Trainingsauftakt beim Deutschen Meister

Am Montag (09. Aug) kehrte wieder Leben in die Trainingshalle der Berlin Recycling Volleys im Horst-Korber-Sportzentrum ein. Gut drei Monate nach dem Gewinn der elften Deutschen Meisterschaft begann für Sergey Grankin & Co die Saisonvorbereitung 2021/2022. Cheftrainer Cedric Enard begrüßte sechs Spieler seines 13-köpfigen Kaders zum Auftakt, darunter mit dem Tschechen Marek Sotola auch einen von insgesamt sechs Neuzugängen.

Nach ersten Medienterminen bat Cedric Enard am Montag pünktlich um 15.00 Uhr für eineinhalb Stunden zum lockeren Anschwitzen. Dies stand für Sergey Grankin, Samuel Tuia, Timothée Carle, Cody Kessel, Adam Kowalski und Marek Sotola auf dem Programm, denn diese Gruppe kann die gesamte Vorbereitung in Berlin absolvieren. Die übrigen Akteure werden im Laufe der nächsten Wochen, also im Anschluss an die Aufgaben mit ihren jeweiligen Nationalmannschaften, zum BR Volleys Team stoßen.

Der Coach selbst muss die Hauptstadt bereits am Dienstag wieder verlassen, um als Nationaltrainer Estland auf die Heim-Europameisterschaft im September vorzubereiten. Das Training wird in seiner Abwesenheit von nun sein Assistent Lucio Oro leiten. Für den Brasilianer ist die Chefrolle keine neue, denn bereits in der Vorbereitung 2019 vertrat er Enard temporär. Unter der Führung des 44-Jährigen wird der Fokus zunächst auf der Arbeit an den körperlichen Grundlagen und auf der Ballgewöhnung liegen. Ihm zur Seite steht dabei das unveränderte Assistenzteam mit Scout Rafal Zajac und Athletiktrainer Timo Kirchenberger.

Erste Testspiele gegen nationale und internationale Gegner sind ab September vorgesehen, wenn der Kader angewachsen ist. Benjamin Patch und Jeff Jendryk werden im August die ersten Nachzügler sein. Der vierte US-Amerikaner im Bunde, Zuspieler Matt West, darf sich aktuell noch bei den Tryouts für die Nordamerika-Meisterschaft empfehlen. Libero Santiago Danani ist bei Argentinien nach Olympia auch für die Südamerika-Meisterschaft eingeplant. Anton Brehme sowie Ruben Schott werden wahrscheinlich im EM-Aufgebot von Bundestrainer Andrea Giani stehen. Als letzter Spieler wird Nehemiah Mote nach der Asien-Meisterschaft Ende September in Berlin erwartet. Das erste Bundesligaspiel bestreiten die vollzähligen Hauptstädter dann am 06. Oktober in der Max-Schmeling-Halle gegen die Helios Grizzlys Giesen.

Stimmen zum Trainingsauftakt:

Cheftrainer Cedric Enard: „Einen Luxuszustand wie im vergangenen Jahr, als der Kader früh vollzählig war, kann es natürlich nicht immer geben. In der ersten Woche wird unser Fokus auf dem physischen Zustand unserer Spieler liegen. Anschließend werden wir Schritt für Schritt mehr Volleyball ins Training einbauen. Ich habe volles Vertrauen in Lucio, dass er die Mannschaft bis zu meiner Rückkehr in einen guten Zustand bringt und wir ab Mitte September gemeinsam voll angreifen können.“

Sergey Grankin: „Es fühlt sich sehr gut an, wieder mit dem Team in der Halle zu stehen, auch wenn die Trainingsgruppe noch klein ist. Die Motivation ist nach der für einige langen Sommerpause groß. Richtig Spannung wird natürlich erst aufgebaut, wenn die Gruppe wächst und die ersten Matches anstehen. Jetzt freuen wir uns einfach, dass es wieder losgeht.“

Christof Bernier/BR Volleys

Der nächste Rückkehrer bei den BR Volleys

Mit der Verpflichtung von Ruben Schott sendeten die BR Volleys bereits ein starkes Signal für die Saison 2021/22. Nun dürfte ein weiterer Rückkehrer aus der polnischen PlusLiga ebenfalls für Aufsehen sorgen: Jeffrey Jendryk trägt nach einer Spielzeit bei Asseco Resovia Rzeszow wieder das Berliner Trikot und hat einen Einjahresvertrag beim Hauptstadtclub unterschrieben. Der amerikanische Mittelblocker startet am morgigen Freitag (28. Mai) mit Team USA & Benjamin Patch in die Volleyball Nations League.

„Als ich Ben erzählte, dass meine Rückkehr nach Berlin fix ist, hat er einen Freudentanz hingelegt“, berichtet Jeffrey Jendryk von dem Moment, als er seinem guten Freund die frohe Kunde überbrachte. Frohe Kunde, die auch die BR Volleys Fans entzücken dürfte, denn der sprungstarke Mittelblocker mit dem schelmischen Lächeln findet den Weg zurück in die deutsche Hauptstadt. Ein Jahr lang hielt es ihn in Polen, dann war die Sehnsucht nach Berlin offenbar zu groß. „Ich liebe den Verein, die Arena, unsere großartigen Fans, die Stadt und deren Lifestyle“, fasst Jendryk seine Comeback-Beweggründe zusammen.

2018 wechselte der leidenschaftliche Gamer als Absolvent der Loyola University Chicago nach Deutschland und war von Beginn an Stammspieler unter seinem alten und neuen Trainer Cedric Enard. Geschäftsführer Kaweh Niroomand erinnerte der schlaksige US-Amerikaner damals direkt an einen der zurzeit Weltbesten der Mittelblocker-Zunft, Srecko Lisinac. Seine Entwicklung war erwartungsgemäß rasant und so zog es den 2.08-Meter-Mann nach Erfüllung seines Zweijahresvertrags und dem Corona-Saisonabbruch 2020 zu einem der finanzstärksten Clubs ins Nachbarland nach Rzeszow. Aus Berlin verabschiedete er sich damals mit den Worten: „Ich werde den Verein sowie unsere fantastischen Fans vermissen und hoffe, dass ich eines Tages zurückkehren kann.“ Dieser Tag kam nun schneller, als man es erwarten konnte, was auch Niroomand freut: „Dass Spieler dieser Klasse wieder den Weg zu uns finden, ist eine große Wertschätzung unserer Arbeit. Ob Benjamin Patch, Sergey Grankin oder nun auch Ruben Schott und Jeff Jendryk – alle fühlen sie sich bei uns wohl und können unter diesen Voraussetzungen hoffentlich ihre Topleistungen bringen. Wir formieren eine starke Mannschaft, mit der wir national und international auf uns aufmerksam machen wollen.“

Beim hochambitionierten Club Resovia pendelte Jendryk zuletzt auf seiner Position zwischen Spielfeld und Ersatzbank. „Auch ich hatte mich mit dem Corona-Virus infiziert und es hat mich lange zurückgeworfen. Die Saison verlief insgesamt okay, aber es war auch sehr schwierig Freunde und Familie neun Monate lang nicht zu sehen“, berichtet der US-Amerikaner von Problemen, die viele Sportler im letzten Jahr erlebt haben. Ob Jendryk nun direkt an seine zwei glänzenden Jahre in Berlin anknüpfen kann? Cedric Enard ist sich da sicher: „Er ist ein stets positiver Charakter, der seiner Mannschaft viel gibt. In Polen hat er, speziell im Block, weiter Erfahrung gesammelt. Mit seinen Qualitäten wird auf ihn definitiv Verlass sein. Ich freue mich sehr, wieder mit Jeff arbeiten zu können, denn er ist jemand, der immer alles gibt!“

Neben dem großen Potenzial des 25-Jährigen sieht sein Coach noch einen wertvollen Pluspunkt: „Jeff hatte im Angriff eine gute Verbindung mit Sergey. Diese werden wir schnell wiederherstellen können.“ Besagter BR Volleys Kapitän hatte den Mittelblocker in der letzten Playoffausgabe des Spieltagmagazins VOLLEY MAX übrigens explizit in sein „All-time Dreamteam“ gewählt. Ob Grankin damals bereits eine Vorahnung hatte? Aktuell bewegt sich Jendryk in der „Volleyball Nations League Bubble“, wo er gemeinsam mit Ben Patch am Freitag (28. Mai um 18.00 Uhr) zum Auftakt gegen Nordamerika-Rivale Kanada antritt. Bis zum Eintreffen in Berlin ist die Zielsetzung für den ehrgeizigen US-Boy im Sommer klar: „Ich möchte die VNL gewinnen und es in den Olympiakader schaffen!“

Quelle: Christof Bernier

Nehemiah Mote wechselt in die Hauptstadt

Die BR Volleys haben wieder einen Australier in ihren Reihen: Nehemiah Mote wechselt vom Bodensee in die Hauptstadt und schließt die erste Lücke im Mittelblock. Der 27-jährige Nationalspieler stand bereits vor fünf Jahren auf der Kaderliste der Berliner, doch eine schwere Knieverletzung verhinderte damals seinen Aufschlag an der Spree. Nun fühlt sich der Mann mit den markanten Tattoos fitter denn je und möchte mit den BR Volleys das nachholen, was ihm einst verwehrt blieb.

Nachdem die BR Volleys im Jahr 2016 das Triple aus Meisterschaft, Pokal und Europacup gewannen, folgte in der Max-Schmeling-Halle eine denkwürdige Saisonabschlussfeier mit tausenden Fans. Und schon damals brandete lauter Jubel auf, als Kaweh Niroomand die Verpflichtung von Nehemiah Mote verkündete, denn der Australier hatte mit einer bärenstarken Saison im Trikot der früher unter dem Namen TV Ingersoll Bühl aktiven und inzwischen leider aus der Liga zurückgezogenen Badener auf sich aufmerksam gemacht. Berlin freute sich auf einen dynamischen und explosiven Schnellangreifer mit einem Gardemaß von 2.03 Metern. Im Somme folgte jedoch die Hiobsbotschaft: Kniescheibenverrenkung, Operation, lange Zwangspause und damit die unumgängliche Vertragsauflösung.

„Die Verletzung damals war hart für mich, aber ein Karriereende stand nicht im Raum. Ich wollte und musste mich in einem ziemlich langen Prozess wieder an mein vorheriges Leistungsniveau heranarbeiten. Dank der Unterstützung meiner Familie ist mir das zum Glück gelungen“, erzählt der zweifache Vater. Mote kämpfte sich über die Station Volley Amriswil (SUI) 2019 zurück in die Bundesliga. Dort avancierte er nun erneut für zwei Jahre – diesmal im Trikot des VfB Friedrichshafen – zu einer schillernden Figur auf der Mittelblocker-Position. Unvergessen sein “One-handed Block“ gegen Timothée Carle im Hauptrundenspiel in Berlin – eine Aktion, die in keinem Saisonhighlight-Zusammenschnitt fehlen dürfte.

