BR Volleys – Beginn der Kür

Nachdem der VfB Friedrichshafen am Wochenende das Verfolgerduell gegen die Hypo Tirol AlpenVolleys Haching mit 3:1 für sich entschied, haben die BR Volleys Gewissheit: Der DVV-Pokalsieger geht schon vor dem Match bei den SWD powervolleys Düren (25. Feb um 18.30 Uhr) als Tabellenerster in die Playoffs 2020. Damit werden die verbleibenden vier Spiele in der Normalrunde zur Kür, was dem Siegeswillen der Berliner allerdings keinen Abbruch tut.

Die spielfreien BR Volleys – das Match gegen Düren wurde aufgrund der SPORT1 Free-TV-Übertragung auf Dienstag verlegt – konnten am Samstagabend von der Couch aus beobachten, wie die AlpenVolleys als bis dahin ärgste Verfolger das Topspiel des 18. Spieltags am Bodensee verloren. Damit sind die Berliner nun nicht mehr von der Tabellenspitze zu verdrängen. Zwar könnten die drei punktgleichen Teams aus Frankfurt, Haching und Friedrichshafen (alle 38 Zähler) noch mit dem Hauptstadtclub (50) gleichziehen, doch dann wird als nächstes Kriterium die Anzahl der Siege gewertet und hierbei liegen die ungeschlagenen Spitzenreiter mit 18 Erfolgen uneinholbar vorn.

Damit verfügen die BR Volleys jetzt garantiert über ein hohes Gut, welches ihnen in den letzten drei Jahren verwehrt blieb: Den Heimvorteil in den Playoffs. Zuletzt hatte nach der Hauptrunde dreimal in Folge der VfB unter Trainer Vital Heynen die Nase vorn. „In dieser Saison haben wir uns diese Ausgangsposition mit unseren Leistungen redlich verdient. Dass uns das schon jetzt keiner mehr nehmen kann, fühlt sich gut an. Wir können ohne Druck spielen, wollen aber unsere Siegesserie weiter aufrechterhalten“, sagt Mittelblocker Jeffrey Jendryk und lässt vor dem schnellen Wiedersehen mit Düren kein Gefühl von Spannungsabfall aufkommen.

Der 24-jährige US-Amerikaner weiß, dass die Powervolleys in ihrer Arena nach dem deutlichen Ergebnis im Pokalfinale ein anderes Gesicht zeigen wollen: „Düren wird darauf brennen, sich zu revanchieren, aber wir werden diese Challenge annehmen. Auswärts wird es sicher schwieriger, doch in unserem Spiel passt aktuell vieles und das wollen wir bestätigen.“ So war es auch im Endspiel von Mannheim, als man zwei Sätze eindrucksvoll aufspielte und die Rheinländer auch in Durchgang drei noch abschütteln konnte (25:12, 25:18, 25:22). Die Gastgeber werden im Rennen um die Playoff-Plätze nun vor ihrem Publikum garantiert um jeden Ball kämpfen, denn nach dem Sieg der Netzhoppers gegen Lüneburg am Wochenende ist Düren nur noch Achter und benötigt dringend Punkte, um die Playoff-Runde zur erreichen.

Cheftrainer Cedric Enard weiß das und macht für das Match klare Vorgaben: „Ich möchte von meiner Mannschaft wieder mehr taktische Disziplin sehen, so wie wir es im Pokalfinale umgesetzt haben. Das hat mir zuletzt gegen Kemerovo gefehlt. Wir haben nun nicht mehr diesen engen Spielrhythmus, also wird es in den kommenden Begegnungen die größte Herausforderung, die Spannung bis zum Playoff-Start hochzuhalten.“ Erschwerend kommt hinzu, dass die Berliner in der Arena Kreis Düren auf zwei Spieler verzichten müssen. Pierre Pujol fällt mit einem Knochenmarködem im linken Sprunggelenk voraussichtlich für zwei Wochen aus und Kyle Ensing konnte aus dringenden privaten Gründen nicht mit der Mannschaft ins Rheinland reisen. Doch auch der Gegenseite geht es nicht besser. Coach Stefan Falter fehlen mit Blair Bann, Lukas Maase und Niklas Seppänen wichtige Akteure. Dennoch dürfen sich die SPORT1-Zuschauer auf ein attraktives Spiel vor schöner Kulisse freuen, denn die Gastgeber werden ihre Arena mit einer besonderen Charity-T-Shirt-Aktion in ihre Vereinsfarben hüllen.

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

BR Volleys Pokalsieger 2020

Es ist vollbracht: Die Berlin Recycling Volleys sind zum fünften Mal DVV-Pokalsieger. In beeindruckender Manier sicherte sich der amtierende Deutsche Meister und Supercup-Gewinner auch den ersten Titel des neuen Jahrzehnts. Mit 3:0 (25:12, 25:18, 25:22) setzten sich die Berliner vor 10.689 Zuschauern in der Mannheimer SAP Arena gegen die SWD powervolleys Düren durch und gingen anschließend zur Jubelarie über.

Pünktlich zu diesem Endspiel kehrte Kapitän Moritz Reichert, der zuletzt nur von der Ersatzbank kam, in die Startaufstellung des Deutschen Meisters zurück und sollte es gemeinsam mit Jeffrey Jendryk, Nicolas Le Goff, Sergey Grankin, Benjamin Patch, Samuel Tuia und Libero Julian Zenger in Mannheim richten. Das erste Ausrufezeichen dieses Finals setzte Zuspieler Grankin mit einem spektakulären Block gegen Björn Andrae und direkt im Anschluss ließ Ben Patch ein Ass folgen (7:3). Eine Aufschlagserie von Reichert sowie die Blockstärke von Tuia und Jendryk stellte die Weichen deutlich auf Satzgewinn (16:7). Die Berliner zeigten ihre ganze Stärke in Aufschlag, Block und Angriff und entschieden den Auftaktsatz klar und deutlich mit 25:12 für sich.

Grankin eröffnete Satz zwei mit einer gekonnten Zuspielfinte und das Team aus der Hauptstadt gab weiter den Takt vor (8:6). Der leuchtende orange Fanblock der Berliner trieb die Mannschaft von Cedric Enard zu einer 82 % Angriffsquote (!) in diesem Durchgang. Auch die Achse Grankin-Patch funktionierte nun perfekt und die BR Volleys zogen auf 19:13 davon. Jendryk sorgte per Schnellangriff schließlich für die 2:0-Satzführung (25:18).

Düren konnte nun zulegen, aber die Berliner hielten mit konstant gutem Service von Tuia Schritt (5:5, 12:12). Wieder war es Patch, der für die Männer in Orange die wichtigen Punkte verbuchte (18:16). Die Powervolleys konnten die Annahme gegen Grankins Aufschläge nicht mehr halten und beim Zwischenstand von 21:17 konnte man sich im Fanblock allmählich auf den Siegerjubel in schwarz-orange einstellen. Ein Aufschlagfehler des Ex-Berliners Egor Bogachev machte die BR Volleys zum Pokalsieger 2020 (25:22). Letztlich griffen die Berliner mit 71 % Erfolgsquote an, setzten sieben Blocks und schlugen fünf Asse. Neben einem überragenden Sergey Grankin wurde Benjamin Patch mit 13 Punkten Topscorer.

Stimmen zum Spiel
Sergey Grankin: „Wir legen seit dem Jahreswechsel eine großartige Energie aufs Feld und heute haben wir es bis zum Ende durchgezogen. Es war eine ganz starke Mannschaftsleistung und mit dieser haben wir uns den Titel absolut verdient. Dieser Pokalsieg ist überragend, aber jetzt will ich auch den Hattrick aus Supercup, Pokal und Meisterschaft!“
Kaweh Niroomand: „Wir haben vom ersten Punkt an gezeigt, dass wir dieses Finale unbedingt für uns entscheiden wollen. Die Mannschaft hat in eindrucksvoller Manier sofort die mentale Hoheit gewonnen. Dazu haben Sergey und Moritz das Team überragend angeführt. Für uns ist ein solcher Titel einfach Goldwert, weil er unsere Marke nach vorn bringt. Wir wissen noch nicht, wie und wo, aber jetzt wird gefeiert!“

BR Volleys Formation
Moritz Reichert und Samuel Tuia (AA), Jeffrey Jendryk und Nicolas Le Goff (MB), Sergey Grankin (Z), Benjamin Patch (D) und Julian Zenger (L) | Eingewechselt: Cody Kessel, Kyle Ensing

Quelle: BR Volleys/Christoph Bernier


BR Volleys im Pokalfinale – Interview mit Kaweh Niroomand

Vor dem Endspiel am Sonntag, 16.02.2020 in Mannheim gegen die SWD powervolleys aus Düren zieht BR Volleys Geschäftsführer Kaweh Niroomand eine erste Bilanz des Saisonverlaufs und beschreibt, was der fünfte Pokalerfolg für den Verein bedeuten würde.

Kaweh, die Mannschaft hat national noch kein Match verloren, führt die Bundesliga-Tabelle an und steht am Sonntag im Pokalfinale. Da kann das Zwischenfazit vor dem Endspiel in Mannheim doch nur positiv ausfallen, oder?
Kaweh Niroomand: „Bisher können wir mit dem Saisonverlauf zufrieden sein. Eine derartige Serie haben wir in den nationalen Wettbewerben meines Wissens noch nie erreicht. Aber: Noch haben wir keinen der großen Titel gewonnen. Der Supercup-Erfolg war ein schönes Erlebnis, hat aber letztlich nicht den Stellenwert eines Pokalfinals. Am Sonntag zählt es. Danach können wir sagen, ob es bis hierhin eine ordentliche oder eine sehr gute Spielzeit war. Perfekt kann die Saison leider nicht mehr werden, hierfür hat mich unser Abschneiden in der CEV Champions League doch zu sehr enttäuscht. Wir hatten natürlich eine extrem schwierige Auslosung, aber ich habe unserer Mannschaft auch in dieser Gruppe etwas mehr zugetraut. Dafür hätten wir nach dem starken Auftaktsieg gegen Ljubljana jedoch im Rhythmus bleiben müssen. Stattdessen haben uns die Ausfälle von Ben, Samu und auch Nicolas aus der Erfolgsspur gebracht. Das hat uns vor Weihnachten zurückgeworfen und ist jetzt im Nachgang schon ziemlich ärgerlich.“

Du warst mit dem Team zuletzt in Ljubljana auf Champions-League-Reise. Wie hast Du die Atmosphäre in der Mannschaft vor dem Finale wahrgenommen?
Niroomand: „Obwohl wir mit dem Punktverlust nach zwei Sätzen rechnerisch bereits ausgeschieden waren, hat das Team eine gute Mentalität bewiesen. Die erste Sechs war an diesem Tag nicht voll da, aber die Spieler von der Bank haben mit einem unheimlichen Ehrgeiz das Match gedreht. Georg hat sich ein besonderes Lob verdient. Auch Pierre und Moritz haben ihre Ärmel hochgekrempelt und stark gespielt. Und Ljubljana ist ganz gewiss keine internationale Laufkundschaft. Einen solchen 0:2-Rückstand auswärts in der Champions League zu drehen, ist eindrucksvoll und zeigt, dass es in der Mannschaft stimmt. Die Atmosphäre ist also positiv.“

War diese Steigerung gegen Ljubljana auch ein Fingerzeig für Mannheim?
Niroomand: „Wie sagt man im Sport so schön: Es ist ein neues Spiel. Und das stimmt auch wirklich. Ein Finale um einen Titel vor mehr als 10.000 Zuschauern kann man damit nicht vergleichen. Mit dieser Drucksituation umzugehen, ist eine ganz andere Herausforderung.“

Welche Bedeutung hätte ein fünfter Pokaltitel für den Verein?
Niroomand: „Die Strahlkraft eines Pokalfinals ist riesig. Es schafft Öffentlichkeit, Aufmerksamkeit und damit Reichweite. Beispielsweise durch die TV-Live-Übertragung auf SPORT1 am Sonntagnachmittag. Ein besseres Marketing kann man als Verein kaum bekommen, deshalb sind wir glücklich, nach drei Jahren wieder dabei sein zu dürfen. Es ist auch für den Verband und die Liga immer wieder ein Prestigeprojekt. Da hört man gern, dass der Zuschauerzuspruch erneut gut ist. Für unsere Fans ist der Standort sicher nicht ideal, aber dennoch machen sich wieder viele BR Volleys Anhänger auf den weiten Weg. Dies wissen wir sehr zu schätzen! Wenn wir dann noch am Ende den Pokal holen könnten, wäre das für alle von uns eine großartige Sache. Für viele Spieler wäre es der erste Pokalerfolg, für einige sogar der erste Titel überhaupt. Unsere Mannschaft hat das ehrgeizige Ziel, solange wie nur möglich in Deutschland unbesiegt zu bleiben. Das ist zusätzlicher Ansporn.“

Wie schätzt Du den Finalgegner aus Düren ein? In der Liga fehlte es der Mannschaft zuletzt an Konstanz.
Niroomand: „Düren wurde leider von Verletzungen und Krankheiten zurückgeworfen. Viele, auch ich, hatten die Mannschaft vor der Saison für eine deutlich bessere Platzierung auf dem Zettel. Das hat aber für Sonntag nichts zu sagen, wenn man sich allein anschaut, wer dort für Düren alles auf dem Parkett steht. Dieses Team ist erfahren und wird ‚Sekt oder Selters‘ spielen. Wir müssen höllisch aufpassen!“

Hast Du noch einen besonderen Wunsch für Sonntag?
Niroomand: „Es wäre natürlich wunderbar, wenn wir pünktlich zu unserem nächsten Heimspiel am 15. März gegen Friedrichshafen ein neues Titelbanner in der Max-Schmeling-Halle enthüllen könnten.“

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

BR Volleys distanzieren Verfolger

Sieg im Spitzenspiel: Die BR Volleys rangen am Donnerstagabend, 23.01.2020 den Tabellendritten Hypo Tirol AlpenVolleys Haching mit 3:1 (25:15, 21:25, 25:21, 25:20) nieder und bauten so ihre Tabellenführung in der Volleyball Bundesliga aus. Vor 4.098 Zuschauern in der Max-Schmeling-Halle wurde Moritz Reichert mit 19 Punkten Topscorer und Benjamin Patch sowie Samuel Tuia feierten umjubelte Comebacks nach ihren Verletzungspausen.

Der wiedergenesene Cedric Enard konnte erstmals seit Mitte Dezember wieder auf einen vollständigen Kader zurückgreifen und vertraute zu Beginn auf Kapitän Moritz Reichert, Cody Kessel, Jeffrey Jendryk, Nicolas Le Goff, Kyle Ensing, Sergey Grankin und Libero Julian Zenger. Die Gäste aus Haching erwischten aber den besseren Start in dieses Spitzenspiel und lagen bis zur Mitte des Satzes vorne (12:14). Danach übernahm der Deutsche Meister die Kontrolle über das Spiel, beim Stand von 16:15 ging der starke Le Goff an die Servicelinie – und führte sein Team, das sich nun auch deutlich verbessert in Block-Abwehr zeigte, mit neun Aufschlägen in Folge (!) zum Satzgewinn (25:15).

Dass der zweite Durchgang durch einen Aufschlagfehler der BR Volleys beendet wurde, steht sinnbildlich für den Verlauf dieses Satzes: Mit neun Fehlern war die Eigenfehlerquote auf Seiten der Hauptstädter deutlich zu hoch. Dies nutzte der Tabellendritte aus Bayern souverän zum Satzausgleich (21:25). Im Anschluss blieb das Duell zerfahren, meist waren es allerdings die Hachinger, die ihre leichte Führung verteidigen konnten (12:14). Nachdem Samuel Tuia schon im zweiten Satz ein kurzes Comeback nach ausgestandener Wadenverletzung feierte, brandete großer Jubel bei der Einwechslung von Benjamin Patch auf. Ein weiterer Wechsel trug schließlich entscheidend zum Ausgang des Satzes bei: Pierre Pujol schlug ein Ass zum 23:21, danach brachten die Berliner den Durchgang sicher ins Ziel (25:21).

Patch blieb auf dem Court und fügte sich mit 73% Angriffsquote schnell wieder ins Spiel der BR Volleys ein. Den letzten Widerstand der Gäste brach der Tabellenführer dieses Mal mit Cody Kessel an der Aufschlaglinie schon zu Beginn des vierten Satzes (10:4). Der später als MVP ausgezeichnete Nicolas Le Goff krönte schlussendlich seine Leistung und verwandelte den dritten Matchball mit einem krachenden Angriff (25:20).

Stimmen zum Spiel
Cedric Enard: „Es ist einfach, die Mannschaft für solche Spiele zu motivieren. Wir haben eine gute Partie gezeigt und unsere Tabellenposition gesichert. Nicos Aufschlagserie hat im ersten Satz den Unterschied ausgemacht. Vor dem Duell am Dienstag war das genau der richtige Gegner, wir können uns aber weiter in der Block-Abwehr steigern.“
Benjamin Patch: „Es hat mich unheimlich gefreut, wieder mit der Mannschaft auf dem Court stehen zu können. Das habe ich sehr vermisst. Aber ich darf nicht zu euphorisch werden und muss weiter auf meinen Körper hören. Die Chemie zwischen dem Publikum und uns hat heute einmal mehr gestimmt. Gegen Fakel benötigen wir genau das und noch mehr. Die Russen haben gerade erst Zenit Kazan besiegt. Wenn wir dieses Team schlagen können, dann hier in Berlin.“

BR Volleys Formation
Moritz Reichert und Cody Kessel (AA), Jeffrey Jendryk und Nicolas Le Goff (MB), Sergey Grankin (Z), Kyle Ensing (D) und Julian Zenger (L) | Eingewechselt: Georg Klein, Samuel Tuia, Benjamin Patch, Pierre Pujol

Topwerte
Moritz Reichert 19 Punkte (3 Blocks) | Cody Kessel 11 Punkte (2 Blocks) | Kyle Ensing 10 Punkte

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier



Weiter ungeschlagen in der Bundesliga

Auch ohne ihren Cheftrainer Cedric Enard gewannen die BR Volleys am Sonntagabend, 19.01.2020 bei den Helios Grizzlys Giesen mit 3:0 (25:16, 25:23, 25:16). Vor einer schönen Kulisse von 2.311 Zuschauern zeigten die Berliner ein überzeugendes Spiel, bei dem Kyle Ensing (17 Punkte) und Sergey Grankin (siebte MVP-Medaille der Saison) aus einer starken Teamleistung herausstachen.

