Sechs Deutsche Meister verlassen die BR Volleys

Am Donnerstagabend, 15. April durften die Berlin Recycling Volleys den elften Meistertitel ihrer Vereinsgeschichte bejubeln und feierten ihren Erfolg im Anschluss so, wie es die Pandemie-Lage zuließ. Mit dem Saisonende dreht sich wie immer auch das Personalkarussell: Sechs Abgänge aus dem Meisterteam 2021 stehen fest. Neben dem brasilianischen Trio werden unter anderem Vizekapitän Pierre Pujol und Libero Julian Zenger den Hauptstadtclub verlassen.

„Jeder in dieser Meistermannschaft hatte einen wichtigen Anteil am Erfolg. Wir haben uns zusammen durch diese enorm schwierige Saison gekämpft und uns am Ende mit dem Titel belohnt. Das Team ist gewachsen und hat allen Widerständen zum Trotz beim Saisonfinale seine Bestleitung gebracht. Darauf dürfen wir alle gemeinsam unheimlich stolz sein“, zog der Geschäftsführer Kaweh Niroomand ein versöhnliches Fazit einer turbulenten Spielzeit, in deren Anschluss mehrere Spieler das BR Volleys Team verlassen werden. Zu diesen Akteuren zählen die drei Brasilianer Renan Michelucci, Davy Moraes sowie Éder. Die beiden Erstgenannten werden auf ihrer Suche nach mehr Spielanteilen in die französische Liga wechseln. Olympiasieger Éder, der nicht zuletzt in den Playoffs seinen großen Wert für die Mannschaft untermauerte, kehrt in sein Heimatland zurück.

Schmerzlich vermissen wird man auf und neben dem Court zukünftig Pierre Pujol. Den Franzosen, der im Anschluss an den Titelgewinn einmal mehr seine Qualitäten als “Feierbiest“ unter Beweis stellte, zieht es nach Italien. Dass Pujol aber weitaus mehr war, betonte Niroomand bei seiner Verabschiedung: „Pierre war für dieses Team viel wichtiger, als es in der öffentlichen Wahrnehmung den Anschein machte. Er war der Antreiber, Motivator und Wortführer. Außerdem hat er sportlich immer abgeliefert, wenn die Mannschaft ihn brauchte. Pierre hat unserem Verein in seinen insgesamt drei Jahren hier sehr viel gegeben.“

Der Libero der deutschen Nationalmannschaft Julian Zenger wird in der Saison 21/22 ebenfalls nicht mehr für die Berliner auflaufen. Der 23-Jährige wurde mit dem Hauptstadtclub Pokalsieger, gewann zweimal den Supercup und nun seinen ersten Meistertitel. „Julian ist ein sehr feiner Kerl und hervorragender Spieler, bei dem ich mir durchaus vorstellen kann, dass wir ihn irgendwann wieder in Berlin sehen“, so Niroomand über Zenger, dessen Entwicklungspotenzial noch keineswegs erschöpft ist. Mit Youngster Robin Baghdady wird der Vertrag in beiderseitigem Einvernehmen aufgelöst. Der großgewachsene Außenangreifer, der aufgrund einer langwierigen Verletzungspause in dieser Saison nicht wie erhofft zum Zug kommen konnte, benötigt in seinem Alter mehr Einsatzzeit. Diese wird der hochveranlagte Deutsch-Schweizer in einem anderen Team mit weniger starkem Konkurrenzkampf und Leistungsdruck definitiv bekommen.

Gleichzeitig werden wichtige Eckpfeiler der Meistermannschaft 2021 auch in Zukunft das BR Volleys Trikot tragen. Sergey Grankin (bis 2023) sowie Benjamin Patch (bis 2024) haben ihre Verträge in den vergangenen Wochen bereits verlängert. Das französische Außenangreifer-Duo Timothée Carle und Samuel Tuia sowie Mittelblocker Anton Brehme hatten längerfristige Kontrakte. Mit Cody Kessel und Adam Kowalski will der Verein weiterhin zusammenarbeiten und auch mit Denys Kaliberda werden zurzeit Gespräche geführt. Der gesamte Trainerstab mit Cedric Enard, Lucio Oro und Rafal Zajac wird seine Arbeit in identischer Besetzung fortführen.

Wenn sich die BR Volleys zur Saison 2021/2022 wieder treffen, ist hoffentlich etwas mehr Normalität in das gesellschaftliche Leben und den Sport zurückgekehrt. Denn so schön der Meisterschaftserfolg war, so gern hätte man diesen mit allen, die Klub und Team seit Jahren die Treue halten, zusammen gefeiert. Das macht Kaweh Niroomand in seinen abschließenden Worten deutlich: „Wir bedanken uns bei allen Fans, Partnern und Unterstützen, die in dieser herausfordernden Saison und schwierigen Situation bedingungslos zu uns gestanden haben. Unsere BR Volleys Familie hat trotz der räumlichen Distanz ihren starken Zusammenhalt eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Wir sehnen nun dem Tag entgegen, an dem wir uns alle gemeinsam im Volleyballtempel wiedersehen können!“

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

Elfter Meistertitel für die BR Volleys

Die BR Volleys haben ihr Meisterstück vollbracht: Mit 3:0 (25:21, 25:18, 25:21) gewann der alte und neue Deutsche Meister das dritte Finalspiel gegen den VfB Friedrichshafen. Damit haben die Berliner eine turbulente Saison erfolgreich abgeschlossen und sich den elften Titel der Vereinsgeschichte gesichert.

