Neue Partnerin und neues BR Volleys Team bei den German Beach Club Finals

Personelle Veränderungen rund um Louisa Lippmann: Zwei Jahre vor den Olympischen Spielen in Los Angeles richtet sich die BR Volleys Beachvolleyballerin neu aus und verfolgt das große Fernziel zukünftig gemeinsam mit Melanie Paul. Damit geht auch eine kurzfristige Neuaufstellung des BR Volleys Teams bei den ersten German Beach Club Finals in Hannover (23. bis 26. Jul. 2026) einher. Zusammen mit Lippmann/Paul starten Mareet Maidhof und Tabea Schwarz als zweites Duo bei dem Multisport-Event für den Hauptstadtclub. 

Linda Bock und Louisa Lippmann beenden ihre gemeinsame Zeit und gehen künftig getrennte Wege. Diese keinesfalls leichte Entscheidung traf das Team im Laufe dieser Woche und BR Volleys Athletin Lippmann bildet ab sofort mit Melanie Paul ein neues Gespann, während deren ehemalige Partnerin Lea Kunst zukünftig mit Linda Bock aufschlagen wird. Das Nationalteam Bock/Lippmann blickt auf eine erfolgreiche gemeinsame Zeit zurück. Höhepunkt der anderthalbjährigen Partnerschaft war der erste internationale Turniersieg beim Challenge-Turnier in Baden 2025. Darüber hinaus etablierte sich das Duo auf nationaler und internationaler Ebene und sammelte wichtige Erfahrungen auf dem Weg in die Weltspitze. Nachdem Lippmann an der Seite von Laura Ludwig die Olympia-Teilnahme 2024 in Paris gelungen war, arbeitete die 31-Jährige mit Bock auf die Spiele 2028 in Los Angeles hin. In der laufenden Saison blieb die erhoffte sportliche Entwicklung jedoch hinter den eigenen Erwartungen zurück. 

„Linda und ich gehen im Guten auseinander und ich bin dankbar für das Erlebte. Uns verbinden eine großartige gemeinsame Zeit und unsere erste internationale Goldmedaille in Baden – das bleibt unvergesslich. Für mich war jetzt aber der Zeitpunkt gekommen, eine sportliche Entscheidung mit Blick auf mein großes Ziel Olympia 2028 zu treffen“, sagt Louisa Lippmann zur Trennung. Ihre neue Partnerin Melanie Paul ist in der jüngeren Vergangenheit zu einer der deutschen Top-Abwehrspielerinnen gereift. Die 25-Jährige wurde in Buenos Aires (ARG) geboren und kann allein in den letzten zwei Saisons vier Siege auf der German Beach Tour vorweisen. Lippmann freut sich auf die Zusammenarbeit: „Melli bringt viel Erfahrung und Qualität mit. Wir verfolgen dieselben Ziele und wollen uns Schritt für Schritt weiterentwickeln. Unser großes gemeinsames Ziel sind die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles.“

Neue Teamkonstellation bei den German Beach Club Finals

Seit April steht fest, dass die BR Volleys bei der Premiere der German Beach Club Finals in Hannover mit einem Team um Lippmann an den Start gehen. Im Zuge einiger personellen Veränderungen an der Spitze des deutschen Damenfeldes formiert sich auch das BR Volleys Aufgebot für das Event neu. An der Seite von Louisa Lippmann wird nun folgerichtig Melanie Paul aufschlagen. Das zweite Duo, welches an jenem Wochenende einmalig für den Hauptstadtclub am Netz steht, heißt Mareet Maidhof/Tabea Schwarz. Die 21-jährige Maidhof und 25-jährige Schwarz feierten in dieser Saison bereits einen dritten Platz auf der German Beach Tour in Berlin.

Die German Beach Club Finals steigen auf dem Opernplatz in Hannover und setzen mit ihrem besonderen Wettbewerbsformat auf den Teamgedanken: Jede Begegnung beginnt mit zwei 2 vs. 2-Partien, ehe bei einem möglichen Gleichstand ein Golden Set im 4 vs. 4 die Entscheidung bringt. Die Arena ist bereits ausverkauft – beste Voraussetzungen für vier Tage Beachvolleyball vor außergewöhnlicher Kulisse. ARD/ZDF übertragen das Multisport-Event im Fernsehen und Livestream.

Christof Bernier/BR Volleys

Foto: © Kevin Mattig

BR Volleys Talente-Camp 2026

Drei Tage Begeisterung bei 200 Kids

200 Kinder, 35 Trainerinnen und Trainer, 20 Courts, drei Tage, zwölf Trainingsstunden und jede Menge positive Energie: Das BR Volleys Talente-Camp war bei seiner neunten Auflage erneut ein Erfolg auf ganzer Linie. Auf dem Gelände von BeachMitte passte alles und es herrschten ideale Voraussetzungen für einen actionreichen Ferienstart bei bestem Wetter. Zu diesem trugen auch die Deutschen Meister Arthur Wehner, Daniel Malescha und Maximilian Treiter bei.

Am Mittwoch, 08.07.2026 war Zeugnisausgabe in Berlin und keine 24 Stunden später standen 200 Kinder im Alter von acht bis zwölf Jahren bereits im Sand von BeachMitte, um mit großer Freude sportlich aktiv zu werden. Dr. Stefan Bleckwehl, Geschäftsführer der Berlin Recycling GmbH, gab am Donnerstagmorgen (09.07.2026) den Startschuss für das nunmehr neunte BR Volleys Talente-Camp. Zur Eröffnung sprach Dr. Bleckwehl motivierende Worte und wünschte allen Teilnehmern und Organisatoren tolle Tage. Zuvor nahm Arthur Wehner die Kinder bei der Anmeldung in Empfang und sorgte für erste strahlende Augen.

Nach dem Auftakt eroberten die Kinder unter professioneller Anleitung von 35 engagierten Trainerinnen und Trainern – unter ihnen auch der Deutsche Meister Djifa Amedegnato – die Beachvolleyballfelder und tobten sich bis Samstagnachmittag aus. An Tag zwei nahm sich Daniel Malescha Zeit für die Talente und trainierte in den einzelnen Gruppen mit. Bei der anschließenden Foto- und Autogrammstunde herrschte riesiger Andrang. Unterbrochen wurden die Trainingseinheiten in der Sonne unter anderem durch Besuche im direkt angrenzenden Trampolinpark „MYJUMP“ von BeachMitte. Bei der Siegerehrung gab es die Urkunden abschließend aus den Händen von Maximilian Treiter. SCC JUNIORS Chef- und Sichtungstrainer Arnaud Schmidt zeigte sich begeistert: „Insgesamt war es ein total gelungenes Event. Schätzungsweise waren 80 Prozent der Kinder zum ersten Mal dabei, was bedeutet, dass wir immer wieder neue Kinder und Eltern mit dem Angebot gewinnen können. Das Niveau war trotzdem sehr gut. Mit dem Wetter hatten wir auch großes Glück, sind also rundum happy. Ein großes Dankeschön an das Organisations – und Trainerteam, das einen überragenden Job gemacht hat, sowie alle Unterstützer!“

Das BR Volleys Talente-Camp wurde auch 2026 von starken Partnern gefördert. Allen voran trat Titelsponsor Berlin Recycling als wichtiger Unterstützer auf. Zu den Nachwuchsförderern des Events zählten ebenfalls die Allianz Deutschland und der Fanclub VolleyTigers. Gleichzeitig wurden Mittel aus der „Dyn Move Your Sport“-Initiative und Crowdfunding-Maßnahmen zur Umsetzung des Camps eingesetzt. Die BR Volleys und ihre SCC JUNIORS bedanken sich herzlich bei allen Förderern.

Christof Bernier/BR Volleys

Foto: © Hannah Häger

Die Wasserfreunde Spandau 04 sagen Danke

Die Sportstadt Berlin kann sich im Jahr 2026 mit einer beachtlichen Anzahl an Meistertiteln schmücken. Bei den Frauen und Männern holten die Wasserfreunde Spandau 04 den Meistertitel in die Hauptstadt. Den Frauen sicherte sich mit ihrer letzten Titelverteidigung die siebte Meisterschaft in Folge und die Männer holten sich den 38. Meistertitel der Vereinsgeschichte, ein beispielloser Rekord.

Nach der Saison ist immer vor der Saison. Die Mannschaft bekommt ein neues Gesicht.

Foto:© Wasserfreunde Spandau 04

Der Abschied von den scheidenden Spielern der vergangenen Saison 2025/26 ist uns sehr schwergefallen. Unter der Federführung des neuen Trainers Marin Restovic wurde in der letzten Spielzeit ein junges Team mit bislang wenig internationaler Erfahrung geformt. Leider ist es dennoch nicht gelungen, einen weiteren Titel zugewinnen, wie es die Spandauer Fans gewohnt waren. Dennoch ist festzustellen, dass im Euro-Cup sowie auch in den Finalspielen um die Deutsche Meisterschaft gezeigt wurde, was die Mannschaft zu leisten in der Lage ist. Körperlich stark und absolut konkurrenzfähig, den taktischen Vorgaben folgend, kämpferisch geschlossen auftretend, präsentierte sich das Team nach den Wünschen des Trainers.

Wir bedanken uns bei folgenden Spielern für ihre Zeit bei den Wasserfreunden Spandau04:

Marton Nagy (nach Vasas Budapest), Nikola Kojic (nach Novi Beograd), Yannek Chiru (nach Waspo 98 Hannover). Moritz Ostmann entschied sich aus gesundheitlichen Erwägungen seine aktive Wasserballlaufbahn zu beenden und Laszlo Bakasa verlässt das Tor der Wasserfreunde um zukünftig als Trainer seine Erfahrungen weiter geben zu können.

Bei der Abschiedsparty, mit hervorragenden Essen und bester Stimmung in der Osteria Maria in Berlin Steglitz, wurde getanzt, gesungen und auch die eine oder andere Träne vergossen.

Jeder Abschied fällt schwer!

Peter Röhle/Wasserfreunde Spandau 04

Die allerletzte Entscheidung in der Meisterschaft der Jugend

D-Jugend-Champion 2025/26 des BFV heißt Frohnauer SC

Holger Kraft hat in den letzten Monaten einige Wendungen und Ungereimtheiten erleben müssen. Sieg durch Elfmeterschießen, Aberkennung am grünen Tisch, erneuter Sieg nach Einsprüchen, das war die Reihenfolge im Pokal-Halbfinale zwischen Viktoria Mitte und seiner Mannschaft vom Frohnauer SC (2:3). Bevor es am 10. Juni 2026 doch ins Endspiel gegen Hertha BSC (0:3) ging, wuchsen dem Trainer der Frohnauer U13 vorzeitig eine Menge weiterer grauer Haare. Am Ende wird nicht die Niederlage im Pokalendspiel 2025/26 für den renommierten Jugend-Trainer des FSC in Erinnerung bleiben. Krafts jahrzehntelanges Treiben und Wirken in Nordberlin ist eine Bestätigung für die nicht unbekannte Weise und die Forderung nach den besten Trainern für die Jugend. „Ich bin in einem Trainerteam seit der U6 mit diesen Jungen zusammen. Auch mein Sohn spielt in dieser Mannschaft, die nun für Furore sorgt“, sagte der Coach, der lange auch Stützpunkttrainer des Berliner Fußball-Verbandes (BFV) war.

Das Finale um die D-Jugend-Meisterschaft des BFV am letzten Sonntag (05.07.2026) vor den Schulferien in Berlin dürfte so für viele (unverschuldete) Ärgernisse entschädigt haben. 3:1 hieß es nach zweimal 30 Minuten plus obligatorischer Nachspielzeit für den Tabellenführer aus der Verbandsliga Staffel 1. Für dieses Endspiel – nun beinahe auf den letzten Drücker – gegen den FC Hertha 03 (Sieger Staffel 2) im Stadion Rehberge in Mitte musste auch erst einmal der passende Termin und Ort gefunden werden. Das ursprünglich am 28. Juni 2026 terminierte Finale auf dem Gelände der Fortuna Biesdorf war bekanntlich der Hitzewelle zum Opfer gefallen. Dementsprechend waren Aufbau und Organisation auf diesem Platz in den Weddinger Rehbergen nicht optimal. Bei freiem Eintritt verfolgten etwa 250 Besucher das Finale. Unter denen wunderten sich einige über die verspätete Durchsage der Mannschaftsaufstellungen. Bevor die Liste abgearbeitet war, stand es bereits 1:0 für Frohnau. Die nicht gekreideten Außenlinien und der Strafraum (bei einem Berliner Meisterschafts-Finale!) waren ein weiteres Ärgernis. Nur Hütchen standen zur Markierung bereit; auch für die Unparteiischen nicht unbedingt ideal. Nach der Partie wurde bekannt, dass der gesamte Platzaufbau von den Mannschaften erledigt werden musste.

Der spätere Sieger der Partie konnte seinen ersten Treffer bereits in Minute eins bejubeln. Kurz und bündig hatte Trainersohn Kraft zur Führung abgezogen. Der war nur einer der Aktivposten in einer Acht, in der bei zahlreichen Wechseln keiner besonders überragend spielend musste, um erfolgreich zu sein. Ein derartig ausgeglichenes Team machte es den körperlich unterlegenen Zehlendorfern nicht leicht, selbst ins Spiel zu finden. Doch zunächst konnte die Mannschaft von Trainer Christian „Kiki“ Broßmann bereits nach drei Minuten ausgleichen. Die erneute Führung der Nordberliner kurz darauf durch Damian Bade – der einzige in der offiziellen Aufstellung genannte Spieler – war aufgrund der Wucht im Spiel gegen die „kleine“ Hertha folgerichtig. Fast schon vorentscheidend schien der nächste Treffer zum 3:1. „Unser Mittel sollte nicht sein, die Bälle lang nach vorn zu geben. Wir wollten bei physischer Unterlegenheit unsere kombinierende Spielweise nutzen, um zum Erfolg zu kommen. Das ist leider nicht richtig gelungen“, bemerkte H03-Trainer Broßmann nach Abpfiff. Immerhin haben seine Spieler und die der Siegermannschaft aber den Nachwuchs der Platzhirsche in Berlin in der Tabelle hinter sich gelassen. Hertha BSC wurde zwar Pokalsieger, die D-Jugend des 1. FC Union derweil nur Fünfter (weit hinter dem Frohnauer SC) in der Abrechnung.

So weit muss ein Amateurverein wie der FSC, dessen 1. Herrenmannschaft in der Berlin-Liga dem Abstieg jüngst gerade so entgehen konnte, in seiner Ausbildung der Jugend erst einmal kommen. Die „Großen“ wollen zwar in erster Linie nur ausbilden, nicht Meisterschafts- und Pokaltrophäen zwangsläufig sammeln, aber es soll niemand behaupten, dass die Spieler dort das nicht anders sehen. Selbst als Nachwuchsspieler eines Profivereins steht man nicht an jedem Saisonende in einem Finale. Holger Kraft ließ das Jubeln mit freiem Oberkörper im Kreis der Mannschaft daher nicht aus. Auch auf dem Mannschaftsfoto des Siegers zeigte er als eine Art „Aggressive Leader“ (aber von der Bank) seinen Stolz über den Gewinn der Meisterschaft. Sein Trainerteam mit Malek Abou-Daher und Maik Vandersee wird sicher ebenfalls genügend Anteil am Erfolg des Frohnauer SC haben. Wer weiß, welches Talent man in fünf bis sechs Jahren in der Männermannschaft der Frohnauer erleben wird – dann vielleicht sogar schon ein paar Klassen höher. Die Aufmerksamkeit ist den Spielern jetzt schon sicher. Einer aus der Meistermannschaft allerdings tritt zur kommenden Saison bereits für Hertha BSC in der C-Jugend an.

Frank Toebs

Foto: © Bezirksamt Reinickendorf

Eine persönliche Sicht auf das WM-Aus der Deutschen Elf

Spiele mit Andribbeln – aber ohne Tempo

Es muss um 2014 gewesen sein. In Wannsee beim Berliner Fußball-Verband (BFV) gab es eine Fortbildung. Trainer und Auswahlspieler der U12 kamen zusammen, um unter klirrender Kälte bei viel Bewegung voneinander und vom Trainerstab zu lernen. Unter ihnen: Ein Junge mit einem heutigen Marktwert von mehr als 27.000.000 Euro. Ob dieser Lazar Samardzic bereits Spieler von Hertha BSC war oder erst zu den Charlottenburgern wechselte, ist mir entfallen. Bekannt ist aber, dass er (heute 24) nun in Italien bei Atalanta Bergamo kickt. Für die Nationalmannschaft seines Geburtslandes ist der Berliner leider nicht verfügbar.

Was hat das mit dem frühen Ausscheiden der Deutschen Nationalmannschaft beim WM-Turnier 2026 zu tun? Mich hat beeindruckt, wie scheinbar mathematisch bestimmte Bewegungen durch die jungen Auswahlspieler immer wieder geübt wurden. Der damalige leitende BFV-Verbandstrainer Henry Rehnisch, ein ausgebildeter Pädagoge (heute im Trainerstab der Jugend des 1. FC Union), predigte seine Anweisungen geradezu. Die Talente wiederholten wörtlich wie in der Schule und führten vor. „Andribbeln, Tempo aufnehmen, Abschluss“ hieß es da zum Beispiel. Von Rückwärtsgang ohne Not oder dribbeln fast im Stand mit dem Blick auf die Spielfläche war keine Rede. Wie es gehen kann, zeigten die aggressiven Spieler des letzten Gegners aus Paraguay. War es nicht ein Kopfball-Traumtor, das in der 1:0-Führung gipfelte? Andribbeln, Tempo aufnehmen, was Sinnvolles folgen lassen. Fast wie damals bei Henry Rehnisch.

Es ist immer einfach, einzelne Akteure zu Sündenböcken zu machen. Auch Häme ist schnell und billig im Spiel. Man wird aber fragen dürfen, wer ernsthaft dachte, mit Alibifußball in einem Nationalteam irgendetwas erreichen zu können. Wer träumte da von einem WM-Titel 2026? Vor wenigen Tagen hieß es in der Bild nach dem 2:1 gegen die Elfenbeinküste noch „UnsUndav“ in Anlehnung an den einst großartigen Kämpfer und Mittelstürmer beim Hamburger SV. „Uns“ Uwe Seeler (+ 85) war sich aber für nichts zu schade, hielt seinen Kopf in jede Flanke und hatte die technischen Grundlagen auch mit Körperverdrehungen das Tor noch anzusteuern. Echte Typen sind nun im aktuellen Kader der Auswahl kaum zu finden. In der behäbigen Mannschaft des DFB mit einem scheinbar großartigen Auftakt gegen einen Fußballzwerg (7:1 gegen Curacao) taten manche nur, was sowieso unbedingt nötig ist (Tah, Rüdiger, Neuer). Andere (Wirtz und Sané, auch Musiala) zeigten wieder einmal, dass Wahnsinnsablösesummen und Gehälter kein Beweis für Leistungsfähigkeit sein müssen. Spieler mit noch zu wenig Erfahrung konnten kaum überzeugen, während ein anderer Emporkömmling bis auf ein paar Minuten gar nicht zum Zuge kam, auch noch in der Lotterie des Entscheidungsschießens versagte (Woltemade).

Jetzt ist es vorbei. Bierlokale werden die Umsatzerwartungen drosseln müssen. Die 80.000000 „Bundestrainer“ – wieder laut Eigen-Werbung in dem Springerblatt – werden Köpfe fordern. Vermutlich auch den von Bundestrainer Nagelsmann, der fast schon bockig, bestimmte formschwache Spieler immer wieder einsetzte. Klar, einen Kane oder Messi haben wir in Deutschland nicht. Aber eine Menge Co-Trainer und „Mittäter“ im Staff. Die phantasielose Art, die Standards auszuführen, war bald nicht mehr zu ertragen. Gut, das schöne scheinbare Kopfballtor nach Ecke durch Tah zum 2:1 für Deutschland hätte auch anerkannt werden können. Der VAR hat wieder mal interveniert, dabei sollte ursprünglich einmal nur eine klare Fehlentscheidung zum Einschreiten führen. Der Unparteiische konnte so wohl nicht anders entscheiden. Auf dem Platz hatte er es bei keiner schlechten Sicht anders beurteilt. Egal, Schluss wäre mit dieser Mannschaft spätestens in der nächsten Runde gewesen. Nun können einige Spieler wenigstens früher in die Ferien, ersparen sich den weiteren Reisestress innerhalb des Turniers.

Ach ja: meine Favoriten auf den Titel? Da gibt es noch einige, die nenne ich aber nicht gerne. Wenn es aber unbedingt sein soll, tippe ich auf Frankreich. Die beherrschen so schön Andribbeln, Tempo aufnehmen, Abschluss.

Frank Toebs

Fotos: Toebs/Sportick

Endlich beendet: Die letzte Runde im Pokal der Jugend

Regionalligist Viktoria holt den Nike-Youth-Cup der U15

Die letzte Final-Begegnung im Nike-Youth-Cup 2025/26 in Berlin ist endlich beendet. Nach der D-Jugend, die ebenfalls mit Verspätung eine Woche zuvor spielte, bat der Berliner Fußball-Verband (BFV) am Mittwoch dieser Woche zur Partie Viktoria Berlin gegen Stern 1900. Eine schwere Geburt dieser Endspieltag, der eigentlich ein Festtag sein sollte. Sowohl D- als auch C-Jugend treten in der Regel mit der B-Jugend an einem Finaltag an. Daraus wurde nach den Halbfinalbegegnungen wegen einiger Einsprüche, Berufungen und ähnlichem im Vorfeld nichts. Ein Vorgang mit Seltenheitswert. Dafür konnten die Besucher (525 zahlende Zuschauer) vor Beginn aus krächzenden Lautsprechern wieder die Deutsche Nationalhymne mitsingen. Eine Tradition seit einigen Jahren. Ob alle mitsangen, kann nicht abschließend beurteilt werden.

Die biblischen David und Goliath muss man wohl nicht immer zum Vergleich nutzen. Derartig waren die Kräfteverhältnisse beim Spiel Viktoria Berlin gegen Stern 1900 nicht. Im Berliner Pokalfinale der C-Jugend (U15) ging es aber um einen Regionalligisten (Viktoria), der sich sonst mit Hertha BSC, 1. FC Union, RB Leipzig und Dynamo Dresden misst. Zwei Klassen darunter wurde das Team der Sterner zwar Meister in der Landesliga, aber die körperlichen und technischen Mittel reichten am Ende nicht zu einer Überraschung. 2:1 (1:1) hieß es beim Abpfiff der ambitionierten Schiedsrichterin Ruby Harder im Neuköllner Werner-Seelenbinder-Sportpark.

Entschieden wurde das Spiel durch einen fragwürdigen (welcher Strafstoß ist das nicht?) Elfmeter zwölf Minuten vor dem Ende. Einige Minuten zuvor hatte der Spieler des Tages, Sterns Torwart, einen etwas zu schwach getretenen Elfer parieren können. Ihn können wir hier wegen der Nennung k. A. (also keine Angabe) in der Aufstellung nicht nennen. Dabei wissen die stets anwesenden Späher, also Scouts, ohnehin von wem zu reden ist. Eine Praxis, die sich zum scheinbaren Schutz der Spieler in vielen Mannschaften eingebürgert hat. Übrigens wechselt einer seiner spielgestaltenden Kameraden zur nächsten Saison zur Jugend von Hertha BSC. Es wurde gemunkelt, dass ein Großteil der U15-Regionalliga-Spieler der Viktoria ebenfalls den Verein verlassen soll. Sie streben bereits nach Höherem.

Überraschend war die Ansetzung als solche: im Halbfinale beim Elfmeterschießen hatte sich SC Staaken gegen die Steglitzer Sterne durchgesetzt. Die an dieser Stelle bereits mehrmals geschilderten ärgerlichen Einsprüche – formal berechtigt – der Vereine wegen veralteter Passbilder gab es auch hier. Nach Hin und Her hieß der Endspielteilnehmer durch Beschluss doch Stern 1900. Der SC hatte die Aktualisierungen „vergessen“. Diese Entscheidung und die Enttäuschung der Staakener Spieler sorgte bei den Offiziellen des Vereins für Ratlosigkeit. Michael Kreßner, Jugendleiter, findet, dass das ganze Thema eine Katastrophe sei. „Wir konnten uns mit Stern im Vorfeld nicht auf eine sportliche Lösung einigen, weil unsere Staakener Spieler sich im Halbfinale daneben benommen haben sollen.“ Auf Nachfrage bestätigte Stern-Vorsitzender Bernd Fiedler: „Vielleicht hätten wir wegen der Fotos nichts unternommen. Das Verhalten der gegnerischen Akteure bei dieser Partie war jedoch unglaublich.“

Viktoria hatte als letzte Hürde die U15 von Hertha BSC (1:0) übersprungen. Dass es bei ständiger Überlegenheit in diesem Finale nicht zu mehr Toren für den späteren Sieger reichte, lag vor allem an der guten Defensive der Steglitzer Sterne. Viel erwartend, hatten die etwa 200 Stern-Anhänger – mit einem gelben Motto-T-Shirt – ausgestattet, an Anfeuerungsrufen alles gegeben. Eine Sensation, wie der Pokalsieg des Berliner SC im Pokal der A-Jugend gegen 1. FC Union (5:3, n.E.), wäre wohl nur mit viel Glück drin gewesen. Auch so ist diese knappe Niederlage kein Grund für Frust. Die Underdogs, die nicht zum David wurden, haben alles gegeben.

Text und Fotos: Frank Toebs

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Saisonabschluss im Berliner Fußball

Aufsteiger Delay Sports und BSV Dersim lassen aufhorchen

Sonderwertungen und Paragrafen bestimmten den Ligaalltag in beinahe allen Berliner Spielklassen des Berliner Fußball-Verbandes (BFV) in der abgelaufenen Spielzeit. Das Hauptthema (kürzlich von Christian Zschiedrich bei sportick.eu beschrieben, https://sportick.eu/frohnau-will-sich-die-berlin-liga-unbedingt-erhalten) waren die in Meisterschaft und Pokal zusammen erfassten Gelben Karten. Nicht fristgerecht aktualisierte Fotos in den digitalen Spielerpässen brachten die Mannschaften ebenfalls ins Schwitzen – auch in der Jugend. Nun sollten bis auf die Relegationsspiele zum Aufstieg in die Berlin-Liga zumindest in den beiden obersten Klassen die Messen gelesen sein. Die Auf- und Absteiger stehen seit dem vergangenen Wochenende fest. Ob es die SF Johannisthal oder der Köpenicker FC sein werden, die Meteor 06 und FC Internationale in die höchste Berliner Spielklasse begleiten, erfährt man spätestens am 2. Spieltag der Relegation (20. Juni, 2026 13 Uhr, Wendenschloßstraße).

Die schwer zu verdauenden Punktabzüge werden es in dieser Form bei diesen Vergehen in der kommenden Saison nicht mehr in die Schlagzeilen schaffen: Die bisher nur im Berliner Verband addierten Gelben Karten in Meisterschaft und Pokal werden wieder getrennt erfasst. Das „Fotothema“ wird nach einem aktuellen Beschluss nur noch eine Ordnungswidrigkeit sein, die eine Geldstrafe nach sich zieht. Die für BFV und Vereine schmerzliche Rechnerei hat damit ein Ende. Joachim Gärtner, Präsidialmitglied Spielbetrieb beim Verband, sagte dazu vor einigen Wochen: „Die Vereine hatten es beim Verbandstag so beschlossen. Ich hatte damals gleich meine Bedenken, ob das erfolgreich praktiziert werden kann.“

Zwei beachtenswerte Aufsteiger aus der Bezirksklasse in die Landesliga kommen aus Kreuzberg. Beide heißen BSV Dersim. Eine Mannschaft hat noch eine Zwei dahinter. Das ist das Team in dem Ex-Nationalspieler und Bundesliga-Profi Max Kruse oft als Kapitän und Torschütze (13 Treffer) zu sehen ist. Beide treten den Weg wohl als Meister an, obwohl am Sonntagnachmittag bei der letzten Partie (5:0 gegen SW Spandau) hier ebenfalls noch ein Fragezeichen wegen der Kartenregelung stand. Meister ist Dersim II also im Moment nur unter Vorbehalt! Der Verein vom Lilli-Henoch Sportplatz am Anhalter Bahnhof hatte als BSV Al-Dersimspor jahrelang ein gut eingespieltes Herrenteam in der Berlin-Liga, bis es 2022/23 abwärts ging. Darauf konnte 24/25 der Weg in die Bezirksklasse nicht vermieden werden. Nun ist man mit neuem Namen also in den zwei unterschiedlichen Landesligen vertreten.

Erwartungsgemäß ist der Influencer-Klub Delay Sports – einst ohne den eigentlich obligatorischen Weg über die Freizeitliga gestartet – in der neuen Saison ebenfalls im Pool der Landesliga-Mannschaften. Jedes Jahr ein Aufstieg, beginnend mit Kreisliga C, heißt vierter Aufstieg in Serie. Jetzt also in der Landesliga. Ein Weg, der vielleicht nicht einmal in der Berlin-Liga enden muss. Das sagenhafte Torverhältnis von 189:25 (in 30 Spielen) spricht Bände. Die Zuschauerzahlen in der Landesliga durch Delay werden bei Heimspielen am Volkspark Wilmersdorf und vermutlich auch auswärts neue Rekorde erreichen. Dafür werden die mehr als 500.000 Follower von Streamer Elias Nerlich und Sidney Friede bei Instagram, TikTok und Co schon sorgen – eine für einen Amateurverein unglaubliche mediale Reichweite. Daneben ist der Klub auch noch als Testspielpartner landesweit gesucht. Bei YouTube hat Delay Sports im Moment 314.000 Follower. Und: Eine der beiden Dersim-Mannschaften ist – wenn der Aufstieg nicht am grünen Tisch noch revidiert wird – sicher mit Delay in einer Staffel. Da könnte es am Anhalter Bahnhof demnächst einen neuen Zuschauerrekord geben, selbst wenn Max Kruse einmal keine Zeit zum Mitspielen haben sollte.

Text und Fotos: Frank Toebs

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Torreicher Saisonabschluss im Fuchsbau – Füchse schlagen Flensburg 43:38

Die letzten Minuten des Spiels verliefen, als wären sie von einem Drehbuch-Autor erdacht. Zunächst rückte Torhüter Dejan Milosavljev mit einem gehaltenen Siebenmeter und zwei spektakulären Paraden (15 insgesamt) gegen frei werfende Flensburger in den Fokus. Kurz darauf setzte Lasse Andersson den Schlusspunkt zum 43:38-Endstand. Beide Spieler waren dann Mittelpunkt der Abschiedszeremonie. Neben Lukas Herburger und Nejc Cehte verlassen Andersson (geht in seine Heimat Dänemark) und Milosavljev (spielt künftig in Kielce) die Füchse. Beide erlebten diese emotionalen Minuten mit Tränen in den Augen. In den 60 Minuten zuvor hatten die 9.000 Zuschauer in der Max-Schmeling-Halle ein temporeiches und munteres Hin und Her von zwei Top-Teams der Bundesliga gesehen. Da die Tabellenkonstellation vor der Partie geklärt war – Berlin beendet die Saison als Zweiter, Flensburg auf Platz drei – konnten beide frei von taktischen Zwängen agieren. Die Füchse bezogen diese Freiheit zunächst auch auf ihre Abwehrarbeit. Die Folge war ein fünf-Tore-Rückstand – 5:10/11. Dank des überragenden Mathias Gidsel – 13 Tore in der ersten Hälfte – erreichten die Hausherren zunächst den erstmaligen Gleichstand – 18:18/26. und zur Pause ein zwei-Tore-Plus – 22:20/30. Diese Aufholjagd beeindruckte auch Trainer Nicolej Krickau: „Die Moral, dass wir uns von minus fünf zurückgekämpft haben, war stark. Mathias‘ erste Halbzeit war Wahnsinn und in der zweiten Halbzeit war unsere Abwehr besser“. 

Auf Basis dieser verbesserten Abwehr bauten die Gastgeber ihren Vorsprung schnell bis auf vier Treffer aus – 30:26/40. Die Flensburger jedoch hielten dagegen. Vor allem Simon Pytlick, ab Sommer 2027 ein „Fuchs“ erwies als zielsicherer Werfer. Am Ende war er mit elf Toren Bester seines Teams. Für eine kurze Spielphase konnten die Gäste noch mal einen Ergebnis-Gleichstand erreichen, bevor sich die Füchse in der Crunchtime den Sieg sicherten.

Herbert Schalling

Für die Füchse erfolgreich: Andersson (8), Lichtlein (2), Gidsel (18), Freihöfer (9/8), Langhoff (2), av Teigum (1), Marsenić (3).

Am kommenden Wochenende sind die Füchse beim Final Four der Champions League in Köln gefordert. Im Halbfinale (13.6., 15.00) treffen sie auf den frisch gekürten deutschen Meister SC Magdeburg.

„Kleiner Kindheitstraum“für Aufsteiger Kunstmann

Bereits bei der Saisonabschlussfeier der Berlin Recycling Volleys fiel sein Name und sorgte für Jubel unter den Fans: Louis Kunstmann wechselt zur kommenden Saison an die Spree und hat einen Vertrag für zwei Jahre beim Deutschen Rekordmeister unterschrieben. Der 25-jährige Neu-Nationalspieler legte nach seiner Rückkehr vom College ein starkes Jahr in der Bundesliga hin und hofft in den nächsten Monaten auf weitere Einsätze für die DVV-Auswahl, bevor das Abenteuer in der Hauptstadt für ihn startet.

Eine volle Arena, 6.000 Volleyballfans und ausgelassene Stimmung – für Louis Kunstmann hätte sein Länderspieldebüt beim Heimauftritt in Neu-Ulm kaum schöner sein können: „Es war eine tolle Atmosphäre und hat einfach riesig Spaß gemacht. Jeder in der Arena hatte eine gute Zeit“, berichtet der 2.05 Meter große Athlet vom Sieg gegen Frankreich, wo er den fünften Satz durchspielen durfte. „Ich war 2018 gegen Brasilien schon einmal im Kader, stand aber nicht auf dem Feld. Die offizielle Premiere jetzt war sehr schön. Das hat man erlebt und kann einem keiner mehr nehmen. Es ist auch ein Moment, wo man zurückblickt auf die Menge an Trainingsstunden, die man in den Sport gesteckt hat und sich so auszahlen.“ Zuletzt steckte Kunstmann diese Energie im Trikot des VfB Friedrichshafen in seine berufliche Leidenschaft, doch es war nicht seine erste Station in der Bundesliga. Bevor der Lockenschopf für fünf Jahre an der kanadischen University of Calgary Informatik studierte, zählte Louis zum Kader der United Volleys Frankfurt. Sein Heimatverein ist der TuS Kriftel, wo er wie Bruder Joscha (den es nun von Lüneburg nach Italien zieht) seine ersten Schritte machte.

Im Februar begegneten sich beide auf der größten Volleyballbühne Deutschlands. Beim Zoi DVV-Pokalfinale stand das Bruderduell stark im Fokus, letztlich ging es mit 3:2 an den jüngeren Joscha und die SVG. Trotzdem zieht der Ältere persönlich ein positives Fazit zu seiner Rückkehr in die Liga: „Es lief deutlich besser als gedacht. Ich konnte es selbst vor der Saison nicht so einschätzen. Schließlich hatte ich in Kanada die letzten drei Jahre kaum noch Mittelbock, eher Außenangriff und Diagonal gespielt. Jetzt habe ich fast alle Spiele gemacht, durfte Verantwortung übernehmen und bin schon auch stolz, dass sich dadurch die Option bot, nach Berlin zu gehen. Es ist auch ein kleiner Kindheitstraum für einen so großen Verein in Deutschland spielen zu dürfen und die Max-Schmeling-Halle als Heimhalle zu haben.“

Dass Kunstmann zu den besten Mittelblockern der Liga zählt, hat man bei den BR Volleys schnell registriert, wie Kaweh Niroomand erklärt: „Louis ist uns schon früh in der letzten Saison sehr positiv aufgefallen. Er passt perfekt in unser Anforderungsprofil für den Mittelblock. Ein immer noch junger, deutscher Spieler, der in allen Elementen schon gut ist und noch besser werden kann.“ Den Berliner Geschäftsführer freut, „dass er jetzt auch seine Chance in der Nationalmannschaft bekommt. Das hat Louis sich absolut verdient. Er ist ein aufgeräumter und zielstrebiger junger Mann, der sich hervorragend in unser neues Team einfügen wird. Wir sind von seiner Verpflichtung absolut überzeugt.“

Potenzial sieht der Gelobte auch selbst noch reichlich: „Ich glaube, der Block hat ganz gut funktioniert in der letzten Saison. Aber man kann sich immer in allen Elementen verbessern, zum Beispiel will ich im Angriff variabler werden.“ Am Aufschlag habe er bereits viel gearbeitet und zum Ende hin mit seinem Hybrid ein gutes Tool gefunden, das er ebenfalls weiter ausbauen möchte, um seinem zukünftigen Team zu helfen. „In Berlin wird vieles neu sein, Zuspieler, Diagonalangreifer. Daher wird es schon sehr spannend, wie gut wir als Mannschaft werden. Und die Konkurrenz schläft nicht. Ich vermute, im Mittel wird die Liga nicht schlechter.“ Ein erstes Ziel mit den BR Volleys, bei denen er sich unter anderem auf Daniel Malescha und Nolan Flexen freut, steht für Kunstmann auch schon fest: „Ich würde mit meiner Mannschaft sehr gern zum neuen Pokalfinale nach Köln. Das wäre eine wirklich coole Sache!“

Doch bevor er sich dieser Aufgabe widmet, hofft der Blockspieler in der Nationalmannschaft seine Rolle zu finden und in der Volleyball Nations League Einsatzzeit zu erhalten. Am Wochenende heben die DVV-Männer Richtung Ottawa (CAN) ab, wo man zum Auftakt am 11. Jun. 2026 um 1.30 Uhr (MEZ) auf die Gastgeber trifft.

Christof Bernier/BR Volleys

Frohnau will sich die Berlin-Liga unbedingt erhalten

Vor dem 33. Spieltag führten die Füchse Berlin die Tabelle der Berlin-Liga souverän mit 75 Punkten an und stehen als Aufsteiger in die Oberliga fest. Daran konnten nachträglich aberkannte Punkte nichts ändern.

Irritationen gab es, was den Einsatz gesperrter Spieler betraf. Das Problem beschrieb Frank Arlinghaus auf FuPa Berlin: „Im Spielbetrieb des Berliner Fußballverbandes zählen gelbe Karten aus Pokal- und Ligawettbewerben zusammen. Sprich: Wer sich beispielsweise unmittelbar vor einem Pokalspiel im Ligaspiel eine Gelbsperre einhandelt, muss diese im Pokalspiel absitzen. Andersrum genauso. Da der BFV hier anders als andere Landesverbände handelt, lassen sich die gelben Karten im System aber nicht richtig anzeigen. Dort werden Pokal und Liga klar getrennt. Den Überblick zu behalten, welcher Spieler wann wirklich gelbgesperrt ist, ist entsprechend umständlich. Und führte mehrfach zu Fehlern.“

Sechs Spiele wurden neu gewertet:

Türkspor – Empor | neue Wertung 0:2

Frohnau – Südwest | neue Wertung 0:2

Rudow – Türkspor | neue Wertung 0:2

Füchse – BW90 | neue Wertung 0:2

SpaKi – Staaken | neue Wertung 2:0

Berliner SC – Altglienicke II | 2:0

Während am Freiheitsweg im Norden Berlins nach Lage der Dinge in der kommenden Saison Oberliga-Fußball gespielt werden wird, hat der Frohnauer SC ganz andere Sorgen. Ebenfalls im Norden beheimatet wird am Poloplatz um den Klassenerhalt gebangt. Selbst der Relegationsplatz schien noch in Gefahr zu geraten. Erleichterung nach dem 33. Spieltag, das Auswärtsspiel bei Stern 1900 wurde mit 4:1 gewonnen. Drei wichtige Punkte waren auf dem Konto. Wie die Übersicht zeigt, wurde auch ein Spiel des Frohnauer SC mit 0:2 gewertet. Am letzten Spieltag empfängt die Mannschaft von Trainer Olaf Jahn den SV Blau-Weiß Hohen Neuendorf. Für die Frohnauer geht dabei um alles, während Blau-Weiß mit aktuell 42 Punkten bereits gerettet ist.

Im Lager der Frohnauer stellen sie sich die Frage, wie konnten wir so in die Bredouille kommen. Am 28. Spieltag wurde mit 0:1 im Heimspiel gegen Fortuna Biesdorf verloren und eine Woche später wurde die Mannschaft mit einer 0:7 Schlappe von Altglienicke II wieder nach Hause geschickt. Das war desolat und Trainer Marvin Hinz verstand die Welt nicht mehr. In der Hinrunde wurden 22 Punkte geholt und Platz 10 in der Tabelle erobert. Der Vorstand reagierte und wechselte den Trainer. Olaf Jahn übernahm die Geschicke auf der Trainerbank. Das hatte Wirkung auf die Mannschaft. Sie gewann auswärts mit 4:0 bei den Spandauer Kickers. Und es folgte ein 1:1 beim TSV Rudow. Immerhin konnte der direkte Abstieg wohl vermieden werden.

An den beiden letzten Spieltagen muss auch der Rechenschieber bemüht werden. Lediglich der Steglitzer SC Südwest 47 kann sich nicht mehr retten. Für Polar Pinguin sieht es gleichfalls nicht günstig aus. Nach Punkten könnten sie sich auf den Relegationsplatz hocharbeiten, allerdings müssten sie, zwei siegreiche Spiele vorausgesetzt, ein Torverhältnis von minus 27 ins Positive drehen, ein wohl hoffnungsloses Unterfangen. Der Frohnauer SC hat eine negative Tordifferenz von minus 12.

Wenn es um den rettenden Platz 15 in der Tabelle geht, richten sich die Blicke aus dem Norden vor allem auf den Süden. Die VSG Altglienicke könnte als momentaner Tabellensechzehnter noch vorbeiziehen. Sie haben mit nur einem Punkt Rückstand auf den SCF, ein Spiel weniger ausgetragen und ein besseres Torverhältnis (-5).

Christian Zschiedrich