BR Volleys distanzieren Verfolger

Sieg im Spitzenspiel: Die BR Volleys rangen am Donnerstagabend, 23.01.2020 den Tabellendritten Hypo Tirol AlpenVolleys Haching mit 3:1 (25:15, 21:25, 25:21, 25:20) nieder und bauten so ihre Tabellenführung in der Volleyball Bundesliga aus. Vor 4.098 Zuschauern in der Max-Schmeling-Halle wurde Moritz Reichert mit 19 Punkten Topscorer und Benjamin Patch sowie Samuel Tuia feierten umjubelte Comebacks nach ihren Verletzungspausen.

Der wiedergenesene Cedric Enard konnte erstmals seit Mitte Dezember wieder auf einen vollständigen Kader zurückgreifen und vertraute zu Beginn auf Kapitän Moritz Reichert, Cody Kessel, Jeffrey Jendryk, Nicolas Le Goff, Kyle Ensing, Sergey Grankin und Libero Julian Zenger. Die Gäste aus Haching erwischten aber den besseren Start in dieses Spitzenspiel und lagen bis zur Mitte des Satzes vorne (12:14). Danach übernahm der Deutsche Meister die Kontrolle über das Spiel, beim Stand von 16:15 ging der starke Le Goff an die Servicelinie – und führte sein Team, das sich nun auch deutlich verbessert in Block-Abwehr zeigte, mit neun Aufschlägen in Folge (!) zum Satzgewinn (25:15).

Dass der zweite Durchgang durch einen Aufschlagfehler der BR Volleys beendet wurde, steht sinnbildlich für den Verlauf dieses Satzes: Mit neun Fehlern war die Eigenfehlerquote auf Seiten der Hauptstädter deutlich zu hoch. Dies nutzte der Tabellendritte aus Bayern souverän zum Satzausgleich (21:25). Im Anschluss blieb das Duell zerfahren, meist waren es allerdings die Hachinger, die ihre leichte Führung verteidigen konnten (12:14). Nachdem Samuel Tuia schon im zweiten Satz ein kurzes Comeback nach ausgestandener Wadenverletzung feierte, brandete großer Jubel bei der Einwechslung von Benjamin Patch auf. Ein weiterer Wechsel trug schließlich entscheidend zum Ausgang des Satzes bei: Pierre Pujol schlug ein Ass zum 23:21, danach brachten die Berliner den Durchgang sicher ins Ziel (25:21).

Patch blieb auf dem Court und fügte sich mit 73% Angriffsquote schnell wieder ins Spiel der BR Volleys ein. Den letzten Widerstand der Gäste brach der Tabellenführer dieses Mal mit Cody Kessel an der Aufschlaglinie schon zu Beginn des vierten Satzes (10:4). Der später als MVP ausgezeichnete Nicolas Le Goff krönte schlussendlich seine Leistung und verwandelte den dritten Matchball mit einem krachenden Angriff (25:20).

Stimmen zum Spiel
Cedric Enard: „Es ist einfach, die Mannschaft für solche Spiele zu motivieren. Wir haben eine gute Partie gezeigt und unsere Tabellenposition gesichert. Nicos Aufschlagserie hat im ersten Satz den Unterschied ausgemacht. Vor dem Duell am Dienstag war das genau der richtige Gegner, wir können uns aber weiter in der Block-Abwehr steigern.“
Benjamin Patch: „Es hat mich unheimlich gefreut, wieder mit der Mannschaft auf dem Court stehen zu können. Das habe ich sehr vermisst. Aber ich darf nicht zu euphorisch werden und muss weiter auf meinen Körper hören. Die Chemie zwischen dem Publikum und uns hat heute einmal mehr gestimmt. Gegen Fakel benötigen wir genau das und noch mehr. Die Russen haben gerade erst Zenit Kazan besiegt. Wenn wir dieses Team schlagen können, dann hier in Berlin.“

BR Volleys Formation
Moritz Reichert und Cody Kessel (AA), Jeffrey Jendryk und Nicolas Le Goff (MB), Sergey Grankin (Z), Kyle Ensing (D) und Julian Zenger (L) | Eingewechselt: Georg Klein, Samuel Tuia, Benjamin Patch, Pierre Pujol

Topwerte
Moritz Reichert 19 Punkte (3 Blocks) | Cody Kessel 11 Punkte (2 Blocks) | Kyle Ensing 10 Punkte

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier



Weiter ungeschlagen in der Bundesliga

Auch ohne ihren Cheftrainer Cedric Enard gewannen die BR Volleys am Sonntagabend, 19.01.2020 bei den Helios Grizzlys Giesen mit 3:0 (25:16, 25:23, 25:16). Vor einer schönen Kulisse von 2.311 Zuschauern zeigten die Berliner ein überzeugendes Spiel, bei dem Kyle Ensing (17 Punkte) und Sergey Grankin (siebte MVP-Medaille der Saison) aus einer starken Teamleistung herausstachen.

Lucio Oro vertrat seinen krankheitsbedingt in Berlin ans Bett gefesselten Cheftrainer Cedric Enard an der Seitenlinie und schickte Moritz Reichert, Cody Kessel, Nicolas Le Goff, Jeffrey Jendryk, Sergey Grankin, Kyle Ensing und Julian Zenger in Hildesheim auf den Court. Die Berliner knüpften an ihren starken Endspurt gegen die Netzhoppers vom Donnerstag an und zeigten sich in allen Elementen druckvoll. Als Le Goff im Block punktete, waren die Hauptstädter bereits mit 8:3 vorn. Konzentriert verteidigten die Gäste ihre Führung (15:10) und nach einem Schnellangriff von Jendryk war der Auftaktsatz entschieden (25:16).

Allen voran Kyle Ensing war gut aufgelegt, steuerte auch im zweiten Satz Punkt für Punkt bei und sorgte dafür, dass der lautstarke Gästeblock unter den 2.300 Zuschauern in der Hildesheimer Arena regelmäßig jubeln durfte. Doch den zweiten Satz konnten die Gastgeber ausgeglichen gestalten (10:12, 16:14). Moritz Reichert & Co konnten sich nicht entscheidend absetzen (22:22), bis der Block von Ensing und Le Goff im richtigen Moment stand (24:22). Anschließend verwandelte der französische Mittelblocker den zweiten Satzball (25:23). Auch den längsten Ballwechsel des Tages entschieden die Berliner für sich (5:4) und gaben in Satz drei weiter den Ton an. Grankin setzte seine Nebenleute weiter perfekt in Szene (13:6, 17:10) und als auch noch Reicherts Aufschlag von der Netzkante ins Giesener Feld tropfte, standen neun Matchbälle zu Buche. Im zweiten Anlauf beendete wieder ein Mittelbocker, diesmal Jendryk, den Satz und das Match (25:16).

Stimmen zum Spiel
Lucio Oro: „Wir haben im Allgemeinen gut gespielt. Im zweiten Satz hat unsere Annahme etwas geschwächelt, dadurch haben wir es uns schwer gemacht. Aber die gesamte Mannschaft hat sich gesteigert und besonders Kyle Ensing war stark. Sergey hat alle Möglichkeiten ausgeschöpft und wir haben über alle Positionen hochprozentig gepunktet.“

Moritz Reichert: „Es war wichtig, dass wir heute gegenüber dem Spiel am Donnerstag konzentrierter zu Werke gehen. Das hat gut funktioniert und so war es ein souveräner Sieg. Der Aufschlag hat den Unterschied gemacht. Man braucht diesen Servicedruck um Gegner wie Giesen zu dominieren. Die Tendenz ist aufsteigend und wir wollen nun gegen die AlpenVolleys zuhause nachlegen.“

BR Volleys Formation
Cody Kessel und Moritz Reichert (AA), Jeffrey Jendryk und Nicolas Le Goff (MB), Sergey Grankin (Z), Kyle Ensing (D) und Julian Zenger (L) | Eingewechselt: Georg Klein, Pierre Pujol, JT Hatch

Christof Bernier









Derby zum Jahresauftakt

Die Weihnachts- und Länderspielpause ist vorüber und das BR Volleys Team geht voller Elan in das neue Jahrzehnt. Trotz der Nachwehen von Verletzungspech und Olympia-Qualifikation wollen die Hauptstädter den Schwung aus einer Hinrunde ohne Niederlage mitnehmen und am Donnerstag (16. Jan um 19.00 Uhr) in ihrer heimischen Max-Schmeling-Halle gegen die Netzhoppers KW-Bestensee erfolgreich ins Jahr 2020 starten. Das Berlin-Brandenburg-Derby wird mit Robert Kromm als TV-Experte live auf SPORT1 zu sehen sein.

Mit Nicolas Le Goff kehrte Anfang der Woche zumindest ein Akteur mit breitem Lächeln vom olympischen Qualifikationsturnier zurück ins BR Volleys Training. Der Mittelblocker präsentierte sich im Nationaltrikot in Topform und hatte speziell im Finale gegen Deutschland maßgeblichen Anteil daran, dass die Franzosen das letzte und begehrte Olympia-Ticket nach Tokio lösten – zum Leidwesen seiner beiden Vereinskollegen Moritz Reichert und Julian Zenger, deren Olympia-Traum platzte. Entsprechend trainingsfreie Zeit räumte Coach Cedric Enard seinen Schützlingen nach Ende des Turniers ein: „Es war insbesondere mental für alle Teams eine intensive Woche. Da bedurfte es der nötigen Erholung“, erklärt der 43-jährige Franzose.

Ebenfalls noch in der Erholungs- oder besser Genesungsphase befinden sich Samuel Tuia (Muskelfaserriss) und Benjamin Patch (Achillessehnenanriss) nach ihren Verletzungen. Die Beiden trainieren zwar punktuell wieder mit der Mannschaft und erhöhen sukzessive die Intensität, ein Einsatz zum Rückrundenauftakt am Donnerstagabend dürfte jedoch zu früh kommen. „Es ist nicht sinnvoll, hier ein Risiko einzugehen“, weiß Enard, dass er sich auf sein übriges Personal verlassen kann. Mit diesem arbeitet der Coach nach den zehn freien Tagen zum Jahreswechsel seit dem 02. Januar wieder im Training. „Jeder hat die Zeit genossen und Kraft für die nun anstehenden Herausforderungen getankt. Wir wollen gegen die Netzhoppers gut zurück in die Bundesliga kommen und danach warten auch schon schwierige Aufgaben in der Champions League und natürlich ist auch das Pokalfinale bereits in Sichtweite.“

Die erste Prüfung wird dabei das dritte Derby dieser Saison gegen die „Randberliner“ sein (3:1 in der Liga, 3:0 im Pokal). Die Nachbarn aus Brandenburg durchlebten bislang eine durchwachsene Spielzeit. Mit fünf Punkten Rückstand auf den letzten Playoff-Platz gehen die Königs Wusterhausener in den zweiten Teil der Hauptrunde. Der TV Rottenburg ist der Kontrahent, den die Schützlinge von Coach Mirko Culic gern noch abfangen würden, dabei darf der Blick nach hinten allerdings nicht außer Acht gelassen werden. Denn die Heitec Volleys Eltmann, die trotz der Eröffnung eines Insolvenzverfahrens weiterhin am VBL-Spielbetrieb teilnehmen, rangieren als Tabellenletzter nur drei Punkte hinter den Netzhoppers. Vor dem Jahreswechsel setzte es zwei knappe Tiebreak-Niederlagen gegen Rottenburg und auswärts in Herrsching. So eng soll es nach Enard im freundschaftlichen Derby am Donnerstag nicht zugehen: „Drei Punkte sind unser Ziel.“  

Christof Bernier



Cedric Enard wird Nationaltrainer Estlands

BR Volleys Trainer Cedric Enard übernimmt im Jahr 2020 erstmals hauptverantwortlich ein Nationalteam. Neben seiner Tätigkeit beim Deutschen Meister wird der 43-jährige Franzose in Zukunft die Mannschaft Estlands leiten. Mit seinem neuen Engagement im Baltikum endet auch seine Rolle als Assistenztrainer Frankreichs mit sofortiger Wirkung.

Am Sonntagabend (29. Dezember 2019) wurde Cedric Enard in Tallinn als neuer Nationaltrainer vorgestellt. Mit einem Zweijahresvertrag ausgestattet wird der Franzose die Esten ab sofort auf die Europameisterschaft 2021 im eigenen Land vorbereiten. „Ich bin sehr glücklich über diesen neuen Schritt in meiner Trainerkarriere. Der estnische Volleyball-Verband hat sich ungemein um mich bemüht. Mit der Heim-EM haben wir eine für den Verband wichtige Großveranstaltung vor uns, für die wir uns in den nächsten beiden Jahren bestmöglich in Form bringen wollen“, geht Enard seine neue Aufgabe mit großem Elan an.

„Wir freuen uns, dass Cedric dieses Vertrauen geschenkt wird. Es ist eine Anerkennung für seine Arbeit und die Tätigkeit wird ihn in seiner Entwicklung als Coach sicher noch weiter voranbringen“, zeigt sich BR Volleys Geschäftsführer Kaweh Niroomand erfreut über den neuen Job des Berliner Meistertrainers. Weil Enards Engagement bei den Esten 2020 direkt beginnt, wird er bei der Olympia-Qualifikation in Berlin (05. bis 10. Jan) nicht mehr als Co-Trainer der französischen Auswahl mit an der Seitenlinie stehen. Das erste Turnier, das Cedric Enard mit seinem neuen Nationalteam bestreiten wird, ist die European Volleyball League im Sommer, welche die Esten im Jahr 2018 gewinnen konnten.

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

Duell der Meister geht an Russland

Der Russische Champion erwies sich am Mittwochabend (18. Dez) als zu stark für die BR Volleys: Die Berliner verloren das Duell mit Kuzbass Kemerovo mit 1:3 (17:25, 23:25, 25:19, 19:25). Vor lautstarken 4.311 Zuschauern lief das Spiel des Deutschen Meisters nur im dritten Satz flüssig. Nach der zweiten Niederlage im dritten Champions League-Spiel bleiben die Hauptstädter in der Gruppe B auf Platz drei.

Der wiedergenesene Kyle Ensing rückte in die Startformation, konnte aber einen frühen Rückstand der Männer in Orange nicht verhindern. Der Russische Meister, dessen Star-Diagonalangreifer Victor Poletaev nicht mehr rechtzeitig für das Duell in Berlin fit wurde, zeigte von Beginn an, dass er auch kurz vor Weihnachten keine Geschenke an die Gastgeber verteilen wollte. Mehrere Asse stellten die Weichen früh auf einen Satzgewinn (6:10, 10:19), danach spielte Kemerevo die körperliche Überlegenheit in Block und Angriff souverän aus (17:25). Kuzbass knüpfte im folgenden Durchgang nahtlos an diese Leistung an (4:7). Die Hauptstädter wehrten sich nach Kräften, konnte den Rückstand zunächst aber nie entscheidend verkürzen (15:18). Erst zwei krachende Einerblocks von Ensing und Sergey Grankin ließen bei den Fans im Volleyballtempel noch einmal Hoffnung auf ein Comeback aufkeimen, zum Satzgewinn reichte es aber denkbar knapp nicht mehr (23:25).

Auch im dritten Satz verschliefen die BR Volleys den Start (3:7), im Gegensatz zu den vorherigen Durchgängen gelang es den Berlinern aber dieses Mal, die Lücke schnell wieder zu schließen (10:10). Ein weiterer Einerblock, dieses Mal von Kessel, sorgte für die erste Führung der Gastgeber, welche die Berliner im Anschluss nicht mehr aus der Hand gaben. Ein Missverständnis auf gegnerischer Seite führte zum umjubelten Satzgewinn (25:19). Trotz verheißungsvollem Beginn (10:7) von Satz Nummer vier glichen die Russen mit einer starken Aufschlagsserie von Außenangreifer Anton Karpukhov aus und gingen selbst in Führung (14:10). Angeführt von ihrem Topscorer und MVP des Spiels Karpukhov (18 Punkte) ließ Kemerovo nun nichts mehr anbrennen, entschied den Satz (19:25) und damit das Spiel für sich (1:3).

Stimme zum Spiel:

Kaweh Niroomand: „Ich bin nicht unzufrieden mit der Leistung des Teams. Bei 10:7 im vierten Satz geht ein Block um Zentimeter ins Aus, dann läuft es vielleicht anders. Wenn wir da kontrollierter reagieren und uns nicht einen Wassereimer über den Kopf laufen lassen, wäre vielleicht mehr drin gewesen. Jetzt wird es schwer. Wir müssen darauf setzen, dass sich die anderen Mannschaften gegenseitig die Punkte wegnehmen.“

BR Volleys Formation
Moritz Reichert und Samuel Tuia (AA), Jeffrey Jendryk und Nicolas Le Goff (MB), Sergey Grankin (Z), Kyle Ensing (D) und Julian Zenger (L) | Eingewechselt: Pierre Pujol, Cody Kessel, JT Hatch, Georg Klein

Topwerte
Kyle Ensing 16 Punkte | Moritz Reichert 13 Punkte | Jeffrey Jendryk 10 Punkte (3 Blocks)

Quelle: Christof Bernier

AUF NACH MANNHEIM!

Nach drei langen Jahren sind die BR Volleys zurück in Mannheim – und dort steppt der Berliner Bär! Was gäbe es Schöneres, als gemeinsam mit einem Titel in das neue Jahrzehnt zu starten?! Wer das BR Volleys Team am 16. Februar 2020 zur größten Volleyball-Party Deutschlands in der 12.000 Zuschauer fassenden SAP Arena begleiten möchte, kann sich ab sofort die Fanpakete sichern!

Das Pokalfinale von Mannheim ist Jahr für Jahr DAS Volleyball-Happening hierzulande! Zweimal kamen die BR Volleys in den Genuss, dies miterleben zu dürfen. 2016 wurde gegen Bühl der Pokalfluch gebrochen (3:0) und 2017 musste man sich Friedrichshafen geschlagen geben (1:3). Ob im Erfolgs- oder Misserfolgsfall, die BR Volleys Fans standen jedesmal voll hinter ihrem Team und darauf setzt der Hauptstadtclub auch im Jahr 2020. Dieses Mal sind die SWD powervolleys Düren um die Ex-Berliner Egor Bogachev, Björn Andrae sowie Tim Broshog die Gegner. Beide Fanlager verbindet eine enge Freundschaft, welche zusätzlich für prickelnde Atmosphäre sorgen wird. Nichtsdestotrotz wollen die Berliner den Court am 16. Februar als Sieger verlassen und streben nach dem fünften Pokalsieg der Vereinsgeschichte.

Quelle: BR Volleys

Weite Reisen in der Champions League

Die Berlin Recycling Volleys bekommen es in der Gruppenphase der CEV Champions League Volley 2020 mit zwei russischen Spitzenmannschaften sowie dem slowenischen Meister zu tun. Bei der Auslosung in der bulgarischen Hauptstadt Sofia war das Losglück am Freitagabend (25. Okt) nur bedingt mit den Berlinern, die sich in Gruppe D nun mit Kuzbass Kemerovo (RUS), Ach Volley Ljubljana (SLO) und Fakel Novy-Urengoy (RUS) messen werden.

Wie schon im Vorjahr müssen sich die BR Volleys in einer meisterlichen Gruppe mit drei nationalen Champions behaupten. Kuzbass Kemerovo entthronte in der vergangenen Saison überraschend Zenit Kazan in der russischen SuperLiga und wurde erstmals Meister. Ach Volley Ljubljana ist der Seriensieger aus Slowenien (15 Titel in Folge) und regelmäßiger Gast in der Königsklasse. Hinzukommt mit Fakel Novy-Urengoy, bei denen der Ex-Berliner Erik Shoji im Kader steht, der starke Drittplatzierte aus Russland. Für die Berliner geht es somit zweimal nach Sibirien.  

„Sportlich und organisatorisch ist das eine wirklich harte Gruppe. Die zwei russischen Teams sind die Favoriten, aber wir werden um unsere Chance kämpfen. Wir haben alles gegeben, um wieder in der Champions League mitzuspielen. Deshalb wollen wir auch das Optimum herausholen. Die langen Reisen tun bei der Mehrfachbelastung natürlich besonders weh. Also sagen wir mal so: Es hätte besser kommen können“, fällt das Resümee von Cheftrainer Cedric Enard verhalten aus.

Die zwei Russland-Experten im BR Volleys Team, Sergey Grankin und Samuel Tuia (2011 bis 2013 bei Kemerovo) sind sich einig, dass es ein schwerer Gang in Gruppe B wird. „Unschlagbar sind diese Gegner nicht, aber da kommen zwei absolute Spitzenmannschaften auf uns zu. Beide waren zuletzt nicht in der Champions League und dort wird eben anders gespielt. Vielleicht kann das ein kleiner Vorteil sein“, so Grankin, der 14 Jahre in der russischen Liga aktiv war. Tuia gibt einen Ausblick, was den Deutschen Meister in Kemerovo erwartet: „Das ist eine Arena mit 2.000 bis 3.000 Zuschauern, in der es richtig laut ist. Die Halle ist fast immer voll. Ich kann aus Erfahrung sagen, das sind zwei wirklich unliebsame Reisewege, die uns da bevorstehen. Für die Fans in Berlin sind das aber definitiv sehenswerte Teams!“

Beginnen werden die BR Volleys ihre Königsklassen-Saison daheim gegen die Slowenen aus Ljubljana (03./04./05. Dez). Dann folgt der Abflug nach Novy Urengoy ins nördliche Westsibirien (10./11./12. Dez). Vor Weihnachten spielen schließlich die russischen Meister aus Kemerovo im Volleyballtempel vor (17./18./19. Dez). Die weiteren Matches der Gruppenphase finden im Januar 2020 statt. Die Termine werden nun schnellstmöglich fixiert. Tickets sind dann erhältlich.

