Nichts Neues im Berliner Profifußball

Es lohnt sich wahrlich nicht, einen längeren Text über den 32. Spieltag aus Berliner Sicht zu schreiben. Schlechter Fußball, Ballbeleidigung prägte die Spiele. Alles bleibt zudem beim Alten. Der 1. FC Union holte einen Punkt und darf sich über den Klassenerhalt, nein, nicht gleich freuen, eher ein bisschen wundern. Da waren halt drei Teams noch schlechter. Der Trainerwechsel hat überhaupt nichts gebracht. Die Mannschaft hat da weiter gemacht, wo sie unter Steffen Baumgart aufgehört hat. Mit den Werten eines Absteigers wurde die Klasse gehalten.

Kurz zur Alten Dame, was war das denn? Unfassbar schwach, fahriger Spielaufbau und gute Torchancen blieben Mangelware. Das Pech schlug zu in der 61. Minute, erst köpft Luca Schuler knapp vorbei und im Gegenzug kommen die Magdeburger zu ihrem Treffer. Bereits in der 68. Minute wurde Fabian Reese ausgewechselt.

Beide Vereine müssen für die kommende Saison personell einiges verändern, auf und neben dem Rasen. Zwei Spieltage sind noch zu überstehen und dann? Wird es hoffentlich besser. Der Berliner Sport kann fast alles außer Profifußball.

Hans-Peter Becker

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Fachblatt „Fußball-Woche“ vor der Auferstehung

Spendenkampagne für den Amateurfußball in Social Media und Druck

Tino Loest ist vorsichtig optimistisch. Der ambitionierte Retter, der schon fast abgeschriebenen „Fußball-Woche“ (FuWo), will im besten Fall durch eine am 30. April 2026 angelaufene Kampagne eine Million Euro einsammeln. „Kick-off“ nannte sich das Treffen von Interessierten und Pressevertretern in der Magnet-Bar. Ein Anstoß, um die hungrige Berliner Fußball-Gemeinde wieder mit dem Lesestoff zu versorgen, der monatelang fehlte. Das Kultblatt soll ab der kommenden Saison wieder regelmäßig von den Sportplätzen der Berliner Vereine berichten. „Das mit der Summe ist aber nur eine Wunschvorstellung. Es gibt einen Mindestbetrag von 100.000, der erzielt werden sollte, damit die zeitgemäße Online-Präsenz richtig anlaufen kann“, erzählt der Mann, der nur Erster unter Gleichen sein will. Bei der von ihm und einigen anderen neuen Leuten vorgestellten Kampagne in der Fußballkneipe ist die Liebe zum Amateurfußball zu spüren. Interessierte Zuhörer sind zahlreiche frühere Mitarbeiter des Blattes, auch der letzte Herausgeber, Horst Bläsig. Kilian Depuhl bereits für die alte Fußball-Woche-App verantwortlich und Peer Hempel, ein weiterer Mahlsdorfer, sind die digitalen und grafischen Macher des neuen Erscheinungsbildes.

Tino Loest, Mitte mit Mikrophon bei der Vorstellung des Projekts

Wie und wann soll es zur Auferstehung des im Herbst 2025 in die Insolvenz abgetauchten Fußballmagazins von 1923 kommen? „Wir wollen mit dem bekannten FuWo-Sonderheft vor Beginn der neuen Saison starten. Die Inhalte, die sich für eine neue FuWo-App eignen, sollen bereits vor einer hoffentlich möglichen Druckversion eingestellt werden“, sagt Loest – Unternehmer und auch Präsident von Eintracht Mahlsdorf. Dass alles ungewöhnlich schnell gehen muss, ist den neuen Inhabern der Markenrechte bewusst. Die inhaltlichen Schwerpunkte sollen etwas anders verteilt werden. Spielberichte von Hertha und Union, die am traditionellen Erscheinungstag montags bereits zuvor überall veröffentlicht wurden, möchte Loest möglichst vermeiden. Der Fußball bei den Frauen und auch eine etwas ausführlichere Präsentation vom Jugend- und Seniorenfußball sollen mehr Leser und Leserinnen ansprechen. Im allgemeinen Layout und vor allem im Titel wird die FuWo ab demnächst auch ein verändertes Äußeres zeigen. Erkennen lässt sich das Blatt weiterhin, der grüne Schriftzug soll kürzer sein – statt „Fußball-Woche“ nur „FuWo“. Ein Trailer mit einem kauzigen Repräsentanten vor Berliner Kulisse ist bereits online. Motto: Berlin, vereint euch!

Tino Loest, links und Kilian Depuhl

Grundlage für einen erhofften Neustart ist die Spendenbereitschaft der Anhänger aus Vereinen, alter Leserschaft und auch Sponsoren aus der Wirtschaft. Die Crowdfunding-Aktion startete am Donnerstag, 30.04.2026 mit 60 Euro, bereits nach wenigen Stunden waren bereits über 10.000 im Topf – immerhin. Über die Webseite der FuWo und in der App kann sich ab sofort jeder beteiligen, um das Projekt zu beleben. „Wenn es nicht gelingt, haben wir es wenigstens versucht“, meint der ambitionierte Neustarter. Zunächst sind für einen weiteren Kick-off aber dringend Taten nötig. Viel Arbeit also für den Kaufmann Loest, der seine Menschenkenntnis früh beim Obstverkauf im Handel seines Vaters schulen konnte. Die Kampagne findet sich hier: www.startnext.com/fuwo.

