Hertha rettet sich

Um ehrlich zu sein, auch der Kommentator gehörte zu den Skeptikern, was die Chancen der „Alten Dame“ für das Rückspiel in Hamburg anging. Das Fünkchen Hoffnung näherte sich rein aus der Tatsache, dass lediglich ein einziges Tor aufzuholen war. Zudem äußerte mein Kollege Frank Toebs:“Fußball ist ein verrückter Sport und man hat schon die tollsten Dinge erlebt.“ Wir hatten beide kurz zuvor das Endspiel um den Berliner AOK-Pokal gesehen, als der VSG Altglienicke durch gleich zwei Treffer in der Nachspielzeit der Sieg entrissen wurde.

Hertha versuchte ein schnelles Tor zu erzielen, ging, wie man so sagt, sofort vorne drauf. Erzwang gleich einen Eckball und nach nur vier Minuten war der Rückstand aus dem Hinspiel wettgemacht. Besser ging es nicht. Hertha Kapitän Boyata und Belfodil stiegen gemeinsam zum Kopfball hoch, vielleicht wurde der HSV Keeper dadurch leicht irritiert, das Ding war drin. Die Stimmung Volkspark gleich einmal etwas eingefroren und den HSV zum Nachdenken gebracht.

Mit zunehmender Spieldauer zeigten die aufgebotenen Herthaner eine in dieser Spielzeit selten gesehene mannschaftliche Geschlossenheit. Da ackerte einer für den anderen. Zu erwähnen ist, dass Kevin-Prince Boateng fast das gesamte Spiel absolvierte und seinen Beitrag als „agressiv-leader“ auf dem Platz ausfüllte. Er sah nach 30 Minuten die erste Gelbe Karte des Spiels.

Die Abwehr stand sicher, vor allem der im Hinspiel so schmerzlich vermisste Ascacibar räumte als einziger Sechser konsequent vor Abwehr auf. Auf den Außenverteidiger-Positionen ließen die beiden Routiniers Pekarik und Plattenhardt wenig zu. Im Tor hatte Christensen nicht allzu viel zu tun. Am Ende zählte die Statistik 10 Torschüsse für den HSV. Davon waren lediglich zwei richtig gefährlich.

Ähnlich verhielt es sich für den HSV-Keeper Heuer Fernandez. Der musste allerdings in der 63. Minute erneut den Ball passieren lassen. Diesmal war es ein direkt verwandelter Freistoß von Plattenhardt. Halblinks, ziemlich spitzer Winkel, direkt mit Schnitt auf das Tor gezirkelt, was für ein Traumtor vor der Tribüne, wo sich die ganz beinharten HSV versammeln. Die endgültige Entscheidung verpasste Jovetic, der frei auf den Torwart zulaufen konnte, leider zu zentral abschloss.

Nach einer über sechsminütigen Nachspielzeit beendete Schiedsrichter Aytekin die Partie und somit war es amtlich. HSV Ikone Felix Magath hatte seine Mission erfüllt. Zudem bleibt sein Nimbus, als Trainer niemals abgestiegen zu sein, weiter erhalten.

Hertha bleibt das Schicksal eines erneuten Abstiegs erspart und der HSV muss einen neuen Anlauf nehmen. Hinzu kam die Tragik des aktuellen HSV Spielers Jonas Meffert. Er scheiterte bereits zum dritten Mal in der Relegation. 2015 mit dem Karlsruher SC, pikanterweise am HSV, er war es, der das umstrittene Handspiel begangen haben soll, das zu dem Freistoß führte, der das entscheidende Tor für den Verbleib in der Bundesliga ermöglichte. Im vergangenen Jahr 2021 verlor er als Spieler von Holstein Kiel gegen den 1. FC Köln, der Rest ist bekannt.

Berlin darf sich in der kommenden Saison wieder auf ein Stadtderby freuen, Hamburg auch und Felix Magath will Holzhacken gehen.

Hans-Peter Becker

nur der 1. FC Union blieb übrig

„Erreicht Hof mit Müh und Not“, der 1. FC Union quälte sich in Karlsruhe und hatte Glück in der Verlängerung, da gelang ausgerechnet Nico Schlottebeck das goldene Tor. Schlotterbeck spielte zwei Jahre, von 2015-2017, für den Nachwuchs des KSC. Im Gegensatz zum Auftritt der Hertha, stand bei den Eisernen wenigstens die Abwehr. Die Karlsruher versuchten es zu oft mit hohen Flanken in den Strafraum, die von hochgewachsenen Verteidigung der Unioner abgeräumt wurden. Packende Torraumszenen waren Mangelware und ein Klassenunterschied überhaupt nicht zu sehen. Über diesen mauen Auftritt werden die Eisernen intern reden müssen. In der Auswertung dürfte Urs Fischer, der ja ein eher ruhiger Zeitgenosse ist, etwas lauter geworden sein.

Zum Auftakt des Pokalwochenendes hatte sich Hertha in Braunschweig…, ja was ? Nimmt man das nackte Ergebnis, 4:5 verloren, war es eine Blamage. Beide Mannschaften spielten quasi ohne Abwehr. Bei dem Rückkehrer in die 2. Bundesliga war praktisch jeder Schuss ein Treffer und Hertha Angriffsleistungen sind eigentlich zu loben. Nur, so ganz ohne Abwehr ist kein Spiel zu gewinnen. Die Braunschweiger hatten zudem eine übergroße Portion Matchglück. Hertha ist schon raus aus dem Pokal und vor dem Bundesligastart kann einem Angst und Bange werden. Der neue Flughafen in Berlin ist keine so große Baustelle mehr, wie die Hertha-Mannschaft. Im Gegensatz zum BER hat Hertha noch Geld auf dem Konto.

Vergessen wir nicht den Dritten im Bunde, die VSG Altglienicke, verspätet qualifiziert als Sieger des Berliner Pokals. Sie hatten ja das Heimrecht mit dem 1. FC Köln getauscht und standen in der Kölner Arena auf verlorenem Posten. In Berlin wäre es ihnen nicht anders ergangen. So sparten sie eine Menge Geld. Mit viel Selbstvertrauen versuchten die Schützlinge von Karsten Heine dagegen zu halten. In der 17. Minute sorgte eine strittige Elfmeterentscheidung für die frühe Kölner Führung. Den vom Kölner Kapitän geschossenen Strafstoß hätte VSG-Keeper Bätge fast gemeistet. Bis zur Halbzeitpause bauten die Kölner ihre Führung auf 3:0 aus. Das Spiel war frühzeitig entschieden. Die VSG steckte nie und versuchte wenigstens den Ehrentreffer zu erzielen. Am Ende siegte der Effzeh standesgemäß mit 6:0.

Hans-Peter Becker

Berliner Mannschaften im kommenden DFB-Pokal

In diesem Jahr ist alles anders. Es stehen zwar noch nicht alle Teilnehmer an der 1. DFB-Pokal Runde fest, der Pokaltag der Amateure fiel der ersten Corona-Welle zum Opfer und soll im August irgendwie nachgeholt werden, gelost wurde trotzdem. So kamen halt Platzhalter zum Einsatz und vor der Auslosung wurde gezeigt, wie es mal war, in vollbesetzten Stadien, auf überfüllten Sportplätzen in der Provinz, als die Behelfstribünen wackelten, wenn Favoritenstürze bejubelt werden konnten.

Die beiden Berliner Proficlubs hatten nicht unbedingt das, was als Losglück bezeichnet werden kann. Hertha BSC hat wenigstens keine lange Anreise und muss beim Zweitligaaufsteiger oder besser Rückkehrer Eintracht Braunschweig ran. Die Braunschweiger hatten zuvor ihre weitere Teilnahme am Pokal des Niedersächsischen Verbandes abgesagt. „Wir möchten so den Weg frei machen, um den drei Regionalligisten TSV Havelse, VfB Oldenburg und BSV Rehden einen sportlich fairen Wettbewerb um die Teilnahme am DFB-Pokal zu ermöglichen“, erläutert Peter Vollmann, Sportdirektor von Eintracht Braunschweig.“ Hertha ist in Braunschweig als Pokalgegner kein Unbekannter. Bereits drei Mal waren sie an der Hamburger Straße zu Gast. So lautete der erste Kommentar aus dem Hertha-Lager. „Wieder nach Braunschweig. – Es wird auch dieses Mal ein hartes Stück Arbeit, solche Duelle haben immer eine gewisse Brisanz. Aber natürlich kann unser Ziel nur lauten, weiterzukommen“, kommentierte Michael Preetz die Paarung, die es so schon vor zwei Jahren gab. Damals gewannen die Spreeathener nach Toren von Marvin Plattenhardt und Vedad Ibisevic mit 2:1.“ Davor allerdings, 2004 und 1974 wurde verloren.

Der 1. FC Union muss etwas weiter anreisen. Gegner ist ein alter Bekannter aus der 2. Bundesliga, der aktuelle Zweitligist Karlsruher SC. Weitere Worte zum Gegner waren bisher aus der Alten Försterei nicht zu hören. Im Pokal ist diese Begegnung eine Premiere, als Zweitligisten spielten sie 20 Mal gegeneinander. Die Bilanz ist recht ausgeglichen, 7 Siege, 7 Niederlagen und 6 Unentschieden stehen zu Buche.

Geplant ist, dass die Spiele zwischen dem 11. und dem 14. September 2020 stattfinden. Der dritte Teilnehmer aus Berlin wird noch ermittelt, sportlich oder vielleicht per Los ? Der Gegner steht bereits fest. Es wird, wie 2018, der 1. FC Köln sein, damals ein Zweitligist, es war ein deutlicher Sieg gegen den BFC Dynamo. Diese Partie könnte eine erneute Auflage erfahren. Der BFC steht im noch nicht ausgetragenen Halbfinale.

Geplant ist: „Am 22. August 2020 wollen sich am Finaltag der Amateure weitere unterklassige Mannschaften qualifizieren. Über 90 Vereine kämpfen dann noch um die 23 freien Plätze in der erste Pokalrunde. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie sind nach wie vor spürbar: Alle Amateurclubs müssen bis Mitte August eine Heimspielstätte benennen und vor allem ein mit den zuständigen Behörden abgestimmtes Hygienekonzept vorlegen.“

Hans-Peter Becker

Letzter Spieltag in der 3. Liga

Der VfL Osnabrück (76 Punkte) und der Karlsruher SC (71 Punkte) stehen als Aufsteiger in Liga Zwei fest. Auch, dass Wehen Wiesbaden die Relegationsspiele – wahrscheinlich gegen FC Ingolstadt oder den SV Sandhausen – erreicht hat. Am letzten Spieltag entscheidet sich allerdings erst, wer absteigt. Der VfR Aalen (30 Punkte) ist weg. Der Tabellenletzte machte Energie Cottbus bei dessen 2:1-Sieg das Leben ordentlich schwer. Mit dem Heimsieg erzielte Cottbus immerhin 44 Punkte, Platz 15 und ist jetzt nur noch von Großaspach (42 Punkte) einholbar. Sonnenhof Großaspach (Tabellen17.) gewann mit 5:2 gegen FSV Zwickau, steht aber auf dem vierten Abstiegsplatz unter dem Strich. Das könnte sich am letzten Spieltag ändern. Die Lage hat sich unten weiter zugespitzt. Fortuna Köln (39 Punkte) ist infolge der 2:3-Niederlage bei 1860 München auch abgestiegen, empfängt aber nun Großaspach am 38. Spieltag. Wie verhält es sich mit Einsatzwillen bei bereits abgestiegenen Mannschaften? Gewinnt Großaspach und verliert Cottbus oder Jena, dann wäre Großaspach gerettet. Energie Cottbus muss nach Braunschweig und Eintracht ist mit ebenfalls 44 Punkten noch gefährdet. Ich glaube nicht an einen Nichtangriffspakt.

Selbst der Drittletzte, Sportfreunde Lotte, hat rechnerisch mit 40 Punkten bei Berücksichtigung des Torverhältnisses noch geringe Möglichkeiten. Sie verloren 0:3 in Unterhaching und empfangen nun die Würzburger Kickers.

Unterhaching (45 Punkte) hat damit den Klassenerhalt geschafft, es fragt sich jedoch, welchen Kampf liefern die Würzburger ab, bei denen es um nichts mehr geht. Carl Zeiss Jena (43 Punkte) hat mit dem 1:0-Auswärtssieg beim SV Meppen am vorletzten Spieltag das rettende Ufer erreicht, muss es aber im Heimspiel gegen 1860 München auch bestätigen. Hinsichtlich der Folgen für die Regionalliga Nordost wäre es wünschenswert, dass Jena und Cottbus in der 3. Liga verbleiben. Es wird weiter gezittert.

Christian Zschiedrich   

Erbittertes Abstiegsrennen in der 3. Liga

Sähe das Tabellenbild nach dem 38. Spieltag in Liga Drei so aus, wie zwei Spieltage zuvor, Cottbus wäre auf Platz 15 und gerettet. Mit dem 2:1 (Tore: 1:0 (22.) Pflücke; 1:1 (27.) Rangelow, 1:2 (64.) Rangelow) Auswärtssieg beim KFC Uerdingen sprang Energie aus dem Keller.

Dafür aber rutschte nach der 3:4-Heimniederlage gegen die Würzburger Kicker, der in letzter Zeit so effektiv spielende FC Carl Zeiss Jena unter den Strich, knapp, infolge des schlechteren Torverhältnisses gegenüber den Sportfreunden aus Lotte. Beiden haben jetzt 40 Punkte. Die SpVgg. Unterhaching ist mit 42 Punkten längst nicht gesichert.

Aus Sicht unserer Berliner Regionalligisten wäre es von Vorteil, wenn Jena und Cottbus die Liga halten, dann steigt vielleicht nur ein Regionalligist direkt ab. In der aktuellen Lage würde es Budissa Bautzen und nicht mehr Optik Rathenow treffen. Die VSG Altglienicke musste in Rathenow Federn lassen und verlor mit 1:2. In der Regionalliga sind es, wie in der 3. Liga, nur noch zwei Spieltage. Die versprechen Spannung hoch drei.

Fortuna Köln erreichte trotz der erzielten Führung in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit (1:0 Schiek 45.+1),  durch ein Eigentor von Rehnen (70.) nur ein 1:1 gegen den SV Meppen. Die Fortunen bleiben damit auf dem vorletzten Platz und haben nunmehr 39 Punkte. Spannender geht es nicht.

Ab dem vorletzten Spieltag werden alle Spiele zeitgleich ausgetragen. Energie Cottbus – VfR Aalen; Unterhaching – Sportfreunde Lotte; SV Meppen – Carl Zeiss Jena; 1860 München – Fortuna Köln; Großaspach – FSV Zwickau. Bereits abgestiegen ist der VfR Aalen.

Der bereits feststehende Aufsteiger VfL Osnabrück muss nach Wiesbaden. Rein rechnerisch steht der Karlsruher SC mit 68 Punkten noch nicht als zweiter Aufsteiger fest, hat aber vier Punkte Vorsprung vor Wiesbaden. Der KSC muss am 37. Spieltag nach Münster zu den Preußen. Halle, mit Minimalchancen auf die Relegation, verlor mit 1:2 zu Hause gegen Preußen Münster und empfängt Eintracht Braunschweig. Die Braunschweiger konnten sich aus dem Keller arbeiten und sind mit 44 Punkten fast gerettet.

Christian Zschiedrich

Cottbus auf Platz 17, punktgleich mit Fortuna Köln und Großaspach

Energie Cottbus gewinnt mit 3:0 bei den Sportfreunden Lotte (15.) und kommt bis auf einen Zähler, jetzt mit 38 Punkten an den im Kreis Steinfurt (Westfalen) beheimateten Club heran. Allerdings steht Energie trotz des großartigen Sieges weiter auf einem Abstiegsplatz, Tabellen 17. Nur das bessere Torverhältnis spricht mit der Differenz von minus 8 zu minus 5 für Lotte.

Ebenfalls 38 Punkte hat Fortuna Köln mit der wesentlich schlechteren Tor-Differenz von minus 21. Es ist enorm eng, bei vier Absteigern. Der Tabellenvorletzte (27 Punkte), der Carl Zeiss Jena gewann mit 3:1 gegen Wehen Wiesbaden (4.).

Eintracht Braunschweig gewann mit 3:0 in Uerdingen (jetzt 11.) und kletterte mit 40 Punkten auf Platz 14. Fortuna Köln erreichte zu Hause nur ein 1:1 gegen die SpVgg. Unterhaching und hängt nun mitten im Schlamassel. Es bestätigt wieder einmal, dass die führenden Clubs gegen nicht abstiegsgefährdete Mannschaften mehr erreichen können.

Den Aufstieg bereits sicher hat der souveräne Tabellenführer VfL Osnabrück. Feiert mal ordentlich. Das nächste Spiel ist am Samstag, 27.04.2019, in Cottbus und die brauchen jeden Punkt. Es folgen noch vier Spieltage, auf Platz 3, dem Relegationsplatz, hat sich der Hallesche FC mit einem 3:0 gegen 1860 München (10.) vorgearbeitet – nur 3 Punkte weniger als der Karlsruher SC (62 P.). Chancenreich im Rennen ist weiter der SV Wehen Wiesbaden mit 58 punkten.

Christian Zschiedrich

Jetzt geht es in Liga Drei ans Eingemachte

Sechs Spieltage stehen in Liga 3 noch aus. Der VfL Osnabrück lässt sich die Tabellenführung mit 67 Punkten bestimmt nicht mehr nehmen. Zweiter Aufsteiger wird wohl der Karlsruher SC werden. Auf dem Relegationsplatz drei steht SV Wehen Wiesbaden mit 55 Punkten, mit nur drei Punkten weniger als die Karlsruher.

Unten geht es bei vier Absteigern um die Existenz. Derzeit sind es Großasbach (34 P.), Cottbus (34  P.), Carl Zeiss Jena (31 P.) und der VfB Aalen (30 P.). Entschieden ist noch gar nichts. Denn unmittelbar über dem Strich stehen Braunschweig (36 P.), die Sportfreunde Lotte (36 P.). Selbst Fortuna Köln (37 P.) ist noch keineswegs gesichert.

Wir im Nordosten schauen natürlich besonders auf Energie Cottbus und Carl Zeiss Jena. Am 31. Spieltag holte Jena im Kampf gegen den Tabellenletzten aus Aalen nur einen Punkt (1:1). Am 32. Spieltag besiegte Jena zu Hause Energie Cottbus 2:1 und hofft im Abstiegskampf weiter auf ein Wunder. Cottbus jubelte einen Spieltag zuvor über das 4:3 gegen Fortuna Köln. Trotz der Pleite in Jena hat sich Energie nicht aufgegeben. Im Gegenteil, Pele Wollitz will mit seinem Team gegen den 1.FC Kaiserlautern weiter alles geben. Jena muss nach Rostock (5.) zum FC Hansa und Fortuna Köln reist nach Wiesbaden. Die Sportfreunde Lotte haben in Aalen auch noch nicht gewonnen.

Zwischen Braunschweig und Großasbach, der Sechzehnte gegen den Siebzehnten, könnte es auch einen Verlierer geben. Eigentlich wie jedes Jahr ein spannender Abstiegskampf. Das Positive: Spannung erhöht angeblich das Geschäft.

Christian Zschiedrich

Vereinsstreitigkeiten schaden auch den Spielern

Das jedenfalls drückt sich in den neuerlichen Ergebnissen beim Chemnitzer FC in der Regionalliga Nordost aus. Plötzlich dominieren politische Schlagzeilen um den verstorbenen Hooligan Thomas Haller in Verbindung mit dem Rücktritt von Thomas Uhlig von seinen Ämtern.

Den Ergebnissen nach profitieren möglicherweise zwei Berliner Clubs: Am 24. Spieltag holte Altglienicke einen Punkt beim überraschenden 4:4 in Chemnitz. Aktuell endete das Spiel des souveränen Ersten gegen den Zweiten im Poststadion 2:0 für die Berliner. Sie rücken nunmehr mit 51 Punkten näher an  den Spitzenreiter, aktuell 58 Punkte, heran. Chemnitz hat aber ein Spiel weniger ausgetragen. Der ins Wanken gerateneTabellenführer empfängt am 26. Spieltag Budissa Bautzen (abstiegsgefährdet), während für BAK 07 am Sonntag, 31.3., 13.30 Uhr, das Berlin-Derby gegen Altglienicke (28 Punkte) im Poststadion ansteht. Altglienicke holte beim 0:0 gegen Viktoria einen wichtigen Punkt. Viktoria steht mit 33 Punkten recht ordentlich da, Tabellenplatz 8, nach dem der Club bekanntlich 9 Punkte infolge des Insolvenzantrages abgezogen bekam. Viktoria muss am Samstag, 30.03., zum Vorletzten Bischofswerda.

Bereits am Freitag,29.3. heißt es ab 19.00 Uhr: BFC Dynamo – Hertha BSC II. Hertha, dritter mit 44 Punkten, schlug am 25. Spieltag Babelsberg 03 mit 2:1. Babelsbberg ist Tabellensechster und hat 36 Punkte. Die Begegnung von Dynamo in Nordhausen wurde abgesagt und soll bereits am Mittwoch, 27.3. nachgeholt werden. Der BFC ist als Tabellenelfter mit 29 Punkten noch keineswegs sorgenfrei. Zum Glück brachte das mühsame 1:0 über den Tabellenletzten Optik Rathenow drei wichtige Punkte. Die Rathenower haben sich mit nur 15 Punkten noch nicht aufgegeben, wollen versuchen, das Feld von hinten aufrollen, haben RW Erfurt jetzt 2:1 geschlagen.

Sollte das Chaos in Chemnitz weiter erfolgreichen Sport verhindern, könnte es oben noch einmal richtig spannend werden. Der Meister der Regionalliga Nordost steigt direkt in die 3. Liga auf. Mindestens eine, höchstens fünf Mannschaften steigen ab.

Neben Jena und Cottbus ist nun auch FSV Zwickau in der 3. Liga richtig ins Abstiegsrennen  geraten. Energie Cottbus gewann mit 3:0 über Preussen Münster, schöpfte Hoffnung. Gegen den Tabellenzweiten Karlsruher SC gab zuletzt in Cottbus eine 0:2-Niederlage.

Christian Zschiedrich

Die fußballlose Zeit ist vorbei

Bis zum Beginn der Bundesliga ist es zwar noch zwei Wochen hin; für Transfergeschäfte steht sogar der gesamte August noch zur Verfügung. Die „erstklassige“ 3. Liga servierte neben einem Zuschauerrekord – über 100.000 Fans sind am ersten Spieltag in die Stadien geströmt – auch den Sieg von Aufsteiger Energie Cottbus gegen Hansa Rostock.

Nachzutragen ist das erste Montagspiel der 3. Liga von Lotte gegen Meppen. es endete torlos. Namhafte Traditionsvereine wie Hansa Rostock, Fortuna Köln, Uerdingen, 1860 München, Karlsruher SC, Eintracht Braunschweig, VfL Osnabrück, Carl Zeiss Jena, FSV Zwickau, Unterhaching, Preussen Münster und der 1.FC Kaiserslautern sorgen für Attraktivität. Über 41.000 Zuschauer sahen am Betzenberg den 1:0-Sieg von Kaiserslautern über 1860 München. Der nächste Spieltag bringt interessanten Begegnungen, so empfängt der FC Hansa Rostock Überraschungsabsteiger-Absteiger Braunschweig. Die Hanseaten wollen nach der Auftaktniederlage in Cottbus einen Fehlstart vermeiden.

Der Regionalliga-Auftakt lässt ebenfalls für die gesamte Saison Spannung hoch drei schlussfolgern. Aus Berliner Sicht hocherfreut der 4:1-Auswärtssieg des BFC Dynamo in Auerbach. Zu Beginn steht Dynamo also ganz oben in der Tabelle. Wenn doch schon Schluss wäre. Aufsteiger Optik Rathenow gewann zu Hause mit 4:1 gegen Oberlausitz Neugersdorf, gefolgt von RW Erfurt, 3:0 bei Altglienicke und gefolgt vom 1.FC Lok Leipzig, ein 3:0-Heimsieg gegen Meuselwitz. Der Blick auf die Berliner Vereine: Altglienicke ziert die Rote Laterne und Viktoria 89 verlor in Bautzen (0:2). Herthas Zweite holte beim 1:1 Nordhausen immerhin einen Punkt und der BAK 07 spielt gegen Bischofswerda erst  am 19. August.

Für Altglienicke steht die nächste Partie steht bereits am Mittwoch, 19.00 Uhr, im Amateurstadion bei Hertha U23 an. Der Chemnitzer FC gewann mit 3:2 gegen Union Fürstenwalde und empfängt ebenfalls bereits am Mittwoch, 19.00 Uhr, Tabellenführer BFC Dynamo. Viktoria 89 hat es am Freitagabend 19.00 Uhr, mit dem 1.FC Lok Leipzig zu tun. Mal schauen, was die Titelanwärter so von sich geben.

Christian Zschiedrich