Weitere Corona-Fälle bei Hertha BSC – Trainings- und Spielbetrieb geht weiter

Das liest man gar nicht gerne, Hertha BSC verbreitete am 15.04.2021 folgende Pressemitteilung:

In der Lizenzspielermannschaft und dem Trainerteam von Hertha BSC sind drei weitere Personen positiv auf das Corona-Virus getestet worden.

Die Personen wurden umgehend separiert und befinden sich in häuslicher Quarantäne. Alle sind symptomfrei. Es handelt sich um Cheftrainer Pál Dárdai, Co-Trainer Admir Hamzagic und Spieler Dodi Lukebakio.

Da Co-Trainer Andreas Neuendorf als Kontaktperson 1.Grades gilt, befindet auch er sich in häuslicher Quarantäne. Auch er ist symptomfrei.

Die Mannschaft wird übergangsweise von Sportdirektor Arne Friedrich betreut, der im Besitz einer Trainer-A-Lizenz des DFB ist.

Nach unmittelbarer Rücksprache mit dem Gesundheitsamt Charlottenburg-Wilmersdorf begeben sich Mannschaft, Trainerteam und enge Mitarbeiter um die Mannschaft ab heute (15.05.21) in eine behördlich angeordnete Isolation. Alle beteiligten Personen werden zunächst bis zum 28.04.21 ein gemeinsames Quartier beziehen, welches lediglich zu den Trainingseinheiten und den Spielen verlassen wird. Der Trainings- und Spielbetrieb kann somit weiterlaufen.

Arne Friedrich, Sportdirektor Hertha BSC: „Wir hatten nach Rücksprache mit unserem Hygienebeauftragen in der zurückliegenden Länderspielpause die Hygienemaßnahmen bereits nochmal verschärft, haben beispielsweise tägliche Schnelltests umgesetzt, bevor sie zur Pflicht im DFL Hygienekonzept wurden. Jetzt sind wir aufgrund der aufgetretenen Fälle zu dieser Isolations-Maßnahme gezwungen. Mit maximalen Kontaktbeschränkungen und täglichen PCR-Testungen werden wir größtmögliche Sicherheit schaffen. Wir werden diese herausfordernde Situation als Team annehmen und gemeinsam alles dafür tun, die nächsten Spiele erfolgreich zu bestreiten.“

Quelle: Hertha BSC/Presse

Shootout Sieg gegen Nürnberg – zwei Punkte für die Moral

Der 40. Spieltag hatte es für die Eisbären nicht mehr wirklich in sich. Egal wie die restlichen Spiele ausgehen sollten, die Tabellenführerschaft der Gruppe Nord ist den Berlinern nicht mehr zu nehmen. Für den Gegner sah es umgekehrt genauso aus. Die Playoffs unerreichbar und der letzte Tabellenplatz der Süd-Gruppe fest abonniert. Umso bemerkenswerter war der Fight den sich beide auf dem Eis in der Arena am Ostbahnhof lieferten.

Den besseren Start erwischten die Franken, die bereits nach 19 Sekunden durch Thomas Gilbert in Führung gingen. Die Gäste lagen bereits mit 3:1 in Front, die Eisbären schafften den Ausgleich. Mit der letzten Aktion in der regulären Spielzeit wäre Sebastian Streu fast der Siegtreffer gelungen. Er schlug über den Puck. Die Overtime blieb torlos und im Penaltyschiessen hatten die Eisbären das bessere Ende für sich.

Frank Hördler im Club der 900er Foto: © Stephan Wenske

Vor dem Spiel wurde Eisbären-Kapitän für 900 Spiele in der DEL geehrt, samt und sonders im Trikot der Hauptstädter. Seit 2003 gehört er zum Kader des EHC Eisbären und entwickelte sich zu einem der besten deutschen Verteidiger, zudem trug er 66-mal das Trikot der Nationalmannschaft. Das Spiel gegen Nürnberg war bereits sein 902. Spiel in der Deutschen Eishockey Liga. Das 900. Spiel hatte er in Schwenningen absolviert. Er sieht nach eigener Aussage immer noch jung aus, wenn auch der eine oder andere Zahn fehlt. Das lässt sich nach so vielen Jahren Profi-Eishockey kaum vermeiden.

Hans-Peter Becker

DEL 40. Spieltag 14.04.2021 18:30 Uhr MB-Arena Berlin

EHC Eisbären Berlin – Nürnberg Ice Tigers 4:3 SO (1:1/0:1/2:1/0:0)

Aufstellungen:

Eisbären Berlin: Niederberger (Ancicka) –Després, Ramage (A); Müller, McKiernan; Hördler (C), Wissmann (A); Mik – Noebels, Boychuk, White; Foucault, Reichel, Fiore; Olver, Streu, Tuomie; Labrie, Kinder, Dietz – Trainer: Serge Aubin Nürnberg

Ice Tigers: Treutle (Lausch) –Gilbert(A), Trinkberger; Mebus(A), Weber; Karrer, Kulda; Bires –Brown, Adam, Schmölz; Reimer (C), Cornel, Pollock; Kislinger, McLellan, Fox; Walther, Kurth, Lobach – Trainer: Frank Fischöder

Tore:

0:1– 00:19 –Gilbert (Trinkberger, Brown)–EQ

1:1 – 16:01 –McKiernan (Müller, Foucault) –PP2

1:2 – 30:15 –Reimer (Gilbert) –EQ

1:3 45:31 –Walther (Weber) –EQ

2:3 – 46:02 –Streu (Després, Tuomie) –EQ

3:3 – 47: 33 –Reichel (Foucault) –EQ

4:3 – 65:00 – Foucault -GWS

Strafen:

Eisbären Berlin: 6 (2, 4, 0) Minuten – Nürnberg Ice Tigers: 8 (6, 2, 0) Minuten

Schiedsrichter:

Lasse Kopitz, Bastian Steingross (Wayne Gerth, Marcus Höfe)

Bobic und Hütter weg – ist denn Gladbach beliebter und „beleibter“ als Frankfurt?

Dass Sportdirektor Fredi Bobic nach erfolgreichem Managen wegwill, das war angekündigt und hat bestimmt andere Gründe, als jetzt bei Trainer Adi Hütter. Für Bobic ist jetzt der Weg frei. Ab 1. Juni wird Bobic neuer Geschäftsführer bei Hertha BSC. So die Bekanntgabe nach einem Präsidiums-Beschluss. Über die Vertragsdauer machte der Club zunächst keine Angaben. Bobic, Europameister von 1996, steht bei Eintracht Frankfurt noch bis zum 1. Juni 2021 unter Vertrag. Er soll die Alte Dame wieder in erfolgreichere Zeiten führen. Fredi Bobic: „Ich freue mich, ab Sommer wieder Teil der Hertha-Familie zu sein. Nach meiner Entscheidung, eine neue Herausforderung zu suchen, gab es offene und überzeugende Gespräche, insbesondere mit dem Präsidenten Werner Gegenbauer.“

Hütter geht zum Bundesliga-Rivalen Borussia Mönchengladbach, vertraglich bis 2024. Da muss in Frankfurt nicht unbedingt die Talfahrt wie bei den Borussen, noch mit Trainer Marco Rose, einsetzen. Doch die Entscheidung von Hütter verwundert, weil Frankfurt ja vor einer möglichen Champions League-Premiere steht. Welch historische Chance und Hütter ist der Coach der Saison. Ein guter Trainer ist eben viel wert – Beispiel das Glück von Hertha BSC mit Bruno Labbadia.  

Täuschte etwa der Eindruck, dass sich Adi Hütter in Frankfurt wohlfühlte? Frankfurt bietet ja als Sportstadt eine ganze Menge. Ansässig ist der DFB mit seiner Zentrale. Es wird wieder einmal das Geld sein. Selbst die üppige Summe, die die Hessen für den eigentlich bis  2023 gebundenen Cheftrainer bekommen (kolportierte 7,5 Millionen), spricht Bände und nicht unbedingt für die Branche Fußball, in der auch für Trainer Millionen-Gehälter bezahlt werden. Ist Gladbach denn wirklich so gut „besattelt“?

Christian Zschiedrich kommentiert © Foto Sportick

In Frankfurt geht zudem Sportdirektor Bruno Hübner. Das ist die komplette Führungsriege. Ralf Rangnick (62) sagte auf Schalke wohlbegründet ab, liebäugelt jetzt nur, wenige Stunden nach der Abgangs-Verkündung von Hütter, mit Frankfurt. Wortbruch wird Hütter vorgeworfen. Da platzt wahrscheinlich die nächste Bombe. Nur mit wem redet Rangnick? Philip Holster ist Aufsichtsrat-Vorsitzender in Frankfurt und Ralf Rangnick ohne Verein. Im September 2018 wurde er Leipzig-Trainer und ab 2019 war er „Head of Sport and Development Soccer“. Der Plan in Frankfurt, Rangnick soll Trainer und Sportdirektor in Personalunion werden. Nicht nur der Spielermarkt ist in Bewegung. Schau’n war mal…

Christian Zschiedrich

Überzeugend zur 2:0-Führung

Mit einem ebenso konzentrierten wie selbstbewussten Heimauftritt haben sich die BR Volleys in der Finalserie um die Deutsche Meisterschaft einen 2:0-Vorsprung erspielt. In der Max-Schmeling-Halle wiesen die Berliner den VfB Friedrichshafen mit 3:0 (25:22, 25:17, 25:23) in die Schranken und sind nun noch einen Sieg vom elften Titelgewinn entfernt. Dank der geschlossenen Mannschaftsleistung haben die Hauptstädter am Donnerstag (15. Apr um 18.00 Uhr) in Friedrichshafen ihr erstes Matchball-Spiel.

Außenangreifer Cody Kessel hatte sich mit seinem starken Auftritt am Bodensee einen Startplatz für Spiel zwei verdient und ersetzte in der Startformation Timothée Carle. Auch Gästecoach Michael Warm gab seiner Starting-Six mit David Fiel und Martti Jukhami zwei neue Impulse. Anders als noch beim Auftaktspiel am Bodensee waren die BR Volleys dieses Mal aber von Beginn an gut im Spiel. Während sowohl Grankin als auch Vincic sehr darauf bedacht waren, das schnelle Spiel über die Mittelblocker zu etablieren, wog der Auftaktdurchgang direkt hin und her (6:4, 8:9, 14:13).  Ein Ass von Benjamin Patch brachte den Männern in Orange zur Crunchtime das wichtige Break ein (21:19) und dieses verteidigten Grankin & Co, bis Éder den Block zum Satzball setzte (25:22).

Dieser erste Satzgewinn war ein Wirkungstreffer auf Häfler Seite und die Hauptstädter gaben im nächsten Durchgang früh den Ton an. Angeführt vom verlässlich punktenden Patch gab Berlin den Takt vor (7:4, 12:7). Mit einem bestens eingestellten Block machte man den Friedrichshafenern das Leben schwer, so stand der Dreierblock auch gegen den eingewechselten Rares Balean (18:12). Grankin wickelte den Ball zum Ass auf den vierten Meter ein (22:15) und Samuel Tuia beendete Satz zwei per Hinterfeldangriff aus dem Lehrbuch (25:17).

Die BR Volleys erlaubten sich weiter wenig leichte Fehler, doch der VfB bäumte sich in Satz drei noch einmal auf (4:6). Die Mannschaft von Cedric Enard blieb ruhig und konnte dann in Person des späteren MVP Éder wieder zulegen. Ein weiterer Block des Brasilianers brachte die Berliner wieder in die Spur (12:8) und nach einer Aufschlagserie des “Altmeisters“ war eine Vorentscheidung gefallen (17:10). Friedrichshafen hatte im Zuspiel zu Joseph Worsley gewechselt, aber die BR Volleys machten auch davon unbeirrt weiter (19:14, 23:17). Nach gutem Service von Worsley bekamen die Hausherren dann aber doch noch einmal Nervenflattern (24:23), bis ein Fehlaufschlag des US-Amerikaners die Berliner schließlich erlöste (25:23). Michael Warm wählte als logische Konsequenz Éder zum MVP, während Cedric Enard Linus Weber mit MVP-Silber auszeichnete.

Stimmen zum Spiel
Anton Brehme: „Das war eine sehr geschlossene Teamleistung. Ich fand insbesondere unsere Blockarbeit heute sehr gut. Wir haben das umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben: Genau dort weiterzumachen, wo wir Donnerstag aufgehört haben. Das Spiel war vielleicht weniger emotional, weil wir immer die Kontrolle hatten und es weniger strittige Situationen gab.“
Kaweh Niroomand: „Das war heute eine richtig gute, konzentrierte Leistung. Wir haben in allen Elementen Druck gemacht. Es fällt schwer, aus dieser hervorragenden Teamleistungen jemanden hervorzuheben, aber Sergey hat das Spiel erstklassig gelenkt. Er hat die Last von Bens Schultern genommen und perfekt verteilt. Dazu ist die “Kampfsau“ Samuel Tuia einfach nicht zu ersetzen. Wir haben heute Donnerstag veredelt, aber das ist nichts wert, wenn wir nun nicht auch dieses Spiel veredeln.“

BR Volleys Formation
Cody Kessel und Samuel Tuia (AA), Éder und Anton Brehme (MB), Sergey Grankin (Z), Benjamin Patch (D) und Julian Zenger (L) | Eingewechselt: Robin Baghdady, Denys Kaliberda

Topwerte
Patch 15 Punkte, 3 Ass | Éder 12 Punkte, 4 Blocks | Cody Kessel, 11 Punkte, 2 Blocks

Christof Bernier

BBSC Berlin erfolgreich gegen Emlichheim

Mit einem Sieg gegen Emlichheim gelang den Berlinerinnen eine nicht unbedingt erwartete Revanche gegen den jetzigen Tabellenvierten. Auswärts hatte der BBSC noch mit 1:3 den Kürzeren gezogen.

Von Beginn an entwickelte sich ein Spiel auf Augenhöhe beider Teams. Die Zuschauer am heimischen PC hatten die Gelegenheit, im kommentierten Livestream außerordentlich viele sehenswerte und lange Ballwechsel zu genießen. Hoffentlich sind sie gerade wegen der attraktiven Aktionen animiert, bei später (in der nächsten Saison?) zugelassenem Publikumsbesuch wieder die Hämmerlinghalle zu bevölkern.

Dabei spielte der BBSC verletzungsbedingt in einer Aufstellung, wie sie zu Anfang der Saison eher unwahrscheinlich erschienen wäre. Aber die jetzt mit mehr Einsatzzeit versorgten  Spielerinnen aus der „nur“ 2. Reihe haben sich fantastisch geschlagen. Nachwuchstalent Friderike Rupf spielte gar im Aufgebot von Anfang an, zeigte eine gute Leistung und wurde erst Mitte des 3. Satzes durch Laura Walsh ersetzt, um dem Team neue Impulse zu geben. Laura hat die Mannschaft durch ihre emotionale Art zusätzlich gepusht. Lea Thurm zeigte ihr bisher bestes Spiel in den Farben des BBSC und brachte viele Schnellangriffe in das Ziel, gab dem Gegner aber auch durch das starke Blockverhalten viele Rätsel auf. Und nicht zuletzt soll erwähnt werden, dass mit Johanna Bock (Jahrgang 2002) ein echtes Eigengewächs des BBSC die Zweitligapremiere feiern konnte. Sie kam mehrere Male als Diagonalangreiferin über Doppelwechsel in das Spiel, zeigte ein mutiges und diszipliniertes Spiel.

Kurz vor Ende des Tie-Breaks konnte sie einige spielentscheidende Punkte beitragen: “Ein rundum gelungenes Zweitligadebut für sie“, lobte Trainer Robert Hinz. Drei Sätze lang war es ein sehr enges Spiel mit ganz leichten Vorteilen für die Gäste, ehe die Berlinerinnen mit zwei weiteren Satzerfolgen den Sack zumachten. „Letzten Endes ein Sieg des kämpferischen und dabei disziplinierten Teams, in dem jeder für den anderen da war und sein Können für die Mannschaft einbrachte“ strahlte Trainer Hinz zufrieden.

Zum MVP wurden Annika Kummer (Berlin) und Jana Brüning (Emlichheim) gewählt.

Auf den BBSC wartet noch einmal ein hoch anstrengendes Wochenende: Am kommenden Samstag 18:00 Uhr ist Fortuna Bonn zu Gast in der Hämmerlinghalle. Am nächsten Morgen muss sich das Team auf den Weg nach Köln machen, um nach langer Autobahnfahrt schon 15:00 Uhr gegen DSHS anzutreten.

Für den BBSC am Wochenende im Einsatz: Isabel Böttcher, Paula Morgenroth, Katharina Kummer, Roxana Vogel, Johanna Bock, Annalena Grätz, Annika Kummer, Stephanie Utz, Lea Katharina Thurm, Alina Gottlebe-Fröhlich, Friderike Rupf, Laura Walsh

Burkhard Kroll

 

Finalspektakel jetzt in Berlin

Mit einem Volleyball-Feuerwerk haben der VfB Friedrichshafen und die BR Volleys die Endspiele um die Deutsche Meisterschaft eröffnet. Das Match eins der „best of five“-Serie bot alles, was sich die Fans der Sportart am hohen Netz davon erhoffen konnten. Letztlich waren die Berliner der glückliche Sieger und haben nun am Sonntag (11. Apr um 17.00 Uhr) in der heimischen Max-Schmeling-Halle eine Möglichkeit, ihre Führung auszubauen.

„Wir haben erst ab dem dritten Satz an diesem Finale teilgenommen“, bringt Cheftrainer Cedric Enard den Start des BR Volleys Teams in die Endspiele gegen den VfB Friedrichshafen auf den Punkt. „Deutlich zu viele Fehler in Annahme, Aufschlag und Angriff“ sowie „eine Art Spiegelbild unserer Saison“ hatte der Franzose gesehen. Denn erst nach großen Anlaufschwierigkeiten und einer Stunde Spielzeit zeigte sein Team, was es zu leisten im Stande ist. In allen Elementen konnte sich der Titelverteidiger steigern und legte auswärts eine furiose Aufholjagd hin. Dabei gaben auch die Wechsel von Enard wichtige Impulse. „Pierre hat das sehr gut gemacht und Cody konnte insbesondere in der Blockarbeit gegen Linus Weber immens helfen“, verteilt der Trainer noch zwei Tage später ein Sonderlob. Schlüssel zum ersten Sieg war auch, dass Benjamin Patch das Duell der beiden Diagonalangreifer gegen den bärenstarken Weber mit vier Punkten mehr und vier Fehlern weniger für sich entschied.

Obwohl sich das Blatt noch zum Guten wendete, gab es auch schlechte Nachrichten: Nachdem die Berliner im Verlauf der Hauptrunde immer wieder von Verletzungssorgen geplagt waren, blieb man davon während der Playoffs zum Glück nahezu verschont. Am Donnerstag holte die BR Volleys das alte Leid jedoch wieder ein. Inzwischen wurde bei Renan Michelucci eine Außenbandverletzung diagnostiziert, bei Pierre Pujol gab es nach muskulären Problemen hingegen Entwarnung. „Ich bin erleichtert, dass es bei Beiden nicht ganz so schlecht aussieht. Wir brauchen jeden Spieler im Kader, das hat man Donnerstag deutlich gesehen.“ Gegen einen stark aufspielenden Gegner und viele Widerstände haben sich Sergey Grankin und Co die 1:0-Führung in der Finalserie erkämpft und dieses “Break“ will man nun auf heimischem Boden verteidigen. Enard macht deutlich: „Jetzt, wo wir Match eins geholt haben, wollen wir unseren Vorteil natürlich nicht wieder abgeben. Dafür müssen wir jedoch von Beginn an so auftreten, wie wir das erste Duell beendet haben.“

Beim Endspielauftakt wurde ein ums andere Mal deutlich, wie sehr beide Mannschaften diesen Titel wollen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Fortsetzung am Sonntag in Berlin dem zweieinhalbstündigen Marathon-Match in nichts nachsteht. Maximale Intensität und hohes Niveau wird es auch im Volleyballtempel geben, in den an einem solchen Tag außerhalb der Pandemiezeit wohl bis zu 8.000 Zuschauer strömen würden. Ein Spektakel erwartet Cedric Enard trotzdem: „Es ist ein Finale und das spürt man bei jedem Ballwechsel, bei jeder Aktion, bei jedem Punkt.“

Christof Bernier

Eisbären verlieren in Schwenningen

Nach dem Sieg am vergangenen Mittwoch haben die Eisbären Berlin das zweite Spiel innerhalb von drei Tagen gegen die Schwenninger Wild Wings verloren. Die Berliner unterlagen am 38. Spieltag der PENNY DEL Saison 2020/21 auswärts in Schwenningen mit 2:4. Mit einem Punktequotienten von 2,06 bleiben die Eisbären aber weiterhin Tabellenführer der Gruppe Nord. Kapitän Frank Hördler bestritt sein 900. Spiel in Deutschlands höchster Spielklasse. Bereits Sonntag, am 11. April 2021 treten die Eisbären bei den Adler Mannheim an. Spielbeginn ist um 14:30 Uhr.Im Startdrittel brachte Thuresson die Gastgeber in der 18. Spielminute in Führung. Jonas Müller (23./PP1) glich im zweiten Spielabschnitt im Powerplay für die Eisbären aus, jedoch stellten Fischer (31.) sowie Bourke (35./SH1) in Unterzahl noch vor der Pause auf 3:1 für Schwenningen. Im Schlussdrittel verkürzte Matt White (49.)noch auf 2:3, Turnbull (59./EN) traf aber ins leere Berliner Tor zum 4:2-Sieg der Heimmannschaft.

Endergebnis:

Schwenninger Wild Wings –Eisbären Berlin 4:2 (1:0, 2:1,1:1)

Aufstellungen: Schwenninger Wild Wings: Eriksson(Benzing) –Robak (A), Möchel; Fischer, Brückner;Huß, Kristensen–MacQueen, D. Olver, Turnbull (C); Bassen, Bourke, Thuresson; Tyson Spink, Tylor Spink,Cerny;A. Weiß (A), D. Weiß,Pfaffengut; Schiemenz –Trainer: Niklas Sundblad

Eisbären Berlin: Ancicka (Babulis) –Müller, Ramage (A); Hördler (C),Wissmann (A); Després, McKiernan; Mik–White, Boychuk, Fiore; Noebels, Reichel, Pföderl; Tuomie, Streu, Foucault; Kinder, M. Olver, Dietz –Trainer: Serge Aubin

Tore:

1:0 –17:29 –Thuresson (Bourke, Fischer)–EQ

1:1 – 22:06 – Müller (Pföderl, Noebels) –PP1

2:1 – 30:25 – Fischer (Pfaffengut, D. Weiß) –EQ

3:1 – 34:46 – Bourke – SH1

3:2 – 48:11 – White (Tuomie) –EQ

4:2 – 58:41 – Turnbull – EQ, EN

Strafen:

Schwenninger Wild Wings: 10 (0, 10, 0) Minuten – Eisbären Berlin: 6 (2, 2, 2) Minuten

Schiedsrichter:Marc Iwert, Lasse Kopitz (Gabriel Gaube, Andreas Hofer)

Quelle: Medieninformation EHC Eisbären Berlin

BR Volleys – Hoffnung bei Michelucci, Entwarnung bei Pujol

Zwei Schockmomente mussten die BR Volleys beim emotionalen Auftaktsieg im Playoff-Finale gegen den VfB Friedrichshafen verkraften: Zunächst wurde Renan Michelucci mit schmerzverzerrtem Gesicht von seinen Teamkollegen vom Spielfeld getragen, dann signalisierte auch Zuspieler Pierre Pujol muskuläre Probleme. Bei beiden Akteuren stellten sich die Verletzungen nach den Untersuchungen am Freitag als weniger schwerwiegend, als zunächst befürchtet, heraus.

Ein MRT-Termin bei Mannschaftsarzt PD Dr. Oliver Miltner ergab beim Mittelblocker Renan Michelucci eine Außenbandverstauchung im rechten Sprunggelenk. „Es ist glücklicherweise nicht ganz so dramatisch, wie es aussah. Sein Einsatz am Sonntag ist aber fraglich“, erklärt BR Volleys Geschäftsführer Kaweh Niroomand und ergänzt: „Es war natürlich sehr hilfreich, dass unser Teamarzt Dr. Oliver Miltner direkt vor Ort war und so die optimale Erstversorgung sichergestellt wurde.“ Der 27-jährige Brasilianer war im dritten Satz nach einem Blockversuch auf dem Fuß eines Mitspielers umgeknickt.

Auch Pierre Pujol musste im Laufe des Spiels mit muskulären Beschwerden an der Quadrizepssehne (rechts) den Court verlassen, nachdem er zuvor für Sergey Grankin eingewechselt worden war. Beim französischen Zuspieler kann Niroomand sogar eine erste Entwarnung geben: „Wir gehen davon aus, dass er am Sonntag wieder auflaufen kann.“ Wie wichtig der 37-Jährige für das BR Volleys Team ist, bewies Pujol nach seiner Hereinnahme, als mit ihm die Wende zum Auswärtserfolg eingeleitet wurde.

Die Finalserie wird am Sonntag (11. Apr um 17.00 Uhr) live auf SPORT1 fortgesetzt.

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

Meisterschafts-Start für Spandau nach 165 Tagen Unterbrechung

165 Tage ist es am kommenden Samstag her, dass die Wasserfreunde Spandau 04 am 27. September 2020 zum letzten Pflichtauftritt im nationalen Wasserball antraten. Damals besiegten sie in der Heimschwimmhalle Schöneberg Waspo Hannover im Pokalfinale überzeugend mit 12:8.

In der Champions League hielten sich sowohl Spandau als auch Hannover respektabel. Das schürte die Erwartungen für den am 13. März angesetzten Supercup. Doch das Match musste kurzfristig abgesagt werden, weil ausgerechnet Waspo-Präsident Bernd Seidensticker positiv auf das Coronavirus getestet wurde und das gesamte Team in Quarantäne ging und das vom DSV als „Neustart im nationalen Spielbetrieb“ bezeichnete Gipfeltreffen fiel aus. Der erwartete Neustart erfolgte daher mit dem Beginn der 100. Deutschen Wasserballmeisterschaft, die nach neuen Modularien durchgeführt wird. Die Top 8 der Vergangenheit (damals A-Gruppe) spielen in zwei Vierer-Gruppen (A und B), für die ehemalige B-Gruppe gilt das genauso.

Doch fanden während des 1. Turniers der B-Gruppe am 20./21. März mit den Teams von Spandau 04, OSC Potsdam, SV Ludwigsburg 08 und der SG Neukölln nur drei der sechs angesetzten Spiele statt. Ein Spieler der Wasserfreunde war positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die Spiele wurden verschoben und Spandau steht vor Beginn von Turnier 2 mit 0:0 Punkten da. Das 2. Turnier findet in der Schwimmhalle Luftschiffhafen des Potsdamer Olympiastützpunktes statt. Spandau brennt darauf zu zeigen, dass das Team wieder in guter Form ist.

Peter Röhle

Wasserball Bundesliga 2021

Vorrunde Gruppe B Turnier 2

Spielort: Schwimmhalle am Luftschiffhafen, Olympischer Weg 2, 14471 Potsdam

Samstag, 10.04.2021

1. Spiel 11:45 OSC Potsdam – SG Neukölln

2. Spiel 14:00 SV Ludwigsburg – Wfr Spandau 04

3. Spiel 17:45 Wfr Spandau 04 – SG Neukölln

4. Spiel 20:00 OSC Potsdam – SV Ludwigsburg

Sonntag, 11.04.2021

5. Spiel 10:00 SV Ludwigsburg – SG Neukölln

6. Spiel 12:15 OSC Potsdam – Wfr Spandau 04

Nachholspiele:
16.04.2021 18:00 Uhr SSH Wasserfreunde Spandau 04 – OSC Potsdam
17.04.2021 16:00 Uhr SSH Wasserfreunde Spandau 04 – SG Neukölln
Der Termin für das Nachholspiel Wasserfreunde Spandau 04 – SV Ludwigsburg 08 wurde noch nicht festgelegt.

Volleyball 2. Bundesliga Damen – BBSC Berlin hat Emlichheim zu Gast

Am kommenden Samstag den 10. April 2021, ist im Nachholespiel um 18:00 Uhr in der Köpenicker Hämmerlinghalle mit Emlichheim ein Team zu Gast, das seit vielen Jahren auf gutem Bundesliganiveau spielt. Das Spiel findet aufgrund der aktuellen Corona-Einschränkungen erneut ohne Publikum statt.

Rückblick auf den November/ Dezember 2020: Die Zeit war fast ausschließlich durch die Corona Einschränkungen mit Ausfall von Spielen und zeitweiser Quarantäne der gesamten BBSC-Mannschaft geprägt. Dazu gehörte auch der Ausfall des Vergleichs mit dem Grafschafter Team. Nun gibt es also den nächsten Anlauf. Die Tests sind absolviert – freilich weiß das Team aus den Erfahrungen der letzten Monate genau, dass noch so viele Unwägbarkeiten im Spiel sind, um auch noch in den letzten Stunden vor dem Anpfiff wieder das Zurückpfeifen zu erleben.

Mit Emlichheim kommt eine Mannschaft nach Berlin, die in ihrer 31. Bundesligasaison erneut eine Symbiose aus Konstanz – der Verein setzt erneut auf viele Nachwuchsspielerinnen – und gleichzeitig etwas überraschenden Veränderungen im Aufgebot gekennzeichnet ist. Kein Verein der Liga verfügt über ein so junges Team. Viele Spielerinnen kommen aus den Jahrgängen 2000-2003 und wurden vom Verein unter Nachwuchscoach Michael Lehmann mustergültig auf die 2. Liga vorbereitet. Die in der vergangenen Saison noch für Emlichheim spielenden drei Holländerinnen verließen den Verein. Stattdessen holte Trainer Pascall Reiß mit der Amerikanerin McKenzie Kramer und der bulgarischen Nationalspielerin Kristina Petrova einige schlagkräftige Argumente in sein Aufgebot. Die Bulgarin nahm für ihr Heimatland schon an Welt- und Europameisterschaften teil, jedoch als Libera. In Emlichheim wird sie als Außenangreiferin eingesetzt. Der Gegner und jetzige Tabellenfünfte dürfte ein ganz harter Brocken für die Berlinerinnen werden, denn in den letzten Spielen gelangen den Grafschaftern sogar Siege gegen Köln und auswärts in Borken.

Der BBSC – in den letzten Wochen arg gebeutelt mit diversen Verletzungen – dürfte gegen die Gäste nur in einer Außenseiterrolle stehen. Von Anfang an ist die Berliner Mannschaft aufgefordert, mit hoher Konzentration aufzutreten, wie sie es beim Auftritt gegen den VCO dokumentierte. Die Fans können die Mannschaft wegen der aktuellen Corona-Auflagen nicht direkt vor Ort unterstützen. So bleibt nur die Empfehlung des gut funktionierenden Livetickers der VBL – so seid Ihr immer ganz aktuell auf dem neuesten Stand! Drückt uns die Daumen.

Burkhard Kroll