Während die BR Volleys in diesem dritten Finale aus dem Vollen schöpfen konnten, ging Friedrichshafen arg gebeutelt in das Match. Martti Juhkami und Avery Aylsworth standen nicht im Kader, Nehemiah Mote wurde angeschlagen nur als Libero aufgeboten und Kapitän Dejan Vincic nahm ebenfalls auf der Bank Platz.  Die Vorzeichen sprachen nach dem 3:0-Erfolg am Sonntag also deutlich für den Hauptstadtclub. Und so eröffnete Sergey Grankin das Finale auch direkt mit einem „Ass für den Nachwuchs“, denn für jeden Berliner Servicewinner spendet Berlin Recycling 100 Euro. Insgesamt fanden aber die Gastgeber etwas besser ins Spiel und diktierten die Anfangsphase unter anderem mit einem Block gegen Samuel Tuia (5:8). Aber der gebürtige Insulaner ließ sich davon nicht aus der Ruhe bringen und servierte bereits das dritte Berliner Ass zum Ausgleich (12:12). Der VfB brachte die Hauptstädter in Zugzwang (14:17), bis Benjamin Patch den Finger gnadenlos in die VfB-Annahme-Wunde hielt. Eine Aufschlagserie des Amerikaners (inklusive drei weiteren Assen) katapultierte die BR Volleys zu einer 23:17-Führung. So konnte Tuia wenig später den ersten Satzgewinn für die Männer in Schwarz erschmettern (25:21).

Mit dem Gewinn des Auftaktdurchgangs hatten die Berliner das Zepter in der Zeppelin-Halle übernommen. In Satz zwei führte die Mannschaft von Cedric Enard durchgängig und wieder war es Patch, der das nächste Ausrufezeichen (diesmal per Singleblock) setzte (14:9). Friedrichshafen war dem Aufschlagdruck der Gäste ohne wichtige Wechseloptionen nicht konstant gewachsen und so blieben die BR Volleys das dominierende Team (19:13, 22:15). Satz zwei durfte Cody Kessel per Angriff die Linie herunter in trockene Tücher packen (25:18). Wie schon in Spiel zwei folgte auch diesmal das Aufbäumen des nie aufsteckenden VfB, bei dem nun Spielführer Vincic auf der Platte stand (10:12, 12:15). Aber der Titelverteidiger blieb selbstbewusst und hatte diesmal in Anton Brehme die nötige Power von der Serviceline (18:17). Der eingewechselte Denys Kaliberda hatte maßgeblichen Anteil daran, dass die Berliner sich drei Matchbälle erspielten (24:21) und den letzten Punkt der Saison 20/21 setzte Linus Weber zum grenzenlosen Berliner Jubel ins Aus (25:21).

Stimmen zum Spiel
Anton Brehme: „Ich bin einfach überglücklich, mit diesem Team nach dieser schwierigen Saison Deutscher Meister zu sein. Wir haben uns im ersten Spiel dieser Serie zurückgekämpft und es danach zwei Spiele brillant durchgezogen.  Jetzt wird gefeiert und dann werden die Füße hochgelegt.“
Cody Kessel: „Mir fehlen die Worte. Ich spiele jetzt fünf Jahre in der deutschen Liga und bin endlich Champion. Ich bin überzeugt, wir hätten uns auch im letzten Jahr diesen Titel geholt, und deshalb fühlt es sich wie ein doppelter Lohn an. Wir haben gute Netzhoppers, ganz starke Dürener und am Ende den bis zu diesem Finale dominanten VfB besiegt. Wir dürfen stolz auf uns sein. Wir hätten all das so gern mit unseren Fans durchlebt. Aber ich hoffe, wir konnten ihnen heute etwas zurückgeben.“

BR Volleys Formation
Cody Kessel und Samuel Tuia (AA), Éder und Anton Brehme (MB), Sergey Grankin (Z), Benjamin Patch (D) und Julian Zenger (L) | Eingewechselt: Denys Kaliberda

Topwerte
Patch 18 Punkte, 4 Asse, 2 Blocks | Kessel 8 Punkte, 2 Blocks | Tuia 7 Punkte

Quelle: BR Volleys

Finalspektakel jetzt in Berlin

Mit einem Volleyball-Feuerwerk haben der VfB Friedrichshafen und die BR Volleys die Endspiele um die Deutsche Meisterschaft eröffnet. Das Match eins der „best of five“-Serie bot alles, was sich die Fans der Sportart am hohen Netz davon erhoffen konnten. Letztlich waren die Berliner der glückliche Sieger und haben nun am Sonntag (11. Apr um 17.00 Uhr) in der heimischen Max-Schmeling-Halle eine Möglichkeit, ihre Führung auszubauen.

„Wir haben erst ab dem dritten Satz an diesem Finale teilgenommen“, bringt Cheftrainer Cedric Enard den Start des BR Volleys Teams in die Endspiele gegen den VfB Friedrichshafen auf den Punkt. „Deutlich zu viele Fehler in Annahme, Aufschlag und Angriff“ sowie „eine Art Spiegelbild unserer Saison“ hatte der Franzose gesehen. Denn erst nach großen Anlaufschwierigkeiten und einer Stunde Spielzeit zeigte sein Team, was es zu leisten im Stande ist. In allen Elementen konnte sich der Titelverteidiger steigern und legte auswärts eine furiose Aufholjagd hin. Dabei gaben auch die Wechsel von Enard wichtige Impulse. „Pierre hat das sehr gut gemacht und Cody konnte insbesondere in der Blockarbeit gegen Linus Weber immens helfen“, verteilt der Trainer noch zwei Tage später ein Sonderlob. Schlüssel zum ersten Sieg war auch, dass Benjamin Patch das Duell der beiden Diagonalangreifer gegen den bärenstarken Weber mit vier Punkten mehr und vier Fehlern weniger für sich entschied.

