Die Berlin Recycling Volleys reagieren auf den bisherigen Saisonverlauf und haben Cheftrainer Joel Banks mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben entbunden. Der bisherige Assistenzcoach Alexandre Leal wird die Position bis auf Weiteres übernehmen und das BR Volleys Team gemeinsam mit Co-Trainer Markus Steuerwald bereits in das morgige Bundesligaspiel beim SV Warnemünde (14. Jan. 2026 um 18.30 Uhr) führen.
„Nach dem schwierigen Bundesligastart haben wir unsere Tabellensituation zwar inzwischen verbessern können, aber dennoch ist das Spiel unserer Mannschaft weiterhin von einem ständigen Auf und Ab geprägt. Die Ergebnisse stimmen, aber unseren Leistungen fehlt es an Konstanz und Stabilität. Aus diesem Grund haben wir uns zu einer Veränderung innerhalb des Trainerstabs entschieden. Joel hat in den letzten beiden Jahren sehr gut, stets engagiert und überaus erfolgreich für unseren Verein gearbeitet, dennoch sind wir überzeugt davon, dass wir unserem Team mit Blick auf den weiteren Saisonverlauf neue Impulse geben müssen“, begründet BR Volleys Geschäftsführer Kaweh Niroomand die Personalentscheidung. Banks übernahm mit Beginn der Saison 2023/24 das Traineramt und holte mit den Volleys 2024 und 2025 den Meistertitel, zusätzlich im vergangenen Jahr 2025 den Pokal.
Statt einen neuen Headcoach zu verpflichten, setzen die BR Volleys dabei auf eine interne Lösung. Der Brasilianer Alexandre Leal, bisher als Assistent und Scout tätig, wird sich ab sofort zusammen mit Co-Trainer Markus Steuerwald für die Mannschaft verantwortlich zeichnen. „Beide sind zwar noch jung und ohne Cheftrainererfahrung, haben jedoch in den letzten beiden Spieljahren ihre Qualität unter Beweis gestellt und mit ihrer Arbeit maßgeblich zu den Erfolgen des Teams beigetragen“, erklärt Kaweh Niroomand.
Gegen die Gäste aus dem nördlichen Münsterland hatten die Berlinerinnen letztendlich keine reale Chance. Das Berliner Team hielt im 1. Satz bis zum 12:14, im 2. Satz bis zum 14:14 noch mit, ehe die auf Platz 3 der Tabelle platzierten Gäste anzogen und ihre druckvollen Aktionen erfolgreich zum Abschluss brachten. Dabei überzeugten auf Gästeseite vor allem die Diagonale Annelis Tyws, die mit ihrer Schlagvariabilität und – genauigkeit die Berliner Abwehr vor enorme Probleme stellte. Auch die Bulgarin Maria Petkova wie die Polin Dominika Zoltanska zeigten mit ihrer Dynamik und Abgezocktheit, welche Maßstäbe in der 2. Bundesliga Pro angelegt werden. Dabei enttäuschte der BBSC auf keinen Fall. In Annahme und Abwehr zeigten die Gastgeberinnen gute Leistungen, allerdings gelang in den Angriffen zu selten der entscheidende Schlag. Oythe fischte die Berliner Angriffe doch häufig noch irgendwie vom Boden. Die Eigenfehlerquote des BBSC war zudem zu hoch, um die Gäste in Gefahr zu bringen. Dies gelang erst im 3. Satz, als die Gastgeberinnen mit einer 20:18-Führung in die Crunchtime gingen. Nun war es aber an Oythe, die ihre gesammelte Erfahrung in Durchschlagskraft umsetzten und sich den berechtigten 3:0 Auswärtssieg sicherten. Co Trainerin Katharina Kummer, die den erkrankten Manuel Müller vertrat, verwies auf „die deutlich geringere Eigenfehlerquote der Gäste, die letztlich den Unterschied ausgemacht hat“.
Auf Berliner Seite wurde Annalena Grätz (15 Punkte) die MVP Medaille verliehen, aus dem Team des VfL Oythe ragte Annelis Tyws hervor.
