BR Volleys Team komplett

Spielt in der Saison 2022/23 für die BR Volleys, Antti Ronkainen hier im Trikot der finnischen Nationalmannschaft. Foto: © CEV

Der vierte Außenangreifer und zugleich 13. Spieler im Aufgebot des BR Volleys Teams kommt aus Finnland und heißt Antti Ronkainen. Bereits in der Bundesliga für die SVG Lüneburg am Netz, spielte der 25-jährige in den vergangenen zwei Jahren in der Schweiz. Der Nationalspieler hat einen Einjahresvertrag unterschrieben und soll dem Spiel des Hauptstadtclubs vor allem Ruhe und Stabilität verleihen.

Als bei Antti Ronkainen das Angebot aus Berlin auf dem Tisch lag, war für ihn sofort klar, dass er diese Gelegenheit beim Schopfe packen will: „Ich war sehr aufgeregt, weil die BR Volleys in meinen Augen ein Topverein in Europa sind, den jeder verfolgt. Bei einer derartig reizvollen Aufgabe war die Entscheidung für mich einfach.“ Bekannt ist ihm sein neuer Club aus erster Hand. Im Trikot der SVG Lüneburg (2019/20) lernte der 1.91 Meter große Außenangreifer den Volleyballtempel bereits kennen und erinnert sich: „Aus unserer Sicht war das damals wenig erfolgreich. Berlin hatte große Qualität im Team und die Atmosphäre in der Max-Schmeling-Halle war etwas ganz Besonderes.“

Während seiner Saison mit den Niedersachsen, die aufgrund des Ausbruchs der Corona-Pandemie nur eine kurze war, spielte Ronkainen auch mit einem Teamkollegen zusammen, den er nun an der Spree wiedersieht: Mittelblocker Anton Brehme. „Wie würde Anton sagen: Es schmeckt, wieder in einem Team zu sein. Wir hatten eine gute Zeit in Lüneburg und werden sicher daran anknüpfen.“ Brehme räumt mögliche Vorurteile, es handele sich bei dem Neuzugang um einen unterkühlten Finnen, direkt aus dem Weg: „Antti ist ein unheimlich sympathischer und humorvoller Teamplayer. Egal ob im Spiel oder Training, er bringt Emotionen auf den Court. Im Angriff spielt er sehr smart und hat viele Lösungen. Außerdem bin ich ein Fan seines Aufschlags.“

Brehme ist einer von sieben Akteuren, die schon während der Saison 21/22 dem Kader der Berliner angehörten. Ronkainen hingegen zählt zu den insgesamt sechs Neuzugängen und ihm ist bewusst, dass er ein Teil eines größeren personellen Umbruchs beim Deutschen Meister sein wird: „Die Ziele sind bei den BR Volleys immer sehr hoch und auch in der neuen Saison wollen wir um Titel kämpfen. Aber klar ist auch, dass es eine Zeit dauern wird, bis wir unser Zusammenspiel gefunden haben. Und trotzdem treten wir vom Start weg in jedem Match an, um zu gewinnen!“

In der Schweiz schloss der Finne die letzten beiden Spielzeiten mit Lausanne UC auf Rang vier (21/22) und mit Volley Näfels auf Rang sechs (20/21) ab. „Nach der Corona-Saison 2020 war es für mich eine schwierige Situation. Ich habe mich dann spät im Sommer noch für ein Engagement bei Näfels entschieden und durfte in den vergangenen beiden Jahren schöne Erfahrungen in der Schweiz sammeln. Jetzt möchte ich mich aber sportlich auf einem anderen Niveau beweisen und dafür gibt es für mich kaum einen besseren Platz als in Berlin“, fühlt sich der Hobby-Angler bereit für größere Aufgaben. Geboren wurde Ronkainen in Kuusamo und spielte sich bei Palloketut (2014-2016) und Etta Oulu (2016-2018) auch in den Kreis seiner Nationalmannschaft. Bei der Heim-EM im Sommer 2021 war der Blondschopf eine Stammkraft des finnischen Teams, in diesem Jahr führte er seine Landesauswahl in der CEV Silver League sogar als Kapitän auf das Spielfeld. „Eine ganz neue Rolle für mich, die mir aber große Freude bereitet hat“, erzählt er.

In den Augen von Geschäftsführer Kaweh Niroomand wird sich die Neuverpflichtung gut in das Team einfügen: „Mit der Verpflichtung von Antti Ronkainen sind unsere Personalplanungen für die neue Saison vorerst abgeschlossen. In ihm konnten wir noch einen Allrounder dazugewinnen. Nun sind wir zuversichtlich, dass wir mit einer ausgewogenen Kaderzusammenstellung unsere Abgänge auffangen können und diese Mannschaft sich schnell findet. Zum Glück werden in diesem Jahr viele Spieler frühzeitig in die Vorbereitung einsteigen können.“

Quelle: Christof Bernier/BR Volleys

Mit Tsuiki geht die Sonne auf – ein Japaner für die BR Volleys

Die BR Volleys haben einen neuen Libero und Strahlemann aus dem Land der aufgehenden Sonne: Libero Satoshi Tsuiki wechselt aus Frankfurt in die Hauptstadt und unterschreibt an der Spree einen Zweijahresvertrag. Der 30-jährige Japaner ist damit der erste Spieler der Vereinsgeschichte aus Fernost.

© Pressefoto Credit: Corinna Beck

Ganze neunmal stand Satoshi Tsuiki den BR Volleys in der vergangenen Saison gegenüber. Mit den United Volleys Frankfurt, für die er insgesamt zwei Jahre lang aktiv war, kam es in Supercup, Pokal, Bundesliga und Playoffs zum Dauerduell mit den Berlinern. Dabei erhielt der Libero von seinem neuen Coach Cedric Enard dreimal die MVP-Medaille und war einmal in der Max-Schmeling-Halle notgedrungen sogar als Zuspieler im Einsatz. Zur kommenden Spielzeit wird der Japaner nun die Netzseite wechseln: „Das neue Trikot wird vielleicht kurze Zeit komisch für mich sein, denn so viele Vereinswechsel hatte ich in meiner Karriere noch nicht. Aber ich freue mich unheimlich auf diese neue Aufgabe. Die BR Volleys sind definitiv ein weltweit bekannter Klub und es ist für mich eine große Ehre, dieses Angebot aus Berlin bekommen zu haben“, formuliert Tsuiki seine Antrittsworte mit der typisch japanisch freundlichen und respektvollen Art.

