An der Champions Hockey League sind 24 Teams am Start. Vor dem 3. Spieltag waren davon sechs Mannschaften ohne einen Punktgewinn. Zu denen gehörten die beiden amtierenden Meister aus Österreich und Deutschland, die am Freitagabend, 11.09.2026, im Welli, in Berlin gegenüberstanden. Eine Gemeinsamkeit hatte beide außerdem, hinter Bande werden sie von einem Franco-kanadischen Coach trainiert.
Die Moser Medical Graz99ers waren zu Gast im Wellblechpalast und die Eisbären hatten nach den beiden Niederlagen vom vergangenen Wochenende in der Schweiz was gut zu machen. Die Grazer verloren ihre Spiele gegen Bordeaux und den Schweizer Vertreter Fribourg-Gotteron. Nur vereinzelt gab es für die Partie Restkarten. Zugzwang, so nennt man das wohl, bestand für beide, sonst wäre wohl nach der Gruppenphase bereits Schluss. Es muss mindestens Platz 16 der Tabelle erreicht werden, dann geht ins Achtelfinale und im K. o.-System weiter. In der Gruppenphase müssen sechs Spiele (drei Auswärts und drei Heim) ausgetragen werden.
Im fast ausverkauften Welli, darunter ein gut gefüllter Gästeblock, übernahmen die Gastgeber sofort das Kommando. Das Anfangsdrittel gewannen die Eisbären deutlich mit 3:0. Der Meister aus der Alpenrepublik hatte nicht viel zu bieten. Nach zehn Minuten brachte Leo Pföderl die Eisbären in Führung. In der 19. und 20. Minute erhöhten Markus Vikinstad und erneut Pföderl auf 3:0.
Die Gäste kamen in der 28. Minute zu ihrem ersten Erfolgserlebnis. Sie nutzten ein powerplay, Gabriel Fontaine schmorrte auf der Bank, zum 1:3 Anschluss. Der Torschütze für die Grazer war Christopher Collins, der Jack Lafontaine im Eisbären-Tor überwinden konnte. Die Eisbären blieben auch im Mittelabschnitt die spielbestimmende Mannschaft. Ein weiterer Treffer fiel nicht, so dass der Meister aus Österreich das Mitteldrittel gewinnen konnten.
Im Schlussabschnitt waren erst ganze 35 Sekunden gespielt, da zappelte der Puck im Netz. Eric Mik hatte getroffen. Der alte Vorsprung war wieder hergestellt. Ein Überzahlspiel ab der 44. Minute konnten die Gäste nicht nutzen. Die Eisbären blieben am Drücker. In der 48. Minute landete ein Geschoss von Korbinian Geibel an der Torlatte. Das wäre wohl die endgültige Entscheidung gewesen. Knapp zehn Minuten vor dem Ende gab es eine handfeste Auseinandersetzung. Daraus resultierte eine Überzahlgelegenheit für die Eisbären, die sie nicht nutzen konnten. Es blieb beim 4:1, als im Welli die Schlusssirene ertönte. Der erste Sieg in der CHL war unter dem Wellblechdach.
Hans-Peter Becker






