Hertha schlägt die Fürther 2:1 und übt Selbstkritik

Trotz des Sieges immerhin im siebenten Zweitligaspiel zu Hause gegen die SpVgg Greuther Fürth kommt erstaunlicherweise im eigenen Lager sicherlich gutgemeinte Selbstkritik bei der Hertha in Berlin auf. Die Gangart erinnerte an die in den Heimspielen der letzten Saison vergeigten Spiele und hatte wenig mit der Körpersprache in den vorangegangenen sechs Saisonauftaktspielen zu tun. Der Tabellenfünfzehnte hätte zumindest einen Punkt aus dem Berliner Olympiastadion mitnehmen können. Sie hatten Pech, das Führungstor wurde wegen minimaler Abseitsstellung nicht anerkannt. Erst Jubel und dann der Tiefschlag, nur zwei Minuten später lagen sie mit 0:1 hinten. In der Phase, wo sie alles nach vorn warfen, liefen sie in einen Konter und standen mit leeren Händen da. Der Anschlusstreffer fiel erst viel zu spät in der 90. Minute

Hertha Trainer Leitl: „Das war nicht die Mannschaft, die ich kenne.“ Unter anderem kritisierte er die Zweikampfführung und die Einstellung, mit der sein Team von Beginn an aufgelaufen war. Das Einzige was stimmte, war das Resultat.

Das sind Worte, vorausdenkend an den 8. Spieltag, am Freitag, 16.10., 18.30 Uhr in Kiel beim Tabellenletzten im Holstein-Stadion. Den Kielern steht das Wasser bis zum Hals. Sie warten als einzige Mannschaft der Liga auf den ersten Saisonsieg. Im Nordderby unterlagen sie zuletzt trotz guter Leistung 0:1 in Braunschweig. Dementsprechend werden jetzt mit Einsatz und hervorragendem Kampfeswillen gegen den Tabellenführer zu Werke gehen.

Bei aller Selbstkritik der Herthaner, äußerst positiv ist doch zu verzeichnen, Hertha siegte auch im siebenten Spiel vor 58.000 Zuschauern gegen die SpVgg Greuther Fürth 2:1. Mit 21 Punkten wurde der Vorsprung an der Spitze damit auf vier Punkte vor dem 1. FC Nürnberg (17 Punkte) ausgebaut. Das ist anerkennenswert. Macht voller Leidenschaft weiter so!

Christian Zschiedrich

Fehlerhaftes Spiel – verdiente Niederlage

Füchse verlieren 36:37 gegen Lemgo

Vier-Tore-Rückstand aufgeholt – vier Tore-Führung verspielt. Zwischen diesen beiden Polen bewegte sich der Füchse-Auftritt vor 8.525 in der Max-Schmeling-Halle. Den Rückstand kassierten die Gastgeber gleich in der Anfangsphase. Die Gäste aus dem Lipperland hatten eine bewegliche Abwehr organisiert, die den Angreifern bereits vor der neun-Meter-Linie energisch auf die Pelle rückte. Die Maßnahme schmeckte den Füchsen zunächst gar nicht – das 3:7/7. war eine fast logische Folge, auch weil Lemgo die Angriffe konsequent zu Ende spielte. Mit dem 8:8/13. begann sich das Blatt schrittweise zu wenden. Dank der Treffer von Mathias Gidsel und sicher verwandelter Siebenmeter von Tim Freihöfer. Das gewohnte Tempo und die erforderliche Präzision bekamen die Hausherren jedoch nicht in ihr Spiel. Mehrfach wurde die Chance einer drei-Tore-Führung nicht genutzt. Die Partie war bereits zu diesem frühen Zeitpunkt von Hektik und Unterbrechungen geprägt. Die unterschiedlichen Bewertungen nahezu identischer Spielsituation durch die Schiedsrichter erregte die Gemüter. Wegen zu häufiger Proteste kassierten beide Trainer Verwarnungen. Mit einem 19:17 konnten die Füchse in die Pause gehen.

Zufrieden war Trainer Nicolej Krickau jedoch nicht. „Wir kommen nicht gut ins Spiel und agieren zu hektisch. Trotzdem arbeiten wir uns gut zurück.“ Mit dem Anspruch der Partie eine Wende zu geben kamen die Gastgeber zurück auf die Platte. Tatsächlich hatten ihre Aktionen jetzt mehr Zuschnitt, was das Team von Florian Kehrmann zunächst in Schwierigkeiten und den Füchsen den eingangs erwähnten vier-Tore-Vorsprung brachte – 23:19/38 brachte.

Die besseren Aktionen im Angriff wurden jedoch nicht durch adäquate Leistungen in der Deckung ergänzt. Besonders die starken Rückraum-Shooter erwiesen sich jetzt als Lemgos stärkste Waffe. Dazu hatten beide Füchse-Torhüter nicht ihren besten Tag erwischt – nur 12 % Quote gehaltener Bälle. Das 25:25/45 erwies sich als Kipppunkt des Spiels. Fortan mussten die Berliner einem Rückstand hinterherlaufen.

In der dramatischen Endphase des Spiels geriet der Technische-Delegierte zur mitentscheidenden Figur. Er veranlasste wegen erneuter Proteste von Trainer Krickau eine zwei-Minuten-Strafe gegen den Berliner Coach. Nach meiner Meinung eine strittige Entscheidung. In der DHB-Spielordnung heißt es im Paragraph 80/3. …..er darf in Rechte und Pflichten von Schiedsrichter, Zeitnehmer und Sekretär nicht eingreifen. Was in der Praxis der Bundesliga aber immer häufiger geschieht. Andererseits muss man von einem verwarnten Trainer auch eine stärkere Selbstkontrolle erwarten. Eine weitere (berechtige) Strafe gegen Mijajlo Marsenic (Meckern) schwächte die Hausherren zusätzlich. So stand am Ende die 36:37-Niederlage gegen den TBV Lemgo, die von Nicolej Krickau als berechtigt anerkannt wurde. „Lemgo hat sich mit viel Geduld, Freiheit und Qualität in seinem Spiel präsentiert. In der Endphase war unser Niveau im Zusammenspiel zwischen Abwehr und Torhüter nicht hoch genug, um die Gäste vor den nötigen Herausforderungen zu stellen.“

Die nächste Aufgabe in der Bundesliga ist wohl als noch schwerer anzusehen. Am Sonntag, 18.10.2026 geht es zum Spitzenreiter nach Flensburg. Davor wartete auf das „Reiseunternehmen Füchse“ das CL-Spiel in Porto.

Für die Füchse dabei: Ludwig (3 Paraden), Palicka (3); Darj, Prantner, Simak, Ariño, Grøndahl, Lichtlein (5), Gidsel (10), Freihöfer (14/8), Pichiri, Langhoff (4), Zaepfel, av Teigum (2), Marsenić (1).

Herbert Schalling

BR Volleys kehren mit Bronze aus Polen zurück

Mit einem Sieg zum Abschluss der Saisonvorbereitung und dem dritten Platz beim 21. Agrobex-Memorial Arkadiusz Gołaś gehen die Berlin Recycling Volleys in die letzte Trainingswoche vor dem Pflichtspielstart. Beim traditionsreichen Turnier im polnischen Zalasewo setzte sich der Deutsche Meister am Sonntag (11. Okt.) im Spiel um Platz drei gegen ZAKSA Kędzierzyn-Koźle mit 3:1 (25:23, 24:26, 25:22, 25:17) durch. Nach zuvor sechs sieglosen Testspielen durfte das Team von Cheftrainer Andrea Anastasi damit erstmals jubeln.

Am Samstag, 10. Okt. 2026 hatten die BR Volleys gegen Asseco Resovia Rzeszów bereits eine engagierte Leistung gezeigt, mussten sich dem polnischen Spitzenteam jedoch mit 1:3 (22:25, 26:24, 19:25, 28:30) geschlagen geben. Im umkämpften vierten Satz hatten die Berliner die Chance auf einen Tiebreak, erspielten sich jedoch keinen eigenen Satzball. Alexandru Rata war mit 21 Punkten erfolgreichster Berliner, gefolgt von Nolan Flexen (14 Punkte). Allerdings standen den guten Ansätzen auch 26 Aufschlagfehler bei nur zwei Assen gegenüber.

Im abschließenden Duell mit ZAKSA belohnten sich die Berliner schließlich für ihre spielerischen Fortschritte im Vergleich zu den letzten Tests in Frankreich. Nach zwei knappen Auftaktsätzen agierte das BR Volleys Team zunehmend stabiler und entschied die folgenden Durchgänge für sich. Flexen überzeugte mit 19 Punkten als bester Berliner Scorer und wurde zum wertvollsten Spieler der Partie gewählt. Rata (14 Punkte) und Ruben Schott (12 Punkte) punkteten ebenfalls zweistellig. Louis Kunstmann überzeugte zudem mit einer Angriffsquote von 88 Prozent und drei Assen. Mit insgesamt sechs Servicewinnern bei noch 18 Aufschlagfehlern präsentierten sich die Hauptstädter zudem deutlich verbessert von der Aufschlaglinie. So stand am Ende ein verdienter Erfolg und der dritte Platz zu Buche. Das Finale entschied Rzeszów mit 3:0 gegen PGE GiEK Skra Bełchatów für sich.

„Das waren zwei gute Tage, nach denen ich ziemlich positiv gestimmt bin. Wir konnten das, was wir trainiert haben, in den Spielen umsetzen und uns ein Erfolgserlebnis verdienen“, zog Andrea Anastasi sein Fazit: „Wir hatten natürlich in einigen individuellen Details Probleme, aber wir haben begonnen, konstanter zu spielen. Alle Jungs, die auf dem Feld standen, haben das ordentlich gemacht. Jetzt können wir nach vorn schauen und an den Ligacup denken.“

Mit dem Erfolgserlebnis im Rücken richtet sich der Blick nun auf die ersten Pflichtspiele der Saison 2026/27. Am Freitag (16. Okt. um 16.00 Uhr) treffen die BR Volleys beim Ligacup in Hildesheim auf die Energiequelle Netzhoppers KW. Dort kämpft der Rekordmeister bis Sonntag (18. Okt.) um den ersten Titel der neuen Spielzeit. Am Mittwoch (21. Okt. um 19.00 Uhr) folgt der langersehnte Bundesliga-Heimauftakt gegen die FT 1844 Freiburg in der Max-Schmeling-Halle.

Christof Bernier/BR Volleys

Gidsel gut, alles gut

Füchse schlagen in der Champions League Porto 40:32.

22 Tage lang hatte es kein Spiel im Fuchsbau gegeben, weil die Mannschaft auswärts in zwei Bundesliga-Partien und bei der Klub-WM in Ägypten gefordert war. Deshalb war die Lust auf attraktiven Handball bei den Zuschauern besonders groß. 8017 kamen in die Max-Schmeling-Halle. Sehr viel für einen Wochentags-Spiel. Sie wurden nicht enttäuscht. Welthandballer Mathias Gidsel, der dem Spiel der Gastgeber meist den Stempel aufdrückt, präsentierte sich diesmal in besonders bestechender Form. 17 Tore (bei 19 Würfen) warf der Däne. Zuletzt war er nach einem „Pferdekuss“ etwas gehandicapt gewesen. Davon war ihm nichts mehr anzumerken. „Ich finde, dass wir heute ein gutes Spiel gemacht haben“, meinte der 27jährige hinterher. Was ich  heute neben dem Sieg vor allem mitnehme, ist, dass die Atmosphäre an einem Donnerstagabend wirklich großartig war. Das bedeutet uns Spielern wirklich sehr viel“.

Im ersten Abschnitt gegen den Vizemeister der portugiesischen Liga zündeten die Füchse zwar auch schon ihren Angriffs-Turbo, waren jedoch in der Abwehr nicht so sattelfest wie gewohnt. Dazu kam eine ungewöhnlich hohe Zahl an Fehlwürfen und technischer Fehler. Offenbar alles Nachwirkungen der Klub-WM, von der einige Spie-ler mit Magen-Darm-Problemen zurückgekommen waren. Deshalb konnten die Gäste Rückstände immer wieder ausgleichen. Torhüter Lasse Ludwig verhinderte mit acht Paraden in einigen Situationen sogar Schlimmeres. „Ich finde, dass wir vor allem in der Abwehr nicht auf dem Niveau aufgetreten sind, welches wir normalerweise an den Tag legen wollen. Wir haben zu sehr unsere Basics vernachlässigt“, analysierte Trainer Nicolej Krickau.

Im zweiten Abschnitt fanden die Hausherren bessere Lösungen in der Abwehr und konnten auch häufiger ins gewohnte Tempospiel kommen. Bei den Portugiesen fehlte es zunehmend an Präzision beim Abschluss. So konnten die Füchse ihren Vorsprung kontinuierlich ausbauen. Woran natürlich Mathias Gidsel den größten Anteil hatte. Den sieben Toren aus der ersten Hälfte ließ er zehn weitere folgen und stellte damit den CL-Rekord des Spaniers Jesus Martinez de la Cal aus dem Jahr 2009 ein.                

Bereits in der nächsten Woche treffen sich beide Teams zum Rückspiel in Porto. Die Berliner wollen dann den zweiten Platz in der Vorrunen-Gruppe verteidigen. Zuvor geht es am Sonntag in der Bundesliga (11.Oktober) weiter. Gegner im Fuchsbau ist der TBV Lemgo. 

Für die Füchse im Einsatz: Ludwig (14 Paraden), Palicka; Darj (3), Prantner (3), Simak, Ariño (5), Grøndahl (3/3), Lichtlein (3), Gidsel (17), Freihöfer, Pichiri, Langhoff (2), Zaepfel (1), avTeigum, Marsenić (3).

Herbert Schalling

BBSC Berlin mit starker Leistung beim Favoriten

Volleyball 2. Bundesliga Damen

USC Münster II – BBSC Berlin   3:2 (-21, -24, 22, 20, 11)

Der BBSC absolvierte am Samstag, 3.10.2026 bereits das 4. Ligaspiel der noch jungen Saison – beim letztjährigen Vizemeister der Liga gelang ein 2:3 aus Berliner Sicht.

Der USC ging als großer Favorit in die Partie, hatten die Westfalen doch in den vergangenen drei Jahren regelmäßig die Vizemeisterschaft der Liga errungen. Zum Team gehören 5 ehemalige langjährige Erstliga Spielerinnen, von denen mit Ines Bathen, Linda Dörendahl und Anna Siebert (Hoja) auch drei gegen die Berlinerinnen auf dem Feld standen. Eine immens starke Mannschaft, die sich in den 1. beiden Sätzen jedoch gegen famos aufspielende BBSC- Athletinnen nicht so recht durchsetzen konnte. Dabei traten die Berlinerinnen wegen Verletzung/Krankheit ohne die Mittelblockerinnen Luz Götte und Kira Heide sowie ohne Back-up im Zuspiel an. In den Mittelblock rückten Marie Dreblow und Maja Pahlke. Die 16-jährige Marlene Pflanz aus der Berlin-Liga-Mannschaft sprang im Dienste des Vereins ein und gab personellen Rückhalt für eventuelle Notwendigkeiten. Zur Belohnung für ihr Engagement gab es einen nicht nur symbolischen Einsatz im Verlaufe des 4. Satzes.

Auch im 3. Satz hielt der BBSC lange das hohe Niveau: Über 10:15 und 17:20 hatte manch einer der Zuschauer schon die Befürchtung einer klaren 0:3 Niederlage der Westfalen. Doch Münster legte alle Erfahrung auf die Waage und holte sich noch den Satzgewinn. Selbst Anfang des 4. Satzes war der BBSC noch bis zum 8:3 in Führung, dann brachte Münsters Trainer Ralph Bergmann die frühere Nationalspielerin Linda Dörendahl und Stück für Stück ging das Momentum auf den USC über. Drei harte Sätze und die lange Anreise am Morgen hatten ihre Spuren in der Konzentration der Berlinerinnen hinterlassen und so gab es ein paar Ungenauigkeiten und Fehler mehr als noch zuvor – der USC enteilte. Im 5. Satz ließ sich Münster nicht mehr die Butter vom Brot nehmen und holte sich letztlich verdient noch 2 Punkte für die Tabelle.

Trotz der Niederlage: Das BBSC-Team bot gegen den Favoriten eine sehr engagierte und lange Zeit sehr konzentrierte Leistung. Alle Mannschaftsteile haben ihren Beitrag für den Punktgewinn eingebracht, es gab keine Ausfälle. Berlins Trainer Jens Tietböhl lobte die Mannschaft: „Gerade unter den Bedingungen der fehlenden Wechselmöglichkeiten im Zuspiel und auf der Mittelblock-Position war das ein Fortschritt für uns, doch leider reichte es gegen die erfahrene Mannschaft aus Münster nicht.“

Zur MVP des Abends wählten die Trainer Münsters Zuspielerin Emma Tischer, Berlins Libera Lea Förster erhielt bereits ihre 3. MVP Medaille im 4. Spiel.

Auf eine solche Leistung kann man aufbauen – am 17. Oktober 2026 ist um 18:00 Uhr Hildesheim in der Hämmerlinghalle zu Gast.

Am Samstag für den BBSC im Einsatz: Marie Dreblow, Marlene Pflanz, Lea Förster, Paula Reinisch, Romy Birnbaum, Antonia Wegrad, Annalena Grätz, Angelina Meyer, Maja Pahlke, Antonia Lutz, Alina Gottlebe-Fröhlich, Melani Ligacheva, Lahra Weber

Burkhard Kroll/BBSC

Berliner Landespokal

Der sich im Landespokal scheinbar immer weiter drehende Dynamo wurde diesmal im Mommsenstadion gebremst. Abonnement-Finalist BFC Dynamo musste sich im Entscheidungsschießen Oberligist Tennis Borussia vor 1500 Besuchern 6:7 geschlagen geben. Marlon Kolobaric von TeBe hatte erst eine Viertelstunde vor dem Ende durch Elfmeter zum 1:1 ausgleichen können. Der umjubelte Schütze beim letzten Strafstoß (nach torloser Verlängerung) für die „Veilchen“ war der eingewechselte Antonio Lubaki. Diese dritte Runde war ein Festtag für die in den letzten Wochen mit anderen wenig sportlichen Themen beschäftigten Anhänger der Borussen. Weniger erfreulich ging aus Sicht der Gastgeber ein anderes Elfmeterschießen aus: In der Partie zweier Regionalligisten setzte sich die höher gehandelte VSG Altglienicke mit 4:3 beim SV Tasmania durch. Die beiden Tore der regulären Spielzeit waren erst in den letzten 15 Minuten vor Abpfiff gefallen. Routinier Philip Türpitz sorgte für den entscheidenden Treffer des letztjährigen Cupsiegers. Bereits am Samstag fielen die Treffer in Marienfelde schon in Hälfte eins. Dem BFC Preussen reichten an der Dorfkirche zwei Tore zum Weiterkommen. Ebenfalls nicht am Sonntag waren Viktoria und Blau-Weiß 90 aus der Berlin-Liga dran: Der einstige Bundesligist gewann bei einer neu zusammengestellten jungen Elf der Himmelblauen aus Lichterfelde am Sonnabend mit 2:1.

Türkiyemspor kickt Oberligist Füchse aus dem Pokal

Gefeierter Torschütze Oguzhan Codura

Unter den Oberligisten machten es sich vier verbliebene Vertreter nicht leicht: Sparta Lichtenberg musste beim 4:2-Sieg auswärts bei Türkspor erst einen 0:2-Pausen-Rückstand in Hälfte zwei aufholen. Bei Viktoria Friedrichshain setzte sich der Berliner AK nur mit 3:2 durch. Hertha 03 machte den Deckel nach 1:0-Halbzeit-Führung erst zwanzig Minuten vor Abpfiff drauf. In Friedrichshain hielt der Bezirksligist VfB Berlin lange mit. Nicht mitgehalten haben unter den Oberliga-Teams die Füchse. Der Aufsteiger ließ gegen die einstige Größe und jetzigen Landesligisten Türkiyemspor echten Siegeswillen vermissen. Mit zu wenigen Torabschlüssen und einer laut Trainer Sanel Begzadic nicht ausreichenden Einstellung Einzelner war in dieser dritten Runde Schluss. Das 1:0 (25.) durch Oguzhan Codura blieb im Willy-Kressmann-Stadion der Treffer des Tages. Ein schöner Erfolg für die Truppe von Trainer Ali Yilderim, der erst vier Jahre in Deutschland lebt. Zuvor war er in der Türkei als Spieler in der 2. Und 3. Liga aktiv. Eintracht Mahlsdorf musste sich derweil gegen Berolina Stralau quälen: Ein Treffer in der 80. Minute durch Erik Timper sicherte aber den Einzug in die nächste Runde

Delay Sports souverän im Achtelfinale

Sydney Friede mit einem jungen Fan

Der frühe Vogel pickt den Wurm. So heißt es nicht nur in der Sprache der Sonntags-Spaziergänger. Halbzehn als Zeit des Anpfiffs ist außerhalb der Jugendabteilungen auch nicht alltäglich. Doch Überflieger und Influencer-Klub Delay Sports machte es im Volkspark Wilmersdorf möglich. Um kurz nach zehn stand es bereits 3:0 gegen Berlin-Ligist Spandauer Kickers. Vierfacher Torschütze – mit einem echten Hattrick zu Beginn – war beim 5:2-Sieg Zulu Ernst. Der früher bei Hertha 03 aktive Stürmer blieb stets engagiert, sorgte mit seinem letzten Treffer kurz vor Abpfiff für den endgültigen K.O. der Spandauer. Für deren Zwischenhoch war Kapitän Okan Tastan mit zwei Treffern verantwortlich. BFV-Vizepräsident Joachim Gärtner wollte nach Abpfiff den diesmal gehandicapten Sidney Friede vom Landesligisten als „Losfee“ für die nächste Auslosung gewinnen. Der ist an diesem Termin aber verhindert. Es bleibt auch so spannend, wohin der Weg des aufstrebenden Klubs in dieser Spielzeit noch führt.

Unterschiedliche Gefühle nach dem 5 zu 2

Weitere Entscheidungen, die erst durch Elfmeterschießen erfolgten: VfB Hermsdorf (Landesliga) gegen den jahrelangen Oberligisten SC Staaken 6:5. Das Besondere hier: beide Treffer (1:1) in der Verlängerung fielen innerhalb von einer Minute. Im Duell der beiden Berlin-Ligisten TSV Mariendorf und FC Internationale stand es nach 90 Minuten 1:1. Erst das Elfmeterschießen brachte durch den letzten Treffer des Mariendorfers Yusuf Yorguner Klarheit (5:3). Frohnauer SC, ein in der Verbandsliga nach sechs Spieltagen nicht verwöhnter 18. der Tabelle, traf zweimal beim BSV 92. Der ging zwar in Führung, beim Stand von 1:2 gelang nach der Pause aber keinem der Kontrahenten noch ein Treffer.

Text und Fotos: Frank Toebs

Sieg gegen Nürnberg – Ty Ronning mit Hattrick

Deutsche Eishockey Liga

6. Spieltag

04.10.2026 14:00 Uhr Uber-Arena Berlin

EHC Eisbären Berlin – Nürnberg Ice Tigers 4:1(0:1/2:0/2:0)

In Berlin gab es das definitive Spitzenspiel der noch jungen Saison in der DEL. Der aktuelle Tabellenzweite, die Eisbären empfingen, die Senkrechtstarter aus Nürnberg. Die Mannschaft aus der Frankenmetropole kam mit der Empfehlung von fünf Saisonsiegen, lediglich in Straubing reichte es nur zu einem Punkt. Die Eisbären brachten die Empfehlung von zuletzt zwei Shutout-Siegen mit auf das Eis. Es katapultierte den Eisbären-Neuzugang, der bei seinen ersten DEL-Einsätzen in 120 Spielminuten ohne Gegentreffer blieb, an die Spitze der Torhüterwertung.

So war es keine Überraschung, dass der Goalie gegen Nürnberg zu seinem dritten Einsatz in der starting six kam. Bevor die Jagd nach dem Puck los ging wurden die Initiatoren der Aktion „Pink in the Rink“, das Ehepaar Ustorf auf dem Eis begrüßt. Es geht um den Kampf gegen Brustkrebs. Der Eisbärensponsor Sparda Bank spendete 10.000 EUR für die Aktion.

Beide Torhüter hatten gleich mächtig zu tun. In den ersten zehn Minuten musste Neffin sechs Schüsse abwehren und einmal half das Torgestänge. in der 12. Spielminute war der Puck im Tor der Eisbären und die 72. Minuten ohne Gegentreffer für Neffin vorbei. Ein kurioser Treffer, eine Strafe für die Eisbären war angezeigt, ein Eisbär, berüherte den Puck, es gab ein Pfiff. War er zu leise? kann er überhaupt vom Schiedsrichter? Das Spiel trudelte weiter und genauso der Puck. Unverständlich dann die Entscheidung nach Videobeweis, das Tor zählte. Noch im Interview nach dem 1. Drittel äußerte Eisbären-Kapitän Kai Wissmann sein Unverständnis.

Das 2. Drittel begann mit einer Slapstickeinlage des Eisbären-Goalies, die zum Glück folgenlos blieb. Nürnberg blieb gefährlich, während man bei den Eisbären den Eindruck haben konnte, sie schütteln sich weiter das kuriose Gegentor von der Ausrüstung. Es fehlte die letzte Präzision und es schlich sich Nervosität in die Aktionen. Die Nürnberger waren dem zweiten Treffer etwas näher als der Ausgleich für die Eisbären. Es waren in der 30. Minute zwei Großtaten von Neffin, die das Scoreboard ruhen ließen.

Nach dem power break schlug es dann ein im Nürnberger Kasten. Andreas Eder zog halblinks, ohne Bedrängnis einfach mal ab und der Puck zischte über die Schulter von Treutle hinein ins Tor.

In der Schlussphase des Mittelabschnitts hatte es in sich. Die Eisbären drehten das Spiel. Eine 5 auf 3 Situation nutzte Ty Ronning für die 2:1 Führung. Es hätte auch das 3:1 fallen. es wurde härter So durften William Dufor und Jonas Müller die ersten vier Minuten letzten Drittels ihre Kräfte auf der Sünderbank schonen.

Fing das Spiel fair an, so hagelte es Strafen und unschöne Szenen. In der 42. Minute streckte William Dufour Eisbär Manuel Wiederer mit einem Kniecheck nieder. Nach Sichtung der Videobilder durfte er gleich duschen gehen. Die anschließende fünfminütige Überzahl konnten die Eisbären nicht nutzen. Unmittelbar nach Ablauf der Strafe verhinderte Neffin den Ausgleich für Nürnberg. Es begann der Ritt auf der Rasierklinge.

In der 43. Minute musste der Torschütze für die Eisbären wegen Beinstellens auf die Strafbank. Einen Shorthander ließen die Eisbären liegen. Es klappte dann bei voller Mannschaftsstärke. Es war erneut Ronning und die erneute Vorarbeit von Liam Kirk, die in der 56. Minute für die 3:1 Führung sorgten. Zum Held des Tages wurde die Nummer 9 der Eisbären, über der Nummer steht der Name Ronning. Sein Hattrick machte den Sieg perfekt.

Hans-Peter Becker

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Foto: Stephan Wenske

Spieldaten

Aufstellungen
Eisbären Berlin: Neffin (LaFontaine) – Müller, Wissmann (C); Mik, Reinke; Davidson, Smith, Geibel – Tiffels (A), Kirk, Ronning; Hördler, Eder, Pföderl; Veilleux (A), Vikingstad, Foudy; Griva, Wiederer, Krestan – Trainer: Éric Dubois       

Nürnberg Ice Tigers: Treutle (Janett) – Jones, Headrick; Weber, Karrer; Braun, Eham – Dufour, Dove-McFalls, Barratt; Spezia, Magera, Meireles; T. Heigl, Cates, Ustorf; Bakos, N. Heigl, Samanski – Trainer: Mitch O‘Keefe

Tore
0:1 – 11:35 – Barratt (Ustorf, Weber) – 6-5
1:1 – 30:54 – Eder (Kirk, Pföderl) – EQ
2:1 – 38:14 – Ronning (Kirk, Pföderl) – PP2
3:1 – 55:51 – Ronning (Kirk) – EQ
4:1 – 59:16 – Ronning (Tiffels) – EN  

Strafen
Eisbären Berlin: 14 (2, 4, 8) Minuten – Nürnberg Ice Tigers: 39 (0, 8, 31) Minuten 

Schiedsrichter

Christopher Schadewaldt, David Cespiva (Maksim Cepik, Jiri Ondracek)

Zuschauer
14.075

Fotogalerie von Stephan Wenske

BBSC mit fünftem Punkt trotz Heimniederlage

Den bereits fünften Punkt im 3. Spiel erzielte der BBSC im Spiel gegen den SC Potsdam in einem hochdramatischen Samstagspiel.

Beide Teams kennen sich bestens, haben doch viele Berliner Spielerinnen vormals einen Teil ihrer Ausbildung und Karriere in der Brandenburger Landeshauptstadt absolviert. Von der 1. Minute an entwickelte sich ein gutes Zweitligaspiel, das regelmäßig von Phasen gekennzeichnet war, in denen ein Team das dominante war, jedoch nachfolgend wieder dem Gegner die Initiative und die Punkte überlassen musste. Der 1. Satz war lange Zeit ausgeglichen, ehe die Berlinerinnen mit 1:0 nach Sätzen in Führung gehen konnten. Dafür dominierte Potsdam im 2. Satz und führte schnell mit 10:17. Doch der BBSC kam Mitte des 3. Satzes zurück und spielte die Gäste von 7:11 auf 21:15 schwindlig. Konnten sich die Youngster aus Potsdam aus der mentalen Flaute noch einmal befreien? Und wie: Potsdam legte eine Schippe drauf und dem BBSC gelang im 4. Satz wenig. So musste der Tiebreak entscheiden. Potsdam verlor zunächst den Schwung aus dem 4. Satz und lag bereits mit 5:11 zurück, ehe man mit immenser Energieleistung wieder zu den Spielkünsten fand und den Berlinerinnen in einem hochgradig spannenden Satzfinale den Heimsieg vermieste.

Dabei konnten sich die Berlinerinnen nicht vorwerfen, nicht alles versucht zu haben. Kämpferisch war das ein Einsatz auf hohem Niveau von beiden Seiten. Block- und Feldabwehr funktionierte beiderseits auf gutem Niveau, lange Ballwechsel waren der Lohn. Potsdam hatte deutliche Vorteile in den Angriffsaktionen über den Block, diese machten wohl auch letztendlich den kleinen, aber deutlichen Unterschied zwischen beiden Mannschaften aus. Der BBSC verfügt mit seinen jungen Blockspielerinnen noch nicht über das Vermögen, einen größeren Beitrag zur abwechslungsreichen Angriffsgestaltung zu leisten. „Daran werden wir in den nächsten Wochen weiter arbeiten, um unser Spiel variabler und weniger ausrechenbar zu machen“ analysierte Berlins Trainer Jens Tietböhl. Er zeigte sich mit der Energieleistung seines Teams zufrieden, „aber die Leidenschaft und die Spielfreude, mit der Potsdam im 5. Satz nach der sicher geglaubten BBSC-Führung zurückgekommen ist, war schon beeindruckend.“

Zur MVP wurde Potsdams Mittelblockerin Mia Redmann sowie BBSC Libera Lea Förster gewählt. Die Übergabe der Medaillen nahm die deutsche Ausnahme-Volleyballerin der 1980er bis 2000er Jahre, Susanne Lahme, als derzeitige Sportdirektorin des SC Potsdam vor.

Der BBSC trifft am kommenden Samstag, 3. Oktober 2026 auswärts auf den USC Münster II, ehe am 17. Oktober 2026 um 18:00 Uhr Hildesheim in Köpenick zu Gast ist.

Am Wochenende für den BBSC im Einsatz: Marie Dreblow, Lea Förster, Paula Reinisch, Romy Birnbaum, Antonia Wegrad, Annalena Grätz, Kira Heide, Maja Pahlke , Antonia Lutz, Alina Gottlebe-Fröhlich, Luz Götte, Melani Ligacheva, Lisa Kaiser, Lahra Weber

Burkhard Kroll/BBSC

Eisbären siegen mit Shutout gegen Iserlohn

DEL Deutsche Eishockey Liga

4. Spieltag

27.09.2026 14:00 Uhr Uber-Arena Berlin

EHC Eisbären Berlin – Iserlohn Roosters 4:0 (1:0/3:0/0:0)

Ein sonniger Spätsommertag lockte 13.655 Besucher in die Arena am Ostbahnhof, es war zudem der Sonntag des Marathons und der Blamage Berlins bei der Olympiabewerbung. Blamieren wollten sich die Eisbären gegen den aktuellen Tabellenletzten nicht. Im Anfangsdrittel kämpften die Gäste aufopferungsvoll. Die Statistik wies nur drei Torschüsse für die Iserlohner aus, sie waren alle von guter Qualität. Beim ersten hatten die Eisbären Glück, der Puck traf das Gehäuse und bei den anderen konnte Jonas Neffin zeigen, dass er ein adäquater Ersatz für Jack Lafontaine sein kann. Das erste Tor der Begegnung fiel in der 14. Minute. Die Eisbären konnten ein Überzahlspiel nutzen. Markus Vikingstad versenkte den Puck zentral am Goalie vorbei ins Netz.

Der Mittelabschnitt begann optimal für die Eisbären. Es waren noch nicht ganz zwei Minuten gespielt, die Eisbären in Unterzahl, Yannik Veilleux wegen Hakens auf der Strafbank und da klaute Manuel Wiederer ganz frech den Puck. Er zog allein auf den Goalie zu und legte den Puck geschickt ins Tor. Ähnliches war ihm bereits am 2. Spieltag in Mannheim geglückt. Die Eisbären schraubten weiter am Ausbau ihrer Führung, während die Gäste durch einige gefährliche Abschlüsse hatten. In der 34. Minute war es dann so weit. Liam Kirk versenkte die schwarze Scheibe zur zwischenzeitlichen 3:0 Führung. Endgültig auf die Siegerstraße schickte die Eisbären dann in der 40. Minute Ty Ronning mit dem 4:0.

Im Schlussdrittel ging es für die Eisbären vor allem darum die Konzentration hochzuhalten. Im Pauseninterview äußerte Ty Ronning: „Das letzte Drittel müssen wir so angehen, als würde es 0:0 stehen.“ Ergänzend sagte er, Iserlohn sei eine gute Mannschaft. Es gelang den Eisbären die Konzentration hochzuhalten. Es wurden in der Schlussphase noch einige Strafzeiten gesammelt, das Drittel blieb torlos. Jonas Neffin feierte seinen Shutout mit den Eisbären-Fans.

Éric Dubois (Trainer Eisbären Berlin): „Wir wollten unbedingt gut in die Partie starten, das ist uns gelungen. Unser Treffer im Powerplay war sehr wichtig. Im Mitteldrittel begann Iserlohn druckvoll, unser Unterzahltor war dann entscheidend und das Momentum wechselte wieder auf unsere Seite. Danach haben wir gut verteidigt und nicht mehr viel zugelassen.“  

Jonas Neffin (Torhüter Eisbären Berlin):„Es hat unglaublich Spaß gemacht. Ausschlaggebend war, dass wir unser System über die gesamte Spieldauer durchgezogen haben. Das war der Schlüssel zum Erfolg. Zudem haben unsere Special Teams heute gut funktioniert. Wir können sehr zufrieden mit unserer Leistung sein.“   

Hans-Peter Becker

Avatar von Hans-Peter Becker

Spieldaten

Aufstellungen
Eisbären Berlin: Neffin (LaFontaine) – Wissmann (C), Müller; Mik, Reinke; Davidson, Smith – Tiffels (A), Kirk, Ronning; Fontaine, Eder, Pföderl; Veilleux (A), Vikingstad, Foudy; Hördler, Wiederer, Krestan – Trainer: Éric Dubois       

Iserlohn Roosters: Jenike (Hane) – Ugbekile, Norell; Johansson, Hollowell; Niehus, Spornberger; Panocha – Boland, Maier, Thomas; Napravnik, Scott, Quenneville; Krauß, Eisenmenger, Lobach; Bicker, Neumann, Borzecki – Trainer: Stefan Nyman

Tore
1:0 – 13:55 – Vikingstad (Reinke, Foudy) – PP1
2:0 – 21:05 – Wiederer – SH1
3:0 – 33:42 – Kirk (Ronning, Smith) – EQ
4:0 – 39:25 – Ronning (Tiffels, Kirk) – EQ
Strafen
Eisbären Berlin: 8 (0, 2, 6) Minuten – Iserlohn Roosters: 10 (4, 0, 6) Minuten 

Schiedsrichter

Martin Frano, Zsombor Pálkövi (Maksim Cepik, Marcus Höfer)

Zuschauer
13.655

Licht und Schatten am zehnten Spieltag

Tasmania sendet nach zwei Niederlagen ein Lebenszeichen, Preussen bleibt im Aufwind – doch in Lankwitz läuft die Uhr.

Die Standortbestimmung nach dem 10. Spieltag bringt bei den beiden Berliner Teams vom BFC Preussen und Tasmania aus der Regionalliga Nordost unterschiedliche Erkenntnisse. Nach dem 1:1 vom Samstag (19.09.) steht der Aufsteiger aus Berlin-Neukölln zunächst weiter auf dem vorletzten Platz der Tabelle. Dabei war die Punkteteilung im rein Berliner Duell – ebenfalls mit rein Berliner Beteiligung bei den Unparteiischen – dem Spielverlauf angemessen. Für die Tasmanen ist das Resultat daher eine schöne Richtigstellung der eigenen Leistungsfähigkeit; die Niederlage in der Mitte der Englischen Woche (2:5 vs. BSG Chemie Leipzig) hätte auch mehr Spuren hinterlassen können. Dabei hatte es zu Beginn den Anschein, dass Pleiten, Pech und Pannen sowie Punktverluste ihre Fortsetzung auch im Duell mit den Preussen finden würden: Keine Minute war gespielt, als nach einer Ecke durch Ede Gramberg Preussens Charmaine Häusl zum Kopfball kam. Leicht abgefälscht durch einen Abwehrspieler landete der Ball im Tor. 1:0 zu einem rekordverdächtigen Zeitpunkt! „Das ist schon keine Überraschung mehr. Diese frühen Gegentore sind trotzdem einfach ärgerlich“, sagte einer der „Tasmanischen Teufel“, aus der Anhängergruppe der Neuköllner. Die hatten diesmal auch ihre erst kürzlich angeschaffte Fahne mit dem Teufelskopf in zweifacher Ausführung dabei – während die früher etablierte kleine Schar der Preussen-Anhänger, die Preussen-Adler, von der Bildfläche verschwunden scheinen. Nur ganz zaghaft waren im Verlauf einmal wenige Anfeuerungsrufe neutral gekleideter Besucher zu hören.

Anschließend an den frühen Führungstreffer folgten weitere Möglichkeiten der Hausherren, unter anderem durch Distanzschüsse auf das Tor von Elias Höftmann (22). Der hütete statt Mateusz Mika (38) wieder den Kasten. Mika waren aber zuvor beim Heimspiel gegen die Leipziger die fünf Gegentreffer – geht man nach den Fernsehbildern – kaum anzukreiden. Preussen mit dem Selbstbewusstsein der zuletzt gut geführten Meisterschaftspartien (zwei Siege, eine Punkteteilung) schien auf dem richtigen. Der beeindruckende Start wurde jäh durch einen robusten Körpereinsatz des Tasmanen Pedro Cruz Magalhaes beendet. Der war schon zweimal Oberliga-Meister geworden, einmal für Preussen, aber auch 2025/26 mit Tasmania. Nach seiner langwierigen Verletzung nahm ihn Trainer Pardis Fardjad-Azad zum ersten Mal von Beginn an in die Elf. Gegenspieler Nino Lessel noch umkurvend, traf er ins lange Eck. Von Jubel wollte der Brasilianer als ehemaliger Preusse allerdings nichts wissen. Mit 1:1 ging es in die Pause.

Nach einer Stunde eine Szene, die größeren Einfluss auf das Resultat hätte haben können: Gramberg, der Vorlagengeber zur Führung der Lankwitzer, tritt Luka Janes um. Schiedsrichter Kai Kaltwaßer zeigt ihm sofort seine zweite Gelbe Karte, die bekanntlich die Hinausstellung bedeutet. Mehr als eine halbe Stunde müssen die Preussen in Unterzahl den nun heftigeren Angriffen der Gäste standhalten. Den letzten Auftritt in dieser Begegnung hat der sehr ballsichere Tasmane Tahsin Cakmak. Sein Distanzschuss hat aber zu wenig Druck. Es bleibt bei der Punkteteilung.

Gegen die können beide Trainer nichts haben, denn Preussen hatte einige Verletzte – wie z.B. Leo Sommerfeld (Kreuzbandriss) aus der Verteidigung und Nikolas Frank im Sturmzentrum – zu beklagen, während die Elf von Fardjad-Azad den eindeutigen Niederlagen gegen den BFC Dynamo (1:3) und gegen die Chemiker diesen guten Auftritt folgen ließ. Der sollte bei noch acht verbleibenden Spieltagen der ersten Saisonhälfte die Zuversicht, auf einem Nichtabstiegsplatz zu landen, wieder gesteigert haben. Das Startelf -Debüt von Cruz Magalhaes verlief aber nur zum Teil so, wie es sich der Torschütze erhofft haben dürfte: mit einer Fleischwunde am Mund musste er mit einem bereitstehenden Ambulanzfahrzeug in die Klinik gefahren werden. „Die Müdigkeit aus den letzten Wochen hat man uns auf jeden Fall stark angemerkt. In der Defensive haben wir zu wenige Wechselmöglichkeiten, das macht sich bemerkbar“, erklärte Preussen-Trainer Daniel Volbert. Es sei am Samstag ein Lauf auf dem Zahnfleisch gewesen.

Wo der Lauf für den Aufsteiger der vergangenen Saison, den BFC Preussen, weiter gehen soll, wenn die Klasse auch in dieser Spielzeit gehalten werden kann, war in der Öffentlichkeit lange offensichtlich. Der vereinseigene Sportplatz an der Malteser Straße mit Halle, Kunstrasen, und daneben liegenden Gewerbebetrieben hält schließlich in Berlin sein Alleinstellungsmerkmal. Wenn da nur nicht das Provisorium wäre – ein Stadion ohne Flutlichtanlage. So müssen im Winterhalbjahr z. B. Wochentagsspiele viel früher beginnen, als eigentlich vorgesehen. Fans gegenüber eine Zumutung. Das weiß man eigentlich alles seit langer Zeit. Vom Nordostdeutschen Fußball-Verband (NOFV) bestimmungsgemäß nur zwei Jahre geduldet, läuft die Uhr hier nun im kommenden Sommer ab. Erschwerend ist: Regionalliga-Nachbar RSV Eintracht (aus Stahnsdorf) nutz das Gelände provisorisch ebenfalls, denn in Stahnsdorf kann gar kein regionalligatauglicher Fußball angeboten werden. Bei den Preussen dagegen hat man für Spiele, die es nötig haben, hier zumindest einen eingezäunten Gästeblock geschaffen. Der Bauantrag für eine benötigte Flutlichtanlage soll noch nicht fertig ausgearbeitet sein. Vom Bezirk ist nichts zu erwarten, denn dem gehört das Gelände ja nicht. Die Forderung des NOFV ist laut Geschäftsführer Till Dahlitz nicht verhandelbar, daher für alle Klubs gleich. „Ohne Flutlicht gibt es keine Zulassung für die kommende Regionalliga-Spielzeit“, wird Dahlitz bei rbb24 zitiert. Die Kosten sollen laut Vereinspräsident Uwe Utz bei etwa 200.000 Euro liegen. Finanziert werden soll das Bauvorhaben durch Sponsoren, der Antrag im vierten Quartal des Jahres noch gestellt werden.

Bei erst einem Sieg in zehn Partien dieser Saison, ist zumindest die Frage nach der Beleuchtung im Werner-Seelenbinder-Sportpark nicht im Fokus. Dafür hat die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen 2023 bereits Mittel in Höhe von 2,2 Mio. Euro bereitgestellt. Insgesamt sollten für ein umfassendes Bauvorhaben auf dem Tasmania-Sportplatz sechs Mio. EUR investiert werden. Parallel dazu wurden die Außenanlagen regionalligatauglich gestaltet; dazu kam 2024 auch eine moderne Flutlichtanlage. Der überall meist Käfig genannte Gästeblock ist ebenfalls längst aufgestellt. Für einen weiteren und langfristigen Auftritt von Tasmania in der vierthöchsten Spielklasse sind die Rahmenbedingungen auf dem alten Neuköllner Platz also vorhanden. Für den Rest müssen die Akteure auf dem Spielfeld sorgen. Almir Numic, Sportlicher Leiter und 1. Vorsitzender in Personalunion, glaubt, „dass wir sehr gute Chancen haben, am Ende die Klasse zu halten“. Weiter sagt er in einem Interview mit dem RBB: „Ab dem 1. Oktober bekommen wir einen eigenen Gästeeingang.“ Ferner wolle der Verein eine achtzig Meter lange Überdachung zu beiden Seiten errichten. „Wir planen unabhängig von der jetzigen sportlichen Situation, sehr langfristig mit der Regionalliga in Neukölln“, wird der 1. Vorsitzende weiter zitiert.

Die Baupläne für das Preussen-Stadion sollten möglichst bald realisiert werden. Nach anfänglichen dicken Brocken hat sich die Mannschaft gut gefangen. Der unterschätzte Aufsteiger ist man schließlich nicht mehr. Und nach dem 10. Spieltag nimmt man sogar einen Platz vor den lokalen Größen von Hertha BSC II und SV Babelsberg 03 ein. Wenn es erhebliche Verzögerungen beim Thema Flutlicht geben sollte, hat die Regionalliga Nordost unabhängig vom Tabellenstand zum Ende zwei Zwangsabsteiger – BFC Preussen und RSV Eintracht. Am heutigen Freitagabend (25.09.2026) geht es für den Aufsteiger SV Tasmania am 11. Spieltag gegen FC Carl Zeiss Jena, einen der Ligafavoriten. Preussen ist am Tag darauf in Halle dran.

Frank Toebs

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