Lange Zeit war der 1.74 Meter große Annahme- und Abwehrspezialist im Volleyball und in seiner Heimat als „Ide“ bekannt. Mit der Heirat nahm er den Namen seiner Frau Tsuiki an: „Mein Spitzname ist Sato. Das hätte ich gern auch auf dem Trikot stehen und so werde ich am liebsten genannt“. Von 2013 bis 2020 stand noch Ide auf dem Jersey, als er für die Toray Arrows aus Mishima City die Bälle verteidigte und im Jahr 2017 mit dem Club das Triple aus Pokal und nationaler sowie asiatischer Meisterschaft feierte. In Frankfurt konnte er mit dem Gewinn des DVV-Pokals 2021 ebenfalls einen großen Erfolg verzeichnen.

Tsuiki durfte während seiner Karriere also Volleyball aus zwei verschiedenen Welten kennenlernen: „In Japan wird der Sport in einem gut funktionierenden Konstrukt gespielt, aber die Professionalität ist nicht auf demselben Niveau wie hier. Die Spieler sind oft an die jeweiligen Firmen gebunden und nur wenige haben die Möglichkeit, sich wie ich im Ausland zu versuchen. Hier in Europa stehen die Ergebnisse und das Abschneiden viel stärker im Vordergrund. Es ist eine etwas andere Sicht auf den Sport. Mir gefällt diese ambitionierte Herangehensweise.“

BR Volleys Geschäftsführer Kaweh Niroomand schätzt nicht nur den spürbaren Ehrgeiz, sondern auch die Klasse des Neuzugangs: „Mit Satoshi Tsuiki gewinnen wir einen sehr flexiblen Libero hinzu, der in allen Bereichen eine hohe Qualität mitbringt. Was er kann, hat er in den vergangenen zwei Jahren in der Bundesliga eindrucksvoll bewiesen. Satoshi ist stabil in der Annahme, extrem stark in der Abwehr und hat ein gutes Zuspiel.“ Hinzukommt die japanische Mentalität, die in Person von Tsuiki erstmals ein BR Volleys Team bereichert: Extrem fleißig, sehr ehrgeizig und dabei zugleich zuvorkommend.

Durch den mutigen Schritt ins Ausland hatte „Sato“ sich im Jahr 2020 erhofft, den Sprung zu den Olympischen Spielen in Tokio zu schaffen, doch leider fand er bei den “Heimspielen“ damals keine Berücksichtigung. Auch diesen Sommer wird er statt bei der Nationalmannschaft „mit Reisen und etwas Arbeit in Japan verbringen“, bevor er sich in Berlin erneut für Olympia – dann 2024 in Paris – empfehlen will. „In Japan ist das Niveau unter den Liberos unheimlich hoch. Ich kämpfe um eine der bestbesetzten Positionen der Welt. Dennoch bleibt Olympia ein Ziel von mir.“ Auf dem Weg dorthin will der sympathische Neuzugang für die BR Volleys „in jedem Spiel die beste Leistung auf den Court bringen“.

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

Zuversicht trotz VfB-Matchball

Pressefoto Credit: Maximilian Franz

Nachdem den BR Volleys am Samstag in ihrer Arena der erste Sieg im Playoff-Finale gelungen war, sind Glaube und Selbstvertrauen im Lager des elfmaligen Deutschen Meisters zurück. Übermütig werden die Berliner jedoch keinesfalls für Spiel vier am Mittwoch (27. Apr um 20.00 Uhr) in der ratiopharm Ulm/Neu-Ulm aufschlagen. Schließlich bekam man vor einer Woche zu spüren, wie viel Druck der VfB Friedrichshafen mit dem Heimvorteil entfachen kann. Trotzdem bleibt die Hoffnung, auch den zweiten Häfler Matchball abwehren und damit ein alles entscheidendes Duell erreichen zu können.

„Mit unserem Heimsieg haben wir jetzt sicher auch die Friedrichshafener zum Nachdenken gebracht“, blickt Außenangreifer Ruben Schott zuversichtlich auf das morgige Finalspiel. Ob der 3:0 Heimerfolg der Berliner wirklich ein Wirkungstreffer beim VfB Friedrichshafen war, muss sich nun am Mittwoch zeigen, denn bisher präsentierte sich die Mannschaft von Headcoach Mark Lebedew in dieser Finalserie bestens eingestellt und mental gefestigt.

Bei dem Sieg im heimischen Volleyballtempel konnten die BR Volleys erstmals in diesem Playoff-Finale auch die Schlüsselmomente für sich entscheiden. Zweimal stand es in der „Crunchtime“ 23:23, zweimal gelangen den Hauptstädtern die entscheidenden „Breaks“. Im ersten Durchgang war es der Aufschlag von Ben Patch, der den Unterschied machte. Wobei sein anschließender Jubel in Richtung Fanblock wohl die Szene dieses dritten Finalabends war. Im zweiten Durchgang wurde Georg Klein zum Helden. Ihm gelang die wichtige Abwehraktion vor Timothée Carles Angriffspunkt und auch seine anschießende Geste zur Tribüne zeigte die ganze Entschlossenheit des Heimteams. Der eigentliche Reservist, der beim Finalauftakt für den verletzten Jeff Jendryck einsprang, fasst die Hoffnung der Berliner in Worte: „Wir standen mit dem Rücken zur Wand. Nun fühlt es sich anders an. Es war zwar nur ein erster Schritt, aber auch unser Gegner muss nun dem Druck zuhause standhalten. Nach Berlin und in eine Max-Schmeling-Halle mit dieser Atmosphäre wollen die Häfler ganz sicher nicht noch einmal kommen.“

Klein will weiterhin alles geben, auch um seinem verletzten Kollegen Jendryk noch einen Einsatz in diesem Finale zu ermöglichen. Nach seiner Bänderverletzung arbeitet der US-Amerikaner gewissermaßen 24/7 mit der medizinischen Abteilung, um der Mannschaft wieder helfen können. Jendryk wird zumindest mit in die Donaustadt reisen. Doch auch ohne den effizientesten Angreifer der Bundesliga konnten die BR Volleys im dritten Finalspiel überzeugen, verzichteten auf die sprichwörtliche Brechstange und agierten kontrollierter gegen den starken Block des VfB. Beim ersten Auswärtsspiel vor einer Woche verloren Sergey Grankin & Co phasenweise die Contenance, damit den Fokus und letztlich wichtige Punkte – das war diesmal anders.