Obwohl sich das Blatt noch zum Guten wendete, gab es auch schlechte Nachrichten: Nachdem die Berliner im Verlauf der Hauptrunde immer wieder von Verletzungssorgen geplagt waren, blieb man davon während der Playoffs zum Glück nahezu verschont. Am Donnerstag holte die BR Volleys das alte Leid jedoch wieder ein. Inzwischen wurde bei Renan Michelucci eine Außenbandverletzung diagnostiziert, bei Pierre Pujol gab es nach muskulären Problemen hingegen Entwarnung. „Ich bin erleichtert, dass es bei Beiden nicht ganz so schlecht aussieht. Wir brauchen jeden Spieler im Kader, das hat man Donnerstag deutlich gesehen.“ Gegen einen stark aufspielenden Gegner und viele Widerstände haben sich Sergey Grankin und Co die 1:0-Führung in der Finalserie erkämpft und dieses “Break“ will man nun auf heimischem Boden verteidigen. Enard macht deutlich: „Jetzt, wo wir Match eins geholt haben, wollen wir unseren Vorteil natürlich nicht wieder abgeben. Dafür müssen wir jedoch von Beginn an so auftreten, wie wir das erste Duell beendet haben.“

Beim Endspielauftakt wurde ein ums andere Mal deutlich, wie sehr beide Mannschaften diesen Titel wollen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Fortsetzung am Sonntag in Berlin dem zweieinhalbstündigen Marathon-Match in nichts nachsteht. Maximale Intensität und hohes Niveau wird es auch im Volleyballtempel geben, in den an einem solchen Tag außerhalb der Pandemiezeit wohl bis zu 8.000 Zuschauer strömen würden. Ein Spektakel erwartet Cedric Enard trotzdem: „Es ist ein Finale und das spürt man bei jedem Ballwechsel, bei jeder Aktion, bei jedem Punkt.“

Christof Bernier

Zehnter Finaleinzug in Serie perfekt

Es ist vollbracht: Die Berlin Recycling Volleys stehen zum zehnten Mal in Folge im Finale um die Deutsche Meisterschaft. In einem letzten, unheimlich intensiven Halbfinale bissen sich die Hauptstädter erneut mit 3:1 (27:25, 25:21, 22:25, 27:25) gegen starke SWD powervolleys Düren durch. Nun wartet in der Finalserie einmal mehr der VfB Friedrichshafen auf die Berliner um den brasilianischen MVP des Abends, Éder Carbonera (13 Punkte, 4 Asse).

Der Finaleinzug ist perfekt – Freude bei Cody Kessel und Samuel Tuia
Foto | Credit: Florian Zons

Jedem war klar, dass diese Serie zwischen Düren und Berlin auch in Spiel drei noch einmal Volleyball auf Spitzenniveau bieten würde. Die Anspannung in diesem Halbfinal-Showdown war von Beginn an greifbar und die Gastgeber münzten diese zuerst in positive Energie um (1:4). Ein erstes Éder-Ass brachte dann aber Schwung ins Berliner Spiel (4:4, 8:7). Jedoch ließ die Dürener Antwort nicht lange auf sich warten und nach einem Ass von Sebastian Gevert zogen die Hausherren im ersten Satz auf 11:16 davon. Wieder musste erst Éder zum Aufschlag kommen, um die BR Volleys in den Satz zurückzubringen (15:16). Dennoch setzte Cedric Enard mit der Einwechslung von Cody Kessel einen neuen Impuls. Die ersten zwei Chancen, den Auftaktsatz zu gewinnen, hatten die Powervolleys, aber Patch servierte das wichtige Ass zum Ausgleich (24:24). Mit einem krachenden Single-Block gegen Tobias Brand brachte schließlich Kapitän Sergey Grankin höchstselbst sein Team auf die Siegerstraße in Satz eins (27:25).

Der Anfangsphase von Durchgang zwei drückte Routinier Björn Andrae seinen Stempel auf (2:6). Grankin zog nun vermehrt die Option des Schnellangriffs über Anton Brehme und servierte dazu auch noch stark, sodass die Hauptstädter schnell den nächsten Rückstand egalisierten (10:10). Das dritte Èder-Ass des Abends bescherte den Berlinern die 13:12-Führung und das Break-Festival in der Dürener Arena ging weiter. Beide Mannschaften hielten den Aufschlagdruck hoch (18:15, 22:19) und am Ende verwertete der gut aufgelegte Kessel den Satzball zur 2:0-Führung (25:21).

Nach dem nächsten guten Dürener Start machte Grankin deutlich, dass er gern in drei Sätzen ins Finale einziehen wollte. Erst setzte der Russe den nächsten Single-Block (7:5), dann stopfte er den zweiten Ball ins Dürener Feld (9:6) und legte auch noch ein Ass nach (11:7). Allerdings gaben die selbstbewussten Rheinländer keineswegs auf und so wog das Match weiter hin und her (12:13, 19:18, 21:23). Die emotionale Achterbahnfahrt ging weiter, weil sich schließlich Düren für den großen Aufwand belohnte (22:25). Der Satzverlust brachte die BR Volleys aber nicht von ihrem Kurs ab. Mit weiter hohem Aufschlagdruck – exemplarisch dafür standen die Asse von Youngster Brehme (6:5, 16:11) – blieb man auf Finalkurs. Dann hatte Gevert wieder Grund, seine Freude herauszuschreien, denn erneut kamen die Rheinländer zurück (17:17). Den immens wichtigen Block gegen den chilenischen Nationalangreifer setzte dann Brehme (22:19) und den dritten Berliner Matchball eines ebenso intensiven wie hochklassigen Duells verwandelte Cody Kessel zum umjubelten Finaleinzug (27:25).

