BFV bereitet Saisonabbruch vor

Das Präsidium des Berliner Fußball-Verbandes hat in einer Sondersitzung beschlossen, einen Abbruch der Saison 2019/20 vorzubereiten. Die Beendigung der Spielzeit 2019/20 soll nach mehrheitlicher Vorstellung der Präsidiumsmitglieder auf Grundlage einer „Quotientenregel” (erzielte Punkte geteilt durch Zahl der ausgetragenen Spiele) mit Aufsteigern in die nächsthöhere Spielklasse und ohne Absteiger erfolgen. Das BFV-Präsidium favorisiert die Anwendung der „Quotientenregel“ einheitlich im Meisterschaftswettbewerb der Frauen, Jugend und Herren. Die Entscheidung über den Saisonabbruch soll nach dem Willen des Präsidiums weiterhin ein außerordentlicher Verbandstag voraussichtlich am 20. Juni 2020 treffen.

Für die Frage im Umgang mit der aktuell ruhenden Saison 2019/20 hat das Präsidium des BFV ein juristisches Gutachten bei der Rechtsanwaltskanzlei Lentze und Stopper beauftragt, das seit wenigen Tagen den Entscheidungsträgern im BFV vorliegt. Neben dem Abwägungsaspekt der Zuständigkeit für die Entscheidung Saisonverlängerung oder -abbruch, stellt das Gutachten auch die Haftungsfolgen für den Berliner Fußball-Verband heraus. Das Gutachten muss jedoch noch weiter juristisch ausgewertet werden.

Gleichzeitig haben der Spiel-, Jugend- und Frauen-/Mädchenausschuss im Präsidium herausgestellt, dass aufgrund der „Verordnung über erforderliche Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus SARS-CoV2 in Berlin” in der Fassung vom 7. Mai 2020 weiterhin eine Austragung von Fußballspielen behördlich untersagt ist. Nach dem Stufenplan für Berlin zur Lockerung der Corona-Verordnung können zwar Freiluft-Sportanlagen für Sportaktivitäten ohne Körperkontakt ab 15. Mai 2020 wieder in Betrieb genommen werden, so dass ein Training unter Beachtung strenger Vorgaben in Kleingruppen und ohne Körperkontakt stattfinden kann. Indes ist nach diesem Stufenplan für die spieltechnischen Ausschüsse aber weiterhin „nicht absehbar“, wann Mannschaftssport – also u.a. Fußballspiele im eigentlichen Sinne – wieder erlaubt ist. Die spieltechnischen Ausschüsse sehen vor diesem Hintergrund keine Möglichkeit mehr, die Meisterschaftsrunden regulär bis zum 30. Juni 2020 zu beenden. Darüber hinaus hat die Mehrheit der Vereine in mehreren Videokonferenzen der spieltechnischen Ausschüsse und in Abstimmungen klar dokumentiert, dass das Szenario des Saisonabbruchs präferiert wird. Zu guter Letzt gilt es für den BFV abzuwägen, ob ermittelte Aufsteiger ihr Aufstiegsrecht bei einer Saisonverlängerung in die nächsthöhere Spielklasse wahrnehmen können. Durch die Entscheidungslage in den angrenzenden Fußballlandesverbänden sowie des NOFV ist daher für den Spiel-, Jugend- und Frauen-/Mädchenausschuss auch keine Saisonverlängerung für die Vereine zumutbar.

Die spieltechnischen Ausschüsse im BFV bereiten nunmehr die entsprechenden Beschlüsse für den Saisonabbruch vor. Für den Jugendbereich ist es satzungskonform erforderlich, dass neben dem Jugendbeirat auch ein außerordentlicher Jugend-Verbandstag durchgeführt wird. Für den Herren- und Frauenbereich muss der Beirat gemäß Satzung zu dieser grundlegenden Frage angehört werden. Diese entsprechenden Satzungsabläufe bereitet das Präsidium nunmehr vor. Im Anschluss werden die Entscheidungen der BFV-Organe dem außerordentlichen Verbandstag des BFV voraussichtlich am 20. Juni 2020 zur Beschlussfassung vorgelegt.

Bernd Schultz, Präsident des Berliner Fußball-Verband, erklärt: „Das Meinungsbild unserer Vereine hat sich in den vergangenen Wochen nach den Online-Abfragen per Videokonferenz gefestigt und dies gilt es zu respektieren. Ein Saisonabbruch wird von unseren Mitgliedern deutlich favorisiert. Zur Zeit ist auch nicht absehbar, wann in Berlin überhaupt wieder ein normaler Spielbetrieb durchführbar ist. Insofern ist es sachgerecht, dem mehrheitlichen Wunsch der Vereine zu folgen und den Saisonabbruch 19/20 einzuleiten.“

Joachim Gaertner, Präsidialmitglied Spielbetrieb, stellt heraus: „Ich persönlich habe immer deutlich gesagt, dass ich das sportliche Beenden der Saison bevorzuge. Aber auch ich muss die Faktenlage anerkennen. In Berlin kann in naher Zukunft kein Fußball gespielt werden. Daher kommt die Quotientenregel bei der Ermittlung der Aufsteiger dem sportlichen Gedanken am nächsten und sorgt für Klarheit in dieser Fragestellung.”

Nadine Fröhnel, Präsidialmitglied Frauen und Mädchen, fügt hinzu: „Für den Frauen- und Mädchenbereich war früh klar, dass der Saisonabbruch die favorisierte Variante ist. Das haben die vielen Gespräche im Ausschuss für Frauen- und Mädchenfußball sowie die Videokonferenzen gezeigt. Insofern unterstütze ich das Einleiten des Saisonabbruchs.”

