23. Spieltag Regionalliga Nordost

Tabellenführer Carl Zeiss Jena gibt sich einfach keine Blöße und gewinnt 2:0 über die TSG Neustrelitz. Verfolger Energie Cottbus, vier Punkte schlechter, hatte beim 2:1-Sieg in Meuselwitz viel Mühe und ein paar mehr Probleme. Eindrucksvoll dagegen und unterhaltsam vor 1.083 Zuschauern der 5:2-Sieg des BFC Dynamo (5.) über Luckenwalde (16.). Überhaupt sah es für die Berliner Vertreter gar nicht schlecht aus. Der Berliner AK 07 gewann 4:1 in Bautzen und Viktoria 89, 407 Zuschauer im Stadion Lichterfelde, gewann mit 2:1 über Wacker Nordhausen und ist jetzt Tabellensechster. Ein Berliner Verein verlor allerdings. Die Ausnahme: Herthas Zweite machte es der Ersten nach, verlor sogar recht deutlich 0:3 in Auerbach. Abstiegsgefahr (27 Punkte) besteht als Tabellenzwölfter nicht, es sei denn, unser Bundesligist macht es Union nach und zieht nach dieser Saison die 2. Mannschaft freiwillig zurück. RB Leipzig hat seine Zweite bereits abgemeldet. Tendenzen in diese Richtung gibt es bei Hertha nicht. Um die Tabelle weiter zu begradigen gibt es am kommenden Mittwoch (und terminiert bis 26. April) eine ganze Reihe von Nachholspielen. Nordhausen, Babelsberg 03 und Viktoria 89 haben gar erst 19 Spiele ausgetragen – Neustrelitz, Luckenwalde, Fürstenwalde, Neugersdorf, Hertha II und BAK 07 erst deren 20. Besonders interessant wird es am nächsten Sonntag, 13.00 Uhr, im Poststadion, wenn der stark verbesserte Berliner AK , Spitzenreiter Carl Zeiss Jena empfängt. Um ganz oben doch noch ein Wörtchen mitzureden (BAK = 40 Punkte, Jena 51 Punkte) muss für den Tabellendritten ein Sieg her. Anders formuliert. Es wird mal höchste Zeit, dass Jena Federn lässt. Keiner würde sich mehr freuen als der Tabellenzweite Energie Cottbus mit derzeit 47 Punkten.

Christian Zschiedrich

Kommentar – Hertha doch wieder im unerwünschten Abstiegstrend

Der Abstiegstrend ist trotz des Verbleibens auf Platz 5 sogar mehr als deutlich. Der Abstand  zu  Hoffenheim vergrößerte sich. Die aktuellen Ergebnisse der 1. Bundesliga findet ihr auf unserer Seite. Irgendwie im tiefsten Inneren ist der Mensch doch beeinflussbar. Ich mache kein Hehl daraus, bei meinen Kommentaren stets mit kritischen Blicken zwischen Trainer/Spieler und Vereinsführung zu unterscheiden. Spieler und Trainer kommen bei mir in der Regel besser weg, als die Vereinsführung. Letztere, insbesondere in Persona Werner Gegenbauer und Michael Preetz haben sich bestimmt in meinem Unterbewusstsein als anfechtbar verankert. Das hat nachvollziehbare Gründe. Dafür bekam ich Mut machende Zuschriften. Die guten Kontakte zum Trainer und Spielern sind vielleicht ausschlaggebend, dass sie bei mir stets besser wegkommen – eben weil ich ihre Leistungen anerkenne. Dieses Mal habe ich über das 0:1 gegen den HSV nicht viel Gutes zu sagen. Mit Herthas Spielanlage wäre gerade auswärts mehr drin, als zuletzt beim 0:2 in Leipzig, 1:3 in Leverkusen, 1:2 in Freiburg, 0:2 gegen Schalke und nun das 0:1 gegen Hamburg. Das sind in 5 Spielen gleich 0 Punkte. Als in Minute 52 Duda für Stark kam, hofften wir, der Neue könnte dem Spiel Impulse geben. Denkste. Da kam bis auf viele Fehlpässe gar nichts. Null Durchschlagskraft im Team. Hertha trat so auf, als ob der Punkt von Anfang an gereicht hätte. Damit jetzt keiner anfängt am Trainer rumzumosern, dass Hertha auf Platz 5 steht, verdankt der Club Pal Dardai. In Leverkusen musste Roger Schmidt gehen, bereits der neunte Trainer in der laufenden Saison. Zum Spiel: Ekdal erzielte nach Plattenhardt‘s Fehler in Minute 77 das 1:0 für den HSV vor nur 44.444 Zuschauer, souverän geleitet von Dr. Felix Brych. Am Samstag kommt Borussia Dortmund zum 24. Spieltag ins Berliner „uneinnehmbare“ Olympiastadion.

Christian Zschiedrich

Turbulenzen in der Regionalliga Nordost

Spitzenreiter Carl Zeiss Jena verteidigte seinen Vorsprung, vier Punkte mehr als Energie Cottbus und bleibt Tabellenführer. Jena spielte 2:1 in Fürstenwalde und Cottbus siegte vor 7.093 Zuschauern mit 1:0 über stark auftrumpfende Dynamos aus Berlin. Allerdings war die übrige Ausbeute der anderen Berliner Clubs mehr als dürftig. Lediglich BAK 07 (3.) holte einen  Zähler und das zu Hause vor 214 Zuschauern im Poststadion beim kümmerlichen 1:1 gegen den VfB Auerbach (14.). Ansonsten setzte es Niederlagen: Tabellenelfter Hertha BSC II unterlag dem ZFC Meuselwitz mit 0:1 (216 Zuschauer); ein Riesenspektakel gab es beim Berlin-Brandenburg Derby in Luckenwalde. Der FC Viktoria 89 (8.) lag bereits 0:5 hinten, kam bis zwischenzeitlich auf 5:4 heran, scheiterte mehrfach am möglichen Ausgleichstreffer, die endgültige Entscheidung fiel erst in der Nachspielzeit, als die Luckenwalder Treffer Nummer 6 markieren konnten, Endstand 6:4 für den FSV Luckenwalde. Aus Randberliner Sicht noch interessant, 1.FC Lok Leipzig besiegte vor 3.237 Zuschauer Babelsberg 03  mit 2:0. Die Babelsberger sind nach 18 Spielen jetzt Tabellenzehnter. Bestimmt nicht aus Geldsorgen und nicht der sportlichen Leistungen wegen zieht RB Leipzig II (4.) zum Saisonende seine Mannschaft zurück und steht somit als erster Absteiger fest. Zum Schluss eine andere Bemerkung:  Einige Fans und vor allen die Führungsetage von Hertha BSC wünschen sich ein reines Fußballstadion, ohne Laufbahn. Seitens der Senatsverwaltung wurde nun bestätigt, der Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark in Prenzlauer Berg soll bei laufendem Spielbetrieb für 85 Millionen Euro komplett erneuert werden, Beginn der Maßnahme 2020. Das neu entstehende Stadion soll rund 20.000 Zuschauern Platz bieten und weiterhin für Leichtathletikveranstaltungen genutzt werden können. Also keine Alternative für Hertha BSC.

Erneuter Führungswechsel in der NOFV-Oberliga Nord

Die VSG Altglienicke holte sich mit einem 2:0-Sieg über den Malchower SV die Tabellenführung zurück, weil Optik Rathenow nicht über ein 1:1 bei Lichtenberg 47 hinaus kam. Gleich drei Berliner Vereine wechselten in der Winterpause ihren Trainer. In Zehlendorf ist nun Alexander Arsovic, kam für Markus Schatte, der Chef, in Charlottenburg bei Hertha 06 wurde Frank Harzheim für Hasan Keskin geholt – bereits der dritte Trainer in der laufenden Saison. Hertha 06 verzeichnete in der Winterpause einige Ab- und Zugänge.  Es gibt es ja noch einen anderen  Charlottenburger Verein in der Oberliga: Tennis Borussia! Bei TeBe löste in der Winterpause Cemal Yildiz den bisherigen Amtsinhaber Daniel Volbert ab. Alle drei neuen Trainer gaben bisher erfolgreich ihren Einstand. Tennis Borussia siegte am Freitagabend vor 312 Zuschauer mit 3:1 über Germania Schöneiche, Hertha 06 gewann vor 130 Zuschauer 1:0 gegen Victoria Seelow und Hertha 03 vor 134 Zuschauer 2:1 gegen Mecklenburg Schwerin. Hoffentlich sind die ersten Pflaumen nicht madig. Egal, drei Punkte sind drei Punkte. Am kommenden Freitagabend steigt im Mommsenstadion das Duell Tennis Borussia (4.) gegen Spitzenreiter VSG Altglienicke. Die anderen Berliner Vertreter müssen auswärts ran: Lichtenberg 47 (3.) spielt beim Aufsteiger in Brieselang (13.) und Hertha 03 beim Tabellenletzten 1.FC Frankfurt.

Christian Zschiedrich

Nichts bessert sich in der Führung bei Hertha BSC

Christian Zschiedrich

Jahrelang berichtete ich über Hertha BSC, setzte ab und zu, als langjähriges Mitglied, die Vereinsbrille auf und hoffte, diejenigen -wenigstens ein bisschen- überzeugenzu können, die Hertha als arrogant und großkotzig empfanden. Ich machte mir Gedanken, weshalb Hertha BSC in der Gunst vieler Berliner so schlecht dastand. Für mich überwog das Positive, z.B. im Jugend- und Nachwuchsbereich.

Ich ließ fast kein Trainingslager aus und erst recht kein Spiel. Hatte oft den Eindruck, wenn das Stadion mal wieder sehr gut besucht war, der überwiegende Teil der Zuschauer wollte den attraktiven Gegner sehen. Wo liegen die Ursachen dafür ? Darüber weiter nachzudenken war nicht gern gesehen. Hertha brauchte angeblich Ja-Sager. Wer nicht für den Präsidenten – entweder oder – war angeblich gegen ihn. Ist das nicht kurzsichtig und sogar dumm gedacht? So werde das Image des Vereins und das Verhältnis zu den Berlinern keineswegs aufgebessert. Pressekollegen riefen mich erst dieser Tage an und meinten, in meinem Falle handele die Vereinsführung sogar vereinsschädigend. Ich war bei Hertha in Ungnade gefallen und plötzlich stand Persönliches gegen allgemeine Vereinsinteressen. Sich darüber zu beschweren, es bringt nichts. Von wegen Pressefreiheit ! Zitiert wurden Erdogan und Trump! Da hilft auch nichts, mit anderen Vereinen bestens auszukommen und gut zusammen zu arbeiten. Bei Hertha hilft es ebenso nichts, auf Verbandsebene (DFB) wiederholt ausgezeichnet und geehrt worden zu sein.

25 Jahre lang bekam ich meine Presse-Akkreditierungen – auch von Hertha BSC regelmäßig. Seit geraumer Zeit aber nicht mehr. Zu Beginn dieser Saison wurde mein Antrag auf Dauer-Akkreditierung erneut abgelehnt; ich sollte Tages-Akkreditierungen beantragen. Alle gestellten Anträge wurden Spiel für Spiel abgelehnt. Aktuell beantragte ich wieder eine Tages-Akkreditierung für das Spiel gegen Eintracht Frankfurt. Beachtete sorgfältig alle Vorschriften und Terminvorgaben, um ja keinen Formfehler zu begehen. Laut den Akkreditierungsbestimmungen hat der Verein genauso Terminvorgaben gegenüber den Antragstellern für Presse-Arbeitskarten zu beachten. Ich erhielt  bis zum Spieltag weder eine Zusage noch eine Ablehnung. Mit guter Erziehung, Anstand, Fairplay und Würde hat das nun gar nichts mehr zu tun. Welch ein Benehmen, arrogant und großkotzig, Hertha verlässt den Boden üblicher Umgangs-Formen für ein höfliches, gepflegtes Miteinander und setzt sich einfach über normale Anstandsregeln  hinweg.

Was bleibt mir? Nur eins, Herthas Umgang werde ich weiterhin öffentlich machen und auf solche Machenschaften hinzuweisen. Das könnte eher Wirkung haben und das, bis ein Gespräch mit Hertha wieder möglich ist,  Monat für Monat.

Christian Zschiedrich