Stimmen zum Spiel
Éder: „Diese Serie hat ihr würdiges, hochemotionales Ende gefunden. Nach dem ersten Spiel war uns klar, wie schwer ein Comeback werden würde. Der Sieg am Mittwoch hat uns unheimlich Selbstvertrauen gegeben. Wir haben wieder an uns geglaubt und sind in dieser Serie als Mannschaft gewachsen. Jeder hat in den anderen vertraut und das war heute der Schlüssel zum Sieg.“
Cody Kessel: „Dieser Sieg fühlt sich einfach unglaublich an. Wir haben als Team viele schwierige Momente in dieser Saison überstanden. Mir fehlen schon etwas die Worte. Wir haben gegen eine unglaublich starke Dürener Mannschaft gespielt, die uns über drei Matches alles abverlangt hat. Auch sie dürfen stolz auf dieser Serie sein, auch wenn das vielleicht noch ein paar Tage dauern wird. Unsere Freude ist riesig, dass sich die harte Arbeit ausgezahlt hat und wir jetzt das Finale gegen Friedrichshafen spielen dürfen.“

BR Volleys Formation
Timothée Carle und Samuel Tuia (AA), Éder und Anton Brehme (MB), Sergey Grankin (Z), Benjamin Patch (D) und Julian Zenger (L) | Eingewechselt: Cody Kessel, Denys Kaliberda, Robin Baghdady, Pierre Pujol

Topwerte
Patch 19 Punkte | Éder 13 Punkte, 4 Asse, 78 % Angriffsquote | Anton Brehme 12 Punkte, 2 Asse, 2 Blocks

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

BR Volleys – Entscheidung in Düren

Alles ist angerichtet für einen letzten und sicherlich packenden Schlagabtausch im Playoff-Halbfinale am Samstagabend (27. Mrz um 19.30 Uhr). Nachdem die SWD powervolleys Düren in der „best of three“-Serie vor einer Woche mit einem 3:1-Heimsieg vorlegten, revanchierten sich die BR Volleys am Mittwoch ihrerseits mit einem 3:1-Heimerfolg. Für den Showdown um den Finaleinzug haben die Rheinländer nun wieder Heimvorteil, die Berliner indes vielleicht einen kleinen psychologischen Vorteil.

Die Kulisse von 1.000 Menschen hat die BR Volleys am Mittwochabend definitiv beflügelt. Das Pilotprojekt zur Zuschauerrückkehr bildete einen in Pandemie-Zeiten kaum für möglich gehaltenen, würdigen Rahmen für ein Playoff-Halbfinale. Es passte aus Berliner Sicht ins Bild, dass sich die Hauptstädter bei diesem Anlass gegenüber Spiel eins deutlich steigern und den Ausgleich in der Serie erkämpfen konnten. Mit verbessertem Aufschlag und einer stets wachsamen Block-Feld-Abwehr gewannen die BR Volleys die ersten beiden Sätze (25:22, 25:20), wovon sich die Powervolleys aber keinesfalls verunsichern ließen, sodass sich spätestens in den Sätzen drei (24:26) und vier (29:27) ein phasenweise dramatisches Match entwickelte.

Damit wendete das BR Volleys Team ein vorzeitiges Saisonende ab und erhält morgen eine erneute Chance. Bei dem Vorhaben diese zu ergreifen, wird viel davon abhängig sein, ob Benjamin Patch seine überragende Leistung vom Mittwoch (30 Punkte, 68% Angriffsquote, 3 Asse) bestätigen kann. Vor allem aber beschwört Trainer Cedric Enard den Teamgedanken für das Entscheidungsspiel: „Nur so, wie wir alle gemeinsam am Mittwoch gearbeitet haben, kann es gehen. Das waren der Wille und die Emotionen, die wir brauchen.“ Die gezeigten Qualitäten müssen seine Schützlinge nun wieder bei einem “Geisterspiel“ an den Tag legen und beweisen, dass man auch in leerer Arena den stürmischen Powervolleys gewachsen ist. „Das Gesamtpaket hat gestimmt. Ich hoffe, wir können das morgen genauso zeigen. Düren war in beiden Duellen extrem stark, deshalb wird es garantiert erneut ein ganz harter Kampf. Wir haben kurz regeneriert und wollen nun alles geben“, ist Mittelblocker Anton Brehme entschlossen.

Auf den Sieger dieses Halbfinals wartet in den Endspielen um die Deutsche Meisterschaft schon seit gestern Abend der VfB Friedrichshafen. Die Häfler setzten sich in ihrem Semifinale zweimal knapp mit 3:2 gegen die SVG Lüneburg durch. Auch wenn die beiden Kontrahenten das große Finalziel vor Augen haben, geht man abseits des Spielfelds weiterhin freundschaftlich miteinander um. Das war auch im Anschluss an das Match am Mittwoch zu erleben. Minutenlang werteten die Spieler den emotionalen Abend gemeinsam aus.

Geschäftsführer Kaweh Niroomand hat dabei schon den Kampfgeist des Kontrahenten beobachtet: „Unser Heimsieg hat die Dürener nicht umgeworfen. Das hat man den Spielern deutlich angesehen, sie werden uns in ihrer eignen Arena nochmals zeigen wollen, was eine Harke ist.“ Dennoch haben die BR Volleys sich selbst und dem Gegner bewiesen, welchen Verlauf das Duell nehmen kann, wenn bei den Berlinern vieles bis alles passt. Das könnte eben der kleine, psychologische Vorteil sein.

Das Entscheidungsspiel in Düren wird auf sporttotal.tv im Mehr-Kamera-Stream mit dem ehemaligen SCCer Jaromir Zachrich am Kommentar übertragen.

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

Und der Gewinner ist: BR Volleys erzwingen Spiel drei

Es wurde das erhoffte Volleyballfest! Vor 1.000 Teilnehmenden lieferten sich die BR Volleys und die SWD powervolleys Düren ein umkämpftes Duell – mit dem besseren Ende für die Gastgeber aus Berlin. Der Hauptstadtclub setzte sich mit 3:1 (25:22, 25:20, 24:26, 29:27) durch und glich die „best-of-three“-Serie aus. Welches Team in das Endspiel um die Deutsche Meisterschaft einzieht, entscheidet sich damit am Samstag (27. Mrz um 19:30 Uhr) in Düren.

