunde der European Hockey League und erreichten einen vielbeachteten 3. Platz. Im kleinen Finale wurde am 14.02.1999 die finnische Mannschaft Ilves Tampere mit 4:1 geschlagen. Einer der Torschützen war Pelle Svensson, der vor dem Spiel auf dem Eis, neben einigen anderen ehemaligen Spielern dieser Ära, stürmisch begrüßt wurde.

Austin Ortega © Foto: S. Wenske

Es entwickelte sich ein harter Kampf, beide wollten unbedingt drei Punkte auf die Habenseite holen. Den Eisbären gehörte die Anfangsphase, doch den ersten Treffer erzielten die Gäste. In der 10. Minute war Daniel Pietta erfolgreich. Der Ausgleich gelang nur vier Minuten später und der Torschütze war Neuzugang Austin Ortega.

Nach zwei gespielten Drittel führten die Gäste vom Niederrhein mit 3:2. Travis Ewanyk und erneut Daniel Pietta trafen für die Pinguine. Für die Eisbären hatte nur Jamie MacQueen getroffen. Im Schlussdrittel hatten beide Mannschaften Chancen auf den Sieg. Das Matchglück lag bei den Eisbären. Zunächst sorgte in der 47. Minute Florian Kettemer mit einem Schuss aus dem Hangelenk für den 3:3 Ausgleich. Dann trafen Jamie MacQueen und Marcel Noebels und das Spiel war gedreht. Allerdings hatte der Treffer von MacQueen einen Beigeschmack. Er fiel bei doppelter Überzahl. Die Schiedsrichter hatten eine fragwürdige Strafzeit verhängt.

Der Treffer von Marcel Noebels hatt Chancen zum Tor des Monats gekürt zu werden. Er hielt genau im richtigen Moment die Kelle in die Vorlage von Louis-Marc Aubry. Der Mittelstürmer gab die direkte Vorlage für fünf Tore, lediglich am zwischenzeitlichen 4:3 war er nicht beteiligt. Den Schlusspunkt im Spiel setzte der Neuzugang Austin Ortega, er traf in der Schlussminute ins leere Tore. Das nennt man einen Einstand nach Maß.

Anzeigetafel während des Spiels © Foto: S. Wenske

Auf dem Videowürfel, der dem Motto des Spiels angepasst wurde und an die elektronische Anzeigetafel im Wellblechpalast erinnerte, stand das Endergebnis. Die Eisbären gewannen das Spiel mit 6:3. Da die Nürnberg Ice Tigers bei den Iserlohn Roosters unterlagen, verbesserten sich die Eisbären auf Platz 9 der Tabelle.

Hans-Peter Becker

Eisbären drohen aus den Playoff Rängen zu rutschen

Nach dem schwer erkämpften Auswärtssieg in Bremerhaven war bei den Eisbären wieder etwas Optimismus zurückgekehrt. Trotz der weiter angspannten Personallage, wollte man dem haushohen Favoriten aus München wenigstens das Siegen so schwer wie möglich machen. Es fehlten neun gestandene Profis, so war die „Jugend forscht Abteilung“ wieder gefragt.

Das Spiel war, trotz guter Vorsätze, bereits nach sieben Minuten für die Eisbären verloren. Dem Doppelschlag in der 3. und 4. Spielminute ließen die Bayern in der 7. Minute Treffer Nummer drei folgen. Lediglich den Mittelabschnitt konnten die Eisbären ausgeglichen gestalten. In der 22. Minute sorgte Marcel Noebels für den ersten Torjubel unter den 11.492 Zuschauern am Dienstagabend in der Arena am Ostbahnhof. Der Hoffnungsfunke wurde jäh gelöscht, als in der 30. Minute die Münchner trotz Unterzahl den Vorsprung von drei Toren wieder herstellten.

Im Schlussdrittel gelang den Eisbären ihr erstes Unterzahltor der Saison. Der 2:4 Rückstand nahm sich jetzt ganz freundlich aus. Es waren noch knapp 15 Minuten zu spielen und die Münchner zogen das Tempo wieder an. Daraus resultierten zwei Tore in der 48. und 52. Minute.