Text und Fotos: © Frank Toebs

Adler Mannheim mit dem besseren Ende – Eisbären verlieren Spiel Vier

DEL Saison 2025/26

Playoff-Finale Spiel 4

30.04.2026 19:30 Uhr Uber-Arena Berlin

EHC Eisbären Berlin – Adler Mannheim 3:4 OT (0:0/2:1/1:2/0:1)

Serienstand (best of seven) 3:1

Den Titel vor Augen und mit dem Rücken zur Wand, letztes Spiel der Saison oder eine Verlängerung der Serie. Partycrasher oder Jubeltrauben, eines war sicher, kampflos werden die Adler aus Mannheim nichts hergeben. Beide kamen gleich gut in die Partie. Bereits nach drei Minuten hatten die Adler ein Powerplay. Jonas Müller der Kapitän saß wegen eines Stockschlags auf der Bank. Die Adler kamen zu zwei Möglichkeiten, dann war Müller wieder auf dem Eis. Es deutete sich bereits in dieser Anfangsphase des Spiels an, ein hartes Stück Arbeit wird zu verrichten sein. Die Eisbären hatten eine gute Gelegenheit durch Ty Ronning, die der Mannheimer Goalie Johan Christer Mattson entschärfen konnte.

Eine Strafe wegen Stockschlags erwischte auch die Adler, Lukas Käble musste in die Kühlbox. Ein Tor gelang in diesem Powerplay den Eisbären nicht. Verteiltes Spiel, als sich das erste Drittel dem Ende näherte. Wo tat sich zuerst eine Lücke auf? Es fehlte auf beiden Seiten bei den Abschlüssen an der letzten Präzision. Das torlose Ergebnis hielt bis zur ersten Drittelpause. Beide Goalies hatten einiges zu tun, der Adler Goalie hielt 11 und der Eisbären Goalie musste 8 Mal zupacken. Das 1:0 für die Eisbären fiel in der 23. Minute. Sie nutzten ein Powerplay und Lester Lancaster war der Torschütze. Jetzt mussten die Adler noch mehr investieren. Das Tempo im Spiel zog weiter an. Jeder Puckverlust wurde zum gefährlichen Konter. Dass die Arena mehr und mehr stimmungsmäßig zur Hochform auflief, war jetzt kein Wunder. In der 28. Minute stellte Liam Kirk das Ergebnis auf 2:0. Er platzierte den Puck halbhoch an der Stockhand des Goalies vorbei in die Maschen.

Ein Powerplay, ab der 31. Spielminute brachte den 1:2 Anschluss für die Adler. Nicolas Mattinen konnte eine Vorarbeit von Matthias Plachta verwerten. Jetzt stemmten sich die Adler mit Macht gegen das drohende Aus und die Eisbären versuchten schnelle Konter zu fahren. Das Spiel wogte, ohne große Unterbrechungen, hin und her. In der 36. Minute ließ Lancester eine Riesenmöglichkeit zum 3:1 aus. Ein Powerplay ließen die Eisbären ebenso ungenutzt liegen. Das Spiel blieb bis zur Schlussphase des Mittelabschnitts in einem fairen Rahmen. Es wurde Eishockey gespielt mit allen Aufregern, die im Playoff dazu gehören.

Wie lang ist der Weg bis zur Meisterschaft noch? Die letzten 20 effektiven Spielminuten begannen die Eisbären mit einer knappen Führung. Angesichts des bisherigen Spielverlaufs war eine Prognose für das Ende schwierig. Die Statistiken sprachen für die Ausgeglichenheit. Die Adler hatten mehr Anspiele gewonnen, die Eisbären etwas mehr Torschüsse. Serge Aubin wirkte etwas nervös. Zwei Minuten nach Wiederbeginn musste Leonard Pföderl wegen unkorrekter Ausrüstung auf die Strafbank, muss man das in so einem Spiel pfeiffen. Laßt es die Jungs auf dem Eis austragen. Es glich sich zum Glück aus, eine Minute später wurde Anthony Greco wegen Beinstellens auf die Strafbank geschickt. Die daraus resultierende knappe Minute Überzahl brachte nichts ein.

In der 45. Minute musste Blut vom Eis gekratzt werden. Jonas Müller bekam unglücklich den Puck ins Gesicht, er biss auf die Zähne, aktivierte alles an Adrenalin und konnte weiterspielen. Sein geschwollenes Gesicht auf dem Videowürfel sorgte für Beifall. Die Adler ließen nicht locker, das 3:1 gelang den Eisbären. In der 47. Minute versenkte Markus Vikinstad den Puck zum 3:1. Anschließend hatten die Eisbären erneut ein Powerplay, Matthias Plachta hatte das Spiel verzögert. Es waren noch etwa 10 Minuten auf der Spieluhr, da wurden bereits Hinweise zum Betreten des Eises nach dem Spiel gegeben. Zu früh, Markus Niemeläinen musste wegen eines hohen Stocks mit Verletzungsfolge für vier Minuten auf die Strafbank. Die Spannung stieg, vier Minuten, das war ein langer Weg. Die Adler schafften den Anschlusstreffer und es waren sieben Minuten regulär und die Strafzeit nicht überstanden. Jetzt kamen die Adlerfans, sie glaubten wieder an einen Sieg, es wäre der erste in der Finalserie. Die Eisbären wurden im eigenen Drittel festgeschnürt. Es waren vier Minuten bis zum regulären Ende, die Uhr lief, Belastungstest für den Kreislauf. Der Ausgleich fiel drei Minuten und eine Sekunde vor dem regulären Spielende. Das Tor wurde länger überprüft und für regelgerecht angesehen. Es stand jetzt 3 zu 3 und die Spieluhr nicht abgelaufen. Jetzt war das Momentum auf Seiten der Adler und die Eisbären wirkten etwas geschockt. Es lief die letzte Spielminute und die Eisbären bekamen den Puck nicht aus ihrem Drittel. Der Puck war in der Schlusssekunde im Tor. Es zählte nicht mehr, ab in die Verlängerung.

Zur Beruhigung der Nerven ging es in eine 15-minütige Pause. Es war Walpurgisnacht, für wen tanzen die Hexen, für wen wird es die Hölle? Die Adler hatten sich die Verlängerung erkämpft. Eisbären Goalie Stettmer hatte 37 Schüsse gehalten. So sind die Playoffs, das wollen die Fans sehen. In das Tor trafen und nur darum geht es in der Overtime, die Adler, sie konnten eine ihrer wenigen Möglichkeiten nutzen. Die besseren Chancen hatten zwar die Eisbären, zweimal sprang der Puck vom Innenpfosten nach vorn zurück. Die Adler zwingen die Eisbären in das fünfte Spiel. Der Treffer zur Entscheidung fiel erst in der zweiten Verlängerung. Luke Esposito war der Glückliche. Der begehrte Pokal wurde verpackt und steht zunächst wieder in Mannheim. Die Entscheidung wurde vertagt.

Hans-Peter Becker

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Fotos: Stephan Wenske

Spieldaten

Aufstellungen
Eisbären Berlin: Stettmer (Neiße, Brandt) – Müller (C), Reinke; Niemeläinen, Smith; Mik, Lancaster; Kretzschmar – Tiffels (A), Dea, Ronning; Noebels, Eder, Kirk; Veilleux (A), Vikingstad, Pföderl; Hördler, Wiederer, Nieleck – Trainer: Serge Aubin       

Adler Mannheim: Mattson (Franzreb; Saffran) – Kälble, Gawanke; Renouf, Mattinen; Gilmour, Fohrler; Shaw – Michaelis, Reichel; Ehl; Kühnhackl, Esposito, Plachta; Bennett, Solow, Greco; Calce, Proske – Trainer: Dallas Eakins   

Tore
1:0 – 22:09 – Lancaster (Reinke, Noebels) – PP1
2:0 – 27:26 – Kirk (Vikingstad) – EQ
2:1 – 31:46 – Mattinen (Plachta, Kühnhackl) – PP1
3:1 – 46:51 – Vikingstad (Dea, Lancaster) – EQ
3:2 – 52:49 – Solow (Plachta, Esposito) – PP1
3:3 – 56:59 – Ehl (Bennett, Solow) – EQ  
3:4 – 83:45 – Esposito (Kühnhackl, Plachta)

Strafen
Eisbären Berlin: 10 (2, 2, 6, 0, 0) Minuten – Adler Mannheim: 10 (2, 4, 4, 0,0) Minuten 

Schiedsrichter

Andris Ansons, Sean MacFarlane (Patrick Laguzov, Dominic Kontny)

Zuschauer
14.200

BR Volleys “klauen“ erstes Spiel aus Lüneburg

In der „best of five“-Serie um die Deutsche Meisterschaft 2026 ging der erste Sieg am Mittwochabend an die Berlin Recycling Volleys. Der Titelverteidiger erwischte einen Start nach Maß in die Playoff-Endspiele und setzte sich mit 3:1 (25:20, 25:19, 18:25, 25:21) gegen die SVG Lüneburg durch. Mit diesem Rückenwind schlagen die Hauptstädter um Topscorer Jake Hanes am Samstag (02. Mai um 18.00 Uhr) vor ihren Fans in der Max-Schmeling-Halle zu Spiel zwei auf.

Christof Bernier

Ernst Fuhry – Ein Leben zwischen Anpassung und Haltung

Der beinahe vergessene Trainer, Künstler und Pädagoge starb vor 50 Jahren

Ernst Fuhry

Wie wird man Fußball-Weltmeister? Ernst Fuhry hätte diese Frage vermutlich nicht direkt beantwortet, weil sie ihm zu eng gefasst gewesen wäre. Für ihn begann Erfolg nicht auf dem Spielfeld, sondern beim Menschen. Vielleicht erklärt genau das, warum sein Name heute kaum noch fällt, obwohl er den deutschen Fußball auf leise Weise geprägt hat. Geboren 1903 in Worms, wuchs er in einem Elternhaus auf, das Sicherheit schätzte. Er absolvierte eine Banklehre, entschloss sich anschließend bewusst gegen diesen Weg. Dass sich sein Todestag am 28. April 2026 zum 50. Mal jährt, ist ein Anlass, sich an diesen heute fast vergessenen Gestalter des deutschen Fußballs zu erinnern. Die künstlerische Begabung schrieb er seiner Mutter zu, die körperliche Beweglichkeit und Ausdauer seinem Vater. Sport – vor allem Leichtathletik und Schwimmen – gehörte ebenso zu seinem Leben wie das Zeichnen; in den 1920er-Jahren war er Mitbegründer des Schwimmclubs Poseidon in Worms. Der Schritt nach München zum Studium der Grafik bedeutete einen bewussten Aufbruch, der ihn schließlich nach Berlin zum DFB führte.

Dort fand Fuhry eine Aufgabe, die zu ihm passte. Als Redakteur und Gestalter prägte er Texte und Erscheinungsbild gleichermaßen, sein Entwurf des DFB-Emblems brachte eine neue, sachlichere Formensprache in den Fußball. Gleichzeitig bewegte er sich im Umfeld der katholischen Jugendbewegung „Quickborn“, deren Werte – Disziplin, Gemeinschaft und bewusster Verzicht – ihn nachhaltig beeinflussten. Als er im unseligen Jahr 1933 die Jugendgruppe der „Spartaner“ in Berlin gründete, verband sich all dies zu einer eigenen Form der Arbeit mit jungen Menschen, in der Fußball, Charakterbildung und Selbstdisziplin untrennbar zusammengehörten.

Diese Haltung fand ihren sichtbarsten Ausdruck im Lehrfilm „Fußball-Technik“, der zwischen 1935 und 1942 entstand. Der Deutsche Fußball-Bund besitzt eine Kopie in seinem Archiv. In drei Akten und mit einer Länge von rund einer Stunde zeigen 14- bis 16-jährige Spieler seiner „Spartaner“ technische Abläufe in einer Präzision, die ihrer Zeit weit voraus war. Der geplante zweite Teil mit dem Titel „Taktik“ blieb unvollendet. Dass der Film überhaupt erhalten blieb, ist einer ungewöhnlichen Entscheidung zu verdanken: Fuhry vergrub ihn in einem Garten im Berliner Bezirk Pankow, wodurch er den Krieg überstand und in den 1960er-Jahren bei Vereinsabenden wieder gezeigt werden konnte. Auch öffentlich trat Fuhry noch einmal hervor, als er 1965 in der ARD-Sendung „Hohe Schule des Fußballs“ gemeinsam mit Sepp Herberger über Spielkultur und Ausbildung sprach – es soll ein ruhiges, beinahe zeitlos wirkendes Gespräch zweier Fußballlehrer gewesen sein. Bilddokumente existieren von diesem Treffen, während man eine Aufzeichnung der Zusammenkunft in den Archiven der ARD vergeblich sucht.

Die Jahre des Nationalsozialismus lassen sich bei Fuhry nicht eindeutig fassen. Er war weit entfernt, ein Widerstandskämpfer zu sein, aber auch kein überzeugter Anhänger, kein Parteimitglied. Er schwieg, passte sich an und hielt zugleich an eigenen Formen der Jugendarbeit fest, die nicht ganz in das System passten. Auch Gerüchte über seine sexuelle Orientierung, die bereits damals von staatlicher Seite aufgegriffen wurden, blieben unbewiesen und sind für die Bewertung seines Lebenswerks wohl letztlich ohne Bedeutung. Dass im Mittelpunkt der Mensch und nicht Religionszugehörigkeit stehen sollten, zeigte sich durch Herbert Franzkowiak in Berlin. Der Junge, Mitglied bei den Fuhry-Spartanern, stammte aus einer jüdisch geprägten Familie. Derweil war wohl nur der Vater Jude, aber seine Mutter saß in einem Konzentrationslager ein. Sie überlebte. Mutter und Sohn waren nach Kriegsende „anerkannte Opfer des Faschismus“, wie aus einem Schreiben von etwa 1946 hervorgeht.

Der Krieg zerstörte große Teile seines künstlerischen und dokumentarischen Werks; beim Brand der Berliner Wohnung im November 1943 gingen alle Entwürfe und Sammlungen verloren, darunter auch das von ihm besonders geschätzte Plakat zum ersten Länderspiel Deutschland gegen England 1930. Die Brandbomben zerstörten auch die Zentrale des DFB, der sich mit der Geschäftsstelle im selben Gebäude befand.

Nach 1945 – genauer im Sommer 1946 – begann in Nordhorn an der Niederländischen Grenze ein neuer Abschnitt, mit etwas weniger Talenten als in der deutschen Hauptstadt, aber bestimmt nachhaltiger. Als Trainer von Eintracht Nordhorn arbeitete Fuhry mit jungen Spielern und überzeugte weniger durch Anweisungen als durch Haltung. Sein Schüler Rudolf Lembeck erinnerte sich später: „Er hat nichts mit Zwang beibringen wollen. Wir sind ihm nur zu gerne gefolgt, weil er alles vorgelebt hat.“

Der sportliche Erfolg stellte sich ein, doch er war für den Idealisten nie Selbstzweck. Zweimal verzichtete die Mannschaft nach errungenen Meisterschaften auf den Aufstieg in die Oberliga, bevor sie beim dritten Mal den Schritt wagte und sich dort unter anderem mit dem Hamburger SV maß. Eine höhere Spielklasse gab es damals nicht, doch wichtiger als jede Tabellenposition blieb für ihn die innere Einstellung zum Spiel und zum Leben. Seine Lehren strahlten auch bis in einen anderen Teil des Rheinlandes: Günter Hentschke – ein weiterer Berliner Fuhry-Schüler trainierte später Oberliga-Teams in Duisburg und Düsseldorf.

Privat blieb Fuhry ein zurückgezogener Mensch, der seinen Haushalt nie allein führte. In Berlin und Nordhorn unterstützte ihn die jüngste Schwester Anna, später in Worms seine Schwester Liesl. Dorthin kehrte er schließlich zurück, blieb bis ins hohe Alter künstlerisch tätig. Zu seinem 70. Geburtstag formulierte er, er habe noch „30 Jahre Arbeit vor sich“. Ganz so lange wurde es nicht, doch bis zuletzt kam die Kreativität nie zu kurz. Sein Weltfriedenssymbol mit einem Leitstern im Zentrum gehört zu den letzten Entwürfen und findet sich heute auf seinem Grab auf dem Friedhof Hochheimer Höhe in der Nibelungenstadt.

Als Ernst Fuhry 1976 beigesetzt wurde, war auch Bundestrainer Helmut Schön unter den Trauergästen – eine stille Form der Anerkennung für einen Mann, der nie den großen Auftritt suchte. Sein Nachlass, von seiner Schwester Liesl sorgfältig verwahrt, fand erst nach ihrem Tod teilweise den Weg in offizielle Archive, darunter das des DFB sowie in das Stadtarchiv Worms. Vieles war durch die Kriegsereignisse verloren, anderes blieb verstreut.
Was bleibt, ist das Bild eines Mannes, der den Fußball nicht als Spektakel verstand, sondern als Lebensschule. Kein Held im klassischen Sinne, sondern ein leiser Gestalter – und gerade darin seiner Zeit voraus. Ein typisches Fuhry-Zitat: „Man kann nicht immer das Glück haben, Erster zu werden, doch hinter sich selbst darf man nicht zurückbleiben.“

Frank Toebs

Fotos: © Frank Toebs

Traumfinale und Champions-League-Teilnahme perfekt

Finalzeit in der Volleyball Bundesliga: Ab Mittwoch, 26.05.2026 kommt es zu dem großen Playoff-Finale, auf das sicher die meisten Volleyballfans in Deutschland gehofft haben. Die beiden besten Mannschaften der Saison 2025/26 stehen sich in den Endspielen um den Titel gegenüber. Hauptrundenerster gegen -zweiter, Pokal- gegen Ligacupsieger, die Champions-League-Teilnehmer dieser und der nächsten Saison unter sich: SVG Lüneburg gegen Berlin Recycling Volleys. Die „best of five“-Finalserie startet zunächst in Niedersachsen (29. Apr. um 20.00 Uhr) und kommt am Samstag (02. Mai 2026 um 18.00 Uhr) nach Berlin in die Max-Schmeling-Halle. Nach der fantastischen Stimmung am Sonntag, 26. Apr. 2026 wollen die Hauptstädter genau daran mit ihren Fans anknüpfen.

Lüneburg gegen Berlin – so heißt das Playoff-Finale zum zweiten Mal in Folge. Nachdem sich die BR Volleys im letzten Jahr bei nur einem Satzverlust in drei Spielen klar durchgesetzt hatten, sind die Karten diesmal völlig neu gemischt. Die Niedersachsen reiten auf einer Erfolgswelle, flogen in den vergangenen Wochen zum Pokalsieg und ins Finale des CEV Cups. Die Männer von der Spree mussten gegen viele Widerstände ankämpfen, verloren national aber seit Mitte November nur zwei Spiele, beide hauchdünn beim VfB Friedrichshafen mit 2:3 im Pokal- und Playoff-Halbfinale. Kapitän Ruben Schott sagt mit Blick auf das Finale: „Ich schiebe den Ball gern nach Lüneburg. Sie sind als Tabellenführer in die Playoffs gegangen und spielen eine ganz starke Saison, von daher kann man schon sagen, dass sie eine kleine Favoritenrolle haben. Sie konnten sich ganz gut auf das Finale vorbereiten, dürften erholt sein, obwohl sie vor diesem freien Wochenende ein sehr straffes Programm hatten. Ich bin gespannt und glaube, motivierende Worte braucht es für uns jetzt nicht mehr viele.“

Der umjubelte 3:0-Heimerfolg im Showdown gegen Friedrichshafen bringt für den Rekordmeister auch eine weitere Gewissheit mit: Das BR Volleys Team spielt in der nächsten Saison wieder in der CEV Champions League. Die zwei sicheren Startplätze für die Königsklasse gehen an die beiden Playoff-Finalisten aus Lüneburg und Berlin. „Das ist für den Verein und uns Spieler natürlich auch ein ganz wichtiger Effekt dieses Finaleinzugs. Berlin ohne Champions League ist ja schon kaum noch vorstellbar. Wir freuen uns, dass das jetzt gesichert ist“, so Schott. Damit garantiert die Saisonkarte 2026/27 nun zusätzlich die Heimspiele in der Gruppenphase und beinhaltet alle weiteren möglichen Matches in der Champions League. Das eine Ticket für ALLE Spiele hat so an Wert gewonnen, ist aber weiterhin schon ab nur 180 Euro erhältlich.

Das Playoff-Finale 2026:
Finale 1 | 29. April | 20.00 Uhr | LKH Arena
Finale 2 | 02. Mai | 18.00 Uhr | Max-Schmeling-Halle
Finale 3 | 06. Mai | 19.00 Uhr | LKH Arena
Finale 4 | 09. Mai | 18.00 Uhr | Max-Schmeling-Halle
Finale 5 | 13. Mai | 19.00 Uhr | LKH Arena

Christof Bernier/BR Volleys

Credit: Pressefoto Gora

Eisbären siegen auch im zweiten Spiel

DEL Saison 2025/26

Playoff-Finale Spiel 2

26.04.2026 16:30 Uhr Uber-Arena Berlin

EHC Eisbären Berlin – Adler Mannheim 5:1 (1:0/1:0/3:1)

Serienstand (best of seven) 2:0

Playoff-Eishockey reizt die Grenzen des Machbaren völlig aus und gelegentlich werden sie auch überschritten. Bemühen wir bitte hier nicht weiter eine martialische Floskel. Das Spiel 1 der Serie in Mannheim hatte jedenfalls die erwartete Playoff-Härte und forderte seine Opfer. Mit negativem Beispiel ging Eisbären-Kapitän Kai Wissmann voran. Die DEL verzichtete zum Glück auf eine Sperre. Wissmann ist auf und neben dem Eis alles andere, als ein Raubein. Leon Gawanke, der in Mannheim den Check von Wissmann kassierte konnte in Berlin wieder spielen.

Zum ersten Mal 2026 wurde in der Uber-Arena die Nationalhymne intoniert. Bernd Römers Gitarre war die Begleitung für den Gesang von Anne Mosters. Die Anfangsphase gehörte den Gästen, das erste Tor schossen die Eisbären. In der 3. Spielminute vollendete Manuel Wiederer einen Konter. In den ersten fünf Spielminuten bekamen die Adler zwei Chancen für einen 2 auf eins Konter, Jonas Stettmer war auf dem Posten. Das erste Überzahlspiel wurde den Eisbären zugesprochen, ein Treffer gelang nicht. Die Adler fighteten energisch, versuchten die Angriffe der Eisbären früh zu stören. Es war ein bisschen erstaunlich, dass die knappe Führung der Eisbären bis in die Schlussminuten des Anfangsdrittels hielt. In der Schlussminute lieferten sich Kris Bennet und Ty Ronning eine Ringkampfeinlage. Aus der zweiten Überzahl für die Eisbären sprang nichts Zählbares heraus.

Während der ersten Pause gab es einiges nachzujustieren. Auf welcher Seite konnten die besseren Tipps gegeben werden? Der Mittelabschnitt begann mit einer Strafe von 10 Minuten für Eisbär Lennard Nieleck, wegen unsportlichen Verhaltens. Es muss einen Vorfall unmittelbar nach dem Drittelende gegeben haben. Egal, die Eisbären eröffneten den Mittelabschnitt mit ihrem zweiten Treffer. Knapp drei Minuten nach Wiederbeginn setzte Liam Kirk den Puck in die Maschen. Im Anschluss daran verhinderte Jonas Stettmer mit einem Monstersafe den Treffer. Der Druck der Adler war weiter beachtlich, die Eisbären hielten dagegen. In der 30. Spielminute musste Yannick Veilleux wegen Beinstellens auf die Strafbank. Das Überzahlspiel der Adler funktionierte in dieser Situation glücklicherweise für die Eisbären nicht. Trotzdem schraubten die Gäste unermüdlich zunächst an einer Ergebnisverbesserung. Vier Minuten vor dem Ende des Mittelabschnitts schickten die Schiedsrichter Nicolas Mattinen für 10 Minuten wegen unsportlichen Verhaltens auf die Strafbank. Ein Problem für die Adler, sie konnten nur mit sechs Verteidigern nach Berlin reisen und Mattinen gehört in diesem Spiel zu den Verteidigern der ersten Reihe. Zweimal hatte jetzt auch Maximilian Franzreb große Auftritte. So gewannen die Eisbären auch den Mittelabschnitt mit 1:0.

Der Schlussabschnitt versprach noch einiges an Spannung. Die kostbare Führung konnten die Eisbären mitnehmen, jeder der sich im Eishockey auskennt, weiß, das ist noch immer eine enge Kiste. Ganz so eng blieb es erst nicht, in der 47. Minute fuhren die Eisbären einen Konter und es war Leonard Pföderl, der abzog und aus zentraler Position das Ding an Franzreb vorbei ins Tor jagte. Neun Minuten vor dem Ende gab es ein Powerplay für die Adler, bis zur Komplettierung der Eisbärenmannschaft passierte nichts weiter auf der Videotafel.

In einem Playoff-Spiel wird in jedem Moment etwas Besonderes erwartet. Entweder was Schmutziges oder eine spielerische Glanzleistung. Zunächst kam eine spielerische Glanzleistung. Es fielen zwei Tore im Abstand von 10 Sekunden, das Spiel schrieb die 54. Spielminute, da schlug das Playoff-Monster wieder zu. Leonard Pföderl stellte auf 4:0, es war sein 50. Treffer in den Playoffs. Das 5:0 besorgte Eric Hördler. Die komplette Demütigung blieb aus. In der 58. Spielminute besorgte Zachary Solow den Mannheimer Treffer.

Auch in diesem Spiel schossen die Eisbären die Tore im richtigen Moment, verteidigten geschickt und hatten einen großen Rückhalt mit Jonas Stettmer im Tor.

Hans-Peter Becker

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Fotos: Stephan Wenske

Spieldaten

Aufstellungen
Eisbären Berlin: Stettmer (Neiße, Brandt) – Müller, Wissmann (C); Smith, Reinke; Mik, Lancaster; Kretzschmar – Tiffels (A), Dea, Ronning; Noebels, Eder, Kirk; Veilleux (A), Vikingstad, Pföderl; Hördler, Wiederer, Nieleck – Trainer: Serge Aubin       

Adler Mannheim: Franzreb (Saffran) – Renouf, Mattinen; Kälble, Gawanke; Kreü, Gilmour – O‘Donnel, Michaelis, Reichel; Bennett, Solow, Greco; Plachta, Esposito, Ehl; Heim, Kühnhackl, Proske – Trainer: Dallas Eakins   

Tore
1:0 – 02:25 – Wiederer (Tiffels, Müller) – EQ
2:0 – 22:33 – Kirk (Eder, Müller) – EQ
3:0 – 46:19 – Pföderl (Veilleux, Wissmann) – EQ
4:0 – 53:25 – Pföderl (Ronning, Wissmann) – EQ
5:0 – 53:35 – Hördler (Wiederer) – EQ
5:1 – 57:39 – Solow (Gilmour, Greco) – PP1, EA

Strafen
Eisbären Berlin: 20 (2, 12, 6) Minuten – Adler Mannheim: 18 (6, 10, 2) Minuten 

Schiedsrichter

Sean MacFarlane, Marian Rohatsch (Kai Jürgens, Philipp Priebsch)

Zuschauer
14.200

Erfolgloses Wochenende für den Berliner Profifußball

Zwei Nullnummern hielt der vergangene Spieltag für den Berliner Profifußball parat. Am Freitagabend, 24.04.2026, eröffneten die Eisernen aus Köpenick den 31. Spieltag der 1. Bundesliga mit ihrem Auswärtsauftritt bei RB Leipzig. Sie hatten an der Stätte des ehemaligen Leipzigers Zentralstadions nicht die Spur einer Chance. Das Endergebnis fiel aufgrund des Chancenwuchers der Leipziger moderat aus. Dass sie nur mit einer 1:3 Niederlage wieder in den Bus steigen konnten, sich das Torverhältnis nicht weiter versauten bleibt das einzig positive. Es spielte ein heißer Anwärter auf die Champions League gegen einen Bewerber auf den Relegationsplatz.

Der Kader der Eisernen ist nicht ausgewogen genug für die Bundesliga, ein Glück, dass es mindestens drei Vereine gibt, die bei der Kaderplanung noch weniger Glück, Geld und Geschick hatten. Der Trainerwechsel hatte bisher keine positive Wirkung. Auffällig war, die langen Bälle auf den pfeilschnellen Oliver Burke funktionierten nicht. Entweder lief er ins Leere oder musste beim Verteidigen helfen. Umschaltsituationen ergaben sich wenig, immerhin sprangen vier Eckbälle heraus. Einer davon fand den Weg ins Tor, zu diesem Zeitpunkt war alles schon verpackt. 

Die Mitnahme eines Punktes oder gar Punkten durfte niemand im Berliner Lager erwarten, auf eine Leistungssteigerung nach dem verpatzten Heimspiel gegen Wolfsburg allerdings schon. Stattdessen drängte sich der Eindruck allgemeiner Überforderung auf. Die Schützlinge von Trainer Ole Werner machten das Spiel über ihre schnellen Außenstürmer bewusst breit und kombinierten in einer Geschwindigkeit, die immer wieder die Union-Abwehr zu Schwimmfesten einlud. Ab der 31. Minute konnte Frederik Rönnow nicht mehr weiterspielen, ohne Einwirkung des Gegners, bei einem Abschlag verletzte er sich. So kam er im zarten Alter von 32 Jahren Carl Claus zu seinem ersten Einsatz in der Bundesliga.

Es gab in dieser Spielzeit mal ein 2:2 in der “Alten Försterei” gegen den großen FC Bayern, das war am 8. November im vergangenen Jahr und knapp vier Wochen später eine beachtliche Leistung gegen die Bayern im Achtelfinale des DFB-Pokals. Da konnten sie die Tugenden, kompakt in der Abwehr und Nutzen von Umschaltmomenten teilweise erfolgreich demonstrieren. Warum funktioniert das knapp vier Monate später nicht mehr? 

Am 32. Spieltag wartet in Köpenick erneut ein “Endspiel”. Der ebenso abstiegsgefährdete 1. FC Köln wird keine Punkte herschenken wollen. Eher im Gegenteil, sie haben einen Punkt weniger als der 1. FC Union. Dank dem Fastabsteiger Heidenheim, die den FC St. Pauli bezwungen haben, bleibt es bei den sechs Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz. 

Einen Tag später konnte Hertha mal wieder nicht, trotz überlegenem Spiel, im Oly gewinnen. Macht aber in dieser Situation rein gar nichts, außer für die Geldrangliste sind kommende Zähler nichts mehr wert. Zu dem Spiel will ich nichts weiter sagen, nur soviel, wer gut spielt, hat noch lange nicht gewonnen. Zu beachten sind folgende Maße 7,32 Meter in der Breite und 2,44 Meter in der Höhe, seit dem 19. Jahrhundert hat sich daran nichts geändert. Manchmal ist es eben doch zu klein oder der VAR hat etwas dagegen.

Das war es jetzt endgültig mit Herthas Aufstiegshoffnungen. Es steht wieder einmal ein Neuanfang auf der Tagesordnung. Ob es gelingt für die kommende Saison einen Kader zusammenzustellen, der um den Aufstieg mitspielen kann?

Hans-Peter Becker

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Wasserfreunde Spandau 04 starten in die Playoffs

Am letzten April-Wochenende 2026 starten für die Wasserfreunde Spandau 04 die Playoff-Spiele der 105. Deutschen Wasserballmeisterschaft seit 1912. Die Berliner sind Rekordchampion (38-mal), allerdings sind sie in der Hauptrunde der Bundesliga nach 14 Spieltagen nur Dritter hinter Waspo Hannover und ASC Duisburg geworden. Der Gegner im Viertelfinale ist der Altmeister Duisburger SV 98 als Sechster der Hauptrunde. Gespielt wird im Best-of-Three-Modus. Mit zwei Siegen ist der Einzug ins Halbfinale perfekt. Spandau ist hoher Favorit, zumal die beiden Auftaktpartien in der heimischen Schöneberger Schwimmhalle gespielt werden. Nur im selbst von DSV-Optimisten für nahezu unmöglich gehaltenen Falle eines Duisburger Sieges in einem dieser beiden Begegnungen fände ein drittes Match am 3. Mai in Duisburg statt.

Die Vorzeichen in diesem Viertelfinale sprechen für Spandau, insbesondere aufgrund der Resultate aus den beiden Hauptrundenspielen. Daheim siegte Spandau 23:9, auswärts mit 24:11. Gewinnen die Hauptstädter wie erwartet beide Begegnungen an diesem Wochenende und ziehen ins Halbfinale ein, steht der Gegner dort bereits fest. Denn der ASC Duisburg, Zweiter in der Vorrunde vor Spandau, hat seine zwei Viertelfinals gegen den SV Cannstatt hoch gewonnen. Die Berliner sind gewarnt, sollte es zu diesem Aufeinandertreffen kommen. Denn im letzten Spiel beim ASD Duisburg mussten die Spandauer eine empfindliche Niederlage hinnehmen. Diese gilt es aufzuarbeiten. Zuerst aber muss natürlich der erste Schritt, ein Sieg im Viertelfinale erfolgen.

Peter Röhle/Wasserfreunde Spandau 04

Wasserball Bundesliga

Männer

2025/2026

Viertelfinale

Spiel 1 und 2

Wasserfreunde Spandau 04 – Duisburger SV 1898

Spielbeginn: Samstag, 25.04.2026 -16.00 Uhr

Spielbeginn: Sonntag, 26.04.2026 -14.00 Uhr

Spielort: Sport- und Lehrschwimmhalle Schöneberg, Sachsendamm 11, 10829 Berlin

Aufbaugegner Union und Hertha lässt wieder Punkte liegen

Der Berliner Profifußball ist leider Mondwelten von dem entfernt, was dem FC Bayern München bereits am 30. Spieltag der Saison 2025/26 gelang. Sie holten sich ihren 35. Meistertitel. Oh, wie spannend war mal wieder der Meisterschaftskampf. Kein Vorwurf an die Bayern langweilig ist es trotzdem.

Der 1. FC Union ist vor dem sicheren Bundesligahafen fürs Erste statt einzulaufen, auf Reede gegangen. Nach der Niederlage gegen die sich verzweifelt gegen den drohenden Abstieg wehrenden Wolfsburger hat sich an der Ausgangslage nicht viel verändert. „Wir haben alles noch selbst in unserer Hand“, so ließ es eine enttäuschte Marie-Louise Eta verlauten. Eine insgesamt gute Leistung bescheinigte sie ihrer neuen Truppe, na ja, das war wohl mehr als interner Mutmacher gedacht. Die eigentliche Hauptperson saß mit sauertöpfischem Gesichtsausdruck auf seinem Stuhl am Spielfeldrand. Der erhoffte Effekt eines Wechsels auf der Trainerposition blieb zunächst aus. 

Kampf- und Einsatzwillen können den Eisernen nicht abgesprochen werden, spielerisch haperte es, wie so oft in dieser Saison. Es wurde diszipliniert verteidigt, was bringt das, wenn der Gegner fast alles an Matchglück auf seiner Seite hat und auf der Gegenseite entsprechend das Pech die Oberhand behält. Beide Tore der Wolfsburger waren sehenswert, ein gekonnter Schuss mit Außenrist des österreichischen Nationalspielers Patrick Wimmer und der Blitzstart mit Beginn der zweiten Halbzeit. Nur 29 Sekunden nach Wiederbeginn bestraften die Wölfe einen Lapsus von Unions Innenverteidiger Danilho Doekhi. Dzenan Pejcinovic schlenzte das Spielobjekt gekonnt ins Tor, Frederik Rönnow streckte sich vergebens. 

Unermüdlich berannten die Eisernen das Tor der Gäste. Pech und ein gut aufgelegter Kamil Grabara verhinderten die Einschläge. Der Anschlusstreffer durch Oliver Burke, der im Sprint Konstantin Koulierakis den entscheidenden Meter abnehmen konnte, kam zu spät. Der Treffer fiel in der 85. Minute. Die restliche Spielzeit reichte nicht mehr, den kostbaren Vorsprung retteten die Wölfe ins Ziel. Die Eisernen waren in der Nachbetrachtung ein Aufbaugegner für den VfL Wolfsburg. In Hamburg werden die Kiezkicker vom FC St. Pauli das Ergebnis betrübt zur Kenntnis genommen haben. Bis auf zwei Punkte sind die Wolfsburger jetzt herangerückt.

Es sind noch vier Spiele bis zum Saisonende. Die Eisernen treten am kommenden Spieltag in Leipzig an und anschließend kommt Köln in die Alte Försterei. Egal, Union braucht Punkte. Der letzte Sieg datiert vom 23. Spieltag, es war der 21. Februar 2026, ein 1:0 Erfolg gegen Bayer Leverkusen. Seitdem warten sie in Köpenick auf einen weiteren Dreier.

Dass bei den Eisernen jetzt eine Frau die sportlichen Geschicke leitet, erregte große mediale Aufmerksamkeit. Schlussendlich zählt nur eins und im Profifußball besonders, Erfolg und nochmals Erfolg. 

Nach den Eisernen waren einen Tag später die Profis von Hertha BSC dran. In Braunschweig wartete eine komplizierte Aufgabe. Für den Traditionsverein aus Niedersachsen ging es um Sein oder Nichtsein in der 2. Bundesliga und für die Hertha? Da ließen sich einige Antworten finden. Die sehr theoretische Chance, weiter mit Punkten zu unterfüttern oder wenigstens in der Endabrechnung der Saison das Optimum an Punkten herauszuholen.  

Das Optimum wurde verpasst. Im Eintracht-Stadion an der Hamburger Straße reichte es, immerhin, für einen Zähler. Wie oft wurde wohl in dieser Saison die Phrase bemüht, die Partie war ein Spiegelbild des bisherigen Saisonverlaufs. Hertha hatte gut angefangen, konnte mit einem Foul-Elfmeter, verwandelt durch Fabian Reese, frühzeitig in Führung gehen. Anschließend gab es gute Möglichkeiten, den Vorsprung auszubauen. Allein Luca Schuler zielte zweimal zu genau und traf Latte und Pfosten. Angesichts der Großzügigkeit der Berliner witterte der Braunschweiger Turn- und Sportverein Morgenluft am Sonntagnachmittag. Hertha kassierte den Ausgleich und musste in Unterzahl den Punkt verteidigen. Es blieb trotz einer turbulenten Schlussphase beim Unentschieden. Das Ergebnis hilft weder dem Einen noch dem Anderen so richtig weiter. Immerhin konnte sich Braunschweig auf den Relegationsplatz schieben. Hertha kann mit noch mehr Ruhe die nächste Saison im Unterhaus der Bundesliga vorbereiten. Unterdessen wurde bekannt, dass Trainer Stefan Leitl und Sportchef Benjamin Weber in der kommenden Saison weiter die Verantwortung behalten werden.

Parallel zur Begegnung in Braunschweig kämpfte eine Klasse tiefer, Energie Cottbus weiter für die Chance, in der nächsten Saison eine Klasse höher zu spielen. Gegen die Mannschaft der Stunde, Rot-Weiß Essen, sieben Spiele in Folge ungeschlagen, konnte nach einem 1:3 Rückstand noch mit 5:3 bezwungen werden. Vielleicht gibt es ja wieder ein Berlin-Brandenburg-Derby in der 2. Bundesliga.

Hans-Peter Becker

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