Volleyball, Herren, Saison 2020/21, 1. Bundesliga, Playoff-Halbfinale, Spiel 2 am 24.03.21, BR Volleys – SWD powervolleys Düren, Jubel nach dem Abpfiff, Foto: Michael Hundt

158 Tage dauerte es, bis die BR Volleys wieder ein Spiel vor heimischem Publikum bestreiten konnten – heute war es so weit. Möglich wurde das Pilotprojekt mit 1.000 Teilnehmenden in der Max-Schmeling-Halle durch ein umfangreiches Hygienekonzept mit Testsystem, das mit freundlicher Unterstützung von DoctorBox und Avenida Care ab 12.00 Uhr in der Nebenhalle umgesetzt wurde. Wie sehr alle den Volleyballtempel vermisst hatten, zeigte sich schon vor Spielbeginn: Als die Mannschaft zum ersten Mal die Halle betrat, brandete Applaus auf, für einen absoluten Gänsehaut-Moment sorgte schließlich die Mannschaftsvorstellung. Davon motiviert, aber dennoch hochkonzentriert gingen beide Teams im Vergleich zum vergangenen Samstag unverändert in die Partie und hielten zunächst stabil ihre Annahme (6:6). Wie gefährlich die Gäste aus Düren sein können, zeigte sich, als sie zur Mitte des Durchgangs kleinste Ungenauigkeiten der Berliner sofort ausnutzten und sich absetzten (7:10, 12:15). Viel Aufschlagdruck, zunächst durch Samuel Tuia zum Anschluss (16:15), dann von Benjamin Patch (2 Asse) und 70 Prozent Angriffsquote brachten die Berliner schließlich auf die Siegerstraße in Satz eins (22:19). Einen Schnellangriff von Éder konnte Düren zur großen Freude des Publikums beim zweiten Satzball nicht mehr abwehren (25:22).

Im vielleicht wichtigsten Spiel der Saison blieb der Hauptstadtclub weiter konzentriert hinter der Servicelinie und ging im zweiten Durchgang früh in Führung (4:2, 6:3). Mit nun größerer Blockpräsenz holte sich Düren aber das Momentum zunächst zurück (16:15). Wieder waren es gute Aufschläge, dieses Mal von Anton Brehme, die die Grundlage für die Vorentscheidung zugunsten der Berliner legten (22:17). Dem Youngster blieb es auch überlassen, mit einem Angriff für die 2:0-Führung zu sorgen (25:20).

Die Powervolleys stemmten sich weiter mit Leidenschaft gegen die drohende Niederlage und fanden noch einmal den Weg zurück ins Match (4:8, 7:12). Coach Cedric Enard reagierte, brachte Denys Kaliberda und sah, wie sein Team kämpfte. Eine hochspannende Crunchtime entschied schlussendlich aber ein Aufschlag von Tobias Brand, dessen Ball noch ganz knapp die Linie berührte, für die Gäste (24:26, 1:2). Tuia kam wieder zurück in die Partie, die nun von viel Einsatz auf beiden Seiten geprägt war (7:7, 11:11). Keinem Team gelang es nun, sich entscheidend abzusetzen (17:17, 20:20). Drei Satzbälle und drei Matchbälle später ließ ein Block von Carle die Arena endgültig jubeln. Der 3:1-Sieg und damit der Ausgleich in der „best-of three“-Serie war eingetütet (29:27). Damit kommt es am Samstag (27. Mrz, 19:30 Uhr) in Düren zum entscheidenden Duell um den Finaleinzug.

Stimmen zum Spiel
Benjamin Patch: „Es war verrückt, wieder vor Publikum spielen zu dürfen. Das hat uns unglaublich viel Energie geliefert und sehr geholfen. Es ist dann ein anderes Spiel, das viel Spaß macht. Wir konnten uns steigern und mit einem positiven Grundgefühl auch schwierige Phasen in diesem Match meistern.“
Kaweh Niroomand: „„Wir haben dem hohen Druck heute standgehalten. Zwei Sätze haben wir auf wirklich hohem Niveau gespielt. Düren zeichnet aber aus, dass sie nie aufgeben, und das hat man heute wieder gesehen. Am Ende haben wir uns diesen Sieg erkämpft und verdient. Jetzt steht uns in Düren eine ganz schwere Aufgabe bevor, denn dieses Spiel wird diesen Gegner nicht umwerfen.
Wir sind sehr glücklich, dass bei diesem Pilotprojekt – Stand jetzt – alles wie geplant funktioniert hat. Wir hatten keine Lücken im Testprozess und keinen positiven Fall. Das System hat sich bewährt. Wir wussten, welch große Verantwortung auf uns liegt. Schließlich werden heute viele in Sportdeutschland nach Berlin geschaut haben. Das Feedback war positiv und die Fans haben unsere Bemühungen honoriert.“

BR Volleys Formation
Timothée Carle und Samuel Tuia (AA), Éder und Anton Brehme (MB), Sergey Grankin (Z), Benjamin Patch (D) und Julian Zenger (L) | Eingewechselt: Cody Kessel, Pierre Pujol, Denys Kaliberda, Renan Michelucci

Topwerte
Patch 29 Punkte, 3 Asse, 1 Block | Carle 20 Punkte, 2 Asse, 5 Blocks | Tuia 14 Punkte| Éder 11 Punkte, 1 Ass, 3 Blocks
Nächstes Spiel:
27. März | 19.30 Uhr | vs. SWD powervolleys Düren

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

BR Volleys – Sieg oder Saisonende

Am 17. Oktober 2020 spielten die BR Volleys gegen die SWD powervolleys Düren zum ersten und bisher einzigen Mal in dieser Saison vor Zuschauern in der Max-Schmeling-Halle. Nun könnte sich ein Kreis schließen, denn im zweiten Playoff-Halbfinale am Mittwochabend (24. Mrz um 19.30 Uhr) soll es endlich wieder Publikum in der Arena geben und erneut treffen die Hauptstädter auf die Rheinländer. Aber es soll eben noch nicht der letzte Auftritt der Berliner in dieser Spielzeit sein. Dafür müssen eine deutliche Leistungssteigerung und ein Heimsieg her.

Im ersten Playoff-Halbfinalspiel überrollten die SWD powervolleys Düren die BR Volleys geradezu mit ihrer Wucht und ihren Emotionen. Trainer Cedric Enard hatte zwar mehrfach eindringlich darauf hingewiesen, dass den Berlinern „ein extrem harter Kampf gegen einen selbstbewussten Gegner“ bevorstehe, dennoch hatten die Hauptstädter dem nicht genug entgegenzusetzen. Ohne das nötige Selbstverständnis im eigenen Aufschlag- und Annahme-Spiel liefen die Männer in Orange dem Geschehen in der Arena Kreis Düren von Beginn an hinterher. Resultat war eine deutliche 1:3-Auswärtsniederlage (17:25, 18:25, 25:20, 21:25).

Damit stehen Kapitän Sergey Grankin & Co nun in ihrem Volleyballtempel mit dem sprichwörtlichen Rücken zur Wand. Nur ein Sieg hält die Berliner im Meisterschaftsrennen und verlängert die „best of three“-Serie auf die volle Distanz. Einiges muss sich tun, wenn das den BR Volleys glücken soll. Vor allem wird es darauf ankommen, dass die erfahrenen Akteure vorangehen. Diesen Anspruch hat zum Beispiel der brasilianische Olympiasieger Éder: „Jeder von uns kann und will individuell besser sein als in Match eins. Aber wir dürfen nicht nur auf uns selbst schauen, wir müssen am Mittwoch wieder eine Einheit bilden und die gleiche Idee, das gleiche Ziel verfolgen.“

Als „emotionale Achterbahn“ beschreibt der 37-Jährige eine Spielzeit, die jetzt noch nicht beendet sein soll. „Düren hat sehr gut gespielt, aber wir haben die Powervolleys in dieser Saison auch schon besiegen können. Damals war unser Gegner vielleicht noch nicht in der aktuellen Verfassung, aber wir hatten in diesen Spielen auch eine bessere Tagesform als am Samstag.“ Éder steht der notwendige Fokus ins Gesicht geschrieben, wenn er über das zweite Halbfinale spricht. Nur bei dem Gedanken an die erhoffte Rückkehr der Zuschauer weicht seine Anspannung einem kurzen Lächeln: „Wenn es so kommt, ist das die beste Nachricht seit fünf Monaten. Endlich wieder einmal vor Publikum spielen zu dürfen, wird für beide Mannschaften eine riesige Motivation sein. Das ist ein Privileg, das wir zu schätzen wissen.“

Wie man den eingespielten und eingeschworenen Powervolleys beikommen kann, hat sich das BR Volleys Team in Satz drei des Hinspiels selbst bewiesen. Hier wurden unter anderem durch die Einwechslung von Denys Kaliberda der Aufschlagdruck und Fortune in der Block-Abwehr zu wichtigen Faktoren. Wie schon so oft in dieser Saison gilt: Bringen die BR Volleys ihre PS auf die Straße, ist alles möglich. Nur jetzt ist dies eben alternativlos, will man die Spielzeit noch einmal verlängern und diese Serie offen halten.

Die Übertragung aus dem Volleyballtempel beginnt schon um 19.00 Uhr auf sporttotal.tv. Das Kommentatoren-Duo Georg Klein und Peter Große begrüßt die Zuschauer daheim mit dem DKB Live-Talk. Dabei können die Fans wie immer interaktiv dabei sein und Fragen an die Beiden direkt über die BR Volleys App stellen.

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

Halbfinal-Ticket fest im Visier

Die SWD powervolleys Düren, die SVG Lüneburg und der VfB Friedrichshafen haben bereits das, was auch die Berlin Recycling Volleys begehren: Einen Platz im Playoff-Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft. Gleich die erste Gelegenheit, sich diesen zu sichern, möchten die Hauptstädter am Dienstagabend (16. Mrz um 19.30 Uhr, live auf sporttotal.tv) im zweiten Aufeinandertreffen mit den Netzhoppers KW-Bestensee nutzen. Mit einer ebenso stabilen Leistung wie beim 3:0-Erfolg in Spiel eins, soll ein drittes Playoff-Derby am Mittwoch vermieden werden.

„Wir haben ein sehr ordentliches Spiel gemacht. Wenn wir das noch einmal so abliefern, werden es die Netzhoppers wieder schwer gegen uns haben“, ist BR Volleys Libero Julian Zenger vor der zweiten Begegnung in der „best of three“-Serie“ optimistisch. Der 23-Jährige geht direkt tiefer in die Analyse, wohlwissend dass der Gegner am vergangenen Mittwoch auch nicht seinen besten Tag hatte: „Ich glaube, das war in vielen Elementen schon so, wie wir uns das vorstellen. In der Block-Abwehr hatten wir den nötigen Zugriff und auch der Aufschlag war konstant. Die Netzhoppers standen unter Dauerdruck und wir hatten mit den Führungen im Rücken die nötigte Leichtigkeit.“

Beides möchten sich die Berliner nun erhalten, die eigene Leichtigkeit und eben den Druck auf den Lokalrivalen. Der kommt bereits zum dritten Mal in dieser Saison in die Max-Schmeling-Halle und wird alles daransetzen, sich ein weiteres Match im Volleyballtempel zu erkämpfen. „Wir haben die Begegnung intern ausgiebig ausgewertet. Meine Mannschaft hat in den vergangenen Tagen echt gut trainiert. Wir fahren jedenfalls nicht nach Berlin, um dort ein Trainingsspiel zu bestreiten“, macht Netzhoppers-Coach Christophe Achten deutlich. Dabei könnte Neuzugang Filip John eine noch größere Rolle als im ersten Duell spielen. Der Youngster kam im zweiten Satz auf den Court und wusste mit 60% Angriffsquote auf der Diagonalposition zu überzeugen. „Er hat definitiv frischen Wind gebracht, daher wäre es nicht überraschend, wenn er auch am Dienstag anfängt. Aber auch darauf sind wir vorbereitet“, sagt Zenger.

Trotz des gelungenen Playoff-Starts in der Landkost-Arena gibt es weiter Stellschrauben, an denen die Mannschaft von Cheftrainer Cedric Enard drehen möchte. Die Netzhoppers arbeiteten sich nämlich von Satz zu Satz besser in dieses Viertelfinale. Diesen Trend wollen die Berliner stoppen und wieder von Beginn an den Ton angeben. Während bei den Brandenburgern mit Mittelblocker James Weir und Zuspieler Byron Keturakis zwei wichtige Eckpfeiler ausfallen, ist der 14er-Kader der BR Volleys fit und einsatzbereit. Zu diesem wird in den Playoffs nicht mehr Kevin Le Roux zählen. Leider verhindern die anhaltenden körperlichen Probleme einen Einsatz des Franzosen.

Auf den Sieger der „best of three“-Serie des Berlin-Brandenburg-Derbys warten seit Sonntagabend die SWD powervolleys Düren. Die Rheinländer setzten sich am Wochenende gegen die United Volleys Frankfurt bereits nach zwei Spielen durch. Gleiches gelang Lüneburg gegen die WWK Volleys Herrsching. Friedrichshafen benötigte gegen die Volleyball Bisons Bühl das Entscheidungsspiel für den Halbfinaleinzug. Dieses würden die Berliner gern vermeiden und mit aller Kraft schon am Dienstag das Weiterkommen sichern. Dann würde dem BR Volleys Team ein Tag mehr Regeneration bis zum Halbfinalstart am Samstag bleiben.

Das Heimspiel im Playoff-Viertelfinale wird von Lotto Berlin als „Sponsor des Tages“ präsentiert. Experte für die Live-Übertragung auf sporttotal.tv ist der Kapitän der Meistermannschaft von 2019, Sebastian Kühner. Arenasprecher Karsten Holland wird ab 19.00 Uhr mit dem DKB Live-Talk auf das Match einstimmen. Fragen an das Kommentatoren-Duo Peter Große & Sebastian Kühner können, wie gewohnt, über den App-Chat gestellt werden.

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

Playoff-Auftakt nach Maß

Mit einem überzeugenden 3:0-Auswärtssieg (25:16, 25:21, 25:20) sind die BR Volleys am Mittwochabend, 10. Mrz in die Playoffs 2021 gestartet. Damit trennt die Hauptstädter im Berlin-Brandenburg-Derby gegen die Netzhoppers KW-Bestensee noch ein weiterer Erfolg vom Halbfinale. Die erste Gelegenheit, diesen einzufahren, hat die Mannschaft von Cheftrainer Cedric Enard am Dienstag (16. Mrz um 19.30 Uhr) in der heimischen Max-Schmeling-Halle.

Die BR Volleys gingen in der zu erwartenden Playoff-Besetzung in dieses erste Viertelfinale. Im Block war Youngster Anton Brehme, der wie viele seiner Nebenmänner gegen Herrsching noch eine Pause bekam, zurück und sofort sehr präsent. Die Berliner Block-Abwehr ließ wenig Angriffe des Heimteams auf den Boden und Asse von Éder (5:2) und Timothée Carle (13:7) standen exemplarisch für den hohen Aufschlagdruck der Gäste. Die BR Volleys zeigten die nötige Zielstrebigkeit, die es in den Playoffs braucht und gaben keinen Deut nach. Patch legte ein weiteres Ass nach (18:10) und der Auftaktsatz ging mit 25:16 an die Hauptstädter.

Nach einem Patch-Block gaben die Männer in Orange auch in Satz zwei früh den Ton an (6:3). Headcoach Christophe Achten reagierte auf Netzhoppers-Seite mit den Einwechslungen von Außenangreifer Karli Allik und dem gerade erst vom VCO nachverpflichteten Diagonalen Filip John, der den Vorzug gegenüber James Jackson erhielt. John brachte sich ausgesprochen gut ein, doch auf der anderen Seite machte vor allem Tim Carle ein starkes Spiel. Als sein Powertipp zum vermeintlichen 15:9 weggepfiffen wurde, gab er direkt die krachende Antwort (15:10). Die Gastgeber meldeten sich mit zwei Blockpunkten zurück (18:16), aber Kapitän Grankin & Co revanchierten sich ebenfalls umgehend per Block (21:17). Folgerichtig durfte Coach Enard an der Seitenlinie auch den zweiten Satzgewinn bejubeln (25:21).

Obwohl die Brandenburger nun deutlich besser im Spiel waren, brachte Éder die Annahme der Gastgeber in Nöte (12:8). Den Ballwechsel des Tages verbuchten allerdings die Netzhoppers für sich und sendeten ein eindrucksvolles Lebenszeichen zum 12:11-Zwischenstand. Dann machte erneut der spätere MVP und Topscorer Carle in Aufschlag und Angriff den Unterschied (18:13). So verwandelte wenig später Benjamin Patch den ersten Matchball (25:20) für den Drittplatzierten der Hauptrunde und bescherte seinem Team die 1:0-Führung in der „best of three“-Serie.

Stimmen zum Spiel
Anton Brehme: „Heute haben alle Elemente gut funktioniert und wir haben uns keine Schwächephasen erlaubt. Man hat von Beginn an gesehen, dass wir gut auf den Gegner eingestellt waren. Dazu war Tim überragend. Wenn wir am Dienstag an diese Leistung anknüpfen, sind unsere Chancen auf das Halbfinale groß.”
Benjamin Patch: „Wir haben guten Volleyball gespielt und von Beginn an war die Stimmung auf dem Spielfeld positiv. Aufschlag und Block waren so, wie wir es brauchen. Mit gleicher Energie wollen wir das Rückspiel angehen, aber weiter von Schritt zu Schritt denken.“

BR Volleys Formation
Timothée Carle und Samuel Tuia (AA), Éder und Anton Brehme (MB), Sergey Grankin (Z), Benjamin Patch (D) und Julian Zenger (L) | Eingewechselt: Cody Kessel

Topscorer
Carle 16 Punkte | Patch 12 Punkte, 3 Blocks | Éder 8 Punkte, 2 Asse, 71 % Angriffsquote

Nächste Spiele
16. März | POV 2 | BR Volleys vs. Netzhoppers KW-Bestensee
(17. März | POV 3| BR Volleys vs. Netzhoppers KW-Bestensee – wenn nötig)

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

Heimerfolg zum Ende der Hauptrunde

Es war ein hartes Stück Arbeit, aber am Ende steht ein Sieg: Die BR Volleys haben das letzte Spiel vor dem Playoff-Start mit 3:2 (25:23, 25:22, 23:25, 29:31, 15:11) gegen die WWK Volleys Herrsching gewonnen. Punktbester Spieler auf Berliner Seite wurde der Brasilianer Davy Moraes (24 Zähler), für Herrsching punktete David Wieczorek (18) am häufigsten. Schon am 10. März geht es weiter mit dem Playoff-Viertelfinale: Dort trifft man im Berlin-Brandenburg-Derby auf die Netzhoppers KW-Bestensee.

Der Hauptstadtclub war schon vor der Partie nicht mehr vom dritten Tabellenplatz zu verdrängen, was Coach Cedric Enard die Gelegenheit gab, in seiner Startformation kräftig zu rotieren. Die neue Konstellation um Zuspieler Pierre Pujol hatte aber zunächst Startschwierigkeiten (3:7, 6:11): „Noch nicht richtig angekommen”, lautete folgerichtig das Zwischenfazit von Experte Georg Klein im Kommentar. Das besserte sich im Anschluss (11:11), Cody Kessel und Denys Kaliberda fanden nun immer wieder gute Angriffslösungen – auch nach ungenauen Annahmen (20:18). US-Boy Kessel war es dann schließlich, der den Satzball mit Nachdruck verwandelte (25:23). Unterstützt von einer lautstarken Auswechselzone fanden die BR Volleys immer besser ins Spiel und zeigten vor allem im Block enorme Präsenz (10:7, 14:9): Am Ende sollten für diesen Durchgang sechs Blockpunkte auf dem Statistikbogen stehen. Herrsching steckte trotzdem nicht auf und es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch (19:19). Ein weiterer Block durch Pierre Pujol sorgte für die Vorentscheidung (24:21), ein Aufschlagfehler der Bayern besiegelte die 2:0-Führung für den Tabellendritten (25:22).

Nun bekam Youngster Robin Baghdady seinen Einsatz, er kam für Kaliberda ins Spiel. Das änderte aber nichts daran, dass es weiter Kopf an Kopf ging, ehe sich die Gäste dank eines krachenden Blocks erstmals absetzen konnten (14:16). Auch wenn die BR Volleys den Anschluss noch einmal herstellen konnten (18:18) und alles in die Waagschale warfen: Es ging in die Verlängerung (23:25). Der vierte Tabellenplatz stand inzwischen für Herrsching fest und doch wurde schnell deutlich: Die Bayern wollten in Berlin noch Punkte holen (6:8, 13:15). Auch der eingewechselte Samuel Tuia konnte nichts daran ändern, dass es nach einer hochspannenden Schlussphase in den Tiebreak ging (29:31). Dort schraubten die Berliner an ihrem Aufschlagdruck (5:3, 10:7). Mit seinem 24. Punkt beendete schließlich Topscorer Davy Moraes die Partie und damit auch die Hauptrunde für die Berliner, die in der Abschlusstabelle den dritten Rang belegen.

Parallel entschied sich mit den 3:1-Erfolgen der Netzhoppers KW-Bestensee (vs. Giesen) und Volleyball Bisons Bühl (vs. Frankfurt) der heiße Kampf um die letzten Playoff-Plätze. Für die BR Volleys bleibt die Anreise im Viertelfinale kurz, denn die Lokalrivalen von den Netzhoppers liefen schließlich auf Rang sechs ein.

Stimmen zum Spiel
Cedric Enard: „Diese Konstellation heute war nicht einfach. Einige Spieler brauchten eine Pause, andere brauchten Spielpraxis für die Playoffs. Gleichzeitig wussten wir, dass das Spiel für die Tabelle kaum noch Bedeutung haben würde. Wir haben heute ein einziges Auf und Ab gesehen, aber das Ergebnis ist nicht entscheidend. Es war gut, dass z. B. Denys und Pierre heute länger gespielt haben. Wir brauchen sie in den Playoffs. Jetzt müssen wir uns erst gut erholen und unseren Fokus dann zu 200 Prozent auf die Netzhoppers legen. Wir müssen uns für einen harten Schlagabtausch bereit machen, schließlich haben sie uns aus dem Pokal geworfen. Wir wissen, was sie können.”
Cody Kessel: „Das war ein schwieriges Spiel. Der Teamgeist und die Energie von der Bank haben uns heute sehr geholfen. Nun warten die Playoffs. Die Netzhoppers haben gezeigt, dass sie sehr gefährlich sein können. Uns kommt natürlich entgegen, dass die Anreise nicht so weit ist.“

BR Volleys Formation
Cody Kessel und Denys Kaliberda (AA) | Éder und Renan Michelucci (MB) | Pierre Pujol (Z) | Davy Moraes (D) und Adam Kowalski (L) Eingewechselt: Robin Baghdady, Samuel Tuia, Anton Brehme

Topscorer
Moraes 24 Punkte, 3 Blocks | Kessel 19 Punkte, 2 Blocks | Michelucci 13 Punkte, 4 Blocks

Nächste Spiele
10. März | POV 1 | Netzhoppers KW-Bestensee vs. BR Volleys
16. März | POV 2 | BR Volleys vs. Netzhoppers KW-Bestensee
(17. März | POV 3| BR Volleys vs. Netzhoppers KW-Bestensee)

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier