Comeback und Abschied

Mit einem 3:0-Erfolg (25:18, 25:14, 25:23) gegen den VC Olympia Berlin haben die BR Volleys am Freitagabend die Bundesliga Hauptrunde abgeschlossen. 14 Siege in 16 Spielen und somit 43 Punkte stehen für den Deutschen Meister damit zu Buche, der nun als Tabellenerster in die am 04./05. Februar startende Zwischenrunde geht. Die Zuschauer im Sportforum sahen ein Bild mit Seltenheitswert, denn Cheftrainer Cedric Enard setzte alle 14 Spieler seines Kaders und damit auch drei Zuspieler ein, wobei Kapitän Angel Trinidad zu seinem Comeback kam und Arash Dosanjh seinen Abschied gab.

Cedric Enard wollte am letzten Spieltag der Normalrunde zunächst nichts dem Zufall überlassen und setzte auf seine Bestformation, zu der im Vergleich zum 3:1-Heimsieg am Mittwoch gegen Düren diesmal auch Nehemiah Mote zählte. Der Auftakt gelang dank der Aufschläge von Johannes Tille und der Hinterfeld-Angriffe von Timothée Carle (3:0) und schnell hatte der Favorit das Spiel unter Kontrolle (12:9, 18:13). Beim Stand von 21:15 konnte Kapitän Angel Trinidad nach zweimonatiger Verletzungspause erstmals wieder das Feld betreten und führte bis zum ersten Satzgewinn erfolgreich Regie (25:18).

Mit einer Aufschlagserie sorgte Ruben Schott im zweiten Durchgang früh für klare Verhältnisse (7:1) und die BR Volleys konnten nach erfolgreichen Abwehraktionen Punkt um Punkt sammeln (18:9). Zwar bewies Jannes Wiesner, dass auch die Youngster auf der anderen Seite durchaus über Aufschlagqualität verfügen, doch mehr als den Rückstand etwas verkürzen konnten sie nicht (18:12). Wieder durfte Trinidad bis zum Satzgewinn das Zepter übernehmen (25:14). Einzig im Block ließen die BR Volleys Wünsche offen (nur ein direkter Blockpunkt in den ersten zwei Sätzen) und in Satz drei konnte sich der VCO im Angriff sogar noch häufiger durchsetzen (8:5, 16:13). Enard schöpfte die volle Breite seines Kaders aus und mit dem 21:17 auf der Anzeigetafel durfte dann auch der Letzte aus dem 14er-Aufgebot auf die Platte: Arash Dosanjh, der die Berliner am Montag Richtung BBTS Bielsko-Biala (POL) verlassen wird, kam ins Spiel und wollte per Zuspieltrick auch das Match beenden. Allerdings sah das Schiedsgericht einen Netzfehler und so war es doch Antti Ronkainen, der den Matchball verwandelte (25:23).

Während der ehemalige SCCer Wiesner es für den VCO auf starke 17 Punkte brachte, wurde Aufseiten der BR Volleys mit Nehemiah Mote ein Mittelblocker Topscorer (11 Punkte). Der MVP-Award ging allerdings an Ruben Schott, der mit fünf Assen glänzte, und Cedric Enard entschied sich mit Zuspieler Djifa Amedegnato für einen weiteren früheren SCCer.

Stimmen zum Spiel
Cedric Enard: „Ich wollte heute allen Spielern Einsatzzeit und auch Arash die Chance geben, sich bei den letzten Punkten von den Fans zu verabschieden. Er durfte sogar nochmal Kapitän sein und hätte ja auch beinahe das Match beendet. Viele waren etwas müde, aber deshalb war es wichtig, die Last zu verteilen. Wir können zufrieden sein und auch der VCO hat gut dagegengehalten.“

Arash Dosanjh: „Ich habe mich sehr gefreut, hier sein zu dürfen und für eine gewisse Zeit ein Teil dieses großartigen Vereins zu sein. Wir konnten die Hauptrunde heute mit einem schönen Sieg abschließen und jetzt wünsche ich meinem Team und allen, die es mit den BR Volleys halten, dass die Saison weiterhin so erfolgreich verläuft.“

BR Volleys Formation
Timothée Carle + Ruben Schott (AA), Anton Brehme + Nehemiah Mote (MB), Johannes Tille (Z), Marek Sotola (D) und Satoshi Tsuiki (L) | Eingewechselt: Antti Ronkainen, Angel Trinidad, Matheus Krauchuk, Saso Stalekar, Adam Kowalski, Cody Kessel, Arash Dosanjh

Topwerte
Mote 11 Punkte, 2 Blocks | Schott 9 Punkte, 5 Asse | Carle 9 Punkte, 4 Asse
Nächstes Spiel
25. Jan | 19.30 Uhr | BR Volleys vs. Aluron CMC Warta Zawiercie / POL

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

Pressefoto Credit: Andreas Gora

BR Volleys fahren nach Mannheim!

Durch das Tollhaus ins Endspiel: Die BR Volleys stehen zum insgesamt elften Mal im großen DVV-Pokalfinale. Vor 2.725 Zuschauern in der ausverkauften Volksbank-Arena Hildesheim mussten die Berliner nach verlorenem Auftaktsatz eine Energieleistung aufs Parkett bringen, um sich die Chance auf den sechsten Pokalsieg zu erspielen. Angeführt von Topscorer Marek Sotola (30 Punkte) konnten sich die Hauptstädter letztlich mit 3:1 (21:25, 25:20, 25:21, 25:15) bei den Helios Grizzlys Giesen durchsetzen und treffen nun in der Neuauflage des Finals von 2020 am 26. Februar 2023 auf die SWD powervolleys Düren.

Für dieses wichtige und letzte Spiel des Jahres setzte Cedric Enard auf der Libero-Position wieder auf Satoshi Tsuiki und wechselte nach der 2:3-Bundesliga-Niederlage in Friedrichshafen auch im Mittelblock. Nehemiah Mote und Anton Brehme erhielten den Vorzug. Zu diesem Halbfinale war auch die Video-Challenge im Einsatz und die schlug zuerst zweimal zugunsten der Berliner aus. Dennoch waren es die Grizzlys, denen dank der Blocks der Nationalspieler Günthör und Baxpöhler die Anfangsphase gehörte (6:8). Nach zwei weiteren Breaks des Heimteams griff Enard zur Auszeit (11:14) und die Hauptstädter schafften mit Kapitän Ruben Schott am Service zunächst den Ausgleich (18:18). In Person von Colito und seinem druckvollen Aufschlag folgte dann aber die Entscheidung in Satz eins (18:23). Nach Marek Sotolas Angriff ins Aus jubelte das Hildesheimer Tollhaus (21:25).

Timothée Carle, der im Auftaktdurchgang nicht gut im Spiel war, meldete sich mit drei Assen in Folge in Satz zwei zurück (9:5). Von diesem Vorsprung konnten die Berliner zehren und ihre Block-Abwehr wurde stärker und stärker (17:13). Als Carle das nächste Mal zum Service durfte, servierte der Franzose ein weiteres Ass und nach einer Stunde stand es verdient 1:1 nach Sätzen (25:20). Noch fehlte die Leichtigkeit, aber immerhin war Sotola im Angriff absolut verlässlich (6:5). Der Tscheche punktete ebenfalls mit dem Service (13:9) und auch die Annahme der BR Volleys hatte sich stabilisiert. Dazu waren die Männer in den schwarzen Auswärtstrikots nun auch im Aufschlag überlegen (17:13, 24:19). Carle belohnte sich und sein Team für die Leistungssteigerung mit der 2:1-Satzführung (25:21). Damit hatten die Berliner den Grizzlys die Zähne gezogen. Sotola tat es Carle gleich und servierte im vierten Satz drei Asse in Folge (8:4).  Die Lösungen im Angriff stimmten auch in schwierigen Situationen und so ließ man Giesen nicht mehr an einer Rückkehr ins Match schnuppern (15:10, 20:13). Mit dem insgesamt 14. Ass beendete Antti Ronkainen das Spiel standesgemäß und machte den elften Finaleinzug der BR Volleys perfekt (25:15).

Im Parallelspiel setzten sich zuvor die SWD powervolleys Düren gegen den VfB Friedrichshafen mit 3:0 (25:19, 25:22, 25:22) durch. Damit ist der Titelverteidiger aus dem Wettbewerb ausgeschieden und wie schon bei ihrer letzten Finalteilnahme 2020 treffen die BR Volleys auf die Rheinländer. Es ist alles angerichtet für ein Volleyball-Spektakel der Extraklasse, bei dem neben dem Finale der Männer auch der SC Potsdam und der SSC Palmberg Schwerin bei den Frauen aufeinandertreffen. Die BR Volleys hoffen auf eine große Fanunterstützung und wollen schon in Kürze Infos zu Tickets und Fanreise nach Mannheim bekanntgeben.

Stimmen zum Spiel
Ruben Schott: „Wir sind einfach glücklich, dass wir es in diesem Jahr wieder gepackt haben. Wir waren im Pokal schon so oft verflucht und deshalb ist dieser Finaleinzug etwas Besonderes. Der knappe Sieg zuhause gegen Lüneburg im Viertelfinale hat uns auch für dieses Spiel das Selbstvertrauen gegeben. Wir haben nach dem Satzrückstand nicht an uns gezweifelt, weil uns vorher bewusst war, dass es hier nicht einfach werden würde. Darauf waren wir eingestellt. Umso mehr freuen wir uns über das Ticket für Mannheim!“  

Cedric Enard: „Das war ein wirklich schwieriges und zugleich würdiges Pokalhalbfinale vor dieser Kulisse. Ich kann sagen: Wir haben es geliebt, hier heute spielen zu dürfen. Giesen hat nach dem Bounce House Cup das nächste Topevent auf die Beine gestellt. Sie waren davon euphorisiert und haben klasse begonnen. Aber meine Mannschaft konnte sich wehren und hat sich so das Endspiel auf der ganz großen Bühne absolut verdient.“

Johannes Tille: „Ich war zweimal so knapp davor und freue mich jetzt einfach unheimlich, dass wir es jetzt geschafft haben. Dieser erste verlorene Satz hat genau die Wut entfacht, die wir gebraucht haben. Unser hervorragender Aufschlag war dann der Schlüssel. Mannheim wird großartig und wir hoffen, dass ganz viele Fans mit uns die Reise antreten.“

BR Volleys Formation
Timothée Carle + Ruben Schott (AA), Anton Brehme + Nehemiah Mote (MB), Johannes Tille (Z), Marek Sotola (D) und Satoshi Tsuiki (L) | Eingewechselt: Antti Ronkainen, Cody Kessel, Arash Dosanjh

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

Pressefoto Credit: Justus Stegemann

Allen Widerständen zum Trotz

Entgegen schwierigen Vorzeichen gewannen die BR Volleys am Samstagabend den Klassiker bei den SWD powervolleys Düren und bleiben damit in der Volleyball Bundesliga unbesiegt. Mit 3:1 (25:10, 18:25, 25:20, 26:24) setzten sich die Berliner ohne ihren Cheftrainer Cedric Enard – und damit unter der Leitung von Lucio Oro – im Rheinland durch. Insbesondere dank der starken Leistung des Bounce House MVP Ruben Schott grüßt der Deutsche Meister daher weiter mit der maximalen Punkteausbeute (21) von der Tabellenspitze. Am Donnerstag (24. Nov., um 19.30 Uhr) wartet nun das wichtige Pokal-Heimspiel gegen die SVG Lüneburg.

Ohne Cedric Enard an der Seitenlinie mussten die BR Volleys in der Arena Kreis Düren antreten. Der Headcoach wurde, wie auch Libero Adam Kowalski, kurzfristig positiv auf COVID19 getestet und auf der Auswärtsreise umgehend isoliert. Somit traten alle elf negativ getesteten Berliner dem Corona-Protokoll der VBL folgend in Düren an. Mit Angel Trinidad fehlte ebenso der Kapitän im Kader der Hauptstädter (Mittelhandfraktur) und auch angesichts dieser personellen Rückschläge waren nicht nur die mitgereisten Fans gespannt: Wie würde das BR Volleys Team die erste Saisonniederlage unter der Woche in der Champions League verarbeiten? Diese Frage stand über dem Duell Erster gegen Zweiter vor 2.000 Zuschauern und die Reaktion der Berliner fiel durchaus eindrucksvoll aus. Im ersten Satz legten die Männer in Orange los wie die Feuerwehr. Düren kam nicht in Tritt und nach einer Aufschlagserie von Anton Brehme führte der Spitzenreiter schnell deutlich (9:3). Das eigene Spiel war im Fluss und die nächste lange Serie von Ruben Schott sorgte für ganz klare Verhältnisse (20:8). Zwei Blocks von Johannes Tille und Timothée Carle beschlossen den einseitigen Auftaktsatz, in dem die Powervolleys kaum Zugriff bekamen (25:10).

Düren hoffte mit Burggräf im Zuspiel auf einen Neuanfang im zweiten Satz und den gab es auch. Das Pendel schlug nun in ähnlicher Form in genau die andere Richtung aus. Ernastowicz legte eine starke Serie – inklusive drei Assen – hin und die BR Volleys verloren ihre Stabilität (5:13). Lucio Oro zog den Cody Kessel-Joker und die Hauptstädter konnten sich wieder etwas heranarbeiten (14:18). Zwei direkte Punkte von Burggräf und seine anschließende Jubel-Ehrenrunde sorgten aber für Ernüchterung bei den Berlinern (15:21) und den verdienten Satzausgleich (18:25).

Nach diesen Leistungsschwankungen auf beiden Seiten wurde Durchgang drei zur Schlüsselphase für den Ausgang des Matches. Jetzt hatte sich das Niveau der Teams angeglichen und Oro schickte mit Carle wieder einen wichtigen Punktesammler zurück auf die Platte (8:7, 16:14). Zwei Breaks per Ass von Schott und Block von Sotola brachten den BR Volleys den Vorteil (19:15). Antti Ronkainen sorgte in bekannter Manier für weiteren Druck im Aufschlag und so war dieser wichtige Satz zugunsten des Tabellenführers entschieden (22:16, 25:20).

Johannes Tille brachte, wann immer möglich, konsequent Brehme ins Spiel und so hatten auch seine weiteren Angreifer mehr Freiraum im Angriff (8:8). Es ging eng zu, obwohl Ronkainen erneut für wichtige Breaks sorgte (14:13). Die Berliner hatten auch Glück bei Schiedsrichterentscheidungen, wehrten einen Satzball ab (23:24) und profitierten dann von Ernastowicz Fehler im Sideout. Den ersten Matchball verwandelte Marek Sotola, der mit 20 Punkten Topscorer seiner Mannschaft wurde (26:24). Zum MVP wurde an diesem Abend aber Kapitän Ruben Schott gekürt. Der Nationalspieler führte sein Team durch schwierige Phasen und steuerte insgesamt drei Asse zum hart erarbeiteten Auswärtssieg bei.

Stimmen zum Spiel
Lucio Oro: „Wir haben wirklich klasse begonnen und das trotz der Sorgen im Vorfeld. Ich habe auch nach dem zweiten Satz jederzeit an die Mannschaft geglaubt. Es war ab Satz drei ein typisches Punkt-für-Punkt-Match ohne längere Serien. Am Ende haben wir auf unsere Stärken vertraut und uns durchgesetzt. Hier diese drei Punkte mitzunehmen, war alles andere als einfach und macht uns sehr glücklich.“

Ruben Schott: „Es war heute keine einfache Situation für uns. Wir haben Düren mit dem starken Beginn etwas aus der Fassung gebracht. Dass sie zurückkommen würden, war aber eigentlich klar. Sie haben in Satz zwei dann gut abgewehrt und wir sind im Angriff nicht mehr so durchgekommen. Das war insgesamt eine anstrengende Woche für uns, weil wir durchgängig unterwegs waren. Jetzt sind alle ziemlich platt. Wir freuen uns, mit diesem wichtigen Sieg endlich wieder nach Hause fahren zu dürfen, wo wir am Donnerstag Lüneburg im Pokal schlagen wollen.“

BR Volleys Formation
Timothée Carle + Ruben Schott (AA), Anton Brehme + Nehemiah Mote (MB), Johannes Tille (Z), Marek Sotola (D) und Satoshi Tsuiki (L) | Eingewechselt: Cody Kessel, Antti Ronkainen, Krauchuk

Topwerte
Sotola 20 Punkte | Carle 14 Punkte | Schott 12 Punkte, 3 Asse | Mote 3 Blocks

Quelle: Christof Bernier/BR Volleys

Pressefoto Credit: Florian Zons

Holpriger, aber erfolgreicher Start

Mit einem Arbeitssieg sind die BR Volleys in die Bundesliga-Spielzeit 22/23 gestartet. Beim TSV Haching München setzte sich der Bounce House Cup Gewinner am Sonntag mit 3:0 (25:21, 25:15, 28:26) durch. Gegen gut aufgelegte Gastgeber stachen MVP Anton Brehme und Antti Ronkainen aus dem Berliner Team heraus, das nun am nächsten Sonntag (16. Okt um 16.00 Uhr) den VfB Friedrichshafen zum ersten Heimspiel der Saison empfängt.

Coach Cedric Enard baute seine Mannschaft gegenüber dem Finale des Bounce House Cups eine Woche zuvor komplett um. Antti Ronkainen, Cody Kessel, Johannes Tille, Krauchuk, Anton Brehme, Nehemiah Mote und Libero Adam Kowalski durften in der Bayernwerk Sportarena von Beginn an auf das Parkett. Die Berliner konnten im Aufschlag zunächst nicht an ihre starke Leistung vom letzten Wochenende anknüpfen und mühten sich im ersten Satz gegen den Außenseiter. Zwar zeigten sich Ronkainen und vor allem Brehme – eingesetzt von Tille – sehr effektiv, aber Haching hielt Schritt (8:7, 16:15). Letztlich machte die Tiefe der Berliner Bank den Unterschied, denn der Doppelwechsel mit Marek Sotola und Angel Trinidad fruchtete zum Satzende. Der Tscheche packte im Block zu (21:20) und servierte auch das abschließende Ass zum 25:21-Satzgewinn.

Auch im zweiten Durchgang hielten die jungen Hachinger Schritt mit dem Deutschen Meister. Ein Block gegen Ronkainen bedeutete das 8:7, aber Tille brachte die BR Volleys von der Servicelinie wieder auf Kurs (17:12). Nun hielten die Hauptstädter den Druck kontinuierlich hoch und provozierten Fehler der Hausherren (23:14). Kessel schlug den Satzball kompromisslos über den Hachinger Dreierblock (25:15).

Zu Beginn von Satz drei musste Zuspieler Tille Meter machen, denn die „Local Heroes“ drückten nun ihrerseits in der heimischen Halle auf das Gaspedal. Probleme in der Annahme und leichte Fehler ließen die Berliner mit 7:10 ins Hintertreffen geraten. Der Schweizer Quentin Zeller konnte sich immer wieder gegen den BR Volleys Block durchsetzen, aber die Männer in ihren schwarzen Auswärtstrikots kämpften sich wieder heran (19:19). In der Crunchtime standen erneut Sotola und Trinidad sowie Ruben Schott auf dem Court. Einen Satzball der Hachinger hatten die Berliner abzuwehren und konnten dann das Blatt doch noch wenden. Schließlich war es wieder Cody Kessel, der den entscheidenden Satz- und Matchball verwandelte (28:26).

Stimmen zum Spiel
Cedric Enard: „Wir haben unseren Job erledigt. Insgesamt waren wir in Breaksituationen aber nicht konsequent genug, um dominanter aufzutreten. Dafür hat in Block und Aufschlag ein bisschen was gefehlt. So haben die Hachinger Selbstbewusstsein getankt und es uns nicht leicht gemacht. Wenn mit Anton ein Mittelblocker Topscorer wird, spricht das natürlich zum einen für unsere Annahme und zum anderen für die Verbindung mit Johannes. Allerdings zeigt es auch, dass wir auf den anderen Angriffspositionen nicht so funktioniert haben, wie wir uns das vorstellen. Mit diesem Sieg im Rücken blicken wir nun natürlich mit großer Vorfreude dem ersten Heimspiel in der Max-Schmeling-Halle entgegen, wo ein starker Gegner auf uns wartet.“

Anton Brehme: „Ich habe mich heute gut gefühlt und hatte mit Johannes eine sehr gute Verbindung auf dem Feld. Wir haben den ersten Satz mit vielen Fehlern im Aufschlag begonnen und daran hatten wir mental zu knabbern. Dann sind wir im zweiten Satz bewusst weniger Risiko gegangen, was auch gut funktioniert hat. Am Ende sind wir wieder in das gleiche Muster verfallen. Daran müssen wir arbeiten, aber insgesamt haben wir die Aufgabe hier souverän gelöst.“


BR Volleys Formation
Antti Ronkainen + Cody Kessel (AA), Nehemiah Mote + Anton Brehme (MB), Johannes Tille (Z), Krauchuk (D) und Adam Kowalski (L) | Eingewechselt: Marek Sotola, Angel Trinidad, Ruben Schott

Topwerte
Brehme 14 Punkte, 4 Blocks, 82 % Angriffsquote | Ronkainen 13 Punkte, 2 Asse, 79 % Angriffsquote | Kessel 11 Punkte

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

Pressefoto Credit: Justus Stegemann

BR Volleys Team komplett

Spielt in der Saison 2022/23 für die BR Volleys, Antti Ronkainen hier im Trikot der finnischen Nationalmannschaft. Foto: © CEV

Der vierte Außenangreifer und zugleich 13. Spieler im Aufgebot des BR Volleys Teams kommt aus Finnland und heißt Antti Ronkainen. Bereits in der Bundesliga für die SVG Lüneburg am Netz, spielte der 25-jährige in den vergangenen zwei Jahren in der Schweiz. Der Nationalspieler hat einen Einjahresvertrag unterschrieben und soll dem Spiel des Hauptstadtclubs vor allem Ruhe und Stabilität verleihen.

Als bei Antti Ronkainen das Angebot aus Berlin auf dem Tisch lag, war für ihn sofort klar, dass er diese Gelegenheit beim Schopfe packen will: „Ich war sehr aufgeregt, weil die BR Volleys in meinen Augen ein Topverein in Europa sind, den jeder verfolgt. Bei einer derartig reizvollen Aufgabe war die Entscheidung für mich einfach.“ Bekannt ist ihm sein neuer Club aus erster Hand. Im Trikot der SVG Lüneburg (2019/20) lernte der 1.91 Meter große Außenangreifer den Volleyballtempel bereits kennen und erinnert sich: „Aus unserer Sicht war das damals wenig erfolgreich. Berlin hatte große Qualität im Team und die Atmosphäre in der Max-Schmeling-Halle war etwas ganz Besonderes.“

Während seiner Saison mit den Niedersachsen, die aufgrund des Ausbruchs der Corona-Pandemie nur eine kurze war, spielte Ronkainen auch mit einem Teamkollegen zusammen, den er nun an der Spree wiedersieht: Mittelblocker Anton Brehme. „Wie würde Anton sagen: Es schmeckt, wieder in einem Team zu sein. Wir hatten eine gute Zeit in Lüneburg und werden sicher daran anknüpfen.“ Brehme räumt mögliche Vorurteile, es handele sich bei dem Neuzugang um einen unterkühlten Finnen, direkt aus dem Weg: „Antti ist ein unheimlich sympathischer und humorvoller Teamplayer. Egal ob im Spiel oder Training, er bringt Emotionen auf den Court. Im Angriff spielt er sehr smart und hat viele Lösungen. Außerdem bin ich ein Fan seines Aufschlags.“

Brehme ist einer von sieben Akteuren, die schon während der Saison 21/22 dem Kader der Berliner angehörten. Ronkainen hingegen zählt zu den insgesamt sechs Neuzugängen und ihm ist bewusst, dass er ein Teil eines größeren personellen Umbruchs beim Deutschen Meister sein wird: „Die Ziele sind bei den BR Volleys immer sehr hoch und auch in der neuen Saison wollen wir um Titel kämpfen. Aber klar ist auch, dass es eine Zeit dauern wird, bis wir unser Zusammenspiel gefunden haben. Und trotzdem treten wir vom Start weg in jedem Match an, um zu gewinnen!“

In der Schweiz schloss der Finne die letzten beiden Spielzeiten mit Lausanne UC auf Rang vier (21/22) und mit Volley Näfels auf Rang sechs (20/21) ab. „Nach der Corona-Saison 2020 war es für mich eine schwierige Situation. Ich habe mich dann spät im Sommer noch für ein Engagement bei Näfels entschieden und durfte in den vergangenen beiden Jahren schöne Erfahrungen in der Schweiz sammeln. Jetzt möchte ich mich aber sportlich auf einem anderen Niveau beweisen und dafür gibt es für mich kaum einen besseren Platz als in Berlin“, fühlt sich der Hobby-Angler bereit für größere Aufgaben. Geboren wurde Ronkainen in Kuusamo und spielte sich bei Palloketut (2014-2016) und Etta Oulu (2016-2018) auch in den Kreis seiner Nationalmannschaft. Bei der Heim-EM im Sommer 2021 war der Blondschopf eine Stammkraft des finnischen Teams, in diesem Jahr führte er seine Landesauswahl in der CEV Silver League sogar als Kapitän auf das Spielfeld. „Eine ganz neue Rolle für mich, die mir aber große Freude bereitet hat“, erzählt er.

In den Augen von Geschäftsführer Kaweh Niroomand wird sich die Neuverpflichtung gut in das Team einfügen: „Mit der Verpflichtung von Antti Ronkainen sind unsere Personalplanungen für die neue Saison vorerst abgeschlossen. In ihm konnten wir noch einen Allrounder dazugewinnen. Nun sind wir zuversichtlich, dass wir mit einer ausgewogenen Kaderzusammenstellung unsere Abgänge auffangen können und diese Mannschaft sich schnell findet. Zum Glück werden in diesem Jahr viele Spieler frühzeitig in die Vorbereitung einsteigen können.“

Quelle: Christof Bernier/BR Volleys

Mit Tsuiki geht die Sonne auf – ein Japaner für die BR Volleys

Die BR Volleys haben einen neuen Libero und Strahlemann aus dem Land der aufgehenden Sonne: Libero Satoshi Tsuiki wechselt aus Frankfurt in die Hauptstadt und unterschreibt an der Spree einen Zweijahresvertrag. Der 30-jährige Japaner ist damit der erste Spieler der Vereinsgeschichte aus Fernost.

© Pressefoto Credit: Corinna Beck

Ganze neunmal stand Satoshi Tsuiki den BR Volleys in der vergangenen Saison gegenüber. Mit den United Volleys Frankfurt, für die er insgesamt zwei Jahre lang aktiv war, kam es in Supercup, Pokal, Bundesliga und Playoffs zum Dauerduell mit den Berlinern. Dabei erhielt der Libero von seinem neuen Coach Cedric Enard dreimal die MVP-Medaille und war einmal in der Max-Schmeling-Halle notgedrungen sogar als Zuspieler im Einsatz. Zur kommenden Spielzeit wird der Japaner nun die Netzseite wechseln: „Das neue Trikot wird vielleicht kurze Zeit komisch für mich sein, denn so viele Vereinswechsel hatte ich in meiner Karriere noch nicht. Aber ich freue mich unheimlich auf diese neue Aufgabe. Die BR Volleys sind definitiv ein weltweit bekannter Klub und es ist für mich eine große Ehre, dieses Angebot aus Berlin bekommen zu haben“, formuliert Tsuiki seine Antrittsworte mit der typisch japanisch freundlichen und respektvollen Art.

Lange Zeit war der 1.74 Meter große Annahme- und Abwehrspezialist im Volleyball und in seiner Heimat als „Ide“ bekannt. Mit der Heirat nahm er den Namen seiner Frau Tsuiki an: „Mein Spitzname ist Sato. Das hätte ich gern auch auf dem Trikot stehen und so werde ich am liebsten genannt“. Von 2013 bis 2020 stand noch Ide auf dem Jersey, als er für die Toray Arrows aus Mishima City die Bälle verteidigte und im Jahr 2017 mit dem Club das Triple aus Pokal und nationaler sowie asiatischer Meisterschaft feierte. In Frankfurt konnte er mit dem Gewinn des DVV-Pokals 2021 ebenfalls einen großen Erfolg verzeichnen.

Tsuiki durfte während seiner Karriere also Volleyball aus zwei verschiedenen Welten kennenlernen: „In Japan wird der Sport in einem gut funktionierenden Konstrukt gespielt, aber die Professionalität ist nicht auf demselben Niveau wie hier. Die Spieler sind oft an die jeweiligen Firmen gebunden und nur wenige haben die Möglichkeit, sich wie ich im Ausland zu versuchen. Hier in Europa stehen die Ergebnisse und das Abschneiden viel stärker im Vordergrund. Es ist eine etwas andere Sicht auf den Sport. Mir gefällt diese ambitionierte Herangehensweise.“

BR Volleys Geschäftsführer Kaweh Niroomand schätzt nicht nur den spürbaren Ehrgeiz, sondern auch die Klasse des Neuzugangs: „Mit Satoshi Tsuiki gewinnen wir einen sehr flexiblen Libero hinzu, der in allen Bereichen eine hohe Qualität mitbringt. Was er kann, hat er in den vergangenen zwei Jahren in der Bundesliga eindrucksvoll bewiesen. Satoshi ist stabil in der Annahme, extrem stark in der Abwehr und hat ein gutes Zuspiel.“ Hinzukommt die japanische Mentalität, die in Person von Tsuiki erstmals ein BR Volleys Team bereichert: Extrem fleißig, sehr ehrgeizig und dabei zugleich zuvorkommend.

Durch den mutigen Schritt ins Ausland hatte „Sato“ sich im Jahr 2020 erhofft, den Sprung zu den Olympischen Spielen in Tokio zu schaffen, doch leider fand er bei den “Heimspielen“ damals keine Berücksichtigung. Auch diesen Sommer wird er statt bei der Nationalmannschaft „mit Reisen und etwas Arbeit in Japan verbringen“, bevor er sich in Berlin erneut für Olympia – dann 2024 in Paris – empfehlen will. „In Japan ist das Niveau unter den Liberos unheimlich hoch. Ich kämpfe um eine der bestbesetzten Positionen der Welt. Dennoch bleibt Olympia ein Ziel von mir.“ Auf dem Weg dorthin will der sympathische Neuzugang für die BR Volleys „in jedem Spiel die beste Leistung auf den Court bringen“.

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

Zuversicht trotz VfB-Matchball

Pressefoto Credit: Maximilian Franz

Nachdem den BR Volleys am Samstag in ihrer Arena der erste Sieg im Playoff-Finale gelungen war, sind Glaube und Selbstvertrauen im Lager des elfmaligen Deutschen Meisters zurück. Übermütig werden die Berliner jedoch keinesfalls für Spiel vier am Mittwoch (27. Apr um 20.00 Uhr) in der ratiopharm Ulm/Neu-Ulm aufschlagen. Schließlich bekam man vor einer Woche zu spüren, wie viel Druck der VfB Friedrichshafen mit dem Heimvorteil entfachen kann. Trotzdem bleibt die Hoffnung, auch den zweiten Häfler Matchball abwehren und damit ein alles entscheidendes Duell erreichen zu können.

„Mit unserem Heimsieg haben wir jetzt sicher auch die Friedrichshafener zum Nachdenken gebracht“, blickt Außenangreifer Ruben Schott zuversichtlich auf das morgige Finalspiel. Ob der 3:0 Heimerfolg der Berliner wirklich ein Wirkungstreffer beim VfB Friedrichshafen war, muss sich nun am Mittwoch zeigen, denn bisher präsentierte sich die Mannschaft von Headcoach Mark Lebedew in dieser Finalserie bestens eingestellt und mental gefestigt.

Bei dem Sieg im heimischen Volleyballtempel konnten die BR Volleys erstmals in diesem Playoff-Finale auch die Schlüsselmomente für sich entscheiden. Zweimal stand es in der „Crunchtime“ 23:23, zweimal gelangen den Hauptstädtern die entscheidenden „Breaks“. Im ersten Durchgang war es der Aufschlag von Ben Patch, der den Unterschied machte. Wobei sein anschließender Jubel in Richtung Fanblock wohl die Szene dieses dritten Finalabends war. Im zweiten Durchgang wurde Georg Klein zum Helden. Ihm gelang die wichtige Abwehraktion vor Timothée Carles Angriffspunkt und auch seine anschießende Geste zur Tribüne zeigte die ganze Entschlossenheit des Heimteams. Der eigentliche Reservist, der beim Finalauftakt für den verletzten Jeff Jendryck einsprang, fasst die Hoffnung der Berliner in Worte: „Wir standen mit dem Rücken zur Wand. Nun fühlt es sich anders an. Es war zwar nur ein erster Schritt, aber auch unser Gegner muss nun dem Druck zuhause standhalten. Nach Berlin und in eine Max-Schmeling-Halle mit dieser Atmosphäre wollen die Häfler ganz sicher nicht noch einmal kommen.“

Klein will weiterhin alles geben, auch um seinem verletzten Kollegen Jendryk noch einen Einsatz in diesem Finale zu ermöglichen. Nach seiner Bänderverletzung arbeitet der US-Amerikaner gewissermaßen 24/7 mit der medizinischen Abteilung, um der Mannschaft wieder helfen können. Jendryk wird zumindest mit in die Donaustadt reisen. Doch auch ohne den effizientesten Angreifer der Bundesliga konnten die BR Volleys im dritten Finalspiel überzeugen, verzichteten auf die sprichwörtliche Brechstange und agierten kontrollierter gegen den starken Block des VfB. Beim ersten Auswärtsspiel vor einer Woche verloren Sergey Grankin & Co phasenweise die Contenance, damit den Fokus und letztlich wichtige Punkte – das war diesmal anders.

Trainer Cedric Enard weiß: „Zweifellos wartet ein ganz schweres Match auf uns, denn unser Kontrahent hat die Chance, zu Hause die Meisterschaft zu feiern.“ Um dies zu verhindern, werden nicht nur eine besondere sportliche Leistung, sondern auch Leidenschaft, Mut und Nervenstärke erforderlich sein. Alles andere als ein weiterer enger Schlagabtausch wäre nach dem bisherigen Finalverlauf überraschend. Welche heiße Atmosphäre in der ratiopharm Arena herrschen wird, ist jedem im BR Volleys Lager nach den Erlebnissen vor einer Woche bewusst. Gut möglich, dass diese seitens der Gastgeber sogar noch gesteigert wird. Warum die BR Volleys diese Finalserie dennoch unbedingt auf die Spitze treiben wollen, bringt Coach Enard auf den Punkt: „Es wäre ein Traum, nochmal vor unserer Heimkulisse in der Max-Schmeling-Halle ein fünftes Finale spielen zu dürfen. Genau dafür werden wir antreten und kämpfen.“

Quelle: Christof Bernier/BR Volleys

BR Volleys – ein schwieriges Unterfangen

Nach dem Auftaktspiel der Playoff-Finalserie 2022 liegt das berühmt-berüchtigte Momentum aufseiten des VfB Friedrichshafen. Dieses nun am Mittwoch (20. Apr um 20.00 Uhr) auswärts in der ratiopharm Arena Ulm/Neu-Ulm zurückzugewinnen, wird für die BR Volleys ein äußerst schwieriges Unterfangen. Nach kurzem „Wundenlecken“ während der Osterfeiertage, wird der Titelverteidiger in Match zwei aber nichts unversucht lassen, eine Antwort auf dem Court zu geben.

Hochkochende Emotionen, nervenaufreibende Video-Challenges und Matchbälle für beide Mannschaften. Das erste „Duell der Giganten“ im Playoff-Finale war das erwartete Volleyballspektakel. Das dürfte sich auch in den weiteren Partien dieser Serie kaum ändern, wobei nach der 2:3-Heimniederlage nun die BR Volleys gefordert sind, überhaupt für mehr als drei Spiele zu sorgen. Die Hauptstädter konnten ihre 2:0-Satzführung und zwei Matchbälle nicht in den erhofften, immens wichtigen Auftaktsieg ummünzen.

Am Ostersonntag hatte die Mannschaft Zeit, den knappen Ausgang (14:16 im Tiebreak) zu verarbeiten, am Montag bat Coach Cedric Enard sein Team wieder in die Trainingshalle und am Dienstag stand für Jeffrey Jendryk der MRT-Termin an. Der Mittelblocker war in Satz zwei des Auftaktspiels umgeknickt und wurde von seinen Mitspielern vom Parkett getragen. „Jeff hat eine Bänderverletzung am rechten Sprunggelenk. Für Spiel zwei am Mittwoch wird er definitiv ausfallen. Alles weitere werden wir in den kommenden Tagen sehen“, begräbt Geschäftsführer Kaweh Niroomand noch nicht alle Hoffnungen auf eine Rückkehr des US-Amerikaners im Saisonfinale.

Trotz dieses personellen Rückschlags und der Auftaktniederlage ist der Siegeswille des BR Volleys Teams ungebrochen. Selbstbewusste Friedrichshafener, die sich von einem 0:2-Satzrückstand nicht aus der Bahn werfen ließen, zeigten sich letztlich entschlossener und entrissen den Hauptstädtern damit den Heimvorteil – und vielleicht auch psychologischen Vorteil? Benjamin Patch, Berlins Punktbester in Spiel eins, sieht das anders: „Es ist doch so, die Geschichte der BR Volleys und der Finals gegen Friedrichshafen ist stets geprägt von Höhen und Tiefen, in den letzten Jahren meist mit dem glücklicheren Ende für uns. Das ist aber nicht selbstverständlich und muss sich jedes Mal aufs Neue hart erarbeitet werden. Wir sind nach dem ersten Duell weder gestresst noch ängstlich. Ich würde sogar sagen, wir sind glücklich, einen Gegner wie Friedrichshafen zu haben.“

Um die Finalserie wieder offen zu gestalten, wird jedoch auch eine Leistungssteigerung notwendig sein. Vor allem im Mittelblock und Außenangriff zeigte sich Friedrichshafen am Samstag stärker. Was insbesondere daran lag, dass Daniel Muniz den verletzten Leistungsträger Vojin Cacic (Achillessehnenriss und Saisonende) hervorragend vertrat und Lucas van Berkel ein überragendes Spiel machte. Mit allein sieben Blockpunkten setzte der Kanadier die Häfler Dominanz aus dem Halbfinale gegen Düren fort. Gegen diesen hohen VfB-Block dauerhaft ein Mittel zu finden, wird eine große Herausforderung für die BR Volleys sein. Wenn mit einer guten Annahme die Grundlage gelegt werden kann, sind Variabilität und Tempo im Angriff wichtig. Für diese Elemente ist Kapitän Sergey Grankin zuständig, der sich gemeinsam mit seiner Mannschaft am Mittwoch in Ulm zurück in dieses Playoff-Finale kämpfen und spielen will.

Playoff-Finale
Spiel 2 | 20. Apr | Mittwoch | 20.00 Uhr | ratiopharm arena
Spiel 3 | 23. Apr | Samstag | 18.30 Uhr | Max-Schmeling-Halle
Mögliches Spiel 4 | 27. Apr | Mittwoch | 20.00 Uhr | ratiopharm arena
Mögliches Spiel 5 | 30. Apr | Samstag | 18.30 Uhr | Max-Schmeling-Halle

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

Entschlossen zurückgeschlagen

Headcoach Cedric Enard forderte nach dem verlorenen Spiel zwei eine klare Reaktion und die zeigte sein Team am Mittwochabend in der Max-Schmeling-Halle. In 83 Minuten besiegten die BR Volleys die United Volleys mit 3:0 (25:18, 25:17, 25:22) und sicherten sich so die 2:1-Führung in der Playoff-Halbfinalserie. Nun gilt es, das gute Heimspiel auch auswärts zu bestätigen. Dann können die Berliner am Samstag (09. Apr um 19.00 Uhr) in der Ballsporthalle ihr Finalticket buchen und dem VfB Friedrichshafen ins Endspiel folgen.

Ruben Schott meldete sich wieder fit für dieses dritte Playoff-Halbfinale und gab dem zuletzt wackligen BR Volleys Team wieder Sicherheit. Obwohl die leichten Fehler aus Spiel zwei nicht sofort gänzlich abgestellt wurden, rissen die Berliner die 2.819 mit leidenschaftlicher Block-Abwehr-Arbeit mit. Die Asse von Benjamin Patch und Timothée Carle waren ebenso Highlights wie Nehemiah Motes Block gegen den Hinterfeldangriff seines Landsmannes Max Staples (8:6). Libero Santiago Danani und seine Nebenmänner gaben in der Abwehr weiter alles und belohnten sich dann vorn im Angriff und Block regelmäßig (17:11). Auch die Einwechslung von Cody Kessel machte sich bezahlt. Der US-Amerikaner trug sich direkt auf das Scoreboard ein und Patch machte mit seinem sechsten Punkt den ersten Satzgewinn perfekt (25:18).

Die Hausherren blieben ihrer Linie treu, waren gierig in der Abwehr und präsent im Block. Zwei Aufschlagserien von Jendryk, der sich gegenüber dem letzten Match ebenfalls deutlich steigerte, entschieden den zweiten Durchgang (7:3, 18:10). Zwischenzeitlich setzte es sogar drei Blocks in Folge (zweimal Grankin, einmal Mote). Anders als noch am Samstag zogen diesmal die Berliner Diagonalangreifer Daniel Malescha den Zahn, sodass Gästetrainer Christophe Achten kurzzeitig auf Routinier Jochen Schöps setzte. Carle beendete Satz zwei per krachendem Ass (25:17).

Wie bereits vor einer Woche steigerten sich die Gäste im dritten Durchgang und konnten sich nun häufiger gegen den Block der Männer in Orange durchsetzen (9:11). Erneut war es aber Jendryk, dessen Extraschichten in Aufschlag und Block sich auszahlen sollten. Seine Serie drehte den Satz (14:13) und der spätere MVP Schott unterstrich seine Wichtigkeit für die Mannschaft mit dem Ass zum 17:15. Die Hessen blieben in Kontakt (23:22), bis – natürlich nach einem Jendryk-Service – Patch mit seinem insgesamt 18. Punkt den Matchball zum Sieg verwandelte (25:22). Damit haben die Berliner nun zwei Chancen, ins Finale um die Deutsche Meisterschaft einzuziehen, wollen aber gleich die erste am Samstag in Frankfurt nutzen. Bereits als Finalist fest steht seit Mittwochabend auch der VfB Friedrichshafen, der sich mit dem dritten Sieg in der Serie gegen die SWD powervolleys Düren durchsetzte.

Stimmen zum Spiel
Cedric Enard: „Ich werde dem Team gleich in der Kabine sagen: Das war Volleyball! Das ist es, was es in den Playoffs braucht! Die Letzten zwei Tage war durchaus Anspannung spürbar, aber die Reaktion der Mannschaft heute war perfekt. Zwei Sätze waren nahezu alle Elemente gut und diesmal haben wir auch im dritten die Kontrolle nicht verloren. Aber das bringt uns alles wenig, wenn wir es am Samstag nicht bestätigen.“

Ruben Schott: „Wir haben heute unser wahres Gesicht gezeigt. Genau mit dieser Aggressivität müssen wir zu Werke gehen und auch bei einer Führung von vier, fünf Punkten nicht nachlassen. Frankfurt wird sich in Spiel vier garantiert wieder steigern und darauf müssen wir vorbereitet sein.“

BR Volleys Formation
Timothée Carle und Ruben Schott (AA), Nehemiah Mote und Jeffrey Jendryk (MB), Sergey Grankin (Z), Benjamin Patch (D) und Santiago Danani (L) | Eingewechselt: Cody Kessel, Matthew West, Marek Sotola

Topwerte
Patch 18 Punkte | Carle 10 Punkte, 2 Asse | Schott 9 Punkte, 67 % Angriffsquote | Grankin & Mote 3 Blocks

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

BR Volleys – Playoff-Auftakt nach Maß

Mit einem souveränen 3:0-Heimerfolg (25:17, 25:13, 25:19) sind die BR Volleys am Sonntag, 13. März in die Bundesliga-Playoffs 2022 gestartet. Die Berliner ließen gegen stark ersatzgeschwächte, aber tapfer kämpfende Helios Grizzlys Giesen zu keinem Zeitpunkt Zweifel am Ausgang dieses ersten Spiels der „best of three“-Serie aufkommen. Am Samstag kann man damit in Hildesheim bereits das Halbfinal-Ticket buchen, doch zuvor wartet das Rückspiel in der K.o.-Phase der Champions League am Mittwoch (16. Mrz um 18.30 Uhr) gegen Itas Trentino in der Max-Schmeling-Halle.

Nachdem der Tabellensechste WWK Volleys Herrsching am Vorabend mit einem 3:2-Auswärtssieg beim VfB Friedrichshafen für die erste Überraschung dieser Playoffs sorgte (3:2), waren die BR Volleys gewarnt und wollten nicht ebenfalls auf dem falschen Fuß erwischt werden. 2.524 Zuschauer im Volleyballtempel sahen Georg Klein anstelle von Nehemiah Mote beginnen. Während der Australier vor dem Königsklassen-Match am Mittwoch noch einmal eine Pause bekam, sollten Sergey Grankin, Benjamin Patch, Timothée Carle, Ruben Schott, Jeffrey Jendryk und Libero Santiago Danani im Rhythmus bleiben.

Die BR Volleys also gewissermaßen in Topbesetzung, der Gegner aus Giesen hingegen stark dezimiert: Die Grizzlys konnten mit lediglich acht Spielern anreisen. Es fehlten unter anderem Diagonalangreifer Colito und Mittelblocker Seybering, sodass mit Max Bödder ein Spieler der zweiten Mannschaft in der Startaufstellung stand. So hatten die Gäste gegen konzentrierte Hauptstädter von Beginn an einen schweren Stand. Ruben Schott gab seinem Team mit einer Aufschlagserie direkt Sicherheit (6:1). Die Berliner spielten in der Folge einen souveränen Auftaktsatz, auch weil Ben Patch in der heimischen Arena wieder einen sehr guten Tag erwischte und sieben seiner acht Angriffe im ersten Durchgang in Punkte umwandelte (9:4, 16:9, 21:14). Schott benötigte zwei Anläufe, um den ersten Satzgewinn perfekt zu machen (25:17).

Das Bild blieb in Satz zwei ein ähnliches. Sergey Grankin & Co übernahmen früh die Kontrolle und diktierten mit sicherer Annahme und gutem Angriffsspiel das Geschehen (11:3). Der Leichtigkeit und Spielfreude gaben Grankins Zuspiel-Trick und das anschließend verschmitzte Grinsen Ausdruck (18:9). Giesen konnte ohne große Wechseloptionen den Lauf der Gastgeber nicht stoppen und so war der Gewinn von Durchgang zwei nur eine Frage der Zeit (25:13). Cedric Enard hatte bereits zum Ende des zweiten Satzes Marek Sotola ins Spiel gebracht, der dauerhaft auf der Platte blieb. Zwar hatten die Grizzlys um ihren Topscorer Stijn van Tilburg in Durchgang drei noch einmal mehr entgegenzusetzen (5:7), doch die BR Volleys beseitigten schnell aufkommende Fragezeichen. Der Tscheche Sotola war bester Punktesammler in diesem Durchgang und Außenangreifer Schott in allen Elementen weiterhin eine Bank (10:10, 14:11, 21:16). Nach eineinhalb Stunden Spielzeit verwandelte Klein den Matchball für die Berliner (25:19), die damit noch einen weiteren Sieg für den Halbfinaleinzug benötigen.

Stimmen zum Spiel
Marek Sotola: „Ich glaube, das war der Start, den wir uns erhofft hatten. Eine gute Leistung vor 2.500 Zuschauern gibt uns die nötige Sicherheit für die kommenden Spiele. Giesen war durch Corona und einige Ausfälle sichtbar geschwächt. Das zweite Spiel in deren Halle und vor vielen Fans wird am Samstag deutlich schwieriger. Jetzt fiebern wir aber alle dem Match am Mittwoch entgegen. Meine Familie und Freunde reisen extra aus Tschechien an, insgesamt neun Personen. Ich hoffe, wir können ihnen und uns ein großes Spiel bescheren.“

Georg Klein: „Giesen hat mit dem schmalen Aufgebot von nur acht Spielern das Möglichste getan. Aus unserer Sicht war wichtig, diesen Gegner konsequent unter Kontrolle zu halten. Das ist uns gut gelungen und deshalb können wir zufrieden sein. Ich konnte heute meinen Job machen und Nemo noch einmal eine Pause verschaffen, sodass er und wir als gesamtes Team am Mittwoch in bestmöglicher Verfassung gegen Trento antreten können.“

BR Volleys Formation
Timothée Carle und Ruben Schott (AA), Georg Klein und Jeffrey Jendryk (MB), Sergey Grankin (Z), Benjamin Patch (D) und Santiago Danani (L) | Eingewechselt: Marek Sotola, Matthew West, Cody Kessel

Topwerte
Schott 13 Punkte, 2 Asse, 65 % Angriffsquote | Patch 10 Punkte, 77 % Angriffsquote | Jendryk 8 Punkte, 3 Blocks

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier