Allen Widerständen zum Trotz

Entgegen schwierigen Vorzeichen gewannen die BR Volleys am Samstagabend den Klassiker bei den SWD powervolleys Düren und bleiben damit in der Volleyball Bundesliga unbesiegt. Mit 3:1 (25:10, 18:25, 25:20, 26:24) setzten sich die Berliner ohne ihren Cheftrainer Cedric Enard – und damit unter der Leitung von Lucio Oro – im Rheinland durch. Insbesondere dank der starken Leistung des Bounce House MVP Ruben Schott grüßt der Deutsche Meister daher weiter mit der maximalen Punkteausbeute (21) von der Tabellenspitze. Am Donnerstag (24. Nov., um 19.30 Uhr) wartet nun das wichtige Pokal-Heimspiel gegen die SVG Lüneburg.

Ohne Cedric Enard an der Seitenlinie mussten die BR Volleys in der Arena Kreis Düren antreten. Der Headcoach wurde, wie auch Libero Adam Kowalski, kurzfristig positiv auf COVID19 getestet und auf der Auswärtsreise umgehend isoliert. Somit traten alle elf negativ getesteten Berliner dem Corona-Protokoll der VBL folgend in Düren an. Mit Angel Trinidad fehlte ebenso der Kapitän im Kader der Hauptstädter (Mittelhandfraktur) und auch angesichts dieser personellen Rückschläge waren nicht nur die mitgereisten Fans gespannt: Wie würde das BR Volleys Team die erste Saisonniederlage unter der Woche in der Champions League verarbeiten? Diese Frage stand über dem Duell Erster gegen Zweiter vor 2.000 Zuschauern und die Reaktion der Berliner fiel durchaus eindrucksvoll aus. Im ersten Satz legten die Männer in Orange los wie die Feuerwehr. Düren kam nicht in Tritt und nach einer Aufschlagserie von Anton Brehme führte der Spitzenreiter schnell deutlich (9:3). Das eigene Spiel war im Fluss und die nächste lange Serie von Ruben Schott sorgte für ganz klare Verhältnisse (20:8). Zwei Blocks von Johannes Tille und Timothée Carle beschlossen den einseitigen Auftaktsatz, in dem die Powervolleys kaum Zugriff bekamen (25:10).

Düren hoffte mit Burggräf im Zuspiel auf einen Neuanfang im zweiten Satz und den gab es auch. Das Pendel schlug nun in ähnlicher Form in genau die andere Richtung aus. Ernastowicz legte eine starke Serie – inklusive drei Assen – hin und die BR Volleys verloren ihre Stabilität (5:13). Lucio Oro zog den Cody Kessel-Joker und die Hauptstädter konnten sich wieder etwas heranarbeiten (14:18). Zwei direkte Punkte von Burggräf und seine anschließende Jubel-Ehrenrunde sorgten aber für Ernüchterung bei den Berlinern (15:21) und den verdienten Satzausgleich (18:25).

Nach diesen Leistungsschwankungen auf beiden Seiten wurde Durchgang drei zur Schlüsselphase für den Ausgang des Matches. Jetzt hatte sich das Niveau der Teams angeglichen und Oro schickte mit Carle wieder einen wichtigen Punktesammler zurück auf die Platte (8:7, 16:14). Zwei Breaks per Ass von Schott und Block von Sotola brachten den BR Volleys den Vorteil (19:15). Antti Ronkainen sorgte in bekannter Manier für weiteren Druck im Aufschlag und so war dieser wichtige Satz zugunsten des Tabellenführers entschieden (22:16, 25:20).

Johannes Tille brachte, wann immer möglich, konsequent Brehme ins Spiel und so hatten auch seine weiteren Angreifer mehr Freiraum im Angriff (8:8). Es ging eng zu, obwohl Ronkainen erneut für wichtige Breaks sorgte (14:13). Die Berliner hatten auch Glück bei Schiedsrichterentscheidungen, wehrten einen Satzball ab (23:24) und profitierten dann von Ernastowicz Fehler im Sideout. Den ersten Matchball verwandelte Marek Sotola, der mit 20 Punkten Topscorer seiner Mannschaft wurde (26:24). Zum MVP wurde an diesem Abend aber Kapitän Ruben Schott gekürt. Der Nationalspieler führte sein Team durch schwierige Phasen und steuerte insgesamt drei Asse zum hart erarbeiteten Auswärtssieg bei.

Stimmen zum Spiel
Lucio Oro: „Wir haben wirklich klasse begonnen und das trotz der Sorgen im Vorfeld. Ich habe auch nach dem zweiten Satz jederzeit an die Mannschaft geglaubt. Es war ab Satz drei ein typisches Punkt-für-Punkt-Match ohne längere Serien. Am Ende haben wir auf unsere Stärken vertraut und uns durchgesetzt. Hier diese drei Punkte mitzunehmen, war alles andere als einfach und macht uns sehr glücklich.“

Ruben Schott: „Es war heute keine einfache Situation für uns. Wir haben Düren mit dem starken Beginn etwas aus der Fassung gebracht. Dass sie zurückkommen würden, war aber eigentlich klar. Sie haben in Satz zwei dann gut abgewehrt und wir sind im Angriff nicht mehr so durchgekommen. Das war insgesamt eine anstrengende Woche für uns, weil wir durchgängig unterwegs waren. Jetzt sind alle ziemlich platt. Wir freuen uns, mit diesem wichtigen Sieg endlich wieder nach Hause fahren zu dürfen, wo wir am Donnerstag Lüneburg im Pokal schlagen wollen.“

BR Volleys Formation
Timothée Carle + Ruben Schott (AA), Anton Brehme + Nehemiah Mote (MB), Johannes Tille (Z), Marek Sotola (D) und Satoshi Tsuiki (L) | Eingewechselt: Cody Kessel, Antti Ronkainen, Krauchuk

Topwerte
Sotola 20 Punkte | Carle 14 Punkte | Schott 12 Punkte, 3 Asse | Mote 3 Blocks

Quelle: Christof Bernier/BR Volleys

Pressefoto Credit: Florian Zons

Viktoria mit Mühe weiter

Im Achtelfinale des Berliner Landespokals trafen zwei Absteiger aufeinander. Viktoria, abgestiegen aus Liga 3 und Fortuna Biesdorf, nach drei Spielzeiten als Berlin-Ligist, jetzt wieder in der Landesliga unterwegs. Der bisherige Saisonverlauf verlief für beide durchwachsen. Einige Gemeinsamkeiten, doch die Favoritenrolle war klar auszumachen. Zwei Spielklassen liegen dazwischen und während Viktoria unter Profibedingungen arbeiten kann, ist bei der Biesdorfer Fortuna alles amateurhaft. Trainer Thoralf Dominok ist, wie seine Spieler, für eine Aufwandsentschädigung tätig.

Um so bemerkenswerter, dass es nach der regulären Spielzeit 0 : 0 stand. Viktoria war bei gefühlt 90% Ballbesitz, leistete sich dabei viel Leerlauf. Fortuna stemmte sich mit zwei Viererketten dagegen und hoffte auf den Glückstreffer. Insgesamt fünf Torchancen wurden bis zum ersten Schlusspfiff erzielt.

Die Nachspielzeit hatte es in sich. In der 93. Minute brachte Fatih Baca mit einer Kopfballbogenlampe den Regionalligisten in Führung und es sprach fast alles für einen Sieg des Favoriten. Ein katastrophaler Abwehrfehler führte zum 1 : 1. Anthony Worm war der Torschütze in der 101. Minute. Es wurde langsam dunkel und der Naturrasenplatz Am Grabensprung in Biesdorf verfügt über kein Flutlicht. Es wurde bereits spekuliert, ob das drohende Strafstoßschießen auf den Kunstrasenplatz ausgetragen werden muss, dort sind Flutlichter montiert, um bei Dunkelheit trainieren zu können. Erstaunlicherweise ließ der Landesligist konditionell nicht nach, blieb im Angriff zu harmlos, während Viktorias Abschlussschwäche eine Entscheidung verzögerte.

Der Schlussakkord in diesem Spiel sorgte für reichlich Diskussionsstoff. Der ansonsten gut leitende Schiedsrichter Rene Knopf übersah wohl ein Foulspiel von Viktoria Stürmer Phil Harres an Lucas Lindemann, der verletzt im eigenen Strafraum liegen blieb. Beide hatten sich im Verlaufe des Spiels einige direkte Duelle geliefert. Der Ball wurde nicht ritterlich ins Aus gespielt, sondern ins Tor, Schütze war der eingewechselte Samir Werbelow. Der amtierende Pokalsieger kam mit einem blauen Auge davon, eine Blamage wurde verhindert.

Hans-Peter Becker

Nachtrag zum Spiel

Der Verein Fortuna Biesdorf hat Videobilder von der Pokalpartie auf seiner HP veröffentlicht. Die in dem im Spielbericht angesprochene Szene ist zu total aufgenommen worden, um eine eindeutige Bewertung vornehmen zu können. War es an ein Foul, war es ein Schupser oder ist der Fortuna-Spieler Lindemann gar über die eigenen Beine gestolpert? Der Schiedsrichter-Assistent hatte, wie der Schiedsrichter, kein regelwidriges Verhalten erkannt, beide verständigten sich über die Szene. Lindemann blieb verletzt im Strafraum liegen und hob so, da das Spiel nicht unterbrochen wurde, mögliche Abseitsstellungen auf. Der Siegtreffer fiel, als der Spieler noch verletzt im Strafraum lag. Erst danach konnte der Verletzte behandelt werden. Es wurde ein Krankenwagen gerufen, die Verletzung stellte als ein Bruch des Schlüsselbeins heraus. Wir wünschen Lucas Lindemann gute Besserung.

Erneute Niederlage gegen Iserlohn

Am 21. Spieltag der DEL empfingen die Eisbären die Iserlohn Roosters zum zweiten Mal in dieser Saison. An das erste Zusammentreffen hatten die Eisbären keine guten Erinnerungen. Es war eine empfindliche 1:6 Niederlage. So war die Frage nach einer Revanche nicht unberechtigt. Nach einer passablen Anfangsphase mit einem Pfostentreffer folgte in der 6. Minute die kalte Dusche. Ex-Eisbär Kristopher Foucault erzielte mit einem platzierten Schuss den ersten Treffer im Spiel. Die Vorarbeit lieferte ein anderer Ex-Eisbär, Sven Ziegler. Das Pech blieb den Eisbären bis zur ersten Drittelpause treu. Ein Tor wurde nach Videobeweis nicht gegeben, der Schiedsrichter hatte kurz zuvor gepfiffen, dann scheiterte Leo Pföderl nach einem Alleingang an Hannibal Weitzmann und ein Powerplay blieb folgenlos. Besser machten es die Roosters und trafen durch Ryan O’Connor. Leider sah Eisbären Goalie Tobias Ancicka dabei unglücklich aus.

Das 2. Drittel verlief für die Eisbären nach dem Motto: Erst kein Glück und dann auch noch Pech. In der 26. Minute traf ein Schuss den Helm von Ancicka, den Abpraller verwertete Iserlohns Torjäger Kaspars Daugavins zur 3:0 Führung. Die Eisbären konnten noch innerhalb derselben Spielminute antworten. Im Gewühl vor dem Iserlohner Tor war es Frank Hördler, der den Puck ins Tor stocherte. Die Eisbären blieben bemüht, ein weiterer Treffer gelang nicht. Weitzmann zeigte Glanzparaden und den Eisbären blieb nur die Hoffnung auf den Schlussabschnitt.

Die Eisbären versuchten, das Tempo hochzuhalten und den Rückstand zu verkürzen. In der 46. Minute gelang Julian Melchiori der Anschlußtreffer zum 2:3. Die Hoffnungen auf etwas Zählbares zerstörten die Gäste in der 55. Minute. Ihr erstes Powerplay war erfolgreich, Casey Bailey schoss den Puck zum 4:2 für Iserlohn in die Maschen. Erfolgreich war für die Eisbären in der Schlussphase nur Yannick Veilleux, der sich einen Faustkampf mit Hubert Labrie lieferte und nach Punkten gewann. Mehr war nicht zu holen, für die Roosters hatte sich der Ausflug in die Hauptstadt erneut gelohnt. Die 10.138 Zuschauer am Freitagabend verließen bedrückt die Arena, lediglich eine kleine Kolonie von Fans der Sauerländer hatte Grund zu feiern.

Hans-Peter Becker

FC Hertha 03 von der Spitze verdrängt, Blau-Weiß 90 gibt auf

Nach dem 12. Spieltag freuten sich die Zehlendorfer, siegten über TuS Makkabi im Mommsenstadion mit 2:1 und kletterten mit 28 Punkten und 30:9 Toren an die Spitze der Tabelle der NOFV Oberliga Nord. Doch die Spitzenposition mussten sie am 13. Spieltag nach dem 1:1 Unentschieden im Heimspiel gegen MSV Neuruppin (6. mit 19 Punkten) wieder hergeben. Der Rostocker FC gewann bei Blau-Weiß 90 deutlich mit 4:0 und steht mit 31 Punkten nun ganz oben, während Hertha 03 aufgrund des schlechteren Torverhältnisses, punktgleich mit Hansa Rostock II, auf Platz 3 abrutschte. Jetzt kommt zum nächsten Spieltag, dem 14, am Samstag, 26.11., 13:30 Uhr, eine weitere schwere Aufgabe auswärts beim 1. FC Frankfurt (6., 17 Punkte).

Erfolgreich dagegen ist plötzlich SV Tasmania, 5:1 Sieger über die TSG Neustrelitz und 3:2 Sieger im Berlin-Derby gegen Eintracht Mahlsdorf (8. und 17 Punkte). Tasmania steht dennoch auf einem Abstiegsrang (16., 11 Punkte), vier Mannschaften müssen direkt absteigen. Momentan auf Platz 16 ist Optik Rathenow, Platz 17 belegt der MSV Pampow, die Rote Laterne, abgeschlagen auf Platz 18, die Mannschaft Mecklenburg Schwerin. Die Niederlage, 0:4 gegen den Rostocker FC, könnte sich im Lager von Blau-Weiß 90 (5., 23 Punkte) mit dem ungewöhnlichen Vorhaben von Blau-Weiß-Boss Michael Meister erklären. Spieler und Trainer waren in der vergangenen Woche informiert worden, dass der Chef Michael Meister plant, in der kommenden Saison in der Berlin-Liga anzutreten. Das fuhr wohl den Aktiven gewaltig in die Beine. Ein Rückzug soll zudem von der Kooperation mit Tasmania erfolgen. Jugendförderung, NOFV-Auflagen, Stadioninfrastruktur und bessere Chancen im überregionalen Fußball vereinen wohl die Liga-Rivalen.

Das hat zur Folge: Die sportlich gewiss erfolgreiche Oberliga-Mannschaft von Blau-Weiß 90 ist der erklärte Absteiger Nr.1., mitten ins Herz auch der Anhängerschaft. Welch ein Paukenschlag!

Am Mittwoch, 16.11., 19.00 Uhr, wird die am 12. Spieltag ausgefallene Partie zwischen CFC Hertha 06 und dem SC Staaken nachgeholt. Staaken vordem Rang 11, verlor das Berlin-Derby bei CFC Hertha 06, dem Tabellen-Siebenten (18 Punkte), muss das Heimspiel gewinnen, rangiert aktuell auf Platz 13, punktgleich mit Dynamo Schwerin (14.). Die Ränge 13 und 14 sind Relegationsplätze. Am Sonntag, dem 27.11., 14.00 Uhr, heißt es am 14. Spieltag SC Staaken – Blau-Weiß 90. Man darf gespannt sein, welche Entwicklung die Vereine in der NOFV Oberliga Nord nehmen.

Christian Zschiedrich

Erneute Niederlage für Tabellenführer Berliner AK 07

Carl Zeiss Jena gewinnt nach sechs sieglosen Partien und dem Trainerrauswurf von Andreas Patz am 13. Spieltag 3:0 über Spitzenreiter BAK 07. Die Berliner warteten jedoch in Jena mit ihrer schlechtesten Saisonleistung auf. Sie waren am Freitagabend vor 3.453 sogar noch glimpflich mit dem 0:3 davon gekommen. Dennoch bleibt BAK Tabellenführer, weil Energie Cottbus vor 2.345 Zuschauern im Sportforum von BFC Dynamo mit sage und schreibe 4:1 bezwungen wurde. Energie verpasst damit die Tabellenführung. Ebenso Aufsteiger Rot-Weiß Erfurt, weil die Erfurter nicht über ein 1:1 bei Germania Halberstadt, der Roten Laterne, hinaus kamen. Halberstadt stemmt sich gegen den Abstieg und hätte sogar den Sieg verdient gehabt. Dynamo nahm erst nach der Pause Fahrt auf und gewann mit drei Jokertoren, hat nunmehr nach 13 Spielen = 19 Punkte, Tabellenplatz 10. Die Spitzengruppe ist noch enger zusammen gerückt.

Tennis Borussia muss unbedingt in den Tabellenkeller blicken: vorletzter, nach wie vor nur 4 Punkten, mit aussagekräftigen 10 Gegentoren aus den letzten beiden Spielen. 0:4 gegen Chemie Leipzig und „nur“ 0:6 im Berlin-Derby gegen VSG Altglienicke vor 378 Zuschauern im Amateurstadion. Das 0:7 wurde aberkannt. Der TeBe-Anhang wurde leidgeprüft. Ebenfalls Remis, torlos, holte Viktoria 89 wenigstens ein Pünktchen gegen FSV Luckenwalde, dem Tabellen-16.. Neben dem BFC Dynamo hat doch noch ein Berliner Club drei Punkte eingefahren: Hertha BSC II im Derby gegen Lichtenberg 47 mit 3:0. Hertha verbucht nun als Tabellen 11 = 17 Punkte, Lichtenberg ist 13. mit 13 Punkten. Eine faustdicke Überraschung bescherte der 1. FC Lok Leipzig zu Hause im Bruno Plache Stadion seinen Anhängern, 2.810 Zuschauer, – unterlag dem ZFC Meuselwitz 0:1.

Erst am Freitag, 25.11., 19.00 Uhr, geht es mit drei Ansetzungen weiter: Lichtenberg 47 – Viktoria 89, Luckenwalde – Tennis Borussia Berlin und Altglienicke gegen den Greifswalder FC (12.). Samstag, 26.11., 13.00 Uhr, Rot-Weiß Erfurt – Babelsberg 03, Berliner AK 07 – 1.FC Lok Leipzig, 14.00 Uhr, Chemie Leipzig – BFC Dynamo und Sonntag, 27.11., 13.00 Uhr, Energie Cottbus – Germania Halberstadt, 13.30 Uhr, Meuselwitz – Hertha II und 14.00 Uhr, Chemnitzer FC – Carl Zeiss Jena.

Christian Zschiedrich

Überraschungen am 12. Spieltag in der Regionalliga

Energie Cottbus ist mit dem 3:1-Sieg gegen den Greifswalder FC bis auf zwei Punkte an Tabellenführer Berliner AK herangerückt. Der BAK musste zu Hause im Poststadion 2:4 gegen den Chemnitzer FC die erste Heimniederlage einstecken. Nach 12 Spielen haben die Berliner 28 Punkte und Energie Cottbus 26 Punkte. Die Anzahl 26 Punkte hat auch Aufsteiger Rot-Weiß Erfurt mit dem 4:1-Sieg vor 5.899 Zuschauern gegen den BFC Dynamo geholt.

Chefredakteur Christian Zschiedrich Foto: Sportick

Mit je 25 Punkten stehen Babelsberg 03 und Chemie Leipzig auf Platz 4 und 5. Babelsberg gewann 5:1 beim Tabellenletzten in Halberstadt und Chemie siegte 4:0 zu Hause gegen Tennis Borussia. Auf Platz 6 mit 23 Punkten abgerutscht ist der 1. FC Lok Leipzig. Lichtenberg 47 nämlich bezwang nicht zum ersten Mal Lok erstaunlicherweise mit 4:2. Das Berlin-Derby VSG Altglienicke gegen FC Viktoria 89 endete 1:1, während Hertha BSC II auswärts 2:1 beim FSV Luckenwalde gewann.

So spannend kann es nun am 13. Spieltag weitergehen. Bereits am Freitagabend, 19.00 Uhr, finden zwei interessante Begegnungen mit Berliner Beteiligung statt. Das Derby Elfter gegen Zwölfter im Amateurstadion zwischen Hertha BSC II und Lichtenberg 47. Noch Spitzenreiter BAK 07 muss nach Jena zum Platz 9. Carl Zeiss. Carl Zeiss Jena entließ nach der 1:2 Niederlage in Meuselwitz Trainer Andreas Patz mit sofortiger Wirkung.

Christian Zschiedrich

Füchse gewinnen gegen Hannover-Burgdorf

Mit Einsatz und Kampfgeist zum 32:30 Sieg

Welche Auswirkung hat die erste Punktspiel-Niederlage beim Tabellen-Schlusslicht Minden? Wie reagiert die Mannschaft auf den peinlichen Auftritt? Diese Fragen standen bei den Verantwortlichen der Füchse vor dem Spiel gegen die TSV Hannover-Burgdorf im Mittelpunkt, räumte Sportdirektor Stefan Kretzschmar danach freimütig ein.

In den ersten Minuten der Partie vermittelten die Füchse auch den Eindruck, den „schwarzen Sonntag“ so schnell als möglich vergessen machen zu wollen. Es war jedoch ein trügerischer Schein. Der Elan erwies sich als Übermotivation. Besonders deutlich bei Jakob Holm, der zwar die beiden ersten Tore für die Gastgeber erzielte, sich jedoch noch häufiger in der kompakten Abwehr der „Recken“ aus Hannover verfing. Seine Nebenleute agierten genauso so fahrig, wie Trainer Jaron Siewert später bemängelte. Aus einer Führung wurde so schnell ein Rückstand, der Mitte der ersten Hälfte zeitweise auf drei Tore anwuchs. Einziger Fuchs mit Normalform: Keeper Dejan Milosavljew. Sechs Würfe und zwei Siebenmeter parierte der Serbe und bewies, dass sein schwacher Auftritt in Minden ein einmaliger Ausrutscher war.

Die von Ex-Bundestrainer Christian Prokop exzellent eingestellten und vom ehemaligen Füchse-Spieler und jetzigen Sportdirektor Sven-Sören Christophersen vor der Saison klug verstärkten Gäste verpassten in dieser Wackelphase der Berliner ihren Vorsprung auszubauen.

Mit den eingewechselten Max Darj (Kreis) und Kapitän Paul Drux (Rückraum links) bekam das Füchse-Spiel neuen Schwung und Struktur. Durch ihre Tore und weitere Treffer der Außen von Hans Lindberg und Tim Freihöfer drehten die Gastgeber das Ergebnis noch vor der Pause auf 16:14.

Ein guter Start nach der Pause und der Ausbau der Führung auf vier Treffer verlieh dem Spiel der Füchse keine Sicherheit. Die Zahl der Fehler im Vorwärtsgang blieb (zu) hoch, über den Kreis erzielten die Gastgeber kaum Torgefahr und die Würfe aus der zweiten Reihe (Andersson) verfehlten oft ihr Ziel.

Einzig der Einsatz und der Kampfgeist stimmten, was gegen einen starken Gegner wie die Niedersachsen zwar nicht wenig ist, aber allein nicht ausreichen dürfte, um den Spitzenplatz in der HBL zu verteidigen. Auch mit einem vier Tore-Vorsprung (30:26/55.) konnten sich die Gastgeber noch nicht sicher fühlen. Mit einer offensiven 3-2-1-Deckung forderte Gäste-Coach Prokop die Füchse nochmal heraus. Die ließen sich jedoch nicht beeindrucken und gewannen am Ende mit 32:30.

Mit dem Spiel in Hamburg am Sonntag wartet die nächste Herausforderung. Schließlich warf der HSV zuletzt gegen die Rhein-Neckar Löwen 40 Tore. Den nächsten Heimauftritt haben die Füchse am 20. November gegen den TBV Lemgo-Lippe.

Für die Füchse erfolgreich: Wiede 5, Darj 2, Holm 6, Andersson 1, Lindberg 9/5, Freihöfer 4, Marsenic 2, Drux 3

Herbert Schalling

Heimsieg gegen Bremerhaven

Am 19. Spieltag der aktuellen Saison trafen die Eisbären erstmals auf die Pinguins Bremerhaven. Der dritten von oben reiste zum dritten von unten in der Tabelle, Bremerhaven spielt bisher eine starke Saison, während die Eisbären in Not sind. Die Rolle des Favoriten gebührte den Gästen von der Nordsee.

Es hätte ein schöner Abend werden können. Faktisch mit dem ersten Angriff im Spiel gingen die Eisbären in Führung. Nur 23 Sekunden waren gezählt, da überwand Matt White seinen ehemaligen Kollegen Maximilian Franzreb. Noch in der ersten Spielminute schlugen die Pinguine zurück. Das Tor zum Ausgleich erzielte Alexander Friesen. In der 11. Minute gingen die Eisbären erneut in Führung, eine gelungene Kombination der vierten Spielreihe vollendete Manuel Wiederer.

Die Führung hielt bis zur Minute 30, Ross Mauermann glich erneut für die Gäste aus. Die Eisbären waren bemüht, machten sich durch unnötige Puckverluste das Leben schwer. Wenn es nicht läuft, kommt Pech dazu. Ein Kacktor für die Gäste. Markus Vikingstad provozierte einen Querschläger und der landete irgendwie im Tor. Schlussendlich war es der Schläger von Eisbären Goalie Tobias Ancicka, der den Puck ins Tor lenkte.

Das Schlussdrittel brachte die Erlösung für die Eisbären. Zwei Powerplay-Tore durch White und Yannick Veilleux drehten das Spiel erneut. Im Anschluss lieferten sich Christian Weise und Eisbär Giovanni Fiore einen Faustkampf. Endlich wieder ein Sieg, vor allem das Schlussdrittel dürfte ganz nach dem Geschmack der 11.454 Zuschauer gewesen sein. Es hätte nicht nur, es wurde ein schöner Abend. Für Bremerhaven, mit ihrem Trainer Uwe Popiesch war, wie er selbst anmerkte, trotz einer guten Leistung in Berlin nichts zu holen. Die Eisbären spielen vor der Deutschland-Cup Pause auswärts in Straubing.

Hans-Peter Becker

Fünf Punkte Vorsprung für Spitzenreiter Berliner AK 07

Ja, der 11. Spieltag in der Regionalliga Nordost sollte im Spitzenspiel Erster gegen Zweiter entscheidende Veränderungen bringen, doch die in dieser Saison starken Babelsberger schafften als Tabellenzweiter keinen Sieg in ihrem Karl-Liebknecht-Stadion am Freitagabend, 28.10. vor 3.333 Zuschauern in einer torlosen, aber dennoch rasanten Partie. Tabellenführer BAK 07 war bereits zum neunten Mal ohne Gegentreffer und dem Sieg sogar näher als die Heimmannschaft. Babelsberg lies im ersten Durchgang die Berliner nicht zu ihrem gewohnt guten Aufbauspiel finden, die 07er gerieten beeindruckend in Zweikämpfen, mit gelungenen Attacken, dazu temporeich und immer wieder früh störend in die Defensive. BAK gelang es, sich allmählich vom Druck zu befreien und enorme Torgefahr mittels einstudierter Standards zu erzeugen. Insbesondere nach Eckbällen war es erst Meyer und dann Richter, die mit Aluminiumtreffern aufwarteten. Trainer Benjamin Duda war auf seine junge Mannschaft voller Lobeshymnen und stolz, wie sie sich behauptete und standhaft, eben nicht umfiel. Trotz fehlender Tore sprach er von einer „gutklassigen Partie“.

Grafik: Sportick

Mit dem Remis fiel Babelsberg punktgleich mit Chemie Leipzig, je 22, auf den 5. Rang zurück, davor nun von Platz 2 bis 4 gleich drei Vereine mit 23 Punkten. Energie Cottbus, Rot-Weiß Erfurt und der 1. FC Lok Leipzig. Ausgerechnet gegen Chemnitz (in Folge drei zu Null-Spiele), dann zu Carl Zeiss Jena (18 Punkte), und gegen den 1. FC Lok Leipzig, (2:0-Sieger über FSV Luckenwalde), stehen weitere schwere Aufgaben bevor. Bleibt zu hoffen, dass der Berliner Tabellenführer weiterhin standhaft bleibt und die Tabellenführung souverän, derzeit 5 Punkte Vorsprung, verteidigen kann.

Mit der VSG Altglienicke folgt erst auf Platz 7 ein weiterer Berliner Club. Im Amateurstadion fertigten die Heine-Schützlinge Herthas zweite Mannschaft mit sage und schreibe 5:0 ab. Hertha BSC II nimmt mit 11 Punkten Platz 12 ein. Der BFC Dynamo, 3:2-Sieger über Schlusslicht Germania Halberstadt, rangiert im Mittelfeld, mit 16 Punkten, Platz 10. Unmittelbar über den Relegationsplätzen stehen drei Berliner Clubs, Hertha II, Lichtenberg 47 und FC Viktoria 89. Lichtenberg erkämpfte in Jena ein 0:0, Viktoria 89 verlor zu Hause 0:2 gegen Chemie Leipzig.

Weiterhin, mit 4 Punkten, stark abstiegsgefährdet ist Tennis Borussia, Vorletzter in der Tabelle. Es war vor 1.491 Zuschauern im Mommsenstadion gegen Energie Cottbus fast absehbar, ins Hintertreffen zu geraten. Ohne Einwirkung eines Gegners brach Abwehrspieler Lucas Bähr nach dem 0:2 in der 55. Minute an der eigenen Strafraumgrenze regungslos zusammen. Das Spiel wurde einschließlich der eintreffenden Rettung 30 Minuten lang unterbrochen. TeBe’s Vorsitzender Günter Brombosch: „Lucas geht es jetzt den Umständen entsprechend gut“. Tennis Borussia kassierte in der Nachspielzeit das 0:3 und 0:4 und obendrein zwei Rote Karten: 90 + 6 Albers (Notbremse) und 90 + 12 Oschmann (Foulspiel). Am Samstag, 5.11. muss TeBe zu Chemie Leipzig, dem 2:0 Sieger im Jahnsportpark gegen Viktoria 89, nun ab in den Alfred-Kunze-Sportpark nach Leipzig.

Christian Zschiedrich

Hertha 03 rückt bis auf einen Punkt an die Tabellenspitze heran

Der 10. und 11. Spieltag in der NOFV Oberliga Nord kann im Ergebnis kaum besser für Hertha 03 sein. Die Zweite von Hansa Rostock, derzeit immer noch Tabellenführer, schwächelt arg. Letzte Woche kamen die Rostocker bei Hertha 06 nicht über ein 1:1 hinaus und aktuell erzielte nun der SC Staaken im Heimspiel der Rostocker einen 3:1 Auswärtserfolg. Dagegen lauten die Ergebnisse von Hertha 03 letzte Woche 4:1 und in dieser Woche, der überzeugende Sieg mit 5:1 gegen Optik Rathenow, am 10. Spieltag, doch recht eindrucksvoll, ein 5:0 Sieg gegen MSV Pampow erzielte.

Christian Zschiedrich, Chefredakteur

Gegenüber Hansa Rostock II, 26 Punkte, hat Hertha 03, 25 Punkte, mit 28:8 das bessere Torverhältnis, bei nur einem Punkt Rückstand, eben Tabellen 2., und den Rostocker FC (jetzt Tabellen3.) überholte Hertha 03 aufgrund des besseren Torverhältnisses. Die Spitzenplätze sind eng umkämpft. Der Fan wünscht sich ja immer Spannung und die ist in der Oberliga unten und oben gegeben. Die Zehlendorfer möchten sich immer noch in den Hintern beißen, hätten sie doch bloß nicht ihr Heimspiel am 9. Spieltag gegen Dynamo Schwerin (jetzt 11.) 1:2 vergeigt. Am Sonntag, 6.11. ab 12.00 Uhr, kommt es im Mommsenstadion zum Berlin-Derby TuS Makkabi – FC Hertha 03. Makkabi ist mit 23 Punkten Tabellenvierter und hat vergleichsweise sogar seine letzten drei Spiele gewonnen. Da ist eine ganz interessante Begegnung zu erwarten.

Ebenfalls am Sonntag steht ab 13.30 Uhr in der Sömmeringstraße noch ein Derby an, CFC Hertha 06 (10.) empfängt den Tabellenfünften Blau-Weiß 90. Die Blau-Weißen stehen mit 23 Punkten wie Makkabi in der Spitzengruppe und sind vom Tabellenführer gerade mal drei Punkte und von Hertha 03 zwei Punkte entfernt. Ähnlich spannend geht es im Abstiegskampf zu, wenn nicht sogar noch spannender, weil vier Mannschaften absteigen. Das sind derzeit Mecklenburg Schwerin, SV Tasmania, MSV Pankow und Optik Rathenow. Der 13. und 14. muss in die Relegation. Die beiden punktgleichen Vereine, je 12 Punkte, sind die TSG Neustrelitz und Union Fürstenwalde. Das Ziel muss am Saisonanfang sein, gar nicht erst in die Zone der Gefährdeten zu kommen. Wünschen wir aus Berliner Sicht den im Mittelfeld rangierenden Clubs Eintracht Mahlsdorf, (7.) 16 Punkte, SC Staaken, (9.), 15 Punkte und Hertha 06, (10.), ebenfalls 15 Punkte, nicht außer Tritt zu geraten.

Christian Zschiedrich