Herthas Blindenfußballer feiern ersten Saisonpunkt

Das lange Warten hat ein Ende: Am dritten Bundesliga-Spieltag belohnten sich die Blindenfußballer von Hertha BSC erstmals für ihren Aufwand mit Punkten – und das fast dreifach. Gegen den FC Schalke 04 trennte sich das Team von Yasin Talay am Samstagmittag, 18.09. mit 1:1-Unentschieden. In der Anfangsphase brachte Fatih Talay unsere Farben nach einem schnell ausgeführten Eckball in Führung. Kurz nach der Pause glichen die ‘Königsblauen‘ in einer umkämpften Partie aus. Ein Pfostenschuss von Edis Veljković stand am Ende dem ersten Saisonsieg im Weg. In vier Wochen wartet auf die Herthaner gegen BSV 1958 Wien (16.10.21, 15:00 Uhr) und den noch ungeschlagenen FC St. Pauli (17.10.21, 12:00 Uhr) ein Doppel-Spieltag in Hamburg.

Während es in der Fußball-Bundesliga „Ha, Ho, He!“ von den Rängen des Olympiastadions schallt, herrscht beim Blindenfußball höchste Konzentration. Denn die Spieler verlassen sich ausschließlich auf ihr Raumgefühl und ihr Gehör. Torhüter, Feldspieler und Guides machen sich durch akustische Signale bemerkbar und in dem Fußball sind Rasseln integriert. Daher sind während der Partien Anfeuerungsrufe der Zuschauerinnen und Zuschauer tabu, damit die Spieler den Ball und die Anweisungen genau hören können. „Blindenfußball ist körperlich eher keine große Herausforderung, sondern psychisch. Man hört die Spieler, den Ball, die Umgebung, manchmal fährt eine Tram am Sportplatz vorbei. Man muss sehr konzentriert sein“, sagt Nasser Alwan. Der 18-Jährige spielt seit sieben Jahren Fußball und seit knapp anderthalb Jahren für Hertha BSC als Feldspieler.

Die Anforderungen beim Blindenfußball sind genauso hart wie in jedem anderen (Profi-)Sport und verlangen neben Konzentration auch Kondition und Schnelligkeit. Diese können sowohl durch Ernährung und Training als auch durch Schlaf und den Biorhythmus beeinflusst werden. Besonders bei völlig blinden Menschen läuft der natürliche Biorhythmus oder auch innere Uhr nicht immer parallel zum 24-Stunden-Tag. Das kann zu Schlafproblemen während der Nacht und extremer Müdigkeit am Tag führen. Eine besondere Herausforderung für Betroffene, denkt man an die Trainings- und Wettkampfzeiten, teilweise am frühen Morgen und/oder am späten Abend. Besonders anspruchsvoll sind Spieltage mit zwei Spielen nacheinander, da durch personelle Engpässe beim zweiten Spiel nur wenige Wechsel möglich sind.

Hertha BSC erhofft sich, dass der Blindenfußball eine noch größere Aufmerksamkeit in der Gesellschaft erfährt und neue Spieler sowie Fans hinzugewonnen werden. Dafür setzt sich auch unser Hauptsponsor VANDA Pharmaceuticals ein. „Wir sind stolz, zwei Top-Partner an unserer Seite zu haben. Das unterstreicht das Interesse an sowie die Relevanz für den Sport und ist eine große Bestätigung für uns“, betont Herthas Blindenfußballer Patrick Küppers (49) zufrieden.

Quelle: Hertha BSC/Markus Jung

Vier Spielausfälle in der Regionalliga, einer in der Oberliga und keiner in der Berlin-Liga

Lichtenberg 47 – VfB Auerbach, Chemnitzer FC – Energie Cottbus, Germania Halberstadt – VSG Altglienicke und Hertha BSC II – Carl Zeiss Jena, diese Partien fielen am 11. Regionalliga-Spieltag aus. Die Tabelle weist ein großes Durcheinander aus. Doch der BFC Dynamo steht nach dem 1:1 in Luckenwalde unangefochten mit 28 Punkten nach 11 Spielen, drei Punkte besser als der Berliner AK, an der Tabellenspitze. Der BAK 07 gewann mit 3:1 in Meuselwitz, hat außerdem gegenüber dem BFC Dynamo mit -9 das schlechtere Torverhältnis. Mit drei Toren von Emre Demir gelang dem SV Tasmania (10 Punkte nach 10 Spielen) ein 3:3 gegen Union Fürstenwalde. Sie schenkten dabei eine 2:0 Halbzeitführung her. Tennis Borussia musste sich 2:4 in Babelsberg geschlagen geben und ist nach bisher sechs Spielen Tabellensiebzehnter. Am Mittwoch, 22.09., heißt es im Bruno-Plache-Stadion, 1.FC Lok Leipzig – Tennis Borussia und am Samstag, 13.00 Uhr, kommt Lichtenberg 47 (Tabellenplatz 15, 10 Spiele, acht Punkte) zum Heimspiel ins Mommsenstadion.

Christian Zschiedrich kommentiert. Foto: Sportick

Zuvor am Freitagabend, 24.09. ab 19.00 Uhr, stehen drei Spiele mit Berliner Beteiligung auf dem Programm: das Derby im Poststadion Berliner AK – SV Tasmania, VSG Altglienicke – ZFC Meuselwitz im Amateurstadion und der BFC Dynamo – Chemnitzer FC im Sportforum.

Schade, dass in der NOFV Oberliga Nord die Begegnung des Tabellenführers FC Hertha 03 – in Seelow ausfiel. Zwei Spieler der Victoria aus Seelow sollen sich infiziert haben. Hertha 03 führt mit 16 Punkten nach sechs Spielen die Tabelle an und will die Führung vor dem Rostocker FC (15 Punkte) im Heimspiel am Sonntag, 26.09. 14.00 Uhr, Ernst-Reuter-Sportfeld gegen den Torgelower FC Greif (5 Punkte nach 5 Spielen) verteidigen. Der SC Staaken (Tabellendritter mit 14 Punkten) musste infolge der 0:1-Niederlage in Ludwigsfelde den Rostocker FC vorbeiziehen lassen. Am Samstag, 25.09. heißt eine Partie des 7. Spieltages Rostocker FC – Blau-Weiß 90, dem erfreulichen Tabellenvierten.

Lediglich Stern 1900 steht mit drei Punkten – am 7. Spieltag schafften die Sterne immerhin ein 2:2 gegen Brandenburg Süd – noch als Vorletzter auf einem Abstiegsplatz. Wesentlich besser platziert ist Eintracht Mahlsdorf (10 Spiele und 8 Punkte), erzielte übrigens erneut in letzter Sekunde zu Hause ein Unentschieden (1:1 gegen Hertha 06) und muss am Samstag, 25.09. 14.00 Uhr, (Werner-Seelenbinder-Sportplatz) bei Brandenburg Süd 05 dem Tabellenletzten ran. Vier Sonntagspiele stehen für die anderen Berliner Vertreter an: Greifswalder FC – Stern 1900, CFC Hertha 06 – RSV Eintracht, SC Staaken – Victoria Seelow und Hertha 03 – Torgelower FC Greif.

In der Berlin-Liga wird es für die Füchse Berlin langsam unheimlich mit der maximalen Ausbeute – fünf Spiele und 15 Punkte. Am 6. Spieltag wurde mit 3:1 gegen Türkiyemspor auf dem Wackerplatz gewonnen. In der jetzt folgenden englischen Woche geht es am Dienstag, 21.09., 19.30 Uhr, erneut ein Heimspiel, gegen Fortuna Biesdorf (17. der Tabelle mit erst 4 Punkten) und am Freitag, 24.09. auswärts bei Türkspor am Heckerdamm. Der SC Charlottenburg ist mit zwei Siegen erst einmal aus dem Keller raus, Tim Harzheim erlitt beim 2:0-Sieg gegen Stern Marienfelde einen Achillessehnenanriss. Drei Tage später folgte das 3:1 gegen den SV Empor. In den unteren Regionen wurde ordentlich gepunktet, TuS Makkabi erspielte sich mit dem 5:1 gegen Fortuna Biesdorf den 2. Tabellenplatz, steht mit 14 Punkten nur einen einzigen Zähler hinter den Füchsen. Die haben ein Spiel weniger ausgetragen. Nach der englischen Woche sprechen wir uns wieder. Spannung ist weiter angesagt.

Christian Zschiedrich     

BBSC – perfekter Saisonstart

Der BBSC startete perfekt in die Saison 2021/22: Nach dem Auswärtssieg am vergangenen Wochenende gegen Oythe folgte am Samstag bei der Heimspielpremiere erstmalig vor Zuschauern nach fast einem Jahr der 3:0-Erfolg gegen Blau-Weiß Dingden.

Dingden kam im 1. Satz etwas verspätet in den für die Mannschaft typischen Rhythmus – der BBSC konnte bis zum 23:18 souverän agieren und fleißig Punkte sammeln. Erst zum Satzende starteten die Gäste die Aufholjagd, aber der BBSC holte sich noch knapp den Satz mit 25:23.

Ab dem Ende des 1. Satzes entwickelte sich ein für Zweitligaverhältnisse wirklich ansprechendes Spiel beider Seiten mit vielen langen Ballwechseln, die das Publikum begeisterten. Beide Teams haben zum am 2. Spieltag eine Feldabwehrarbeit präsentiert, die durchaus Fundament für die weitere Saison sein kann. Immer wieder wurden aufmerksam die Angriffe der gegnerischen Seite noch vom Boden gekratzt oder in der Luft entschärft. So macht Volleyball Spaß – das war das einhellige Stimmungsbild unter den Zuschauern. Dabei zeigten sich die Berlinerinnen in ihrem Spiel mannschaftlich ausgesprochen geschlossen und letztendlich in den Angriffen und Aufschlägen einen Tick genauer und abgezockter. Auch die Neuzugänge Katharina Haferkamp und Anna Leweling fielen mit der einen oder anderen unorthodoxen Aktion und einem feinen Händchen bei Angriffsschlägen positiv auf. So gingen auch die Sätze 2 und 3 an die Berlinerinnen, obwohl sich die Gäste nie aufgaben und durchgängig gut gegenhielten.

Berlins Trainer Ole Schröter freute sich über den gelungenen Saisonstart und lobte sein Team „vor allem für die durchgängig gezeigte Konzentration und mannschaftschaftliche Geschlossenheit“. Kapitänin Katharina Kummer ergänzte, dass der Beifall des Publikums, überhaupt die Interaktion mit der Stimmung auf den Rängen auch dazu beigetragen habe, dass die Mannschaft ein gutes Spiel gezeigt habe. „Da spürte man, wie stark die schrittweise Aufhebung der Corona-Maßnahmen uns auch unterstützen kann.“

Auf Berliner Seite erhielt Annika Kummer ihre erste MVP-Ehrung der Saison und führte damit die Tradition der letzten Saison fort.

Am kommenden Wochenende, 25. September, geht es für das Team von Trainer Schröter in das sauerländische Sorpesee. Das nächste Spiel in Berlin folgt dann auch auswärts, wenn der BBSC am Donnerstag, dem 30. September 2021, beim VC Olympia im Sportforum antritt.

Für den BBSC im Einsatz: Marie Dreblow, Isabel Böttcher, Paula Morgenroth, Katharina Kummer, Roxana Vogel, Anna Leweling, Annalena Grätz, Annika Kummer, Antonia Heinze, Katharina Haferkamp, Antonia Lutz

Quelle: BBSC Berlin/Burkhard Kroll

Eisbären verlieren gegen Mannheim – die Gunst des Powerplays

Die Creme der Liga stellte sich gleich zu Beginn der Saison bei den Eisbären vor. Zum ersten Heimspiel kam München und nun die Adler aus Mannheim. Im Kader der gab es viel Bewegung, 11 Neue sind integrieren. Bei den Eisbären fiel der Umbruch im Kader mit 6 Neuen nicht ganz so arg aus.

Im 1. Drittel hatten die Eisbären leichte Vorteile, doch die Führung gelang den Gästen. Sie nutzten ein Powerplay, erst 6 Sekunden vor Ablauf und dem einzigen Torschuss gingen sie in der 16. Minute in Führung. Tobias Ancicka im Eisbären-Tor prallte der Puck unglücklich vom Schoner über die Fanghand ins Tor. Den Schuss abgegeben hatte ein Neuzugang, Lean Bergmann, der Stürmer aus dem Nachwuchs der Adler hatte sich in der vergangenen Saison in Nordamerika versucht. Diese knappe Führung der Adler hielt über das gesamte 2. Drittel. Man könnte es überschreiben mit, die Eisbären gegen Mannheims Goalie Felix Brückmann. Er hielt und hielt, was er nicht selbst abwehrte, landete am Torgestänge. Die Eisbären waren der Verzweiflung nahe. Ein Blick in Spielstatistik, Brückmann hielt 39 Schüsse.

Im Schlussabschnitt schien es nur eine Frage der Zeit zu sein, bis endlich der verdiente Ausgleich fallen sollte. Es kam anders. Die Adler nutzten wieder ein Powerplay, das Spiel schrieb die 48. Minute und Matthias Plachta stellte auf 2:0 für die Adler. Der Spielstand entsprach nicht dem Geschehen auf dem Eis. Das passiert im Sport.

Brückmann wurde weiter mit Schüssen eingedeckt und der Puck gelangte nicht hinter die Torlinie. Das Stöhnen der Verzweiflung in der nach Corona-Regeln ausverkauften Arena machte sich breit. Stadionsprecher Uwe Schumann verkündete die beiden letzten Spielminuten und der Videowürfel zeigte immer noch kein Tor für die Eisbären an. Die Höchststrafe kam in der Schlussminute. Die Adler erzielten noch einen empty-netter, erzielt vom NHL-Rückkehrer Korbinian Holzer.

Kurios, unverdient, unverschämtes Pech, jeder kann sich aus diesem Spiel was aussuchen. Pavel Gross, Mannheims Trainer, bescheinigte seiner Mannschaft: „Wir haben heute eine große Mannschaft geschlagen. Die Eisbären sind stärker, als in der letzten Saison. Den Unterschied machten heute die Spezial-Teams.“ Dieses Kompliment kann auch so gedeutet werden, wir hatten eine Menge Glück.

Eisbären-Kapitän Frank Hördler fand das Ergebnis ungerecht. So passiert es eben, wer kein Tor erzielt, kann nicht gewinnen.

Die nächste Partie bestreiten die Eisbären Berlin am kommenden Mittwoch, den 22. September. Dann treffen sie ausvvärts auf die Straubing Tigers. Spielbeginn ist um 19:30 Uhr.


Serge Aubin (Trainer Eisbären Berlin): „Mannheim hat gut und hart gespielt. Unser Einsatz hat mir heute nicht gefallen. Wir haben unser volles Potenzial heute nicht ausgespielt. lm ersten Drittel waren wir zu langsam, im Mitteldrittel wurde unser Spiel besser. Da haben wir uns einige Chancen erspielt, die wir aber nicht nutzen konnten. Am Ende des Tages haben die Special Teams den Unterschied gemacht. Ich entschuldige mich bei unseren Fans, in unserer Arena müssen wir besser auftreten.“

Frank Hördler (Verteidiger Eisbären Berlin): „Mannheim hat heute schlau und sehr gut gespielt. Meiner Meinung nach wird das Resultat dem Spiel nicht gerecht. Wir hatten genug Chancen, aber die Adler waren effektiver. Das erste Drittel war von uns nicht gut. Die beiden anderen Spielabschnitte waren dann besser. In Straubing müssen wir am Mittwoch in der Defensive besser stehen und vorne unsere Torchancen wieder nutzen. Zudem müssen wir aufpassen, dass wir weniger Strafen bekommen.“

Hans-Peter Becker

DEL 4. Spieltag 19.09.2021 14:00 MB-Arena Berlin

EHC Eisbären Berlin – Adler Mannheim 0:3(0:1/0:0/0:2)

Aufstellungen
Eisbären Berlin: Ancicka (Hungerecker) – Jensen, Wissmann (A); Müller, Ellis (A); Hördler (C), Després; Mik – Noebels, Byron, Pfoderl; White, Boychuk, Fiore; Veilleux, Wiederer, Clark; Roßmy, Streu, Tuomie Trainer: Serge Aubin
Adler Mannheim: Brückmann (Mnich) – Akdag, Reul; Rosa-Preto, Larkin; Dziambor, Holzer-Krammer, Bast, Rendulic; Wohlgemuth, Desjardins, Plachta; Davves, Szvvarz, Bergmann; Tosto, Klos, Thiel- Trainer: Pavel Gross
Torfolge
0:1 -15:02 – Bergmann (Wohlgemuth, Larkin) – PP1
0:2 – 47:02 – Plachta (Larkin, Wohlgemuth) – PP1
0:3 – 59:38 – Holzer (Desjardins) – EN
Strafen
Eisbären Berlin: 8 (2, 2,4) Minuten – Adler Mannheim: 10 (2, 6, 2) Minuten
Schiedsrichter
Benjamin Hoppe, Marian Rohatsch (Wayne Gerth, Jonas Merten)
Zuschauer
6.450

Eisbärensieg in Bremerhaven

Die Eisbären haben den zweiten Auswärtssieg der Saison gelandet. Am 3. Spieltag siegte die Mannschaft von Trainer Serge Aubin mit 4:0 in Bremerhaven. Im 1. Drittel fiel ein frühes Tor, Kevin Clark brachte die Eisbären in der 4. Spielminute in Führung. Im Mittelabschnitt zogen die Eisbären davon, Mat White, Marcel Noebels und Leo Pföderl erzielten die Treffer.

Bremerhaven konnte versuchen was es wollte, das Tor der Eisbären blieb verschlossen. Nichteinmal eine 5 zu 3 Überzahl konnten die Pinguine für einen Treffer nutzen. Im Tor der Eisbären bekam erneut Tobias Ancicka den Vorzug und feierte einen Shutout.

Eisbären-Trainer Serge Aubin sprach vom besten Spiel seiner Mannschaft seit Beginn der Vorbereitung.

DEL 3. Spieltag 17.09.2021

Bremerhaven Pinguins – EHC Eisbären Berlin 0:4 (1:0/3:0/0:0)

Aufstellungen

Fischtown Pinguins Bremerhaven: Maxwell (Franzreb) – Dietz, Eminger; McNeill, Alber; Kreutzer, Krogsgaard; Stovvasser – Urbas, Jeglic, \/erlic; Uher, Friesen, McGinn; Reisnecker, Wejse, Mauermann; Andersen, \/ikingstad, Kinder – Trainer: Thomas Popiesch

Eisbären Berlin: Ancicka (Niederberger) – Müller, Ellis (A): Jensen, Wissmann (A); Hordler (C), Despres;Mik – Noebels, Byron, Pfoderl; White, Boychuk, Fiore; \/eilleux, Wiederer, Clark; Roßmy, Streu, Tuomie- Trainer: Serge Aubin

Tore

0:1 – 03:58 – Clark (Hordler) – E0

0:2 – 22:40 – White (Fiore, Boychuk) – E0

0:3 – 29:16 – Noebels (0esprés, Byron) – E0

0:4 – 30:50 – Pföderl (Byron, Noebels) – E0

Strafen

Fischtown Pinguins Bremerhaven: 2 (2, 0, 0) Minuten – Eisbären Berlin: 8 (0, 2, E) Minuten

Schiedsrichter
Andrew Brüggeman. Gordon Schukies (Marcus Hofer. Jonas Merten)
Zuschauer: 2.407

1. FC Union – Niederlage in Prag

Der 1. FC Union Berlin muss sich im ersten UEFA Conference League-Gruppenspiel gegen Slavia Prag mit 1:3 geschlagen geben. Nach einer starken Anfangsphase der Unioner gingen die Hausherren durch einen Fernschuss in Führung. Den nächsten Rückschlag mussten die Köpenicker in der 39. Minute verkraften, als Paul Jaeckel nach wiederholtem Foulspiel die Gelb-Rote Karte sah. In Unterzahl lieferten die Unioner nach der Pause einen großen Kampf, der eingewechselte Behrens konnte den verdienten Ausgleich erzielen. In den Schlussminuten gelang den Hausherren ein Doppelschlag, dem die Eisernen nichts mehr entgegensetzen konnten.

Im ersten Spiel der Gruppenphase der UEFA Europa Conference League setzte Union-Coach Urs Fischer in der Defensive auf eine Dreierkette. Im Vergleich zum Heimspiel gegen den FC Augsburg ersetzte Paul Jaeckel Timo Baumgartl in der Dreierkette, anstelle von Nico Gießelmann startete Tymoteusz Puchacz auf der linken Defensivseite. Für den angeschlagenen Kevin Möhwald rückte außerdem Genki Haraguchi in die Startelf.

Union startete mutig ins Spiel, setzte Slavia teilweise früh unter Druck und kam bereits in der dritten Minute zum ersten Abschluss. Levin Öztunali hatte sich auf der rechten Seite durchgesetzt, Awoniyi behauptete den Ball im Strafraum und legte für Max Kruse ab, dieser verzog beim Abschluss jedoch leicht und verfehlte das Tor (3.). Während Union das Spiel in der Anfangsphase ruhig aufbaute, wurden die Hausherren nach rund zehn Minuten mutiger und setzten die Gäste mehr und mehr unter Druck. Lukas Masopust setzte einen Schuss noch knapp neben das Tor (10.), zwei Minuten später entschärfte Andreas Luthe einen tückischen Aufsetzer von Ibrahim Traoré mit den Fingerspitzen und lenkte die Kugel zur Ecke (12.). Auf dem nassen Rasen ließen die Hausherren den Ball gut laufen und zeigten immer wieder ihre technischen Qualitäten, beim Führungstreffer half jedoch auch ein Quäntchen Glück mit. Rechtsverteidiger Alexander Bah versuchte sich mit einem direkten Abschluss nach einer Ecke, erwischte den Ball allerdings eher mit dem Schienbein. Auf dem nassen Rasen hoppelte der Ball in Richtung Tor, vorbei an allen Abwehrspielern und Angreifern und schlug schließlich in den Maschen ein (18.). Trotz des Rückstands blieben die Köpenicker weiter gut im Spiel, offensiv suchte das Team von Urs Fischer immer wieder den umtriebigen Taiwo Awoniyi. Mit einem sehenswerten Flugball in die Tiefe setzte Robin Knoche Kruse in der 31. Minute in Szene, die scharfe Hereingabe des Angreifers verpasste Sturmpartner Awoniyi nur um Zentimeter. Fünf Minuten vor der Pause mussten die Köpenicker den zweiten Rückschlag des Abends hinnehmen. Der bereits in der sechsten Spielminute verwarnte Paul Jaeckel brachte an der Mittellinie einen Gegenspieler zu Fall, Schiedsrichter Fabio Verissimo werte das als taktisches Foul und verwies den 23-jährigen Abwehrspieler des Feldes (40.). Union stellte auf Viererkette um und hielt die Hausherren bis zur Halbzeit vom eigenen Tor entfernt, sodass Schiedsrichter Verissimo die erste Hälfte beim Stand von 0:1 aus Sicht der Eisernen beendete.

Beide Teams starteten bei weiterhin strömendem Regen ohne personelle Veränderungen in die zweite Halbzeit, Union setzte in Unterzahl weiterhin auf die Viererkette. Traoré sorgte für den ersten Abschluss in Abschnitt zwei, sein Schlenzer aus knapp 20 Metern verfehlte das Tor jedoch deutlich. Wenig später war die Partie für mehrere Minuten unterbrochen. Zwei Abwehrspieler der Hausherren waren zusammengeprallt, Innenverteidiger Taras Kacharaba blieb liegen und musste schließlich verletzt vom Feld. Ihn ersetzte Ladislav Takacs in der Abwehr, im Angriff kam Jan Boril für Tecl neu ins Spiel (53.). Trotz der personellen Unterzahl blieb Union mutig und erspielte sich Chancen. Khedira verzog in der 55. Minute nur knapp, drei Minuten später erzielten die Köpenicker den vermeintlichen Ausgleich. Nach einem schnellen Ballgewinn bediente Kruse Awoniyi, der Nigerianer beförderte das Leder zwar in die Maschen, aufgrund einer Abseitsstellung verweigerten die Unparteiischen dem Treffer allerdings die Anerkennung. In der 59. Minute wechselte Fischer gleich vierfach. Grischa Prömel, Andreas Voglsammer, Sheraldo Becker und Kevin Behrens kamen neu in die Partie, Khedira, Öztunali, Awoniyi und Kruse verließen dafür den Platz. Union machte es den Hausherren schwer und agierte aggressiv, Slavia verlegte sich aufs Kontern. Während die Gastgeber in der 69. Minute mit Ivan Schranz und Nicolae Stanciu für Masopust und Lingr frische Kräfte auf den Rasen brachten, gelang den Köpenickern in Unterzahl der Ausgleich. Sheraldo Becker setzte sich über die rechte Seite durch und bediente den ebenfalls eingewechselten Kevin Behrens, der sich nicht zweimal bitten ließ und zum umjubelten 1:1-Ausgleich traf (70.). Die Hausherren reagierten mit wütenden Angriffen und belagerten die Eisernen fast die gesamte Schlussphase lang. Gut fünf Minuten vor Ende konnten die seit mittlerweile 45 Minuten in Unterzahl spielenden Unioner dem Druck des amtierenden tschechischen Meisters nicht mehr Stand halten. Innerhalb von drei Minuten traf erst Kuchta nach einem abgeprallten Ball per Abstauber (84.). Kurz darauf zog der ebenfalls frische Schranz fulminant von der Sechzehnerkante ab. Luthe kam zwar noch an den Ball, aber er konnte die Richtung der zusätzlich nassen Kugel nicht mehr entscheidend verändern und der Ball zappelte im Netz (88.). Zwar gab es aufgrund der langen Verletzungspause acht Minuten obendrauf, doch weder Slavia noch Union hatten dem Spielstand in der Zugabe etwas hinzuzufügen. Die knappe Stunde in Unterzahl hinterließ besonders in den letzten zehn Minuten deutliche Spuren bei den Eisernen.

“Wir haben heute ein Spiel verloren, in dem wir ein wenig Lehrgeld bezahlt haben. Zu Beginn brauchten wir ein bisschen, um in die Partie zu finden und hatten trotz des Rückstands und der roten Karte die Möglichkeit zum Ausgleich. In der Pause hat sich die Mannschaft viel vorgenommen und es wirklich sehr gut gemacht, deshalb war es ärgerlich, das zweite Gegentor eher zufällig zu bekommen. Das dritte Tor kann dann in so einem Spiel passieren, wenn man hinten aufmacht”, so Cheftrainer Urs Fischer nach dem Spiel.  

Am kommenden Sonntag, dem 19.09.2021, tritt der 1. FC Union Berlin in der Bundesliga bei Borussia Dortmund an. Der Anpfiff im Signal-Iduna-Park erfolgt um 17:30 Uhr.

Quelle: Hannes Hahn/1. FC Union Berlin

Spieldaten

UEFA Conference League

Slavia Prag – 1. FC Union Berlin 3:1(1:0)

16.09.2021 18:45 Sinobo Stadium (Prag)

Slavia Prag: Mandous – Bah, Ousou, Kacharaba (53. Takacs), Dorley – Traoré (81. Krmencik) – Ekpai, Lingr (69. Stanciu), Sevcik, Masopust (69. Schranz) – Tecl (53. Boril)

1. FC Union Berlin: Luthe – Trimmel, Friedrich, Knoche, Jaeckel, Puchacz (76. Ryerson) – Öztunali (59. Voglsammer), Khedira (59. Prömel), Haraguchi – Awoniyi (59. Behrens), Kruse (59. Becker)

Zuschauer: 15.286
Schiedsrichter: Fabio Verissimo, Rui Teixeira, Pedro Almeida, André Narciso
Tore: 1:0 Bah (18.), 1:1 Behrens (70.), 2:1 Kuchta (84.), 3:1 Schranz (88.)

DSV Pokal – Wasserfreunde spielen in Uerdingen

Am Samstag, 18. September steht Vereinsbad von Bayer Uerdingen 08 am Waldsee das erste Pflichtmatch der Wasserfreunde Spandau 04 in der neuen Saison an. Eigentlich ist es ein Wettbewerb des vergangenen Spieljahres 2020/2021. In dem nämlich steht der Pokalwettbewerb noch aus.

Pokal-Rekordsieger Spandau 04, in den bislang 48 Austragungen seit 1971 imposante 31. mal Gewinner der Trophäe, trifft dabei auf ein altbekanntes Team. Allerdings begegnete man sich seit dem erstmaligen Abstieg der Westdeutschen in die B-Gruppe in Jahr 2018 zwangsläufig nur noch selten.

Vor der anstehende Bundesligasaison Saison bekundet Bayers Trainer Marek Debski, man wolle „unbedingt in die A-Gruppe aufsteigen und zu den besten Acht gehören“. Mit Blick auf das Pokalmatch trainiere man seit mehr als vier Wochen intensiv, habe aber bei der Auslosung kein Glück gehabt und mit Spandau 04 einen harten Gegner erwischt. Zwar hat sich Bayer mit dem bereits in mehreren Vereinen international aktiven 1,95 m großen Linkshänder-Center Kristof Hulmann (25) verstärkt, aber auch bei Spandau gab es neues Personal, das nun mit Blick auf die bald startende Champions League eine erste Standortbestimmung vor sich hat.

Die Berliner sind Favorit gegen Uerdingen, das nur einen Erfolg gegen Spandau vorweisen kann, der aber nicht im Becken, sondern am „grünen Tisch“ erzielt wurde. Im Pokalfinale 2016 standen sich beide Teams gegenüber und die Hauptstädter siegten standesgemäß mit 18:9. Uerdingen protestierte wegen eines Formfehlers (unerlaubter Einsatz eines gesperrten 04-Spielers) und bekam nach langem Rechtsstreit letztlich recht – und darf sich seitdem als Pokalsieger 2016 titulieren.

Peter Röhle/Wasserfreunde Spandau 04

Volleyball 2. Bundesliga – BBSC Berlin wieder mit Zuschauern

Was für ein Volleyballfest: Nach fast einem Jahr ohne Fans darf der BBSC erstmalig wieder mit Zuschauern bei einem Heimspiel rechnen. Am Samstag, den 18. September 2021 empfängt der BBSC Berlin um 18:00 Uhr Blau-Weiß Dingden in der Köpenicker Hämmerlinghalle.

Dabei will der BBSC an den Auswärtserfolg des vergangenen Wochenendes anknüpfen. Maximal 145 Zuschauer sind immerhin nach den Coronaauflagen zugelassen worden. Die Gäste aus Dingden setzen seit Jahren auf einen unschätzbaren Vorteil: Sie können auf ein eingespieltes Team verweisen, das eine hocheffektive und abgestimmte Abwehrarbeit auf dem Feld präsentiert. Fundament des Vereins ist ebenso seit Jahren die außergewöhnlich starke eigene Nachwuchsarbeit. Immer wieder gelingt es Dingden, Spielerinnen aus ihren Nachwuchsreihen für die 2. Liga aufzubauen. So sind auch in dieser Saison wieder drei Spielerinnen bis 20 Jahre dabei. Die hohe Bindung aller Spielerinnen an das niederrheinische Umfeld über Jahre ist immer ein Trumpf des Teams aus dem Kreis Wesel gewesen. So ist die komplette Mannschaft aus der letzten Saison geblieben – lediglich 2 Spielerinnen sind offiziell in die 2. Mannschaft zurückgezogen, werden aber sicher bei Bedarf in der 2. Bundesliga wieder zur Verfügung stehen. An der Linie steht wieder der Niederländer Marinus Wouterse, der über reichlich Trainererfahrung verfügt und schon die Niederländische U17 Nationalmannschaft betreut hat. Die Ergebnisse in den Testspielen waren für Dingden sehr positiv.

Am letzten Wochenende hatte das Team vom Niederrhein spielfrei – vielleicht schon ein kleiner Vorteil für die Gäste, da die Berliner Trainer keine Möglichkeit hatten, aktuelles Filmmaterial auszuwerten. „Aber wir gehen davon aus, dass Dingden analog dem Vorjahr sein betont konzentriertes und abgestimmtes Abwehrspiel erneut umsetzen wird“ ist sich Berlins Trainer Ole Schröter sicher und wird das BBSC Team darauf einstellen. In der vergangenen Saison gelang genau das allerdings nicht: Beide Spiele gestalteten die Mädels aus dem „Volleyballdorf“ erfolgreich für ihr Team. Nach dem überraschend deutlichen Sieg des BBSC am vergangenen Wochenende in Oythe wollen sich die Berlinerinnen auch gegen die starken Dingdener nicht die Butter vom Brot nehmen lassen. „Wenn wir mit der gleich hohen Konzentration auftreten, wie am vergangenen Wochenende, haben wir eine Chance“ ist BBSC-Kapitänin Katharina Kummer optimistisch. „Die Mannschaft hat hart trainiert und fiebert dem Spiel entgegen. Und wir freuen uns unglaublich darüber, endlich wieder vor den Fans auftreten zu können!“

Quelle: Burkhard Kroll/BBSC

Von der Bundesliga, über Liga Drei, Regionalliga bis zur Oberliga – erfolgreiche Berliner Clubs

In der Oberliga Nord ergibt sich ein aus Berliner Sicht erfolgreiches Bild. Tabellenführer ist Hertha 03, mit 16 Punkten nach sechs Spieltagen, dazu das besonders attraktive Torverhältnis von 14:1. Auf Platz 2 der Tabelle rangoert der SC Staaken mit 14 Punkten, gefolgt von Blau-Weiß 90 mit 13  Punkten. Der CFC Hertha 06 ist Achter mit sieben Punkten. Nur zwei Tore weniger hat Eintracht Mahlsdorf als Neunter.  Leider erst 2 Punkte nach fünf Spielen verbucht SFC Stern 1900 auf dem vorletzten Tabellenplatz. Die Begegnung Hertha 06 – Stern 1900 wurde übereinstimmend mit beiden Trainern Uluc und Thurau sowie dem Schiedsrichter Max Göldner abgebrochen. Nach einem Foul von Medrane an Cubuckcu  (schwere Knöchelverletzung), der ins Krankenhaus abtransportiert werden musste, war keinem mehr nach Weiterspielen zumute.  Am Sonntag, 19. September steht am Rosenhag die Partie Eintracht Mahlsdorf – CFC Hertha 06 auf dem Programm. Tabellenführer Hertha 03 muss ebenfalls um 14 Uhr in Seelow bei Victoria (16.) in der Sparkassenarena ran.

Regionalliga Nordost: Hier führen zwei Berliner Vereine, der BFC Dynamo mit 27 Punkten nach 10 Spieltagen und ebenfalls mit gleicher Anzahl an Spielen der Berliner AK 07 mit 22 Punkten. Die VSG Altglienicke hat ein Spiel weniger bestritten und bereits 20 Punkte. Corona geschuldet fielen gleich fünf Partien aus, unter anderem das Stadtderby Tennis Borussia – SV Tasmania. Erfreulich der 5-Punkte-Vorsprung vom BFC Dynamo. Jetzt heißt es am Samstag, 18. September TSV Luckenwalde – BFC Dynamo. Luckenwalde hat erst neun Spiele ausgetragen und rangiert mit 20 Punkten auf Platz 3. Nicht nur dem Papier nach keine leichte Aufgabe. Nach dem 2:0 über Chemie Leipzig ist dem BFC zuzutrauen die Hürde zu nehmen.

Insgesamt 13 Nachholspiele sind mittlerweile aufgelaufen, allein sechs davon für Tennis Borussia, nach vier Spielen mit sechs Punkten. Am Freitag, 17.09.2021 ab 19 Uhr, müssen sie im Karl-Liebknecht-Stadion bei Babelsberg 03, dem Tabellenneunten bestehen. Im Dienstagabend-Nachholspiel, am 14. September gelang den Borussen eine 1:1-Punkteteilung gegen die VSG Altglienicke. Skoda markierte das 1:0 (40.) für die Volkssportler und Pasagic glückte in der 87. Minute der 1:1-Ausgleichstreffer.

Christian Zschiedrich beobachtet den Berliner Fußball Foto: Headlight Pictures

Es kämpfen 20 Vereine in der Regionalliga Nordost um sein oder nicht sein. Hertha BSC II ist derzeit Mittelmaß, neun Spiele, 12 Punkte, Tabellen zehnter. SV Tasmania (9 Punkte) und Lichtenberg 47 (8 Punkte) stehen knapp über dem Strich der gefährdeten Mannschaften. Tasmania hat neun Spiele ausgetragen und neun Punkte, Lichtenberg zehn Spiele und acht Punkte auf dem Konto. Um den nächsten Spieltag zu vervollständigen: Lichtenberg 47 empfängt am Freitag, 17.09. (Poststadion) den VfB Auerbach (Platz 20 der Tabelle), Hertha BSC II im Amateurstadion Carl Zeiss Jena (5. der Tabelle), Tasmania  dann am Sonntag, 19.09. ab 13 Uhr, Union Fürstenwalde. Die VSG Altglienicke muss am Sonntag, 19.09. nach Halberstadt (6.) reisen. Auswärts muss der Berliner AK (neun Spiele, sechs Punkte) in Meuselwitz bestehen.

In Liga Drei führt der 1. FC Magdeburg zusammen mit Viktoria 89 die Tabelle an (wir berichteten von der Partie gegn den SV Wehen Wiesbaden). Unsere Leser sind informiert über das Geschehen in der Bundesliga – die Berliner Nr.1, derzeit der 1. FC Union (0:0 gegen den FC Augsburg), Tabellenachter, sechs Punkte; sowie dem Befreiungsschlag von Hertha BSC, jetzt Tabellensechzehnter mit drei Punkten, in Bochum mit 3:1 erfolgreich. Hertha empfängt am Freitag, 17. September, ab 20.30 Uhr, die SpVgg Greuther Fürth und am Sonntag, 19. September heißt es für die Eisernen beim BVB Dortmund vielleicht überraschend erfolgreich aufzulaufen.

Christian Zschiedrich   

Auswärts mit fünf Torschüssen drei Tore erzielt

Wann war Hertha BSC schon mal so effektiv? Doppeltorschütze  in Bochum vor 14.000 Zuschauern Suat Serdar (37./43.), Neuzugang von Schalke, erzielte die Halbzeitführung und stellte bis dahin den Spielverlauf Kopf, denn Hertha war mit Fünferkette durchaus nur mit Abwehrarbeit gegen den Aufsteiger beschäftigt. Situationsbedingt die richtige Taktik von Trainer Pal Dardai. Zudem sind die erforderlichen Wechsel geradezu optimal vom Coach vorgenommen worden. In so einem wichtigen Spiel schmeißt Dardai einen 17-Jährigen ab der 46. Minute in die Partie. Klünter verletzte sich an der Schulter und Torunarigha erwischte es im Oberschenkel, mussten zwangsläufig raus. Zeefuik kam für Klünter bereits in Minute 32 und Mittelstädt für Torunarigha zur Pause. Schließlich die ganz große Überraschung. Der erst 17 Jahre alte U18-Nationalspieler Linus Gechter kommt nach der Halbzeit für Jastrzembski. Welch eine mutige Entscheidung von Pal Dardai. Letztendlich stand nicht nur für Hertha, sondern für den Trainer selbst viel auf dem Spiel.

Christian Zschiedrich kommentiert Foto: Headlight Pictures

Der Druck der Platzherren nahm im zweiten Durchgang, auch durch Herthas Führung geschuldet, sogar noch zu. Nach einer Stunde Spielzeit, genau in Minute 59, gelingt Zoller der 1:2 Anschlusstreffer. Nun wollte der VfL natürlich mehr, noch mehr Angriffs-Initiativen, mehr Offensive, Powerplay. Hertha setzte auf Konter und Dardai wechselte zweimal goldrichtig: 57. Maolida für Richter und 73. Boateng für Belfodil. Des Trainers glückliches Händchen, mit Maolida wechselte Dardai den Torschützen zum 3:1 (78.) in Bochum ein. Die Chancen der Bochumer zum Ausgleich waren zuvor zahlreich vorhanden. Man stelle sich vor, die Partie wäre verloren gegangen. Stattdessen schaffte Hertha mit fünf Torschüssen drei Tore und die Abwehr hielt in der Angriffsflut stand. Ballbesitz in Prozent 68:32 für den Aufsteiger. Bereits am Freitag, 17. September spielt Hertha gegen den nächsten Aufsteiger, den aktuellen Tabellenletzten Greuther Fürth im heimischen Olympiastadion. Auf der Trainerbank sitzt garantiert Pal Dardai.

Die verletzten bzw. angeschlagenen Spieler M. Dardai, Jovetic, Plattenhardt, Piatek, Selke und Jarstein sollten wieder voll einsatzfähig sein. Stellt sich mit dem Selbstvertrauen und neuen Schwung die Frage nach der Höhe des zweiten Sieges? Übrigens, wer Pal Dardai kennt, kann sein Rücktrittsangebot auch anders als nur dumm auslegen. Fredi Bobic durfte seinem Trainer durchaus mal den Marsch blasen, er wird hoffentlich weiter zu ihm halten und wissen, dass ein Trainer es bestimmt spürt, wenn der Verein sich um einen Neuen bemüht.  

Christian Zschiedrich