Der 1. FC Union blickt durch die Tür zur Bundesliga

Ist es nur noch ein Spiel oder muss die Saison für die Eisernen durch die Relegation verlängert werden ? Die Relegation ist bereits sicher, das Restrisiko, dass der HSV nach Punkten zwar gleichziehen kann, ist bei dem Torverhältnis zu vernachlässigen. Der Grundstein wurde mit einem überzeugenden 3:0 Sieg gegen den 1. FC Magdeburg gelegt.

In der seit Wochen ausverkauften „Alten Försterei“ brachte Grischa Prömel mit seinem artistischen Treffer zur 1:0 Führung nach 8 Minuten früh auf die Siegerstraße. Magdeburg hatte nichts zu bieten, es waren von den abgegebenen 12 Torschüssen, lediglich ganze zwei darunter, die die Qualität eines möglichen Torerfolges in sich trugen. Diese mangelnde Durchschlagskraft, nur 34 Tore in der laufenden Spielzeit, der schlechteste Wert aller Zweitligisten, war mit dafür verantwortlich, dass die Magdeburger wieder runter müssen.

Nach dem Schlusspfiff des sehr großzügig leitenden Schiedsrichters Robert Schröder aus Hannover sanken die Spieler in Blau-Weiß zu Boden und einige fingen an zu weinen. Während die Rot-Weißen feierten, sie hatten getan was notwendig war. Die erreichten 56 Punkte und der damit so gut wie sichere Tabellenplatz Drei sind der größte Erfolg in der Vereinsgeschichte seit der deutschen Vereinigung. Gratulationen wollte man im Lager der Eisernen dafür nicht entgegenehmen. Verständlich, den der Fahrstuhl nach oben ist noch nicht betreten worden und im ungünstigen Fall geht die Tür wieder zu.

Es war zudem Respekt, den Urs Fischer gegenüber seinem Kollegen Michael Oenning bekundete: „Es ist heute nicht einfach: auf der einen Seite ein Trainer, der noch etwas gewinnen kann, auf der anderen Seite ein Coach, der gerade abgestiegen ist.“

Leider gab es zum Ende des Spiels Szenen, die keiner in einem Stadion sehen will. Magdeburger Fans versuchten die Plexiglasscheiben, die den Gästeblock abgrenzen, einzutreten. Vereinzelt wurden Metallteile in Richtung Spielfeld und Zuschauer geworfen. Einsatzkräfte der Polzei mussten vorübergehend für Ordnung sorgen. Das Spiel war unterbrochen. Im Block an der Waldseite, dort wo die Ultras des 1. FC Union stehen, wurden ein Banner und Fan-Utensilien des 1. FC Magdeburg gezeigt. Sebastian Polter begab sich an den Zaun, darauf verschwanden die Sachen aus dem Sichtfeld.

Es ist müssig darüber zu spekulieren wer angefangen hat, im Stadion sind auch Zuschauer, die sich einfach am Fußball erfreuen wollen und denen Ultra-Rituale gänzlich egal sind. Auf jeden Fall sind Strafen seitens des DFB zu erwarten.

Hans-Peter Becker

Neues vom Berliner Profifußball – Pal Dárdai hört auf

Am Dienstag, 16.04. wurde es offiziell, die sportliche Leitung von Hertha BSC beruft Pal Dardai von seiner Funktion als Cheftrainer der Profimannschaft ab. Bis zum Saisonende wird Dardai die Mannschaft weiter betreuen. „Ungeachtet von dieser Entscheidung bleibt das generelle Vertragsverhältnis von Dárdai mit Hertha BSC bestehen, nachdem er dann im Sommer 2020 wieder als Nachwuchstrainer einsteigen wird.“ Das heißt dann wohl, er macht ein Sabbat-Jahr.

Pal Dardai und sein Co. Rainer Widmayer Grafik: Christian Zschiedrich

Es lief nicht mehr so gut bei der „Alten Dame“, ob das allein am Trainer lag, sei dahin gestellt. Das Verletzungspech hat sicherlich mit dazu beigetragen, dass jetzt fünf Spiele in Folge verloren wurden. Hertha hat höhere Ziele, als nach einer passablen Hinrunde, zum Saisonende dann im grauen Mittelmaß zu versinken. In den letzten beiden Jahren wurden jeweils nur 19 Punkte in der Rückrunde geholt und aktuell steht die Mannschaft mit 11 Punkten auf Platz 13 der Rückrundentabelle. Die Trennung soll einvernehmlich erfolgt sein. Michael Preetz wird mit folgenden Worten zitiert: „Pál Dárdai hat sich nicht nur als Rekordspieler, sondern nun auch in den vergangenen viereinhalb Jahren als Cheftrainer der Lizenzspielermannschaft große Verdienste um Hertha BSC erworben. Viereinhalb Jahre sehr guter und konstruktiver Zusammenarbeit sind eine sehr lange Zeit im Profigeschäft. Nun sind wir jedoch gemeinsam zu dem Entschluss gekommen, dass ein neuer Impuls im Sommer der richtige Schritt für Hertha BSC ist.“

