Füchse bestehen ersten Härtetest in Flensburg

Am Ende war Aufgabe für Fabian Wiede nicht zu lösen. In der Flensburger Arena war die Spielzeit bereits abgelaufen. Die Füchse hatten noch Freiwurf zugesprochen bekommen. Der Nationalspieler bekam den Ball an der Fünf-Mann-Mauer vorbei, jedoch erwartungsgemäß nicht ins Tor. Es blieb beim 31:31. Die Füchse hatten die erste schwere Auswärts-Aufgabe der noch jungen Saison gemeistert.

Vom Anwurf an demonstrierten die Berliner in Flensburg ihr gewachsenes Selbstvertrauen. Nach 13 Minuten ging der Dritte der letzten Meisterschaft nach zuvor ausgeglichenen Spielverlauf und –ergebnis zum ersten Mal in Führung (9:8). Im weiteren Verlauf konnten die Berliner sogar kurzzeitig einen drei-Tore-Vorsprung herauswerfen (11:14/ 22.). Das Spiel der Gäste wurde dabei immer wieder von Matthias Gidsel angetrieben. Der dänische Weltklassemann prägt schon kurz nach Saisonstart den Rhythmus des Füchse-Spiels. Am Ende war Gidsel mit 11 Toren auch der erfolgreichste Berliner.

Flensburg fand lange Zeit nicht zum gewohnten Flow, kämpfte sich zur Halbzeit jedoch auf 15:16 heran.

Nach der Pause agierten beide Teams weiter auf hohem Niveau. Obwohl die Gastgeber, bei denen der schwedische Ausnahmekönner Jim Gottfridsson zum Lenker wurde, jetzt stärker aufspielten, konnten sich die Füchse neuerlich mit vier Toren absetzen (24:20 / 42.)

Dass eine solche Führung im Handball im Allgemeinen und in Flensburg im Besonderen nichts bedeuten kann, erlebten die Berliner zehn Minuten vor Schluss. Kurz-zeitig schlichen sich Fehler in ihr Spiel ein – Pässe an den Kreis kamen nicht an, Bälle wurden leichtfertig verworfen und schon lagen die Gastgeber in Führung – 29:28 /52. Die Antwort jedoch kam prompt. Eine erneute Führung der Berliner glichen die Flensburger immer wieder aus – bis zum 31:31. Ein Unentschieden, das dem Verlauf der hochklassigen Partie gerecht wurde.

Füchse Coach Jaron Siewert war in seiner Einschätzung hin- und hergerissen. „Ich sehe das Spiel von zwei Seiten. Einerseits können wir stolz auf den Punktgewinn sein. Aber auf der anderen Seite können wir ein wenig enttäuscht sein, denn wir haben das Spiel in unserer Hand, sind mit vier Toren in der zweiten Hälfte vorn. Das müssen wir lernen“

Herbert Schalling

Für die Füchse erfolgreich: Wiede (1), Holm (5), Andersson (3), Lindberg (1), Gidsel (11), Freihöfer (3), Vujovic (5/5), Marsenic (2)

Trainer Siewert zurück – Füchse gewinnen 31:21 gegen TVB Stuttgart

Die erste gute Nachricht gab es vor dem Spiel. Trainer Jaron Siewert hat seine Arbeit als Chefcoach wieder aufgenommen. Während der Saison-Vorbereitung hatte der 28-jährige einen Schlaganfall erlitten. Jetzt erhielt er von den Ärzten grünes Licht für seine Rückkehr.

Was seine Mannschaft im dritten Saisonspiel vor den 6.287 Zuschauern anfangs gegen die bisher sieglosen Stuttgarter bot, war nicht dazu geeignet, ihm einen ruhigen Abend zu bereiten. Das Angriffsspiel zu statisch, die Zahl der Fehlpässe zu hoch, die Würfe zu ungenau. Hätte nicht Keeper Viktor Kireev, der russische Nationaltorhüter, stand das erste Mal über 60 Minuten im Tor der Berliner, zwei Siebenmeter gehalten, die Gäste hätten nach 15 Minuten deutlicher, als nur mit 6:4 führen können.

Mit der Einwechslung von Neuzugang Matthias Gidsel schien ein Ruck durch die Reihen der Gastgeber zu gehen. Die Füchse starteten einen 7:0-Lauf, zu dem der dänische Halbrechte selbst drei Tore beisteuerte, und verwandelten so den Rückstand in eine 17:10-Führung zur Pause, an der auch Silvio Heinevetter nichts ändern konnte. Der ehemalige Berliner hütete von der 15. Minute an das Stuttgarter Tor.

