Zweite Bundesliga-Niederlage

Die BR Volleys mussten sich am Samstagabend zum zweiten Mal in dieser Saison geschlagen geben. In einem langen und intensiven Match unterlag der Tabellenführer beim Aufsteiger ASV Dachau mit 2:3 (25:21, 21:25, 25:14, 22:25, 13:15). Den Berlinern gelang es nicht, nach dem großen Erfolg in der Champions League den mentalen Schalter auf “Bundesliga“ umzuschalten.

Joel Banks mischte die Mannschaft gegenüber des Champions-League-Spiels in Tours komplett durch und musste dabei nur auf einen gesundheitlich angeschlagenen Cody Kessel verzichten. Im ersten Satz konnte das BR Volleys Team in der bestens gefüllten Arena noch stabil dagegenhalten. Das Match war ausgeglichen (8:8), bis der Deutsche Meister kurz vor Beginn der Crunchtime davonzog (21:17). Zwar konnte Dachau noch einmal für Spannung sorgen, aber der Auftaktsatz ging an die Gäste (25:21). Der zweite Durchgang verlief aus Berliner Sicht zäh. Zwar führten die BR Volleys noch 8:7, ließen aber in der Folge die nötige Konzentration vermissen und gerieten in Rückstand (14:17). Mit leichten Fehlern fachte man die Euphorie beim Heimteam und dessen Publikum zusätzlich an (19:21). Banks versuchte, mit Wechseln Einfluss zu nehmen, aber Tobias Krick wurde zum 21:25 geblockt. Im dritten Satz zeigten die Berliner wieder ein anderes Gesicht. Nach drei Assen des eingewechselten Hannes Tille führten die Männer in Schwarz schnell mit 13:6. Auch Satoshi Tsuiki war mittlerweile im Spiel und konnte sich in der Abwehr auszeichnen (20:9). Saso Stalekar stellte auf 2:1 nach Sätzen (25:14).  

Doch der Faden riss. Anschließend häuften sich wieder die Fehler im Spiel der Hauptstädter und Dachau sammelte Block um Block (10:12). Timothée Carle ersetzte Robert Täht, aber Dachau hatte längst Oberwasser. Ein Ass von Suck bedeutete das 14:18 und ein weiterer Servicewinner des ASV das 23:21. Wieder war es ein Block – diesmal gegen Mote – der den Satz beendete (22:25). Im Tiebreak nahmen die Dinge ihren Lauf. Schnell gerieten die Berliner ins Hintertreffen und fanden in Topformation dennoch nicht mehr zurück in die Begegnung (2:4). Deutlich zu viele Aufschlagfehler im Ballhausforum blieben bis zum Ende ein Problem. Schott, noch einer der Besten beim Deutschen Meister, unterlief ein Angriffsfehler (6:11). Tille konnte mit seinem Service nochmal für Spannung Sorgen (10:12), aber Dachau ließ sich den Heimsieg nicht mehr nehmen (13:15).  

Stimmen zum Spiel
Joel Banks: „Das ist eine sehr enttäuschende Niederlage. Die Dachauer spielten um ihr Leben und wir waren in vielen Bereichen einfach schlecht. Wir könnten es auf die Reisestrapazen schieben, aber wir sollten dieses Spiel trotzdem gewinnen. Ich kann nicht viel Positives sagen. Wir müssen das heute so akzeptieren und schnell wieder in die Spur finden.“

BR Volleys Formation
Robert Täht + Ruben Schott (AA), Saso Stalekar + Tobias Krick (MB), Leon Dervisaj (Z), Daniel Malescha (D) und Adam Kowalski (L) | Eingewechselt: Satoshi Tsuiki, Timothée Carle, Marek Sotola, Timo Tammemaa, Nehemiah Mote,

Topwerte
Malescha 19 Punkte | Schott 18 Punkte, 71 % pos. Annahme | Tille 4 Asse | Täht 2 Blocks

Nächste Heimspiele
BR Volleys vs. FT 1844 Freiburg | 14. Feb | 19.00 Uhr | Max-Schmeling-Halle
BR Volleys vs. Itas Trentino | 21. Feb | 19.30 Uhr | Max-Schmeling-Halle

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

Der BFC zieht in der Stadionfrage den Kürzeren

Es war ein schwarzer Tag für den BFC Dynamo. Nicht in sportlicher Hinsicht, da läuft es eher nach Plan, mit erst zwei Niederlagen nach 18 Saisonspielen, es geht um das heimische Stadion im Sportforum in Hohenschönhausen. Dem ambitionierten Regionalligisten war ein drittligatauglicher Ausbau ihrer Spielstätte in Aussicht gestellt worden. Es steht sogar im Koalitionsvertrag nach dem Wahlsieg der CDU. „Das Sportforum als nationales Spitzensportzentrum soll gemäß dem vorliegenden Masterplan unter der Berücksichtigung aller ansässigen Vereine weiterentwickelt und verbindet weiter Breiten- und Leistungssport. Das bestehende Stadion im Sportforum Hohenschönhausen wird mit dem Ziel der Drittligatauglichkeit ertüchtig.“ (siehe Seite 115) Die Hoffnungen waren daher groß.

Am 25.01.2024 war in einer Presseverlautbarung der Senats Inneres und Sport zu lesen: „Das Mommsenstadion im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf wird den teilnehmenden Mannschaften der UEFA EURO 2024 bereits vor dem Startschuss als Trainingsstätte zur Verfügung stehen. Die erforderliche Ertüchtigung der Sportstätte wird direkt weitergedacht, sodass das Mommsenstadion künftig auch Austragungsort für Spiele der Drittligisten wird und das ebenfalls schon zeitnah – ab der Saison 2024/25. Einen Tag später begrüßte BFV-Präsident die Entscheidung. „Den Berliner Vereinen, die kurz- oder mittelfristig einen sportlichen Aufstieg in diese Klasse (gemeint ist die 3. Liga) anstreben, verschafft der Schritt die notwendige Planungssicherheit bis zur Fertigstellung des Stadions im Jahnsportpark.

So weit, so gut, sollte dem BFC der Aufstieg gelingen, werden die Anhänger sicherlich mit Freuden in den Eichkamp pilgern oder etwa nicht?

Fotos: © Hans-Peter Becker

Anhänger des BFC haben inzwischen eine Online-Petion gestartet. „Wir fordern für unseren Verein, dass unsere Heimat – das Sportforum –, wie schon im Koalitionsvertrag verankert, drittligatauglich gemacht wird. Gefühlte Jahrzehnte hat der Berliner Senat versäumt, seine Stadien richtig zu pflegen.“ Bis zur Veröffentlichung dieses Beitrags hatten 5.984 die Petition unterzeichnet.

Pikant an der Sache ist außerdem, dass die dort spielenden Vereine, der Oberligist Tennis Borussia sowie der Berlin-Ligist SC Charlottenburg von der Entscheidung überrascht wurden. Das Punktspiel von TeBe am Freitag, 9.2.2024 gegen Hertha 06 wurde kurzfristig abgesagt, auf ein vorläufiges Abschiedsspiel mussten die treuen TeBe-Anhänger trotzdem nicht verzichten. Die Flutlichter wurden für ein Testspiel gegen Regionalligist Viktoria angeschaltet. Der Eintritt war frei und Viktoria setzte sich mit 2:1 durch. Das Spiel wurde möglich, weil Viktorias Punktspiel gegen den FSV Zwickau ebenfalls abgesagt wurde. Wo während der Bauphase gespielt werden soll, ist bisher offen. Das nächste Heimspiel der Tennis Borussen gegen Staaken ist für den 2.3.2024 vorgesehen. Der SCC muss am 16.02.2024 im nächsten Heimspiel in der Berlin-Liga gegen Türkspor antreten.

Das Mommsenstadion ist zudem die Stätte der Austragung des Finales um den Berliner Pokal. Hier wurde eine Zwischenlösung gefunden. Am 25. Mai 2024 wird das Endspiel im Hans-Zoschke-Stadion in Berlin-Lichtenberg ausgetragen werden. Der dort beheimatete SV Lichtenberg 47 ist im laufenden Wettbewerb noch vertreten, so könnte es für den letztjährigen Absteiger aus der Regionalliga ein Finale daheim geben.

Hans-Peter Becker

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Füchse gewinnen Spitzenspiel gegen Flensburg-Handewitt

Handball-Bundesliga

08.02.2024 Max-Schmeling Halle Berlin

Füchse Berlin – SG Flensburg-Handewitt 32:31(18:12)

Wilde Hatz auf dem Parkett. Manndeckung in den letzten 30 Sekunden. Jeder gegen jeden. Flensburg-Handewitt hatte den Rückstand auf ein Tor verkürzt und kämpfte um Ball und Unentschieden. Die Füchse-Spieler hielten das Spielobjekt jedoch clever in den eigenen Reihen und konnten kurz darauf über den Sieg jubeln.

