Mit durchwachsener Leistung zum Sieg

Füchse schlagen Wetzlar 32:30

Dass es gegen die HSG Wetzlar kein Osterspaziergang werden würde, wussten die Füchse, denn das Team aus Mittelhessen gilt als unbequemer Gegner. Trotzdem konnte, wie im vorangegangenen Heimspiel gegen Balingen-Weilstetten, der Sieg erst in den Schlussminuten unter Dach und Fach gebracht werden. Die Ursache dafür lag für Trainer Jaron Siewert klar auf der Hand. „Die 30 Gegentore zeigen, dass die Kooperation zwischen Abwehr und Torhüter heute nicht auf dem Niveau war, welches wir uns vorgenommen hatten.“

Vor allem mit den 2-Meter Männern der Wetzlarer – Wagner, Rubin, Cavor – hatte die Berliner Abwehr ihre Probleme. Häufig wurde zu langsam auf das Kombinationsspiel der Gäste reagiert. Dem Bundesliga-Spitzenreiter gelang es vor den 7.334 Zuschauern in der ersten Hälfte auch nie, einen größeren Vorsprung herauszuwerfen. Zwar erwiesen sich Mathias Gidsel und Hans Lindberg (vom Siebenmeter-Punkt) als gewohnt treffsicher. Doch ihre Mitspieler verwarfen oft aus ungünstiger Position oder scheiterten an Latte, Pfosten oder Torhüter Klimke.

Beim Stand von 17:16 wurden die Seiten gewechselt. Die Füchse blieben nach der Pause fünf Minuten ohne Torerfolg, Wetzlar erwischte den besseren Start in den zweiten Abschnitt und lag nach 35 Minuten zum zweiten Mal (nach dem 1:0) in Führung. Danach rafften sich die Berliner jedoch auf. Die Abwehr gewann an Stabilität und der nach 38 Minuten eingewechselte Viktor Kireew hatte einen besseren Tag als Stammkeeper Milosavljew erwischt.

Nach Dreiviertel der Spielzeit schienen die Füchse einem sicheren Sieg entgegenzugehen. Doch Fehlwürfe und eine berechtigte Rote Karte (drei Strafen) gegen Mijajlo Marsenic brachten wieder Unruhe ins Spiel der Gastgeber, die jedoch clever genug agierten und sich letztlich mit dem 32:30-Sieg die fest eingeplanten zwei Punkte sicherten.

Die nächsten Aufgaben (am Dienstag, 02.04.2024 in der European League gegen Schaffhausen) in der Bundesliga (am Donnerstag, 04.04.2024 in Göppingen) und beim Final-Four im Pokal (13./14. April) werden die Füchse nur mit einer durchgängig stabilen Leistung meistern können.

Für die Füchse erfolgreich: Wiede, Darj (1), Tollbring (5), Andersson (4), Lichtlein (1), Lindberg (6/6), Gidsel (7), Freihöfer, Langhoff (1), av Teigum (5), Jacobs, Marsenic (2), Drux

Herbert Schalling

Der Traum vom Fußballprofi

Sich für vier Tage wie ein Profi fühlen. Dieser Wunsch ging für den 12-jährigen Lennard Michelis aus Potsdam in Erfüllung. Er trainiert regelmäßig im Verein Schwarz-Weiß Fahrland 2018 e.V. Die Tage im Camp waren für ihn ein unvergessliches Erlebnis. In Sichtweite trainierten die Hertha-Profis und bereiteten sich auf das Spiel gegen Nürnberg vor.

In Berlin sind Osterferien. Schulfreie Zeit die genutzt werden kann, mal richtig zu faulenzen oder sich richtig auszutoben. Seit geraumer Zeit werden Fußball-Feriencamps in fast allen Regionen Deutschlands angeboten. Besonders groß ist das Angebot in Berlin. Die Nachfrage ist riesig. Wer sich nicht rechtzeitig anmeldet, hat oft das Nachsehen.

Es geht darum, die Freude am Spiel zu wecken und altersgemäß zu trainieren. Die Initiative, solche Camps zu veranstalten, kommt meist von Fußballschulen, anderen privaten Initiativen oder von den Vereinen selbst. In den jetzt laufenden Osterferien bietet auch Hertha BSC auf dem Gelände des Olympiastadions zwei sogenannte Ostercamps an. Anmelden konnten sich Mädchen und Jungen im Alter zwischen 6 und 13 Jahren.

