Wasserfreunde verlieren entscheidendes Spiel in Hannover

Waspo Hannover hat am Mittwochabend, 25. Mai mit dem dritten Erfolg im Best of Five-Finale um das 101. Deutsche Wasserballchampionat der Männer die dritte nationale Meisterkrone in Folge gewonnen. Im vierten Match der Serie gegen Rekord-Titelträger Wasserfreunde Spandau 04 (37 Titel seit 1979) holten sich die Niedersachsen mit 16:9 (3:0,5:3,4:3,4:3) den nötigen dritten Sieg zu ihrem neunten Titel.

Nach zwei Auftakterfolgen und der spektakulären 13:14-Niederlage am vergangenen Sonntag in Berlin zeigte sich Waspo gut erholt und mit starker Reaktion gegen Spandau, das nach Strafen aus dem Spiel zuvor ohne Schlüsselspieler Dmitri Kholod und Co-Trainer Peter Röhle antreten musste.

Die Partie im Freibecken des Volksbades Limmer begann mit der 1:0-Führung des Gastgebers durch Petar Muslim nach einer Minute. Waspo agierte mit starker Defense und konzentrierten Angriffen. Spandau konnte im Angriff wenig Druck entwickeln, die Überzahlsituation nicht nutzen und lag nach dem ersten Viertel mit 0:3 hinten.

Der zweite Abschnitt setzte die klare Dominanz der Niedersachsen fort, die folgende Verkürzung des Spandauer Rückstandes auf 2:4 war nur ein kurzes Aufflackern des angekündigten Spandauer Aufbegehrens. Waspos 8:3-Halbzeitführung war mehr als die halbe Miete zum Titel.

Die zweite Hälfte blieb spannungsarm, Hannover durfte sich bereits aufs große Feiern vorbereiten. Beim 13:6 des Teams von Trainer Karsten Seehafer waren Ivan Nagaev (4) und der seine Laufbahn beendende Julian Real (3) die Top-Torschützen, bei Spandau trafen Marin Restovic, Yannek Chiru und Denis Strelezkij (je 2) am besten.

Quelle: Peter Röhle/Wasserfreunde Spandau 04

Wasserball – Bundesliga 2021/2022

Finale 4 / Playoff / Best of Five

5. Mai 2022

Waspo 98 Hannover – Wasserfreunde Spandau 04

16:9 (3:0,5:3,4:3,4:3)

Spielort: Volksbad Limmer, Stockhardtweg 6, 30453 Hannover

Der Kapitän kehrt nicht zurück

Pressefoto Credit: © Maximilian Franz

Die BR Volleys und ihre Fans müssen den Abschied einer den Verein und die Volleyball Bundesliga prägenden Figur hinnehmen. Der Kapitän und dreifache Deutsche Meister Sergey Grankin hat nach seiner Ankunft in Russland für sich entschieden, zur nächsten Saison nicht nach Deutschland zurückzukehren und stattdessen wieder in der heimischen Superliga zu spielen. Der Abgang des Olympiasiegers ist keine sportliche, sondern eine dem weltpolitischen Geschehen geschuldete Entscheidung.

„Granking“, „Maestro“, „Granisimo“: Sergey Grankin hat sich mit seinen Ausnahmefähigkeiten in vier Jahren bei den Berlin Recycling Volleys einige Spitznamen verdient und mindestens so viele Titel gewonnen. Dreimal wurde der Russe mit dem Hauptstadtclub Deutscher Meister (2019, 2021, 2022) und holte vor mehr als 10.000 Zuschauern den DVV-Pokal (2020). Zudem führte der 37-Jährige die Mannschaft in den letzten beiden Jahren als Kapitän auf das Spielfeld und dabei zweimal in das Viertelfinale der CEV Champions League. Neben Erfolgen bei allen drei Supercup-Teilnahmen (2019, 2020, 2021) stehen insgesamt 23 MVP-Medaillen in der Bundesliga und vier der neugeschaffenen BOUNCE HOUSE-Awards zu Buche. Viel mehr geht nicht!

„Was Sergey für unseren Verein in vier Spielzeiten geleistet hat, ist schlicht großartig. Er war die Lichtgestalt der Bundesliga. Seiner Qualität und Führungsstärke war es maßgeblich zu verdanken, dass uns im diesjährigen Playoff-Finale das Comeback geglückt ist und wir den 0:2-Rückstand noch gedreht haben“, sagt Geschäftsführer Kaweh Niroomand und erklärt, warum es nun dennoch zum schmerzlichen Abschied kommt: „Die nach reiflicher Überlegung getroffene Entscheidung ist ihm wirklich sehr schwergefallen, aber die politischen und familiären Umstände machen ein weiteres Engagement im Ausland schwierig. Bei uns sind seine Beweggründe auf Verständnis gestoßen. Deshalb haben wir seinem Wunsch entsprochen und den Vertrag aufgelöst.“ Obwohl sich Grankin auch in Berlin längst heimisch fühlte, wird der Zuspieler somit seinen ursprünglich noch bis 2023 laufenden Kontrakt nicht erfüllen. Trotz der vier Jahre in Deutschland ist er in seinem Heimatland eng verwurzelt und sieht die private Zukunft bei und mit seiner Familie in Russland.

Zum Abschied sagt Grankin selbst: „Ich möchte mich bei allen für vier unheimlich schöne Jahre in Berlin bedanken. Ich habe es genossen, für diesen Verein und in dieser Atmosphäre der Max-Schmeling-Halle zu spielen. Ich hoffe, in der aktuellen Situation kann man meine Entscheidung dennoch nachvollziehen. Eure Unterstützung war immer fantastisch. Danke!“ Sein neuer Verein ist noch nicht offiziell bekannt.

Die Spuren, die der Regisseur in Berlin hinterlässt, könnten tiefer kaum sein: Als Grankin im Januar 2019 zu seiner ersten und einzigen Auslandsstation nach Deutschland kam, ging sportlich direkt ein Ruck durch die Mannschaft, der noch zum Titelgewinn führte. Von Monat zu Monat taute der zunächst kühl wirkende Russe auf, bewies zu seiner ganzen sportlichen Klasse auch Nahbar- und Herzlichkeit. Auf diese Weise war Grankin nicht nur Zuschauermagnet im Volleyballtempel, sondern auch in den anderen Arenen der Liga. Ihn – vor allem in Kombination mit Benjamin Patch – auftreten und spielen zu sehen, hat viele neue Fans angezogen. Bei den letzten beiden Meistertiteln 2021 und 2022 unterstrich der Weltklassespieler in den entscheidenden Phasen eindrucksvoll seinen Wert für die Mannschaft.

Somit macht Kaweh Niroomand auch deutlich: „Sergey Grankin wird mit seiner Persönlichkeit und Qualität nicht zu ersetzen sein. Wir werden trotzdem versuchen, diese riesige Lücke bestmöglich zu schließen“, ist der 69-Jährige sich der Schwierigkeit der Aufgabe für Management und Trainerteam bewusst. Zweifellos wird Sergey Grankin in die Geschichte der Volleyball Bundesliga als einer ihrer besten Zuspieler aller Zeiten eingehen.

Quelle: Christof Bernier/BR Volleys

Hertha rettet sich

Um ehrlich zu sein, auch der Kommentator gehörte zu den Skeptikern, was die Chancen der „Alten Dame“ für das Rückspiel in Hamburg anging. Das Fünkchen Hoffnung näherte sich rein aus der Tatsache, dass lediglich ein einziges Tor aufzuholen war. Zudem äußerte mein Kollege Frank Toebs:“Fußball ist ein verrückter Sport und man hat schon die tollsten Dinge erlebt.“ Wir hatten beide kurz zuvor das Endspiel um den Berliner AOK-Pokal gesehen, als der VSG Altglienicke durch gleich zwei Treffer in der Nachspielzeit der Sieg entrissen wurde.

Hertha versuchte ein schnelles Tor zu erzielen, ging, wie man so sagt, sofort vorne drauf. Erzwang gleich einen Eckball und nach nur vier Minuten war der Rückstand aus dem Hinspiel wettgemacht. Besser ging es nicht. Hertha Kapitän Boyata und Belfodil stiegen gemeinsam zum Kopfball hoch, vielleicht wurde der HSV Keeper dadurch leicht irritiert, das Ding war drin. Die Stimmung Volkspark gleich einmal etwas eingefroren und den HSV zum Nachdenken gebracht.

Mit zunehmender Spieldauer zeigten die aufgebotenen Herthaner eine in dieser Spielzeit selten gesehene mannschaftliche Geschlossenheit. Da ackerte einer für den anderen. Zu erwähnen ist, dass Kevin-Prince Boateng fast das gesamte Spiel absolvierte und seinen Beitrag als „agressiv-leader“ auf dem Platz ausfüllte. Er sah nach 30 Minuten die erste Gelbe Karte des Spiels.

Die Abwehr stand sicher, vor allem der im Hinspiel so schmerzlich vermisste Ascacibar räumte als einziger Sechser konsequent vor Abwehr auf. Auf den Außenverteidiger-Positionen ließen die beiden Routiniers Pekarik und Plattenhardt wenig zu. Im Tor hatte Christensen nicht allzu viel zu tun. Am Ende zählte die Statistik 10 Torschüsse für den HSV. Davon waren lediglich zwei richtig gefährlich.

Ähnlich verhielt es sich für den HSV-Keeper Heuer Fernandez. Der musste allerdings in der 63. Minute erneut den Ball passieren lassen. Diesmal war es ein direkt verwandelter Freistoß von Plattenhardt. Halblinks, ziemlich spitzer Winkel, direkt mit Schnitt auf das Tor gezirkelt, was für ein Traumtor vor der Tribüne, wo sich die ganz beinharten HSV versammeln. Die endgültige Entscheidung verpasste Jovetic, der frei auf den Torwart zulaufen konnte, leider zu zentral abschloss.

Nach einer über sechsminütigen Nachspielzeit beendete Schiedsrichter Aytekin die Partie und somit war es amtlich. HSV Ikone Felix Magath hatte seine Mission erfüllt. Zudem bleibt sein Nimbus, als Trainer niemals abgestiegen zu sein, weiter erhalten.

Hertha bleibt das Schicksal eines erneuten Abstiegs erspart und der HSV muss einen neuen Anlauf nehmen. Hinzu kam die Tragik des aktuellen HSV Spielers Jonas Meffert. Er scheiterte bereits zum dritten Mal in der Relegation. 2015 mit dem Karlsruher SC, pikanterweise am HSV, er war es, der das umstrittene Handspiel begangen haben soll, das zu dem Freistoß führte, der das entscheidende Tor für den Verbleib in der Bundesliga ermöglichte. Im vergangenen Jahr 2021 verlor er als Spieler von Holstein Kiel gegen den 1. FC Köln, der Rest ist bekannt.

Berlin darf sich in der kommenden Saison wieder auf ein Stadtderby freuen, Hamburg auch und Felix Magath will Holzhacken gehen.

Hans-Peter Becker

Die Wasserfreunde leben noch

In der Finalserie um die 101. Deutsche Meisterschaft, in der am Mittwoch Spiel Nummer 4 der maximal fünf Vergleiche ansteht, haben die Wasserfreunde den ersten Sieg errungen. Titelverteidiger Waspo wollte sich am Sonntag in Berlin mit dem dritten Sieg bereits als erneuter Champion feiern lassen, doch daraus wurde nichts, nachdem Rekordmeister Spandau nach einem über drei Viertel starken Auftritt nach einer sieben-Tore-Führungen einen am Ende doch noch wackelnden 14:13-Erfolg ins Ziel brachte. Hintergrund war dabei, dass die Wasserfreunde durch 2 rote Karten ihrer beiden Spitzenspielern Dedovic (2. Viertel) und Kholod (3. Viertel) 2 Strafwürfe hinnehmen mussten und zusätzlich 4 Minuten in Unterzahl spielten. Doch am Ende konnten die Wasserfreunde das Match gewinnen und haben somit in der Serie auf den Gesamtstand von 1:2 verkürzt.

Waspo ließ trotzig verlauten, dann mache man das Meisterstück eben am Mittwochabend daheim im Freibecken des Volksbades Limmer. Aber für Spandau war das Berliner Match ein echter Mutmacher. Gelänge ein Auswärtscoup zur Wochenmitte, eröffnet sich die wunderbare Aussicht auf ein Finale furioso mit der fünften Begegnung am Samstag darauf in Schöneberg. Das würde erstmals auch den Playoff-Titelgewinn eines Teams bedeuten, das mit 0:2 Siegen in die Bestenermittlung gestartet ist.

Zweifellos, Hannover bleibt Favorit, aber vielleicht ist es genauso diese allgemeine Erwartungshaltung, die für die Niedersachsen eine Last sein kann, die ihnen schwer auf den Schultern liegt. Spandau ist mit seinem jungen Team über die drei Partien gewachsen. Spieler wie Yannek Chiru, Aleks Sekulic und Zoran Bozic konnten sich mit der meist erstmaligen längeren Endspielerfahrung deutlich profilieren. Laut scheidendem Headcoach Petar Kovacevic (der nach Frankreich wechselt) und Präsident Stamm „soll das ein Anfang einer hoffnungsvollen Entwicklung sein“.

Quelle: Peter Röhle/Wasserfreunde Spandau 04

Wasserball-Bundesliga 2021/22

Playoff Finale 4

5. Mai 2022

Waspo 98 Hannover – Wasserfreunde Spandau 04

Spielbeginn: 18:00 Uhr

Spielort: Volksbad Limmer, Stockhardtweg 6, 30453 Hannover

Viktoria holt sich den Pott

Am Abend wurde das jährliche Hochamt des Profifußballs zelebriert. Im Berliner Olympiastadion holte RB Leipzig in einer dramatischen Auseinandersetzung mit dem SC Freiburg den ersten Titel der Vereinsgeschichte. Es war restlos ausverkauft, eine Zusatztribüne errichtet, so konnten 74.322 Zahlende ins Stadion.

Zu mittäglicher Stunde desselben Tages, nur wenige Kilometer vom Olympiastadion entfernt, fand im Rahmen des Tages der Amateure das Endspiel um den Berliner Pokal statt. Bedauerlich, das muss man sagen, fast unter freiwilligem Ausschluss der Öffentlichkeit. Lediglich 1.215 Zahlende gab der wieder als Stadionsprecher engagierte Karsten Holland bekannt. Dabei war es eine alles andere als unattraktive Paarung im neuen Endspielort, dem Mommsenstadion. Der leider nun ehemalige Drittligist Viktoria spielte gegen die VSG Altglienicke. Es war ähnlich dramatisch, wie Stunden später im Olympiastadion.

Die Mannschaft, die die Saison im halbwegs bezahlten Fußball verbracht hatte, bestimmte über weite Strecken das Spiel. Nur das erste Tor im Spiel gelang den Volkssportlern, in der 40. Minute überwand Uzan Tugay den Torwart mit einer Bogenlampe. Philip Sprint sah da nicht gut aus. Es war das Tor aus dem Nichts, was sich so rein gar nicht andeutete.

In der zweiten Halbzeit hatte Viktoria weiter die größeren Spielanteile, während Altglienicke leidenschaftlich verteidigte und einige gefährliche Konter inszenierte. Der in der 60. Minute eingewechselte Paul-Vincent Manske hatte zweimal die Vorentscheidung auf dem Fuß und scheiterte.

Fotos:© Hans-Peter Becker

Der Traum vom Pokalsieg zerplatzte für den Regionalligisten auf die brutalst mögliche Weise. Zwei Tore in der Nachspielzeit durch Lukas Pinkert und Soufian Benyamina entrissen der Elf von Karsten Heine den Pott.

In der Pressekonferenz äußerte Heine seine Kritik an Schiedsrichter Pascal Wien. Eine Tätlichkeit von Viktoria-Kapitän Christoph Menz blieb ungeahndet. „Der Menzer hätte das Spiel nicht beenden dürfen.“ Trotzdem gratulierte er seinem Kollegen zum Sieg und Viktorias Trainer verkündete auf Nachfrage, dass er bei Viktoria nicht weitermachen wird. Sein Vertrag galt nur für die 3. Liga.

Im Kader der Himmelblauen wird es weitere Veränderungen geben. Umso bemerkenswerter war, dass sich die Mannschaft nach dem enttäuschenden Saisonende nochmals zu solch einer Energieleistung aufschwingen konnte.

Hans-Peter Becker

AOK Pokal Finale

21.05.2022 12:15 Uhr Mommsenstadion Berlin

VSG Altglienicke – FC Viktoria 1889 Berlin 1:2(1:0)

Mannschaftsaufstellungen

Viktoria: Sprint – Lewald – Makreckis (80. Hahn) – Theisen (77. Ogbaidze) – Küc – Falcao (65. Hovi) – Kapp – Seiffert – Jopek (65. Benyamina) – Pinckert – Menz

VSG Altglienicke: Bänge – Liebelt (ab 60. P.V. Manske) – Zeiger – Uzan (ab 69. Breitkreuz) – Derflinger (ab. 69. Skoda) – Inaler – Häußler – Belegu – J. Manske – Dem (ab 84. Pütt) – Brehmer

Schiedsrichter: Pascal Wien (SC Borsigwalde)

Assistenten: Fabian Zastrow, Marcel Mallassa, Gunnar Mielenz

Füchse für Saisonfinale gerüstet: 37:31 Sieg gegen Frisch Auf Göppingen

Der Hans, der Hans …der kann`s“ ! Mit diesem bewährten Schlachtruf feierte der Fan-Klub „Füchse-Power“ auch noch nach Spielende Hans Lindberg. Wieder mal war der Däne erfolgreichster Werfer der Gastgeber. Seine zehn Tore hatte er diesmal „gerecht“ aufgeteilt: Fünf vom 7-Meter-Punkt und fünf aus dem Spiel heraus. Wobei er dreimal nach unwiderstehlichem Sprint über das gesamte Spielfeld Konter erfolgreich abschloss.

Das Besondere ist dabei nicht nur Lindbergs konstant herausragende Form. Mit 213 Treffer ist er zur Zeit der Top-Goalgetter in der Bundesliga (85,3% Wurfeffektivität), sondern, dass er am 1.August seinen 41. Geburtstag feiern kann. Noch ist seine Vertragsverlängerung nicht offiziell verkündet worden. Sie scheint aber nur noch Formsache zu sein. Nicht nur Lindberg spielte gegen Frisch Auf Göppingen auf hohem Niveau. Die gesamte Füchse-Mannschaft präsentiert sich im Saisonendspurt in guter Form.

Rein tabellarisch war das Spiel gegen FA Göppingen ein Duell der Tabellen-Nachbarn – Vierter gegen Fünfter. Die Schwaben als die Besten vom „Rest“ der Bundesliga (hinter den „großen Vier“) hatten vor der Partie jedoch schon 13 Punkte Rückstand auf die Berliner.

Das Angriffsspiel der Füchse lief nach dem 0:1-Rückstand auf Hochtouren. Entscheidend absetzen konnten sie sich jedoch zunächst nicht, weil Göppingen nach Gegentoren mehrfach blitzschnell konterte und die noch nicht wieder formierte Füchse-Abwehr überraschte. Außerdem verzichtete Füchse-Coach Jaron Siewert lange Zeit auf Abwehrchef Viran Morros (der nach Saisonende in die Schweiz wechselt) und probierte verschiedene Deckungsvarianten aus. In der kämpferisch geprägten Partie konnten sich Berliner erst in der Schlussphase der ersten Hälfte absetzen. Zur Pause stand es 22:18

Nach Pause präsentierte sich Abwehr dann sattelfester und fand besseren Zugriff auf die Würfe der Göppinger. Dazu steigerte sich Torhüter Milosavljev (15 Paraden) und kaufte mit spektakulären Aktionen, u.a. ein gehaltener Siebenmeter von Nationalspieler Marcel Schiller) den Gästen den Schneid ab. In dem temporeichen Spiel ließ bei Gästen zunehmend die Konzentration nach. So gerieten die Füchse nicht mehr Gefahr und konnten den Gegner auf Abstand halten. Die 37 Tore sind Saisonbestwert für die Berliner.

Weiter geht es am Sonntag, 22. Mai, in Erlangen. Zeitgleich treffen am selben Tag die Mitkonkurrenten um den zweiten Tabellenplatz (Champions-League-Teilnahme) Flensburg und Kiel aufeinander.

Herbert Schalling

Für die Füchse erfolgreich: Wiede 6, Holm 4, Andersson 2, Lindberg 10/5, Beneke 1, Vujovic 4, Marsenic 7, Drux 2

Hertha steht am Abgrund

Die schlimmsten Befürchtungen werden war, selbst gegen den spielerisch limitierten HSV fand Hertha keine Mittel. Schlussendlich verloren sie, wenn auch etwas unglücklich, mit 0:1. Über das Niveau des Spiels muss nicht ein einziges Wort verloren werden. Beide stellten unter Beweis, warum sie nachsitzen müssen und nur der Glücklichere ans Ziel kommen wird.

Felix Magaths Betrachtung der Dinge nach dem Spiel war merkwürdig. Gefragt, ob seine Mannschaft hier wie ein Erstligist aufgetreten sei, „das ja, aber der HSV eben auch.“ Für mich bot die Hertha dagegen bereits eine zweitligareife Leistung. Sie fanden keine Mittel und ließen sich so auf das Niveau des HSV runterziehen. Ganze anderthalb Torchancen im gesamten Spiel, der Treffer von Belfodil konnte wegen einer Abseitsstellung nicht gegeben werden und in der Anfangsphase der zweiten Halbzeit versemmelte Jovetic eine gute Einschussmöglichkeit. Das war alles. Der HSV hatte im Gegenzug, nach der Möglichkeit durch Jovetic, den Fußballgott auf seiner Seite. Eine verunglückte Flanke von Reis segelte ins Tor.

Es bleibt ja noch das Rückspiel und mal ehrlich, da braucht Hertha schon ein kleines Fußballwunder. Für die maßlos enttäuschten Fans der Blau-Weißen bleibt die Hoffnung, die ja bekanntlich zuletzt stirbt. Wir können auch Otto Rehhagel zitieren, ziemlich genau vor 10 Jahren, es war am 10. Mai 2012, 1:2 Niederlage im Relegationshinspiel gegen Fortuna Düsseldorf, „noch sind wir nicht abgestiegen“.

Hans-Peter Becker

Mit Tsuiki geht die Sonne auf – ein Japaner für die BR Volleys

Die BR Volleys haben einen neuen Libero und Strahlemann aus dem Land der aufgehenden Sonne: Libero Satoshi Tsuiki wechselt aus Frankfurt in die Hauptstadt und unterschreibt an der Spree einen Zweijahresvertrag. Der 30-jährige Japaner ist damit der erste Spieler der Vereinsgeschichte aus Fernost.

© Pressefoto Credit: Corinna Beck

Ganze neunmal stand Satoshi Tsuiki den BR Volleys in der vergangenen Saison gegenüber. Mit den United Volleys Frankfurt, für die er insgesamt zwei Jahre lang aktiv war, kam es in Supercup, Pokal, Bundesliga und Playoffs zum Dauerduell mit den Berlinern. Dabei erhielt der Libero von seinem neuen Coach Cedric Enard dreimal die MVP-Medaille und war einmal in der Max-Schmeling-Halle notgedrungen sogar als Zuspieler im Einsatz. Zur kommenden Spielzeit wird der Japaner nun die Netzseite wechseln: „Das neue Trikot wird vielleicht kurze Zeit komisch für mich sein, denn so viele Vereinswechsel hatte ich in meiner Karriere noch nicht. Aber ich freue mich unheimlich auf diese neue Aufgabe. Die BR Volleys sind definitiv ein weltweit bekannter Klub und es ist für mich eine große Ehre, dieses Angebot aus Berlin bekommen zu haben“, formuliert Tsuiki seine Antrittsworte mit der typisch japanisch freundlichen und respektvollen Art.

Lange Zeit war der 1.74 Meter große Annahme- und Abwehrspezialist im Volleyball und in seiner Heimat als „Ide“ bekannt. Mit der Heirat nahm er den Namen seiner Frau Tsuiki an: „Mein Spitzname ist Sato. Das hätte ich gern auch auf dem Trikot stehen und so werde ich am liebsten genannt“. Von 2013 bis 2020 stand noch Ide auf dem Jersey, als er für die Toray Arrows aus Mishima City die Bälle verteidigte und im Jahr 2017 mit dem Club das Triple aus Pokal und nationaler sowie asiatischer Meisterschaft feierte. In Frankfurt konnte er mit dem Gewinn des DVV-Pokals 2021 ebenfalls einen großen Erfolg verzeichnen.

Tsuiki durfte während seiner Karriere also Volleyball aus zwei verschiedenen Welten kennenlernen: „In Japan wird der Sport in einem gut funktionierenden Konstrukt gespielt, aber die Professionalität ist nicht auf demselben Niveau wie hier. Die Spieler sind oft an die jeweiligen Firmen gebunden und nur wenige haben die Möglichkeit, sich wie ich im Ausland zu versuchen. Hier in Europa stehen die Ergebnisse und das Abschneiden viel stärker im Vordergrund. Es ist eine etwas andere Sicht auf den Sport. Mir gefällt diese ambitionierte Herangehensweise.“

BR Volleys Geschäftsführer Kaweh Niroomand schätzt nicht nur den spürbaren Ehrgeiz, sondern auch die Klasse des Neuzugangs: „Mit Satoshi Tsuiki gewinnen wir einen sehr flexiblen Libero hinzu, der in allen Bereichen eine hohe Qualität mitbringt. Was er kann, hat er in den vergangenen zwei Jahren in der Bundesliga eindrucksvoll bewiesen. Satoshi ist stabil in der Annahme, extrem stark in der Abwehr und hat ein gutes Zuspiel.“ Hinzukommt die japanische Mentalität, die in Person von Tsuiki erstmals ein BR Volleys Team bereichert: Extrem fleißig, sehr ehrgeizig und dabei zugleich zuvorkommend.

Durch den mutigen Schritt ins Ausland hatte „Sato“ sich im Jahr 2020 erhofft, den Sprung zu den Olympischen Spielen in Tokio zu schaffen, doch leider fand er bei den “Heimspielen“ damals keine Berücksichtigung. Auch diesen Sommer wird er statt bei der Nationalmannschaft „mit Reisen und etwas Arbeit in Japan verbringen“, bevor er sich in Berlin erneut für Olympia – dann 2024 in Paris – empfehlen will. „In Japan ist das Niveau unter den Liberos unheimlich hoch. Ich kämpfe um eine der bestbesetzten Positionen der Welt. Dennoch bleibt Olympia ein Ziel von mir.“ Auf dem Weg dorthin will der sympathische Neuzugang für die BR Volleys „in jedem Spiel die beste Leistung auf den Court bringen“.

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

Spandau will die Weichen für die Meisterserie stellen

Für diese beiden deutschen Wasserballvereine entwickeln sich die sportlichen Herausforderungen derzeit auf Höchsttempo: DSV-Pokal, Hauptrunde der Champions League und Best-of-Five-Finalserie der 101. Deutschen Meisterschaft. Zweimal waren bisher die Niedersachsen im Vorteil. Sie gewannen den Pokal und erreichten die Teilnahme am Final 8 der Champions League im Juni in Belgrad.

Jetzt geht es um die Meisterschaft. Am Mittwoch, 18. Mai steht in Hannoverschen Volksbad Limmer (18 Uhr) der Auftakt der Best-of-Five-Serie beim Hauptrunden-Zweiten Waspo an. Danach folgen am Samstag, 21. Mai und Sonntag, 22. Mai zwei Partien in Berlin-Schöneberg. Hat einer der beiden Rivalen danach bereits drei Siege auf dem Konto ist laut 04-Präsident Hagen Stamm „der Kuchen gegessen“. Ein Szenario, das nach den Erfahrungen vergangener Jahre durchaus möglich ist, denn in vielen Begegnungen war mit Gästeerfolgen der Heimvorteil praktisch außer Kraft gesetzt. Steht es nicht 3:0 für einen der beiden Titelbewerber, geht es weiter mit Spiel 4 in Hannover (25.5. in Hannover) und ein 2:2-Zwischenstand danach brächte das ultimative Finalmatch am 28. Mai in Berlin mit sich.

Über die Bedeutung des Auftaktmatches gibt es keine zwei Meinungen. „Mit einem Erfolg in die Serie zu gehen, gibt einen mentalen Vorsprung, aber entschieden ist damit gar nichts“, sagt Trainer Kovacevic. In das Duell am Mittwoch gehen die beiden Titelaspiranten mit annähernd gleichen Voraussetzungen. Sie bieten ihren besten Formationen auf. Spandau setzte zuletzt zunehmend auf die jungen Akteure. Hannover konnte sich auf seine routinierten, auch international für ihre Heimatländer erfolgreichen Spieler verlassen. In den Einzelpartien gegeneinander waren zwar die Berliner rein quantitativ sogar öfters siegreich, aber unterm Strich hatten die Niedersachsen die bessere Erfolgsquote.

Jetzt treffen die Kontrahenten zum sechsten Mal in Folge seit 2016 in der Finalserie aufeinander, insgesamt zum elften Male. Spandau hat den Titel letztmals 2019 gewonnen. Nach den beiden Triumphen 2020 und 2021 strebt Hannover nun den Dreier an. Spandau will genau das verhindern. „Wir sind gewappnet und werden alles einsetzen, was wir draufhaben. Dass dabei Kopf und Körper eine Einheit bilden müssen, liegt auf der Hand“, sagt der Trainer. In den Halbfinals gegen Ludwigsburg zeigte sich der Rekordmeister auf gutem Wege. Dort weiterzumachen und nicht stehenzubleiben, ist das Motto für die Endspielserie.

Quelle: Peter Röhle/Wasserfreunde Spandau 04

Jeffrey Jendryk zieht weiter

Pressefoto Credit: © Andreas Gora

Der US-Amerikaner Jeffrey Jendryk wird die BR Volleys mit noch unbekanntem Ziel verlassen. Nach seiner insgesamt dritten Saison im Berliner Trikot stellt sich der 26-Jährige zur nächsten Spielzeit einer neuen Herausforderung in einer anderen Liga. Nachdem sich der Mittelblocker im ersten Playoff-Finale eine Bänderverletzung zugezogen hatte, ist er inzwischen wieder vollständig genesen und geht mit dem Team USA in der Volleyball Nations League ans Netz.

Direkt vom College kommend überzeugte Jeff Jendryk schon in den Jahren 2018 bis 2020 bei den BR Volleys, ehe er sich anschließend in Polen bei Asseco Resovia Rzeszow versuchte. Nach seiner Rückkehr in die deutsche Hauptstadt war der Blockspieler in der zurückliegenden Spielzeit erneut ein unverzichtbarer Bestandteil der Mannschaft von Coach Cedric Enard. Aufgrund der Verletzung von Anton Brehme befand sich der US-Boy gemeinsam mit Nehemiah Mote im Dauereinsatz, bevor er sich im ersten Playoff-Endspiel gegen den VfB Friedrichshafen eine Bänderverletzung zuzog und deshalb im weiteren Verlauf der Finalserie nicht mehr eingreifen konnte.

Jendryk wurde vergangene Woche in den Kader der USA für die Volleyball Nations League berufen und will dort die Bühne nutzen, um sich für neue Aufgaben zu empfehlen. „Jeff hat wieder gezeigt, wie er auf seiner Position in der Bundesliga dominieren kann. Im Zusammenspiel mit Sergey war er im Angriff kaum zu stoppen. Wir wünschen ihm nur das Beste für seine nächste Station und sind uns sicher, dass er seine Karriere erfolgreich fortsetzen wird“, verabschiedet Geschäftsführer Kaweh Niroomand den zweifachen Deutschen Meister.

Jendryk selbst sendet zum Abschied einen lieben Gruß in Richtung der Berliner Fans: „Ich möchte mich bei allen im und um den Verein herzlich bedanken. Ohne euren ständigen Rückhalt hätten wir niemals eine derartig erfolgreiche Saison spielen können. Ich wünsche den BR Volleys und allen, die es mit dem Klub halten, weiterhin ganz viel Glück und neue Erfolge. ‘Jungle Cat‘ sagt Tschüss!“

Quelle: Christof Bernier/BR Volleys