Comeback und Abschied

Mit einem 3:0-Erfolg (25:18, 25:14, 25:23) gegen den VC Olympia Berlin haben die BR Volleys am Freitagabend die Bundesliga Hauptrunde abgeschlossen. 14 Siege in 16 Spielen und somit 43 Punkte stehen für den Deutschen Meister damit zu Buche, der nun als Tabellenerster in die am 04./05. Februar startende Zwischenrunde geht. Die Zuschauer im Sportforum sahen ein Bild mit Seltenheitswert, denn Cheftrainer Cedric Enard setzte alle 14 Spieler seines Kaders und damit auch drei Zuspieler ein, wobei Kapitän Angel Trinidad zu seinem Comeback kam und Arash Dosanjh seinen Abschied gab.

Cedric Enard wollte am letzten Spieltag der Normalrunde zunächst nichts dem Zufall überlassen und setzte auf seine Bestformation, zu der im Vergleich zum 3:1-Heimsieg am Mittwoch gegen Düren diesmal auch Nehemiah Mote zählte. Der Auftakt gelang dank der Aufschläge von Johannes Tille und der Hinterfeld-Angriffe von Timothée Carle (3:0) und schnell hatte der Favorit das Spiel unter Kontrolle (12:9, 18:13). Beim Stand von 21:15 konnte Kapitän Angel Trinidad nach zweimonatiger Verletzungspause erstmals wieder das Feld betreten und führte bis zum ersten Satzgewinn erfolgreich Regie (25:18).

Mit einer Aufschlagserie sorgte Ruben Schott im zweiten Durchgang früh für klare Verhältnisse (7:1) und die BR Volleys konnten nach erfolgreichen Abwehraktionen Punkt um Punkt sammeln (18:9). Zwar bewies Jannes Wiesner, dass auch die Youngster auf der anderen Seite durchaus über Aufschlagqualität verfügen, doch mehr als den Rückstand etwas verkürzen konnten sie nicht (18:12). Wieder durfte Trinidad bis zum Satzgewinn das Zepter übernehmen (25:14). Einzig im Block ließen die BR Volleys Wünsche offen (nur ein direkter Blockpunkt in den ersten zwei Sätzen) und in Satz drei konnte sich der VCO im Angriff sogar noch häufiger durchsetzen (8:5, 16:13). Enard schöpfte die volle Breite seines Kaders aus und mit dem 21:17 auf der Anzeigetafel durfte dann auch der Letzte aus dem 14er-Aufgebot auf die Platte: Arash Dosanjh, der die Berliner am Montag Richtung BBTS Bielsko-Biala (POL) verlassen wird, kam ins Spiel und wollte per Zuspieltrick auch das Match beenden. Allerdings sah das Schiedsgericht einen Netzfehler und so war es doch Antti Ronkainen, der den Matchball verwandelte (25:23).

Während der ehemalige SCCer Wiesner es für den VCO auf starke 17 Punkte brachte, wurde Aufseiten der BR Volleys mit Nehemiah Mote ein Mittelblocker Topscorer (11 Punkte). Der MVP-Award ging allerdings an Ruben Schott, der mit fünf Assen glänzte, und Cedric Enard entschied sich mit Zuspieler Djifa Amedegnato für einen weiteren früheren SCCer.

Stimmen zum Spiel
Cedric Enard: „Ich wollte heute allen Spielern Einsatzzeit und auch Arash die Chance geben, sich bei den letzten Punkten von den Fans zu verabschieden. Er durfte sogar nochmal Kapitän sein und hätte ja auch beinahe das Match beendet. Viele waren etwas müde, aber deshalb war es wichtig, die Last zu verteilen. Wir können zufrieden sein und auch der VCO hat gut dagegengehalten.“

Arash Dosanjh: „Ich habe mich sehr gefreut, hier sein zu dürfen und für eine gewisse Zeit ein Teil dieses großartigen Vereins zu sein. Wir konnten die Hauptrunde heute mit einem schönen Sieg abschließen und jetzt wünsche ich meinem Team und allen, die es mit den BR Volleys halten, dass die Saison weiterhin so erfolgreich verläuft.“

BR Volleys Formation
Timothée Carle + Ruben Schott (AA), Anton Brehme + Nehemiah Mote (MB), Johannes Tille (Z), Marek Sotola (D) und Satoshi Tsuiki (L) | Eingewechselt: Antti Ronkainen, Angel Trinidad, Matheus Krauchuk, Saso Stalekar, Adam Kowalski, Cody Kessel, Arash Dosanjh

Topwerte
Mote 11 Punkte, 2 Blocks | Schott 9 Punkte, 5 Asse | Carle 9 Punkte, 4 Asse
Nächstes Spiel
25. Jan | 19.30 Uhr | BR Volleys vs. Aluron CMC Warta Zawiercie / POL

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

Pressefoto Credit: Andreas Gora

Klare Niederlage gegen bärenstarke Grizzlys

Für die Berlin Recycling Volleys gab es am Samstagabend bei den Helios Grizzlys Giesen nichts zu holen. Vor mehr als 1.700 begeisterten Zuschauern in der Hildesheimer Volksbank-Arena unterlag der Hauptstadtclub den Niedersachsen deutlich mit 0:3 (20:25, 16:25, 22:25) und verspielte damit die vorzeitige Sicherung der Spitzenposition in der Bundesliga-Hauptrunde. Am Mittwoch (18. Jan, um 19.30 Uhr) gibt es dafür eine erneute Chance, diesmal gegen Pokalfinalist SWD powervolleys Düren in der heimischen Max-Schmeling-Halle.

Nur zwei Tage nach dem Champions-League-Auswärtserfolg bei Hebar Pazardzhik rotierte Trainer Cedric Enard kräftig durch. Ronkainen, Kessel, Krauchuk, Mote sowie Kowalski durften von Beginn an ran, einzig Tille und Stalekar standen schon in Bulgarien in der Startformation. Bis auf eine kleine Serviceserie von Cody Kessel konnten beide Teams zunächst ihr Sideout halten (7:8, 9:10). Doch Giesen erhöhte im Aufschlag kontinuierlich den Druck, vor allem durch Ivanov, Colito sowie Wagner, sodass Enard zur ersten Auszeit greifen musste (16:19). Diese fruchtete allerdings genauso wenig wie die Einwechslungen von Sotola, Dosanjh und Schott. Am Ende war es Günthör, der den Grizzlys den umjubelten Satzgewinn bescherte (20:25).

Mit jeder Menge Selbstvertrauen starteten die Giesener in den Folgedurchgang und zwangen mit starken Blocks und Aufschlägen die BR Volleys früh zur Auszeit (2:5). Davon ließen sich die Gastgeber allerdings keineswegs beirren, während Tille & Co nicht an die Leistung der letzten Spiele anknüpfen konnten (4:8, 13:18). Der Titelverteidiger biss sich an der konzentrierten Block-Abwehr-Arbeit der Grizzlys die Zähne aus, sodass auch der zweite Satz klar an den Tabellenfünften ging (16:25). Nach einer 10-Minuten-Satzpause kam Donsanjh für Tille im Zuspiel und der Favorit aus der Hauptstadt mit mehr Feuer auf das Parkett zurück. Dieses wurde phasenweise durch vom Arenadach tropfendes Wasser gelöscht, weshalb in der Angriffszone der Berliner immer wieder gewischt werden musste (7:8). Die 1.713 Zuschauer sahen nun zwar ein besseres BR Volleys Team (13:12, 16:13), trieben die Heimmannschaft aber ebenso lautstark wie unermüdlich an, erst zum Ausgleich (16:16), dann zur Führung (19:20) und schlussendlich zum verdienten Matchgewinn (22:25).

Das BR Volleys Team belegt zwar trotz dieser schmerzhaften Niederlage weiterhin Platz eins in der Tabelle, wird sich jedoch am Mittwoch (18. Jan um 19.30 Uhr) vor heimischer Kulisse gegen den Champions-League-Teilnehmer aus Düren erheblich steigern müssen, um im Februar von dieser Spitzenposition aus in die Zwischenrunde einziehen zu können.


Stimmen zum Spiel
Cody Kessel: „Wir sind sehr enttäuscht über unsere Leistung und das daraus resultierte Ergebnis. Das war ganz sicher nicht die Performance, die wir zeigen wollten. Aber daraus werden wir unsere Schlüsse ziehen und am kommenden Mittwoch gegen Düren stärker zurückkommen.“

Cedric Enard: „Ich bin sehr traurig darüber, wie wir diese Woche beendet haben, denn diese begann wirklich fantastisch. Ich wollte bei diesem Spiel heute rotieren, um jedem seine Spielzeit zu geben. Trotz der Rotation hatten wir das klare Ziel, unseren Tabellenplatz eins zu festigen. Aber das haben wir leider einfach nicht gut gemacht und müssen somit gegen Düren nachlegen.“

BR Volleys Formation
Antti Ronkainen + Cody Kessel (AA), Nehemiah Mote + Saso Stalekar (MB), Johannes Tille (Z), Matheus Krauchuk (D) und Adam Kowalski (L) | Eingewechselt: Arash Dosanjh, Satoshi Tsuiki, Ruben Schott, Marek Sotola

Topwerte
Kessel 16 Punkte 68% Angriffsquote | Ronkainen 8 Punkte 1 Blockpunkt 1 Servicewinner
Kommende Spiele:
18. Jan | 19.30 Uhr | BR Volleys vs. SWD powervolleys Düren (Bundesliga)
20. Jan | 18.00 Uhr | VC Olympia Berlin vs. BR Volleys (Bundesliga)
25. Jan | 19.30 Uhr | BR Volleys vs. Aluron CMC Zawiericie (POL / Champions League)

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

Pressefoto Credit: Elisabeth Kloth

BR Volleys – auf Ansturm folgte Dominanz

Mit einiger Verzögerung musste das Berlin-Brandenburg-Derby am Samstag angepfiffen werden, weil sich angesichts des Zuschauerandrangs noch kurz vor Spielbeginn lange Schlangen bildeten. 5.438 Volleyballfans in der Max-Schmeling-Halle wollten sich das Nachbarschaftsduell mit den Energiequelle Netzhoppers KW-Bestensee nämlich nicht entgehen lassen, das einen überaus klaren Verlauf nehmen sollte. Weil die BR Volleys ihre Leistung gegenüber dem ersten Heimspiel des neuen Jahres deutlich steigern konnten, war der 3:0-Heimsieg (25:16, 25:12, 25:17) zu keinem Zeitpunkt gefährdet.

Trotz der verlängerten Wartezeit bis zum Spielbeginn gingen die BR Volleys hellwach in das insgesamt 38. Bundesliga-Derby. Cedric Enard schickte seine aktuelle Bestbesetzung auf den Court, wobei erstmals auch wieder Angel Trinidad auf der Teamliste stehen konnte, Nehemiah Mote (mit Rückenbeschwerden) aber erneut eine Pause bekam. Die starke Kulisse sah einen deutlich engagierteren Start der Hauptstädter als noch am Mittwoch gegen Lüneburg und insbesondere im Block zeigte man sich sehr präsent. Logische Folge war die schnelle Führung (6:1, 11:4). Auch die Aufschlagqualität stimmte vom Beginn an. Stellvertretend dafür standen die Asse von Ruben Schott (14:7) und Marek Sotola (22:12). In einer wilden Satzschlussphase mit spektakulären Ballwechseln hatten die BR Volleys meist das bessere Ende für sich und so blockte der eingewechselte Brasilianer Krauchuk auch zum Gewinn des Auftaktdurchgangs (25:16).

Schott war mit insgesamt sieben Punkte der auffälligste Akteur im ersten Satz, dem zweiten drückte nun immer häufiger Sotola seinen Stempel auf (7:5). Doch für das Highlight sorgte wieder Schott, dessen Zuspiel auf Johannes Tille der eigentliche Ballverteiler höchstselbst zum 11:5 vollstreckte. Der etatmäßige Zuspieler legte auch noch eine Aufschlagserie nach (15:6) und so wurde der zweite Durchgang ebenso zu einer klaren Angelegenheit (21:10). Enard gab Cody Kessel, Arash Dosanjh und Krauchuk immer wieder Einsatzzeit. Wieder war es der brasilianische Diagonalspieler, der auch Satz zwei beendete (25:12). Die Netzhoppers hatten dem druckvollen Spiel der BR Volleys nur phasenweise etwas entgegenzusetzen. Gästecoach Tomasz Wasilkowski reagierte mit einem Zuspielerwechsel (Schmidgall für Keturakis), aber zwei Asse von Brehme (9:4) und weitere Breaks durch Sotola und Schott sorgten erneut früh für klare Verhältnisse (16:8). Kessel blieb in Durchgang drei auf der Platte und konnte sich ebenfalls im Angriff immer wieder durchsetzen (19:11). Ein Netzfehler machte den klaren Heimerfolg schließlich perfekt (25:17), womit die BR Volleys mit der vollen Ausbeute von sechs Punkten zu Hause in das neue Jahr gestartet sind. Als Bounce House MVP wurde Anton Brehme gewählt, der nun mit seinem Team in der nächsten Woche das richtungsweisende Champions-League-Match gegen Hebar Pazardzhik in Bulgarien vor seiner breiten Brust hat.

Stimmen zum Spiel
Cedric Enard: „In unserem Spiel war heute sehr viel Gutes. Wir haben vor allem das Level unseres Aufschlags deutlich nach oben geschraubt und das ist es, was wir auch in der Champions League nächste Woche brauchen werden. Daran müssen wir anknüpfen. Die Mannschaft hat die Vorgaben in diesen zwei Heimspielen umgesetzt und wieder Rhythmus aufgenommen. Wir konnten auch die Spielanteile etwas steuern. Jeder ist im neuen Jahr angekommen.“

Matheus Krauchuk: „Heute haben wir wieder gesehen, dass unsere gute Arbeit im Training und das hohe Niveau uns in solchen Spielen helfen. Wir haben unsere Leistung auf den Court gebracht. Es macht einfach Freude, solche Momente wie meine Satzbälle vor so vielen Zuschauern erleben zu können. Es herrschte wieder eine tolle Energie in unserer Max-Schmeling-Halle.“

BR Volleys Formation
Timothée Carle + Ruben Schott (AA), Anton Brehme + Saso Stalekar (MB), Johannes Tille (Z), Marek Sotola (D) und Satoshi Tsuiki (L) | Eingewechselt: Antti Ronkainen, Matheus Krauchuk, Cody Kessel, Arash Dosanjh

Topwerte
Sotola 14 Punkte, 3 Asse, 2 Blocks | Schott 12 Punkte, 67 % Angriffsquote | Brehme 8 Punkte, 3 Asse, 2 Blocks

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

Pressefoto Credit: Andreas Gora

BR Volleys fahren nach Mannheim!

Durch das Tollhaus ins Endspiel: Die BR Volleys stehen zum insgesamt elften Mal im großen DVV-Pokalfinale. Vor 2.725 Zuschauern in der ausverkauften Volksbank-Arena Hildesheim mussten die Berliner nach verlorenem Auftaktsatz eine Energieleistung aufs Parkett bringen, um sich die Chance auf den sechsten Pokalsieg zu erspielen. Angeführt von Topscorer Marek Sotola (30 Punkte) konnten sich die Hauptstädter letztlich mit 3:1 (21:25, 25:20, 25:21, 25:15) bei den Helios Grizzlys Giesen durchsetzen und treffen nun in der Neuauflage des Finals von 2020 am 26. Februar 2023 auf die SWD powervolleys Düren.

Für dieses wichtige und letzte Spiel des Jahres setzte Cedric Enard auf der Libero-Position wieder auf Satoshi Tsuiki und wechselte nach der 2:3-Bundesliga-Niederlage in Friedrichshafen auch im Mittelblock. Nehemiah Mote und Anton Brehme erhielten den Vorzug. Zu diesem Halbfinale war auch die Video-Challenge im Einsatz und die schlug zuerst zweimal zugunsten der Berliner aus. Dennoch waren es die Grizzlys, denen dank der Blocks der Nationalspieler Günthör und Baxpöhler die Anfangsphase gehörte (6:8). Nach zwei weiteren Breaks des Heimteams griff Enard zur Auszeit (11:14) und die Hauptstädter schafften mit Kapitän Ruben Schott am Service zunächst den Ausgleich (18:18). In Person von Colito und seinem druckvollen Aufschlag folgte dann aber die Entscheidung in Satz eins (18:23). Nach Marek Sotolas Angriff ins Aus jubelte das Hildesheimer Tollhaus (21:25).

Timothée Carle, der im Auftaktdurchgang nicht gut im Spiel war, meldete sich mit drei Assen in Folge in Satz zwei zurück (9:5). Von diesem Vorsprung konnten die Berliner zehren und ihre Block-Abwehr wurde stärker und stärker (17:13). Als Carle das nächste Mal zum Service durfte, servierte der Franzose ein weiteres Ass und nach einer Stunde stand es verdient 1:1 nach Sätzen (25:20). Noch fehlte die Leichtigkeit, aber immerhin war Sotola im Angriff absolut verlässlich (6:5). Der Tscheche punktete ebenfalls mit dem Service (13:9) und auch die Annahme der BR Volleys hatte sich stabilisiert. Dazu waren die Männer in den schwarzen Auswärtstrikots nun auch im Aufschlag überlegen (17:13, 24:19). Carle belohnte sich und sein Team für die Leistungssteigerung mit der 2:1-Satzführung (25:21). Damit hatten die Berliner den Grizzlys die Zähne gezogen. Sotola tat es Carle gleich und servierte im vierten Satz drei Asse in Folge (8:4).  Die Lösungen im Angriff stimmten auch in schwierigen Situationen und so ließ man Giesen nicht mehr an einer Rückkehr ins Match schnuppern (15:10, 20:13). Mit dem insgesamt 14. Ass beendete Antti Ronkainen das Spiel standesgemäß und machte den elften Finaleinzug der BR Volleys perfekt (25:15).

Im Parallelspiel setzten sich zuvor die SWD powervolleys Düren gegen den VfB Friedrichshafen mit 3:0 (25:19, 25:22, 25:22) durch. Damit ist der Titelverteidiger aus dem Wettbewerb ausgeschieden und wie schon bei ihrer letzten Finalteilnahme 2020 treffen die BR Volleys auf die Rheinländer. Es ist alles angerichtet für ein Volleyball-Spektakel der Extraklasse, bei dem neben dem Finale der Männer auch der SC Potsdam und der SSC Palmberg Schwerin bei den Frauen aufeinandertreffen. Die BR Volleys hoffen auf eine große Fanunterstützung und wollen schon in Kürze Infos zu Tickets und Fanreise nach Mannheim bekanntgeben.

Stimmen zum Spiel
Ruben Schott: „Wir sind einfach glücklich, dass wir es in diesem Jahr wieder gepackt haben. Wir waren im Pokal schon so oft verflucht und deshalb ist dieser Finaleinzug etwas Besonderes. Der knappe Sieg zuhause gegen Lüneburg im Viertelfinale hat uns auch für dieses Spiel das Selbstvertrauen gegeben. Wir haben nach dem Satzrückstand nicht an uns gezweifelt, weil uns vorher bewusst war, dass es hier nicht einfach werden würde. Darauf waren wir eingestellt. Umso mehr freuen wir uns über das Ticket für Mannheim!“  

Cedric Enard: „Das war ein wirklich schwieriges und zugleich würdiges Pokalhalbfinale vor dieser Kulisse. Ich kann sagen: Wir haben es geliebt, hier heute spielen zu dürfen. Giesen hat nach dem Bounce House Cup das nächste Topevent auf die Beine gestellt. Sie waren davon euphorisiert und haben klasse begonnen. Aber meine Mannschaft konnte sich wehren und hat sich so das Endspiel auf der ganz großen Bühne absolut verdient.“

Johannes Tille: „Ich war zweimal so knapp davor und freue mich jetzt einfach unheimlich, dass wir es jetzt geschafft haben. Dieser erste verlorene Satz hat genau die Wut entfacht, die wir gebraucht haben. Unser hervorragender Aufschlag war dann der Schlüssel. Mannheim wird großartig und wir hoffen, dass ganz viele Fans mit uns die Reise antreten.“

BR Volleys Formation
Timothée Carle + Ruben Schott (AA), Anton Brehme + Nehemiah Mote (MB), Johannes Tille (Z), Marek Sotola (D) und Satoshi Tsuiki (L) | Eingewechselt: Antti Ronkainen, Cody Kessel, Arash Dosanjh

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

Pressefoto Credit: Justus Stegemann

Allen Widerständen zum Trotz

Entgegen schwierigen Vorzeichen gewannen die BR Volleys am Samstagabend den Klassiker bei den SWD powervolleys Düren und bleiben damit in der Volleyball Bundesliga unbesiegt. Mit 3:1 (25:10, 18:25, 25:20, 26:24) setzten sich die Berliner ohne ihren Cheftrainer Cedric Enard – und damit unter der Leitung von Lucio Oro – im Rheinland durch. Insbesondere dank der starken Leistung des Bounce House MVP Ruben Schott grüßt der Deutsche Meister daher weiter mit der maximalen Punkteausbeute (21) von der Tabellenspitze. Am Donnerstag (24. Nov., um 19.30 Uhr) wartet nun das wichtige Pokal-Heimspiel gegen die SVG Lüneburg.

Ohne Cedric Enard an der Seitenlinie mussten die BR Volleys in der Arena Kreis Düren antreten. Der Headcoach wurde, wie auch Libero Adam Kowalski, kurzfristig positiv auf COVID19 getestet und auf der Auswärtsreise umgehend isoliert. Somit traten alle elf negativ getesteten Berliner dem Corona-Protokoll der VBL folgend in Düren an. Mit Angel Trinidad fehlte ebenso der Kapitän im Kader der Hauptstädter (Mittelhandfraktur) und auch angesichts dieser personellen Rückschläge waren nicht nur die mitgereisten Fans gespannt: Wie würde das BR Volleys Team die erste Saisonniederlage unter der Woche in der Champions League verarbeiten? Diese Frage stand über dem Duell Erster gegen Zweiter vor 2.000 Zuschauern und die Reaktion der Berliner fiel durchaus eindrucksvoll aus. Im ersten Satz legten die Männer in Orange los wie die Feuerwehr. Düren kam nicht in Tritt und nach einer Aufschlagserie von Anton Brehme führte der Spitzenreiter schnell deutlich (9:3). Das eigene Spiel war im Fluss und die nächste lange Serie von Ruben Schott sorgte für ganz klare Verhältnisse (20:8). Zwei Blocks von Johannes Tille und Timothée Carle beschlossen den einseitigen Auftaktsatz, in dem die Powervolleys kaum Zugriff bekamen (25:10).

Düren hoffte mit Burggräf im Zuspiel auf einen Neuanfang im zweiten Satz und den gab es auch. Das Pendel schlug nun in ähnlicher Form in genau die andere Richtung aus. Ernastowicz legte eine starke Serie – inklusive drei Assen – hin und die BR Volleys verloren ihre Stabilität (5:13). Lucio Oro zog den Cody Kessel-Joker und die Hauptstädter konnten sich wieder etwas heranarbeiten (14:18). Zwei direkte Punkte von Burggräf und seine anschließende Jubel-Ehrenrunde sorgten aber für Ernüchterung bei den Berlinern (15:21) und den verdienten Satzausgleich (18:25).

Nach diesen Leistungsschwankungen auf beiden Seiten wurde Durchgang drei zur Schlüsselphase für den Ausgang des Matches. Jetzt hatte sich das Niveau der Teams angeglichen und Oro schickte mit Carle wieder einen wichtigen Punktesammler zurück auf die Platte (8:7, 16:14). Zwei Breaks per Ass von Schott und Block von Sotola brachten den BR Volleys den Vorteil (19:15). Antti Ronkainen sorgte in bekannter Manier für weiteren Druck im Aufschlag und so war dieser wichtige Satz zugunsten des Tabellenführers entschieden (22:16, 25:20).

Johannes Tille brachte, wann immer möglich, konsequent Brehme ins Spiel und so hatten auch seine weiteren Angreifer mehr Freiraum im Angriff (8:8). Es ging eng zu, obwohl Ronkainen erneut für wichtige Breaks sorgte (14:13). Die Berliner hatten auch Glück bei Schiedsrichterentscheidungen, wehrten einen Satzball ab (23:24) und profitierten dann von Ernastowicz Fehler im Sideout. Den ersten Matchball verwandelte Marek Sotola, der mit 20 Punkten Topscorer seiner Mannschaft wurde (26:24). Zum MVP wurde an diesem Abend aber Kapitän Ruben Schott gekürt. Der Nationalspieler führte sein Team durch schwierige Phasen und steuerte insgesamt drei Asse zum hart erarbeiteten Auswärtssieg bei.

Stimmen zum Spiel
Lucio Oro: „Wir haben wirklich klasse begonnen und das trotz der Sorgen im Vorfeld. Ich habe auch nach dem zweiten Satz jederzeit an die Mannschaft geglaubt. Es war ab Satz drei ein typisches Punkt-für-Punkt-Match ohne längere Serien. Am Ende haben wir auf unsere Stärken vertraut und uns durchgesetzt. Hier diese drei Punkte mitzunehmen, war alles andere als einfach und macht uns sehr glücklich.“

Ruben Schott: „Es war heute keine einfache Situation für uns. Wir haben Düren mit dem starken Beginn etwas aus der Fassung gebracht. Dass sie zurückkommen würden, war aber eigentlich klar. Sie haben in Satz zwei dann gut abgewehrt und wir sind im Angriff nicht mehr so durchgekommen. Das war insgesamt eine anstrengende Woche für uns, weil wir durchgängig unterwegs waren. Jetzt sind alle ziemlich platt. Wir freuen uns, mit diesem wichtigen Sieg endlich wieder nach Hause fahren zu dürfen, wo wir am Donnerstag Lüneburg im Pokal schlagen wollen.“

BR Volleys Formation
Timothée Carle + Ruben Schott (AA), Anton Brehme + Nehemiah Mote (MB), Johannes Tille (Z), Marek Sotola (D) und Satoshi Tsuiki (L) | Eingewechselt: Cody Kessel, Antti Ronkainen, Krauchuk

Topwerte
Sotola 20 Punkte | Carle 14 Punkte | Schott 12 Punkte, 3 Asse | Mote 3 Blocks

Quelle: Christof Bernier/BR Volleys

Pressefoto Credit: Florian Zons

BR Volleys mit erfolgreichem Heimauftakt – 3:1 gegen den VfB Friedrichshafen

Meister gegen Pokalsieger. Berlin gegen Friedrichshafen. Der Classico des deutschen Volleyballs. Schon am zweiten Bundesliga-Spieltag kam es zum Duell der Giganten. Beide Teams hatten im Sommer einen personellen Umbruch vollzogen, der sich bei den Berlinern im ersten Satz auch bemerkbar machte. Nach einem 0:3-Start, spielten sich die Volleys nur mühsam in das Match. Technische Fehler bei der Annahme, Missverständnisse beim Zuspiel und leicht verschlagene Bälle ließen die Gastgeber nicht ihren gewohnten Rhythmus finden. Nach wechselnder Führung während des Satzes hatte Friedrichshafen mit 26:24 das bessere Ende für sich.

Konzentrierter traten die Volleys – unterstützt von 5238 Zuschauern – im zweiten Durchgang auf. Jetzt hatten die Aktionen mehr Zuschnitt und vor allem Marek Sotola fand immer wieder Lücken in Friedrichshafens Abwehr und machte so wichtige Punkte. Der 2,08 große tschechische Diagonalspieler, der in der letzten Saison wenig Einsatzzeiten hatte, blüht nach dem Ausscheiden von Benjamin Patch regelrecht auf. Auch Ruben Schott und Zuspieler Angel Trinidad verliehen dem Berliner Spiel nun mehr Präzision. Die Gäste vom Bodensee, vom ehemaligen Berliner Coach Mark Lebedew trainiert, hielt jedoch dagegen. In der entscheidenden Phase des Satzes hatten die Süddeutschen ihre Nerven aber nicht im Griff und vergaben mehrere Satzbälle. Kapitän Trinidad verwandelte dann den dritten Berliner Satzball zum 30:28.

Der Knacks im Spiel der Gäste war danach unübersehbar. Mit 7:2 starteten die Volleys im dritten Satz. Ihre Angriffsaktionen liefen nun besser, die Feldabwehr hatte sich gefunden. Johannes Tille und Rückkehrer Anton Brehme glänzten mit Assen beim Aufschlag. Nach nur 24 Minuten war dieser Satz gewonnen, als Mittelblocker Nehemiah Moté den Ball zum 25:16 über das Netz drosch.

Das Momentum war danach klar auf Berliner Seite. Der anfangs stotternde „Spielmotor“, den Manager Kaweeh Niroomand befürchtet hatte, lief nun rund. Friedrichshafen gab sich im vierten Satz aber keineswegs geschlagen. Allerdings merkte man den Gästen an, dass die neuen Spieler noch nicht zu 100 Prozent integriert sind. Die Berliner scheinen da im Moment einen Schritt voraus zu sein. Mit 25:22 gewannen sie auch den vierten Satz und verließen nach fast zwei Stunden Spielzeit als 3:1-Sieger das Parkett. Auf der Leistung kann Trainer Cedric Enard in den nächsten Wochen aufbauen. Erfolgreichste Spieler waren Marek Sotola (19 Punkte) und Ruben Schott (17).

Das nächste Heimspiel findet am 22. Oktober gegen die Volleys Herrsching statt.

Herbert Schalling

BR Volleys Formation
Timothée Carle + Ruben Schott (AA), Nehemiah Mote + Anton Brehme (MB), Angel Trinidad (Z), Marek Sotola (D) und Satoshi Tsuiki (L) | Eingewechselt: Antti Ronkainen, Cody Kessel, Johannes Tille

Topwerte
Sotola 19 Punkte, 4 Asse | Schott 17 Punkte, 3 Asse | Mote 14 Punkte, 3 Blocks

Pressefoto Credit: Jürgen Engler

Holpriger, aber erfolgreicher Start

Mit einem Arbeitssieg sind die BR Volleys in die Bundesliga-Spielzeit 22/23 gestartet. Beim TSV Haching München setzte sich der Bounce House Cup Gewinner am Sonntag mit 3:0 (25:21, 25:15, 28:26) durch. Gegen gut aufgelegte Gastgeber stachen MVP Anton Brehme und Antti Ronkainen aus dem Berliner Team heraus, das nun am nächsten Sonntag (16. Okt um 16.00 Uhr) den VfB Friedrichshafen zum ersten Heimspiel der Saison empfängt.

Coach Cedric Enard baute seine Mannschaft gegenüber dem Finale des Bounce House Cups eine Woche zuvor komplett um. Antti Ronkainen, Cody Kessel, Johannes Tille, Krauchuk, Anton Brehme, Nehemiah Mote und Libero Adam Kowalski durften in der Bayernwerk Sportarena von Beginn an auf das Parkett. Die Berliner konnten im Aufschlag zunächst nicht an ihre starke Leistung vom letzten Wochenende anknüpfen und mühten sich im ersten Satz gegen den Außenseiter. Zwar zeigten sich Ronkainen und vor allem Brehme – eingesetzt von Tille – sehr effektiv, aber Haching hielt Schritt (8:7, 16:15). Letztlich machte die Tiefe der Berliner Bank den Unterschied, denn der Doppelwechsel mit Marek Sotola und Angel Trinidad fruchtete zum Satzende. Der Tscheche packte im Block zu (21:20) und servierte auch das abschließende Ass zum 25:21-Satzgewinn.

Auch im zweiten Durchgang hielten die jungen Hachinger Schritt mit dem Deutschen Meister. Ein Block gegen Ronkainen bedeutete das 8:7, aber Tille brachte die BR Volleys von der Servicelinie wieder auf Kurs (17:12). Nun hielten die Hauptstädter den Druck kontinuierlich hoch und provozierten Fehler der Hausherren (23:14). Kessel schlug den Satzball kompromisslos über den Hachinger Dreierblock (25:15).

Zu Beginn von Satz drei musste Zuspieler Tille Meter machen, denn die „Local Heroes“ drückten nun ihrerseits in der heimischen Halle auf das Gaspedal. Probleme in der Annahme und leichte Fehler ließen die Berliner mit 7:10 ins Hintertreffen geraten. Der Schweizer Quentin Zeller konnte sich immer wieder gegen den BR Volleys Block durchsetzen, aber die Männer in ihren schwarzen Auswärtstrikots kämpften sich wieder heran (19:19). In der Crunchtime standen erneut Sotola und Trinidad sowie Ruben Schott auf dem Court. Einen Satzball der Hachinger hatten die Berliner abzuwehren und konnten dann das Blatt doch noch wenden. Schließlich war es wieder Cody Kessel, der den entscheidenden Satz- und Matchball verwandelte (28:26).

Stimmen zum Spiel
Cedric Enard: „Wir haben unseren Job erledigt. Insgesamt waren wir in Breaksituationen aber nicht konsequent genug, um dominanter aufzutreten. Dafür hat in Block und Aufschlag ein bisschen was gefehlt. So haben die Hachinger Selbstbewusstsein getankt und es uns nicht leicht gemacht. Wenn mit Anton ein Mittelblocker Topscorer wird, spricht das natürlich zum einen für unsere Annahme und zum anderen für die Verbindung mit Johannes. Allerdings zeigt es auch, dass wir auf den anderen Angriffspositionen nicht so funktioniert haben, wie wir uns das vorstellen. Mit diesem Sieg im Rücken blicken wir nun natürlich mit großer Vorfreude dem ersten Heimspiel in der Max-Schmeling-Halle entgegen, wo ein starker Gegner auf uns wartet.“

Anton Brehme: „Ich habe mich heute gut gefühlt und hatte mit Johannes eine sehr gute Verbindung auf dem Feld. Wir haben den ersten Satz mit vielen Fehlern im Aufschlag begonnen und daran hatten wir mental zu knabbern. Dann sind wir im zweiten Satz bewusst weniger Risiko gegangen, was auch gut funktioniert hat. Am Ende sind wir wieder in das gleiche Muster verfallen. Daran müssen wir arbeiten, aber insgesamt haben wir die Aufgabe hier souverän gelöst.“


BR Volleys Formation
Antti Ronkainen + Cody Kessel (AA), Nehemiah Mote + Anton Brehme (MB), Johannes Tille (Z), Krauchuk (D) und Adam Kowalski (L) | Eingewechselt: Marek Sotola, Angel Trinidad, Ruben Schott

Topwerte
Brehme 14 Punkte, 4 Blocks, 82 % Angriffsquote | Ronkainen 13 Punkte, 2 Asse, 79 % Angriffsquote | Kessel 11 Punkte

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

Pressefoto Credit: Justus Stegemann

BR Volleys starten unter veränderten Vorzeichen in die Saison

Dass Volleyball spektakulär sein kann, beweisen die BR Volleys seit vielen Jahren. In der letzten Saison gelang ihnen jedoch etwas Besonderes. Beim entscheidenden fünften Spiel der Finalserie gegen Friedrichshafen Ende April 2022 kamen 8500 Besucher in der Max-Schmeling-Halle – ein „Weltrekord“. In keiner anderen Liga weltweit waren mehr Zuschauer bei einem Volleyballspiel zugegen.

Das ist nur ein kleiner Teil der BR Volleys-Erfolgsgeschichte. Von den zehn letzten Meisterschaften (2020 wurde kein Titel vergeben) gewann der Hauptstadtklub neun. Daran wollen sie auch in der neuen Saison (erstes Heimspiel am 16.10. gegen Friedrichshafen) anknüpfen. „Es wäre nicht zu erklären, wenn wir jetzt sagen würden, unser Ziel sei Platz vier oder das Erreichen der Finalserie“, sagte Volleys-Geschäftsführer Kaweeh Niroomand auf der Pressekonferenz zum Saisonstart.

Trotzdem sehen sich die Volleys diesmal in einer veränderten Situation. Prägende Spieler haben den Verein verlassen. Sergej Grankin ging zurück nach Russland, Benjamin Patch nimmt sich eine Auszeit vom Volleyball, Samuel Tuia beendete seine Karriere. Andre Spieler verdienen ihr Geld künftig in finanzstärkeren Ligen, wie der polnischen zum Beispiel.

Das Gesicht der Mannschaft hat sich deshalb sichtbar verändert, sechs Neue gehören zum 13 Spieler umfassenden Kader. Der 2,14 m große Slowenen Saso Stalekar wurde als neuer Mittelblocker verpflichtet. Mit dem Spanier Angel Trinidad und dem deutschen Nationalspieler Johannes Tille muss Trainer Cendric Enard zwei neue Zuspieler integrieren. Schließlich soll der Finne Antti Ronkainen für Power im Außenangriff sorgen. „Dieser große Umbruch war so nicht geplant“, meint Niroomand. „Jetzt müssen wir mit dieser Situation umgehen.“

Von der spielerischen Substanz her, betonen die Verantwortlichen, ist der Kader, in den nach einjähriger Verletzungspause auch Aton Brehme zurückkehrt, den Meisterteams der letzten Jahre ebenbürtig. Was sich neue herausbilden muss, ist „eine Hierarchie, eine Hackordnung“ findet Niroomand. Das werde entscheidend sein in Meisterschaft und Pokalwettbewerb und auch in der Champions League, in der der Deutsche Meister natürlich auch mitmischen will. „Große Spiele verlangen große Spieler“, formuliert der Geschäftsführer das Motto. Wie schnell es gelingt, zur spielerischen Klasse auch die mentale Stabilität zu erreichen, wird sich in den nächsten Wochen zeigen.

Wirtschaftlich steht der führende Berliner Volleyball-Verein auf sicherem Fundament, (Etat zwischen 2,5 bis 2,8 Mio. Euro) trotz der Einbußen durch die Corona-Pandemie und der neuen Belastungen durch die Energiekrise, deren Kosten Niroomand durchaus im sechsstelligen Bereich erwartet.

Der BR-Volleys-Kader für die Saison 2021/22: Adam Kowalski, Satoshi Tsuiki, Antti Ronkainen, Nehemiah Mote, Johannes Tille, Anton Brehme, Timothee Carle, Angel Trinidad, Cody Kessel, Saso Stalekar, Ruben Schott, Marek Sotola, Matheus Krauchuk

Herbert Schalling

© 2022 Pressefoto Credit: Andreas Gora

Jeffrey Jendryk zieht weiter

Pressefoto Credit: © Andreas Gora

Der US-Amerikaner Jeffrey Jendryk wird die BR Volleys mit noch unbekanntem Ziel verlassen. Nach seiner insgesamt dritten Saison im Berliner Trikot stellt sich der 26-Jährige zur nächsten Spielzeit einer neuen Herausforderung in einer anderen Liga. Nachdem sich der Mittelblocker im ersten Playoff-Finale eine Bänderverletzung zugezogen hatte, ist er inzwischen wieder vollständig genesen und geht mit dem Team USA in der Volleyball Nations League ans Netz.

Direkt vom College kommend überzeugte Jeff Jendryk schon in den Jahren 2018 bis 2020 bei den BR Volleys, ehe er sich anschließend in Polen bei Asseco Resovia Rzeszow versuchte. Nach seiner Rückkehr in die deutsche Hauptstadt war der Blockspieler in der zurückliegenden Spielzeit erneut ein unverzichtbarer Bestandteil der Mannschaft von Coach Cedric Enard. Aufgrund der Verletzung von Anton Brehme befand sich der US-Boy gemeinsam mit Nehemiah Mote im Dauereinsatz, bevor er sich im ersten Playoff-Endspiel gegen den VfB Friedrichshafen eine Bänderverletzung zuzog und deshalb im weiteren Verlauf der Finalserie nicht mehr eingreifen konnte.

Jendryk wurde vergangene Woche in den Kader der USA für die Volleyball Nations League berufen und will dort die Bühne nutzen, um sich für neue Aufgaben zu empfehlen. „Jeff hat wieder gezeigt, wie er auf seiner Position in der Bundesliga dominieren kann. Im Zusammenspiel mit Sergey war er im Angriff kaum zu stoppen. Wir wünschen ihm nur das Beste für seine nächste Station und sind uns sicher, dass er seine Karriere erfolgreich fortsetzen wird“, verabschiedet Geschäftsführer Kaweh Niroomand den zweifachen Deutschen Meister.

Jendryk selbst sendet zum Abschied einen lieben Gruß in Richtung der Berliner Fans: „Ich möchte mich bei allen im und um den Verein herzlich bedanken. Ohne euren ständigen Rückhalt hätten wir niemals eine derartig erfolgreiche Saison spielen können. Ich wünsche den BR Volleys und allen, die es mit dem Klub halten, weiterhin ganz viel Glück und neue Erfolge. ‘Jungle Cat‘ sagt Tschüss!“

Quelle: Christof Bernier/BR Volleys

BR Volleys – Interview mit Cedric Enard

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Meistertrainer Cedric Enard prägt bei den Berlin Recycling Volleys inzwischen eine Ära. Nachdem der 46-jährige Franzose in den vergangenen vier Jahren jeweils einen Titel gewann und seinen Vertrag nun um zwei weitere Spielzeiten verlängerte, blickt er ungebrochen motiviert in die Zukunft. Den Sommer verbringt Enard als Nationalcoach Kroatiens, bevor der frühere Mittelblocker ab September wieder ehrgeizige Ziele mit dem Hauptstadtklub verfolgt.

Cedric, hattest Du Gelegenheit nach dem emotionalen Saisonfinale kurz zu verschnaufen?
Enard: „Ich konnte zwar den Moment genießen, aber leider blieb mir im Anschluss kaum eine Pause. Insgesamt war ich vier Tage in Frankreich und habe vor allem den Umzug meiner Familie organisiert, die wieder dauerhaft zurückkehren wird. Daher waren es stressige Tage, bis ich direkt nach Kroatien zu meinem neuen Nationalteam weitergereist bin.“

Du bereitest Dich mit den Kroaten also bereits auf die Aufgaben im Sommer vor?
Enard: „Korrekt, mit der European Golden League startet das erste Turnier schon in gut zwei Wochen. Das Finalturnier steigt am 18. und 19. Juni bei uns in Kroatien. Dann stehen für uns in den kommenden Monaten auch noch die Mediterranean Games in Algerien Ende Juni bis Anfang Juli und die Europameisterschaftsqualifikation im August an. So ist das Leben als Vereins- und Nationaltrainer in Doppelfunktion, aber das habe ich mir ausgesucht und macht mir auch Freude.“

Wie sehen die Ziele mit Kroatien dabei aus?
Enard: „Wir sind ambitioniert, wissen unsere Position aber auch einzuschätzen. Es gab in der Mannschaft einen kleinen Umbruch, so arbeite ich mit zwei sehr jungen Zuspielern. Wir müssen gucken, wie schnell die Entwicklung voranschreitet. In der Golden League sind Teams wie die Türkei oder Belgien favorisiert, aber als Ausrichter des Finalturniers wollen wir die Favoriten ärgern. Das Hauptaugenmerk wird auf der wichtigen EM-Qualifikation liegen. Diese wollen wir in der Zeit vom 03. bis 21. August unbedingt schaffen. Das ist auch das letzte Turnier des Sommers.“

Wann kannst Du dann in die Saisonvorbereitung bei den BR Volleys einsteigen?
Enard: „Ich werde noch eine Woche Urlaub mit der Familie machen und dann bin ich ab September in Berlin. Die entscheidende Phase der Vorbereitung inklusive der Testspiele kann ich also mit der Mannschaft gestalten. Zuvor wird mein Trainerteam wieder gute Arbeit machen und die Grundlagen schaffen, da bin ich sicher.“

Wie viel bedeutet es Dir, zwei weitere Jahre in Berlin dranzuhängen?
Enard: „Ich bin glücklich und stolz, in das fünfte und sechste Jahr bei den BR Volleys zu gehen. Ich kann für mich sagen: Ich lebe diesen Klub und dieses Projekt. Hier zu bleiben, war in meinem Kopf immer die erste Option. Der Wille dazu war von beiden Seiten spürbar. Als die Vereinsführung mir endgültig signalisierte, dass sie mit mir weiterarbeiten möchte, habe ich direkt zugesagt.“

Du hast die Lebenssituation Deiner Familie angesprochen. Wie wird sich diese zur neuen Saison verändern?
Enard: „Wir hatten in den vergangenen vier Jahren den glücklichen Umstand, dass wir mit der gesamten Familie, also meiner Frau Caro und unseren drei Töchtern, in Berlin leben konnten. Sie haben hier eine sehr gute Schule besucht und auch Deutsch gelernt. Unsere älteste Tochter hat im letzten Jahr bereits begonnen, in Frankreich zu studieren. Nun stehen auch für unsere mittlere wichtige Entscheidungen für den weiteren Lebensweg an. Wir möchten unseren Kindern alle Optionen für die Zukunft ermöglichen und damit sie genau das tun können, was sie möchten, ist der Weg zurück nach Frankreich der richtige und nötige Schritt. Caro hat eine neue Arbeitsstelle und kann fast ausschließlich aus dem Homeoffice arbeiten. Das bedeutet, wenn immer Schulferien sind, können sie zu mir nach Berlin kommen. Die Konstellation der letzten Jahre war Luxus. Die Situation jetzt kennen wir aus meiner Zeit in Tours und werden auch dies gut managen.“

Du hast mit den BR Volleys in jedem Jahr einen Titel gewonnen und alle möglichen Deutschen Meisterschaften geholt. Überspitzt gesagt: Was bleibt noch an Zielen und Motivation für Dein fünftes Jahr?
Enard: „Die Ziele bleiben unverändert. Das ist das Schöne an Berlin. Wir wollen und können um alle nationalen Titel spielen. Diese Bundesliga-Saison hat wieder gezeigt, dass niemand denken sollte, Erfolge sind selbstverständlich. Friedrichshafen hat im Pokal und Saisonfinale bewiesen, wie stark sie sind. Düren wird im nächsten Jahr – angestachelt von dem Verlauf des Halbfinals – extrem motiviert zurückkehren. Frankfurt hatte unheimlich viel Pech und wird mit weniger Verletzungen besser sein. Auch in Lüneburg formiert sich wieder etwas Gutes. Sich dem Kampf gegen diese Kontrahenten zu stellen, bleibt extrem reizvoll. Dann ist da die Champions League, in der wir diesen einen, kleinen Schritt weiter vorankommen wollen. Wir möchten uns wieder in eine Position bringen, die Chance auf das Halbfinale zu haben. Da spielt natürlich neben der Auslosung eine Rolle, wie es mit den russischen Vereinen im nächsten Jahr weitergeht.“

Bist Du optimistisch, dass das BR Volleys Team 2022/23 so stark sein wird wie die Meistermannschaft dieser Spielzeit?
Enard: „Wie Kaweh auf der Saisonabschlussfeier schon sagte, bestehen natürlich noch offene Fragen, die darauf maßgeblichen Einfluss haben. Dazu gibt es noch keine News und leider liegen nicht alle Faktoren in unserer Hand. Ich denke, wir haben mit einigen Vertragsverlängerungen auch starke Signale gesetzt. Mit Tim Carle, Ruben Schott, Cody Kessel, Marek Sotola, Nehemiah Mote und Adam Kowalski bleiben viele wichtige Spieler definitiv. Dazu freue ich mich unheimlich auf die Rückkehr von Anton Brehme. Mit seiner Art tut er der Mannschaft extrem gut und wird hoffentlich wieder körperlich vollständig fit eine Bereicherung für unser Spiel sein. In den nächsten Tagen und Wochen wird die ein oder andere neue Personalie hinzukommen, auf die sich die Fans freuen dürfen.“

Quelle:Christof Bernier/BR Volleys