Trainer Cedric Enard weiß: „Zweifellos wartet ein ganz schweres Match auf uns, denn unser Kontrahent hat die Chance, zu Hause die Meisterschaft zu feiern.“ Um dies zu verhindern, werden nicht nur eine besondere sportliche Leistung, sondern auch Leidenschaft, Mut und Nervenstärke erforderlich sein. Alles andere als ein weiterer enger Schlagabtausch wäre nach dem bisherigen Finalverlauf überraschend. Welche heiße Atmosphäre in der ratiopharm Arena herrschen wird, ist jedem im BR Volleys Lager nach den Erlebnissen vor einer Woche bewusst. Gut möglich, dass diese seitens der Gastgeber sogar noch gesteigert wird. Warum die BR Volleys diese Finalserie dennoch unbedingt auf die Spitze treiben wollen, bringt Coach Enard auf den Punkt: „Es wäre ein Traum, nochmal vor unserer Heimkulisse in der Max-Schmeling-Halle ein fünftes Finale spielen zu dürfen. Genau dafür werden wir antreten und kämpfen.“

Quelle: Christof Bernier/BR Volleys

BR Volleys – ein schwieriges Unterfangen

Nach dem Auftaktspiel der Playoff-Finalserie 2022 liegt das berühmt-berüchtigte Momentum aufseiten des VfB Friedrichshafen. Dieses nun am Mittwoch (20. Apr um 20.00 Uhr) auswärts in der ratiopharm Arena Ulm/Neu-Ulm zurückzugewinnen, wird für die BR Volleys ein äußerst schwieriges Unterfangen. Nach kurzem „Wundenlecken“ während der Osterfeiertage, wird der Titelverteidiger in Match zwei aber nichts unversucht lassen, eine Antwort auf dem Court zu geben.

Hochkochende Emotionen, nervenaufreibende Video-Challenges und Matchbälle für beide Mannschaften. Das erste „Duell der Giganten“ im Playoff-Finale war das erwartete Volleyballspektakel. Das dürfte sich auch in den weiteren Partien dieser Serie kaum ändern, wobei nach der 2:3-Heimniederlage nun die BR Volleys gefordert sind, überhaupt für mehr als drei Spiele zu sorgen. Die Hauptstädter konnten ihre 2:0-Satzführung und zwei Matchbälle nicht in den erhofften, immens wichtigen Auftaktsieg ummünzen.

Am Ostersonntag hatte die Mannschaft Zeit, den knappen Ausgang (14:16 im Tiebreak) zu verarbeiten, am Montag bat Coach Cedric Enard sein Team wieder in die Trainingshalle und am Dienstag stand für Jeffrey Jendryk der MRT-Termin an. Der Mittelblocker war in Satz zwei des Auftaktspiels umgeknickt und wurde von seinen Mitspielern vom Parkett getragen. „Jeff hat eine Bänderverletzung am rechten Sprunggelenk. Für Spiel zwei am Mittwoch wird er definitiv ausfallen. Alles weitere werden wir in den kommenden Tagen sehen“, begräbt Geschäftsführer Kaweh Niroomand noch nicht alle Hoffnungen auf eine Rückkehr des US-Amerikaners im Saisonfinale.

Trotz dieses personellen Rückschlags und der Auftaktniederlage ist der Siegeswille des BR Volleys Teams ungebrochen. Selbstbewusste Friedrichshafener, die sich von einem 0:2-Satzrückstand nicht aus der Bahn werfen ließen, zeigten sich letztlich entschlossener und entrissen den Hauptstädtern damit den Heimvorteil – und vielleicht auch psychologischen Vorteil? Benjamin Patch, Berlins Punktbester in Spiel eins, sieht das anders: „Es ist doch so, die Geschichte der BR Volleys und der Finals gegen Friedrichshafen ist stets geprägt von Höhen und Tiefen, in den letzten Jahren meist mit dem glücklicheren Ende für uns. Das ist aber nicht selbstverständlich und muss sich jedes Mal aufs Neue hart erarbeitet werden. Wir sind nach dem ersten Duell weder gestresst noch ängstlich. Ich würde sogar sagen, wir sind glücklich, einen Gegner wie Friedrichshafen zu haben.“

Um die Finalserie wieder offen zu gestalten, wird jedoch auch eine Leistungssteigerung notwendig sein. Vor allem im Mittelblock und Außenangriff zeigte sich Friedrichshafen am Samstag stärker. Was insbesondere daran lag, dass Daniel Muniz den verletzten Leistungsträger Vojin Cacic (Achillessehnenriss und Saisonende) hervorragend vertrat und Lucas van Berkel ein überragendes Spiel machte. Mit allein sieben Blockpunkten setzte der Kanadier die Häfler Dominanz aus dem Halbfinale gegen Düren fort. Gegen diesen hohen VfB-Block dauerhaft ein Mittel zu finden, wird eine große Herausforderung für die BR Volleys sein. Wenn mit einer guten Annahme die Grundlage gelegt werden kann, sind Variabilität und Tempo im Angriff wichtig. Für diese Elemente ist Kapitän Sergey Grankin zuständig, der sich gemeinsam mit seiner Mannschaft am Mittwoch in Ulm zurück in dieses Playoff-Finale kämpfen und spielen will.

Playoff-Finale
Spiel 2 | 20. Apr | Mittwoch | 20.00 Uhr | ratiopharm arena
Spiel 3 | 23. Apr | Samstag | 18.30 Uhr | Max-Schmeling-Halle
Mögliches Spiel 4 | 27. Apr | Mittwoch | 20.00 Uhr | ratiopharm arena
Mögliches Spiel 5 | 30. Apr | Samstag | 18.30 Uhr | Max-Schmeling-Halle

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

Entschlossen zurückgeschlagen

Headcoach Cedric Enard forderte nach dem verlorenen Spiel zwei eine klare Reaktion und die zeigte sein Team am Mittwochabend in der Max-Schmeling-Halle. In 83 Minuten besiegten die BR Volleys die United Volleys mit 3:0 (25:18, 25:17, 25:22) und sicherten sich so die 2:1-Führung in der Playoff-Halbfinalserie. Nun gilt es, das gute Heimspiel auch auswärts zu bestätigen. Dann können die Berliner am Samstag (09. Apr um 19.00 Uhr) in der Ballsporthalle ihr Finalticket buchen und dem VfB Friedrichshafen ins Endspiel folgen.

Ruben Schott meldete sich wieder fit für dieses dritte Playoff-Halbfinale und gab dem zuletzt wackligen BR Volleys Team wieder Sicherheit. Obwohl die leichten Fehler aus Spiel zwei nicht sofort gänzlich abgestellt wurden, rissen die Berliner die 2.819 mit leidenschaftlicher Block-Abwehr-Arbeit mit. Die Asse von Benjamin Patch und Timothée Carle waren ebenso Highlights wie Nehemiah Motes Block gegen den Hinterfeldangriff seines Landsmannes Max Staples (8:6). Libero Santiago Danani und seine Nebenmänner gaben in der Abwehr weiter alles und belohnten sich dann vorn im Angriff und Block regelmäßig (17:11). Auch die Einwechslung von Cody Kessel machte sich bezahlt. Der US-Amerikaner trug sich direkt auf das Scoreboard ein und Patch machte mit seinem sechsten Punkt den ersten Satzgewinn perfekt (25:18).

Die Hausherren blieben ihrer Linie treu, waren gierig in der Abwehr und präsent im Block. Zwei Aufschlagserien von Jendryk, der sich gegenüber dem letzten Match ebenfalls deutlich steigerte, entschieden den zweiten Durchgang (7:3, 18:10). Zwischenzeitlich setzte es sogar drei Blocks in Folge (zweimal Grankin, einmal Mote). Anders als noch am Samstag zogen diesmal die Berliner Diagonalangreifer Daniel Malescha den Zahn, sodass Gästetrainer Christophe Achten kurzzeitig auf Routinier Jochen Schöps setzte. Carle beendete Satz zwei per krachendem Ass (25:17).

Wie bereits vor einer Woche steigerten sich die Gäste im dritten Durchgang und konnten sich nun häufiger gegen den Block der Männer in Orange durchsetzen (9:11). Erneut war es aber Jendryk, dessen Extraschichten in Aufschlag und Block sich auszahlen sollten. Seine Serie drehte den Satz (14:13) und der spätere MVP Schott unterstrich seine Wichtigkeit für die Mannschaft mit dem Ass zum 17:15. Die Hessen blieben in Kontakt (23:22), bis – natürlich nach einem Jendryk-Service – Patch mit seinem insgesamt 18. Punkt den Matchball zum Sieg verwandelte (25:22). Damit haben die Berliner nun zwei Chancen, ins Finale um die Deutsche Meisterschaft einzuziehen, wollen aber gleich die erste am Samstag in Frankfurt nutzen. Bereits als Finalist fest steht seit Mittwochabend auch der VfB Friedrichshafen, der sich mit dem dritten Sieg in der Serie gegen die SWD powervolleys Düren durchsetzte.

Stimmen zum Spiel
Cedric Enard: „Ich werde dem Team gleich in der Kabine sagen: Das war Volleyball! Das ist es, was es in den Playoffs braucht! Die Letzten zwei Tage war durchaus Anspannung spürbar, aber die Reaktion der Mannschaft heute war perfekt. Zwei Sätze waren nahezu alle Elemente gut und diesmal haben wir auch im dritten die Kontrolle nicht verloren. Aber das bringt uns alles wenig, wenn wir es am Samstag nicht bestätigen.“

Ruben Schott: „Wir haben heute unser wahres Gesicht gezeigt. Genau mit dieser Aggressivität müssen wir zu Werke gehen und auch bei einer Führung von vier, fünf Punkten nicht nachlassen. Frankfurt wird sich in Spiel vier garantiert wieder steigern und darauf müssen wir vorbereitet sein.“

BR Volleys Formation
Timothée Carle und Ruben Schott (AA), Nehemiah Mote und Jeffrey Jendryk (MB), Sergey Grankin (Z), Benjamin Patch (D) und Santiago Danani (L) | Eingewechselt: Cody Kessel, Matthew West, Marek Sotola

Topwerte
Patch 18 Punkte | Carle 10 Punkte, 2 Asse | Schott 9 Punkte, 67 % Angriffsquote | Grankin & Mote 3 Blocks

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

BR Volleys – Playoff-Auftakt nach Maß

Mit einem souveränen 3:0-Heimerfolg (25:17, 25:13, 25:19) sind die BR Volleys am Sonntag, 13. März in die Bundesliga-Playoffs 2022 gestartet. Die Berliner ließen gegen stark ersatzgeschwächte, aber tapfer kämpfende Helios Grizzlys Giesen zu keinem Zeitpunkt Zweifel am Ausgang dieses ersten Spiels der „best of three“-Serie aufkommen. Am Samstag kann man damit in Hildesheim bereits das Halbfinal-Ticket buchen, doch zuvor wartet das Rückspiel in der K.o.-Phase der Champions League am Mittwoch (16. Mrz um 18.30 Uhr) gegen Itas Trentino in der Max-Schmeling-Halle.

Nachdem der Tabellensechste WWK Volleys Herrsching am Vorabend mit einem 3:2-Auswärtssieg beim VfB Friedrichshafen für die erste Überraschung dieser Playoffs sorgte (3:2), waren die BR Volleys gewarnt und wollten nicht ebenfalls auf dem falschen Fuß erwischt werden. 2.524 Zuschauer im Volleyballtempel sahen Georg Klein anstelle von Nehemiah Mote beginnen. Während der Australier vor dem Königsklassen-Match am Mittwoch noch einmal eine Pause bekam, sollten Sergey Grankin, Benjamin Patch, Timothée Carle, Ruben Schott, Jeffrey Jendryk und Libero Santiago Danani im Rhythmus bleiben.

Die BR Volleys also gewissermaßen in Topbesetzung, der Gegner aus Giesen hingegen stark dezimiert: Die Grizzlys konnten mit lediglich acht Spielern anreisen. Es fehlten unter anderem Diagonalangreifer Colito und Mittelblocker Seybering, sodass mit Max Bödder ein Spieler der zweiten Mannschaft in der Startaufstellung stand. So hatten die Gäste gegen konzentrierte Hauptstädter von Beginn an einen schweren Stand. Ruben Schott gab seinem Team mit einer Aufschlagserie direkt Sicherheit (6:1). Die Berliner spielten in der Folge einen souveränen Auftaktsatz, auch weil Ben Patch in der heimischen Arena wieder einen sehr guten Tag erwischte und sieben seiner acht Angriffe im ersten Durchgang in Punkte umwandelte (9:4, 16:9, 21:14). Schott benötigte zwei Anläufe, um den ersten Satzgewinn perfekt zu machen (25:17).

Das Bild blieb in Satz zwei ein ähnliches. Sergey Grankin & Co übernahmen früh die Kontrolle und diktierten mit sicherer Annahme und gutem Angriffsspiel das Geschehen (11:3). Der Leichtigkeit und Spielfreude gaben Grankins Zuspiel-Trick und das anschließend verschmitzte Grinsen Ausdruck (18:9). Giesen konnte ohne große Wechseloptionen den Lauf der Gastgeber nicht stoppen und so war der Gewinn von Durchgang zwei nur eine Frage der Zeit (25:13). Cedric Enard hatte bereits zum Ende des zweiten Satzes Marek Sotola ins Spiel gebracht, der dauerhaft auf der Platte blieb. Zwar hatten die Grizzlys um ihren Topscorer Stijn van Tilburg in Durchgang drei noch einmal mehr entgegenzusetzen (5:7), doch die BR Volleys beseitigten schnell aufkommende Fragezeichen. Der Tscheche Sotola war bester Punktesammler in diesem Durchgang und Außenangreifer Schott in allen Elementen weiterhin eine Bank (10:10, 14:11, 21:16). Nach eineinhalb Stunden Spielzeit verwandelte Klein den Matchball für die Berliner (25:19), die damit noch einen weiteren Sieg für den Halbfinaleinzug benötigen.

Stimmen zum Spiel
Marek Sotola: „Ich glaube, das war der Start, den wir uns erhofft hatten. Eine gute Leistung vor 2.500 Zuschauern gibt uns die nötige Sicherheit für die kommenden Spiele. Giesen war durch Corona und einige Ausfälle sichtbar geschwächt. Das zweite Spiel in deren Halle und vor vielen Fans wird am Samstag deutlich schwieriger. Jetzt fiebern wir aber alle dem Match am Mittwoch entgegen. Meine Familie und Freunde reisen extra aus Tschechien an, insgesamt neun Personen. Ich hoffe, wir können ihnen und uns ein großes Spiel bescheren.“

Georg Klein: „Giesen hat mit dem schmalen Aufgebot von nur acht Spielern das Möglichste getan. Aus unserer Sicht war wichtig, diesen Gegner konsequent unter Kontrolle zu halten. Das ist uns gut gelungen und deshalb können wir zufrieden sein. Ich konnte heute meinen Job machen und Nemo noch einmal eine Pause verschaffen, sodass er und wir als gesamtes Team am Mittwoch in bestmöglicher Verfassung gegen Trento antreten können.“

BR Volleys Formation
Timothée Carle und Ruben Schott (AA), Georg Klein und Jeffrey Jendryk (MB), Sergey Grankin (Z), Benjamin Patch (D) und Santiago Danani (L) | Eingewechselt: Marek Sotola, Matthew West, Cody Kessel

Topwerte
Schott 13 Punkte, 2 Asse, 65 % Angriffsquote | Patch 10 Punkte, 77 % Angriffsquote | Jendryk 8 Punkte, 3 Blocks

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

Ein Auftaktsatz, der Hoffnung macht

Es braucht den Volleyballtempel! Die BR Volleys haben alles versucht, konnten aber im Hinspiel des CEV Champions League Viertelfinals bei Itas Trentino nichts Zählbares mitnehmen. Mit 0:3 (25:27, 19:25, 22:25) unterlagen die Berliner dem italienischen Tabellendritten und können nun nur noch über den “Golden Set“ die Überraschung schaffen. In sechs Tagen (16. Mrz um 18.30 Uhr) empfangen Kapitän Sergey Grankin & Co den Finalisten des Vorjahres zum Rückspiel und benötigen eine magische Europapokalnacht in der Max-Schmeling-Halle.

Nehemiah Mote, in den letzten Tagen gewissermaßen 24/7 unter den Fittichen der medizinischen Abteilung, meldete sich einsatzfähig für dieses mit Spannung erwartete erste Viertelfinale. So stand auch in der BLM Group Arena von Trento das BR Volleys Team auf dem Court, das in der Gruppenphase Zenit St. Petersburg zweimal schlug. Und der erste Punkt des Abends sollte direkt zeigen, wie es gehen kann: Taktischer Aufschlag Ruben Schott, starke Abwehr des Nationalspielers und erfolgreicher Angriff Benjamin Patch. Aber die selbstbewussten Gastgeber stoppten den guten Anfangsdrive der Männer aus der deutschen Hauptstadt per Block von Matey Kaziyski gegen Patch (2:5). Die Berliner spielten trotzdem lange einen klasse Auftaktsatz. Die Asse von Schott und Patch sorgten für den Ausgleich (11:11) und Sergey Grankin setzte gegen Kaziyski auch den ersten erfolgreichen Berliner Block (13:11, 18:16). Giulio Pinali, den Heimtrainer Angelo Lorenzetti überraschend im Diagonalangriff aufbot, wendete mit seinem Service das Blatt (18:20). Die BR Volleys blieben stabil, glichen aus und wehrten zwei Satzbälle kämpferisch ab (25:25). Der Deutsche Meister war drauf und dran, das Momentum zu kippen, doch Trentino sicherte sich nach einem weiteren Pinali-Aufschlag den an diesem Abend richtungsweisenden Durchgang (25:27).

Trentino blieb über die Mitte, vor allem durch den starken Ex-Berliner Srecko Lisinac, dominant und die Berliner verloren in Satz zwei früh ihren Rhythmus (4:7, 4:11). Mit den Einwechslungen von Samuel Tuia und Marek Sotola versuchte Cedric Enard dem entgegenzuwirken. Jeffrey Jendryk war in diesem Satz in allen Elementen der stärkste Berliner, doch auch er konnte per Block und Ass keine Wende herbeiführen (13:18). Trentino spielte in dieser Phase fehlerfrei und stellte verdient auf 0:2 (19:25). Zuspieler Grankin ging in Satz drei voran, erzielte früh zwei Punkte selbst und es keimte noch einmal Hoffnung auf (6:4). Die Italiener zeigten sich aber unbeeindruckt, wehrten besser ab und hatten in Linkshänder Alessandro Michieletto ihren kaum zu stoppenden Angreifer (12:14). Bis zum 21:21-Zwischenstand hielten die BR Volleys noch Kontakt, doch dann stand der Block gegen Patch (21:23). Der erfahrene Kaziyski verwandelte im Anschluss zweimal humorlos zum Matchgewinn für die Italiener (22:25).

Obwohl Trentino damit in eigener Arena Stärke demonstrierte, ist aus Sicht des Deutschen Meisters noch nichts verloren. Zwei gute Sätze der BR Volleys machen Hoffnung für das Rückspiel in der Max-Schmeling-Halle. Mit einem 3:0 oder 3:1-Heimsieg würde man den “Golden Set“ (Entscheidungssatz bis 15 Punkte) erzwingen und das ist nun das große Ziel für das Match vor heimischem Publikum am Mittwoch.

Stimmen zum Spiel
Ruben Schott: „Wir haben zu Beginn im Aufschlag zu viele Fehler gemacht und auch mit den Aufschlägen, die im Feld landeten, nicht ausreichend Druck entfacht. Der Annahmeriegel von Trentino war aber auch gut. Aus der Abwehr hatten wir gegen Ende von Satz eins unsere Möglichkeiten. Da hätte das Spiel einen anderen Verlauf nehmen können. Nachdem unsere eingewechselten Spieler es im zweiten Satz noch gut gemacht haben, waren wir im dritten Durchgang wieder nah dran. Mit Blick auf das Rückspiel braucht es eine Steigerung im eigenen Aufschlag. Wir müssen noch mutiger agieren und dann wird das mit unseren Fans im Rücken noch ein heißes Rückspiel in Berlin.“

Cedric Enard: „Der erste Satz war der so wichtige Durchgang, um hier in dieses Viertelfinale zu kommen. Beide Mannschaften hatten es verdient, diesen zu gewinnen, aber wir haben unsere Chance verpasst. Diese Gelegenheit musst du auf dem Niveau unter den besten Acht Europas nutzen. Danach wurde es schwer, weil Trentino großen Druck aufgebaut hat. Heute steht ein 0:3 auf der Anzeigetafel, aber dieses Viertelfinale hat noch ein zweites Kapitel. Die ganz sicher besondere Atmosphäre in der Max-Schmeling-Halle wird unserer Mannschaft den nötigen Push für ein spannendes Rückspiel geben. Aber vorher haben wir ein wichtiges Playoff-Match am Sonntag gegen Giesen.“

BR Volleys Formation
Timothée Carle und Ruben Schott (AA), Nehemiah Mote und Jeffrey Jendryk (MB), Sergey Grankin (Z), Benjamin Patch (D) und Santiago Danani (L) | Eingewechselt: Matthew West, Marek Sotola, Cody Kessel, Samuel Tuia

Topwerte
Jendryk 11 Punkte, 3 Blocks, 88 % Angriffsquote | Schott 10 Punkte, 2 Asse | Carle 9 Punkte
Christof Bernier

BR Volleys – Heimserie gerissen

Dass die Fallhöhe nach einer euphorischen Champions-League-Woche hoch sein könnte, war den Berlin Recycling Volleys bewusst, dennoch schlugen sie am Mittwochabend unerwartet hart auf dem Bundesliga-Boden auf. Im fünften Spiel der Zwischenrunde verlor der Tabellenführer erstmals in dieser Saison ein Heimspiel und musste sich starken SWD powervolleys Düren mit 1:3 (22:25, 23:25, 30:28, 17:25) geschlagen geben. Die Hauptstädter und ihre 2.341 Zuschauer in der ausverkauften Max-Schmeling-Halle erlebten einen ziemlich gebrauchten Abend, an dem ein kurzes Aufbäumen in Satz drei längst nicht genügte, um den Rheinländern den Sieg streitig zu machen.

In diesem Duell zwischen dem Ersten und dem Zweiten der Volleyball Bundesliga vertraten auf beiden Seiten die Assistenten ihre Cheftrainer. Während Cedric Enard aufgrund eines möglichen Coronafalls im näheren Umfeld als Vorsichtmaßnahme dem Volleyballtempel fernblieb, konnte auch Rafal Murczkiewicz nicht nach Berlin reisen. Dürens Kapitän Tomas Kocian erging es gleich und so trat eine junge Dürener Mannschaft um Eric Burggräf, Erik Röhrs und Filip John in der Startformation zu diesem dritten Klassiker der Saison an.

Der Tabellenzweite aus Düren spielte von Beginn an unbedarft auf, während das BR Volleys Team sich unheimlich schwertat, den Fokus und die Einstellung zu dieser Begegnung zu finden. Zweieinhalb Sätze agierten die bis dahin in der Bundesliga ungeschlagenen Gastgeber pomadig. In Angriff und Aufschlag fehlten der Punch, in der Annahme waren Libero Santiago Danani und seine durchwechselnden Außenangreifer fahrig. So sicherten sich abwehrstarke Powervolleys, bei denen der eingewechselte Sebastian Gevert zwischenzeitlich kaum mehr zu stoppen war, verdient die ersten zwei Sätze (22:25, 23:25).

In Durchgang drei waren die Dürener längst auf die Siegerstraße eingebogen (14:21, 17:23) und erarbeiteten sich drei erste Matchbälle (21:24), aber die BR Volleys bekamen noch einmal die Kurve und entlohnten die zahlreichen Besucher zumindest ein Stück weit für ihre Anreise. Alle drei Matchbälle wehrte man ab (24:24) und Marek Sotola schlug in der Folge zwei Asse zum vermeintlichen Satzgewinn. Doch der zweite Service wurde zur Verwunderung aller “Aus“ gegeben und es folgte die rote Karte gegen einen tobenden Kapitän Sergey Grankin (26:27). Aber man könnte sagen, zumindest waren nun Emotionen auf dem Court. Berlin zog zu diesem Zeitpunkt erneut den Kopf aus der Schlinge, denn ein sichtlich erzürnter Grankin verwertete schließlich selbst zum 1:2-Satzanschluss und brachte den Volleyballtempel doch noch zum Beben (30:28).

Wer nun eine komplette Trendwende vermutete, machte die Rechnung allerdings ohne die Mannschaft von Co-Trainer Björn-Arne Alber. Düren schüttelte sich kurz und machte in Satz vier unbeirrt weiter (4:9). Die Berliner hingegen verfielen schnell wieder in die bereits zuvor gesehenen Muster und fanden im Angriff nicht zu ihrem Spiel. Die hohe Fehlerquote nutzte der Gast konsequent aus (11:15, 14:22) und der starke Pole Marcin Ernastowicz verwandelte diesmal direkt den ersten der sieben weiteren Matchbälle zum Auswärtssieg (17:25). In einem aus Berliner Sicht tabellarisch bedeutungslosen Spiel setzte es somit gut zwei Wochen vor Playoff-Start einen Denkzettel, auf dem geschrieben steht, dass man sich auch auf nationaler Ebene weiter jeden Punkt und jeden Sieg hart erarbeiten muss.

Stimmen zum Spiel
Nehemiah Mote: „Es ist ein sehr enttäuschender Abend. Wir freuen uns auf jedes Heimspiel und die Auftritte vor unseren Fans sind Motivation genug. Heute konnten wir das nicht zeigen. Das tut uns leid. Düren war das klar bessere Team und hat sich diesen Erfolg verdient. In der Vergangenheit konnten wir uns auch bei Rückständen auf unsere Qualitäten verlassen und haben speziell zuhause Sätze noch gedreht. Sie haben uns heute gezeigt, dass das nie selbstverständlich ist. Wir müssen immer aktiv und aggressiv bleiben, wenn wir gewinnen wollen. Aber wir sind ein Team, das daraus lernt.“

Lucio Oro: „Das war ohne Frage kein gutes Spiel von uns. Dafür brauchen wir nicht auf die Zahlen auf dem Statistikbogen zu schauen. Das hat jeder in der Arena gesehen. Wir haben als Team schlecht aufgeschlagen und konnten uns im Angriff nicht durchsetzen. Düren war stärker im Aufschlag und hat besser Block-Abwehr gespielt, deshalb völlig verdienter Glückwunsch an die Gäste.“

BR Volleys Formation
Samuel Tuia und Ruben Schott (AA), Nehemiah Mote und Jeffrey Jendryk (MB), Sergey Grankin (Z), Benjamin Patch (D) und Santiago Danani (L) | Eingewechselt: Matthew West, Marek Sotola, Timothée Carle, Cody Kessel

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

BR Volleys gewinnen in Serbien

Mit ihrem dritten Sieg in der laufenden Champions-League-Saison sind die Berlin Recycling Volleys am Mittwochabend ihrem Ziel Viertelfinale einen großen Schritt nähergekommen. Der 3:0-Erfolg (27:25, 25:20, 25:23) bei Vojvodina Novi Sad lässt die Berliner nächste Woche (16. und 17. Feb) mit zwölf Punkten im Gepäck zum Showdown nach St. Petersburg reisen. Um die K.o.-Runde zu erreichen, kann nun noch jeder in Russland erkämpfte Satz und Punkt wertvoll werden.

Die spannende Frage, wer in diesem vierten Königsklassenmatch im Außenangriff beginnen durfte, beantwortete Headcoach Cedric Enard mit Ruben Schott und Timothée Carle. Neben ihnen starteten wie gewohnt Nehemiah Mote, Jeffrey Jendryk, Benjamin Patch, Kapitän Sergey Grankin und Libero Santiago Danani. Mit Spielbeginn setzten die lauten Fangesänge der enthusiastischen Heimfans ein und die BR Volleys zeigten sich von der Kulisse durchaus beeindruckt. Die serbischen Gastgeber, zuletzt in der Königsklasse mit 3:0 bei Zenit St. Petersburg erfolgreich, spielten entsprechend selbstbewusst auf (3:6, 5:10). Auch mit ihren ersten zwei Video-Challenges hatten die Berliner und Coach Enard keinen Erfolg und es wurde früh eine mentale Bewährungsprobe (12:16). Beim Zwischenstand von 19:22 ersetzte Samuel Tuia seinen Landsmann Carle, die Wende aber brachte der gute Service von Jendryk (23:23). Mit einem Ausflug von Ben Patch in die Bande, wobei beim US-Amerikaner anschließend am Knie Blut floss, sicherten sich die Berliner den Vorteil und Mote verwandelte zum Satzgewinn (27:25).

Wie im Hinspiel war auch an diesem Abend der Ausgang des Auftaktdurchgangs ein Wirkungstreffer für die Serben. Gegen deren zwei einzige Legionäre Baranek (CZE/Außen-Annahme) und Parapunov (BUL/Diagonal) stand der Block um Jendryk nun deutlich besser (6:2, 13:8). Die BR Volleys waren das emotionalere Team auf dem Court und, auch wenn die Hausherren den Rückstand noch einmal verkürzen konnten (18:16, 21:17), war es der eingewechselte Marek Sotola, der zum nächsten Satzgewinn blockte (25:20). Die im ersten Spielabschnitt noch etwas wacklige Annahme hatte sich längst stabilisiert, dafür leisteten sich Patch & Co im Angriff noch eine kurze Schwächephase (10:6, 13:16). Grankins Ass und seine gute Ballverteilung brachten den Bundesliga-Tabellenführer im dritten und letzten Satz jedoch zurück in die Spur (19:18). Schließlich zeigte Novi Sad erneut Nerven (24:22) – so auch beim von Baranek verschlagenen Aufschlag zum Berliner Matchgewinn (25:23).

Die Entscheidung über das Weiterkommen fällt nun in einer Woche in St. Petersburg, wo das BR Volleys Team an zwei aufeinanderfolgenden Tagen (16. und 17. Feb) gegen den russischen Vizemeister antritt. Gelingt dort ein Sieg, wäre man als Gruppensieger sicher weiter. Bei zwei Niederlagen entscheidet der Quervergleich zu den anderen vier Gruppen, in dem der deutsche Vertreter mit vier Siegen (davon ein 3:0 gewertetes Spiel gegen Benfica Lissabon) und zwölf Punkten aktuell sehr gut im Rennen liegen würde.

Stimmen zum Spiel
Cedric Enard: „Es war an der Zeit, etwas zu beweisen, und das haben wir getan. Wir sind nach einem nicht einfachen Start mental stark geblieben und haben uns aus eigener Kraft heraus gesteigert. Jeffrey hat ein hervorragendes Spiel gemacht, aber auch Sergey hat den Matchplan gut umgesetzt. Ein Sonderlob geht heute auch an unsere gesamte Annahme um Ruben, Santiago, Tim und natürlich Samu, die den Grundstein für den Sieg gelegt hat. Mit nun zwölf Punkten haben wir alle Chancen auf das Weiterkommen. So hatten wir es uns erhofft.“

MVP Jeffrey Jendryk: „Der Schlüssel zum Sieg war, dass unser Angriff heute ins Rollen gekommen ist. Wir haben im ersten Satz noch die Kurve bekommen und uns diesen Durchgang verdient gesichert. Jetzt fahren wir mit Selbstvertrauen nach St. Petersburg, wissen aber genau, welch schwere Aufgabe dort auf uns wartet. Ich glaube aber an unser Team und die Möglichkeit, sich dort mit einem guten Spiel sogar den Gruppensieg zu sichern.“

BR Volleys Formation
Timothée Carle und Ruben Schott (AA), Nehemiah Mote und Jeffrey Jendryk (MB), Sergey Grankin (Z), Benjamin Patch (D) und Santiago Danani (L) | Eingewechselt: Matthew West, Marek Sotola, Samuel Tuia

Topwerte
Jendryk 11 Punkte, 4 Blocks, 75 % Angriffsquote | Patch 11 Punkte | Carle 11 Punkte
Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

Pressefoto Credit: CEV

BR Volleys – erstes Saisonziel greifbar

Am Mittwoch (02. Feb) haben die BR Volleys die Möglichkeit, das erste große Saisonziel einer bis hierhin makellosen Spielzeit 21/22 zu erreichen: Das DVV-Pokalfinale am 06. März in Mannheim. Dazu wollen die Berliner zum vierten Mal in dieser Saison das Spielfeld gegen den VfB Friedrichshafen als Gewinner verlassen. Der Gegner und Rekordpokalsieger tankte am Wochenende mit einem 3:1-Heimerfolg gegen Frankfurt seinerseits Selbstvertrauen und empfängt die ungeschlagenen Hauptstädter in der ratiopharm Arena Ulm/Neu-Ulm um 19.00 Uhr (geänderter Spielbeginn!).

Das Pokalfinale in der Mannheimer SAP Arena, das in Vor-Corona-Zeiten eine Volleyball-Traumkulisse von bis zu 12.000 Zuschauern bot, ist selbst für Sergey Grankin, der in seiner 20-jährigen Karriere vieles erlebt und gesehen hat, noch immer eine Aussicht mit einem ganz besonderen Stellenwert. Entsprechend ist der russische Kapitän vor einem Kampf um den Einzug ins Endspiel, wie er am Mittwoch gegen Friedrichshafen bevorsteht, bis in die Haarspitzen motiviert: „Unsere gesamte Mannschaft will unbedingt nach Mannheim. Das Finale 2020 gegen Düren war für einige von uns das denkwürdigste Duell, das wir in Deutschland bisher spielen durften. Diese Bühne wieder zu betreten, ist ein großes Ziel und von diesem sind wir nun noch einen Schritt entfernt.“ Dieser letzte Schritt ist bekanntlich meist der schwerste. Nach dem Viertelfinale bei den United Volleys Frankfurt (3:1) bescherte das Los den BR Volleys auch im Semifinale eine Auswärtsaufgabe bei einem der schärfsten Ligakonkurrenten. Der VfB Friedrichshafen, 16-mal Sieger des DVV-Pokals, steht zwischen Grankins Team und Mannheim.

Vor zehn Tagen trafen sich beide Mannschaften zum Auftakt der Zwischenrunde und die Berliner konnten ihre gute Bilanz ausbauen. Drei Siege (3:0, 3:1, 3:1) stehen seitdem in der aktuellen Bundesliga-Saison im direkten Vergleich zu Buche. Jetzt wartet jedoch ein Wettbewerb, in dem die Hauptstädter häufig unter ihren Möglichkeiten blieben. Entsprechend geschärft sind die Sinne des 37-jährigen Zuspielers und seiner Mitspieler: „Der Pokal verzeiht keine Fehler. Friedrichshafen ist im Saisonverlauf immer stärker geworden, doch es gibt für uns keinen Grund, dort nicht selbstbewusst anzutreten. Wir wissen, was wir können. Wenn wir dies abrufen, wird es der VfB auch in eigener Arena schwer gegen uns haben.“

In Bayern und somit auch in Neu-Ulm sind seit dem vergangenen Wochenende wieder Zuschauer zugelassen. 25 Prozent Auslastung der 6.000 Besucher fassenden ratiopharm Arena gestatten die Behörden. Mit ihren Anhängern im Rücken erarbeiteten sich die Häfler am Sonntag einen 3:1-Heimsieg gegen die United Volleys Frankfurt. Dabei fehlten Headcoach Mark Lebedew – ebenso wie seinem Gegenüber Christophe Achten – allerdings wichtige Spieler. Marcus Böhme und Daniel Muniz standen nicht im Kader, dafür zeigte der neue Libero Nikola Pekovic, welche Verstärkung er für den VfB ist. Auch der junge Argentinier Luciano Vicentin sprang in die Bresche und schwang sich zum MVP auf. Neue Aufgaben also für die Scouting-Abteilung der Berliner, die nach dem eigenen 3:1-Erfolg bei den SWD powervolleys Düren viel Gutes notieren konnte. Aufschlags- und Angriffseffizienz näherten sich der Qualität vor der Corona-Zwangspause. Die Werte der Annahmebilanz blieben jedoch noch unter dem alten Niveau. Nach zwei Partien, in denen Schwächephasen zu verzeihen waren, ist nun voller und vor allem durchgängiger Fokus gefragt. „Ein K.o.-Spiel heißt so, weil definitiv einer ausgeknockt wird. Das wollen am Mittwoch nicht wir sein“, hat Sergey Grankin ein klares Ziel vor Augen.

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier