Da darf sich keiner zu sicher fühlen…

„Schlecht gespielt und doch gewonnen“, so meint CFC-Trainer Uluc von der Leistung seines Teams angesäuert, in der Beurteilung alles andere, nur nicht lobenswert. Drei der Berliner Spitzenvereine verärgerten diesmal ihre Trainer. Hertha 03 verlor in dieser Saison doch so ambitioniert, mit 1:3 in Schwerin. Trainer Robert Schröder schlug sich der vielen vergebenen Torchancen wegen die Hände über den Kopf zusammen. So wird das nichts, wenn Torchancen nicht konsequent genutzt  und konzentriert zum erfolgreichen Abschluss gebracht werden. Von Peinlichkeiten war in Staaken die Rede. In Halbzeit zwei ließ der SC Staaken die in Unterzahl agierenden Gäste aus Torgelow zum Ausgleich und damit zum 1:1 Endstand kommen. Staakens Trainer Jeffry Seitz bemängelte die Einstellung seiner Spieler und kündigte demzufolge eine härtere Gangart im Training an.

Foto: Headlight Pictures

Stern 1900 war spielfrei und ziert nun mit lediglich drei Punkten Ende der Oberliga-Tabelle. Brandenburg Süd siegte unerwartet 2:1 in Ludwigsfelde. Eintracht Mahlsdorf, jetzt 13., ließ beim 1:2 in Neustrelitz die Punkte liegen. Erfreulich dagegen, Blau Weiß 90 beim 4:0-Sieg in Stendal. Blau Weiß schoss sich damit mit 19 Punkten nach dem 9. Spieltag auf Tabellenplatz zwei. Auf folgenden drei Plätzen stehen Berliner Vereine.

Bereits am Freitag, 22.10. kommt es im Ernst-Reuter-Stadion zum Duell Fünfter gegen Vierter, Hertha 03 – Hertha 06. Blau-Weiß 90 einen Tag später beim Torgelower FC Greif ran. Schließlich spielt am Sonntag, 24.10. der Letzte gegen den Ersten, Stern 1900 – Rostocker FC heißt die Paarung an der Kreuznacher Straße. Ebenfalls am Sonntag hat der SC Staaken sein Heimspiel gegen Mecklenburg Schwerin. Eintracht Mahlsdorf ist spielfrei.

Christian Zschiedrich

Von den Berliner Clubs gewinnt nur der BAK 07

Mit dem 2:1-Sieg im Berliner Derby gegen Lichtenberg 47 festigt BAK 07 die Tabellenführung in der Regionalliga, profitierten die Athleten zudem von der Dynamo-Niederlage in Jena. Der BAK hat nach 14 Spielen als Tabellenerster 34 Punkte, 4 Punkte mehr als der Tabellenzweite. Der BFC Dynamo bleibt mit 30 Punkten trotz der Niederlage auf Platz Zwei. Allerdings hat der 1. FC Lok Leipzig bei einem Spiel weniger nur einen Punkt Rückstand, gefolgt von Carl-Zeiss Jena als Tabellendritter. Jena hat nach 13 Partien jetzt 27 Punkte. Sowohl Lok als auch Carl-Zeiss müssen wir besonders unter die Lupe nehmen.

Die Messestädter, von Almedin Civa gecoacht, gewannen zuletzt mit 5:0 über Aufsteiger SV Tasmania (16.) und haben ein Nachholspiel am 10. November gegen Energie Cottbus. Zum nächsten Spieltag muss der 1.FC Lok ins Karl-Liebknecht-Stadion nach Babelsberg, Tabellenachter, reisen, dem Ex-Club von Almedin Civa. Was für sich spricht ist das beeindruckende Torverhältnis 21:2 der Leipziger, die es in dieser Saison wissen wollen.

Christian Zschiedrich kommentiert: Foto: Headlight Pictures

Der erfahrene Berliner Trainer Dirk Kunert, so könnte man annehmen, muss in Jena goldene Löffel geklaut haben. Zwei Tage nach dem 9:0 Pokalerfolg in Meiningen, zuletzt in neun Spielen unbesiegt (darunter nur zwei Remis) wurde in Jena entlassen. Nun, Carl -Zeiss strebt die Meisterschaft und den Aufstieg an. Liegt aussichtsreich auf dem 4. Tabellenplatz. Jena ist in der Spitzengruppe der Regionalliga mit Tuchfühlung zum Tabellenführer. Kunert hat in seiner Trainer-Karriere wiederholt bewiesen, erfolgreich sein zu können. Zu Beginn der Saison übernahm Kunert das Traineramt in Jena, Vertrag bis Sommer 22. Den Ergebnissen nach ist der Rausschmiss ein Hammer. Was es nicht alles gibt im Fußball. Begründung bei Carl-Zeiss: „Aufstiegsplatz gefährdet.“

FCC-Sportdirektor Tobias Werner: “Das ist für mich, seit ich hier Verantwortung für den sportlichen Bereich trage, die härteste Entscheidung. Aber ich bin von ihrer Richtigkeit und Notwendigkeit überzeugt. Es geht um den FCC und dessen sportlichen Erfolg. Wir haben einen Kader, mit dem es unser Ziel sein muss, bis zuletzt um den Aufstieg zu spielen. Und dieses Ziel sahen wir gefährdet, wenn wir nicht handeln. Und noch sind wir mit unserer Mannschaft in der Position, Weichen zu stellen, die uns ans Ziel bringen können.“ Diese Aussage ist für mich sehr widersprüchlich. Am Samstag, 23.10. geht es ins Stadion Vogelsang zu Optik Rathenow, dem achtzehnten der Tabelle. Der bisherige A-Jugendcoach Andreas Patz soll es nun in Jena richten.

Die anderen Berliner Ergebnisse: Tennis Borussia (hat erst 12 Spiele) – Chemie Leipzig 0:1. TeBe ist mit 14 Punkten jetzt auf Platz 12 und muss am Freitag, 22.10. nach Luckenwalde. Die VSG Altglienicke spielt am Samstag, 23.10. im Poststadion ein Berlin-Derby gegen Lichtenberg 47. Aufsteiger SV Tasmania hat bisher 11 Punkte geholt, empfängt im Stadion Lichterfelde Energie Cottbus, die ihre Aufstiegspläne weiter verfolgen. Union Fürstenwalde schlug Hertha BSC II 3:2, muss am Sonntag, 24.10. ins Alfred-Kunze-Stadion zu Chemie nach Leipzig. Bereits am Freitag, 22.10. ab 19.00 Uhr, steigt das nächste Derby zwischen Hertha BSC II und dem Berliner AK im Amateurstadion.                  

Christian Zschiedrich                             

Viele Tore beim Heimsieg der Eisbären

Am 13. Spieltag der Saison 2021/22 empfingen die Eisbären den ERC Ingolstadt. Das Spiel hielt zwei Neuheiten für die Fans bereit. Nur wer geimpft oder genesen war durfte in die Arena und sie bekamen die spektakuläre Neuverpflichtung Frans Nielsen zusehen. Trainer Serge Aubin stellte ihn bei seinem ersten Auftritt im Eisbären-Trikot in eine Sturm-Reihe mit Kevin Clark und Parker Toumie. Dafür musste Mark Zengerle seinen Platz räumen. Um 14:06 Uhr war es so weit, der 949fache NHL-Spieler betrat für seinen ersten Wechsel das Eis. Er musste etwas warten, weil die Eisbären nach nur 55 Sekunden bereits die erste Strafe kassierten, die ging torlos vorüber. Für einen Einsatz in den Spezialteams war er noch nicht vorgesehen. Bei den Eisbären trägt er die Rückennummer 51, zuletzt war diese Zahl auf einem Wettkampf-Trikot in der Saison 2007/08 zusehen, getragen von Thomas Pielmeier.

Im Anfangsdrittel legten die Eisbären gleich richtig los. Die Tore fielen im Zweiminuten-Takt, zwischen der 8. und 12. Spielminute, Torschützen waren Leo Pföderl, Kevin Clark und Blaine Byron. Ingolstadt fand erst kurz vor dem Drittelende ins Spiel. Nach der Pause verkürzten sie durch Brendon Defazio auf 1 zu 3. Es dauerte nur 23 Sekunden bis die Eisbären durch ein Tor bei eigener Unterzahl den alten Abstand wieder hergestellt hatten. Blaine Byron war im Sprintduell der Schnellste und netzte ein. So ist das manchmal, auf der einen Seite gelingt alles während sich gegen die andere Seite alle Eishockeygötter verschworen haben.

Sie legten zwei weitere Tore nach im Mittelabschnitt, jede Reihe wollte glänzen, in der 30. Minute vollendete Mat White und sein Kollege aus der zweiten Sturmreihe Zachary Boychuk tat es ihm in der 38. Minute gleich.

Mit einer beruhigenden Führung von 6:1 konnten die Eisbären den Schlussabschnitt beginnen. Dass bei diesem Rückstand noch was gehen kann, daran glaubte bei den Ingolstädtern so richtig niemand mehr. Gäste-Trainer Doug Shedden hatte ein Einsehen mit seinem Goalie und schickte für die verbleibende Spielzeit Jonas Stettmer auf das Eis. In der 42. Minute wollten Ingolstadts Fabio Wagner und Eisbär Mat White ihre Fähigkeiten beim Faustkampf testen, vorsichtshalber mussten sich beide das Geschehen für zwei Minuten von der Strafbank aus ansehen. Im Spiel vier gegen vier gelang den Gästen der zweite Treffer durch Mirko Höfflin. Das Duell schrieb erst die 44. Minute und im Eishockey kann es schnell anders herum gehen. In der 49. Minute verkürzten die Gäste weiter und brachten die Eisbären ins Grübeln.

Der Vorsprung war ausreichend, die Eisbären siegten mit 6 zu 3.

Frans Nielsen im Einsatz für die Eisbären. © Foto: Hans-Peter Becker

Dough Shedden war bedient. „Die Eisbären waren sehr effektiv und Mathias Niederberger hat sehr gut gehalten und das hat den Unterschied gemacht.“ Eine kurze, treffende Analyse, die Hartmut Nickel Kurve bewies ein gutes Gespür und feierte ihren Goalie mit Sprechchören. In die Eisbärenfamilie aufgenommen wurde auch der Neuzugang Frans Nielsen. Er wird noch ein bisschen Zeit brauchen zur Eingewöhnung. Bei seinem ersten Spiel in der DEL brachte es auf 18 Einsatzminuten, ein Tor oder ein Assist gelang ihm nicht. Er war gefordert bei 21 Anspielen, davon konnte er 9 gewinnen.

Frans Nielsen „lch wurde sehr gut von der Mannschaft aufgenommen. Die PENNY DEL ist eine gute Liga mit sehr vielen talentierten Spielern. Die größte Umstellung für mich ist die größere Eisfläche. Vor allem beim Spiel ohne Puck. Wir haben eine starke Mannschaft, die unglaublich tief besetzt ist. Es ist egal, wird die Tore schießt, solange wir gewinnen. lch hoffe aber natürlich, dass ich auch bald treffen werde.“

Die Eisbären hatten beantragt, mit der 2G Regelung die Halle wieder voll auslasten zu können. Am Freitagnachmittag bekamen die Eisbären dafür die Genehmigung. Ein heikles Thema, die Arena war nur zur Hälfte gefüllt. Es mag auch zum Teil daran gelegen haben, dass die Zeit, sich auf die neuen Bedingungen einzustellen, etwas knapp war. Für das nächste Heimspiel hoffen die Eisbären wieder auf eine fünfstellige Zuschauerzahl, am liebsten auf ein ausverkauftes Haus.

DEL 13. Spieltag 17.10.2021 14:00 Uhr MB-Arena Berlin
Eisbären Berlin – ERC lngolstadt 6:3 (3:0, 3:1, 0:2)

Aufstellungen
Eisbären Berlin: Niederberger (Hungerecker) – Müller, Ellis (A); Hordler (C), Wissmann (A); Despres, Jensen;Veilleux,Mick, – Noebels, Byron, Pfoderl; Veilleux, Bovchuk, White; Tuomie, Nielsen, Clark; Roßmy Streu, Wiederer – Trainer: Serge Aubin
ERC lngolstadt: Rämo (ab 41. Minute: Stettmer) – Bodie, Hüttl; Wagner (C), Marshall; Quaas, Gnyp – Hofflin, Pietta (A), Simpson (A); Defazio, Soramies, Bourque; Flaake, Feser, Storm; Stachowiak, Aubry, Brune – Trainer: Doug Shedden
Strafen: Eisbären Berlin: 8 (4, 2, 2) Minuten – ERC lngolstadt: 8 (4, 0, 4) Minuten
Schiedsrichter Andrew Bruggeman, Marian Rohatsch (Marcus Hofer, Jonas Merten)
Zuschauer 7.181

Hans-Peter Becker

Es rumort wieder bei Hertha BSC

Es geht diesmal nicht um die Schmach der Mannschaft, aktuell Tabellenplatz 14., nur 6 Punkte nach 7 Spielen, es trifft wieder einmal die Führung des Vereins, den Vorsitzenden der Geschäftsführung des Bundesligisten Carsten Schmidt. Er nimmt seinen Hut und verabschiedet sich nach nicht mal einem Jahr. Genannt werden rein private Gründe. Wer den ehemaligen Sky Chef kennt, weiß, dass vorläufig nichts anderes zu erfahren sein wird, als persönlichen Gründe für seinen Rücktritt. Von einem Krankheitsfall im unmittelbaren Familienumfeld ist die Rede.

Allerdings reagierte Investor Lars Windhorst gemeinsam mit Carsten Schmidt bestürzt darüber, „dass wieder Dinge an die Öffentlichkeit gebracht wurden, die vertraulich waren“. Hertha bestätigte Schmidts Amtsniederlegung zunächst nicht. Sportdirektor Arne Friedrich auf Anfragen über das Aus: „Ich kann dazu nichts sagen“. Schmidt hatte mit Hertha als CEO große Pläne, Herthas künftige Philosophie zu erarbeiten, den Verein wirtschaftlich zu stärken und neue Geschäftsfelder erschließen.

Chefredakteur Christian Zschiedrich. Foto: Hans-Peter Becker

Nicht nur wir Berliner wundern uns über die Häufung von negativen Schlagzeilen in so kurzer Zeit bei prominenten Führungspersonen. Im Rampenlicht der Präsident Werner Gegenbauer als starker Mann, dann die Geschehnisse um Michael Preetz, Bruno Labbadia, Jürgen Klinsmann, Jens Lehmann, namhafte Spielerverkäufe und Transfers, nun Carsten Schmidt. Besonders nachdenklich stimmt, dass Lars Windhorst als Investor ohne maßgeblichen Einfluss bei wichtigen Entscheidungen zu sein scheint. Mal ehrlich, würden Sie viel Geld geben, ohne Mitspracherecht. Ich jedenfalls nicht! Ich würde nicht eine Million aus Lust und Tollerei, ohne Gegenleistung verschenken. Lars Windhorst dagegen soll 375 Mill. Euro an Hertha verschenkt (?) haben, mit welchem Ergebnis?

Weil der sportliche Erfolg bisher ausblieb, die aktuellen Ergebnisse niederschmetternd sind, scheint Windhorst aufzubegehren. Das Geld brachte sportlich bisher keinen Erfolg, dafür jede Menge Unruhe. Wer hielt bei diesem Machtspiel den Investor mit seiner Holding bisher klein (?) – Windhorst ein Machertyp vom Scheitel bis zur Sohle degradiert zum fast machtlosen Zuschauer am Spielfeldrand. Kann das auf Dauer überhaupt gut gehen? Ein Machtkampf: Geld bestimmt die Welt!

Setzt sich, am nächsten Spieltag in Frankfurt auch die sportliche Krise fort. Fredi Bobic, als Geschäftsführer Sport jetzt mit weiteren Aufgaben betraut, weiß die Arbeit von Trainer Pal Dardai zu schätzen. Noch hat er Rückendeckung. Letztendlich bleibt der Trainer das schwächste Glied im Verein. Sollte er abgelöst werden, geht er eben wieder zurück und übernimmt die U 16.

Christian Zschiedrich    

Die „Alte Dame“ kommt nicht zur Ruhe

Was hat das zu bedeuten? Nach nur 10 Monaten verlässt der mit großen Erwartungen nach Berlin gekommene Carsten Schmidt bereits wieder den kriselnden Hauptstadtclub. Was seit einigen Stunden durch die Berliner Luft waberte, wurde nun ofiziell bestätigt.

„Hertha BSC und Carsten Schmidt, Vorsitzender der Geschäftsführung bei Hertha BSC, haben sich auf die sofortige Auflösung des Arbeitsverhältnisses geeinigt. Die Gründe für die Amtsniederlegung von Carsten Schmidt liegen im privaten Bereich. Die Aufgabenbereiche von Carsten Schmidt werden von den beiden Geschäftsführern Fredi Bobic und Ingo Schiller übernommen.“

Präsident Werner Gegenbauer äußert sich: „Mit Bedauern haben wir den Wunsch von Herrn Schmidt, seinen Dienstvertrag aufgrund von ausschließlich privaten Gründen umgehend aufzulösen, entgegengenommen. Nach vertrauensvollen Gesprächen haben wir seiner Bitte schweren Herzens entsprochen. Wir bedanken uns bei Carsten Schmidt ausdrücklich für die wertvolle Arbeit für Hertha BSC und wünschen ihm und seiner Familie alles Gute für die Zukunft.“

Heimschwäche überwunden – Eisbären besiegen Kölner Haie

Es begann wie bei fast jedem Heimspiel in dieser Saison, die Eisbären liefen einem Rückstand hinterher. In der 5. Spielminute schlossen die Gäste aus Köln einen Angriff erfolgreich ab. Luis Üffing hielt die Kelle in einen Schuss von Jonathan Matsumoto und Mathias Niederberger war geschlagen. Die Bemühungen der Eisbären diesen Zwischenstand zu begradigen waren bis zur ersten Drittelpause nicht von Erfolg gekrönt. Sie mussten vielmehr zwei Strafzeiten überstehen. So ging das Anfangsdrittel nicht ganz unverdient an die Gäste. Zudem waren die Eisbären gewarnt, die Kölner kamen mit der Empfehlung von 19 Punkten aus 10 Spielen nach Berlin. Hinter der Bande der Gäste standen mit Uwe Krupp und seinem neuen Assistenz-Trainer Clement Jordin in Berlin nicht ganz unbekannte Eisbären-Trainer Serge Aubin hatte in der ersten Pause eine Menge zu kritisieren.

In dieser Drittelpause wurde es offiziell, geballte NHL-Erfahrung kommt nach Berlin. Die Fraktion der Dänen bekommt Zuwachs. Frans Nielsen spielt zukünftig für die Eisbären. Hier sind seine eindrucksvollen Zahlen, 925 NHL-Spiele für New York Islanders und die Detroit Red Wings. Insgesamt spielte er 15 Jahre in der besten Eishockey-Liga der Welt, der Mittelstürmer erzielte 167 Tore selbst und gab für 306 die Vorlage. Der inzwischen 37-Jährige will noch nicht ganz aufhören, des Geldes wegen ist er bestimmt nicht zu den Eisbären gewechselt.

Der Ausgleich fiel in der 26. Minute. Es war ein Tipp-in, Eric Mik fälschte einen Schuss von Marcel Noebels unhaltbar für Kölns Goalie Justin Pogge ab. Für den 21-jährigen Verteidiger war es sein erstes DEL-Tor. Den dazugehörigen Puck wird er sich einrahmen. Lange währte die Freude über den Ausgleich nicht, nur eine Minute später kassierten die Eisbären trotz Überzahl den erneuten Rückstand. Der Torschütze für Köln war Lucas Dumont.

In der 38. Minute drehten die Eisbären das Spiel. Im Eishockey kann das sehr schnell gehen. Zwischen dem 2:2 und der 3:2 Führung lagen nur 12 Sekunden. Stadionsprecher Uwe Schumann war noch mit der Verkündung des 2:2 beschäftigt, da klingelt es erneut. Die Torschützen in der 38. Minute waren Mat White und Kevin Clarke.

Im Schlussabschnitt schienen die Eisbären die Sache in den Griff zu bekommen. Yannick Veilleux baute die Führung aus und stellte in der 42. Minute auf 4:2. Doch geschlagen gaben sich die Kölner nicht. In der 44. Minute verkürzte Marcel Barinka auf 3:4. Es wurde wieder spannender. Ausgleich oder die Vorentscheidung, drei Tore fielen im Powerplay und diese Chance nutzten die Eisbären in der 57. Minute. Die Kölner begingen einen Wechselfehler, es war ein Spieler zu viel auf dem Eis. Die Überzahl nutzte Veilleux für seinen zweiten Treffer und damit war die Oper fast zu Ende. Nochmals Unterzahl für Köln in der Schlussminute und der erste Heimsieg der aktuellen Saison war perfekt. Ein hartes Stück Arbeit.

Hans-Peter Becker

Wer nutzt die Gunst der Stunde – Union oder Hertha?

Der 6.BL-Spieltag ist aus Berliner Sicht gleich doppelt interessant: Erstens wegen der Ausgangssituation und zweitens der Weichenstellung im Konkurrenzkampf in der Hauptstadt. Union ist der Achte in der Tabelle und hat ein Heimspiel gegen den 13. Arminia Bielefeld mit 4 Punkten. Hertha muss auswärts ran, beim Tabellen 12., ebenfalls mit 4 Punkten. Die Leipziger wollen unbedingt den miesen Start vergessen machen und punkten. Bielefeld braucht die Punkte auch. Beide Berliner Clubs haben die gleiche Ausgangssituation, nämlich 6 Punkte. Die Verletzten dürfen keine Rolle spielen. 9 Punkte wären angemessen, heißt es zumindest in beiden Lagern. Verliert aber ein Berliner Verein (bloß nicht beide) und einer gewinnt wäre das aussagekräftig richtungsweisend. Hertha gelang die Aufholjagd vom Tabellenende. Die letzten beiden Spiele wurden gewonnen. Aber gegen Leipzig… Schau‘n war mal.

Christian Zschiedrich

Arne Friedrich rettete Pal Dardai

Das könnte sich bereits am Samstag, 25.09, gegen RB in Leipzig auszahlen. Leipzig ist holprig in die Saison gestartet, Tabellenplatz 12, fünf Spiele, vier Punkte, dagegen ist die Stimmung bei der Hertha nach zwei Siegen in Folge gegen den VfL in Bochum und dem Heimsieg, 2:1, gegen die SpVgg Greuther Fürth, deutlich besser. Das hatte den Sprung mit sechs Punkten auf Platz 9 der Tabelle zur Folge. Überschwänglich wird der Torschütze aus den Niederlanden Jurgen Ekkenlenkamp in den Gazetten gelobt und als die passende Neuverpflichtung herausgestellt. Es scheint endlich wieder mal gut zu passen, vor allem seiner menschlichen, zurückhaltenden Art wegen. Er selbst bezeichnet sich mit seinen 21 Jahren als einen schüchternen Typ. Nun freut er sich in Leipzig auf sein Startelf-Debüt. Pal Dardai möchte punkte mäßig gleich nachlegen.

Doch mir hat sich die Szene eingeprägt, als Pal Dardai wegen Meckerns von Schiedsrichter Stieler aus Hamburg die gelbe Karte erhielt, aufsprang und aufbrauste. Seine Freunde schätzen ihren Pal wegen  der sonst so besonnenen Art, der im Grunde viel Verständnis für die „schwarze Zunft“ aufbringt und auch seine Spieler in der Regel in strittigen Situationen besänftigt. Er gilt als ein charakterfester Mensch, der sagt, was er denkt. Doch gegen Greuther Fürth musste Arne Friedrich ihn gleich mehrmals am Kragen packen und unsanft zurückstoßen.

Der Trainer darf doch keine Emotionen haben, trotz des Wissens, dass ein Schiedsrichterteam im Streitfall stets am längeren Hebel sitzt. Was wäre wohl geschehen, hätte Arne Friedrich den Trainer nicht festgehalten. Aus der gelben Karte wäre die Rote geworden und Pal hätte auf der Tribüne Platz nehmen müssen. Eine Verhandlung beim DFB und bestimmt eine hohe Geldstrafe wäre unvermeidlich und Berlins Trainer garantiert der Verlierer gewesen. Wahrscheinlich sogar für ein paar Spiele gesperrt worden. Das werden ihm seine Hertha-Freunde bestimmt vor Augen geführt haben.

Dardai nach dem Spiel auf die Vorkommnisse angesprochen, taktisch die beste Lösung: „Ich hab mich schon längst entschuldigt“! In dem Fall lieber mal als Umfaller gelten, sich aber die Erfahrungen aus zahlreichen hohen Strafen gegen Trainer – sie müssen doch Vorbilder sein – und jetzt vielleicht geschickt sein Unverständnis im Detail über die Schiedsrichtersituation bei passender Gelegenheit anprangern. Arne, dir gehört der Dank.

Christian Zschiedrich

Eisbärensieg in Straubing

Was im Heimspiel gegen Mannheim nicht funktionierte, machten die Eisbären drei Tage später im Auswärtsspiel bei den Straubing Tigers viel besser. Zwei Treffer fielen im Powerplay, einer in voller Mannschaftsstärke und der vierte Treffer hatte Seltenheitswert. In Unterzahl, nur drei Eisbären gegen sechs Tiger, ohne Goalie und Blaine Byron gewann das Bully vor dem eigenen Tor und traf ins leere Gehäuse, ein shorthander 2 plus empty net. Byron traf bereits zum 1:0 und erzielte somit seine ersten beiden DEL-Tore für die Eisbären.

Im Tor der Eisbären stand wieder Mathias Niederberger, der es seinem Kollegen Tobias Ancicka nachmachte und seinen ersten Shutout der Saison erzielte. Trainer Serge Aubin sprach von einem hart umkämpften Spiel und das seine Mannschaft unbedingt auf die Siegerstraße zurückwollte. Ein Sonderlob gab es für den Goalie, „er hat sehr gut gehalten“.

Bereits am kommenden Freitag, 24.09. geht es für die Eisbären in der heimischen Arena weiter. Zu sind die furios in die Saison gestarteten Grizzlys aus Wolfsburg. Sie führen aktuell zusammen mit München die Tabelle an. Die Eisbären sind jetzt sechster mit vier Punkten weniger.

Hans-Peter Becker

DEL 5. Spieltag 22.09.2021 19:30 Uhr Eisstadion „Am Pulverturm“ Straubing

Straubing Tigers – Eisbären Berlin 0:4 (01:0/0:0/0:3)

Der 1. FC Union rüstet auf – weitere Geschäftsführer berufen

Das Präsidium des 1. FC Union Berlin nimmt die Entwicklung des Vereins und seiner Tochtergesellschaften in den vergangenen Jahren zum Anlass, die Geschäftsführung inhaltlich und personell zu erweitern.

Den Geschäftsbereich Marketing und Vertrieb, der zuletzt von Thomas Stäpke, Geschäftsführer Finanzen, kommissarisch geleitet wurde, verantwortet künftig Jan Boysen. Der 40-jährige Diplom-Ökonom leitete bisher das Team Sponsoring und Vermarktung des 1. FC Union Berlin und übernimmt die neue Aufgabe nach Übergabe der bisherigen Tätigkeit an einen neuen Teamleiter.

Neu geschaffen wird der Geschäftsbereich Digitalisierung. Für diesen zeichnet ab 01.10.2021 die 45-jährige Anja Kasper verantwortlich. Die Diplom-Betriebswirtin bringt langjährige Erfahrung bei der Leitung digitaler Projekte der Daimler AG mit und wird sich künftig den digitalen Herausforderungen für Union annehmen.  

Thomas Stäpke wird sich als Geschäftsführer Finanzen ab sofort mit besonderem Augenmerk der Finanzierung und dem Baukostencontrolling für die anstehenden Bauprojekte Neubau des NLZ und Ausbau des Stadions An der Alten Försterei widmen. 

„Den Anforderungen an einen schnell wachsenden Bundesliga-Club wollen wir uns auf allen Ebenen stellen, um den gesamten Verein und seine Tochtergesellschaften kontinuierlich weiterzuentwickeln. Die Professionalisierung und Spezialisierung der Geschäftsbereiche ist dafür unabdingbar, deshalb freuen wir uns, mit Anja Kasper und Jan Boysen künftig zwei neue ausgewiesene Fachleute in unseren Reihen zu wissen“, so Union-Präsident Dirk Zingler. „Mein Dank gilt zudem Thomas Stäpke, der die kommissarisch übernommene Aufgabe erfolgreich gemeistert hat und den Bereich Marketing und Vertrieb nun an Jan Boysen übergibt.“

Komplettiert wird die Geschäftsführung von den Präsidiumsmitgliedern Oskar Kosche (Lizenzierung) und Lutz Munack (Nachwuchs- und Amateurfußball), sowie Oliver Ruhnert (Profifußball) und Christian Arbeit (Kommunikation).

Quelle: 1. FC Union Berlin/Petra Mattuscheck