Die Wasserfreunde leben noch

In der Finalserie um die 101. Deutsche Meisterschaft, in der am Mittwoch Spiel Nummer 4 der maximal fünf Vergleiche ansteht, haben die Wasserfreunde den ersten Sieg errungen. Titelverteidiger Waspo wollte sich am Sonntag in Berlin mit dem dritten Sieg bereits als erneuter Champion feiern lassen, doch daraus wurde nichts, nachdem Rekordmeister Spandau nach einem über drei Viertel starken Auftritt nach einer sieben-Tore-Führungen einen am Ende doch noch wackelnden 14:13-Erfolg ins Ziel brachte. Hintergrund war dabei, dass die Wasserfreunde durch 2 rote Karten ihrer beiden Spitzenspielern Dedovic (2. Viertel) und Kholod (3. Viertel) 2 Strafwürfe hinnehmen mussten und zusätzlich 4 Minuten in Unterzahl spielten. Doch am Ende konnten die Wasserfreunde das Match gewinnen und haben somit in der Serie auf den Gesamtstand von 1:2 verkürzt.

Waspo ließ trotzig verlauten, dann mache man das Meisterstück eben am Mittwochabend daheim im Freibecken des Volksbades Limmer. Aber für Spandau war das Berliner Match ein echter Mutmacher. Gelänge ein Auswärtscoup zur Wochenmitte, eröffnet sich die wunderbare Aussicht auf ein Finale furioso mit der fünften Begegnung am Samstag darauf in Schöneberg. Das würde erstmals auch den Playoff-Titelgewinn eines Teams bedeuten, das mit 0:2 Siegen in die Bestenermittlung gestartet ist.

Zweifellos, Hannover bleibt Favorit, aber vielleicht ist es genauso diese allgemeine Erwartungshaltung, die für die Niedersachsen eine Last sein kann, die ihnen schwer auf den Schultern liegt. Spandau ist mit seinem jungen Team über die drei Partien gewachsen. Spieler wie Yannek Chiru, Aleks Sekulic und Zoran Bozic konnten sich mit der meist erstmaligen längeren Endspielerfahrung deutlich profilieren. Laut scheidendem Headcoach Petar Kovacevic (der nach Frankreich wechselt) und Präsident Stamm „soll das ein Anfang einer hoffnungsvollen Entwicklung sein“.

Quelle: Peter Röhle/Wasserfreunde Spandau 04

Wasserball-Bundesliga 2021/22

Playoff Finale 4

5. Mai 2022

Waspo 98 Hannover – Wasserfreunde Spandau 04

Spielbeginn: 18:00 Uhr

Spielort: Volksbad Limmer, Stockhardtweg 6, 30453 Hannover

Wasserfreunde weiter auf dem Trockenen

Für die Wasserballer von Spandau 04 fällt am Samstag bereits das dritte Pflichtspiel in Folge pandemiebedingt aus. Nach der Champions League-Auswärtspartie am 12. Januar bei OSC Budapest, die nach positiven Tests von neun Spielern und dem Trainer, der Ungarn nicht gespielt werden konnte und mit 10:0 für Spandau gewertet wurde, und dem bereits zuvor vom 15. Januar auf den 25. Februar verlegten Bundesliga-Spitzenspiel in Berlin gegen Waspo Hannover, fällt nun auch der DWL-Rückenrundenstart beim OSC Potsdam am 22. Januar aus.

Potsdam kann wegen einer großen Zahl von Ausfällen im Spielerkader und auch im Trainerstab keine spielfähige Mannschaft melden. Als nächste Spandau-Partie danach stünde der Rückrundenstart in der Champions League auf dem Programm, zu dem die Berliner am 25. Januar (19 Uhr) in Schöneberg erneut auf OSC Budapest treffen.

Quelle: Wasserfreunde Spandau 04/Peter Röhle

Wasserfreunde machen Finalteilnahme perfekt

Spiel 1

Titelverteidiger Waspo Hannover hatte bereits am Mittwoch beim ASC Duisburg mit 16:11 gewonnen, Vizemeister und Pokalsieger Spandau 04 zog am Freitagabend beim OSC Potsdam mit 14:6 nach. Damit waren die beiden Favoriten nur noch durch nicht zu erwartende Wasserball-Wunder vom Einzug in das fünfte bilaterale Duell in Serie um die Meisterkrone aufzuhalten.

Spandau reichte am Freitag, 14. Mai 2021 in der Schwimmhalle des Potsdamer Sportparks Luftschiffhafen eine Durchschnittsleistung zum souveränen Sieg, mit 7:3 waren zur Halbzeit die Weichen gestellt, dann verwalteten die Hauptstädter den Vorsprung.

Mehrfach-Torschützen für 04 waren Nikola Dedovic (3), Marin Restovic, Yannick Chiru, Marino Cagalj und Dmitri Kholod (alle 2). Auch der langzeitverletzte Kapitän Marko Stamm kam erstmals wieder zum Einsatz und trug einen Treffer zum Endresultat bei. Für Potsdam erzielte Lukas Küppers drei Treffer.

Spiel 2

Nach den klaren Halbfinal-Hinspielsiegen gegen ASC Duisburg und den OSC Potsdam haben Titelverteidiger Waspo Hannover und Pokalsieger Spandau 04 am Samstag den Einzug ins Best-of-Five-Endspiel um die 100. Deutsche Wasserball-Meisterschaft der Männer wie erwartet perfekt gemacht.

Die Finalserie “Best of Five“ beginnt am 19. Mai und endet spätestens am 29. Mai, wenn das Duell über die volle Distanz von fünf Partien geht. Der Final-Vergleich zwischen den Erzrivalen ist der fünfte in Serie. 2018 und 2020 hatte Hannover das Titel-Abo der Berliner (37-mal Meister seit 1979) durchbrochen.

Nach dem Hinspiel in Potsdam, das Spandau souverän mit 14:6 gewonnen hatte, wechselte Trainer Petar Kovacevic im Rückspiel zwei Spieler seines Kaders. Stammkeeper Laszlo Baksa machte Platz für Backup Max Vernet-Schweimer. Er konnte Baksa mit vielen guten Paraden bestens vertreten. Für Marko Stamm wurde Youngster Bence Haferkampf aufgestellt.

Spandau kam nur mit Mühe ins Spiel. Die Potsdamer Gäste waren motiviert und kampfstark, gingen mit 1:0 in Führung und lagen auch zur Halbzeit noch 4:3 vorn. Erst im dritten Spielabschnitt (4:0) zogen die Gastgeber in Front (7:4) und bauten dann die Führung im Schlussviertel noch auf 11:6 aus.

Die Top-Torschützen für Spandau waren Dmitri Kholod (4) und Lukas Gielen (2). Für den OSC waren Tomi Tadin und Reiko Zech zweimal erfolgreich.

Waspo Hannover ließ dem 16:11-Auswärtssieg in Duisburg im Rückspiel in eigener Halle gegen den ASCD ein deutliches 19:5 (12:1) folgen und zog damit ins mit Spannung erwartete Playoff-Finale der beiden besten deutschen Teams ein.

Quelle: Peter Röhle/Wasserfreunde Spandau 04

Der Favorit ist unter Druck – eine Chance für Spandau?

Der 11. Spieltag der Champions League-Hauptrunde in der Gruppe B ist für die Wasserfreunde Spandau 04 seit der Spielzeit 2014/15 im Königswettbewerb der Vereine bereits das achte Duell mit Ungarns Spitzenteam Szolnoki Dosza VSK. Waren die Spielausgänge 2014/15 und 2016/17 mit vier Siegen für die Magyaren in vier Partien – von Zehn- bis Vier-Tore-Differenz – jeweils deutlich, so hatte sich die David-gegen-Goliath-Rollenverteilung 2017/2018 schon ziemlich verändert. Am 29. November 2017 siegte Spandau im Schöneberger Schwimmbad umjubelt mit 10:9, ein knappes halbes Jahr später unterlag man in Nordungarn am 18. April 2018 knapp mit 8:9. Beide Teams qualifizierten sich damals als Gruppen-Dritter und -Vierter fürs Final 8 in Genua, belegten dort die Ränge 5 und 8.

Und auch die erste Begegnung beider Teams in der laufenden Saison verlief durchaus erfreulich für die Spandauer, die am 5. Dezember 2018 den Gästen in Schöneberg ein 9:9 abrangen, wobei nach zwischenzeitlicher 8:6-Führung Ende des dritten Viertels sogar mehr als ein Remis möglich schien. Auch die Partie am Mittwoch steht unter besonderen Vorzeichen, zumindest für die Gastgeber. Als aktueller Gruppen-Vierter mit 15 Punkten hinter Jug Dubrovnik (28), Busto Arsizio (Italien/22) und CL-Titelverteidiger Olympiacos Piräus (18) hätte Szolnok nach Momentan-Stand das Final 8 Anfang Juni in Hannover verpasst, weil der Gruppen-Letzte Waspo Hannover (6) als Gastgeber für eines der vier Endrunden-Tickets gesetzt ist und sich nur drei weitere Klubs qualifizieren.

Spandau dürfte nach Lage der Dinge aus dem Spiel um jene drei Finalplätze sein, aber in den nach Szolnok anstehenden Spielen gegen Piräus (H/13.4.), Zagreb (H/23.4.) und last but not least Jug Dubrovnik (A/15.5.) können die Berliner, in der Vorsaison noch Endrunden-Teilnehmer und Achter in Genua, zumindest so etwas wie das „Zünglein an der Waage“ werden. Szolnok ist dabei bereits eine Herausforderung dieses Charakters. In den CL-Wettbewerben seit 2014/2015 waren die Ungarn viermal in Serie stets unter den Top 6. 2015 belegte man Rang 6, 2016 war man nach 11:7-Sieg gegen Pro Recco Genua im Bronze-Match Dritter, 2017 folgte die Krönung zum Europachampion durch ein grandiose 10:5 gegen Jug Dubrovnik und 2018 bestätigte man mit Rang 5 gehobene Klasse. Doch in der laufenden Saison hatten die Ungarn nach einigen Abgängen von Beginn an Probleme. Das möchten sich die Spandauer zunutze machen.

Quelle: Peter Röhle / Wasserfreunde Spandau 04

Spandau gewinnt Nachbarschafts-Duell gegen Potsdam

Der Wasserball-Rekordmeister Spandau 04 hat am dritten Spieltag der A-Gruppe der Deutschen Wasserball-Liga seine „weiße Weste“ ohne Punktverlust gewahrt und den Ortsnachbarn OSC Potsdam am Samstag im Heimspiel in der Schwimmhalle Schöneberg souverän mit 18:3 geschlagen. Nach dem 18:7-Erfolg für die Berliner beim Vierer-Turnier um den DSV-Supercup vor Wochenfrist in Hannover, bei dem Spandau am Ende Zweiter und Potsdam Vierter wurde, war es bereits das zweite Duell der Nachbarn in dieser Saison .Auch mit der zweiten Besetzung, ohne den verletzten Kapitän Marko Stamm (Muskelriss im Bauchbereich, der vermutlich vier Wochen Pause bedeuten wird) sowie die pausierenden Mateo Cuk, Nikola Dedovic und Remi Saudadier, dominierte der Gastgeber die Partie gegen seinen Kooperationspartner.

Die Berliner erzielten ohne sich verausgaben zu müssen einen 18:3-Kantersieg gegen den vom Ex-Spandauer Weltklassetorwart Alexander Tchigir trainierten DM-Dritten der Vorsaison, der nach der Chancenverteilung noch klarer hätte ausfallen können. Nach dem verhaltenen 4:0-Startabschnitt baute das Berliner Team, das von Peter Röhle gecoacht wurde, weil Petar Kovacevic für zwei Bundesliga-Spiele gesperrt wurde, den Vorsprung gegen die ohne jeden Angriffsdruck agierenden Potsdamer bis zur Halbzeit auf 12:0 aus. Nach der Pause schaltete Spandau etwas zurück, sodass der OSC das Resultat etwas freundlicher gestalten konnte. Am kommenden Mittwoch wird es dann für die Wasserfreunde wieder deutlich anspruchsvoller werden. Dort tritt das Team von Trainer Petar Kovacevic zum dritten Champions-League-Spiel der laufenden Saison beim Titelverteidiger Olympiacos Piraeus an.

Quelle: Wasserfreunde Spandau 04

Wasserball-Champions League in Genua

Foto: W04

25 000 Euro und gefühlter Sieg gegen Gewinner Piräus. Der Vorhang ist gefallen, die Wasserball-Saison für die deutschen Vereine ist Geschichte. Für Spandau 04 ist sie am Samstag mit dem Final 8 der Champions League in Genua zu Ende gegangen. Dort dabei gewesen zu sein, war letztlich der größte Erfolg dieses Spieljahres, obwohl der achte Platz unter Europas Besten sich zunächst nicht so anhört. Die drei Partien vor Ort – vom Auftakt gegen den späteren Gewinner Olympiacos Piräus (5:6) über das Duell mit ZF Eger (6:10) bis zum Platz-Match um Rang 7 gegen AN Brescia (10:14) – zeigten indes bei allen Spezifikationen eine Gemeinsamkeit: Spandau 04 bewegt sich annähernd auf Augenhöhe mit den Topvereinen. Es fehlt vor allem an Konstanz und Kontinuität und an individuellen Details in Schlüsselsituationen. Es sind häufig Kleinigkeiten, aber am Ende entscheiden sie über den Sieg.

In allen drei Partien hatte Spandau – unterschiedlich verteilt auf die Spielzeit – jeweils eine starke und eine schwache Halbzeit. Am deutlichsten zeigte sich das Potenzial der Berliner beim Auftakt gegen Olympiacos Piräus, das später überraschend das Finale gegen den hohen Favoriten Pro Recco Genua mit 9:7 gewann. Die Griechen begannen gegen das Kovacevic-Team stark, verloren aber ihre Souveränität sofort, als Spandau ernsthaft gegenhielt und aus dem 1:4 ein 4:4 machte. 56 Sekunden vor Ultimo bekamen Marko Stamm & Co. bei 5:6 noch einmal den Ball und hätten mit einem weiteren Treffer ein entscheidendes Fünfmeterschießen erzwingen können. Dass es nicht dazu kam, daran hatten die Referees großen Anteil, die ein klares Piräus-Foul übersahen und den logischen Strafwurf nicht verhängten. „So blieb es ein gefühlter Sieg“, kommentierte Präsident Hagen Stamm.

Damit war das Halbfinale für Spandau passé, das nun bestenfalls noch Fünfter werden konnte. Auch in den Platzierungsspielen danach hatten die Berliner starken Phasen, die aber nicht ausreichten, um Verletzungen (Mateo Cuk), ein schwaches Überzahlspiel, Kräfteverluste und Defizite mal im Angriff, mal in der Abwehr auszugleichen. Platz 8 war da eine logische Folge, auch wenn sich der Außenseiter nie aufgab und wacker bis zum Turnierende kämpfte. Fakt ist: Spandaus guter Name im internationalen Vereins-Wasserball ist durch die Auftritte in Genua nicht beschädigt, sondern eher bestätigt worden. Im Endturnier (damals Final 4) der Champions League standen die Wasserfreunde letztmals 2003 an gleicher Stätte im Piscine Sciorba und wurden Vierter. Das wollte man diesmal vermeiden, aber es gelang letzten Endes nicht, obwohl der deutsche Rekordmeister, wie geschildert, durchaus nachwies, dass ihn gar nicht so viel von den Sieben davor trennt. Hätte Spandau den Auftakt gegen Piräus gewonnen, wäre das Team mindestens Vierter geworden – und wer weiß, was noch hätte folgen können? Manager Peter Röhle, als Torwart an den vier EC-Siegen der 80er beteiligt, kommentierte nach der Partie gegen die Griechen mokant: „Jetzt klopfen einem alle auf die Schulter, aber in der Konsequenz ist es dasselbe, als ob du 0:10 verloren hättest.“

Im Fortgang das Final 8 leisteten sich die Griechen ein solches Schwächeln nicht mehr, im Endspiel am Samstag düpierten sie Gastgeber Pro Recco Genua mit 9:7 und durften sich über 52 000 Euro Siegprämie freuen. Vor allem der kroatische Torwart Josip Pavic brachte die Azzurri mit Glanzparaden in Serie zur Verzweiflung, verdiente sich die Ehrung als MVP, Most Valuable Player, des Final 8 absolut zu Recht und brachte Top-Favorit Genua um den möglichen neunten Titel in der Champions League. Der bis dato letzte von Piräus datierte von 2002, damals gewann man in Budapest gegen Gastgeber Honved. Mit dem gefeierten Sieg vor 2500 Zuschauern im Piscine Sciorba waren die Startprobleme gegen Spandau vergessen.

Bei den Berlinern, als krasser Außenseiter ans Mittelmeer gereist, hielt sich die Enttäuschung über Rang 8 in Grenzen. Trainer Kovacevic lobte das Team für den „guten Job“ gegen Piräus und fasste die beiden Auftritte der Platzierungsrunde so zusammen: „Es war jeweils dasselbe, wir begannen gut, erarbeiteten eine sichere Führung, aber konnten sie nicht halten.“ Der Hauptgrund für den Abbau war aus seiner Sicht das Pensum von acht Spielen in 15 Tagen und „das war für zu viele im Team zu viel am Ende der Saison“. So blieben die Berliner in diesem Jahr ohne Titel. Immerhin durfte man sich mit dem internationalen Comeback des ersten Endrunden-Auftritts in der Champions League seit 2003 mit einer kleinen finanziellen Aufwandsentschädigung trösten lassen. Als Achter bekamen die Berliner noch 25 000 Euro der 381 000 Euro Gesamtpreisgeld.

Coach Petar Kovacevic resümierte: „Wir haben eine Menge aus diesem Turnier gelernt und hoffen im nächsten Jahr mit einem stärkeren Team zurückzukommen.“ Dann wird das Final 8 übrigens in Hannover stattfinden. Die Teamplanungen sind bereits im vollen Gange – nach der Saison ist vor der Saison. Die meisten Personalien stehen fest. So zum Beispiel, dass der Holländer Lucas Gielen, der eine sehr starke Saison in Berlin ablieferte und von Waspo umworben wurde, weiter bei Spandau bleibt und den Vertrag verlängert.

Peter Röhle

Viertelfinale: Spandau 04 – Olympiacos Piräus 5:6 (0:2,1:1,3:2,1:1)
Platzierungsrunde: 5-8: Spandau 04 – ZF Eger 6:10 (3:2,0:2,0:1,3:5)
Spiel um Platz 7: Spandau 04 – AN Brescia 10:15 (4:3,4:2,0:5,2:4)

Finale: Olympiacos Piräus – Pro Recco Genua 9:7 (2:1,2:3,3:2,2:1)

Endstand: 1. Piräus 2. Genua, 3. CNA Barceloneta, 4. Jug Dubrovnik, 5. Szolnoki VSK, 6. ZF Eger, 7. AN Brescia, 8. Spandau 04.

Deutscher Wasserball-Pokal und Champions-League Hauptrunde

Vergebene Pokalchance – Halbfinale: Spandau 04 – ASC Duisburg 19:3 (3:0,6:0,6:2,4:1); Finale: Waspo 98 Hannover – Spandau 04 12:8 (2:1,3:1,3:4,4:2).

Champions League, Hauptrunde Gruppe B, 14. und letzter Spieltag

Mittwoch, 9. Mai, Schwimmhalle Schöneberg, 19.30 Uhr: Spandau 04 – Jadran Herceg Novi (Montenegro)

Größe kann ein Team auch in der Niederlage beweisen. Und das gilt auch für Fans. Den Sportlern wird Respekt für ihren Kampf und ihren Einsatz gezollt. Der Rekordmeister und -pokalsieger Wasserfreunde Spandau 04 verlor am Wochenende das DSV-Pokalfinale der Männer gegen den Erzrivalen Waspo 98 Hannover mit 8:12. Damit erzielten die Berliner zwei Jahre in Folge keinen Sieg im zweitwichtigsten nationalen Wettbewerb. Das gab es seit Beginn der Berliner Wasserball-Dominanz 1979, die bislang zu 36 Meister- und 31 Pokaltiteln geführt hat, noch nie. Sieht man einmal von der Ausnahmesituation Ende der 80er ab, als der Kampf um den „Pott“ 1988 wegen der Olympiavorbereitung ausfiel und dem 04-Pokalsieg von 1987 erst 1990 der nächste folgte.

Waspo 98 Hannover siegte mit seiner vor allem auf dem Balkan rekrutierten Startruppe verdient, verteidigte den Titel aus dem Vorjahr, als man Spandau schon im Halbfinale mit 9:4 ausgeschaltet hatte, souverän. Zu Beginn des zweiten Viertels lag das Team von Trainer Karsten Seehafer mit 4:1, zur Pause mit 5:2 vorn. Das setzte Spandau permanent unter Druck, das damit nur phasenweise richtig umgehen konnte. Nur schwer fanden die Berliner im Angriff kreative und gute Lösungen. Über die Centerposition gelang im Gegensatz zu Waspo wenig. „Wir waren von Beginn an nicht richtig im Spiel und haben auch im weiteren Spielverlauf den Code, Hannover zu knacken, nicht gefunden. Waspo hat absolut verdient gewonnen“, musste auch 04-Präsident und Bundestrainer Hagen Stamm anerkennen.

Auf Spandauer Seite waren Kapitän Marko Stamm (3 Tore) und Lukas Gielen (2) die auffälligsten Akteure, von den anderen aber kam insgesamt zu wenig Hilfe, sodass das eigentliche 04-Plus im Vergleich zu Hannover – die Team-Geschlossenheit – nicht zum Tragen kam. „Waspo war stark, aber wir haben den Schlüsselspielern zu viele Möglichkeiten gelassen, ihre individuelle Klasse auszuspielen. Das einzige Gute daran ist: Wir wissen jetzt, was wir besser machen müssen“, resümierte Trainer Petar Kovacevic.
Das nächste wichtige Match der Berliner folgt am kommenden Mittwoch. Dann empfangen sie in der Schwimmhalle Schöneberg am 14. und letzten Spieltag der Champions-League-Hauptrunde die Montenegriner von Jadran Herceg Novi. Und zwar ohne Druck – wie auch in den Vorjahren beim finalen Hauptrundenauftritt im Königswettbewerb. Allerdings unter total anderen Vorzeichen: Denn 2018 haben die Kovacevic-Mannen die Qualifikation bereits erreicht (Final 8 in Genua, 7.-9.6.). Die bisherige Saisonbilanz der Wasserfreunde in der Champions League: fünf Heimsiege, eine Niederlage (9:10 gegen Pro Recco Genua); drei Auswärtserfolge, vier Niederlagen.

Mit Herceg Novi haben die Wasserfreunde noch eine Rechnung offen: Ende Oktober begannen die Berliner am 1. CL-Spieltag ihre Rückkehr in den erweiterten Kreis europäischer Top-Teams in Montenegro mit einer Niederlage (deutliche 5:11). „Allein das ist Motivation genug, uns bei den Fans mit einer guten Leistung zu bedanken.“ Und die Fans sollten „mit den Füßen Danke sagen“ bei ihrer Mannschaft für eine bislang weitgehend gelungene Saison und ihr Team feiern!

Peter Röhle

Champions-League 2017/2018 – Niederlage in Eger

ZF Eger – Wasserfreunde Spandau 04 8:4 (2:2,1:2,2:0,3:0). Torschützen: N. Dedovic 3, S. Pjesivac 1.

Fazit: Die Wasserfreunde sind näher am Punktgewinn als das Ergebnis aussagt.

Den zehnten Saisonauftritt in der Champions-League-Gruppe A beim Vorjahres-Vierten des Königswettbewerbs ZF Eger haben die Wasserfreunde Spandau 04 am Mittwochabend in Nordungarn mit 4:8 (2:2,2:1,0:2,0:3) verloren. Aber selten war die Formulierung, dass der Unterlegene das Becken „erhobenen Hauptes“ verlassen konnte, so zutreffend. Trotz Verletzungsausfall der Nationalspieler Mateo Cuk und Dennis Strelezkij verkauften sich die Gäste gegen den Favoriten ausnehmend gut, zeigten wohl ihre bislang stärkste Auswärtspartie in der Champions League. Eger, das auf Revange für das Sensations-9:10 am 20. Dezember in Berlin sann, registrierte verblüfft, dass die Spandauer Widerstand auf Augenhöhe leisteten. 2:2 hieß es nach dem ersten, gar 4:3 nach dem zweiten Viertel für den deutschen Rekordmeister.

Im Angriff überzeugte vor allem der seit Wochen starke Nikola Dedovic mit drei Treffern. Leider konnte das Team von Trainer Petar Kovacevic die effektive Phase im Angriff nach der Pause nicht fortsetzen. Obwohl die Spieler weiter hart und zupackend verteidigten, sodass den ungarischen Stars als Antwort nicht allzu viel einfiel, mussten sich 18:42 Minuten ohne 04-Treffer am Ende auswirken. Eger zog nach dem Ausgleich zum 4:4, dem eine verpasste Spandauer Chance von Lukas Küppers vorausging, trotz sichtbarer Mühe davon. Bis anderthalb Minuten vor Schluss war beim 6:4-Zwischenstand für Eger der Ausgang noch offen. Doch dann brachten zwei späte Tore das den wirklichen Spielverlauf nicht widerspiegelnde 8:4-Endresultat.

Die „tiefe Bank“ der Gastgeber (sieben Torschützen, bei Spandau nur zwei mit Dedovic/3 und Pjesivac/1) gab letztlich den Ausschlag. Auf der LEN-Website wurde „Eger out-powered the Germans in the second half“ kommentiert. Das Gute am 10. Spieltag der Gruppe A: Die Resultate haben das Ranking im Grunde bestätigt und kaum verändert. Genua, als Gastgeber sowieso für das Final 8 im Juni gesetzt, bleibt souveräner Erster (27 P.), auch Eger (22) und Szolnok (21) dürften sicher auf dem Weg in die Endrunde sein. Und Spandau 04 (18) müsste sich in den vier Restpartien ziemlich dumm anstellen, um die Fünf- bzw. Sechs-Punkte-Vorsprünge auf Jadran Herceg Novi und Steaua Bukarest im Kampf um den vierten Platz fürs Final 8 noch zu verspielen.

Aktueller Gruppen-Stand:
Genua 27 P., 2. Eger 22, 3. Szolnok 21, 4. Spandau 18, 6. Herceg Novi 13, 7. Steaua Bukarest 12, 7. CN Sabadell/Span. 6, 8. Alphen/Nied. 0 – (Sieg 3 P., Remis 1)

­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­Anders als eine Reihe von internationalen Niederlagen in den Jahren zuvor war die aktuelle in Eger nicht ernüchternd, sondern vielmehr Mut machend. Das gilt auch für die Deutsche Meisterschaft, deren entscheidende Phase jetzt beginnt. Am kommenden Wochenende werden die beiden finalen Spieltage der Hauptrunde ausgetragen. Anschließend stehen die Platzierungen und Ansetzungen für Playoffs und -downs weitgehend fest. Spandau empfängt am Samstag und Sonntag den ASC Duisburg und Bayer Uerdingen zu zwei Heimspielen, kann aber unabhängig von den Ergebnissen wohl höchstens noch Zweiter der Hauptrunde werden. Es sei denn, Waspo würde sich völlig unerwarteter Weise noch einen Punktverlust leisten.

Aktuell geht Spandau dank des besseren Torverhältnisses im Vergleich zu den Niedersachsen als Spitzenreiter ins Wochenende. Sind beide Teams auch im Anschluss noch punktgleich, entscheidet der direkte Vergleich: Spandau gewann in Hannover 10:7, Waspo in Berlin 11:7. Träfen sich beide Teams im Best-of-Five-Meisterschaftsfinale ab 23. Mai wieder, hätte Hannover den Heimvorteil im entscheidenden Spiel.

Deutsche Wasserball-Liga (DWL)
2017/2018 13. und 14. Spiel

  1. März 2018
    ASC Duisburg – Wasserfreunde Spandau 04
    Spielbeginn: 16:00 Uhr

  2. März 2018
    Bayer Uerdingen – Wasserfreunde Spandau 04
    Spielbeginn: 14:00 Uhr
    Spielort: Sport- und Lehrschwimmhalle Schöneberg
    Sachsendamm 11, 10829 Berlin

Peter Röhle

Potsdam verliert gegen Wasserfreunde unter Wert

Foto: Wasserfreunde Spandau 04

22:2 (5:0, 6:0, 5:0, 7:3). Die Wasserfreunde haben den Schwung, den sie am vergangenen Mittwoch aus dem Sieg gegen Szolnok (10:9), dem Champions-League-Sieger der vergangenen Saison, ziehen konnten, in das DWL-Spiel gegen den OSC Potsdam mitnehmen können. Trainer Petar Kovacevic forderte die volle Konzentration seiner Spieler für die gesamte Spielzeit. – Und sein Team enttäuschte ihn nicht. Die besten Torschützen waren Marko Stamm und Ben Reibel mit jeweils 5 Toren. Torschützen. M. Stamm, B. Reibel, 5, S. Pjesivac, L. Küppers 3, M. Jüngling 2, N. Dedovic, D. Strelezkij, T. Negrean, M. Restovic 1

Die Spandauer haben in diesem Jahr noch drei schwere Spiele zu bestreiten. Bereits am nächsten Samstag um 20:30 Uhr wird das 4. CL-Spiel der laufenden Saison in den Niederlanden, bei ASZ Alphen, angepfiffen. Kovacevic warnt sein Team davor, überheblich an den Start zu gehen. Kein Team, das in der Preminilary Round der CL antritt, ist zu unterschätzen. Am 16.12.2017 müssen die Berliner nach Hannover zum Spitzenspiel in der DWL gegen W98 Waspo Hannover (Spielbeginn:16:00 Uhr). Vier Tage später am 20.12.2017 gibt es dann das nächste Heimspiel gegen ZF Eger. Die Mannschaft aus Ungarn hat sich in den letzten Jahren stets für das Final-Six-Turnier qualifizieren können (Spielbeginn:19:30 Uhr).

Peter Röhle