Die zweite Spielhälfte gestalteten die Füchse dann überlegen. Die Führung wurde ausgebaut. Auch als Siewert frische Spieler von der Bank brachte, gab es keinen Bruch im Spiel der Gastgeber, was „von der hohen Qualität zeugt, die wir im Kader haben“, wie Sportvorstand Stefan Kretzschmar fand. Trotz des am Ende deutlichen 31:21-Sieges sah der insgesamt zufriedene Jaron Siewert auch „viel Verbesserungspotential“.

Dieses muss bereits am Donnerstag (15.9.) aktiviert werden. Dann stehen die Füchse im Auswärtsspiel bei der SG Flensburg-Handewitt vor der ersten großen Bewährungsprobe dieser Saison. Das nächste Heimspiel gibt es am 22.9. gegen Aufsteiger ASV Hamm-Westfalen.

Für die Füchse erfolgreich: Wiede 1; Holm 5; Andersson 3; Lindberg 6/2; Gidsel 4; Freihöfer 6; Vujovic 2; Marsenic 3; Drux 1

Der von Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning trainierte Kooperationspartner 1. VfL Potsdam gewann in der 2. Bundesliga sein Auswärtsspiel bei der HSG Konstanz mit 31:23 und ist nach dem zweiten Spieltag Tabellenführer.

Herbert Schalling

Füchse starten mit einem Sieg in die neue Saison

Dröhnende Musik und ein überlauter Hallensprecher, am Sound bei den Füchse-Heimspielen hat sich auch zum Beginn der neuen Saison nichts geändert, zur Freude oder zum Missvergnügen der zahlenden Kundschaft – je nach Geschmack. Nach 84 Tagen Sommerpause erlebten 6.892 Zuschauer beim Spiel gegen Frisch Auf Göppingen wieder Spitzenhandball im Fuchsbau.

Zum akustischen Grunderlebnis in der Max-Schmeling-Halle gehören auch die „Der Hans, der Hans, der kann’s“ – Rufe des Fanklubs, mit denen Tore von Hans Lindberg gefeiert werden. Gestern erklangen sie 12 Mal. Vor dem Spiel war der 41-jährige Rechtsaußen, in der vergangenen Saison Torschützenkönig der Bundesliga, in die klubinterne „Hall of Fame“ aufgenommen worden.

Füchse-Manager Bob Hanning, der erneut den erkrankten Cheftrainer Jaron Siewert vertrat, vertraute zunächst den aus der letzten Saison bekannten Spielern. Allerdings fanden die, frei nach dem Motto `Aller (Wieder-) Anfang ist schwer` nur schleppend in die Partie.

20 Minuten war es ein ausgeglichenes Spiel mit wechselnder Führung. Erst nach der Einwechslung der beiden Neuzugänge, des Dänen Matthias Gidsel /Rückraum rechts) und des Schweden Max Darj (Abwehrchef/Kreis) bekam das Spiel der Gastgeber Struktur. Das 17:13 zur Pause wurde allerdings auch durch zwei Rote Karten gegen Göppinger Spieler begünstigt, weil die Gäste, Fünfter der vergangenen Saison, dadurch ihre Formation umstellen mussten.

Nach der Pause setzten die Füchse ihr zielstrebiges Spiel fort. In ihrer besten Phase lagen sie mit zehn Toren in Führung (30:10/47.). Da war schon viel zu sehen von der versprochenen neuen Füchse-Qualität. Schließlich will man, so Bob Hanning vor der Saison, die Champions-League-Plätze (Rang 1 und 2) angreifen.

Als der Trainer Hanning dann in der Schlussphase auch dem „zweiten Anzug“ eine Chance gab – alle Spieler kamen zum Einsatz – wurde jedoch deutlich, dass es einigen (noch) an der nötigen Klasse mangelt, was zum Saison-Auftakt auch verständlich ist. Gewohnt zuverlässig verrichtete dagegen Hans Lindberg seine Arbeit – mit 12 Treffern war er nicht nur bester Füchse-Werfer. Der Däne, zur Zeit Dritter in der ewigen Torschützenliste der Bundesliga, macht sich mit seinen jetzt 2771 Toren auf, seinen Landsmann Lars Christensen (früher SG Flensburg-Handewitt) anzugreifen. „Nur“ 104 Tore fehlen noch zu Platz 2.