Jetzt wechselt „Nemo“ die Netzseite und wird zukünftig mit Carle und Co gemeinsam die Vereinsfarben des Hauptstadtclubs tragen. Dafür hat der Australier einen Zweijahreskontrakt unterschrieben: „Ich habe nicht damit gerechnet, dass ich diese Chance noch einmal erhalte und die BR Volleys an meine Tür klopfen. Berlin ist Berlin. Dieses Team ist hochveranlagt, die Standards und Erwartungshaltung sind mindestens genauso hoch. Ich will hier keinen Tag verschwenden und immer mein Bestes geben, dann kann ich meinem neuen Team hoffentlich helfen.“ Für Geschäftsführer Kaweh Niroomand ist Mote definitiv ein Zugewinn: „Er hatte ein wirklich starkes Jahr in Friedrichshafen, darum freuen wir uns, dass er sich nun für uns entschieden hat.“ Diese Einschätzung teilt auch der Spieler selbst: „Ich war zufrieden mit meiner Leistung und hatte auch eine wichtige Rolle in der Mannschaft als Stabilisator und Energiespender. Leider gab es nicht das erhoffte Ende, aber persönlich kann ich ein positives Fazit ziehen. Ich habe Friedrichshafen viel zu verdanken.“

Nun also der Schritt in die Hauptstadt, der Niroomand freut: „Wir haben Nehemiah niemals aus den Augen verloren und sind uns mit dem Trainerteam einig, dass er perfekt in unser Profil für den Mittelblock passt.“ Was genau „passt“, erklärt Coach Cedric Enard: „Im Zusammenspiel mit Sergey Grankin ist seine Dynamik im Angriff eine echte Waffe. Nehemiah ist aber auch ein guter Blocker und kann seine Mitspieler emotional mitreißen. Außerdem gibt er unserem Spiel dank seines aggressiven Float-Service – einem der besten der Liga – ein neues Element. Bei all dem, was er mitbringt, freue ich mich einfach, mit ihm zu arbeiten.“

„Service“ ist nicht nur in seines Trainers Augen ein wichtiger Faktor, denn mit diesem Begriff erklärt Mote seine auffälligen Tattoos auf Bauch und Oberschenkeln: „Vereinfacht in einem Wort bedeutet das Service: Gib das Beste, was du hast, für etwas oder jemanden. Das kann deine Familie, dein Land, deine Kultur oder auch dein Klub sein. Meine Tattoos sind aber noch nicht abgeschlossen. Ich habe eines für meinen ältesten Sohn und brauche noch eines für meinen jüngeren.“ Wie seine Köperbemalungen will er auch seine Karriere weiter ausbauen – im Sommer zunächst mit den „Volleyroos“ in der Volleyball Nations League und bei den Asien-Meisterschaften, dann endlich im orangen BR Volleys Trikot: „Ich habe 2014 vor 5.000 Zuschauern in der Max-Schmeling-Halle mit Bühl mein zweites Spiel als Profi bestreiten dürfen. Das war unvergesslich und ich hoffe, dass das im Oktober annährend wieder möglich ist.“

Quelle: Christof Bernier

Cody Kessels Kämpferherz schlägt weiter für Berlin

Die eine oder andere Freudenträne hat Cody Kessel vor exakt drei Wochen verdrückt, als der 29-Jährige seine erste Deutsche Meisterschaft mit den Berlin Recycling Volleys feiern durfte. Ehe der US-Amerikaner in den Finals gegen den VfB Friedrichshafen heiß lief, waren sich Spieler und Verein bereits einig: Man wollte den gemeinsamen Weg weitergehen. Nun ist auch die Tinte auf dem Vertrag trocken, denn bevor Kessel zum Trainingscamp der US-Nationalmannschaft abhob, unterzeichnete der Außenangreifer für ein weiteres Jahr in Berlin.

„Es war uns wichtig, Cody hier zu halten, weil er in den vergangenen beiden Jahren dank seines engagierten Auftretens zu einem Gesicht unserer Mannschaft geworden ist“, erklärt Geschäftsführer Kaweh Niroomand über den sprungstarken Außen-Annahme-Spieler und betont: „Was Cody für das Team beitragen kann, hat er nicht zuletzt in den Playoffs eindrucksvoll gezeigt.“ Der US-Boy war nämlich nicht nur in den Finals gegen Friedrichshafen eine prägende Figur. Kessel setzte schon im Halbfinale gegen die SWD powervolleys Düren enorm wichtige Impulse. Als es beim „Do or Die“-Match im Rheinland zur Entscheidung kam, sprang Kessel mit der für ihn typischen Energie in die Bresche und hatte einen maßgeblichen Anteil am 3:1-Auswärtssieg und dem damit verbundenen Finaleinzug. Ähnliches gelang ihm im richtungsweisenden ersten Endspiel um die Deutsche Meisterschaft. Am Bodensee kam es dank seiner Hilfe nach einem 0:2-Rückstand zur Wende. Dadurch hatte Kessel sich einen Stammplatz erarbeitet und überzeugte in der gesamten Serie, bis der elfte Meistertitel schließlich eingefahren war.

