Oberliga Nord: Das wird spannend

Da blicken wir doch gleich voraus. Am kommenden Spieltag stehen zwei Berlin-Derbys und dazu das Match der Zehlendorfer Hertha 03 (Tabellenzweiter) gegen die TSG Neustrelitz (Tabellendritter) im Ernst-Reuter-Stadion, Sonntag, 27.10. 14.00 Uhr, auf dem Programm, es spielt der Zweite gegen den Dritten. Beide haben 20 Punkte und bis auf zwei Zähler zum Tabellenführer Tennis Borussia aufgeschlossen. TeBe (22 Punkte) kassierte die erste Niederlage der Saison in Neustrelitz. 520 Zuschauer sahen den 1:0-Erfolg der Residenzstädter.

Hertha 03 gewann in Ludwigsfelde. Am 10. Spieltag, spielen die zwei Charlottenburger Vereine gegeneinander, der Erste gegen den Letzten, Tennis Borussia gegen Hertha 06. Es wäre nicht das erste Mal, würde Hertha 06 im Mommsenstadion die Punkte entführen. Wir berichteten vom Trainerwechsel bei den 06ern und siehe da, mit dem 2:1-Sieg gegen Victoria Seelow jubelten sie gleich über die ersten drei Punkte.

Staaken und Tasmania spielten im Nachholgang unter der Woche 2:2 und gewannen ihre Spiele am 9. Spieltag je mit 4:0, Tasmania bei Brandenburg Süd und der SC Staaken zu Hause gegen Strausberg. Tas ist mit lediglich 7 Punkten weiter abstiegsgefährdet, Staaken konnte sich etwas befreien und mit nunmehr  11 Punkten etwas absetzen.  Die Staakener müssen am Sonntag, 27.10. nach Rostock, während Tasmania im Werner-Seelenbinder-Sportpark zum Berlin-Derby Blau-Weiß 90 empfängt.

In Neustrelitz, brannten nach der ersten Saisonniederlage für TeBe bei einigen Aktiven die Sicherungen durch. Der Auslöser,  und wie es zu der Rudelbildung nach Spiel-Ende kam, sei nicht bekannt, sagte Schiedsrichter Daniel Köppen. Unnötig kam es zu drei gelben Karten, die Pavel  Petkov (Neustrelitz), sowie Ertugrul Aktas (TeBe) und Rifat Gelici (TeBe) kassierten. Die Gelb-Roten Karte sah Sefa Kahraman (TeBe). Trainer  Dennis Kutrieb meinte in der Pressekonferenz, „man könne sich über die Niederlage in der Kabine ärgern, aber nicht auf dem Platz. Bei allen Emotionen, darf so etwas nicht vorkommen.

Christian Zschiedrich  

Berliner Pokalfinale 2019 – frühe Anstoßzeit und weniger Zuschauer ?

Der DFB-Pokal ist der einzige Wettbewerb, wo Amateur-Teams – wenigstens für ein Spiel – wieder überregionale Beachtung finden. Voraussetzung dafür ist der Sieg im Finale des jeweiligen Landespokals. Ein warmer Regen ist es zudem für die meist klammen Kassen der Vereine unterhalb der 3. Liga.

Es ist beachtlich, was im Amateurfußball ehrenamtlich geleistet wird. „An jedem Wochenende finden in Deutschland 80.000 organisierte Fußballspiele statt.“ Die Endspiele der einzelnen Landesverbände werden seit 4 Jahren zu einem Finaltag der Amateure zusammengefasst. In diesem Rahmen soll gleichzeitig dem Ehrenamt gedankt werden. In Berlin soll zusätzlich ein Zeichen gegen Homophobie und Transphobie gesetzt werden. So werden während des Finalspiels im Jahn-Sportpark an den Werbebanden die Regenbogenfarben und die Farben der Trans-Bewegung sichtbar sein.

Die Trainer Dennis Kutrieb Tennis Borussia (links) und Alexander Arsovic von Viktoria © Foto: H.-P. Becker

Um den den Berliner-Pokal des Jahrgangs 2019 streiten am Sonnabend, 25.05. zur ungewöhnlichen Anstoßzeit um 10:30 Uhr aus der Oberliga Tennis Borussia und aus der Spielklasse darüber, der FC Viktoria 1889. An diesem Tag werden insgesamt 19 von 21 Finalspielen um die Landespokale ausgetragen. Bis zum Beginn des Endspiels um den DFB-Pokal im Berliner Olympiastadion um 20:00 Uhr werden die Amateurspiele beendet sein. Um möglichst viele Live-Übertragungen in der ARD gewährleisten zu können, musste ein Kompromiss gefunden werden. In Berlin wird nicht nur das Pokalfinale ausgetragen, am Nachmittag findet auch ein Rennen der Formel E statt. So wurde die erste Übertragung in diese ungewöhnlich frühe Zeit verlegt. Davon betroffen sind neben dem Berliner Finale ebenso die Endspiele von Bremen, Hamburg und des Landesverbandes Mecklenburg-Vorpommern. Der letztlich ausschlaggebende Punkt für diese Auswahl waren die kurzen Anreisewege der Mannschaften aus den Stadtstaaten. Lediglich in Mecklenburg-Vorpommern ist die Anreise länger, in Neustrelitz spielt der FC Hansa Rostock gegen den Torgelower FC Greif.

Wer holt den Pokal 2019 ? – von links nach rechts: Nicolai Matt, Dennis Kutrieb, Alexander Arsovic, Stephan Flauder © Foto: Hans-Peter Becker

Auf dem Podium in der Pressekonferenz saßen neben den Trainern die beiden Kapitäne Nicolai Matt von TeBe und Stephan Flauder vom Kontrahenten Viktoria. Wann haben sie zuletzt zu so einer frühen Zeit in einem Pflichtspiel auf dem Platz gestanden ? Irgendwann in der Jugend, gab Stephan Flauder zur Antwort, beide teams haben die selben Voraussetzungen, insofern sollte man das nicht höher hängen, als es ist. Nicolai Matt ergänzte, dass die Trainingsabläufe entsprechend angepasst wurden und das Adrenalin nach Aufstehen am Pokaltag ist eh da und kann eben etwas früher abgebaut werden kann. Außerdem gibt es Menschen, die stehen früh um vier auf um arbeiten zu gehen und wir spielen um halb elf Fußball, insofern ist alles in Ordnung.

Personell haben beide Trainer keine großen Sorgen, eher im Gegenteil. Der TeBe Trainer Dennis Kutrieb muss noch fünf Spieler aus dem Kader streichen, was ihm einiges Kopfzerbrechen bereitet. Viktoria dagegen hat seit der Insolvenz keinen großen Kader mehr, zwei Langverletzte, so muss nur ein Aktiver gestrichen werden. Einen großen Favoriten gibt es nicht, sicherlich ist der höherklassigen Mannschaft von Viktoria etwas mehr zuzutrauen. Mit dem BFC Dynamo wurde im Halbfinale ein Ligakonkurrent ausgeschaltet. TeBe hat im Halbfinale gezeigt, dass sie gegen einen Regionalligisten siegen können, wenn auch mit etwas Glück erst im Elfmeterschiessen, 7:6 gegen die VSG Altglienicke. Beide haben die Chance, ihre nicht gerade optimal verlaufende Saison mit einem Erfolg im Pokal versöhnlich ausklingen zu lassen. Für TeBe ist es die 30. Finalteilnahme, mit 17 Titeln sind sie der Rekordhalter, Viktoria stand bisher zehn Mal in einem Endspiel, als heutiger FC Viktoria 1889 Berlin (nach der Fusion mit Lichterfelde) holten sie 2014 den Titel.

© Foto: Hans-Peter Becker

Für das Spiel werden leider nur etwa 1.500 Zuschauer erwartet und ob die Teile der Fanszene von Tennis Borussia ihre Mannschaft auf „neutralem“ Boden unterstützen werden, die seit Januar aus Protest gegen den Vorstand nicht mehr zu den Spielen gekommen sind, ist ungewiss. Das Spiel am Samstagvormittag wird geleitet von Schiedsrichter Felix Zwayer. Fast genau vor einem Jahr leitete er das Pokalendspiel zwischen dem FC Bayern und Eintracht Frankfurt und war während der WM 2018 als Videoschiedsrichter eingesetzt.

Hans-Peter Becker

Berliner Pokal Finale 2019: TeBe – Viktoria 89

Der Jahnsportpark brachte dem Titelverteidiger BFC Dynamo kein Glück. Vor 1.689 zahlenden Zuschauern, am Mittwoch, 10. April schied der BFC Dynamo gegen Viktoria 89 aus, erst in der Verlängerung, durch das Tor in der 106. Spielminute von Nick Scharkowski. Der Südberliner Regionalligist (letzte Finalteilnahme 2017) schaffte wieder einen Finaleinzug. Dynamo ging durch Kemal Atici mit 1:0 (17.) in Führung. Mit einem direkt verwandelten Freistoß glich Timo Gebhardt zum 1:1 (55.) aus. Entsprechend emotional war die Freude bei den 89ern über den Führungstreffer, verbunden mit dem Finaleinzug.

Bereits einen Tag zuvor, am Dienstag, 09. April schlug ein Oberligist einen Regionalligisten in der Wendenschloßstraße, VSG Altglienicke -Tennis Borussia  hieß die Halbfinalbegegnung. Sie endete erst im Elfmeterschießen. Das 2:2 zur Halbzeitpause hatte in der Verlängerung Bestand. Trainer Dennis Kutrieb wechselte zur Halbzeitpause den unglücklichen Rogal im TeBe-Gehäuse gegen den 19jährigen Ertugrul Aktas aus. Bjarne Rogall hatte beide Gegentore mit seinen Patzern verschuldet.

Das 1:0 fiel durch Skoda, der Ausgleich zum 1:1 (6.) Geleci, Flanke kam Benyamina, die erneute Führung (27.) zum 2:1 besorgte Aydin, Vorarbeit Benyamina und Geleci; 2:2 (45.) erzielte Förster.

Spannung im Elfmeterschießen: Christopher Quiring glich die 6:5 der Borussen zum 6:6 aus. Doch Karaman besorgte mit seinem Elfer das 7:6 und somit das Weiterkommen der Veilchen. Tennis Borsussia steht nach 10 Jahren wieder einmal im Pokalfinale.

Zum vierten Mal wird das Finale des Berliner Landespokals live im Fernsehen zu sehen sein. Im Rahmen des „Finaltags der Amateure“ werden alle 21 deutschen Landespokal-Endspiele am selben Tag ausgetragen und in einer deutschlandweiten Konferenz live in der ARD gezeigt.

Das Berliner Endspiel findet, wie im Vorjahr, im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark, Cantianstraße 24, 10437 Berlin, statt. Am Samstag, den 25. Mai 2019 treffen Tennis Borussia Berlin (NOFV-Oberliga Nordost) und der FC Viktoria 1889 (Regionalliga Nordost) im Endspiel um den Landespokal der 1. Herren aufeinander.

Christian Zschiedrich

TeBe ein glücklicher Sieger im Oberliga-Derby

Die Trainer Dennis Kutrieb (TeBe) und Marco Gebhardt (BW 90) Foto: Frank Toebs

Marco Gebhardt gab nur ein sehr kurzes Statement bei der Pressekonferenz. Er war vom Schiedsrichter Florian Strübing und seinen Assistenten Christoph Dallmann und Dminic Koch im Berliner Derby der Oberliga Nordost auf die Tribüne gebeten worden. Tatsächlich entschieden die Unparteiischen -zum Gaudi der Zuschauer- extrem häufig auf Abseits beim 2:0 der Gastgeber.

Gehen lassen muss man sich deswegen aber nicht. Blau-Weiß 90 hätte bereits in der ersten Hälfte selbst zwei Tore erzielen können. In beiden Fällen landete aber der Ball nur am Pfosten. Dennis Kutrieb, Gebhards Kollege, analysierte sehr wohlwollend und mitfühlend für sein Gegenüber. „Heute müssen wir demütig sein“, meinte er. So glücklich habe sein Team lange keine Begegnung mehr für sich entscheiden können.

Die Tore: 1:0 (60.) Elfmeter, Thiago Rockenbach, 2:0 (90 + 4) der zur Halbzeit fürLucas Gurklys eingewechselte Bekai Jagne.

Zuschauer: 400

Jens Redlich, der 1. Vorsitzende TeBes, hatte nach diesem Erfolg seiner Mannschaft
wieder einmal sein mittlerweile bekanntes und daher erwartetes „Lila-Weiße, Lila-Weiße“
im Presseraum angestimmt.

Frank Toebs

Beinahe aus einer anderen Liga

Foto: Frank Toebs

In der Oberliga Nordost gab es am Sonntag vor 330 Besuchern im Charlottenburger-Derby zwischen Hertha 06 und den Aufstiegsaspiranten von Tennis Borussia keine zwei Meinungen. „Wir waren bei diesem 4:2-Sieg die stets überlegene Mannschaft“, sagte TeBe-Trainer Dennis Kutrieb. Wer übrigens denke, dass nur bekannte Leute um den Ex-Unioner Karim Benyamina den Unterschied ausmachten, müsse nur auf seinen U19-Torwart Aktas schauen. Er und einige andere jüngere Spieler seien heute und auch schon beim 1:0 gegen Strausberg „mindestens genauso wichtig gewesen“.

Foto: Frank Toebs

Hertha 06-Coach Murat Tik ist mit den bisher erlangten 10 Punkten sehr zufrieden. „Das waren hier beim Gegner meist gestandene Leute, die auch schon in höheren Ligen spielten“, meinte er. „Wir können ein intensiveres Trainingspensum, dann  an jedem Tag, gar nicht erfüllen“. Das sei eben der Unterschied. Seit kurzem gibt es in der Sömmeringhalle nebenan nach Spielschluss auch eine Pressekonferenz, zu der man nun nach jedem Heimspiel bitten will.
Friedlich nach der Partie vereint, baten wir 06-Vorsitzenden Ergün Cakir und den von manchen Fans kritisierten TeBe-Sponsor und „Chef“ Jens Redlich vor die Kamera. Ihre großen Schirme waren vorher schon wirklich nützlich gewesen, denn seit längerer Zeit wurde der Rasen in der Sömmeringstraße zum ersten Mal durch Dauerregen versorgt.

Frank Toebs

Der Oberligastart weckt Begehrlichkeiten

Sechs Berliner Clubs sind mit unterschiedlichen Intentionen in der NOFV Oberliga Staffel Nord in der aktuellen Saison beheimatet. Hertha 06 war mit einem Bein schon abgestiegen und möchte nicht noch einmal eine solch aufreibende Saison erleben. Heißt von Beginn an möglichst Nerven sparen und gleich Punkte sammeln, verlor aber in Wismar 2:3.

Aufsteiger Blau-Weiß 90 will sich erst einmal stabilisieren und die Klasse halten. Zum Auftakt war gegen Tennis Borussia  (das Ziel ist der Aufstieg) vor 1.019 Zuschauern fast eine Punkteteilung geglückt, jedenfalls bis zur 60. Minute. Gorkow verlor im Mittelfeld den Ball, der ehemalige Zweitligaprofi Benyamina ging auf und davon, bediente Jagne, der zum einzigen Treffer nur einzuschieben brauchte. Unverständlich die Äußerungen, hinter vorgehaltener Hand, dass der neue TeBe-Trainer Dennis Kutrieb im Falle eines ausbleibenden Erfolgs gleich Unannehmlichkeiten bekommen hätte.

Gegen den SC Staaken hatten die Borussen in der vergangenen Saison als Tabellenzweiter große Probleme und am Freitag, den 17. August (Spiel wurde verlegt) heißt die Partie des 2. Spieltages im Mommsenstadion Tennis Borussia – SC Staaken.

Hertha 03 startete im Heimspiel gegen Hansa Rostock II durch Tore von Stein (16.) und Huke (90.) trotz der frühen Führung mit einem letztendlich glücklichen 2:2. Am Sonntag müssen die Zehlendorfer zu Brandenburg Süd 05 (1:3-Verlierer in Greifswald).

Zwei Berliner Vereine scheinen auch in dieser Saison sich und den Anhängern Freude zu bereiten. Beide gewannen auch ihre Auftaktspiele 2:0. Die Rede ist von Lichtenberg 47, schlug den Torgelower FC Greif und dem SC Staaken, schlug den 1.FC Lok Stendal. Lichtenberg muss am Sonntag zur TSG Neustrelitz. Hertha 06 hat um 14.00 Uhr ein Heimspiel, Sömmeringstraße, gegen den Malchower SV. Von wegen, die ersten Punkte seien pflaumenmadig. Das sagt man höchstens beim Hamburger SV. Was man hat, das hat man, das gibt Selbstvertrauen und stellt die Weichen in die richtige Richtung.

Christian Zschiedrich