Herbstmeister VSG Altglienicke

Die Tabellenführung, so beeindruckend sie sein mag, damit gerechnet hatte vor Saisonbeginn kaum jemand, sie besteht mit 36 Punkten „nur“ aufgrund des besseren Torverhältnisses 44:21 gegenüber dem Tabellenzweiten Energie Cottbus mit 41:26.

Energie gewann 2:0 bei Lichtenberg 47 und Altglienicke schaffte zu Hause immerhin ein 2:2 gegen den 1. FC Lok Leipzig, dem Tabellendritten mit 34 Punkten.  Ein Höhepunkt kommt am Samstag, 07.12.19, 13.30 Uhr, für Altglienicke, die VSG freut sich auf Energie Cottbus zum Match Erster gegen Zweiter. Kompliment, wer dieses Regiebuch geschrieben hat.

Erfreulich aus Berliner Sicht, der 1:0-Erfolg vom FC Viktoria 89, Torschütze Menz (40.), bei Wacker Nordhausen, vor 457 Zuschauern. Mit den drei entführten Punkten kommt Viktoria aktuell auf 24, Tordifferenz plus 5 und klettert damit vor Lichtenberg 47 auf Platz acht. Einen Zähler dahinter hinter ist der BFC Dynamo platziert, unter der Woche gewann der BFC Dynamo gegen Wacker Nordhausen vor 731 Zuschauern mit 3:1. Lukas Brumme erzielte alle drei Tore. Nordhausen war durch Pichinot 1:0 in der neunten Minute früh in Führung gegangen.

Einen weiteren Sieg erzielte der Berliner AK mit 4:0, vor 1.508 Zuschauer in Babelsberg. Drei Tore in Folge, aber nicht in einer Halbzeit markierte Cigerci (14., 40. Und 67.). Kahraman steuerte das 4:0 bei. . „Innerhalb des Kaders gab es Querelen“ begründet Trainer Dirk Kunert, der fünf Spieler in der Woche vor dem Match bis zum Jahresende vom Spiel und Training suspendierte, darunter der beste Saison-Torschütze Pierre Merkel (sieben Treffer), Niklas Brandt, Oliver Hofmann, Kay Michel und Marcus Mlynikowski.

Zwischen Lok Leipzig und Wacker Nordhausen platzierte sich die Mannschaft von Andreas Zecke Neuendorf, Hertha BSC II, belegt Platz 4 mit 33 Punkten. Bereits am Freitag, 6.12. ab 18 Uhr, kommt der 1. FC Lok Leipzig ins Amateurstadion. Am Samstag, 7.12. um 13.30 Uhr, ist zeitgleich mit Altglienicke – Cottbus der Berliner AK beim Tabellenletzten Bischofswerdaer FV angesetzt.

Am Sonntag, 8.12. 13.30 Uhr, stehen drei weitere Spiele mit Berliner Beteiligung auf dem Programm: RW Erfurt – Viktoria 89, Lichtenberg 47 – VfB Auerbach und im Karl-Liebknecht-Stadion heißt es Babelsberg 03 (Tabellenvorletzter) – BFC Dynamo.

Christian Zschiedrich

Berlin-Derby, Lichtenberg 47 – FC Viktoria 89

Von den fünf Berliner Regionalliga-Clubs ist in den Landespokalspielen bisher nur Lichtenberg 47 ausgeschieden und das im Derby gegen Titelverteidiger Viktoria 89 mit 0:3. Die VSG Altglienicke gewann 5:2 beim 1.FC Wilmersdorf,  der BFC Dynamo 5:0 bei Berolina Stralau, ebenfalls 5:0 siegte der 1.FC Wilmersdorf. Jetzt aber heißt es für die Liga weiter Meisterschaftspunkte zu sammeln. 

Tabellenführer TSG Altglienicke, gemeinsam mit Hertha BSC II, je 25 Punkte, empfängt Germania Halberstadt (13.), Samstag, 19.10. 13.30 Uhr. Hertha hat auch ein Heimspiel am Sonntag, 20.10. 13.30 Uhr, Amateurstadion, gegen Union Fürstenwalde (6., 17 P.). Drei Samstagspiele stehen noch auf dem Programm: Der BFC Dynamo auswärts bei Optik Rathenow (Vorletzter, 8 P.), Berliner AK 07 auswärts in Meuselwitz beim ZFC und schließlich das Berlin-Derby Lichtenberg 47 – FC Viktoria 89, 13.30 Uhr, Howoge-Arena „Hans Zoschke“.  

Das Ausscheiden im Pokal ist für den Aufsteiger Lichtenberg 47 nicht tragisch. Jetzt konzentriert man sich umso mehr auf den Meisterschaftsbetrieb. Mit dem Erreichten sind sie bisher zufrieden, sie liegen im Soll. Mit Interesse verfolgt werden noch die beiden Sonntagsbegegnungen 1.FC Lok Leipzig (3. 22 P.) gegen Babelsberg 03 (17., 8 P.) und Energie Cottbus (5., 20 P.) – Chemie Leipzig (11., 12 P.).

Christian Zschiedrich 

Regionalliga 9.Spieltag, jetzt trennt sich die Spreu vom Weizen

Der 1.FC Lok Leipzig ist zwar die einzige noch ungeschlagene Mannschaft, doch zwei Berliner Vereine stehen besser da: VSG Altglienicke gewinnt 4:0 in Babelsberg vor 2068 Zuschauern und hat aufgrund des besseren Torverhältnisses den dritten Tabellenplatz vor Lok Leipzig inne. In neun Spielen erzielten sie beachtliche 23 Tore. Die zweithöchste Quote. Mehr hat nur der Tabellenführer und der heißt Hertha BSC II: 21 Punkte und 28:10 Tore. Die neunte Partie bei Chemie in Leipzig wurde vor 3045 3:1 gewonnen. Und warum konnte der 1.FC Lok nicht mithalten? Der BFC Dynamo hatte im Jahnstadion etwas dagegen, blieb  gegen Lok auch im sechsten Spiel sieglos. 1744 Zuschauer sahen kein einziges Tor. Die Leipziger versteinerten wieder im Jahnstadion. Der letzte Auswärtssieg über Dynamo datiert aus dem Jahr 2000. Auch gegen die VSG Altglienicke konnten die Leipziger im Jahnstadion nicht gewinnen. Fußballer sollen ja abergläubisch sein.

Was Herthas Zweite unter Zecke Neuendorf abliefert ist mehr als beachtlich. Doch das Spiel auf besonderem hohen Level und dazu mit spektakulärsten Aktionen fand vor 1122 Zuschauern im Poststadion statt. Es endete zwischen dem Berliner AK und Energie Cottbus 2:2. Beide Clubs drängen, wollen zur Spitze. Neun Punkte liegt der BAK mit Dirk Kunert jetzt bereits hinter Spitzenreiter Hertha BSC. Da helfen im Grunde nur noch Siege. Die Moabiter standen auch kurz davor, führten bis zur 92.Minute 2:1 und kassierten in der Nachspielzeit durch Taz den Ausgleich. Die Cottbusser haben jetzt nach schwachem Start eine bärenstarke Mannschaft und das Treffen hatte in der Tat Top-Niveau.  Ziel ist der Aufstieg. Der 6.Tabellenplatz mit 14 Punkten lässt noch einiges erwarten.

Torlos endete die Partie im Lichterfelder Stadion vor nur 276 Zuschauern gegen den Beinahe-Absteiger Optik Rathenow. Dennoch 12 Punkte und Tabellenplatz Sieben für den FC Viktoria 89, aufgrund des besseren Torverhältnisses ein Platz besser als BAK 07 und punktgleich mit dem BFC Dynamo (9.), das lässt sich sehen. Nur ein Berliner Club verlor diesmal. Etwas abgefallen ist Aufsteiger Lichtenberg 47. Tabellenplatz 11 mit 11 Punkten. Beim Bischofswerdaer FV setzte es eine 0:2-Niederlage. Insgesamt gesehen stehen die Berliner Vereine keineswegs schlecht da, mit Recht sogar voller Zuversicht.

Christian Zschiedrich

Berliner Vereine in der Regionalliga

Viele Trainer sagen immer wieder, erst nach dem 10. Spieltag könne man Konkreteres über den Saisonverlauf ableiten. Nach dem 5. Spieltag ist vielleicht doch ein Trend zu erkennen. Platz 2 bis 7 nehmen Berliner Vereine hinter Lok Leipzig (13 P.) ein! Das gab’s noch nie. Herthas Zweite, von Zecke Neuendorf trainiert,  hat sogar nur einen Punkt weniger. Das Berlin-Derby gegen BAK 07 endete vor 667 Zuschauern mit 1:0 (63.) Ngankam (Foulelfmeter) im Amateurstadion. Trotz der Niederlage, der BAK behielt mit 9 erzielten Punkten aus 5 Spielen den Tabellenplatz sechs.

Aufsteiger Lichtenberg 47 schockt Wacker Neuhausen vor 544 Zuschauer und belegt nach dem 5:1 Heimsieg Platz fünf. Mit 4:1 besiegte die VSG Altglienicke (3.) den BFC Dynamo (4.), vor 812 Zuschauern. Vereine wie Dynamo und BAK sagen sich im Nachhinein: Was wäre das ein guter Start gewesen, hätten wir auch am 5. Spieltag gesiegt. Der 6. lässt nur wenige Tage, bis Mittwoch, 28.08. auf sich warten:  

Berliner AK – VSG Altglienicke, 17.30 Uhr, Poststadion

BFC Dynamo – Lichtenberg 47, 18.00 Uhr Jahnsportpark

FC Viktoria 89 – Energie Cottbus, 19.00 Uhr, Stadion Lichterfelde

ZFC Meuselwitz – Hertha BSC II, 18.30 Uhr, Dienstag, 27.08. Bluechip Arena

Schauen wir abschließend auf die Abstiegsränge: Bischofswerdaer FV und Optik Rathenow haben jeweils nur einen Punkt, Babelsberg (16.) hat deren zwei und der VfB  Auerbach drei Punkte.  Bereits am Dienstag, 27.08. empfängt der VfB Auerbach, Anstoß 19.30 Uhr, den Tabellenführer 1.FC Lok Leipzig.

Christian Zschiedrich

Berliner Pokalsieger – FC Viktoria 1889

Wir haben den Pokal – Jubel beim FC Viktoria © Foto: Becker/Sportick

Der FC Viktoria 1889 heißt der Sieger des Finale um den Berliner Fußball-Pokal des Jahrgangs 2019. Es waren einige Zuschauer mehr als erwartet zur ungewöhnlichen Anstoßzeit, Samstagvormittag 10:30 Uhr in den Jahn-Sportpark gepilgert. Es bildeten sich Schlangen vor den Kassen. Dort begehrten neben Fußballfreunden mit Fan Utensilien der beiden beteiligten Clubs auch solche Einlass, die Lederhosen und ein Trikot des FC Bayern trugen. Warum sich nicht auf diese Art die Wartezeit bis zum Anstoß des großen Finales im Olympiastadion vertreiben. Neben den Bayernfans nutzte auch der amtierende DFB-Präsident Dr. Reinhard Koch die Gelegenheit, dem Amateurfußball seine Aufwartung zu machen.

Im Siegershirt und biergeduscht – Viktorias Trainer © Foto: Hans-Peter Becker

Ehrlicherweise muss hier angemerkt werden dass sich in diesem Finale zwei Mannschaften gegenüberstanden, die mehr oder minder unter Profibedingungen arbeiten. Viktoria gönnte der Mannschaft eine Hotelübernachtung, dazu die Anreise mit dem Bus, um für das Spiel besonders fokussiert zu sein. Als das Spiel begann, hatten noch längst nicht alle Zuschauer ihre Eintrittskarten erwerben können. Tore hat sie nicht verpasst und wenn überhaupt, hätte nur eins für den Regionalligisten, Viktoria fallen können. Es dauerte fast eine halbe Stunde, bis der Oberligist so etwas wie eine Torannäherung zustande brachte. Viktorias Kapitän und Torwart Stephan Flauder musste erst in der 36. Minute einen Ball fangen. Bis dahin hatte sein Gegenüber Ertugul Aktas einige Male durchatmen müssen. Die erste Halbzeit gehörte Viktoria, wenn auch die Krönung durch ein Tor fehlte.

Beide Trainer ließen ihre Mannschaft in einem 5-3-2 System gegen den Ball agieren und entsprechend war es ein 3-4-3 bei Ballbesitz. In der zweiten Hälfte änderte sich nichts, TeBe fand weiter kein Mittel, die gut stehende Abwehr der himmelblauen zu überwinden. In der 53. Minute hätte der Treffer für Viktoria fallen müssen, ein Schwimmfest in der TeBe-Abwehr, doch drei Einschussmöglichkeiten blieben ungenutzt. In der 61. Minute reagierte TeBe-Trainer Dennis Kutrieb und nahm Karim Benyamina aus dem Spiel. Er hatte bis dahin kaum einen Stich gesehen. Für ihn kam Bekai Jagne. Auch Thiago Rockenbach da Silva erlebte den Abpfiff nicht auf dem Spielfeld. Er machte in der 69. Minute Platz für Kerem Bülbül.

In der 81. Minute war es soweit, Rafael Brand vollendete eine glänzende Vorarbeit von Timo Gebhart. Der Treffer war überfällig und völlig verdient. In allerletzter Minute wäre TeBe fast noch der Ausgleich geglückt. Es war die erste Flanke im Spiel der Borussen die bis in den Strafraum durchkam und der erst zuvor eingewechselte Murat Turhan, Winterneuzugang von Optik Rathenow, war mit dem Kopf zur Stelle, irgendwie schaffte es Flauder den Ball zu fangen. Zwei taktische Wechsel in der Nachspielzeit durch Viktoria Trainer Alexander Arsovic, dann war die Spielzeit vorüber. Viktoria holte sich den Pokal und hofft jetzt auf einen attraktiven Gegner in der ersten Hauptrunde. Es war ein feiner Zug von Alexander Arsovic, dass er in der Pressekonferenz erwähnte, dass der Sieg auch Jörg Goslar gehört. Goslar, dem Ende April mitgeteilt wurde, dass sein Vertrag, trotz Klassenerhalt nach Abzug von neun Punkten durch das Insolvenzverfahren und trotz Erreichens des Pokalfinales, nicht verlängert wird, wurde vom den Vereinsgremien dann doch sofort freigestellt. Eigentlich wollte er die Saison professionell zu Ende bringen und beim Finale die Mannschaft ein letztes Mal in einem Pflichtspiel betreuen.

Bis zum nächsten Jahr im Wembley des Berliner Amateurfußballs oder woanders? © Foto: Hans-Peter Becker

Entsprechend niedergeschlagen war der unterlegene Oberligist. Nach dem verpassten Aufstieg in die Regionalliga, gab es erneut einen Dämpfer für Tennis Borussia. Während für der FC Viktoria die Saison beendet ist, stehen in der Oberliga noch zwei Spieltage auf dem Programm. TeBe will nach Aussage von Trainer Dennis Kutrieb alles daransetzen, um den zweiten Platz zu verteidigen.

Letztlich zufrieden können die Organisatoren mit der Zuschauerzahl sein, es wurden deutlich mehr als die lediglich erwarteten 1.500. Das Spiel sahen offiziell bekanntgegebene 2.712 Zuschauer.

Hans-Peter Becker

Berliner Pokalfinale 2019 – frühe Anstoßzeit und weniger Zuschauer ?

Der DFB-Pokal ist der einzige Wettbewerb, wo Amateur-Teams – wenigstens für ein Spiel – wieder überregionale Beachtung finden. Voraussetzung dafür ist der Sieg im Finale des jeweiligen Landespokals. Ein warmer Regen ist es zudem für die meist klammen Kassen der Vereine unterhalb der 3. Liga.

Es ist beachtlich, was im Amateurfußball ehrenamtlich geleistet wird. „An jedem Wochenende finden in Deutschland 80.000 organisierte Fußballspiele statt.“ Die Endspiele der einzelnen Landesverbände werden seit 4 Jahren zu einem Finaltag der Amateure zusammengefasst. In diesem Rahmen soll gleichzeitig dem Ehrenamt gedankt werden. In Berlin soll zusätzlich ein Zeichen gegen Homophobie und Transphobie gesetzt werden. So werden während des Finalspiels im Jahn-Sportpark an den Werbebanden die Regenbogenfarben und die Farben der Trans-Bewegung sichtbar sein.

Die Trainer Dennis Kutrieb Tennis Borussia (links) und Alexander Arsovic von Viktoria © Foto: H.-P. Becker

Um den den Berliner-Pokal des Jahrgangs 2019 streiten am Sonnabend, 25.05. zur ungewöhnlichen Anstoßzeit um 10:30 Uhr aus der Oberliga Tennis Borussia und aus der Spielklasse darüber, der FC Viktoria 1889. An diesem Tag werden insgesamt 19 von 21 Finalspielen um die Landespokale ausgetragen. Bis zum Beginn des Endspiels um den DFB-Pokal im Berliner Olympiastadion um 20:00 Uhr werden die Amateurspiele beendet sein. Um möglichst viele Live-Übertragungen in der ARD gewährleisten zu können, musste ein Kompromiss gefunden werden. In Berlin wird nicht nur das Pokalfinale ausgetragen, am Nachmittag findet auch ein Rennen der Formel E statt. So wurde die erste Übertragung in diese ungewöhnlich frühe Zeit verlegt. Davon betroffen sind neben dem Berliner Finale ebenso die Endspiele von Bremen, Hamburg und des Landesverbandes Mecklenburg-Vorpommern. Der letztlich ausschlaggebende Punkt für diese Auswahl waren die kurzen Anreisewege der Mannschaften aus den Stadtstaaten. Lediglich in Mecklenburg-Vorpommern ist die Anreise länger, in Neustrelitz spielt der FC Hansa Rostock gegen den Torgelower FC Greif.

Wer holt den Pokal 2019 ? – von links nach rechts: Nicolai Matt, Dennis Kutrieb, Alexander Arsovic, Stephan Flauder © Foto: Hans-Peter Becker

Auf dem Podium in der Pressekonferenz saßen neben den Trainern die beiden Kapitäne Nicolai Matt von TeBe und Stephan Flauder vom Kontrahenten Viktoria. Wann haben sie zuletzt zu so einer frühen Zeit in einem Pflichtspiel auf dem Platz gestanden ? Irgendwann in der Jugend, gab Stephan Flauder zur Antwort, beide teams haben die selben Voraussetzungen, insofern sollte man das nicht höher hängen, als es ist. Nicolai Matt ergänzte, dass die Trainingsabläufe entsprechend angepasst wurden und das Adrenalin nach Aufstehen am Pokaltag ist eh da und kann eben etwas früher abgebaut werden kann. Außerdem gibt es Menschen, die stehen früh um vier auf um arbeiten zu gehen und wir spielen um halb elf Fußball, insofern ist alles in Ordnung.

Personell haben beide Trainer keine großen Sorgen, eher im Gegenteil. Der TeBe Trainer Dennis Kutrieb muss noch fünf Spieler aus dem Kader streichen, was ihm einiges Kopfzerbrechen bereitet. Viktoria dagegen hat seit der Insolvenz keinen großen Kader mehr, zwei Langverletzte, so muss nur ein Aktiver gestrichen werden. Einen großen Favoriten gibt es nicht, sicherlich ist der höherklassigen Mannschaft von Viktoria etwas mehr zuzutrauen. Mit dem BFC Dynamo wurde im Halbfinale ein Ligakonkurrent ausgeschaltet. TeBe hat im Halbfinale gezeigt, dass sie gegen einen Regionalligisten siegen können, wenn auch mit etwas Glück erst im Elfmeterschiessen, 7:6 gegen die VSG Altglienicke. Beide haben die Chance, ihre nicht gerade optimal verlaufende Saison mit einem Erfolg im Pokal versöhnlich ausklingen zu lassen. Für TeBe ist es die 30. Finalteilnahme, mit 17 Titeln sind sie der Rekordhalter, Viktoria stand bisher zehn Mal in einem Endspiel, als heutiger FC Viktoria 1889 Berlin (nach der Fusion mit Lichterfelde) holten sie 2014 den Titel.

© Foto: Hans-Peter Becker

Für das Spiel werden leider nur etwa 1.500 Zuschauer erwartet und ob die Teile der Fanszene von Tennis Borussia ihre Mannschaft auf „neutralem“ Boden unterstützen werden, die seit Januar aus Protest gegen den Vorstand nicht mehr zu den Spielen gekommen sind, ist ungewiss. Das Spiel am Samstagvormittag wird geleitet von Schiedsrichter Felix Zwayer. Fast genau vor einem Jahr leitete er das Pokalendspiel zwischen dem FC Bayern und Eintracht Frankfurt und war während der WM 2018 als Videoschiedsrichter eingesetzt.

Hans-Peter Becker

Munteres Treiben in der Regionalliga Nordost

Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt, spürbar in der Regionaliga NO im Abstiegskampf. Vom Tabellen14., der VSG Altglienicke (33 P.), hoffen der Bischofswerdaer FV (33 P.), Oberlausitz Neugersdorf (28 P.), Budissa Bautzen (25 P.) und vor allem Optik Rathenow (21 P.), dass in Liga Drei Carl Zeiss Jena und Energie Cottbus weiter von Sieg zu Sieg eilen. Schaffen sie den Klassenerhalt in der 3. Liga, würde nur ein Regionalligaverein absteigen. Optik Rathenow hätte bei Abgabe der Roten Laterne das Wunder für den Verbleib geschaffen.

Budissa Bautzen ist total von der Rolle, verlor zu Hause 0:4 gegen Optik Rathenow. Vier Punkte bei ausstehenden vier Spielen, da ist noch alles möglich. Der 31. Spieltag bringt die Sonntags-Paarungen mit den Rathenowern um Trainer Kahlisch im Stadion Vogelgesang, Optik gegen Lok Leipzig und Budissa Bautzen muss nach Nordhausen. Die Wackeraner stehen auf Platz 4 hinter Herthas Zweite. Die Thüringer verloren im Poststadion immerhin 1:4 gegen den Berliner AK, der mit 63 Punkten Platz zwei einnimmt, aber leider keinen Antrag auf höherklassige Teilnahme gestellt hat.

Der Chemnitzer FC führt mit Blick auf Hertha mit 19 Punkten und 12 sind in vier Spielen noch zu vergeben. BAK und Chemnitz trennen jetzt 10 Punkte. Das wäre für den Meisterschaftstitel noch interessant und kann am kommenden Spieltag im Berlin-Derby Hertha II – BAK 07 schon Geschichte sein. Chemnitz, 1:0-Sieger über Hertha BSC – mit den Profis Gersbeck, Dardai, Dilrosun und Köpke, werden sich im Treffen mit Neugersdorf (16.) die Butter nicht vom Brot nehmen lassen.

Interessant ist der kommende Spieltag auch mit den weiteren Paarungen: Freitag, 26.04. 18.30 Uhr, Jahn-Sportpark, VSG Altglienicke – Babelsberg 03 (7.). Altglienicke gelang mit dem 3:1-Sieg bei Lok Leipzig eine kaum für möglich gehaltene positive Überraschung. Dadurch scheint der Klassenerhalt mit derzeit 33 Punkten, Platz 14, recht greifbar zu sein.

Der BFC Dynamo verlor zwar 1:4 im Heimspiel gegen Bischofswerdaer FV, wird aber nicht mehr in die Bredouille kommen. Am Freitag, 26.04. geht es im Friesenstadion gegen Union Fürstenwalde (4:2 Sieger in Babelsberg).

Am Sonntag, 28.04. 13.30 Uhr, steht im Amateurstadion ein Berlin-Derby, der Zweite gegen den Dritten, an: Hertha BSC – Berliner AK 07. Die insolvente Viktoria 89 darf sich freuen, die Saison einigermaßen gut über die Runden gebracht zu haben – trotz der neun abgezogenen Punkte, ungefährdet 36 punkte auf der Habenseite, Platz 10. Das ist garantiert auch ein Verdienst von Trainer Jörg Goslar. Hinzu kommt das Erreichen des Berliner Pokal-Finales. Jörg Goslar bekommt trotzdem den Laufpass; er muss am Saisonende seinen Stuhl räumen. Viktoria empfängt am Samstag, 27.04. 13.30 Uhr, Stadion Lichterfelde, den VfB Auerbach.

Christian Zschiedrich      

Vereinsstreitigkeiten schaden auch den Spielern

Das jedenfalls drückt sich in den neuerlichen Ergebnissen beim Chemnitzer FC in der Regionalliga Nordost aus. Plötzlich dominieren politische Schlagzeilen um den verstorbenen Hooligan Thomas Haller in Verbindung mit dem Rücktritt von Thomas Uhlig von seinen Ämtern.

Den Ergebnissen nach profitieren möglicherweise zwei Berliner Clubs: Am 24. Spieltag holte Altglienicke einen Punkt beim überraschenden 4:4 in Chemnitz. Aktuell endete das Spiel des souveränen Ersten gegen den Zweiten im Poststadion 2:0 für die Berliner. Sie rücken nunmehr mit 51 Punkten näher an  den Spitzenreiter, aktuell 58 Punkte, heran. Chemnitz hat aber ein Spiel weniger ausgetragen. Der ins Wanken gerateneTabellenführer empfängt am 26. Spieltag Budissa Bautzen (abstiegsgefährdet), während für BAK 07 am Sonntag, 31.3., 13.30 Uhr, das Berlin-Derby gegen Altglienicke (28 Punkte) im Poststadion ansteht. Altglienicke holte beim 0:0 gegen Viktoria einen wichtigen Punkt. Viktoria steht mit 33 Punkten recht ordentlich da, Tabellenplatz 8, nach dem der Club bekanntlich 9 Punkte infolge des Insolvenzantrages abgezogen bekam. Viktoria muss am Samstag, 30.03., zum Vorletzten Bischofswerda.

Bereits am Freitag,29.3. heißt es ab 19.00 Uhr: BFC Dynamo – Hertha BSC II. Hertha, dritter mit 44 Punkten, schlug am 25. Spieltag Babelsberg 03 mit 2:1. Babelsbberg ist Tabellensechster und hat 36 Punkte. Die Begegnung von Dynamo in Nordhausen wurde abgesagt und soll bereits am Mittwoch, 27.3. nachgeholt werden. Der BFC ist als Tabellenelfter mit 29 Punkten noch keineswegs sorgenfrei. Zum Glück brachte das mühsame 1:0 über den Tabellenletzten Optik Rathenow drei wichtige Punkte. Die Rathenower haben sich mit nur 15 Punkten noch nicht aufgegeben, wollen versuchen, das Feld von hinten aufrollen, haben RW Erfurt jetzt 2:1 geschlagen.

Sollte das Chaos in Chemnitz weiter erfolgreichen Sport verhindern, könnte es oben noch einmal richtig spannend werden. Der Meister der Regionalliga Nordost steigt direkt in die 3. Liga auf. Mindestens eine, höchstens fünf Mannschaften steigen ab.

Neben Jena und Cottbus ist nun auch FSV Zwickau in der 3. Liga richtig ins Abstiegsrennen  geraten. Energie Cottbus gewann mit 3:0 über Preussen Münster, schöpfte Hoffnung. Gegen den Tabellenzweiten Karlsruher SC gab zuletzt in Cottbus eine 0:2-Niederlage.

Christian Zschiedrich

Berliner Pokal-Achtelfinale

Gab es in der 3. Runde noch so manche Überraschung, was den Reiz des Pokals ausmacht, im Achtelfinale gewannen alle klassehöheren Klubs souverän ihre Spiele. Lediglich der SC Staaken (Oberliga) benötigte gegen den Weißenseer FC (Landesliga) die Verlängerung, gestaltete es aber in den 2 x 15 Minuten dann mit 3:0 erwartungsgemäß. Beim Match Regionalliga gegen Regionalliga, Berliner AK 07 – VSG Altglienicke 1:4 – rieben sich im Poststadion 100 Zuschauer verdutzt die Augen. Letztendlich hatten sie den Tabellenzweiten BAK 07 gegen den Tabellenfünfzehnten Altglienicke, wie in der Meisterschaft vorne gesehen, Pokal ist eben doch Pokal.

Gespannt war man auf das Erscheinungsbild vom FC Viktoria. Trainer und Mannschaft besannen sich, trotz Insolvenz, gestreikt wurde im Training, nicht aber im anstehenden Pokalspiel gegen die fünf Klassen tiefer spielenden Polar Pinguine. Viktoria erzielte vier Tore: 0:1 (33.) Gayret, 0:2 (43.) FE Menz, 1:2 (78.) Falke, 1:3 (79.) Schikora, 1:4 (80.) Yilmaz. Den 1:2-Anschlusstreffer der Pinguine beantwortete die Mannschaft von Trainer Jörg Goslar postwendend mit einem Doppelschlag.

Wird es eine sportliche Zukunft für Viktoria in der Regionalliga geben? Die Spieler bekommen Insolvenzausfallgeld. Wer ist im Januar zum Trainigsauftakt noch dabei ? Es soll für einige Spieler Angebote von anderen Vereinen geben und der eine oder andere wird sich selbst umsehen. Die Gefahr, dass die erfolgreiche Mannschaft jetzt auseinanderfällt ist groß.

Im  Jahre 2013 fusionierte Viktoria aus Tempelhof mit dem LFC Berlin, der in der Nachwuchsarbeit sehr vorbildlich war und vielleicht Bestrebungen hegen könnte, wieder getrennte Wege zu gehen, so jedenfalls alteingesessene Lichterfelder. Verantwortungsloses Handeln – „peinlicher geht es kaum“ – wird der Clubführung vorgeworfen. Mit Hilfe des Sponsors aus China wollten ins Profigeschäft. Waren da Amateure am Werk? In meinem letzten Artikel fragte ich, ob der nächste Traditionsclub baden geht. Die Zukunft ist jedenfalls ungewiss, da sind die 12 Millionen, die dem 1. FC Kaiserslautern fehlen, für Victoria auch kein Trost.

Christian Zschiedrich

Ergebnisse Pokal-Achtelfinale:

Sport-Union Berlin – Fortuna Biesdorf  1:6

TSV Mariendorf – SC Charlottenburg  3:6

VfB Hermsdorf – SpVgg. Blau-Weiß 90 0:5

Weißenseer FC – SC Staaken  0:3 n.V.

SV Empor – Tennis Borussia 0:4

Polar Pinguin – FC Viktoria 89 1:4

BFC Dynamo – Sparta Lichtenberg 4:0

Berliner AK 07 – VSG Altglienicke  1:4

 

FC Viktoria 89 stellt Insolvenzantrag

Christian Zschiedrich Foto: Hans-Peter Becker

Trotz brodelnder Gerüchteküche blickten wir auf das Sportliche und beteiligten uns nicht an Spekulationen. Der sechste Tabellenplatz vor der Winterpause, vier gewonnene Spiele vor dem torlosen Remis bei Lok Leipzig, insgesamt neun Siege nach 19 Spielen das hat was, wenn auch nicht an einen Aufstieg gedacht werden kann, bei 20 Punkte weniger als der  Spitzenreiter Chemnitzer FC auf der Habenseite. Die Spielzeit war ohnehin nur als Übergangslösung gedacht. Allerdings ließen die Transfers der Ex-Profis von Jürgen Gjasula und Petar Sliskovic aufhorchen.

Aktuell greift die Fachzeitschrift Fußball-Woche Viktorias Bestreben mit einem chinesischen Investor und der geplanten Ausgliederung der Profiabteilung auf. Das macht sich in der anstehenden fußballlosen Zeit ganz gut. Hinter den Erfolgen stehen im Fußball Geldgeber und Funktionäre. Die Vereinspolitik darf also keineswegs außer Acht gelassen werden.

Apropos fußballlose Zeit: Viktoria 89 wurde im Berlin-Pokal die „schwere Hürde“ aus der Kreisliga A Polar Pinguin mit durchaus erfahrenen, aber etwas älteren Akteuren zugelost. Fakt sind vier Ligen Unterschied. Da müsste es doch mit dem Teufel zugehen, sollten die Lichterfelder unter Trainer Jörg Goslar die Pinguine unterschätzen. Kehren wir also zu den Machern im Verein zurück.

Bereits im Mai hatte der Club eine langfristige Zusammenarbeit mit dem Investor ASU, der Advantage Sports Union bekannt gegeben. Mit Hilfe des Investors  sollte es weiter in Richtung Profi-Fußball gehen. Die Rede war von 90 Millionen in zehn Jahren. Angeblich gibt es Anzeichen dafür, dass das „Unternehmen“ auf Sand gebaut war und die Asiaten sich bereits aus der Kooperation verabschiedet haben.

Bild Berlin berichtete von finanziellen Problemen, von ausstehenden Gehaltszahlungen.  Am 13. Dezember stellte der Vorstand einen Insolvenzantrag.

„Liebe Mitglieder,
mit großem Bedauern müssen wir euch mitteilen, dass der Vorstand heute, 13.12.2018, beim Amtsgericht Charlottenburg einen Insolvenzantrag für unseren Verein einreichen musste. Das Gericht hat Herrn Prof. Dr. Torsten Martini von Leonhardt Rattunde zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Seine Kanzlei zählt bundesweit zu den großen Playern im Restrukturierungsbereich.“

Christian Zschiedrich