Der nächste Rückkehrer bei den BR Volleys

Mit der Verpflichtung von Ruben Schott sendeten die BR Volleys bereits ein starkes Signal für die Saison 2021/22. Nun dürfte ein weiterer Rückkehrer aus der polnischen PlusLiga ebenfalls für Aufsehen sorgen: Jeffrey Jendryk trägt nach einer Spielzeit bei Asseco Resovia Rzeszow wieder das Berliner Trikot und hat einen Einjahresvertrag beim Hauptstadtclub unterschrieben. Der amerikanische Mittelblocker startet am morgigen Freitag (28. Mai) mit Team USA & Benjamin Patch in die Volleyball Nations League.

„Als ich Ben erzählte, dass meine Rückkehr nach Berlin fix ist, hat er einen Freudentanz hingelegt“, berichtet Jeffrey Jendryk von dem Moment, als er seinem guten Freund die frohe Kunde überbrachte. Frohe Kunde, die auch die BR Volleys Fans entzücken dürfte, denn der sprungstarke Mittelblocker mit dem schelmischen Lächeln findet den Weg zurück in die deutsche Hauptstadt. Ein Jahr lang hielt es ihn in Polen, dann war die Sehnsucht nach Berlin offenbar zu groß. „Ich liebe den Verein, die Arena, unsere großartigen Fans, die Stadt und deren Lifestyle“, fasst Jendryk seine Comeback-Beweggründe zusammen.

2018 wechselte der leidenschaftliche Gamer als Absolvent der Loyola University Chicago nach Deutschland und war von Beginn an Stammspieler unter seinem alten und neuen Trainer Cedric Enard. Geschäftsführer Kaweh Niroomand erinnerte der schlaksige US-Amerikaner damals direkt an einen der zurzeit Weltbesten der Mittelblocker-Zunft, Srecko Lisinac. Seine Entwicklung war erwartungsgemäß rasant und so zog es den 2.08-Meter-Mann nach Erfüllung seines Zweijahresvertrags und dem Corona-Saisonabbruch 2020 zu einem der finanzstärksten Clubs ins Nachbarland nach Rzeszow. Aus Berlin verabschiedete er sich damals mit den Worten: „Ich werde den Verein sowie unsere fantastischen Fans vermissen und hoffe, dass ich eines Tages zurückkehren kann.“ Dieser Tag kam nun schneller, als man es erwarten konnte, was auch Niroomand freut: „Dass Spieler dieser Klasse wieder den Weg zu uns finden, ist eine große Wertschätzung unserer Arbeit. Ob Benjamin Patch, Sergey Grankin oder nun auch Ruben Schott und Jeff Jendryk – alle fühlen sie sich bei uns wohl und können unter diesen Voraussetzungen hoffentlich ihre Topleistungen bringen. Wir formieren eine starke Mannschaft, mit der wir national und international auf uns aufmerksam machen wollen.“

Beim hochambitionierten Club Resovia pendelte Jendryk zuletzt auf seiner Position zwischen Spielfeld und Ersatzbank. „Auch ich hatte mich mit dem Corona-Virus infiziert und es hat mich lange zurückgeworfen. Die Saison verlief insgesamt okay, aber es war auch sehr schwierig Freunde und Familie neun Monate lang nicht zu sehen“, berichtet der US-Amerikaner von Problemen, die viele Sportler im letzten Jahr erlebt haben. Ob Jendryk nun direkt an seine zwei glänzenden Jahre in Berlin anknüpfen kann? Cedric Enard ist sich da sicher: „Er ist ein stets positiver Charakter, der seiner Mannschaft viel gibt. In Polen hat er, speziell im Block, weiter Erfahrung gesammelt. Mit seinen Qualitäten wird auf ihn definitiv Verlass sein. Ich freue mich sehr, wieder mit Jeff arbeiten zu können, denn er ist jemand, der immer alles gibt!“

Neben dem großen Potenzial des 25-Jährigen sieht sein Coach noch einen wertvollen Pluspunkt: „Jeff hatte im Angriff eine gute Verbindung mit Sergey. Diese werden wir schnell wiederherstellen können.“ Besagter BR Volleys Kapitän hatte den Mittelblocker in der letzten Playoffausgabe des Spieltagmagazins VOLLEY MAX übrigens explizit in sein „All-time Dreamteam“ gewählt. Ob Grankin damals bereits eine Vorahnung hatte? Aktuell bewegt sich Jendryk in der „Volleyball Nations League Bubble“, wo er gemeinsam mit Ben Patch am Freitag (28. Mai um 18.00 Uhr) zum Auftakt gegen Nordamerika-Rivale Kanada antritt. Bis zum Eintreffen in Berlin ist die Zielsetzung für den ehrgeizigen US-Boy im Sommer klar: „Ich möchte die VNL gewinnen und es in den Olympiakader schaffen!“

Quelle: Christof Bernier

BR Volleys – Ruben Schott ist „zurück zu Hause“

Am 07. Mai 2017 verabschiedete sich Ruben Schott mit einem knallharten Angriff und dem letzten Punkt der Saison, der den BR Volleys damals den Gewinn der Deutschen Meisterschaft sicherte. Nun, vier Jahre später ist der gebürtige Berliner zurück in seiner Heimatstadt. Der deutsche Nationalspieler, der zuletzt drei Jahre lang in Polen am Netz stand, verstärkt zur Saison 21/22 den Hauptstadtclub. Das verkündete man am Dienstag gemeinsam auf einer Pressekonferenz in der Max-Schmeling-Halle.

Ruben Schott ist das, was man einen waschechten „Berliner Jung“ nennen kann. Nachdem der 1.92 Meter große Angreifer seine Volleyballausbildung im Jahr 2002 beim SV Preußen begann, gelang ihm danach über die Nachwuchsabteilung des SCC sowie den VC Olympia Berlin der Sprung in den Profikader der BR Volleys. Auf Anhieb durfte Schott bereits 2013 ein erstes Mal mitjubeln, als die Berliner den Meistertitel gewannen. 2016 war er ein Mitglied der legendären Triplesieger-Mannschaft, die Meisterschaft, Pokal und Europacup holte. Sein sportlicher Durchbruch folgte spätestens in der Saison 2016/2017 mit starken Leistungen beim Einzug in das Champions League Final Four und auf dem Weg zum eingangs beschriebenen Titelgewinn.

Daher schmerzte es die Verantwortlichen des Hauptstadtclubs, als das Berliner Eigengewächs anschließend die Chance ergriff und sich den Traum vom Ausland erfüllte. „Ich wollte neue Reize setzen und denke, dass es die richtige Entscheidung war, wenn ich meine Entwicklung seitdem betrachte“, erklärt Schott heute. In seinem ersten Auslandsjahr bei Powervolley Mailand (ITA) kam er unter Bundestrainer Andrea Giani noch nicht vollends zum Zug, verbesserte sein Spiel jedoch auch ohne viel Einsatzzeit. Der nächste große Schritt folgte im Trikot von Trefl Danzig. Mit den Polen brillierte er unter anderem in der CEV Champions League, wo man im Viertelfinale erst im „Golden Set“ an der Sensation gegen Zenit Kasan vorbeischrammte. Zuletzt schlug Ruben Schott weiterhin in der PlusLiga als ligaweit bester Annahmespieler der abgelaufenen Saison bei AZS Olsztyn auf.

Nun war es für Verein und Spieler an der Zeit, die Rückkehr des inzwischen 26-Jährigen voranzutreiben. Die BR Volleys wollten ihren „Berliner Jungen“ zurück und auch Schott hatte Sehnsucht nach seiner Heimat: „Es fühlt sich sehr gut an, zurück zu Hause zu sein. Ich bin bereit, viel Verantwortung zu tragen und eine wichtige Rolle im neuen Team einzunehmen.“ Geschäftsführer Kaweh Niroomand sieht in Schott mehr als nur einen erstklassigen Volleyballer und ist entsprechend glücklich über die Verpflichtung: „Es ist immer schön, wenn Spieler den Weg zurück zu uns finden. Ruben hat sich in seinen Jahren im Ausland hervorragend entwickelt. Er hat die Fähigkeiten, um ein Leistungsträger der Mannschaft und eine Identifikationsfigur des Vereins zu werden.“

Für zwei Jahre hat Schott unterschrieben, wobei Niroomand ergänzt: „Wenn es nach uns geht, würden wir Ruben noch lange Zeit im BR Volleys Trikot sehen wollen.“ Von den Qualitäten des Rückkehrers ist der 68-jährige Manager nämlich längst vollends überzeugt: „Ruben wird uns noch mehr Stabilität bringen. Er ist technisch unheimlich versiert. Seine große Stärke ist die Annahme, im Angriff findet er clevere Lösungen und auch im Aufschlag hat er einen Sprung gemacht. Ruben ist ein kompletter Spieler.“

Mehr als 80 Länderspiele hat Schott bereits bestritten, weitere werden im Sommer in der Volleyball Nations League (Start 28. Mai) und bei der Europameisterschaft im September hinzukommen. Dann endlich warten der Volleyballtempel und das Berliner Publikum auf ihn – ein sicher emotionaler Moment: „Ich freue mich darauf, viele Bekannte wiederzusehen und vor Freunden und Familie zu spielen. Ich weiß auch, dass ich hier in Berlin als deutscher Nationalspieler wieder mehr im Fokus stehen werde. Das gehört dazu und auch auf diese Herausforderung freue ich mich.“

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier ©Pressefoto Credit: Michal Hundt

Nehemiah Mote wechselt in die Hauptstadt

Die BR Volleys haben wieder einen Australier in ihren Reihen: Nehemiah Mote wechselt vom Bodensee in die Hauptstadt und schließt die erste Lücke im Mittelblock. Der 27-jährige Nationalspieler stand bereits vor fünf Jahren auf der Kaderliste der Berliner, doch eine schwere Knieverletzung verhinderte damals seinen Aufschlag an der Spree. Nun fühlt sich der Mann mit den markanten Tattoos fitter denn je und möchte mit den BR Volleys das nachholen, was ihm einst verwehrt blieb.

Nachdem die BR Volleys im Jahr 2016 das Triple aus Meisterschaft, Pokal und Europacup gewannen, folgte in der Max-Schmeling-Halle eine denkwürdige Saisonabschlussfeier mit tausenden Fans. Und schon damals brandete lauter Jubel auf, als Kaweh Niroomand die Verpflichtung von Nehemiah Mote verkündete, denn der Australier hatte mit einer bärenstarken Saison im Trikot der früher unter dem Namen TV Ingersoll Bühl aktiven und inzwischen leider aus der Liga zurückgezogenen Badener auf sich aufmerksam gemacht. Berlin freute sich auf einen dynamischen und explosiven Schnellangreifer mit einem Gardemaß von 2.03 Metern. Im Somme folgte jedoch die Hiobsbotschaft: Kniescheibenverrenkung, Operation, lange Zwangspause und damit die unumgängliche Vertragsauflösung.

„Die Verletzung damals war hart für mich, aber ein Karriereende stand nicht im Raum. Ich wollte und musste mich in einem ziemlich langen Prozess wieder an mein vorheriges Leistungsniveau heranarbeiten. Dank der Unterstützung meiner Familie ist mir das zum Glück gelungen“, erzählt der zweifache Vater. Mote kämpfte sich über die Station Volley Amriswil (SUI) 2019 zurück in die Bundesliga. Dort avancierte er nun erneut für zwei Jahre – diesmal im Trikot des VfB Friedrichshafen – zu einer schillernden Figur auf der Mittelblocker-Position. Unvergessen sein “One-handed Block“ gegen Timothée Carle im Hauptrundenspiel in Berlin – eine Aktion, die in keinem Saisonhighlight-Zusammenschnitt fehlen dürfte.

Jetzt wechselt „Nemo“ die Netzseite und wird zukünftig mit Carle und Co gemeinsam die Vereinsfarben des Hauptstadtclubs tragen. Dafür hat der Australier einen Zweijahreskontrakt unterschrieben: „Ich habe nicht damit gerechnet, dass ich diese Chance noch einmal erhalte und die BR Volleys an meine Tür klopfen. Berlin ist Berlin. Dieses Team ist hochveranlagt, die Standards und Erwartungshaltung sind mindestens genauso hoch. Ich will hier keinen Tag verschwenden und immer mein Bestes geben, dann kann ich meinem neuen Team hoffentlich helfen.“ Für Geschäftsführer Kaweh Niroomand ist Mote definitiv ein Zugewinn: „Er hatte ein wirklich starkes Jahr in Friedrichshafen, darum freuen wir uns, dass er sich nun für uns entschieden hat.“ Diese Einschätzung teilt auch der Spieler selbst: „Ich war zufrieden mit meiner Leistung und hatte auch eine wichtige Rolle in der Mannschaft als Stabilisator und Energiespender. Leider gab es nicht das erhoffte Ende, aber persönlich kann ich ein positives Fazit ziehen. Ich habe Friedrichshafen viel zu verdanken.“

Nun also der Schritt in die Hauptstadt, der Niroomand freut: „Wir haben Nehemiah niemals aus den Augen verloren und sind uns mit dem Trainerteam einig, dass er perfekt in unser Profil für den Mittelblock passt.“ Was genau „passt“, erklärt Coach Cedric Enard: „Im Zusammenspiel mit Sergey Grankin ist seine Dynamik im Angriff eine echte Waffe. Nehemiah ist aber auch ein guter Blocker und kann seine Mitspieler emotional mitreißen. Außerdem gibt er unserem Spiel dank seines aggressiven Float-Service – einem der besten der Liga – ein neues Element. Bei all dem, was er mitbringt, freue ich mich einfach, mit ihm zu arbeiten.“

„Service“ ist nicht nur in seines Trainers Augen ein wichtiger Faktor, denn mit diesem Begriff erklärt Mote seine auffälligen Tattoos auf Bauch und Oberschenkeln: „Vereinfacht in einem Wort bedeutet das Service: Gib das Beste, was du hast, für etwas oder jemanden. Das kann deine Familie, dein Land, deine Kultur oder auch dein Klub sein. Meine Tattoos sind aber noch nicht abgeschlossen. Ich habe eines für meinen ältesten Sohn und brauche noch eines für meinen jüngeren.“ Wie seine Köperbemalungen will er auch seine Karriere weiter ausbauen – im Sommer zunächst mit den „Volleyroos“ in der Volleyball Nations League und bei den Asien-Meisterschaften, dann endlich im orangen BR Volleys Trikot: „Ich habe 2014 vor 5.000 Zuschauern in der Max-Schmeling-Halle mit Bühl mein zweites Spiel als Profi bestreiten dürfen. Das war unvergesslich und ich hoffe, dass das im Oktober annährend wieder möglich ist.“

Quelle: Christof Bernier

BR Volleys präsentieren neuen Libero

Santiago Danani heißt der erste Neuzugang der Berlin Recycling Volleys für die Saison 2021/22. Gut eine Woche nach dem Gewinn des Meistertitels stellt der Hauptstadtclub mit einer Topverpflichtung bereits die Weichen für die nächste Spielzeit. Der 25-jährige Argentinier ist Libero seines Nationalteams und zählte in den letzten drei Jahren auf seiner Position zu den besten Spielern in der stärksten Liga der Welt.

Wenn man zwei Spielzeiten in Folge in der italienischen Superlega zum besten Annahmespieler gekürt wird, ist man trotz einer Körpergröße von 1.76 Meter offensichtlich ein ziemlich Großer. Genau dies trifft auf den neuen BR Volleys Libero Santiago Danani zu, der in Berlin einen Zweijahresvertrag unterschrieben hat. Seine Fähigkeiten stellte der Argentinier zuletzt von 2018 bis 2021 für Kioene Padova unter Beweis und war dabei in Italien stets einer der auffälligsten Akteure auf seiner Position. „Santiago war 18/19 und 19/20 nicht nur statistisch der beste Annahmespieler, er wurde auch im Anschluss von den Experten dazu gewählt“, erklärt sein neuer Headcoach Cedric Enard.

Geschäftsführer Kaweh Niroomand erläutert, warum es den BR Volleys gelang, Danani zu verpflichten: „In Italien schränkt die Ausländerbegrenzung die Teams ein, weshalb die Wahl vor allem auf Angreifer anderer Nationalitäten fällt. Es zeigt seine Klasse, dass er zuletzt einen dieser Ausländerplätze als Libero dauerhaft besetzte. Aber es gibt uns eben auch die Möglichkeit, einen solchen Spieler für die Bundesliga zu gewinnen, der sonst sicher bei den absoluten Topteams auf dem Zettel stehen dürfte.“ Bevor er drei Jahre bei Padova überzeugte, entwickelte sich „Santi“ in der argentinischen Heimat bei Obras San Juan Voley und River Plate. Schon in den Jugendnationalmannschaften heimste der Neu-Berliner viele individuelle Auszeichnungen ein, auch ein Olympiaticket für Tokio im Sommer 2021 hat Danani mit seiner Landesauswahl in der Tasche.

Sowohl Niroomand als auch Enard führten viele intensive Gespräche mit und über den Neuzugang – nicht zuletzt mit ehemaligen Mitspielern – und kamen zum selben Ergebnis: „Wir haben uns ausführlich mit ihm beschäftigt und sind uns sicher, dass Santiago sportlich wie auch persönlich gut in unser Team passen wird.“ Angesprochen auf die Qualitäten von Danani ist Coach Enard vor allem in einem Element überzeugt: „In der Annahme verdient er aus meiner Sicht das Prädikat ‘Weltklasse‘.“ Der neue Mann im orange-weiß-karierten Liberotrikot spricht Spanisch, Italienisch sowie Englisch und wird Julian Zenger ersetzen, der die BR Volleys nach zwei erfolgreichen Spielzeiten verlässt. „Manchmal muss man im Sport neue Impulse setzen, was nicht heißt, dass wir uns nicht sehr gut vorstellen können, eines Tages wieder mit Julian zusammenzuarbeiten“, betont Niroomand ausdrücklich.

Die Gegenwart gehört aber Danani und der freut sich auf seinen neuen Verein: „Ich habe über die BR Volleys nur Gutes gehört und bin bereit, mit meiner neuen Mannschaft in allen Wettbewerben nach dem Maximum zu streben. Ich möchte mich bei einem Club beweisen, der um Titel spielt.“

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

Sechs Deutsche Meister verlassen die BR Volleys

Am Donnerstagabend, 15. April durften die Berlin Recycling Volleys den elften Meistertitel ihrer Vereinsgeschichte bejubeln und feierten ihren Erfolg im Anschluss so, wie es die Pandemie-Lage zuließ. Mit dem Saisonende dreht sich wie immer auch das Personalkarussell: Sechs Abgänge aus dem Meisterteam 2021 stehen fest. Neben dem brasilianischen Trio werden unter anderem Vizekapitän Pierre Pujol und Libero Julian Zenger den Hauptstadtclub verlassen.

„Jeder in dieser Meistermannschaft hatte einen wichtigen Anteil am Erfolg. Wir haben uns zusammen durch diese enorm schwierige Saison gekämpft und uns am Ende mit dem Titel belohnt. Das Team ist gewachsen und hat allen Widerständen zum Trotz beim Saisonfinale seine Bestleitung gebracht. Darauf dürfen wir alle gemeinsam unheimlich stolz sein“, zog der Geschäftsführer Kaweh Niroomand ein versöhnliches Fazit einer turbulenten Spielzeit, in deren Anschluss mehrere Spieler das BR Volleys Team verlassen werden. Zu diesen Akteuren zählen die drei Brasilianer Renan Michelucci, Davy Moraes sowie Éder. Die beiden Erstgenannten werden auf ihrer Suche nach mehr Spielanteilen in die französische Liga wechseln. Olympiasieger Éder, der nicht zuletzt in den Playoffs seinen großen Wert für die Mannschaft untermauerte, kehrt in sein Heimatland zurück.

Schmerzlich vermissen wird man auf und neben dem Court zukünftig Pierre Pujol. Den Franzosen, der im Anschluss an den Titelgewinn einmal mehr seine Qualitäten als “Feierbiest“ unter Beweis stellte, zieht es nach Italien. Dass Pujol aber weitaus mehr war, betonte Niroomand bei seiner Verabschiedung: „Pierre war für dieses Team viel wichtiger, als es in der öffentlichen Wahrnehmung den Anschein machte. Er war der Antreiber, Motivator und Wortführer. Außerdem hat er sportlich immer abgeliefert, wenn die Mannschaft ihn brauchte. Pierre hat unserem Verein in seinen insgesamt drei Jahren hier sehr viel gegeben.“

Der Libero der deutschen Nationalmannschaft Julian Zenger wird in der Saison 21/22 ebenfalls nicht mehr für die Berliner auflaufen. Der 23-Jährige wurde mit dem Hauptstadtclub Pokalsieger, gewann zweimal den Supercup und nun seinen ersten Meistertitel. „Julian ist ein sehr feiner Kerl und hervorragender Spieler, bei dem ich mir durchaus vorstellen kann, dass wir ihn irgendwann wieder in Berlin sehen“, so Niroomand über Zenger, dessen Entwicklungspotenzial noch keineswegs erschöpft ist. Mit Youngster Robin Baghdady wird der Vertrag in beiderseitigem Einvernehmen aufgelöst. Der großgewachsene Außenangreifer, der aufgrund einer langwierigen Verletzungspause in dieser Saison nicht wie erhofft zum Zug kommen konnte, benötigt in seinem Alter mehr Einsatzzeit. Diese wird der hochveranlagte Deutsch-Schweizer in einem anderen Team mit weniger starkem Konkurrenzkampf und Leistungsdruck definitiv bekommen.

Gleichzeitig werden wichtige Eckpfeiler der Meistermannschaft 2021 auch in Zukunft das BR Volleys Trikot tragen. Sergey Grankin (bis 2023) sowie Benjamin Patch (bis 2024) haben ihre Verträge in den vergangenen Wochen bereits verlängert. Das französische Außenangreifer-Duo Timothée Carle und Samuel Tuia sowie Mittelblocker Anton Brehme hatten längerfristige Kontrakte. Mit Cody Kessel und Adam Kowalski will der Verein weiterhin zusammenarbeiten und auch mit Denys Kaliberda werden zurzeit Gespräche geführt. Der gesamte Trainerstab mit Cedric Enard, Lucio Oro und Rafal Zajac wird seine Arbeit in identischer Besetzung fortführen.

Wenn sich die BR Volleys zur Saison 2021/2022 wieder treffen, ist hoffentlich etwas mehr Normalität in das gesellschaftliche Leben und den Sport zurückgekehrt. Denn so schön der Meisterschaftserfolg war, so gern hätte man diesen mit allen, die Klub und Team seit Jahren die Treue halten, zusammen gefeiert. Das macht Kaweh Niroomand in seinen abschließenden Worten deutlich: „Wir bedanken uns bei allen Fans, Partnern und Unterstützen, die in dieser herausfordernden Saison und schwierigen Situation bedingungslos zu uns gestanden haben. Unsere BR Volleys Familie hat trotz der räumlichen Distanz ihren starken Zusammenhalt eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Wir sehnen nun dem Tag entgegen, an dem wir uns alle gemeinsam im Volleyballtempel wiedersehen können!“

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

Überzeugend zur 2:0-Führung

Mit einem ebenso konzentrierten wie selbstbewussten Heimauftritt haben sich die BR Volleys in der Finalserie um die Deutsche Meisterschaft einen 2:0-Vorsprung erspielt. In der Max-Schmeling-Halle wiesen die Berliner den VfB Friedrichshafen mit 3:0 (25:22, 25:17, 25:23) in die Schranken und sind nun noch einen Sieg vom elften Titelgewinn entfernt. Dank der geschlossenen Mannschaftsleistung haben die Hauptstädter am Donnerstag (15. Apr um 18.00 Uhr) in Friedrichshafen ihr erstes Matchball-Spiel.

Außenangreifer Cody Kessel hatte sich mit seinem starken Auftritt am Bodensee einen Startplatz für Spiel zwei verdient und ersetzte in der Startformation Timothée Carle. Auch Gästecoach Michael Warm gab seiner Starting-Six mit David Fiel und Martti Jukhami zwei neue Impulse. Anders als noch beim Auftaktspiel am Bodensee waren die BR Volleys dieses Mal aber von Beginn an gut im Spiel. Während sowohl Grankin als auch Vincic sehr darauf bedacht waren, das schnelle Spiel über die Mittelblocker zu etablieren, wog der Auftaktdurchgang direkt hin und her (6:4, 8:9, 14:13).  Ein Ass von Benjamin Patch brachte den Männern in Orange zur Crunchtime das wichtige Break ein (21:19) und dieses verteidigten Grankin & Co, bis Éder den Block zum Satzball setzte (25:22).

Dieser erste Satzgewinn war ein Wirkungstreffer auf Häfler Seite und die Hauptstädter gaben im nächsten Durchgang früh den Ton an. Angeführt vom verlässlich punktenden Patch gab Berlin den Takt vor (7:4, 12:7). Mit einem bestens eingestellten Block machte man den Friedrichshafenern das Leben schwer, so stand der Dreierblock auch gegen den eingewechselten Rares Balean (18:12). Grankin wickelte den Ball zum Ass auf den vierten Meter ein (22:15) und Samuel Tuia beendete Satz zwei per Hinterfeldangriff aus dem Lehrbuch (25:17).

Die BR Volleys erlaubten sich weiter wenig leichte Fehler, doch der VfB bäumte sich in Satz drei noch einmal auf (4:6). Die Mannschaft von Cedric Enard blieb ruhig und konnte dann in Person des späteren MVP Éder wieder zulegen. Ein weiterer Block des Brasilianers brachte die Berliner wieder in die Spur (12:8) und nach einer Aufschlagserie des “Altmeisters“ war eine Vorentscheidung gefallen (17:10). Friedrichshafen hatte im Zuspiel zu Joseph Worsley gewechselt, aber die BR Volleys machten auch davon unbeirrt weiter (19:14, 23:17). Nach gutem Service von Worsley bekamen die Hausherren dann aber doch noch einmal Nervenflattern (24:23), bis ein Fehlaufschlag des US-Amerikaners die Berliner schließlich erlöste (25:23). Michael Warm wählte als logische Konsequenz Éder zum MVP, während Cedric Enard Linus Weber mit MVP-Silber auszeichnete.

Stimmen zum Spiel
Anton Brehme: „Das war eine sehr geschlossene Teamleistung. Ich fand insbesondere unsere Blockarbeit heute sehr gut. Wir haben das umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben: Genau dort weiterzumachen, wo wir Donnerstag aufgehört haben. Das Spiel war vielleicht weniger emotional, weil wir immer die Kontrolle hatten und es weniger strittige Situationen gab.“
Kaweh Niroomand: „Das war heute eine richtig gute, konzentrierte Leistung. Wir haben in allen Elementen Druck gemacht. Es fällt schwer, aus dieser hervorragenden Teamleistungen jemanden hervorzuheben, aber Sergey hat das Spiel erstklassig gelenkt. Er hat die Last von Bens Schultern genommen und perfekt verteilt. Dazu ist die “Kampfsau“ Samuel Tuia einfach nicht zu ersetzen. Wir haben heute Donnerstag veredelt, aber das ist nichts wert, wenn wir nun nicht auch dieses Spiel veredeln.“

BR Volleys Formation
Cody Kessel und Samuel Tuia (AA), Éder und Anton Brehme (MB), Sergey Grankin (Z), Benjamin Patch (D) und Julian Zenger (L) | Eingewechselt: Robin Baghdady, Denys Kaliberda

Topwerte
Patch 15 Punkte, 3 Ass | Éder 12 Punkte, 4 Blocks | Cody Kessel, 11 Punkte, 2 Blocks

Christof Bernier

BR Volleys – Hoffnung bei Michelucci, Entwarnung bei Pujol

Zwei Schockmomente mussten die BR Volleys beim emotionalen Auftaktsieg im Playoff-Finale gegen den VfB Friedrichshafen verkraften: Zunächst wurde Renan Michelucci mit schmerzverzerrtem Gesicht von seinen Teamkollegen vom Spielfeld getragen, dann signalisierte auch Zuspieler Pierre Pujol muskuläre Probleme. Bei beiden Akteuren stellten sich die Verletzungen nach den Untersuchungen am Freitag als weniger schwerwiegend, als zunächst befürchtet, heraus.

Ein MRT-Termin bei Mannschaftsarzt PD Dr. Oliver Miltner ergab beim Mittelblocker Renan Michelucci eine Außenbandverstauchung im rechten Sprunggelenk. „Es ist glücklicherweise nicht ganz so dramatisch, wie es aussah. Sein Einsatz am Sonntag ist aber fraglich“, erklärt BR Volleys Geschäftsführer Kaweh Niroomand und ergänzt: „Es war natürlich sehr hilfreich, dass unser Teamarzt Dr. Oliver Miltner direkt vor Ort war und so die optimale Erstversorgung sichergestellt wurde.“ Der 27-jährige Brasilianer war im dritten Satz nach einem Blockversuch auf dem Fuß eines Mitspielers umgeknickt.

Auch Pierre Pujol musste im Laufe des Spiels mit muskulären Beschwerden an der Quadrizepssehne (rechts) den Court verlassen, nachdem er zuvor für Sergey Grankin eingewechselt worden war. Beim französischen Zuspieler kann Niroomand sogar eine erste Entwarnung geben: „Wir gehen davon aus, dass er am Sonntag wieder auflaufen kann.“ Wie wichtig der 37-Jährige für das BR Volleys Team ist, bewies Pujol nach seiner Hereinnahme, als mit ihm die Wende zum Auswärtserfolg eingeleitet wurde.

Die Finalserie wird am Sonntag (11. Apr um 17.00 Uhr) live auf SPORT1 fortgesetzt.

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

BR Volleys – Entscheidung in Düren

Alles ist angerichtet für einen letzten und sicherlich packenden Schlagabtausch im Playoff-Halbfinale am Samstagabend (27. Mrz um 19.30 Uhr). Nachdem die SWD powervolleys Düren in der „best of three“-Serie vor einer Woche mit einem 3:1-Heimsieg vorlegten, revanchierten sich die BR Volleys am Mittwoch ihrerseits mit einem 3:1-Heimerfolg. Für den Showdown um den Finaleinzug haben die Rheinländer nun wieder Heimvorteil, die Berliner indes vielleicht einen kleinen psychologischen Vorteil.

Die Kulisse von 1.000 Menschen hat die BR Volleys am Mittwochabend definitiv beflügelt. Das Pilotprojekt zur Zuschauerrückkehr bildete einen in Pandemie-Zeiten kaum für möglich gehaltenen, würdigen Rahmen für ein Playoff-Halbfinale. Es passte aus Berliner Sicht ins Bild, dass sich die Hauptstädter bei diesem Anlass gegenüber Spiel eins deutlich steigern und den Ausgleich in der Serie erkämpfen konnten. Mit verbessertem Aufschlag und einer stets wachsamen Block-Feld-Abwehr gewannen die BR Volleys die ersten beiden Sätze (25:22, 25:20), wovon sich die Powervolleys aber keinesfalls verunsichern ließen, sodass sich spätestens in den Sätzen drei (24:26) und vier (29:27) ein phasenweise dramatisches Match entwickelte.

Damit wendete das BR Volleys Team ein vorzeitiges Saisonende ab und erhält morgen eine erneute Chance. Bei dem Vorhaben diese zu ergreifen, wird viel davon abhängig sein, ob Benjamin Patch seine überragende Leistung vom Mittwoch (30 Punkte, 68% Angriffsquote, 3 Asse) bestätigen kann. Vor allem aber beschwört Trainer Cedric Enard den Teamgedanken für das Entscheidungsspiel: „Nur so, wie wir alle gemeinsam am Mittwoch gearbeitet haben, kann es gehen. Das waren der Wille und die Emotionen, die wir brauchen.“ Die gezeigten Qualitäten müssen seine Schützlinge nun wieder bei einem “Geisterspiel“ an den Tag legen und beweisen, dass man auch in leerer Arena den stürmischen Powervolleys gewachsen ist. „Das Gesamtpaket hat gestimmt. Ich hoffe, wir können das morgen genauso zeigen. Düren war in beiden Duellen extrem stark, deshalb wird es garantiert erneut ein ganz harter Kampf. Wir haben kurz regeneriert und wollen nun alles geben“, ist Mittelblocker Anton Brehme entschlossen.

Auf den Sieger dieses Halbfinals wartet in den Endspielen um die Deutsche Meisterschaft schon seit gestern Abend der VfB Friedrichshafen. Die Häfler setzten sich in ihrem Semifinale zweimal knapp mit 3:2 gegen die SVG Lüneburg durch. Auch wenn die beiden Kontrahenten das große Finalziel vor Augen haben, geht man abseits des Spielfelds weiterhin freundschaftlich miteinander um. Das war auch im Anschluss an das Match am Mittwoch zu erleben. Minutenlang werteten die Spieler den emotionalen Abend gemeinsam aus.

Geschäftsführer Kaweh Niroomand hat dabei schon den Kampfgeist des Kontrahenten beobachtet: „Unser Heimsieg hat die Dürener nicht umgeworfen. Das hat man den Spielern deutlich angesehen, sie werden uns in ihrer eignen Arena nochmals zeigen wollen, was eine Harke ist.“ Dennoch haben die BR Volleys sich selbst und dem Gegner bewiesen, welchen Verlauf das Duell nehmen kann, wenn bei den Berlinern vieles bis alles passt. Das könnte eben der kleine, psychologische Vorteil sein.

Das Entscheidungsspiel in Düren wird auf sporttotal.tv im Mehr-Kamera-Stream mit dem ehemaligen SCCer Jaromir Zachrich am Kommentar übertragen.

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

Und der Gewinner ist: BR Volleys erzwingen Spiel drei

Es wurde das erhoffte Volleyballfest! Vor 1.000 Teilnehmenden lieferten sich die BR Volleys und die SWD powervolleys Düren ein umkämpftes Duell – mit dem besseren Ende für die Gastgeber aus Berlin. Der Hauptstadtclub setzte sich mit 3:1 (25:22, 25:20, 24:26, 29:27) durch und glich die „best-of-three“-Serie aus. Welches Team in das Endspiel um die Deutsche Meisterschaft einzieht, entscheidet sich damit am Samstag (27. Mrz um 19:30 Uhr) in Düren.

Volleyball, Herren, Saison 2020/21, 1. Bundesliga, Playoff-Halbfinale, Spiel 2 am 24.03.21, BR Volleys – SWD powervolleys Düren, Jubel nach dem Abpfiff, Foto: Michael Hundt

158 Tage dauerte es, bis die BR Volleys wieder ein Spiel vor heimischem Publikum bestreiten konnten – heute war es so weit. Möglich wurde das Pilotprojekt mit 1.000 Teilnehmenden in der Max-Schmeling-Halle durch ein umfangreiches Hygienekonzept mit Testsystem, das mit freundlicher Unterstützung von DoctorBox und Avenida Care ab 12.00 Uhr in der Nebenhalle umgesetzt wurde. Wie sehr alle den Volleyballtempel vermisst hatten, zeigte sich schon vor Spielbeginn: Als die Mannschaft zum ersten Mal die Halle betrat, brandete Applaus auf, für einen absoluten Gänsehaut-Moment sorgte schließlich die Mannschaftsvorstellung. Davon motiviert, aber dennoch hochkonzentriert gingen beide Teams im Vergleich zum vergangenen Samstag unverändert in die Partie und hielten zunächst stabil ihre Annahme (6:6). Wie gefährlich die Gäste aus Düren sein können, zeigte sich, als sie zur Mitte des Durchgangs kleinste Ungenauigkeiten der Berliner sofort ausnutzten und sich absetzten (7:10, 12:15). Viel Aufschlagdruck, zunächst durch Samuel Tuia zum Anschluss (16:15), dann von Benjamin Patch (2 Asse) und 70 Prozent Angriffsquote brachten die Berliner schließlich auf die Siegerstraße in Satz eins (22:19). Einen Schnellangriff von Éder konnte Düren zur großen Freude des Publikums beim zweiten Satzball nicht mehr abwehren (25:22).

Im vielleicht wichtigsten Spiel der Saison blieb der Hauptstadtclub weiter konzentriert hinter der Servicelinie und ging im zweiten Durchgang früh in Führung (4:2, 6:3). Mit nun größerer Blockpräsenz holte sich Düren aber das Momentum zunächst zurück (16:15). Wieder waren es gute Aufschläge, dieses Mal von Anton Brehme, die die Grundlage für die Vorentscheidung zugunsten der Berliner legten (22:17). Dem Youngster blieb es auch überlassen, mit einem Angriff für die 2:0-Führung zu sorgen (25:20).

Die Powervolleys stemmten sich weiter mit Leidenschaft gegen die drohende Niederlage und fanden noch einmal den Weg zurück ins Match (4:8, 7:12). Coach Cedric Enard reagierte, brachte Denys Kaliberda und sah, wie sein Team kämpfte. Eine hochspannende Crunchtime entschied schlussendlich aber ein Aufschlag von Tobias Brand, dessen Ball noch ganz knapp die Linie berührte, für die Gäste (24:26, 1:2). Tuia kam wieder zurück in die Partie, die nun von viel Einsatz auf beiden Seiten geprägt war (7:7, 11:11). Keinem Team gelang es nun, sich entscheidend abzusetzen (17:17, 20:20). Drei Satzbälle und drei Matchbälle später ließ ein Block von Carle die Arena endgültig jubeln. Der 3:1-Sieg und damit der Ausgleich in der „best-of three“-Serie war eingetütet (29:27). Damit kommt es am Samstag (27. Mrz, 19:30 Uhr) in Düren zum entscheidenden Duell um den Finaleinzug.

Stimmen zum Spiel
Benjamin Patch: „Es war verrückt, wieder vor Publikum spielen zu dürfen. Das hat uns unglaublich viel Energie geliefert und sehr geholfen. Es ist dann ein anderes Spiel, das viel Spaß macht. Wir konnten uns steigern und mit einem positiven Grundgefühl auch schwierige Phasen in diesem Match meistern.“
Kaweh Niroomand: „„Wir haben dem hohen Druck heute standgehalten. Zwei Sätze haben wir auf wirklich hohem Niveau gespielt. Düren zeichnet aber aus, dass sie nie aufgeben, und das hat man heute wieder gesehen. Am Ende haben wir uns diesen Sieg erkämpft und verdient. Jetzt steht uns in Düren eine ganz schwere Aufgabe bevor, denn dieses Spiel wird diesen Gegner nicht umwerfen.
Wir sind sehr glücklich, dass bei diesem Pilotprojekt – Stand jetzt – alles wie geplant funktioniert hat. Wir hatten keine Lücken im Testprozess und keinen positiven Fall. Das System hat sich bewährt. Wir wussten, welch große Verantwortung auf uns liegt. Schließlich werden heute viele in Sportdeutschland nach Berlin geschaut haben. Das Feedback war positiv und die Fans haben unsere Bemühungen honoriert.“

BR Volleys Formation
Timothée Carle und Samuel Tuia (AA), Éder und Anton Brehme (MB), Sergey Grankin (Z), Benjamin Patch (D) und Julian Zenger (L) | Eingewechselt: Cody Kessel, Pierre Pujol, Denys Kaliberda, Renan Michelucci

Topwerte
Patch 29 Punkte, 3 Asse, 1 Block | Carle 20 Punkte, 2 Asse, 5 Blocks | Tuia 14 Punkte| Éder 11 Punkte, 1 Ass, 3 Blocks
Nächstes Spiel:
27. März | 19.30 Uhr | vs. SWD powervolleys Düren

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

Halbfinaleinzug geschafft

Die Berlin Recycling Volleys stehen im Playoff-Halbfinale, in dem ab Samstag die SWD powervolleys Düren auf die Mannschaft von Cheftrainer Cedric Enard warten. Mit dem zweiten 3:0-Erfolg (25:22, 25:14, 25:21) setzten sich die Hauptstädter im Playoff-Derby gegen die Netzhoppers KW-Bestensee durch. Neben MVP Sergey Grankin überzeugte Samuel Tuia als Topscorer (12 Punkte), beide werden nun auch im Duell mit dem Hauptrundenzweiten besonders gefordert sein.

Keinen Grund für Veränderungen sah Enard nach dem Auftaktsieg in dieser „best of three“-Serie und schickte die identische Formation um Kapitän Grankin auch in der Max-Schmeling-Halle auf die Platte. Bei den Netzhoppers fanden sich sowohl Karli Allik als auch Filip John, die bereits in Spiel eins Schwung von der Bank brachten, diesmal in der Starting-Six wieder. Schwungvoller begannen allerdings die Berliner, bei denen Anton Brehme beim Zwischenstand von 7:4 bereits dreimal per Schnellangriff erfolgreich war. Die BR Volleys knüpften an ihren Aufschlagdruck aus der Landkost-Arena an und lagen nach dem zweiten Ass von Timothée Carle mit 14:10 in Front. Theo Timmermann brachte die Brandenburger mit guten Aufschlägen wieder heran (15:14), aber Éder blockte die Ausgleichschance der gut aufspielenden Gäste ab (18:16). Anschließend stimmte das Berliner Sideout-Spiel wieder und nach einem Aufschlagfehler der Netzhoppers war der erste Satzgewinn perfekt (25:22).

Nachdem Satz eins gewonnen war, legten die BR Volleys mit einem Blitzstart im zweiten Durchgang direkt nach (5:0). Johns Service machte das Spiel aber schnell wieder spannend (6:6). 9:9 stand es, dann zündete Brehme, der in dieser Saison des Öfteren mit seinem Aufschlag haderte, ein Feuerwerk mit genau diesem (18:9). Wenig später belohnte sich der Youngster noch einmal selbst mit dem verwandelten Satzball (25:14). Auch im dritten Satz konnten die Brandenburger eine Berliner Führung (8:3) noch einmal wettmachen (15:15). Inzwischen war es kein schönes Volleyballspiel mehr, aber zumindest war Samuel Tuia mit überlegten Angriffen zur Stelle und brachte die Berliner endgültig auf Kurs „Halbfinale“ (19:16). Ein abschließender Aufschlagfehler von Allik bescherte dem Hauptstadtclub schließlich den Einzug in die Runde der letzten Vier. Dort warten nun die seit neun Spielen ungeschlagenen Powervolleys, die als besserplatzierte Mannschaft mit Heimvorteil in die „best of three“-Serie gehen.

Stimmen zum Spiel
Samuel Tuia: „Heute hat uns in einigen Momenten der Fokus gefehlt, aber wir haben sehr gut im Aufschlag und im Block gearbeitet. Das können wir mitnehmen. Jeder im Team muss Verantwortung übernehmen und hat seine Aufgaben zu erledigen, wenn wir uns gegen Düren durchsetzen und ins Finale kommen wollen. Aber wir haben Spieler in unseren Reihen, die schon zwei oder drei Jahre hier sind und in K.o-Matches vorangehen müssen. Dazu zähle ich mich selbst.  Wir wollen jetzt als Team den Kampf gegen Düren annehmen.“
Kaweh Niroomand: „Von den fünf Spielen gegen die Netzhoppers in dieser Saison war das die schwächste Partie von beiden Teams. Wir waren teilweise unkonzentriert und haben uns nur dank unseres besseren Aufschlags durchgesetzt. Um gegen Düren den nächsten Schritt machen zu können, müssen wir uns deutlich steigern.“

BR Volleys Formation
Timothée Carle und Samuel Tuia (AA), Éder und Anton Brehme (MB), Sergey Grankin (Z), Benjamin Patch (D) und Julian Zenger (L)

Topscorer
Tuia 13 Punkte, 4 Blocks | Brehme 11 Punkte, 3 Asse | Éder 10 Punkte, 4 Blocks

Die Termine der Playoff-Halbfinalserie
20. März | 16.00 Uhr | SWD powervolleys Düren vs. BR Volleys
24. März | 19.30 Uhr | BR Volleys vs. SWD powervolleys Düren
(27. März | 19.30 Uhr | SWD powervolleys Düren vs. BR Volleys)

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier