Viktoria holt sich den Pott

Am Abend wurde das jährliche Hochamt des Profifußballs zelebriert. Im Berliner Olympiastadion holte RB Leipzig in einer dramatischen Auseinandersetzung mit dem SC Freiburg den ersten Titel der Vereinsgeschichte. Es war restlos ausverkauft, eine Zusatztribüne errichtet, so konnten 74.322 Zahlende ins Stadion.

Zu mittäglicher Stunde desselben Tages, nur wenige Kilometer vom Olympiastadion entfernt, fand im Rahmen des Tages der Amateure das Endspiel um den Berliner Pokal statt. Bedauerlich, das muss man sagen, fast unter freiwilligem Ausschluss der Öffentlichkeit. Lediglich 1.215 Zahlende gab der wieder als Stadionsprecher engagierte Karsten Holland bekannt. Dabei war es eine alles andere als unattraktive Paarung im neuen Endspielort, dem Mommsenstadion. Der leider nun ehemalige Drittligist Viktoria spielte gegen die VSG Altglienicke. Es war ähnlich dramatisch, wie Stunden später im Olympiastadion.

Die Mannschaft, die die Saison im halbwegs bezahlten Fußball verbracht hatte, bestimmte über weite Strecken das Spiel. Nur das erste Tor im Spiel gelang den Volkssportlern, in der 40. Minute überwand Uzan Tugay den Torwart mit einer Bogenlampe. Philip Sprint sah da nicht gut aus. Es war das Tor aus dem Nichts, was sich so rein gar nicht andeutete.

In der zweiten Halbzeit hatte Viktoria weiter die größeren Spielanteile, während Altglienicke leidenschaftlich verteidigte und einige gefährliche Konter inszenierte. Der in der 60. Minute eingewechselte Paul-Vincent Manske hatte zweimal die Vorentscheidung auf dem Fuß und scheiterte.

Fotos:© Hans-Peter Becker

Der Traum vom Pokalsieg zerplatzte für den Regionalligisten auf die brutalst mögliche Weise. Zwei Tore in der Nachspielzeit durch Lukas Pinkert und Soufian Benyamina entrissen der Elf von Karsten Heine den Pott.

In der Pressekonferenz äußerte Heine seine Kritik an Schiedsrichter Pascal Wien. Eine Tätlichkeit von Viktoria-Kapitän Christoph Menz blieb ungeahndet. „Der Menzer hätte das Spiel nicht beenden dürfen.“ Trotzdem gratulierte er seinem Kollegen zum Sieg und Viktorias Trainer verkündete auf Nachfrage, dass er bei Viktoria nicht weitermachen wird. Sein Vertrag galt nur für die 3. Liga.

Im Kader der Himmelblauen wird es weitere Veränderungen geben. Umso bemerkenswerter war, dass sich die Mannschaft nach dem enttäuschenden Saisonende nochmals zu solch einer Energieleistung aufschwingen konnte.

Hans-Peter Becker

AOK Pokal Finale

21.05.2022 12:15 Uhr Mommsenstadion Berlin

VSG Altglienicke – FC Viktoria 1889 Berlin 1:2(1:0)

Mannschaftsaufstellungen

Viktoria: Sprint – Lewald – Makreckis (80. Hahn) – Theisen (77. Ogbaidze) – Küc – Falcao (65. Hovi) – Kapp – Seiffert – Jopek (65. Benyamina) – Pinckert – Menz

VSG Altglienicke: Bänge – Liebelt (ab 60. P.V. Manske) – Zeiger – Uzan (ab 69. Breitkreuz) – Derflinger (ab. 69. Skoda) – Inaler – Häußler – Belegu – J. Manske – Dem (ab 84. Pütt) – Brehmer

Schiedsrichter: Pascal Wien (SC Borsigwalde)

Assistenten: Fabian Zastrow, Marcel Mallassa, Gunnar Mielenz

Bernd Schultz als BFV-Präsident wiedergewählt

Bernd Schultz steht dem Berliner Fußball-Verband auch in den nächsten vier Jahren als Präsident vor. Der Amtsinhaber erhielt bei der Präsidentschaftswahl auf dem Ordentlichen Verbandstag am 28. August 2021 81 Stimmen der anwesenden Delegierten. 33 Stimmen entfielen auf die Gegenkandidatin Gaby Papenburg.

Über seine Wiederwahl sagt Bernd Schultz: „Ich bedanke mich für das Vertrauen, das mir die Delegierten der Berliner Fußballvereine heute ausgesprochen haben. Gleichzeitig gilt mein Dank auch Gaby Papenburg für einen fairen Wahlkampf. Das Votum bestätigt mich darin, dass unsere kontinuierliche Arbeit im BFV von den Vereinen honoriert wird – diese gilt es nun fortzusetzen und darauf freue ich mich. Zu den größten Herausforderungen der kommenden Wahlperiode zähle ich unter anderem die Umsetzung der Handlungsempfehlungen aus dem Zukunftsprojekt „Future BFV“, die Stärkung des Frauen- und Mädchenfußballs, das Vorantreiben der Qualifizierungsoffensive sowie die Entwicklung von neuen Ideen zur Professionalisierung des Verbandes. Zudem werde ich die Interessen der Berliner Vereine und des BFV auch in den nächsten vier Jahren bestmöglich im NOFV und DFB vertreten.“

Schultz, Mitglied beim BFC Alemannia 1890, steht vor seiner sechsten Amtszeit als BFV-Präsident. Erstmals wurde der 63-Jährige 2004 als Nachfolger von Otto Höhne in diese Position gewählt. Schultz ist seit 1985 in verschiedenen Funktionen ehrenamtlich für den BFV tätig. Zunächst als Kassenprüfer und Sportrichter, zog er 1990 in den Vorstand ein. Von 1993 bis 2004 fungierte er als Schatzmeister des Berliner Fußball-Verbandes.

Das neue BFV-Präsidium setzt sich wie folgt zusammen:

Foto:: © sr Pictures Sandra Ritschel

Geschäftsführendes Präsidium:

  • Präsident:in: Bernd Schultz (BFC Alemannia 90)
  • Vizepräsident:in Gesellschaftliche Verantwortung (zuvor Qualifizierung & Soziales): Mehmet Matur (Türkiyemspor Berlin)
  • Vizepräsident:in Öffentlichkeitsarbeit (zuvor Marketing & Öffentlichkeitsarbeit): Christian Gaebler (Tennis Borussia Berlin)
  • Vizepräsident:in Finanzen & Marketing (zuvor Finanzen): Ralph Rose (SC Charlottenburg)
  • Vizepräsident:in Recht: Jan Schlüschen (SV RW Viktoria Mitte)

Kevin Langner vervollständigt das geschäftsführende Präsidium als hauptamtlicher Geschäftsführer des BFV.

