Hertha verschenkt zwei Punkte und Union verteidigt Tabellenführung

Das Ding geht durch die Decke, so äußerte sich Union-Präsident Dirk Zingler nach dem 6. Spieltag, da übernahmen sie die Tabellenführung. Okay, eine schöne Momentaufnahme und nicht mehr. Einen Spieltag weiter grüßen die Eisernen weiter von der Tabellenspitze, mit fünf Punkten Vorsprung vor dem amtierenden Meister.

Erschreckend schwache Wolfsburger wurden mit einer 0:2 Niederlage zurück an den Mittellandkanal geschickt. In Halbzeit eins stimmte bei der Kovac-Truppe wenigstens die Defensivarbeit. Das war es dann auch, nach der Pause kam nichts mehr. Die Eisernen wollten einfach mehr und wurden belohnt. Zwei wunderschöne Treffer durch das Sturmduo Jordan Siebatcheu und Sheraldo Becker entschieden die Partie. Vor der Länderspielpause konnten die Eisernen die Tabellenführung verteidigen und sind als einziges Team in dieser Saison noch ungeschlagen. Wie soll das weitergehen? Wahrscheinlich müssen sie sich öfter zwicken, kann das denn wahr sein?

Ein schöner Sonntag für den 1. FC Union, am Freitag zuvor spielte Hertha 1:1 in Mainz. Buchstäblich in letzter Sekunde gaben sie den Sieg aus der Hand. Seherische Fähigkeiten hatte Sportick-Chefredakteur Christian Zschiedrich, als er in seinem Vorbericht auf die Gefährlichkeit der Mainzer in der Schlussphase hinwies. Hertha steht mit sechs Punkten nach sieben Spieltagen nicht besser da, als in der letzten Saison. Allerdings machen die Auftritte, das sieht fußballerisch etwas besser aus, Mut auf den Klassenerhalt.

Am 8. Spieltag, nach der Länderspielpause, muss Union nach Frankfurt zur Eintracht reisen. Hertha spielt einen Tag später im Olympiastadion gegen die TSG Hoffenheim.

Hans-Peter Becker

Daumendrücken für Hertha in Mainz

Die Saison wird diesmal hoffentlich eine bessere für die Berliner, als die letzte, krisenhafte. Der Fan schaute voller Argwohn auf die Spiele und den meist abstiegsbedrohten Tabellenstand. Auch wenn es jetzt nach sechs Spielen keinen Anlass zur Freude gibt. Vielleicht ein bisschen beim 2:2 gegen Leverkusen wurde im Vergleich zur letzten Saison wenigstens Fußball gespielt. Insofern, es lohnt sich wieder ins Olympiastadion zu gehen. Am 7. Spieltag, zum Freitagabend gilt es in Mainz zu bestehen. Sollten sich da einige Spieler nicht mit der richtigen Einstellung auf das Feld begeben, könnte es ein Fiasko geben, zudem kehrt Hertha-Trainer Sandro Schwarz an seine einstige Wirkungsstätte zurück.

Kommentar Christian Zschiedrich © Foto: Sportick

Hertha steht dem Punktestand nach mit Wolfsburg und Stuttgart, jeweils fünf, auf dem Relegationsplatz. Hat sich Hertha, wäre wünschenswert, mit annehmbaren Ergebnissen gefestigt? Können wir mit konstanteren Leistungen, Spiel für Spiel, rechnen? Wenn nicht, ein Blick auf die Tabelle, hätte Hertha in Augsburg nicht gewonnen oder etwa gegen Leverkusen verloren, wo stünde Hertha vor dem 7. Spieltag? Die Krisenstimmung konnte vermieden werden. Das geht in der Bundesliga eben wirklich sehr schnell. Fast jeder kann jeden schlagen. Es ist sehr ausgeglichen, man schaue sich nur mal die Tabellenspitze an.

Das Selbstvertrauen kann bereits in nur einem Spiel wieder verloren gehen und reicht allein keineswegs. Wer glaubt, gegen Mainz ist es einfacher als gegen Leverkusen zu spielen, überall hängen die Trauben hoch. Mainz geht mit mannschaftlicher Geschlossenheit und großem Einsatz zu Werke. Sie geben bis zum Schluss nicht auf, gegen Augsburg gelang ihnen der Siegtreffer in der dritten Minute der Nachspielzeit. Gegen Mainz ist ein Erfolg möglich. Im Falle eines Sieges sähe, mit acht Punkten, die Welt gleich wieder viel freundlicher aus. Bis zum nächsten Heimspiel vergehen 2 Wochen, erst am 2. 10. kommt Hoffenheim ins Olympiastadion. Im Falle eines Erfolges in Mainz traue ich Hertha sogar die Punkte gegen Hoffenheim zu. Die TSG steht ja mit oben, will wieder ins internationale Geschäft. Jetzt erst einmal Mainz, das nächste Spiel ist ja immer das schwerste. Also haut euch ordentlich rein ins Match am Freitagabend.

Zu einer Vorschau aus Berliner Sicht gehört natürlich auch der 1. FC Union, bisher wurde der Tabellenführer in der Eliteliga noch gar nicht erwähnt. Der spielt zu Hause gegen Niko Kovac mit dem VfL Wolfsburg, in der Alten Försterei, am Sonntag, um 15.30 Uhr. Ein Sieg wird nicht einfach. Sollten die Wölfe in der Wuhlheide verlieren, wird die Luft für Kovac noch dünner.

Warum sind sie Spitzenreiter? Die mannschaftliche Geschlossenheit beeindruckt, wenn es auch international nicht so gut läuft. Mal sehen, wie es nach dem Spieltag aussehen wird.

Christian Zschiedrich

Union geht durch die Decke und Hertha punktet

Der 6. Spieltag der Fußball-Bundesliga Saison 2022/23 wird den fußballbegeisterten Berlinern in besonderer Erinnerung bleiben. Hertha scheint auf dem langsamen Weg der Besserung zu sein und holte vor 40.643 Zuschauern im Olympiastadion immerhin einen Punkt. Partie gedreht, die zwischenzeitliche 2:1 Führung hielt nur fünf Minuten. Das Unentschieden wurde den gezeigten Leistungen auf dem Platz gerecht.

Einen Tag später, am Sonntag, 11. September traten die Eisernen aus Köpenick beim 1. FC Köln an. Der FC Bayern hatte im Heimspiel gegen den VfB Stuttgart Federn gelassen und mit einem Sieg in Müngersdorf wären sie Tabellenführer, wenigstens bis zum Schlusspfiff in Freiburg. Ein durch Sheraldo Becker erzwungenes Eigentor nach nur vier Spielminuten brachte den Sieg. Union verschoss noch einen Elfer und erzielte ein Abseitstor. Mit 14 Punkten sind die Wuhlheider jetzt alleiniger Tabellenführer der Bundesliga. Wer darauf vor der Saison gewettet hätte, könnte davon eine ganze Weile seine zukünftigen Strom- oder Gasrechnungen begleichen. In Berlin, vereinzelt sogar in den Westbezirken, wurden Reste vom letzten Silvesterfeuerwerk verbraten. Das ist mehr als nur eine kleine Sensation. „Das Ding ist durch die Decke gegangen“, so die Worte von Präsident Dirk Zingler.

Für die Liga selbst ist das ein kleines Armutszeugnis. Mal sehen, was am Ende dabei herauskommt. Solide Handwerksarbeit zahlt sich aus. Vor allem kommt es auf die Abwehr an. Nur vier Gegentore in sechs Spielen und noch ohne Niederlage, das ist beachtlich.

Die nächsten Aufgaben lauten FSV Mainz 05 auswärts, für die Hertha und Union spielt zu Hause gegen den VfL Wolfsburg, der Max Kruse ausgebootet hat.

Hans-Peter Becker

Foto: Christian Zschiedrich

Angreifen ist die beste Verteidigung

Berlin hat – sehr erfreulich – sogar zwei Bundesligamannschaften in der Nummer 1 Sportart Fußball. Die sind ganz unterschiedlich in die neue Saison gestartet. Bei Union werden seit dem Aufstieg vor drei Jahren namhafte Abgänge scheinbar immer wieder mühelos kompensiert. Als aktuelles Beispiel sei hier Taiwo Awoniyi genannt. So etwas möchte Hertha auch gern schaffen, leider scheint, das der Alten Dame nicht zu gelingen. Dabei ruhten einige Hoffnungen auf einem gelungenen Saisonstart. Das Ergebnis ist ernüchternd. „Chancenlos“ berichtete Hans-Peter Becker aus der Alten Försterei. Und die Kommentare in Bild und Ton fallen drastischer denn je aus.

Jetzt, wo Michael Preetz und Werner Gegenbauer weg sind, möchte ich persönlich gern etwas Positives schreiben. Sagt mir bitte, was ? Worüber soll konstruktiv geurteilt werden(?) – galt ich doch als ein Kritiker mit besonderer klarer Wortwahl. Was in dieser Woche über Hertha zu lesen und zu hören sein wird, muss den Herthanern ordentlich in den Ohren klingen. Wie soll sich sonst etwas ändern. Natürlich können Auftaktspiele auch verloren gehen. Es fragt sich nur, wie? Das Wie macht mich besonders nachdenklich.

Chefredakteur Christian Zschiedrich kommentiert © Foto: Sportick

Angriff ist die beste Verteidigung. Sagt mir bitte nicht, dann hätte Hertha ja noch höher verloren. Was ist das für ein Fußball, wenn nach 36 Spielminuten das erste Mal (per Standard) auf das gegnerische Union-Tor geschossen wird! Solche Spiele möchte ich weder vor Ort, geschweige denn am Fernseher sehen. Erst recht nicht im Olympiastadion. Wer von den Hertha-Spielern kann einen gelungenen Pass, wie beispielsweise Mario Götze, in die Tiefe spielen? Wer das nicht kann, spielt eben quer und ganz viel zurück. War es die fehlende Einstellung oder gar Unfähigkeit?

Fredi Bobic und Neu-Trainer Sandro Schwarz, wussten die wirklich nicht, was sie sich mit Hertha angetan haben? Nico Kovac wusste es und sagte ab. Ob er sich aber mit dem VfL Wolfsburg eine viel bessere Wahl getroffen hat, sei dahingestellt. Ich habe immer noch die sauren Minen von Bobic und Schwarz beim 1.FC Union in Erinnerung. Die deuteten in Richtung Unfähigkeit. Wie soll das bloß enden, wie soll es nur weitergehen?

Der Blick voraus verheißt nichts Gutes! Am 2. Spieltag kommt Eintracht Frankfurt ins Olympiastadion, als Tabellenletzter. Bayern München hat die Frankfurter im eigenen Stadion total auseinander genommen. Heißt jetzt, Wiedergutmachung spielt gegen Wiedergutmachung. Aus Sicht der Hertha sollte gewonnen werden, danach hat Hertha bei Borussia Mönchengladbach zu bestehen. Noch problematischer wird es eine Woche darauf. Borussia Dortmund kommt nach Berlin. Ich kenne da einen Statistiker, seine Darlegung: „Aus ehemals 12 möglichen Punkten, das ist nicht mehr möglich, können es aber noch null werden“! Es bleibt das Prinzip Hoffnung, auf den Fußball-Gott.

Christian Zschiedrich

Max Kruse wechselt zum VfL Wolfsburg

Dass schlussendlich beim 1. FC Union nicht anderes als Profifußball gespielt wird, offenbarte sich am 30. Januar 2022. Erst tauchten Gerüchte auf, die schnell zur Gewissheit wurden. Unions wohl einziger Ausnahmespieler verlässt nach 45 Pflichtspielen, 19 Toren und 12 Vorlagen den Verein. Das Geld lockte. Sogar Präsident Dirk Zingler äußerte sich und ließ sich mit folgenden Worten zitieren: „Wenn er sich nun jedoch ganz bewusst gegen die Chance entscheidet, mit Union in dieser Saison Geschichte zu schreiben, akzeptieren wir das“ Diesen sportlichen Verlust lässt sich Union mit 5 Millionen EUR entschädigen.

Ein Grund für den Wechsel ist wohl Florian Kohfeldt, beide hatte beim SV Werder bereits zusammengearbeitet. Sein Gehalt dürfte sich deutlich von dem abheben, was ihm in Köpenick gezahlt werden konnte. Ihn sportlich zu ersetzen dürfte fast ein Ding der Unmöglichkeit sein. Zumal das Transferfenster am 31. Januar um 18 Uhr bereits schließt. Es wird gemunkelt, dass Sven Michel aus Paderborn ein Wunschkandidat ist. Auf der Liste stand er ja schon einmal. Allerdings ist er ein anderer Spielertyp als Kruse. Er ist als Stürmer mehr der klassische Zentrumsspieler und weniger die hängende Spitze mit Spielübersicht.

Kruse selbst hatte am Vorabend der Verkündung seines Wechsels an einer albernen Fernsehshow teilgenommen und etwas Geld gewonnen. So ist er eben, ein Typ, eine schillernde Persönlichkeit, er hat es in Köpenick mit Leistung zurückgezahlt. Jetzt wird in Wolfsburg, vielleicht ein letztes Mal, abkassiert. Mal sehen, ob der Ertrag auch für den VfL Wolfsburg stimmt. Ehrlich gesagt, muss dort die Not groß sein.

Hans-Peter Becker

Berliner Proficlubs holen vier Punkte

Beginnen wir mit dem 1. FC Union, die stoppten die Siegesserie des Stadtteilclubs aus Sinsheim. Die Hoffenheimer Führung schoss Union selbst, dann der etwas glückliche Ausgleich und schließlich der Führungstreffer durch den zum Abstauberspezialisten avancierten Grischa Prömel. Man gewinnt manchmal auch Spiele mit Fleiß und Beharrlichkeit. Zu den Union Tugenden gesellen meist kluge Entscheidungen des Trainers. Urs Fischer hat es da seinem jungen Kollegen von der TSG mal so richtig gezeigt. Mit der Einwechselung von Sheraldo Becker und einer Veränderung der Taktik gelang ein nicht unbedingt erwarteter Sieg. Die Eisernen standen für eine Nacht auf einem Champions-League Platz und sind jetzt vor dem Pokalknaller gegen den Rivalen aus Charlottenburg auf Platz fünf der Tabelle.

Ob das Achtelfinale gegen die Hertha allerdings ein Knaller wird, ist angesichts der stark schwankenden Leistungen der „Alten Dame“ zweifelhaft. Das einzig positive am Auftritt in Wolfsburg war der Punktgewinn. Der VfL Wolfsburg und die Hertha, was geben diese beiden den Fans und Experten für Rätsel auf. Das Spiel war die blanke Not gegen das grassierende Elend. Ein 0:0 der eben nicht besseren Sorte, sogar der Schiedsrichter passte sich dem über weite Strecken unterirdischem Milieu an. Er gab einen glasklaren Foul-Elfmeter für die Wolfsburger nicht und ein regelgerechte erzieltes Tor der Hertha fand keine Anerkennung. Im Endeffekt war es egal, einen Sieg in diesem Spiel hätte beiden mehr als geschmeichelt. Zudem war dieses Spiel eine regelrechte Folter. Im Hertha-Forum wurde gewitzelt, dass die CIA ab sofort statt auf Waterboarding jetzt auf das Schauen von Herthaspielen als Foltermethode setzen will. Mal Spaß beiseite, warum geht es bei der „Alten Dame“ einfach nicht voran? Der Kader birgt einiges an Potenzial, eine funktionierende Einheit ist daraus bisher nicht entstanden. Die Blicke gehen wohl ein bisschen neidisch nach Köpenick, wo aus weniger mehr gemacht wurde. Die Hoffnung stirbt zuletzt und das Spiel gegen den 1. FC Union ist eine weitere Chance, die Misere zu überwinden.

Der dritte Berliner Proficlub, der FC Viktoria, musste den Start in das neue Fußballjahr wegen mehrerer positiver Corona-Tests verschieben. Der Rasen im Jahnsportpark blieb unberührt. Das Spiel gegen Eintracht Braunschweig wird nachgeholt.

Hans-Peter Becker

Ihr enttäuscht uns Berliner seit Jahren immer wieder

Wer könnte, wer ist gemeint? Hertha BSC mit zwei Pleiten zum Bundesligastart, jetzt Tabellenletzter, muss die Realität vorgehalten werden. Kommt mir bloß nicht mit der Ausrede, es seien ja noch viele Spiele zu bestreiten. Im Heimspiel gegen Wolfsburg bekam Hertha die Grenzen ihrer Spielweise (kaum Torschüsse) vom Gast beim 1:2 aufgezeigt und Lars Windhorst wird sich im stillen Kämmerlein fragen, wie konnte ich meine Millionen nur so verpulvern? Im Vergleich zu den Leistungen in den Jahren davor hat sich bis zum heutigen Tage kaum etwas geändert. Heißt, die Anhänger von Hertha BSC müssen weiterhin Geduld haben. Der Trainer und die Verantwortlichen in der Führungsetage können den Fehlstart nicht schönreden.

In dieser Verfassung geht es zum 3. Spieltag ausgerechnet nach München zu den Bayern.

Der 1. FC Union und die Bayern machen heute, am Sonntag, 22.08., den 2. Spieltag komplett. Union spielt in Hoffenheim und Bayern München empfängt den 1. FC Köln.  Union dürfte in Hoffenheim anders zu Werke gehen als Hertha, nach dem 4:0-Auswärtssieg in Helsinki (Play-off Hinspiel in der neu geschaffenen Europa Conference League) das nötige Selbstvertrauen entwickelt haben. Die Tore im Spiel, in Finnland erzielten Taiwo Awoniyi, Max Kruse und Andreas Voglsammer. Bereits am Donnerstag, 26.08., kommt es im Olympiastadion zum Rückspiel, dem Einzug in die Gruppenphase sollte, bei allem Respekt für die Mannschaft aus Finnland, kein Zweifel bestehen. Noch ein Wort zu Max Kruse, bei der Abreise zum Auswärtsspiel war nicht dabei. Statt in den Mannschaftsbus stieg er in seinen privaten PKW, so jedenfalls vermeldet von einem Berliner Radiosender. Mal sehen, ob er in Sinsheim dabei ist? Offiziell ist bisher nichts zu erfahren.

Christian Zschiedrich

Viktoria Berlin leiht US-Talent Bryang Kayo

Die Himmelblauen verstärken sich per Leihgeschäft mit dem 19-jährigen Mittelfeldspieler bis zum 30. Juni 2022. Bryang Kayo kommt vom VfL Wolfsburg, spielte dort mit der zweiten Mannschaft in der Regionalliga Nord und trainierte zuletzt bei den Wölfen in der ersten Mannschaft mit.

„Ich freue mich sehr auf Bryang und darüber, dass wir mit dem VfL Wolfsburg diese Einigung erzielen konnten. Er ist ein Spieler, den wir so noch nicht in unserem Kader haben. Er bringt eine unglaubliche Dynamik mit und hat gestern einen sehr guten Eindruck hinterlassen. Bryang wird mit seiner Art, dieses Spiel zu spielen gut in unsere Philosophie passen. Bei uns wird er die Möglichkeit haben, sein Können zu zeigen und er wird hier definitiv auch für sich den nächsten Schritt machen. Wir geben ihm Zeit, weil er uns und die 3. Liga noch kennenlernen muss, aber wir dürfen mit Bryang jetzt einen frischen, jungen und dynamischen Spieler in unseren Reihen begrüßen“, sagt Cheftrainer Benedetto Muzzicato über den 19-Jährigen.

Bryang Kayo startete am gestrigen Donnerstag mit hoher Motivation in seine erste Trainingseinheit bei den Himmelblauen und erklärte anschließend: „Ich bin sehr dankbar, ein Teil dieses Vereins sein zu dürfen. Nachdem ich vergangene Saison Erfahrungen in der Regionalliga sammeln durfte, freue ich mich sehr auf die Herausforderungen der 3. Liga und natürlich auch auf Berlin. Ich kann es kaum erwarten, in die Saison einzusteigen und dem Team dabei zu helfen, Spiele zu gewinnen und wichtige Punkte zu holen.“

Sportdirektor Rocco Teichmann betont: „Mit der Leihe von Bryang haben wir wieder einen wichtigen Teil unserer Philosophie erfüllt und geben damit einem jungen Spieler eine Perspektive zur Weiterentwicklung. Das gehört zu unseren Prinzipien und darauf sind wir sehr stolz.“

Bryang kam im Sommer 2020 nach Deutschland, spielte im Jahr zuvor noch bei der U17-WM in Brasilien für die US-Nationalmannschaft. Beim VfL Wolfsburg II kam er als U19-Spieler auf acht Einsätze in der Regionalliga Nord, ehe diese pandemiebedingt abgebrochen werden musste. Mittelfristig soll Bryang Kayo Teil der U20-Nationalmannschaft der USA werden. Bei Viktoria Berlin kann er nun Profi-Erfahrung sammeln.

Quelle: Viktoria Berlin

Brandenburger Talent wird Eisern: Union verpflichtet Paul Jaeckel​

Das haben die Eisernen ihrem Rivalen aus Charlottenburg voraus, in aller Ruhe können sie für die kommende Saison im Fußball-Oberhaus planen. Nach Rani Khedira verkünden die Wuhlheider den zweiten Neuzugang.

Der 1. FC Union Berlin verstärkt sich in der Defensive und sichert sich zur neuen Saison die Dienste von Innenverteidiger Paul Jaeckel.

Der 22-jährige Eisenhüttenstädter wechselte 2014 vom Nachwuchsleistungszentrum des FC Energie Cottbus zu den Jungwölfen in die Autostadt. Nachdem er vier Jahre die Schuhe für den VfL Wolfsburg schnürte, schloss sich der 1,89 m große Rechtsfuß dem Zweitligisten SpVgg Greuther Fürth an. Dort etablierte sich Jaeckel zum Ende der Saison 2019/20 als Stammspieler. Vor seinem Wechsel durfte Jaeckel unter Trainer Bruno Labbadia bereits Bundesligaluft schnuppern. Im Frühjahr 2018 siegte er mit den Wölfen mit 2:0 gegen den Sport-Club aus Freiburg. Zudem gab der gebürtige Brandenburger beim Spiel gegen die Slowenische U21 Nationalmannschaft sein Debüt unter DFB-Trainer Stefan Kuntz bei der deutschen U21.

„Ich freue mich auf Union und die Bundesliga. Für mich bedeutet der Wechsel die Chance, in einer der besten Ligen Europas zu spielen. Union ist ein besonderer Verein und ist noch sehr jung in der Bundesliga, dennoch haben sie ihre Qualität schon unter Beweis gestellt. Das ist auch mein Ziel, ich werde alles dafür tun, ein wichtiger Teil der Mannschaft zu werden“, freute sich der 22-Jährige über seinen neuen Arbeitgeber.

„Paul hat eine sehr gute Ausbildung genossen und ist ein reflektierter junger Spieler, der sich bereits in der Spitzengruppe der 2. Bundesliga beweisen konnte. Wir freuen uns, diesen talentierten Spieler für uns gewinnen zu können und trauen ihm den nächsten Schritt seiner Karriere, nun in der Bundesliga bei uns zu“, so Oliver Ruhnert, Geschäftsführer Profifußball, nach der Unterschrift.

Quelle: 1. FC Union Berlin e.V./Katharina Brendel

Ein glücklicher Punkt für die Eisernen und wieder nichts für Hertha

Am Samstag, 27. Februar 2021 verließen die Hertha-Profis mit einer 0:2 Niederlage den Rasen in Wolfsburg. Der VfL war seit 2015 so etwas wie ein Auswärts-Lieblingsgegner. Ein Punkt war immer drin, die letzte Niederlage datierte vom 19. September 2015. Es war der 9. Spieltag der Saison 2015/16, Hertha verlor nach zwei Treffern von Bas Dost mit 0:2 und der Trainer der Hertha hieß Pal Dardai. Eine Überschrift hieß damals „Hertha im Pech“ und genau das wiederholte sich knapp fünfeinhalb Jahre später. Hertha spielte so gut wie es gerade können und Wolfsburg schoss die Tore, wieder genau zwei. Das erste war ein Eigentor, sieht immer blöd aus. Einer der schnellsten Innenverteidiger der Liga, Lucas Klünter kam zu spät oder zu früh, egal Ridle Baku konnte flanken und das unbedrängt, da war es passiert. Wolfsburg hatte bis dahin, immerhin waren bereits 37 Minuten gespielt, nicht einmal auf das Hertha Tor geschossen. Der Fußballphilosoph kann da nur sagen, „haste Scheiße am Fuß, haste Scheiße am Fuß“. Hertha traf nicht und kassierte folgerichtig einen weiteren Treffer in der 89. Minute. Deckel darauf und Pal Dardai musste, wie 2015, dem gegnerischen Trainer zum Sieg gratulieren. Abstiegskampf ist jetzt angesagt, mit Kratzen und Beißen, 11 Drecksäcke müsst ihr sein. Geht das mit diesem Kader oder beantragen Dardai und „Zecke“ Neuendorf eine Spielgenehmigung für sich. Spaß beiseite, jetzt kommt ein Gegner auf Abstiegskandidaten-Augenhöhe, gegen Augsburg wird ein Dreier fast zur Pflicht.

Es wird immer enger und dazu kommt Verletzungspech. Da zieht eine düstere Vorahnung auf am Horizont. Ausgerechnet zusammen mit Schalke 04 könnte man absteigen aus der Bundesliga, das Höchste der Höchststrafen für den Hertha-Fan. Würden die Königsblauen nicht gerade die Schlagzeilen beherrschen, wäre wohl die „Alte Dame“ am Pranger. Da wurden bis jetzt mal so richtig ein paar Millionen verknallt.

Bei Eisernen gab es nicht zu verknallen. Da wird solide Hausmannskost gekonnt und manchmal glücklich zu Punkten verarbeitet. Gegen die TSG Hoffenheim reichte es zu einem Punkt, mehr war diesmal nicht drin. Nach einer guten Anfangsphase kam nicht mehr. Max Kruse verwandelte einen Strafstoß und mehr war nicht. Die Eisernen gewannen nicht ein Mal die Laufwertung und profitierten von der Abschlussschwäche der Hoffenheimer. In der Tabelle haben sie jetzt 16 Punkte Vorsprung vor dem Ortsrivalen. Die Fußballnostalgiker wird das freuen.

Hans-Peter Becker