Viktoria holt sich den Pott

Am Abend wurde das jährliche Hochamt des Profifußballs zelebriert. Im Berliner Olympiastadion holte RB Leipzig in einer dramatischen Auseinandersetzung mit dem SC Freiburg den ersten Titel der Vereinsgeschichte. Es war restlos ausverkauft, eine Zusatztribüne errichtet, so konnten 74.322 Zahlende ins Stadion.

Zu mittäglicher Stunde desselben Tages, nur wenige Kilometer vom Olympiastadion entfernt, fand im Rahmen des Tages der Amateure das Endspiel um den Berliner Pokal statt. Bedauerlich, das muss man sagen, fast unter freiwilligem Ausschluss der Öffentlichkeit. Lediglich 1.215 Zahlende gab der wieder als Stadionsprecher engagierte Karsten Holland bekannt. Dabei war es eine alles andere als unattraktive Paarung im neuen Endspielort, dem Mommsenstadion. Der leider nun ehemalige Drittligist Viktoria spielte gegen die VSG Altglienicke. Es war ähnlich dramatisch, wie Stunden später im Olympiastadion.

Die Mannschaft, die die Saison im halbwegs bezahlten Fußball verbracht hatte, bestimmte über weite Strecken das Spiel. Nur das erste Tor im Spiel gelang den Volkssportlern, in der 40. Minute überwand Uzan Tugay den Torwart mit einer Bogenlampe. Philip Sprint sah da nicht gut aus. Es war das Tor aus dem Nichts, was sich so rein gar nicht andeutete.

In der zweiten Halbzeit hatte Viktoria weiter die größeren Spielanteile, während Altglienicke leidenschaftlich verteidigte und einige gefährliche Konter inszenierte. Der in der 60. Minute eingewechselte Paul-Vincent Manske hatte zweimal die Vorentscheidung auf dem Fuß und scheiterte.

Fotos:© Hans-Peter Becker

Der Traum vom Pokalsieg zerplatzte für den Regionalligisten auf die brutalst mögliche Weise. Zwei Tore in der Nachspielzeit durch Lukas Pinkert und Soufian Benyamina entrissen der Elf von Karsten Heine den Pott.

In der Pressekonferenz äußerte Heine seine Kritik an Schiedsrichter Pascal Wien. Eine Tätlichkeit von Viktoria-Kapitän Christoph Menz blieb ungeahndet. „Der Menzer hätte das Spiel nicht beenden dürfen.“ Trotzdem gratulierte er seinem Kollegen zum Sieg und Viktorias Trainer verkündete auf Nachfrage, dass er bei Viktoria nicht weitermachen wird. Sein Vertrag galt nur für die 3. Liga.

Im Kader der Himmelblauen wird es weitere Veränderungen geben. Umso bemerkenswerter war, dass sich die Mannschaft nach dem enttäuschenden Saisonende nochmals zu solch einer Energieleistung aufschwingen konnte.

Hans-Peter Becker

AOK Pokal Finale

21.05.2022 12:15 Uhr Mommsenstadion Berlin

VSG Altglienicke – FC Viktoria 1889 Berlin 1:2(1:0)

Mannschaftsaufstellungen

Viktoria: Sprint – Lewald – Makreckis (80. Hahn) – Theisen (77. Ogbaidze) – Küc – Falcao (65. Hovi) – Kapp – Seiffert – Jopek (65. Benyamina) – Pinckert – Menz

VSG Altglienicke: Bänge – Liebelt (ab 60. P.V. Manske) – Zeiger – Uzan (ab 69. Breitkreuz) – Derflinger (ab. 69. Skoda) – Inaler – Häußler – Belegu – J. Manske – Dem (ab 84. Pütt) – Brehmer

Schiedsrichter: Pascal Wien (SC Borsigwalde)

Assistenten: Fabian Zastrow, Marcel Mallassa, Gunnar Mielenz

Der BFC Dynamo geht als Spitzenreiter ins Topspiel gegen den Berliner AK 07

Am Dienstag, 30.11.2021, heißt die Begegnung im Poststadion, ab 19 Uhr, Berliner AK 07 – BFC Dynamo. Es spielt der Erste gegen den Zweiten der Tabelle in der Regionalliga Nordost.

Der 19. Spieltag hatte es in sich, bescherte einen Wechsel in der Tabellenführung, der BAK 07 verlor gegen Optik in Rathenow, dem Tabellensiebzehnten mit 1:3. Der BFC Dynamo gewann das Derby gegen die VSG Altglienicke mit 2:0. Nur eine Partie fiel aus, FSV Luckenwalde – 1. FC Lok Leipzig. Drei Nachholspiele konnten stattfinden, die Tabelle ist fast wieder begradigt. Energie Cottbus und Carl Zeiss Jena holten zwei Siege. Cottbus gewann in Leipzig gegen Chemie mit 2:1 und das Nachholspiel bei Lichtenberg 47 gar mit 4:0. Carl Zeiss Jena siegte 4:1 gegen Union Fürstenwalde und 2:1 im Nachholspiel gegen VfB Auerbach.

Die Tabelle sieht für die Berliner Vereine gut aus. An der Spitze, wie eingangs erwähnt der BFC Dynamo mit aktuell 42 Punkten, gefolgt vom Berliner AK 07 mit nur einem Punkt weniger. Energie Cottbus ist Dritter mit 38 Punkten und einem Spiel mehr als der BFC und der BAK. Auf Platz Sechs die VSG Altglienicke mit 35 Punkten. Sollte im Spitzenspiel im Poststadion der BAK 07 gewinnen, gäbe es wieder einen Wechsel an der Spitze.

Nicht unerwähnt bleiben soll der 4:2-Sieg von Hertha BSC II über den FC Eilenburg und welche positive Entwicklung Tennis Borussia in der Regionalliga gerade nimmt. In Auerbach wurde 4:0 gewonnen. Damit rangiert TeBe mit 30 Punkten auf Platz 9 der Tabelle. Am nächsten Spieltag, Sonntag, 5.12., ab13 Uhr im Mommsenstadion, steht das Heimspiel gegen den Chemnitzer FC an.

Der BAK 07 reist bereits am Freitag, 3.12. zum erstarkten FC Carl Zeiss Jena. Einen Tag darauf spielt der BFC Dynamo im Sportforum, 16 Uhr, gegen den 1.FC Lok Leipzig. Alle hoffen, dass die Corona-Lage keinen Strich durch die Rechnung machen wird.

Christian Zschiedrich  

Gipfeltreffen am Dienstag-Abend: Herbstmeister ist der BFC Dynasmo.

Berliner AK 07 – BFC Dynamo 1:3 (1:1)

Der BFC Dynamo gewinnt das Pokalfinale

Die Freude war groß nach dem Schlusspfiff im Mommsenstadion. Der BFC Dynamo gewann das hart umkämpfte Finale gegen den Liga-Konkurrenten BAK 07 mit 2:1. Es war vor den Halbfinals mehr mit einer Neuauflage des letztjährigen Endspiels gerechnet worden. Drittligaaufsteiger Viktoria nahm wohl den BFC nicht so richtig ernst und der BAK konnte die ambitionierten Alt-Glienicker ausschalten. Der BAK ließ über weite Strecken des Spiels erkennen, dass sie zurecht in dieses Finale eingezogen waren.

Die erste Halbzeit ging torlos vorüber. Die fehlende Spielpraxis machte sich bei beiden Teams bemerkbar. Es schlichen sich einige Ungenauigkeiten im Spielaufbau ein. Der BFC Trainer schickte seine Mannschaft in einem 4-4-2 System auf den Rasen, sein Kollege aus dem Poststadion setzte ein 3-4-3 dagegen. In der 43. Minute musste Mittelfeldspieler Tezel mit gelb-rot vom Platz. Bis dahin waren packende Torszenen Mangelware. Der BAK wirkte in der Spielanlage etwas reifer und hatte dadurch leichte Vorteile.

Die zweite Halbzeit mussten sie dezimiert bestreiten und bekamen gleich eine zusätzliche Hypothek aufgebürdet. In der 48. Minute landete ein Freistoß, getreten von Kleihs, direkt auf dem Kopf vom BFC Kapitän Pollasch. BAK Torwart Kühn hatte keine Chance der Abwehr. Der BAK nahm den Kampf auf und drängte auf den Ausgleich. Dass sie einen Spieler weniger auf Platz hatten, war nicht zu bemerken. Der BFC lauerte auf Konter. Die Abwehrkette des BAK stand, vor allem Häusel verdiente sich Bestnoten. Er gewann nicht nur alle Zweikämpfe in der gefährlichen Zone, seine Pässe aus der Abwehr leiteten einige gefährliche Angriffe ein. Der BFC Keeper bekam einiges zu tun.

Der Ausgleich wäre nicht unverdient gewesen. Es kam anders. In der 88. Minute nutzte Steinborn ein Missverständnis in der BAK Abwehr zur 2:0 Führung. Der BAK gab sich weiter nicht geschlagen. Sie wurden fast noch belohnt. In der zweiten Minute der Nachspielzeit verkürzte El-Jindaoui per Foulelfmeter auf 1:2 und im Lager des BFC musste gezittert werden. Viel hätte nicht gefehlt und kurz vor dem Schlusspfiff hätte der BAK den Ausgleich erzielen können.

Groß war die Freude beim BFC Dynamo, so richtig hatte nach all den Widrigkeiten der Saison keiner diese Mannschaft auf dem Zettel. Es bleibt jetzt zu hoffen, dass der Sieg für den BFC Dynamo auf Dauer Bestand haben wird. Wie bereits berichtet, der Oberligist Blau-Weiß 90 war zwar am Donnerstag, 27. Mai mit einem Einspruch gegen den wegen der Coronavirus-Pandemie geänderten Spielmodus – nur die Regionalligisten durften den Sieger ausspielen – vor dem Sportgericht des Berliner Fußball-Verbandes gescheitert. Die Verantwortlichen von Blau-Weiss ziehen jetzt eine Etage höher, vor das Verbandsgericht des BFV, so war es auch am Rande des Spiels zu erfahren.

„Nun liegt es am Verbandsgericht des BFV, dass vor Ende Juni über unsere Berufung entscheiden muss, welche Rechtsposition sich am Ende durchsetzen wird. Das Zustandekommen wie auch den Beschluss des BFV-Beirats selbst, die 27 teilnehmenden Vereine unterhalb der Regionalliga aus dem laufenden Wettbewerb auszuschließen, halten wir nach wie vor für die falscheste Entscheidung, die getroffen werden konnte.“, so nachzulesen auf der HP von Blau-Weiss.

Hans-Peter Becker

AOK Pokal Finale Saison 2020/21

29.05.2021 13:00 Uhr Mommsenstadion

BFC Dynamo – BAK 07 2:1(0:0)

Torfolge

48. min 1:0 Pollasch

88. min 2:0 Steinborn

90.+2 min 2:1 El-Jindaoui (11m)

Überraschungen im Halbfinale

Das Finale 2021 im AOK-Pokal bestreiten zwei Mannschaften, mit denen nicht unbedingt gerechnet werden konnte. Am Samstag, dem 29. Mai 2021, treffen der BFC Dynamo und der Berliner AK 07 im Endspiel des AOK-Landespokals der 1. Herren aufeinander. Die Begegnung wird im Rahmen der sechsten Auflage des Finaltags der Amateure ausgetragen und im rbb live übertragen. Das Spiel findet im Mommsenstadion statt.

Der BFC Dynamo setzte sich mit 3:0 im Stadion Lichterfelde gegen den Drittliga-Aufsteiger Viktoria Berlin durch und BAK 07 bezwang den amtierenden Pokalsieger VSG VSG Altglienicke mit 4:0. Andreas Pollasch (16. Minute), Michael Blum (20.) und Matthias Steinborn (24./Foulelfmeter) erzielten die Tore für Dynamo. Für den Berliner AK 07 trafen Michel Ulrich (34./59.) und Charmaine Häusl (54./81.) jeweils doppelt. Beide Halbfinals wurden am Samstag, 22. Mai ausgetragen.

Oberliga Nord: Das wird spannend

Da blicken wir doch gleich voraus. Am kommenden Spieltag stehen zwei Berlin-Derbys und dazu das Match der Zehlendorfer Hertha 03 (Tabellenzweiter) gegen die TSG Neustrelitz (Tabellendritter) im Ernst-Reuter-Stadion, Sonntag, 27.10. 14.00 Uhr, auf dem Programm, es spielt der Zweite gegen den Dritten. Beide haben 20 Punkte und bis auf zwei Zähler zum Tabellenführer Tennis Borussia aufgeschlossen. TeBe (22 Punkte) kassierte die erste Niederlage der Saison in Neustrelitz. 520 Zuschauer sahen den 1:0-Erfolg der Residenzstädter.

Hertha 03 gewann in Ludwigsfelde. Am 10. Spieltag, spielen die zwei Charlottenburger Vereine gegeneinander, der Erste gegen den Letzten, Tennis Borussia gegen Hertha 06. Es wäre nicht das erste Mal, würde Hertha 06 im Mommsenstadion die Punkte entführen. Wir berichteten vom Trainerwechsel bei den 06ern und siehe da, mit dem 2:1-Sieg gegen Victoria Seelow jubelten sie gleich über die ersten drei Punkte.

Staaken und Tasmania spielten im Nachholgang unter der Woche 2:2 und gewannen ihre Spiele am 9. Spieltag je mit 4:0, Tasmania bei Brandenburg Süd und der SC Staaken zu Hause gegen Strausberg. Tas ist mit lediglich 7 Punkten weiter abstiegsgefährdet, Staaken konnte sich etwas befreien und mit nunmehr  11 Punkten etwas absetzen.  Die Staakener müssen am Sonntag, 27.10. nach Rostock, während Tasmania im Werner-Seelenbinder-Sportpark zum Berlin-Derby Blau-Weiß 90 empfängt.

In Neustrelitz, brannten nach der ersten Saisonniederlage für TeBe bei einigen Aktiven die Sicherungen durch. Der Auslöser,  und wie es zu der Rudelbildung nach Spiel-Ende kam, sei nicht bekannt, sagte Schiedsrichter Daniel Köppen. Unnötig kam es zu drei gelben Karten, die Pavel  Petkov (Neustrelitz), sowie Ertugrul Aktas (TeBe) und Rifat Gelici (TeBe) kassierten. Die Gelb-Roten Karte sah Sefa Kahraman (TeBe). Trainer  Dennis Kutrieb meinte in der Pressekonferenz, „man könne sich über die Niederlage in der Kabine ärgern, aber nicht auf dem Platz. Bei allen Emotionen, darf so etwas nicht vorkommen.

Christian Zschiedrich  

Die Berlin-Liga hat einen neuen Tabellenführer

Und der heißt: SV Tasmania. Es bleibt beim Kopf an Kopf Rennen mit Sparta Lichtenberg, jetzt mit einem Punkt weniger (57 und 56). Sparta nahm die Hürde beim BFC Preussen mit 3:1. Der BFC Preussen steht damit (21 Punkte) auf einem der drei Abstiegsplätze. In Reichweite, mit nur einem Punkt mehr, steht der SC Charlottenburg. Die Tasmanen hatten ebenso ein Auswärtsspiel bei SD Croatia (jetzt Tabellen7. mit 37 Punkten). 1:0 ist auch gewonnen. Den Treffer markierte Robrecht in der 66. Minute vor 211 Zuschauern. Trainer Tim Jauser: „Das waren drei ganz wichtige Punkte“. Die Croaten müssen nun zum SC Charlottenburg ins Mommsenstadion.

Tasmania hat ein Heimspiel im Werner-Seelenbinder-Sportpark gegen die Spandauer Kickers. Die Partie Füchse Berlin – SC Charlottenburg wurde verlegt. Am Sonntag, 7. April kommt es zum Aufeinandertreffen des Aufstiegsaspiranten Sparta Lichtenberg gegen den Tabellenletzten Füchse Berlin. Die Füchse werden nicht freiwillig die Punkte an der Fischerstraße abgeben. Sie werden alles versuchen. Also, sowohl oben, wer steigt auf, als auch unten, wie heißen die drei Absteiger, geht es eng zu.

Am Heckerdamm geht es zwischen zwei türkischen Vereinen Berlin Türkspor (4.) – Türkiyemspor (10.) um nichts mehr. Wie kann man nur so etwas behaupten? Selbstverständlich geht es um drei Punkte. Türkspor ist der Favorit.

Christian Zschiedrich   

Fit für Tennis Borussia

Leicht hat man es als TeBe-Fan nicht: Zuerst brannte wenige Tage nach dem Spiel gegen Blau-Weiß 90 die Klubhütte mit vielen Vereinsdevotionalien ab. Einige Wochen später setzte sich dann Vereinschef Jens Redlich bei einer Versammlung mit seinen Leuten durch. Der kam schon seit längerer Zeit nicht gut an bei den besonderen Anhängern von Ex-Bundesligist Tennis Borussia.

TEBE Sponsor Jens Redlich (rechts im Bild) © Foto: Frank Toebs

Berliner Presse sieht Untergang der Demokratie
Nun wurde über den Hauptsponsor, Geschäftsführer einer Fitness-Kette, des Oberligisten auch von der Hauptstadt-Presse nicht gerade zurückhaltend berichtet. Im Schnellverfahren soll er für neue Mitglieder gesorgt haben, um diese (Nach-) Wahl des Aufsichtsrats so zu beeinflussen. Tatsächlich wurden auch nur Vorschläge per Abstimmung akzeptiert, die der Pro-Redlich-Seite angehören. Ja was hat man denn erwartet? Dass Redlich sich seinen Rauswurf in aller Ruhe ohne Hintergedanken und Vorbereitung ansieht? Der „Tagesspiegel“ sprach sogar von einer Art Untergang des Demokratiegedankens bei der Art wie die Versammlung ablief. Diese Position kann wohl nur vertreten, wer selbst ausschließlich im Schwarz-Weiß-Denken verortet ist. Der „Berliner Zeitung“ und den speziellen Anhängern des Klubs soll Redlich nun eine Abkehr von jeglicher Fußballromantik empfohlen haben. Dabei könnte es überall auch Zwischentöne geben. Dann müsste der Mensch als solcher sich aber rasch ändern. Beginnen könnte man schon mal mit der Kündigung des Sky-Abos. Ob das viele wollen?

Fußball nur für echte Fans?
Einen Verein, in dem die Fans die komplette Deutungshoheit haben, hat es meines Wissens selbst zu besten Zeiten auch beim FC St. Pauli nie gegeben. In unteren Ligen, bei Vereinen mit einem besonderen Anspruch, mag es bis zur 6. Klasse irgendwie gehen. Beispiele in Berlin sind der FC Internationale, der mit seiner ersten Mannschaft aber auch schon bessere Zeiten sah, sowie weiter unten frühere Freizeitmannschaften wie Polar Pinguin. Hier mag all das funktionieren, was sich die „Hardcore-Anhänger“ bei Tennis Borussia so sehr wünschen. Fußball wie er einmal gewesen sein soll…In England ist das ja auch seit einiger Zeit wieder in aller Munde. Hier sind es die Anhänger von AMF (against modern football), die den Kommerz bei Chelsea, Manchester und Co nicht mehr ertragen können.

Frühere Investoren hinterließen Scherbenhaufen
Ich habe in den Zeiten der „Göttinger Gruppe“ auch zu den Besuchern der Spiele im Mommsenstadion gehört, die sich von der Beschallung über die Lautsprecher nicht irreführen ließen. Vorgetäuscht werden sollte ein stimmungsvolles Stadion bei diesen Zweitliga-Begegnungen. TeBe war damals in der Lage, mehr Gehalt zu zahlen als etwa Eintracht Frankfurt. Auch der sogenannte „Weiße Brasilianer“, Ansgar Brinkmann, soll verwundert seinen Kontoauszug nach dem ersten Eingang der Zahlungen nach seinem Wechsel zum Berliner Klub betrachtet haben. Tatsächlich waren die einzigen Stimmungsaufheller in diesen Partien Artisten der UFA-Fabrik, die zwischendurch ihre Trommeln schlugen. Wo das Ganze endete ist, bekannt. Sportlich und am Ende auch finanziell blieb nichts als ein Scherbenhaufen. Dabei sollte die 2. Liga nur eine Durchgangstation zum internationalen Fußball sein. Eine Menge Konflikte bei Tennis Borussia, schon damals.

Sponsoren und ihre Visionen
Die Befürchtungen der „Aktiven Fans“ sind also nicht von der Hand zu weisen. Jegliche finanzielle Unterstützung von Einzelnen bringt diese Nachteile der Überschätzung und der Dominanz von Irrlichtern mit sich, egal wo.  Der heutige Vorstandsvorsitzende mit dem mächtigen Ego, der aktuell allein das Sagen hat, muss auch nicht vergöttert werden. Was da genau für Eitelkeiten bei allen Beteiligten Einfluss nehmen, ist für Außenstehende sowieso nicht zu durchschauen. Redlich und sein Engagement zeigen aber etwas, das die Anhänger nicht beachten wollen. Er hat eine Vision- so wie auch die Klubchefs von Regionalligist Viktoria 89 sie hatten. Auf deren aktuelles Insolvenzverfahren will ich nicht eingehen. Sonst müsste jetzt vielleicht sogar noch etwas über 1860 München hier stehen. Das wäre dann zu bayrisch.

Ein Teufelskreis
  Auch andere Vorstände von Oberligisten über Hertha 06 (auf dem Titelfoto der 1. Vorsitzende Ergün Cakir mit Jens Redlich), Hertha 03 und Blau-Weiß 90 haben von Anfang an mit den Kosten eines überregionalen Auftritts ihrer Teams gerechnet. Wo soll das Geld herkommen, wenn nicht von den wenigen, meist älteren, dann auch oft noch sozialromantischen Mitgliedern? Ein Teufelskreis. Gar nichts zu wagen, und sich dafür in der Berliner Landesliga oder eben der Verbandsliga auf ewig einzurichten, ist aber auch nicht für alle ein Wunschtraum. „Lebe geht weiter“…das sagte einmal ein anderer Hesse  als Bundesliga-Trainer. Auch Tasmania und Blau-Weiß 90 tauchten irgendwann- sogar mit den alten Namen- wieder auf.
Klubchef Redlich soll nach eigener Aussage etwa 2,5 Millionen Euro bis zum Ende der Spielzeit 2019 in den Sehnsuchtsverein der Fans investiert haben. Wer kann da so einfältig glauben, Fußballidealisten und ihre Sammlungen allein können für diese Oberliga-Gehälter aufkommen? Immerhin ist TeBe zur Zeit an zweiter Position mit guten Aufstiegschancen. Die Regional-Liga wäre dann schon wieder die höhere Hausnummer. Damals waren es Millionen und heute treten Spieler wie der Ex-Unioner „Fußballgott“ Karim Benjamina, der Mittelstürmer, auch nicht für weniger als ein paar Tausend pro Monat gegen den Ball. Redlich sieht sich selbst übrigens nicht als Investor, eher als Sponsor.

Fußball für ein Mittagessen?
Mich stört das weitere Vordringen des Geldes in alle Bereiche auch. Wo sind denn aber die Spieler, die für ein Mittagessen und gute Kameradschaft mindestens viermal wöchentlich trainieren? Tatsache ist: Ohne gutwillige „Zahlmänner“gibt es noch nicht einmal die Berlin-Liga frei Haus. Von ganz wenigen Ausnahmen vielleicht abgesehen. Das ist schon zu oft kritisiert worden, als dass man es hier noch detaillierter kommentieren müsste. Nur noch eines: Spiele mit gut ausgebildeten Akteuren, die mehr können, als den Ball wegschlagen, sieht man doch als Fußballbegeisterter lieber als Partien der Kreisliga B mit hüftsteifen Innenverteidigern, oder? Ein Gesamtpaket, Sponsoren, die man nicht sieht, Mannschaften mit Erfolg und Fankultur wie vor 40 Jahren, wird kaum allein für und auch nicht ohne Geld zu haben sein.

Tennis Borussia II- Eine Alternative
Ist der Konflikt überhaupt zu verdrängen? Ich befürchte weiter nein! Beinahe unversöhnlich stehen sich in Charlottenburg die Lager gegenüber. Auch Handgreiflichkeiten soll es am Abend der Versammlung gegeben haben. Ohne Sarkasmus, der mir hier zum Vorwurf gemacht werden könnte, denke ich, dass die enttäuschten TeBe-Anhänger auch den guten alten Amateurgedanken und die bessere Welt bei der Mannschaft von Tennis Borussia II finden könnten. Im Moment Tabellenführer in der Bezirkliga, 3. Abteilung.

Frank Toebs

Der Artikel erschien zuerst auf www.experte-vom-dorfplatz.de

Mit freundlicher Genehmigung des Autors

TeBe ein glücklicher Sieger im Oberliga-Derby

Die Trainer Dennis Kutrieb (TeBe) und Marco Gebhardt (BW 90) Foto: Frank Toebs

Marco Gebhardt gab nur ein sehr kurzes Statement bei der Pressekonferenz. Er war vom Schiedsrichter Florian Strübing und seinen Assistenten Christoph Dallmann und Dminic Koch im Berliner Derby der Oberliga Nordost auf die Tribüne gebeten worden. Tatsächlich entschieden die Unparteiischen -zum Gaudi der Zuschauer- extrem häufig auf Abseits beim 2:0 der Gastgeber.

Gehen lassen muss man sich deswegen aber nicht. Blau-Weiß 90 hätte bereits in der ersten Hälfte selbst zwei Tore erzielen können. In beiden Fällen landete aber der Ball nur am Pfosten. Dennis Kutrieb, Gebhards Kollege, analysierte sehr wohlwollend und mitfühlend für sein Gegenüber. „Heute müssen wir demütig sein“, meinte er. So glücklich habe sein Team lange keine Begegnung mehr für sich entscheiden können.

Die Tore: 1:0 (60.) Elfmeter, Thiago Rockenbach, 2:0 (90 + 4) der zur Halbzeit fürLucas Gurklys eingewechselte Bekai Jagne.

Zuschauer: 400

Jens Redlich, der 1. Vorsitzende TeBes, hatte nach diesem Erfolg seiner Mannschaft
wieder einmal sein mittlerweile bekanntes und daher erwartetes „Lila-Weiße, Lila-Weiße“
im Presseraum angestimmt.

Frank Toebs

Erfolgreich in der Oberliga

CFC Hertha 06 (7.) scheiterte mit 0:1 in Neustrelitz. Mit nur einem Tor Unterschied unterlag, 1:2, der SC Staaken (12.) auswärts bei der SV Altlüdersdorf (11.). Eine recht ordentliche Leistung vollbrachte Blau-Weiß 90 beim Tabellenführer Lichtenberg 47. Dennoch drei Punkte sicherte sich mit 1:0 (ist eben auch gewonnen) Lichtenberg 47 vor 402 Zuschauern in der Howege-Arena. Brechler erzielte in der  44. Minute das goldene Tor. Mit dem 2:1 von TeBe (2.) bei Brandenburg Süd halten die Borussen (23 Punkte) den Drei-Punkte-Abstand zum Spitzenreiter Lichtenberg 47 (26 Punkte). Ein Sieg kam durch ein spätes (86.) Eigentor von Jaskola zustande.  Interessant wird es am 11. Spieltag mit zwei Berlin-Derbys. Bereits am Freitag, 26.10., kommt es im Mommsenstadion  zum Duell Tennis Borussia – Hertha 03 unter Flutlicht. Beide Mannschaften sind derzeit gut in Form. Die Zehlendorfer haben gute Spieler an die Charlottenburger abgegeben, um Torjäger Huke wurde nicht gerade lautlos gestritten. Der SC Staaken dagegen muss in dieser Saison aufpassen, um nicht weiter in den Abstiegssog zu geraten. Ausgerechnet Lichtenberg 47 kommt nun am Sonntag, 28.10. in den Sportpark Staaken. Keineswegs leichter hat es Aufsteiger Blau-Weiß 90 an der Rathausstraße gegen Anker Wismar (9.). Wollen die Blau-Weißen nicht wieder zurück in die Berlin-Liga, müssen sie so allmählich anfangen Punkte einzufahren.

Hertha 06 (7.) hatte eine beachtenswerte Erfolg-Phase, verlor aber zuletzt mit 0:1 in Neustrelitz – zur Abstiegszone sind es nur magere sechs Punkte. Also aufgepasst am Sonntag, 28.10. in der Sömmeringstraße gegen Hansa Rostock II (6.). Die Liga besteht aus 16 Mannschaften. Zwei steigen garantiert ab, möglich sind sogar (je nach Konstellation zur Oberliga) fünf Clubs. Momentane Absteiger: Malchower SV und 1. FC Lok Stendal. Gefährdet: Blau-Weiß 90, Brandenburg Süd und SC Staaken.

Christian Zschiedrich

Liga der Überraschungen – NOFV Oberliga Nord

Kommendes Wochenende 1.Hauptrunde. Foto: Hans-Peter Becker

Nach 4 Spielen 12 Punkte, Lichtenberg 47 mit perfektem Saisonstart! Am Wochenende wurde wieder souverän auswärts beim Brandenburger SC Süd 3:0 gewonnen. Nach 4 Spielen noch kein einziges Gegentor kassiert, Torverhältnis 8:0. Jetzt geht es im Berliner Pokal, 1.Hauptrunde, Sonntag, 09.,09.  14.00 Uhr, im Volkspark Wilmersdorf gegen den 1.FC Wilmersdorf. Weiter geht es um Punkte am Samstag, 15.9., 13.30 Uhr, gegen Hertha 03. Die Zehlendorfer schonten wegen des Freundschaft-Spiels gegen Hertha BSC den Rasen im Stadion. Gegen den SV Lüdersdorf wurde nicht gespielt. Dennoch, 7 Punkte nach 3 Spielen , ergibt aktuell Tabellenplatz 5 und am 5. Spieltag ein interessantes Berlin-Derby.

Einen herben Rückschlag gab‘s für TeBe. Die Veilchen unterlagen zu Hause im Mommsenstadion dem Greifswalder FC 1:3; sie rangieren jetzt auf Platz 7. Die Niederlage gegen den Aufsteiger war schon eine Überraschung und so nicht eingeplant.

Der FC Strausberg kämpfte in den letzten Jahren gegen den Abstieg. Was ist mit den Strausbergern los? Ebenfalls wie Lichtenberg 47 haben sie bisher alle 4 Spiele (12 Punkte) gewonnen. Am Freitag, 14.9. heißt die Begegnung  Tennis Borussia – FC Strausberg. Lichtenberg hat das bessere Torverhältnis.

Einen Erfolg im Berlin-Derby zwischen Hertha 06 und dem SC Staaken verbuchten vor 133 Zuschauern mit 2:1 die Charlottenburger, jetzt ebenfalls 7 Punkte. Bleibt als Berliner Vertreter in der Oberliga Aufsteiger Blau-Weiß 90. Beim Torgelower FC Greif wurde 0:1 verloren. Der 13. Tabellenplatz würde in der Endabrechnung lediglich für die Relegation reichen. Die Saison ist ja noch lang und das Punktekonto, bisher erst 1 Punkt, kann ja noch aufgebessert werden.

Christian Zschiedrich