Andreas Kupper, Präsidialmitglied Jugend, sagt: „Im Jugendausschuss haben wir auch die Erkenntnis erlangt, dass die Mehrheit der Jugendvereine Klarheit haben und die Saison 2019/20 abbrechen möchte. Dieses mehrheitliche Votum gilt es zu respektieren. Ich freue mich, dass wir einen Weg für den Berliner Fußball-Verband gefunden haben und im Ergebnis einem außerordentlichen Jugend-Verbandstag den Saisonabbruch vorschlagen.”

Quelle: Berliner Fußball-Verband

„Goldener Fußball“ für den Lesben- und Schwulenverband

Der Berliner Fußballverband hatte am Samstag, 18. Januar zu seinem traditionellen Neujahrsempfang geladen. In diesem Rahmen erfolgte auch die Verleihung des „Goldenen Fußballs“. Ort der Veranstaltung war in diesem Jahr das Stadion An der Alten Försterei in Berlin-Köpenick.

Bereits seit neun Jahren bestreiten LSVD und BFV gemeinsam zahlreiche Aktivitäten und Veranstaltungen, um für Vielfalt im Fußball zu werben und sich gegen Homophobie, Transphobie und Diskriminierung einzusetzen.

Vertreter des LSV nahmen die Auszeichnung entgegen Foto: © 2020 sr Pictures Sandra Ritschel

Auf dem BFV-Neujahrsempfang 2011 schlossen der Lesben- und Schwulenverband und der Berliner Fußball-Verband ihre Kooperationsvereinbarung. Zu den gemeinsamen Veranstaltungen gehört der Fachtag „Vereine stark machen – für Vielfalt im Fußball“, der im vergangenen Jahr seine bereits neunte Auflage erlebte sowie der Runde Tisch gegen Homophobie. Zusammen mit dem LSVD nahm der Berliner Fußball-Verband 2016 erstmals am Christopher Street Day in Berlin teil. Während des Aktionsmonats „Fußball gegen Homophobie“ setzen LSVD, BFV und seine Mitgliedsvereine ein Zeichen für Toleranz und Diversität im Fußball.

Ein weiterer Teil der Zusammenarbeit zwischen LSVD und BFV ist die gemeinsame Aufklärungs- und Sensibilisierungskampagne „Rote Karte für Homophobie!“. Mit der in diesem Rahmen entwickelten Broschüre sollen verschiedene Akteurinnen und Akteure des Vereinsfußballs sowie Schiedsrichter/innen für homophobe Verhaltensweisen sensibilisiert und in ihren Handlungskompetenzen gestärkt werden.

Verantwortlich für die Umsetzung der gemeinsamen Publikationen und Aktivitäten ist das 2010 gegründete Projekt SOCCER SOUND des Bildungs- und Sozialwerkes des Lesben- und Schwulenverbandes Berlin-Brandenburg. Mit ihrer Initiative „Soccer für Fairness“ arbeiten sie gezielt innerhalb der Vereine gegen Vorurteile und werben für Toleranz und Respekt.

Großen Anteil hatte der LSVD auch an dem richtungsweisenden Schritt, Trans- und Intermenschen eine ungehinderte Teilnahme am organisierten Fußballsport zu ermöglichen. Auf dem BFV-Arbeits-Verbandstag 2019 wurde ein Antrag mehrheitlich angenommen, der vorsah, Personen mit dem dritten Geschlechtseintrag „divers“ bei der Vergabe von Spielberechtigungen einzubeziehen. Menschen mit diesem Personenstandseintrag können nun selbst darüber entscheiden, ob sie für den Frauen- bzw. Juniorinnenspielbetrieb oder den Herren- bzw. Juniorenspielbetrieb gemeldet werden. Der BFV ist damit der erste Landesverband, der eine derartige Anpassung in der Spielordnung vorgenommen hat.

Bernd Schultz, Präsident des Berliner Fußball-Verbandes, sagt über den Preisträger: „Ich freue mich, dass wir das wertvolle Engagement des Lesben- und Schwulenverbandes mit dem Goldenen Fußball würdigen und dem LSVD für die vielen Jahre der erfolgreichen Zusammenarbeit danken können. Bereits 2009 initiierte der LSVD das ‚Bündnis gegen Homophobie‘ und der BFV ist stolz, eines der Gründungsmitglieder zu sein. Einer weiteren engen Zusammenarbeit im Sinne der Gleichberechtigung sowie für Akzeptanz und Respekt und gegen Diskriminierung im Berliner Fußball sehe ich mit Freude entgegen.“

Jörg Steinert, Geschäftsführer des Lesben- und Schwulenverbandes Berlin-Brandenburg, sagt über die Auszeichnung: „Der Goldene Fußball ist die bedeutendste Auszeichnung, die der Lesben- und Schwulenverband je erhalten hat. Seit 2006 kooperieren wir mit Berliner Fußballvereinen. Im Jahr 2011 haben wir durch die Kooperationsvereinbarung mit dem BFV eine wichtige Arbeitsgrundlage dafür geschaffen, noch mehr Vereine zu erreichen und strukturelle Veränderungen zu befördern. So können ab dem 1. Juli 2020 zum Beispiel auch Menschen mit Geschlechtseintrag ‚divers‘ selbstbestimmt am Spielbetrieb teilnehmen. Wir danken allen Engagierten beim BFV für die gelungene und vertrauensvolle Zusammenarbeit. So macht Antidiskriminierungsarbeit Spaß.“

Der „Goldene Fußball“ ist die höchste Ehrung des BFV. Sie wird seit 1992 einmal jährlich an Persönlichkeiten oder Institutionen für herausragende Verdienste um den Fußball verliehen.

Quelle: Berliner Fußball-Verband

BFV sagt alle Spiele ab

Das Präsidium des Berliner Fußball-Verbandes (BFV) hat in einer außerordentlichen Telefonkonferenz entschieden, wegen des kurzfristigen ausgerufenen Ausstands der Berliner Schiedsrichter alle angesetzten Spiele vom Freitag, 25. Oktober 2019 (0:00 Uhr) bis Sonntag, 27. Oktober 2019 (23:59 Uhr) vollständig abzusagen. Die Absage gilt für alle vom BFV angesetzten Pflicht- und Freundschaftsspiele, für alle Spiele im BFV-Futsalbereich und für alle Spiele im Freizeit- (FVF) und Betriebssportspielbetrieb (VBF). Damit ruht an diesem Wochenende der gesamte Spielbetrieb des Erwachsenen- und Jugendbereiches im Berliner Amateurfußball. Die Entscheidung des BFV-Präsidiums hat selbstverständlich keinen Einfluss auf die Spiele des Nordostdeutschen Fußballverbandes (NOFV) und des Deutschen Fußball-Bundes (DFB).

Der Schiedsrichterausschuss des Berliner Fußball-Verbandes hat am heutigen Freitagvormittag das Präsidium in Kenntnis gesetzt, dass für das kommende Wochenende alle Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter von ihren Spielen abgesetzt werden. Zur Begründung führt der Vorsitzende des Schiedsrichterbereiches, Jörg Wehling, aus: „Die Gewalt auf Berlins Plätzen ist in dieser Saison gegenüber der Vorsaison gestiegen. Bereits jetzt nach wenigen Spieltagen haben wir 109 Vorfälle von Gewalt und Diskriminierung auf den Berliner Plätzen zu verzeichnen. In 53 Fällen wurden die SR als Opfer gezählt. Das sind alarmierende Zahlen, hier ist Handlungsbedarf gefordert und ein deutliches Stop-Zeichen zu setzen.“

Die Entscheidung des Schiedsrichterausschusses begründet sich auf einer Beschlussempfehlung des Schiedsrichterbeirats, der am Donnerstagabend seine Entscheidung traf. Zuvor hatte der Schiedsrichterbereich am vergangenen Montag in einer Präsidiumssitzung seinen Wunsch, am kommenden Wochenende ein Signal gegen die zunehmende Gewalt zu setzen und keine Schiedsrichter zu den Spielen anzusetzen, dem Präsidium vorgestellt. Dieser Antrag wurde am vergangenen Montagabend nach langer, kontroverser Diskussion von der Mehrheit des Präsidiums abgelehnt. Es gab mehrheitlich die Auffassung, dass ein kompletter Ausstand der Schiedsrichter die Mehrzahl der Vereine in Berlin bestraft, die friedlich und fair miteinander Fußball spielen. Vielmehr gab es vom Präsidium in Richtung Schiedsrichterbereich zwei schriftliche Alternativvorschläge. Inhaltlich sahen die Vorschläge vor, dass der gesamte Verband in einer geplanten, gut vorbereiteten Kampagne ein deutliches Signal gegen Gewalt und für das Einfordern des respektvollen Umgang mit Schiedsrichtern rund um den Arbeits-Verbandstag am Wochenende 16./17. November 2019 einsteht. Diese Vorschläge wurden vom Schiedsrichterbereich am Donnerstagabend abgelehnt und das Absetzen sämtlicher Schiedsrichter für das Wochenende 25.-27. Oktober 2019 eigenständig beschlossen.

In einer Telefonkonferenz am heutigen Freitagmittag hat sich das Präsidium des Berliner Fußball-Verbandes mit der Situation des kurzfristigen Ausstands der Berliner Schiedsrichter intensiv auseinandergesetzt. In der Konsequenz kritisiert die deutliche Mehrheit des Präsidiums das eigenmächtige Vorgehen des Berliner Schiedsrichterausschusses. Darüber hinaus hat das Präsidium formal und mehrheitlich die Entscheidung des Berliner Schiedsrichterausschusses vom Donnerstagabend nach § 23 Ziffer 7 der Satzung aufgehoben. Die überwiegende Mehrheit im Präsidium sah sich dennoch dazu veranlasst, aus organisatorischen Gründen alle Spiele für das Wochenende 25.-27. Oktober 2019 abzusagen. Durch das eigenmächtige Handeln des Schiedsrichterausschusses sind bereits Spekulationen, Informationen und Absprachen innerhalb der Vereine erfolgt, die nur schwer zu korrigieren sind. Daher hält es das Präsidium für geboten, ein mögliches Chaos zu vermeiden und aus organisatorischen Gründen alle Spiele abzusagen.

Bernd Schultz, Präsident des Berliner Fußball-Verbandes, sagt: „In meiner langjährigen Amtszeit war es noch nie notwendig, dass das Präsidium des Berliner Fußball-Verbandes eine Entscheidung eines Ausschusses außer Kraft setzen muss. Die zunehmende Gewaltbereitschaft gegenüber Schiedsrichtern sehe auch ich mit großer Sorge. Hier gilt es konsequent und gemeinsam gegen die Täter vorzugehen und alle Möglichkeiten der Sportgerichtsbarkeit auszuschöpfen. Gleichzeitig kann ein Ausstand von Schiedsrichtern immer nur die letzte Konsequenz sein. Aus meiner Sicht sind noch nicht alle Möglichkeiten der Präventionsarbeit und die enge Zusammenarbeit mit unseren Mitgliedsvereinen ausgeschöpft worden. Daher appelliere ich an alle Verantwortlichen im Berliner Schiedsrichterbereich, den gesamten Spielbetrieb des BFV im Blick zu haben und sich der Verantwortung bewusst zu sein. Die Probleme und Herausforderungen der zunehmenden Gewaltbereitschaft können nur gemeinsam gelöst werden.“

Quelle: Berliner Fußballverband

Sportverbände fordern zielführenden Dialog mit Hertha BSC zum Stadionneubau

Mit dem Bau eines eigenen Stadions will sich Hertha BSC neue Entwicklungsperspektiven eröffnen. Der Landessportbund Berlin und der Berliner Fußball-Verband unterstützen Hertha BSC in diesem Bestreben. LSB und BFV erkennen an, dass ein neues Stadion die Infrastruktur der Sportmetropole entscheidend bereichert und bedauern, dass sich die Suche nach einem geeigneten Standort weiter ergebnislos hinzieht. Aus Solidarität innerhalb des organisierten Sports und im Interesse der Sportmetropole Berlin fordern der Landessportbund Berlin und der Berliner Fußball-Verband daher den Senat auf, den Dialog mit Hertha BSC über ein eigenes Stadion zu intensivieren und gemeinsam nach einer realisierbaren Lösung für den Fußballstandort Berlin zu suchen. 

Thomas Härtel, Präsident des Landessportbunds Berlin, sagt: „In der Frage eines neuen Stadions wurde bisher zu viel übereinander und zu wenig miteinander geredet. Das trifft auch auf den Sport selbst zu. Deshalb müssen wir nun gemeinsam mit Parlament und Verwaltung an einem Strang ziehen, damit sich für Hertha BSC endlich eine konkrete Perspektive auftut.“

Bernd Schultz, Präsident des Berliner Fußball-Verbandes, ergänzt: „In Gesprächen mit Vertretern von Hertha BSC wurde deutlich, dass das Stadionprojekt ein berechtigtes Anliegen unseres Bundesligisten ist. Ich wünsche mir, dass Vertreter von Hertha BSC, Senat und die Interessengruppen bei der Standortfrage kompromissbereit sind, um mit dem Stadionneubauprojekt den Fußballstandort Berlin weiter zu stärken.“

Quelle: Berliner Fußball-Verband

„Amateure des Jahres 2019″ gesucht

FUSSBALL.DE, das Amateurfußballportal des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) und seiner Regional- und Landesverbände, sucht zum sechsten Mal den Amateurfußballer und die Amateurfußballerin des Jahres. Spielerinnen und Spieler, die Herausragendes leisten, auch und besonders im Vereinsleben; echte Typen, die den Amateurfußball so faszinierend machen, können bei FUSSBALL.DE per Mail vorgeschlagen werden – oder sich selbst bewerben. Trikotsätze, ein spezieller Pokal und die Reise zu einem Länderspiel im Jahr 2020 – es gibt attraktive Preise zu gewinnen. Vertreter der Jury, die gemeinsam mit den Usern von FUSSBALL.DE die Sieger küren werden, freuen sich auf viele kreative Bewerbungen.

Dr. Rainer Koch, 1. DFB-Vizepräsident Amateure, sagt: „Die Wahl der Amateure des Jahres ist mittlerweile eine Institution und gibt den Amateurfußballerinnen und Amateurfußballern in ganz Deutschland die Bühne, die sie verdient haben. Mit ihrer Leidenschaft und ihrem Engagement halten sie nicht nur die vielen kleinen Vereine an der Basis, sondern auch die Begeisterung für den Fußball generell am Leben. Ich persönlich habe durch den Wettbewerb in den vergangenen fünf Jahren viele interessante Fußballerinnen und Fußballer kennengelernt. Sie alle lieben nicht nur unseren Sport, sondern leben auch abseits des Platzes den Teamgedanken und machen sich für gesellschaftliche Werte wie Vielfalt und Zusammenhalt stark. Großartig, dass letztlich nicht nur die Siegerin und der Sieger im Rampenlicht stehen, sondern auch deren Heimatvereine.“ Manuel Neuer, Kapitän der Nationalmannschaft, sagt: „Als mich FUSSBALL.DE gefragt hat, ob ich ein Teil der Jury für die Wahl zu den Amateuren des Jahres werden möchte, musste ich keine Sekunde nachdenken! Ich habe die Aktion schon in den letzten Jahren verfolgt und war beeindruckt von der Vielfalt der Kandidatinnen und Kandidaten. 2019 darf ich nun selbst für meine Favoriten abstimmen. Die Entscheidung wird sicher schwieriger als so manche Parade, aber ich freue mich schon total auf die Bewerbungen. Und keine Sorge: Torhüterinnen und Torhüter genießen bei mir natürlich keinen Vorteil!“ Alexandra Popp, Spielführerin der deutschen Frauen-Nationalmannschaft, ergänzt: „Mein Traum hat sich erfüllt. 103 Länderspiele, 103-mal die Hymne. Gänsehaut!

Bei der Weltmeisterschaft in Frankreich durfte ich die Nationalmannschaft sogar als Kapitänin anführen. Nie vergessen werde ich jedoch, wo mein Weg vor vielen Jahren begann: beim FC Schwarz-Weiß Silschede, einem kleinen Amateurverein in Gevelsberg. Ohne das ehrenamtliche Engagement, ohne die unzähligen Stunden, die Vereine wie der FC Silschede in die Nachwuchsausbildung stecken, wären Karrieren wie meine unvorstellbar. Daher unterstütze ich die Aktion Amateure des Jahres 2019 unheimlich gerne als Teil der Jury. Sie richtet das Rampenlicht auf all die Menschen, die dem Amateurfußball seinen unvergleichlichen Charme verleihen, in der öffentlichen Wahrnehmung aber leider viel zu oft vergessen werden. Ich kann es kaum erwarten, mir die Bewerbungen anzuschauen.“

Das Wichtigste in Kürze Die Bewerbungsphase läuft bis zum 28. Oktober 2019, 23:59 Uhr. Kurzgeschichte, Fotos, Video oder andere kreative Einsendungen. Die Bewerbung lässt sich frei gestalten und soll an die Mailadresse fussball.de@dfb.de geschickt werden. Die einzigen beiden Bedingungen: Die vorgeschlagenen Spieler/innen müssen mindestens 16 Jahre alt sein und dürfen höchstens in der Regionalliga (Frauen) beziehungsweise Oberliga (Männer) spielen. Aus den besten Bewerbungen bildet die FUSSBALL.DE-Redaktion eine Shortlist mit jeweils fünf Kandidatinnen und Kandidaten, die anschließend zur Abstimmung stehen. Die zehn Topkandidaten stellt FUSSBALL.DE in Videoporträts vor, ehe im November die Abstimmungsphase beginnt. Eine namhafte Jury wird gemeinsam mit den FUSSBALL.DE-Usern die Gewinner wählen. User- und Jury-Meinung fließen zu je 50 Prozent in das Gesamtergebnis ein. Bei einem möglichen Gleichstand gibt das User-Votum den Ausschlag. Die Jury-Mitglieder sind: Dr. Rainer Koch, 1. DFB-Vizepräsident Amateure, Stefan Kuntz, U 21-Trainer und als Spieler mit Deutschland 1996 Europameister, Rekordnationalspieler Lothar Matthäus, Manuel Neuer, Kapitän der Nationalmannschaft, und Alexandra Popp, Spielführerin der Frauen-Nationalmannschaft, sowie die Vorjahressieger der Aktion, Melanie Bölzle vom TV Derendingen und Thomas Ballbach vom SV Mosbach. Im Dezember werden die Amateurfußballerin des Jahres 2019 und der Amateurfußballer des Jahres 2019 verkündet und erhalten attraktive Preise: Trikotsätze, einen speziellen Pokal und die Reise zu einem Länderspiel im Jahr 2020.

Quelle: Berliner Fußball-Verband

Eröffnungsspiel Berlin-Liga: Gemeinsam für Respekt und Fairness

Am Freitag, den 2. August 2019 eröffnen der SV Sparta Lichtenberg und der VfB Fortuna Biesdorf aus der Berlin-Liga die Saison 2019/2020. Anstoß ist um 19:00 Uhr auf dem Platz in der Fischerstraße. Geleitet wird die Partie von Schiedsrichter Sebastian Hornig. Er wird dabei von seinen beiden Assistenten Lutz Meyer-Raschke und Gunnar Mielenz unterstützt.

Zu Beginn des Spiels werden die Akteure beider Teams und das Schiedsrichter-Team mit einem Banner für Respekt und Fairness auf und neben den Berliner Fußballplätzen werben.
„GEMEINSAM FÜR RESPEKT UND FAIRNESS“ ist eine Aktion der Schiedsrichter des Hamburger Fußball-Verbandes und des Berliner Fußball-Verbandes. Beim Start in die Hamburger Oberliga-Saison am letzten Freitag wurde dieses Banner bei der Partie Niendorf – SC Viktoria Hamburg vom Schiedsrichter-Team und den beiden Mannschaften vor dem Anstoß präsentiert.

Die Idee zu dieser Aktion ist auf einem Austausch der beiden Schiedsrichterausschüsse in Berlin im Frühjahr entwickelt worden. Bei einer Klausurtagung beider Ausschüsse waren deutliche parallele Entwicklungen zwischen Hamburg und Berlin zu erkennen. Eine kontinuierlich hohe Anzahl von Spielabbrüchen, gewaltsame Aktionen gegen Schiedsrichter und auch unter den Mannschaften verschlechtern die Atmosphäre auf den Sportplätzen. Alle Bemühungen neue Schiedsrichter zu werben und auszubilden, werden durch die Realität auf den Plätzen zum größten Stolperstein für das Hobby Schiedsrichter.

Jörg Wehling, Präsidialmitglied Schiedsrichter des Berliner Fußball-Verbandes, sagt: „Wir möchten mit dieser Aktion zusammen mit unseren Hamburger Freunden einen dringenden Appell für mehr Respekt und Fairness nicht nur in Richtung Schiedsrichter senden. Der aggressiven, teilweise gewaltsamen Atmosphäre auf den Sportplätzen muss dringend Einhalt geboten werden. Das ist kein alleiniges Berliner Problem, auch auf den anderen Plätzen in Deutschland ist die Wertschätzung gegen Schiedsrichter dringend verbesserungswürdig. Deshalb wollen wir hier ein klares Signal der beiden Städte Hamburg und Berlin senden, es ist Zeit für eine Umkehr.“

Quelle: Berliner Fußballverband

Berliner Pokalsieger – FC Viktoria 1889

Wir haben den Pokal – Jubel beim FC Viktoria © Foto: Becker/Sportick

Der FC Viktoria 1889 heißt der Sieger des Finale um den Berliner Fußball-Pokal des Jahrgangs 2019. Es waren einige Zuschauer mehr als erwartet zur ungewöhnlichen Anstoßzeit, Samstagvormittag 10:30 Uhr in den Jahn-Sportpark gepilgert. Es bildeten sich Schlangen vor den Kassen. Dort begehrten neben Fußballfreunden mit Fan Utensilien der beiden beteiligten Clubs auch solche Einlass, die Lederhosen und ein Trikot des FC Bayern trugen. Warum sich nicht auf diese Art die Wartezeit bis zum Anstoß des großen Finales im Olympiastadion vertreiben. Neben den Bayernfans nutzte auch der amtierende DFB-Präsident Dr. Reinhard Koch die Gelegenheit, dem Amateurfußball seine Aufwartung zu machen.

Im Siegershirt und biergeduscht – Viktorias Trainer © Foto: Hans-Peter Becker

Ehrlicherweise muss hier angemerkt werden dass sich in diesem Finale zwei Mannschaften gegenüberstanden, die mehr oder minder unter Profibedingungen arbeiten. Viktoria gönnte der Mannschaft eine Hotelübernachtung, dazu die Anreise mit dem Bus, um für das Spiel besonders fokussiert zu sein. Als das Spiel begann, hatten noch längst nicht alle Zuschauer ihre Eintrittskarten erwerben können. Tore hat sie nicht verpasst und wenn überhaupt, hätte nur eins für den Regionalligisten, Viktoria fallen können. Es dauerte fast eine halbe Stunde, bis der Oberligist so etwas wie eine Torannäherung zustande brachte. Viktorias Kapitän und Torwart Stephan Flauder musste erst in der 36. Minute einen Ball fangen. Bis dahin hatte sein Gegenüber Ertugul Aktas einige Male durchatmen müssen. Die erste Halbzeit gehörte Viktoria, wenn auch die Krönung durch ein Tor fehlte.

Beide Trainer ließen ihre Mannschaft in einem 5-3-2 System gegen den Ball agieren und entsprechend war es ein 3-4-3 bei Ballbesitz. In der zweiten Hälfte änderte sich nichts, TeBe fand weiter kein Mittel, die gut stehende Abwehr der himmelblauen zu überwinden. In der 53. Minute hätte der Treffer für Viktoria fallen müssen, ein Schwimmfest in der TeBe-Abwehr, doch drei Einschussmöglichkeiten blieben ungenutzt. In der 61. Minute reagierte TeBe-Trainer Dennis Kutrieb und nahm Karim Benyamina aus dem Spiel. Er hatte bis dahin kaum einen Stich gesehen. Für ihn kam Bekai Jagne. Auch Thiago Rockenbach da Silva erlebte den Abpfiff nicht auf dem Spielfeld. Er machte in der 69. Minute Platz für Kerem Bülbül.

In der 81. Minute war es soweit, Rafael Brand vollendete eine glänzende Vorarbeit von Timo Gebhart. Der Treffer war überfällig und völlig verdient. In allerletzter Minute wäre TeBe fast noch der Ausgleich geglückt. Es war die erste Flanke im Spiel der Borussen die bis in den Strafraum durchkam und der erst zuvor eingewechselte Murat Turhan, Winterneuzugang von Optik Rathenow, war mit dem Kopf zur Stelle, irgendwie schaffte es Flauder den Ball zu fangen. Zwei taktische Wechsel in der Nachspielzeit durch Viktoria Trainer Alexander Arsovic, dann war die Spielzeit vorüber. Viktoria holte sich den Pokal und hofft jetzt auf einen attraktiven Gegner in der ersten Hauptrunde. Es war ein feiner Zug von Alexander Arsovic, dass er in der Pressekonferenz erwähnte, dass der Sieg auch Jörg Goslar gehört. Goslar, dem Ende April mitgeteilt wurde, dass sein Vertrag, trotz Klassenerhalt nach Abzug von neun Punkten durch das Insolvenzverfahren und trotz Erreichens des Pokalfinales, nicht verlängert wird, wurde vom den Vereinsgremien dann doch sofort freigestellt. Eigentlich wollte er die Saison professionell zu Ende bringen und beim Finale die Mannschaft ein letztes Mal in einem Pflichtspiel betreuen.

Bis zum nächsten Jahr im Wembley des Berliner Amateurfußballs oder woanders? © Foto: Hans-Peter Becker

Entsprechend niedergeschlagen war der unterlegene Oberligist. Nach dem verpassten Aufstieg in die Regionalliga, gab es erneut einen Dämpfer für Tennis Borussia. Während für der FC Viktoria die Saison beendet ist, stehen in der Oberliga noch zwei Spieltage auf dem Programm. TeBe will nach Aussage von Trainer Dennis Kutrieb alles daransetzen, um den zweiten Platz zu verteidigen.

Letztlich zufrieden können die Organisatoren mit der Zuschauerzahl sein, es wurden deutlich mehr als die lediglich erwarteten 1.500. Das Spiel sahen offiziell bekanntgegebene 2.712 Zuschauer.

Hans-Peter Becker

Berliner Pokalfinale 2019 – frühe Anstoßzeit und weniger Zuschauer ?

Der DFB-Pokal ist der einzige Wettbewerb, wo Amateur-Teams – wenigstens für ein Spiel – wieder überregionale Beachtung finden. Voraussetzung dafür ist der Sieg im Finale des jeweiligen Landespokals. Ein warmer Regen ist es zudem für die meist klammen Kassen der Vereine unterhalb der 3. Liga.

Es ist beachtlich, was im Amateurfußball ehrenamtlich geleistet wird. „An jedem Wochenende finden in Deutschland 80.000 organisierte Fußballspiele statt.“ Die Endspiele der einzelnen Landesverbände werden seit 4 Jahren zu einem Finaltag der Amateure zusammengefasst. In diesem Rahmen soll gleichzeitig dem Ehrenamt gedankt werden. In Berlin soll zusätzlich ein Zeichen gegen Homophobie und Transphobie gesetzt werden. So werden während des Finalspiels im Jahn-Sportpark an den Werbebanden die Regenbogenfarben und die Farben der Trans-Bewegung sichtbar sein.

Die Trainer Dennis Kutrieb Tennis Borussia (links) und Alexander Arsovic von Viktoria © Foto: H.-P. Becker

Um den den Berliner-Pokal des Jahrgangs 2019 streiten am Sonnabend, 25.05. zur ungewöhnlichen Anstoßzeit um 10:30 Uhr aus der Oberliga Tennis Borussia und aus der Spielklasse darüber, der FC Viktoria 1889. An diesem Tag werden insgesamt 19 von 21 Finalspielen um die Landespokale ausgetragen. Bis zum Beginn des Endspiels um den DFB-Pokal im Berliner Olympiastadion um 20:00 Uhr werden die Amateurspiele beendet sein. Um möglichst viele Live-Übertragungen in der ARD gewährleisten zu können, musste ein Kompromiss gefunden werden. In Berlin wird nicht nur das Pokalfinale ausgetragen, am Nachmittag findet auch ein Rennen der Formel E statt. So wurde die erste Übertragung in diese ungewöhnlich frühe Zeit verlegt. Davon betroffen sind neben dem Berliner Finale ebenso die Endspiele von Bremen, Hamburg und des Landesverbandes Mecklenburg-Vorpommern. Der letztlich ausschlaggebende Punkt für diese Auswahl waren die kurzen Anreisewege der Mannschaften aus den Stadtstaaten. Lediglich in Mecklenburg-Vorpommern ist die Anreise länger, in Neustrelitz spielt der FC Hansa Rostock gegen den Torgelower FC Greif.

Wer holt den Pokal 2019 ? – von links nach rechts: Nicolai Matt, Dennis Kutrieb, Alexander Arsovic, Stephan Flauder © Foto: Hans-Peter Becker

Auf dem Podium in der Pressekonferenz saßen neben den Trainern die beiden Kapitäne Nicolai Matt von TeBe und Stephan Flauder vom Kontrahenten Viktoria. Wann haben sie zuletzt zu so einer frühen Zeit in einem Pflichtspiel auf dem Platz gestanden ? Irgendwann in der Jugend, gab Stephan Flauder zur Antwort, beide teams haben die selben Voraussetzungen, insofern sollte man das nicht höher hängen, als es ist. Nicolai Matt ergänzte, dass die Trainingsabläufe entsprechend angepasst wurden und das Adrenalin nach Aufstehen am Pokaltag ist eh da und kann eben etwas früher abgebaut werden kann. Außerdem gibt es Menschen, die stehen früh um vier auf um arbeiten zu gehen und wir spielen um halb elf Fußball, insofern ist alles in Ordnung.

Personell haben beide Trainer keine großen Sorgen, eher im Gegenteil. Der TeBe Trainer Dennis Kutrieb muss noch fünf Spieler aus dem Kader streichen, was ihm einiges Kopfzerbrechen bereitet. Viktoria dagegen hat seit der Insolvenz keinen großen Kader mehr, zwei Langverletzte, so muss nur ein Aktiver gestrichen werden. Einen großen Favoriten gibt es nicht, sicherlich ist der höherklassigen Mannschaft von Viktoria etwas mehr zuzutrauen. Mit dem BFC Dynamo wurde im Halbfinale ein Ligakonkurrent ausgeschaltet. TeBe hat im Halbfinale gezeigt, dass sie gegen einen Regionalligisten siegen können, wenn auch mit etwas Glück erst im Elfmeterschiessen, 7:6 gegen die VSG Altglienicke. Beide haben die Chance, ihre nicht gerade optimal verlaufende Saison mit einem Erfolg im Pokal versöhnlich ausklingen zu lassen. Für TeBe ist es die 30. Finalteilnahme, mit 17 Titeln sind sie der Rekordhalter, Viktoria stand bisher zehn Mal in einem Endspiel, als heutiger FC Viktoria 1889 Berlin (nach der Fusion mit Lichterfelde) holten sie 2014 den Titel.

© Foto: Hans-Peter Becker

Für das Spiel werden leider nur etwa 1.500 Zuschauer erwartet und ob die Teile der Fanszene von Tennis Borussia ihre Mannschaft auf „neutralem“ Boden unterstützen werden, die seit Januar aus Protest gegen den Vorstand nicht mehr zu den Spielen gekommen sind, ist ungewiss. Das Spiel am Samstagvormittag wird geleitet von Schiedsrichter Felix Zwayer. Fast genau vor einem Jahr leitete er das Pokalendspiel zwischen dem FC Bayern und Eintracht Frankfurt und war während der WM 2018 als Videoschiedsrichter eingesetzt.

Hans-Peter Becker

Erste AOK-Sportarea in Berlin eröffnet

Am heutigen Montag ist in Berlin die erste AOK-Sportarea „Fit Kids“ gestartet. Ab sofort haben Kinder und Erwachsene jeden Montag von 14:00 bis 15:30 Uhr die Möglichkeit, sich im Landesleistungszentrum Richard Genthe in Wannsee sportlich auszutoben. Das gemeinsame Projekt des Berliner Fußball-Verbandes und der AOK Nordost soll der besorgniserregenden Tendenz, dass sich die Menschen und insbesondere Kinder immer weniger bewegen, etwas entgegensetzen.

„Sport ist sehr wichtig für die Gesundheit. Bewegung beugt Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor und verhindert Übergewicht. Dazu verbessert es die Motorik und stärkt das Selbstvertrauen“, erklärt Cem Efe, Koordinator der Sportareas bei der AOK Nordost. „Mit den Sportareas wollen wir deshalb ein niederschwelliges Angebot schaffen, damit sich schon die Kleinsten regelmäßig bewegen.“

Wissenschaftliche Studien bestätigen Bewegungsmangel

90 Minuten moderate Bewegung am Tag empfehlen Experten Kindern. Wie die „Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen“ (KIGGS) des Robert-Koch-Instituts bestätigt, steigt der Bewegungsmangel bei Kindern und Jugendlichen allerdings immer weiter an. Dies ist eine besorgniserregende Entwicklung, der die AOK Nordost gemeinsam mit dem Berliner Fußball-Verband etwas entgegensetzen will. Mit den AOK-Sport- und Gesundheitsareas sollen multifunktionale Sportstätten in den Berliner Bezirken eingerichtet werden, um einen unkomplizierten Einstieg zu mehr Bewegung zu schaffen. Das Angebot unter dem Motto „Sport für Jedermann“ richtet sich an Menschen jeder Altersklasse (Kinder, Jugendliche, Senioren), die bisher kaum oder gar keinen Sport treiben und sich nur wenig mit gesundheitsfördernden Maßnahmen auseinandersetzen.

Gerd Liesegang, BFV-Vizepräsident Qualifizierung und Soziales, sagt: „Vor allem Kinder und Jugendliche, die sich wenig bis gar nicht sportlich betätigen, können durch dieses Angebot an den Sport herangeführt werden. Gemeinsam mit der AOK Nordost haben wir dieses Projekt initiiert, um den Einstieg zu mehr Bewegung möglichst unkompliziert und unterhaltsam zu gestalten. Der Spaß steht bei diesem Sportprogramm im Vordergrund.“

Bewegungspotenzial voll ausschöpfen

Das angebotene Movement-Training zielt darauf, das riesige Bewegungspotenzial des Menschen voll auszunutzen und vereint dabei Trainingsformen aus unterschiedlichsten Sportarten. Die Kinder haben die Möglichkeit, ihrem Bewegungsdrang ohne Leistungsdruck nachzugehen. Dabei wird vor allem Wert auf die Förderung der biopsychosozialen Gesundheit, die motorische, kognitive und persönliche Entwicklung sowie das Erlernen sozialer Kompetenzen gelegt.

Eine Anmeldung für die Teilnahme am Sportprogramm ist nicht notwendig und für alle kostenlos – ganz unabhängig von der Kassenzugehörigkeit.

Training: ab 4. Februar 2019 immer montags von 14:00 bis 15:30 Uhr

Trainingsort: Sporthalle, Am Kleinen Wannsee 14, 14109 Berlin

Ansprechpartner: Tino Schulz

Quelle: Berliner Fußball Verband

Neujahrsempfang des Berliner Fußball-Verbandes im Olympiastadion

DFB Präsident Reinhard Grindel © Foto: Frank Toebs

Ein nicht seltener Gast des Berliner Verbandes, DFB-Präsident Reinhard Grindel, sprach beim Neujahrsempfang nicht nur die Stadt betreffende Themen an. Per Du mit dem ersten Mann des BFV, Bernd Schultz, gab es eine deutliche Warnung an den Nordostdeutschen Fußball-Verband (NOFV) nicht nur Maximalpositionen zu vertreten, wenn es um die anstehende Regionalligareform geht. „Auch in der Politik muss sich jeder bewegen“, meinte er. Sonst würden am Ende die Mehrheiten bei nächster Gelegenheit darüber abstimmen, wie es mit dem Aufstieg der Regionalliga-Meister weitergehen soll. Gemeint war wohl auch das dann mögliche Ende des NOFV-wie von einigen bereits vorausgesagt.

Der Berliner Verband hat mittlerweile etwa 150.000 Mitglieder. Viele, die auch spielen möchten, sind aber nur auf Wartelisten, weil es bereits oft soweit ist, dass nur die begabtesten Kinder aufgenommen werden. Staatssekretär Alexander Dzembritzki und Thomas Härtel, Präsident des Landessportbundes, diskutierten darüber und über die Forderungen die Interessen des Sports noch mehr durchzusetzen.

Den Goldenen Fußball 2019 erhielt Frank Michalak, der eine sehr berührende Rede hielt. Er sprach nicht in seiner Eigenschaft als Vorstand der AOK-Nordost, sondern als Fußballer und Trainer. Das machte ihn sehr symphatisch.

Sieger in der BFV-Kampagne „Fairplay-Geste 2019“ wurde der Kapitän des 1.FC Afrisko II, Robin Claus. Dieser war am Sonnabend verhindert. Er wurde von einem Vorstandsmitglied und Spieler des Klubs hervorragend vertreten. Claus hatte in einer Partie absichtlich einen Elfmeter verschossen. Dadurch konnte die Erregung bei allen Beteiligten wieder heruntergefahren werden. Im Anschluss an die Übergabe des Schecks über 750 Euro gab es noch Diskussionsbedarf bei Reinhard Grindel und dem Vertreter Afriskos.

In seinem Verein Spandauer Kickers bereits seit Gründung 1975 erster Vorsitzender, war es in der Jesse-Owens-Lounge nun an der Zeit, die Goldene Ehrennadel des Verbandes an Jürgen Pufahl zu vegeben. Pufahl, ein Notar, ist schon seit längerem Vizepräsident „Recht“ beim BFV. Hier hat er sich hervorragende Verdienste um Themen wie Verschmelzungen von Vereinen und ähnlich erworben.

Frank Toebs

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