Lucio Oro vertrat seinen krankheitsbedingt in Berlin ans Bett gefesselten Cheftrainer Cedric Enard an der Seitenlinie und schickte Moritz Reichert, Cody Kessel, Nicolas Le Goff, Jeffrey Jendryk, Sergey Grankin, Kyle Ensing und Julian Zenger in Hildesheim auf den Court. Die Berliner knüpften an ihren starken Endspurt gegen die Netzhoppers vom Donnerstag an und zeigten sich in allen Elementen druckvoll. Als Le Goff im Block punktete, waren die Hauptstädter bereits mit 8:3 vorn. Konzentriert verteidigten die Gäste ihre Führung (15:10) und nach einem Schnellangriff von Jendryk war der Auftaktsatz entschieden (25:16).

Allen voran Kyle Ensing war gut aufgelegt, steuerte auch im zweiten Satz Punkt für Punkt bei und sorgte dafür, dass der lautstarke Gästeblock unter den 2.300 Zuschauern in der Hildesheimer Arena regelmäßig jubeln durfte. Doch den zweiten Satz konnten die Gastgeber ausgeglichen gestalten (10:12, 16:14). Moritz Reichert & Co konnten sich nicht entscheidend absetzen (22:22), bis der Block von Ensing und Le Goff im richtigen Moment stand (24:22). Anschließend verwandelte der französische Mittelblocker den zweiten Satzball (25:23). Auch den längsten Ballwechsel des Tages entschieden die Berliner für sich (5:4) und gaben in Satz drei weiter den Ton an. Grankin setzte seine Nebenleute weiter perfekt in Szene (13:6, 17:10) und als auch noch Reicherts Aufschlag von der Netzkante ins Giesener Feld tropfte, standen neun Matchbälle zu Buche. Im zweiten Anlauf beendete wieder ein Mittelbocker, diesmal Jendryk, den Satz und das Match (25:16).

Stimmen zum Spiel
Lucio Oro: „Wir haben im Allgemeinen gut gespielt. Im zweiten Satz hat unsere Annahme etwas geschwächelt, dadurch haben wir es uns schwer gemacht. Aber die gesamte Mannschaft hat sich gesteigert und besonders Kyle Ensing war stark. Sergey hat alle Möglichkeiten ausgeschöpft und wir haben über alle Positionen hochprozentig gepunktet.“

Moritz Reichert: „Es war wichtig, dass wir heute gegenüber dem Spiel am Donnerstag konzentrierter zu Werke gehen. Das hat gut funktioniert und so war es ein souveräner Sieg. Der Aufschlag hat den Unterschied gemacht. Man braucht diesen Servicedruck um Gegner wie Giesen zu dominieren. Die Tendenz ist aufsteigend und wir wollen nun gegen die AlpenVolleys zuhause nachlegen.“

BR Volleys Formation
Cody Kessel und Moritz Reichert (AA), Jeffrey Jendryk und Nicolas Le Goff (MB), Sergey Grankin (Z), Kyle Ensing (D) und Julian Zenger (L) | Eingewechselt: Georg Klein, Pierre Pujol, JT Hatch

Christof Bernier









Derby zum Jahresauftakt

Die Weihnachts- und Länderspielpause ist vorüber und das BR Volleys Team geht voller Elan in das neue Jahrzehnt. Trotz der Nachwehen von Verletzungspech und Olympia-Qualifikation wollen die Hauptstädter den Schwung aus einer Hinrunde ohne Niederlage mitnehmen und am Donnerstag (16. Jan um 19.00 Uhr) in ihrer heimischen Max-Schmeling-Halle gegen die Netzhoppers KW-Bestensee erfolgreich ins Jahr 2020 starten. Das Berlin-Brandenburg-Derby wird mit Robert Kromm als TV-Experte live auf SPORT1 zu sehen sein.

Mit Nicolas Le Goff kehrte Anfang der Woche zumindest ein Akteur mit breitem Lächeln vom olympischen Qualifikationsturnier zurück ins BR Volleys Training. Der Mittelblocker präsentierte sich im Nationaltrikot in Topform und hatte speziell im Finale gegen Deutschland maßgeblichen Anteil daran, dass die Franzosen das letzte und begehrte Olympia-Ticket nach Tokio lösten – zum Leidwesen seiner beiden Vereinskollegen Moritz Reichert und Julian Zenger, deren Olympia-Traum platzte. Entsprechend trainingsfreie Zeit räumte Coach Cedric Enard seinen Schützlingen nach Ende des Turniers ein: „Es war insbesondere mental für alle Teams eine intensive Woche. Da bedurfte es der nötigen Erholung“, erklärt der 43-jährige Franzose.

Ebenfalls noch in der Erholungs- oder besser Genesungsphase befinden sich Samuel Tuia (Muskelfaserriss) und Benjamin Patch (Achillessehnenanriss) nach ihren Verletzungen. Die Beiden trainieren zwar punktuell wieder mit der Mannschaft und erhöhen sukzessive die Intensität, ein Einsatz zum Rückrundenauftakt am Donnerstagabend dürfte jedoch zu früh kommen. „Es ist nicht sinnvoll, hier ein Risiko einzugehen“, weiß Enard, dass er sich auf sein übriges Personal verlassen kann. Mit diesem arbeitet der Coach nach den zehn freien Tagen zum Jahreswechsel seit dem 02. Januar wieder im Training. „Jeder hat die Zeit genossen und Kraft für die nun anstehenden Herausforderungen getankt. Wir wollen gegen die Netzhoppers gut zurück in die Bundesliga kommen und danach warten auch schon schwierige Aufgaben in der Champions League und natürlich ist auch das Pokalfinale bereits in Sichtweite.“

Die erste Prüfung wird dabei das dritte Derby dieser Saison gegen die „Randberliner“ sein (3:1 in der Liga, 3:0 im Pokal). Die Nachbarn aus Brandenburg durchlebten bislang eine durchwachsene Spielzeit. Mit fünf Punkten Rückstand auf den letzten Playoff-Platz gehen die Königs Wusterhausener in den zweiten Teil der Hauptrunde. Der TV Rottenburg ist der Kontrahent, den die Schützlinge von Coach Mirko Culic gern noch abfangen würden, dabei darf der Blick nach hinten allerdings nicht außer Acht gelassen werden. Denn die Heitec Volleys Eltmann, die trotz der Eröffnung eines Insolvenzverfahrens weiterhin am VBL-Spielbetrieb teilnehmen, rangieren als Tabellenletzter nur drei Punkte hinter den Netzhoppers. Vor dem Jahreswechsel setzte es zwei knappe Tiebreak-Niederlagen gegen Rottenburg und auswärts in Herrsching. So eng soll es nach Enard im freundschaftlichen Derby am Donnerstag nicht zugehen: „Drei Punkte sind unser Ziel.“  

Christof Bernier



Cedric Enard wird Nationaltrainer Estlands

BR Volleys Trainer Cedric Enard übernimmt im Jahr 2020 erstmals hauptverantwortlich ein Nationalteam. Neben seiner Tätigkeit beim Deutschen Meister wird der 43-jährige Franzose in Zukunft die Mannschaft Estlands leiten. Mit seinem neuen Engagement im Baltikum endet auch seine Rolle als Assistenztrainer Frankreichs mit sofortiger Wirkung.

Am Sonntagabend (29. Dezember 2019) wurde Cedric Enard in Tallinn als neuer Nationaltrainer vorgestellt. Mit einem Zweijahresvertrag ausgestattet wird der Franzose die Esten ab sofort auf die Europameisterschaft 2021 im eigenen Land vorbereiten. „Ich bin sehr glücklich über diesen neuen Schritt in meiner Trainerkarriere. Der estnische Volleyball-Verband hat sich ungemein um mich bemüht. Mit der Heim-EM haben wir eine für den Verband wichtige Großveranstaltung vor uns, für die wir uns in den nächsten beiden Jahren bestmöglich in Form bringen wollen“, geht Enard seine neue Aufgabe mit großem Elan an.

„Wir freuen uns, dass Cedric dieses Vertrauen geschenkt wird. Es ist eine Anerkennung für seine Arbeit und die Tätigkeit wird ihn in seiner Entwicklung als Coach sicher noch weiter voranbringen“, zeigt sich BR Volleys Geschäftsführer Kaweh Niroomand erfreut über den neuen Job des Berliner Meistertrainers. Weil Enards Engagement bei den Esten 2020 direkt beginnt, wird er bei der Olympia-Qualifikation in Berlin (05. bis 10. Jan) nicht mehr als Co-Trainer der französischen Auswahl mit an der Seitenlinie stehen. Das erste Turnier, das Cedric Enard mit seinem neuen Nationalteam bestreiten wird, ist die European Volleyball League im Sommer, welche die Esten im Jahr 2018 gewinnen konnten.

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

Duell der Meister geht an Russland

Der Russische Champion erwies sich am Mittwochabend (18. Dez) als zu stark für die BR Volleys: Die Berliner verloren das Duell mit Kuzbass Kemerovo mit 1:3 (17:25, 23:25, 25:19, 19:25). Vor lautstarken 4.311 Zuschauern lief das Spiel des Deutschen Meisters nur im dritten Satz flüssig. Nach der zweiten Niederlage im dritten Champions League-Spiel bleiben die Hauptstädter in der Gruppe B auf Platz drei.

Der wiedergenesene Kyle Ensing rückte in die Startformation, konnte aber einen frühen Rückstand der Männer in Orange nicht verhindern. Der Russische Meister, dessen Star-Diagonalangreifer Victor Poletaev nicht mehr rechtzeitig für das Duell in Berlin fit wurde, zeigte von Beginn an, dass er auch kurz vor Weihnachten keine Geschenke an die Gastgeber verteilen wollte. Mehrere Asse stellten die Weichen früh auf einen Satzgewinn (6:10, 10:19), danach spielte Kemerevo die körperliche Überlegenheit in Block und Angriff souverän aus (17:25). Kuzbass knüpfte im folgenden Durchgang nahtlos an diese Leistung an (4:7). Die Hauptstädter wehrten sich nach Kräften, konnte den Rückstand zunächst aber nie entscheidend verkürzen (15:18). Erst zwei krachende Einerblocks von Ensing und Sergey Grankin ließen bei den Fans im Volleyballtempel noch einmal Hoffnung auf ein Comeback aufkeimen, zum Satzgewinn reichte es aber denkbar knapp nicht mehr (23:25).

Auch im dritten Satz verschliefen die BR Volleys den Start (3:7), im Gegensatz zu den vorherigen Durchgängen gelang es den Berlinern aber dieses Mal, die Lücke schnell wieder zu schließen (10:10). Ein weiterer Einerblock, dieses Mal von Kessel, sorgte für die erste Führung der Gastgeber, welche die Berliner im Anschluss nicht mehr aus der Hand gaben. Ein Missverständnis auf gegnerischer Seite führte zum umjubelten Satzgewinn (25:19). Trotz verheißungsvollem Beginn (10:7) von Satz Nummer vier glichen die Russen mit einer starken Aufschlagsserie von Außenangreifer Anton Karpukhov aus und gingen selbst in Führung (14:10). Angeführt von ihrem Topscorer und MVP des Spiels Karpukhov (18 Punkte) ließ Kemerovo nun nichts mehr anbrennen, entschied den Satz (19:25) und damit das Spiel für sich (1:3).

Stimme zum Spiel:

Kaweh Niroomand: „Ich bin nicht unzufrieden mit der Leistung des Teams. Bei 10:7 im vierten Satz geht ein Block um Zentimeter ins Aus, dann läuft es vielleicht anders. Wenn wir da kontrollierter reagieren und uns nicht einen Wassereimer über den Kopf laufen lassen, wäre vielleicht mehr drin gewesen. Jetzt wird es schwer. Wir müssen darauf setzen, dass sich die anderen Mannschaften gegenseitig die Punkte wegnehmen.“

BR Volleys Formation
Moritz Reichert und Samuel Tuia (AA), Jeffrey Jendryk und Nicolas Le Goff (MB), Sergey Grankin (Z), Kyle Ensing (D) und Julian Zenger (L) | Eingewechselt: Pierre Pujol, Cody Kessel, JT Hatch, Georg Klein

Topwerte
Kyle Ensing 16 Punkte | Moritz Reichert 13 Punkte | Jeffrey Jendryk 10 Punkte (3 Blocks)

Quelle: Christof Bernier

AUF NACH MANNHEIM!

Nach drei langen Jahren sind die BR Volleys zurück in Mannheim – und dort steppt der Berliner Bär! Was gäbe es Schöneres, als gemeinsam mit einem Titel in das neue Jahrzehnt zu starten?! Wer das BR Volleys Team am 16. Februar 2020 zur größten Volleyball-Party Deutschlands in der 12.000 Zuschauer fassenden SAP Arena begleiten möchte, kann sich ab sofort die Fanpakete sichern!

Das Pokalfinale von Mannheim ist Jahr für Jahr DAS Volleyball-Happening hierzulande! Zweimal kamen die BR Volleys in den Genuss, dies miterleben zu dürfen. 2016 wurde gegen Bühl der Pokalfluch gebrochen (3:0) und 2017 musste man sich Friedrichshafen geschlagen geben (1:3). Ob im Erfolgs- oder Misserfolgsfall, die BR Volleys Fans standen jedesmal voll hinter ihrem Team und darauf setzt der Hauptstadtclub auch im Jahr 2020. Dieses Mal sind die SWD powervolleys Düren um die Ex-Berliner Egor Bogachev, Björn Andrae sowie Tim Broshog die Gegner. Beide Fanlager verbindet eine enge Freundschaft, welche zusätzlich für prickelnde Atmosphäre sorgen wird. Nichtsdestotrotz wollen die Berliner den Court am 16. Februar als Sieger verlassen und streben nach dem fünften Pokalsieg der Vereinsgeschichte.

Quelle: BR Volleys

Weite Reisen in der Champions League

Die Berlin Recycling Volleys bekommen es in der Gruppenphase der CEV Champions League Volley 2020 mit zwei russischen Spitzenmannschaften sowie dem slowenischen Meister zu tun. Bei der Auslosung in der bulgarischen Hauptstadt Sofia war das Losglück am Freitagabend (25. Okt) nur bedingt mit den Berlinern, die sich in Gruppe D nun mit Kuzbass Kemerovo (RUS), Ach Volley Ljubljana (SLO) und Fakel Novy-Urengoy (RUS) messen werden.

Wie schon im Vorjahr müssen sich die BR Volleys in einer meisterlichen Gruppe mit drei nationalen Champions behaupten. Kuzbass Kemerovo entthronte in der vergangenen Saison überraschend Zenit Kazan in der russischen SuperLiga und wurde erstmals Meister. Ach Volley Ljubljana ist der Seriensieger aus Slowenien (15 Titel in Folge) und regelmäßiger Gast in der Königsklasse. Hinzukommt mit Fakel Novy-Urengoy, bei denen der Ex-Berliner Erik Shoji im Kader steht, der starke Drittplatzierte aus Russland. Für die Berliner geht es somit zweimal nach Sibirien.  

„Sportlich und organisatorisch ist das eine wirklich harte Gruppe. Die zwei russischen Teams sind die Favoriten, aber wir werden um unsere Chance kämpfen. Wir haben alles gegeben, um wieder in der Champions League mitzuspielen. Deshalb wollen wir auch das Optimum herausholen. Die langen Reisen tun bei der Mehrfachbelastung natürlich besonders weh. Also sagen wir mal so: Es hätte besser kommen können“, fällt das Resümee von Cheftrainer Cedric Enard verhalten aus.

Die zwei Russland-Experten im BR Volleys Team, Sergey Grankin und Samuel Tuia (2011 bis 2013 bei Kemerovo) sind sich einig, dass es ein schwerer Gang in Gruppe B wird. „Unschlagbar sind diese Gegner nicht, aber da kommen zwei absolute Spitzenmannschaften auf uns zu. Beide waren zuletzt nicht in der Champions League und dort wird eben anders gespielt. Vielleicht kann das ein kleiner Vorteil sein“, so Grankin, der 14 Jahre in der russischen Liga aktiv war. Tuia gibt einen Ausblick, was den Deutschen Meister in Kemerovo erwartet: „Das ist eine Arena mit 2.000 bis 3.000 Zuschauern, in der es richtig laut ist. Die Halle ist fast immer voll. Ich kann aus Erfahrung sagen, das sind zwei wirklich unliebsame Reisewege, die uns da bevorstehen. Für die Fans in Berlin sind das aber definitiv sehenswerte Teams!“

Beginnen werden die BR Volleys ihre Königsklassen-Saison daheim gegen die Slowenen aus Ljubljana (03./04./05. Dez). Dann folgt der Abflug nach Novy Urengoy ins nördliche Westsibirien (10./11./12. Dez). Vor Weihnachten spielen schließlich die russischen Meister aus Kemerovo im Volleyballtempel vor (17./18./19. Dez). Die weiteren Matches der Gruppenphase finden im Januar 2020 statt. Die Termine werden nun schnellstmöglich fixiert. Tickets sind dann erhältlich.

Der zweite deutsche Vertreter aus Friedrichshafen trifft derweil in Gruppe E auf Zaksa Kedzierzyn-Kozle (POL), Knack Roeselare (BEL) und einen noch zu ermittelnden Qualifikanten.

Quelle: Christof Bernier/BR Volleys