Ein Spiel auf Augenhöhe zwischen dem Zweiten und Dritten der Handball-Bundesliga war erwartet worden. Die Partie hatte jedoch zunächst einen anderen Verlauf. Dem Gastgeber merkte man an, dass sie „das Spiel heute unbedingt gewinnen wollten“, wie Sportvorstand Stefan Kretzschmar hinterher analysierte. Zum Willen kamen in der ersten Hälfte eine überragende Deckungsarbeit und ein erneut glänzend aufgelegter Dejan Milosavljev im Tor. Die Gäste aus Deutschlands hohem Norden schienen beeindruckt von Dynamik und körperlichem Einsatz der Füchse – 8:3/10. Auch nach einer Auszeit von Gästecoach Nicolej Krickau änderte sich der Spielverlauf nicht. Dem Spiel der Gäste fehlte es an Tempo und ihre Abschlüsse waren schlecht. Durch einige Nachlässigkeiten vergaben die Berliner noch einige Möglichkeiten, sonst wäre der Vorsprung zur Pause noch deutlicher ausgefallen, als 18:12.

In der Kabine der Flensburger müssen danach deutlich Worte gefallen sein. Mit mehr Entschlossenheit und Engagement starteten die Gäste in die zweite Hälfte. Endlich riefen ihre Top-Leute, wie Gottfridsson, Simon Pytlick und Johannes Golla ihr wahres Leistungsvermögen ab. Da die Füchse mit Geburtstagskind Mathias Gidsel (Glückwunsch zum 25.!), Lasse Andersson und Marko Marsenic gegenhielten, änderte sich am Toreabstand erst mal nichts Wesentliches. 24:19/40. – nach dem 100. Saisontor von Hans Lindberg. Der erhöhte Druck der Flensburger forderte jedoch bei den Gastgebern zunehmen Tribut. „Unser Angriffsspiel war nicht mehr so strukturiert und in der Abwehr ging die Effizienz etwas verloren“, musste Trainer Jaron Siewert konstatieren. Hinzu kam, dass die Schiedsrichterinnen Tanja Kuttler und Maike Merz bei Füchse-Angriffe schneller auf Zeitspiel entschieden, als bei den Gästen, was einige Würfe aus nicht optimaler Position zur Folge hatte.

Tor um Tor holte die Flensburger auf. Noch in der 56. Minute schien der Vorsprung der Füchse komfortabel – 31:27. Da jedoch die Übersicht zunehmend verloren ging, kam es zu den anfangs geschilderten dramatischen Schlusssekunden. Mit Geschick und Glück und angefeuert von den 8496 Zuschauern brachten die Füchse den 31:30-Sieg unter Dach und Fach. Durch den Sieg bleiben die Berliner punktgleich mit dem SC Magdeburg Tabellen-Zweiter. Für die Füchse geht es bereits am Sonntag, 11.02.2024, mit dem Spiel beim HSV Hamburg weiter. Dienstag, 13.02.2024 folgt die European League Partie beim HC Constanta (Rumänien).

Für die Füchse erfolgreich: Darj 3, Tollbring 2, Andersson 7, Lichtlein 3, Lindberg 6/4, Gidsel 6, Marsenic 5

Herbert Schalling

Hertha gewinnt keine Punkte und es droht eine weitere Geldstrafe

Im Berliner Profifußball gab es eine Nullnummer. Am Samstagabend, 3.02.2024 unterlag eine weiter formschwächelnde Hertha dem HSV knapp mit 1 : 2. Was war in der ersten Halbzeit los? Hertha wirkte verunsichert, bemühte sich zwar um Zugriff und hatte Glück, dass es mit einem 0:0 in die Pause ging.

Die zweite Halbzeit darf als nicht regulär bezeichnet werden. An die kleinen Spielunterbrechungen der Ultras als Protest gegen den anstehenden Investorendeal der DFL hat sich der Fußballfreund und Freundin gewöhnt. Da fliegen Schokotaler auf den Rasen, der Ordnungsdienst sammelt es rasch ein, manchmal wird einer verspeist, ist ja eine Süßigkeit, dazu ein Spruchbanner mit nicht ganz korrektem Inhalt (von wegen nur zwei Geschlechter) und weiter geht’s. Dumm nur, dass im Berliner Olympiastadion zwischen Spielfeld und Rasen sich mehr als eine Laufbahn befindet. Würden Schkotaler geworfen, selbst bei günstigem Wind wäre jede menschliche Armkraft überfordert. Also nimmt man Tennisbälle, dazu die richtige Wurftechnik und die Spielunterbrechung ist da. In der ersten Halbzeit provozierte der Gästeblock, war kein großes Ding, nach wenigen Minuten ging es weiter.

Ab der 54. Minute war die Ostkurve dran, in Berlins Sportartikelgeschäften müssen kurzzeitig die Tennisbälle knapp gewesen sein. Der Vorrat im Stadion schien unerschöpflich. Das Spiel war für mehr als 30 Minuten unterbrochen. Die Uhr wurde zurückgestellt, sonst wäre die Nachspielzeit ins Guinness-Buch der Rekorde eingegangen. Für den Verein Hertha BSC könnte das Spiel ein unangenehmes finanzielles Nachspiel haben.

Die Restspielzeit bescherte den 58.000 Zuschauern ein fast neues Spiel. Der HSV ging in Führung, Hertha glich fast postwendend aus und schließlich wurde es ein knapper Sieg für die Gäste. Hertha muss aufpassen, jetzt nicht durchgereicht zu werden. Die nächste Aufgabe in Fürth wird nicht einfacher.

Union mit einer Nullnummer in Leipzig und der Kapitän fliegt vom Platz

Einen Tag später waren die Eisernen dran. In der ersten Halbzeit sorgten nur die mitgereisten Fans der Eisernen für Aufmerksamkeit. Es flogen, wahrscheinlich aus Berlin mitgebrachte, Tennisbälle auf den Rasen und sorgten für eine kurze Unterbrechung. Für andere Aufregung auf dem Spielfeld reichte es nicht. Die Eisernen verloren verdient mit 0 : 2. Im Tor stand der Ex-Herthaner Alexander Schwolow, vertrat den erkrankten Frederik Rönnow. Seine Leistung bewahrte die Eisernen vor einem katastrophalen Spielausgang. Das Spiel mussten sie zudem dezimiert zu Ende bringen. Christopher Trimmel flog zu Recht nach einem Foul in der Leipziger Hälfte mit glatt Rot vom Platz. In dieser Spielsituation musste er nicht so einsteigen, einem erfahrenen Profi sollte so etwas nicht passieren.

Aktuell stehen sie mit nur zwei Punkten über dem Strich. Am Mittwoch, 7.02.2024, steht bereits das Nachholspiel in Mainz an. Beim Blick auf die Tabelle wird klar, da steht ein sogenanntes Sechspunkte-Spiel an. Der Klassenerhalt wird noch ein hartes Stück Arbeit. Zumal Köln punkten konnte und es so im Keller wieder enger geworden ist.

Hans-Peter Becker

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Nach 31:29-Sieg gegen Gummersbach – Füchse stehen im Final Four in Köln

Nach Festtagen wieder ins Alltägliche zurückzufinden, ist nicht einfach. Matthias Gidsel, Hans Lindberg und Hans Darj ist es jedoch eindrucksvoll gelungen. Die drei Medaillengewinner der Europameisterschaft waren eine Woche nach den Finalspielen die herausragenden Akteure im Füchse-Team. Fast zwei Drittel der Tore gingen auf das Konto der zwei Dänen und des Schweden. Die große Chance, wieder einmal die Endrunde des Pokalwettbewerbes zu erreichen, wollten sich die Gastgeber nicht entgehen lassen. Das war dem Team anzumerken. Mit hohem Tempo sollte der Siebente der Bundesliga unter Druck gesetzt werden. Mit ihrem forschen Angriffsspiel waren die Berliner auch erfolgreich, hatten nach zehn Minuten bereits sieben Mal getroffen. Allerdings war die Abwehrarbeit in der Startphase nicht konsequent genug, sodass die Gäste aus dem Oberbergischen immer wieder Lücken fanden.

Zweimal gaben die Füchse so einen zwei-Tore-Vorsprung leichtfertig aus der Hand. Die Partie hätte sogar kippen können, hätte Dejan Milosavljev im Tor mit einigen Paraden und zwei gehaltenen Siebenmetern (im gesamten Spiel sogar vier) seine Mannschaft nicht auf Kurs gehalten. Erst nachdem Nationalspieler Julian Klöster mit seinem ersten Treffer zum 9:9/16. Für Gummersbach zum fünften Mal ausgeglichen hatte, konnten sich die Berliner etwas absetzen und mit einem 16:13-Vorsprung in die Halbzeit gehen. Die Pausenerfrischung der Füchse entfaltete leider keine belebende Wirkung. Im Gegenteil. Mit einem 2:5-Negativlauf begann der zweite Spielabschnitt. Mit einer frühen Auszeit (39.) versuchte Trainer Jaron Siewert sein Team wieder aufzuwecken. Das gelang. Fortan waren wieder mehr Tempo und Überlegung im Spiel.

Die Berliner übernahmen wieder die Führung, die sie phasenweise auf drei Tore ausbauen konnten. Der VfL Gummersbach jedoch nahm die Herausforderung an, versuchte mit sehr offensiver Deckung frühzeitig das Füchse-Spiel zu stören. Die 7115 Zuschauer erlebten einen echten Pokalfight. In der sogenannten Crunchtime ging Gäste-Trainer Gudjon Valur Sigurdsson dann all-in und brachte bei eigenem Ballbesitz den siebenten Feldspieler zum Einsatz. Das Spiel wurde noch einmal eng – 29:28/58. Kapitän Paul Drux und Nationalspieler Nils Lichtlein behielten jedoch kühlen Kopf und warfen noch zwei Tore zum umjubelten 31:29-Endstand. Genau zehn Jahre nach ihrem Pokalsieg stehen die Füchse damit wieder im Final Four, das am Wochen-ende 13./14. April stattfindet. Zeitnah wird der Halbfinalgegner der Berliner ausgelost. Zur „Auswahl“ stehen – der SC Magdeburg, die MT Melsungen und die SG Flensburg-Handewitt, die am kommenden Donnerstag (8. Februar 2024) erstmal zum Bundesliga-Spiel in den Fuchsbau kommt.

Für die Füchse erfolgreich: Darj 5, Andersson 4, Lichtlein 2, Lindberg 6/3, Gidsel 9, Marsenic 3, Drux 2

Herbert Schalling

Volleyball 2. Bundesliga Damen: BBSC bleibt weiter Tabellendritter

BBSC Berlin – VC Olympia Berlin              3:0 (19, 20,19)

Mit einem letztlich ungefährdeten 3:0 Heimsieg gegen VCO Berlin bleibt der BBSC auf dem Anschlussrang zur Tabellenspitze.

Von wegen einfaches Spiel gegen den Tabellenletzten. Die Youngster aus Hohenschönhausen machten zeitweise ein starkes Spiel gegen die Köpenickerinnen und spielten munter auf. Die Talente überzeugten mit unermüdlichem Einsatz, Druck im Aufschlag und dynamischem Angriffsspiel sowie guter Block-Feldabwehr. Und gegen den sehr hoch gewachsenen VCO-Block mussten sich die BBSC Damen erst einmal durchsetzen – um die 1,90 m Körpergröße mit für Zweitligaverhältnisse immenser Handlungshöhe wollen erst einmal überwunden werden. Deutliche Defizite der Gäste gab es noch in der Annahme, die Geschenke zu Gunsten des BBSC gerade in den ersten beiden Sätzen setzte die Heimmannschaft gerne in Punkte um.

Neben dem Aufschlagspiel war für den Sieg des BBSC entscheidend, dass die schnellen Anspiele von Zuspielerin Kristina Bognar an die Mittelblockerinnen Emely Radügge und Antonia Heinze bestens funktionierten und so immer wieder Punkte gescheffelt werden konnten. BBSC-Trainer Jens Tietböhl lobte seine Mannschaft für die „durchweg konzentrierte Leistung“, richtete sein Augenmerk aber schon wieder auf die Aufgaben des kommenden Wochenendes, wenn es am Samstag, 10.02.2024 zum Tabellenführer USC II nach Münster geht und bereits am Sonntag beim VCO Münster aufgeschlagen wird.

Zur MVP des Abends wählten die Trainer BBSC-Zuspielerin Kristina Bognar sowie VCO-Mittelblockerin Alina Nasin.

Das nächste Heimspiel findet erst am 17. März 2024, dann gegen die 2. Mannschaft des Schweriner SC statt.

Für den BBSC im Einsatz: Angelina Meyer, Romy Birnbaum, Annalena Grätz, Annika Kummer, Antonia Heinze, Stephanie Utz, Jovana Dordevic, Antonia Lutz, Alina Gottlebe-Fröhlich, Elisa Daus, Daniela Ligachewa, Kristina Bognar, Emely Radügge

Quelle: Burkhard Kroll/BBSC Berlin

Historisch deutlicher Heimsieg

In 70 Minuten fuhren die BR Volleys ihren neunten Heimsieg der laufenden Bundesliga-Saison ein. 3.521 Zuschauer sahen ein vollständig durchgewechseltes Berliner Team mit 3:0 (25:15, 25:8, 25:11) gegen den TSV Haching München siegen. Während Cody Kessel die MVP-Auszeichnung erhielt, stach Daniel Malescha ebenso als Topscorer heraus.

Joel Banks drehte die Berliner Startformation einmal auf links und ließ Robert Täht, Cody Kessel, Saso Stalekar, Tobias Krick, Leon Dervisaj, Daniel Malescha und Libero Adam Kowalski von der Leine. Den ersten Punkt des Tages verbuchte der Amerikaner Kessel, aber die Gäste kamen zunächst recht gut ins Spiel (1:3). Für die ersten Highlights und die erste längere Aufschlagserie sorgte dann der Este Täht (11:6). So setzte sich der Deutsche Meister im Auftaktsatz sukzessive ab. Die junge Hachinger Mannschaft hatte Probleme mit den Berliner Float-Aufschlägen und Leon Dervisaj verteilte umsichtig die Bälle (16:10, 19:11). Täht sorgte mit seinen Aktionen für ein erstauntes Raunen auf den Zuschauerrängen, schlug das Ass für die Satzbälle (24:14) und Krick vollstreckte (25:15).

Der zweite Durchgang wurde schnell zu einer einseitigen Angelegenheit. Der Kapitän auf dem Court, Cody Kessel, startete eine nicht enden wollende Aufschlagserie. Bis zum Zwischenstand von 15:1 stand der Außenangreifer an der Linie. Die „Green Heroes“ aus Bayern hatten gegen den Berliner Block um Stalekar einen schweren Stand und riskierten daraus resultierend zu viel im Angriff (21:5). Ein weiterer Hachinger Fehler beendete den überaus deutlichen Durchgang (25:8). Das Bild sollte sich im dritten Satz nicht mehr ändern. Haching zeigte sich verunsichert und die BR Volleys blieben gnadenlos. Punkt um Punkt sammelten Malescha & Co (15:5, 22:11). Mit einer 73-prozentigen Angriffsquote kristallisierte sich der gebürtige Münchener als Topscorer (17 Punkte) der Partie heraus. Das Match beenden durfte aber Mittelblocker Stalekar (25:11). Durch den deutlichsten Sieg seit Datenerfassung stehen die Hauptstädter nun mit 46 Punkten an der Tabellenspitze.

Stimme zum Spiel
Saso Stalekar: „Wir hatten eine gute Organisation im Block und haben uns mit dem Aufschlag viele Punktchancen erspielt. Das hat den Unterschied gemacht. Der Gegner war heute nicht auf unserem Level und wir haben die Aufgabe dennoch respektiert, um ein deutliches Ergebnis zu erzielen. Wir kennen unseren Job und managen den Spagat zwischen Bundesliga und Champions League weiterhin gut. Jedem ist bewusst, wann er abliefern muss. Alle nutzen ihre Gelegenheiten, um zu zeigen, was sie können.

BR Volleys Formation
Robert Täht + Cody Kessel (AA), Tobias Krick + Saso Stalekar (MB), Leon Dervisaj (Z), Daniel Malescha (D) und Adam Kowalski (L) | Eingewechselt: niemand

Topwerte
Malescha 17 Punkte, 73 % Angriffsquote | Stalekar 12 Punkte, 80 % Angriffsquote, 4 Blocks
Matchreport

Nächstes Heimspiel
BR Volleys vs. FT 1844 Freiburg | 14. Feb. 2024 | 19.00 Uhr | Max-Schmeling-Halle

Quelle: Christof Bernier/BR Volley

Foto: © Andreas Gora

Eisbären gewinnen enges Spiel gegen Mannheim

DEL 43. Spieltag

02.02.2024 19:30 Uhr MB-Arena Berlin

EHC Eisbären Berlin – Adler Mannheim 3:2 (1:0/1:2/1:0)

Wenn die Adler aus der Quadratestadt kommen, darf gehobene Eishockeykost erwartet werden. Die Rivalität der beiden Eishockeygroßmächte ist bekannt. Die Eisbären begannen mit einem Blitztor. Das Spiel war erst 22 Sekunden alt und schon schlug es ein. Der Torschütze war Lean Bergmann, ausgerechnet, in der vergangenen Saison trug er das Trikot mit dem Adler. Es geht den Playoffs entgegen, das war dem Spiel anzumerken. Hohe Geschwindigkeit und viel Intensität auf beiden Seiten. Die besseren Möglichkeiten hatten die Eisbären, effektiver waren die Gäste. In der 32. Minute nutzten die Adler ein Powerplay und glichen aus.

Zuvor hatten die Eisbären zwei Riesenmöglichkeiten, aber wie das so geht, erst kein Glück und kommt Pech dazu. In der 32. Minute brachte Yannick Veilleux die Eisbären erneut in Führung, es dauerte nicht mal Minute und das Spiel stand wieder pari. Mit dem Unentschieden, das sich die Gäste inzwischen verdient hatten, ging es in die letzte Drittelpause.

Im Schlussdrittel wollten beide unbedingt den Sieg. Die Mannheimer benötigten ihn dringender, als die bereits für das Viertelfinale qualifizierten Eisbären. Im bisherigen Saisonverlauf blieben sie hinter den Erwartungen, 21 Punkte trennten beide vor dem Spiel. Sie hatten zunächst Pech, die Eisbären. Zachary Boychuk scheiterte im Alleingang und es wurde nur die Torlatte und der Pfosten getroffen.

In der 48. Minute traf Frederik Tiffels zum 3:2. Turbulente Szenen vor dem Tor der Eisbären, der Sack war noch nicht zugebunden. Sie überstanden die restlichen Spielminuten und die Schlusshupe erlöste die Fans und die Spieler. Nochmals wurde gejubelt, als das Schlussergebnis aus Bremerhaven verkündet wurde. Die Eisbären winken weiter von der Tabellenspitze und konnten die Führung ausbauen. Die Adler müssen weiter um den direkten Einzug in das Viertelfinale bangen.

Für die Spieler der Eisbären ist jetzt ein Kurzurlaub angesagt. Bis auf die drei Nominierten (Jonas Stettmer, Eric Mik, Korbinian Geibel) für das Nationalteam dürfen sich die Anderen über sechs freie Tage freuen. Zwei Länderspiele gegen die Slowakei stehen an. Bundestrainer Harold Kreis setzt dabei auf einen Perspektivkader. In der Liga geht es für die Eisbären mit dem 45. Spieltag am 13.02.2024 in Schwenningen weiter.

Hans-Peter Becker

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Fotos: © Stephan Wenske

Spieldaten

Aufstellungen
Eisbären Berlin: Hildebrand (Stettmer) – Müller, Ellis (A); Melchiori, Wissmann (C); Geibel, Mik; Nowak – Noebels (A), Boychuk, Pföderl; Tiffels, Byron, Eder; Veilleux, Wiederer, Bergmann; Hördler, Heim, Sager – Trainer: Serge Aubin      

Adler Mannheim: Brückmann (Tiefensee) – Jokipakka, Reul; Murray, Holzer; Gilmour, Gildon; Pilu – Wolf, MacInnis, Kühnhackl; Hännikäinen, Gaudet, Plachta; Bennett, Szwarz, Fischbuch; Thiel, Eisenmenger, Saffran – Trainer: Dallas Eakins

Torfolge
1:0 – 00:22 – Bergmann (Veilleux) – EQ
1:1 – 29:01 – MacInnis (Gilmour, Wolf) – PP1
2:1 – 31:16 – Veilleux (Bergmann, Geibel) – EQ
2:2 – 32:48 – Gilmour (Gaudet, Hännikäinen) – EQ
3:2 – 47:12 – Tiffels (Byron, Eder) – EQ

Strafen
Eisbären Berlin: 10 (4, 2, 4) Minuten – Adler Mannheim: 8 (2, 4, 2) Minuten 

Schiedsrichter

Eduards Odins, Martin Frano (Wayne Gerth, Maksim Cepik)

Zuschauer
14.200

BR Volleys – Rotation ist angesagt

Aktuell nimmt die K.o.-Phase in der CEV Champions League unweigerlich viel Raum in den Köpfen des BR Volleys Teams ein, und doch sind die Berliner gefordert, in der Volleyball Bundesliga nicht locker zu lassen. Jedes Heimspiel vor den eigenen Fans ist eine Freude und so werden die Hauptstädter auch das Match am Samstag (03. Feb. 2024) zur familienfreundlichen Anpfiffzeit um 17.00 Uhr gegen den TSV Haching München motiviert angehen. Im Duell mit den Bayern kann Headcoach Joel Banks wieder die volle Breite seines Kaders ausschöpfen.

Ruben Schott war sichtlich stolz und beseelt, wie das BR Volleys Team am Mittwochabend das Hinspiel gegen Tours VB meisterte. Nachdem sich der Kapitän sekundenlang auf dem Court, wo er wenige Minuten zuvor den Matchball zum 3:1-Erfolg verwandelte, in Gedanken versunken festgeguckt hatte, verteilte er an jeden einzelnen Mitspieler ein Sonderlob. Dabei hätte Schott selbst nach seiner absolut MVP-würdigen Leistung mit 18 Punkten wahrscheinlich die größte Anerkennung verdient. Als Belohnung nimmt der 29-jährige Außenangreifer aber sicher gern auch eine Pause, bevor nächste Woche in Frankreich das Rückspiel in der Playoff-Runde der Königsklasse wartet.

Das Match am Wochenende gegen den TSV Haching München bietet eine solche Gelegenheit, einigen Stammkräften eine Auszeit zu geben. So wird die Belastungssteuerung in den Gedanken von Cheftrainer Joel Banks am Samstag eine Rolle spielen. „Wir treffen in den nächsten Bundesligawochen nun wieder auf viele Aufsteiger und Teams aus der unteren Hälfte. Mit Blick auf die Tabelle können wir diese Aufgaben etwas lockerer angehen“, zeigt sich Zuspieler Johannes Tille vor dem 17. Spieltag entspannt. Nachdem die Helios Grizzlys Giesen beim VfB Friedrichshafen mit 1:3 verloren, ist der Vorsprung der BR Volleys wieder gewachsen. Binnen sieben Tagen schlugen sich Friedrichshafen, Berlin und Giesen gegenseitig. Die SVG Lüneburg war der Profiteur und sprang auf den zweiten Platz – dank eines 3:0-Erfolgs in Haching.

Es war die zweite Niederlage der Bayern in Folge, denn zuvor setzte es mit dem 2:3 bei den Baden Volleys SSC Karlsruhe einen bitteren Rückschlag im Kampf um den achten Rang, der die Playoff-Teilnahme bedeutet. Zwei Siege gegen die Energiequelle Netzhoppers KW und die FT1844 Freiburg sind für den früheren Pokalsieger zu wenig, um aktuell vor einem der vier Aufsteiger zu liegen. Auch in der vierten Saison nach der Auflösung der Kooperation mit Hypo Tirol Innsbruck müht sich der TSV, den Anschluss zum Mittelfeld der Liga herzustellen. Das Team ist weiterhin äußerst jung und listet vier ausländische Spieler. Mittelblocker Ruben Lopez Garcia ist der auffälligste von ihnen und besticht mit guter Blockpräsenz. Auf wen der Spanier in der Netzmitte treffen wird, ist eine der interessanten Fragen, die sich im zweiten Heimspiel des Hauptstadtclubs binnen einer Woche stellt. Trainer Joel Banks sagt dazu: „Sicher werden wir einige Wechsel vornehmen und für Entlastung sorgen. Jeder verdient es sich mit seiner Trainingsleistung und seinem großen Engagement, Einsatzzeit vor unserem Heimpublikum zu bekommen.“

Quelle: Christof Bernier/BR Volleys

Foto: © Andreas Gora

Pokal-K.o. im Viertelfinale

DFB-Pokal

31.01.2024 20:45 Uhr Olympiastadion Berlin

Hertha BSC – 1. FC Kaiserslautern 1:3 (0:2)

In der Saison 2015/16 stand die Hertha im Halbfinale und Borussia Dortmund crashte damals die Stimmung im Olympiastadion. Acht Jahre später war das Halbfinale erneut zum Greifen nah. Von den Akteuren des verpatzten Auftritts war am Mittwochabend, am 31. Januar 2024 keiner mehr dabei, bis auf den Trainer Pal Dardai. Er erlebte ein Déjà-vu, sein aktuelles Team verlor und bekam drei Gegentore. Eine große Chance wurde vertan.

Der Gegner, der Ligarivale aus Kaiserslautern, war klar das bessere Team. Die Hertha hatte einige Verletzungssorgen, was den Trainer kurzfristig zu einigen Umstellungen zwang. Zudem rückte Dardai von seiner bewährten Taktik mit 4er-Abwehrkette ab und versuchte, mit einem 3-5-2 System die Aufstellung des Gegners zu spiegeln. War das erste Gegentor nach nur fünf Minuten, halbwegs verzeihlich, so zeigte das 0:2 nach 22 Minuten, dass er sich wohl vertan hatte. Es wurde anschließend auf ein 4-1-4-1 System umgestellt. Später begründete er seine Maßnahme so: Das Fehlen geeigneter Außenbahnspieler sollte durch die taktische Umstellung kompensiert werden.

Bereits zur zweiten Hälfte brachte er mit Fabian Reese und Andreas Bouchalakis für Deyovaisio Zeefuik sowie Marton Dardai frische Kräfte. Ja, wäre in der 48. Minute Haris Tabakovic der Anschlusstreffer gelungen, dann wäre vielleicht noch was möglich gewesen. Hertha kam etwas besser ins Spiel. Ein katastrophaler Fehlpass im Mittelfeld vom eingewechselten Bouchalakis ermöglichte Treffer Nummer drei für Lautern und Herthas Pokal-K.o. war besiegelt. Bei der Hertha stimmte so gut wie nichts. Die Abstände zwischen Abwehr und Mittelfeld waren zu groß, oft war bereits der erste Aufbaupass fehlerbehaftet. Dardai sagte nach dem Spiel, es machte den Eindruck, dass die beiden Sechser den Ball nicht wollten, so kann man nicht spielen. Trotz 69 % Ballbesitz und einer Passquote von 80 %. In den Angriffsaktionen war zu wenig Tempo. Der Treffer von Fabian Reese in der Nachspielzeit war lediglich Ergebniskosmetik.

Es bleibt zu hoffen, dass diese Niederlage schnell nicht allzu viel Raum greift in den Köpfen der Spieler. Bereits am kommenden Samstag, 3. Februar 2024 wird das Olympiastadion wohl wieder ausverkauft sein, wenn der Hamburger SV seine Visitenkarte abgibt. Es kommt zum Duell der zuletzt enttäuschen, beide brauchen einen Sieg.

Hans-Peter Becker

Avatar von Hans-Peter Becker