Weitere Präsidialämter:

  • Präsidialmitglied Spielbetrieb: Joachim Gaertner (TSV Mariendorf)
  • Präsidialmitglied Innovation, Vereins- und Verbandsentwicklung und Qualifizierung (zuvor Fußballentwicklung): Malte Schruth (Türkiyemspor Berlin)
  • Präsidialmitglied Sportinfrastruktur (zuvor Sportstätten und Vereinsberatung): Klaus Sonnenschein (FC Hertha 03 Zehlendorf)
  • Präsidialmitglied Frauen und Mädchen: Nadine Fröhnel (SC Borsigwalde)
  • Präsidialmitglied Junge Generation U27 (neu): Lisa-Marie Großer (FFC Berlin 2004)
  • Präsidialmitglied Jugend: Mirko Schubert (SV Blau-Gelb Berlin)
  • Präsidialmitglied Schiedsrichter: wird auf der Schiedsrichter-Vollversammlung gewählt
  • Ehrenpräsident (beratend): Otto Höhne

Als Präsidialmitglied Jugend wurde Mirko Schubert auf dem BFV-Jugend-Verbandstag gewählt und vom Verbandstag bestätigt. Die Wahl des neues Präsidialmitglieds Schiedsrichter erfolgt auf der Schiedsrichter-Vollversammlung, die am 17. September 2021 stattfinden wird. Die Amtsbezeichnungen einiger Präsidialmitglieder wurden auf dem Ordentlichen Verbandstag durch die Bestätigung entsprechender Satzungsänderungen angepasst.

Neben der Wahl des Präsidiums wurde auf dem Verbandstag auch über die Besetzung weiterer BFV-Gremien abgestimmt.

Quelle: BFV

Berliner Fußball im Überblick

und anstehende Entscheidungen im Verband. Am Saisonanfang werden die Weichen gestellt. In der Eliteliga vertritt wohl in 2021/22 der 1. FC Union Berlin am besten sowohl international im Europacup, im DFB-Pokal. Nach dem Auswärtsspiel gegen Hoffenheim unbesiegt zum Bundesliga-Auftakt, 2 Punkte, während Hertha BSC das erste Heimspiel gegen Wolfsburg vergeigte und damit als Tabellenletzter einen kaum möglich gehaltenen Fehlstart hingelegt hat, der einzige Bundesligist noch ohne Punktgewinn.

In der 2. Bundesliga muss kein Berliner Verein um Punkte kämpfen und in der 3. Liga verlor Viktoria 89 am 4. Spieltag die Tabellenführung durch die 0:1-Niederlage gegen Hallescher FC; mit neun  Punkten. In der kommenden englischen Woche muss Viktoria bereits am Dienstag, 24.08. nach Zwickau (17.) und am Samstag, 28.08. zum 6. Spieltag kommt Waldhof Mannheim, Anstoß 14.00 Uhr, Jahn-Stadion.

In der Regionalliga Nordost teilen sich drei Berliner Vertreter die Tabellenplätze 2 – Berliner AK, 16 Punkte, nach 7 Spieltagen, Tabellenpl. 3 BFC Dynamo (nach 6 Spielen, 15 Punkte), 4. VSG Altglienicke  (6 Spieltage), 14 Punkte. Hertha BSC II (11., 8 Punkte) punktete noch am 5. Spieltag mit 1:0 gegen den Chemnitzer FC, verlor aber am 7. Spieltag das Heimspiel mit 0:1 gegen Chemie Leipzig.

Die Begegnung Tennis Borussia – Energie Cottbus fiel aus, im Auswärtsspiel beim Tabellenletzten FC Eilenburg 2 Punkte holten sich die Borussen drei Punkte, gewannen 2:0. Auf den gefährdeten Positionen stehen Aufsteiger SV Tasmania, Platz 15 mit 6 Punkten und dahinter Lichtenberg 47 mit aktuell 5 Punkten.

In der englischen Woche holte sich Lichtenberg 47 bei Chemie in Leipzig mit den 1:0-Sieg drei wichtige Punkte; das Heimspiel am 7. Spieltag gegen Luckenwalde wurde allerdings mit 0:3 deutlich verloren. Tasmania ging beim BFC Dynamo mit 0:6 baden, erholte sich aber im Heimspiel gegen Optik Rathenow, immerhin ein 3:3 und ein Zähler. Das Berlin-Derby BAK 07 – VSG Altglienicke endete 0:2. Der Berliner AK verpasste damit den Sprung an die Tabellenspitze. Altglienicke setzte die gute Leistung in Chemnitz fort, gewann 2:0 und drei Punkte. Auf dem Vormarsch scheint Energie Cottbus zu sein, 6:1 gegen Union Luckenwalde, während der BFC  Dynamo die erste Niederlage in Babelsberg, 1:2, kassierte.

Blick voraus auf den 8. Spieltag: Am Freitag, 27.08. steht das Lokalderby BFC Dynamo – Lichtenberg 47 an und Hertha BSC II muss in Luckenwalde bestehen. Am Samstag, 28.08. empfängt Tennis Borussia Germania Halberstadt. Tasmania beginnt zur selben Uhrzeit,13:00 Uhr in Jena. Am Sonntag, 29.08. kommt es ab 13:00 Uhr zum Top-Spiel im Poststadion, Berliner AK – Energie Cottbus und eine Stunde spielt im Amateurstadion die VSG Altglienicke – 1. FC Lok Leipzig. Die Volkssportler teilen sich ja das Amateurstadion mit Hertha II.

Die Oberliga handeln wir gemeinsam mit der Berlin-Liga gesondert ab. Ein Hinweis darf hier nicht fehlen: Interessant für alle Berliner Fußballvereine, vor allem im Amateurbereich, ist der 28.08.2021, da wird ein neues Präsidium im Rahmen des Verbandstages gewählt. Präsident Bernd Schultz möchte mit seiner langjährigen Erfahrung für eine fünfte Amtszeit wiedergewählt werden. Doch Gaby Papenburg als Gegenkandidatin will künftig den Frauenanteil in den Gremien und Führungspositionen im BFV (bisher nur 12 Prozent) steigern. Der BFV sei, wie der DFB, eine patriarchische Organisation und dagegen will sie was tun. Zudem fordert sie kurze Entscheidungswege und mehr Transparenz. Bald wissen wir mehr.    

