FC Viktoria 1889 – Saison im Rückspiegel

Leider hat es der FC Viktoria nicht geschafft, die Klasse zu halten. Der Aufstieg kam ein bisschen wie aus dem Nichts. Bedingt durch die Pandemie konnten in der Regionalliga Nordost während der Spielzeit 2020/21 lediglich 13 von geplant 38 Spieltagen ausgetragen werden. Mit lediglich 11 absolvierten Spielen, die alle gewonnen wurden, konnten die Himmelblauen direkt aufsteigen, dank einer Quotientenregel und dem Rotationsprinzip, das 2021 den direkten Aufstieg für den Meister der Nordost-Staffel vorsah. Nach erfolgreicher Suche einer geeigneten Spielstätte, konnte es am 25.Juli 2021 losgehen. Vor 1.112 zahlenden Zuschauern wurde im Jahnsportpark das Premierenspiel gegen den Namensvetter aus Köln mit 2:1 gewonnen. Den ersten Drittliga-Treffer erzielte Yannis Becker nach 37. Minuten zum zwischenzeitlichen 1:1.

Marco Antwerpen, damals Trainer des 1. FC Kaiserslautern nach der 0:4 Niederlage

Zum Auftakt, Berlin war vor Viktoria bisher nur mit dem 1. FC Union in dieser Liga vertreten, hatten sich, neben den im Tagesgeschäft tätigen Sportjournalisten, auch einige Edelfedern der Zunft akkreditieren lassen. Gesichtet wurden die Experten für die Fankultur, Anne Hahn und Frank Willman. Ein weiterer Augenzeuge des Spiels war Christoph Biermann. Ausreichend Stoff für ein Buch hat er wohl nicht gefunden. Es reichte nur für einen Artikel des Chefreporters der 11 Freunde. Der Fußballverein aus dem Berliner Süden ist feuilletonistisch schwerer zu greifen und hat zudem den Ruf, ein sogenannter Investoren-Verein zu sein. Biermann fasste das unter der Überschrift „Start up mit Tradition“ zusammen. Was den 11 Freunden sonst noch im Saisonverlauf berichtenswert erschien, stammte von anderen Autoren. Trotz der langen Geschichte des Vereins, so ziert das Logo einen Stern mit einer Zwei, lang ist es her, gemeint sind die Meistertitel von 1908 und 1911, existierte der Verein in der Fußballneuzeit weit unter dem überlokalen Wahrnehmungsradar.

Nach der ersten Saisonniederlage, 0:1 gegen Halle, verabschieden sich beide Trainer.

Ein Aufstieg in die 3. Liga ist mit Auflagen an die Spielstätte verbunden. Ein fernsehtaugliches Flutlicht und eine Rasenheizung sind vorgeschrieben. Das zur umfassenden Rekonstruktion vorgesehene Jahnstadion musste wieder in Betrieb genommen werden. Für das Flutlicht sorgte der Investor. Am 4. Spieltag war die Premiere, im künstlichen Licht musste Viktoria die erste Saisonniederlage gegen Halle hinnehmen. Ein Treffer von Terrence Boyd entschied das Spiel und Benedetto Muzzicato musste erstmals eine Niederlage erklären. Die Saison war zu diesem Zeitpunkt noch lang und die darauf folgende englische Woche brachte mit dem Auswärtspunkt in Zwickau und mit dem folgenden Heimsieg gegen den SV Waldhof vier weitere Punkte auf das Konto.

Fans des 1. FC Kaiserslautern

Am 30.Oktober ist Viktoria weiter voll im Plan, Borussia Dortmund II wird knapp, Dank eines späten Treffers von Lucas Falcao, mit 2:1 besiegt. In der Tabelle sind die Himmelblauen mit 21 Punkten auf Platz 3 zu finden. Bis zum Abschluss der Hinrunde wird allerdings nur ein einziger Punkt dazugekommen sein. Dieser Punkt, ein 0:0 am 18.Spieltag gegen Türkgücü München, wurde zum Muster ohne Wert. Durch die Insolvenz der Bayern wurden ihre Spiele aus der Wertung genommen. Ihr Fußballjahr 2021 beschließen sie mit einem 4:1 Auswärtssieg bei den rechtsrheinischen Kölnern im Sportpark Höhenberg. Es ist der Beginn der Rückrunde und der Aufsteiger kann mit 25 Punkten Weihnachten feiern.

Pressekonferenz

Eigentlich sollte das neue Fußballjahr 2022 für Viktoria am 15. Januar mit dem Heimspiel gegen Eintracht Braunschweig beginnen. Corona machte die Planungen zu Makulatur. Das Virus hatte auch die Viktoria fest im Griff. Die Mannschaft tritt personell arg gebeutelt am 22. Januar auf dem Betzenberg gegen den 1. FC Kaiserslautern an. Das Hinspiel hatten sie sensationell mit 4:0 gewonnen, im Rückspiel waren sie chancenlos und verloren mit 0:2.

In der Winterpause verließ der Torjäger Tolcay Ciğerci den Verein in Richtung Türkei. Die sportliche Führung reagierte, nicht nur auf den Weggang des Torjägers (14 Spiele/7 Tore), auch auf die Erfolglosigkeit. Vier neue Spieler werden verpflichtet, Martin Gambos für das zentrale Mittelfeld, Cebrail Makreckis für die rechte offensive Seite, Stürmer Franck Evina, Bryang William Kayo für das offensive Mittelfeld und Brooklyn Kevin Ezeh als Allrounder für die linke Seite.

Neues Flutlicht

Das erste Heimspiel im Jahre 2022 konnte erst 13.Februar ausgetragen werden. Viktoria empfing den SC Verl. Ein kampfbetontes Spiel, dass nur 589 Zuschauer sehen wollten, endete 1:1. Spieler des Tages wurde Viktorias Torhüter Julian Krahl. Er hielt in der Nachspielzeit einen Elfer. Seit der 68. Minute waren die Himmelblauen dezimiert. Gambos sah innerhalb von drei Minuten zwei Mal Gelb.

Nur drei Tage später stand das Nachholspiel gegen Eintracht Braunschweig an. Trainingsrückstand, keine richtige Vorbereitung und eine lange Verletztenliste, Viktoria bekam eine Klatsche verpasst. Das 0:6 war zugleich die höchste Niederlage während der gesamten Spielzeit. Braunschweig nahm Revanche, für die in der Hinrunde erlitten Niederlage. Das 4:0 in Braunschweig war höchste Sieg der Viktoria. Das darauffolgende Spiel bei Wehen-Wiesbaden ging verloren. Jetzt schwebte das Abstiegsgespenst über dem Verein. Das Spiel in der Hessischen Landeshauptstadt war das Letzte von Trainer Muzzicato. Die Trennung erfolgte im beiderseitigen Einvernehmen. Mehr und mehr zeichnete sich ab, dass Viktoria ein harter Abstiegskampf bevor stehen wird, zunehmende sportliche Erfolglosigkeit und die anstehende Qualifikation Muzzicatos zum Fußballlehrer führten zu dem Entschluss.

Für das Heimspiel gegen Freiburg II übernahm Co.Trainer David Pietrzyk die Verantwortung. Der Nachwuchs des Bundesligisten war effektiver und Viktoria verlor mit 0:2. Das nächste Spiel in Havelse wurde bereits mit einem neuen Trainer bestritten. Der Einstand von Farak Toku verlief durchwachsen, es reichte nur für einen Punkt beim Mitaufsteiger und Schlusslicht im Montagabendspiel in Hannover. In HDI-Arena, wo eigentlich Hannover 96 zu Hause ist, hatten lediglich 443 Zahlende Interesse an der Partie.

Farat Toku

Die Heimpremiere verlief für den neuen Trainer noch ernüchternder, gegen 1860 München wurde mit 0:2 verloren. Das Flutlichtspiel am Freitagabend, des 11.März lockte immerhin 3.398 Zuschauern in den Jahnsportpark. Ein bisschen Psychologie, die Mannschaftsbänke wurden getauscht und Toku verordnete seiner Mannschaft ein 4-4-2 System. Wann gibt mal wieder einen Dreier? Beim Zweitliga-Absteiger in Osnabrück war nicht zu holen und es kam das Heimspiel gegen den Spitzenreiter und späteren Meister 1. FC Magdeburg, alte Tradition gegen noch ältere. Ausgerechnet gegen die Truppe von Trainer Christian Titz gelang mal wieder ein Sieg. Den Erfolg brachte eine ausgeklügelte Defensivtaktik (5-2-2-1) Ein Tor aus dem Nichts von Jakob Lewald uns ein Treffer von Soufian Benyamina gleich nach der Halbzeitpause, Magdeburg brachte lediglich den Anschlusstreffer zustande. Die fast 3 Tausend Schlachtenbummler aus Sachsen-Anhalt fuhren enttäuscht nach Hause und Viktoria durfte wieder hoffen. Nach 31 Spielen hatte Viktoria 31 Punkte gesammelt.

Der Trainerwechsel schien endlich zu wirken. Der Sieg gegen Magdeburg konnte einen Spieltag später veredelt werden. Im Signal-Iduna Park wurde die 2. Mannschaft der Dortmunder Borussia mit 1:0 geschlagen. Das Siegtor erzielte erneut Benyamina. Gelingt jetzt mit einer kleinen Siegesserie der Klassenerhalt? Leider kam das Stoppschild im Abstiegsduell, Heimspiel am 34. Spieltag gegen den MSV Duisburg. Keeper Leo Weinkauf erwischte einen Sahne-Tag und spielte zu null, schlussendlich verloren sie mit 0:1. Die von Toku verordnete Defensivtaktik, die gegen Magdeburg so gut funktioniert hatte, ging nicht auf.

Ein richtiger Tiefschlag folgte in Würzburg, bei den so gut wie abgestiegenen Kickers wurde mit 0:3 verloren. Das war die berüchtigte, eine Niederlage zu viel. Es waren nur noch 2 Spiele zu absolvieren und der Blick auf die Tabelle machte nicht gerade Mut. Mit nur einem Punkt Vorsprung standen sie zwar über dem Strich, doch Verl blieb die Chance auf 9 Punkte, während für Viktoria nur 6 Punkte im Bereich des Möglichen lagen.

Arbeitsplatz

Das vorletzte Heimspiel gegen den 1. FC Saarbrücken musste unbedingt gewonnen werden, der Freitagabend, allein das Flutlicht sorgte für ein dramatisches Fluidum und der Siegtreffer fiel in der Nachspielzeit. Der Glückliche für die Himmelblauen war Kimmo Hovi. Der SC Verl siegte einen Tag später in seinem Ausweichstadion, der Benteler-Arena in Paderborn mit 3:0 gegen den SV Wehen-Wiesbaden. Bis auf einen einzigen Punktwaren die Verler jetzt den Himmelblauen auf die Pelle gerückt und hatten zudem eine um 7 Treffer bessere Tordifferenz.

Am vorletzten Spieltag hatten die Viktorianer spielfrei. Eigentlich war anlässlich des letzten Auswärtsspieles der Saison eine Fahrt mit allen Vereinsmitarbeitern, als Dankeschön-Geste nach München geplant. So traf man sich auf dem Vereinsgelände am Wildspitzweg in Berlin-Mariendorf zum Grillen und gemeinsamen Schauen der Partie Dortmund II gegen den SC Verl. Lange sah es gut aus, Dortmund ging in Führung und sah wie der sichere Sieger aus. Verl drehte das Spiel, beim Stand von 2:1, erhielten die Dortmunder einen Hand 11-Meter, in der sechsten Minute der Nachspielzeit, zugesprochen. Schicksal spielte der Dortmunder Kapitän Franz Pfanne, sein Strafstoß wurde gehalten. Oh Nein, in der Tabelle vor dem letzten Spieltag zog der SC Verl mit 2 Punkten Vorsprung vorbei.

