Jeffrey Jendryk zieht weiter

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Der US-Amerikaner Jeffrey Jendryk wird die BR Volleys mit noch unbekanntem Ziel verlassen. Nach seiner insgesamt dritten Saison im Berliner Trikot stellt sich der 26-Jährige zur nächsten Spielzeit einer neuen Herausforderung in einer anderen Liga. Nachdem sich der Mittelblocker im ersten Playoff-Finale eine Bänderverletzung zugezogen hatte, ist er inzwischen wieder vollständig genesen und geht mit dem Team USA in der Volleyball Nations League ans Netz.

Direkt vom College kommend überzeugte Jeff Jendryk schon in den Jahren 2018 bis 2020 bei den BR Volleys, ehe er sich anschließend in Polen bei Asseco Resovia Rzeszow versuchte. Nach seiner Rückkehr in die deutsche Hauptstadt war der Blockspieler in der zurückliegenden Spielzeit erneut ein unverzichtbarer Bestandteil der Mannschaft von Coach Cedric Enard. Aufgrund der Verletzung von Anton Brehme befand sich der US-Boy gemeinsam mit Nehemiah Mote im Dauereinsatz, bevor er sich im ersten Playoff-Endspiel gegen den VfB Friedrichshafen eine Bänderverletzung zuzog und deshalb im weiteren Verlauf der Finalserie nicht mehr eingreifen konnte.

Jendryk wurde vergangene Woche in den Kader der USA für die Volleyball Nations League berufen und will dort die Bühne nutzen, um sich für neue Aufgaben zu empfehlen. „Jeff hat wieder gezeigt, wie er auf seiner Position in der Bundesliga dominieren kann. Im Zusammenspiel mit Sergey war er im Angriff kaum zu stoppen. Wir wünschen ihm nur das Beste für seine nächste Station und sind uns sicher, dass er seine Karriere erfolgreich fortsetzen wird“, verabschiedet Geschäftsführer Kaweh Niroomand den zweifachen Deutschen Meister.

Jendryk selbst sendet zum Abschied einen lieben Gruß in Richtung der Berliner Fans: „Ich möchte mich bei allen im und um den Verein herzlich bedanken. Ohne euren ständigen Rückhalt hätten wir niemals eine derartig erfolgreiche Saison spielen können. Ich wünsche den BR Volleys und allen, die es mit dem Klub halten, weiterhin ganz viel Glück und neue Erfolge. ‘Jungle Cat‘ sagt Tschüss!“

Quelle: Christof Bernier/BR Volleys

BR Volleys – Interview mit Cedric Enard

Pressefoto Credit: © Maximilian Franz

Meistertrainer Cedric Enard prägt bei den Berlin Recycling Volleys inzwischen eine Ära. Nachdem der 46-jährige Franzose in den vergangenen vier Jahren jeweils einen Titel gewann und seinen Vertrag nun um zwei weitere Spielzeiten verlängerte, blickt er ungebrochen motiviert in die Zukunft. Den Sommer verbringt Enard als Nationalcoach Kroatiens, bevor der frühere Mittelblocker ab September wieder ehrgeizige Ziele mit dem Hauptstadtklub verfolgt.

Cedric, hattest Du Gelegenheit nach dem emotionalen Saisonfinale kurz zu verschnaufen?
Enard: „Ich konnte zwar den Moment genießen, aber leider blieb mir im Anschluss kaum eine Pause. Insgesamt war ich vier Tage in Frankreich und habe vor allem den Umzug meiner Familie organisiert, die wieder dauerhaft zurückkehren wird. Daher waren es stressige Tage, bis ich direkt nach Kroatien zu meinem neuen Nationalteam weitergereist bin.“

Du bereitest Dich mit den Kroaten also bereits auf die Aufgaben im Sommer vor?
Enard: „Korrekt, mit der European Golden League startet das erste Turnier schon in gut zwei Wochen. Das Finalturnier steigt am 18. und 19. Juni bei uns in Kroatien. Dann stehen für uns in den kommenden Monaten auch noch die Mediterranean Games in Algerien Ende Juni bis Anfang Juli und die Europameisterschaftsqualifikation im August an. So ist das Leben als Vereins- und Nationaltrainer in Doppelfunktion, aber das habe ich mir ausgesucht und macht mir auch Freude.“

Wie sehen die Ziele mit Kroatien dabei aus?
Enard: „Wir sind ambitioniert, wissen unsere Position aber auch einzuschätzen. Es gab in der Mannschaft einen kleinen Umbruch, so arbeite ich mit zwei sehr jungen Zuspielern. Wir müssen gucken, wie schnell die Entwicklung voranschreitet. In der Golden League sind Teams wie die Türkei oder Belgien favorisiert, aber als Ausrichter des Finalturniers wollen wir die Favoriten ärgern. Das Hauptaugenmerk wird auf der wichtigen EM-Qualifikation liegen. Diese wollen wir in der Zeit vom 03. bis 21. August unbedingt schaffen. Das ist auch das letzte Turnier des Sommers.“

Wann kannst Du dann in die Saisonvorbereitung bei den BR Volleys einsteigen?
Enard: „Ich werde noch eine Woche Urlaub mit der Familie machen und dann bin ich ab September in Berlin. Die entscheidende Phase der Vorbereitung inklusive der Testspiele kann ich also mit der Mannschaft gestalten. Zuvor wird mein Trainerteam wieder gute Arbeit machen und die Grundlagen schaffen, da bin ich sicher.“

Wie viel bedeutet es Dir, zwei weitere Jahre in Berlin dranzuhängen?
Enard: „Ich bin glücklich und stolz, in das fünfte und sechste Jahr bei den BR Volleys zu gehen. Ich kann für mich sagen: Ich lebe diesen Klub und dieses Projekt. Hier zu bleiben, war in meinem Kopf immer die erste Option. Der Wille dazu war von beiden Seiten spürbar. Als die Vereinsführung mir endgültig signalisierte, dass sie mit mir weiterarbeiten möchte, habe ich direkt zugesagt.“