Der zweite deutsche Vertreter aus Friedrichshafen trifft derweil in Gruppe E auf Zaksa Kedzierzyn-Kozle (POL), Knack Roeselare (BEL) und einen noch zu ermittelnden Qualifikanten.

Quelle: Christof Bernier/BR Volleys

Wertvolle zwei Punkte für die BR Volleys

Die BR Volleys rüsteten sich im Vorfeld des Kräftemessens mit den Hypo Tirol AlpenVolleys Haching für einen heißen Schlagabtausch und sie taten gut daran: Nach fünf intensiven Sätzen gegen einen starken Kontrahenten belohnten sich die Berliner in der Olympiahalle von Innsbruck mit einem 3:2-Erfolg (25:22, 20:25, 25:20, 22:25, 15:12) und zwei Punkten für die Tabelle. Beim wichtigen Auswärtssieg am Mittwochabend waren unter anderem die erstmaligen Einwechslungen von Sergey Grankin und Benjamin Patch ein Schlüssel zum Erfolg.

Cedric Enard sah nach dem gelungenen Auftritt beim Supercup zunächst keinen Grund, sein Team zu verändern und startete mit identischer Formation. Bereits im ersten Satz zeichnete sich ein ausgeglichenes Duell mit vielen Führungswechseln ab. Zwar hatten die BR Volleys im Auftaktdurchgang deutliche Probleme in der Annahme, aber dafür war man im Block auf AlpenVolleys-Zuspieler Gelinski gut eingestellt (25:22). Im Anschluss an einen Blitzstart in Satz zwei (1:4, 6:12) hatte dann die deutsch-österreichische Spielgemeinschaft allerdings wenig Mühe, diesen Rückstand wieder auszugleichen (20:25). Daran konnten auch die erstmals in dieser Saison ins Spiel gekommenen Benjamin Patch und Sergey Grankin sowie JT Hatch zunächst wenig ändern.

In der Folge aber dirigierte der spätere MVP Grankin seine Mitspieler geschickt durch den dritten Satz, in dem die Berliner eine frühe Führung (8:3) dank der Durchschlagskraft von Patch in den nächsten Satzgewinn ummünzen konnten (25:20). Vor der „Crunchtime“ von Durchgang vier bröckelte allerdings die Annahme der Gäste wieder für kurze Zeit (17:20) und so war der Tiebreak unvermeidbar (22:25). Dort dauerte es bis zum Service von Samuel Tuia bis die BR Volleys erneut die Oberhand gewannen (11:8) und am Ende einer intensiven Partie und einem Angriffsfehler von Brasilianer Costa mit ihrem mitgereisten „7. Mann“ jubeln durften (15:12).

Stimmen zum Spiel
Kaweh Niroomand: „Das war ein ganz wertvoller Sieg für uns. Respekt an die AlpenVolleys, die ein wirklich starkes Spiel gemacht haben. Mit dieser Mannschaft ist in diesem Jahr definitiv zu rechnen. Sie haben schon heute gezeigt, dass sie in dieser Saison noch stärker sein werden als im Vorjahr. Wir können sehr froh sein, hier zwei Punkte mitgenommen zu haben. Es war schön zu sehen, dass Sergey und Ben in einer für das Team schwierigen Situation hineinkamen und sofort abgeliefert haben. So konnte man sich das nur wünschen. “

Cedric Enard: „Ich bin wirklich, wirklich glücklich über diesen Sieg. Die AlpenVolleys haben sich als Topteam präsentiert, das mit Sicherheit noch stärker werden wird. Es ist für alle noch der Anfang der Saison. Die Wechsel haben gut funktioniert, erst mit Sergey und Ben, dann später auch mit Cody. Jeder brachte positive Energie und Impulse. So machen wir als Team gemeinsam jetzt Schritt für Schritt weiter.“

BR Volleys Formation
Moritz Reichert und Samuel Tuia (AA), Nicolas Le Goff und Jeffrey Jendryk (MB), Pierre Pujol (Z), Kyle Ensing (D) und Julian Zenger (L) | Eingewechselt: JT Hatch, Sergey Grankin, Benjamin Patch, Cody Kessel

Topwerte
Patch 18 Punkte (71 % Angriffsquote) | Tuia 16 Punkte (2 Asse) | Le Goff 9 Punkte (4 Blocks)

Quelle: Christof Bernier/BR Volleys


Bewährungsprobe in der Olympiahalle

Nach zwei souveränen Auftakterfolgen erwartet die BR Volleys am Mittwoch (23. Okt um 19.00 Uhr) das mit Sicherheit schwierigste Spiel dieser noch jungen Bundesligasaison. In der Olympiahalle von Innsbruck treffen die Berliner auf die Hypo Tirol Alpenvolleys Haching und damit einen ehrgeizigen Kontrahenten, der im dritten Jahr seiner Erstligazugehörigkeit die Kräfteverhältnisse im deutschen Volleyball endgültig verschieben möchte.

Vor zwei Jahren zog die deutsch-österreichische Spielgemeinschaft aus, um die Bundesliga aufzumischen – mit Erfolg! Die Drei-Jahres-Strategie von Manager Hannes Kronthaler sah vor, die AlpenVolleys direkt in die Playoffs und anschließend mindestens bis ins Halbfinale zu führen, um spätestens im dritten Anlauf um den Titel zu spielen. Bisher wurden diese Ziele allesamt erreicht und nun scheinen die Hachinger – mit Blick auf die Kaderzusammenstellung – endgültig zur Attacke auf die Spitze auszuholen.

Das wird auch höchste Zeit, wenn es nach Kronthaler geht. Der bewertete das gemeinsame Projekt mit dem bayerischen Verein zuletzt eher kritisch. „Die Tendenz ist: Wenn es so bleibt, wie es jetzt ist, werde ich mich zurückziehen. Ich sehe das nüchtern: In diesem Jahr gasen wir noch einmal voll an und im April werde ich euch erzählen, wie die Situation ist und was ich tue“, nahm Kronthaler zuletzt gegenüber der Süddeutschen Zeitung kein Blatt vor den Mund. Die Kritik des umtriebigen Managers richtete sich dabei vor allem gegen den deutschen Teil der Spielgemeinschaft: „Wir haben ein klares Ziel hinter dem Projekt gehabt: Belebung des Standorts Unterhaching und ein tolles Wirtschaftskonzept von zwei Volleyball-Regionen, die ihr Budget so steigern, dass sie nachhaltig die Nummer eins in Deutschland werden oder mit Berlin gleichziehen. Aber selbst dafür fehlt uns noch ein bisschen – bei Sponsoreneinnahmen, Zuschauerinteresse, Infrastruktur und so weiter. Und da sehe ich, dass sich zu wenig tut.“

Sportlich jedoch war man mit den BR Volleys im Vorjahr schon nahezu gleichauf. Als Hauptrundenzweiter starteten die „Gipfelstürmer“ von einer Position vor den Berlinern in die Playoffs, wo sich beide Teams im Halbfinale ein hochklassiges und spannendes Duell lieferten, welches die Hauptstädter letztlich mit 3:1 nach Spielen für sich entschieden. Leistungsträger dieser Alpenvolleys-Mannschaft wie Zuspieler Danilo Gelinski, Libero Florian Ringseis sowie die brasilianischen Mittelblocker Douglas Da Silva und Pedro Frances sind dem Team erhalten geblieben, andere Stützen wie Pawel Halaba und Kirill Klets mussten ersetzt werden. Dafür holte man mit dem Franzosen Jerome Clere einen der auffälligsten Außenangreifer der letzten VBL-Saison aus Giesen nach Innsbruck. Der Mittelblock wurde mit dem slowenischen Vize-Europameister Saso Stalekar, der stolze 2,14 Meter misst, verstärkt und für die Diagonalposition konnte man den Brasilianer Paulo Costa zurückgewinnen.

Ihren Saisonstart bestritten die AlpenVolleys noch ohne die beiden australischen Neuzugänge Max Staples und Jordan Richards, welche beim Weltcup in Japan aktiv waren. Trotz der fehlenden Außengreifer feierten die Hachinger zwei Siege (3:1 vs. Rottenburg, 3:2 in Herrsching). „Die AlpenVolleys sind auf jeder einzelnen Position richtig gut und tief besetzt. Damit zählt die Mannschaft definitiv zum Favoritenkreis. Wir haben gut in die Spielzeit gefunden, aber wir wissen, am Mittwoch erwartet uns die bisher größte Herausforderung“, gibt BR Volleys Kapitän Moritz Reichert vor dem Topspiel seine Einschätzung ab.

Nach dem 3:0-Erfolg beim comdirect Supercup gegen Friedrichshafen und zuvor zwei Siegen gegen Giesen und die Netzhoppers sind die Hauptstädter dennoch guter Dinge, auch in der Olympiahalle zu punkten: „Die Stimmung im Team und auf dem Parkett ist sehr gut. Wir wollen nach dem gelungenen Supercup unbedingt nachlegen“, so Reichert. Mit nach Innsbruck wird auch Georg Klein reisen, der sich am Vortag des Supercups im Training leicht am Knie verletzte. Ein MRT-Termin am Montag gab Entwarnung beim Mittelblocker, er ist einsatzbereit für den Schlagabtausch mit den Alpenvolleys.

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

Siegreicher Heimauftakt der BR Volleys

So schön kann Heimauftakt sein! 4.329 Zuschauer sahen die BR Volleys im ersten Anlauf in der Saison 2019/20 in der Max-Schmeling-Halle direkt siegen. Gegen die Helios Grizzlys Giesen feierten die Berliner am Samstagabend einen 3:0-Heimerfolg (25:18, 25:16, 26:24) und stockten ihr Punktekonto in der Volleyball Bundesliga damit auf sechs Zähler auf.

Samuel Tuia durfte zum Heimauftakt erstmals von Beginn an ran und ersetzte in Cedric Enards Startformation Cody Kessel. Ansonsten schlug die Mannschaft – erstmals in den orangen Heimtrikots –auf, die schon vor drei Tagen in Bestensee erfolgreich war. Im ersten Satz machte der Aufschlag den Unterschied zugunsten der BR Volleys. Die Berliner verbuchten drei Asse und fabrizierten dabei nur einen Eigenfehler. Diesem Aufschlagdruck waren die Gäste aus dem Raum Hildesheim nicht gewachsen (25:18).

Neuzugang Julian Zenger präsentierte sich vor seinem neuen Publikum bärenstark und war maßgeblich dafür verantwortlich, dass die BR Volleys in Satz zwei noch weniger Bälle auf den Boden fallen ließen. Die gute Block-Abwehr-Arbeit mündete in einem spektakulären Punkt von Samuel Tuia zum 10:6 und schließlich dem nächsten Satzgewinn (25:16). In Satz drei stemmten sich die Grizzlys gegen einen 0:3-Matchverlust und führten lange Zeit (11:14). Dann schickte Enard seine US-Amerikaner Cody Kessel und JT Hatch auf den Court und die Hauptstädter drehten das Spielgeschehen. Kessel spielte groß auf und schließlich verwandelte Reichert den zweiten Matchball in der Satzverlängerung (26:24). Zenger (Gold) und David Wieczorek (Silber) verdienten sich am Ende eines gelungenen Heimauftakts die MVP-Auszeichnungen.

Stimmen zum Spiel
MVP Julian Zenger: „Die ersten zwei Sätze haben wir sehr konzentriert agiert, die Annahme stand und im Sideout waren wir sicher. Obwohl wir auch im dritten Satz weiter gut abgewehrt haben, geriet unser Angriff ins Stocken. Die Wechsel haben uns dann geholfen. Cody war im Angriff klasse und JT in der Abwehr stark. Es macht Spaß mit dieser Mannschaft und wir wachsen immer besser zusammen.“
Cody Kessel: „Die Jungs haben zwei Sätze lang richtig gut gespielt, als Giesen dann stärker wurde, war es klasse, dass JT und ich dem Team so helfen konnten. Diese Kulisse hinter sich zu haben, war ein super Gefühl. Ich habe hier sechs- oder siebenmal mit Lüneburg gespielt und jetzt endlich auch in dieser Arena gewonnen. Daran kann ich mich gewöhnen.“

BR Volleys Formation
Moritz Reichert und Samuel Tuia (AA), Nicolas Le Goff und Georg Klein (MB), Pierre Pujol (Z), Kyle Ensing (D) und Julian Zenger (L) | Eingewechselt:  Cody Kessel (Satz 2, 3), JT Hatch (Satz 3)

Topwerte
Ensing 16 Punkte | 2 Asse, Tuia 14 Punkte | 2 Blocks, Reichert 10 Punkte

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier