BR Volleys – den Fluch brechen

In der Hamburger CU Arena war für die Berlin Recycling Volleys bisher nichts zu holen. Drei Anläufe, in der Ausweichspielhalle der SVG Lüneburg zu gewinnen, blieben in der Vergangenheit erfolglos. Einen vierten Versuch unternimmt das Hauptstadtteam am Samstagabend (08. Feb um 19.00 Uhr) und man ist geneigt zu sagen: Wenn nicht jetzt, wann dann?! Die Mannschaft von Cheftrainer Cedric Enard fährt ungeschlagen in die Hansestadt, während die heimstarken Gastgeber zuletzt zweimal deutlich mit 0:3 unterlegen waren.

Gut eine Woche vor dem Pokalfinale in Mannheim wollen die BR Volleys gegen die SVG Lüneburg weiter an ihrem Rhythmus feilen. Mit voller Mannschaftsstärke und der Unterstützung eines Fanbusses geht es für die Hauptstädter nach Hamburg, wo man erstmals erfolgreich sein möchte. „Für Lüneburg ist diese Möglichkeit, in der CU Arena spielen zu können, solange die neue Arena noch gebaut wird, wichtig. Die Gellersenhalle ist besonders, aber für die Topspiele und die Playoffs ist dieser Umzug sowohl nötig als auch sinnvoll. Außerdem gibt es dort tendenziell mehr erfolgreiche Abwehraktionen und längere Ballwechsel. Das sorgt für Spannung und Action“, erklärt der im Sommer von der Ilmenau an die Spree gewechselte Außenangreifer Cody Kessel. Sowohl in der berüchtigten „Gellersenhölle“ als auch in der CU Arena tat sich der aktuelle Tabellenführer in der Vergangenheit regemäßig schwer. Die Auswärtsbilanz gegen die „LüneHünen“ weist zwei Siege und sechs Niederlagen auf. Dabei zählte Kessel meistens zu denjenigen, die maßgeblichen Anteil daran hatten, dass für die BR Volleys am Spielort in Hamburg weder in der Bundesliga, noch im DVV-Pokal oder den Playoffs etwas zu holen war.

Längst überzeugt der US-Amerikaner auch konstant im Berliner Trikot. Der 28-Jährige ist der zweiteffektivste Angreifer der BR Volleys. Mit einer Erfolgsquote von 54% liegt Kessel ligaweit auf dem vierten Rang. Vor ihm rangieren ausschließlich Mittelblocker, darunter Teamkollege Jeffrey Jendryk, der starke 64% seiner Angriffe in direkt Punkte verwandelte. Die Bundesliga-Statistik zeigt, dass am Samstag auch auf der Gegenseite einige Topspieler warten: Mit Nationalspieler Anton Brehme verfügt Lüneburg beispielsweise über den, gemessen an Blockpunkten zweitbesten Akteur der VBL. Und beim Aufschlag besticht der Schwede Viktor Lindberg als ebenfalls Zweitbester seiner Zunft (35 Asse). „Die SVG musste ein neues Team aufbauen, nachdem elf Spieler dort in vergangenen beiden Jahren zusammengeblieben sind. Diese Mannschaft kann immer gefährlich sein, ist aber noch dabei, ihre neue Spielweise zu entwickeln“, lautet die Einschätzung von Kessel.

Diese wird durch die jüngsten Ergebnisse der Lüneburger bestätigt (1:3 vs. Friedrichshafen, 0:3 vs. Herrsching und 0:3 vs. Frankfurt). Im TV-Match gegen die Herrschinger sah man den SVG-Coach Stefan Hübner während einer Auszeit komplett aus der Haut fahren, was auch Cody Kessel überraschte: „Ich habe die Szene gesehen. Stefan ist immer mit großer Leidenschaft am Werk und gibt stets alles. Das war total untypisch für ihn, aber diese Momente gibt es im Sport.“ Die Stimmungslage im BR Volleys Team ist etwas besser. „Wir sind alle gut drauf“, bekräftigt Kessel nach den zwei 3:0-Siegen gegen Rottenburg und Herrsching. Dieses gute Gefühl will man nun an die Elbe transportieren und endlich den „Hamburger Fluch“ brechen.

Der BR Volleys Fanclub VolleyTigers bietet ein Public Viewing im Billiard International in der Knesebeckstraße an.

Quelle: BR Volleys/ Christof Bernier


Nationallibero und Sprungwunder für Berlin

Im Zuge der großen Saisonabschlussfeier wurden am gestrigen Abend nicht nur einige Deutsche Meister verabschiedet und der Verbleib wichtiger Leistungsträger verkündet. Es gab auch erste neue Namen, die in der Spielzeit 2019/20 das Trikot der BR Volleys tragen werden: Der Libero der Nationalmannschaft Julian Zenger (zuletzt United Volleys Frankfurt) und der US-amerikanische Außenangreifer Cody Kessel (SVG Lüneburg) wechseln an die Spree.