In dieser Phase feierten sich die Eisbärenfans wieder selbst und wollten damit die Eishockeygötter milde stimmen. Auf dem Videowürfel stand das ernüchterne Resultat: Eisbären 2 und RB München 6. Das Spiel war auch die Rückkehr des ehemaligen Cheftrainers Clement Jodoin nach Berlin. Er stand nicht neben Don Jackson hinter der Bande. Mit einem Knopf im Ohr saß er in den oberen Rängen und beobachtete das Spiel. Allzu viele Erkenntnisse wird er nicht gewonnen haben, dafür war die Partie zu einseitig.

Die Situation wird für die Eisbären in Bezug auf das Erreichen der Playoffs immer bedrohlicher. Mit 56 Punkten nach 44 Spielen stehen sie aktuell auf Platz 9 der Tabelle. Krefeld auf Platz 11, ist mit 51 Punkten noch auf Schlagdistanz. Der nächste Gegner, am Sonntag, 3. Februar sind, erneut in eigener Halle, die Augsburger Panther. Nicht auf die Tabelle schauen und versuchen, Punkte zu sammeln, mehr geht im moment nicht.

Hans-Peter Becker

DEL 44. Spieltag  29.01.2019 19:30 Uhr MB-Arena 
EHC Eisbären Berlin - RB München 2:6 /0:3/1:1/0:2/
Zuschauer: 11.492

Torfolge
0:1 3. Min. Maximilian Daubner (Frank Mauer/Mark Voakes) EQ
0:2 4. Min. Andreas Eder (Yannic Seidenberg/Ryan Button) EQ
0:3 7. Min. Andreas Eder (Tobias Eder/Jakob Mayenschein) EQ
1:3 22. Min. Marcel Noebels (Florian Busch/Sean Backman) EQ
1:4 30. Min. Stan Matthew (Frank Mauer/Jakob Mayenschein) SH1
2:4 45. Min. Florian Busch (Marcel Noebels) SH1
2:5 47. Min. Maximilian Daubner (Ryan Button/Andreas Eder) EQ
2:6 52. Min. Justin Shugg (Konrad Abeltshauser/Trevor Parkes) EQ

Strafminuten
Eisbären 33
München 6

Heimklatsche für die Eisbären

Die Halle am Ostbahnhof war ausverkauft. Es lockte das ewig junge Duell mit dem Erzrivalen aus Mannheim. Der 40. Spieltag markiert für die Eisbären einen Tiefpunkt. Die ersatzgeschwächten Berliner, es fehlten neun Stammkräfte, traten mit sechs Nachwuchskräften auf dem Eis an. Schnell wurde klar, dass der Kader auf verlorenem Posten stand. Die Adler erzielten sieben Tore, während die Eisbären leer ausgingen. Als hätten sie sportlich nicht bereits genug Probleme, die treuen Fans kämpfen um den Erhalt ihres Fantreffs. So gab es den üblichen Support erst nach 41 Spielminuten. Da führten die Adler bereits mit 4:0.

Lediglich in den ersten zehn Spielminuten konnten die Eisbären halbwegs mithalten. Beinahe wäre Cedric Schimenz der Führungstreffer für die Eisbären geglückt. Nach dem 1. Drittel lagen die Eisbären mit 0:2 hinten. Im Mittelabschnitt legten die Mannheimer zwei weitere Treffer nach. In der 38. Spielminute verlor Louis-Marc Aubry die Nerven und musste nach einem Stockschlag gegen den Mannheimer Torwart duschen gehen.

Im letzten Drittel kam von den Rängen wieder die übliche Stimmung. Es war Galgenhumor, es wirkte bizarr angesichts der weiteren drei Gegentore, die die Eisbären noch kassierten. In der Pressekonferenz nach dem Spiel äußerte Mannheims Trainer Pavel Gross, dass uns die Situation in Berlin natürlich nicht verborgen geblieben ist. Mit der Anfangsphase des Spiels war er nicht zufrieden. Sein Kollege auf der anderen Seite Stephane Richer war enttäuscht von den älteren Spielern. Allzu viel gab es nicht zu sagen, angesichts des vorangegangenen Desasters. Sehr prosaisch drückte sich der Geschäftsführer der Eisbären Peter John Lee im Programmheft zu diesem Spiel aus. „Ich habe Euch beim ersten Heimspiel des Jahres eingeladen, auf den Flug EBB 2019 mitzukommen…..wir haben nun mit dem Ausfall einiger technischer Systeme zu kämpfen und kommen überhaupt nicht voran.“

Am morgigen Sonntag, 20.01. geht es erneut zu den Grizzlys nach Wolfsburg.

Hans-Peter Becker

Zwei Punkte zum Jahresauftakt


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