Sieg im Top-Spiel

Füchse schlagen Gummersbach 33:28

Donnerstag noch Champions League in Belgrad – keine 70 Stunden später Bundesliga in Berlin gegen den VfL Gummersbach. Ein herausforderndes Programm für die Berliner. Die Füchse meisterten diese Aufgabe eindrucksvoll.

Zunächst trumpfte der „Altmeister“ – letzter Titel 1991 – aus dem Bergischen Land auf und übernahm die Führung – 5:3/8. Besonders Miro Schluroff, selbst zwei Jahre im Füchse-Trikot unterwegs, nutzte seine 1,98 zu Treffern aus dem linken Rückraum. Die Gastgeber wendeten jedoch schnell das Blatt und starteten in eine bemerkenswerte Spielphase. Durch einem 8:0-Lauf machten sie aus dem zwei Tore Rückstand eine deutliche Führung – 11:5/19. Die Gäste blieben sage und schreibe elf Minuten ohne eigenen Treffer. Zweimal konnten sie selbst Zeitstrafen gegen die Hausherren nicht nutzen. Die Abwehr des Pokalsiegers erwies als kompakte Einheit und dahinter bot Torhüter Lasse Ludwig eine eindrucksvolle Performance. 15 Paraden und die Weltklasse-Quote von 35 Prozent standen am Ende für den bald 24-jährigen zu Buche und natürlich das Lob von Trainer Nicolej Krickau. „Das Zusammenspiel von unserer Abwehr und Lasse hat uns von Beginn an einen enormen Energieschub gegeben.“ Und auch Teamkollege Tim Freihöfer würdigte die Leistung. „Lasse trägt uns über die ganze Partie immer. Wenn wir so einen kleinen Downfall haben.“ Der VfL, der sich seit dem Wiederaufstieg 2022 Schritt für Schritt zu einem Top-Team entwickelt, bewies jedoch Standvermögen und konnte den Rückstand bis zur Halbzeit etwas verkürzen – 16:13/30.

Nach der Pause agierten die Gummersbacher in der Abwehr zwar etwas zupackender. Die Füchse waren offensichtlich darauf eingestellt und fanden dank ihres Tempospiels immer wieder Lücken, um den Abstand deutlich zu halten – 21:16/38. Dazu trug auch Tim Freihöfer bei, der sich als eiskalter Vollstrecker von der Siebenmeter-Marke erwies und ohne Fehlversuch blieb. „Ich bin froh, dass unsere Quote sich heute deutlich effektiver gestaltet hat als in den ersten Partien“, lobte Trainer Krickau. In der Schlussphase absolvierte auch der französische Neuzugang Aymeric Zaepfe seine ersten Spielminuten im Fuchsbau und konnte sich, wie bereits in der CL-Partie in Belgrad auch noch in die Torschützen-Liste eintragen. Der 33:28-Sieg war am Ende hochverdient. Hinter dem ungeschlagenen Trio Flensburg, Kiel und Magdeburg sind die Füchse jetzt Tabellen-Vierter. Die nächste Aufgabe in der Bundesliga scheint etwas leichter. Die Berliner spielen am Sonntag, 20.09.2026 beim noch sieglosen Letzten Bergischer HC. Davor wartet am Mittwoch, 16.09.2026 in der Champions League das Heimspiel gegen One Veszprem.

Für die Füchse im Einsatz: Ludwig (15 Paraden), Palicka; Darj, Prantner, Simak, Ariño, Grøndahl (3), Gidsel (9), Freihöfer (9/5), Pichiri, Langhoff (4), Zaepfel (1), av Teigum (6), Marsenić (1)

Herbert Schalling

Erfolgreiches Wochenende für die Eisbären – Sieg gegen Herning

Teil zwei des Heimspielwochenendes in der Champions Hockey League für die Eisbären Berlin. Wieder war der Welli der Austragungsort, zu Gast war der Meister aus Dänemark, die Herning Blue Fox. Herning, eine Stadt mit etwa 90.000 Einwohnern im Norden Dänemarks ist ein traditionsreicher Eishockey-Standort. Seit der Gründung im Jahre 1947 konnte 17 Meistertitel errungen werden. Vor der letzten Meisterschaft lag allerdings eine Durststrecke von 14 Jahren. So sind die „Blauen Füchse“ ein Neuling in der Champions Hockey League. Die beiden Spiele in Finnland gingen verloren, am vergangenen Freitag, 11.09.2026, konnte in Liberec der erste Punkt, nach einer SO-Niederlage erkämpft werden.

Die Eisbären ließen vom ersten Bully an keinen Zweifel aufkommen, wer hier Herr im Welli ist. Jonas Neffin, der heute das Eisbären-Tor hütete, bekam nach sechs Minuten mal den Puck in seinen Handschuh. Den Eisbären waren bis dahin bereits einige verheißungsvolle Angriffe geglückt. Der Dänische Meister verteidigte geschickt und ab der 10. Minute ein Powerplay. Eisbär Rihards Griva saß wegen Hakens auf der Strafbank, jetzt kamen auch die zu zwei Abschlüssen. Bis zur ersten Drittelpause wurde der Keeper aus Herning reichlich mit Schüssen eingedeckt. In der Schlussminute des 1. Drittels musste Neffin kräftig zupacken. Es blieb bei einem torlosen Anfangsdrittel. Die Statistik verzeichnete 22 Torschüsse für die Eisbären, davon gingen 11 direkt auf den Kasten, allerdings müssen bei der Beurteilung der Qualität einige Abstriche gemacht werden.

Wann wird der Abwehrriegel der Dänen geknackt? Eine Chance im Powerplay hatten die Eisbären ab der 29. Minute und endlich, endlich zappelte der Puck im Netz. Es lief die 30. Minute und der Topscorer Leonard Pföderl bekam nach einem Schuss von Ty Ronning noch die Kelle ran. Liam Kirk darf sich ebenso einen Assist-Punkt anschreiben. Einen Alleingang schloss Eric Hördler in der 33. Minute zum Zwischenstand von 2:0. Das war eine tolle Einzelleistung. Der Dänenriegel war geknackt. Ein weiterer Treffer fiel nicht im Mittelabschnitt.

Im Schlussabschnitt versuchten die Gäste im Rahmen ihrer Möglichkeiten dem Spiel eine Wende zu geben. Neffin hatte ein wenig mehr zu tun. Die spielbestimmende Mannschaft blieben die Eisbären. In dem mit 3.315 Zuschauern nicht ganz ausverkauften Welli, brachten die Eisbären den Sieg nicht über die Zeit. In der 54. Minute schlugen die Dänen im Powerplay zu. Torschütze war Hjalte Kruse Thomsen. 35 Sekunden vor dem Ende fand ein weiterer Treffer der Dänen keine Anerkennung. Nach Sichtung der Videobilder wurde eine Torhüterbehinderung anerkannt. Der Eisbären-Trainer Eric Dubios hatte eine Challenge gefordert. Drei weitere Punkte waren auf der Habenseite. Die Eisbären hatten sich das Leben unnötig schwer gemacht. Zum Spielschluss bekam Garth Murray noch eine Strafe, er hatte sich heftig über das aberkannte Tor beschwert.

Éric Dubois (Trainer Eisbären Berlin): „Wir hatten in den ersten beiden Dritteln sehr viele Chancen. Wir hätten den dritten Treffer erzielen müssen, so haben wir Herning weiter im Spiel gelassen. Ich habe in den letzten beiden Spielen viele gute Dinge gesehen. Wir haben an diesem Wochenende deutlich besser verteidigt. Beim vermeintlichen zweiten Gegentreffer habe ich einen Hinweis von Video Coach Tom Kanzock und Torwarttrainer Sebastian Elwing bekommen. Ihnen gebührt das Lob hierfür. Das Wochenende gibt uns einen guten Aufwind für den DEL-Start am Donnerstag.“


Eric Hördler (Stürmer Eisbären Berlin): „Wir haben ein ordentliches Spiel abgeliefert. Natürlich gibt es noch Verbesserungspotenzial. Wir waren heute leider nicht so effizient. Wir hätten mehr Pucks aufs Tor bringen und einfacher spielen müssen. Daran werden wir arbeiten. Wir sind froh über die zwei Siege und sechs Punkte am Wochenende. Es war gut, dass der zweite Treffer zurückgenommen wurde, sonst wäre es schwer geworden. In der Overtime kann immer alles passieren. Mit den beiden Erfolgen gehen wir mit einem guten Gefühl in den Ligastart.“

Hans-Peter Becker

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Foto: © Stephan Wenske

Spieldaten

Champions Hockey League

4. Spieltag

13.09.2026 18:00 Uhr Wellblechpalast Berlin

Endergebnis
Eisbären Berlin – Herning Blue Fox 2:1 (0:0, 2:0, 0:1)

Aufstellungen
Eisbären Berlin: Neffin (LaFontaine) – Müller (A), Smith; Geibel, Wissmann (C); Davidson, Reinke; Kretzschmar, Saffran – Hördler, Eder, Pföderl; Veilleux, Vikingstad, Krestan; Kirk,Fontaine, Ronning; Mik, Wiederer, Griva – Trainer: Éric Dubois       

Herning Blue Fox: Bachmann Sörensen (Fecers) – Bunch Larsen, Amorosa; Söderbom, Löborg Kristensen; Glinski Jensen, Cibulskis – Bang Poulsen, O’Neil, Bau Hansen; Kiljunen, Toivola, Dmytriw; Kruse Thomsen, Linde, Schultz; Bang Przemieslo, Brink Eskildsen, Baerentsen  – Trainer: Garth Murray

Tore
1:0 – 29:29 – Pföderl (Ronning, Kirk) – PP1
2:0 – 32:53 – Hördler – EQ
2:1 – 54:50 – Kruse Thomsen (Schultz, Dmytriw) – PP1

Strafen
Eisbären Berlin: 6 (2, 2, 2) Minuten – Herning Blue Fox: 26 (0, 6, 20) Minuten 

Schiedsrichter

Kilian Hinterdobler, Lukas Kohlmüller (Lukas Pfriem, Maksim Cepik)

Zuschauer
3.315

Eisbären holen den ersten Saison-Sieg in der Champions Hockey League

In der Champions Hockey League sind 24 Teams am Start. Vor dem 3. Spieltag waren davon sechs Mannschaften ohne einen Punktgewinn. Zu denen gehörten die beiden amtierenden Meister aus Österreich und Deutschland, die am Freitagabend, 11.09.2026, im Welli, in Berlin gegenüberstanden. Eine Gemeinsamkeit hatte beide außerdem, hinter Bande werden sie von einem Franco-kanadischen Coach trainiert.

Die Moser Medical Graz99ers waren zu Gast im Wellblechpalast und die Eisbären hatten nach den beiden Niederlagen vom vergangenen Wochenende in der Schweiz was gut zu machen. Die Grazer verloren ihre Spiele gegen Bordeaux und den Schweizer Vertreter Fribourg-Gotteron. Nur vereinzelt gab es für die Partie Restkarten. Zugzwang, so nennt man das wohl, bestand für beide, sonst wäre wohl nach der Gruppenphase bereits Schluss. Es muss mindestens Platz 16 der Tabelle erreicht werden, dann geht es ins Achtelfinale und im K. o.-System weiter. In der Gruppenphase müssen sechs Spiele (drei Auswärts und drei Daheim) ausgetragen werden.

Im ausverkauften Welli, darunter ein gut gefüllter Gästeblock, übernahmen die Gastgeber sofort das Kommando. Das Anfangsdrittel gewannen die Eisbären deutlich mit 3:0. Der Meister aus der Alpenrepublik hatte nicht viel zu bieten. Nach zehn Minuten brachte Leo Pföderl die Eisbären in Führung. In der 19. und 20. Minute erhöhten Markus Vikinstad und erneut Pföderl auf 3:0.

Die Gäste kamen in der 28. Minute zu ihrem ersten Erfolgserlebnis. Sie nutzten ein powerplay, Gabriel Fontaine schmorrte auf der Bank, zum 1:3 Anschluss. Der Torschütze für die Grazer war Christopher Collins, der Jack Lafontaine im Eisbären-Tor überwinden konnte. Die Eisbären blieben auch im Mittelabschnitt die spielbestimmende Mannschaft. Ein weiterer Treffer fiel nicht, sodass der Meister aus Österreich das Mitteldrittel gewinnen konnten.

Im Schlussabschnitt waren erst ganze 35 Sekunden gespielt, da zappelte der Puck im Netz. Eric Mik hatte getroffen. Der alte Vorsprung war wieder hergestellt. Ein Überzahlspiel ab der 44. Minute konnten die Gäste nicht nutzen. Die Eisbären blieben am Drücker. In der 48. Minute landete ein Geschoss von Korbinian Geibel an der Torlatte. Das wäre wohl die endgültige Entscheidung gewesen. Knapp zehn Minuten vor dem Ende gab es eine handfeste Auseinandersetzung. Daraus resultierte eine Überzahlgelegenheit für die Eisbären, die sie nicht nutzen konnten. Es blieb beim 4:1, als im Welli die Schlusssirene ertönte. Der erste Sieg in der CHL war unter dem Wellblechdach.

Hans-Peter Becker

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Foto: © Stephan Wenske

Spieldaten

11.09.2026 19:30 Uhr Wellblechpalast im Sportforum Berlin-Hohenschönhausen

Éric Dubois (Trainer Eisbären Berlin): „Ich freue mich über unseren ersten Sieg in der CHL. Wir haben eine gute Reaktion auf das letzte Wochenende gezeigt und einen Schritt nach vorne gemacht. Meine Spieler haben über die gesamte Spieldauer vollen Einsatz gezeigt. Das ein oder andere Mal hätten wir besser zu Ende spielen können. Im Startdrittel haben wir das Fundament für den Erfolg gelegt. In den ersten zehn Minuten des Mitteldrittels lag das Momentum auf der Grazer Seite. Das haben wir uns dann aber wieder zurückgeholt.“  


Markus Vikingstad (Stürmer Eisbären Berlin):„Das war ein wichtiger Erfolg für uns. Wir mussten nach dem letzten Wochenende gewinnen. Wir haben aus den beiden letzten Spielen gelernt und gut reagiert. In der Schweiz haben wir kein Eisbären-Hockey gespielt, das wollten wir heute unbedingt besser machen. Es hat Spaß gemacht, im Welli zu spielen. Die Stimmung war herausragend.“   

Endergebnis
Eisbären Berlin – Graz99ers 4:1 (3:0, 0:1, 1:0)

Aufstellungen
Eisbären Berlin: LaFontaine (Neffin) – Geibel, Wissmann (C); Müller (A), Smith; Davidson, Reinke; Kretzschmar – Hördler, Fontaine, Ronning; Mik, Eder, Pföderl; Veilleux, Vikingstad, Krestan; Saffran, Wiederer, Griva – Trainer: Éric Dubois       

Graz99ers: Wieser (Lagacé, Grascher) – Bjögvik-Holm, Hora; Stapelfeldt, Maier; Hanus, Kirchebner; Gruber, Zündel – Huber, Vela, Swaney; Dobnig, Collins, Currie; Ganahl, Schiechl, Feldner; Gadzhiev, Moosbrugger, Lippitsch – Trainer: Dan Lacroix

Tore
1:0 – 09:36 – Pföderl (Eder) – EQ
2:0 – 18:17 – Vikingstad (Mik) – EQ
3:0 – 19:21 – Pföderl (Wissmann) – PP1
3:1 – 27:33 – Collins (Feldner, Hora) – PP1
4:1 – 40:35 – Mik (Ronning, Fontaine) – EQ

Strafen
Eisbären Berlin: 10 (2, 2, 6) Minuten – Graz99ers: 10 (2, 0, 8) Minuten 

Schiedsrichter

Kilian Hinterdobler, Zsombor Pálkövi (Maksim Cepik, Lukas Pfriem)

Zuschauer
4.227

Elversberg wehrt sich gegen DFB Entscheidung

Meine Meinung DFB beschämt ganz Fußball-Deutschland

Christian Zschiedrich

Welche Folgen kann ein Einwurf haben, der ganz offensichtlich der falschen Mannschaft zugesprochen wurde? Wenn er die benachteiligte Mannschaft offensichtlich klar irritiert und zu einem vielleicht entscheidenden Gegentor führt? Genau das war dem SV Elversberg im Spiel bei Borussia Mönchengladbach passiert. Schiedsrichter Martin Petersen reagierte, statt mit einer Entschuldigung, mit dem Verweis des Trainers auf die Tribüne. Trotz meterlanger Fernsehbilder hatte das beim DFB die Sperre zum nächsten Spiel gegen Bayern München des Trainers zur Folge. Der Einspruch gegen die automatische Sperre war vom DFB-Sportgericht wegen fehlender „Anhaltspunkte für einen offensichtlichen Irrtum des Schiedsrichters“ verworfen worden. Der Verein bemüht aktuell die zweite Instanz. Für Freitag, 11.09.2026 ist eine mündliche Verhandlung angegesetzt. Vielleicht besteht ja noch eine Chance, dass der Trainer gegen Bayern nicht auf der Tribüne sitzen muss.

Vincent Wagner könnte schließlich den in seiner Karriere bisher größten sportlichen Erfolg verpassen. Am Abend des Spiels war Wagner Studiogast bei Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein im ZDF. So ängstlich habe ich einen Trainer noch nie zurückhaltend antworten und sprechen hören. Das kann nur darin begründet sein: Er hat zwar noch nie eine Rote Karte in seiner Laufbahn erhalten, weiß aber wie das DFB-Sportgericht mit Strafen reagiert. Und die wollte der Trainer in dem schwebenden Verfahren verhindern.

Ein Trainer ist bereits damit bestraft, dass er bei seinen Spielern durchaus an Achtung verlieren könnte, wenn seine klare Meinung in solchen Situationen nicht hinter dem Team stehend ausgesprochen wird. Genauso erwarten die Spieler eine Stellungnahme des Trainers am Spielfeldrand bei so einem Ereignis. Warum hat der Trainer uns nicht sofort lautstark geholfen? Das ist sein Recht und seine Pflicht. Der VAR darf, auch bei offensichtlichen Fehlentscheidungen, bei Einwürfen nach dem geltenden Regelwerk nicht eingreifen. Dabei war der ins Seitenaus rollende Ball so einwandfrei von einem Gladbacher Akteur gespielt worden. Und das haben alle auf dieser Seite gesehen. Eine klare Fehlentscheidung des Schiedsrichters und seines Assistenten an der Linie. Selbst in solchen Fällen wird dem Trainer ein Maulkorb verpasst. Das ist sehr traurig. Dem DFB müssten angesichts eines anerkannten Experten des deutschen Fußballs doch die Ohren klingen. Dank an Lothar Matthäus, dass diese Entscheidung nicht tragbar ist.

Wie viel Ahnung vom Fußball, welch schadenreiche Begründung steckt in den Worten: „Der 40-jährige Trainer hatte das Spielfeld betreten und dafür Gelb bekommen. In der Halbzeitpause habe er dann erneut die Nähe zum Unparteiischen gesucht und dafür die zweite Gelbe Karte gesehen. Schämt Euch! Ein Trainer darf einem Schiedsrichter keine Frage stellen? Dazu ist Wagner nicht einmal gekommen – „Ich habe wirklich nichts gemacht!“ Welch ein Glück, dass diese Begegnung von Elversberg noch gedreht werden konnte. Der Bundesliga-Neuling gewann mit 4:3 Warum wohl? Gestatten Sie mir diese Frage unbeantwortet zu lassen.

Christian Zschiedrich

Berliner Profifußball im Überblick

Union fand in Leverkusen nicht statt

Was war das denn für ein Auftritt der Eisernen in Leverkusen? Da wurden sie förmlich aus dem Stadion gefegt. Das 0:4 war eher schmeichelhaft, eine noch höhere Niederlage lag im Bereich des möglichen. Normalform erreichte aus dem Kader lediglich Torwart Rönnow, ihm war es hauptsächlich zu verdanken, dass es bei den vier Gegentoren blieb. In der ersten Halbzeit war nicht ein einziger Torschuss auf das Tor der Bayer-Elf zu verzeichnen. Im gesamten Spiel gab es nur eine Ecke für die Gäste. Ein Rückstand nach nur einer Spielminute darf kein Grund sein anschließend das Spielen einzustellen. In allen Belangen war die Mannschaft von Trainer Mauro Lustrinelli unterlegen. Die Abwehr wackelte bedenklich und der Sturm fand eigentlich nicht statt. Solch eine Leistung sollte sich nicht wiederholen, sonst wird es schwer die Klasse zu halten. Der nächste Gegner in der Alten Försterei ist Aufsteiger Schalke 04 am kommenden Freitagabend unter Flutlicht. Da müssen sie das machen, was sie in Leverkusen nicht konnten, wenigstens das Herz auf dem Platz lassen.

Hertha gewinnt ein intensives Spiel

Von der Hertha ist allenthalben das große Staunen angesagt. In der letzten Saison, wo nach eigenem Bekunden ein Aufstiegsteam zur Verfügung stand, ging der Saisonstart in die sprichwörtliche Hose. Nach vier Spieltagen wurde noch kein Sieg geholt, die Tabelle verzeichnete zwei Punkte und erst einen Treffer ins gegnerische Tor. Ein Jahr später, trotz des Aderlasses im Kader, steht die Leitl-Truppe als Tabellenführer mit 12 Punkten und 12:5 Toren da. Eine Frage kann der Trainer langsam nicht mehr hören. Was haben Sie mit der Mannschaft gemacht? Sicherlich war bei den Siegen in Bochum, im Pokal in Saarbrücken, immer eine Portion Glück dabei. Das gehört im Fußball dazu.

Eine Erklärung könnte darin, dass es manchmal eine Chance ist, wenn sich ein Kader neu sortieren muss. Spieler, die bisher keine Chancen für sich sahen in die Startformation zu rücken, rufen jetzt ihr Potenzial ab. Als Beispiel möge hier Dagur Thorsteinsson, bis vor kurzem als Wechselkandidat gehandelt. Jetzt überzeugt der Isländer auf der rechten Angriffsseite. Im Kader stehen jetzt 24 Feldspieler, die Konkurrenz stellt vielfach größere. Bei der Hertha sieht man darin einen Vorteil, da wird halt jeder gebraucht, so der Trainer.

Der Sieg gegen den 1. FC Magdeburg war schwer erkämpft. Über 60.000 Zuschauer, darunter etwa 8.000 aus Magdeburg sahen hochklassiges Zweitligaspiel, mit viel Dramatik und dem besseren Ende für die Gastgeber. Hertha begann auch in diesem Spiel dominant und ging bereits nach zehn Minuten in Führung. Magdeburg musste reagieren und übernahm das Kommando. Sie hatten mehr Ballbesitz und Torschüsse. Mehr als der zwischenzeitliche Ausgleich gelang ihnen nicht. Das 2:1 durch den eingewechselten Adewumi hielt bis zum Schlusspfiff.

Hertha hat jetzt zwei Auswärtsspiele vor der Brust, erst Osnabrück und dann wartet Dynamo Dresden. Soll weiter gepunktet werden, so muss nach Leitl, „besser Fußball gespielt werden.“ Hertha hatte gut begonnen, ein Tor erzielt, hat daraus aber keine Ballbesitzphasen kreieren können, um mehr Ruhe in das Spiel zu bringen. Daran muss in den kommenden Trainingstagen gearbeitet werden müssen.

Glück scheint Hertha auch bei der Auslosung der zweiten Runde im DFB-Pokal zu haben. Der einzig verbliebene Regionalligist im Wettbewerb wartet auf Hertha. Vorsicht, der SSV Jeddeloh II hat Bundesligaabsteiger Heidenheim mit 5:2 sensationell rausgekegelt.

Text und Foto: © Hans-Peter Becker

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Niederlage im Spitzenspiel

Füchse verlieren beim SC Magdeburg 32:36

Zweites Spiel gegen den SC Magdeburg innerhalb von 12 Tagen. Nach dem Supercup gab diesmal die Bundesliga-Partie. In der nach der 1:0-Führung der Gäste zunächst der deutsche Meister spielbestimmend war. Da die Füchse in den ersten Minuten dreimal am Torhüter der Elbestädter scheiterten, konnten der SCM schnell auf drei Tore davonziehen – 6:3/14. Fortan bekamen die Füchse das Spiel besser in den Griff.

Sie setzten dabei auf ihr bewährtes Tempospiel. In Kombination mit einem sich steigernden Lasse Ludwig im Kasten und einer stabilen Deckung kamen die Hauptstädter zum Ausgleich und gingen mit dem 9:8/23. durch Matthias Gidsel wieder in Führung. Es war die beste Phase der Berliner in dieser Partie. Die taktische Maßnahme des 7:6-Überzahlspiels zeigte Wirkung und brachte Magdeburg etwas aus dem Tritt.

Ein agiler Matthes Langhoff, sowie Gidsel und der sichere Siebenmeter-Werfer Tim Freihöfer bauten mit ihren Treffern den Vorsprung sogar auf plus drei aus. Der Rückschlag fürs Füchse-Spiel kam eine Minute vor der Pause, als Freddy Simak nach einem Foul Rot sah. Statt einer komfortablen Führung gingen die Gäste nur mit einem knappen Vorsprung in die Pause – 14:13/30.

Trainer Nicolej Krickau resümierte nach der Partie: „Wir waren in der ersten Hälfte in der Abwehr unfassbar gut. Mit dem Sieben-gegen-Sechs hatten wir eine starke Kontrolle im Spiel. Die rote Karte von Freddy kurz vor der Pause tat uns dann natürlich weh. Nach dem Wechsel erhöhten die Gastgeber den Druck und wandelten ihren Rückstand schnell in eine Führung um – 17:16/35.

Zunehmend machte sich im Füchse-Abwehr-Verbund nun das Fehlen von Simak bemerkbar. Zwar hielten die Gäste das Spiel noch einige Zeit in der Waage, konnten jedoch nach eigenen Toren einige Male die schnellen Konter des Meisters nicht verhindern. Als sich noch Fehler beim Abschluss – u.a. Marsenic frei vor dem Tor, Freihöfer mit vergebenem Siebenmeter – einschlichen, kippte die Partie endgültig zugunsten der Magdeburger – 28:23/48. Das merkte auch Coach Krickau an. „Im zweiten Durchgang waren es dann die Kleinigkeiten, die uns in Schwierigkeiten gebracht haben“. 

Auch Matthes Langhoff, der in Abwehr und Angriff überzeugte, analysierte das Spiel. „….unser Rückzug war in der zweiten Hälfte leider nicht mehr so gut. Da ist es einfach schwer gegen Magdeburg durchzuhalten.“ Kämpferisch gaben die Füchse bis in die Schlussphase hinein ihr Bestes, mussten jedoch am Ende eine 32:36-Niederlage hinnehmen. Die nächste Bewährungsprobe wartet am Sonntag beim Auswärtsspiel in Stuttgart.

Für die Füchse dabei:  Ludwig (10 Paraden), Palicka (1); Darj (1), Prantner, Simak, Ariño, Grøndahl (5/1), Gidsel (7), Freihöfer (4/3), Pichiri, Langhoff (6), Kusche, av Teigum (3), Marsenić (6).

Herbert Schalling

Eintracht-Wochenende im Berliner Profifußball

Union vermeidet einen Fehlstart

Jetzt sind auch die Erstligisten zurück im Geschäft. Der 1. FC Union ist nicht ganz in den Startlöchern hängen geblieben. Immerhin wurde, nach einem 1:3 Rückstand, wenigstens ein Punkt gegen die Frankfurter Eintracht gerettet. Es waren wieder individuelle Fehler und ein nicht ganz stimmiges Abwehrkonzept, die dafür sorgten, dass sie dem Gegner hinterherrennen    mussten. Auf den neuen Trainer Mauro Lustrinelli wartet weiter einiges an Aufbauarbeit. Er selbst zog den Vergleich zum Hausbau, das dauert einige Zeit. Als Problem stellt sich weiterhin die von ihm favorisierte Viererkette in der Abwehr heraus. Das sollten sie in den Griff bekommen. Das Ziel ist eine weitgehend sorgenfreie Saison.

Hertha stellt Startrekord ein

Wer hätte das gedacht, allen Unkenrufen zum Trotz, es wurde bisher ein Start mit drei Siegen und im Pokal sind sie auch eine Runde weiter. Der Sieg in Braunschweig war ein wilder Ritt. Eine überlegen auftretende Hertha ließ sich erst zwei Dinger einschenken und egalisierte dann den Rückstand innerhalb von nur fünf Minuten. Der Treffer zum 2:2 war spektakulär. Der Hertha-Kapitän eiferte Marcelinho nach, er traf aus 35 Metern ins verwaiste Tor. Bei Marcelinho, lange ist es her, waren es über 40 Meter. Es war 2001 im Olympiastadion, bei einem Pokalspiel gegen Freiburg. Am Ende hieß es 4:3 für die Hertha und Trainer Stefan Leitl konnte einen Tag später entspannt seinen Geburtstag feiern.

Was ist bloß bei Hertha los, staunen und wundern allen Orts. Da funktionieren die Abläufe und stimmen die Abstände zwischen den Mannschaftsteilen. In Braunschweig verzeichnete die Statistik einen Wert in der Passgenauigkeit von über 80 %. Ein Wert, der selbst bei Erstligaspielen nicht oft erreicht wird. Man darf gespannt sein, wie es im Westend weiter geht.

Neuer Mittelstürmer für Hertha

Gustaf Nilsson Bildrechte: Hertha BSC / City-Press

Kurz vor dem Ende der laufenden Transferperiode verstärkt sich Hertha BSC mit Gustaf Nilsson. Der Schwede wechselt per Leihe mit Kaufoption für die Saison 2026/27 vom belgischen Erstligisten Club Brügge nach Berlin und wird die Rückennummer 9 tragen. „Gustaf deckt genau das Profil ab, das wir noch für den Angriff gesucht haben. Er ist groß, besitzt ein sehr gutes Kopfballspiel und ist abschlussstark. Zudem bringt er reichlich Erfahrung mit. Wir haben uns sehr lange um ihn bemüht und sind sehr froh, dass er sich dazu entschlossen hat, zu uns zu kommen“, sagt Sportdirektor Benjamin Weber über den Mittelstürmer. Der 29-Jährige selbst erklärt: „Wir hatten gute Gespräche, in denen sich schnell herausgestellt hat, dass Hertha für mich eine fantastische Option darstellt. Zuletzt ging es auch recht schnell. Jetzt kann ich es kaum erwarten, vor den Fans im Olympiastadion aufzulaufen, dem Team zu helfen und hoffentlich viele Tore zu schießen.“

Nilsson nahm mit seinem Heimatland an der zurückliegenden WM in diesem Sommer teil und kam im Sechzehntelfinale gegen Frankreich zum Einsatz. Insgesamt absolvierte der gebürtige Falkenberger bislang elf Länderspiele und erzielte dabei vier Treffer. Auf Vereinsebene stand der 1,97-Meter große Stürmer nicht nur in der höchsten belgischen, sondern auch schon in der höchsten schwedischen und in der höchsten dänischen Spielklasse sowie in der UEFA Conference, Europa und Champions League auf dem Rasen. Aufgrund seiner Zeit beim SV Wehen Wiesbaden zwischen Winter 2021 und Sommer 2022 kennt der Rechtsfuß zudem auch bereits den deutschen Fußball. In der 3. Liga sowie im DFB-Pokal trug Nilsson das Trikot der Hessen insgesamt 46-mal, wobei ihm 18 Tore gelangen.

Hans-Peter Becker/Hertha BSC Medien

Bildrechte: Hertha BSC / City-Press / Burmann

Eisbären gewinnen Freundschaftsspiel gegen den Kooperationspartner

Am letzten Augustwochenende 2026 hatten die Eisbären zu einem Festival rund um den Welli eingeladen.  Der Höhepunkt war ein Freundschaftsspiel gegen den Kooperationspartner aus Weißwasser. Vor dem Spiel wurde Andre Rankel, nein, nicht verabschiedet, sondern an den DEB verliehen. Eine letzte Welle mit den Fans und ab jetzt viel Glück im neuen Job.

Der neue Bundestrainer Andre Rankel Foto:© Stephan Wenske

Die Zeiten als beide in einer Liga spielten, sind lange her. Beide stritten sich zu Zeiten der DDR, als Dynamo-Vereine in einer Mini Liga um den Meistertitel. In der DEL waren sie für zwei Spielzeiten Liga-Konkurrenten. So brachten beide Fanlager im Wechsel ihre Dynamo-Rufe in den ehrwürdigen Welli. Heute heißt die Realität Lausitzer Füchse und EHC Eisbären. 

Das Wetter passte nicht ganz zu der Sportart. Das Thermometer lag oberhalb der 20 Grad, dazu erhöhte Luftfeuchtigkeit, leicht verschwitzt und in luftiger Kleidung wohnten die Zuschauer dem Spiel bei. Der Welli war ausverkauft, darunter eine stattliche Anzahl von Anhängern aus der Lausitz. Der amtierende Meister dominierte das Spiel und ließ nur wenig zu. Die Füchse waren in der Defensive beschäftigt und Goalie Anthony Morrone stellte mehrmals unter Beweis, dass er einer der Besten seines Fachs in der DEL 2 ist. Er musste sich nur dreimal geschlagen geben. In der 7. Minute nach einem Schuss von Yannick Veilleux, in der 35. Minute nutzten die Eisbären ein Powerplay, Ty Ronning vollendete und in der 55. Minute vollendete Jonas Müller eine mustergültige Kombination. Eine Minute zuvor war Verteidiger Alex Brännstam mit einem verdeckten Schuss aus dem Rückraum erfolgreich. 

In der ersten Hälfte stand Jack Lafontaine im Eisbären-Tor, dann durfte Jonas Neffin ran. Der Eisbären-Trainer hat sich, wie er in einem Gespräch mit der Presse nach dem Spiel verriet, aktuell noch nicht für klare Nummer Eins entschieden. Das Rennen zwischen den beiden Neuen auf der neuralgischen Goalie-Position ist eng. Im Testspiel machten beide eine gute Figur, wurden allerdings wenig gefordert. 

Beide Trainer ließen konsequent mit vier Reihen spielen, um möglichst viele Eindrücke zu bekommen. Für den Trainer der Lausitzer, Christoph Kreutzer, bot sich zusätzlich die Gelegenheit, die Förderlizenzler der Eisbären zu beobachten. Sie werden, je nach Personalsituation bei den Eisbären, in Weißwasser zum Einsatz kommen. Bei den Eisbären fehlen Patrick Khodorenko, Lean Bergmann und Frederik Tiffels wegen Verletzungen.  

Am kommenden Wochenende (4.9. bis 6.9.2026) beginnt für die Eisbären die Champions-League mit zwei Spielen in der Schweiz, gegen Servette Genf am Freitag und am Sonntag gegen den HC Davos. 

Éric Dubois (Trainer Eisbären Berlin): „Hinter uns liegt eine intensive Trainingswoche, sodass der ein oder andere sicher auch etwas müde war. Wir wollten uns heute auf einige kleine Details in unserem Spiel fokussieren. Das ist uns im Großen und Ganzen gelungen. Jetzt freuen wir uns auf den Start der Champions Hockey League.“  


Yannick Veilleux (Stürmer Eisbären Berlin): „Es war eine gute Partie. Weißwasser hat von Beginn an sehr körperbetont gespielt. Wir haben unser Spiel aber einfach gehalten und gut dagegengehalten. Im Mitteldrittel wurde das Tempo dann etwas ruhiger und wir haben es gut zu Ende gespielt. Die Stimmung im Welli war herausragend. Unsere Fans sind grandios. Es war so laut, dass es teilweise schwierig war, die eigenen Mitspieler zu verstehen. Wir haben eine gute Vorbereitung absolviert und sind bereit für den CHL-Start.“   

Endergebnis
Eisbären Berlin – Lausitzer Füchse 3:1 (1:0, 1:0, 1:1)

Aufstellungen

Eisbären Berlin: LaFontaine (ab 31. Spielminute: Neffin) – Müller, Mik; Smith, Reinke; Geibel, Wissmann (C);  Kretzschmar, Has – Kirk, Fontaine, Ronning; Hördler, Eder, Pföderl; Kirk; Veilleux (A), Vikingstad, Krestan, Saffran, Wiederer, Griva – Trainer: Éric Dubois      

Lausitzer Füchse: Morrone (Neiße) – Heyter, Brännstam; Freis, Humberstone; Schindler, Hannon; Braun, Elwing – Schmidt-Svejstrup, Lemos, Dosch; Breitkreuz, Brady, Kraus; Saakyan, Rundqvist, Broda; Sager, Theodore, Anders – Trainer: Christof Kreutzer

Tore
1:0 – 06:14 – Veilleux (Fontaine, Wissmann) – EQ
2:0 – 34:58 – Ronning (Pföderl, Kirk) – PP1 
2:1 – 53:09 – Brännstam (Schmidt-Svejstrup) – EQ
3:1 – 54:32 – Müller (Vikingstad) – EQ

Strafen
Eisbären Berlin: 4 (0, 2, 2) Minuten – Lausitzer Füchse: 6 (0, 6, 0) Minuten 

Schiedsrichter

Kilian Hinterdobler, Achim Moosberger (Lukas Pfriem, Maksim Cepik)

Zuschauer
4.227

Hans-Peter Becker/EHC Eisbären Berlin

Perfekter Start in die Bundesliga

Füchse schlagen MT Melsungen 33:31

Fünf Tage nach der Niederlage im Supercup gegen den SC Magdeburg zeigten sich die Berliner wieder von ihrer besseren Seite. Von Spielmacher Tobias Grøndahl angetrieben zogen die Gastgeber von Anbeginn ihr gewohntes Tempospiel auf. Dazu kam als Basis eine engagierte Abwehrarbeit, welche den Melsunger Angreifern wenig Raum ließ. Dahinter glänze der „alte Mann“ im Tor, Neuzugang Andreas Palicka (40) mit einigen spektakulären Paraden und in der 23. Minute sogar mit einem Treffer ins leere Gäste-Tor. Das Ergebnis dieses spielerischen „Cocktails“ war eine deutliche Führung nach einem Viertel der Partie – 8:4/15. Da die Gäste aus Nordhessen, bei denen Nationalmannschafts-Kapitän Johannes Golla prominentester Neuzugang ist, bei ihren Würfen nicht besonders durch Zielgenauigkeit auffielen, erhöhten die Hausherren in der fast ausverkauften Max-Schmeling-Halle (8.132 Zuschauer) ihr Torekonto sukzessive – 17:9/30. Bei noch konsequenterer Chancenverwertung wäre zur Halbzeit auch ein Zehn-Tore-Vorsprung möglich gewesen. Trainer Nicolej Krickau war hochzufrieden mit dem Auftritt seiner Mannschaft. „Wir sind mit dem Ergebnis und besonders der ersten Halbzeit super happy, da war unser Auftreten in vielen Bereichen sehr gut. Wir haben eine starke Mentalität gezeigt.“

Da die Melsunger, als Sieger der European-League in der letzten Saison, in diesem Jahr Champions-League-Teilnehmer, in den ersten 30 Minuten klar unter ihren Möglichkeiten geblieben waren, wollten sie diesen Eindruck korrigieren. So entwickelte sich zu Beginn der zweiten Hälfte auf dem Parkett eine „wilde Jagd“. In den ersten zehn Minuten nach dem Wechsel fielen 18 Tore – 25:19/40. Die Gäste hatten im Rückraum umgestellt, was ihrem Spiel mehr Tempo verlieh und die Deckung der Berliner nun zunehmend vor härtere Proben stellte. Da das Abwehrspiel nicht mehr ganz so reibungslos funktionierte, waren die Gäste jetzt mit ihren Würfen ein ums andere Mal erfolgreich. Das reichte jedoch zunächst nicht, den Abstand wesentlich zu verkürzen 27:23/45. Besonders Matthes Langhoff fand immer wieder Lücken und krönte sich mit neun Toren zum erfolgreichsten Füchse-Werfer. Ein besonderes Jubiläum konnte Matthias Gidsel mit seinem Tor zum 29:24/51. feiern. Für den dreimaligen dänischen Welthandballer war es der 1000. Treffer in der Bundesliga seit seinem Debüt am 4. September 2022.

Erst als in der Schlussphase Würfe der Gastgeber an Latte und Pfosten landeten und einige Zuspiele im Angriff misslangen, konnten die Gäste auf zwei Tore verkürzen. So entsprach das 33:31 am Ende nicht ganz der Überlegenheit der Füchse über weite Strecken des Spiels.

Die nächsten Bewährungsproben müssen die Berliner auswärts bestehen. Am Donnerstag (3.9.2026) in Magdeburg und am Sonntag (6.9.2026) in Stuttgart.

Für die Füchse dabei: Ludwig, Palicka (7 Paraden, 1 Tor); Darj, Prantner, Simak, Ariño, Grøndahl (5), Gidsel (7), Freihöfer (7/5), Pichiri, Langhoff (9), Kusche, av Teigum (2), Marsenić (2).

Herbert Schalling

Mannschaftsfoto: © Füchse Berlin

Andre Rankel wird neuer Bundestrainer

Die Nachricht darf getrost unter die Kategorie „Sensation“ eingeordnet werden, eine Überraschung ist sie allzumal. Der neue Eishockeybundestrainer heißt Andre Rankel. Er folgt auf Harold Kreis, der dieses Amt 2023 übernahm. Rankel musste 2020 wegen anhaltender gesundheitlicher Probleme seine Schlittschuhe an den Nagel hängen. Mit Beginn der Saison 2023/24 statteten die Eisbären ihn mit einem Vertrag als Development und Assistant Coach aus.

In den 23 Jahren beim Hauptstadtclub gewann er als Spieler sieben Meistertitel sowie jeweils einmal die European Trophy und den DEB-Pokal. Als Co-Trainer der Eisbären feierte er drei weitere Meisterschaften. Als Spieler trug er in 865 Partien das Trikot mit dem Eisbärenlogo.

Andre Rankel Meister 2013 Foto: Stephan Wenske

„Wir gratulieren André Rankel herzlich zu seiner Ernennung zum neuen Bundestrainer der Herren-Nationalmannschaft. Wir sind stolz und sehen es als Anerkennung unserer Arbeit, dass der DEB an uns und André herangetreten ist. Wir freuen uns für ihn.“ so äußerte sich Eisbären-Sportdirektor Stephane Richer zu dieser Entscheidung.

Erfahrung als Coach konnte neben seiner Tätigkeit im Club unter Serge Aubin auch beim DEB sammeln. In der Saison 2023/24 fungierte er als Cheftrainer der U18-Nationalmannschaft und führte die DEB-Mannschaft mit dem Gewinn der Goldmedaille bei der U18 WM der Division IA wieder zurück in die Top Division. 2024 war er zudem Assistant Coach beim Deutschland Cup.

Es wurde ein Trainer verpflichtet, der bisher noch kein DEL-Team gecoacht hat. „In den Gesprächen hat er uns mit seinen Ideen und seiner Klarheit überzeugt. An dieser Stelle möchte ich mich auch für die zielführende und professionelle Zusammenarbeit mit Peter John Lee sowie Karl-Heinz Fliegauf und Stefan Ustorf im gesamten Auswahlprozess bedanken.“ so Christian Künast, Vorstand Sport beim Deutschen Eishockey Bund.

Für Andre Rankel selbst ist es eine große Ehre, jetzt die Nationalmannschaft betreuen zu dürfen. Für den DEB ist die Personalie von besonderer Bedeutung, schließlich findet die nächste Weltmeisterschaft in Deutschland statt.

Titelfoto: © Stephan Wenske

Hans-Peter Becker

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