Neben Pal Dardai wird, wie bereits länger bekannt, sein Co. Trainer Rainer Widmayer zum Ende der Saison aufhören. Er wechselt zum VfB Stuttgart und wird dort in gleicher Funktion tätig sein. Der VfB hat den Klassenerhalt noch nicht gesichert. Noch ist entschieden, in welcher Liga Widmayer in der nächsten Saison arbeiten wird.

Blicken wir auf den 1. FC Union, der ja noch Hoffnung hat, in der nächsten Saison ein Ligakonkurrent für die „Alte Dame“ zu werden. Der 29. Spieltag wurde abgeschlossen mit dem Gipfeltreffen in Köln. Alles Daumendrücken für den FC nutzte nichts, das Unentschieden gegen Jahn Regensburg wurde nicht, wie der Punkt aus Dresden, vergoldet. Der HSV schlug sich in Köln mehr als passabel und nahm einen wichtigen Punkt mit nach Hause. Der Vorsprung mit drei Punkten wurde verteidigt. Die Eisernen haben allerdings das bessere Torverhältnis und spielen am übernächsten Spieltag, am Sonntag, 28. April in der „Alten Försterei“ gegen den HSV. Warten wir ab, unter welcher Konstellation das Spiel stehen wird. Zuvor hat der HSV ein Heimspiel gegen Erzgebirge Aue und parallel spielen am Ostersamstag die Eisernen in Fürth. Eine Niederlage sollte vermieden werden.

Hans-Peter Becker

Auf zu den Zebras

Der Gang den 1. FC Union zum aktuellen Tabellenletzten, dem MSV Duisburg darf als unangenehm bezeichnet werden. Ein Blick auf das Kader -Tableau der Zebras zeigt an, sie spielen in der Saison unter ihren Möglichkeiten. An das Hinspiel haben die Eisernen eher unangenehme Erinnerungen. Die Zebras hatten sie am Rand einer Niederlage, ein Treffer in der Nachspielzeit sorgte für ein Unentschieden.

In Duisburg wurde unterdessen der Trainer gewechselt, für den glücklosen Ilia Gruev kam Torsten Lieberknecht. Allzu bewirken konnte er bisher nicht, von den im Jahre 2019 bisher absolvierten Spielen konnte erst ein einziges gewonnen werden, alle anderen gingen verloren. Den Zebras steht das Wasser buchstäblich bis zum Hals. Sie werden wehren und gegen den Aufstiegsfavoriten aus Berlin haben sie nichts zu verlieren. Die Rollen sind klar verteilt im Duisburger Stadion an der Wedau.

Der 1. FC Union tritt gegen die Mannschaft an, die selbst die wenigsten Tore erzielt hat, lediglich 20 Tore konnten sie in 21 Spielen verbuchen. Dagegen stellen sie mit 33 Toren den stärksten Angriff der Liga. Die Abwehr ist eine weitere Problemzone des Tabellenletzten. In der Winterpause reagierten die Verantwortlichen und liehen Torhüter Felix Wiedwald von Eintracht Frankfurt bis zum Saisonende aus. Das war nicht gerade ein Vertrauenbeweis für Daniel Mesenhöler, der 2018 vom 1. FC Union nach Duisburg gewechselt war.

Die Eisernen wollen drei Punkte am Samstag, 16. Februar mit nach Berlin nehmen. Auf der Pressekonferenz vor dem Spiel äußerte sich Unions Trainer Urs Fischer: „Wir haben bisher keinen Gegner unterschätzt. Aber es gilt auch, wie im Auswärtsspiel gegen Aue oder zu Hause gegen Sandhausen, von Sekunde eins an bereit zu sein, schnellstmöglich Zugang zum Spiel zu bekommen, in den Zweikämpfen zu sein, aber auch spielerische Lösungen zu finden. Man braucht eine gute Mischung. Es wird daher eine interessante Aufgabe“

Die größeren personellen Probleme haben die gastgebenden Zebras. Lieberknecht muss unter anderem auf Borys Tashchy und Jospeh Baffo, beide verletzt, sowie Enis Hajri, der vom DFB wegen einer roten Karte im Spiel gegen Fürth für zwei Spiele gesperrt wurde, verzichten.

Urs Fischer darf wieder grübeln, wenn er zu Hause lassen muss. Nicht einsatzfähig ist nur Sebastian Polter, der nach wie vor an der gegen Köln erlittenen Fußverletzung laboriert. Das Spiel in der Dusiburger-Arena beginnt um 13:00 Uhr, es werden 12.000 Zuschauer erwartet, darunter etwa 1.000 Fans der Eisernen.

Hans-Peter Becker

Der SV Sandhausen kommt

Nach den beiden Spitzenteams zum Auftakt in das neue Punktspieljahr ist am Samstag, 9. Februar mit dem SV Sandhausen eine Mannschaft aus der unteren Tabellenhälfte der Gegner. Eine Aufgabe, die dadurch nicht leichter ist. Die Sandhäuser haben zuletzt durch den 3:0 Heimsieg über den VfL Bochum neues Selbstvertrauen im Kampf um den Klassenerhalt getankt.

In der Alten Försterei gab es in der Vergangenheit für den SV Sandhausen nichts zu holen. In Zweitligazeiten gestatteten die Eisernen den Gästen aus Baden-Württemberg nicht einmal einen einzigen Punkt, lediglich in der bisher einzigen gemeinsamen Saison in der 3. Liga gab es ein Unentschieden. Die bevorstehende Aufgabe für die Eisernen hat Parallelen zum Spiel gegen St. Pauli. Sandhausen wird für den eigenen Spielaufbau wenig tun, vorallem werden sie versuchen, den fast durchgehend besser besetzten Berlinern die Spielfreude zu nehmen. Sandhausens Trainer Uwe Koschniat setzte auswärts in Hamburg und im Heimspiel gegen Bochum auf ein 4-2-3-1 System. Im offensiven Mittelfeld ist er zu Umstellungen gezwungen, weil Rurik Gislason und Phillip Förster nach ihrer fünften gelben Karte gesperrt sind.

Bei den Eisernen trifft das auf Manuel Schmiedebach für das defensive Mittelfeld zu. Für ihn könnte Michael Parensen in die Startelf rücken. Auf den Außenbahnen sollten wieder Kapitän Christopher Trimmel und Ken Reichel beginnen. In der Offensive könnte Akaki Gogia für Marcel beginnen. Winterneuzugang Carlos Mane sollte erneut in der Startelf stehen und da Sebastian Polter weiter verletzt ausfällt, ist Sebastian Andersson in der Sturmspitze gesetzt.

Unions Trainer Urs Fischer erwartet eine kampfbetonte Auseinandersetzung und dafür müssen spielerische Lösungen gefunden werden. Wer am Schluss der Saison auf einen der begehrten Plätzen 1-3 landen will, sollte gegen die sogenannten Kleinen möglichst wenig Federn lassen. Der hauhohe Favorit steht fest für das Spiel, alles andere als drei Punkte für den 1. FC Union wäre eine Überraschung.

Das Spiel beginnt um 13:00 Uhr und wird von Schiedsrichter Tobias Stieler geleitet werden. Für das Spiel sind noch Restkarten verfügbar. Der Gästeblock wird nicht, wie in der Vergangenheit öfter geschehen, geteilt. Nach Aussage von Unions Pressesprecher Christian Arbeit fehlen noch einige Kartenkäufer, damit der Sandhausener Anhang im Stadion eine dreistellige Größe erreicht. Sandhausens Pressesprecher Marcus Beer sprach davon, dass, obwohl es keinen Fanbus geben wird, Berlin immer eine Reise wert ist und so der kleine, feine Auswärtszuspruch da sein wird.

Hans-Peter Becker

BBSC Berlin nimmt dem Tabellendritten einen Punkt ab

Resultat der samstäglichen Reise nach Köln zum Vorjahresmeister war eine erneute sehr knappe 2:3-Niederlage (19, -21, 26, -21, -14) des BBSC bei DSHS Snowtrex Köln.

Zum dritten Mal in der Saison traf der BBSC auf den derzeitigen Tabellendritten und entführte nun auch in der Liga einen Punkt vom Rhein. Schon das Pokalspiel im Oktober 2018 verloren die Berlinerinnen mit dem gleichen Ergebnis.

Bereits mit dem ersten Satz machten die Köpenickerinnen selbst ohne die nicht einsatzbereiten Kummer, Eggert und Holstein klar, dass sie gewillt waren, aus der Domstadt Punkte mitzunehmen. Mit einer richtig guten Endphase des Satzes belohnte sich der BBSC für eine konzentrierte Leistung. Der zweite Satz ging an Köln, das kleine Fehler auf Berliner Seite schnell nutzte und souverän den Satz nach Hause brachte. Dafür war der dritte Satz so richtig von beiden Teams umkämpft. Zwei Asse von Antonia Lutz brachten das I-Tüpfelchen zugunsten der Berlinerinnen, nämlich den zweiten Satzgewinn und damit die Sicherheit, mindestens einen Punkt mit nach Hause nehmen zu können. Im vierten Satz warfen die Gastgeberinnen noch einmal alles in die Waagschale, um den Tiebreak zu erreichen und erzielten den Satzausgleich. Im fünften Satz führte lange Zeit der BBSC: Über 6:2 bis zum 10:5 war die Führung durchaus komfortabel, doch wie so manches Mal in dieser Saison konnte der entscheidende Punch nicht gesetzt werden. Kühl und routiniert agierten die Gastgeberinnen, holten zum 13:13 auf und sicherten sich dann auch mit 16:14 den erneuten Heimsieg.

Sowohl Kölns Trainer Jimmy Czimek als auch BBSC-Coach Robert Pultke lobten die Einstellung und Spielweise beider Teams. Kämpferisch als auch spielerisch überzeugten beide Mannschaften und boten den Zuschauern einen packenden Ligavergleich.

Auch wenn Pultke die erneute 2:3-Niederlage ein wenig schade fand, war er doch mit der Leistung seiner Mannschaft zufrieden: „ Wir haben eine wirklich gute Teamleistung gesehen, jede Spielerin hat ihre Aufgaben super erfüllt. Der Punktgewinn in Köln sollte uns Sicherheit geben, gegen den nächsten Gegner Oythe an die Leistungen anzuknüpfen“. Kölns Trainer wählte Antonia Klamke zum MVP der Begegnung, auf Gastgeber-Seite erhielt Melanie Preußer die begehrte Medaille.

Der kleine BBSC-Tross konnte sich erst am Sonntag deutlich nach 0 Uhr auf die Heimreise machen: zwei Spielerinnen des BBSC wurden für die Dopingkontrolle ausgewählt –  ein Vorgang, der regelmäßig sehr viel Zeit kostet…

Auf dem zwischenzeitlich neunten Tabellenplatz geht es jetzt am kommenden Samstag um 19:00 Uhr in der Berliner Hämmerlinghalle gegen den VfL Oythe wieder um Ligapunkte.

Für den BBSC im Einsatz: Marie Dreblow, Josephine Suhr, Tara Jenßen, Karoline Vogt, Antonia Klamke, Anna-Lena Vogt, Antonia Lutz, Alina Gottlebe-Fröhlich

Quelle: Burkhard Kroll / BBSC Berlin

Teilerfolg für die Eisernen

Das letzte Testspiel vor dem Beginn der Restsaison sollte eigentlich in Basel stattfinden. In Davos tagt das Weltwirtschaftsforum, das bindet wohl zu viel Kräfte der Schweizer Polizei. Das Spiel wurde erst abgesagt und dann nach Berlin verlegt. So pfiff der Berliner Schiedsrichter Lasse Koslowski die Partie am Samstag, 26. Januar pünktlich um 14:00 Uhr bei nasskaltem Wetter mit Temperaturen um den Gefrierpunkt an. Die offizielle Zuschauerzahl wurde mit 2.406 bekanntgegeben. So knapp 100 Anhänger des FC Basel füllten den Gästeblock, die sich einige Male während des Spiels bemerkbar machten.

Der FC Basel war direkt aus dem Trainingslager im spanischen Marbella angereist und hatte dabei mit Verspätungen zu kämpfen. Dazu kam der Temperaturschock, 20 Grad plus und Sonne satt, in Berlin war etwas Schnee gefallen. Probleme mit der Akklimatisierung hatte der 20fache Meister der Schweiz allerdings keine. Sie gingen bereits nach vier Minuten durch einen Kopfball des Franzosen Aldo Kalulu in Führung. Die Vorarbeit kam von Kevin Buas, der einzige Akteur auf dem Platz der kurzärmlig spielte. Kurz zuvor hatte Felix Kroos mit einem Freistoß den Keeper der Gäste zu einer Parade gezwungen. In der 21. Minute schlugen die Eisernen zurück. Aus dem ersten Eckball für die Gäste entwickelte sich ein Konter. Suleiman Abdullahi setzte sich auf der rechten Seite durch und sein Querpass erreichte Sebastian Polter, der vollendete. In der 30. Minute hatten die Eisernen das Spiel gedreht. Grischa Prömel war der Schütze zum 2:1. Die Gäste glichen in der 41. Minute durch Ricky van Wolfswinkel aus. Da zeigte sich die spielerische Klasse der Schweizer, die aktuell von Marcel Koller trainiert werden, in Deutschland ja kein Unbekannter. Die Zuschauer hatten eine unterhaltsame erste Spielhälfte gesehen.

In der zweiten Halbzeit fielen keine Tore mehr, dazu wurde fleißig gewechselt, was dem Spielfluss nicht immer förderlich war. Insgesamt neun Spieler wurden auf seiten der Wuhlheider ausgetauscht. Der Testcharakter des Spiels überwog, die heraus gespielten Chancen wurden eine Beute der Torhüter. In der 86. Minute verhinderte Lennart Moser, der in der zweiten Halbzeit das Tor beim 1. FC Union hütete, mit einer tollen Parade den möglichen Siegtreffer. Zuvor hatte Sebastian Andersson eine Riesenchance für Union liegen lassen.

Die Startaufstellung der Eisernen dürfte einige Hinweise geben, wer am Donnerstag, 31. Januar zum richtungsweisenden Heimspiel gegen den 1. FC Köln auflaufen wird. Im 4-3-3 schickte Urs Fischer zunächst folgende Aufstellung auf den Rasen:

Tor: Jakob Busk (Rafal Gikiewicz wurde geschont) Abwehr: Christopher Trimmel, Marvin Friedrich, Fabian Schönheim (Neuzugang Nicolai Rapp sollte beginnen, verletzte sich beim Aufwärmen) Ken Reichel Mittelfeld: Manuel Schmiedebach, Felix Kroos, Grischa Prömel, Angriff: Marcel Hartel, Sebastian Polter, Suleiman Abdullahi.

Ab der 61. Minute kam – der erst am Tag zuvor als Neuzugang verkündete – Carlos Mane zu seinem ersten Einsatz. Er braucht sicher noch einige Zeit zur Eingewöhnung. Es war sein ausdrücklicher Wunsch, 30 Minuten zu spielen.

Beide Trainer zeigten sich insgesamt zufrieden mit den gezeigten Leistungen. Urs Fischer kritisierte, dass die Gegentore zu einfach fielen. Die Generalprobe ist geglückt, gegen Köln müssen wir auf den Punkt bereit sein.

Hans-Peter Becker

Hertha und Union starten ins neue Fußballjahr

Hertha BSC hat bereits das erste Testspiel absolviert. Gegen den Zweitligisten Arminia Bielefeld gab es am Ende einen 4:1 Sieg. Verantwortlich dafür war eine starke Schlussphase bei nasskaltem Wetter. Kapitän Vedad Ibisevic (36. Minute) sowie die eingewechselten Pascal Köpke (78.), Muhammed Kiprit (82.) und Davie Selke (85.) erzielten die Treffer für Hertha, Christopher Nöthe (68.) glich zwischenzeitlich per Foulelfmeter aus. Trainer Pal Dardai gab vorallem seiner zweiten Garde eine Chance sich zu zeigen. Die Rückrunde in der 1. Bundesliga startet bereits in der nächsten Woche. Hertha tritt am 20. Januar in Nürnberg an.

Etwas mehr Zeit hat der 1. FC Union in der 2. Bundesliga. Für die Eisernen beginnt das Punktspieljahr erst am 31. Januar mit dem Heimspiel gegen den 1. FC Köln. Das ist gleich ein ganzer harter Brocken zum Auftakt. Wie gut, dass die Generalprobe, ein Spiel gegen den Schweizer Spitzenclub FC Basel, doch noch zustande kommen wird. In einer am heutigen Freitag, 11. Januar veröffentlichten Pressemitteilung steht zu lesen:

„Der 1. FC Union Berlin testet zum Abschluss der Wintervorbereitung auf heimischem Platz gegen den FC Basel. Am Sonnabend, dem 26.01.2019 gastiert der Schweizer Erstligist im Stadion An der Alten Försterei in Berlin. Der Anstoß erfolgt um 14 Uhr.

Dem ursprünglich für diesen Termin angesetzten Auswärtsauftritt der Eisernen beim FC Basel setzten die schweizerischen Behörden ein abruptes Ende, da sie dem Gastgeber die Austragung des Spiels untersagten. „

Jetzt steht für die Profis des 1. FC Union ab dem kommenden Wochenende das Trainingslager in Spanien an. Hertha BSC bestreitet am Sonntag, 13. Januar den 10. Telekom-Cup. Insgesamt gibt es vier Spiele: In den Halbfinals treffen Fortuna Düsseldorf und der FC Bayern München (13 Uhr) und Borussia Mönchengladbach und Hertha BSC (14.10 Uhr) aufeinander. Alle Spiele dauern 45 Minuten. Steht es nach der regulären Spielzeit Unentschieden, geht es ohne Verlängerung ins Elfmeterschießen. Das Spiel um Platz drei steigt direkt nach dem zweiten Halbfinale. Das Finale beginnt um 16.30 Uhr.

Hans-Peter Becker

Niederlage in Aue

Es war nicht der Tag des 1. FC Union. Einen Tag vor dem Heiligen Abend kehrte die Mannschaft mit der ersten Saisonniederlage aus dem Erzgebirge zurück. Das traditionelle Weihnachtssingen wurde wegen der Ansetzung des Spiels extra auf 19:00 Uhr verschoben. Schiedsrichter Sven Jablonski pfiff die Partie pünktlich nach 90 Minuten ab. Eine Nachspielzeit gab es nicht. Die Eisernen hatten verloren, drei Gegentore kassiert, nicht ein einziges selbst geschossen.

Der FC Erzgebirge Aue bot eine taktische Meisterleistung. Daniel Meyer, seit Saisonbeginn Trainer bei den Veilchen aus dem Erzgebirge muss hellseherische Fähigkeiten haben. Er schien zu wissen was sein Kollege Urs Fischer vor hatte. Der 1. FC Köln hatte am Freitag überraschend im eigenen Stadion gegen Bochum verloren. Zeitgleich spielte der HSV in Kiel, warum sollte der dort nicht Federn lassen. Mit einem Dreier im Erzgebirge wäre der Start in die Rückrunde optimal gewesen. Es kam anders und das Spiel könnte zukünftig als Lehrfilm für die Taktikausbildung angehender Fußball-Lehrer dienen.

Urs Fischer wollte mit seiner Aufstellung überraschen. Er brachte zwei Stürmer (Polter und Anderson), auf den offensiven Außenbahnen begannen Hartel und Mees, unterstüzt von Schmiedebach und Zulj auf 6er Position. Taktisch sortiert zu einer 4-4-2 Aufstellung. Es hätte funktionieren können, wenn die Erzgebirgler mit ihrer 3er bzw. 5er Kette in der Abwehr operiert hätten. Stattdessen setzten sie auf ein 4-3-3 als taktische Antwort. Union sollte das Spiel machen und Aue wollte auf die Kontergelegenheiten lauern.

Bereits nach 6. Minuten begann die Rechnung von Trainer Meyer aufzugehen. Für erfolgreiche Konter braucht es schnelle Spieler. Aues Stürmer Iyoha würde wahrscheinlich auch bei Laufwettbewerben über die 100 m eine gute Figur abgeben. Er war mit dem Ball schneller, als der gewiss nicht langsame Hartel ohne das Spielobjekt. Er lief vom eigenen Strafraum bis zum gegnerischen und brachte den Ball zu Testroet. Ein frühes Gegentor, das war nicht Bestandteil des Matchplans der Eisernen. Angriff auf Angriff rollte auf das Auer Tor zu. Es war ein bisschen Pech dabei, knapp daneben oder ein Verteidiger war zu Stelle, Aue hielt den Kasten sauber.

Das Unheil nahm seinen Lauf als in der 30. Minute Mees im Strafraum einen Blackout hatte, den Ellbogen ausfuhr und die Richtung des Balls änderte. Die Regel mit der Vergrößerung der Körperfläche kam zur Anwendung und eine aktive Bewegung soll auch erkennbar gewesen sein. Es gab Proteste der Berliner. Den fälligen Strafstoß verwandelte Testroet. Da mussten sie im Lager der Eisernen tief durchatmen. Solch eine Situation war neu in dieser Saison. Aue hielt den Vorsprung bis zur Pause.

Die 13.800 Zuschauer sahen ein hochinteressantes Fußballspiel. Für Feinschmecker, die sich Gedanken machen über Raumaufteilung, Stellungspiel und Laufwege bot sich ein erlesenes Taktikmenü. Bereits an der Mittellinie wurden die Unioner von den drei Auer Stürmern angelaufen. Es war Schwerstarbeit für die Eisernen, dazu belastet mit dem Rückstand von zwei Toren.

Nach der Halbzeitpause stellte Aue taktisch um und spielte jetzt mit einem 4-4-2 System. Union bekam noch größere Probleme. Bereits nach einer Stunde hatte Urs Fischer von Mees und Zulj genug gesehen und nahm einen Doppelwechsel vor. Die Zeit lief ihnen davon. In der 70. Minute kam Gogia für Hartel, vielleicht ein Dribbling im Strafraum, eine Einzelaktion die zu einem Tor führt. Stattdessen beschenkte Testroet die Zuschauer mit einem Tor der besonderen Art. Mit einem sehenswerten Seitfallzieher sorgte er in der 74. Minute für Entscheidung.

Mit der ersten Saisonniederlage rutschen die Eisernen auf Platz vier der Tabelle ab. Schade, da auch der HSV in Kiel verlor, hätten sie den Abstand verkürzen können.

Weiter geht es am Donnerstag, 31.01.2019, es kommt der 1. FC Köln in die „Alte Försterei“.

Hans-Peter Becker

Spieldaten

  1. Fußball-Bundesliga 18. Spieltag 23.12.2018 13:30 Uhr

FC Erzgebirge Aue:
Männel – Rizzuto, Cacutalua, Breitkreuz, Kusic – Fandrich, Hochscheidt, Riese – Krüger (75. Wydra), Testroet (80. Baumbart), Iyoha (90. Herrmann)

1. FC Union Berlin:
Gikiewicz – Trimmel, Friedrich, Hübner, Reichel – Schmiedebach, Zulj (61. Kroos) – Hartel (70. Gogia), Andersson, Mees (61. Abdullahi) – Polter

Schiedsrichter: Sven Jablonski, Jan Seidel, Jan Neitzel-Petersen, Tim Skorczyk

Zuschauer: 13 800

Tore: 1:0 Testroet (6.), 2:0 Testroet (30. FE), 3:0 Testroet (74.)

 

Zum Jahresabschluss nach Aue

Das Erzgebirge gilt als das Weihnachtsland und im Erzgebigsstadion zu Aue werden die Eisernen das Fußballjahr beenden. Das Kartenkontingent für den Gästeblock dürfte ausgeschöpft sein. Teil eins des vierten Adventssontag ist das Spiel zum Beginn der Rückrunde. Das Hinspiel zum Saisonauftakt gewannen die Eisernen durch einen Lastminute-Freistoßtreffer von Felix Kroos glücklich mit 1:0. Eine Wiederholung dürfte gern folgen. Es wird nicht einfach werden. Der FC Erzgebirge ist seit drei Spieltagen in Folge ungeschlagen und ließ aufhorchen durch einen 5:0 Auswärtserfolg in Fürth. An Selbstbewußtsein wird es den Erzgebirglern nicht mangeln. Mit 19 Punkten haben sie die Hinrunde abgeschlossen, damit liegen sie in ihrem Saisonfahrplan.

Beim 1. FC Union ist es genauso, der vorgegebene Plan wurde eingehalten, keine Niederlage wurde in der Hinrunde kassiert. Der Jahresabschluss kann spannender nicht sein. Beide Trainer haben wenig Personalsorgen. Urs Fischer hat wieder die Qual der Wahl und muss wieder Profis zu Hause lassen, die in anderen Vereinen kaum Probleme hätten, in der Startelf zu stehn. Den kompletten Kader bei Laune zu halten ist bei sportlichem Erfolg keine leichte Aufgabe. Ein Spieler hat sich dann doch geäußert, das er nicht zufrieden ist. Die Rede ist von Simon Hedlund, der in der vergangenen Saison in 31 Spielen eingesetzt wurde. In der aktuellen Saison stand er elf Mal im Kader. Wird es in Aue sein zwölfter Einsatz. Es soll Gerüchte geben, dass er seinem ehemaligen Trainer Jens Keller nach Ingolstadt folgen könnte.

Die Eisernen müssen ein Rezept finden, die Auer 5er Kette in der Abwehr zu knacken. Die Veilchen werden zudem den Berlinern viel Ballbesitz gestatten und auf Umschaltsituationen hoffen. Welches Team legt seinen Anhängern am Tag vor Weihnachten einen Sieg auf den Gabentisch? Nach dem Spiel werden sich Akteure und Schlachtenbummler beeilen, schnell nach Berlin zurückzukommen. Um 19:00 Uhr wird in der Wuhlheide die Mutter aller Weihnachtssingen beginnen. Das Spiel in Aue beginnt um 13:30 Uhr und wird unter der Leitung von Schiedsrichter Sven Jablonski stehen. Er ist in dieser Saison fast so etwas wie ein Stammschiedsrichter, er pfiff bereits die Partien gegen St. Pauli und Dynamo Dresden.

Hans-Peter Becker

Der Ungeschlagene und die Unbesiegbaren !

Der VfL Bochum war vor einem Jahr das Schicksal für Jens Keller. Nach einer 1:2 Niederlage im Ruhrstadion musste er gehen. Die Eisernen standen mit 26 Punkten auf Tabellenplatz vier. Anschließend rutschten sie ab, kassierten am letzten Spieltag der Hinrunde eine Heimniederlage gegen Dynamo Dresden und boten in der Rückrunde wenig überzeugende Auftritte.

Ein Jahr später sieht die Welt in der Wuhlheide nicht soviel anders aus. Der Trainer allerdings ist meilenweit von einer möglichen Entlassung entfernt. Er scheint die Mannschaft in Drachenblut gebadet zu haben. Der 1. FC Union kann einfach nicht verlieren, obwohl sie es im letzten Heimspiel des Jahres gegen den VfL Bochum wirklich probiert haben. In der ersten Halbzeit war der VfL das bessere Team, von den Unbesiegbaren kam nicht viel. So einige Male mussten die Fans tief durchatmen, weil der Ball glücklicherweise wieder nicht den Weg über die Torlinie fand. So traf in der 14. Minute Lee im Anschluss an eine Ecke nur den Pfosten. Nur drei Minuten später war, erneut nach einem Eckball, das Streitobjekt so gut wie über der Linie. Nach seiner Rettungstat musste Unions Keeper Gikiewicz behandelt werden, konnte zum Glück weiter spielen. Nach 35 Minuten sah sich das Stadion veranlaßt, die Mannschaft mit Aufwachen-Rufe zu unterstützen. Immerhin sprangen bis zur Halbzeitpause drei halbgare Tormöglichkeiten heraus.

Der sympathische Schweizer Urs Fischer ist sonst eher mit dem Temperament eines Graubündner Almbewohners ausgerüstet. Vorstellbar, dass er in der Kabine  eine ganz andere Seite zeigen musste. Jedenfalls steigerte sich seine Mannschaft in Hälfte zwei. Bochum wurde bitter für die in Halbzeit eins vergebenen Chancen bestraft. Nach einer Stunde Spielzeit war es so weit. Schicksal spielte der Schiedsrichter der Partie Dr. Matthias Jöllenbeck, Arzt aus Freiburg, er zeigte auf den Punkt, Foulelfmeter. Ganz nebenbei, Dr. Jöllenbeck war auch der Schiedsrichter beim letzten Spiel von Jens Keller in Bochum vor einem Jahr. Der erste Eindruck von der Pressetribüne, ganz klar, denn muss man geben, auf den Videos war es nicht mehr so eindeutig. Der Kicker fand die richtige Formulierung: „Sebastian Polter zog einen Elfmeter…“ Von diesem Schock erholten sich die Bochumer nicht mehr und bekamen in der 87. Min. durch Zulj den endgültigen Ko. Schlag verpasst. Die Eisernen agierten im Stile einer Spitzenmannschaft, sie gewinnen Spiele, die eigentlich nicht zu gewinnen sind. Die Bochumer hatten ihr Mitleid umsonst, dazu die alte Fußballweisheit: „Wer keine Tore schießt, kann nicht gewinnen.“

Große Erleichterung nach dem Schlusspfiff, „man bin ick froh, dat wa dit gewonnen haben.“ Urs Fischer hat mit seiner Mannschaft einen Rekord aufgestellt, noch nie ist es einem Zweitliga-Trainer gelungen, eine ganze Halbserie lang ungeschlagen zu bleiben. Sieben Siege und zehn Unentschieden, bedeuten Platz drei mit 31 Punkten, punktgleich mit dem FC St.Pauli. Dank des besseren Torverhältnisses sind die Eisernen weiter der „Leader of the Rest“. Ein Spiel ist vor den Weihnachtsferien noch zu absolvieren. Am vierten Adventssonntag reisen sie zum FC Erzgebirge Aue. Das Weihnachtssingen wurde dafür extra auf 19:00 Uhr verlegt.

Hans-Peter Becker