BBSC Berlin – BayerVolleys Leverkusen 1:3 (-18, -18, 21, -18)
Nachdem die Leverkusener am Samstag in Stralsund mit 0:3 ein wenig unter die Räder gekommen waren, hatte wohl manch einer auf ein ähnliches Ergebnis in Berlin gehofft. Die Gäste erfüllten diese Hoffnung von der ersten Minute an nicht. Mit hochaggressivem Aufschlagspiel wurde die Berliner Annahme in den ersten beiden Sätzen so unter Druck gesetzt, dass zunächst die Libera Anna-Lena Vogel und später die 17-jährige Melani Ligacheva durch erfahrenere Spielerinnen ersetzt werden mussten. Für Vogel wurde Paula Reinisch gebracht, die mehr Ruhe und Stabilität ausstrahlte, Ligacheva wurde von Alina Gottlebe-Fröhlich ersetzt. Nach den Anfangsphasen der beiden Sätze mit dem Aufschlaggewitter auf Berliner Seite lagen die Gastgeberinnen im 1. Satz schnell mit 5:14, im 2. Satz mit 5:12 zurück, der Rest war für die Leverkusener auch gegen eine sich jeweils stabilisierende und unermüdlich kämpfende Berliner Mannschaft ins Ziel zu bringen.
Der 3. Satz brachte für das Publikum endlich die gewünschten Erfolgserlebnisse. Von Satzbeginn an entwickelte sich ein packendes Spiel beider Teams mit vielen langen Ballwechseln und attraktiven Abwehraktionen, wobei bis zum 16:15 der BBSC nur einen geringen Vorsprung hatte. Doch dann rangen die Berlinerinnen die Gäste mit viel Einsatz und wenig Eigenfehlern zum ersten Satzgewinn des Wochenendes nieder. Ähnlich ging es im 4. Satz weiter – beide Teams schenkten sich nichts und bis zum 10:10 war alles ausgeglichen. Dann drehte Leverkusen wieder auf und holte sich mit den typischen schnellen und druckvollen Angriffsaktionen (Lange sowie Mischo 15 Punkte, Dörschug 14 Treffer) – bestens in Szene gesetzt von der guten Zuspielerin Svenja Enning – die drei Punkte für die Tabelle.
Der BBSC konnte im 3. und bis Mitte des 4. Satzes durchaus gut mithalten, das Team brachte in diesen Abschnitten auch das Publikum zum Jubeln. Leider war die Stabilität dieser Aktionen nicht gegeben und Trainer Manuel Müller ärgerte sich ein wenig, weil sein Team „im 4. Satz doch zu deutlich den Faden verloren hat. Hier haben wir einen Punktgewinn verschenkt.“
Die MVP Medaille des Abends ging für die Gäste an deren Libera, die Berlinerin Tessa Müller, die unspektakulär, aber sehr stabil ihre Rolle interpretierte. Für den BBSC wurde die Medaille an Annalena Grätz verliehen, die in Annahme, Abwehr und Angriff Schwerstarbeit zu verrichten hatte. Neben den meisten Annahmen, die sie zu meistern hatte, kam sie noch dazu, 11 Punkte für die Statistik zu erzielen.
Für den BBSC geht es am nächsten Wochenende mit Auswärtsspielen in Markkleeberg und Dresden weiter, ehe am 24. Januar 2026 um 18:00 Uhr in Köpenick Tabellenführer Vilsbiburg aufschlägt.
Für den BBSC am Wochenende im Einsatz: Sophia Minlend, Noelani Kleiner, Sarah Nur Kayadibi, Romy Birnbaum, Paula Reinisch, Anna-Lena Vogel, Annalena Grätz, Angelina Meyer, Maja Pahlke, Hanna Lengkey, Antonia Lutz, Alina Gottlebe-Fröhlich, Luz Götte, Melani Ligacheva
Der 1. FC Union ist mit einem Unentschieden in das neue Fußballjahr 2026 gestartet. Das Spiel gegen den Tabellenletzten aus Mainz war etwas besonders. Urs Fischer, der Aufstiegstrainer der Eisernen, kehrte als Trainer des Gegners wieder an die Alte Försterei zurück. Auf der Trainerbank der Gäste saß neben Fischer auch wieder Markus Hoffmann, der ihn auch während der Zeit bei den Eisernen als Co-Trainer zur Seite stand. Bei den Mainzern soll das Schlimmste verhindert werden. Mit lediglich einem einzigen Sieg in der laufenden Saison soll eine Aufholjagd gestartet werden. Das rettende Ufer ist nicht unerreichbar. Fast wäre ihnen gegen den 1. FC Union der zweite Saisonsieg gelungen. Bis zur 78. Minute führten die Mainzer mit 2:0. Mit Moral und etwas Matchglück entriss die Baumgart-Truppe Fischers neuem Team den Sieg. Die Torschützen für Union waren die eingewechselten Woo-Yeong Jeong und Marin Ljubicic. In der Schlussphase des Spiels stellten sie auf 2:2 und sorgten für lange Gesichter im Lager der Mainzer. Ein Unentschieden als gefühlte Niederlage, während die Eisernen sagen konnten, Ende gut, alles gut für diesen Spieltag.
Den Torreigen eröffnete der Mainzer Nadiem Amiri mit einem Move der Weltklasse, den Ball mit rechts angenommen und einer fließenden Bewegung mit seinem schwächeren linken Fuß vollendet. Die zwischenzeitliche 2:0 Führung besorgte ausgerechnet Benedict Hollerbach. In der Alten Försterei erzielte sein erstes Tor für Mainz 05. Nach dem Spiel gab es für Fischer und Hoffmann eine Menge Hände zu schütteln, alte Bekannte wurden begrüßt. Wenigstens dafür war das 2:2 das geeignete Ergebnis. In der Pressekonferenz nach dem Spiel zeigte sich Fischer verständlicherweise unzufrieden mit dem Ergebnis. So richtig helfen den Mainzern nur Dreier.
Die Rückrunde wird in der jetzt anstehenden englischen Woche abgeschlossen. Die Mainzer empfangen zu Hause den Tabellenvorletzten 1. FC Heidenheim zum Abstiegsgipfel, während die Eisernen zwei Auswärtsspiele vor der Brust haben. Zunächst beschließen sie die Hinrunde in Augsburg. Am kommenden Sonntag, 18.01.2026 wartet der VfB Stuttgart, hoffentlich macht das Wetter keinen Strich durch die Terminplanungen.
Und das per Heimspiel am Samstag, dem 17. Januar 2026, 20.30 Uhr gegen den Tabellenführer der 2. Liga im Olympiastadion und das obendrein gegen Schalke 04 – ausgerechnet Schalke. In der Hinrunde war Hertha nicht unbedingt eine Heimmannschaft, im Gegenteil. Hertha war schlecht gestartet, fing sich zusehends und stünde bei konstanter Spielweise gerade in den Schlussminuten viel besser als aktuell mit 28 Punkten da. Zu oft ließ sich das Team vom 48-jährigen Trainer Stefan Leitl in der Endphase die Butter noch vom Brot nehmen. Das 3:3 in Fürth und genauso das 1:1 mit letzter Aktion der Bielefelder. Die Rote Karte für Abwehrchef Toni Leistner fühlte sich zudem wie „zwei geklaute Punkte“ an, so Sportdirektor Benjamin Weber. Ein enttäuschendes Ende und der fehlende Effekt in der Hinrunde könnte mit Lehren daraus Motivation für die Rückrunde sein. Entsprechend bereiten sich die Berliner in Portugal im Trainingslager vor. Die Messe ist bei weitem noch nicht gelesen.
Um so bedeutungsvoller ist der Rückrundenauftakt gegen die neun Punkte besseren Schalker. Der Rückrundenstart hat es in sich. Fünf der ersten sechs Spiele muss Hertha gegen Mannschaften bestreiten, die in der Tabelle vor dem Hauptstadtclub stehen: Schalke, Elversberg, Darmstadt, Paderborn und Hannover. Hertha muss mit Schwung und mannschaftlicher Geschlossenheit aus der Winterpause kommen. Hertha ist nach eigenem Bekunden heiß und in der Bauchgegend wohl ein bisschen wütend. Schalke spielt bisher eine überragende Saison und will, wie Hertha, zurück in die Bundesliga. Hertha hatte bisher im Schnitt 48.451 Zuschauer im Olympiastadion. Gegen Schalke könnte es einen Rekord geben.
14 Punkte holte Hertha zu Hause. Auswärts ebenfalls deren 14. Hertha muss wieder eine Heimmacht werden. Torhüter Tjark Ernst und Kapitän Fabian Reese im Gleichtakt: „Wir sind eine Einheit geworden!“ Das muss in der Tat so sein, soll der Aufstieg in der Rückrunde erkämpft werden. Ein Sieg bringt weiter nötiges Selbstvertrauen. Nicht nur die Leistungsträger müssen liefern – jeder im Team ist gefragt. Ein Sieg zum Auftakt ins neue Fußballjahr würde den Abstand auf den Tabellenführer Schalke auf sechs Punkte verkürzen und es müssen weitere Siege her. Nicht wieder Himmel hoch jauchzend und dann wieder zu Tode betrübt, sondern konstant. Schafft ihr es mit mehr Konstanz in der zweiten Halbserie?
EHC Eisbären Berlin – Augsburger Panther 6:3 (2:0/2:0/2:3)
Die Eisbären sind im ersten Heimspiel des Jahres ausgerutscht, gegen den Tabellenvorletzten setzte es eine Niederlage. Große Rutschgefahr bestand für die Fans, die über den S-Bahnhof Warschauer Straße die Arena erreichen wollten. Vereiste Treppenstufen nach dem Wintereinbruch forderten erhöhte Aufmerksamkeit, trotzdem holten sich einige Karteninhaber blaue Flecken bevor sie das Spiel genießen konnten. Winterdienst scheint keine besonders ausgeprägte Tugend in der Hauptstadt zu sein. „Det is Berlin“, so der Kommentar eines sich vorsichtig am Treppengeländer entlanghangelnden Eishockeyfreundes.
Sie wurden gleich etwas entschädigt. Die Eisbären brauchten nur 40 Sekunden für den ersten Treffer des Spiels. Nach einem Verwirrspiel um die Starting Six, während der Verkündung, wurde bereits getauscht, erzielte Liam Kirk, wer auch sonst, das 1:0. Die direkte Vorlage gab Marcel Noebels, der sich damit den 500. DEL Punkt holte. Das Drittel verging mit einigen Chancen für die Gäste, Jonas Stettmer im Eisbärentor hatte einiges zu tun, knapp zwei Minuten vor der ersten Sirene schwächten sich die Gäste selber. Alexandre Grenier kassierte im Eisbärendrittel, während einer Angriffshandlung, eine Strafe wegen Hakens. Es ging wieder ganz schnell, 21 Sekunden reichten den Eisbären in der Überzahl, dann hämmerte Leonard Pföderl den Puck in die Maschen.
Im Anfangsdrittel hatten die Gäste etwas mehr vom Spiel, 11 Mal visierten sie das Tor an. Sie wollten den Anschlusstreffer, in der 30. Minute scheiterte ein verheißungsvoller Konter der Gäste, im Gegenzug bewies Korbinian Geibel seine Qualität als Blue-Liner, aus dem Hintergrund zog er ab und es schlug ein. Dank eines Videobeweises stand es in der 33. Minute 4:0. Auf dem Eis wurde auf „kein Tor“ entschieden, die TV-Bilder führten zu einer Revision. Der Torschütze war Andreas Eder. Eine kuriose Strafe kassierten die Gäste kurz vor dem Drittelende. Das habe ich gehört, nach diesem Motto musste erneut Alexandre Grenier auf die Sünderbank, der seltene Strafgrund, Beschimpfung von Spieloffiziellen.
Den Mittelabschnitt gewannen die Eisbären ebenso mit 2:0 und der Drops schien gelutscht, als in der 42. Minute Blaine Byron einen Schuss von Adam Smith zum 5:0 regelkonform ins Tor lenkte. So ganz fertig waren die Gäste mit diesem Spiel noch nicht. Sie brauchten nur 45 Sekunden, um auf 2:5 zu verkürzen, für die Panther trafen Riley Damiani und Alexander Blank. Es wurde nochmals kritisch, als in der 49. Minute Frederik Tiffels wegen eines Bandenchecks für fünf Minuten vom Eis gestellt wurde. Im Powerplay gelang der Anschlusstreffer zum 3:5 und es waren bis zur Schlusssirene exakt sechs Minuten.
Geht den Weg zu Ende, skandierten die Fans aus Augsburg, ans Ziel gelangten die Eisbären. Der „Sünder“ Frederik Tiffels erlöste in der 58. Spielminute die Eisbären mit seinem Treffer ins leere Augsburger Tor. Es blieb beim 6:3 Sieg für die Eisbären, ganz wichtige Punkte waren im Kasten.
Bill Peters sah ein gutes Spiel der Eisbären und gratulierte zum Sieg. Einen guten Einsatz sah auch Eisbären-Trainer Serge Aubin, mit den ersten 40. Minuten war ich zufrieden. Wir sind jetzt froh, wieder auf der Siegerstraße zu sein.
Nach Spiel wurde eine Meldung bekannt, dass Marcel Noebels die Eisbären nach dem Ende der laufenden Spielzeit verlassen wird. Er kam mit Beginn der Saison 2014/15 zu den Eisbären und absolvierte seitdem über 600 DEL-Spiele im Trikot der Eisbären Berlin. Für Deutschland ging er im Herrenbereich an 9 Weltmeisterschaften an den Start und nahm 2018 und 2022 an Olympischen Spielen teil. Nach dem Spiel gegen Augsburg darauf angesprochen, äußerte er, Gerüchte gibt es immer. Ich habe in Berlin einen Vertrag bis 30.04.2026 und der wird erfüllt. Eine Institution verlässt die Eisbären?
EHC Eisbären Berlin – Löwen Frankfurt 2:3 (1:0/0:2/1:1)
Nach der Niederlage in Bremerhaven, dem Verlust des sechsten Platzes in der Tabelle standen die Eisbären im Heimspiel gegen die Löwen aus Frankfurt gehörig unter Druck. Es müssen weitere Punkte her. Es gab zudem einen weiteren Grund, ein erfolgreiches Spiel abzuliefern. Eisbären-Legende Peter John Lee feierte just an diesem Tag seinen 70. Geburtstag und wurde vor dem Spiel gefeiert. Nach dem Ehrenbully vom Geburtstagskind ging es zur Sache.
Nach drei Minuten konnte die Halle zusammen mit dem Geburtstagskind jubeln. Matej Leden hielt seinen Schläger in den Schuss von Eric Mik, unhaltbar abgefälscht landete der Puck im Tor. Sie hatten etwas mehr vom Spiel, die Gastgeber, die Löwen blieben gefährlich und hatten in den letzten beiden Spielminuten vor der ersten Drittelpause im Powerplay einige Möglichkeiten. Das Powerplay der Eisbären nach neun Spielminuten bot weniger Torchancen.
Peter John Lee vor dem Spiel gegen die Frankfurter Löwen
Die Statistik nach dem 1. Drittel zeigte die Ausgeglichenheit des Spiels. Die Gäste hatten sogar mehr Torschüsse. Ihr Powerplay war präziser und produzierte mehr Torschüsse. Die Anfangsphase des Mittelabschnitts gehörte den Löwen. Erst traf Löwen-Kapitän Maksim Matushkin zum 1:1 Ausgleich und zwei Minuten später demonstrierten sie, wie man Powerplay spielt. Eisbären-Kapitän Jonas Müller drückte die Strafbank und Daniel Pfaffengut brachte die Löwen mit 2:1 in Front. Dem Spielverlauf nach, war das Zwischenergebnis nicht überraschend und die Gäste, mit einem lautstarken Anhang nach Berlin gereist, witterten weiter Morgenluft. Bei den Eisbären funktionierte dagegen immer weniger. Der Mittelabschnitt ging an die Gäste und vereinzelt waren Pfiffe zu hören.
Sie hatten sich wohl so einiges anzuhören, die Eishockeyprofis der Eisbären Berlin. Sie liefen einem Rückstand hinterher. Den stärksten Beifall bekam die Bekanntgabe des Ergebnisses des Relegationsspiels der Eishockey U-20 WM, mit einem Erfolg über Dänemark bleibt Deutschland erstklassig.
In der 48. Minute hatten die Eisbären ein Powerplay, das ist in dieser Saison so eine Sache, entweder geht nichts oder es kommt ganz schnell. Frankfurts Carter Rowney hatte sich gerade hingesetzt, da schlug es ein. Ganze acht Sekunden benötigte Liam Kirk und es stand 2:2. Allerdings währte die Freude darüber nur etwas mehr als zwei Minuten, Jakob Lilja brachte die Löwen erneut in Führung.
Es verblieben noch sieben Minuten, um aus diesem bescheidenen Auftritt noch etwas zu machen. Bloß was? Es lief die Zeit davon und die Gäste verteidigten jeden Zentimeter Eis und retteten sich ins Ziel. Die Eisbären kriseln weiter.
EHC Eisbären Berlin – Nürnberg Ice Tigers 5:2 (2:0/2:1/1:1)
Jetzt heißt es, noch enger zusammenzurücken, knapp 48 Stunden nach der Heimniederlage gegen Wolfsburg kreuzte ein weiterer Rivale im Kampf um Platz 6 der Tabelle in der Arena auf. Die Ice Tigers waren vor dem Spiel als neunter der aktuellen Tabelle nur sechs Punkte hinter den Eisbären.
Vor dem Spiel wurde Marco Nowak verabschiedet, passend zum Gegner, er hatte nicht nur für die Eisbären in der DEL die Schlittschuhe geschnürt. Er trug auch das Trikot der Nürnberg Ice Tigers. Zu den Eisbären kam er einst aus Düsseldorf, zukünftig wird er die Geschäftsstelle der Eisbären unterstützen und ein Studium aufnehmen.
Der Gegner aus Nürnberg konnte nur mit 18 Spielern die Reise nach Berlin antreten. Drei komplette Spielreihen plus einem Stürmer, die Eisbären dagegen fast vier Reihen aufbieten. In der Kabine bleiben musste Markus Vikinstad, er hatte sich zu Spielbeginn das Knie verdreht. So konnten die Eisbären nicht mit den erwarteten vier kompletten Sturmreihen antreten.
Die Eisbären erwischten einen guten Start. Nach drei Minuten scheiterte zunächst Eric Hördler mit einem Alleingang an Nürnbergs Goalie Niklas Treutle. Einen Angriff später traf Lester Lancaster zum 1:0 für die Eisbären. Nur drei Minuten später musste Cole Maier auf die Strafbank. Dort verbrachte er nur ganz sechs Sekunden. Liam Kirk war der Torschütze, vier Pässe brauchten die Eisbären zur Verbesserung ihrer Bilanz im Powerplay. Mehr Tore fielen im Anfangsdrittel nicht. Es gab Strafen wegen Faustkampf und übertriebener Härte.
In der 23. Minute stellte Frederik Tiffels auf 3:0. Ein Abwehrfehler der Nürnberger wurde gnadenlos ausgenutzt, Tiffels ließ dem Goalie mit einer Körpertäuschung keine Chance. Nach der Hälfte der regulären Spielzeit war zu konstatieren, die Eisbären wirkten stabiler, sie wollten dieses Spiel unbedingt gewinnen. In der 35. Minute war ihnen das viel beschworene Matchglück hold, Jean-Sebastian Dea bekam einen von einem Nürnberger Schlittschuh abgefälschten Puck vor die Kelle und konnte zum 4:0 einschieben. Zwei Minuten später nutzten die Gäste ein Überzahlspiel und verkürzten den Abstand. Evan Barratt war der erfolgreiche Schütze.
Im Schlussabschnitt mussten die Ice Tigers, sollten sich noch eine Chance ausrechnen, eine gewaltige Schippe drauflegen. Es blieb beim Versuch und der Weg zurück durch einen herrlichen Treffer von Liam Kirk in der 45. Minute verlängert. Eishockey aus dem Lehrbuch, zwei schnelle Pässe und mit einem one timer vollendet. Das erinnerte an die etwas verloren gegangene Souveränität der Eisbären.
Die Minuten verannen am letzten Sonntag des Jahres 2025. Die Ice Tigers konnten in der 55. Spielminute das Ergebnis durch Greg Meireles den Zwischenstand etwas freundlicher gestalten. Eine Chance im Powerplay für Nürnberg von den Eisbären erfolgreich verteidigt. Ein verdienter Sieg, ein versöhnlicher Ausklang des Heimspieljahres 2025. Die Fans feierten mit diesem Sieg Marco Nowak, der symbolisch seinen Schläger, sein langjähriges Arbeitsgerät wegwarf.
Marco Nowak mit Familie zur Verabschiedung auf dem EisMarco Nowaks neues Team
Vier Vertragsverlängerungen und 42:29 Kantersieg gegen Göppingen
Auch am Tag nach Weihnachten können noch Geschenke verteilt werden. Zu erleben war das für die 9.000 Zuschauer im „Fuchsbau“ Max-Schmeling-Halle. Vor Spiel-beginn verkündete Geschäftsführer Bob Hanning, dass die Arbeitspapiere für Lasse Ludwig, Nils Lichtlein, Matthes Langhoff und Tim Freihöfer nunmehr bis 2030 gelten. Angesteckt von der freudigen Nachricht, legte der deutsche Meister los. Die Füchse merkten jedoch sehr schnell, worauf die Gäste aus Göppingen ihr Hauptaugenmerk legten – auf eine kompromisslose Abwehr. Jeder Berliner Spieler, der sich dem Kreis näherte, wurde hart angefasst, geklammert und oft am Torwurf gehindert. Die ersten Treffer der Gastgeber resultierten somit aus verwandelten Siebenmetern. Auch weil die Schwaben ihren Vereinsnamen ernst nahmen und Frisch Auf-spielten verlief die Startphase ausgeglichen – 6:6/13. Danach konnten sich die Füchse durch Tore vom Kreis (Darj), von Außen (av Teigum) und aus der Spielmitte (Lichtlein) etwas absetzen – 14:10/22. Eine folgende fast fünfminütige Phase ohne Berliner Tore nutzten die Gäste und erzielten bis zur Pause wieder einen Gleichstand – 17:17/30.
Nach der Pause schien sich der enge Spielverlauf fortzusetzen. Doch plötzlich erwies der Handball wieder mal als Sport der (oft nicht erklärbaren) Überraschung. Innerhalb von sieben Minuten starteten die Füchse einen 8:0-Torlauf. Der eingewechselte Lasse Ludwig legte mit mehreren Paraden den Grundstein für schnelle, erfolgreiche Angriffe. Die Gelegenheit auch für Mathias Gidsel sein bis dahin bescheidenes Torkonto zu erhöhen. Von dieser Phase erholten sich die Göppinger nicht mehr. So wuchs der Vorsprung – an dem alle Spieler beteiligt waren – der Gastgeber sukzessive. Mit dem 42:29 gelang am Ende der zweithöchste Sieg in dieser Saison, die nun wegen der Europameisterschaft unterbrochen wird. Der nächste Heimauftritt der Füchse wird erst am 15. Februar 2026 gegen den TVB Stuttgart stattfinden.
EHC Eisbären Berlin – Grizzlys Wolfsburg 1:2 (1:1/0:1/0:0)
In Mannheim gab es Weihnachtsvorabend eine Niederlage, dazu der Verlust von Kapitän Jonas Müller. Sein unfairer Einsatz wurde mit einer Spieldauerdisziplinarstrafe geahndet, dazu verhängte die Liga eine Sperre von zwei Spielen. Schmerzlich für die Eisbären, für das Spiel am zweiten Weihnachtsfeiertag kehrte Markus Niemeläinen nach längerer Verletzungspause wieder in den Kader zurück. So konnte Trainer Serge Aubin sieben Verteidiger aufbieten. Im Sturm konnten 11 Akteure auflaufen, Manuel Wiederer fehlte leicht angschlagen. Personell sah es bei den Gästen nicht viel besser aus. Michael Stewart brachte vier komplette Sturmreihen mit nach Berlin.
Die Trainer der Eisbären coachten das Team im Weihnachtspullover, während Michael Steward und seine Assistenten im geschäftsmässigen Anzug mit Schlips hinter Bande standen. Als erster durften sich die Trainer im Weihnachtspullover freuen, Liam Kirk traf in der 12. Minute zum 1:0. Drei Minuten später waren den die Anzugträger dran. Spencer Machacek überwand Jake Hildebrand und die Partie stand wieder pari. Was bis dahin auffiel, es wurde auf beiden Seiten sehr luftig verteidigt. Gut verteidigt wurde eine Unterzahl von den Eisbären kurz vor dem Ende des 1. Drittels. So endete das Anfangsdrittel Unentschieden.
Schicke Weihnachtpullover !
Das zweite Drittel begann mit einem Rest von Überzahl für die Eisbären, daraus konnten sie kein Kapital schlagen. In der 32. Minute war der Puck im Wolfsburger Tor, der Treffer konnte wegen einer Torwartbehinderung keine Anerkennung finden. Nach einem krassen Abspielfehler in der 34. Minute ließ sich Justin Feser seine Chance im Alleingang nicht entgehen und brachte die Gäste in Front. Die Eisbären waren bemüht, es lief nicht viel zusammen. So holten sich die Grizzlys den Mittelabschnitt und durften eine Minute und 15 Sekunden Überzahl mit in den Schlussabschnitt nehmen.
Unter den Beobachtern auf der Pressetribüne war man sich in der Beurteilung des Spielgeschens weitgehend einig. Es konnten keine guten Noten für den Auftritt vergeben werden. Am Beginn des Schlussdrittels wurde Wolfsburgs Powerplay erfolgreich abgewehrt. Die Eisbären hatten weiter ihre Probleme mit den auch recht bieder auftretenden Gästen.
Die Eisbären rannten dem Rückstand hinterher. Je mehr die Zeit herunterlief mutierte der Siegeswille zum Punktrettungsversuch. Sieben Minuten vor dem Spielende durften die Eisbärern sich zum zweiten Mal in diesem Spiel im Powerplay versuchen, es wurde nichts, zu unbeweglich und durchsichtig. Das Spiel näherte sich dem Finale und die Eisbären konnten den Puck nicht im Tor unterbringen. Daran konnten auch sechs Spieler vor dem Wolfsburger-Tor nichts mehr ändern. Die Grizzlys gewannen knapp das Spiel. Freuen konnten sich nur die mitgereisten Fans aus Wolfsburg. Für die Eisbären geht es bereits am kommenden Sonntag, 28.12.2025, weiter. Die Niederlagenserie sollte sich nicht fortsetzen.
Wolfsburg Trainer meinte, dass Berlin den besseren Start erwischt hat, aber wir haben weiter an uns geglaubt und unsere Gelegenheiten ausgenutzt. Justin Fesers Turnover hat uns in das Spiel zurückgebracht.
Serge Aubin sah das Spiel so, ein Turnover hat uns aus dem Spiel gebracht, anschließend war es nicht genug, was wir einbringen konnten. Wir müssen zusammenstehen und es gegen Nürnberg besser machen. Wir begehen zu viele Fehler, daran müssen wir arbeiten. Ich weiß, dass wir besser auftreten können. Wir müssen uns jetzt sammeln und uns geschlossen als Team aus der aktuellen Situation rausarbeiten.
kommt die Zeit der Jahresrückblicke und des Dankes. Bedanken möchten wir uns für die Klickzahlen und werden weiter unser Bestes geben. In diesem Sinne wünschen wir unseren Lesern besinnliche Stunden, einen guten Rutsch in das neue Jahr und vor allem Gesundheit.
In diesen Zeiten tut uns allen etwas Ruhe und Ablenkung gut. Unter dem Weihnachtbaum liegen die Geschenke, die Kinder warten ungeduldig auf die Bescherung und über das Land zieht (hoffentlich) ein bisschen mehr der einfache Frieden.
Wir werden selbstverständlich auch 2026 für unsere Leser unterwegs sein, um vom Sport in Berlin zu berichten.