Du hast die Lebenssituation Deiner Familie angesprochen. Wie wird sich diese zur neuen Saison verändern?
Enard: „Wir hatten in den vergangenen vier Jahren den glücklichen Umstand, dass wir mit der gesamten Familie, also meiner Frau Caro und unseren drei Töchtern, in Berlin leben konnten. Sie haben hier eine sehr gute Schule besucht und auch Deutsch gelernt. Unsere älteste Tochter hat im letzten Jahr bereits begonnen, in Frankreich zu studieren. Nun stehen auch für unsere mittlere wichtige Entscheidungen für den weiteren Lebensweg an. Wir möchten unseren Kindern alle Optionen für die Zukunft ermöglichen und damit sie genau das tun können, was sie möchten, ist der Weg zurück nach Frankreich der richtige und nötige Schritt. Caro hat eine neue Arbeitsstelle und kann fast ausschließlich aus dem Homeoffice arbeiten. Das bedeutet, wenn immer Schulferien sind, können sie zu mir nach Berlin kommen. Die Konstellation der letzten Jahre war Luxus. Die Situation jetzt kennen wir aus meiner Zeit in Tours und werden auch dies gut managen.“

Du hast mit den BR Volleys in jedem Jahr einen Titel gewonnen und alle möglichen Deutschen Meisterschaften geholt. Überspitzt gesagt: Was bleibt noch an Zielen und Motivation für Dein fünftes Jahr?
Enard: „Die Ziele bleiben unverändert. Das ist das Schöne an Berlin. Wir wollen und können um alle nationalen Titel spielen. Diese Bundesliga-Saison hat wieder gezeigt, dass niemand denken sollte, Erfolge sind selbstverständlich. Friedrichshafen hat im Pokal und Saisonfinale bewiesen, wie stark sie sind. Düren wird im nächsten Jahr – angestachelt von dem Verlauf des Halbfinals – extrem motiviert zurückkehren. Frankfurt hatte unheimlich viel Pech und wird mit weniger Verletzungen besser sein. Auch in Lüneburg formiert sich wieder etwas Gutes. Sich dem Kampf gegen diese Kontrahenten zu stellen, bleibt extrem reizvoll. Dann ist da die Champions League, in der wir diesen einen, kleinen Schritt weiter vorankommen wollen. Wir möchten uns wieder in eine Position bringen, die Chance auf das Halbfinale zu haben. Da spielt natürlich neben der Auslosung eine Rolle, wie es mit den russischen Vereinen im nächsten Jahr weitergeht.“

Bist Du optimistisch, dass das BR Volleys Team 2022/23 so stark sein wird wie die Meistermannschaft dieser Spielzeit?
Enard: „Wie Kaweh auf der Saisonabschlussfeier schon sagte, bestehen natürlich noch offene Fragen, die darauf maßgeblichen Einfluss haben. Dazu gibt es noch keine News und leider liegen nicht alle Faktoren in unserer Hand. Ich denke, wir haben mit einigen Vertragsverlängerungen auch starke Signale gesetzt. Mit Tim Carle, Ruben Schott, Cody Kessel, Marek Sotola, Nehemiah Mote und Adam Kowalski bleiben viele wichtige Spieler definitiv. Dazu freue ich mich unheimlich auf die Rückkehr von Anton Brehme. Mit seiner Art tut er der Mannschaft extrem gut und wird hoffentlich wieder körperlich vollständig fit eine Bereicherung für unser Spiel sein. In den nächsten Tagen und Wochen wird die ein oder andere neue Personalie hinzukommen, auf die sich die Fans freuen dürfen.“

Quelle:Christof Bernier/BR Volleys

Zwölfter Meistertitel vor ausverkauftem Haus

Die BR Volleys haben ihr Comeback im Playoff-Finale 2022 perfekt gemacht! In einem letzten, in allen Bereichen würdigen Endspiel siegte der alte und neue Deutsche Meister mit 3:1 (25:20, 19:25, 25:23, 25:22) gegen den VfB Friedrichshafen. 8.553 Zuschauer in der ausverkauften Max-Schmeling-Halle bejubelten den letzten Sieg dieser Saison und damit den zwölften Meistertitel der Berliner.

Nach seinem starken Auftritt am Mittwoch durfte Samuel Tuia vor der tosenden Kulisse von Beginn an ans Netz und erzielte auch direkt die ersten zwei Punkte für die BR Volleys. Ein Angriff die Linie entlang und ein Ass des Insulaners brachten die Hauptstädter ins Spiel (2:2), aber insgesamt erwischten die Männer vom Bodensee emotionsgeladen den besseren Start (8:11). Zwei Blocks, von Sergey Grankin zum Ausgleich (14:14) und Samual Tuia zur Führung (16:15), gaben den Berlinern Schwung. Nun lief die Berliner Highlight-Maschine. Grankin setzte den nächsten Block, Timothée Carle versenkte sehenswert ohne Block und der Kapitän legte noch ein Ass nach (19:17). In einem starken Endspurt sicherte Nehemiah Mote seinem Team per Schnellangriff den ersten Satzgewinn (25:20).

Unbeirrt stemmte sich der Pokalsieger gegen den Druck der Heimkulisse und setzte sich im zweiten Durchgang nach einer Aufschlagserie von Dejan Vincic früh ab (5:9). Der VfB war klar am Drücker (9:14), aber Tuia stemmte sich mit drei Punkten in Folge dagegen (13:15). Dennoch blieben die Herren in Blau stabil und hatten nach einem Ass von Simon Hirsch alles wieder unter Kontrolle (16:20). Auch die Einwechslung von Marek Sotola für Benjamin Patch änderte nichts daran, dass die Häfler ausglichen (19:25).

Das Team von Mark Lebedew stellte bis hierhin die deutlich bessere Annahme und das Match wog eines Finals würdig hin und her (11:9, 12:13). Auch die Schiedsrichterentscheidungen sorgten für hochkochende Emotionen und nun hatten die BR Volleys den kleinen Vorteil (18:16). Beide Teams schenkten sich nichts (23:23). Beim ersten Berliner Satzball waren dann Danani mit der Abwehr und Tim Carle mit dem Angriff entscheidend zur Stelle (25:23).

Friedrichshafen ließ sich abermals nicht aus der Ruhe bringen und auch weil die Mittelblocker Marcus Böhme und Lucas Van Berkel wieder stark performten, drehten sie Gäste das Geschehen erneut (6:3, 7:11). Cedric Enard setzte nun auf Ruben Schott, der mit seinen Aufschlägen wieder für den Ausgleich sorgte (12:12). Kommissar Klein hielt die nächste Aufschlagserie bereit und sorgte für Explosionsgefahr in der Arena (16:14). Mit einem weiteren Ass von Grankin bogen die BR Volleys auf die Zielgerade ein (22:18) und nach einer genialen Rettung von Santiago Danani machte Tim Carle den letzten Punkt des Abends und damit den zwölften Meistertitel für die Berliner perfekt (25:22)

Stimme zum Spiel
Cedric Enard: „Dieser Abend ist ein Traum für uns. Vor einer ausverkauften Halle und 8.500 Zuschauern so ein fünftes Spiel gegen den Dauerrivalen gespielt und gewonnen zu haben – mehr geht einfach nicht! Ich bin so stolz auf diese Gruppe und dieses Team, wie wir nach dem 0:2-Rückstand noch zurückgekommen sind. Ich werde einige Tage brauchen, um zurück auf die Erde zu kommen. Friedrichshafen war im Saisonfinale in Topform. Sie haben uns alles abverlangt, aber am Ende haben wir es glücklicherweise geschafft. Der Titel bleibt in Berlin!“

BR Volleys Formation
Timothée Carle und Samuel Tuia (AA), Nehemiah Mote und Georg Klein (MB), Sergey Grankin (Z), Benjamin Patch (D) und Santiago Danani (L) | Eingewechselt: Ruben Schott, Cody Kessel, Marek Sotola, Matthew West

Topwerte
Carle 20 Punkte, 3 Blocks | Sotola 12 Punkte | Grankin 3 Asse

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

Fotocredit:© Maximilian Franz

Zuversicht trotz VfB-Matchball

Pressefoto Credit: Maximilian Franz

Nachdem den BR Volleys am Samstag in ihrer Arena der erste Sieg im Playoff-Finale gelungen war, sind Glaube und Selbstvertrauen im Lager des elfmaligen Deutschen Meisters zurück. Übermütig werden die Berliner jedoch keinesfalls für Spiel vier am Mittwoch (27. Apr um 20.00 Uhr) in der ratiopharm Ulm/Neu-Ulm aufschlagen. Schließlich bekam man vor einer Woche zu spüren, wie viel Druck der VfB Friedrichshafen mit dem Heimvorteil entfachen kann. Trotzdem bleibt die Hoffnung, auch den zweiten Häfler Matchball abwehren und damit ein alles entscheidendes Duell erreichen zu können.

„Mit unserem Heimsieg haben wir jetzt sicher auch die Friedrichshafener zum Nachdenken gebracht“, blickt Außenangreifer Ruben Schott zuversichtlich auf das morgige Finalspiel. Ob der 3:0 Heimerfolg der Berliner wirklich ein Wirkungstreffer beim VfB Friedrichshafen war, muss sich nun am Mittwoch zeigen, denn bisher präsentierte sich die Mannschaft von Headcoach Mark Lebedew in dieser Finalserie bestens eingestellt und mental gefestigt.

Bei dem Sieg im heimischen Volleyballtempel konnten die BR Volleys erstmals in diesem Playoff-Finale auch die Schlüsselmomente für sich entscheiden. Zweimal stand es in der „Crunchtime“ 23:23, zweimal gelangen den Hauptstädtern die entscheidenden „Breaks“. Im ersten Durchgang war es der Aufschlag von Ben Patch, der den Unterschied machte. Wobei sein anschließender Jubel in Richtung Fanblock wohl die Szene dieses dritten Finalabends war. Im zweiten Durchgang wurde Georg Klein zum Helden. Ihm gelang die wichtige Abwehraktion vor Timothée Carles Angriffspunkt und auch seine anschießende Geste zur Tribüne zeigte die ganze Entschlossenheit des Heimteams. Der eigentliche Reservist, der beim Finalauftakt für den verletzten Jeff Jendryck einsprang, fasst die Hoffnung der Berliner in Worte: „Wir standen mit dem Rücken zur Wand. Nun fühlt es sich anders an. Es war zwar nur ein erster Schritt, aber auch unser Gegner muss nun dem Druck zuhause standhalten. Nach Berlin und in eine Max-Schmeling-Halle mit dieser Atmosphäre wollen die Häfler ganz sicher nicht noch einmal kommen.“

Klein will weiterhin alles geben, auch um seinem verletzten Kollegen Jendryk noch einen Einsatz in diesem Finale zu ermöglichen. Nach seiner Bänderverletzung arbeitet der US-Amerikaner gewissermaßen 24/7 mit der medizinischen Abteilung, um der Mannschaft wieder helfen können. Jendryk wird zumindest mit in die Donaustadt reisen. Doch auch ohne den effizientesten Angreifer der Bundesliga konnten die BR Volleys im dritten Finalspiel überzeugen, verzichteten auf die sprichwörtliche Brechstange und agierten kontrollierter gegen den starken Block des VfB. Beim ersten Auswärtsspiel vor einer Woche verloren Sergey Grankin & Co phasenweise die Contenance, damit den Fokus und letztlich wichtige Punkte – das war diesmal anders.

Trainer Cedric Enard weiß: „Zweifellos wartet ein ganz schweres Match auf uns, denn unser Kontrahent hat die Chance, zu Hause die Meisterschaft zu feiern.“ Um dies zu verhindern, werden nicht nur eine besondere sportliche Leistung, sondern auch Leidenschaft, Mut und Nervenstärke erforderlich sein. Alles andere als ein weiterer enger Schlagabtausch wäre nach dem bisherigen Finalverlauf überraschend. Welche heiße Atmosphäre in der ratiopharm Arena herrschen wird, ist jedem im BR Volleys Lager nach den Erlebnissen vor einer Woche bewusst. Gut möglich, dass diese seitens der Gastgeber sogar noch gesteigert wird. Warum die BR Volleys diese Finalserie dennoch unbedingt auf die Spitze treiben wollen, bringt Coach Enard auf den Punkt: „Es wäre ein Traum, nochmal vor unserer Heimkulisse in der Max-Schmeling-Halle ein fünftes Finale spielen zu dürfen. Genau dafür werden wir antreten und kämpfen.“

Quelle: Christof Bernier/BR Volleys

BR Volleys – dem Druck wieder nicht gewachsen

Im zweiten Spiel der Playoff-Finalserie setzte es für die BR Volleys mit 1:3 (25:21, 23:25, 22:25, 24:26) die zweite Niederlage. Erneut zeigte sich der VfB Friedrichshafen den Tick entschlossener und münzte seinen Heimvorteil in eine 2:0-Führung in den Finals um. Nun müssen die Berliner mit ihrem Publikum am Samstag (23. Apr um 18.30 Uhr) in ihrer Max-Schmeling-Halle das erste Matchball-Spiel der Männer vom Bodensee abwehren.

Durch den Ausfall von Jeffrey Jendryk (Bänderverletzung) rückte Georg Klein in die Startformation des Titelverteidigers und auch beim VfB Friedrichshafen gab es gegenüber Spiel eins genau einen zwangsläufigen Wechsel. Der schon beim Auftakt dieser Serie überzeugende Daniel Muniz ersetzte Vojin Cacic (Achillessehnenriss). Auch wenn Diagonalangreifer Simon Hirsch sich – anders als noch am Samstag – sofort mit zwei erfolgreichen Angriffen gut im Match anmeldete, erwischten die Berliner den besseren Start. Eine erfolgreiche Video-Challenge und ein Ass von Benjamin Patch leiteten die gute Anfangsphase ein (5:4, 12:9). Als die Gastgeber aufkamen, legte Sergey Grankin den Ball seelenruhig auf den berühmten “Markplatz“ (16:15). Patch verwandelte in der Folge die schweren Bälle (21:21), die entscheidenden Breaks erzielten aber Timothée Carle per Ass ins Eck und Ruben Schott per Angriff (25:21).

Die Hausherren gaben vor 2.076 Zuschauern die schnelle Antwort auf diesen Satzverlust. Als Muniz gegen Patch blockte, bat Cedric Enard zur Auszeit (4:8). Nun trumpfte Friedrichshafen mit dem starken Block immer mehr auf (6:12). Klein ersetzte in der Mitte Jendryk formidabel und brachte die BR Volleys zur Crunchtime wieder in Schlagweite (20:21). Satz zwei wurde dann durch den Pfiff von Schiedsrichter Dr. Mirco Till beendet, der entschied, dass Grankin den Ball außerhalb der Antenne zurück ins Häfler Feld gespielt haben soll (23:25).

Satz drei wurde daraufhin mit einer roten Karte gegen den Berliner Kapitän eröffnet und die Pokalsieger vom Bodensee waren nun wieder druckvoller (4:8), doch Nehemiah Motes krachender Block gegen Muniz brachte die Hauptstädter zurück in den Durchgang (11:11). Kurze Aufschläge waren bei beiden Teams ein oft genutztes, taktisches Mittel. Auf den nächsten Friedrichshafener Zwischenspurt reagierte Enard mit der Einwechselung von Samuel Tuia (14:17). Die BR Volleys verpassten aber ihre Chancen aufzuschließen (19:22) und Tuia blieb am erneut starken Block der Männer in Weiß hängen (22:25).

Obwohl Grankin & Co längst nicht am Limit spielten, nahmen sie Kampf in der hitzigen Atmosphäre aber weiter an (8:8, 14:14). Carle und Patch trugen ihr Team im Angriff, aber Vicentin und Hirsch standen ihnen in nichts nach. Wieder war es Motes Block gegen Vicentin, der den Berlinern Auftrieb gab (21:20). Im Anschluss an die nächste heiße Diskussion und einer doppelten Challenge hatten die BR Volleys Satzball. Aber die Gastgeber waren erneut nervenstärker und nach einem Ball von Patch in den Block und einem weiteren von Carle ins Aus jubelte der VfB über den zweiten Erfolg in dieser Serie (24:26). Somit sind die BR Volleys unter Zugzwang und müssen jedes weitere Spiel gewinnen, um noch eine Wende zu schaffen. Den Anfang braucht es am Samstag im Volleyballtempel zu Berlin.

Stimmen zum Spiel
Kaweh Niroomand: „Das war eine heiß umkämpfte, intensive Volleyball-Schlacht hier in Neu-Ulm. Wir haben wieder unsere Chancen nicht genutzt. Das müssen wir uns vorhalten. Uns mangelt es in diesen Finalspielen einfach an Konstanz. Friedrichshafen ist da auf manchen Positionen stabiler. Jetzt müssen wir mit einem Sieg zuhause irgendwie die Wende schaffen.“

Nehemiah Mote: „Noch bevor der erste Aufschlag in diesen Finals gespielt ist, setzen wir uns selbst schon unter einen merkwürdigen Druck und stehen unter Spannung. Das hemmt uns und wir spielen dadurch nicht frei. Mit dieser Anspannung misslingen uns manchmal selbst einfachste Dinge. Jetzt müssen wir uns aus diesem Loch kämpfen und das schaffen wir nur mit unseren Zuschauern. Es fehlt nicht viel. Wir brauchen einen Brustlöser.“

BR Volleys Formation
Timothée Carle und Ruben Schott (AA), Nehemiah Mote und Georg Klein (MB), Sergey Grankin (Z), Benjamin Patch (D) und Santiago Danani (L) | Eingewechselt: Cody Kessel, Marek Sotola, Samuel Tuia, Matthew West

Topwerte
Patch 22 Punkte | Carle 16 Punkte | Klein 12 Punkte, 92 % Angriffsquote | Mote 11 Punkte, 6 Blocks

Spiel 3 | 23. Apr | Samstag | 18.30 Uhr | Max-Schmeling-Halle

BR Volleys – ein schwieriges Unterfangen

Nach dem Auftaktspiel der Playoff-Finalserie 2022 liegt das berühmt-berüchtigte Momentum aufseiten des VfB Friedrichshafen. Dieses nun am Mittwoch (20. Apr um 20.00 Uhr) auswärts in der ratiopharm Arena Ulm/Neu-Ulm zurückzugewinnen, wird für die BR Volleys ein äußerst schwieriges Unterfangen. Nach kurzem „Wundenlecken“ während der Osterfeiertage, wird der Titelverteidiger in Match zwei aber nichts unversucht lassen, eine Antwort auf dem Court zu geben.

Hochkochende Emotionen, nervenaufreibende Video-Challenges und Matchbälle für beide Mannschaften. Das erste „Duell der Giganten“ im Playoff-Finale war das erwartete Volleyballspektakel. Das dürfte sich auch in den weiteren Partien dieser Serie kaum ändern, wobei nach der 2:3-Heimniederlage nun die BR Volleys gefordert sind, überhaupt für mehr als drei Spiele zu sorgen. Die Hauptstädter konnten ihre 2:0-Satzführung und zwei Matchbälle nicht in den erhofften, immens wichtigen Auftaktsieg ummünzen.

Am Ostersonntag hatte die Mannschaft Zeit, den knappen Ausgang (14:16 im Tiebreak) zu verarbeiten, am Montag bat Coach Cedric Enard sein Team wieder in die Trainingshalle und am Dienstag stand für Jeffrey Jendryk der MRT-Termin an. Der Mittelblocker war in Satz zwei des Auftaktspiels umgeknickt und wurde von seinen Mitspielern vom Parkett getragen. „Jeff hat eine Bänderverletzung am rechten Sprunggelenk. Für Spiel zwei am Mittwoch wird er definitiv ausfallen. Alles weitere werden wir in den kommenden Tagen sehen“, begräbt Geschäftsführer Kaweh Niroomand noch nicht alle Hoffnungen auf eine Rückkehr des US-Amerikaners im Saisonfinale.

Trotz dieses personellen Rückschlags und der Auftaktniederlage ist der Siegeswille des BR Volleys Teams ungebrochen. Selbstbewusste Friedrichshafener, die sich von einem 0:2-Satzrückstand nicht aus der Bahn werfen ließen, zeigten sich letztlich entschlossener und entrissen den Hauptstädtern damit den Heimvorteil – und vielleicht auch psychologischen Vorteil? Benjamin Patch, Berlins Punktbester in Spiel eins, sieht das anders: „Es ist doch so, die Geschichte der BR Volleys und der Finals gegen Friedrichshafen ist stets geprägt von Höhen und Tiefen, in den letzten Jahren meist mit dem glücklicheren Ende für uns. Das ist aber nicht selbstverständlich und muss sich jedes Mal aufs Neue hart erarbeitet werden. Wir sind nach dem ersten Duell weder gestresst noch ängstlich. Ich würde sogar sagen, wir sind glücklich, einen Gegner wie Friedrichshafen zu haben.“

Um die Finalserie wieder offen zu gestalten, wird jedoch auch eine Leistungssteigerung notwendig sein. Vor allem im Mittelblock und Außenangriff zeigte sich Friedrichshafen am Samstag stärker. Was insbesondere daran lag, dass Daniel Muniz den verletzten Leistungsträger Vojin Cacic (Achillessehnenriss und Saisonende) hervorragend vertrat und Lucas van Berkel ein überragendes Spiel machte. Mit allein sieben Blockpunkten setzte der Kanadier die Häfler Dominanz aus dem Halbfinale gegen Düren fort. Gegen diesen hohen VfB-Block dauerhaft ein Mittel zu finden, wird eine große Herausforderung für die BR Volleys sein. Wenn mit einer guten Annahme die Grundlage gelegt werden kann, sind Variabilität und Tempo im Angriff wichtig. Für diese Elemente ist Kapitän Sergey Grankin zuständig, der sich gemeinsam mit seiner Mannschaft am Mittwoch in Ulm zurück in dieses Playoff-Finale kämpfen und spielen will.

Playoff-Finale
Spiel 2 | 20. Apr | Mittwoch | 20.00 Uhr | ratiopharm arena
Spiel 3 | 23. Apr | Samstag | 18.30 Uhr | Max-Schmeling-Halle
Mögliches Spiel 4 | 27. Apr | Mittwoch | 20.00 Uhr | ratiopharm arena
Mögliches Spiel 5 | 30. Apr | Samstag | 18.30 Uhr | Max-Schmeling-Halle

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

Entschlossen zurückgeschlagen

Headcoach Cedric Enard forderte nach dem verlorenen Spiel zwei eine klare Reaktion und die zeigte sein Team am Mittwochabend in der Max-Schmeling-Halle. In 83 Minuten besiegten die BR Volleys die United Volleys mit 3:0 (25:18, 25:17, 25:22) und sicherten sich so die 2:1-Führung in der Playoff-Halbfinalserie. Nun gilt es, das gute Heimspiel auch auswärts zu bestätigen. Dann können die Berliner am Samstag (09. Apr um 19.00 Uhr) in der Ballsporthalle ihr Finalticket buchen und dem VfB Friedrichshafen ins Endspiel folgen.

Ruben Schott meldete sich wieder fit für dieses dritte Playoff-Halbfinale und gab dem zuletzt wackligen BR Volleys Team wieder Sicherheit. Obwohl die leichten Fehler aus Spiel zwei nicht sofort gänzlich abgestellt wurden, rissen die Berliner die 2.819 mit leidenschaftlicher Block-Abwehr-Arbeit mit. Die Asse von Benjamin Patch und Timothée Carle waren ebenso Highlights wie Nehemiah Motes Block gegen den Hinterfeldangriff seines Landsmannes Max Staples (8:6). Libero Santiago Danani und seine Nebenmänner gaben in der Abwehr weiter alles und belohnten sich dann vorn im Angriff und Block regelmäßig (17:11). Auch die Einwechslung von Cody Kessel machte sich bezahlt. Der US-Amerikaner trug sich direkt auf das Scoreboard ein und Patch machte mit seinem sechsten Punkt den ersten Satzgewinn perfekt (25:18).

Die Hausherren blieben ihrer Linie treu, waren gierig in der Abwehr und präsent im Block. Zwei Aufschlagserien von Jendryk, der sich gegenüber dem letzten Match ebenfalls deutlich steigerte, entschieden den zweiten Durchgang (7:3, 18:10). Zwischenzeitlich setzte es sogar drei Blocks in Folge (zweimal Grankin, einmal Mote). Anders als noch am Samstag zogen diesmal die Berliner Diagonalangreifer Daniel Malescha den Zahn, sodass Gästetrainer Christophe Achten kurzzeitig auf Routinier Jochen Schöps setzte. Carle beendete Satz zwei per krachendem Ass (25:17).

