„Goldener Fußball“ für den Lesben- und Schwulenverband

Der Berliner Fußballverband hatte am Samstag, 18. Januar zu seinem traditionellen Neujahrsempfang geladen. In diesem Rahmen erfolgte auch die Verleihung des „Goldenen Fußballs“. Ort der Veranstaltung war in diesem Jahr das Stadion An der Alten Försterei in Berlin-Köpenick.

Bereits seit neun Jahren bestreiten LSVD und BFV gemeinsam zahlreiche Aktivitäten und Veranstaltungen, um für Vielfalt im Fußball zu werben und sich gegen Homophobie, Transphobie und Diskriminierung einzusetzen.

Vertreter des LSV nahmen die Auszeichnung entgegen Foto: © 2020 sr Pictures Sandra Ritschel

Auf dem BFV-Neujahrsempfang 2011 schlossen der Lesben- und Schwulenverband und der Berliner Fußball-Verband ihre Kooperationsvereinbarung. Zu den gemeinsamen Veranstaltungen gehört der Fachtag „Vereine stark machen – für Vielfalt im Fußball“, der im vergangenen Jahr seine bereits neunte Auflage erlebte sowie der Runde Tisch gegen Homophobie. Zusammen mit dem LSVD nahm der Berliner Fußball-Verband 2016 erstmals am Christopher Street Day in Berlin teil. Während des Aktionsmonats „Fußball gegen Homophobie“ setzen LSVD, BFV und seine Mitgliedsvereine ein Zeichen für Toleranz und Diversität im Fußball.

Ein weiterer Teil der Zusammenarbeit zwischen LSVD und BFV ist die gemeinsame Aufklärungs- und Sensibilisierungskampagne „Rote Karte für Homophobie!“. Mit der in diesem Rahmen entwickelten Broschüre sollen verschiedene Akteurinnen und Akteure des Vereinsfußballs sowie Schiedsrichter/innen für homophobe Verhaltensweisen sensibilisiert und in ihren Handlungskompetenzen gestärkt werden.

Verantwortlich für die Umsetzung der gemeinsamen Publikationen und Aktivitäten ist das 2010 gegründete Projekt SOCCER SOUND des Bildungs- und Sozialwerkes des Lesben- und Schwulenverbandes Berlin-Brandenburg. Mit ihrer Initiative „Soccer für Fairness“ arbeiten sie gezielt innerhalb der Vereine gegen Vorurteile und werben für Toleranz und Respekt.

Großen Anteil hatte der LSVD auch an dem richtungsweisenden Schritt, Trans- und Intermenschen eine ungehinderte Teilnahme am organisierten Fußballsport zu ermöglichen. Auf dem BFV-Arbeits-Verbandstag 2019 wurde ein Antrag mehrheitlich angenommen, der vorsah, Personen mit dem dritten Geschlechtseintrag „divers“ bei der Vergabe von Spielberechtigungen einzubeziehen. Menschen mit diesem Personenstandseintrag können nun selbst darüber entscheiden, ob sie für den Frauen- bzw. Juniorinnenspielbetrieb oder den Herren- bzw. Juniorenspielbetrieb gemeldet werden. Der BFV ist damit der erste Landesverband, der eine derartige Anpassung in der Spielordnung vorgenommen hat.

Bernd Schultz, Präsident des Berliner Fußball-Verbandes, sagt über den Preisträger: „Ich freue mich, dass wir das wertvolle Engagement des Lesben- und Schwulenverbandes mit dem Goldenen Fußball würdigen und dem LSVD für die vielen Jahre der erfolgreichen Zusammenarbeit danken können. Bereits 2009 initiierte der LSVD das ‚Bündnis gegen Homophobie‘ und der BFV ist stolz, eines der Gründungsmitglieder zu sein. Einer weiteren engen Zusammenarbeit im Sinne der Gleichberechtigung sowie für Akzeptanz und Respekt und gegen Diskriminierung im Berliner Fußball sehe ich mit Freude entgegen.“

Jörg Steinert, Geschäftsführer des Lesben- und Schwulenverbandes Berlin-Brandenburg, sagt über die Auszeichnung: „Der Goldene Fußball ist die bedeutendste Auszeichnung, die der Lesben- und Schwulenverband je erhalten hat. Seit 2006 kooperieren wir mit Berliner Fußballvereinen. Im Jahr 2011 haben wir durch die Kooperationsvereinbarung mit dem BFV eine wichtige Arbeitsgrundlage dafür geschaffen, noch mehr Vereine zu erreichen und strukturelle Veränderungen zu befördern. So können ab dem 1. Juli 2020 zum Beispiel auch Menschen mit Geschlechtseintrag ‚divers‘ selbstbestimmt am Spielbetrieb teilnehmen. Wir danken allen Engagierten beim BFV für die gelungene und vertrauensvolle Zusammenarbeit. So macht Antidiskriminierungsarbeit Spaß.“

Der „Goldene Fußball“ ist die höchste Ehrung des BFV. Sie wird seit 1992 einmal jährlich an Persönlichkeiten oder Institutionen für herausragende Verdienste um den Fußball verliehen.

Quelle: Berliner Fußball-Verband

Alle Jahre wieder – Frohe Weihnacht und einen guten Rutsch

Das Jahr 2019 ist in wenigen Tagen vorbei. Das letzte Türchen des Adventskalenders wird in wenigen Stunden geöffnet werden und die Weihnachtsruhe kehrt ein. Hinter unserer Redaktion liegt erneut ein ereignisreiches Sportjahr. Wir haben für unsere Leser berichtet und kommentiert, vom Sportgeschehen und der Sportpolitik in Berlin. Im kommenden Jahr werden wir selbstverständlich wieder auf den Sportplätzen und -hallen unterwegs sein, um möglichst authentisch berichten zu können.

Wir bedanken uns für die Zusammenarbeit mit den Berliner Vereinen, hoffen, dass es so bleibt. Wir setzen auch weiter auf Eigenberichterstattung, daher ist es uns sehr wichtig, eigene Korrespondenten vor Ort zu haben.

Für das bevorstehende Weihnachtsfest wünschen wir all unseren Lesern und Partnern ein paar besinnliche Tage und einen guten Rutsch in das neue Jahr. Bleiben Sie uns gewogen und vor allem bleiben sie gesund. Dazu ein Tipp vom Chefredakteur: Selber Sport treiben hilft dabei ! Es ist ja wieder die Zeit der guten Vorsätze.

Christian Zschiedrich
Chefredakteur

Hans-Peter Becker
Redakteur

Eis-Gala in diesem Jahr

Die einmalige Story vom „BTSC on Ice“ in diesem Jahr am 21.Dezember 2019, 16.00 Uhr, Erika-Hess-Eisstadion. Die Kinder und Jugendlichen aus der Abteilung Eiskunstlauf des Berliner TSC haben in diesem Jahr erstmals die Geschichte für „BTSC on Ice“ selbst geschrieben. Drehbücher für anderthalbstündige Eisshows kommen eigentlich von Chreografen, Trainern oder Eisprofis, aber nicht von KIndern. Das ist deutschlandweit, vielleicht sogar weltweit einmalig.

In einem zweitätigen Workshop wurde die Idee geboren, ein Plot geschrieben. Musiken gefunden und drei Hauptfiguren entwickelt. Mit Hilfe der Berliner Weltmeisterin von 1974 Christine Errath und der ehemaligen „Holiday on Ice“-Läuferin Janni Medini wurden diese Ideen aufs Eis übertragen. Inzwischen hat sich vieles verselbständigt. Die Jugendlichen engagieren sich weit über den Workshop hinaus für das Projekt. Sie schneiden ihre Musiken selbst und denken sich Coreografien aus.

Auch den Auftaktfilm zur Show – der in der Halle gezeigt wird – haben sie selbst gedreht, gespielt und geschnitten. Und das alles ehrenamtlich. Es ist Vereinsleben im besten Sinne.. Übrigens, am Anfang von den Organisatoren gar nicht beabsichtigt – ein schönes zusätzliches Ergebnis.

So erzählt „BTSC on Ice“ in diesem Jahr die Geschichte eines verzweifelten Regisseurs, der unter enormen Zeitdruck, die schönsten Filme aller Zeiten zusammenstellen muss. Doch es gibt so viele unglaubliche tolle Liebes-, Abenteuer-, Trick-,Action- aber auch Weihnachtsfilme, dass ihm die Auswahl wahnsinnig schwer fällt.

Unsere Eiskunstläuferinnen haben viele ausgefallene Ideen und helfen ihm dabei, die richtige Wahkl zu treffen. Wie kann der Regisseur seine Aufgaben in so kurzer Zeit meistern? „Film ab“ am 21.12.2019, ab 16.00 Uhr, Erika-Hess-Eisstadion. Nach der Show dürfen die Zuschauer selbst aufs Eis bei unserer Eisdisco. Der Schlittschuhverleih ist geöffnet.

Friederice Stefaniszin

DVV-Ehrenpräsident Werner Graf von Moltke verstorben

Ein trauriger Tag für die deutsche Volleyball-Familie: Werner Graf von Moltke ist in der Nacht von Montag auf Dienstag im Alter von 83 Jahren verstorben. Der DVV-Ehrenpräsident führte den Dachverband in das aktuelle Jahrtausend und prägte die Sportart hierzulande insgesamt 15 Jahre lang hauptverantwortlich.

„Wir sind tief traurig, mit Werner einen langjährigen Weggefährten zu verlieren. Während seiner Amtszeit war unsere Zusammenarbeit stets partnerschaftlich. Dank seiner Erfahrung und seinem Engagement hat er viel für unsere Sportart bewegt“, sagt BR Volleys Geschäftsführer Kaweh Niroomand über das Wirken des ehemaligen Weltklasse-Zehnkämpfers. Der Europameister von 1966 war nach seiner aktiven Zeit zunächst als Vizepräsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes tätig und fungierte danach von 1997 bis 2012 als Präsident des Deutschen Volleyball-Verbandes.

Werner von Moltke hatte beispielsweise maßgeblichen Anteil daran, dass erstmals Weltmeisterschaften in der Halle (2003) sowie im Sand (2005) in Deutschland stattfanden, ebenso wie fünf Europameisterschaften (Männer 2003, Frauen 2013, Beach 2004, 2008, 2010) sowie fünf Olympia-Qualifikationsturniere (von 2000 bis 2012): Insbesondere Ende der 1990er und am  Anfang der 2000er Jahre arbeiteten der SCC und der DVV unter der Führung von Präsident von Moltke eng und erfolgreich zusammen. Gemeinsam entwickelte man in Berlin ein „Deutsches Modell“ und formte eine Vielzahl von Nationalspielern für die DVV-Auswahl.

„Wir sind natürlich in Gedanken bei seiner Familie und den Hinterbliebenen. Wir wünschen allen viel Kraft“, drückt Niroomand im Namen des gesamten BR Volleys Teams sein Beileid aus. Mit von Moltke verliert die Volleyball-Familie einen begeisterten und unnachgiebigen Kämpfer für die Sportart.

Quelle: Christof Bernier/BR Volley

Meisterehrung für Reinickendorfer Sportler

Bei sommerlichen Temperaturen und in Anwesenheit von Bob-Olympiasiegerin sowie Welt- und Europameisterin Mariama Jamanka fand am Freitag die traditionelle Reinickendorfer Meisterehrung, eines der alljährlichen Highlights der sportlichen Veranstaltungen, statt. Bürgemeister Frank Balzer (CDU) und Sportstadtrat Tobias Dollase (parteilos, für CDU) zeichneten 561 Sportlerinnen und Sportler aus 35 Vereinen mit 162 Goldmedaillen, 62 Silbermedaillen und 337 Bronzemedaillen aus.

Frank Balzer: „Ich danke allen, die dieses schöne Fest der Sportlerfamilie erneut möglich gemacht haben. Als Bezirksbürgermeister habe ich immer das Wohl der Reinickendorfer Sportvereine im Auge. Das Bezirksamt trägt mit solidem Wirtschaften dazu bei, dass die Sportlerinnen und Sportler sich darauf verlassen können, auch künftig moderne Trainings- und Wettkampfstätten in Reinickendorf vorzufinden.“

Die Geehrten repräsentierten ganz unterschiedliche Disziplinen, der älteste von ihnen war Eberhard Gorell von der Schützengilde Tegel-Süd, der mit 82 Jahren Meister im Schießen (Zimmerstutzen Auflage Kombi) ist. Der jüngste Preisträger, der achtjährige Demir Dogan vom VfL Tegel, ist Berlin-Brandenburg Meister im Floorball. Er nahm seine Goldmedaille unter großem Applaus aus den Händen der erfolgreichen Bob-Pilotin aus Reinickendorf, Mariama Jamanka, entgegen.

Auf das große Sportangebot in Reinickendorf wies Stadtrat Dollase hin. Interessierte können zur Zeit in Vereinen aus 66 Sportarten, angefangen bei Aerobic bis Yoga, auswählen. 21 Sportplätze und 83 Sporthallen stehen in Reinickendorf zur Verfügung. Wie Bezirksstadtrat Dollase in seiner Rede betonte, sei das Angebot im Vergleich zu anderen Bezirken erfreulich gut.

„Als Bezirk sind wir darauf bedacht, immer wieder neue Angebote zu machen“. Dollase wies auf neue Angebote hin: Gut angenommen wird zum Beispiel der neue Winterspielplatz, ein Angebot für Familien mit kleinen Kindern, die sich sonntags kostenfrei unter Anleitung von Vereins-Übungsleiterinnen und Übungsleitern in einer Sporthalle bewegen bzw. spielen können. 

Quelle: Bezirksamt Reinickendorf / Jasmina Jovanović

Der Wert von Sympathieträgern und interessanten Interviews

Falls sie Interesse am Sportjournalismus haben und zum Thema interessante Interviewführung ein paar brauchbare Tipps braucht, dann klickt auf https://youtu.be/Jc6XtSt_hoE.

Was vor 10 Jahren galt, gilt auch heute noch. Christian Zschiedrich baute stets ein gutes Verhältnis zu Sportlern Trainern und Funktionären auf, was zur Folge hatte, dass selten ein Interview abgelehnt und letztendlich auch kritische Fragen beantwortet wurden. An sich selbst stellte er die Forderung, die Gespräche müssen Inhalt haben, muss Aussagen herauskitzeln und dazu für Zuhörer und Zuschauer interessant sein. Wichtig dabei, geht auf den Interview-Partner respektvoll ein und achtet seine Würde.

Es empfiehlt sich, nicht gleich mit einer kritischen Frage zu beginnen. Ausnahmen bestätigen hier die Regel. Natürlich spielt der Zeitfaktor für den sonst möglichen Aufbau bestimmter Fragen und Nachfragen eine Rolle. Wie gehe ich vor und passt das so zum Interviewpartner ? Diese Vorüberlegungen sind wichtig.

Apropos zu jener Zeit vor 10 Jahren: Im Nachhinein wird die enorme Wertstellung bewusst, was Sympathieträger bewirken können. Die anfangs gewählten Beispiele unterstreichen die Erkenntnis.  

Fußball-Unikum „Pepe“ Mager ist tot

Bekannte wollten ihn noch im Pflegeheim besuchen. Das war am letzten Freitag. Nun wurde bekannt, dass Peter Klaus-Dieter „Pepe“ Mager, der „Oberfrosch“ plötzlich im Krankenhaus verstorben ist.

†“Pepe“ Mager © Foto: Frank Toebs

Mager, ein umstrittener Gastronom, Fanartikelhändler und Fußball-Unikum war bis zuletzt immer noch durch eine Hassliebe mit seiner Hertha verbunden gewesen. Zwei Shirts aus der aktuellen Kollektion, die er sogleich anprobierte, überreichten Vereinsvertreter von Hertha BSC ihm auch am 30. März, seinem Geburtstag.

Kaum vier Wochen nach dieser Feier zum 80. hat er sich von der Berliner Fußballwelt für immer verabschiedet. Das muntere Beisammensein muss noch so etwas wie ein letzter Höhepunkt für ihn gewesen sein.
Leider bleiben für mich viele Fragen offen. Den Triumph, dass er mit seiner Meinung recht behält: „Jetzt kommen alle, und anschließend lässt sich keiner mehr sehen!“, wollte ich ihm nicht gönnen. So hatte ich in der ersten Maiwoche ein weiteres Interview vorgesehen.

Ein Besucher des Oberliga-Spiels Blau-Weiß vs. Lichtenberg 47 am letzten Sonntag sprach mich auf meinen Beitrag in der Fußball-Woche zu „Pepe“ Mager vor 4 Wochen an. Er kannte ihn auch von früher, war manchmal Gast in seiner Kneipe in Moabit gewesen. Ein beklemmendes Gefühl, denn da war Pepe schon verstorben. Er ruhe in Frieden.

Frank Toebs

16. Fußball-Filmfestival 11mm eröffnet

Besucher des Festivals vom 1. FC Union v. links nach rechts: Präsident Dirk Zingler der einstige Retter Michael Kölmel und die Geschäftsführer Oskar Kosche und Christian Arbeit

Seit gestern rollt der Ball wieder über die Leinwand im Babylon-Kino in Mitte. Das 16. Internationale Fußball- Filmfestival eröffnete mit der Dokumentation „Unser Team – Nossa Chape“. Der brasilianische Provinz-Klub Chapecoense verlor im November 2016 fast das komplette Team sowie Trainer und Funktionäre bei einem Absturz. Ihr Flugzeug war auf dem Weg zum Hinspiel des Finales der Copa Sudamericana nach Medellin gewesen. Unfassbar, dass diese Katastrophe in den Bergen durch Spritmangel ausgelöst wurde. Die Fluggesellschaft gibt es heute nicht mehr…

Die Filmemacher Jeff und Michael Zimbalist Foto: F. Toebs

Material hätte es für mehr als zwei Filme gegeben. In der entstandenen Version wurde der Zuschauer aber bereits in 100 Minuten mit vielen Tränen durch das rührende Porträt dieser Klubgemeinschaft geführt. Die Filmemacher Jeff und Michael Zimbalist begleiteten die Überlebenden und Familienmitglieder etwa ein Jahr lang. Der Wiederaufbau schweißte die Einwohner von Chapecoense sehr eng zusammen, förderte aber auch neue Konflikte an’s Tageslicht. Wie überall im Leistungssport, ging es auch hier um den Gegensatz und den Ausgleich zwischen Kommerz und romantischer Vorstellung. Am Sonnabend, 23.03. um 13:45 wird die Doku noch einmal im Kino 1 am Rosa-Luxemburg-Platz zu sehen sein.

Thema Vater und Sohn, Rafael Henzel Foto: Frank Toebs

Das Festival läuft noch bis zum 25. März und wird dann traditionell mit der „Shortkicks Gala“ und weiteren Ehrengästen am Montag, 25.03. beendet.
Beide Regisseure und der Journalist und Radioreporter Rafael Henzel, der ebenfalls im Flugzeug gesessen hatte, stellten sich vor und im Anschluss an die Aufführung den Fragen der Zuschauer und Medien. Den Verleih in Deutschland hat die Gesellschaft „Weltkino“ von Michael Kölmel übernommen, so dass der Film ab dem 28. März auch in anderen deutschen Kinos mit Untertiteln zu sehen sein wird. Kölmel, einst der Union-Retter, traf sich Donnerstag am Rande auch mit den Vorstandsmitgliedern des 1. FC Union. „Die Begleitung von einigen anderen Vereinen wird demnächst auslaufen, aber dafür wird mein Sohn Matthias mit mir im Hintergrund, die Halle in Leipzig intensiver bespielen lassen“, sagte Kölmel in der Rotunde des Babaylon.

Frank Toebs

Nachtrag: Der Journalist und Radioreporter Rafael Henzel ist nur wenige Tage nach seinem Aufenthalt in Berlin, wo er als Ehrengast des 11mm Festivals begrüßt wurde, überraschend verstorben. Er erlitt am Dienstag, 26. März 2019 bei einem Fußballspiel mit Freunden einen Herzinfarkt. Er wurde 45 Jahre alt.

Regisseur Jeff Zimbalist mit Michael Kölmel Foto: Frank Toebs
Fußball Mäzen Michael Kölmel mit Sohn Matthias Foto: Frank Toebs

Erste Talentiade in Reinickendorf

Zum ersten Mal findet am Samstag, 16.03.2019, in Reinickendorf eine Talentiade im Rahmen des Projekts „Berlin hat Talent“ statt. Dahinter steht eine Initiative des Landessportbundes Berlin sowie der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie, deren Ziel es ist, Kinder sportlich zu fördern und zu fordern. Eröffnet wird die Talentiade in der Sporthalle an der Hatzfeldtallee durch den Präsidenten des Landessportbundes Berlin (LSB), Thomas Härtel. Erwartet wird auch LSB-Direktor Friedhard Teuffel. Die Veranstaltung findet in der Zeit von 9.30 Uhr bis 13.30 Uhr statt.

Bezirksstadtrat Tobias Dollase (parteilos, für CDU) freut sich auf die Premiere der Talentiade in Reinickendorf. Im Vorfeld haben in den vergangenen Wochen Mitarbeiter des Landessportbundes Berlin in den Grundschulen in Reinickendorf die motorischen Fähigkeiten der acht- bis zehnjährigen Mädchen und Jungen der dritten Klassen mit Hilfe des Deutschen Motorik-Tests getestet. Die Kinder, die als besonders talentiert aufgefallen sind, haben nun die Möglichkeit, unterschiedliche sportliche Disziplinen im Rahmen der Talentiade auszuprobieren und sich zu messen.

So bietet das Projekt den Eltern und Kindern die Möglichkeit, sich besser zu orientieren und die richtige Sportart für sich zu finden. Dazu werden beim Sportfest verschiedene Sportangebote durch Reinickendorfer Vereine vorgestellt. Nach dem offiziellen Teil und der Siegerehrung können die Eltern zusammen mit ihren Kindern direkt in Kontakt mit den Vereinen treten, um weitere Fragen zu stellen oder Probetrainings zu vereinbaren.

„Bei „Berlin hat Talent“ geht es aber nicht nur um die Kinder, die besonders begabt sind“, sagt Sportstadtrat Dollase. „Auf Grundlage der Ergebnisse des Motorik-Tests werden auch Handlungsempfehlungen abgeleitet, um motorisch auffällige Kinder in Kooperation mit Sportvereinen gezielt zu fördern und zu fordern.“

Quelle: Michael Hielscher / Bezirksamt Reinickendorf

Trautmann – Eine Fußball Legende im Kino

Was viele Kriegsgegfangene vor und  nach der Deutschen Kapitulation durchlebten, war für Bernd „Bert“ Trautmann ein Glück. Die Zeit in einem englischen „Camp“ für „Prisoners of War“ war, so soll er später gesagt haben, eine Art zweite Geburt gewesen. Vorher mit 17 als Freiwilliger bei den Fallschirmspringern und dem Regime treu, nutze er die Chance zur Besinnung und ging einen neuen Weg.

David Kross spielt im Film Bert Trautmann (© Foto: Frank Toebs)

In einer Biografie von 2013 hieß es nicht zu unrecht: Vom Hitlerjungen zur Englischen Fußball-Legende. Nun ist es ab dem 14. März in Deutschland und im April auch auf der Insel soweit: Trautmann-Eine Fußball-Legende im Kino. Besucher können die Geschichte in einem Spielfilm erleben.
Regisseur Marcus Rosenmüller bemühte sich seit Jahren den Stoff zu verfilmen. Wie üblich war die größte Sorge die Klärung der Finanzierung; während David Kross, der nun in die Rolle des Torwarts von Manchester City schlüpft, schon früh sein Favorit war. Da gab es für Rosenmüller keine Zweifel. Im Spätsommer letztes Jahr schwärmte der Regisseur in einem Interview für die besondere Eignung Kross‘. Dieser habe eine spezielle Art, so einer Figur Leben zu geben. Eine solche Interpretieren ließ wohl niemandem der weiteren Bewerber für die Rolle eine Chance.

Marcus Rosenmüller, Regisseur des Films „TRAUTMANN“ beim Interview im Stadion an der Alten Försterei (© Foto: Frank Toebs)

Unter den Nebenfiguren ragt besonders John Henshaw hervor, der an der Typenbildung und am Text – laut Rosenmüller – mitwirkte. Hier spielt er einen Trainer und Manager. Zudem ist Henshaw aus Manchester! Als Kind sah er „Traut the Kraut“ im Tor stehen. Besser kann es wohl nicht passen.
Filmkritiker haben die Rolle eines Rabbis, der für die Duldung des verhassten Feindes in der Anfangsphase bei „City“ gesorgt haben soll, bereits für übertrieben gehalten. Es ist aber keine Dokumentation, die hier zu sehen ist. „Es geht um Heimat, Versöhnung, Liebe, aber eben auch um Fußball“, sagt Rosenmüller. Besonders aufwendig, und damit teuer, seien die Animationen und Einrichtung der Szenen in den Stadien gewesen. Schließlich ist dort die Schlüsselszene zu sehen: Im Cupfinale bricht sich Bert das Genick, spielt dennoch weiter und wird so auf der Insel  zur Legende. Das Glück blieb ihm auch hier treu, denn um ein Haar wäre er durch diese Verletzung zum Invaliden geworden.

David Kross und ein Fan von Manchester City im Astorkino bei der Vorpremiere von „TRAUTMANN“ -Eine Fußball-Legende kommt ins Kino (© Foto: Frank Toebs )

Zur Vorpremiere am 12. März im Astorkino am Kurfürstendamm verteilte David Kross einige Autogramme und gab erheiternde Statements zu seiner viermonatigen Vorbereitung mit einem Privat-Trainer. Fußball hatte er vorher schon gespielt; nun aber als Torwart mussten schon einige „Panthersprünge“ eingeübt werden.

Frank Toebs

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Mit freundlicher Genehmigung des Autors

Darsteller David Kross im Gespräch bei der Vorpremiere des Films „TRAUTMANN“ (© Foto: Frank Toebs )