Da darf sich keiner zu sicher fühlen…

„Schlecht gespielt und doch gewonnen“, so meint CFC-Trainer Uluc von der Leistung seines Teams angesäuert, in der Beurteilung alles andere, nur nicht lobenswert. Drei der Berliner Spitzenvereine verärgerten diesmal ihre Trainer. Hertha 03 verlor in dieser Saison doch so ambitioniert, mit 1:3 in Schwerin. Trainer Robert Schröder schlug sich der vielen vergebenen Torchancen wegen die Hände über den Kopf zusammen. So wird das nichts, wenn Torchancen nicht konsequent genutzt  und konzentriert zum erfolgreichen Abschluss gebracht werden. Von Peinlichkeiten war in Staaken die Rede. In Halbzeit zwei ließ der SC Staaken die in Unterzahl agierenden Gäste aus Torgelow zum Ausgleich und damit zum 1:1 Endstand kommen. Staakens Trainer Jeffry Seitz bemängelte die Einstellung seiner Spieler und kündigte demzufolge eine härtere Gangart im Training an.

Foto: Headlight Pictures

Stern 1900 war spielfrei und ziert nun mit lediglich drei Punkten Ende der Oberliga-Tabelle. Brandenburg Süd siegte unerwartet 2:1 in Ludwigsfelde. Eintracht Mahlsdorf, jetzt 13., ließ beim 1:2 in Neustrelitz die Punkte liegen. Erfreulich dagegen, Blau Weiß 90 beim 4:0-Sieg in Stendal. Blau Weiß schoss sich damit mit 19 Punkten nach dem 9. Spieltag auf Tabellenplatz zwei. Auf folgenden drei Plätzen stehen Berliner Vereine.

Bereits am Freitag, 22.10. kommt es im Ernst-Reuter-Stadion zum Duell Fünfter gegen Vierter, Hertha 03 – Hertha 06. Blau-Weiß 90 einen Tag später beim Torgelower FC Greif ran. Schließlich spielt am Sonntag, 24.10. der Letzte gegen den Ersten, Stern 1900 – Rostocker FC heißt die Paarung an der Kreuznacher Straße. Ebenfalls am Sonntag hat der SC Staaken sein Heimspiel gegen Mecklenburg Schwerin. Eintracht Mahlsdorf ist spielfrei.

Christian Zschiedrich

Von den Berliner Clubs gewinnt nur der BAK 07

Mit dem 2:1-Sieg im Berliner Derby gegen Lichtenberg 47 festigt BAK 07 die Tabellenführung in der Regionalliga, profitierten die Athleten zudem von der Dynamo-Niederlage in Jena. Der BAK hat nach 14 Spielen als Tabellenerster 34 Punkte, 4 Punkte mehr als der Tabellenzweite. Der BFC Dynamo bleibt mit 30 Punkten trotz der Niederlage auf Platz Zwei. Allerdings hat der 1. FC Lok Leipzig bei einem Spiel weniger nur einen Punkt Rückstand, gefolgt von Carl-Zeiss Jena als Tabellendritter. Jena hat nach 13 Partien jetzt 27 Punkte. Sowohl Lok als auch Carl-Zeiss müssen wir besonders unter die Lupe nehmen.

Die Messestädter, von Almedin Civa gecoacht, gewannen zuletzt mit 5:0 über Aufsteiger SV Tasmania (16.) und haben ein Nachholspiel am 10. November gegen Energie Cottbus. Zum nächsten Spieltag muss der 1.FC Lok ins Karl-Liebknecht-Stadion nach Babelsberg, Tabellenachter, reisen, dem Ex-Club von Almedin Civa. Was für sich spricht ist das beeindruckende Torverhältnis 21:2 der Leipziger, die es in dieser Saison wissen wollen.

Christian Zschiedrich kommentiert: Foto: Headlight Pictures

Der erfahrene Berliner Trainer Dirk Kunert, so könnte man annehmen, muss in Jena goldene Löffel geklaut haben. Zwei Tage nach dem 9:0 Pokalerfolg in Meiningen, zuletzt in neun Spielen unbesiegt (darunter nur zwei Remis) wurde in Jena entlassen. Nun, Carl -Zeiss strebt die Meisterschaft und den Aufstieg an. Liegt aussichtsreich auf dem 4. Tabellenplatz. Jena ist in der Spitzengruppe der Regionalliga mit Tuchfühlung zum Tabellenführer. Kunert hat in seiner Trainer-Karriere wiederholt bewiesen, erfolgreich sein zu können. Zu Beginn der Saison übernahm Kunert das Traineramt in Jena, Vertrag bis Sommer 22. Den Ergebnissen nach ist der Rausschmiss ein Hammer. Was es nicht alles gibt im Fußball. Begründung bei Carl-Zeiss: „Aufstiegsplatz gefährdet.“

FCC-Sportdirektor Tobias Werner: “Das ist für mich, seit ich hier Verantwortung für den sportlichen Bereich trage, die härteste Entscheidung. Aber ich bin von ihrer Richtigkeit und Notwendigkeit überzeugt. Es geht um den FCC und dessen sportlichen Erfolg. Wir haben einen Kader, mit dem es unser Ziel sein muss, bis zuletzt um den Aufstieg zu spielen. Und dieses Ziel sahen wir gefährdet, wenn wir nicht handeln. Und noch sind wir mit unserer Mannschaft in der Position, Weichen zu stellen, die uns ans Ziel bringen können.“ Diese Aussage ist für mich sehr widersprüchlich. Am Samstag, 23.10. geht es ins Stadion Vogelsang zu Optik Rathenow, dem achtzehnten der Tabelle. Der bisherige A-Jugendcoach Andreas Patz soll es nun in Jena richten.

Die anderen Berliner Ergebnisse: Tennis Borussia (hat erst 12 Spiele) – Chemie Leipzig 0:1. TeBe ist mit 14 Punkten jetzt auf Platz 12 und muss am Freitag, 22.10. nach Luckenwalde. Die VSG Altglienicke spielt am Samstag, 23.10. im Poststadion ein Berlin-Derby gegen Lichtenberg 47. Aufsteiger SV Tasmania hat bisher 11 Punkte geholt, empfängt im Stadion Lichterfelde Energie Cottbus, die ihre Aufstiegspläne weiter verfolgen. Union Fürstenwalde schlug Hertha BSC II 3:2, muss am Sonntag, 24.10. ins Alfred-Kunze-Stadion zu Chemie nach Leipzig. Bereits am Freitag, 22.10. ab 19.00 Uhr, steigt das nächste Derby zwischen Hertha BSC II und dem Berliner AK im Amateurstadion.                  

Christian Zschiedrich                             

Es rumort wieder bei Hertha BSC

Es geht diesmal nicht um die Schmach der Mannschaft, aktuell Tabellenplatz 14., nur 6 Punkte nach 7 Spielen, es trifft wieder einmal die Führung des Vereins, den Vorsitzenden der Geschäftsführung des Bundesligisten Carsten Schmidt. Er nimmt seinen Hut und verabschiedet sich nach nicht mal einem Jahr. Genannt werden rein private Gründe. Wer den ehemaligen Sky Chef kennt, weiß, dass vorläufig nichts anderes zu erfahren sein wird, als persönlichen Gründe für seinen Rücktritt. Von einem Krankheitsfall im unmittelbaren Familienumfeld ist die Rede.

Allerdings reagierte Investor Lars Windhorst gemeinsam mit Carsten Schmidt bestürzt darüber, „dass wieder Dinge an die Öffentlichkeit gebracht wurden, die vertraulich waren“. Hertha bestätigte Schmidts Amtsniederlegung zunächst nicht. Sportdirektor Arne Friedrich auf Anfragen über das Aus: „Ich kann dazu nichts sagen“. Schmidt hatte mit Hertha als CEO große Pläne, Herthas künftige Philosophie zu erarbeiten, den Verein wirtschaftlich zu stärken und neue Geschäftsfelder erschließen.

Chefredakteur Christian Zschiedrich. Foto: Hans-Peter Becker

Nicht nur wir Berliner wundern uns über die Häufung von negativen Schlagzeilen in so kurzer Zeit bei prominenten Führungspersonen. Im Rampenlicht der Präsident Werner Gegenbauer als starker Mann, dann die Geschehnisse um Michael Preetz, Bruno Labbadia, Jürgen Klinsmann, Jens Lehmann, namhafte Spielerverkäufe und Transfers, nun Carsten Schmidt. Besonders nachdenklich stimmt, dass Lars Windhorst als Investor ohne maßgeblichen Einfluss bei wichtigen Entscheidungen zu sein scheint. Mal ehrlich, würden Sie viel Geld geben, ohne Mitspracherecht. Ich jedenfalls nicht! Ich würde nicht eine Million aus Lust und Tollerei, ohne Gegenleistung verschenken. Lars Windhorst dagegen soll 375 Mill. Euro an Hertha verschenkt (?) haben, mit welchem Ergebnis?

Weil der sportliche Erfolg bisher ausblieb, die aktuellen Ergebnisse niederschmetternd sind, scheint Windhorst aufzubegehren. Das Geld brachte sportlich bisher keinen Erfolg, dafür jede Menge Unruhe. Wer hielt bei diesem Machtspiel den Investor mit seiner Holding bisher klein (?) – Windhorst ein Machertyp vom Scheitel bis zur Sohle degradiert zum fast machtlosen Zuschauer am Spielfeldrand. Kann das auf Dauer überhaupt gut gehen? Ein Machtkampf: Geld bestimmt die Welt!

Setzt sich, am nächsten Spieltag in Frankfurt auch die sportliche Krise fort. Fredi Bobic, als Geschäftsführer Sport jetzt mit weiteren Aufgaben betraut, weiß die Arbeit von Trainer Pal Dardai zu schätzen. Noch hat er Rückendeckung. Letztendlich bleibt der Trainer das schwächste Glied im Verein. Sollte er abgelöst werden, geht er eben wieder zurück und übernimmt die U 16.

Christian Zschiedrich    

Wer nutzt die Gunst der Stunde – Union oder Hertha?

Der 6.BL-Spieltag ist aus Berliner Sicht gleich doppelt interessant: Erstens wegen der Ausgangssituation und zweitens der Weichenstellung im Konkurrenzkampf in der Hauptstadt. Union ist der Achte in der Tabelle und hat ein Heimspiel gegen den 13. Arminia Bielefeld mit 4 Punkten. Hertha muss auswärts ran, beim Tabellen 12., ebenfalls mit 4 Punkten. Die Leipziger wollen unbedingt den miesen Start vergessen machen und punkten. Bielefeld braucht die Punkte auch. Beide Berliner Clubs haben die gleiche Ausgangssituation, nämlich 6 Punkte. Die Verletzten dürfen keine Rolle spielen. 9 Punkte wären angemessen, heißt es zumindest in beiden Lagern. Verliert aber ein Berliner Verein (bloß nicht beide) und einer gewinnt wäre das aussagekräftig richtungsweisend. Hertha gelang die Aufholjagd vom Tabellenende. Die letzten beiden Spiele wurden gewonnen. Aber gegen Leipzig… Schau‘n war mal.

Christian Zschiedrich

Arne Friedrich rettete Pal Dardai

Das könnte sich bereits am Samstag, 25.09, gegen RB in Leipzig auszahlen. Leipzig ist holprig in die Saison gestartet, Tabellenplatz 12, fünf Spiele, vier Punkte, dagegen ist die Stimmung bei der Hertha nach zwei Siegen in Folge gegen den VfL in Bochum und dem Heimsieg, 2:1, gegen die SpVgg Greuther Fürth, deutlich besser. Das hatte den Sprung mit sechs Punkten auf Platz 9 der Tabelle zur Folge. Überschwänglich wird der Torschütze aus den Niederlanden Jurgen Ekkenlenkamp in den Gazetten gelobt und als die passende Neuverpflichtung herausgestellt. Es scheint endlich wieder mal gut zu passen, vor allem seiner menschlichen, zurückhaltenden Art wegen. Er selbst bezeichnet sich mit seinen 21 Jahren als einen schüchternen Typ. Nun freut er sich in Leipzig auf sein Startelf-Debüt. Pal Dardai möchte punkte mäßig gleich nachlegen.

Doch mir hat sich die Szene eingeprägt, als Pal Dardai wegen Meckerns von Schiedsrichter Stieler aus Hamburg die gelbe Karte erhielt, aufsprang und aufbrauste. Seine Freunde schätzen ihren Pal wegen  der sonst so besonnenen Art, der im Grunde viel Verständnis für die „schwarze Zunft“ aufbringt und auch seine Spieler in der Regel in strittigen Situationen besänftigt. Er gilt als ein charakterfester Mensch, der sagt, was er denkt. Doch gegen Greuther Fürth musste Arne Friedrich ihn gleich mehrmals am Kragen packen und unsanft zurückstoßen.

Der Trainer darf doch keine Emotionen haben, trotz des Wissens, dass ein Schiedsrichterteam im Streitfall stets am längeren Hebel sitzt. Was wäre wohl geschehen, hätte Arne Friedrich den Trainer nicht festgehalten. Aus der gelben Karte wäre die Rote geworden und Pal hätte auf der Tribüne Platz nehmen müssen. Eine Verhandlung beim DFB und bestimmt eine hohe Geldstrafe wäre unvermeidlich und Berlins Trainer garantiert der Verlierer gewesen. Wahrscheinlich sogar für ein paar Spiele gesperrt worden. Das werden ihm seine Hertha-Freunde bestimmt vor Augen geführt haben.

Dardai nach dem Spiel auf die Vorkommnisse angesprochen, taktisch die beste Lösung: „Ich hab mich schon längst entschuldigt“! In dem Fall lieber mal als Umfaller gelten, sich aber die Erfahrungen aus zahlreichen hohen Strafen gegen Trainer – sie müssen doch Vorbilder sein – und jetzt vielleicht geschickt sein Unverständnis im Detail über die Schiedsrichtersituation bei passender Gelegenheit anprangern. Arne, dir gehört der Dank.

Christian Zschiedrich

Vier Spielausfälle in der Regionalliga, einer in der Oberliga und keiner in der Berlin-Liga

Lichtenberg 47 – VfB Auerbach, Chemnitzer FC – Energie Cottbus, Germania Halberstadt – VSG Altglienicke und Hertha BSC II – Carl Zeiss Jena, diese Partien fielen am 11. Regionalliga-Spieltag aus. Die Tabelle weist ein großes Durcheinander aus. Doch der BFC Dynamo steht nach dem 1:1 in Luckenwalde unangefochten mit 28 Punkten nach 11 Spielen, drei Punkte besser als der Berliner AK, an der Tabellenspitze. Der BAK 07 gewann mit 3:1 in Meuselwitz, hat außerdem gegenüber dem BFC Dynamo mit -9 das schlechtere Torverhältnis. Mit drei Toren von Emre Demir gelang dem SV Tasmania (10 Punkte nach 10 Spielen) ein 3:3 gegen Union Fürstenwalde. Sie schenkten dabei eine 2:0 Halbzeitführung her. Tennis Borussia musste sich 2:4 in Babelsberg geschlagen geben und ist nach bisher sechs Spielen Tabellensiebzehnter. Am Mittwoch, 22.09., heißt es im Bruno-Plache-Stadion, 1.FC Lok Leipzig – Tennis Borussia und am Samstag, 13.00 Uhr, kommt Lichtenberg 47 (Tabellenplatz 15, 10 Spiele, acht Punkte) zum Heimspiel ins Mommsenstadion.

Christian Zschiedrich kommentiert. Foto: Sportick

Zuvor am Freitagabend, 24.09. ab 19.00 Uhr, stehen drei Spiele mit Berliner Beteiligung auf dem Programm: das Derby im Poststadion Berliner AK – SV Tasmania, VSG Altglienicke – ZFC Meuselwitz im Amateurstadion und der BFC Dynamo – Chemnitzer FC im Sportforum.

Schade, dass in der NOFV Oberliga Nord die Begegnung des Tabellenführers FC Hertha 03 – in Seelow ausfiel. Zwei Spieler der Victoria aus Seelow sollen sich infiziert haben. Hertha 03 führt mit 16 Punkten nach sechs Spielen die Tabelle an und will die Führung vor dem Rostocker FC (15 Punkte) im Heimspiel am Sonntag, 26.09. 14.00 Uhr, Ernst-Reuter-Sportfeld gegen den Torgelower FC Greif (5 Punkte nach 5 Spielen) verteidigen. Der SC Staaken (Tabellendritter mit 14 Punkten) musste infolge der 0:1-Niederlage in Ludwigsfelde den Rostocker FC vorbeiziehen lassen. Am Samstag, 25.09. heißt eine Partie des 7. Spieltages Rostocker FC – Blau-Weiß 90, dem erfreulichen Tabellenvierten.

Lediglich Stern 1900 steht mit drei Punkten – am 7. Spieltag schafften die Sterne immerhin ein 2:2 gegen Brandenburg Süd – noch als Vorletzter auf einem Abstiegsplatz. Wesentlich besser platziert ist Eintracht Mahlsdorf (10 Spiele und 8 Punkte), erzielte übrigens erneut in letzter Sekunde zu Hause ein Unentschieden (1:1 gegen Hertha 06) und muss am Samstag, 25.09. 14.00 Uhr, (Werner-Seelenbinder-Sportplatz) bei Brandenburg Süd 05 dem Tabellenletzten ran. Vier Sonntagspiele stehen für die anderen Berliner Vertreter an: Greifswalder FC – Stern 1900, CFC Hertha 06 – RSV Eintracht, SC Staaken – Victoria Seelow und Hertha 03 – Torgelower FC Greif.

In der Berlin-Liga wird es für die Füchse Berlin langsam unheimlich mit der maximalen Ausbeute – fünf Spiele und 15 Punkte. Am 6. Spieltag wurde mit 3:1 gegen Türkiyemspor auf dem Wackerplatz gewonnen. In der jetzt folgenden englischen Woche geht es am Dienstag, 21.09., 19.30 Uhr, erneut ein Heimspiel, gegen Fortuna Biesdorf (17. der Tabelle mit erst 4 Punkten) und am Freitag, 24.09. auswärts bei Türkspor am Heckerdamm. Der SC Charlottenburg ist mit zwei Siegen erst einmal aus dem Keller raus, Tim Harzheim erlitt beim 2:0-Sieg gegen Stern Marienfelde einen Achillessehnenanriss. Drei Tage später folgte das 3:1 gegen den SV Empor. In den unteren Regionen wurde ordentlich gepunktet, TuS Makkabi erspielte sich mit dem 5:1 gegen Fortuna Biesdorf den 2. Tabellenplatz, steht mit 14 Punkten nur einen einzigen Zähler hinter den Füchsen. Die haben ein Spiel weniger ausgetragen. Nach der englischen Woche sprechen wir uns wieder. Spannung ist weiter angesagt.

Christian Zschiedrich     

Von der Bundesliga, über Liga Drei, Regionalliga bis zur Oberliga – erfolgreiche Berliner Clubs

In der Oberliga Nord ergibt sich ein aus Berliner Sicht erfolgreiches Bild. Tabellenführer ist Hertha 03, mit 16 Punkten nach sechs Spieltagen, dazu das besonders attraktive Torverhältnis von 14:1. Auf Platz 2 der Tabelle rangoert der SC Staaken mit 14 Punkten, gefolgt von Blau-Weiß 90 mit 13  Punkten. Der CFC Hertha 06 ist Achter mit sieben Punkten. Nur zwei Tore weniger hat Eintracht Mahlsdorf als Neunter.  Leider erst 2 Punkte nach fünf Spielen verbucht SFC Stern 1900 auf dem vorletzten Tabellenplatz. Die Begegnung Hertha 06 – Stern 1900 wurde übereinstimmend mit beiden Trainern Uluc und Thurau sowie dem Schiedsrichter Max Göldner abgebrochen. Nach einem Foul von Medrane an Cubuckcu  (schwere Knöchelverletzung), der ins Krankenhaus abtransportiert werden musste, war keinem mehr nach Weiterspielen zumute.  Am Sonntag, 19. September steht am Rosenhag die Partie Eintracht Mahlsdorf – CFC Hertha 06 auf dem Programm. Tabellenführer Hertha 03 muss ebenfalls um 14 Uhr in Seelow bei Victoria (16.) in der Sparkassenarena ran.

Regionalliga Nordost: Hier führen zwei Berliner Vereine, der BFC Dynamo mit 27 Punkten nach 10 Spieltagen und ebenfalls mit gleicher Anzahl an Spielen der Berliner AK 07 mit 22 Punkten. Die VSG Altglienicke hat ein Spiel weniger bestritten und bereits 20 Punkte. Corona geschuldet fielen gleich fünf Partien aus, unter anderem das Stadtderby Tennis Borussia – SV Tasmania. Erfreulich der 5-Punkte-Vorsprung vom BFC Dynamo. Jetzt heißt es am Samstag, 18. September TSV Luckenwalde – BFC Dynamo. Luckenwalde hat erst neun Spiele ausgetragen und rangiert mit 20 Punkten auf Platz 3. Nicht nur dem Papier nach keine leichte Aufgabe. Nach dem 2:0 über Chemie Leipzig ist dem BFC zuzutrauen die Hürde zu nehmen.

Insgesamt 13 Nachholspiele sind mittlerweile aufgelaufen, allein sechs davon für Tennis Borussia, nach vier Spielen mit sechs Punkten. Am Freitag, 17.09.2021 ab 19 Uhr, müssen sie im Karl-Liebknecht-Stadion bei Babelsberg 03, dem Tabellenneunten bestehen. Im Dienstagabend-Nachholspiel, am 14. September gelang den Borussen eine 1:1-Punkteteilung gegen die VSG Altglienicke. Skoda markierte das 1:0 (40.) für die Volkssportler und Pasagic glückte in der 87. Minute der 1:1-Ausgleichstreffer.

Christian Zschiedrich beobachtet den Berliner Fußball Foto: Headlight Pictures

Es kämpfen 20 Vereine in der Regionalliga Nordost um sein oder nicht sein. Hertha BSC II ist derzeit Mittelmaß, neun Spiele, 12 Punkte, Tabellen zehnter. SV Tasmania (9 Punkte) und Lichtenberg 47 (8 Punkte) stehen knapp über dem Strich der gefährdeten Mannschaften. Tasmania hat neun Spiele ausgetragen und neun Punkte, Lichtenberg zehn Spiele und acht Punkte auf dem Konto. Um den nächsten Spieltag zu vervollständigen: Lichtenberg 47 empfängt am Freitag, 17.09. (Poststadion) den VfB Auerbach (Platz 20 der Tabelle), Hertha BSC II im Amateurstadion Carl Zeiss Jena (5. der Tabelle), Tasmania  dann am Sonntag, 19.09. ab 13 Uhr, Union Fürstenwalde. Die VSG Altglienicke muss am Sonntag, 19.09. nach Halberstadt (6.) reisen. Auswärts muss der Berliner AK (neun Spiele, sechs Punkte) in Meuselwitz bestehen.

In Liga Drei führt der 1. FC Magdeburg zusammen mit Viktoria 89 die Tabelle an (wir berichteten von der Partie gegn den SV Wehen Wiesbaden). Unsere Leser sind informiert über das Geschehen in der Bundesliga – die Berliner Nr.1, derzeit der 1. FC Union (0:0 gegen den FC Augsburg), Tabellenachter, sechs Punkte; sowie dem Befreiungsschlag von Hertha BSC, jetzt Tabellensechzehnter mit drei Punkten, in Bochum mit 3:1 erfolgreich. Hertha empfängt am Freitag, 17. September, ab 20.30 Uhr, die SpVgg Greuther Fürth und am Sonntag, 19. September heißt es für die Eisernen beim BVB Dortmund vielleicht überraschend erfolgreich aufzulaufen.

Christian Zschiedrich   

Auswärts mit fünf Torschüssen drei Tore erzielt

Wann war Hertha BSC schon mal so effektiv? Doppeltorschütze  in Bochum vor 14.000 Zuschauern Suat Serdar (37./43.), Neuzugang von Schalke, erzielte die Halbzeitführung und stellte bis dahin den Spielverlauf Kopf, denn Hertha war mit Fünferkette durchaus nur mit Abwehrarbeit gegen den Aufsteiger beschäftigt. Situationsbedingt die richtige Taktik von Trainer Pal Dardai. Zudem sind die erforderlichen Wechsel geradezu optimal vom Coach vorgenommen worden. In so einem wichtigen Spiel schmeißt Dardai einen 17-Jährigen ab der 46. Minute in die Partie. Klünter verletzte sich an der Schulter und Torunarigha erwischte es im Oberschenkel, mussten zwangsläufig raus. Zeefuik kam für Klünter bereits in Minute 32 und Mittelstädt für Torunarigha zur Pause. Schließlich die ganz große Überraschung. Der erst 17 Jahre alte U18-Nationalspieler Linus Gechter kommt nach der Halbzeit für Jastrzembski. Welch eine mutige Entscheidung von Pal Dardai. Letztendlich stand nicht nur für Hertha, sondern für den Trainer selbst viel auf dem Spiel.

Christian Zschiedrich kommentiert Foto: Headlight Pictures

Der Druck der Platzherren nahm im zweiten Durchgang, auch durch Herthas Führung geschuldet, sogar noch zu. Nach einer Stunde Spielzeit, genau in Minute 59, gelingt Zoller der 1:2 Anschlusstreffer. Nun wollte der VfL natürlich mehr, noch mehr Angriffs-Initiativen, mehr Offensive, Powerplay. Hertha setzte auf Konter und Dardai wechselte zweimal goldrichtig: 57. Maolida für Richter und 73. Boateng für Belfodil. Des Trainers glückliches Händchen, mit Maolida wechselte Dardai den Torschützen zum 3:1 (78.) in Bochum ein. Die Chancen der Bochumer zum Ausgleich waren zuvor zahlreich vorhanden. Man stelle sich vor, die Partie wäre verloren gegangen. Stattdessen schaffte Hertha mit fünf Torschüssen drei Tore und die Abwehr hielt in der Angriffsflut stand. Ballbesitz in Prozent 68:32 für den Aufsteiger. Bereits am Freitag, 17. September spielt Hertha gegen den nächsten Aufsteiger, den aktuellen Tabellenletzten Greuther Fürth im heimischen Olympiastadion. Auf der Trainerbank sitzt garantiert Pal Dardai.

Die verletzten bzw. angeschlagenen Spieler M. Dardai, Jovetic, Plattenhardt, Piatek, Selke und Jarstein sollten wieder voll einsatzfähig sein. Stellt sich mit dem Selbstvertrauen und neuen Schwung die Frage nach der Höhe des zweiten Sieges? Übrigens, wer Pal Dardai kennt, kann sein Rücktrittsangebot auch anders als nur dumm auslegen. Fredi Bobic durfte seinem Trainer durchaus mal den Marsch blasen, er wird hoffentlich weiter zu ihm halten und wissen, dass ein Trainer es bestimmt spürt, wenn der Verein sich um einen Neuen bemüht.  

Christian Zschiedrich                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                           

Der BFC Dynamo ganz souverän an der Tabellenspitze

Die Führung bauten die Berliner mit dem 2:0 gegen Germania Halberstadt und dem 3:2-Sieg bei Hertha BSC II auf 24 Punkte nach neun Spielen aus, gefolgt von FSV Luckenwalde (2:1-Sieg bei Chemie Leipzig) mit nunmehr 20 Punkten. Am Sonntag,12. September, heißt es im Sportforum Erster (mit vier Punkten Vorsprung) gegen den Siebenten (14 Punkte), BFC Dynamo – Chemie Leipzig. Bei der beständigen Form sind die Berliner wohl klarer Favorit.

Weitere Berliner mischen oben mit: VSG Altglienicke, Tabellenvierter und 17 Punkte, bezwingt Energie in Cottbus sage und schreibe mit 3:0. Zwei Punkte besser ist Berliner AK 07, Dritter mit 19 Punkten, schlägt auswärts den FC Eilenburg knapp mit 1:0, empfängt am nächsten Spieltag im Poststadion, den Tabellensechsten Germania Halberstadt. Bereits am Freitag, 10. September im Amateurstadion, bekommt es Altglienicke mit dem FC Eilenburg, dem Vorletzten, zu tun. Herthas Zweite muss zur gleichen Zeit nach Rathenow. Optik steht auf dem 17. Platz, hat in neun Spielen lediglich 6 Punkte geholt.

Tennis Borussia ist auf Platz 15, mit ebenfalls nur 6 Punkten. Sie haben allerdings erst 4 Spiele ausgetragen können und somit fünf Nachholspiele zu absolvieren und empfangen im Mommsenstadion im Berlin-Derby Aufsteiger SV Tasmania, neun Spiele, neun Punkte. TeBe könnte im Falle eines Sieges mit den Tasmanen gleichziehen.

Lichtenberg 47 behielt im Heimspiel gegen Optik Rathenow alle drei Zähler. Das tat gut und war vonnöten. Aktuell auf Platz 14, mit einem Punkt weniger als Tasmania, sollte weiter gepunktet werden, ob das allerdings im nächsten Spiel im Ernst-Abbe-Stadion bei Carl-Zeiss Jena (16 Punkte nach acht Spielen) gelingen wird? Das ist eine schwere Hürde.

Christian Zschiedrich

Von wegen Länderspielpause

In der 3. Liga und in der Regionalliga wurde um Punkte gekämpft; in Berlin im sogenannten AOK-Pokal ging’s in der 2. Hauptrunde um das Weiterkommen.

Oberligist Stern 1900 übte sich gegen Arminia Tegel (Kreisliga A) am zweithöchsten im Torschießen mit 14:0, während Landesligist Wacker 21 den BFC Liberta aus der Kreisliga B sogar mit 16:0 abschoss. Der Berlin-Ligist SV Empor reihte sich auch zweistellig mit 12:0 über den Grünauer BC aus der Bezirksliga ein, während die VSG Altglienicke (Regionalliga) „nur“ 12:1 gegen FC Nordost aus der Kreisliga A gewann. Oberligist CFC Hertha 06 siegte 5:0 gegen DJK SW Neukölln (Bezirksliga). Der Regionalligist Berliner AK hatte beim 5:1 über VfB Concordia Britz keine Schwierigkeiten.

Wo blieben die Pokal-Überraschungen? Pokal untypisch, die jeweils Klassenhöheren setzten sich bislang durch, nicht aber im Spiel Oberliga – Regionalliga, Blau-Weiß 90 – Lichtenberg 47. Der Oberligist schmiss Lichtenberg 47 (Regionalliga) mit 2:1 aus dem Wettbewerb, ebenso kannte der Landesligist Johannisthal gegen den Berlin-Ligisten Brandenburg 03 im Elfmeterschießen 5:4 kein Erbarmen. Nach Verlängerung stand’s 2:2.

Am heutigen 08.09.18 Uhr, heißt es im Stadion Hakenfelde in der ausstehenden Partie Viktoria 89 – SSC Teutonia bitte kein weiteres zweistelliges Resultat gegen die sympathischen Teutonen erzielen. Am Dienstag, 28.09. empfangen die Füchse den Tabellenführer in der Regionalliga Nordost BFC Dynamo. Der BFC baute seine Führung in der Regionalliga mittels zweier Siege, 2:0 über Germania Halberstadt und 3:2 über Hertha BSC, aus. Nun, die Füchse sind ja zwei Klassen tiefer auch mit vier Siegen, 12 Punkte, Tabellenführer der Berlin-Liga, dennoch bleibt es ein Spiel David gegen Goliath.

Dynamos Leistung handeln wir gesondert ab. Hier soll nicht unerwähnt bleiben, was Viktoria 89 in der 3. Liga vollbringt. Zwar 3:3 auswärts, nur etwas enttäuschend in Verl gespielt, so zog der 1. FC Magdeburg, 1:0 über Kaiserslautern, mit 16 Punkten  vorbei an die Tabellenspitze. Aber, Viktoria 89 glänzt immerhin mit 14 Punkten nach sieben Spielen auf Platz 2. Am Samstag, 11. September, 1, kommt der Tabellenvierte SV Wehen Wiesbaden zur Viktoria ins Jahnstadion. Ein Besuch lohnt sich. Ebenso, erst am Mittwoch, 29.09. das Match von TuS Makkabi gegen Tennis Borussia.

Christian Zschiedrich