Somit erfüllte sich der 1.97-Meter-Mann einen Traum, auf den er sehr lange und intensiv hingearbeitet hat: „Dieser Erfolg bedeutet mir wirklich viel. Abgesehen von unserem Pokalsieg 2020 ist das mein erster großer Titel. Die Dramaturgie mit dem Rückstand im Halbfinale und einem schwierigen Start im Finale machten es noch einmal emotionaler“, blickt Kessel zurück. Seine Leistungen fanden auch in der Heimat Beachtung und so durfte er sich jüngst über einen Anruf von John Speraw, seines Zeichens Trainer von Team USA, und eine Einladung ins Trainingscamp freuen. Aktuell kann Cody Kessel sich also in Kalifornien für die anstehenden Aufgaben (Volleyball Nations League, Olympia, NORCECA Championships) empfehlen. Je nach Einsatzzeiten für die US-Mannschaft wird er im Spätsommer – sicher zur Freude zahlreicher BR Volleys Fans – nach Berlin zurückkehren. Dann wünscht sich die Nummer Elf vor allem, „endlich wieder vor unseren Fans und großer Kulisse in der Max-Schmeling-Halle spielen zu können. Es gibt schlicht nichts Vergleichbares.“

Auch Cedric Enard freut sich auf Kessels Rückkehr. Der BR Volleys Coach weiß, was er an seinem Angreifer hat: „Cody ist ein Energiespender für unser Team, einfach ein großartiger Mannschaftsspieler und Kämpfer. Mit seiner Handlungshöhe liegt seine Qualität vor allem im Angriff und Block, in der oberen Annahme ist er ebenso stark. Er ist ein sehr guter Einwechselspieler, hat aber auch jederzeit das Potenzial, Starter zu sein.“ Dabei wird der Konkurrenzkampf im Berliner Außenangriff in der Saison 21/22 nicht geringer, im Gegenteil. Aber mit seiner gewohnt positiven Art fiebert Kessel auch dieser Herausforderung entgegen: „Ich mag den teaminternen Wettstreit. Das ist es, was mich individuell und uns als gesamte Mannschaft ständig besser macht, um unsere ehrgeizigen Ziele in allen Wettbewerben zu erreichen.“

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

BR Volleys präsentieren neuen Libero

Santiago Danani heißt der erste Neuzugang der Berlin Recycling Volleys für die Saison 2021/22. Gut eine Woche nach dem Gewinn des Meistertitels stellt der Hauptstadtclub mit einer Topverpflichtung bereits die Weichen für die nächste Spielzeit. Der 25-jährige Argentinier ist Libero seines Nationalteams und zählte in den letzten drei Jahren auf seiner Position zu den besten Spielern in der stärksten Liga der Welt.

Wenn man zwei Spielzeiten in Folge in der italienischen Superlega zum besten Annahmespieler gekürt wird, ist man trotz einer Körpergröße von 1.76 Meter offensichtlich ein ziemlich Großer. Genau dies trifft auf den neuen BR Volleys Libero Santiago Danani zu, der in Berlin einen Zweijahresvertrag unterschrieben hat. Seine Fähigkeiten stellte der Argentinier zuletzt von 2018 bis 2021 für Kioene Padova unter Beweis und war dabei in Italien stets einer der auffälligsten Akteure auf seiner Position. „Santiago war 18/19 und 19/20 nicht nur statistisch der beste Annahmespieler, er wurde auch im Anschluss von den Experten dazu gewählt“, erklärt sein neuer Headcoach Cedric Enard.

Geschäftsführer Kaweh Niroomand erläutert, warum es den BR Volleys gelang, Danani zu verpflichten: „In Italien schränkt die Ausländerbegrenzung die Teams ein, weshalb die Wahl vor allem auf Angreifer anderer Nationalitäten fällt. Es zeigt seine Klasse, dass er zuletzt einen dieser Ausländerplätze als Libero dauerhaft besetzte. Aber es gibt uns eben auch die Möglichkeit, einen solchen Spieler für die Bundesliga zu gewinnen, der sonst sicher bei den absoluten Topteams auf dem Zettel stehen dürfte.“ Bevor er drei Jahre bei Padova überzeugte, entwickelte sich „Santi“ in der argentinischen Heimat bei Obras San Juan Voley und River Plate. Schon in den Jugendnationalmannschaften heimste der Neu-Berliner viele individuelle Auszeichnungen ein, auch ein Olympiaticket für Tokio im Sommer 2021 hat Danani mit seiner Landesauswahl in der Tasche.

Sowohl Niroomand als auch Enard führten viele intensive Gespräche mit und über den Neuzugang – nicht zuletzt mit ehemaligen Mitspielern – und kamen zum selben Ergebnis: „Wir haben uns ausführlich mit ihm beschäftigt und sind uns sicher, dass Santiago sportlich wie auch persönlich gut in unser Team passen wird.“ Angesprochen auf die Qualitäten von Danani ist Coach Enard vor allem in einem Element überzeugt: „In der Annahme verdient er aus meiner Sicht das Prädikat ‘Weltklasse‘.“ Der neue Mann im orange-weiß-karierten Liberotrikot spricht Spanisch, Italienisch sowie Englisch und wird Julian Zenger ersetzen, der die BR Volleys nach zwei erfolgreichen Spielzeiten verlässt. „Manchmal muss man im Sport neue Impulse setzen, was nicht heißt, dass wir uns nicht sehr gut vorstellen können, eines Tages wieder mit Julian zusammenzuarbeiten“, betont Niroomand ausdrücklich.

Die Gegenwart gehört aber Danani und der freut sich auf seinen neuen Verein: „Ich habe über die BR Volleys nur Gutes gehört und bin bereit, mit meiner neuen Mannschaft in allen Wettbewerben nach dem Maximum zu streben. Ich möchte mich bei einem Club beweisen, der um Titel spielt.“

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

Sechs Deutsche Meister verlassen die BR Volleys

Am Donnerstagabend, 15. April durften die Berlin Recycling Volleys den elften Meistertitel ihrer Vereinsgeschichte bejubeln und feierten ihren Erfolg im Anschluss so, wie es die Pandemie-Lage zuließ. Mit dem Saisonende dreht sich wie immer auch das Personalkarussell: Sechs Abgänge aus dem Meisterteam 2021 stehen fest. Neben dem brasilianischen Trio werden unter anderem Vizekapitän Pierre Pujol und Libero Julian Zenger den Hauptstadtclub verlassen.

