Stabil in eigener Sache

Das kann zwar nicht jeder von sich oder über sich feststellen, es ist aber in jeder Beziehung optimal. In der Tat bekommen wir Anfragen, ob wir mit unserem Sportportal www.sportick.eu denn auch existenziell bedroht sind. Hier die Antwort:

Weshalb wir sorgenfrei in die Zukunft blicken können ist damit begründet, dass keiner von unserem Internetportal leben muss. Unsere Mitarbeiter schreiben täglich Kommentare auch für andere Publikationen. Diese Unabhängigkeit ist der Grundstein dafür, glaubhaft kritisieren zu können, wenn es unserer Meinung nach sein muss. Natürlich sind wir alle von der Gesundheit her bedroht und es könnte noch sehr, sehr schlimm werden. Das Wort brauche ich nicht einmal zu nennen. Jeder weiß Bescheid, jeder spürt es und jeder ist betroffen.

Medizinisch in allen Auswirkungen und Handlungen, wenn nur eingeschränkt, dann eben wirtschaftlich und existenziell. Wenn ich früher las und hörte, Sport sei die größte Nebensache der Welt, habe ich mich geärgert. Der Sport klang mir so zu abwertend, nebensächlich. Ich will hier nicht die ganzen gesellschaftlichen Vorteile durch den Sport und den Vereinen aufzählen. Jetzt gehöre ich zu denen, die hoffen, dass alle negativen Insolvenz-Prognosen, ob im Profi- oder Amateurbereich nicht eintreffen. Die Befürchtungen sind leider begründet.

Wir von Sportick können einfach Pause machen und sofort wieder aktiv in der Berichterstattung loslegen, wenn und wann immer Sport wieder betrieben werden sollte. Gedanken mache ich mir im Medienbereich zum Beispiel über die Fachzeitschriften und in Berlin insbesondere um die Fußball-Woche. Überlege mir, wie da geholfen werden könnte.

Zurückblickend half ich früher mit einer Spende dem 1.FC Union. Jeder wird sich erinnern, wie sehr Union am seidenen Faden hing. Viele glaubten, der Sargdeckel sei schon zu. So schlimm war Hertha zum Glück nicht dran, überstand dank namhafter Retter auch schwere Zeiten und ich war drauf und dran, auch da zu helfen, zumindest ich jahrelang Mitglied bei Hertha BSC war. Doch die Gründe lagen bei beiden Clubs auf der Hand. Diesmal ist der Feind im Verborgenen, oft nicht erkannt, also  unsichtbar und zunehmend tödlicher.

Heißt, der Sport ist keine Hauptsache mehr, höchstens noch zweitrangig. Wir von Sportick müssen uns keine Themen aus den Fingern saugen, greifen nur bei Außergewöhnlichem zur Feder und hoffen innständig, das Sportgeschehen baldigst wieder begleiten zu können. Aktuell die Lage stets einzuschätzen, Wissenschaftler und Politiker verkünden leider in den Nachrichten noch nichts Gutes.

Christian Zschiedrich

Es geht dem Ende zu

Neun Partien bis Saisonende und aus Berliner Sicht der glückliche Umstand, dass der SC Paderborn, Werder Bremen und Fortuna Düsseldorf sehr schwächeln und bisher da unten nicht rausgekommen sind. Dennoch könnte noch ein Verein absteigen, an den die Fußballfreunde und er selbst nicht denken. Der Abstiegskampf scheint spannender als der Titelkampf zu werden. Die beiden letzten Clubs in der Tabelle halten erstaunlicherweise an ihren Trainern fest. Düsseldorf und Mainz haben die Coachs bekanntlich bereits gewechselt. Aktuell sieht Augsburg das Ziel Klassenerhalt gefährdet. Trainer Martin Schmidt erhielt zwar viel Lob für gute Spiele, doch die Bilanz vier Punkte aus neun Spielen waren zu wenig, Trainer Martin Schmidt muss gehen…

In Berlin ist die Situation bei Hertha (28 Punkte) zerfahren. Sie könnte sich sogar zum Saisonende zuspitzen. Der 1. FC Union (30 Punkte) ist als Tabellenelfter natürlich noch nicht gesichert und könnte ausgerechnet im Heimspiel gegen Tabellenführer Bayern München großes Pech haben, wenn wegen Corona in der Alten Försterei vor leeren Rängen gespielt werden müsste. Die Köpenicker brauchen die Zuschauer-Unterstützung. Das übrigens auch in der Woche darauf, beim Derby bei Hertha im Olympiastadion.  Unvorstellbar, wenn das anstatt vor Rekordbeteiligung  ohne Zuschauer ausgetragen werden muss. Die sieben Begegnungen danach sehen so aus:

28. Union – Mainz        /    Leipzig – Hertha

29. Gladbach – Union  /   Hertha – Augsburg

30. Union – Schalke     /   Dortmund – Hertha

31. Köln – Union          /    Hertha – Frankfurt

32. Union – Paderb.    /    Freiburg – Hertha

33. Hoffenh. – Union   /   Hertha – Leverkus.

34. Union – Düsseld.   /   Gladbach – Hertha  

Trainer Urs Fischer ist für die Eisernen ein Glücksfall. Von großer Gefährdung ist momentan mit 30 Punkten nicht zu sprechen. Mit einem Blick auf das Restprogramm ohnehin nicht. Am 32. Spieltag zu Hause gegen Paderborn und am letzten zu Hause gegen Düsseldorf dürften eventuell fehlende Punkte für den Klassenerhalt geholt werden können, zumal, Paderborn als Absteiger feststehen sollte. Gegen Bayern München, ob nun mit oder ohne  Zuschauer, darf – nach großem Kampf – ein Punktverlust einkalkuliert werden.

Ja, und sind Voraussagungen überhaupt noch zutreffend? Ich hörte im Olympiastadion den TV-Reporter über Herthas Beginn gegen Werder Bremen „Schlafwagenfußball“ sagen, die Heimmannschaft sei noch im Aufwärmprogramm. Es waren gerade mal fünf Minuten gespielt, als es 0:2 hieß. So geschehen eine Woche zuvor. In Düsseldorf hieß es ja sogar 0:3, um letztendlich Moral zu zeigen und wie gegen Werder dann doch noch einen Punkt zu holen. Hertha schaffte in 25 Spielen 28 Punkte. Ob nach so einem Beginn die Aufholjagd am Samstag in Hoffenheim auch möglich ist, sei dahingestellt.

Christian Zschiedrich

Magere Ausbeute für Berliner Profi-Clubs

Sie spielten zeitgleich am 25. Spieltag der Saison 19/20. Die Eisernen waren nach Freiburg gereist und die Alte Dame empfing im Olympiastadion Werder Bremen. Am Ende gab es einen Punkt für Hertha und die erste Niederlage in Freiburg für die Eisernen. Im Pokal hatten das Stadion an der Dreisam als Sieger verlassen, diesmal setze eine 1:3 Niederlage. Insgesamt war der Auftritt der Eisernen kein schlechter, die Freiburger wollten den Sieg etwas mehr. In einer kampfbetonten Auseinandersetzung entschieden folgerichtig ruhenden Bälle über den Spielausgang. Urs Fischer rotierte im Vergleich zum Pokalaufftritt in Leverkusen wieder zur gewohnten Stammformation zurück. Für Ryerson, Parensen, Prömel, Ingvartsen und Ujah rückten Kapitän Trimmel, Subotic, Gentner, Malli und Andersson in die Startformation. Zehn Minuten vor dem Ende der ersten Halbzeit gingen die Freiburger nach einem scharf getretenen Eckball von Grifo durch Roland Sallai in Führung (35.)

In der 2. Halbzeit traten die Hausherren noch galliger auf und erhöhten in der 55. Minute auf 2:0. Das Tor durch Freiburgs Kapitän Günter fiel aus dem Spiel heraus. Sein wuchtiger Schuss konnte von Gikiewicz nicht aufgehalten werden. Es kam noch einmal Hoffnung auf, als Andersson in der 61. Minute einen Eckball, getreten von seinem Kapitän, per Kopf in die Maschen beförderte. Kurz zuvor reagierte Urs Fischer und brachte mit Polter für Bülter einen weiteren Stürmer und sortierte taktisch um. Der Erfolg blieb aus. Freiburg machte in der 82. Minute alles klar. Koch beförderte einen von Griffo getretenen Freistoß ins Tor. In der Nachspielzeit sah Friedrich die Ampelkarte und muss so im nächsten Spiel gegen den FC Bayern zu schauen. “ Wenn ich die 90 Minuten Revue passieren lasse ist es letztendlich ein verdienter Sieg. Aus meiner Sicht hat heute nicht die bessere Mannschaft gewonnen, sondern die, die es mehr gewollt hat. Freiburg war eine Spur aggressiver, eine Spur ekliger und bei zwei Standards extrem präsent. Sie haben die letzte Konsequenz gezeigt, die wir vermissen lassen haben. Wenn wir selbst nicht ans Limit kommen, dann wird es für uns schwer. Heute ist uns das nicht gelungen. Freiburg hat es gut gemacht und damit verdient gewonnen“, so lautete das Fazit von Urs Fischer auf der Pressekonferenz.

In Berlin hieß es nach dem Schlusspfiff Unentschieden 2:2. Der SV Werder konnte wenigstens einen Punkt mit nach Hause nehmen, nach Lage Dinge zu wenig. Es fühlte sich wie eine Niederlage an, den die Gäste führten nach sechs Minuten bereits mit 2:0 durch Tore von Sargent und Klaassen. Der Fall schien erledigt vor 58.028 Zuschauern, lausiger als der Auftritt der Hertha war lediglich das nasskalte Wetter, das den Besuch im Stadion nicht zum Vergnügen machte. Erneut offenbarte die Alte Dame, wie zuletzt in Düsseldorf erstaunliche Comeback Qualitäten. Noch vor der Halbzeitpause, in der 41. Minute sorgte Stark für den Anschlusstreffer.

In der 2. Halbzeit spielte fast nur Hertha. Cunha glich in der 60. Minute aus. Erst in der Schlussphase wurde es wieder ein offenes Spiel. Am Ergebnis änderte sich nichts mehr. Hertha muss am nächsten Spieltag in Hoffenheim antreten und dann kommen die Eisernen ins Olympiastadion.

Hans-Peter Becker

Fünf Spielausfälle in der Regionalliga Nordost nerven

Die Tabelle gerät durcheinander und die Vorbereitung der Vereine ebenfalls. Am 24. Spieltag fielen drei Spiele aus. Auerbach – Viktoria 89, Lichtenberg 47 – Chemie Leipzig und Altglienicke – Nordhausen. Zwei Nachholspiele, Lichtenberg 47 – Meuselwitz und Nordhausen – Babelsberg 03 konnten ebenfalls nicht ausgetragen werden.  Wie’s künftig weitergeht, da stehen sogar in Berlin Fragezeichen sowohl im Poststadion als auch in der HoWoGe-Arena. Bekommt eventuell sogar Hertha II kurzfristig die Absage für das Freitagspiel in Nordhausen? 

Der sportliche Überblick: Der 1.FC Lok Leipzig hat sich mit drei Punkten Vorsprung und nur 22 Spielen an die Tabellenführung geschossen, gewann 3:1 (22.Spieltag) gegen Auerbach, ebenfalls 3:1 bei Optik in Rathenow (23.) und am 24.Spieltag 4:2 gegen Meuselwitz. Das sind nunmehr 47 Punkte, während Cottbus 2:3 in Auerbach patzte, aktuell aber 4:0 gegen Rathenow gewann. Energie hat nach 22 Spielen 44 Punkte und muss jetzt nach Meuselwitz (Tab.11., 24 Punkte).

Am 23. Spieltag gab es zwei Berliner Derbys. BAK 07 – Hertha II 3:1 und BFC Dynamo – VSG Altglienicke 1:2. Das sind für Altglienicke ebenfalls 44 Punkte. Schade, dass die Partie gegen Nordhausen ausfiel.  Jetzt muss Altglienicke, immerhin Tabellenzweiter, zum zwölften Chemie Leipzig. Das wird kein Zuckerschlecken. Doch Altglienicke konnte bisher bereits sechs Auswärtssiege verbuchen und spielt eine sehr beachtenswerte, gute  Saison. Schade, dass am 22. Spieltag aus Sicht der VSG das Derby 1:3 gegen BAK 07 1:3 verloren ging. Da holte übrigens Viktoria 89 ein 2:2 in Cottbus bei der aufstiegswilligen Energie-Mannschaft.

Am Samstag, 7.3.2020 13.30 Uhr, heißt es nun Babelsberg 03 (Vorletzter, nur 14 P.)  – Lichtenberg 47 (10., 25.P.), jedoch nur 21 gespielte Partien. Interessant wird aus Berliner Sicht, wenn denn gespielt wird, der Sonntag mit Berliner AK 07 (7.) – 1.FC Lok Leipzig. Da müssen sich die Sachsen warm anziehen. Heimvorteil hat bei bisher nur 20 Spielen Viktoria 89 (8., 29 P.) im Stadion Lichterfelde gegen Union Fürstenwalde (5.).  Der BFC Dynamo hat bereits 23 Spiele und ist spielfrei und wird darüber keineswegs traurig sein.

Christian Zschiedrich

Unentschieden in der Wuhlheide und Fanproteste

Der 1. FC Union Berlin hat am 24. Spieltag Zähler Nummer 30 geholt. Es kam zustande nach einem 2:2 in der Partie gegen den VfL Wolfsburg. Trotz eines verspielten 2:0 Vorsprung sprach Trainer Urs Fischer von einem wichtigen Punkt, über den er sehr froh ist. In der wieder restlos ausverkauften „Alten Försterei“ ging seine Mannschaft zunächst mit 2:0. Es waren zwei Freistöße von Kapitän Christopher Trimmel, die per Kopf von Sebastian Andersson und später von Marvin Friedrich (sein erster Saisontreffer) ins Tor buggsiert wurden. Aus dem Spiel heraus lief für die Eisernen wenig. Die Wolfsburger hatten gutes Rezept gegen die Angriffsversuche der Eisernen. Es haperte lediglich in der finalen Abschlusshandlung. Da bekamen die Eisernen meist rechtzeitig einen Fuß an den Ball.

In der ersten Halbzeit fiel ein Tor und das Spiel musste wegen einer Protestaktion der Fans zwei Mal unterbrochen werden. Ein Teil Fans protestierte gegen die Sprerre von Dortmunder Fans Auswärtsspielen ihres Vereins in Hoffenheim. Das Banner “ 2017, Kollektivstrafen abgeschafft, nun Hopp hofiert und zwei Schritte zurück gemacht! Fick Dich DFB ! Über die Wortwahl lässt sich streiten, Fußballer-Sprache. Als freie Meinungsäußerung geht das noch durch. Leider war das nicht alles, es wurden die Plakate mit Hopp im Fadenkreuz gezeigt und auf einem anderen wurde er als Hurensohn bezeichnet. Die Plakate mussten verschwinden und Spiel wurde fortgesetzt.

Gefordert war Stadionsprecher und Kommunikationschef Christian Arbeit, der auf Nachfrage in der Pressekonferenz nach dem Spiel zu den Vorgängen Stellung nahm. Es wurde am selben Tag auch eine Erklärung des Präsidenten Dirk Zingler verbreitet.

„Die Diffamierung von Menschen verurteile ich aufs Schärfste, so etwas ist nicht tolerierbar. Die Verrohung des Umgangs miteinander in unserer Gesellschaft, die sich auch rund um Fußballspiele widerspiegelt, ist äußerst besorgniserregend. Vor der Herausforderung, dieser Entwicklung Einhalt zu gebieten, stehen wir alle. Jeder Einzelne ist aufgefordert, ihr entgegenzuwirken“, positioniert sich Dirk Zingler grundsätzlich und wirbt darüber hinaus im konkreten Kontext des Fußballs für eine differenzierte Sicht.

Aus eigenem Erleben kann ich schildern, dass die Aktion der Waldseite in den anderen Sektoren des Stadions kontrovers diskutiert wurde. Von Zustimmung bis kompletter Ablehung reichte das Spektrum der Meinungen. Es steht zu befürchten, dass es am kommenden Spieltag weiter gehen könnte und dazwischen liegt das Viertelfinale im Pokal.

Spieldaten

1. FC Union Berlin: Gikiewicz –Friedrich, Hübner, Subotic– Trimmel, Andrich, Gentner (73. Prömel), Lenz – Malli (66. Ingvartsen), Andersson, Bülter (83. Ryerson)

VfL Wolfsburg: Casteels – Mbabu, Knoche, Brooks, P. Otavio – Steffen (63. Mehmedi), Gerhardt, Arnold, Brekalo (88. Klaus) – Ginczek (77. Victor), Weghorst

Tore: 1:0 Andersson (41.), 2:0 Friedrich (56.), 2:1 Gerhardt (60.), 2:2 Weghorst (81.)

Zuschauer: 22 012

 

Spiel mit zwei Siegern beim BBSC Berlin

BBSC Berlin – BSV Ostbevern 3:0 (18,19,24)

Am gestrigen Sonntag besiegten zeitlich parallel zum Spiel des 1. FC Union gegen Wolfsburg (und natürlich auf der gleichen Sportanlage) der Tabellenzweite BBSC Berlin die Mannschaft aus Ostbevern mit 3:0.

Nach dem samstäglichen sehr klaren 0:3-Ergebnis der Ostbeverner beim VC Olympia hatte manch einer aus dem Publikum schon die drei Punkte für die Gastgeberinnen vorgebucht, zumal die frühere Nationalspielerin Wiebke Silge mit Rückenproblemen nicht auflaufen konnte. BBSC-Trainer Robert Hinz genehmigte seinen Leistungsträgern Katharina Kummer, Juliane Stapel und Josephine Suhr zunächst eine Auszeit, auch um zu testen, wie sich auf diesen Positionen die anderen Spielerinnen durchsetzen konnten. Zum Anfang entwickelte sich ein Spiel, in dem die Berlinerinnen an ihre erfolgreichen Spiele der vergangenen Wochen anknüpfen konnten. Mitte des ersten Satzes fingen die Gäste an, ihren Rhythmus erstmals an diesem Berlin Wochenende zu finden und setzten ihrerseits die Berlinerinnen unter Druck. Da wird auch einiges an Unzufriedenheit mit der eigenen Leistung am Samstag und den beiden vergangenen Spieltagen in positive Energie umgesetzt worden sein. So holten sie den Ausgleich. Erst als Hinz K. Kummer und Stapel beim 17:16 auf das Feld schickte, waren die Verhältnisse sofort wieder gerade gerückt. Der zweite Satz (nach einem Rückwechsel) begann von Anfang an mit zwei gleichwertigen Teams auf dem Feld. Erneut musste Hinz bei 15:14 den Doppelwechsel bringen, um das 2:0 nicht zu gefährden. Der dritte Satz wurde lange Zeit zur beeindruckenden Vorstellung für die Gäste. Mit 6:1 führten diese nach wenigen Minuten gegen das BBSC-Team, obwohl Kummer und Suhr von Anfang an auf dem Feld standen. Nachdem sich die Berlinerinnen zum 8:8-Gleichstand herangepirscht hatten, spielten beide Teams bis zum Schluss auf Augenhöhe. Aber auch der dritte der Sätze ging mit dem letzten Punkt (wie die vorherigen) durch einen individuellen Ostbeverner Fehler an den BBSC. Beeindruckend war die Kampfkraft der Gäste, die zudem mit Recht jeden Punkt bejubelten und von den Rängen lautstark durch eine heimatliche Fanabordnung unterstützt wurden. Die Gäste präsentierten sich absolut nicht wie ein Abstiegsfavorit, sondern zeigten trotz der Niederlage erfrischenden Volleyball, mit dem sie zeitweise wesentlich mehr Energie auf das Feld brachten, als den Gastgeberinnen lieb war. Trotz der Niederlage konnten sie sich als Sieger im Kampf gegen die eigene Unsicherheit in den vergangenen Partien begreifen.

BBSC-Trainer Hinz war natürlich trotz des Sieges nicht hundertprozentig zufrieden: „Aber das Entscheidende ist, dass wir gesehen haben, an welchen Stellschrauben wir zukünftig arbeiten müssen, um unsere Leistungsträgerinnen gleichwertig ersetzen zu können. Andererseits: Wir konnten heute wieder sehen, auf welch engem Leistungsniveau die Vereine der Liga agieren. Die Teams trennen eben gerade keine Welten und mit einer kämpferischen Leistung kann schnell einmal der Favorit zu wackeln gebracht werden.“

Als MVP des Nachmittags wurden Sophia Eggenhaus (BSV) sowie Antonia Lutz (BBSC) gewählt.

Nach dem Auswärtsspiel des BBSC in Emlichheim folgt erst am 21.3.2020 um 19:00 Uhr das nächste Heimspiel in der Köpenicker Hämmerlinghalle, wenn Leverkusen zu Gast sein wird.

Für den BBSC am Sonntag im Einsatz: Marie Dreblow, Josephine Suhr, Katharina Kummer, Roxana Vogel, Juliane Stapel, Annalena Grätz, Annika Kummer, Stephanie Utz, Antonia Lutz, Alina Gottlebe-Fröhlich, Mercedes Zach

Quelle: Burkhard Kroll

Es bedarf in Sachen Hertha schon wieder der Richtigstellung

Bisher bekamen wir aus Hertha-Quellen, so war es auch immer wieder zu lesen, Investor Lars Windhorst, der mit seiner Tennor-Gruppe 49,5 Prozent an Hertha hält, soll den Beratervertrag mit Jürgen Klinsmann gebrochen und ihn fallen gelassen haben. Gerne berufen wir uns auf die Mitteilung von Walter M. Straten, Windhorst habe den Beratervertrag bewusst nicht gekündigt; er lasse die Vereinbarung ganz im Gegenteil weiterlaufen. Der Investor will den allseits kritisierten Klinsmann nicht fallen lassen. Allerdings: Seine Tätigkeit ruhe erst einmal.

Der Ex-Bundestrainer und Weltmeister von 1990 bleibt sportlicher Berater der Tennor-Gruppe! Er hat mit seiner Flucht zwar falsch gehandelt, so allmählich macht sich aber auch ein klein wenig Verständnis dafür breit, in Berlin der Buhmann zu sein, in der Sache aber Vieles ans Licht gebracht zu haben, was der Hertha-Führung noch lange in den Ohren klingen wird. Er muss in Deutschland kein Traineramt wieder übernehmen.

Richtig gestellt werden muss auch, dass er als TV-Experte bei  RTL nicht rausflog, sondern auf eigenem Wunsch, wie RTL mitteilt, den Job aufgab und bei Länderspielen als Experte nicht mehr zur Verfügung stehe. Das sind für den neutralen Leser doch elementare Dinge, die nun in einem ganz anderen Licht stehen.

Christian Zschiedrich

Trotz Niederlage, wichtiger Punkt geholt

Dieser 49. Spieltag hätte eine Vorentscheidung im Kampf um den Tabellenplatz Vier bringen können. Die Eisbären hatten die Düsseldorfer EG zu Gast, das könnte, nach Lage der Dinge, eine Paarung des bevorstehenden Viertelfinales sein. Nur wer hat das erste Heimrecht ?

Zwei Drittel lang lieferten sich beide einen harten Kampf, ohne etwas auf die Anzeigetafel zu bringen. Die DEG stellte eindrucksvoll unter Beweis, das abwehrstärkste Team der Liga zu sein. Kein Team der Liga hat weniger Gegentore kassiert, es waren 105 in bisher 47 ausgetragenen Begegnungen der Hauptrunde, im Durchschnitt weniger als drei pro Spiel. Die Eisbären haben einen ähnlich guten Wert. Insofern verwundert es nicht, dass der erste Treffer der Partie erst in der 50. Minute fiel. Der Torschütze für Düsseldorf war ausgerechnet mit Charlie Jahnke ein gebürtiger Berliner und Ex-Eisbär. Unter Harold Kreis ist er in Düsseldorf zu einem gestandenen Eishockey-Profi gereift. In der laufenden Saison hat er im Schnitt zehn Minuten Eiszeit pro Spiel. Sein Treffer gegen die Eisbären war bereits sein viertes Saisontor. Der linke Außenstürmer kommt bei der DEG in der dritten Spielreihe zum Einsatz. Hier spielt mit Rihards Bukarts auch ein Ex-Eisbär, der die Vorlage gab.

Fotos © Stephan Wenske

Die Eisbären konnten in der regulären Spielzeit den Rückstand egalisieren. Mark Olver traf in Überzahl. In der Overtime hatten die Düsseldorfer das Glück auf ihrer Seite und erzielten durch Luke Adam den entscheidenden Treffer in der ausverkauften Arena am Ostbahnhof. Es wurde ein wichtiger Punkt erzielt und der angestrebte vierte Tabellenplatz verteidigt. Die Eisbären haben ein Spiel weniger als die Düsseldorfer absolviert und einen Vorsprung von vier Punkten. Den Düsseldorfern sitzen wiederum Bremerhaven und Ingolstadt auf den Plätzen sechs und sieben im Nacken.

DEL 49. Spieltag 28.02.2020 19:30 Uhr MB-Arena

EHC Eisbären Berlin – Düsseldorfer EG 1:2 OT (0:0/0:0/1:1/0:1)

Torfolge:

0:1 Jahnke 49:19 (Bukarts) 

1:1 Olver 54:12 (Lapierre,Reichel) PP

1:2 Adam 61:24 (Olimb,Jensen)

Strafminuten:

Berlin – 14

Düsseldorf – 14

Torschüsse:

Berlin – 29

Düsseldorf – 21

Zuschauer: 14.200 (ausverkauft)

Hertha: Glücklich und vogelwild einen Punkt geholt

Der etwas andere Spielbericht. Nach nur sage und schreibe neun Minuten lag der Ball bereits zweimal im Berliner Kasten, gehütet von Thomas Kraft. Ein Grund, gleich einmal auf Herthas Bank zu schauen. Da saßen Jarstein, Mittelstädt, Plattenhardt, Grujic, Leckie, Maier, Samardzik, Wolf und Ibisevic. Nicht zu kritisieren ist, dass da solch namhafte Akteure sitzen. Zu kritisieren ist, dass in einem so wichtigen Spiel, auf das so wichtige „eingespielt sein“ durch sieben neue Spieler in der Startformation verzichtet wurde. Es wirkte alles konfus auf dem Feld, wie das chaotische Durcheinander abseits des Spiels in den Tagen zuvor.

Die Startelf mit Kraft – Klünter, Rekik, Bayata, Torunarigha – Darida, Skjelbred, Lukebakio, Dilrosun – Piatek, Cunha hatte das Vertrauen von Trainer Alexander Nouri. Die Wechselei war verwunderlich, der schnelle Rückstand eine logische Folge. Das 0:1 nach 6 Minuten durch Karaman und das 0:2 nach 9 Minuten durch Thommy, beides waren Konter. Der zweite Treffer fiel nach einem Eckball für Hertha. Das Schicksal für dieses Spiel schien besiegelt, kurz vor dem Halbzeitpfiff legte Karaman nach und es stand 3:0 für die biederen Düsseldorfer. Die Körpersprache auf dem Feld war nicht bundesligatauglich. Uwe Rösler übrigens vertraute seiner Startformation aus dem zuletzt erfolgreichen Auftritt in Freiburg.

Kopfschütteln war angesagt, ein Glück, dass bereits 26 Punkte auf dem Konto sind. Böse Erinnerungen wurden wach, gegen Köln fünf Gegentore, selbst nichts zustande gebracht und erneut drei Gegentore oder anders gesagt, 135 Minuten gespielt und acht Dinger kassiert.

Zur Halbzeit wechselte Trainer Nouri. Für Dilrosun und Lukebakio war der Arbeitstag beendet, Mittelstädt und Wolf kamen. Die Düsseldorfer fühlten sich mit dem 3:0 Vorsprung bereits als der sichere Sieger, offenbarten aber im zweiten Durchgang, weshalb sie unten auf dem Relegationsplatz stehen. Thommy wollte unbedingt sein zweites Tor markieren und erzielte es auch, für die Hertha.  Sein Eigentor in der 64. Minute brachte die Berliner, die so unterirdisch in der ersten Halbzeit spielten, wieder zurück.

Herthas größere individuelle Klasse kam zum tragen und dazu eine andere Körpersprache. Das 3:2 fiel folgerichtig in Minute 66 durch Cunha – einer der Besten. Den Ausgleich, 3:3 in der 74. Minute erzielte Piatek acht Minuten später. Die Düsseldorfer meinten zwar, ihr Torwart Kastenmeier sei als erster am Ball gewesen. Schiedsrichter Stieler entschied auf Foulspiel gegen Piatek, der ganz sicher zum Ausgleich vom ominösen Punkt verwandelte.  Nun war sogar noch ein Sieg drin.

Doch Düsseldorf kam zurück und bejubelte mit 4:3 – kurz – den vermeintlichen Siegtreffer, es war Abseits, knapp, Glück für Hertha. Den Siegtreffer auf der anderen Seite und damit drei Auswärtspunkte hätte beinahe Cunha in der 90. Minute erzielen können, doch der stramme Schuss landete am Außenpfosten. Das Unentschieden hilft mehr der Hertha als den Düsseldorfern. Fortuna Trainer Uwe Rössler sprach nach dem Spiel „von einer gefühlten Niederlage“ und die Enttäuschung war ihm anzumerken.

Christian Zschiedrich

94. Auflage des Bundesliga-Klassikers gegen Bamberg

Am Sonntag (1.3., 15 Uhr) ist es wieder so weit: Die Basketballer von ALBA BERLIN empfangen in der Mercedes-Benz Arena den alten Rivalen Brose Bamberg zur 94. Auflage dieses Basketball-Klassikers. Gegen kein anderes Team hat ALBA in den letzten dreißig Jahren öfter gespielt. Das Duell gegen das Team aus der basketballverrückten „Freak-City“ im Frankenland zählt seit jeher zu den Highlights einer jeden Bundesliga-Saison.

Aito Garcia Reneses (ALBA-Cheftrainer): „Wir spielen zum dritten Mal in dieser Saison gegen Bamberg und wollen natürlich auch dieses dritte Spiel gewinnen. Aber Bamberg hatte fast drei Wochen Zeit, sich auf dieses Spiel vorzubereiten und hat sich mit Jordan Crawford verstärkt, einem ehemaligen NBA-Spieler, der zuletzt in China erstaunliche Statistiken aufgelegt hat. Vielleicht ist er mit seinem Scoring und seiner Stärke im Eins gegen Eins genau das noch fehlende Puzzleteil für Bamberg, das in der Defensive bereits eines der besten Teams der Bundesliga ist.“

Jonas Mattisseck (ALBA-Guard): „Nachdem wir uns vor sieben Wochen in Bamberg für die Niederlage im letztjährigen Pokalfinale revanchiert haben, haben wir zumindest das nicht mehr im Hinterkopf. Es ist für uns einfach ein sehr wichtiges Ligaspiel, das wir in eigener Halle unbedingt gewinnen wollen. Spiele gegen Bamberg waren und bleiben immer etwas Besonderes. Ich freue mich sehr auf Sonntag!“


Wann immer sich Bamberg und ALBA gegenüberstanden, ging es hoch her. 2004 beendeten de Bamberger im Playoff-Halbfinale die sich über sieben Meistertitel in Folge erstreckende große Ära der Albatrosse. Zwei Jahre später triumphierte ALBA im Pokalfinale bei den in eigener Halle favorisierten Bambergern. Im letztjährigen Pokalfinale bezwang Brose die Albatrosse in Bamberg mit 5/8 Dreiern von Nikos Zisis. Vor sieben Wochen entthronte ALBA den letztjährigen Pokalsieger im Halbfinale.

Nachdem die erfolgsverwöhnten Bamberger im Vorjahr schon in der ersten Playoff-Runde an Vechta gescheitert waren, drückte die Vereinsführung im Sommer den Reset-Knopf und verpflichtete den im Vorjahr in der FIBA Champions League als „Coach des Jahres“ ausgezeichneten Roel Moors als neuen Cheftrainer. Der Belgier brachte mit Leo De Ryke auch gleich noch seinen Sportdirektor aus Antwerpen mit und krempelte den Bamberger Kader gründlich um.

Auch den neuen Spielmacher brachte Roel Moors aus Belgien mit nach Bamberg. Der 24-jährige Paris Lee dirigierte unter Moors die Giants Antwerpen in den letzten beiden Jahren als MVP der belgischen Liga nicht nur zweimal ins belgische Finale, sondern im Vorjahr auch zum Gewinn des belgischen Pokals und ins Final Four der Champions League. An seiner Seite steht am Sonntag womöglich erstmals der am Donnerstag nachverpflichtete NBA-erfahrene US-Shooting Guard Jordan Crawford, der sich vor einem Jahr auch ALBA anschließen wollte, aber nicht durch den Medizincheck kam.

Auf dem Flügel bieten die Bamberger mit dem 21-jährigen Louis Olinde und dem 25-jährigen Christian Sengfelder zwei frischgebackene Nationalspieler auf, die so gut sind, dass sich ihre aus der russischen und spanischen Liga nach Bamberg gekommenen US-Kollegen Tre’ McLean und Darion Atkins mit einer Rolle als Ersatzspieler begnügen müssen.

Unter dem Bamberger Korb dominiert der athletische und explosive ägyptische Nationalcenter Assem Marei als Topscorer und bester Rebounder seiner Mannschaft. Unterstützt wird er auf der Position fünf von Elias Harris, der mit seinen 2,03 Metern eigentlich ein geborener Power Forward ist, im Duell mit größeren Gegenspielern aber clever seine Athletik und die Erfahrung eines 30-jährigen „Warriors“  in die Waagschale wirft.

Quelle: ALBA Berlin