Da hat sich Hertha BSC was eingebrockt !

0:3 in Frankfurt! Wie kann das sein, wo es um so viel ging, dass Hertha die erste Halbzeit verschläft. Das passt doch nicht. Die 2. Liga rückt näher. Hat Hertha wirklich nicht die Qualität fürs DFB-Oberhaus? Es scheint so. Selbst Aufsteiger Schalke 04 (aktuell 11 Punkte) rückt näher an Hertha BSC (14 Punkte) heran. Der Abstand zum Tabellenletzten beträgt nur noch 3 Punkte. Die Mannschaften über Hertha gehen von der ersten Minute ganz anders zu Werke. Vergleichsweise zu beobachten sind der größere Einsatzwille, einer für den anderen, die enorme Laufbereitschaft und Zweikampfführung. Da geht es mal ordentlich hart zur Sache. Augsburg schlägt Bayer Leverkusen 1:0 und der VfL Bochum gewinnt gar 5:2 gegen die TSG Hoffenheim. Da kursieren bereits Witze, ob Hertha vielleicht auf die 10fach in Folge sieglosen Hoffenheimer wartet. Schalke erkämpfte sich ein torloses Remis bei Borussia Mönchengladbach (immerhin zu Null!) und die Borussen sind der nächste Gegner in Berlin. Kann Hertha BSC mit dieser Einstellung gegen die Gladbacher einen Blumentopf gewinnen?

Genug der negativen Schlagzeilen. Kay Bernstein bekommt sogar Komplimente für die Entlassung von Fredi Bobic. Einig sind sich wiederum alle, dass dies kein günstiger Zeitpunkt war. Die vier Absagen im Transfergeschäft sprechen aktuell natürlich Bände. Was unter Fredi Bobic geschah, hat mich keineswegs überzeugt. Der Beginn war mit Windhorsts Millionen eigenartig. Insofern ist Bernstein in der Tat zu verstehen. Bobic brachte, so steht zu lesen, sage und schreibe 14 Mitarbeiter aus Frankfurt mit in die Hauptstadt. Das Geld hätte besser investiert werden können. Aber wen interessiert schon, ob das Ehrenamtliche, dagegen wäre nichts einzuwenden, oder kostspielige Ausgaben (Löhne) sind. Der Verein heißt aber Herrtha BSC, der in Verantwortung das Spiel mit sich machen ließ. Bobic soll, lobenswerterweise, einen Transferüberschuss erzielt haben. Gut so, plus die Millionen von Windhorst, welcher Verein kann schon so gut dastehen?

Die Antwort: Der zweite Berliner Bundesligaverein. Während ich die Zeilen tippe, stehen die Köpenicker an 1. Stelle der Eliteliga und Trainer Urs Fischer bäckt trotzdem weiter Bewusstsein kleine Brötchen. Sein Ziel waren zunächst 40 Punkte, so schnell wie möglich den Klassenerhalt sichern. Union hat nach 19 Begegnungen „erst“ 39. Es fehlt also immer noch ein Punkt, um nicht abzusteigen, ehe das nächste Ziel verkündet werden kann. Noch mehr hat mir die Einkaufspolitik – „Wir haben unsere Grenzen“ – imponiert. Es wurde wohl zu viel gefordert und Absprachen nicht eingehalten, also verzichteten die Eisernen.

Der VfL Wolfsburg wurde aus dem Pokal geschmissen, der 1. FC Union hat das Viertelfinale erreicht. Was ist mit Hertha BSC? Ach, lassen wir das. Sonst fange ich noch an, von beiden Vereinen die Ergebnisse der letzten vier Meisterschaftsspiele gegenüberzustellen. Der angeblich neue Investor ist ja auch noch nicht sicher. Oje Hertha BSC, das nächste Spiel sollte unbedingt gewonnen werden.

Christian Zschiedrich

Zwei Rostocker Vereine führen die NOFV-Oberliga Nord an

Der Rostocker FC nach 17 Spielen mit 39 und Hansa Rostock II mit 36 Punkten. Es folgen fünf Berliner Vereine: 3. FC Hertha 03 (33 P.), 4. TuS Makkabi (30 P.), 5. Blau-Weiß 90 (28 P.), 6. CFC Hertha 06 (27 P.) und 7. Eintracht Mahlsdorf (26 P.). Eine aus Berliner Sicht zufriedenstellende Konstellation. Da könnte man schlussfolgern, Berliner Clubs haben in dieser Saison nichts mit dem Abstieg zu tun ? Wäre nicht der SC Staaken (15.) und SV Tasmania (16.). Vier direkte Absteiger gibt es in diesem Jahr. Mecklenburg Schwerin (18. mit nur 7 Punkten) verlor sogar das Heimspiel 0:4 gegen MSV Neuruppin und liegt abgeschlagen weit zurück. Anders dagegen der Vorletzte MSV Pampow, hat deren 12 Punkte und ist bei der Drei-Punkte-Regelung noch keineswegs aus dem Rennen. Ebenfalls 12 Punkte hat SV Tasmania im 50 jährigen Jubiläum. Bekanntlich fusioniert Tas mit Blau-Weiß 90, heißt, bange muss es nur aus Berliner Sicht um den SC Staaken (15 P.) sein. In Staaken verlor die Jeffrey-Seitz-Truppe 0:2 gegen Optik Rathenow und muss am Sonntag, 13.00 Uhr, zum Tabellenvierten TuS Makkabi ins Mommsenstadion. Dass es Staaken in dieser Saison so schwer hat und endgültig im Abstiegskampf angekommen ist, ist vergleichsweise zu den Jahren davor neu.

Auch Hertha 03 und Blau-Weiß 90 verloren ihre Auswärtsspiele. BW 90 verlor 0:2 bei Dynamo in Schwerin und die Zehlendorfer 1:2 bei Union Fürstenwalde (8.). Beide und nicht nur sie verloren in der Spitzengruppe damit an Boden. Schade. Das Berlin-Derby zwischen Hertha 06 – TuS Makkabi endete vor nur 106 Zuschauern 0:1.

Die sieben Berliner Clubs haben am kommenden Spieltag folgende Gegner vor der Brust: Samstag, 04.02.2023, 13.00 Uhr, Volkspark Mariendorf, Blau-Weiß 90 – Union Fürstenwalde, Samstag, 04.02.2023 , 13.30 Uhr, Werner-Seelenbinder-Sportpark, SV Tasmania – Dynamo Schwerin, Samstag, 04.02.2023 14.00 Uhr, MSV Pampow – Eintracht Mahlsdorf. Sonntag, 05.02.2023, 13.00 Uhr, Mommsenstadion, Berlin-Derby TuS Makkabi – SC Staaken. Sonntag, 05.02.2023, 14.00 Uhr, MSV Neuruppin – CFC Hertha 06. Zeitgleich wird im Ernst-Reuter-Sportfeld die Partie FC Hertha 03 – TSG Neustrelitz angepfiffen.

Christian Zschiedrich

Die Rückrunde der Regionalliga Nordost hat begonnen

Der Überblick ist durch nicht einheitliche Spielaustragungen gekennzeichnet, die Tabelle hat ein schiefes Bild. Energie Cottbus führt zwar mit 33 Punkten, gefolgt von Rot-Weiß Erfurt und dem Berliner AK 07 mit je 32 Punkten, Erfurt hat aber ein Spiel weniger. Das Heimspiel gegen den Tabellensechzehnten, FSV Luckenwalde, musste witterungsbedingt ausfallen. Der BAK 07 schwächelte erneut, auswärts, sogar deutlich 0:3 gegen den Greifswalder FC. Besonders auf sich aufmerksam macht der aktuelle Tabellenvierte, jetzt mit 31 Punkten, der Chemnitzer FC. Ihm gelang ein 1:0-Sieg gegen Tennis Borussia in Berlin. Bereits seit neun Partien sind die Sachsen nun ungeschlagen. Wie bei den Erfurtern stehen erst 16 ausgetragene Spiele zu Buche. Drei Traditionsvereine folgen punktgleich mit einem Zähler weniger: 1. FC Lok Leipzig, Chemie Leipzig und BFC Dynamo. Sogar Carl Zeiss Jena rechnet sich noch Chancen, mit 28 Punkten, aus. In der begonnenen Rückrunde kann es so einiges an Spannung und Überraschung im Kampf um die Meisterschaft geben. Energie Cottbus an der Spitze konnte sich nicht weiter absetzen. In Cottbus siegte Altglienicke mit 2:0. Der Meister aus dem Nordosten steigt ja in dieser Saison nicht direkt auf. Er qualifiziert sich lediglich für die Relegation gegen den Meister aus Bayern.

Schauen wir auf die Berliner: Tabellendritter BAK ist weiter bester Berliner Vertreter. Auf Platz 7 schaut der BFC Dynamo auch wieder mehr nach oben als nach unten. Mit 2:1 wurde gegen Meuselwitz gewonnen. Die VSG Altglienicke ist 9., Hertha BSC II ist 12, verlor zu Hause 1:2 gegen den 1. FC Lok Leipzig. Absteiger Viktoria 89 ist mit 18 Punkten weiter abstiegsgefährdet. Das 1:1, wieder zu Hause im eigenen Stadion in Lichterfelde, gegen Carl Zeiss Jena war wichtig. Zwei Berliner Clubs stehen weiter in der abstiegsgefährdeten Zone. Lichtenberg 47 erkämpfte beim Tabellenletzten Germania Halberstadt ein 1:1, hat jetzt 15 Punkte und ist 15., Tennis Borussia mit 8 Punkten 17. Nur der Tabellenletzte, aktuell Halberstadt mit 5 Punkten, würde direkt absteigen. Es könnte, je nachdem, ob der Meister aufsteigt und wer aus der 3. Liga absteigt, könnte es durchaus auch drei weitere Absteiger geben.

Sowohl für TeBe als auch für Lichtenberg 47 besteht noch Hoffnung. Tennis Borussia muss am kommenden Spieltag nach Jena und Viktoria 89 muss beim 1. FC Lok Leipzig im Bruno Plache Stadion bestehen. Die VSG Altglienicke empfängt Chemie Leipzig. Da Viktoria ja wieder in Lichterfelde spielen darf, sind die Volkssportler wieder in den Jahnsportpark zurückgekehrt. Ein Berlin-Derby steht im Poststadion an. Der BAK 07 hat den BFC Dynamo zu Gast. Herthas Nachwuchs spielt in Babelsberg und Lichtenberg 47 im Zoschke gegen Rot-Weiß Erfurt.

Ein Nachholspiel vom 15. Spieltag zwischen dem 1. FC Lok Leipzig – Chemnitzer FC ist für Dienstag, 31.01.2023 terminiert. Beide haben das Ziel 3. Liga im Visier.

Christian Zschiedrich

Kommentar zur Krisen-Pressekonferenz von Hertha BSC

29. Januar 2023: Für nicht angebracht halte ich es, wenn ein Verein sportlich so am Boden liegt, dann auch noch ordentlich draufzuhauen. In Vorahnung der Dinge, den jetzigen VfB Stuttgart-Trainer fanden viele in Berlin gar nicht so schlecht. Nach der 0:5 Heimpleite gegen Wolfsburg und der neuerlichen 0:2 Niederlage im Stadtderby kommentierte ich in meinem letzten Artikel, behutsam zwischen den Zeilen, den Quotenunterschied zwischen Trainer Sandro Schwarz und Bruno Labbadia. Mir war klar, bei Hertha muss etwas geschehen. In solchen Fällen ist zu 90 % das schwächste Glied, der Trainer, der gehen darf. Bei Hertha bekam und bekommt(?) Sandro Schwarz eine Beschäftigungsgarantie. Gefeuert wurde, Fredi Bobic, der den Trainer verpflichtete. Dem Verein wird diese Entlassung, nicht weniger kosten, als der Rauswurf eines Trainers, vielleicht sogar mehr. Während auch Bobics Mitstreiter Sebastian Zelichowski (Technischer Direktor) und Thomas Westphal (Teammanager) gehen müssen, bleibt Kaderplaner Dirk Dufner an Bord.

Die auf dem Podium Platz genommenen Verantwortlichen, Präsident Kay Bernstein, Aufsichtsrat-Vorsitzender Klaus Brüggemann, Thomas E. Herrich und Neu-Sportdirektor Benjamin Weber, bekundeten, diese Maßnahme wurde einstimmig getroffen. Das mehrmalige Betonen, die Trennung sei keineswegs gegen Bobic gerichtet, wirft natürlich viele Fragen auf. Erstaunlich die Aussage, Bobic wäre auch entlassen worden, wenn das Derby siegreich für Hertha ausgegangen wäre. Wenn die Maßnahme nicht gegen den entlassenen Sportdirektor gerichtet war, gegen wen war sie denn, zumal so einstimmig, immer wieder von Präsidium und Aufsichtsrat betont? Soetwas muss im Hinterstübchen gründlich vorbereitet werden. Kay Bernstein: „Keiner steckte etwas durch“. Da muss sich ja in den nächsten Tagen entscheidendes tun. Hertha dürfte nicht zur Ruhe kommen.

Die Übereinstimmung der Verantwortlichen ist natürlich enorm wichtig. Erst recht in Verbindung mit den Aussagen, für kostspielige Neuverpflichtungen aktuell keine Mittel und auch keine neuen Gelder in Erwartung zu haben. Um den Abstieg zu verhindern, reicht erfahrungsgemäß Herzblut allein nicht. Hertha-Ikone Zecke Neuendorf wird als Bindeglied zwischen designiertem Sportdirektor Weber zur Mannschaft zukünftig Verantwortung übernehmen. Na dann berate mal Trainer Sandro Schwarz nach den drei blamablen Niederlagen in Folge richtig. Wenn gegen Eintracht Frankfurt auch wieder verloren werden sollte, bricht die Mannschaft, die es nicht mehr ist, mit Abwanderungsgedanken ganz auseinander. So zumindest, ist zu befürchten. Bis 15. März sind seitens Hertha die Lizenzunterlagen, sowohl für die erste als auch für die zweite Liga einzureichen. Und wann schließt das Transferfenster? In zwei Tagen.

Christian Zschiedrich

Berliner AK 07 mit Fragezeichen

Ganz oben in der Regionalliga Nordost sich zu behaupten, scheint gar nicht so leicht zu sein. Die Berliner haben ihre Führungsposition nach dem 14. Spieltag an Rot-Weiß Erfurt abgeben müssen. Allerdings nur deshalb, weil die Begegnung am Samstag, 26.11.2022, nicht stattfinden konnte und am Mittwoch, 30.11.2022, zu der Zeit, in der ich diese Zeilen zu schreiben begann, nachgeholt wird. Gewinnen die Berliner gegen den 1. FC Lok Leipzig, sind sie wieder Tabellenführer, einen Punkt besser als der überraschende Aufsteiger aus Thüringen. Überraschend deshalb, den Erfurtern hatte zu Saisonbeginn diese Leistung kaum einer zugetraut. Nach 14 Spiele gleich 30 Punkte und 34:11 Tore, das ist höchst erstaunlich, auch der 6:2-Sieg zuletzt gegen Babelsberg 03.

Vergleichsweise dazu schwächeln die Berliner. Zum 13. Spieltag 0:3 gegen Carl Zeiss Jena mit neuem Trainer recht deutlich verloren, und davor setzten sie das Heimspiel des 12. Spieltages gegen Chemnitz mit 2:4 in den Sand. Torlos 0:0 endete die Partie am 11. Spieltag gegen Babelsberg 03. Von den neun möglichen Punkten waren es zuletzt nur ein einziger. Zuvor war eitel Sonnenschein in Moabit. Die Berliner Athleten führten nach dem 10. Spieltag die Tabelle mit sechs Punkten Vorsprung an, 27 Punkte, 22:3 Tore. Nach dem Babelsberg-Spiel waren es noch 5 Punkte Vorsprung. Der BAK bereitete uns bislang also viel Freude. Bevor wir vom heutigen Ergebnis berichten, blicken wir aus Berliner Sicht auf die weiteren (Miss-) Erfolge:

Das Berlin-Derby gewann mit 1:0 Viktoria 89 bei Lichtenberg 47. Altglienicke, aktuell nach dem BAK zweitbester Berliner Club in der Regionalliga, Tabellen-Siebenter, verlor 2:3 das Heimspiel gegen den Greifswalder FC. Der BFC Dynamo, Tabellen-Zehnter, erkämpfte sich ein 1:1 bei Chemie Leipzig. Hertha BSC II rutschte mit der 1:2-Niederlage in Meuselwitz auf Platz 11. Auswärts in Luckenwalde holte sich Schlusslicht Tennis Borussia die nächste Niederlage ab, 1:3, vergrößerte damit den Abstand zu den weniger gefährdeten Relegationsplätzen auf bedenkliche 10 Punkte. TeBe verstärkte nicht die Mannschaft, holte sich dafür Sportdirektor Benjamin Borth. Er war bei BAK 07 ausgeschieden. Die Luckenwalder (16.) holten sich gegen die Borussen den ersten Sieg in dieser Saison.

Erwähnenswert der Positionswechsel zwischen Viktoria 89 und Lichtenberg 47. Viktoria steht nunmehr aktuell auf Platz 14, einen Punkt über dem Relegationsplatz. Lichtenberg einen Punkt unterm Strich mit 13 Punkten und 13:28 Toren. Bereits am Freitag heißt es um 19 Uhr, Tennis Borussia – Lichtenberg 47 und FC Viktoria 89 – gegen die einen Punkt besser rangierenden Meuselwitzern. Am Samstag, 3.12. beschert die Ansetzung zwei Berlin Derbys um 13 Uhr, im Sportforum BFC Dynamo – VSG Altglienicke und im Amateurstadion Hertha BSC II – Berliner AK 07.

Was geschieht aktuell im Poststadion im Nachholspiel gegen den 1. FC Lok Leipzig? Anstoß 19 Uhr.

Der BAK verliert dramatisch in der Nachspielzeit mit 1:2 und rutscht in der Tabelle weiter ab. Im Poststadion waren 519 Zuschauer zugegen.

Christian Zschiedrich

Japan besiegt die Dummheit im deutschen Team

Da nützen keine schönen Worte, um es deutlich beim Namen zu nennen, geradezu haarsträubend dumm offenbarte sich das deutsche Team gegen Japan in den entscheidenden letzten 20 Minuten. Anstatt sich selbst hochzujubeln „wir haben einen Kader voller guter Talente“, sollten die Aktiven realistisch, voller Demut nach Spanien schauen, wie ihre Talente effektiv und leidenschaftlich auftrumpfen und zu Werke gehen. Dem Spielverlauf nach begründe ich meine Kritik, ein Spiel aus den Händen zu geben, das nach eigenen Aussagen und Erfahrungen das wichtigste bei dieser Weltmeisterschaft ist. Die Mannschaft wusste, worum es zum Auftakt gegen Japan geht und war entsprechend darauf vorbereitet. Sie ist nicht reif für einen so herbeigesehnten Erfolg. Letztendlich dürfen da auch keine Ausreden zählen.

Trotz Führung verlor die deutsche Elf, wie 2018 gegen Mexiko, auch bei der WM 2022 im Khalifa International Stadion ihr erstes Spiel. Maeda erzielte das erste Tor (8.) für Japan. Zum Glück galt es wegen Abseits nicht. Danach kam überhaupt nichts mehr im ersten Durchgang von den Japanern. Total enttäuschend, defensiv eingestellt, zogen sich die Blauhemden zurück und brachten nach vorn keine einzige Deutschland gefährdende Aktion zustande. Deutschland dominierte, hatte das Geschehen fest im Griff, selbst der für Kehrer nominierte Verteidiger Schlotterbeck wurde zusehends sicherer.

Deutschland erspielte sich zahlreiche Torchancen und belohnte sich endlich in der 33. Minute. Gündogan verwandelte einen Foulelfmeter zum 1:0. In der Luft lag wiederholt das 2:0. Häufig vergebene Chancen werden irgendwann bestraft. Die Volksweisheit kennt jeder Nationalspieler. Trotz der eindeutigen Dominanz und einer Nachspielzeit von 4 Minuten schaffte Deutschland es nicht, nachzulegen. Dass Kai Havertz einmal den Bann brach und einen Treffer kurz vor der Halbzeit erzielte, war symptomatisch. Leider zählte das Tor infolge Abseits nicht, Halbzeit 1:0.

Chefredakteur Christian Zschiedrich

Etwas mutiger begannen die Japaner den zweiten Durchgang, taten sich offensiv aber immer noch schwer. Deutschland dominierte weiterhin, 83 % Ballbesitz. Japan verteidigte mit Mann und Maus und schloss sehr geschickt Lücken. Thomas Müller war derjenige, der hin und wieder Freiräume mit Laufarbeit für seine Mitspieler schaffte. Und richtig gefährlich wurde es immer, wenn Musiala in den Strafraum eindrang, dazu in der Lage war, Gegenspieler auszutricksen. Eine Stunde lang ließ Deutschland viele Chancen liegen. Es hatte dann den Anschein, als merkte das Team gar nicht, dass Japan taktisch umbaute, offensive Kräfte einwechselte, ohne etwa die Abwehr zu vernachlässigen. Imponierend war dabei ihr Konterspiel.

Deutschland kassierte in der 75. Minute den Ausgleich durch den vier Minuten vorher eingewechselten Freiburger Ritsu Doan. Die japanischen Wechsel „saßen“, die der Deutschen nicht. Kein Vorwurf, wenn ein Trainer nach einer Stunde frische Kräfte ins Match schickt. Die Frage muss erlaubt sein, ist es erforderlich, wenn die Mannschaft führt und dominiert. Im Vorfeld hieß es, die Spieler seien topfit. Fest steht, es gab einen Bruch im Spiel der Deutschen. Plötzlich griff Japan vehement an, sogar mehr denn je nach dem Ausgleich.

Mir fiel auf, wenn Deutschland in Ballbesitz gelangte, alle verteidigten. Da war kein Durchkommen und da waren keine Räume in der geschlossenen Verteidigung. Ich staunte, wie alle zurück sprinteten und wieder weite Wege nach vorn liefen. Wiederholt versammelten sie sich im und um den eigenen Strafraum, wenn in der eigenen Abwehr Schwachpunkte erkannt wurden. Ich hätte verstanden, den schläfrigen Süle und dazu Schlotterbeck auszuwechseln. Ich hätte nie Musiala und Müller rausgenommen. Bezeichnend, die 83. Minute, der Bochumer Takuma Asano lief Schlotterbeck mit einem langen Ball am rechten Flügel davon und erzielte aus spitzem Winkel den Siegtreffer für Japan.

Nicht allen war aufgefallen, weshalb Schlotterbeck den Kürzeren zog. Schlotterbeck wollte auf Abseits spielen. Das wäre es auch gewesen, hätte nicht Süle im Rücken des Dortmunder die Abseitsstellung, nicht mitspielend, aufgehoben. Bei solchen Abwehrfehlern und Schwachpunkten in einem Team verstehe ich all diejenigen, die jetzt nach dem erfahrenen Mats Hummels mit hervorragendem Auge und erstklassigem Stellungsspiel rufen. Eine den Leistungen nach zu erwartende weitere Niederlage am Sonntag gegen Spanien heißt: Deutschland ist draußen!

Für Deutschland war die lange Nachspielzeit, erster Durchgang 4 Minuten, zweiter Durchgang 7 Minuten, eine Chance. Dennoch kommt mir in den Sinn, wenn nicht durch Verletzungen lange Spielunterbrechungen gegeben sind, wieso werden dann insgesamt 11 Minuten nachgespielt? Das verlängert doch die Spielzeit offiziell. Die Wechsel wurden auch zügig vorgenommen, allerdings sind es meiner Meinung nach zu viele, je Mannschaft fünf mögliche. Das muss nicht sein. Zu meiner Zeit gab es gar keine Wechselmöglichkeiten. Bedeutete: „Erst den Gegner dezimieren und dann gewinnen“! Wer verletzt wurde, hatte eben Pech. Liebe Regelexperten, die häufige Wechselei nervt und macht vieles für die Zuschauer kaputt. Drei Wechsel tun es doch auch.

Christian Zschiedrich

Gianni Infantino sollte schnellstens seinen Hut nehmen

Es reicht, was sich der FIFA-Präsident erlaubt. Er ist nicht bereitzuerklären, wer ihn über acht Monate lang sein Wohnen in Katar bezahlt, verbietet aber verantwortlich am Montagmittag, kurz vor Beginn der WM-Partie England gegen Iran acht Spielführern europäischer Mannschaften das Tragen von „One Love“-Armbinden bekanntlich gegen Rassismus, Antisemitismus und für Toleranz und Menschenrechte. Insofern blieb kaum Zeit, sich mit den weiteren sieben Nationen abzusprechen und zu einigen. Gespannt war man über das Vorgehen der Engländer, weil Kapitän Harry Kane von den Tottenham Hotspur vorher unmissverständlich erklärte, natürlich mit der Binde aufzulaufen.

Die korrupte Fifa drohte den Nationen, die sich nicht an die Verbote halten, mit „sportlichen Konsequenzen“, ohne anzudeuten und gar zu nennen, welche das sein werden. Der Konflikt wurde damit eindeutig auf dem Rücken der Sportler ausgetragen. Immerhin hatte Deutschland sofort angekündigt, eine Finanzstrafe oder eine Gelbe Karte für den Kapitän in Kauf zu nehmen. So war man gespannt, wie die Engländer wohl im Spiel gegen den Iran reagieren würden. Die Engländer knickten ein und gefährdeten Harry Kane nicht. Das wiederum wurde von einem Großteil der Interessenten als untypisch für England bezeichnet.

Man stelle sich vor, acht Nationen hätten gegen die Bedrohung der Spieler Rückgrat bewiesen und wären bei Sanktionen gegen einen Kapitän der Armbinde wegen geschlossen nicht aufgelaufen. Das hätte meiner Meinung nach Präsident Infantino nicht „überlebt“. Es fragt sich, ob die WM in Katar damit gestorben wäre? Reglementierungen hin oder her, die Welt hat sich mit Kriegsbeginn, mit den Angriffen der Russen gewaltig geändert. Das früher existiert nicht mehr. Denn in den sozialen Medien ist von einigen zu lesen, die WM sei ja Sport und keine politische Veranstaltung. Von wegen, Sport habe mit Politik nichts zu tun. Wie ungebildet kann man nur sein.

Entscheidend war also die Furcht und Angst vor der sportlichen Strafe. Oliver Bierhoff: „Man kann uns die Binde wegnehmen, aber nicht unsre Werte, die wir weiterhin vertreten“. Die FIFA hat die Diskussion über ihr erneut unverstandenes Handeln in die Schlagzeilen gebracht. So viel Aufmerksamkeit hätte es sonst nie einer Armbinde wegen gegeben. Die FIFA hat ihr wahres Gesicht gezeigt und uns wachgerüttelt.

Große Achtung habe ich vor DFB-Präsident Bernd Neuendorf. Bereits vor einer Woche hatte er verkündet, keine Unterstützung für die Wiederwahl von Infantino zu geben. Das ist kein Einknicken. Angebracht scheint mir jetzt, die Abberufung des FIFA-Präsidenten zu fordern. Und Hochachtung habe ich vor den Spielern des Iran. Ohne groß anzukündigen, haben sie bei der Hymne nicht eine Lippe bewegt. Das ist großartiger, geschlossener Protest ohne Angst vor persönlichen Repressalien, wenn sie nach den Spielen wieder zu Hause im Iran sein werden, wo die Regierung während der WM auf das eigene Volk schießt und mordet. Unsere Pflicht wird es sein, die Entwicklung nicht nur zu verfolgen.

Christian Zschiedrich

FC Hertha 03 von der Spitze verdrängt, Blau-Weiß 90 gibt auf

Nach dem 12. Spieltag freuten sich die Zehlendorfer, siegten über TuS Makkabi im Mommsenstadion mit 2:1 und kletterten mit 28 Punkten und 30:9 Toren an die Spitze der Tabelle der NOFV Oberliga Nord. Doch die Spitzenposition mussten sie am 13. Spieltag nach dem 1:1 Unentschieden im Heimspiel gegen MSV Neuruppin (6. mit 19 Punkten) wieder hergeben. Der Rostocker FC gewann bei Blau-Weiß 90 deutlich mit 4:0 und steht mit 31 Punkten nun ganz oben, während Hertha 03 aufgrund des schlechteren Torverhältnisses, punktgleich mit Hansa Rostock II, auf Platz 3 abrutschte. Jetzt kommt zum nächsten Spieltag, dem 14, am Samstag, 26.11., 13:30 Uhr, eine weitere schwere Aufgabe auswärts beim 1. FC Frankfurt (6., 17 Punkte).

Erfolgreich dagegen ist plötzlich SV Tasmania, 5:1 Sieger über die TSG Neustrelitz und 3:2 Sieger im Berlin-Derby gegen Eintracht Mahlsdorf (8. und 17 Punkte). Tasmania steht dennoch auf einem Abstiegsrang (16., 11 Punkte), vier Mannschaften müssen direkt absteigen. Momentan auf Platz 16 ist Optik Rathenow, Platz 17 belegt der MSV Pampow, die Rote Laterne, abgeschlagen auf Platz 18, die Mannschaft Mecklenburg Schwerin. Die Niederlage, 0:4 gegen den Rostocker FC, könnte sich im Lager von Blau-Weiß 90 (5., 23 Punkte) mit dem ungewöhnlichen Vorhaben von Blau-Weiß-Boss Michael Meister erklären. Spieler und Trainer waren in der vergangenen Woche informiert worden, dass der Chef Michael Meister plant, in der kommenden Saison in der Berlin-Liga anzutreten. Das fuhr wohl den Aktiven gewaltig in die Beine. Ein Rückzug soll zudem von der Kooperation mit Tasmania erfolgen. Jugendförderung, NOFV-Auflagen, Stadioninfrastruktur und bessere Chancen im überregionalen Fußball vereinen wohl die Liga-Rivalen.

Das hat zur Folge: Die sportlich gewiss erfolgreiche Oberliga-Mannschaft von Blau-Weiß 90 ist der erklärte Absteiger Nr.1., mitten ins Herz auch der Anhängerschaft. Welch ein Paukenschlag!

Am Mittwoch, 16.11., 19.00 Uhr, wird die am 12. Spieltag ausgefallene Partie zwischen CFC Hertha 06 und dem SC Staaken nachgeholt. Staaken vordem Rang 11, verlor das Berlin-Derby bei CFC Hertha 06, dem Tabellen-Siebenten (18 Punkte), muss das Heimspiel gewinnen, rangiert aktuell auf Platz 13, punktgleich mit Dynamo Schwerin (14.). Die Ränge 13 und 14 sind Relegationsplätze. Am Sonntag, dem 27.11., 14.00 Uhr, heißt es am 14. Spieltag SC Staaken – Blau-Weiß 90. Man darf gespannt sein, welche Entwicklung die Vereine in der NOFV Oberliga Nord nehmen.

Christian Zschiedrich

Erneute Niederlage für Tabellenführer Berliner AK 07

Carl Zeiss Jena gewinnt nach sechs sieglosen Partien und dem Trainerrauswurf von Andreas Patz am 13. Spieltag 3:0 über Spitzenreiter BAK 07. Die Berliner warteten jedoch in Jena mit ihrer schlechtesten Saisonleistung auf. Sie waren am Freitagabend vor 3.453 sogar noch glimpflich mit dem 0:3 davon gekommen. Dennoch bleibt BAK Tabellenführer, weil Energie Cottbus vor 2.345 Zuschauern im Sportforum von BFC Dynamo mit sage und schreibe 4:1 bezwungen wurde. Energie verpasst damit die Tabellenführung. Ebenso Aufsteiger Rot-Weiß Erfurt, weil die Erfurter nicht über ein 1:1 bei Germania Halberstadt, der Roten Laterne, hinaus kamen. Halberstadt stemmt sich gegen den Abstieg und hätte sogar den Sieg verdient gehabt. Dynamo nahm erst nach der Pause Fahrt auf und gewann mit drei Jokertoren, hat nunmehr nach 13 Spielen = 19 Punkte, Tabellenplatz 10. Die Spitzengruppe ist noch enger zusammen gerückt.

Tennis Borussia muss unbedingt in den Tabellenkeller blicken: vorletzter, nach wie vor nur 4 Punkten, mit aussagekräftigen 10 Gegentoren aus den letzten beiden Spielen. 0:4 gegen Chemie Leipzig und „nur“ 0:6 im Berlin-Derby gegen VSG Altglienicke vor 378 Zuschauern im Amateurstadion. Das 0:7 wurde aberkannt. Der TeBe-Anhang wurde leidgeprüft. Ebenfalls Remis, torlos, holte Viktoria 89 wenigstens ein Pünktchen gegen FSV Luckenwalde, dem Tabellen-16.. Neben dem BFC Dynamo hat doch noch ein Berliner Club drei Punkte eingefahren: Hertha BSC II im Derby gegen Lichtenberg 47 mit 3:0. Hertha verbucht nun als Tabellen 11 = 17 Punkte, Lichtenberg ist 13. mit 13 Punkten. Eine faustdicke Überraschung bescherte der 1. FC Lok Leipzig zu Hause im Bruno Plache Stadion seinen Anhängern, 2.810 Zuschauer, – unterlag dem ZFC Meuselwitz 0:1.

Erst am Freitag, 25.11., 19.00 Uhr, geht es mit drei Ansetzungen weiter: Lichtenberg 47 – Viktoria 89, Luckenwalde – Tennis Borussia Berlin und Altglienicke gegen den Greifswalder FC (12.). Samstag, 26.11., 13.00 Uhr, Rot-Weiß Erfurt – Babelsberg 03, Berliner AK 07 – 1.FC Lok Leipzig, 14.00 Uhr, Chemie Leipzig – BFC Dynamo und Sonntag, 27.11., 13.00 Uhr, Energie Cottbus – Germania Halberstadt, 13.30 Uhr, Meuselwitz – Hertha II und 14.00 Uhr, Chemnitzer FC – Carl Zeiss Jena.

Christian Zschiedrich

Überraschungen am 12. Spieltag in der Regionalliga

Energie Cottbus ist mit dem 3:1-Sieg gegen den Greifswalder FC bis auf zwei Punkte an Tabellenführer Berliner AK herangerückt. Der BAK musste zu Hause im Poststadion 2:4 gegen den Chemnitzer FC die erste Heimniederlage einstecken. Nach 12 Spielen haben die Berliner 28 Punkte und Energie Cottbus 26 Punkte. Die Anzahl 26 Punkte hat auch Aufsteiger Rot-Weiß Erfurt mit dem 4:1-Sieg vor 5.899 Zuschauern gegen den BFC Dynamo geholt.

Chefredakteur Christian Zschiedrich Foto: Sportick

Mit je 25 Punkten stehen Babelsberg 03 und Chemie Leipzig auf Platz 4 und 5. Babelsberg gewann 5:1 beim Tabellenletzten in Halberstadt und Chemie siegte 4:0 zu Hause gegen Tennis Borussia. Auf Platz 6 mit 23 Punkten abgerutscht ist der 1. FC Lok Leipzig. Lichtenberg 47 nämlich bezwang nicht zum ersten Mal Lok erstaunlicherweise mit 4:2. Das Berlin-Derby VSG Altglienicke gegen FC Viktoria 89 endete 1:1, während Hertha BSC II auswärts 2:1 beim FSV Luckenwalde gewann.

So spannend kann es nun am 13. Spieltag weitergehen. Bereits am Freitagabend, 19.00 Uhr, finden zwei interessante Begegnungen mit Berliner Beteiligung statt. Das Derby Elfter gegen Zwölfter im Amateurstadion zwischen Hertha BSC II und Lichtenberg 47. Noch Spitzenreiter BAK 07 muss nach Jena zum Platz 9. Carl Zeiss. Carl Zeiss Jena entließ nach der 1:2 Niederlage in Meuselwitz Trainer Andreas Patz mit sofortiger Wirkung.

Christian Zschiedrich