Wie bereits vor einer Woche steigerten sich die Gäste im dritten Durchgang und konnten sich nun häufiger gegen den Block der Männer in Orange durchsetzen (9:11). Erneut war es aber Jendryk, dessen Extraschichten in Aufschlag und Block sich auszahlen sollten. Seine Serie drehte den Satz (14:13) und der spätere MVP Schott unterstrich seine Wichtigkeit für die Mannschaft mit dem Ass zum 17:15. Die Hessen blieben in Kontakt (23:22), bis – natürlich nach einem Jendryk-Service – Patch mit seinem insgesamt 18. Punkt den Matchball zum Sieg verwandelte (25:22). Damit haben die Berliner nun zwei Chancen, ins Finale um die Deutsche Meisterschaft einzuziehen, wollen aber gleich die erste am Samstag in Frankfurt nutzen. Bereits als Finalist fest steht seit Mittwochabend auch der VfB Friedrichshafen, der sich mit dem dritten Sieg in der Serie gegen die SWD powervolleys Düren durchsetzte.

Stimmen zum Spiel
Cedric Enard: „Ich werde dem Team gleich in der Kabine sagen: Das war Volleyball! Das ist es, was es in den Playoffs braucht! Die Letzten zwei Tage war durchaus Anspannung spürbar, aber die Reaktion der Mannschaft heute war perfekt. Zwei Sätze waren nahezu alle Elemente gut und diesmal haben wir auch im dritten die Kontrolle nicht verloren. Aber das bringt uns alles wenig, wenn wir es am Samstag nicht bestätigen.“

Ruben Schott: „Wir haben heute unser wahres Gesicht gezeigt. Genau mit dieser Aggressivität müssen wir zu Werke gehen und auch bei einer Führung von vier, fünf Punkten nicht nachlassen. Frankfurt wird sich in Spiel vier garantiert wieder steigern und darauf müssen wir vorbereitet sein.“

BR Volleys Formation
Timothée Carle und Ruben Schott (AA), Nehemiah Mote und Jeffrey Jendryk (MB), Sergey Grankin (Z), Benjamin Patch (D) und Santiago Danani (L) | Eingewechselt: Cody Kessel, Matthew West, Marek Sotola

Topwerte
Patch 18 Punkte | Carle 10 Punkte, 2 Asse | Schott 9 Punkte, 67 % Angriffsquote | Grankin & Mote 3 Blocks

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

Zum ersten Sieg gebissen

Als Cody Kessel zum letzten Punkt des Abends blockte, fiel von den BR Volleys durchaus eine Last ab: Zum Auftakt in das Playoff-Halbfinale kämpften die Berliner in ihrer Max-Schmeling-Halle die United Volleys Frankfurt mit 3:1 (25:20, 25:17, 22:25, 25:23) nieder. Den ersten von drei nötigen Siegen für den Einzug ins Finale mussten sich die Gastgeber nach einer Schwächephase in Satz drei hart erarbeiten. Am Samstag findet die Serie in der Ballsporthalle Frankfurt ihre Fortsetzung (02. Apr um 19.00 Uhr).

In dieses Playoff-Halbfinale starteten die BR Volleys mit ihrer etatmäßigen Besetzung um Kapitän Sergey Grankin. Vor 2.567 Zuschauern standen gemeinsam mit dem Olympiasieger Ruben Schott, Jeffrey Jendryk, Nehemiah Mote, Timothée Carle, Benjamin Patch und Libero Santiago Danani auf dem Court. Beide Kontrahenten waren im Block sofort präsent und machten den gegnerischen Angreifern das Leben schwer (4:4). Schotts Block gegen Malescha verlieh dem Ausdruck (8:6) und in der Folge waren es die Berliner, die sich häufiger durchsetzen konnten. Nach guten Aufschlägen von Patch (14:10) und Grankins punktgenauem Angriff mit Links (16:11) hatten die Hauptstädter zu ihrem Spiel gefunden (21:16). Tim Carle schlug den Ball durch den United-Block zum Gewinn des ersten Satzes (25:20). Die Hausherren kontrollierten in dieser Phase das Geschehen und spielten auch Durchgang zwei von vorn weg. Ein Ass von Schott sorgte für eine Vier-Punkte-Führung (9:5) und ein weiterer Servicewinner von Grankin erhöhte den Vorsprung noch einmal (17:12). Trotz schöner Abwehraktionen auf beiden Seiten blieben Patch & Co durchsetzungsstärker (22:14, 25:17).

Im dritten Spielabschnitt ereilte die BR Volleys das bekannte “Volleyball-Syndrom“. Nach zwei erfolgreichen Sätzen ging die Spannung etwas verloren und Frankfurt fand zurück ins Match. Nun stand der Block der Hessen wieder gegen Patch, Carle und Schott. Cedric Enard setzte bei 11:16 auf Cody Kessel anstelle von Carle, doch Frankfurt legte nun auch im Aufschlag zu. Die Uniteds um ihren besten Scorer Malescha (21 Punkte) nutzten den vierten Satzball zum Anschluss (22:25).  Jetzt mussten die Hauptstädter um jeden Punkt kämpfen und suchten die Leichtigkeit aus den ersten zwei Sätzen (8:8, 16:16). Auf Augenhöhe ging es in die Schlussphase von Durchgang vier (22:22) und nachdem sich erneut Schott gegen den Frankfurter Block durchsetzen konnte, hatten die Gastgeber Matchball. Enard – der zuvor wieder dem Franzosen Carle den Vorzug gab – verstärkte mit Kessel den Block und der US-Amerikaner zahlte das Vertrauen zurück. Der Dreierblock um den 30-Jährigen entschied das Match und brachte dem Hauptstadtclub den ersten Sieg in dieser “best of five“-Serie ein (25:23). MVP-Gold ging an Spielführer Grankin, der über seine Zuspielkünste hinaus auch fünf erfolgreiche Angriffe (83 %) und zwei Asse zum Heimerfolg beisteuerte.

Stimmen zum Spiel
Ruben Schott: „Irgendwie ging es uns in dieser Saison schon häufiger so wie heute. Wir haben zwei Sätze gut und dominant gespielt und im dritten etwas nachgelassen. Frankfurt war dann aber auch selbst deutlich stärker und hat das Aufschlag-Annahme-Duell für sich entschieden. Dieses Spiel hat gezeigt, dass wir die Spannung in dieser Serie permanent hochhalten müssen. Das muss für Samstag bei jedem im Kopf sein, um uns für Mittwoch das erste Matchball-Spiel vor unseren Fans zu erkämpfen.“
Kaweh Niroomand: „Man hat der Mannschaft angesehen, dass wir zwölf Tage keinen Wettkampf hatten. Das ist in den Playoffs nicht üblich und für Kopf und Körper nicht einfach. Deshalb haben wir uns schwergetan und streckenweise pomadig agiert. Wir brauchen im Saisonfinale unsere Bestform. Ein Spiel wie heute kann auf dem Weg dorthin hoffentlich helfen. Jetzt ist der Anfang gemacht, aber wir müssen dennoch zulegen.“

BR Volleys Formation
Timothée Carle und Ruben Schott (AA), Nehemiah Mote und Jeffrey Jendryk (MB), Sergey Grankin (Z), Benjamin Patch (D) und Santiago Danani (L) | Eingewechselt: Cody Kessel, Matthew West, Marek Sotola

Topwerte
Benjamin Patch 22 Punkte, 2 Blocks | Carle 16 Punkte | Jendryk 10 Punkte, 2 Blocks | Grankin 7 Punkte, 2 Asse


Quelle: Christof Bernier/BR Volleys

Ein Auftaktsatz, der Hoffnung macht

Es braucht den Volleyballtempel! Die BR Volleys haben alles versucht, konnten aber im Hinspiel des CEV Champions League Viertelfinals bei Itas Trentino nichts Zählbares mitnehmen. Mit 0:3 (25:27, 19:25, 22:25) unterlagen die Berliner dem italienischen Tabellendritten und können nun nur noch über den “Golden Set“ die Überraschung schaffen. In sechs Tagen (16. Mrz um 18.30 Uhr) empfangen Kapitän Sergey Grankin & Co den Finalisten des Vorjahres zum Rückspiel und benötigen eine magische Europapokalnacht in der Max-Schmeling-Halle.

Nehemiah Mote, in den letzten Tagen gewissermaßen 24/7 unter den Fittichen der medizinischen Abteilung, meldete sich einsatzfähig für dieses mit Spannung erwartete erste Viertelfinale. So stand auch in der BLM Group Arena von Trento das BR Volleys Team auf dem Court, das in der Gruppenphase Zenit St. Petersburg zweimal schlug. Und der erste Punkt des Abends sollte direkt zeigen, wie es gehen kann: Taktischer Aufschlag Ruben Schott, starke Abwehr des Nationalspielers und erfolgreicher Angriff Benjamin Patch. Aber die selbstbewussten Gastgeber stoppten den guten Anfangsdrive der Männer aus der deutschen Hauptstadt per Block von Matey Kaziyski gegen Patch (2:5). Die Berliner spielten trotzdem lange einen klasse Auftaktsatz. Die Asse von Schott und Patch sorgten für den Ausgleich (11:11) und Sergey Grankin setzte gegen Kaziyski auch den ersten erfolgreichen Berliner Block (13:11, 18:16). Giulio Pinali, den Heimtrainer Angelo Lorenzetti überraschend im Diagonalangriff aufbot, wendete mit seinem Service das Blatt (18:20). Die BR Volleys blieben stabil, glichen aus und wehrten zwei Satzbälle kämpferisch ab (25:25). Der Deutsche Meister war drauf und dran, das Momentum zu kippen, doch Trentino sicherte sich nach einem weiteren Pinali-Aufschlag den an diesem Abend richtungsweisenden Durchgang (25:27).

Trentino blieb über die Mitte, vor allem durch den starken Ex-Berliner Srecko Lisinac, dominant und die Berliner verloren in Satz zwei früh ihren Rhythmus (4:7, 4:11). Mit den Einwechslungen von Samuel Tuia und Marek Sotola versuchte Cedric Enard dem entgegenzuwirken. Jeffrey Jendryk war in diesem Satz in allen Elementen der stärkste Berliner, doch auch er konnte per Block und Ass keine Wende herbeiführen (13:18). Trentino spielte in dieser Phase fehlerfrei und stellte verdient auf 0:2 (19:25). Zuspieler Grankin ging in Satz drei voran, erzielte früh zwei Punkte selbst und es keimte noch einmal Hoffnung auf (6:4). Die Italiener zeigten sich aber unbeeindruckt, wehrten besser ab und hatten in Linkshänder Alessandro Michieletto ihren kaum zu stoppenden Angreifer (12:14). Bis zum 21:21-Zwischenstand hielten die BR Volleys noch Kontakt, doch dann stand der Block gegen Patch (21:23). Der erfahrene Kaziyski verwandelte im Anschluss zweimal humorlos zum Matchgewinn für die Italiener (22:25).

Obwohl Trentino damit in eigener Arena Stärke demonstrierte, ist aus Sicht des Deutschen Meisters noch nichts verloren. Zwei gute Sätze der BR Volleys machen Hoffnung für das Rückspiel in der Max-Schmeling-Halle. Mit einem 3:0 oder 3:1-Heimsieg würde man den “Golden Set“ (Entscheidungssatz bis 15 Punkte) erzwingen und das ist nun das große Ziel für das Match vor heimischem Publikum am Mittwoch.

Stimmen zum Spiel
Ruben Schott: „Wir haben zu Beginn im Aufschlag zu viele Fehler gemacht und auch mit den Aufschlägen, die im Feld landeten, nicht ausreichend Druck entfacht. Der Annahmeriegel von Trentino war aber auch gut. Aus der Abwehr hatten wir gegen Ende von Satz eins unsere Möglichkeiten. Da hätte das Spiel einen anderen Verlauf nehmen können. Nachdem unsere eingewechselten Spieler es im zweiten Satz noch gut gemacht haben, waren wir im dritten Durchgang wieder nah dran. Mit Blick auf das Rückspiel braucht es eine Steigerung im eigenen Aufschlag. Wir müssen noch mutiger agieren und dann wird das mit unseren Fans im Rücken noch ein heißes Rückspiel in Berlin.“

Cedric Enard: „Der erste Satz war der so wichtige Durchgang, um hier in dieses Viertelfinale zu kommen. Beide Mannschaften hatten es verdient, diesen zu gewinnen, aber wir haben unsere Chance verpasst. Diese Gelegenheit musst du auf dem Niveau unter den besten Acht Europas nutzen. Danach wurde es schwer, weil Trentino großen Druck aufgebaut hat. Heute steht ein 0:3 auf der Anzeigetafel, aber dieses Viertelfinale hat noch ein zweites Kapitel. Die ganz sicher besondere Atmosphäre in der Max-Schmeling-Halle wird unserer Mannschaft den nötigen Push für ein spannendes Rückspiel geben. Aber vorher haben wir ein wichtiges Playoff-Match am Sonntag gegen Giesen.“

BR Volleys Formation
Timothée Carle und Ruben Schott (AA), Nehemiah Mote und Jeffrey Jendryk (MB), Sergey Grankin (Z), Benjamin Patch (D) und Santiago Danani (L) | Eingewechselt: Matthew West, Marek Sotola, Cody Kessel, Samuel Tuia

Topwerte
Jendryk 11 Punkte, 3 Blocks, 88 % Angriffsquote | Schott 10 Punkte, 2 Asse | Carle 9 Punkte
Christof Bernier

BR Volleys gewinnen in Serbien

Mit ihrem dritten Sieg in der laufenden Champions-League-Saison sind die Berlin Recycling Volleys am Mittwochabend ihrem Ziel Viertelfinale einen großen Schritt nähergekommen. Der 3:0-Erfolg (27:25, 25:20, 25:23) bei Vojvodina Novi Sad lässt die Berliner nächste Woche (16. und 17. Feb) mit zwölf Punkten im Gepäck zum Showdown nach St. Petersburg reisen. Um die K.o.-Runde zu erreichen, kann nun noch jeder in Russland erkämpfte Satz und Punkt wertvoll werden.

Die spannende Frage, wer in diesem vierten Königsklassenmatch im Außenangriff beginnen durfte, beantwortete Headcoach Cedric Enard mit Ruben Schott und Timothée Carle. Neben ihnen starteten wie gewohnt Nehemiah Mote, Jeffrey Jendryk, Benjamin Patch, Kapitän Sergey Grankin und Libero Santiago Danani. Mit Spielbeginn setzten die lauten Fangesänge der enthusiastischen Heimfans ein und die BR Volleys zeigten sich von der Kulisse durchaus beeindruckt. Die serbischen Gastgeber, zuletzt in der Königsklasse mit 3:0 bei Zenit St. Petersburg erfolgreich, spielten entsprechend selbstbewusst auf (3:6, 5:10). Auch mit ihren ersten zwei Video-Challenges hatten die Berliner und Coach Enard keinen Erfolg und es wurde früh eine mentale Bewährungsprobe (12:16). Beim Zwischenstand von 19:22 ersetzte Samuel Tuia seinen Landsmann Carle, die Wende aber brachte der gute Service von Jendryk (23:23). Mit einem Ausflug von Ben Patch in die Bande, wobei beim US-Amerikaner anschließend am Knie Blut floss, sicherten sich die Berliner den Vorteil und Mote verwandelte zum Satzgewinn (27:25).

Wie im Hinspiel war auch an diesem Abend der Ausgang des Auftaktdurchgangs ein Wirkungstreffer für die Serben. Gegen deren zwei einzige Legionäre Baranek (CZE/Außen-Annahme) und Parapunov (BUL/Diagonal) stand der Block um Jendryk nun deutlich besser (6:2, 13:8). Die BR Volleys waren das emotionalere Team auf dem Court und, auch wenn die Hausherren den Rückstand noch einmal verkürzen konnten (18:16, 21:17), war es der eingewechselte Marek Sotola, der zum nächsten Satzgewinn blockte (25:20). Die im ersten Spielabschnitt noch etwas wacklige Annahme hatte sich längst stabilisiert, dafür leisteten sich Patch & Co im Angriff noch eine kurze Schwächephase (10:6, 13:16). Grankins Ass und seine gute Ballverteilung brachten den Bundesliga-Tabellenführer im dritten und letzten Satz jedoch zurück in die Spur (19:18). Schließlich zeigte Novi Sad erneut Nerven (24:22) – so auch beim von Baranek verschlagenen Aufschlag zum Berliner Matchgewinn (25:23).

Die Entscheidung über das Weiterkommen fällt nun in einer Woche in St. Petersburg, wo das BR Volleys Team an zwei aufeinanderfolgenden Tagen (16. und 17. Feb) gegen den russischen Vizemeister antritt. Gelingt dort ein Sieg, wäre man als Gruppensieger sicher weiter. Bei zwei Niederlagen entscheidet der Quervergleich zu den anderen vier Gruppen, in dem der deutsche Vertreter mit vier Siegen (davon ein 3:0 gewertetes Spiel gegen Benfica Lissabon) und zwölf Punkten aktuell sehr gut im Rennen liegen würde.

Stimmen zum Spiel
Cedric Enard: „Es war an der Zeit, etwas zu beweisen, und das haben wir getan. Wir sind nach einem nicht einfachen Start mental stark geblieben und haben uns aus eigener Kraft heraus gesteigert. Jeffrey hat ein hervorragendes Spiel gemacht, aber auch Sergey hat den Matchplan gut umgesetzt. Ein Sonderlob geht heute auch an unsere gesamte Annahme um Ruben, Santiago, Tim und natürlich Samu, die den Grundstein für den Sieg gelegt hat. Mit nun zwölf Punkten haben wir alle Chancen auf das Weiterkommen. So hatten wir es uns erhofft.“

MVP Jeffrey Jendryk: „Der Schlüssel zum Sieg war, dass unser Angriff heute ins Rollen gekommen ist. Wir haben im ersten Satz noch die Kurve bekommen und uns diesen Durchgang verdient gesichert. Jetzt fahren wir mit Selbstvertrauen nach St. Petersburg, wissen aber genau, welch schwere Aufgabe dort auf uns wartet. Ich glaube aber an unser Team und die Möglichkeit, sich dort mit einem guten Spiel sogar den Gruppensieg zu sichern.“

BR Volleys Formation
Timothée Carle und Ruben Schott (AA), Nehemiah Mote und Jeffrey Jendryk (MB), Sergey Grankin (Z), Benjamin Patch (D) und Santiago Danani (L) | Eingewechselt: Matthew West, Marek Sotola, Samuel Tuia

Topwerte
Jendryk 11 Punkte, 4 Blocks, 75 % Angriffsquote | Patch 11 Punkte | Carle 11 Punkte
Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

Pressefoto Credit: CEV