Sechs Punkte für Berlin

Zwischen dem Stadion „An der Alten Försterei“ in Berlin-Köpenick und der Volkswagen-Arena in Wolfsburg liegen nur etwas mehr als 200 km Luftlinie voneinander entfernt. Laut Routenplaner muss für eine über die Autobahn A2 mit zweieinhalb Stunden gerechnet werden. In beiden Stadien wurde zeitgleich die jeweilige Partie des 19. Spieltages angepfiffen. In Wolfsburg bei der Werkself war die Hertha zu Gast. Zum geographisch am nächsten gelegenen Auswärtsspielort hatten sich eine größere Zahl an Auswärtsfahrern eingefunden und machte das Spiel VfL Wolfsburg gegen Hertha, fast zu einem Heimspiel für die Alte Dame.

Sie durften hocherfreut die Heimreise antreten. Am Ende des Spieltages stand ein glücklicher Sieg. Beide taten sich schwer, es fehlte die Präzision und den Rest erledigten die Torhüter. Folgerichtig stand es zur Pause 0:0. So war es auch in der Alten Försterei in Wuhlheide. Bis auf zwei Aufreger in der Anfangsphase lieferten beide eine typische Nullnummer ab. Einziger Unterschied, in Berlin war das Stadion – wie immer – restlos ausverkauft, in Wolfsburg wären noch über 5.000 Tickets zu erwerben gewesen.

In der zweiten Halbzeit ging der Aufsteiger in seinem Stadion in Führung. Faktisch mit der ersten Aktion nach dem Pausentee, es war Eckball, der unglücklich verlängert wurde und Unions Innenverteidiger seinen ersten Torschuss der Saison ermöglichte. Er traf mit seinem linken Fuß, den er eigentlich sonst nur zur Fortbewegung benutzt. Bis zur Nachtruhe dürfte sein Grinsen nicht aus seinem Gesicht gewichen sein.

In Wolfsburg quälten sie sich weiter mit dem erzielen von Toren. Der erste Treffer gelang den Wolfsburgern, zur fortgeschrittener Spielzeit in der 68. Minute war Admir Mehmedi der Torschütze. In Berlin wurde nachgewaschen, Marcus Ingvartsen erhöhte in der 61. Minute auf 2:0. Die Hertha glich in der 74. Minute aus. Der Treffer von Jordan Torunarigha nährte die Hoffnung auf einen Punktgewinn.

In der Wuhlheide scheiterten die Augsburger eins ums andere mal entweder am eigenen Vermögen oder an Torwart Rafal Gikiewcz. Es blieb beim 2:0. In Wolfsburg schlug das Fußballglück zu. Dodi Lukebakio, war die Lebensversicherung für die Hertha in diesem Spiel. Mit einer artistischen Kopfballeinlage, ein Heber mit der Schläfe über den verduzten Wolfsburger Torwart, versetzte alle, die es mit der Hertha halten in Verzückung. Es war der 2:1 Sieg für die Hertha, drei nicht unbedingt erwartete Punkte, die sie sehr gern nach Berlin mitnahmen.

Hans-Peter Becker