Legenden-Treff beim AOK Traditionsmasters

Samstag: Derbyday – Sonntag: Tag der Entscheidungen

Am 11. und 12. Januar kommt es in der Max-Schmeling-Halle zur elften Auflage des AOK Traditionsmasters. Mit Hertha BSC, dem 1. FC Union Berlin, Werder Bremen, Bayer 04 Leverkusen, Schalke 04 und Borussia Dortmund sind sechs aktuelle Bundesliga-Teams mit ihren Traditionsmannschaften dabei. Tennis Borussia sorgt als dritte Berliner Mannschaft für zusätzliche Derby-Stimmung und Dinamo Tiflis reist mit hochdekorierten ehemaligen Nationalspielern an.

Von den Teams wurden nun, etwa einen Monat vor Turnierbeginn, die ersten Kaderlisten eingereicht. Hier eine Auswahl der bisher gemeldeten Fußball-Legenden:

Ailton und Ivan Klasnic (Werder Bremen), Ulf Kirsten, Bernd Schneider und Patrick Helmes (Bayer 04 Leverkusen), Martin Max und Tomasz Waldoch (FC Schalke 04), Roman Weidenfeller, David Odonkor und Patrick Owomoyela (Borussia Dortmund), Pal Dardai und Gabor Kiraly (Hertha BSC), Torsten Mattuschka und Benny Köhler (1. FC Union Berlin), Ansgar Brinkmann und Francisco Copado (Tennis Borussia), Aleksandre Iashvili und AC Mailand-Hall-of-Fame-Star Kakha Kaladze (Dinamo Tiflis).

Das sportliche Niveau des Turniers steigt von Jahr zu Jahr an. Unter den genannten Namen finden sich Weltmeister (Weidenfeller), Bundesliga-Torschützenkönige (Kirsten, Max, Ailton), Fußballer des Jahres (Ailton, Kiraly, Dardai, Iashvili, Kaladze) und Champions League-Sieger (Kaladze). Die Fans können sich auf spannende Spiele und mitreißenden Hallenfußball freuen. Am Samstag finden acht Begegnungen statt. Am Sonntag hat jede Mannschaft noch ein Gruppenspiel. Dann entscheidet sich, wer aus den beiden Gruppen die Halbfinals erreicht. Das Endspiel wird am 12. Januar gegen 16:15 Uhr ausgetragen

Zum Stand der Dinge in der Bundesliga

Noch drei Spiele, dann geht’s schon in die Rückrunde, in der Hertha in den letzten Jahren immer schlechter aussah, als in der Vorrunde. Ich traue Jürgen Klinsmann zu, Hertha vor dem Abstieg zu retten. Nach 14 Spielen sieht es nicht gut, eher alarmierend, aus. Hertha ist punktgleich mit  Düsseldorf, je 12, auf dem Relegationsplatz. Zum Glück gibt es mit je acht Punkten zwei Clubs die schlechter da stehen, den SC Paderborn und der 1. FC Köln. Seit der Drei-Punkte-Regelung ist das ein schneller änderbarer Zustand, das erlaubt immer wieder nach der Qualität der Teams zu fragen.

Klinsmann redet seinen Spielern Qualität ein. Er muss motivieren. Ich sehe die Qualität bei Hertha etwas kritischer. Individuelle Qualität ist in der Summe nicht gleich mannschaftliche Qualität. Wer hat den Kader zusammengestellt ? Wer hat den bereits nach nur 12 Spielen wieder geschassten Trainer verpflichtet ? Das Plakat in der Ostkurve während des Spiels gegen Dortmund sprach Bände.

Hoffen wir im kommenden Heimspiel gegen Freiburg auf die Wende. Der 1. Union muss zum SC Paderborn. Gegen Mannschaften, denen das Wasser bis zum Hals steht wird es schwer. Paderborn hat mit großem Kämpferherz in der Eliteliga beeindruckt und unglücklich Punkte liegen lassen.

Stolz darf Berlin auf seinen zweiten Bundesliga-Club sein. Nach 14 Spielen sind 19 Punkte auf dem Konto, immerhin sieben mehr, als der ambitionierte Lokalrivale vorweisen kann. Das muss der Hertha einfach wehtun. Noch vor Saison-Beginn trumpfte Michael Preetz immer mal wieder damit auf, dass Hertha sich über die Konkurrenz freue, aber zeigen werde, wer in Berlin die Nummer Eins ist.

Die Bayern dominierten jahrelang die Bundesliga. Meisterschaftsanwärter sind Borussia Mönchengladbach und RB Leipzig. Zwei Niederlagen in Folge, dass hat sich ja nicht einmal Niko Kovac erlaubt. Die Kaderzusammenstellung bei den Bayern wird kritisiert, fast wie bei der Hertha. Bei den Bayern sind es eher Luxusprobleme. Aktuell sind die Bayern – „nur“ – muss aus Bayern-Sicht gesagt werden, Tabellensiebenter. Clubs wie Bayer Leverkusen, der SC Freiburg, Schalke 04 und Borussia Dortmund sind davor platziert. Man stelle sich das Hohn-Gelächter vor, die Eisernen spielen bis Weihnachten weiter so effektiv und sammeln fleißig Punkte. Überholen sie bald die Bayern ? Ein bisschen träumen ist erlaubt. Das nächste Spiel ist immer das Schwerste. Die Hürde in Paderborn muss erst einmal genommen werden.

Positiv, endlich wieder Spannung in der Bundesliga. Jeder kann jeden schlagen. Fußballfreunde, was wollt ihr mehr…

Christian Zschiedrich  

Niederlagen für die Clubs aus der Hauptstadt

Es war nicht die Stunde der Berliner Profi-Clubs, dieser 13. Spieltag der Saison 2019/20. Im Freitagspiel verloren die Eisernen mit 1:2 auf Schalke, dabei sah es lange nach einem Punktgewinn aus. Ein individueller Fehler von Innenverteidiger Neven Subotic leitete den Siegtreffer für die Schalker ein. Das Matchglück hatte die Eisernen verlassen. Beim Ausgleichstreffer war der Schiedsrichter auf ihrer Seite, der wohl mehr auf eine Schwalbe hereinfiel und auf Foulstrafstoß entschied. Ansonsten lieferte der Aufsteiger eine gute Leistung ab, musste sich letzlich der Leistungssteigerung des Gegners in Halbzeit Zwei sowie der größeren individuellen Klasse der Schalker geschlagen geben.

Keine 24 Stunden später startete die Alte Dame mit neuem Trainerstab in das Heimspiel gegen Borussia Dortmund. Die Problemzonen wurden sofort sichtbar. Motiviert und nervös nahmen die Spieler in Blau und Weiß die Partie auf. Bereits in der Anfangsphase bekamen sie einen brutalen Doppelschlag verpasst. Die Abwehr wackelte weiter, das waren Gegetreffer 26 und 27 und erst 13 Spiele absolviert. Nach nur 17. Minuten lagen sie 0:2 hinten und Jürgen Klinsmann war das sonst so freundliche Gesicht eingefroren. Dass die Hertha anschließend nicht auseinander fiel, sondern kämpfte war das einzig positive an diesem Spiel. Die Belohnung folgte in der 34. Minute, mit dem Anschlusstreffer durch Vladimir Darida. Kurz vor der Pause flog Dortmunds Mats Hummels mit Gelb-Rot vom Platz. Aus den über 45 Minuten Überzahl konnten die Herthaner nichts machen. Ein Tor von Davie Selke fand nach Videobeweis keine Anerkennung.

Vor Jürgen Klinsmann und seinem Team liegt jetzt eine Menge Arbeit. Auf der Tribüne saß Lars Windhorst und wird sich seinen Teil gedacht haben. Das bemerkenswerteste an diesem Spiel war ein Interview mit dem Manager Michael Preetz. Er wurde gefragt, ob sich jetzt seine Rolle im Verein verändern wird. Verärgert ließ er den Reporter wissen, “ ..einem Acki Watzke würden sie solch eine Frage wohl nicht stellen…“.

Hertha, mit größeren Ambitionen in die Saison gestartet, hat erst 11 Punkte und ist auf den Relegationsplatz abgerutscht. Fortuna Düsseldorf ist durch ein bemerkenswertes 1:1 bei der TSG Hoffenheim auch noch vorbeigezogen. Da werden böse Erinnerungen wach an die Saison 2009/10.

Hans-Peter Becker

Herthas Heimpleite gegen Wolfsburg

Gegen den VfL hat sich Hertha zwar immer schwer getan, doch das 0:3 musste nicht sein. Seit acht Jahren war das sogar die erste Auftaktniederlage zu Saisonbeginn in Berlin. Mein zweigeteiltes Urteil: Im ersten Durchgang freute ich mich über sehenswerten, im Vergleich zur Vorsaison verbesserten Angriffsfußball der Hertha mit dem zielstrebigen und schnellen Kombinationen nach vorn. Nach den unglücklichen Elfmeter-Entscheidungen gegen Hertha und für Wolfsburg sagte ich mir: Es kann doch nur die Frage der Zeit sein, wenn der Ausgleich fällt. Hertha erspielte sich einige Hochkaräter. Da passt der Spruch: Wenn man kein Glück hat, kommt auch noch Pech hinzu. Wenn immer nur der letzte Pass fehlt, kann man dann bei diesem Ausgang von Pech reden? Und die Niederlage allein auf den Referee zu schieben, ist zu einfach.

Das dann in der zweiten Hälfte Gebotene erinnerte mich an früher und bestätigte allgemein den Trend: Nach einer guten Partie (in München) folgt weiterhin ein schwaches Spiel, das war in Fortsetzung enttäuschend, konnte keinen vom Hocker holen und überhaupt nicht befriedigen. Mit Recht durften die Anhänger nach der Leistung in München erwartungsfroh sein. Und die Wechsel brachten leider gar nichts. Das war kein Alles oder Nichts, kein Aufbäumen, sogar das Verständnis untereinander war verloren gegangen. Der gute Start in die Bundesliga-Saison 2019/2020 ist damit in die Hose gegangen, misslungen. Am 3.Spieltag in Gelsenkirchen sollte in beiden Halbzeiten konzentrierter Fußball gespielt werden, sonst geht der Daumen noch mehr nach unten. Abschließend noch eine schockierende Zahl: Wolfsburg lief 6 Kilometer mehr als Hertha (110 : 116).

Christian Zschiedrich    

Der Pokal hat seine besonderen Reize

Allein deshalb, weil gewonnen werden muss. Es gibt kein Unentschieden. Nah dran, zumindest an einer Verlängerung von zweimal 15 Minuten, eventuell sogar am Elfmeterduell, war Viktoria Berlin gegen Arminia Bielefeld im Jahnstadion. Trainer Benedetto Muzzicato hatte seine Regionalliga-Mannschaft gegen den Zweitligisten auf eine geschlossene Verteidigungsarbeit eingestimmt. Bielefeld hatte demzufolge im ersten Spielabschnitt 74 Prozent Ballbesitz und dazu das frühe Tor – ein wuchtiger Kopfball aus acht Metern von  Voglsammer, der ungehindert einköpfen durfte. Das reichte der Arminia, dessen Trainer Uwe Neuhaus den Sieg „unspektakulär“ nannte. In der Tat war es ein glanzloses Weiterkommen. Sein Team konnte sich sogar bei Torwart Ortega bedanken, dass die Berliner Viktoria infolge der Rettungstaten gegen Brand (23.) und Becker (27.) nicht zum Ausgleich kam.

Die als Bundesliga-Deppen geltenden Verlierer vom Samstag heißen Augsburg und Mainz. Augsburg verlor 1:2 gegen Verl (Regionalligist) und Mainz zog in Kaiserslautern (3.Liga) mit 0:2 den Kürzeren.

Außerdem spielten am Freitag und Samstag:

KFC Uerdingen (3.Liga) – Borussia Dortmund (BL) 0:2

SV Sandhausen (2.Liga) – Mönchengladbach (BL) 0:1

FC Ingolstadt (3.Liga) – 1.FC Nürnberg (2.Liga) 0:1

1.FC Kaiserslautern (3.Liga) – FSV Mainz 05 (BL) 2:0

Wacker Nordhausen (RL) – Erzgeb. Aue (2.Liga) 1:4

SC Verl (RL) – FC Augsburg (BL) 2:1

Alemannia Aachen (RL) – B. 04 Leverkusen (BL) 1:4

1.FC Magdeburg (3.Liga) – SC Freiburg (BL) 0:1 n.V.

TuS Dassendorf (OL) – Dynamo Dresden (2.Liga) 0:3

FC Villingen (OL) – Fortuna Düsseldorf (BL) 1:3 n.V.

SV Drochtersen/Assel – Schalke 04 (BL) 0:5

FC Viktoria 89 (RL) – Arminia Bielefeld (2.Liga) 0:1

SSV Ulm 1846 (RL) – 1.FC Heidenheim (2.Liga) 0:2

KSV Baunatal (Hessenliga) – VfL Bochum (2.L.) 2:3

Würzburger Kickers (3.L.) – TSG Hoffenheim (BL) 4:5 i.E.

Atlas Delmenhorst (5. Liga) – Werder Bremen (BL) 1:6

Spiele am Sonntag: In den neun Sonntag-Nachmittag-Spielen gab es in zwei die Entscheidung erst im Elfmeterschießen. Lübeck gegen St. Pauli 3:3 nach regulärer Spielzeit und Verlängerung und St. Pauli gewinnt am Ende das Elfmeter-Duell. Mit hervorragender Moral wurde gar der 0:2-Rückstand wettgemacht. Bundesligist Paderborn kassierte in regulärer Spielzeit das 2:2 in Rödinghausen, verwandelte jedoch im Elfmeterschießen  alle zum 4:2 vom Punkt. Die hohen Kantersiege sprechen ansonsten eine deutliche Sprache.

Waldhof Mannheim (3.Liga) – E. Frankfurt (BL) 3:5

VfB Lübeck (RL) – FC St. Pauli (2.Liga)  2:4 i.E.

VfL Osnabrück (2.Liga) – RB Leipzig (BL) 2:3

1.FC Saarbrücken (RL) – J. Regensburg (2.Liga) 3:2

FSV Salmrohr (Rheinlandliga) – H. Kiel (2.Liga) 0:6

Oberneuland (5. Liga) – Darmstadt (2.L.) 1:6

Germania Halberstadt (RL) – 1.FC Union (BL) 0:6.

Der 1.FC Union beeindruckte in Halberstadt. Urs Fischer vertraute in seiner Anfangsformation auf fünf Sommer-Neuzugänge: Becker, Bülter, Schlotterbeck, Ingvartsen und Gentner durften allesamt ran. Das Team scheint für die Eliteliga bereit zu sein.

Schlotterbeck besorgte die 1:0-Führung in der 27.Minute. So wurden auch die Seiten gewechselt. Apropos Wechsel, Urs Fischer brachte Mees in der 60. für Becker. In der 65. erhöhte Andersson auf 2:0 und keine zwei Minuten später, sozusagen per Doppelschlag, war Lenz der Vollstrecker zum 3:0. Der eingewechselte Mees besorgte in der 71. das 4:0, Andrich (76.) das 5:0 und Ujah (in der 71. Andersson sorgte kurz vor Ultimo (89.) für das Endresultat von 6:0.

VfB Eichstätt (RL) – Hertha BSC (BL)  1:5. Freude auch bei der Hertha, die sich im Pokal sonst Jahr für Jahr sehr schwer tat. Ein erhebendes Gefühl eine Runde überstanden zu haben. Gegen Regionalligist Eichstätt gab es zwar kein 15:1, aber immerhin fünf Tore zum deutlichen 5:1. Ein früher Doppelschlag durch Darida(11.) und Ibisevic(12.) gab schnell die Richtung vor. Wenn das so weitergeht, wird’s historisch anmutend. Ibisevic(31.)  gelang dann vor der Pause noch das 3:0. Torunariglu sah in Minute 18 die Gelbe. Ante Covic wechselte ihn zur Pause gegen Esswein aus. Nach dem Wechsel war erstaunlicherweise Eichstädt (52.) durch Kügel mit dem 1:3 am Zuge. Das 4:1 (62.) gelang Kalou und Esswein zeigte sich nach langer Zeit in Pflichtspielen mit dem Treffer zum 5:1(75.) dankbar für seine Einwechslung.

SV Rödinghausen (RL) – SC Paderborn (BL) 3:4 i.E.

MSV Duisburg (3.Liga) – Greuther Fürth (2.Liga) 2:0

Chemnitzer FC (3.Liga) – Hamburger SV (2.Liga) 5:6 i.E. In zwei von den drei Abendspielen fiel die Entscheidung erst im Elfmeterschießen. Welch eine Dramatik und Hochspannung. Chemnitz war drauf und dran, den HSV aus dem Wettbewerb zu kippen, führte in der regulären Spielzeit 2:1 und sogar in der Endphase des Elfmeterduells. Dann aber flatterten die Nerven, wie bei Wehen Wiesbaden. Der 1.FC Köln rettete sich mit viel Glück und Geschick und dank Torsteher Horn, der drei Elfmeter in Folge parierte.

Wehen Wiesbaden (2.Liga) – 1.FC Köln (BL) 2:3 i.E.

Spiele am Montag:

Hansa Rostock (3.Liga) – VfB Stuttgart (2.Liga) 9:1

Karlsruher SC (2.Liga) – Hannover 96 (2.Liga) 2:0

Hallescher FC (3.Liga) – VfL Wolfsburg (BL) 3:5

Energie Cottbus (RL) – Bayern München (BL) 1:3. 22.500 Zuschauer sahen eine mit Leidenschaft kämpfende Pele Wollitz-Truppe, die die Räume für die Bayern eng machten und kaum ein Durchkommen ermöglichten. Torlos blieb es bis zur 32.Minute. Die Torwart-Leihgabe vom 1.FC Union, Moser; hielt prächtig, reagierte auch den Kopfball von Coman(32.), Lewandowski erzeilte das 0:1 unhaltbar im Nachschuß. Mit 0:1 wurden die Seiten gewechselt. Dann dauerte es bis Minute 65. Coman zog nach innen und vollstrechte aus 19 Metern ins lange Eck zum 0:2. Das 0:3 blieb dann wieder Lewandowski (85.) vorenthalten, er lenkt Goretzkas Schuß ins Netz.. In der 90. Minute hielt der eingewechselte Goretzka Taz im Strafraum – Foulelfmeter, den Taz selbst sicher verwandelte, er verlud Keeper Neuer ins falsche Eck.

Christian Zschiedrich

Ante Covic will aktiven Fußball spielen lassen

Wie das System dann letztendlich ausehen wird, hängt von der Leistungsstärke seiner jungen Wilden ab. Sie würde er am liebsten von der Kette lassen, wie er sich ausdrückte. Er möchte die Spieler in die Position bringen, in der sie ihre Stärken einbringen können. In der Tat startet der ehemalige Trainer der U23 Mannschaft wohl mit einer jungen Mannschaft und Michael Preetz sprach von einer längerfristigen Planung und Entwicklung. Ante Covic allerdings wird ebenso auf kurzfristigen Erfolg angewiesen sein. In Anbetracht der 125 Millionen Euro von Investor Lars Windhorst könnte Hertha bei geschickten Transfers eine gesunde Mischung von „Jung und Erfahren“ hinbekommen. Die Erwartungen sind hoch.

Fotos: Christian Zschiedrich

Der eine oder andere Transfer, der ohne das frische Geld nicht möglich wäre wird Michael Preetz noch verkünden. „Schließlich ist das Transferfenster bis Ende August geöffnet“: so der Manager auf der Pressekonferenz. Wir werden jetzt die Situation anlaysieren und tuen, was nötig ist.

Bereits am 1. Juli wurden von Aufsteiger Paderborn neun neue Spieler vorgestellt und beim anderen Aufsteiger waren es nicht weniger. Für Ante Covic ist es die erste Station als Trainer in der obersten Spielklasse. Als Spieler kann er auf die Erfahrung von 62 Bundesligaspiele verweisen. Seit 10 Jahren ist der gebürtige Berliner Trainer bei Hertha BSC, sechs Jahre davon Trainer der U23. Mit Mirko Dickhaut und Rückkehrer Harald Gämperle stehen Ante Covic als erfahrene Co-Trainer zur Seite.

Der Trainer kann ganz schnell das schwächste Glied in der Kette werden und letztlich nur am Erfolg gemessen, ganz gleich wieviele Jahre sie dem Verein gedient haben.

Hertha möchte in den nächsten Jahren weiter oben mitspielen. Die Verpflichtung bestünde aber nicht in der jetzt kommenden Saison. Diese Aussage von Michael Preetz wird in der Anhängerschaft unterschiedlich bewertet. Zielbewusster sind die Formulierungen von Trainer und Manager Sport zu den bervorstehenden Lokalderbys gegen den 1. FC Union: Michael Preetz will in beiden Spielen die Oberhand behalten und Ante Covic will aus beiden Spielen sechs Punkte für Hertha einfahren.

Nach der Pressekonferenz ging es gleich ins Trainingslager nach Neuruppin. Geklärt ist, dass der 23jährige Marko Grujic (FC Liverpool) ein weiteres Jahr auf Leihbasis in Berlin bleibt und Ondrej Duda seinen laufenden Vertrag vorzeitig verlängerte. Zu Inter Mailand wechselt Valentino Lazaro. Sicherlich ein Verlust, allerdings sollte bei der Ablöse ein adäquater Ersatz kein Problem sein.

Etwa 1.000 Neugierige kamen zum lockeren Trainingsauftakt ins Amateurstadion.

Der Bundesligastart hat es mit drei Auswärtsbegegnungen in den ersten vier Spielen in sich: Am Freitag, 16. August spielt Hertha zum Auftakt beim FC Bayern München, dann kommt am der VfL Wolfsburg zum ersten Heimspiel in der neuen Saison nach Berlin, am 4. und 5. Spieltag geht nach Gelsenkirchen und Mainz. Da heißt es Daumendrücken für einen dann hoffentlich gelungenen Start!

Christian Zschiedrich

Mit viel Mut gegen Köln

Für den 1. FC Union beginnt am Donnerstag, 31. Januar das neue Fußballjahr. In der laufenden Spielzeit sind noch 16 Spiele zu absolvieren. „Nach der Pause braucht es so eins, zwei, drei bis vier Spiele um zu wissen, wo die Mannschaft steht und das geht allen so:“ Dieser Äußerung von Urs Fischer auf der Pressekonferenz vor dem Spiel ist nicht zu widersprechen. Leider sind die ersten beiden Spiele nach der kurzen Weihnachtspause gleich richtungsweisend für den weiteren Saisonverlauf. Erst kommt der 1. FC Köln und anschließend, nur vier Tage später, wartet der FC St. Pauli auf die Eisernen. Beide stehen in der Tabelle vor den Eisernen.

Das Transferfenster ist geöffnet und es hat Veränderungen im Kader gegeben. Der 1. FC Köln hat sich im Angriff mit dem österreichischen Nationalspieler Florian Kainz, bisher in den Diensten von Werder Bremen und im Mittelfeld mit Johannes Geis vom FC Schalke verstärkt. Um die erneute Verpflichtung von Anthony Modeste findet gerade ein juristisches Tauziehen statt. Er wird bis zum Donnerstag wohl keine Spielgenehmigung für die Geisböcke erhalten.

In dem Duell trifft die bisher stärkste Offensive (47 Tore) auf die beste Verteidigung (15 Gegentore). Beide Trainer haben keine größeren Verletzungssorgen. Bei den Kölnern müssen Jonas Hector (Gelbsperre), Louis Schaub,Marco Höger und kurzfristig Salih Özcan ersetzt werden. Angesichts der Kadertiefe sollte das kein großes Problem darstellen.

Urs Fischer kann fast aus den vollen schöpfen. Fragezeichen stehen noch hinter den Personalien Joshua Mees und Nicolai Rapp. Bei Mees könnte es klappen, während Rapp wohl sein erstes Pflichtspiel für die Eisernen verpassen wird. Gespannt darf man sein, ob es für Neuzugang Carlos Mane bereits für die Startelf reicht. Im letzten Test gegen Basel, vor knapp vier Tagen, stand er bereits für 30 Minuten auf dem Platz. Die Tatsache, dass ein Spieler dieser Qualität geholt wurde, zunächst auf Leihbasis, zeigt, die Eisernen wollen Platz drei und ernsthaft um den Aufstieg mitspielen. Mane, der am liebsten auf der rechten Außenbahn spielt, ist für Zweitligaverhältnisse ein sogenannter „Unterschiedsspieler“. Das berühmte Quäntchen mehr, das vielleicht fehlen könnte und in der Vergangenheit öfter gefehlt hat. Der Trainer ist sehr angetan: „Er ist topfit, spielbereit. Das haben wir jetzt auch in den einzelnen Trainings gesehen.“ Ausdrücklicher Dank geht seinerseits an Oliver Ruhnert, dass ihm diese Verpflichtung gelungen ist.

Urs Fischer lässt gern mit einer zentralen Spitze spielen, so ist der aktuelle Kader der Eisernen inzwischen auf ein 4-3-3 oder 4-2-3-1 ausgerichtet. Egal mit welcher Taktik, die Eisernen sind auch die Könige des Unentschieden in dieser Saison. Insgesamt endeten 10 Spiele für die Fischer Elf mit einer Punkteteilung. Das dürfte für die kommenden Aufgaben zu wenig sein. „Wir müssen den Mut haben, auch was zu zeigen“, diesen Worten des sympathischen Schweizers ist nichts hinzuzufügen.

Das Spiel am Donnerstagabend, Anpfiff 20:30 Uhr ist ausverkauft. Sollten die Eisernen das Spiel siegreich gestalten können dürfte die Phantasie vieler Fans beflügelt werden.

Hans-Peter Becker

Nach 14 Jahren mal wieder ein Sieg auf Schalke

Christian Zschiedrich berichtet. Foto: Hans-Peter Becker

Und das überzeugend und verdient mit 2:0 (1:0). Nach 14 Jahren ohne Sieg hat Hertha BSC wieder ein Auswärtsspiel bei Schalke 04 nach 10 Niederlagen in Folge gewonnen. In einer Manier, wie ich lange, lange die Hertha nicht gesehen habe. Pal Dardai und Co-Trainer Widmayer vertrauten den Spielern, die beim 1:0 gegen Nürnberg begonnen hatten. Für den verletzten Plattenhardt kam Neuzugang Grujic zu seinem Startelfdebüt. Der Gewinner des Spiels war in überragender Form Mittelfeldmann Ondrej Duda mit seinen beiden Toren (15. und 90 + 6) vor 60.181 Zuschauern in der Veltins-Arena. Bei ihm scheint der Knoten – nicht nur der Tore wegen – nun endgültig geplatzt zu sein. Schalkes Trainer Domenico Tedesco gab WM-Teilnehmer und Neuzugang Rudy prompt die Chance von Beginn an im zentralen Mittelfeld der Königsblauen. Doch das taktische Vorhaben wurde von den Berlinern durchschaut. Duda  kaufte Rudy den Schneid ab, er sah keinen Stich und wurde kurz nach Beginn der zweiten Hälfte ausgewechselt.

Herthas Aufstellung: Jarstein – Lazaro, Stark, Rekik, Torunarigha – Maier – Kalou, Grujic, Duda, Mittelstädt – Ibisevic. Rekik verletzte sich ohne gegnerische Einwirkung sehr früh und wurde nach nur sechs Minuten durch Bundesliga-Debütant Dilrosun (Vorlagengeber zum 1:0)  ersetzt. Lustenberger kam für Ibisevic (67.) und Jastrzembski (90 + 4) für Kalou.

Die Berliner kamen nie in die Bredouille, machten den Schalker Fehlstart (0 Punkte) perfekt. Für die Königsblauen verschoss Caligiuri (13.) einen Elfmeter. Grujic hatte die Flanke auf Naldo mit den Fingern der ausgestreckten Hand hoch über den Kopf berührt. Das Zeichen bekam Schiedsrichter Sascha Stegemann vom Videomann aus Köln. Schalke kam, meist einfallslos anrennend, zu keinen Großchancen. Der eingewechselte Burgstaller (90.+2) und Uth (90.+3) hatten sehr spät die Möglichkeit zum Ausgleich, scheiterten aber am glänzend reagierenden Jarstein. Konoplyanka foulte als letzter Mann den erst Sekunden zuvor eingewechselten Hertha-Joker Jastrzembski und musste mit Rot vom Platz. Den anschließenden Freistoß versenkte Duda zum 2:0-Endstand hart und präzise in die Maschen.

Schalke hatte mehr Ballbesitz 58% zu 42%, mehr Ecken 9:0 und sogar mehr Torschüsse 16:5, aber Hertha gewann mit einer effektiven Leistung, die für diese Saison weitere Erfolge erhoffen lässt. Nach der Länderspielpause muss Schalke am Samstagabend, 15.09. (18.30 Uhr), 15. September, in Gladbach antreten. Hertha spielt erneut auswärts am 15.09. (15.30 Uhr) in Wolfsburg.

Christian Zschiedrich

 

Berliner Proficlubs erreichen 2. Hauptrunde

Mit dem 1. FC Union und Hertha BSC sind die beiden Berliner Profi-Vereine mehr oder minder souverän in die 2. Hauptrunde des DFB-Pokals eingezogen. Beide mussten auswärts bei einem Dritt-Ligisten bestehen. Die Eisernen waren am Sonntag in Jena erfolgreich. Das Spiel stand natürlich auch im Zeichen des Jubiläums des bisher einzigen Titels in der Vereinsgeschichte der Unioner. So sahen auch einige Helden und Unterlegene des Pokalendspiels von 1968 den 4:2 Sieg des 1. FC Union gegen den FC Carl-Zeiss Jena. Das tradionsbeladene Ernst-Abbe Sportfeld war bis auf den letzten Platz gefüllt. Die Jenaer oder Jenenser (Jenenser ist nur derjenige, der in Jena geboren wurde, alle anderen sind Jenaer) leisteten großen Widerstand, mussten sich am Ende dem größeren spielerischen Potential der Wuhlheider beugen. Leider musste Felix Kroos nach einem Zusammenstoß des Spielfeld vorzeitig verlassen. Zum Glück war es nicht ganz so schlimm, wie es zunächst aussah, gegen St. Pauli wäre er wieder zu einem Einsatz bereit. Jetzt hoffen die Wuhlheider auf ein Heimspiel, am Besten gegen Schalke 04. Es wäre ein Wiedersehen mit Steven Skrzybski, der ja unter Tränen seinen Herzensverein verlassen hat.

Am Montag, 20.08. war Hertha BSC in Braunschweig dran. Aller Anfang ist schwer und ohne Wettkampfpraxis zum Saisonauftakt zu einem Drittligisten, der zudem bereits durch vier absolvierte Punktspiele voll Geschäft ist, da gibt es angenehmere Aufgaben. Es lief zunächst recht zäh an, bis Marvin Plattenhardt in der 38. Minute ein Traumtor schoss. Er schickte einen vom Braunschweiger Torwart weggefausteten Ball postwendend zurück, der dann unhaltbar im Kasten landete. Braunschweig war zunächst geschockt. Nach der Halbzeitpause schaltete die Alte Dame zu sehr in den Verwaltungsmodus. Die Braunschweiger Eintracht kämpfte und wurde in der 81. Minute mit dem Ausgleich belohnt. Hertha war gnadenlos effektiv, sie ließen die Braunschweiger etwas feiern und erzielten vom Anstoß weg den erneuten Führungstreffer. „Der alte Mann und das Tor“, so beschrieb der TV-Kommentator den Treffer von Vedad Ibisevic. Der Kapitän behauptete den Ball perfekt gegen einen Verteidiger und schob ihn aus kurzer Distanz ein. Eine drohende Verlängerung blieb der Hertha erspart. Die erste Aufgabe in der Saison wurde erfüllt. In der Bundesliga steht jetzt der 1. Spieltag bevor, Hertha erwartet am Samstag, 25.08. im Olympiastadion Aufsteiger Nürnberg und am Sonntag, 26.08. kommt der FC St. Pauli in die Alten Försterei.

Hans-Peter Becker

 

Steven Skrzybski wird Schalker

Was sein jetzt ehemaliger Verein nicht geschafft hat, vollzieht jetzt Steven Skrzybski. Er steigt auf, mit dem Wechsel zu Schalke 04. Der 25jährige unterschrieb in Gelsenkirchen einen Vertrag bis zum Ende der Saison 2020/21. Überrascht ist keiner im Lager der Eisernen, zumal das Geld, im Vertrag war eine  Ablösesumme im Falle eines vorzeitigen Wechsels festgeschrieben, gebraucht wird. Mit Skrzybski verlässt ein Urgestein und somit eine Integrationsfigur die Köpenicker. Im Januar 2001 kam er als 8jähriger in das Nachwuchsleistungszentrum. Dort durchlief er alle Nachwuchsmannschaften und gab am 13. November 2010 im Alter von 17 Jahren gegen den FSV Frankfurt sein Debüt als Profi. Insgesamt bestritt Steven Skrzybski 143 Pflichtspiele für die Profimannschaft des 1. FC Union Berlin, in denen ihm 30 Treffer gelangen.

Zu seinem Wechsel wird Skrzybski mit folgenden Worten zitiert:“Jeder kann sich vorstellen, dass ich mir die Entscheidung nicht leichtgemacht habe. Union zu verlassen, ist für mich ein besonderer Schritt und natürlich spielt mein neuer Verein dabei eine ganz entscheidende Rolle. Ich habe nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass Schalke 04 mich schon immer fasziniert hat. Jetzt dorthin zu wechseln, ist die Erfüllung eines großen Traumes. Union bin ich unendlich dankbar für meine Ausbildung und die jahrelange Unterstützung. Ich wünsche dem Verein und allen, die dazugehören alles Gute und viel Erfolg.“

In einem Interview hatte Vereinspräsident Dirk Zingler geäußert, dass er alles in seiner Macht stehende tun wird um den Spieler zu halten. Auf Grund seiner Biographie ist er für die Eisernen ein besonderer Spieler. Es ist aber auch verständlich, dass er im besten Alter nach neuen Herausforderungen sucht. In Gelsenkirchen spielt er in der ersten Liga und es winken Einsätze in der Champions-League. „Für uns kommt dieser Wechsel nicht überraschend, im Gegenteil, Steven hat ihn sich mit einer überragenden Saison verdient. Wir wünschen ihm viel Erfolg bei dieser enormen sportlichen Herausforderung“, kommentiert Oliver Ruhnert, Geschäftsführer Profifußball des 1. FC Union Berlin den Wechsel.

Die sportliche Leitung hat jetzt Schwerstarbeit zu verrichten, ein neuer Trainer wird auch weiter gesucht.
Hans-Peter Becker