Zweimal täglich wurde unter Anleitung von Trainern der Hertha-Akademie geübt. Training nach der Hertha BSC Ausbildungsphilosophie. Es werden die gleichen Inhalte vermittelt wie dem Hertha-Nachwuchs. „Der Schwerpunkt liegt auf der technischen Ausbildung, wie beispielsweise dem Dribbling, Passen oder dem Torschuss. Neben der fußballerischen Ausbildung wird auch auf die Vermittlung von Werten geachtet. Fair Play, Teamgeist, Respekt und eine gesunde Ernährung sind wesentlicher Bestandteil.“

Neben der sinnvollen Freizeitgestaltung schwingt sicherlich die Hoffnung mit, dass eine oder andere schlummernde Talent noch zu entdecken.

Die Eltern der Minikicker nehmen einiges auf sich. Das Ganze ist nicht umsonst zu haben und schließlich muss der Schützling jeden morgen pünktlich im Camp abgeliefert sowie am Nachmittag wieder abgeholt werden.

167 Kinder nahmen am ersten Camp in der Woche vor Ostern 2024 teil. Es waren die Jungen in der Mehrzahl, immerhin konnten auch 25 Mädchen begrüßt werden. Für Torhüter gab es ein Extra-Training. Zum Abschluss gab es ein Kräftemessen in Form eines Turniers. Der eine oder andere Hertha-Profi stand für Autogramme zur Verfügung und Maskottchen Herthino sorgte für Stimmung am Schlusstag.

Die gestellte Trainingskleidung konnte als Souvenir mit nach Hause genommen werden. Und wer weiß, es könnte ja sein, dass Lennard und der eine oder andere Teilnehmer später mal als Profi im Olympiastadion auflaufen wird.

Hans-Peter Becker

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Fotos: © Sportick/Michelis privat

Aufstiegskampf in der Regionalliga

Nach dem Ausrutscher gegen Chemnitz zeigte der BFC Dynamo, dass er mit Druck umgehen kann. Im Nachholspiel gegen Altglienicke sah es zunächst gar nicht gut. Die VSG zog bis zur Halbzeitpause im Sportforum auf 2:0 davon. Eine unglaubliche Energieleistung brachte die Wende und die Weinroten brachten ihre Fans in Ekstase. Am Ende hieß 3:2 für den Serienmeister der DDR-Oberliga. Der Dreier war fast lebenswichtig, um weiter ein Wörtchen im Kampf um die Meisterschaft mitreden zu können.

Es wird mehr und mehr ein Dreikampf zwischen Greifswald, Cottbus und dem BFC. Aktuell die Nase vorn haben die Greifswalder, mit 55 Punkten nach 26 Spielen. Dahinter folgt der BFC mit 53 Zählern und jetzt ebenso 26 absolvierten Spielen. Energie Cottbus liegt auf Platz 3, hat bisher 51 Punkte erkämpft. Sie haben aber ein Spiel weniger ausgetragen.

Wer verliert jetzt Nerven und Spiele? Am kommenden Osterwochenende (28.03. bis 01.04.2024) erstreckt sich der 27. Spieltag von Gründonnerstag bis Ostermontag. Bereits der Eröffnungstag hat es in sich. Die Greifswalder reisen nach Erfurt, nicht ganz fährt der Mannschaftsbus des BFC. Der FSV Luckenwalde, die Truppe von Michael Braune wird versuchen, dem BFC das Siegen schwer zu machen. Beide Begegnungen werden um 19:00 Uhr angepfiffen.

Der FC Energie mit Trainer Pele Wollitz greift erst am Ostermontag, 1. April 2024 in das Geschehen ein. Im Cottbuser Stadion erwarten sie den FC Eilenburg.

Hans-Peter Becker

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Eisbären schicken die Adler in die Ferien

DEL Playoff Viertelfinale Spiel 5

26.03.2024 19:30 Uhr Arena am Ostbahnhof

EHC Eisbären Berlin – Adler Mannheim 3:2 (1:1/1:0/1:1)

Serienstand 4:1

Der letzte Sieg ist immer der Schwerste, besagt eine alte Weisheit der Playoffs. Das Spiel begann furios für die Eisbären. Bereits nach 59 Sekunden konnte Julian Melchiori für die Eisbären den Puck ins Netz befördern. Serge Aubin hatte die dritte Sturmruhe als Starting Offensive auf das Eis geschickt. Sodass Patrice Cormier das erste Bully im Spiel gewann, kurzer Wechsel auf die zweite Sturmreihe und es funktionierte. Die Anfangsphase gehörte den Eisbären, die es in dieser Druckphase leider versäumten ein weiteres Tor nachzulegen.

Zu Ende des Anfangsdrittels bekamen die Gäste mehr Anteile und konnten in der 18. Minute ausgleichen. Matthias Plachta konnten einen Schuss von John Glimour unhaltbar für Jake Hildebrand ins Tor ablenken. Es rächte sich, dass die Eisbären gute Chancen liegen ließen.

Bereits zwei Minuten vor dem Drittelbeginn schlichen die Adler wieder auf das Eis, sie wollten den Schwung der Schlussphase mitnehmen und kamen mit Macht. Ab der 26. Minute hatten die Eisbären eine Unterzahl zu überstehen. Das verteidigten sie geschickt. Die erneute Führung gelang ihnen in der 30. Minute. Erst musste Leon Gawanke wegen einer Spielverzögerung auf die Strafbank und eine Minute später erwischte es Korbinian Holzer mit einer Strafe wegen Hakens. Diese doppelte Überzahl konnten die Eisbären nutzen. Eine Kombination im 5 zu 3 Überzahl vollendete Zachary Boychuk. Es war sein erster Treffer in den Playoffs. Bis zur Drittelpause passierte nichts weiter, was auf die Anzeigetafel musste. Beide bestritten die 40 effektiven Spielminuten sehr diszipliniert, für beiden Seiten gab es lediglich vier Strafminuten.

So begann der Schlussabschnitt mit einer knappen Führung für die Eisbären. Die Partien waren bis auf Spiel 1 der Serie das enge Höschen. In der Anfangsphase des Drittels ließen die Eisbären zwei Alleingänge liegen. Die Adler mussten jetzt kommen, es drohte das Aus für diese Saison. Das Spiel war jetzt ein offener Schlagabtausch. In der 48. Minute musste Morgan Ellis wegen Stockschlags auf die Strafbank. Die Unterzahl überstanden die Eisbären. Bange Szenen, die Adler mussten jetzt alles auf eine Karte setzen. Die Führung hielt, bis die Uhr die Restzeit an Minuten bereits einstellig herunterzählte. Die Entlastungsangriffe der Eisbären wurden seltener und der Druck der Adler immer größer. Sieben Minuten vor dem Ende gab es eine umstrittene Strafzeit. Lean Bergmann musste wegen eines Stockschlags für zwei Minuten dem Geschehen fernbleiben. Turbulente Szenen, der Puck landete dann doch im Eisbärentor. Ja, wenn sie in der Anfangsphase ihre Chancen genutzt hätten. So stand es fünf Minuten vor dem Ende 2:2 und es drohte eine Verlängerung.

Es gibt sie, die Monster in den Spielen der Playoffs. Boychuk, plötzlich war er da, zweieinhalb Minuten vor dem Ende und schoss die Eisbären in das Halbfinale.

Die Serie gegen die Eisbären war eine sehr enge Angelegenheit. Im ersten Spiel hatten wir noch einen Vorteil durch die Pre-Playoffs. Anschließend hätte jedes Spiel auch anders ausgehen können. Unser Herz ist jetzt gebrochen, Glückwunsch an die Eisbären, so die Worte Dallas Eakins nach dem Spiel.

Serge Aubin fand ebenso, dass eine hochklassige Serie war. „Ich bin stolz auf die Reaktion meiner Mannschaft nach der deutlichen Niederlage im ersten Spiel. Wir sind ruhig geblieben und haben unsere Ordnung nicht verloren. Wir haben in jeder Partie unsere Top-Leistung gebraucht. Heute hatten wir einen sehr guten Start in die Partie. Mir hat unser temporeiches Spiel gefallen. Das Momentum wechselte dann hin und her, Mannheim hat alles nach vorne geworfen. Wir haben aber einen Weg gefunden, das Spiel zu gewinnen. Wir werden die kommenden Tage nutzen, um uns zu erholen. Dann geht’s direkt weiter.“  

Hans-Peter Becker

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Fotos: © Stephan Wenske

Spieldaten

Aufstellungen
Eisbären Berlin: Hildebrand (Stettmer) – Müller, Wissmann (C); Melchiori, Schemitsch; Geibel, Ellis (A); Bartuli – Noebels, Byron, Pföderl; Tiffels, Boychuk, Ronning; Veilleux, Cormier, Eder; Hördler, Wiederer, Bergmann – Trainer: Serge Aubin       

Adler Mannheim: Tiefensee (Brückmann) – Jokipakka, Gawanke; Gilmour, Holzer; Thompson, Reul; Pilu – Wolf, Vey, Plachta; Hännikäinen, Loibl, Kühnhackl; Bennett, Gaudet, Szwarz; Thiel, MacInnis, Proske – Trainer: Dallas Eakins  

Tore
1:0 – 00:59 – Melchiori (Noebels, Byron) – EQ
1:1 – 17:12 – Plachta (Gilmour, Vey) – EQ
2:1 – 30:18 – Boychuk (Noebels, Wissmann) – PP2
2:2 – 54:25 – Gilmour (Szwarz, Gaudet) – PP1
3:2 – 57:33 – Boychuk (Wiederer) – EQ

Strafen
Eisbären Berlin: 8 (2, 2, 4) Minuten – Adler Mannheim: 4 (0, 4, 0) Minuten 

Schiedsrichter

Reid Anderson, Martin Frano (Maksim Cepik, Tobias Schwenk)

Zuschauer
14.200

Volleyball 2. Bundesliga Damen: BBSC mit Auswärtserfolg und 2 Punkten aus Ostbevern zurück

BSV Ostbevern – BBSC Berlin     2:3 (20, -10, 20, -15, -7)

Im 9. Vergleich der Saison, der über 5 Sätze ging, holte der BBSC am vergangenen Samstag erst den 2. Erfolg, sicherte sich aber mit den 2 Punkten den 3. Tabellenplatz.

Dass das Spiel für den BBSC in Ostbevern keine Wochenendausflugsstimmung ausbreiten konnte, war von Anfang an klar: Zu kampfkräftig und ausgeglichen haben sich immer wieder die Mannschaften aus dem münsterländischen Raum in der 2. Liga präsentiert. So auch diesmal: Die Gastgeberinnen bestraften zunächst kleinste Fehler auf Berliner Seite und sorgten mit einem aggressiven Aufschlagspiel für BSV-Dominanz. Der BBSC bekam erst mit dem 2. Satz Zugriff auf das Spiel. Der 3. Satz ging noch verloren, „aber den 4. und 5. Satz haben wir sehr souverän gespielt und verdient gewonnen“, freute sich Berlins Trainer Jens Tietböhl. „Kämpferisch haben wir in allen 5 Sätzen das Optimum gezeigt, es war wirklich ein schweres Spiel gegen einen starken und nie aufgebenden Gegner“. Auch Kapitänin Anika Kummer betont die gemeinschaftliche Geschlossenheit: „Wir zeigten uns als eine Mannschaft und jeder hat alles für die anderen gegeben. Nur so funktioniert Volleyball.“

Lohn des Auswärtssiegs ist der weiter gesicherte 3. Tabellenplatz. Mit 4 Punkten Vorsprung auf den Tabellenvierten Dingden bei einem verbleibenden Spiel mehr lassen den angestrebten Platz auf dem virtuellen Treppchen näher kommen.

Zur MVP des Abends auf Berliner Seite wählte Ostbeverns Trainer Dominik Münch BBSC-Mittelblockerin Marie Dreblow.

Erst am 13. April 2024 geht es für den BBSC in der Liga weiter, wenn man bei Aufsteiger Hildesheim, der in der 1. Halbserie in Berlin noch gewonnen hat, aufschlägt. Das letzte Heimspiel der Saison wird am 20. April 2024 angepfiffen.

Für den BBSC im Einsatz: Marie Dreblow, Elisa Daus, Angelina Meyer, Romy Birnbaum, Sarah Nur Kaydibi, Annalena Grätz, Annika Kummer, Stephanie Utz, Jovana Dordevic, Antonia Lutz, Alina Gottlebe-Fröhlich, Emely Radügge

Burkhard Kroll

Erkämpfter Arbeitssieg

Füchse gewinnen 35:34 gegen Balingen-Weilstetten

Die Füchse hatten zum „Tag des Kinderhandballs“ geladen. In der mit 9.000 Zu-schauern ausverkauften Halle waren vielen Eltern mit ihrem Nachwuchs. Ein buntes Programm wurde ihnen geboten, um den Jüngsten Lust auf das schnelle Spiel zu machen. Irgendwie jedoch schien sich bei den die Bundesliga-Profis der Gedanke eingeschlichen zu haben, an einem so benannten Tag ginge es auch für sie kinderleicht gegen das Tabellen-Schlusslicht. Dabei betonen die Füchse-Verantwortlichen seit Jahr und Tag, dass in dieser Bundesliga jeder jeden schlagen könne. Dass ihre Worte gegen die wackeren Balinger fast wahr geworden wären, hätten sich Trainer Jaron Siewert und Sportvorstand Stefan Kretzschmar jedoch kaum träumen lassen.

Der Start ins Spiel verlief auch im erwarteten Rahmen. Schnelles Spiel der Berliner und klare Führung – 14:9 nach 20. Minuten. Bereits in dieser Phase wurden zwei Dinge sichtbar. Die Gastgeber schluderten mit der Chancenverwertung und die Abwehr fand wenig Zugriff auf die wendigen Gäste-Spieler. Einige Male stand Balingens Kreisspieler frei vorm Tor, als hätte er sich mit Tarnkappe durch die Füchse-Abwehr geschlichen. Der erste Knacks im Füchse-Vortrag war kurz vor der Pause sichtbar, wie Trainer Siewert im Anschluss fand: Dann kommt die Phase, wo wir das 7 gegen 6 nicht gut verteidigen, leichtfertige Tore bekommen und nicht mehr kompakt in der Abwehr stehen. . Vier torlose Minuten – und Balingen war auf zwei Tore heran – 18:16 in der 30. Spielminute.

Nach der Pause änderte sich am Spielverlauf und Torabstand zunächst nichts. Da die Schiedsrichter das insgesamt faire Spiel mit 16 Strafwürfen zum 7-Meter-Festival machten (jeder kleine Übertritt in den Kreis wurde geahndet) konnte Hans Lindberg sein Torkonto um zehn Treffer aufstocken. Auffallend war auch der engagierte Auftritt von Nils Lichtlein, der das Spiel der Gastgeber lenkte und sechs Treffer warf.

Wie zum Ende des ersten Spielabschnitts nahmen allerdings die Unkonzentriertheiten bei den Füchsen auch kurz vor Schluss der zweiten Hälfte zu. Der drei-Tore Vorsprung (55.) schmolz noch auf den 35:34-Sieg zusammen. Die Gelegenheit es besser zu machen kommt schnell. Nach der Partie in der European League in Schaffhausen am Dienstag, 26.03.2024, wartet am kommenden Ostersonntag, 31.03.2024, mit der HSG Wetzlar der nächste unbequeme Gegner auf die Füchse.

Für die Füchse erfolgreich: Milosavljev (1), Andersson (3), Lichtlein (6), Lindberg (10/9), Gidsel (6), Freihöfer(3), Teigum-West (2), Jacobs, Marsenic (3), Drux (1)

Herbert Schalling

Berliner Pokal – nur noch ein Regionalligist vertreten

Das Berliner Pokalfinale des Jahrgangs 2023 bestritten mit Sparta Lichtenberg (Berlin-Liga) und dem TuS Makkabi (NOFV-Oberliga Nord) jeweils Vertreter aus unterklassigen Ligen. Die Regionalligisten BFC Dynamo und Viktoria waren sensationell im Halbfinale gescheitert. Im aktuellen Pokaljahrgang könnte sich ähnliches wiederholen. Im Viertelfinale scheiterte der Regionalligist BAK 07 im Poststadion am amtierenden Pokalsieger. Die Truppe von Wolfgang Sandhowe gewann mit 3:0. Es war bis in die Schlussphase hinein spannend. In der 60. Minute ging der Oberligist durch einen Treffer Doron Bruck mit 1:0 in Führung. Anschließend berannte der BAK das Tor von Jack Krause. In der Nachspielzeit machten Brian Petnga (90.+3) sowie Caner Özcin (90.+4) alles klar für Makkabi.

Besser als der BAK machten es die Ligakollegen vom FC Viktoria. Auf dem Kunstrasenplatz an der Ungarnstraße leistete der Landesligist BFC Meteor 06 lange erfolgreich Widerstand. In der ersten Halbzeit ließen nur einen Treffer durch Falcao (7. Minute) zu. Kurz nach dem Anpfiff zur zweiten Halbzeit erhöhte Oleg Scacun auf 2:0 für den haushohen Favoriten. Als beim Landesligisten die Kräfte deutlich schwanden, erhöhten erneut Falcao (86. Minute) und Laurenz Dehl (89. Minute) standesgemäß auf 4:0.

Der letztjährige Pokalfinalist Sparta Lichtenberg buchte mit einem 3:0 Erfolg gegen den Berlin-Ligisten Frohnauer SC sein Ticket für das Halbfinale. Das Endergebnis des Spiels an der Fischerstraße in Lichtenberg stand bereits zur Halbzeit fest. Die Tore erzielten Tarik Hadziavdic, Yves Brinkmann und Dominik Schmüser.

Hans-Peter Becker

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Zehlendorfer Youngster im Pokal an Lichtenberg 47 gescheitert

Im Ernst-Reuter-Sportfeld fand am 24.03.2024 das Viertelfinale im Cosy Wasch-Pokal vor 581 zahlenden Zuschauern zwischen Hertha 03 und Lichtenberg 47 statt.

Nach ersten gelungenen Spielzügen von der kleinen Hertha führte der erste Konter von den Lichtenbergern in der 6. Minute gleich zum Erfolg. Nach tollpatschigem Verhalten des Zehlendorfer Torhüters Nash-Daniel Amankona zeigte der Unparteiische sofort auf den Elfmeterpunkt. Gabriel Figurski Vieira verwandelte sicher zur 1:0-Führung der Lichtenberger.

Bis zur Pause blieb das Anrennen der Zehlendorfer Youngster jedoch ohne Erfolg. Erst danach erzielte der Kapitän Lenny Stein in der 47. Minute den verdienten Ausgleich.

Allerdings ging Lichtenberg durch ein Traumtor von Willi Noack in der 59. Minute wieder in Führung – 10 Minuten später wurde er verletzt gegen Flo Zorn ausgewechselt.

Beim 2:1 für die Gäste von Lichtenberg 47 ist es allerdings geblieben.

Zum Schluss erhitzten sich die Gemüter, sodass der Zehlendorfer Kapitän Lenny Stein sogar noch vom Platz gestellt wurde.

Somit kann Lichtenberg 47 weiter vom kleinen Berliner Finale am 25. Mai 2024 im heimischen Hans-Zoschke-Stadion träumen.

Gerald Kaden

Eisbären mit Zittersieg

DEL Playoff Viertelfinale Spiel 3

21.03.2024 19:30 Uhr Arena am Ostbahnhof

EHC Eisbären Berlin – Adler Mannheim 3:2 (2:0/1:0/0:2)

Serienstand 2:1

Das dritte Spiel des Viertelfinales begann mit einer Überzahl für die Eisbären. Bereits nach fünf Sekunden musste Adler Tom Kühnhackl wegen Beinstellens auf die Strafbank. Sofort ein Überzahlspiel und dazu mit ganz viel Energie, so gestaltete sich der Start der Eisbären in das Spiel. Die schnelle Strafe überstanden die Adler, anschließend wurden sie von den Eisbären eingeschnürt. Im Anfangsdrittel erzielten die Eisbären zwei Treffer durch Yannik Veilleux und Kai Wissmann. Der Wissmann Treffer fiel im Power Play. Sie hatten alles im Griff. Das Anfangsdrittel war mit das Beste, was die Eisbären in dieser Saison auf das Eis der inzwischen umbenannten Arena am Ostbahnhof zauberten. Den Mittelabschnitt konnten sie mit 1:0 gewinnen. Es war erneut ein Treffer im Power Play, der Torschütze war Blaine Byron. In der 24. Minute war für den Adler Verteidiger Korbinian Holzer das Spiel zu Ende. Nach einem Foul gegen Tobias Eder wurde er nach Videobeweis in die Kabine geschickt.

Es war nicht zu verhehlen, das Spiel hielt neben einem großartig aufgelegten Eisbären Goalie zudem einige Glücksmomente für die Hausherren bereit. In der 24. Minute scheiterte Ex-Eisbär Daniel Fischbuch mit einem Doppelpfosten. Kurios, wie der Puck nicht hereinwollte, er war bereits hinter dem Goalie.

Im Schlussdrittel fiel in der 43. Minute der erste Treffer für die Mannheimer. Sie nutzten ein Power Play. Mit Vehemenz stemmten sie sich nun gegen eine drohende Niederlage. Ein großartig haltender Jake Hildebrand verhinderte bis zur 54. Minute ein weiteres Gegentor. Die Eisbären kamen lediglich zu vereinzelten Gegenstößen und kassierten im Schlussdrittel zu viele Strafen. So fiel der zweite Mannheimer Treffer, erneut in einer Power Play Situation. Lean Bergmann saß wegen übertriebener Härte auf der Sünderbank und Ryan MacInnis konnte einnetzen. Jetzt gingen die Blicke zur Spieluhr. Die Eisbären brachten keinen vernünftigen Angriff mehr zustande.

Sie hatten zwei richtige gute Drittel gespielt. Als die letzten zwei Minuten im Spiel begannen, hielt die jetzt knappe Führung. Wie lang können 129 Sekunden sein, unendlich, die Halle wollte mithelfen, alles stand und klatschte sich die Hände wund. Ein letzter Befreiungsschlag, er ging nicht in das leere Adler-Tor und überquerte mit der Schlusssirene die verlängerte Torlinie. Der Siegesjubel wurde gleich gedämpft. Es wird die Spielzeit im Eishockey genau gemessen. Der Videobeweis brachte eine Restspielzeit von 0,9 Sekunden wieder auf die Uhr. So gab es noch einmal einen letzten Bully und kaum hatte die schwarze Scheibe das Eis berührt, da ertönte die Schlusssirene erneut. Der zweite Sieg für die Eisbären war nun unter Dach und Fach.

Dallas Eakins war trotz der Niederlage seiner Mannschaft und der damit verbundenen Serienführung für die Eisbären stolz auf seine Mannschaft. Es war ein hartes Spiel. Auf dem Eis wurde um jeden Zentimeter gekämpft.

In der Pressekonferenz wurde zudem nach der Leistung von Jake Hildebrand gefragt. Der Eisbären-Goalie bot erneut eine starke Leistung und hatte einen großen Anteil an dem Sieg.

Hans-Peter Becker

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Aufstellungen
Eisbären Berlin: Hildebrand (Stettmer) – Müller, Wissmann (C); Melchiori, Schemitsch; Geibel, Ellis (A); Bartuli – Noebels, Byron, Pföderl; Tiffels, Boychuk, Descheneau; Bergmann, Wiederer, Ronning; Hördler, Veilleux, Eder – Trainer: Serge Aubin       

Adler Mannheim: Tiefensee (Brückmann; Willerscheid) – Jokipakka, Gawanke; Gilmour, Holzer; Thompson, Reul; Pilu – Kühnhackl, Loibl, Szwarz; Wolf, Vey, Plachta; Bennett, Gaudet, Fischbuch; Thiel, MacInnis, Proske – Trainer: Dallas Eakins  

Spieldaten

Tore
1:0 – 08:57 – Veilleux (Hördler, Eder) – EQ
2:0 – 13:49 – Wissmann (Boychuk, Byron) – PP1
3:0 – 27:42 – Byron (Wissmann, Noebels) – PP1
3:1 – 42:52 – Gawanke (Vey, MacInnis) – PP1
3:2 – 53:25 – MacInnis (Plachta, Tiefensee) – PP1

Strafen
Eisbären Berlin: 18 (4, 8, 6) Minuten – Adler Mannheim: 35 (4, 29, 2) Minuten 

Schiedsrichter

Andre Schrader, Gordon Schukies (Maksim Cepik, Tobias Schwenk)

Zuschauer
14.200

Playoff-Opener in der Sömmeringhalle

ALBA Frauen starten mit Heimspiel-Doppelpack ins Viertelfinale gegen Saarlouis

Saarlouis, Saarlouis, Saarlouis – seit einem guten Monat lebt das Städtchen vor der französischen Grenze mietfrei im Kopf bei Fans und Team von ALBA BERLIN: Ende Februar erst das Hauptrundenspiel in der Sömmeringhalle gegen die Saarlouis Royals, dann am vergangenen Wochenende das Pokal-TOP4 in Saarlouis samt Spiel um Platz drei gegen die Gastgeberinnen und direkt im Anschluss jetzt auch noch gleich eine ganze Best-of-Five-Serie gegen die Saarländerinnen. Die Saarlouis-Wochen für ALBA in der Toyota-Damen Basketball-Bundesliga gehen also nahtlos weiter und bringen trotzdem das Frischeste und Heißeste mit, was es im Basketball nur gibt, nämlich: die Playoffs. Mit einem Heimspiel-Doppelpack in der Sömmeringhalle starten die Berlinerinnen am Freitag, 22.03.2024 um 19.30 Uhr und Sonntag,24.03.2024 um 15.30 Uhr (beide Spiele live bei sporttotal.tv) ins DBBL-Viertelfinale – und in die beste Zeit des Jahres!

Zwei freie Tage zum Durchatmen hatte das Team nach dem TOP4-Wochenende, und jetzt kribbelt es schon wieder: „Wir freuen uns schon sehr auf die beiden Heimspiele“, sagt Tessa Stammberger. „Das Playoff-Gefühl zu Hause ist etwas ganz Besonderes und wird mit jedem Tag in der Woche größer.“ ALBAs Flügelspielerin hat wie die zehn Mitspielerinnen, mit denen sie schon in der vergangenen Saison für das Team am Ball war, noch beste Erinnerungen an den Playoff-Run aus dem letzten Jahr.

Alba Berlin – Saarlouis Royals Stefanie Grigoleit (Alba, No.02) Maria Ivanova Kostourkova (Saarlouis, No.20)

Als Aufsteigerinnen und Underdog von Platz sechs starteten die Berlinerinnen damals in die entscheidende Saisonphase und sorgten dann mit ihren legendären Spielen in der ausverkauften Sömmeringhalle für Ekstase: Erst kegelten sie die drittplatzierten Hernerinnen aus dem Viertelfinale und zwangen anschließend im Halbfinale auch noch die Topfavoritinnen aus Keltern in ein entscheidendes drittes Do-or-Die-Spiel ums Finale – erst da war dann Schluss für die ALBA-Spielerinnen, die am Ende einen vierten Platz in ihrer Aufstiegssaison feierten.

Auf diesen Spirit hat das Team auch jetzt wieder Bock, dazu brauchte es nach der Enttäuschung im Pokalhalbfinale nicht einmal 24 Stunden: Durch den souveränen Sieg im Spiel um Platz drei gegen Saarlouis am Tag darauf holten sich die Berlinerinnen ihr Selbstvertrauen zurück und bekamen bei der Bronze-Feierei mit den Dutzenden mitgereisten ALBA-Fans im Block schon einmal einen kleinen Vorgeschmack auf die Euphorie in der Sömmeringhalle. „Das Team hat die richtige Reaktion gezeigt, seine Siegermentalität und dass es bereit ist für den Fight“, erklärt Coach Cristo Cabrera: „Wir freuen uns auf Freitag und darauf, die Sömmeringhalle wiederzusehen.“

Und dann geht es weiter mit den Saarlouis-Festspielen: Es warten mindestens die Duelle vier und fünf (Freitag und Sonntag in der Sömmeringhalle) sowie sechs (Donnerstag, 28. März 2024 in Saarlouis) dieser Saison auf beide Teams, denn im Gegensatz zum vergangenen Jahr werden in dieser Spielzeit alle drei Playoff-Runden vom Viertelfinale übers Halbfinale bis zum Finale als Best-of-Five-Serien ausgespielt. Als Hauptrundenchampion hat ALBA dabei in jeder Runde Heimvorteil und darf im 2-2-1-Modus jeweils die ersten beiden sowie ein mögliches entscheidendes fünftes Spiel zu Hause in der Sömmeringhalle bestreiten – wo die Berlinerinnen in dieser Saison immer noch ungeschlagen sind.

Berlin – Saarlouis Royals Stefanie Grigoleit (Alba, No.02) Maria Ivanova Kostourkova (Saarlouis, No.20)

Und auch gegen Saarlouis ist ALBAs Bilanz mit drei Siegen aus drei Spielen in dieser Saison blitzsauber. Die Gäste aus dem Saarland haben eine eher durchwachsene Hauptrunde hinter sich: Nach einem suboptimalen Saisonstart wurde der Kader einmal ordentlich durchgeschüttelt, vier Spielerinnen ausgetauscht und mit Dragana Svitlica auch eine neue Cheftrainerin auf die Bank beordert. Unantastbar ist dagegen Aufbauspielerin Destiny Littleton, die als ligaweite Topscorerin mit 22,5 Punkten pro Spiel sowie den meisten getroffenen Dreiern und Freiwürfen der gesamten DBBL offensiv komplett dominiert. Am Ende schaufelten sich die Royals noch weg von den Abstiegsplätzen und auf Rang acht, den letzten Playoff-Platz.

Für Cristo Cabrera ist das aber logischerweise gar kein Maßstab: „In der letzten Saison haben wir selbst erlebt, dass es keine Rolle spielt, wie ein Team in der Hauptrunde abschneidet“, erinnert sich ALBAs Chefcoach wie seine Spielerinnen an die Sensationen in der Sömmeringhalle. Die ganze Saarlouis-Situation hat er deshalb sportlich genommen: „Als ich beim TOP4 am Samstagabend nach dem Halbfinale das Spiel gegen Saarlouis vorbereitet habe, war mein Gedanke: Ok, dann startet die Saarlouis-Serie eben schon jetzt – mit Pokal und Playoffs“, erzählt Cristo Cabrera und ist sich sicher: „In den Playoffs ist es noch mal eine andere Geschichte als im Pokal, aber auch das wird Spaß machen. Wir werden wieder einen Weg finden, alles zu geben und es gleichzeitig zu genießen.“ Denn es ist und bleibt: die beste Zeit des Jahres.

Quelle: ALBA Berlin Medien

Fotos Credit © Tilo Wiedensohler

ALBAs Viertelfinaltermine im Überblick:

  • Freitag, 22. März, 19.30 Uhr: Spiel 1 in der Sömmeringhalle
  • Sonntag, 24. März, 15.30 Uhr: Spiel 2 in der Sömmeringhalle
  • Donnerstag, 28. März, 18 Uhr: Spiel 3 in Saarlouis
  • Samstag, 30. März, 19 Uhr: Spiel 4 in Saarlouis (falls nötig)
  • Montag, 01. April, 19.30 Uhr: Spiel 5 in der Sömmeringhalle (falls nötig)