Mit dem 34:27-Sieg waren am Ende sowohl Trainer/Manager Bob Hanning, als auch Sportvorstand Stefan Kretzschmar zufrieden. Am 8.9. spielen die Füchse in Wetzlar, am 10.9. wieder im Fuchsbau gegen Stuttgart.

Für die Füchse erfolgreich; Wiede 3, Darj 1, Holm 3, Andersson 1, Lichtlein 1, Lindberg 12/8, Gidsel 3, Freihöfer 1, Marsenic 8, Drux 1

Herbert Schalling

Pflichtaufgabe erfüllt – Füchse gewinnen gegen GWD Minden

Füchse Berlin – GWD Minden 35:26

Die Füchse hatten das vorletzte Heimspiel der Saison zum „Tag des Kinderhand-balls“ ausgerufen. Bei freiem Eintritt für die Eltern konnten sich die Jüngsten bei der gemeinsam mit dem HVB und der AOK organisierten Aktion an verschiedenen Stationen, sogar auf dem Spielfeld der Profis ausprobieren und auch Autogramme der Füchse-Spieler ergattern.

Ein Kinderspiel war die Partie gegen GWD Minden für die Gastgeber zunächst nicht. Zwar waren die Berliner mit hohem Tempo gestartet und hatten schnell einen Drei-Tore-Vorsprung herausgeworfen (6:3 /7.), aber Ballverluste und überhastete Würfe boten den Gästen aus Ostwestfalen immer wieder Möglichkeiten zum Kontern. Drei Mal konnte Minden, als Drittletzter noch mitten im Abstiegskampf, einen Mehr-Tore-Vorsprung der Füchse ausgleichen. Erst in der Schlussphase der ersten Hälfte spielten sich die Berliner frei und gingen mit einem 18:15 in die Pause.

Nach dem Wechsel erhöhten die Füchse das Tempo und gewannen gegen die nunmehr überforderten Gäste zunehmen die Kontrolle über das Spiel. Weniger Ballverlusten. Mehr Konsequenz beim Ausnutzen der Wurfchancen – somit wuchs der Vorsprung kontinuierlich.

Aus dem Team ragte dabei erneut Hans Lindberg heraus. Der fast 41-jährige dänische Rechtsaußen, er hatte in der Woche seinen Vertrag um ein weiteres Jahr verlängert, spielte sich in einen wahren Rausch. Mit seinen 11 Treffern zeichnete er am Ende fast für ein Drittel der Füchse-Tore verantwortlich. Zum fünften Mal in Folge könnte Hans Lindberg als erfolgreichster Füchse-Schütze aus der Saison gehen. Auch in der Torjäger-Liste der Bundesliga liegt er in Führung. Mit bisher 228 Toren hat er seinen Bestwert (202/ Saison 2019/20) längst übertroffen.

Der souveräne 35:25-Sieg vor 8066 Zuschauern hatte am Ende jedoch einen bitteren Beigeschmack. Fabian Wiede verletzte sich bei einer Abwehraktion am Fuß Wahr-scheinlich ist die Saison damit für den Nationalspieler, der sich schon einmal am Sprunggelenk verletzt hatte, vorzeitig beendet.

Da die SG Flensburg-Handewitt zeitgleich in Lemgo unterlag, konnten die Füchse ihren Vorsprung auf den Mitkonkurrenten um Platz drei auf vier Punkte ausbauen. Für den Sprung auf Rang zwei und das Erreichen der Champions League wären an den zwei ausstehenden Spieltagen zwei Siege (nächste Partie am Mittwoch bei der HBW Balingen-Weilstetten) nötig, bei gleichzeitigen Punktverlusten des THW Kiel. Darüber spekulieren wollte Füchse-Trainer Jaron Siewert jedoch nicht. „Wir müssen bereit sein, falls Kiel etwas liegen lässt.“ Platz drei am Saisonende wäre die beste Füchse-Platzierung seit 2017/18.

Herbert Schalling

Für die Füchse erfolgreich: Wiede 3, Holm 2, Andersson 5, Lindberg 11/2, Lets 1, Vujovic 6, Marsenic 4, Drux 3

Füchse für Saisonfinale gerüstet: 37:31 Sieg gegen Frisch Auf Göppingen

Der Hans, der Hans …der kann`s“ ! Mit diesem bewährten Schlachtruf feierte der Fan-Klub „Füchse-Power“ auch noch nach Spielende Hans Lindberg. Wieder mal war der Däne erfolgreichster Werfer der Gastgeber. Seine zehn Tore hatte er diesmal „gerecht“ aufgeteilt: Fünf vom 7-Meter-Punkt und fünf aus dem Spiel heraus. Wobei er dreimal nach unwiderstehlichem Sprint über das gesamte Spielfeld Konter erfolgreich abschloss.

Das Besondere ist dabei nicht nur Lindbergs konstant herausragende Form. Mit 213 Treffer ist er zur Zeit der Top-Goalgetter in der Bundesliga (85,3% Wurfeffektivität), sondern, dass er am 1.August seinen 41. Geburtstag feiern kann. Noch ist seine Vertragsverlängerung nicht offiziell verkündet worden. Sie scheint aber nur noch Formsache zu sein. Nicht nur Lindberg spielte gegen Frisch Auf Göppingen auf hohem Niveau. Die gesamte Füchse-Mannschaft präsentiert sich im Saisonendspurt in guter Form.

Rein tabellarisch war das Spiel gegen FA Göppingen ein Duell der Tabellen-Nachbarn – Vierter gegen Fünfter. Die Schwaben als die Besten vom „Rest“ der Bundesliga (hinter den „großen Vier“) hatten vor der Partie jedoch schon 13 Punkte Rückstand auf die Berliner.

Das Angriffsspiel der Füchse lief nach dem 0:1-Rückstand auf Hochtouren. Entscheidend absetzen konnten sie sich jedoch zunächst nicht, weil Göppingen nach Gegentoren mehrfach blitzschnell konterte und die noch nicht wieder formierte Füchse-Abwehr überraschte. Außerdem verzichtete Füchse-Coach Jaron Siewert lange Zeit auf Abwehrchef Viran Morros (der nach Saisonende in die Schweiz wechselt) und probierte verschiedene Deckungsvarianten aus. In der kämpferisch geprägten Partie konnten sich Berliner erst in der Schlussphase der ersten Hälfte absetzen. Zur Pause stand es 22:18

Nach Pause präsentierte sich Abwehr dann sattelfester und fand besseren Zugriff auf die Würfe der Göppinger. Dazu steigerte sich Torhüter Milosavljev (15 Paraden) und kaufte mit spektakulären Aktionen, u.a. ein gehaltener Siebenmeter von Nationalspieler Marcel Schiller) den Gästen den Schneid ab. In dem temporeichen Spiel ließ bei Gästen zunehmend die Konzentration nach. So gerieten die Füchse nicht mehr Gefahr und konnten den Gegner auf Abstand halten. Die 37 Tore sind Saisonbestwert für die Berliner.

Weiter geht es am Sonntag, 22. Mai, in Erlangen. Zeitgleich treffen am selben Tag die Mitkonkurrenten um den zweiten Tabellenplatz (Champions-League-Teilnahme) Flensburg und Kiel aufeinander.

Herbert Schalling

Für die Füchse erfolgreich: Wiede 6, Holm 4, Andersson 2, Lindberg 10/5, Beneke 1, Vujovic 4, Marsenic 7, Drux 2

Klarer Derbysieg – Füchse gewinnen 34:25 gegen DHfK Leipzig

Die Spiele der Füchse gegen den SC DHfK hatten sich seit dem Aufstieg der Leipziger 2015 zu echten Derbys, zu hart umkämpften Partien auf Augenhöhe entwickelt. In der letzten Saison zum Beispiel gelang es den Berlinern nicht, gegen den sächsischen Rivalen zu gewinnen. Diesmal allerdings dominierten die Füchse eindeutig. Der 34:25-Sieg war am Ende auch in der Höhe verdient.

Der Start der Hausherren – furios. 4:0 nach vier Minuten. Leipzigs Coach Andrè Haber musste die früheste Auszeit der gesamten Bundesliga-Saison nehmen, um seine müde Truppe aufzurütteln.

Das Erfolgsrezept Füchse: im sechstletzten Saisonspiel: Klug herausgespielte Tore über den Kreis – hier glänze vor allem Mijajlo Marsen als Vollstrecker (7 Treffer) und schnelle Konter. Dabei nutzten die flinken Valter Chrintz und Milos Vujovic( mit acht Treffern erfolgreichster Fuchs) die zahlreichen Ballverluste der Leipziger. Mehrfach wurden die Außen von Keeper Dejan Milosavljev mit präzisen Zuspielen auf die Reise geschickt. Der Füchse-Torhüter glänzte darüber hinaus mit zahlreichen Paraden und einem gehaltenen Siebenmeter. Mit dem 17:12 zur Pause war der Weg zum Sieg frühzeitig geebnet.

Ihr konzentriertes Spiel setzten die Füchse nach der Pause fort – diesmal ohne die gefürchteten „fünf schlimmen Minuten“ ohne Tore, die beim Spitzenspiel vor zwei Wochen in Magdeburg den Sieg und im Verlauf der Saison manchen Punkt gekostet hatten. Trainer Jaron Siewert zollte seinem Team deshalb Respekt für diese Leistung. „Wir hatten uns viel vorgenommen und die Mannschaft hat es prima umgesetzt“. Sportdirektor Stefan Kretzschmar lobte das durchgehend hohe Tempo im Spiel und „dass in dieser Saisonphase auch jüngere Spieler Akzente setzen“. Er meinte damit vor allem Max Beneke und Kreisläufer Jann Keno Jacobs (beide zwei Treffer).

Nach dem 34:25-Sieg bleiben im Rennen um den begehrten zweiten Tabellenplatz, der zur Teilnahme an der Champions League berechtigt. Punktgleich mit dem Dritten Flensburg und nur einen Punkt hinter dem THW Kiel. „Natürlich könnten wir spekulieren, ob Flensburg nächsten Sonntag Kiel schlägt und wir am letzten Spieltag dann Flensburg“, meine Jaron Siewert. „Das nützt aber nichts, wenn wir unsere Aufgaben nicht erfüllen. Die werden schwer genug“ Drei Heimspiele (Göppingen, Minden, Flensburg) und zwei Auswärtspartien (Erlangen, Balingen) warten bis zum 12. Juni noch auf die Füchse. An der Zielstellung allerdings lässt Stefan Kretzschmar keinen Zweifel: „Natürlich wollen wir alle fünf Spiele gewinnen.“

Herbert Schalling

Für die Füchse erfolgreich: Wiede1, Holm 2, Andersson 3, Lindberg 2, Langhoff 1, Chrintz 5, Beneke 2, Jakobs 2, Vujovic 8, Marsenic 7, Drux 1

Siegesserie der Füchse gerissen

32:32 gegen Hannover-Burgdorf

Die 44. Minute hätte für die Füchse zum Wendepunkt des Spiels werden können. Zum ersten Mal (!!) gingen sie gegen den Tabellen-14. in Führung. Abwehrchef Viran Morros traf vom eigenen Kreis ins leere Gästetor. Hannover hatte wegen einer Zeitstrafe den Torhüter durch einen sechsten Feldspieler ersetzt. Der Treffer des 38-jährigen Spaniers sorgte auch für den erwarteten Push. Zehnmal warfen die Gastgeber danach einen Vorsprung heraus, einmal sogar mit zwei Toren (29:27/55.). Zum Sieg reichte es aber nicht, weil sich die Berliner nach jedem erfolgreichen Torwurf einen Konter einfingen. Als Hannover zwei Sekunden vor der Schlusssirene mit schönem Kempa-Trick-Tor zum letztlich gerechneten 32:32 ausglich, war die Füchse-Serie von acht Bundesliga-Siegen in diesem Jahr gerissen.

Bereits der Start ins Spiel war den Füchsen vor 5.866 Zuschauern in der Max-Schmeling-Halle misslungen. Bereits nach fünf Minuten lagen sie gegen die „Recken“ aus der niedersächsischen Metropole mit 2:5 zurück. Hannover spielte mit sehr variabler Deckung und die Abwehrspieler fassten auch hart zu. Das schien die Füchse zu beeindrucken. Zu kompliziert zogen sie ihr Angriffsspiel auf, warfen teilweise über-hastet oder scheiterten an Hannovers Torhüter.

Die Gäste, die von Ex-Fuchs Sören Christophersen und Assistenz-Trainer Hedmar Felixsson gecoacht wurden (Cheftrainer Christian Prokop in Corona-Quarantäne) traten selbstbewusst auf und waren sowohl vom Kreis, als auch mit Würfen aus dem Rückraum erfolgreich. Zudem hatte Füchse-Torhüter Dejan Milosavlev nicht seinen besten Tag erwischt. Erst kurz der Pause ging ein Ruck durch die Reihen der Gastgeber. Dennoch ging es mit 13:15 in die Pause. „Die ersten 30 Minuten waren wir nicht da, haben nicht das Niveau erreicht, welches wir zeigen können“. Lautete die ernüchternde Bilanz von Füchse-Coach Jaron Siewert.

Mit sichtbar anderer Körpersprache und zum Teil veränderter Aufstellung (Milos Vujovic auf Linksaußen) hatten die Berliner in der zweiten Spielhälfte mehr Zugriff auf das Spiel. Weil die Zahl der Fehler beim Abschluss und im Abwehrverhalten jedoch nicht entscheidend reduziert werden konnte, reichte es nur zum Remis.

Die Füchse rutschten dadurch in der Tabelle auf Rang 3 ab. „Wir haben immer noch die Chance und solange geben wir alles“, fasste Jakob Holm mit Blick auf den verlustig gegangenen zweiten Platz (berechtigt zur Teilnahme an der Champions-League) zusammen. „Als Nächstes ist Magdeburg dran. Das ist ein vier-Punkte-Spiel“, so der dänische Nationalspieler.

Die Partie beim Bundesliga-Tabellenführer findet nach Länderspiel-Pause und Pokal-Final-Four-Turnier am 1.Mai in Magdeburg statt.

Für die Füchse im Einsatz: Wiede (3), Holm (3), Andersson (3), Lindberg (11/8), Morros (1),Matthes (1) Vujovic (4), Marsenic (3), Drux (3)

Herbert Schalling

Füchse verpassen das Viertelfinale der European League

30:33 – Füchse verlieren auch das Rückspiel gegen HSC Nantes

Nach 45 Minuten war die Situation verheißungsvoll – 25:22. Die Füchse führten gegen den HSC Nantes zum ersten Mal mit drei Toren. Das 24:25 aus dem Hinspiel vor einer Woche war mehr als wettgemacht. Das Weiterkommen gegen den letztjährigen Champions-League-Halbfinalisten schien machbar. Die 5.218 Zuschauer in der Max-Schmeling-Halle waren aus dem Häuschen.

Die Hoffnung erstarb sehr schnell. Innerhalb von sieben Minuten wandelte der aktuelle Zweite der französischen Liga den Rückstand in einen zwei-Tore-Vorsprung. „Wir haben in dieser Phase zu viele Fehler gemacht“, fand Füchse-Coach Jaron Siewert hinterher.. Besonders ärgerlich war, dass die Berliner ihren Vorteil aus der Hand gaben, als Nantes wegen einer 2-Minuten-Strafe zeitweise mit einem Spieler weniger agierte. „Wir haben da komplett die Kontrolle über das Spiel verloren“, lautete Siewerts ernüchterndes Fazit.

Bereits der Start in die Partie war den in der Bundesliga in diesem Jahr noch ungeschlagenen Füchsen misslungen. Zu selten kamen die Berliner gegen Nantes gut organisierter Abwehr in aussichtsreiche Wurfpositionen. Mehrfach landeten Würfe an Latte und Pfosten. Das Spielglück war nicht aufseiten der Hausherren. Zudem scheiterte der sonst so sichere Hans Lindberg zweimal vom 7-Meter-Punkt.

Die Franzosen, angeführt vom 37-jährigen spanischen Ex-Weltmeister Valero Rivera schlugen daraus Kapital. Seine ideenreichen Anspiele nach Außen oder an den Kreis fanden immer wieder frei stehende Mitspieler. Das Zwischenergebnis: 3:6 nach zehn Minuten.

Aus dieser misslichen Lage kämpften sich die Füchse heraus. Ein Ruck schien durch die Mannschaft zu gehen. Dejan Milosavljev glänzte mit mehreren Paraden und die Torabschlüsse klappten jetzt besser. Mit 15:14 für die Gastgeber ging es in die Pause.

Nach dem Wechsel blieb die Partie zunächst ausgeglichen. Die Füchse gingen in Führung, kassierten jedoch schnell den Ausgleich, weil es bei den schnellen Kontern des HSC Nantes an Aufmerksamkeit im Rückzugsverhalten fehlte. Die Partie blieb offen bis zu den schon beschriebenen „schwarzen sieben Minuten“ der Berliner. Dieser Blackout kostete den Sieg. Die cleveren Franzosen nutzten diese Schwächephase gnadenlos aus und gewann verdient mit 33:30. Im Viertelfinale trifft Nantes jetzt auf Bundesliga-Primus SC Magdeburg.

Für die Füchse gilt, was Routinier Hans Lindberg als Erkenntnis aus diesem Spiel mitnahm. „Wir sind enttäuscht, weil wir uns mehr vorgenommen hatten. Jetzt müssen wir das Spiel abhaken und uns auf die nächste Aufgabe konzentrieren“.

Die lässt nicht lange auf sich warten. Am Sonntag, 10. April ab 16:05 Uhr in der Max-Schmeling-Halle, geht es gegen den TSV Hannover-Burgdorf weiter.

Für die Füchse im Einsatz:

Wiede 4/1, Holm 3, Vori 1, Andersson 5, Lindberg 5/1, Beneke 1, Vujovic 5/2 Marsenic 5, Drux 1

Herbert Schalling

Füchse weiter auf Kurs Champions League

29:24 gegen TBV Lemgo Lippe

Er hätte sein Comeback auf dem Handball-Parkett zu gern mit einem Tor gekrönt: Igor Vori. Der kroatische Rekord-Nationalspieler war am Dienstag kurzfristig für den verletzten Kreisläufer Johan Koch verpflichtet worden. In der Schlussminute kam das Zuspiel von Kapitän Paul Drux jedoch nicht bei Vori an.

Rund 20 Minuten hatte der Olympiasieger von 2004 drei Jahre nach seinem Karriereende auf dem Parkett gestanden. „Er muss sich erstmal wieder zurechtfinden. Aber man hat heute schon gesehen, mit dem Handball ist es wie mit dem Radfahren. Das verlernst Du nicht“, fand Bob Hanning. Auch Sportvorstand Stefan Kretzschmar war mit Voris Auftritt hochzufrieden. „Mit seiner Erfahrung kann er für uns noch sehr wichtig werden, in den nächsten entscheidenden Wochen.“

Der 41-jährige Vori (2,04 m, 114 Kilo) war nicht die einzige „neue Personalie“ bei den Füchsen. Gecoacht wurde das Team erneut von Bob Hanning. Der Geschäftsführer hatte Cheftrainer Jaron Siewert kürzlich schon wegen einer Corona-Erkrankung vertreten müssen. Diesmal war der Anlass ein erfreulicher. Siewert erwartete Familienzuwachs, der sich auch pünktlich während des Spiels einstellte – Herzlichen Glückwunsch.

Nach dem historischen Auswärtssieg beim THW Kiel vor elf Tagen wollten die Füchse ihre Tabellenposition mit einem weiteren Erfolg festigen. Der TBV Lemgo erwies sich als der erwartet unbequeme Gegner. (Kretzschmar: „Eine sehr gut organisierte Mannschaft“) Während die Abwehr der Berliner sehr variabel agierte und den Gästen nur wenig klare Wurfmöglichkeiten gestattete, fehlte es dem Angriffsspiel anfangs an Tempo und Übersicht. „Wir hatten auch drei, vier technische Fehler im Aufbau“, bemängelte Bob Hanning. „Aber die Jungs haben immer den Kopf oben behalten und so auch kritische Phasen gemeistert“.

Dazu zählten besonders die ersten Minuten nach der Halbzeitpause. Da büßten die Füchse in doppelter Unterzahl ihren Drei-Tore-Vorsprung ein. Fortan ging es hin und her. Lemgo glich die Führung der Gastgeber immer wieder aus. In dieser Phase erwies sich Torhüter Dejan Milosavljev einmal mehr als großer Rückhalt. Mehrfach verhinderte der Serbe, angefeuert von „Milo, Milo-Rufen“ der 4026 Zuschauer, Lemgoer Tore. Zu seinen Glanztaten gehörten auch zwei gehaltene Siebenmeter von Ex-Fuchs Bjarki Elisson.

In der Schlussviertelstunde bauten die Füchse ihren Vorsprung kontinuierlich aus. Bei Lemgo ließ die Konzentration deutlich nach. Besonders der Abwehr bekamen die Gäste keinen Zugriff mehr. Am Ende gewannen die Füchse 29:24. Es war ihr sechster Sieg im sechsten Bundesliga-Spiel 2022. In der offiziellen Tabelle bleiben die Berliner mit einem Spiel weniger als der Zweite, THW Kiel auf Platz drei.

Mit vier Spielen innerhalb von zehn Tagen in Bundesliga und European League Tagen werden die Füchse demnächst besonders gefordert:

Tore: Wiede 7, Holm 5, Marsenic 5, Lindberg 4, Matthes 4, Drux 3, Andersson 1

Herbert Schalling

Pflichtsieg gegen TVB Stuttgart – Füchse gewinnen 29:22

Nach dem Stress mit vier Spielen in einer Woche (Bundesliga und European League) hatten die Füchse diesmal etwas mehr Zeit zur Vorbereitung. Mannschafts-Kapitän Paul Drux hatte angekündigt, das Team wolle die Zeit zum „Aufladen der Akkus“ nutzen.

Zunächst schien es jedoch, als hätten die Berliner in der viertägigen Wettkampf-Pause ihren Rhythmus verloren. Viele technische Fehler, überhastete Abschlüsse, Ballverluste – in den ersten 20 Spielminuten konnten sich die Füchse keinen Vorsprung erarbeiten. Im Gegenteil, die Stuttgarter, die ihre letzten sechs Bundesliga-Spiele verloren hatten, nutzten ihre Konterchancen beherzt und hielten die Partie offen. Ungewöhnlich früh, nach 15 Minuten nahm Trainer Jaron Siewert deshalb seine erste Auszeit, um das Spiel seiner Mannschaft neu zu justieren. „Wir verlieren fünfmal durch ganz leichte und unnötige Fehler in der Vorwärtsbewegung den Ball. Das hat uns das Leben unnötig schwer gemacht“, analysierte der Coach im Nach-hinein. Eine Umstellung in der Deckung stabilisierte das Spiel der Füchse etwas. So konnten die Gastgeber mit einer 15:11-Führung in die Pause gehen.

Den Vorsatz, es in der zweiten Hälfte besser zu machen, konnten die Berliner zu-nächst jedoch nicht umsetzen. Wieder reihte sich im Aufbauspiel Fehler an Fehler. Da es die schwäbischen Gäste nicht besser machten, gelang jeder Mannschaft in den ersten zehn Minuten nach dem Wechsel nur ein Tor – äußerst ungewöhnlich für ein Bundesliga-Handballspiel.

Vor den 3350 Zuschauern (die maximal zugelassene Kapazität) erhöhten die Hausherren danach das Tempo und gewannen so Stück für Stück die Kontrolle über das Spiel. Daran hatte die von Viran Moros dirigierte Abwehr mit dem starken Torhüter Dejan Milosavljev (42 % gehaltene Bälle) ebenso ihren Anteil, wie Spielmacher Jakob Holm und Routinier Hans Lindberg. Erneut auffällig spielte der 18-jährige Max Beneke. Der Linkshänder warf vier Tore und verschaffte so Fabian Wiede auf der rechten Angriffsseite einige Erholungspausen. Dagegen blieb Lasse Andersen im linken Rückraum diesmal ohne Torerfolg.

Am Ende fiel der Sieg mit 29:22 deutlich aus. Die Füchse bleiben hinter Magdeburg (38:2), Kiel (34:8. Ein Spiel mehr) und Flensburg (32:8) Tabellen-Vierter (31:9). Für Sportvorstand Stefan Kretzschmar hatte der Erfolg dennoch einen Beigeschmack. „Wir lassen, glaube ich, zehn bis 15 hundertprozentige Chancen liegen. Wenn dir ein Gegner solche Chancen bietet, musst du sie auch nutzen.“

Die Anforderungen an die Berliner werden in den nächsten Wochen nicht geringer. Nach dem Europa-League-Spiel am Dienstag (22. Februar) gegen den spanischen Klub Bidasoa Irun geht es am nächsten Sonntag in der Bundesliga weiter, mit einem Auswärtsspiel beim TuS N-Lübbecke.

Füchse Berlin: Milosavljev , Wiede 1, Holm 5, Lindberg 6/4, Langhoff 1, Beneke 4, Matthes 4, Koch 2, Marsenic 3, Drux 2

Herbert Schalling