Stammspieler der deutschen Nationalmannschaft, mit dieser Vize-Europameister 2017 und in der jüngsten Saison auch Champions-League-erprobt: Mit Julian Zenger ist den BR Volleys definitiv eine Topverpflichtung auf der Libero-Position gelungen! Der 21-jährige Annahme- und Abwehrspezialist unterschreibt beim alten und neuen Deutschen Meister einen Vertrag für zwei Jahre und soll zu einem neuen Gesicht der Mannschaft aufgebaut werden. „Berlin ist eine neue Herausforderung für mich und mit der Gewissheit, erneut in der CEV Champions League zu spielen, eine perfekte Adresse. Ich möchte in dieser Mannschaft persönlich den nächsten Sprung machen und natürlich auch Titel gewinnen“, ist der Ehrgeiz beim Allgäuer spürbar.

Zuletzt wusste Zenger zwei Jahre lang bei den United Volleys Frankfurt zu überzeugen. Nun kehrt der Libero also nach Berlin zurück, wo er 2016/17 für den VC Olympia spielte und seinen Karriereweg als Profi startete. Bevor es für ihn in die Hauptstadt geht, hat Zenger mit der Nationalmannschaft noch große Ziele: „In der Volleyball Nations League würden wir natürlich gern das Finalturnier erreichen und im September steht mit der Europameisterschaft der Höhepunkt unseres Sommerprogramms an.“

Die BR Volleys begrüßen mit Zenger „einen jungen deutschen Spieler, der in Frankfurt sowie im DVV-Trikot bewiesen hat, dass er auf hohem Niveau bestehen kann“, freut sich Geschäftsführer Kaweh Niroomand über die Verpflichtung seines absoluten Wunschspielers. „In Zeiten der wachsenden Macht von Spielerberatern ist es nicht einfach, jemanden wie Julian, der alle Charakteristika zu Einhundertprozent erfüllt, verpflichten zu können“, verdeutlicht Niroomand den harten Kampf auf dem Transfermarkt um gute deutsche Akteure.

Auch der zweite “Neue“ kommt von einem anderen Bundesligisten zu Berlins Volleyballteam Nr. 1 und wird ebenfalls mit einem Zwei-Jahres-Vertrag ausgestattet. „Mit Cody Kessel verstärkt uns ein enorm athletischer Außenangreifer, der gute Voraussetzungen mitbringt. Ich bin sicher, mit ihm werden wir viel Freude haben“, erklärte Niroomand beim gestrigen Saisonabschluss. Kessel ist 1,98 Meter groß und lief in den vergangenen drei Spielzeiten für die SVG Lüneburg auf. Der 27-Jährige überzeugt mit seiner gewaltigen Sprungkraft und hat sich unter SVG-Trainer Stefan Hübner auch zu einem stabilen Annahme-Spieler entwickelt. So war Kessel beispielsweise der überragende Akteur, als die „LüneHünen“ Mitte Dezember gegen die Hauptstädter furios ins Pokalfinale eingezogen sind. Dass der US-Amerikaner nicht nur sportlich, sondern auch menschlich ein feiner Kerl ist, der gut zur BR Volleys Familie passen dürfte, zeigte sein offener Brief auf der Facebook-Seite der Lüneburger, in dem er sich emotional aus der Hansestadt verabschiedete.

Kessel besetzt nun gemeinsam mit Samuel Tuia zwei Außenangreifer-Positionen im BR Volleys Kader. Zwei weitere Plätze sind noch frei, weil Adam White den Verein verlässt und Egor Bogachevs Vertrag für ein Jahr ausgesetzt wird. Der 22-Jährige will bei den SWD powervolleys Düren mehr Spielpraxis sammeln, bleibt der Bundesliga also erhalten. „Wir wünschen Egor in Düren viel Glück und Erfolg. Wir hoffen, er macht dort den nächsten Schritt in seiner Entwicklung“, verabschiedete Niroomand Bogachev und erwähnte im gleichen Atemzug wie erfolgreich dieses Modell in der Vergangenheit bereits mit Ruben Schott funktionierte.

Quelle: Christoph Bernier/BR Volleys

Drei Punkte aus Lüneburg entführt

Ihren siebten Bundesliga-Sieg in Folge feierten die Berlin Recycling Volleys am Samstagabend bei der SVG Lüneburg. Auch die schwere Prüfung in der Gellersenhalle bestand das Team von Cheftrainer Cedric Enard mit Bravour und siegte beim Pokalfinalisten mit 3:1 (25:19, 25:17, 22:25, 28:26). Damit schiebt sich der Hauptstadtclub bis auf zwei Punkte an den aktuellen Tabellenführer, die AlpenVolleys Haching, heran.

Cedric Enard hatte die Qual der Wahl und setzte auf die Künste von Jeffrey Jendryk und Georg Klein im Mittelblock, die Außenangreifer Moritz Reichert und Samuel Tuia, Benjamin Patch auf der Diagonalposition, Sergey Grankin im Zuspiel und Libero Nicolas Rossard.

Erwartungsgemäß hochmotiviert begannen die Gastgeber und brachten die „Gellesernhölle“ direkt mit Spielbeginn zum Brodeln (0:3), aber die BR Volleys bewiesen kühlen Kopf. Zwei Asse von Tuia und der erste erfolgreiche Block von Jendryk ließen die zahlreich mitgereisten Gästefans jubeln (8:8). Reicherts Aufschlagserie brachte Berlins Volleyballteam Nr. 1 auf Kurs (16:13) und mit variablem Angriffsspiel sowie couragierter Blockarbeit kontrollierten die Männer in Orange fortan das Geschehen. Dazu stimmte weiterhin der Aufschlagdruck, so wie beim eingewechselten Kyle Russell, dessen Service sechs Satzbälle bedeutete. Georg Klein verwertete die zweite Chance zum Satzgewinn (25:19).

Der Folgedurchgang wies starke Parallelen auf. Wieder begannen die „LüneHünen“ schwungvoll (3:5) und erneut fingen die BR Volleys den Gegner mit starkem Service – dieses Mal von Jendryk – ab (7:5). Ein weiterer Berliner Zwischenspurt brachte die Vorentscheidung im zweiten Satz. Patch setzte den Block zum 18:13 und als sich die Auswärtsmannschaft nach der taktischen Auszeit auch leidenschaftlich den nächsten Punkt schnappten, stieß der US-Amerikaner Grankin vor Freude beinahe in die Bande. Jendryk ließ direkt zwei weitere Servicewinner folgen (20:13). So durften die Gästefans nach 50 Minuten und einem Reichert-Angriff die 2:0-Satzführung feiern (25:17).

Zehn Asse hatten die BR Volleys nach zwei Sätzen bereits serviert und waren mit ihrer Risikobereitschaft auch im dritten Satz lange erfolgreich. Zwar führte Lüneburg abermals zur ersten technischen Auszeit (6:8), doch dann übernahmen wieder die Berliner die Kontrolle nach Kleins Aufschlagserie (10:8). Trotz eines weiteren Reichert-Asses und einer 14:11-Führung kam die SVG zurück (18:18). In einer hektischen Schlussphase hatten die Berliner an der ein oder anderen Entscheidung des Schiedsrichters zu knabbern (19:21) und machten dazu plötzlich leichte Fehler (20:24). Reicherts Service war letztlich zu lang (22:25).

Spätestens jetzt war es der, fast schon gewohnt, harte Kampf in Lüneburg. Über die Zwischenstände 6:6, 11:11 und 16:16 schenkten sich beide Teams nichts. Längst gab der eingewechselte SVG- Routinier Matthias Pompe dem Heimteam wichtige Impulse (19:22), aber auch die BR Volleys hatten mit Adam White noch einen Außenangreifer-Pfeil im Köcher (22:22). Drei Chancen auf den Ausgleich vergaben die Lüneburger, bis MVP Samuel Tuia den ersten Matchball zum umjubelten Auswärtssieg verwandelte (28:26). Der Franzose (19 Punkte) war nach Benjamin Patch (26) der zweitbeste Scorer seiner Mannschaft. Dazu wusste Jeffrey Jendryk mit 13 Punkten (davon 5 Asse und 3 Blocks) zu überzeugen.

Moritz Reichert zeigte sich anschließend zufireden „Es war wie immer in Lüneburg. Wenn man sie einmal ins Spiel lässt, wird es richtig schwer. Aber wir haben gekämpft und unsere Chancen, wenn nicht im ersten, eben im zweiten oder gar dritten Versuch genutzt. Am Ende haben wir die Nerven behalten.“ Mit Blick auf die Bundesliga-Tabelle sagt der Nationalspieler: „In erster Linie war der Sieg wichtig, um Platz drei zu festigen. Mit den drei Punkten setzen wir auch die zwei Teams vorn noch einmal unter Druck, auch wenn es unwahrscheinlich ist, dass sie noch einmal entscheidend federn lassen.“ Die Stimmung in der Gellersenhalle war für Reichert wieder einmal erstklassig: „Es war extrem laut, dazu haben natürlich auch unsere Fans beigetragen. In so einem Hexenkessel ist es wichtig, den Rückhalt der eigenen Fans zu spüren.“ Der ist den BR Volleys auch bei ihrem nächsten Bundesliga-Spiel gegen den TV Rottenburg (16. Mrz um 18.30 Uhr) in der Max-Schmeling-Halle gewiss.

Quelle: Christof Bernier / BR Volleys

BR Volleys – Jahresabschluss im Tollhaus

© Foto: Eckhard Herfet

Zwei freie Festtage hatte das BR Volleys Team, um nach dem Volleyball-Thriller gegen die SVG Lüneburg im Kreis der Liebsten einmal kräftig durchzupusten. Schon am zweiten Weihnachtsfeiertag bat Cheftrainer Cedric Enard seine Spieler wieder in die Trainingshalle, um sich auf den am morgigen Samstag (29. Dez um 19.30 Uhr) steigenden Jahresabschluss beim TV Rottenburg vorzubereiten.

„Der Sieg war psychologisch wichtig. Aber es gibt in allen Bereichen noch zahlreiche Herausforderungen“, bewertete BR Volleys Manager Kaweh Niroomand das Erfolgserlebnis im letzten Heimspiel des Jahres. Auch wenn die Hauptstädter sich tabellarisch vor der Weihnachtspause nicht mehr verbessern konnten, war das Comeback gegen die SVG Lüneburg (3:2) ein Schritt in die richtige Richtung. Trainer Enard gab den Spielern aus der bisher zweiten Reihe die Möglichkeit zur Bewährung und nach Anlaufschwierigkeiten konnten diese ihre Chance nutzen. Sebastian Kühner schlüpfte in die Führungsrolle, Kyle Russell schulterte die Angriffslast und Moritz Reichert konnte nach seiner Verletzung erstmals die mit ihm verbundenen Hoffnungen erfüllen. Georg Klein, noch ein Reservist, der gegen die „LüneHünen“ zu überzeugen wusste, will in Tübingen genau daran anknüpfen: „Wir haben den von uns eingeforderten Kampfgeist gezeigt. In unserer Situation auf diese Weise zurückzukommen, gibt uns Kraft. Aber gegen Rottenburg wollen wir den Gegner bestenfalls gar nicht erst vorlegen lassen!“

Aus dem Impuls des Sieges soll nun ein Schub werden, der die BR Volleys erfolgreich in das neue Jahr bringt. Ohne Nicolas Rossard, der mit einer Fraktur an der rechten Hand weiterhin ausfällt, wollen die Berliner am Neckar drei Punkte einsammeln. Für die Gastgeber vom TVR kam die Weihnachtspause sicher zur rechten Zeit, um sich neu zu sortieren. Das direkte Duell im Abstiegskampf verloren die Rottenburger zwei Tage vor Heiligabend in Hildesheim bei den Grizzlys mit 0:3. Mit bislang drei Punkten und einem 4:21-Satzverhältnis rangiert die Mannschaft derzeit auf dem vorletzten Tabellenplatz.

Im „Tollhaus der Liga“ erwartet die BR Volleys eine äußerst junge Mannschaft, in der die insgesamt sieben deutschen Spieler viel Verantwortung übernehmen. Beispielsweise reift in Tim Grozer, dem kleinen Bruder von „Hammerschorsch“ Georg Grozer, ein hochtalentierter Außenangreifer unter den Fittichen von Trainer Müller-Angstenberger heran. Dazu sind die Legionäre Alex Duncan-Thibault (Diagonal) und der 40-jährige Idner Faustino Lima Martins (Außen-Annahme) wichtige Stützen des TVR-Teams. Dem Kontrahenten sowie der stimmungsvollen Atmosphäre in der Paul-Horn-Arena wollen die Hauptstädter von Beginn an den Zahn ziehen „Wenn es uns gelingt, den Schwung und die Energie mitzunehmen, sollten wir gute Karten haben“, vermutet Klein und möchte keinesfalls ein Negativerlebnis zum Ende des Jahres: „Drei Punkte sind das Ziel, um gemeinsam mit unseren Fans guten Mutes in ein neues Jahr starten zu können.“
Christof Bernier

Mit großer Moral zum Tiebreak-Sieg

Foto: Eckhard Herfet

5.892 Zuschauer wollten die BR Volleys am Sonntag im letzten Heimspiel des Jahres noch einmal siegen sehen. Nach großen Anlaufschwierigkeiten erfüllten Kapitän Sebastian Kühner & Co. ihren Fans diesen Wunsch auch und feierten nach 0:2-Satzrückstand einen viel umjubelten Tiebreak-Erfolg gegen die SVG Lüneburg (20:25, 26:28, 25:21, 25:22, 15:10).

Kühner und Georg Klein durften in diesem letzten Heimspiel 2018 von Beginn an ran. Mit ihnen gemeinsam standen Nicolas Le Goff, Benjamin Patch, Samuel Tuia, Adam White und Libero Dustin Watten am Netz. Nicolas Rossard fehlte dem Deutschen Meister mit gebrochenem Finger. Verkehrte Welt im ersten Satz: Die BR Volleys schlugen aus ihrer sicheren Annahme (71 % positiv) kein Kapital, während die Gäste aus Lüneburg aus ihrer wiederum schwachen Annahme (29 %) nahezu alle Angriffe in Punkte verwandelten (89 %). Dazu bissen sich die Berliner am bestens eingestellten „LüneBlock“ häufig die Zähne aus (4:5, 8:12, 9:16). Mit den Einwechslungen von Kyle Russell und Moritz Reichert verbesserte sich das Spiel der Gastgeber (20:24) und so durften beide nach verlorenem ersten Satz dennoch weiterhin ran (20:25).

Das BR Volleys Team nahm den Kampf nun an. Russell ließ im „Drückduell“ am Netz die Muskeln spielen (6:5) und Kühner holte gleich zweimal seine gefürchtete „linke Klebe“ heraus (10:9). Auch wenn der Mittelblock kaum ein Mittel gegen Schnellangreifer Baxpöhler fand, wusste Klein zumindest Schlien krachend zu stoppen (14:13). Als es wichtig wurde, patzten erst Reichert und dann Watten in der Annahme und das Momentum kippte (19:21). Nach einem Missverständnis zwischen Kühner und Le Goff hatte Lüneburg Satzball (23:24). Beide Teams hatten in der Folge Chancen, den Durchgang für sich zu entscheiden. Das Glück war nach einem Netzroller-Aufschlag von Sclater aber mit den Gästen (26:28).

Vieles sprach für einen kurzen Volleyballabend, als die „LüneHünen“ im dritten Durchgang zunächst davonzogen (7:9, 13:16). Dann brachte Kühner mit starkem Service die Wende. Der Kapitän verhalf seinem Team zum Ausgleich (16:16) und angetrieben von fast 6.000 Zuschauern drehte Whites Aufschlagsserie das Zwischenresultat (19:17). Der Australier bescherte seinem Team dann auch drei Satzbälle. Sclaters Angriff war zu lang und die Berliner verkürzten auf 1:2 (21:25).

Licht und Schatten wechselten sich im Spiel der BR Volleys weiter ab. Sinnbildlich dafür Russell, der den Ball erst ins Aus legte, dann das Ass schlug und im Anschluss von Kessel geblockt wurde (5:7). Kühner konnte mit einem weiteren Ass erneut ausgleichen und viel Last lag im Angriff nun auf den Schultern von Russell (12:12, 15:15). Mit Hilfe der Netzkante gelang dem Amerikaner ein weiterer Servicewinner (19:18) und das nächste Break gelang dem Heimteam nach einem Scalter-Fehler (23:21). Der Satzausgleich war folgerichtig (25:22)

Den Tiebreak eröffnete Russell mit einem Block und nachdem auch White zupackte, schlug der mittlerweile eingewechselte Jeffrey Jendryk ebenfalls ein Ass (6:4). Kühner schickte sich mit seinem neunten (!) Punkt selbst an die Aufschlaglinie und sorgte für die Vorentscheidung (9:5). Anders als noch im Pokalspiel, gab man das Zepter dieses Mal nicht mehr aus der Hand und Topscorer Russell (25 Punkte) stellte die Weichen endgültig auf Sieg (12:6). Der ebenfalls gute Reichert durfte das Match dann unter stehenden Ovationen des Volleyballtempels beenden (15:10).

„Das war eine gute Reaktion und ein gutes Signal für unser Team. Dieses Resultat stärkt die Mannschaft. Wir hatten ein paar Spiele, bei denen wir am Anfang hinten lagen und uns dann aufgegeben haben. Heute haben wir genau das Gegenteil gemacht und uns aufgebäumt. Darauf müssen wir jetzt aufbauen und diese positive Energie in die nächsten Spiele mitnehmen“, lobte Reichert die Moral seines Teams. Gleiches betonte Geschäftsführer Kaweh Niroomand: „Es ist gut, dass wir auch so ein Spiel mal gedreht und gewonnen haben, aber es ist trotzdem in allen Bereichen noch reichlich Luft nach oben. Sebastian Kühner hat uns heute viel Energie gegeben und das Team angeführt, das war sehr wichtig.“ Hinzu kam ein letztes Mal im Jahr 2018 die großartige Unterstützung der Fans, die ihrem Team nun beim letzten Spiel des Jahres in Rottenburg (29. Dez. um 19.30 Uhr) weiter die Daumen drücken werden.

Christof Bernier

Richtungsweisendes letztes Heimspiel 2018

Foto: Eckhard Herfet

Fünf Wochen Heimspiel-Pause mitten in der Saison – das hat Seltenheitswert. Am Sonntag (23. Dez um 16.00 Uhr) ist die Zeit des Wartens für alle BR Volleys Fans vorüber und das Team hat endlich die Chance, seine bisher durchwachsene Heimbilanz aufzubessern. Im letzten Spiel des Jahres vor eigenem Publikum gegen die SVG Lüneburg wollen die Hauptstädter ihren Rückstand auf den Tabellenvierten verkürzen.

„Wir haben etwas gut zu machen“, sagt Kapitän Sebastian Kühner vor dem letzten Heimauftritt im Jahr 2018 und nimmt Bezug auf das bittere Pokal-Aus vor neun Tagen. Nachdem die BR Volleys in Hamburg gegen die „LüneHünen“ eine 2:0-Satzführung aus der Hand gegeben hatten, kannte der SVG-Jubel über den Einzug ins DVV-Pokalfinale keine Grenzen. „Diese Scharte können wir natürlich nicht mehr auswetzen, aber in gewisser Weise wollen wir uns schon dafür rehabilitieren“, verspricht Kühner. Seine Mannschaft diktierte zweieinhalb Sätze das Geschehen in der CU Arena, bevor die Lüneburger den Hauptstädtern mit großer Leidenschaft und unbändigem Kampfgeist den Schneid abkauften. Diesen Fehler will man beim Deutschen Meister kein zweites Mal machen und vom ersten bis zum letzten Punkt den Druck und die Konzentration hochhalten.

Nicht nur dieser jüngste „Pokal-Krimi“ zwischen beiden Mannschaften verspricht am Sonntag Hochspannung, auch die Ausgangslage in der Tabelle sorgt für Brisanz. Lüneburg hat aus acht Partien vier Punkte mehr geholt als die BR Volleys. Die wollen ihr Heimrecht nutzen, um den Rückstand auf die Norddeutschen zu verkürzen. Ein Blick in die Statistiken der Volleyball Bundesliga spricht ebenfalls für ein Duell auf Augenhöhe. Die Gäste sind im Aufschlag Ligaspitze (57 Asse), während die BR Volleys im Block tonangebend sind (69 Punkte). Dazu kommen beide Kontrahenten mit enormer Angriffswucht daher. SVG-Diagonalangreifer Ryan Sclater ist der drittbeste Scorer der VBL (128 Punkte) und Nicolas Le Goff ist derweil der effektivste Angreifer. Starke 69 % seiner Versuche verwandelt der französische Mittelblocker in einen direkten Punkt für sein Team – Bestwert.

„Wir wollen unsere einzigartige Heimspielkulisse in positive Energie ummünzen“, zeigt sich Kühner froh, nach zuletzt vier Auswärtsspielen zurück im Berliner Volleyballtempel zu sein. Fünf Wochen mussten Mannschaft und Fans nach dem Champions-League-Heimsieg gegen Greenyard Maaseik (3:1) auf den nächsten Aufschlag in der eigenen Arena warten. Einen Tag vor Weihnachten sind die Männer in Orange nun zurück und wollen „die Fans mit einem Sieg in die Feiertage schicken“, kündigt der Spielführer an. Bevor jedoch der letzte heiße Tanz des Jahres in der Max-Schmeling-Halle beginnt, wird es noch einmal besinnlich. Ab 15.15 Uhr laden die BR Volleys ihre Zuschauer und Fans zum gemeinsamen Weihnachtssingen beim #MerryChristmas-Match ein.

Christof Bernier

BR Volleys: Ohne Durchschlagskraft in Danzig

Foto: CEV

In der Gruppe D der CEV Champions League stehen die Uhren nach zwei Spieltagen auf null. Nachdem am Dienstag Greenyard Maaseik drei Punkte gegen PGE Skra Belchatow einfuhr, gelang gleiches Trefl Gdanks am Mittwochabend in der Ergo Arena gegen die BR Volleys. Trotz der Unterstützung einer treuen Schar des Fanclubs „7. Mann“ waren die Berliner dem Team von der Ostseeküste in allen Belangen unterlegen und verloren mit 0:3 (24:26, 19:25, 18:25) gegen Ruben Schott & Co.

Die BR Volleys erwischten in ihrem zweiten Gruppenspiel der Königsklasse einen guten Start. Mit sicherer Annahme gaben Samuel Tuia, Adam White und Nicolas Rossard Jan Zimmermann die Möglichkeit, seine Angreifer entsprechend zu bedienen. Die Mitte mit Nicolas Le Goff und Jeffrey Jendryk funktionierte zunächst und Diagonalangreifer Benjamin Patch arbeitete sich ins Match (6:3). Ein Block des US-Amerikaners und ein Ass zuvor von White bedeuteten die Führung (9:5). Der Ex-Berliner Schott brachte Trefl aber mit einer starken Aufschlagserie wieder zurück (12:12) und ab diesem Moment war es ein offener Schlagabtausch (16:16, 21:21). Gute Breakchancen ließen Zimmermann & Co durch kleine Abstimmungsfehler liegen und White blieb in der Crunchtime im Dreierblock hängen (21:23). Zwei Satzbälle wehrten die Berliner ab, beim dritten waren sie machtlos (24:26).

Vorerst schenkten sich die Teams auch im zweiten Satz nichts, wobei die Gastgeber stets den Tick wacher in der Abwehr wirkten (5:5, 9:9). Dann drückte wieder Schott mit dem Service aufs Tempo. Moritz Reichert kam für Tuia und erst Le Goff holte den Deutschen per Block weg von der Aufschlaglinie (13:17). Der großgewachsene Außenangreifer Milosz Hebda stellte die BR Volleys vor akute Probleme (16:23) und so änderte auch ein weiteres Ass von White nichts mehr am nächsten Satzverlust (19:25).

Mit Reichert und Kyle Russell ging es in den dritten Durchgang, in dem Zuspieler Zimmermann die ersten beiden Punkte für sein Team selbst machte (2:1). Die BR Volleys legten vor (7:5), doch Diagonalangreifer Muzaj fing den Deutschen Meister wieder ab (12:12). Die Fehler im Angriff häuften sich nun beim Team von Cedric Enard und so hatte es Danzig nicht schwer, davonzuziehen (14:17). Die Hereinnahme von Dustin Watten konnte der BR Volleys Annahme auch keine neue Sicherheit geben und Russells gelegter Ball in den polnischen Block begrub die Hoffnungen auf ein Comeback (17:22). Der Champions-League-Abend endete mit einem letzten Eigenfehler der Gäste (18:25).

Cheftrainer Enard fand nach Spielende deutliche Worte: „Die Zahlen sprechen für sich. Unsere Angriffseffizienz war heute indiskutabel. Es hapert am Zusammenspiel zwischen Jan und seinen Angreifern. 50 Prozent Angriffsquote über die Mitte sind z. B. einfach zu wenig. Wir müssen aus der Annahme heraus konstanter werden.“ Auch seine Wechsel griffen nicht, wie der Franzose zugab: „Der Block der Polen machte Samu das Leben schwer, darum habe ich Moritz gebracht. Doch er fand nicht ins Spiel und man merkt ihm an, dass er nach seiner Verletzung noch nicht bei 100 Prozent ist. Es war eine verdiente Niederlage, die wir hier heute einstecken mussten.“ Damit haben in Pool D der CEV Champions League nun alle vier Teams drei Punkte und für die Hauptstädter geht der Spielbetrieb am Sonntag (23. Dez um 16.00 Uhr) daheim gegen die SVG Lüneburg weiter.

Christof Bernier

Traum vom Pokalfinale geplatzt

Foto: BR Volleys

Für die Berlin Recycling Volleys ist die Pokal-Saison 18/19 beendet. In der Hamburger CU Arena verloren die Hauptstädter gegen die nie aufsteckende SVG Lüneburg mit 2:3 (25:18, 25:22, 24:26, 19:25, 13:15) und müssen so ihren Traum vom Endspiel in Mannheim begraben. Cheftrainer Cedric Enard hielt direkt eine Überraschung für seinen Gegenüber Stefan Hübner bereit und begann mit Neuzugang Nicolas Rossard als Libero. Außerdem starteten Jan Zimmermann, Adam White, Samuel Tuia, Nicolas Le Goff, Jeffrey Jendryk und Benjamin Patch für die Berliner in diesem Pokal-Halbfinale.

Die BR Volleys ließen ihren Ankündigungen Taten folgen und begannen engagiert. Die SVG-Annahme um Libero Koslowsky stand gehörig unter Druck und so konnten die Enard-Schützlinge immer wieder aus der Abwehr punkten (8:4). Le Goff überraschte den Gegner zwischenzeitlich mit Sprungaufschlägen und war auch im Block die gewohnte Naturgewalt. Krachend stoppte er Nationalspieler Baxpöhler und zwang Hübner zur Auszeit (14:8). Mit der lautstarken Unterstützung aus der Berliner Fan-Ecke brannte im ersten Durchgang nichts mehr an (22:16). Le Goff donnerte den Ball zum Satzgewinn auf den Hallenboden (25:18).

Die „LüneHünen“ waren spätestens im zweiten Satz voll in ihrer Ausweich-Arena angekommen und lieferten dem Deutschen Meister einen harten Kampf. Wieselflink organisierte aber Rossard weiter die Berliner Defensive (8:8). Die BR Volleys konnten sich auf die Achse Zimmermann-Jendryk und weiterhin listige Aufschläge von Tuia verlassen (11:10, 15:14). White löste in dieser Phase seine schwierigen Aufgaben im Angriff und bereitete mit druckvollem Aufschlag den Weg für Tuias spektakulären Breakpunkt (20:18). Diesen kleinen Vorsprung münzte abschließend wieder Le Goff in die 2:0-Satzführung um (25:22).

Berlins Volleyballteam Nr. 1 blieb auch im dritten Satz die im Aufschlag überlegene Mannschaft. Tuia trieb das Spiel seiner Mannen immer wieder an, dazu zeigte sich White in der Annahme äußerst stabil. Le Goff punktete nun auch direkt mit dem Service (9:6). Dies wusste Schlien allerdings zu kontern und überraschte die BR Volleys ebenfalls mit seinen Sprungaufschlägen (12:13). Hin und her wog dieses Pokal-Halbfinale, wobei Zimmermann & Co eigentlich aussichtsreich vorn lagen (18:15, 23:22). Nach einem Abstimmungsfehler zwischen White und Rossard konnte aber letztlich die SVG den Satzrückstand verkürzen (24:26).

Nun wurde es in der stimmungsvollen Hamburger Arena schwer für die Gäste. Patch kassierte zwei Blocks gegen sich (5:8), sodass Kyle Russell für ihn ins Match kam. Jeder Punkt wurde vom Heimpublikum förmlich herbeigeschrien (9:13, 10:16). Der Satzausgleich war so nur eine Frage der Zeit und folgte nach knapp zwei Stunden Spielzeit (19:25). Ein dramatischer Tiebreak brachte also die Entscheidung und in dem knüpften die BR Volleys zunächst an ihre Tugenden Aufschlagdruck sowie Blockstärke an und lagen wieder aussichtsreich vorn (5:3, 10:7). Jendryks Block ließ aufatmen (12:9), aber Lüneburg kam wieder zurück (12:12). Schlien durchkreuzte den Weg der Berliner nach Mannheim und erwischte Rossard in der Annahme gleich zweimal spielentscheidend (13:15).

Zuspieler Jan Zimmermann haderte zurecht mit den hergeschenkten Führungen: „Wir haben lange vieles richtig gemacht, doch irgendwann ließ der Druck im Aufschlag Schritt für Schritt nach und die Lüneburger kamen in einen Flow. Dann geht beim Gegner plötzlich alles und sie spielen wie im Rausch. Bei 12:9 im Tiebreak treffen wir ein paar falsche Entscheidungen und die letzten beiden Aufschläge von Schlien stehen dann sinnbildlich für das Match.“ Das einzig Positive: Viel Zeit, über diesen „weiteren herben Rückschlag“, wie Zimmermann ihn nennt, nachzudenken, bleibt den BR Volleys nicht. Schon am Samstag (15. Dez um 19.00 Uhr) muss man bei den Netzhoppers SolWo Königspark KW bestehen und hofft weiterhin auf die Fan-Treue der BR Volleys Anhänger.

Christof Bernier

Bogachev verletzt sich schwer

Foto: Maximilian Franz

Nur zwei Tage vor dem DVV-Pokal-Halbfinale bei der SVG Lüneburg (13. Dez um 18.10 Uhr | CU Arena Hamburg) müssen die BR Volleys eine Hiobsbotschaft verkraften. Für Außenangreifer Egor Bogachev ist die Saison 2018/19 mit einer schweren Knieverletzung für sehr lange Zeit unterbrochen, im negativsten Fall sogar beendet.

„Egor hat sich während des Trainings eine Teilruptur des hinteren Kreuzbandes im rechten Knie zugezogen. Damit fällt er wahrscheinlich drei bis vier Monate aus“, überbringt PD Dr. Oliver Miltner denkbar schlechte Nachrichten aus der medizinischen Abteilung des Hauptstadtclubs. Der 21-jährige deutsche Nationalspieler wird jedoch zunächst nicht operiert und stattdessen von Teamarzt Miltner und dessen Kollegen konservativ behandelt.

Wie die BR Volleys auf diesen langfristigen Ausfall reagieren, lässt Geschäftsführer Kaweh Niroomand offen: „Für Egor, der zuletzt auf einem guten Weg war, tut es mir sehr leid. In unseren Kader reißt die Verletzung natürlich eine große Lücke, weil man eine Saison normalerweise mit vier Außenangreifern bestreiten muss. Wir werden prüfen, ob wir uns eine personelle Reaktion erlauben können und der Markt eine solche aktuell überhaupt hergibt.“

Christof Bernier

 

 

Ohne Chance in Österreich

0:3 (19:25, 22:25, 16:25) – so deutlich wie das Ergebnis war auch der Spielverlauf. Am Sonntagabend mussten die BR Volleys bei den Hypo Tirol AlpenVolleys Haching die dritte Niederlage der noch jungen Saison 18/19 einstecken. Der „Dämpfer“ in der Innsbrucker Olympiahalle deckte erneut die Baustellen im Spiel der Hauptstädter auf und lässt die Männer von Cheftrainer Cedric Enard auf Rang fünf der Bundesligatabelle abrutschen.

Die BR Volleys begannen in der Olympiahalle von Innsbruck zunächst konzentriert und nahezu fehlerfrei. Samuel Tuia, Moritz Reichert und Libero Dustin Watten hielten die Annahme zusammen und so konnte Jan Zimmermann seine weiteren Angreifer Nicolas Le Goff, Jeffrey Jendryk und Benjamin Patch immer wieder variabel in Szene setzen (4:2, 10:7). Ein erster Ball ins Aus von Reichert und ein Angriff von Tuia in den Block ließen die Gastgeber aber ins Spiels kommen (16:15). Plötzlich lief bei den Hauptstädtern nichts mehr zusammen und die selbstbewussten Alpenvolleys nutzten nun jede sich bietende Chance zu punkten (17:19, 18:22). Der bis dato sehr treffsichere Patch blieb im Hachinger Dreierblock hängen (19:24) und die Gastgeber legten vor (19:25).

Der Tabellenführer hatte auch im zweiten Satz weiter Oberwasser und mit Kirill Klets einen kaum zu stoppenden Diagonalangreifer (2:5, 7:12). Enard reagierte mit der Einwechslung von Georg Klein und Kapitän Sebastian Kühner. Ein Reichert-Ass und ein Le Goff-Block machten Hoffnung und mit nun besserer Block-Abwehr gelang kurzzeitig der Ausgleich (14:14). Aber das Heimteam von Cheftrainer Stefan Chrtiansky ließ sich nicht aus der Ruhe bringen und hatte in Danilo Gelinski einen raffinierten Ballverteiler, der auch im Service seine Klasse zeigte (19:22). Mit ihrer emotionalen Spielweise gewannen die Österreicher auch den zweiten Durchgang verdient (22:25).

Der mittlerweile wackelnden Annahme sollte im dritten Satz Adam White (für Reichert) Sicherheit geben. Mit dem Australier hielt man noch einmal dagegen (9:9), doch wieder musste Enard mit ansehen, wie sein Team den Faden verlor (10:16). Die Berliner fanden weiter kein Mittel, um die Hachinger entscheidend unter Druck zu setzen. 13 Fehlaufschläge zu nur einem Ass spiegelten eines der Probleme im BR Volleys Spiel wider. Einem letzten Aufbäumen von Kühner & Co (16:20) nahm Chrtiansky mit einer Auszeit den Wind aus den Segeln und ohne weiteren Punktgewinn nahmen die Dinge ihren Lauf. Der Matchball stand schließlich sinnbildlich für das gesamte Spiel: Außenangreifer De Leon legte den Ball abgezockt longline am Berliner Block vorbei und die Abwehr streckte sich vergebens (16:25).

„Uns hat es heute vielleicht an der letzten Aggressivität gefehlt. Haching hatte diesen Siegeswillen. Außerdem haben wir Diagonalangreifer Klets kaum in den Griff bekommen, zu viele leichte Fehler gemacht und ihr Zuspieler war ebenfalls sehr gut“, analysierte Mittelblocker Georg Klein das eindeutige Ergebnis. Vor den Berlinern liegen nun zehn spielfreie Tage, um die Niederlage aufzuarbeiten: „Wir müssen uns weiter alles im Training hart erarbeiten – an unserer Technik und dem Zusammenspiel feilen.“ Nachdem die BR Volleys in der Bundesliga nun die Spitzengruppe ziehen lassen mussten, möchte man am 13. Dezember in Hamburg gegen die SVG Lüneburg unbedingt ins Pokalfinale einziehen.

Stefan Bernier