BR Volleys verlängern mit Benjamin Patch

Benjamin Patch liebt Berlin und die BR Volleys Fans lieben Benjamin Patch. Daher dürfte diese Nachricht die Herzen aller höherschlagen lassen: Der US-Amerikaner verlängert seinen Kontrakt beim zehnmaligen Deutschen Meister um weitere drei Jahre bis 2024. Seine Beweggründe für eine Vertragsverlängerung mit Signalwirkung für den Hauptstadtclub und die gesamte Volleyball Bundesliga erklärt der 26-jährige Diagonalangreifer, der seit der Saison 18/19 das Berliner Trikot trägt, im Interview:

Ben, drei Jahre spielst Du schon für die BR Volleys, drei weitere kommen nun hinzu. Ist Dir bewusst, dass Du damit in den Kreis echter Vereinsikonen vorstoßen dürftest?
Benjamin Patch: Haha, darüber habe ich bislang nicht nachgedacht. Bis zum „Hall of Famer“ muss ich aber wohl erst noch ein bisschen Leistung bringen. Ich glaube, die Vertragsverlängerung zeigt in erster Linie, wie wohl ich mich hier fühle und wie glücklich der Verein zugleich mit mir ist. Diese Wertschätzung ist schlicht großartig. Ich habe hier starke Beziehungen aufgebaut – sei es zu den Mitarbeitern, den Teamkollegen oder unseren Fans. Die gesamte Organisation steht hinter mir, genauso wie ich bin. Ich freue mich einfach, diese Zusammenarbeit fortzusetzen und hier etwas Großes aufzubauen. Ich will nicht nur auf dem Court meinen Beitrag zu diesem dynamischen Projekt leisten, sondern auch im Umfeld des Clubs etwas bewirken. Ich will dazu beitragen, dass die BR Volleys noch attraktiver, noch aufregender und noch bekannter werden.

Drei Jahre sind im Volleyball eine lange Zeit. Was hat Dich zu der langfristigen Bindung bewogen?
Patch: Weil Kaweh Niroomand mit seinen Worten einfach überzeugend ist (lacht). Spaß beiseite, Berlin ist für mich zur Heimat geworden. Ich fühlte mich in meinem Leben nie besser, als ich es hier tue. Die Stadt ist bestimmt auch nicht der einfachste Ort zum Leben. Es herrscht ständiger Wandel, es gibt so viel zu tun und zu lernen. Aber genau das passt zu mir. Was mich hier hält, ist auch alles, für das unser Verein steht und in Zukunft stehen möchte. Das ist mir wichtiger als Geld oder in einem Team aus Superstars zu spielen – nicht, dass wir nicht überragende Spieler in unserer Mannschaft hätten! Wenn ich eines Tages sterbe, möchte ich in allen Lebensbereichen ein Teil von etwas Bedeutsamem sein. Genau das spüre ich hier. Mir ist wichtiger, der beste Mensch zu werden, der ich sein kann, als der beste Sportler. Wenn mir irgendwo jedoch das eine wie das andere gelingen kann, dann hier!

Du bist ein Kreativkopf und Künstler, arbeitest abseits des Volleyballs an vielen Projekten. Würdest Du sagen, Du bringst all das inzwischen besser zusammen, um auch Deine sportliche Bestleistung zeigen zu können?
Patch: Man lernt immer dazu, aber es war auch früher nicht das Problem, dass ich zu viel gemacht habe. Es lag eher an mir selbst. Ich habe mir Gedanken gemacht, ob Leute dadurch von mir denken, mein Fokus läge nicht auf dem Sport. Manche glauben bestimmt, ich tanze fröhlich durch mein Leben und nehme die Dinge nicht ernst genug. Aber es gibt vieles, dass die Menschen nicht über mich wissen. Nur weil ich vielleicht eine gewisse Lockerheit ausstrahle, bedeutet das nicht, dass ich nicht fokussiert bin. Ich bin sogar sehr fokussiert. Darum traue ich mir eben auch zu, verschiedene Dinge gleichzeitig zu machen.

Dein erstes Jahr in Europa bei Tonno Callipo Vibo Valentia (ITA) war für Dich nicht einfach. Ist Dir genau das dort noch nicht gelungen?
Patch: Ich funktioniere nur, wenn ich viel zu tun habe. Das war dort nicht der Fall und das hat mich blockiert, auch auf dem Spielfeld. Ich brauche einen kreativen Ausgleich, um in allen Bereichen meines Lebens gut zu sein. Deshalb war mein Wechsel zu den BR Volleys ein Glücksfall. Dabei war es hier zu Beginn ebenfalls nicht einfach. Unsere Fans wissen das. Ich habe in meinem ersten Jahr nicht so gespielt, wie ich es heute tue. Ich war 23 Jahre jung. Man glaubt zu jeder Lebensphase, dass man sich selbst gut kennt. Aber vieles wird einem erst in der Draufsicht oder im Rückblick bewusst. Meine Debütsaison in Berlin war ein Reifeprozess für mich und am Ende gab es diesen enorm wertvollen Impuls mit dem Gewinn der Meisterschaft 2019. Nach diesem Sommer kam ich zurück und war eine bessere Version meiner selbst. Das hat man in meiner zweiten Saison gesehen, glaube ich.

Welche Rolle spielt Deine Beziehung zu Kaweh Niroomand bei diesem Prozess?
Patch: Ich mag Kaweh einfach. Ganz unabhängig davon, wo jemand herkommt oder was er macht, begegne ich jedem mit Respekt. Es liegt an der Person, ob sie sich diesen erhalten kann. Vor Kaweh habe ich höchsten Respekt. Er ist nicht einfach, er kann auch hart sein, aber er ist stets verlässlich und konsequent. Das schätze ich an ihm. Man weiß, was man von ihm bekommt, genauso wie man weiß, was man von mir bekommt. Ich hatte hier auch meine schwierigen Momente, in denen er mir geholfen hat. Dann sind wir gemeinsam einen Kaffee trinken gegangen und haben offen geredet. Kaweh stärkt mir den Rücken und hat auch jetzt im Zuge der Vertragsverlängerung deutlich gemacht, dass der Verein langfristig an mich glaubt.

Was steht abseits des Spielfeldes als nächstes an?
Patch: Der Club und ich arbeiten an einem gemeinsamen Projekt, das von den Fans und Partnern hoffentlich gut angenommen wird. Ich will noch nicht zu viel verraten, aber es hat natürlich etwas mit Kunst zu tun. Ich hoffe, dass wir damit zeitnah starten können.

Was sind Deine sportlichen Ziele in den kommenden Jahren?
Patch: Erst einmal muss man festhalten: Die letzte Spielzeit war bis zu deren abrupten und bitteren Abbruch ein Traum. Dass es nicht immer derartig perfekt laufen kann, hätte jeder vorher wissen können. Die aktuelle Saison ist wesentlich schwieriger. Wir mussten mit einer Verletzungsmisere kämpfen, bei der wir alle sicher auch Fehler gemacht haben. Aber wir wollen und werden daraus lernen. Unsere Mannschaft ist gut und wir können auch in diesem schweren Jahr zusammen noch etwas erreichen. Natürlich will ich mit Team USA zu Olympia und dort möglichst eine wichtige Rolle spielen. Im Sommer darauf brauche ich vielleicht mal etwas mehr Zeit für mich und mache eine Nationalmannschaftspause. Hier in Berlin will ich auch in Zukunft mein Bestes für den Verein geben und vielleicht irgendwann mal mit den BR Volleys im Champions League Finale stehen.

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

Bitterer Rückschlag in Frankfurt

Am Samstagabend, 6. Februar mussten sich die BR Volleys in fünf Sätzen auswärts den United Volleys Frankfurt mit 2:3 (25:21, 25:20, 23:25, 23:25, 10:15) geschlagen geben. Durch die Niederlage am Main rückten die in Königs Wusterhausen siegreichen Dürener bis auf einen Punkt an die Hauptstädter heran und haben sogar noch ein Spiel weniger. Vor dem am Dienstag gegen Ljubljana startenden Champions-League-Turnier offenbarte das Berliner Spiel viele Baustellen, die nun zügig geschlossen werden müssen.

Personell unverändert zum guten Auftritt gegen Bühl gingen die BR Volleys die Aufgabe in der Frankfurter Fraport Arena an. Die Berliner sahen sich einem druckvollen Start des Heimteams gegenüber und liefen in den Sätzen eins und zwei jeweils früh Rückständen hinterher. Aber das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und die Reaktion stimmten: Im ersten Satz brachten Aufschlagserien von Benjamin Patch und Samuel Tuia entscheidende Impulse (4:8, 15:16, 19:21, 24:21), im zweiten Satz war es der stabile Block um Renan Michelucci (insgesamt 8 Blockpunkte des Brasilianers), der den Unterschied ausmachte (6:8, 22:18). Gegen hoch motivierte Hessen verwandelte beide Male Tim Carle zum Satzgewinn und zur 2:0-Führung der Männer in Orange (25:21, 25:20)

Ungeachtet der Anlaufschwierigkeiten wähnten sich die Hauptstädter also auf einem guten Weg, doch im dritten Durchgang wuchs der Rückstand erneut schnell an (6:8, 10:15). Trotz der Hereinnahme von Denys Kaliberda (12:17) und guter Abwehraktionen vom zum Aufschlag ins Spiel gekommenen Pierre Pujol (13:20, 19:21) war Satz drei nicht mehr zu drehen. Frankfurt belohnte sich für ein couragiertes Spiel mit dem ersten Satzgewinn (23:25). Anders als in den Durchgängen zuvor konnte sich im vierten Spielabschnitt kein Team entscheidend absetzen. Kaliberda blieb auf dem Court und gab der Mannschaft von Coach Enard zunächst Sicherheit in der Annahme (12:12, 19:19). Aber der Tabellenvierte hatte das bessere Ende für sich: Baxpöhler blockte im Duell der Nationalspieler Anton Brehme (19:21), Patch patzte im Angriff (21:24) und wenig später stand es 2:2 (23:25).

Die Verunsicherung auf Berliner Seite wuchs, gleichzeitig mussten die Hausherren ihren verletzten Außenangreifer Quiroga im Tiebreak ersetzen. Aber die Youngster Reinhardt und Hüger machten ihre Sache sehr gut und die eigentlich erfahrenen BR Volleys verloren völlig den Faden (4:8). Deutlich zu viele Fehler sorgten für eine frühe Entscheidung (5:12) und am Ende mussten sich Kapitän Sergey Grankin und seine Mitspieler guten Hessen verdientermaßen geschlagen geben (10:15). Nun reist das Enard-Team noch in der Nacht zurück nach Berlin und begibt sich Montagfrüh auf die Reise nach Kazan.

Stimme zum Spiel
Renan Michelucci: „Wir müssen einfach mehr wollen und härter um den Sieg kämpfen. Dieses Spiel hat es wieder gezeigt: Wir bekommen nichts geschenkt. Es war an uns, dieses Match früher zu entscheiden, stattdessen haben wir Frankfurt die Rettungsweste hingeworfen. Ich glaube, jeder ist heute angefressen und das mit Recht. Wir müssen diesen Spielverlauf besprechen und schon am Dienstag vieles besser machen.“

BR Volleys Formation
Timothée Carle und Samuel Tuia (AA), Renan Michelucci und Anton Brehme (MB), Sergey Grankin (Z), Benjamin Patch (D) und Adam Kowalski/Julian Zenger (L) | Eingewechselt: Denys Kaliberda, Pierre Pujol

Topwerte
Patch 23 Punkte, 2 Asse, 2 Blocks
Renan Michelucci 16 Punkte, 8 Blocks
Samuel Tuia 14 Punkte, 70 % positive Annahme

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

BR Volleys – Auswärtssieg in Gießen

Acht Matchbälle benötigten die BR Volleys am Samstag, 23.01.2021, um sich bei den Helios Grizzlys Gießen durchzusetzen. Gegen bestens aufgelegte Gastgeber erlebten die Berliner eine Berg- und Talfahrt, die mit einem packenden Tiebreak und einem 3:2-Auswärtssieg (25:19, 24:26, 25:17, 21:25, 24:22) endete. Weil der VfB Friedrichshafen parallel 3:0 gegen den TSV Unterhaching gewann, vergrößerte sich der Rückstand auf den Tabellenführer vor dem direkten Duell am Mittwoch auf fünf Punkte.

Cheftrainer Cedric Enard bot nach einer guten und vor allem schmerzfreien Trainingswoche sowohl Sergey Grankin als auch Samuel Tuia in der Hildesheimer „Grizzly-Höhle“ von Beginn an auf. Anton Brehme und Julian Zenger kehrten ebenso gegenüber dem VCO-Spiel in die Startformation zurück, für Benjamin Patch kam ein Einsatz nach seinem Außenbandanriss noch zu früh.

Rückkehrer Grankin dirigierte seine Mannschaft im ersten Satz, als wäre er nie weg gewesen. Mit dem russischen Regisseur lief das eigene Sideout-Spiel flüssig, während die Berliner im Aufschlag noch ihren Rhythmus suchten. Tuia gelang das erste wichtige Ass (13:10) und wenn Abwehraktionen glückten, münzte man diese konsequent in Breakpunkte um (17:13, 22:17). Nachdem der erste Satz mit 25:19 souverän an die BR Volleys ging, wurde es ab dem zweiten Durchgang deutlich umkämpfter. Die Gießener steigerten sich im Aufschlag und das Resultat waren ständige Führungswechsel (7:8, 12:10, 13:14). Spätestens beim Zwischenstand von 18:20 waren die Berliner gefordert. Die Chance zum Ausgleich ließ man allerdings bei einem Missverständnis sträflich liegen, als im Zuge des Doppelwechsels mit Cody Kessel und Pierre Pujol kurzzeitig kein Zuspieler auf dem Court stand (20:22). Zwei Satzbälle wehrten die Gäste dennoch erfolgreich ab, dann schlug Davy Moraes zweimal in den Grizzlys-Block und Gießen verdiente sich den ersten Satzgewinn (24:26).

In Satz drei ersetzte Denys Kaliberda im Außenangriff Tuia und die Hauptstädter fanden ihren Spielfluss wieder. Ein Moraes-Ass sorgte für die beruhigende 13:9-Führung und auf dem Weg zum nächsten Satzgewinn drehte der spätere MVP Timotheé Carle so richtig auf (20:14, 25:17). Nach drei Sätzen beendete Kapitän Grankin seinen Arbeitstag und Pujol übernahm. Der Franzose musste bei schwächelnder Annahme zwar viel laufen, war aber auch gleich zweimal im Block zur Stelle (5:5, 12:11). Dennoch wurde der vierte Durchgang zur Analogie des zweiten. Nach einem intensiven Hin und Her gelang den Gastgebern der erneute Satzausgleich und damit der erste Punktgewinn gegen die Männer in Orange (21:25). Tiebreak also, und in dem stand es durchgängig Spitz auf Knopf. Der inzwischen eingewechselte Cody Kessel – diesmal als Außenangreifer – drehte auf und besorgte im Entscheidungssatz Punkt um Punkt (8:8, 13:13). Beim achten Berliner Matchball in einer teilweise hektischen Schlussphase stand der BR Volleys Dreierblock schließlich zum hart erkämpften Auswärtssieg (24:22).

Stimmen zum Spiel
Cedric Enard: „Samus und Sergeys Comebacks waren vielversprechend, aber es fehlten noch die letzten Automatismen. Wir haben gut begonnen, ab dem zweiten Satz ließ dann die Durchschlagskraft nach. Gießen hat gut gespielt und von uns war es zu wenig, um schließlich drei Punkte mitzunehmen. Volleyball ist eben oft ein Auf und Ab, aber wir hatten heute zu viele Tiefpunkte. Letztlich hat die Moral aber gestimmt, dennoch müssen Mittwoch deutlich besser sein, wenn wir gegen Friedrichshafen eine Chance haben wollen.“

Anton Brehme: „Der erste Satz war gut, nach dem zweiten Satz wurde es dann ein Kampf. Wir konnten uns im Angriff nicht durchgängig durchsetzen, aber am Ende haben wir gewonnen. Das ist wichtig. Wir haben im Tiebreak richtig gekämpft und eine gute Mentalität gezeigt. Das müssen wir gegen Friedrichshafen mitnehmen. Für dieses Match müssen wir konzentrierter im Aufschlag werden und mit Spaß spielen. Dann kann es auch gegen den Tabellenführer etwas werden.“

BR Volleys Formation
Samuel Tuia und Timothée Carle (AA), Anton Brehme und Éder (MB), Sergey Grankin (Z), Davy Moraes (D) und Julian Zenger (L) | Eingewechselt: Pierre Pujol, Cody Kessel, Denys Kaliberda, Renan Michelucci

Topwerte
Timothée Carle 23 Punkte, 2 Asse, 57 % positive Annahme
Davy Moraes 17 Punkte, 2 Blocks
Anton Brehme 13 Punkte, 4 Blocks, 90 % Angriffsquote
Cody Kessel 9 Punkte, 82 % Angriffsquote

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

Auf ein Neues – BR Volleys gegen Unterhaching

Mit guten Vorsätzen gehen auch die BR Volleys ins neue Jahr. Nach zuletzt fünf Bundesligasiegen in Folge wollen die Hauptstädter diese Serie in 2021 noch so lange wie möglich fortsetzen und könnten mit einem Heimerfolg zum Jahresauftakt sogar direkt einen Tabellenplatz gutmachen. Das ist die klare Zielvorgabe für das Match gegen das junge Team des TSV Unterhaching am Mittwoch 13. Jan um 19.30 Uhr in der Max-Schmeling-Halle. (sporttotal zeigt das Spiel live im Internet)

Eine Woche Neujahrsurlaub bekam das BR Volleys Team im Anschluss an das Marathon-Match gegen Düren am 27. Dezember. Seit dem 04. Januar sind die Berliner zurück in der Trainingshalle und bringen sich für die wichtigen Aufgaben im Januar und Februar in Schuss. „Wir haben im Training eine hohe Intensität gefahren. Es waren sehr anstrengende Tage, aber dies war vom Trainerteam genauso gewollt, um uns mittelfristig in die richtige Verfassung zu bringen“, berichtet Denys Kaliberda. Der Dezember-Neuzugang der Hauptstädter sammelte bei den beiden Auswärtssiegen in Herrsching (3:0) und Düren (3:2) schon vor dem Jahreswechsel erste Einsatzzeit für seine neue Mannschaft. Am Mittwoch feiert der 30-Jährige nun sein Heimdebüt – und das gegen seinen Ex-Verein, den TSV Unterhaching. Im Jahr 2009 wechselte „Kali“ nämlich von Berlin nach Bayern und prägte die erfolgreichsten Jahre der Hachinger maßgeblich mit. Zwei DVV-Pokaltitel feierte der Außenangreifer dort, bevor es ihn im Anschluss an das dramatische Meisterschaftsfinale 2012 in die große und weite Volleyball-Welt zog. „Es freut einen natürlich, wenn der ehemalige Verein noch bzw. nun wieder auf der Bundesliga-Landkarte zu finden ist. Haching ist ein traditionsreicher Standort und es ist schön, dass man den Schritt jetzt wieder gewagt hat“, ist die Sympathie für den ehemaligen Arbeitgeber ungebrochen.

In Unterhaching stand er in der Saison 2009/10 auch gemeinsam mit Patrick Steuerwald auf dem Court, der beim TSV inzwischen die Verantwortung des Cheftrainers übernommen hat. Kaliberda kann seinen früheren Nationalmannschaftskollegen dazu nur beglückwünschen: „Ich glaube, Patrick hat sich da ein gutes Projekt ausgesucht, um seine Trainerkarriere zu starten. Es ist das Gleiche wie für einen Spieler, man muss in jungen Jahren viel Erfahrung sammeln. Das kann er dort ohne großen sportlichen Druck tun.“ Während Steuerwald nun also an der Seitenlinie steht, zieht noch immer Mihai Paduretu, der frühere Erfolgscoach der Hachinger, im Hintergrund die strategischen Fäden. Er war es auch, der 2017 eine deutsch-österreichische Kooperation mit dem Hypo Tirol Volleyballteam Innsbruck vorantrieb. Diese Spielgemeinschaft, die sich im Frühjahr 2020 nach der Corona-bedingt abgebrochenen Saison aus der Bundesliga zurückzog, trug allerdings vorrangig die Handschrift der Österreicher um deren unermüdlichen Antreiber Hannes Kronthaler. Jetzt ist auch Haching drin, wo Haching draufsteht: Ein junges Team mit vielen „Local Heroes“, wie sie sich selbst bezeichnen, dass den mutigen Schritt ins Oberhaus gewagt hat. Elf deutsche Spieler im 14er Kader und ein Altersdurchschnitt von 22,2 Jahren zeigen, dass hier langfristig etwas wachsen soll. So sind die sportlichen Ergebnisse (ein Sieg aus elf Spielen und 6/32 Sätze) der Mannschaft, die bisher vor allem über Zweitliga-Erfahrung verfügt, auch (noch) nicht vordergründing.

Für die BR Volleys ist dieser Jahresauftakt gegen den Tabellenvorletzten eine Pflichtaufgabe, zumal ein Sieg mit der vollen Ausbeute von drei Punkten auch einen Sprung in der Tabelle vorbei an den SWD powervolleys Düren bedeuten würde. Die Rheinländer verloren am Samstag, geplagt von zahlreichen Verletzungssorgen, mit 2:3 in Giesen und öffneten den Berlinern damit die Tür. „Ja, das ist eine Chance, die wir ergreifen wollen. Vor allem jedoch schauen wir weiterhin auf uns“, erklärt Trainer Cedric Enard die Ausgangssituation für den Start in das neue Jahr gegen einen Gegner, dem man im Hinspiel deutlich besiegte (25:12, 25:12, 25:13).

Für den Coach und sein Team beginnt morgen ein wichtiger Saisonzeitraum, in dem man sich von Match zu Match steigern will. Im Januar steht die Mannschaft vor vielen Aufgaben: Erst Haching (13. Jan), danach VCO Berlin (16. Jan) und Giesen (23. Jan), bevor es die Chancen zur Revanche gegen Friedrichshafen (27. Jan) und Bühl (31. Jan) gibt. „Wir werden bei unseren angeschlagenen bzw. verletzten Spielern trotzdem kein Risiko eingehen und diese behutsam aufbauen“, so Enard zum Fahrplan in diesem Monat. Gemeint sind damit die Akteure, die zum Jahresende fehlten und an ihrem Comeback arbeiten: Sergey Grankin, Samuel Tuia, Robin Baghdady und Kévin Le Roux.

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

Kaweh Niroomand im Interview: Zwischenfazit und Prognose

Zum Start in das neue Jahr steht BR Volleys Geschäftsführer Kaweh Niroomand im Interview Rede und Antwort. Der 68-Jährige zieht ein erstes sportliches Zwischenfazit der Saison, hofft für die anstehenden Aufgaben im Januar endlich auf eine komplette Mannschaft und sorgt sich um die Langzeitfolgen der Pandemie für den Breitensport.

Kaweh, hinter dem BR Volleys Team liegt ein schwieriges erstes Saisondrittel. Wie fällt Dein Zwischenfazit zum Start ins neue Jahr aus?
Niroomand: Am Ende dieser ersten Saisonperiode müssen wir angesichts der Verletzungssituation mit dem Erreichten zufrieden sein. Wir konnten bei insgesamt 16 Spielen nur ganze zweimal mit der vermeintlichen Startformation antreten. Das zeigt das ganze Dilemma der Verletztenmisere, die wir in dieser Form definitiv noch nicht hatten. Einen richtigen Rhythmus konnte unsere Mannschaft deshalb nicht finden. Natürlich war beispielsweise die Niederlage in Bühl dennoch unnötig, aber zum Jahresabschluss ist uns ein wichtiger Sieg in Düren gelungen. Der Pokal ist Geschichte, dafür sehe ich der Champions League durchaus gute Chancen. Im Team hervorgetan hat sich beispielsweise Cody Kessel, der sehr zuverlässig die Ausfälle anderer Spieler im Außenangriff kompensiert und über weite Strecken tolle Leistungen gebracht hat. Im gleichen Atemzug ist es enorm bedauerlich für Robin Baghdady, dass er durch seine lange Ausfallzeit bisher noch nicht zeigen konnte, welches Potential in ihm steckt.
 
Was war unter den Corona-Bedingungen für den Verein und die Mannschaft besonders schwierig? Was gab es trotzdem an positiven Momenten?
Niroomand: Positiv ist für mich die enorme Disziplin, mit der alle im Verein gearbeitet haben. Dass wir seit der Saisonvorbereitung keinen Corona-Fall im Team verzeichnen mussten, zeugt von dem Bewusstsein aller für die notwendigen Maßnahmen und Einschränkungen. Und wir reden hier von jungen Menschen, für die es ganz sicher nicht einfach ist, meist ohne Familie zuhause zu bleiben und damit das Ansteckungsrisiko zu minimieren. In vielen Sportarten und Ligen wurden Spiele abgesagt und verschoben, davon sind wir als Klub bisher glücklicherweise verschont geblieben. Daher ist auch das eine Form von Leistung, die unsere Spieler und Betreuer erbracht haben. Insgesamt sind der Zusammenhalt innerhalb des Vereins und die großartige Unterstützung unserer Sponsorenpartner beeindruckend. Am meisten fehlen uns jedoch die Zuschauer und Fans. Selbst nach nun einigen Geisterspielen in der Max-Schmeling-Halle kann und will ich mich daran nicht gewöhnen. Dieser Umstand ist für uns alle sicher das Schwierigste.

Bringt die erneute Verlängerung des Lockdowns bis Ende Januar neue Herausforderungen mit sich?
Niroomand: Wirtschaftlich wird es definitiv nicht einfacher, auch mental ist das alles sehr schwer. Wir sind alle Sportler und freuen uns auf die Events vor Publikum, auf die gemeinsamen Erlebnisse mit den Fans und unseren Unterstützern. Jeder Tag mehr ohne diese Erlebnisse ist zu viel und zehrt an den Nerven.

Wie beurteilst Du die sportliche Ausgangslage für 2021?
Niroomand: Über allem steht erstmal, die komplette Mannschaft fit und gesund zu bekommen. Wenn wir im Februar alle Spieler beisammenhaben, können wir die Ziele, die wir uns vor der Saison gesteckt hatten, erreichen, abgesehen vom Pokal natürlich. In der Bundesliga-Hauptrunde ist noch alles möglich und in der Champions League ist die Position mit den sechs Punkten in der Gruppe gut. Trotzdem wird es beim zweiten Turnier in Kasan eine große Aufgabe zwei Siege einzufahren, die wir wohl zum Weiterkommen brauchen.

Glaubst Du, dass die schwerste Zeit der Pandemie nun bald überwunden ist und diese Saison, so wie geplant, mit Playoffs gespielt werden kann?
Niroomand: Ich denke, bis Ende Februar, vielleicht bis in den März hinein, wird sich leider nicht viel ändern. Über allem steht, dass die Zahl der Infizierten sinken muss, denn die Gesundheit der Bevölkerung bleibt die absolute Priorität. Wir können aktuell wirklich froh sein, dass unser Profisport weiterhin betrieben werden darf – hoffentlich bis zum Saisonende im ursprünglich angedachten Modus. Für den Breitensport, vor allem im Kinder- und Nachwuchsbereich, ist der Zustand katastrophal. Es gehen für die sportliche und persönliche Entwicklung junger Menschen wichtige Monate verloren, dazukommt noch die generell fehlende sportliche Bewegung in der Bevölkerung. Das wird langfristig einen enormen gesellschaftlichen Schaden hinterlassen. Wir müssen dort, wo wir können, in der gesamten Sport-Familie solidarisch sein.
 
Was ist Dein Wunsch für das Jahr 2021 mit den BR Volleys?
Niroomand: Zuerst, dass alle unsere Mitarbeiter, Spieler und Trainer in der Abteilung gesund bleiben. Wir dürfen trotz der schwierigen Situation nicht den Glauben und die Leidenschaft für unseren Sport verlieren und müssen gut gerüstet auf eine gute Zukunft hoffen, in der wieder Normalität in unsere Leben einkehrt. Ja, sportliche Ziele sind auch sehr wichtig und diese werden wir verfolgen, aber in diesen Zeiten hat das nicht die oberste Priorität.

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

BR Volleys melden zwei Spielverlegungen

Nachdem die BR Volleys ihre erste Champions-League-Woche durchaus erfolgreich bestreiten konnten, wirft das zweite Turnier in Kasan (09. bis 11. Feb 2021) bereits seine Schatten voraus. Um den Spielplan Anfang Februar für die Mannschaft von Cedric Enard zu entzerren, wurden die Bundesligaspiele gegen die United Volleys Frankfurt und die SVG Lüneburg nun verschoben. Demnach treten die Hauptstädter am 06. Feb bei den Hessen und am 17. Feb daheim gegen die Niedersachsen an.

Auch das nächste Bundesligaspiel gegen die Netzhoppers KW-Bestensee, das ursprünglich für den morgigen Samstagabend angesetzt war, wurde aufgrund des ersten Champions-League-Turniers bereits vor einigen Wochen neu terminiert. Das Derby gegen die Brandenburger, die gestern erstmals und sensationell in das DVV-Pokalfinale eingezogen sind, steigt am kommenden Mittwoch (16. Dez 2020 um 19.30 Uhr) in der Berliner Max-Schmeling-Halle. Ihr Ausscheiden im Pokal gegen den Lokalrivalen können die BR Volleys zwar nicht mehr wettmachen, aber zumindest im Kampf um wichtige Bundesligapunkte sportlich Revanche nehmen.

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

BR Volleys – Erfolg für das Selbstbewusstsein

Es ist ein Schritt in die richtige Richtung: Nach der herben Enttäuschung im Pokal haben die BR Volleys in der Volleyball Bundesliga drei Tage später eine Antwort gegeben. Gegen die United Volleys Frankfurt sammelten die Berliner die volle Punktzahl, dabei war der 3:0-Sieg (25:18, 25:18, 25:17) zu keinem Zeitpunkt in Gefahr. Nicht zu stoppen war Benjamin Patch mit 17 Punkten bei einer Angriffsquote von 70 Prozent, MVP-Gold verdiente sich aber erstmals der Brasilianer Èder mit einer starken Performance im Mittelblock.

Die BR Volleys mussten weiterhin auf Timothée Carle und Sergey Grankin verzichten, auch Pierre Pujol ging mit Kniebeschwerden angeschlagen in die Partie. Dennoch gelang den Hauptstädtern ein guter Start: Angeführt von einem hellwachen Julian Zenger in der Abwehr setzten sich die Gastgeber früh ab (8:4). Danach hielten die Männer in Orange den Vorsprung kontinuierlich und vor allem im Spiel aus der Annahme heraus lief es rund: Am Ende des Durchgangs zeigte der Statistikbogen eine perfekte Sideout-Quote von 100 Prozent, wenn die Annahme ins Spiel gebracht wurde. Weil Frankfurt im Gegenzug große Probleme hatte, den Ball auf den Boden zu bringen – die Angriffsquote lag bei 29 Prozent –, brachten die Berliner den Satz souverän ins Ziel (25:18).

Anschließend blieb das Spiel zunächst ausgeglichen, ehe Benjamin Patch in seiner unwiderstehlichen Art und Weise auf eine 13:9-Führung stellte. Nachdem der starke Samuel Tuia noch ein Ass nachlegte, kam die Maschinerie der BR Volleys wieder ins Rollen. Erneut war es Patch, der einen Aufschlag von Éder zur 2:0-Führung vergoldete (25:18). Im Gegensatz zur Partie am Mittwoch behielten die Hausherren nun die volle Konzentration und ließen keinen Deut nach (10:3). Ein Ass von Pujol und starke Blockaktionen brachten die Berliner endgültig auf die Siegerstraße (15:7), ehe es doch noch zu einem Schreckmoment kam: Bei einem Block verletzte sich Pujol am Daumen. Sebastian Kühner, für eine solche Situation schon in den letzten Wochen reaktiviert worden, sprang ein und blieb auf der Platte. Dabei ließ es sich der Routinier auch nicht nehmen, in bester Kühner-Manier einen zweiten Ball zu verwandeln. Der später als MVP ausgezeichnete Éder beendete das Spiel schließlich mit einem krachenden Angriff (25:17).

Stimmen zum Spiel
Julian Zenger: „Das war eine sehr gute Antwort auf das Spiel am Mittwoch. Da haben wir in der Block-Feldabwehr viele Chancen liegengelassen, das wurde heute deutlich besser. Wir haben den Fokus eher auf uns gelegt. Die Niederlagen haben etwas Unruhe hereingebracht, da ist ein souveräner Sieg vor allem im Hinblick auf die Champions League gut für das Selbstvertrauen. Wir müssen uns aber definitiv im Aufschlag weiter steigern. Wir haben großes Potenzial, weil wir eigentlich durch die Bank weg sehr gute Aufschlagspieler im Team haben. Da müssen wir noch mehr Druck auf unsere Gegner ausüben.“

Kaweh Niroomand: „Der Trainerstab und die Mannschaft saßen am Donnerstag über 1,5 Stunden zusammen und haben die Situation aufgearbeitet. Das Team hat da auch einen großen Anteil gehabt und aktiv Vorschläge gemacht. Das hat man heute auf dem Feld auch gesehen, der Zusammenhalt und die Geschlossenheit war da und die Bank hat mitgefiebert. Bedauerlich ist, dass jetzt schon wieder der nächste Spieler verletzt ist. Da weiß ich langsam auch nicht mehr weiter.“

Tim Grozer: „Es war klar, wer die Hauptangreifer der Berliner sind. Wir hatten trotzdem einfach große Schwierigkeiten, Patch zu verteidigen, er konnte hinschlagen, wo er wollte. Dazu waren sie im Block auch an vielen Bällen dran, auch ich bin ständig hängengeblieben. Berlin hat das gut gemacht und verdient gewonnen. Unsere Verletztensituation ist nicht einfach, aber der Wille zählt. Im Spiel hat man ohnehin so viel Adrenalin im Körper, da vergisst man Schmerzen. Morgen gegen den VCO muss definitiv mehr Stimmung rein, auch in der Videoanalyse müssen wir uns einige Punkte anschauen.“

BR Volleys Formation
Cody Kessel und Samuel Tuia (AA), Éder und Anton Brehme (MB), Pierre Pujol (Z), Benjamin Patch (D) und Julian Zenger (L) | Eingewechselt: Robin Baghdady, Adam Kowalski, Sebastian Kühner

Topwerte
Patch 17 Punkte, 70 % Angriff, 1 Block | Kessel 10 Punkte, 2 Asse | Tuia 9 Punkte, 2 Asse
Quelle: Christof Bernier/BR Volleys

Klare Niederlage am Bodensee

Dieses Premierenspiel in der neuen Friedrichshafener Messehalle hatten sich die BR Volleys ganz anders erhofft. Am Samstag mussten sich die Berliner dem VfB deutlich mit 0:3 (24:26, 20:25, 22:25) geschlagen geben und rutschten in der Bundesliga-Tabelle damit auf Rang drei ab. Ohne die verletzungsbedingt ausgefallenen Kräfte Sergey Grankin und Timothèe Carle waren die Häfler nach starkem Endspurt im ersten Satz über das gesamte Spiel gesehen tonangebend.

Coach Cedric Enard durfte sich zum Duell der ewigen Rivalen zwar über die Rückkehr von Außenangreifer Robin Baghdady freuen, musste aber neben Sergey Grankin auch den Ausfall von Leistungsträger Timothèe Carle verkraften. Der Franzose zog sich im Training einen Faserriss in der Bauchmuskulatur zu. Trotz des Fehlens dieser zwei wichtigen Personalien starteten die BR Volleys sehr ordentlich in die Partie und konnten sich im Laufe des Auftaktsatzes eine Vier-Punkte-Führung erarbeiten (8:6, 13:11, 21:17). Dann aber kam der eingewechselte Joe Worsley und brachte die Berliner mit seinen Aufschlägen aus dem Tritt. Das Team von Michael Warm drehte den ersten Satz noch und der Este Martti Juhkami verwandelte den Satzball für den VfB (24:26).

Den BR Volleys, bei denen der reaktivierte Sebastian Kühner im Aufgebot stand, fehlte es an Energie, um diesen Nackenschlag wegzustecken. So gab Friedrichshafen fortan den Ton an (4:9, 13:16, 19:24) und wieder war es dem späteren MVP Juhkami vorbehalten, den nächsten Satz zu beenden (20:25). Im dritten Durchgang reagierte Enard auf die anhaltenden Probleme im Berliner Spiel. Erst kam Davy Moraes für Patch und später auch Anton Brehme für Éder ins Match. Die Gastgeber blieben beim ersten Auftritt in ihrer neuen Spielstätte aber weiter am Drücker (2:6, 5:10). Zuspieler Dejan Vincic setzte seine Nebenmänner fortwährend gekonnt in Szene, auch wenn zwei Asse von Brehme und ein Block von Renan Michelucci noch einmal Hoffnung bei den Hauptstädtern aufkeimen ließen (20:21). Allerdings zeigten sich die Häfler schlichtweg wacher und abgeklärter. So verwandelte der eingewechselte Lukas Maase den zweiten Matchball zum verdienten Heimsieg (22:25).

Stimme zum Spiel
Cedric Enard: „Ich möchte eigentlich nicht zu negativ sein, aber es hat heute schlichtweg im Angriff gefehlt. In allen anderen Statistiken waren wir mindestens gleichwertig. Ich hadere mit dem ersten Satz, den wir hätten gewinnen können und der uns Sicherheit gegeben hätte. Bei 23:23 hatten wir auch kein Glück mit der Schiedsrichterentscheidung, als Samu den Ball noch klar vom Boden gekratzt hat. Wir hatten aber auch so genug Möglichkeiten. Nach dem ersten Satz wurde es schwer. Man hat gesehen, dass wir in Drucksituationen noch nicht stark genug sind. Jetzt müssen wir uns schütteln und das Spiel aus den Köpfen bekommen, denn schon am Mittwoch wollen wir im Pokal eine Runde weiterkommen.“

BR Volleys Formation
Cody Kessel und Samuel Tuia (AA), Éder und Renan Michelucci (MB), Pierre Pujol (Z), Benjamin Patch (D) und Julian Zenger (L) | Eingewechselt: Davy Moraes, Anton Brehme, Robin Baghdady

Topwerte
Tuia 13 Punkte, 2 Asse, 2 Blocks | Patch 9 Punkte | Brehme 2 Asse, 2 Blocks

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

Der Geisterkulisse getrotzt

Die Berlin Recycling Volleys feierten am Samstag (14. No.) den vierten Saison-Erfolg in der Volleyball-Bundesliga.  Bei ungewohnter Atmosphäre – Fans konnten im Volleyballtempel erstmals nicht dabei sein – siegten die Hauptstädter ungefährdet mit 3:0 (25:15, 25:21, 25:21) gegen die Helios Grizzlys Giesen. Jeweils 17 Punkte sammelten MVP Timothée Carle und Benjamin Patch, für Giesen war Magloire Mayaula Nzeza elfmal erfolgreich.

Noch vor Beginn des ersten Geister-Heimspiels der Geschichte mussten die BR Volleys eine bittere Nachricht verkraften: Zuspieler Sergey Grankin verletzte sich im Abschlusstraining an der Wade, eine MRT-Untersuchung soll am Montag Aufschluss über die Schwere der Verletzung geben. Doch auch ohne ihren Kapitän fanden die Männer in Orange gegen die Gäste aus Giesen bestens in die Partie und bewiesen dabei vollen Körpereinsatz: Für Pierre Pujol, der die Lücke von Grankin zu füllen wusste, war eine Werbebande nur ein kleines Hindernis auf dem Weg zum Ball – dieser Ballwechsel ging am Ende, ebenso wie der erste Satz, an den Hauptstadtclub (25:15).

Giesen kam nun besser im Spiel an, auch weil sich die Fehlerquote auf Seiten der Gastgeber erhöhte. Erst zur Mitte des Durchgangs konnten sich die Berliner absetzen, weil Timothée Carle und Benjamin Patch viel Cleverness im Angriff bewiesen (19:15). Dem starken Carle blieb es dann auch überlassen, nach aufmerksamer Abwehr von Samuel Tuia den Satzball zur 2:0-Führung zu verwerten (25:21). Ein enger Schlagabtausch entwickelte sich dagegen bis kurz vor Schluss im dritten Durchgang, ehe ein Block von Éder und Patch der Partie den Deckel aufsetzte (25:21).

Für die BR Volleys geht es in der kommenden Woche mit dem Spitzenspiel gegen den VfB Friedrichshafen weiter. Die Partie am Bodensee beginnt bereits um 14.00 Uhr, Sport1 überträgt live im Free-TV.

Stimmen zum Spiel
Kaweh Niroomand: „Das ist ein gutes Ergebnis, aber das Spiel läuft weiterhin nicht wirklich rund. Wir sind etwas vom Pech verfolgt, jede Woche fällt ein neuer Spieler aus. Mir macht es Sorgen, dass wir nie über mehrere Wochen hinweg mit dem kompletten Kader trainieren konnten. Deswegen sind wir noch lange nicht im gewünschten Rhythmus. Der müsste aber langsam kommen, um das schwere Programm der kommenden Wochen gut bewältigen zu können. Die komplette Situation zerrt zusätzlich an den Nerven. Da auch mental immer 100 Prozent abrufen zu können, ist eine große Herausforderung. Deswegen glaube ich, dass es eine Saison der Zufälle wird.“

Pierre Pujol: „Ich halte mich immer bereit zu spielen, das ist mein Job. Wir haben in der Liga bereits ein Spiel verloren, deswegen wollten wir heute unbedingt gewinnen. Die Motivation kommt da auch ohne Fans ganz von alleine. Letztlich sind wir froh, überhaupt spielen zu dürfen. Aber für diejenigen, die die normale Atmosphäre kennen, war es sicherlich seltsam – da hat die bekannte Musik geholfen. Ich hoffe, dass bald wieder Fans dabei sein können.“

Anton Menner (Giesen): „Heute Morgen habe ich die Beine nach zwei Spielen in dieser Woche schon gemerkt. Trotzdem habe ich mich auf das Spiel gefreut, weil es mein erstes Mal in der Max-Schmeling-Halle war. Da hat der Rest dann auch keine Rolle mehr gespielt. Wenn wir einen Satz gegen Berlin holen wollen, müssen wir konstant Servicedruck ausüben. Letztlich haben da die vielen Fehler das Spiel entschieden.“

BR Volleys Formation
Timothée Carle und Samuel Tuia (AA), Éder und Renan Michelucci (MB), Pierre Pujol (Z), Benjamin Patch (D) und Julian Zenger (L) | Eingewechselt: Cody Kessel

Topwerte
Carle 17 Punkte, 2 Asse, 2 Blocks | Patch 17 Punkte, 2 Asse| Tuia 10 Punkte
Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

Konzentriert und zielstrebig zum Auswärtssieg

Zweites Spiel, zweiter 3:0-Erfolg für die BR Volleys in der Volleyball Bundesliga: Am Sonntagnachmittag (25. Nov) ließen die Berliner beim TSV Unterhaching absolut nichts anbrennen und siegten mit deutlichen Satzergebnissen von 25:12, 25:12 und 25:13 gegen das junge, von Patrick Steuerwald trainierte, Heimteam. Der Brasilianer Davy Moraes sicherte sich mit 83 % Angriffsquote und gleich 5 Blocks hochverdient seine erste MVP-Medaille der noch jungen Saison.

In der Bayernwerk Sportarena fanden sich erstmals in dieser Spielzeit Renan Michelucci und Pierre Pujol in der Startaufstellung wieder. Neben Cody Kessel, der ebenfalls in die Mannschaft rotierte, begannen außerdem Éder, Timothée Carle, Davy Moraes und Libero Julian Zenger. Verletzungsbedingt musste Headcoach Cedric Enard beim Gastspiel in Bayern auf Robin Baghdady, Anton Brehme und den angeschlagenen Benjamin Patch verzichten. Hielten die jungen Hachinger mit großem Willen zu Beginn des Auftaktsatzes noch gut mit, gelang es Pujol & Co, sich Mitte des ersten Durchgangs bereits deutlich abzusetzen (4:4, 18:10). Mit guter Annahme, hohem Aufschlagdruck und nahezu fehlerfreien Angriffen ließ man den Hausherren wenig Chancen. Allen voran Diagonalangreifer Moraes fand die Lücken und führte seine Farben mit sechs Punkten zum ersten Satzgewinn (24:12).

Im zweiten Satz schlichen sich ein paar Abstimmungsschwierigkeiten ins Spiel der BR Volleys, doch man diktierte mit schnellen Pässen von Pujol weiter das Geschehen (8:6, 16:10). Heimtrainer Steuerwald sah bei seiner talentierten Mannschaft noch viele Ungenauigkeiten und das wussten die Männer in Schwarz weiter auszunutzen, sodass auch der zweite Satzgewinn nur eine Frage der Zeit war (25:12). Der Angriff mit Carle und Moraes rollte und so gab Enard auch immer wieder Adam Kowalski Einsatzminuten auf der Außen-Annahme-Position, um diese zu stabilisieren. So sorgte auch im dritten Satz ein Zwischenspurt früh für klare Verhältnisse, weil es am Block des DVV-Pokalsiegers für die Hachinger selten ein Vorbeikommen gab (16:8). Ein überzeugendes Auswärtsspiel beendeten die BR Volleys mit einem stabilen Dreierblock nach gut einer Stunde Spielzeit (25:13). Ganze zwei Eigenfehler im Angriff und kein einziger Annahmefehler belegten den hochkonzentrierten Auftritt letztlich auch statistisch.

Stimmen zum Spiel
Cedric Enard: „Ich bin sehr glücklich mit dem Auftreten. Die Mannschaft hat den Gegner ernstgenommen und auch das, was wir verbessern wollten, beherzigt. Sehr gefreut hat es mich für Davy, der nach seinem schwierigen Start gegen Düren heute gezeigt hat, was in ihm steckt. Aber auch Pierre, Cody oder Adam haben das klasse gemacht. Das ganze Team war sehr konzentriert.“
Cody Kessel: „Wir können sehr zufrieden mit dieser Leistung sein. Das war von jedem, der heute auf dem Court stand, ein konzentriertes Spiel auf gutem Niveau. Unsere Ausgeglichenheit kann zu einem wichtigen Antrieb in der Saison werden. Jeder möchte seine Chance nutzen, wenn er sie bekommt. Der Gegner war noch sehr jung und hatte sicher auch unter der Quarantäne-Pause zu leiden. Aber die Jungs werden sich entwickeln, so wie wir es in den nächsten Wochen auch weiter tun wollen.“

BR Volleys Formation
Timothée Carle und Cody Kessel (AA), Éder und Renan Michelucci (MB), Pierre Pujol (Z), Davy Moraes (D) und Julian Zenger (L) | Eingewechselt: Adam Kowalski

Topwerte
Moraes 15 Punkte, 83 % Angriffsquote, 5 Blocks | Carle 13 Punkte | Michelucci 8 Punkte, 100 % Angriffsquote, 2 Blocks

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier