Traumfinale und Champions-League-Teilnahme perfekt

Finalzeit in der Volleyball Bundesliga: Ab Mittwoch, 26.05.2026 kommt es zu dem großen Playoff-Finale, auf das sicher die meisten Volleyballfans in Deutschland gehofft haben. Die beiden besten Mannschaften der Saison 2025/26 stehen sich in den Endspielen um den Titel gegenüber. Hauptrundenerster gegen -zweiter, Pokal- gegen Ligacupsieger, die Champions-League-Teilnehmer dieser und der nächsten Saison unter sich: SVG Lüneburg gegen Berlin Recycling Volleys. Die „best of five“-Finalserie startet zunächst in Niedersachsen (29. Apr. um 20.00 Uhr) und kommt am Samstag (02. Mai 2026 um 18.00 Uhr) nach Berlin in die Max-Schmeling-Halle. Nach der fantastischen Stimmung am Sonntag, 26. Apr. 2026 wollen die Hauptstädter genau daran mit ihren Fans anknüpfen.

Lüneburg gegen Berlin – so heißt das Playoff-Finale zum zweiten Mal in Folge. Nachdem sich die BR Volleys im letzten Jahr bei nur einem Satzverlust in drei Spielen klar durchgesetzt hatten, sind die Karten diesmal völlig neu gemischt. Die Niedersachsen reiten auf einer Erfolgswelle, flogen in den vergangenen Wochen zum Pokalsieg und ins Finale des CEV Cups. Die Männer von der Spree mussten gegen viele Widerstände ankämpfen, verloren national aber seit Mitte November nur zwei Spiele, beide hauchdünn beim VfB Friedrichshafen mit 2:3 im Pokal- und Playoff-Halbfinale. Kapitän Ruben Schott sagt mit Blick auf das Finale: „Ich schiebe den Ball gern nach Lüneburg. Sie sind als Tabellenführer in die Playoffs gegangen und spielen eine ganz starke Saison, von daher kann man schon sagen, dass sie eine kleine Favoritenrolle haben. Sie konnten sich ganz gut auf das Finale vorbereiten, dürften erholt sein, obwohl sie vor diesem freien Wochenende ein sehr straffes Programm hatten. Ich bin gespannt und glaube, motivierende Worte braucht es für uns jetzt nicht mehr viele.“

Der umjubelte 3:0-Heimerfolg im Showdown gegen Friedrichshafen bringt für den Rekordmeister auch eine weitere Gewissheit mit: Das BR Volleys Team spielt in der nächsten Saison wieder in der CEV Champions League. Die zwei sicheren Startplätze für die Königsklasse gehen an die beiden Playoff-Finalisten aus Lüneburg und Berlin. „Das ist für den Verein und uns Spieler natürlich auch ein ganz wichtiger Effekt dieses Finaleinzugs. Berlin ohne Champions League ist ja schon kaum noch vorstellbar. Wir freuen uns, dass das jetzt gesichert ist“, so Schott. Damit garantiert die Saisonkarte 2026/27 nun zusätzlich die Heimspiele in der Gruppenphase und beinhaltet alle weiteren möglichen Matches in der Champions League. Das eine Ticket für ALLE Spiele hat so an Wert gewonnen, ist aber weiterhin schon ab nur 180 Euro erhältlich.

Das Playoff-Finale 2026:
Finale 1 | 29. April | 20.00 Uhr | LKH Arena
Finale 2 | 02. Mai | 18.00 Uhr | Max-Schmeling-Halle
Finale 3 | 06. Mai | 19.00 Uhr | LKH Arena
Finale 4 | 09. Mai | 18.00 Uhr | Max-Schmeling-Halle
Finale 5 | 13. Mai | 19.00 Uhr | LKH Arena

Christof Bernier/BR Volleys

Credit: Pressefoto Gora

Eisbären siegen auch im zweiten Spiel

DEL Saison 2025/26

Playoff-Finale Spiel 2

26.04.2026 16:30 Uhr Uber-Arena Berlin

EHC Eisbären Berlin – Adler Mannheim 5:1 (1:0/1:0/3:1)

Serienstand (best of seven) 2:0

Playoff-Eishockey reizt die Grenzen des Machbaren völlig aus und gelegentlich werden sie auch überschritten. Bemühen wir bitte hier nicht weiter eine martialische Floskel. Das Spiel 1 der Serie in Mannheim hatte jedenfalls die erwartete Playoff-Härte und forderte seine Opfer. Mit negativem Beispiel ging Eisbären-Kapitän Kai Wissmann voran. Die DEL verzichtete zum Glück auf eine Sperre. Wissmann ist auf und neben dem Eis alles andere, als ein Raubein. Leon Gawanke, der in Mannheim den Check von Wissmann kassierte konnte in Berlin wieder spielen.

Zum ersten Mal 2026 wurde in der Uber-Arena die Nationalhymne intoniert. Bernd Römers Gitarre war die Begleitung für den Gesang von Anne Mosters. Die Anfangsphase gehörte den Gästen, das erste Tor schossen die Eisbären. In der 3. Spielminute vollendete Manuel Wiederer einen Konter. In den ersten fünf Spielminuten bekamen die Adler zwei Chancen für einen 2 auf eins Konter, Jonas Stettmer war auf dem Posten. Das erste Überzahlspiel wurde den Eisbären zugesprochen, ein Treffer gelang nicht. Die Adler fighteten energisch, versuchten die Angriffe der Eisbären früh zu stören. Es war ein bisschen erstaunlich, dass die knappe Führung der Eisbären bis in die Schlussminuten des Anfangsdrittels hielt. In der Schlussminute lieferten sich Kris Bennet und Ty Ronning eine Ringkampfeinlage. Aus der zweiten Überzahl für die Eisbären sprang nichts Zählbares heraus.

Während der ersten Pause gab es einiges nachzujustieren. Auf welcher Seite konnten die besseren Tipps gegeben werden? Der Mittelabschnitt begann mit einer Strafe von 10 Minuten für Eisbär Lennard Nieleck, wegen unsportlichen Verhaltens. Es muss einen Vorfall unmittelbar nach dem Drittelende gegeben haben. Egal, die Eisbären eröffneten den Mittelabschnitt mit ihrem zweiten Treffer. Knapp drei Minuten nach Wiederbeginn setzte Liam Kirk den Puck in die Maschen. Im Anschluss daran verhinderte Jonas Stettmer mit einem Monstersafe den Treffer. Der Druck der Adler war weiter beachtlich, die Eisbären hielten dagegen. In der 30. Spielminute musste Yannick Veilleux wegen Beinstellens auf die Strafbank. Das Überzahlspiel der Adler funktionierte in dieser Situation glücklicherweise für die Eisbären nicht. Trotzdem schraubten die Gäste unermüdlich zunächst an einer Ergebnisverbesserung. Vier Minuten vor dem Ende des Mittelabschnitts schickten die Schiedsrichter Nicolas Mattinen für 10 Minuten wegen unsportlichen Verhaltens auf die Strafbank. Ein Problem für die Adler, sie konnten nur mit sechs Verteidigern nach Berlin reisen und Mattinen gehört in diesem Spiel zu den Verteidigern der ersten Reihe. Zweimal hatte jetzt auch Maximilian Franzreb große Auftritte. So gewannen die Eisbären auch den Mittelabschnitt mit 1:0.

Der Schlussabschnitt versprach noch einiges an Spannung. Die kostbare Führung konnten die Eisbären mitnehmen, jeder der sich im Eishockey auskennt, weiß, das ist noch immer eine enge Kiste. Ganz so eng blieb es erst nicht, in der 47. Minute fuhren die Eisbären einen Konter und es war Leonard Pföderl, der abzog und aus zentraler Position das Ding an Franzreb vorbei ins Tor jagte. Neun Minuten vor dem Ende gab es ein Powerplay für die Adler, bis zur Komplettierung der Eisbärenmannschaft passierte nichts weiter auf der Videotafel.

In einem Playoff-Spiel wird in jedem Moment etwas Besonderes erwartet. Entweder was Schmutziges oder eine spielerische Glanzleistung. Zunächst kam eine spielerische Glanzleistung. Es fielen zwei Tore im Abstand von 10 Sekunden, das Spiel schrieb die 54. Spielminute, da schlug das Playoff-Monster wieder zu. Leonard Pföderl stellte auf 4:0, es war sein 50. Treffer in den Playoffs. Das 5:0 besorgte Eric Hördler. Die komplette Demütigung blieb aus. In der 58. Spielminute besorgte Zachary Solow den Mannheimer Treffer.

Auch in diesem Spiel schossen die Eisbären die Tore im richtigen Moment, verteidigten geschickt und hatten einen großen Rückhalt mit Jonas Stettmer im Tor.

Hans-Peter Becker

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Fotos: Stephan Wenske

Spieldaten

Aufstellungen
Eisbären Berlin: Stettmer (Neiße, Brandt) – Müller, Wissmann (C); Smith, Reinke; Mik, Lancaster; Kretzschmar – Tiffels (A), Dea, Ronning; Noebels, Eder, Kirk; Veilleux (A), Vikingstad, Pföderl; Hördler, Wiederer, Nieleck – Trainer: Serge Aubin       

Adler Mannheim: Franzreb (Saffran) – Renouf, Mattinen; Kälble, Gawanke; Kreü, Gilmour – O‘Donnel, Michaelis, Reichel; Bennett, Solow, Greco; Plachta, Esposito, Ehl; Heim, Kühnhackl, Proske – Trainer: Dallas Eakins   

Tore
1:0 – 02:25 – Wiederer (Tiffels, Müller) – EQ
2:0 – 22:33 – Kirk (Eder, Müller) – EQ
3:0 – 46:19 – Pföderl (Veilleux, Wissmann) – EQ
4:0 – 53:25 – Pföderl (Ronning, Wissmann) – EQ
5:0 – 53:35 – Hördler (Wiederer) – EQ
5:1 – 57:39 – Solow (Gilmour, Greco) – PP1, EA

Strafen
Eisbären Berlin: 20 (2, 12, 6) Minuten – Adler Mannheim: 18 (6, 10, 2) Minuten 

Schiedsrichter

Sean MacFarlane, Marian Rohatsch (Kai Jürgens, Philipp Priebsch)

Zuschauer
14.200

Erfolgloses Wochenende für den Berliner Profifußball

Zwei Nullnummern hielt der vergangene Spieltag für den Berliner Profifußball parat. Am Freitagabend, 24.04.2026, eröffneten die Eisernen aus Köpenick den 31. Spieltag der 1. Bundesliga mit ihrem Auswärtsauftritt bei RB Leipzig. Sie hatten an der Stätte des ehemaligen Leipzigers Zentralstadions nicht die Spur einer Chance. Das Endergebnis fiel aufgrund des Chancenwuchers der Leipziger moderat aus. Dass sie nur mit einer 1:3 Niederlage wieder in den Bus steigen konnten, sich das Torverhältnis nicht weiter versauten bleibt das einzig positive. Es spielte ein heißer Anwärter auf die Champions League gegen einen Bewerber auf den Relegationsplatz.

Der Kader der Eisernen ist nicht ausgewogen genug für die Bundesliga, ein Glück, dass es mindestens drei Vereine gibt, die bei der Kaderplanung noch weniger Glück, Geld und Geschick hatten. Der Trainerwechsel hatte bisher keine positive Wirkung. Auffällig war, die langen Bälle auf den pfeilschnellen Oliver Burke funktionierten nicht. Entweder lief er ins Leere oder musste beim Verteidigen helfen. Umschaltsituationen ergaben sich wenig, immerhin sprangen vier Eckbälle heraus. Einer davon fand den Weg ins Tor, zu diesem Zeitpunkt war alles schon verpackt. 

Die Mitnahme eines Punktes oder gar Punkten durfte niemand im Berliner Lager erwarten, auf eine Leistungssteigerung nach dem verpatzten Heimspiel gegen Wolfsburg allerdings schon. Stattdessen drängte sich der Eindruck allgemeiner Überforderung auf. Die Schützlinge von Trainer Ole Werner machten das Spiel über ihre schnellen Außenstürmer bewusst breit und kombinierten in einer Geschwindigkeit, die immer wieder die Union-Abwehr zu Schwimmfesten einlud. Ab der 31. Minute konnte Frederik Rönnow nicht mehr weiterspielen, ohne Einwirkung des Gegners, bei einem Abschlag verletzte er sich. So kam er im zarten Alter von 32 Jahren Carl Claus zu seinem ersten Einsatz in der Bundesliga.

Es gab in dieser Spielzeit mal ein 2:2 in der “Alten Försterei” gegen den großen FC Bayern, das war am 8. November im vergangenen Jahr und knapp vier Wochen später eine beachtliche Leistung gegen die Bayern im Achtelfinale des DFB-Pokals. Da konnten sie die Tugenden, kompakt in der Abwehr und Nutzen von Umschaltmomenten teilweise erfolgreich demonstrieren. Warum funktioniert das knapp vier Monate später nicht mehr? 

Am 32. Spieltag wartet in Köpenick erneut ein “Endspiel”. Der ebenso abstiegsgefährdete 1. FC Köln wird keine Punkte herschenken wollen. Eher im Gegenteil, sie haben einen Punkt weniger als der 1. FC Union. Dank dem Fastabsteiger Heidenheim, die den FC St. Pauli bezwungen haben, bleibt es bei den sechs Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz. 

Einen Tag später konnte Hertha mal wieder nicht, trotz überlegenem Spiel, im Oly gewinnen. Macht aber in dieser Situation rein gar nichts, außer für die Geldrangliste sind kommende Zähler nichts mehr wert. Zu dem Spiel will ich nichts weiter sagen, nur soviel, wer gut spielt, hat noch lange nicht gewonnen. Zu beachten sind folgende Maße 7,32 Meter in der Breite und 2,44 Meter in der Höhe, seit dem 19. Jahrhundert hat sich daran nichts geändert. Manchmal ist es eben doch zu klein oder der VAR hat etwas dagegen.

Das war es jetzt endgültig mit Herthas Aufstiegshoffnungen. Es steht wieder einmal ein Neuanfang auf der Tagesordnung. Ob es gelingt für die kommende Saison einen Kader zusammenzustellen, der um den Aufstieg mitspielen kann?

Hans-Peter Becker

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Wasserfreunde Spandau 04 starten in die Playoffs

Am letzten April-Wochenende 2026 starten für die Wasserfreunde Spandau 04 die Playoff-Spiele der 105. Deutschen Wasserballmeisterschaft seit 1912. Die Berliner sind Rekordchampion (38-mal), allerdings sind sie in der Hauptrunde der Bundesliga nach 14 Spieltagen nur Dritter hinter Waspo Hannover und ASC Duisburg geworden. Der Gegner im Viertelfinale ist der Altmeister Duisburger SV 98 als Sechster der Hauptrunde. Gespielt wird im Best-of-Three-Modus. Mit zwei Siegen ist der Einzug ins Halbfinale perfekt. Spandau ist hoher Favorit, zumal die beiden Auftaktpartien in der heimischen Schöneberger Schwimmhalle gespielt werden. Nur im selbst von DSV-Optimisten für nahezu unmöglich gehaltenen Falle eines Duisburger Sieges in einem dieser beiden Begegnungen fände ein drittes Match am 3. Mai in Duisburg statt.

Die Vorzeichen in diesem Viertelfinale sprechen für Spandau, insbesondere aufgrund der Resultate aus den beiden Hauptrundenspielen. Daheim siegte Spandau 23:9, auswärts mit 24:11. Gewinnen die Hauptstädter wie erwartet beide Begegnungen an diesem Wochenende und ziehen ins Halbfinale ein, steht der Gegner dort bereits fest. Denn der ASC Duisburg, Zweiter in der Vorrunde vor Spandau, hat seine zwei Viertelfinals gegen den SV Cannstatt hoch gewonnen. Die Berliner sind gewarnt, sollte es zu diesem Aufeinandertreffen kommen. Denn im letzten Spiel beim ASD Duisburg mussten die Spandauer eine empfindliche Niederlage hinnehmen. Diese gilt es aufzuarbeiten. Zuerst aber muss natürlich der erste Schritt, ein Sieg im Viertelfinale erfolgen.

Peter Röhle/Wasserfreunde Spandau 04

Wasserball Bundesliga

Männer

2025/2026

Viertelfinale

Spiel 1 und 2

Wasserfreunde Spandau 04 – Duisburger SV 1898

Spielbeginn: Samstag, 25.04.2026 -16.00 Uhr

Spielbeginn: Sonntag, 26.04.2026 -14.00 Uhr

Spielort: Sport- und Lehrschwimmhalle Schöneberg, Sachsendamm 11, 10829 Berlin

Aufbaugegner Union und Hertha lässt wieder Punkte liegen

Der Berliner Profifußball ist leider Mondwelten von dem entfernt, was dem FC Bayern München bereits am 30. Spieltag der Saison 2025/26 gelang. Sie holten sich ihren 35. Meistertitel. Oh, wie spannend war mal wieder der Meisterschaftskampf. Kein Vorwurf an die Bayern langweilig ist es trotzdem.

Der 1. FC Union ist vor dem sicheren Bundesligahafen fürs Erste statt einzulaufen, auf Reede gegangen. Nach der Niederlage gegen die sich verzweifelt gegen den drohenden Abstieg wehrenden Wolfsburger hat sich an der Ausgangslage nicht viel verändert. „Wir haben alles noch selbst in unserer Hand“, so ließ es eine enttäuschte Marie-Louise Eta verlauten. Eine insgesamt gute Leistung bescheinigte sie ihrer neuen Truppe, na ja, das war wohl mehr als interner Mutmacher gedacht. Die eigentliche Hauptperson saß mit sauertöpfischem Gesichtsausdruck auf seinem Stuhl am Spielfeldrand. Der erhoffte Effekt eines Wechsels auf der Trainerposition blieb zunächst aus. 

Kampf- und Einsatzwillen können den Eisernen nicht abgesprochen werden, spielerisch haperte es, wie so oft in dieser Saison. Es wurde diszipliniert verteidigt, was bringt das, wenn der Gegner fast alles an Matchglück auf seiner Seite hat und auf der Gegenseite entsprechend das Pech die Oberhand behält. Beide Tore der Wolfsburger waren sehenswert, ein gekonnter Schuss mit Außenrist des österreichischen Nationalspielers Patrick Wimmer und der Blitzstart mit Beginn der zweiten Halbzeit. Nur 29 Sekunden nach Wiederbeginn bestraften die Wölfe einen Lapsus von Unions Innenverteidiger Danilho Doekhi. Dzenan Pejcinovic schlenzte das Spielobjekt gekonnt ins Tor, Frederik Rönnow streckte sich vergebens. 

Unermüdlich berannten die Eisernen das Tor der Gäste. Pech und ein gut aufgelegter Kamil Grabara verhinderten die Einschläge. Der Anschlusstreffer durch Oliver Burke, der im Sprint Konstantin Koulierakis den entscheidenden Meter abnehmen konnte, kam zu spät. Der Treffer fiel in der 85. Minute. Die restliche Spielzeit reichte nicht mehr, den kostbaren Vorsprung retteten die Wölfe ins Ziel. Die Eisernen waren in der Nachbetrachtung ein Aufbaugegner für den VfL Wolfsburg. In Hamburg werden die Kiezkicker vom FC St. Pauli das Ergebnis betrübt zur Kenntnis genommen haben. Bis auf zwei Punkte sind die Wolfsburger jetzt herangerückt.

Es sind noch vier Spiele bis zum Saisonende. Die Eisernen treten am kommenden Spieltag in Leipzig an und anschließend kommt Köln in die Alte Försterei. Egal, Union braucht Punkte. Der letzte Sieg datiert vom 23. Spieltag, es war der 21. Februar 2026, ein 1:0 Erfolg gegen Bayer Leverkusen. Seitdem warten sie in Köpenick auf einen weiteren Dreier.

Dass bei den Eisernen jetzt eine Frau die sportlichen Geschicke leitet, erregte große mediale Aufmerksamkeit. Schlussendlich zählt nur eins und im Profifußball besonders, Erfolg und nochmals Erfolg. 

Nach den Eisernen waren einen Tag später die Profis von Hertha BSC dran. In Braunschweig wartete eine komplizierte Aufgabe. Für den Traditionsverein aus Niedersachsen ging es um Sein oder Nichtsein in der 2. Bundesliga und für die Hertha? Da ließen sich einige Antworten finden. Die sehr theoretische Chance, weiter mit Punkten zu unterfüttern oder wenigstens in der Endabrechnung der Saison das Optimum an Punkten herauszuholen.  

Das Optimum wurde verpasst. Im Eintracht-Stadion an der Hamburger Straße reichte es, immerhin, für einen Zähler. Wie oft wurde wohl in dieser Saison die Phrase bemüht, die Partie war ein Spiegelbild des bisherigen Saisonverlaufs. Hertha hatte gut angefangen, konnte mit einem Foul-Elfmeter, verwandelt durch Fabian Reese, frühzeitig in Führung gehen. Anschließend gab es gute Möglichkeiten, den Vorsprung auszubauen. Allein Luca Schuler zielte zweimal zu genau und traf Latte und Pfosten. Angesichts der Großzügigkeit der Berliner witterte der Braunschweiger Turn- und Sportverein Morgenluft am Sonntagnachmittag. Hertha kassierte den Ausgleich und musste in Unterzahl den Punkt verteidigen. Es blieb trotz einer turbulenten Schlussphase beim Unentschieden. Das Ergebnis hilft weder dem Einen noch dem Anderen so richtig weiter. Immerhin konnte sich Braunschweig auf den Relegationsplatz schieben. Hertha kann mit noch mehr Ruhe die nächste Saison im Unterhaus der Bundesliga vorbereiten. Unterdessen wurde bekannt, dass Trainer Stefan Leitl und Sportchef Benjamin Weber in der kommenden Saison weiter die Verantwortung behalten werden.

Parallel zur Begegnung in Braunschweig kämpfte eine Klasse tiefer, Energie Cottbus weiter für die Chance, in der nächsten Saison eine Klasse höher zu spielen. Gegen die Mannschaft der Stunde, Rot-Weiß Essen, sieben Spiele in Folge ungeschlagen, konnte nach einem 1:3 Rückstand noch mit 5:3 bezwungen werden. Vielleicht gibt es ja wieder ein Berlin-Brandenburg-Derby in der 2. Bundesliga.

Hans-Peter Becker

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Eisbären holen den dritten Sieg gegen die Kölner Haie

DEL Saison 2025/26

Playoff-Halbfinale Spiel 5

17.04.2026 19:30 Uhr Uber-Arena Berlin

EHC Eisbären Berlin – Kölner Haie 5:2 (0:0/2:1/3:1)

Serienstand (best of seven) 3:2

Nach der Niederlage im vierten Spiel der Halbfinalserie stand die Frage, wer holt sich den ersten Matchball für das sechste Spiel. In einer ausgeglichenen Partie in Köln hatten die Haie das bessere Ende für sich.

In Köln mussten die Eisbären eine erneute Verletzung ihres Goalis Jake Hildebrand hinnehmen. Zum Glück hat man mit Jonas Stettmer einen gleichwertigen Ersatz. Nach einer Bewegung zum Spagat konnte er nur gestützt und mit schmerzverzerrtem Gesicht die Eisfläche verlassen. Etwas Ähnliches war ihm bereits im Februar im Rahmen eines Trainingsspiels in Wolfsburg passiert. Nach dem Ausfall von Lean Bergmann, tut jetzt die erneute Verletzung des Goalies den Eisbären weh. Dieses Verletzungspech der Eisbären zieht sich über die gesamte Saison.

Unmittelbar vor dem Spiel war die Prognose der Medienbeobachter eindeutig. Das wird eine enge Kiste und sollten die Eisbären dieses Spiel verlieren und somit ohne den Matchball im Gepäck zum Spiel sechs reisen müssen, die Chancen auf den Finaleinzug dann minimal wären. Eine gewisse Anfangsnervosität war beiden Teams anzumerken. Beide versuchten gleich den direkten Weg zum gegnerischen Tor zu finden, möglichst den Gegner in seinem Verteidigungsdrittel zu binden. Das erste Powerplay im Spiel hatten die Eisbären und fast hätten sie dabei einen Gegentreffer kassiert. Den Kölnern gelang es in diesem Spiel besser, den Eisbärenangriffen bereits in der neutralen Zone zu begegnen. So entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel. Nur auf eventuelle Fehler des Gegners lauern, würde in diesem Match nicht reichen. Es war hohes Tempo im Spiel, darunter litt ein bisschen die Genauigkeit. Folgerichtig blieb es bis hinein in die Schlussphase des Anfangsdrittels torlos. Die erste kleine Handgreiflichkeit datierte aus der 17. Spielminute, nachdem Jonas Stettmer eine Riesenchance der Haie parieren konnte. Torlos gingen beide Teams in die erste Pause. Es war ein ausgeglichenes Drittel, die Statistik wies 12 zu 13 Torschüsse aus, ein minimales Plus für die Haie.

Der Mittelabschnitt begann mit einer Überzahl für die Gäste und einer Riesenchance für die Eisbären. Leider wurde zu genau gezielt und Janne Juvonen stand richtig. Ein Tor konnten die Eisbären verhindern. Hohes Tempo im Spiel und in der 25. Minute ertönte der Coldplay Song. Adam Smith in Kontermanier überwand mit einem Flachschuss zentral Köln Goalie. Es kam noch besser, zwei Minuten später ließ Manuel Wiederer einen short hander zur 2:0 Führung folgen. Er war schneller als zwei Kölner und konnte vollenden. Zur Hälfte der Spielzeit führten die Eisbären. Wie beeindruckt waren die Haie und gab die Führung den Eisbären mehr Sicherheit?

Die Kölner schafften den Anschlusstreffer in der 32. Minute durch Dominik Bokk, der hatte ja bereits im Spiel zuvor in Köln entscheidend getroffen. Es war ein verdeckter Schuss. Jetzt waren die Kölner etwas mehr am Drücker. Die Chance zum 3:1 wurde nur um Zentimeter vergeben. Die Eisbären lauerten jetzt mehr auf mögliche Konter. Drei Minuten vor dem Drittelende musste der Hai Bokk auf die Strafbank. Zweimal scheiterten die Eisbären knapp. Beide Mannschaften hatten sich gut auf das jeweilige Überzahlspiel eingestellt.

Mit der knappen Führung von 2:1 für die Eisbären ging es in die letzte reguläre Drittelpause. Während der letzten Drittelpause hatten die Mannheimer Adler ihren Finaleinzug mit dem vierten Sieg gegen München gebucht. Der Gegner wird noch ermittelt. In Berlin begann um 21:15 Uhr das reguläre Schlussdrittel, verbunden mit der Frage: Wer holt sich die erste Chance auf den Matchball und darf sich mit Mannheim in der Finalserie duellieren.

In der 43. Minute schlugen die Eisbären wieder zu. Jonas Müller holte den guten Bauerntrick aus dem Schrank und stellte den Zwischenstand auf 3:1. Da kickte der Kölner Kapitän und Namensvetter des Torschützen den Puck verärgert weg. Der Weg zurück in die Partie für die Haie hatte sich wieder etwas verlängert. Es war allerdings zu diesem Zeitpunkt noch eine Ewigkeit zu spielen. Fast 14 effektive Spielminuten, da gab es noch viele Möglichkeiten, was so ein Spiel an Wendungen nehmen kann. Es ist enorm schnell und eine Möglichkeit, nur auf Halten des Ergebnisses zu spielen ist unmöglich. Die Spieluhr zeigte bereits einstellige Werte, blieb 06:30 Minuten stehen und Köln stellte auf 2:3. Das Tor fiel in Überzahl für Köln, eine sehr umstrittene Strafe für Markus Vikinstad wegen einer Behinderung ging dem Treffer voraus. Also war wieder die Haltbarkeit der Fingernägel der Eisbären- und natürlich auch der Haifans gefragt. Die Eisbären schafften es, die Spieluhr am Laufen zu halten. So nahm der Kölner Trainer den Goalie im laufenden Betrieb vom Eis und das ging schief. Der empty net Treffer von Liam Kirk entschied das Spiel. Er nahm die Auszeit nach dem 4:2 und es folgte ein weiterer Treffer ins leere Tor. Er wurde zelebriert von Manuel Wiederer, Liam Kirk und Marcel Noebels durfte vollenden.

Von den Haien bekamen Louis-Marc Aubry und Robin van Calster jeweils eine 10-Minuten-Strafe wegen unsportlichen Verhaltens.

Jetzt haben die Eisbären am kommenden Montag, 20. April 2026 die Chance auf den Matchball.

Hans-Peter Becker

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Fotos: Stephan Wenske

Spieldaten

Aufstellungen
Eisbären Berlin: Stettmer (Neiße, Brandt) – J. Müller, Wissmann (C); Smith, Reinke; Kretzschmar, Lancaster; Nieleck – Tiffels (A), Dea, Ronning; Noebels, Eder, Kirk; Veilleux (A), Vikingstad, Pföderl; Mik, Wiederer, Hördler – Trainer: Serge Aubin       

Kölner Haie: Juvonen (Brückmann; Ancicka) – Austin, Kaski; Vittasmäki, Kemiläinen; Sennhenn, M. Müller; Glötzl – Storm, Aubry, Bokk; Kero, MacLeod, Russell; Kammerer, Tyrväinen, Niedenz; Uher, van Calster, Münzenberger – Trainer: Kari Jalonen


Tore
1:0 – 24:55 – Smith (Pföderl, Reinke) – EQ
2:0 – 26:15 – Wiederer – SH1
2:1 – 31:54 – Bokk (Aubry) – EQ
3:1 – 42:02 – J. Müller (Noebels, Eder) – EQ
3:2 – 53:30 – MacLeod (Kemiläinen, Aubry) – PP1
4:2 – 58:04 – Kirk (Eder, Noebels) – EN
5:2 – 59:14 – Noebels (Kirk, Wiederer) – EN

Strafen
Eisbären Berlin: 6 (0, 4, 2) Minuten – Kölner Haie: 26 (2, 2, 22) Minuten 


Schiedsrichter
Andre Schrader, Andris Ansons (Maksim Cepik, Tobias Schwenk)


Zuschauer
14.200

Mit dem Matchball in der Hand an den Bodensee

Gelingt den BR Volleys auf direktem Weg der Finaleinzug oder führt die Straße im Halbfinale zurück in die Max-Schmeling-Halle? Unter dieser Frage steht das zweite Playoff-Duell in der „best of three“-Serie gegen den VfB Friedrichshafen am Samstagabend (18. Apr. 2026 um 20.00 Uhr) in der SPACETECH ARENA. Bei ihrem „Matchballspiel“ rechnen die Berliner mit Häflern in besserer Verfassung und wollen dem Druck im ausverkauften Haus trotzdem standhalten.

Mit 3:1 konnten die BR Volleys vor einer Woche in der Halbfinalserie vorlegen und verzückten dabei zeitweise ihr Heimpublikum. Fedor Ivanov führte leidenschaftlich Regie, Jake Hanes steuerte sechs Asse und 28 Punkte bei, Moritz Reichert wurde MVP und Ruben Schott präsentierte sich in alter Stärke. „Für mich war das erste Halbfinale definitiv eine unserer besten Saisonleistungen“, war Libero Kyle Dagostino ebenfalls angetan und lobte seine Mannschaft weiter: „Die Statistiken und die Zahlen, die jeder individuell geliefert hat, bestätigen das. Es war eines dieser Spiele, wo quasi jeder den MVP verdient hätte.“

Mit diesem positiven Gefühl stiegen die Berliner nach einer guten Trainingswoche Freitagmorgen in den Bus und traten zum dritten Mal in dieser Saison die weite Reise an den Bodensee an. Vom VfB, der nur im ersten Satz am Ende knapp besser war, ist in heimischen Gefilden mehr zu erwarten. Das denkt auch US-Nationalspieler Dagostino: „Ich kann mir vorstellen, dass Friedrichshafen zu Hause besser aufschlägt. Dazu werden sie vor ihren Fans mit mehr Kampfgeist und Leidenschaft zu Werke gehen. Das Publikum wird bei ihnen Extraenergie freisetzen. Wir kennen das schon aus den Spielen dort.“ 3:1 in der Liga und 2:3 im DVV-Pokal-Halbfinale gingen die bisherigen Duelle in der SPACETECH ARENA aus BR Volleys-Sicht aus. „Für unsere mentale und körperliche Vorbereitung auf das Match sollten wir verstehen, dass uns eine bessere Version des VfB empfangen wird.“ Sportlich stehen die Gastgeber mit dem Rücken zur Wand, weshalb es an Motivation nicht mangeln dürfte. Dazu möchte man aufseiten des Rekordpokalsiegers die Spielzeit von Ex-Nationalspieler Marcus Böhme noch verlängern. Der frühere SCCer, der mehr als 20 Jahre auf internationalem Topniveau spielte, hat vor Spiel zwei sein Karriereende verkündet. Gelingt den Hauptstädtern also ein Auswärtssieg, wäre das gleichbedeutend mit dem Schlussstrich unter eine große Laufbahn des gebürtigen Berliners, dem so oder so am Samstagabend ein besonderer Moment nach dem Spiel gebühren soll.

Doch zuvor wollen Dagostino & Co dem Aufschlagdruck der Friedrichshafener, bei denen sich Tim Peter in Berlin wieder als starke Alternative empfahl, standhalten: „Wir fühlen uns aktuell ziemlich gut in der Annahme. Egal, wie der Annahmeriegel sich zusammensetzt, wir haben eine klare Idee, wie wir als Einheit funktionieren, wie wir die Stärken nutzen und Schwächen ausgleichen. Dabei geht es nicht nur um die drei Annahmespieler, sondern auch darum, wie die Mittelblocker oder Diagonalen uns helfen können, um uns auf unsere Verantwortlichkeiten zu konzentrieren“, erklärt der Chef im Hinterfeld.

Nicht nur beim 30-jährigen Dagostino, der über die gesamte Spielzeit zu den konstantesten Berlinern zählte, ist vor Spiel zwei der Erfolgshunger spürbar. Der Libero fasst das so zusammen: „Wir wollen unbedingt wieder ins Finale und uns eine Chance auf den wichtigsten Titel der Saison holen. Man kann sagen, dass einige Ergebnisse im Saisonverlauf enttäuschend waren. Wir haben zwar den Ligacup gewonnen, aber das Pokalfinale und die nächste Runde in der Champions League und im CEV Cup verpasst. Doch jetzt haben wir die Möglichkeit, das größte Ziel noch zu erreichen. Dazu muss man die besten Mannschaften schlagen. Friedrichshafen in Friedrichshafen zu besiegen, ist keinesfalls einfach. Wir haben gezeigt, dass wir das können. Aber wenn wir die Trophäe gewinnen wollen, müssen wir weiter beweisen, dass wir Widerstände überwinden können.“

Christof Bernier/BR Volleys

Credit: Pressefoto Gora

Volleyball Sparda 2. Bundesliga Pro Damen: Comeback in Grimma – BBSC Berlin dreht 0:2-Rückstand zum Sieg

ESA Grimma Volleys – BBSC Berlin    2:3 (20, 23, -21, -18, -14)

In einer emotionalen und phasenweise dramatischen Partie feierte Berlin einen hart erkämpften 3:2-Auswärtssieg beim ESA Grimma. Dabei sah es lange Zeit nach einem souveränen Heimerfolg für die Sächsinnen aus, bevor die Gäste aus der Hauptstadt eine beeindruckende Moral bewiesen.

Von Beginn an entwickelte sich eine kampfbetonte Partie, in der Grimma zunächst den Ton angab. Die Gastgeberinnen agierten druckvoll im Aufschlag und hatten Vorteile im Angriffsspiel. Mit einer stabilen Annahme und variablen Angriffen sicherte sich Grimma eine 2:0-Satzführung. Zu diesem Zeitpunkt schien die Messe in der Muldentalhalle bereits gelesen, wenngleich der BBSC nach einer zwischenzeitlichen  18:22-Führung den 2. Satz nur knapp verloren hatte.

Doch wer dachte, Berlin würde sich nun kampflos geschlagen geben, sah sich getäuscht. Mit Beginn des dritten Satzes steigerte sich das Team von der Spree in allen Belangen. Im Aufschlag wurde mehr Druck erzeugt, was Grimmas Spielaufbau merklich störte. Und jeder Ball wurde von den Berlinerinnen leidenschaftlich verteidigt. Berlin holte sich den dritten Durchgang deutlich und schaffte es, das Momentum komplett auf seine Seite zu ziehen. Die Muldenstädterinnen wirkten zunehmend verunsichert, während Berlin beflügelt vom Satzgewinn auch im vierten Satz dominierte und den 2:2-Ausgleich erzwang.

Der entscheidende fünfte Satz war nichts für schwache Nerven. Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, bei dem um jeden Zentimeter Boden gekämpft wurde. Lange Ballwechsel und spektakuläre Rettungsaktionen prägten das Bild. Am Ende bewies Berlin nach einer 13:9-Führung und der nachfolgenden Aufholaktion der Sächsinnen jedoch die größere Abgeklärtheit. Mit einem knappen, aber verdienten Vorsprung sicherte sich der BBSC Berlin den Tie-Break durch ein einsatzfreudiges und willensstarkes Spiel.

Trainerin Katharina Kummer lobte die durchweg konstante Leistung mit wenigen Tiefen: „⁠Schlüssel war auf jeden Fall unsere gute Aufschlagleistung, sodass Grimma nicht ihr Spiel aufziehen konnte. Auch die Spielerwechsel funktionierten und brachten neue Akzente. Endlich haben sich die Mädels für ihre kämpferische Leistung wieder belohnt.“

Die meisten Punkte auf Berliner Seite erzielten Paula Reinisch und Annalena Grätz mit jeweils 21 Zählern für die Statistik, die auch Spuren durch die sichtbar ausgeübte Führungsrolle auf dem Feld hinterließen. Die MVP-Medaille erhielt Sarah Nur Kayadibi.

Für Berlin folgt nun nur noch das Saisonabschlussspiel am 1. Mai 2026 in Leverkusen.

Für den BBSC im Einsatz: Sophia Minlend, Noelani Kleiner, Sarah Nur Kayadibi, Romy Birnbaum, Paula Reinisch, Anna-Lena Vogel, Annalena Grätz, Angelina Meyer, Maja Pahlke, Hanna Christin Lengkey, Antonia Lutz, Alina Gottlebe-Fröhlich, Luz Götte, Melani Ligacheva

Burckhard Kroll

Eisbären holen sich zweiten Sieg in der Halbfinalserie

DEL Saison 2025/26

Playoff-Halbfinale Spiel 3

12.04.2026 14:00 Uhr Uber-Arena Berlin

EHC Eisbären Berlin – Kölner Haie 4:2 (0:0/1:0/3:2)

Serienstand (best of seven) 2:1

In Köln, im zweiten Spiel der Halbfinalserie, zeigten die Eisbären nur im ersten Spieldrittel, dass sie durchaus mithalten können. Im Mittelabschnitt übernahmen die Haie das Kommando und den Eisbären gelang es nicht mehr, ins Spiel zurückzufinden. Hatte in Spiel 1 in Berlin der Kölner Goalie einen schlechten Tag, so erwischte es in Spiel 2 den Torhüter der Eisbären. Jake Hildebrand brachte das Spiel zu Ende. Aus der „best of seven“ ist jetzt eine „best of five“ Serie geworden. Fehlen wird bei den Eisbären Yannick Veilleux, der Rüpel vom Dienst hatte in Köln mal wieder zugeschlagen und streckte einen Gegenspieler mit einem Stockcheck nieder. Ein zuvor verübter Stockschlag wurde übersehen. Trotzdem war die Reaktion von Veilleux überzogen und die von der DEL verhängte Strafe von zwei Spielen verbunden mit einer Geldbuße verständlich.

Der Wunsch der Fans der Eisbären wurde mit einem Banner vor der Hartmut Nickel Kurve zum Ausdruck gebracht. Der König verlangt nach Wiederholung, aber davor steht mit den Kölner Haien ein starker Gegner. In der Aufstellung gab es zwei Veränderungen. Im Tor begann Jake Hildebrand und in der Verteidigung war Mitchell Reinke nach längerer Verletzungspause wieder mit dabei. Dafür war Markus Niemeläinen nicht dabei.

Die Anfangsphase gehörte, wie zuletzt in Köln, den Eisbären. Die Kölner setzten einige gefährliche Konter dagegen, während die Eisbären Chancenwucher betrieben. Janne Juvonen, der Kölner Goalie, brauchte nicht lange, um warmzuwerden. Das aktivere Team bis in die Schlussphase des Anfangsdrittels hinein waren die Hausherren der Uber Arena. Ein Stockschlag von Manuel Wiederer drei Minuten vor dem Ende des Anfangsdrittels sorgte für das erste Powerplay im Spiel, das die Eisbären schadlos überstanden.

Die statistischen Werte des ersten Drittels sprachen für die Eisbären, 14 zu 4 Torschüsse. Die Kölner dagegen traten etwas abwartender auf, oder wurden sie dazu von den Eisbären gezwungen, wann macht ein Eisbär einen entscheidenden Fehler? Ein Powerplay in der 23. Minute brachte die Eisbären mit 1:0 in Front. Leonard Pföderl feuerte mit 160 Kilometer pro Stunde den Puck auf die kurze Torwartecke. Da gab es wirklich nichts zu halten für Juvonen. Unmittelbar nach dem Treffer hatten die Eisbären erneut eine Chance mit einem Spieler mehr, dieses Mal gelang kein Tor. Die Eisbären versuchten, dass Momentum auf ihrer Seite zu behalten. Sie hatten zwei Riesenchancen das Ergebnis höher zu stellen, so blieb es bei knapp der Hälfte der Spielzeit bei der Führung. Das war eine sehr gute Leistung der Eisbären bis zur 30. Minute. Sie hätte nur höher führen können, ja müssen. Köln lauerte weiter nur auf die Fehler und musste dem Dauerdruck der Eisbären standhalten. Es gab nur einen einzigen Fakt zu kritisieren, sieben Minuten vor dem Ende des Mitteldrittels hatte sich am Spielstand nichts geändert. Die Haie schienen daraus etwas mehr Mut zum Angriff zu schöpfen. So richtig gute Gelegenheiten ergaben sich nicht. Trotzdem blieb die Situation gefährlich für die Eisbären. Das Drittelende wurde turbulent. Ein Stockschlag eines Kölners wurde übersehen und Juvonen hielt einfach jeden Schuss. In der Schlussminute wurde ein Kniecheck von Juhani Tyrväinen per Video überprüft, es blieb bei den zwei Minuten. Am Ergebnis änderte sich im Mittelabschnitt nichts.

In der letzten Drittelpause liefen über den Videowürfel nochmals die besten Chancen der Eisbären, 40 zu 10 Torschüsse und nur eine 1:0 Führung, unglaublich.

Die Haie kamen bereits zwei Minuten vor dem Drittelbeginn auf das Eis und mussten gellende Pfiffe der Eisbärenfans ertragen. Der Start in das Schlussdrittel erfolgte für die Eisbären in Überzahl. Die Strafzeit war gerade abgelaufen, da knallte Jonas Müller den Puck, endlich muss hier eingefügt werden, ins Tor. Diese Führung, nicht mehr ganz so knapp, war sowas von gerecht. Was hatten die Kölner jetzt noch im Tank?

Die Eisbären konnten zunächst den Weg für die Haie verlängern. In der 46. Minute zimmerte Lester Lancaster, in diesem Spiel als Verteidiger aufgeboten, den Puck in den Kasten. Hoch angesetzt war der Schuss und schlug über der Schulter von Juvonen ein. Anschließend musste Markus Vikinstad, er hatte zum Treffer für das 3:0 die Vorlage gegeben, wegen eines Haltens auf die Bank. Diese Strafzeit überstanden die Eisbären. Fast wäre in Unterzahl Liam Kirk ein weiterer Treffer geglückt, ja wenn das Wörtchen fast nicht wär?

In der 53. Minute verkürzte Dominik Bokk auf 1:3 für die Haie. Ein Treffer im Nachstochern, den Puck nicht gut geklärt und irgendwie fiel er rein. Kölns Trainer ging bereits 4,5 Minuten vor dem Ende all in und es funktionierte. Sofort fiel der Anschlusstreffer zum 2:3. Das Tor datierte aus der 53. Minute. Playoffs sind nichts für schwache Nerven, es war brutal für die Eisbären. Plötzlich schwammen die Haie nicht mehr mit dem Bauch nach oben. Doch Leo Pföderl fand eine Antwort und traf aus der neutralen Zone ins leere Tor. Die Vorlage gab Marcel Noebels. Es gibt sie doch die Playoff-Monster, heute trug es das Eisbärentrikot mit der Nummer 93.

Hans-Peter Becker

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Fotos:© Stephan Wenske

Spieldaten

Aufstellungen
Eisbären Berlin: Hildebrand (Stettmer; Neiße) – J. Müller, Wissmann (C); Mik, Lancaster; Smith, Reinke; Kretzschmar – Tiffels (A), Dea, Ronning; Noebels, Eder, Kirk; Bergmann, Vikingstad, Pföderl; Hördler, Wiederer, Nieleck – Trainer: Serge Aubin

Kölner Haie: Juvonen (Brückmann; Ancicka) – Austin, Kaski; Vittasmäki, Kemiläinen; Sennhenn, M. Müller; Glötzl – Storm, Aubry, Bokk; Kammerer, Tyrväinen, Niedenz; Kero, MacLeod, Russell; Tuomie, van Calster, Uher – Trainer: Kari Jalonen

Tore
1:0 – 22:04 – Pföderl (Reinke, Ronning) – PP1
2:0 – 41:20 – J. Müller (Noebels, Wissmann) – EQ
3:0 – 45:03 – Lancaster (Dea) – EQ
3:1 – 52:54 – Bokk (Sennhenn, Kero) – EQ
3:2 – 55:30 – Kaski (Kemiläinen, Tyrväinen) – 6-5
4:2 – 57:56 – Pföderl (Noebels) – EN

Strafen
Eisbären Berlin: 8 (4, 0, 4) Minuten – Kölner Haie: 10 (2, 6, 2) Minuten 

Schiedsrichter
Martin Frano, Ghislain Hebert (Maksim Cepik, Tobias Schwenk)

Zuschauer
14.200

Zweimal nüscht und Union feuert den Trainer

Berliner Profifußball im Überblick

Bei frühlingshaftem Wetter hatten über 50.000 Zuschauer den Weg ins Olympiastadion gefunden, ein Traditionsduell stand an, Hertha BSC empfing den FC Kaiserslautern. Beide Mannschaften sind Tabellennachbarn im eigentlich nicht so richtig vorhandenen Mittelfeld der 2. Bundesliga. Mit 47 Punkten nahm Hertha den Kampf auf und verharrt nach den 90 plus Spielminuten weiter auf diesem Stand. Eine unglückliche Niederlage, eine Menge Pech, hier und da gewürzt mit einer Prise Unvermögen, die Gäste aus der Pfalz nahmen alle Punkte mit. Held des Tages war Julian Krahl, gebürtig in Forst, im Land Brandenburg, spielte einst für Viktoria Berlin in der 3. Liga, er brachte Herthas Stürmer zur Verzweiflung. Bei ihm war Endstation. Hertha kam auf 19 Torschüsse und führte die Spielstatistik an. Nur zählt die B-Note gar nichts im Fußball. Das Ding muss rein und das schafften nur die Roten Teufel, nach einem Eckball, gleich nach Wiederbeginn der zweiten Spielhälfte. Ein unglücklich geklärter Ball und schon war’s passiert.

Die Hoffnungen auf einen der begehrten drei ersten Tabellenplätzen sind auf ein maximales Minimum geschrumpft. Vergeigt wurden sie aber nicht an diesem 29. Spieltag, das ist bereits vorher geschehen. Einfach weitermachen, die gezeigte Leistung kann in der B-Note noch halbwegs positiv bewertet werden. In Anbetracht von lediglich nur noch fünf ausstehenden Spielen und der fast zugeschlagenen Tür zum Aufstieg darf bereits über den kommenden Kader in der 2. Liga nachgedacht werden. Es drängt sich der Eindruck auf, dass mal wieder von vorn angefangen werden muss. Wie bekommt man erneut einen Kader zusammengestellt, der nicht nur oben, sondern ganz oben mitspielen kann? Hertha muss Auflagen zur Lizenzerteilung erfüllen, Schuldenabbau und Transferüberschüsse erwirtschaften. Welche Leistungsträger können gehalten werden? Da stehen große Fragezeichen über dem Olympiastadion.

Die Zuschauer kommen, es wird zum Teil attraktiver Fußball geboten, es drücken die Schulden und Sünden der Vergangenheit, verdüstern die Zukunft. Ein Aufstieg könnte helfen, die Probleme kleiner werden zu lassen. Angesichts der Ausgangslage erscheint die Aufgabe für eine kommende, höchstwahrscheinlich, weitere Zweitliga-Saison wie die sprichwörtliche Quadratur des Kreises. 

Nach der “Alten Dame” mussten, eine Klasse höher, die Eisernen beim bereits vorgefertigten Absteiger 1. FC Heidenheim ran. Das Spiel in der Voith-Arena kam dem Niveau der 2. Liga bedenklich nahe. Es läuft einfach nicht so richtig in dieser Spielzeit beim 1. FC Union. Ein bisschen was hatten sie sich schon ausgerechnet, völlig punktlos wollten sie nicht nach Köpenick zurückkehren. Dafür reicht ein Blick in das Restprogramm. Es stehen noch fünf Spiele aus. Am 30. Spieltag, 18.04.2026 kommt der VfL Wolfsburg in die Alte Försterei und dann wartet RB Leipzig. Für Wolfsburg die vielleicht letzte Chance, den direkten Abstieg zu vermeiden. Union hat erst die Hafeneinfahrt erreicht, ganz angelegt haben sie noch nicht. 

Die Eisernen gestatteten den Heidenheimern nach 15 sieglosen Spielen endlich mal wieder ein Erfolgserlebnis. Ein verdientes 3:1 stand als Endergebnis fest. Die Baumgart-Elf agierte pomadig und war für die Verteidigung der Hausherren leicht auszurechnen. Gegen die Mannschaft mit dem aktuell schlechtesten Torverhältnis (-36) gelang den Eisernen nur ein einziges Tor. Bemerkenswert war die Einwechslung des erst 16-jährigen Linus Güther. Für sieben Minuten durfte Bundesligaluft schnuppern. Kaum auf dem Platz kassierte er gleich eine gelbe Karte. Der Rest ist schweigen, frei nach Shakespeare.

 Bis hierin war das der fertige Text bis Samstagabend. Kurz vor Mitternacht, 23:46 Uhr verschickte der 1. FC Union eine Pressemeldung. Das ungeschriebene Gesetz der Branche trat in Kraft, bei anhaltender Erfolglosigkeit feuere den Trainer. Mit dem üblichen Bla-Bla wurde die Begründung geliefert.

„Wir spielen bisher eine absolut enttäuschende Rückrunde und lassen uns vom Tabellenstand nicht blenden: Unsere Lage ist nach wie vor bedrohlich und wir benötigen dringend Punkte, um den Ligaverbleib zu sichern. Zwei Siege aus vierzehn Spielen seit der Winterpause und die gezeigten Leistungen in den letzten Wochen geben uns nicht die Überzeugung, dass uns eine Trendumkehr in der bisherigen Konstellation noch gelingt. Wir haben daher entschieden, jetzt noch einmal neu anzusetzen. Ich freue mich, dass Marie Louise Eta sich bereit erklärt hat, diese Aufgabe interimistisch zu übernehmen, bevor sie im Sommer wie geplant Cheftrainerin der Profimannschaft der Frauen wird“, erklärt Horst Heldt, Geschäftsführer Profifußball Männer des 1. FC Union Berlin. „Steffen Baumgart, Danilo de Souza und Kevin McKenna gilt unser Dank für die geleistete Arbeit, der wir den sicheren Klassenerhalt in der Vorsaison und eine gute Punktausbeute in der Hinrunde verdanken. Wir wünschen ihnen beruflich und privat alles Gute.“ 

Zitiert wird hier Horst Heldt, er ist an der Situation nicht ganz unschuldig.  

Hans-Peter Becker

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