Am letzten Spieltag durften die Verler nicht gewinnen und die Viktoria war zum siegen verdammt. Es gelang nicht, die zwei Punkte aufzuholen, Verl lag bei Halbzeit zurück und im Jahnsportpark stand es bei der Pausenmusik 0:0. Das war zu wenig. Verl holte sich den einen notwendigen Punkt und Viktoria verabschiedete sich mit einem Torfestival aus der 3. Liga. Das vorläufig letzte Drittligaspiel endete, unter der Leitung von Bundesliga-Schiedsrichter Patrick Ittrich, mit einer 3:4 Niederlage. Gegner war der SV Meppen. Das letzte Tor der Spielzeit für Viktoria erzielte Abwehrecke Tobias Gunte. Es war das 3:3, was nur eine knappe Minute Bestand hatte. Hätte er sich während der Saison nicht verletzt, fehlte im Januar und Februar, wären es mehr als 24 Einsätzen geworden. Er stammt aus dem Nachwuchs des Vereins, seit 2006 ist er ein Himmelblauer. Diesen Treffer, sein vierter in der Saison, hat ihm jeder gegönnt. Leider war er ohne Auswirkung auf das Ergebnis. Dass nach dem Abpfiff die Enttäuschung groß, einige Tränen vergossen wurden, war verständlich.

Das teilweise gesperrte Tribünen-Gebäude des Jahnsportparks.

Zur Abschiedsvorstellung hatten sich noch einmal 2.403 Zuschauer, darunter einige Hundert aus dem Emsland, eingefunden. Ein kleines Trostpflaster folgte eine Woche später, Viktoria holte sich den Berliner Pokal, in einer dramatischen Schlussphase wurde die VSG Altglienicke mit 2:1 bezwungen. In der abschließenden Pressekonferenz gab Trainer Toku bekannt, dass er in Berlin nicht weitermachen wird. Sein Vertrag galt nur für die 3. Liga.

In der Rückschau bleibt hier festzustellen, der Klassenerhalt war möglich. Zu Beginn des Jahres hatte leider Corona seine unheilvolle Hand mit im Spiel. So wurden in der Rückrunde lediglich 15 Punkte geholt, das war der zweitschlechteste Wert der Liga. Es sollte ebenso nicht vergessen werden, dass nur die wenigsten Akteure über Erfahrung in einer Profiliga verfügten. Bei der Erklärung von Niederlagen sprach der abgelöste Trainer Muzzicato davon, „dass nicht vergessen werden sollte, wo man herkommt.“ Der Sprung von der Regionalliga zur 3. Liga ist ein größerer, als von der 3. in die 2. Liga. In der Regionalliga reicht es gegen Mannschaften aus der unteren Tabellenhälfte auch mit etwas weniger Einsatz für die nötigen Punkte. Es ist nicht so ausgeglichen, wie in den Profiligen.

Der Investor bleibt an Bord, wertvolle Erfahrungen konnten gesammelt werden und wenn am Schluss das Ziel auch nicht erreicht wurde, Viktoria will zurückkommen.

In der 1. Hauptrunde des DFB-Pokals spielt Viktoria gegen den Bundesligisten VfL Bochum.

Hans-Peter Becker

Union steigt weiter auf, Hertha hat es vergeigt und Viktoria steigt ab

Im Berliner Profifußball sind fast alle Messen gesungen. Der 1. FC Union krönt seinen unaufhaltbar zu seienden Aufstieg mit der Teilnahme an der zweiten europäischen Spielklasse. Es gibt etwas mehr Geld und zum Glück gibt es ja in Berlin das Olympiastadion, wo dann die hoffentlich hochkarätigen Gegner empfangen werden müssen. Dafür darf Union brav Miete zahlen, obwohl man doch ein schmuckes Eigenheim besitzt. Am letzten Spieltag wurde Aufsteiger Bochum mit 3:2 besiegt und der Urlaub kann beginnen.

Wir sind so wie wir sind,
Drum liebt man uns, drum hasst man uns.
Wir sind so wie wir sind,
Das Berliner Sorgenkind!
Von der Bundesliga träumen wir,
Drum trainieren wir tagtäglich.
Wir steigen einmal wieder auf
Fiffi Kronsbein macht es möglich.

Diese Zeilen aus einem sehr alten Hertha-Lied passen genau zur aktuellen Situation. Aus dem ersehnten Punkt in Dortmund wurde nichts, während Stuttgart mehr Glück hatte und mit einem Last-Minute-Treffer Hertha in die Relegation schickte. Das zweitschlechteste Torverhältnis der Liga könnte den Charlottenburgern noch zum Verhängnis werden. Zwei Mannschaften kommen als Relegationsgegner infrage, der HSV oder Darmstadt. Mehr spricht wohl für den HSV. Ein Alptraum wird wahr, Felix Magath hätte die Aufgabe, seine alte Liebe zu versenken. Er war dort Spieler, Manager und Trainer. Vielleicht bleibt ihm das ja erspart. Dieser Saisonabschluss ist sinnbildlich für die gesamte Spielzeit, keine Kontinuität und das mit einem Kader, der ganze andere Möglichkeiten gehabt hätte. Hinter den Kulissen scheint es bereits zu brodeln, wenn jetzt ein weiterer Abstieg dazu kommt, dürfte Hertha mal wieder alle Schlagzeilen füllen. Das Olympiastadion wird in der kommenden Woche stark frequentiert sein. Am Donnerstag, 19. Mai empfängt Hertha seinen Relegationsgegner und 48 Stunden später steht das Pokalfinale an. Am 23. Mai, so gegen 23:00 Uhr ist es Gewissheit und die Frage beantwortet, ob Berlin in der nächsten Saison nur einen oder weiterhin zwei Bundesligisten haben wird.

Ob die Hauptstadt weiter in der 3. Liga vertreten sein wird, ist zurzeit noch offen. Für den FC Viktoria hat es leider nicht gereicht. Am Ende fehlten drei Punkte. Ein starker Saisonstart konnte nicht ausgebaut werden. Personelle Verstärkungen und ein Trainerwechsel brachten nicht den gewünschten Effekt. Am letzten Spieltag hätte ein Sieg gegen den SV Meppen nur dann gereicht, wenn der SC Verl sein Spiel gegen den MSV Duisburg verloren hätte. Die Chance war minimal, Verl spielte Unentschieden und Viktoria verlor mit 3:4. Als kleines Trostpflaster winkt am 21. Mai im Mommsenstadion, das Finale im Berliner Pokal. Auf der Tribüne im Jahnsportpark saß, mit Karsten Heine, Torsten Mattuschka und Roman Linke, die geballte Kompetenz des Finalgegners aus Altglienicke. In der 70. Minute, kurz nachdem die Emsländer das 3:1 erzielt hatten, verließen sie das Stadion. Einen Tag später stand das Spiel zum Abschluss der Regionalliga-Saison gegen den BFC Dynamo an.

Hans-Peter Becker

Hertha verschenkt vorzeitige Rettung, Viktoria mit spätem Sieg und Union?

Der Profifußball hatte zwar keine Niederlage zu vermelden, allerdings waren die Ergebnisse bis auf Viktoria nicht optimal. Die Himmelblauen holten am Freitagabend unter Flutlicht im Jahnsportpark drei ganz wichtige Punkte. Da war es egal, dass der 2:1 Erfolg über den 1. FC Saarbrücken erst in der Nachspielzeit perfekt gemacht wurde. Getroffen hatte der eingewechselte Hovi. Ja wenn man in der Woche zuvor in Würzburg (stehen inzwischen als Absteiger fest) nicht so eingebrochen wäre. Jetzt können die Viktorianer um Trainer Toku nur hoffen, dass der SC Verl am 37. Spieltag in der Roten Erde gegen Dortmund II Federn lässt. Beide trennt nur ein einziger Punkt, allerdings hat Verl noch 2 Spiele, während für die Berliner, bedingt durch den Rückzug von Türkücü München, nur ein Spiel zum Punkten bleibt. Am 14. Mai empfangen sie den SV Meppen, hoffentlich wird das nicht das vorläufig letzte Spiel in Liga 3. Der BFC Dynamo ist zwar fast Meister der Regionalliga Nordost, sie verpassten parallel am Freitag bei Union (gemeint ist Fürstenwalde) die vorzeitige Meisterschaft. Bei 6 Punkten Vorsprung und einer um 15 Tore besseren Bilanz sollte nichts Schlimmeres mehr passieren. Der Aufstieg in Liga 3 ist in diesem Jahr nur über die erfolgreiche Relegation mit dem Nordmeister möglich.

Den Freitagabend beschloss der Auftritt der Eisernen daheim gegen Absteiger Greuther Fürth. Es war gruselig, die erste Halbzeit war wohl die schlechteste in dieser Saison. Sie hätten sich nicht wundern dürfen, die Gäste waren klar besser, nur war das Spiel noch nicht entschieden. Ein Abwehrfehler ermöglichte den Eisernen den Ausgleich. Ein glücklicher Punkt für Union.

Einen Tag später, zur traditionellen Bundesligaspielzeit, Samstag, 15:30 Uhr, machte Hertha in Bielefeld ziemlich viel richtig, schoss nur ein Tor zu wenig. Statt des erlösenden 2:0, hätte die vorzeitige Rettung bedeutet, kam die Arminia zum Ausgleich und Hertha darf weiter zittern, hat aber nicht die allerschlechteste Ausgangsposition. Ein Sieg gegen Bayernbesieger Mainz und die Sache wäre geritzt. Vorsicht Hertha, der letzte Sieg ist bekanntlich immer der schwerste, allerdings, wenn sie es jetzt noch vergeigen…..

Hans-Peter Becker

Erfolge nur im Oberhaus – Berliner Profifußball im Überblick

Pressekonferenz nach dem Spiel Foto: © Hans-Peter Becker

Zunächst mussten am Osterwochenende die Profis von Viktoria ran. Am Samstag empfingen sie im Jahnsportpark den MSV Duisburg. Der Meidericher Spielverein war einst ein Gründungsmitglied der Bundesliga und gehörten 19 Jahre der Bell-Etage des Westdeutschen Fußballs an. Zwischenzeitlich ging es runter bis in die Amateurliga. Die Rückkehr in den bezahlten Fußball wurde 1988 geschafft. Es folgten sogar 9 weitere Bundesligaspielzeiten, die Zebras wurden zu einer Fahrstuhlmannschaft. Erst pendelten sie zwischen erster und zweiter Liga und seit 2013 zwischen der zweiten und der dritten Liga. Dem Verein fehlt das nötige Geld und zudem drücken Altlasten auf den Etat. Eine Rückkehr in den „richtig bezahlten Fußball“ scheint in weite Ferne gerückt. Auf weiteres Jahr im Unterbau können sich die Duisburger wohl einrichten. In Berlin gelang ihnen ein 1:0 Erfolg und wohl mehr als die halbe Miete für den Klassenerhalt. Kann sein, dass sich Viktorias Trainer bei seinem Matchplan etwas verwachst hat. Was gegen Magdeburg funktionierte, ging gegen den MSV in die Hose. Glücklicherweise verlor am Tag darauf der SC sein turbulentes Heimspiel gegen 1. FC Magdeburg mit 4:5, so bleiben die Himmelblauen weiter über dem Strich. Zum nächsten Auswärtsspiel geht es zu den so gut wie abgestiegenen Würzburger Kickers, die in der letzten Saison noch Zweitligist waren. Sollten sie gegen Viktoria verlieren, wäre der Absturz in die Bayernliga besiegelt.

Am selben Tag bescherte die Hertha ihren Anhängern lange nicht gekannte Glücksgefühle und ergriff den wohl letzten Strohhalm. Jedenfalls sind nach dem 1:0 Erfolg in der Fremde bei den mit gefährdeten Augsburgern die Chancen auf den Klassenerhalt wieder realistischer. Ein bisschen Glück gehört eben auch dazu.

Am Sonntag waren die Eisernen die wohl sicherste Bank für alle Freunde von Fußballwetten. Die Frankfurter von der Eintracht waren zu euphorisiert von ihrem Sieg im Camp Nou zu Barcelona. Die Eisernen führten nach nur 21. Minuten 2:0 und das reichte gegen die Siegestrunkenen. Du musst eben auch Glück mit dem Spielplan haben. Am Mittwoch, 20. April, steht das Halbfinale im DFB-Pokal gegen RB Leipzig an. Mal sehen, ob die Eisernen in dieser Saison dann zum fünften Mal ihren Mannschaftsbus vor dem Olympiastadion parken dürfen. Sollten sie es schaffen, kommen als Gegner der FC Freiburg oder der HSV in Betracht. Ein Witzbold meinte, alles Mannschaften, die sonst keine Chance auf einen Meistertitel haben. Den wird auch in diesem Jahr, wie üblich, der FC Bayern holen. Es wäre der zehnte in Folge und das hat, mal gesamtdeutsch betrachtet, nur der BFC Dynamo geschafft.

Hans-Peter Becker

Viktoria knöpft Magdeburg die Punkte ab

Über dreitausend Anhänger des 1. FC Magdeburg hatten den Weg nach Berlin, in den Jahnsportpark gefunden. Sie wurden vor dem Spiel mit Ihrer Hymne begrüßt und der Stadionsprecher erinnerte vor Bekanntgabe der Mannschaftsaufstellungen an die große Tradition des aktuellen Spitzenreiters der 3. Liga. 1974 gewann der 1. FCM überraschend den Europapokal der Pokalsieger unter dem legendären Trainer Heinz Krügel. In Rotterdam wurde vor einer Minuskulisse von nur 4.644 Zuschauern der Titelverteidiger AC Mailand mit 2:0 geschlagen. Es war die Mannschaft um Kapitän Manfred Zapf, zusammen mit Jürgen Sparwasser, Wolfgang „Paule“ Seguin, Joachim Streich und und. Unter denen, die sich am 4. April 2022 in der Fan-Kurve im Jahnsportpark eingefunden hatten, waren viele 1974 noch nicht auf der Welt.

Ein kleines bisschen ähnelten sich die äußeren Umstände, Flutlicht, kein gutes Wetter, ein für die Anzahl der Zuschauer zu großes Stadion und ein klarer Favorit traf auf einen Außenseiter. Offiziell waren es 4.334 Fußballfreunde, die bereit waren, eine Eintrittskarte zu kaufen. Viktorias Trainer Farat Toku hatte sich eine dicht gestaffelte Defensive ausgedacht. Es war über weite Strecken ein 5-4-1 System, den Magdeburgern wurde sogar großzügig das Mittelfeld überlassen. Vor dem eigenen Strafraum ging es dann ordentlich zur Sache. Im Tor der Viktorianer stand Philip Sprint. Die eigentliche Nummer eins, Julian Krahl laboriert seit dem Spiel in Osnabrück an einer Patellasehnenreizung.

Der 1. FCM ergriff sofort die Initiative und ließ die Himmelblauen nicht über die Mittellinie. Es dauerte bis zur 15. Minute, da fasste sich Moritz Seiffert ein Herz und holte einen Eckball für Viktoria heraus. Nur drei Minuten später startete Viktoria den zweiten Versuch, den Ball in die Magdeburger Hälfte zu bringen. Dabei wird Franck Evina von den Beinen geholt, Freistoß halblinks aus 25 m Torentfernung. Der Gefoulte bringt den Ball gefühlvoll in den Strafraum und dort steht Jakob Lewald gold-richtig, kann seine 1,94 m Körpergröße einsetzen, sein Kopfball landet im Tor. Das war die völlig überraschende Führung.

Die Magdeburger versuchten zu antworten und vergaben gute Möglichkeiten. Bis zur Halbzeitpause hatte Magdeburgs Keeper Dominik Reimann einige Mühe, sich warmzuhalten. Beim Gang in die Halbzeitpause zeigte die große Anzeigetafel die überraschende 1:0 Führung für Viktoria an.

In der Halbzeit schwor Toku seine Truppe noch mehr auf die Defensive ein, „versucht, so lange wie möglich ein Gegentor zu verhindern, dann könnte heute was drin sein.“ Dass die zweite Halbzeit dann so optimal für seine Mannschaft beginnen sollte, hätte er sich schöner nicht denken können.

Kaum war das Spiel wieder angepfiffen, da stand es 2:0 für Viktoria. Ballverlust im Mittelfeld, Cebrails Makreckis eroberte den Ball und schickte sofort Soufian Benyamina auf die Reise und der trifft. Das war sehenswert, gekonnte Ballmitnahme in vollem Lauf und überlegt abgeschlossen. Sein Bruder Karim saß auf der Tribüne und der Daumen ging nach oben.

Jetzt dehnte sich jede Sekunde für die Viktoria-Fans zu einer Minute. Magdeburg drückte und Viktoria stemmte sich gegen die Angriffswellen. Selbst die Balljungen versuchten mitzuhelfen und postierten sich mit den Ersatzbällen auf der Mitte der Laufbahn und nicht wie üblich an der Rasenkante. Ein Magdeburger Betreuer übernahm, leicht wütend, wenigstens auf Höhe der Magdeburger Bank den Job der Balljungen.

Erst in der 76. Minute gelang der Anschlusstreffer im Anschluss an eine Ecke. Die Zeit dehnte sich weiter, für Viktoria wollte sie überhaupt nicht vergehen. Die Angriffsversuche des Tabellenführers wurden immer verzweifelter. In der Nachspielzeit hatte dann Viktorias Torwart seinen großen Auftritt, er kratzte einen gefährlichen Kopfball von der Linie.

Kurz vor 21 Uhr war es dann vollbracht, der langersehnte Schlusspfiff von Schiedsrichter Richard Hempel erlöste den FC Viktoria und seine Anhängerschaft. Nicht nur für die Akteure, auch für den Schiedsrichter war es ein hartes Stück Arbeit, neun Gelbe Karten musste er insgesamt verteilen, sechs davon sahen die Himmelblauen. Egal, Freudentänze beim FC Viktoria und mittendrin Sportdirektor Rocco Teichmann, der just an diesem Tag seinen 36. Geburtstag feierte.

Mit diesem Sieg rutscht der Aufsteiger wieder auf einen Platz über dem Strich und schöpft neue Hoffnung im Kampf um den Klassenerhalt. Wie einst 1974 in Rotterdam, bestätigte sich die alte Weisheit, dass im Fußball nichts unmöglich ist.

Fußball 3. Liga

32. Spieltag 04.04.2022 19:30 Uhr Jahnsportpark Berlin

FC Viktoria 1889 Berlin – 1. FC Magdeburg 2:1 (1:0)

Mannschaftsaufstellung Viktoria

Sprint – Lewald – Makreckis – Benyamina (71. Falcao) – Ezeh – Kapp – Evina (46. Jopek) – Gunte – Seiffert (60. Theisen) – Pinckert (85. Yamada) – Menz

Freiburg gewinnt auch in Berlin

Die Gäste aus Freiburg hatten eine Anreise von etwa 800 km, das entspricht der Entfernung von Berlin nach Lwiw und dort ist Krieg. Darauf wies Stadionsprecher Ingo Müller in seiner Ansprache vor der Drittliga-Begegnung im Jahnsportpark hin. Es ist nicht so einfach, angesichts der Nachrichten aus der Ukraine zur Tagesordnung, zur Berichterstattung über ein Fußballspiel überzugehen.

Für das Spiel hatten sich die Himmelblauen einiges vorgenommen. Punkte sammeln, wo es nur geht, der Blick auf die Rückrundentabelle zeichnet ein düsteres Bild. Lediglich vier Punkte wurden in sieben Spielen geholt. Mit diesem Punkteschnitt steigt man ab. Im Stadion war auch der entlassene Trainer Benedetto Muzzicato und der sah zunächst einen engagierten Auftritt seiner ehemaligen Mannschaft. An der Seitenlinie stand als Interimscoach sein bisheriger Co-Trainer David Pietrzyk. Er übernahm die taktische Grundaufstellung von Muzzicato und setzte auf Offensive. In seiner Startformation standen alle drei Winterneuzugänge.

Es schien, als könnten sie den Negativlauf brechen. Mit zunehmender Spieldauer schien der Führungstreffer für Viktoria nur eine Frage der Zeit zu sein. In der 30. Minute hätte er fallen müssen. Leider verfehlte der aufrückte Brooklyn Ezeh das leere Tor. Darauf er folgte ein Angriff, wo turbulent wurde im Freiburger Strafraum. Enes Küc dribbelte und Freiburgs Robert Wagner stellt sich zum Zweikampf, geht zu Boden und berührt dabei den Ball mit der Hand. Es gab hier keinen Strafstoß, den gab es allerdings im Gegenzug. Wieder war Wagner daran beteiligt, er wurde von Jakob Lewald zu Fall gebracht. Denn fälligen Foulelfer verwandelt Vincent Vermeij sicher. Julian Krahl, ja als Elfertöter bekannt, ahnt zwar richtige die Ecke, doch der Schuss ist gut platziert. Das war so richtig dumm gelaufen, der Gegentreffer fiel in einer Phase, als die Viktoria die Begegnung so richtig in den Griff zu bekommen schien und sich Hoffnung auf Punkte machen konnte.

In der zweiten Hälfte verflachte das Spiel, die Chancen wurden weniger, die Räume enger und die Fehlpässe nahmen zu. In der 56. Minute versenkte zu allem Überfluss Vermeji einen Eckball per Kopf im Gehäuse von Viktoria. Das war ein Wirkungstreffer. Am Ende gewinnen die Gäste aus dem Freiburger Nachwuchs mit 2:0. Tags zuvor hatten ihre Profi-Kollegen aus der Bundesliga Hertha BSC mit 3:0 versenkt und somit die Abstiegssorgen der Berliner in der jeweiligen Liga weiter vergrößert.

Hans-Peter Becker

Fußball 3. Liga 28. Spieltag

27.02.2022 13:00 Uhr Jahnsportpark Berlin

FC Viktoria 1889 Berlin – SC Freiburg U23 0:2(1:0)

Mannschaftsaufstellung Viktoria

Krahl – Kapp – Lewald – Pinckert (75. Hahn) – Makreckis (82. Yamada) – Jopek – Gambos – Ezeh – Küc (68. Hovi) – Falcao (68. Verkamp) – Ogbaidze (68. Seiffert)

Viktoria auf verlorenem Posten

Das Nachholspiel vom 21. Spieltag zwischen Eintracht Braunschweig und der gastgebenden Viktoria war schnell entschieden. Nach nur 20 Minuten lagen die Himmelblauen bereits mit 0:3 hinten. Das war dann auch der Spielstand zur Halbzeitpause.

In der zweiten Halbzeit legten die Braunschweiger drei weitere Treffer nach. Grund zur Freude hatten am Mittwochabend unter Flutlicht im Jahnsportpark lediglich etwa 500 mitgereisten Fans des Traditionsclubs aus Niedersachsen. Es langte mal wieder für eine vierstellige Zuschauerzahl. Der Stadionsprecher bedankte sich bei offiziell 1.486 Kartenkäufern für ihr kommen.

Viktoria’s Trainer Benedetto Muzzicato hatte eine böse Vorahnung, wie er auf der Pressekonferenz nach dem Spiel ausführte. Die englische Woche kommt zur Unzeit. Bei den vorangegangenen Trainingseinheiten hatte der Trainer kein gutes Gefühl. „Die Energie wird weniger, gerade in einer englischen Woche. Das kannst du nicht kompensieren.“ Bedingt durch Corona konnte keine ordentliche Vorbereitung durchgezogenen werden und dazu kommen Verletzungen wichtiger Spieler.

Sie zehren noch von Ihrem guten Saisonstart in der dritten Liga mit 17 Punkten nach sieben Spieltagen. Bereits damals warnte Muzzicato, „es kann nur um den Klassenerhalt gehen, alles andere wäre nicht realistisch.“ Im aktuellen Kader der Himmelblauen stehen lediglich zwei Spieler, mit Björn Jopek und Christoph Menz, die man als gestandene Drittligaprofis bezeichnen kann, alle anderen kommen aus der Regionalliga. Der gute Saisonstart hatte Begehrlichkeiten geweckt. Jetzt ist brutaler Abstiegskampf angesagt. „Die Jungs müssen ihr Herz auf dem Platz lassen, dass es nicht immer reicht, war uns immer klar.“

Trotz alledem, es fehlen weiter Punkte für das angestrebte Saisonziel. Am kommenden Samstag, 19.02.2022 steht der gewiss nicht einfache Gang zum SV Wehen-Wiesbaden an.

Hans-Peter Becker

Fußball 3. Liga 21. Spieltag

16.02.2022 19:00 Uhr Jahnsportpark Berlin

FC Viktoria 1889 Berlin – Eintracht Braunschweig 0:6 (0:3)

Mannschaftsaufstellung FC Viktoria 1889 Berlin

Krahl – Hahn – Kapp – Lewald – Ezeh (71. Sucsuz) – Jopek (71. Menz) – Ogbaidze (46. Cvjetinovic) – Pinckert – Küc (62. Makreckis) – Falcao (62. Evina) – Seiffert

Viktoria rettet einen Punkt

Fast ein Hauch von Frühling im sonnen überfluteten Jahnsportpark, wenn die Temperaturen etwas angenehmer gewesen wären. „Es geht um das sportliche Überleben für beide Mannschaften“, so hatte der Stadionsprecher Ingo Müller die Zuschauer auf das Spiel eingestimmt. Die Gäste vom Sportclub Verl brauchen, genau wie die himmelblaue Viktoria, dringend Punkte für den Klassenerhalt. Die Gäste aus Ostwestfalen lagen seit der 3. Spielminute mit 0:1 hinten. Nach exakt 1:37 Minuten zeigte der Schiedsrichter auf den Punkt. Lukas Petkov hatte Viktorias Winterneuzugang Brooklyn Ezeh im Strafraum gefoult und Enes Küc verwandelte sicher. Der knappe Vorsprung hielt bis zur 87. Spielminute, seit der 68. Minute waren die Berliner nur noch zu zehnt, Martin Gambos sah innerhalb von drei Minuten zweimal gelb und durfte duschen gehen.

Dem Ausgleich der Gäste durch Joel Grodowski wäre in der Nachspielzeit fast ein Happyend gefolgt. Es gab einen weiteren Foulelfmeter, diesmal für die Gäste, den Leandro Putaro vergab. Viktorias Keeper Julian Krahl reagierte in die richtige Ecke und konnte den Ball abwehren.

Die Gäste waren enttäuscht, wie im Hinspiel, hatte es wieder nicht zu einem Sieg gereicht. Trainer Guerino Capretti sah nach dem Spiel das positive für seine Mannschaft. „Seit vier Spielen haben wir jetzt nicht mehr verloren.“ Sein Kollege aus Berlin meinte: „Es war auch eine Frage der Kraft, wir hatten keine richtige Vorbereitung und wie zuletzt in Mannheim, hat es nicht ganz gereicht.“

Zudem war das Spiel, selbst für Drittligaverhältnisse, nur von mäßigem Niveau. In der 2. Halbzeit wurde es auch physisch unangenehmer. Der insgesamt gut agierende Schiedsrichter Patrick Glaser verteilte sechs Gelbe Karten und eine Rote.

Für die Viktoria geht es bereits am Mittwoch, 16. Februar weiter, das im Januar wegen Corona ausgefallene Spiel vom 21. Spieltag gegen Eintracht Braunschweig steht auf dem Programm. Viktoria hat von allen Drittligisten bisher die wenigsten Spiele austragen können. Nach 23 Spielen haben sie 27 Punkte auf dem Konto und belegen Platz 15.

Hans-Peter Becker

Fußball 3. Liga 26. Spieltag

13.02.2022 13:00 Uhr Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark (Berlin)

FC Viktoria 1889 Berlin – SC Verl 1:1 (1:0)

Mannschaftsaufstellung FC Viktoria 1889 Berlin

Krahl – Hahn – Lewald – Cvjetinovic – Ezeh – Jopek (90. Ogbaidze) – Gambos – Pinckert – Küc (63. Falcao) – Theisen (46. Seiffert) – Makreckis (73. Menz)

Viktoria Berlin verpflichtet Mittelfeldspieler Martin Gambos

Kurz vor Ende der aktuellen Winter-Transferperiode verpflichtet Viktoria Berlin den slowakischen Mittelfeldspieler Martin Gambos. Der 24-Jährige kommt vom slowakischen Erstligisten Zlate Moravce und spielte darüber hinaus für die slowakischen U-Nationalmannschaften (U18-U21).

„Martin ist sehr talentiert, hat ein überragendes Positionsspiel und kann eine gute Balance in ein Spiel bringen. Er durfte in der Slowakei in der ersten Liga spielen und auch international schon Erfahrung sammeln. Ich bin davon überzeugt, dass Martin sehr gut in unser Profil passt und unsere Spielidee schnell verstehen wird. Er macht einen sehr smarten Eindruck. Ich freue mich, dass er unser Mittelfeld verstärken wird“, betont Chefcoach Benedetto Muzzicato.

Martin Gambos sagt über seinen neuen Verein: „Aufgrund meiner Vergangenheit bei 1860 München habe ich die 3. Liga immer mal wieder verfolgt. Dabei ist mir Viktoria Berlin als Neuling in der Liga auch positiv aufgefallen. Ich sehe den Klub als einen guten Verein, um mich weiterzuentwickeln. Ich freue mich sehr über diese Chance, wieder in Deutschland Fußball zu spielen. Bisher wurde ich großartig aufgenommen, jeder versucht mir meinen Start in der neuen Stadt zu erleichtern. Ich möchte in dieser Saison so viele Spiele wie möglich machen und der Mannschaft dabei helfen in der Tabelle möglichst weit oben zu stehen.“

Sportdirektor Rocco Teichmann sagt über den Neuzugang: „Martin Gambos war bereits seit einiger Zeit Thema bei uns. Mit Björn Jopek, Christoph Menz und mittlerweile auch Diren Günay hat Martin sicherlich auch Konkurrenz auf seiner Position, aber genau dort wollten wir im Winter noch einmal nachbessern und das ist uns mit seiner Verpflichtung gut gelungen.“

Gambos wurde in der Slowakei geboren, kam mit zwölf Jahren nach Deutschland, spielte bei Jahn Regensburg und viele Jahre beim aktuellen Drittligisten 1860 München. Für eine Leihe kehrte er in die Slowakei zurück, spielte dann noch eine Saison bei den Münchnern, ehe er die letzten vier Jahre in der Slowakei bei den Erstligisten MSK Zilina, Spartak Trnava, FK Senica und zuletzt Zlate Moravce unter Vertrag stand.

Unterdessen wird die Leihe von US-Amerikaner Bryang Kayo, der im Sommer vom VfL Wolfsburg zu den Himmelblauen kam, mit sofortiger Wirkung beendet. Er kehrte zunächst zu den Wölfen zurück und geht von dort auf Leihbasis zum Regionalligisten 1. FC Nürnberg II.
Auch die Leihe von Torhüter Elian Clasen zu Union Fürstenwalde wird beendet. Bis zum Saisonende kehrt er in seine Heimatstadt zurück und spielt per Leihgeschäft bei Altona 93 in der Regionalliga Nord.

Quelle: FC Viktoria 1889 Fußball

Fotocredit: Viktoria Berlin

Cebrail Makreckis wechselt von Borussia Dortmund II zu Viktoria Berlin

Die Himmelblauen verpflichten in der Winter-Transferperiode mit Cebrail Makreckis einen weiteren Spieler. Der Mittelfeldspieler kommt von der U23 von Borussia Dortmund zu den Himmelblauen. 

„Ich freue mich sehr auf meine neue Herausforderung bei Viktoria Berlin und darüber, weiterhin in der 3. Liga an den Start zu gehen. Jeder im Klub macht einen sehr engagierten Eindruck. Hier passiert viel im Hintergrund und auch die Mannschaft ist hoch motiviert. Ich möchte in der restlichen Saison nun dabei helfen, dass wir möglichst weit oben mitspielen, will viele Scorerpunkte sammeln und meinen Beitrag dazu leisten, dass wir die Saison erfolgreich abschließen“, sagt Cebrail Makreckis über seinen Wechsel zu Viktoria Berlin.

„Cebo ist jung, hat eine gute Ausbildung genossen und verfügt über Drittliga-Erfahrung aus der Hinserie. Bei Borussia Dortmund hat er auf einem sehr guten Level trainiert“, sagt Chefcoach Benedetto Muzzicato über den Mittelfeldspieler und erklärt: „Für uns ist Cebo ein sehr flexibler Spieler, den ich gerne im zentralen Mittelfeld sehen möchte, auch wenn er bei Dortmund aufgrund seiner Dynamik und Schnelligkeit auf den Außenbahnen eingesetzt wurde. Ich mag es aber auch, dynamische Spieler in der Mitte zu haben und Cebo hat bewiesen, dass er technisch gut ist, in Drucksituationen effektiv Lösungen finden kann und einen guten Abschluss hat. Er wird uns sicherlich bereichern, wenn es uns gelingt, sein Potenzial auszuschöpfen.“

„Ich freue mich, dass wir gemeinsam mit den Verantwortlichen von Borussia Dortmund II diese Einigung finden konnten. Cebo ist ein Spieler, der aufgrund seiner Mentalität einen hohen Mehrwert in unser Team bringt. Wenn man bedenkt, dass er in seinen Kurzeinsätzen ein Tor und einen Assist gemacht hat, ist das schon einmal ordentlich. Wir wissen aber auch, dass noch mehr in ihm steckt“, sagt Sportdirektor Rocco Teichmann.

Cebrail Makreckis wurde in der Jugend bei Bayer Leverkusen ausgebildet. Nach einer Leih-Saison bei Bergisch Gladbach 09 spielte er noch eine Saison in der U19 von Bayer Leverkusen, ehe er im Juli 2020 zum Bonner SC wechselte. Vom Bonner SC ging es für Makreckis dann zur U23 von Borussia Dortmund, wo er in der Hinrunde der Saison 2021/22 auf 15 Einsätze kam.

Quelle: FC Viktoria Berlin/Vera Krings

Fotocredit:© Viktoria Berlin