Christian Zschiedrich

BFC Dynamo darf im DFB-Pokal antreten

Das Bundesgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat die Revision der Sp. Vg. Blau Weiß 1890 Berlin gegen das Berufungsurteil des BFV-Verbandsgerichts als teils unzulässig und unbegründet zurückgewiesen. Damit besteht auch juristische Klarheit, dass der wegen der Corona-Pandemie modifizierte Spielmodus im AOK-Landespokal der Herren 2020/21 rechtmäßig war. Der Gewinner, der BFC Dynamo, tritt somit wie geplant in der 1. Hauptrunde des DFB-Pokals am Samstag, dem 7. August 2021 gegen den VfB Stuttgart an.

In dem heute ergangenen Urteil des DFB-Bundesgerichts wurde dargelegt, dass weder der Zeitpunkt des Beschlusses durch den BFV-Beirat am 4. Mai 2021, noch die inhaltlichen Änderungen in der BFV-Spielordnung zu beanstanden sind. Auch ein Verstoß gegen das Prinzip des Fair-play oder den Gleichbehandlungsgrundsatz im DFB-Bundesrecht ist für das Bundesgericht nicht ersichtlich. Folglich wurde die Revisionsklage zurückgewiesen. Zuvor hatten bereits das Sport- und das Verbandsgericht des Berliner Fußball-Verbandes die Einsprüche der Sp. Vg. Blau Weiß 1890 Berlin zurückgewiesen. Zudem wies auch das Landgericht Berlin einen Antrag des Vereins auf Erlass einer einstweiligen Verfügung gegen den BFV zurück.

Bernd Schultz, Präsident des Berliner Fußball-Verbandes, sagt: „Ich bin froh, dass für den BFC Dynamo als Berliner Vertreter am DFB-Pokal nunmehr auch juristische Klarheit besteht. Natürlich hätte ich mir gewünscht, dass wir den Pokalwettbewerb der letzten Saison mit allen 32 verbliebenen Mannschaften zu Ende spielen. Gleichzeitig haben sich 30 von 32 Mannschaften für den modifizierten Pokalwettbewerb mit den Regionalligisten ausgesprochen. Insofern hatte der BFV-Spielausschuss den mehrheitlichen Willen der Vereine umgesetzt. Ich danke daher nochmals allen ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiter:innen für die Umsetzung der Beschlüsse und hoffe sehr, dass die neue Pokalsaison ohne Einflüsse der Pandemie zu Ende gespielt werden kann.“

Jan Schlüschen, Vizepräsident Recht im BFV, ergänzt: „Ich hatte schon in der Vergangenheit öffentlich bedauert, dass aufgrund der Pandemie und der behördlichen Vorgaben einige Vereine mehr Möglichkeiten oder Vorteile hatten als andere. Gleichzeitig musste der BFV im Dialog mit den Vereinen eine Entscheidung zur Beendigung des Pokalwettbewerbs 2020/21 herbeiführen, damit Berlin seinen Startplatz im DFB-Pokal nicht verliert. Ich bin froh, dass nunmehr juristische Klarheit besteht, dass das Vorgehen des Spielausschusses rechtmäßig war und alle Beteiligten sich jetzt auf die Aufgaben in der neuen Saison fokussieren können.“

Aufgrund der pandemiebedingten, zwischenzeitlichen Aussetzung des Spielbetriebs war der Berliner Fußball-Verband im Frühjahr gezwungen, mit den 32 im AOK-Landespokal verbliebenen Mannschaften eine Lösung zur Beendigung der Pokalsaison 2020/21 zu finden. Nach zwei Gesprächsrunden entschied sich die Mehrheit der Teilnehmer für eine sportliche Beendigung mit den fünf noch im Pokal befindlichen Regionalligisten. Gleichzeitig wird der Gewinner des AOK-Landespokals 50 Prozent der Einnahmen durch die DFB-Ausschüttung zur Teilnahme an der ersten DFB-Pokal-Hauptrunde auf die verbleibenden Teilnehmer umlegen. Daraufhin hat der Beirat des BFV mit einer Dreiviertelmehrheit den Spielausschuss mit einer Änderung in der Spielordnung ermächtigt, den Pokalmodus aufgrund der Corona-Pandemie einmalig für die Saison 2020/21 anzupassen. Im modifizierten Pokalwettbewerb setzte sich beim Finaltag der Amateure am 29. Mai 2021 der BFC Dynamo mit 2:1 gegen den Berliner AK 07 durch. Der BFV meldete daraufhin den BFC Dynamo für den DFB-Pokal 2021/22.

Quelle: Berliner Fußballverband

Die Wahl des BFV-Präsidiums verspricht Hochspannung

Am 28. August 2021 ist es so weit – im Palais am Funkturm. Der amtierende Präsident Bernd Schultz möchte gern wiedergewählt werden. Zum ersten Mal kandidiert eine Frau gegen den Amtsinhaber. Es ist keine geringere als die bekannte Fernsehmoderatorin Gaby Papenburg.

Ihr Wahlprogramm klingt radikal schon in den ersten Sätzen.

„Der Berliner Fußball-Verband braucht einen Neustart, 17 Jahre Verwaltung, Sprachlosigkeit und intransparente Führung sind genug. Die 170.000 Mitglieder haben einen modernen, effizienten und demokratischen Verband verdient, der sich in erster Linie als Dienstleister für seine Mitglieder versteht, ihre Wünsche und Bedürfnisse kennt, nachhaltige Entscheidungen trifft und zügig umsetzt.“

Sie fordert Ideen und Lösungen für eine zeitgemäße Verbandsarbeit. Was auffällt, dass die Probleme, die auch durch die Corona-Pandemie verursacht worden sind, im Programm des Teams Papenburg keine Rolle zu spielen scheinen. Es wird in dem Text nicht einmal explizit erwähnt.

Das Wahlprogramm des amtierenden Präsidenten eröffnet dagegen mit dem Satz: „Wir spielen wieder. Der Ball rollt. Mit den ggf. erforderlichen Schutz- und Hygienemaßnahmen, aber ohne Einschränkungen des Spielbetriebs.“

Elf Punkte nennt sein Programm zur Stärkung und Entwicklung der Berliner Fußballvereine. So werden „Organisatorische Überlegungen zum Spielbetrieb (Staffelgrößen, neue Formen wie
Play-Off oder Play-Down Spielrunden, neue Spielformen ohne Staffeln und
Punktwertung, Einführung von Walking Football, Einführung eines gemischten
Spielbetriebes)“ genannt.

„Ein wichtiger Punkt ist, für mehr Gendergerechtigkeit im Berliner Fußball und in der Gesellschaft zu sorgen. Anlässlich des Verbandstages soll für alle Gremien eine Quote von jeweils 30 % Frauen und Männer festgelegt werden.“ Dieser Satz findet sich im Programm des Teams Schultz und selbst nach mehrmaligen lesen bleibt er unverständlich.

In Ihren personellen Vorschlägen für das Präsidium benennen beide Teams jeweils zwei Frauen.

Ob Bernd Schultz die Vorstandsquerelen der letzten Monate bei der Wahl schaden werden, sei dahingestellt. Er gilt als ein Kämpfertyp und hält mit seinem Wahlprogramm, dargelegt in 10 Punkten dagegen. Da steckt Erfahrung drin und Wünsche an die Politik sind benannt.

Der Verbandstag wurde für den 28. August 2021 terminiert. Zweifellos hat Bernd Schultz sich um den Berliner Fußball verdient gemacht. Es ist aber auch Kritik laut geworden. Die Stimmen wurden lauter, die sich künftig eine Frau an der Spitze des größten Berliner Sportverbandes vorstellen können. Der ewige Bernd Schultz, seit 2004 im Amt, länger als Angela Merkel und sein Vorgänger Otto Höhne, könnte nach nun mehr 17 Jahren abgewählt werden.

Christian Zschiedrich

Der BFC Dynamo gewinnt das Pokalfinale

Die Freude war groß nach dem Schlusspfiff im Mommsenstadion. Der BFC Dynamo gewann das hart umkämpfte Finale gegen den Liga-Konkurrenten BAK 07 mit 2:1. Es war vor den Halbfinals mehr mit einer Neuauflage des letztjährigen Endspiels gerechnet worden. Drittligaaufsteiger Viktoria nahm wohl den BFC nicht so richtig ernst und der BAK konnte die ambitionierten Alt-Glienicker ausschalten. Der BAK ließ über weite Strecken des Spiels erkennen, dass sie zurecht in dieses Finale eingezogen waren.

Die erste Halbzeit ging torlos vorüber. Die fehlende Spielpraxis machte sich bei beiden Teams bemerkbar. Es schlichen sich einige Ungenauigkeiten im Spielaufbau ein. Der BFC Trainer schickte seine Mannschaft in einem 4-4-2 System auf den Rasen, sein Kollege aus dem Poststadion setzte ein 3-4-3 dagegen. In der 43. Minute musste Mittelfeldspieler Tezel mit gelb-rot vom Platz. Bis dahin waren packende Torszenen Mangelware. Der BAK wirkte in der Spielanlage etwas reifer und hatte dadurch leichte Vorteile.

Die zweite Halbzeit mussten sie dezimiert bestreiten und bekamen gleich eine zusätzliche Hypothek aufgebürdet. In der 48. Minute landete ein Freistoß, getreten von Kleihs, direkt auf dem Kopf vom BFC Kapitän Pollasch. BAK Torwart Kühn hatte keine Chance der Abwehr. Der BAK nahm den Kampf auf und drängte auf den Ausgleich. Dass sie einen Spieler weniger auf Platz hatten, war nicht zu bemerken. Der BFC lauerte auf Konter. Die Abwehrkette des BAK stand, vor allem Häusel verdiente sich Bestnoten. Er gewann nicht nur alle Zweikämpfe in der gefährlichen Zone, seine Pässe aus der Abwehr leiteten einige gefährliche Angriffe ein. Der BFC Keeper bekam einiges zu tun.

Der Ausgleich wäre nicht unverdient gewesen. Es kam anders. In der 88. Minute nutzte Steinborn ein Missverständnis in der BAK Abwehr zur 2:0 Führung. Der BAK gab sich weiter nicht geschlagen. Sie wurden fast noch belohnt. In der zweiten Minute der Nachspielzeit verkürzte El-Jindaoui per Foulelfmeter auf 1:2 und im Lager des BFC musste gezittert werden. Viel hätte nicht gefehlt und kurz vor dem Schlusspfiff hätte der BAK den Ausgleich erzielen können.

Groß war die Freude beim BFC Dynamo, so richtig hatte nach all den Widrigkeiten der Saison keiner diese Mannschaft auf dem Zettel. Es bleibt jetzt zu hoffen, dass der Sieg für den BFC Dynamo auf Dauer Bestand haben wird. Wie bereits berichtet, der Oberligist Blau-Weiß 90 war zwar am Donnerstag, 27. Mai mit einem Einspruch gegen den wegen der Coronavirus-Pandemie geänderten Spielmodus – nur die Regionalligisten durften den Sieger ausspielen – vor dem Sportgericht des Berliner Fußball-Verbandes gescheitert. Die Verantwortlichen von Blau-Weiss ziehen jetzt eine Etage höher, vor das Verbandsgericht des BFV, so war es auch am Rande des Spiels zu erfahren.

„Nun liegt es am Verbandsgericht des BFV, dass vor Ende Juni über unsere Berufung entscheiden muss, welche Rechtsposition sich am Ende durchsetzen wird. Das Zustandekommen wie auch den Beschluss des BFV-Beirats selbst, die 27 teilnehmenden Vereine unterhalb der Regionalliga aus dem laufenden Wettbewerb auszuschließen, halten wir nach wie vor für die falscheste Entscheidung, die getroffen werden konnte.“, so nachzulesen auf der HP von Blau-Weiss.

Hans-Peter Becker

AOK Pokal Finale Saison 2020/21

29.05.2021 13:00 Uhr Mommsenstadion

BFC Dynamo – BAK 07 2:1(0:0)

Torfolge

48. min 1:0 Pollasch

88. min 2:0 Steinborn

90.+2 min 2:1 El-Jindaoui (11m)

AOK-Landespokalfinale wird planmäßig am 29. Mai gespielt

Das Sportgericht des Berliner Fußball-Verbandes und das Landgericht Berlin bestätigten unabhängig voneinander die Rechtsposition des Berliner Fußball-Verbandes zum modifizierten Spielmodus im AOK-Pokal der 1. Herren. Somit besteht nunmehr auch juristische Klarheit, dass das morgige Endspiel im AOK-Pokal zwischen dem BFC Dynamo und Berliner AK wie geplant um 13:00 Uhr angepfiffen wird.

Aufgrund der Corona-Pandemie und des im Land Berlin weiterhin nicht erlaubten Spielbetriebes war der Berliner Fußball-Verband gezwungen, mit den 32 im Wettbewerb verbliebenen Pokalmannschaften eine Lösung zur Beendigung der Pokalsaison 2020/21 zu finden. Nach zwei Gesprächsrunden entschied sich die Mehrheit der Pokalteilnehmer für eine sportliche Beendigung mit den fünf noch im Pokal befindlichen Regionalligisten, weil diese sich in einem genehmigten Trainingsbetrieb befanden. Gleichzeitig soll der Gewinner des AOK-Landespokals 50 Prozent der DFB-Ausschüttung zur Teilnahme an der ersten DFB-Pokal-Hauptrunde an die verbleibenden Teilnehmer ausschütten. Diesem Vorschlag folgten 30 von 32 Mannschaften und erklärten dieses dem Berliner Fußball-Verband mit einer schriftlichen Verzichtserklärung. Daraufhin hat der Beirat des BFV mit einer Dreiviertelmehrheit den Spielausschuss mit einer Änderung in der Spielordnung ermächtigt, den Pokalmodus aufgrund der Corona-Pandemie einmalig für die Saison 2020/21 anzupassen.

Ein Oberligist im AOK-Landespokal legte Einspruch beim Sportgericht gegen die Entscheidung des BFV-Beirats ein, nachdem der Verein, wie alle anderen Vereine unterhalb der Regionalliga, zuvor in drei verschiedenen Anträgen keine Spielerlaubnis von der Senatsverwaltung für Inneres und Sport erhielt. Das Sportgericht folgte der Auffassung des Einspruchsführenden nicht und lehnte den Antrag des Oberligisten am Donnerstagabend, 27. Mai wegen Formfehlern ab. Darüber hinaus beantragte der Oberligist am Mittwoch, 26. Mai eine einstweilige Verfügung beim Landgericht Berlin, der dem BFV das Austragen des Pokalfinals untersagen sollte. Die Kammer des Gerichts folgte den Argumenten des Berliner Oberligisten ebenfalls nicht und wies den Antrag am heutigen Freitag, 28. Mai ab.

Dazu sagt Joachim Gaertner, Präsidialmitglied Spielbetrieb: „Selbstverständlich ist es das legitime Recht jedes Vereins, die getroffene Modifizierung des AOK-Landespokals juristisch überprüfen zu lassen. Gleichzeitig ist es wichtig herauszustellen, dass der Spielausschuss mit der BFV-Geschäftsstelle zu jederzeit versucht hat, allen Interessen der 32 verbliebenen Pokalteilnehmern gerecht zu werden. Umso mehr hätte ich mir gewünscht, dass Sachargumente und Mehrheitsbildungen im Berliner Fußball-Verband akzeptiert werden. Ich bin nunmehr froh, dass auch das Sport- und Landgericht der Rechtsauffassung des BFV gefolgt sind. Darüber hinaus hoffe ich im Interesse aller Vereine, dass der neue Pokalwettbewerb 2021/2022 im August beginnen kann und somit alle Vereine im Pokal neu angreifen können.“

Jan Schlüschen, Vizepräsident Recht im BFV, ergänzt: „Wie schon bei dem Saisonabbruch 2019/2020 bedauere ich aus sportlicher Sicht sehr, dass aufgrund der Pandemie und der behördlichen Vorgaben einige Vereine mehr Möglichkeiten oder Vorteile haben als andere. Mein Respekt gebührt daher ausdrücklich denen, die aufgrund der unleidigen künstlichen Eingriffe – wie die Anwendung der Quotientenregelung oder der jetzigen Pokalbeendigung – sportlich das Nachsehen hatten. Andererseits bin ich erleichtert, dass die Entscheidung des Beirats vom 4. Mai 2021 und die Vorbereitung des Spielausschusses sowie der hauptamtlichen Mitarbeiter:innen, als auch die deutliche mehrheitliche Zustimmung der noch im Pokal vertretenen Mannschaften zu der im Streit stehenden Beendigung des AOK-Landespokals der 1. Herren, bestätigt wurden. Mein ausdrücklicher Dank gilt hier Joachim Gaertner sowie Norman Wiechert, Carsten Voss und Kevin Langner, die die Entscheidungen fachlich vorbereitet haben und dabei immer im Austausch mit den Vereinen standen. Ich betone dies deshalb auch, weil in dem einen Jahr meiner ehrenamtlichen Tätigkeit für den BFV die Arbeit des Verbandes fortwährend diskreditiert wird, oftmals mit Halb- und Unwahrheiten. Ich habe die Mitarbeiter:innen des Hauptamtes und Teile des ehrenamtlichen Präsidiums als auch der Ausschüsse als Menschen kennengelernt, die alles tun, um den Berliner Fußball zu fördern und zu stärken. Aus meiner Sicht auf einem sehr hohen Niveau. Für mich als Außenstehenden, der nun Einblick in den BFV hat, ist es unerträglich, wie Dritte fortwährend versuchen, diese Arbeit in Misskredit zu bringen. Dort, wo Fehltritte passiert sind, muss natürlich Verantwortung übernommen werden und wird es auch. Andererseits heiligt der Zweck aber auch nicht jedes Mittel; auch hier gilt es, sich rechtmäßig zu verhalten. Ich persönlich hoffe sehr, dass es bald wieder um das geht, was uns verbindet: Fußball. Ich wünsche dem BFC Dynamo und dem BAK 07 morgen viel Glück und hoffe auf ein tolles Fußballspiel, das zeigt, wie stark der Berliner Fußball ist.“

Der rbb zeigt das Pokalfinale am 29. Mai 2021 ab 12.50 Uhr live im Fernsehen.

Quelle: Berliner Fußballverband

Berlins Fußballer der Saison 2019/2020 sind gewählt

Nathalie Götz (1. FC Union), Stephan Brehmer (VSG Altglienicke), Karsten Heine (VSG Altglienicke) und Christopher Trimmel (1. FC Union) heißen die diesjährigen Sieger in den Kategorien „Fußballerin“, „Amateurfußballer“, „Amateurtrainer“ und „Profifußballer der Saison“.

Vom 13. Juli bis zum 7. August 2020 hatten die Berlinerinnen und Berliner Zeit, aus den insgesamt 32 Nominierten (acht in jeder Kategorie) für ihre Favoritinnen und Favoriten abzustimmen. Die Fußball-Woche (FuWo), der Berliner Fußball-Verband (BFV) und die Deutsche Klassenlotterie Berlin hatten sich trotz des coronabedingten, vorzeitigen Saisonabbruchs im Amateurbereich dazu entschieden, die Wahl wie in den Vorjahren durchzuführen. Bei der diesjährigen Wahl wurden rund 33.800 Stimmen abgegeben.

Die BFV-Meisterehrung, die in der Vergangenheit als Rahmen für die Verleihung der Auszeichnungen diente, fand in diesem Jahr aufgrund der Auswirkungen der Corona-Pandemie nicht statt. Die Preise werden den Sieger/innen stattdessen bei einzelnen Terminen in ihren Vereinen übergeben.

Nathalie Götz ist Berlins Fußballerin der Saison

Fußballerin des Jahres, Nathalie Götz Foto © 1. FC Union Berlin

Bei der Wahl zur „Fußballerin der Saison“ setzte sich Nathalie Götz vom Regionalliga-Team des 1. FC Union mit deutlicher Mehrheit (48,8 Prozent der Stimmen) gegen Jenny Trommer (1. FC Union II, 13,2 Prozent) und Caroline Klausch (Borussia Pankow, 9,5 Prozent) durch. Die 32-Jährige, die 2018 vom BSC Marzahn nach Köpenick gewechselt war, glänzte in der abgelaufenen Spielzeit als erfahrene Stütze in der Innenverteidigung der Eisernen. Götz beendete diesen Sommer nach 26 Jahren als aktive Spielerin ihre Laufbahn – die Auszeichnung als Fußballerin der Saison krönt somit den Abschluss einer großartigen Karriere.

Nathalie Götz sagt über die Auszeichnung: „Ich bin sehr stolz und dankbar, Berlins Fußballerin des Jahres zu sein. Das ist aber nicht allein mein Verdienst, sondern das ist das Resultat aus der Unterstützung meiner Familie und der guten fußballerischen Unterstützung des Trainerteams vom 1. FC Union Berlin sowie der gesamten Mannschaft, das dafür gesorgt hat, dass ich immer gerne zum Fußball gegangen bin und mich vom ersten Moment an wohl bei Union gefühlt habe! Mit solch einer Auszeichnung kann man beruhigt gehen.“

Stephan Brehmer setzt sich als bester Amateurfußballer durch

Amateurfußballer des Jahres, Stephan Brehmer VSG Altglienicke Foto © Lena Gundlach/BFV

Der Gewinner in der Kategorie „Amateurfußballer der Saison“ ist der Kapitän des amtierenden AOK-Landespokalsiegers VSG Altglienicke. Stephan Brehmer sicherte sich in der Abstimmung mit 28,8 Prozent der Stimmen den ersten Platz vor seinem Teamkollegen Christian Skoda (22,4 Prozent) und Nils Fliegen (Lichtenberg 47, 16,2 Prozent). Der 27-jährige Linksverteidiger hatte großen Anteil daran, dass die VSG Altglienicke die abgelaufene Spielzeit auf einem hervorragenden zweiten Platz (Wertung nach Abbruch der Saison auf Basis der Quotientenregel) in der Regionalliga Nordost abschloss und dank des Titelgewinns im Berliner Landespokal in die erste Runde des DFB-Pokals einzog.

Stephan Brehmer sagt: „Ich freue mich sehr und bin stolz darauf, aus so vielen guten Fußballern in Berlin, als Amateurfußballer der Saison ausgezeichnet zu werden. Das ist eine große Ehre für mich und ich bedanke mich bei allen, die mir ihre Stimme gegeben haben.“

Karsten Heine ist Amateurtrainer der Saison

Auch Brehmers Coach bei der VSG Altglienicke darf sich über eine Auszeichnung freuen: Karsten Heine gewann die Wahl zum „Amateurtrainer der Saison“ mit 49,1 Prozent der Stimmen und verwies Vorjahressieger Uwe Lehmann (Lichtenberg 47, 14,6 Prozent) und Christian Benbennek (BFC Dynamo, 9,2 Prozent) auf die Plätze zwei und drei. Der 65-Jährige, der seit über 30 Jahren als Co- und Cheftrainer – unter anderem für Hertha BSC und den 1. FC Union – tätig ist, übernahm die VSG Altglienicke im Sommer 2019 und krönte seine Antrittssaison direkt mit dem Titelgewinn im AOK-Landespokal.

Trainer des Jahres, Karsten Heine VSG Altglienicke Foto © Lena Gundlach/BFV

Karsten Heine verwies auch auf seine Kollegen, die maßgeblichen Anteil an dem Erfolg der letzten Saison hatten: „Ich möchte mich zunächst bei allen bedanken, die mich gewählt haben. Zwei Dinge sind mir jedoch wichtig: Erstens gibt es in Berlin sehr viele gute Trainer, die mit ihren Mannschaften sehr erfolgreich arbeiten – auch in den unteren Bereichen, von denen der eine oder andere Kollege die Auszeichnung ebenso verdient hätte. Zweitens wäre unsere erfolgreiche sportliche Arbeit im letzten Jahr ohne meine Kollegen Torsten Mattuschka, Roman Linke, Oliver Hähnke und unsere Physios Thomas Wirth und Jonas Orejuela sowie unseren Berater Lothar Hamann nicht möglich gewesen. Die Grundvoraussetzung für alles, was wir bei der VSG Altglienicke erreichen, basiert auf einem gut funktionierenden Team in der Leitung, stellvertretend dafür sind hier Daniel Böhm und Marco Schröder zu nennen.“

Christopher Trimmel zum besten Profi gewählt

Profi des Jahres, Christopher Trimmel, 1. FC Union Berlin Foto © Michael Hundt

Christopher Trimmel ist Berlins „Profifußballer der Saison 2019/2020“. Der Kapitän des 1. FC Union setzte sich in der Abstimmung mit 26,7 Prozent der Stimmen gegen seine Teamkollegen Rafal Gikiewicz (22,7 Prozent) und Marius Bülter (17,1 Prozent) durch. Der 33-jährige Rechtsverteidiger stand in seiner ersten Bundesliga-Saison bei jedem seiner 32 Einsätze in der Startelf und hatte mit acht Torvorlagen großen Anteil daran, dass sich der Aufsteiger frühzeitig den Klassenerhalt sichern konnte.

Bernd Schultz, Präsident des Berliner Fußball-Verbandes, beglückwünscht die vier Preisträger: „Ich gratuliere Nathalie Götz, Stephan Brehmer, Karsten Heine und Christopher Trimmel herzlich zu ihren Auszeichnungen. In einer zum Ende hin wahrhaft schwierigen Saison haben sie großartige Leistungen vollbracht. Ich wünsche ihnen auf ihrem sportlichen und persönlichen Weg weiterhin viel Erfolg und Gesundheit.“

Die Abstimmungsergebnisse im Überblick:

Fußballerin der Saison 2019/2020

1. Nathalie Götz (1. FC Union) – 48,8 Prozent
2. Jenny Trommer (1. FC Union II) – 13,2 Prozent
3. Caroline Klausch (Borussia Pankow) – 9,5 Prozent
4. Hülya Kaya (FC Viktoria 89) – 8,4 Prozent
5. Emina Wacker (SFC Stern 1900) – 5,6 Prozent
6. Constanze Hess (Blau-Weiß 90) – 5,2 Prozent
7. Jaqueline Pantelmann (BW Hohen Neuendorf) – 4,9 Prozent
8. Angelique Bratschke (Grün-Weiss Neukölln) – 4,4 Prozent

Amateurfußballer der Saison 2019/2020

1. Stephan Brehmer (VSG Altglienicke) – 28,8 Prozent
2. Christian Skoda (VSG Altglienicke) – 22,4 Prozent
3. Nils Fiegen (Lichtenberg 47) – 16,2 Prozent
4. Maik Haubitz (Füchse Berlin) – 9,5 Prozent
5. Robert Schröder (FC Hertha 03) – 6,9 Prozent
6. Nicolai Matt (Tennis Borussia) – 6,6 Prozent
7. Sanid Sejdic (SV Sparta Lichtenberg) – 5,5 Prozent
8. Rifat Gelici (Tennis Borussia) – 4,1 Prozent

Amateurtrainer der Saison 2019/2020

1. Karsten Heine (VSG Altglienicke) – 49,1 Prozent
2. Uwe Lehmann (Lichtenberg 47) – 14,6 Prozent
3. Christian Benbennek (BFC Dynamo) – 9,2 Prozent
4. Murat Dogan (Türkiyemspor, Frauen) – 7,1 Prozent
5. Dennis Kutrieb (Tennis Borussia) – 6,6 Prozent
6. Andreas Thurau (SFC Stern 1900) – 6,1 Prozent
7. Jörg Riedel (SC Charlottenburg) – 4,4 Prozent
8. Dragan Kostic (SV Sparta Lichtenberg) – 2,9 Prozent

Profifußballer der Saison 2019/2020

1. Christopher Trimmel (1. FC Union) – 26,7 Prozent
2. Rafal Gikiewicz (1. FC Union) – 22,7 Prozent
3. Marius Bülter (1. FC Union) – 17,1 Prozent
4. Sebastian Andersson (1. FC Union) – 10,4 Prozent
5. Dedryck Boyata (Hertha BSC) – 7,7 Prozent
6. Vedad Ibisevic (Hertha BSC) – 6,8 Prozent
7. Per Ciljan Skjelbred (Hertha BSC) – 4,8 Prozent
8. Vladimir Darida (Hertha BSC) – 3,8 Prozent

Quelle: Berliner Fußballverband

BFV bereitet Saisonabbruch vor

Das Präsidium des Berliner Fußball-Verbandes hat in einer Sondersitzung beschlossen, einen Abbruch der Saison 2019/20 vorzubereiten. Die Beendigung der Spielzeit 2019/20 soll nach mehrheitlicher Vorstellung der Präsidiumsmitglieder auf Grundlage einer „Quotientenregel” (erzielte Punkte geteilt durch Zahl der ausgetragenen Spiele) mit Aufsteigern in die nächsthöhere Spielklasse und ohne Absteiger erfolgen. Das BFV-Präsidium favorisiert die Anwendung der „Quotientenregel“ einheitlich im Meisterschaftswettbewerb der Frauen, Jugend und Herren. Die Entscheidung über den Saisonabbruch soll nach dem Willen des Präsidiums weiterhin ein außerordentlicher Verbandstag voraussichtlich am 20. Juni 2020 treffen.

Für die Frage im Umgang mit der aktuell ruhenden Saison 2019/20 hat das Präsidium des BFV ein juristisches Gutachten bei der Rechtsanwaltskanzlei Lentze und Stopper beauftragt, das seit wenigen Tagen den Entscheidungsträgern im BFV vorliegt. Neben dem Abwägungsaspekt der Zuständigkeit für die Entscheidung Saisonverlängerung oder -abbruch, stellt das Gutachten auch die Haftungsfolgen für den Berliner Fußball-Verband heraus. Das Gutachten muss jedoch noch weiter juristisch ausgewertet werden.

Gleichzeitig haben der Spiel-, Jugend- und Frauen-/Mädchenausschuss im Präsidium herausgestellt, dass aufgrund der „Verordnung über erforderliche Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus SARS-CoV2 in Berlin” in der Fassung vom 7. Mai 2020 weiterhin eine Austragung von Fußballspielen behördlich untersagt ist. Nach dem Stufenplan für Berlin zur Lockerung der Corona-Verordnung können zwar Freiluft-Sportanlagen für Sportaktivitäten ohne Körperkontakt ab 15. Mai 2020 wieder in Betrieb genommen werden, so dass ein Training unter Beachtung strenger Vorgaben in Kleingruppen und ohne Körperkontakt stattfinden kann. Indes ist nach diesem Stufenplan für die spieltechnischen Ausschüsse aber weiterhin „nicht absehbar“, wann Mannschaftssport – also u.a. Fußballspiele im eigentlichen Sinne – wieder erlaubt ist. Die spieltechnischen Ausschüsse sehen vor diesem Hintergrund keine Möglichkeit mehr, die Meisterschaftsrunden regulär bis zum 30. Juni 2020 zu beenden. Darüber hinaus hat die Mehrheit der Vereine in mehreren Videokonferenzen der spieltechnischen Ausschüsse und in Abstimmungen klar dokumentiert, dass das Szenario des Saisonabbruchs präferiert wird. Zu guter Letzt gilt es für den BFV abzuwägen, ob ermittelte Aufsteiger ihr Aufstiegsrecht bei einer Saisonverlängerung in die nächsthöhere Spielklasse wahrnehmen können. Durch die Entscheidungslage in den angrenzenden Fußballlandesverbänden sowie des NOFV ist daher für den Spiel-, Jugend- und Frauen-/Mädchenausschuss auch keine Saisonverlängerung für die Vereine zumutbar.

Die spieltechnischen Ausschüsse im BFV bereiten nunmehr die entsprechenden Beschlüsse für den Saisonabbruch vor. Für den Jugendbereich ist es satzungskonform erforderlich, dass neben dem Jugendbeirat auch ein außerordentlicher Jugend-Verbandstag durchgeführt wird. Für den Herren- und Frauenbereich muss der Beirat gemäß Satzung zu dieser grundlegenden Frage angehört werden. Diese entsprechenden Satzungsabläufe bereitet das Präsidium nunmehr vor. Im Anschluss werden die Entscheidungen der BFV-Organe dem außerordentlichen Verbandstag des BFV voraussichtlich am 20. Juni 2020 zur Beschlussfassung vorgelegt.

Bernd Schultz, Präsident des Berliner Fußball-Verband, erklärt: „Das Meinungsbild unserer Vereine hat sich in den vergangenen Wochen nach den Online-Abfragen per Videokonferenz gefestigt und dies gilt es zu respektieren. Ein Saisonabbruch wird von unseren Mitgliedern deutlich favorisiert. Zur Zeit ist auch nicht absehbar, wann in Berlin überhaupt wieder ein normaler Spielbetrieb durchführbar ist. Insofern ist es sachgerecht, dem mehrheitlichen Wunsch der Vereine zu folgen und den Saisonabbruch 19/20 einzuleiten.“

Joachim Gaertner, Präsidialmitglied Spielbetrieb, stellt heraus: „Ich persönlich habe immer deutlich gesagt, dass ich das sportliche Beenden der Saison bevorzuge. Aber auch ich muss die Faktenlage anerkennen. In Berlin kann in naher Zukunft kein Fußball gespielt werden. Daher kommt die Quotientenregel bei der Ermittlung der Aufsteiger dem sportlichen Gedanken am nächsten und sorgt für Klarheit in dieser Fragestellung.”

Nadine Fröhnel, Präsidialmitglied Frauen und Mädchen, fügt hinzu: „Für den Frauen- und Mädchenbereich war früh klar, dass der Saisonabbruch die favorisierte Variante ist. Das haben die vielen Gespräche im Ausschuss für Frauen- und Mädchenfußball sowie die Videokonferenzen gezeigt. Insofern unterstütze ich das Einleiten des Saisonabbruchs.”

Andreas Kupper, Präsidialmitglied Jugend, sagt: „Im Jugendausschuss haben wir auch die Erkenntnis erlangt, dass die Mehrheit der Jugendvereine Klarheit haben und die Saison 2019/20 abbrechen möchte. Dieses mehrheitliche Votum gilt es zu respektieren. Ich freue mich, dass wir einen Weg für den Berliner Fußball-Verband gefunden haben und im Ergebnis einem außerordentlichen Jugend-Verbandstag den Saisonabbruch vorschlagen.”

Quelle: Berliner Fußball-Verband

„Goldener Fußball“ für den Lesben- und Schwulenverband

Der Berliner Fußballverband hatte am Samstag, 18. Januar zu seinem traditionellen Neujahrsempfang geladen. In diesem Rahmen erfolgte auch die Verleihung des „Goldenen Fußballs“. Ort der Veranstaltung war in diesem Jahr das Stadion An der Alten Försterei in Berlin-Köpenick.

Bereits seit neun Jahren bestreiten LSVD und BFV gemeinsam zahlreiche Aktivitäten und Veranstaltungen, um für Vielfalt im Fußball zu werben und sich gegen Homophobie, Transphobie und Diskriminierung einzusetzen.

Vertreter des LSV nahmen die Auszeichnung entgegen Foto: © 2020 sr Pictures Sandra Ritschel

Auf dem BFV-Neujahrsempfang 2011 schlossen der Lesben- und Schwulenverband und der Berliner Fußball-Verband ihre Kooperationsvereinbarung. Zu den gemeinsamen Veranstaltungen gehört der Fachtag „Vereine stark machen – für Vielfalt im Fußball“, der im vergangenen Jahr seine bereits neunte Auflage erlebte sowie der Runde Tisch gegen Homophobie. Zusammen mit dem LSVD nahm der Berliner Fußball-Verband 2016 erstmals am Christopher Street Day in Berlin teil. Während des Aktionsmonats „Fußball gegen Homophobie“ setzen LSVD, BFV und seine Mitgliedsvereine ein Zeichen für Toleranz und Diversität im Fußball.

Ein weiterer Teil der Zusammenarbeit zwischen LSVD und BFV ist die gemeinsame Aufklärungs- und Sensibilisierungskampagne „Rote Karte für Homophobie!“. Mit der in diesem Rahmen entwickelten Broschüre sollen verschiedene Akteurinnen und Akteure des Vereinsfußballs sowie Schiedsrichter/innen für homophobe Verhaltensweisen sensibilisiert und in ihren Handlungskompetenzen gestärkt werden.

Verantwortlich für die Umsetzung der gemeinsamen Publikationen und Aktivitäten ist das 2010 gegründete Projekt SOCCER SOUND des Bildungs- und Sozialwerkes des Lesben- und Schwulenverbandes Berlin-Brandenburg. Mit ihrer Initiative „Soccer für Fairness“ arbeiten sie gezielt innerhalb der Vereine gegen Vorurteile und werben für Toleranz und Respekt.

Großen Anteil hatte der LSVD auch an dem richtungsweisenden Schritt, Trans- und Intermenschen eine ungehinderte Teilnahme am organisierten Fußballsport zu ermöglichen. Auf dem BFV-Arbeits-Verbandstag 2019 wurde ein Antrag mehrheitlich angenommen, der vorsah, Personen mit dem dritten Geschlechtseintrag „divers“ bei der Vergabe von Spielberechtigungen einzubeziehen. Menschen mit diesem Personenstandseintrag können nun selbst darüber entscheiden, ob sie für den Frauen- bzw. Juniorinnenspielbetrieb oder den Herren- bzw. Juniorenspielbetrieb gemeldet werden. Der BFV ist damit der erste Landesverband, der eine derartige Anpassung in der Spielordnung vorgenommen hat.

Bernd Schultz, Präsident des Berliner Fußball-Verbandes, sagt über den Preisträger: „Ich freue mich, dass wir das wertvolle Engagement des Lesben- und Schwulenverbandes mit dem Goldenen Fußball würdigen und dem LSVD für die vielen Jahre der erfolgreichen Zusammenarbeit danken können. Bereits 2009 initiierte der LSVD das ‚Bündnis gegen Homophobie‘ und der BFV ist stolz, eines der Gründungsmitglieder zu sein. Einer weiteren engen Zusammenarbeit im Sinne der Gleichberechtigung sowie für Akzeptanz und Respekt und gegen Diskriminierung im Berliner Fußball sehe ich mit Freude entgegen.“

Jörg Steinert, Geschäftsführer des Lesben- und Schwulenverbandes Berlin-Brandenburg, sagt über die Auszeichnung: „Der Goldene Fußball ist die bedeutendste Auszeichnung, die der Lesben- und Schwulenverband je erhalten hat. Seit 2006 kooperieren wir mit Berliner Fußballvereinen. Im Jahr 2011 haben wir durch die Kooperationsvereinbarung mit dem BFV eine wichtige Arbeitsgrundlage dafür geschaffen, noch mehr Vereine zu erreichen und strukturelle Veränderungen zu befördern. So können ab dem 1. Juli 2020 zum Beispiel auch Menschen mit Geschlechtseintrag ‚divers‘ selbstbestimmt am Spielbetrieb teilnehmen. Wir danken allen Engagierten beim BFV für die gelungene und vertrauensvolle Zusammenarbeit. So macht Antidiskriminierungsarbeit Spaß.“

Der „Goldene Fußball“ ist die höchste Ehrung des BFV. Sie wird seit 1992 einmal jährlich an Persönlichkeiten oder Institutionen für herausragende Verdienste um den Fußball verliehen.

Quelle: Berliner Fußball-Verband