„Jeder in dieser Meistermannschaft hatte einen wichtigen Anteil am Erfolg. Wir haben uns zusammen durch diese enorm schwierige Saison gekämpft und uns am Ende mit dem Titel belohnt. Das Team ist gewachsen und hat allen Widerständen zum Trotz beim Saisonfinale seine Bestleitung gebracht. Darauf dürfen wir alle gemeinsam unheimlich stolz sein“, zog der Geschäftsführer Kaweh Niroomand ein versöhnliches Fazit einer turbulenten Spielzeit, in deren Anschluss mehrere Spieler das BR Volleys Team verlassen werden. Zu diesen Akteuren zählen die drei Brasilianer Renan Michelucci, Davy Moraes sowie Éder. Die beiden Erstgenannten werden auf ihrer Suche nach mehr Spielanteilen in die französische Liga wechseln. Olympiasieger Éder, der nicht zuletzt in den Playoffs seinen großen Wert für die Mannschaft untermauerte, kehrt in sein Heimatland zurück.

Schmerzlich vermissen wird man auf und neben dem Court zukünftig Pierre Pujol. Den Franzosen, der im Anschluss an den Titelgewinn einmal mehr seine Qualitäten als “Feierbiest“ unter Beweis stellte, zieht es nach Italien. Dass Pujol aber weitaus mehr war, betonte Niroomand bei seiner Verabschiedung: „Pierre war für dieses Team viel wichtiger, als es in der öffentlichen Wahrnehmung den Anschein machte. Er war der Antreiber, Motivator und Wortführer. Außerdem hat er sportlich immer abgeliefert, wenn die Mannschaft ihn brauchte. Pierre hat unserem Verein in seinen insgesamt drei Jahren hier sehr viel gegeben.“

Der Libero der deutschen Nationalmannschaft Julian Zenger wird in der Saison 21/22 ebenfalls nicht mehr für die Berliner auflaufen. Der 23-Jährige wurde mit dem Hauptstadtclub Pokalsieger, gewann zweimal den Supercup und nun seinen ersten Meistertitel. „Julian ist ein sehr feiner Kerl und hervorragender Spieler, bei dem ich mir durchaus vorstellen kann, dass wir ihn irgendwann wieder in Berlin sehen“, so Niroomand über Zenger, dessen Entwicklungspotenzial noch keineswegs erschöpft ist. Mit Youngster Robin Baghdady wird der Vertrag in beiderseitigem Einvernehmen aufgelöst. Der großgewachsene Außenangreifer, der aufgrund einer langwierigen Verletzungspause in dieser Saison nicht wie erhofft zum Zug kommen konnte, benötigt in seinem Alter mehr Einsatzzeit. Diese wird der hochveranlagte Deutsch-Schweizer in einem anderen Team mit weniger starkem Konkurrenzkampf und Leistungsdruck definitiv bekommen.

Gleichzeitig werden wichtige Eckpfeiler der Meistermannschaft 2021 auch in Zukunft das BR Volleys Trikot tragen. Sergey Grankin (bis 2023) sowie Benjamin Patch (bis 2024) haben ihre Verträge in den vergangenen Wochen bereits verlängert. Das französische Außenangreifer-Duo Timothée Carle und Samuel Tuia sowie Mittelblocker Anton Brehme hatten längerfristige Kontrakte. Mit Cody Kessel und Adam Kowalski will der Verein weiterhin zusammenarbeiten und auch mit Denys Kaliberda werden zurzeit Gespräche geführt. Der gesamte Trainerstab mit Cedric Enard, Lucio Oro und Rafal Zajac wird seine Arbeit in identischer Besetzung fortführen.

Wenn sich die BR Volleys zur Saison 2021/2022 wieder treffen, ist hoffentlich etwas mehr Normalität in das gesellschaftliche Leben und den Sport zurückgekehrt. Denn so schön der Meisterschaftserfolg war, so gern hätte man diesen mit allen, die Klub und Team seit Jahren die Treue halten, zusammen gefeiert. Das macht Kaweh Niroomand in seinen abschließenden Worten deutlich: „Wir bedanken uns bei allen Fans, Partnern und Unterstützen, die in dieser herausfordernden Saison und schwierigen Situation bedingungslos zu uns gestanden haben. Unsere BR Volleys Familie hat trotz der räumlichen Distanz ihren starken Zusammenhalt eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Wir sehnen nun dem Tag entgegen, an dem wir uns alle gemeinsam im Volleyballtempel wiedersehen können!“

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

Elfter Meistertitel für die BR Volleys

Die BR Volleys haben ihr Meisterstück vollbracht: Mit 3:0 (25:21, 25:18, 25:21) gewann der alte und neue Deutsche Meister das dritte Finalspiel gegen den VfB Friedrichshafen. Damit haben die Berliner eine turbulente Saison erfolgreich abgeschlossen und sich den elften Titel der Vereinsgeschichte gesichert.

Während die BR Volleys in diesem dritten Finale aus dem Vollen schöpfen konnten, ging Friedrichshafen arg gebeutelt in das Match. Martti Juhkami und Avery Aylsworth standen nicht im Kader, Nehemiah Mote wurde angeschlagen nur als Libero aufgeboten und Kapitän Dejan Vincic nahm ebenfalls auf der Bank Platz.  Die Vorzeichen sprachen nach dem 3:0-Erfolg am Sonntag also deutlich für den Hauptstadtclub. Und so eröffnete Sergey Grankin das Finale auch direkt mit einem „Ass für den Nachwuchs“, denn für jeden Berliner Servicewinner spendet Berlin Recycling 100 Euro. Insgesamt fanden aber die Gastgeber etwas besser ins Spiel und diktierten die Anfangsphase unter anderem mit einem Block gegen Samuel Tuia (5:8). Aber der gebürtige Insulaner ließ sich davon nicht aus der Ruhe bringen und servierte bereits das dritte Berliner Ass zum Ausgleich (12:12). Der VfB brachte die Hauptstädter in Zugzwang (14:17), bis Benjamin Patch den Finger gnadenlos in die VfB-Annahme-Wunde hielt. Eine Aufschlagserie des Amerikaners (inklusive drei weiteren Assen) katapultierte die BR Volleys zu einer 23:17-Führung. So konnte Tuia wenig später den ersten Satzgewinn für die Männer in Schwarz erschmettern (25:21).

Mit dem Gewinn des Auftaktdurchgangs hatten die Berliner das Zepter in der Zeppelin-Halle übernommen. In Satz zwei führte die Mannschaft von Cedric Enard durchgängig und wieder war es Patch, der das nächste Ausrufezeichen (diesmal per Singleblock) setzte (14:9). Friedrichshafen war dem Aufschlagdruck der Gäste ohne wichtige Wechseloptionen nicht konstant gewachsen und so blieben die BR Volleys das dominierende Team (19:13, 22:15). Satz zwei durfte Cody Kessel per Angriff die Linie herunter in trockene Tücher packen (25:18). Wie schon in Spiel zwei folgte auch diesmal das Aufbäumen des nie aufsteckenden VfB, bei dem nun Spielführer Vincic auf der Platte stand (10:12, 12:15). Aber der Titelverteidiger blieb selbstbewusst und hatte diesmal in Anton Brehme die nötige Power von der Serviceline (18:17). Der eingewechselte Denys Kaliberda hatte maßgeblichen Anteil daran, dass die Berliner sich drei Matchbälle erspielten (24:21) und den letzten Punkt der Saison 20/21 setzte Linus Weber zum grenzenlosen Berliner Jubel ins Aus (25:21).

Stimmen zum Spiel
Anton Brehme: „Ich bin einfach überglücklich, mit diesem Team nach dieser schwierigen Saison Deutscher Meister zu sein. Wir haben uns im ersten Spiel dieser Serie zurückgekämpft und es danach zwei Spiele brillant durchgezogen.  Jetzt wird gefeiert und dann werden die Füße hochgelegt.“
Cody Kessel: „Mir fehlen die Worte. Ich spiele jetzt fünf Jahre in der deutschen Liga und bin endlich Champion. Ich bin überzeugt, wir hätten uns auch im letzten Jahr diesen Titel geholt, und deshalb fühlt es sich wie ein doppelter Lohn an. Wir haben gute Netzhoppers, ganz starke Dürener und am Ende den bis zu diesem Finale dominanten VfB besiegt. Wir dürfen stolz auf uns sein. Wir hätten all das so gern mit unseren Fans durchlebt. Aber ich hoffe, wir konnten ihnen heute etwas zurückgeben.“

BR Volleys Formation
Cody Kessel und Samuel Tuia (AA), Éder und Anton Brehme (MB), Sergey Grankin (Z), Benjamin Patch (D) und Julian Zenger (L) | Eingewechselt: Denys Kaliberda

Topwerte
Patch 18 Punkte, 4 Asse, 2 Blocks | Kessel 8 Punkte, 2 Blocks | Tuia 7 Punkte

Quelle: BR Volleys

Finalspektakel jetzt in Berlin

Mit einem Volleyball-Feuerwerk haben der VfB Friedrichshafen und die BR Volleys die Endspiele um die Deutsche Meisterschaft eröffnet. Das Match eins der „best of five“-Serie bot alles, was sich die Fans der Sportart am hohen Netz davon erhoffen konnten. Letztlich waren die Berliner der glückliche Sieger und haben nun am Sonntag (11. Apr um 17.00 Uhr) in der heimischen Max-Schmeling-Halle eine Möglichkeit, ihre Führung auszubauen.

„Wir haben erst ab dem dritten Satz an diesem Finale teilgenommen“, bringt Cheftrainer Cedric Enard den Start des BR Volleys Teams in die Endspiele gegen den VfB Friedrichshafen auf den Punkt. „Deutlich zu viele Fehler in Annahme, Aufschlag und Angriff“ sowie „eine Art Spiegelbild unserer Saison“ hatte der Franzose gesehen. Denn erst nach großen Anlaufschwierigkeiten und einer Stunde Spielzeit zeigte sein Team, was es zu leisten im Stande ist. In allen Elementen konnte sich der Titelverteidiger steigern und legte auswärts eine furiose Aufholjagd hin. Dabei gaben auch die Wechsel von Enard wichtige Impulse. „Pierre hat das sehr gut gemacht und Cody konnte insbesondere in der Blockarbeit gegen Linus Weber immens helfen“, verteilt der Trainer noch zwei Tage später ein Sonderlob. Schlüssel zum ersten Sieg war auch, dass Benjamin Patch das Duell der beiden Diagonalangreifer gegen den bärenstarken Weber mit vier Punkten mehr und vier Fehlern weniger für sich entschied.

Obwohl sich das Blatt noch zum Guten wendete, gab es auch schlechte Nachrichten: Nachdem die Berliner im Verlauf der Hauptrunde immer wieder von Verletzungssorgen geplagt waren, blieb man davon während der Playoffs zum Glück nahezu verschont. Am Donnerstag holte die BR Volleys das alte Leid jedoch wieder ein. Inzwischen wurde bei Renan Michelucci eine Außenbandverletzung diagnostiziert, bei Pierre Pujol gab es nach muskulären Problemen hingegen Entwarnung. „Ich bin erleichtert, dass es bei Beiden nicht ganz so schlecht aussieht. Wir brauchen jeden Spieler im Kader, das hat man Donnerstag deutlich gesehen.“ Gegen einen stark aufspielenden Gegner und viele Widerstände haben sich Sergey Grankin und Co die 1:0-Führung in der Finalserie erkämpft und dieses “Break“ will man nun auf heimischem Boden verteidigen. Enard macht deutlich: „Jetzt, wo wir Match eins geholt haben, wollen wir unseren Vorteil natürlich nicht wieder abgeben. Dafür müssen wir jedoch von Beginn an so auftreten, wie wir das erste Duell beendet haben.“

Beim Endspielauftakt wurde ein ums andere Mal deutlich, wie sehr beide Mannschaften diesen Titel wollen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Fortsetzung am Sonntag in Berlin dem zweieinhalbstündigen Marathon-Match in nichts nachsteht. Maximale Intensität und hohes Niveau wird es auch im Volleyballtempel geben, in den an einem solchen Tag außerhalb der Pandemiezeit wohl bis zu 8.000 Zuschauer strömen würden. Ein Spektakel erwartet Cedric Enard trotzdem: „Es ist ein Finale und das spürt man bei jedem Ballwechsel, bei jeder Aktion, bei jedem Punkt.“

Christof Bernier

Zehnter Finaleinzug in Serie perfekt

Es ist vollbracht: Die Berlin Recycling Volleys stehen zum zehnten Mal in Folge im Finale um die Deutsche Meisterschaft. In einem letzten, unheimlich intensiven Halbfinale bissen sich die Hauptstädter erneut mit 3:1 (27:25, 25:21, 22:25, 27:25) gegen starke SWD powervolleys Düren durch. Nun wartet in der Finalserie einmal mehr der VfB Friedrichshafen auf die Berliner um den brasilianischen MVP des Abends, Éder Carbonera (13 Punkte, 4 Asse).

Der Finaleinzug ist perfekt – Freude bei Cody Kessel und Samuel Tuia
Foto | Credit: Florian Zons

Jedem war klar, dass diese Serie zwischen Düren und Berlin auch in Spiel drei noch einmal Volleyball auf Spitzenniveau bieten würde. Die Anspannung in diesem Halbfinal-Showdown war von Beginn an greifbar und die Gastgeber münzten diese zuerst in positive Energie um (1:4). Ein erstes Éder-Ass brachte dann aber Schwung ins Berliner Spiel (4:4, 8:7). Jedoch ließ die Dürener Antwort nicht lange auf sich warten und nach einem Ass von Sebastian Gevert zogen die Hausherren im ersten Satz auf 11:16 davon. Wieder musste erst Éder zum Aufschlag kommen, um die BR Volleys in den Satz zurückzubringen (15:16). Dennoch setzte Cedric Enard mit der Einwechslung von Cody Kessel einen neuen Impuls. Die ersten zwei Chancen, den Auftaktsatz zu gewinnen, hatten die Powervolleys, aber Patch servierte das wichtige Ass zum Ausgleich (24:24). Mit einem krachenden Single-Block gegen Tobias Brand brachte schließlich Kapitän Sergey Grankin höchstselbst sein Team auf die Siegerstraße in Satz eins (27:25).

Der Anfangsphase von Durchgang zwei drückte Routinier Björn Andrae seinen Stempel auf (2:6). Grankin zog nun vermehrt die Option des Schnellangriffs über Anton Brehme und servierte dazu auch noch stark, sodass die Hauptstädter schnell den nächsten Rückstand egalisierten (10:10). Das dritte Èder-Ass des Abends bescherte den Berlinern die 13:12-Führung und das Break-Festival in der Dürener Arena ging weiter. Beide Mannschaften hielten den Aufschlagdruck hoch (18:15, 22:19) und am Ende verwertete der gut aufgelegte Kessel den Satzball zur 2:0-Führung (25:21).

Nach dem nächsten guten Dürener Start machte Grankin deutlich, dass er gern in drei Sätzen ins Finale einziehen wollte. Erst setzte der Russe den nächsten Single-Block (7:5), dann stopfte er den zweiten Ball ins Dürener Feld (9:6) und legte auch noch ein Ass nach (11:7). Allerdings gaben die selbstbewussten Rheinländer keineswegs auf und so wog das Match weiter hin und her (12:13, 19:18, 21:23). Die emotionale Achterbahnfahrt ging weiter, weil sich schließlich Düren für den großen Aufwand belohnte (22:25). Der Satzverlust brachte die BR Volleys aber nicht von ihrem Kurs ab. Mit weiter hohem Aufschlagdruck – exemplarisch dafür standen die Asse von Youngster Brehme (6:5, 16:11) – blieb man auf Finalkurs. Dann hatte Gevert wieder Grund, seine Freude herauszuschreien, denn erneut kamen die Rheinländer zurück (17:17). Den immens wichtigen Block gegen den chilenischen Nationalangreifer setzte dann Brehme (22:19) und den dritten Berliner Matchball eines ebenso intensiven wie hochklassigen Duells verwandelte Cody Kessel zum umjubelten Finaleinzug (27:25).

Stimmen zum Spiel
Éder: „Diese Serie hat ihr würdiges, hochemotionales Ende gefunden. Nach dem ersten Spiel war uns klar, wie schwer ein Comeback werden würde. Der Sieg am Mittwoch hat uns unheimlich Selbstvertrauen gegeben. Wir haben wieder an uns geglaubt und sind in dieser Serie als Mannschaft gewachsen. Jeder hat in den anderen vertraut und das war heute der Schlüssel zum Sieg.“
Cody Kessel: „Dieser Sieg fühlt sich einfach unglaublich an. Wir haben als Team viele schwierige Momente in dieser Saison überstanden. Mir fehlen schon etwas die Worte. Wir haben gegen eine unglaublich starke Dürener Mannschaft gespielt, die uns über drei Matches alles abverlangt hat. Auch sie dürfen stolz auf dieser Serie sein, auch wenn das vielleicht noch ein paar Tage dauern wird. Unsere Freude ist riesig, dass sich die harte Arbeit ausgezahlt hat und wir jetzt das Finale gegen Friedrichshafen spielen dürfen.“

BR Volleys Formation
Timothée Carle und Samuel Tuia (AA), Éder und Anton Brehme (MB), Sergey Grankin (Z), Benjamin Patch (D) und Julian Zenger (L) | Eingewechselt: Cody Kessel, Denys Kaliberda, Robin Baghdady, Pierre Pujol

Topwerte
Patch 19 Punkte | Éder 13 Punkte, 4 Asse, 78 % Angriffsquote | Anton Brehme 12 Punkte, 2 Asse, 2 Blocks

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

BR Volleys – Entscheidung in Düren

Alles ist angerichtet für einen letzten und sicherlich packenden Schlagabtausch im Playoff-Halbfinale am Samstagabend (27. Mrz um 19.30 Uhr). Nachdem die SWD powervolleys Düren in der „best of three“-Serie vor einer Woche mit einem 3:1-Heimsieg vorlegten, revanchierten sich die BR Volleys am Mittwoch ihrerseits mit einem 3:1-Heimerfolg. Für den Showdown um den Finaleinzug haben die Rheinländer nun wieder Heimvorteil, die Berliner indes vielleicht einen kleinen psychologischen Vorteil.

Die Kulisse von 1.000 Menschen hat die BR Volleys am Mittwochabend definitiv beflügelt. Das Pilotprojekt zur Zuschauerrückkehr bildete einen in Pandemie-Zeiten kaum für möglich gehaltenen, würdigen Rahmen für ein Playoff-Halbfinale. Es passte aus Berliner Sicht ins Bild, dass sich die Hauptstädter bei diesem Anlass gegenüber Spiel eins deutlich steigern und den Ausgleich in der Serie erkämpfen konnten. Mit verbessertem Aufschlag und einer stets wachsamen Block-Feld-Abwehr gewannen die BR Volleys die ersten beiden Sätze (25:22, 25:20), wovon sich die Powervolleys aber keinesfalls verunsichern ließen, sodass sich spätestens in den Sätzen drei (24:26) und vier (29:27) ein phasenweise dramatisches Match entwickelte.

Damit wendete das BR Volleys Team ein vorzeitiges Saisonende ab und erhält morgen eine erneute Chance. Bei dem Vorhaben diese zu ergreifen, wird viel davon abhängig sein, ob Benjamin Patch seine überragende Leistung vom Mittwoch (30 Punkte, 68% Angriffsquote, 3 Asse) bestätigen kann. Vor allem aber beschwört Trainer Cedric Enard den Teamgedanken für das Entscheidungsspiel: „Nur so, wie wir alle gemeinsam am Mittwoch gearbeitet haben, kann es gehen. Das waren der Wille und die Emotionen, die wir brauchen.“ Die gezeigten Qualitäten müssen seine Schützlinge nun wieder bei einem “Geisterspiel“ an den Tag legen und beweisen, dass man auch in leerer Arena den stürmischen Powervolleys gewachsen ist. „Das Gesamtpaket hat gestimmt. Ich hoffe, wir können das morgen genauso zeigen. Düren war in beiden Duellen extrem stark, deshalb wird es garantiert erneut ein ganz harter Kampf. Wir haben kurz regeneriert und wollen nun alles geben“, ist Mittelblocker Anton Brehme entschlossen.

Auf den Sieger dieses Halbfinals wartet in den Endspielen um die Deutsche Meisterschaft schon seit gestern Abend der VfB Friedrichshafen. Die Häfler setzten sich in ihrem Semifinale zweimal knapp mit 3:2 gegen die SVG Lüneburg durch. Auch wenn die beiden Kontrahenten das große Finalziel vor Augen haben, geht man abseits des Spielfelds weiterhin freundschaftlich miteinander um. Das war auch im Anschluss an das Match am Mittwoch zu erleben. Minutenlang werteten die Spieler den emotionalen Abend gemeinsam aus.

Geschäftsführer Kaweh Niroomand hat dabei schon den Kampfgeist des Kontrahenten beobachtet: „Unser Heimsieg hat die Dürener nicht umgeworfen. Das hat man den Spielern deutlich angesehen, sie werden uns in ihrer eignen Arena nochmals zeigen wollen, was eine Harke ist.“ Dennoch haben die BR Volleys sich selbst und dem Gegner bewiesen, welchen Verlauf das Duell nehmen kann, wenn bei den Berlinern vieles bis alles passt. Das könnte eben der kleine, psychologische Vorteil sein.

Das Entscheidungsspiel in Düren wird auf sporttotal.tv im Mehr-Kamera-Stream mit dem ehemaligen SCCer Jaromir Zachrich am Kommentar übertragen.

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier