Klare Niederlage am Bodensee

Dieses Premierenspiel in der neuen Friedrichshafener Messehalle hatten sich die BR Volleys ganz anders erhofft. Am Samstag mussten sich die Berliner dem VfB deutlich mit 0:3 (24:26, 20:25, 22:25) geschlagen geben und rutschten in der Bundesliga-Tabelle damit auf Rang drei ab. Ohne die verletzungsbedingt ausgefallenen Kräfte Sergey Grankin und Timothèe Carle waren die Häfler nach starkem Endspurt im ersten Satz über das gesamte Spiel gesehen tonangebend.

Coach Cedric Enard durfte sich zum Duell der ewigen Rivalen zwar über die Rückkehr von Außenangreifer Robin Baghdady freuen, musste aber neben Sergey Grankin auch den Ausfall von Leistungsträger Timothèe Carle verkraften. Der Franzose zog sich im Training einen Faserriss in der Bauchmuskulatur zu. Trotz des Fehlens dieser zwei wichtigen Personalien starteten die BR Volleys sehr ordentlich in die Partie und konnten sich im Laufe des Auftaktsatzes eine Vier-Punkte-Führung erarbeiten (8:6, 13:11, 21:17). Dann aber kam der eingewechselte Joe Worsley und brachte die Berliner mit seinen Aufschlägen aus dem Tritt. Das Team von Michael Warm drehte den ersten Satz noch und der Este Martti Juhkami verwandelte den Satzball für den VfB (24:26).

Den BR Volleys, bei denen der reaktivierte Sebastian Kühner im Aufgebot stand, fehlte es an Energie, um diesen Nackenschlag wegzustecken. So gab Friedrichshafen fortan den Ton an (4:9, 13:16, 19:24) und wieder war es dem späteren MVP Juhkami vorbehalten, den nächsten Satz zu beenden (20:25). Im dritten Durchgang reagierte Enard auf die anhaltenden Probleme im Berliner Spiel. Erst kam Davy Moraes für Patch und später auch Anton Brehme für Éder ins Match. Die Gastgeber blieben beim ersten Auftritt in ihrer neuen Spielstätte aber weiter am Drücker (2:6, 5:10). Zuspieler Dejan Vincic setzte seine Nebenmänner fortwährend gekonnt in Szene, auch wenn zwei Asse von Brehme und ein Block von Renan Michelucci noch einmal Hoffnung bei den Hauptstädtern aufkeimen ließen (20:21). Allerdings zeigten sich die Häfler schlichtweg wacher und abgeklärter. So verwandelte der eingewechselte Lukas Maase den zweiten Matchball zum verdienten Heimsieg (22:25).

Stimme zum Spiel
Cedric Enard: „Ich möchte eigentlich nicht zu negativ sein, aber es hat heute schlichtweg im Angriff gefehlt. In allen anderen Statistiken waren wir mindestens gleichwertig. Ich hadere mit dem ersten Satz, den wir hätten gewinnen können und der uns Sicherheit gegeben hätte. Bei 23:23 hatten wir auch kein Glück mit der Schiedsrichterentscheidung, als Samu den Ball noch klar vom Boden gekratzt hat. Wir hatten aber auch so genug Möglichkeiten. Nach dem ersten Satz wurde es schwer. Man hat gesehen, dass wir in Drucksituationen noch nicht stark genug sind. Jetzt müssen wir uns schütteln und das Spiel aus den Köpfen bekommen, denn schon am Mittwoch wollen wir im Pokal eine Runde weiterkommen.“

BR Volleys Formation
Cody Kessel und Samuel Tuia (AA), Éder und Renan Michelucci (MB), Pierre Pujol (Z), Benjamin Patch (D) und Julian Zenger (L) | Eingewechselt: Davy Moraes, Anton Brehme, Robin Baghdady

Topwerte
Tuia 13 Punkte, 2 Asse, 2 Blocks | Patch 9 Punkte | Brehme 2 Asse, 2 Blocks

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

Zuspieler-Comeback in neuer Arena

Das „Duell der Giganten“ zwischen dem VfB Friedrichshafen und den Berlin Recycling Volleys schreibt seit Jahren die spannendsten Geschichten im deutschen Volleyball und am Samstag (21. Nov um 14.00 Uhr) kommen definitiv neue hinzu: Nicht nur, dass es im Berliner Aufgebot ein Überraschungscomeback gibt, das Match der beiden Rivalen eröffnet auch die neue Heimspielstätte der Häfler, die Zeppelin CAT Halle A1, und das live im Free-TV auf SPORT1.

Wohl dem, der solche treuen, ehemaligen Spieler hat: Keine sechs Stunden nachdem am Montag bei Sergey Grankin ein Muskelfaserriss diagnostiziert wurde, stand BR Volleys Ex-Kapitän Sebastian Kühner bereits im Horst-Korber-Sportzentrum auf dem Court. Zunächst sollte der 33-Jährige die dezimierte Trainingsgruppe nur als zweiter Zuspieler auffüllen, jetzt reist Kühner sogar als Backup für Pierre Pujol mit an den Bodensee. Also genau dorthin, wo er 2019 mit dem Gewinn seiner sechsten Deutschen Meisterschaft ein gelungenes Karriereende feierte.

An jenem 12. Mai 2019 gewannen Kühner und die Hauptstädter ihren vorerst letzten Titel in der ZF Arena, denn inzwischen ist die geschichtsträchtige Spielstätte des VfB baufällig und geschlossen. Zur Erleichterung der Friedrichshafener und der gesamten deutschen Volleyball-Gemeinde konnte aber zügig eine Alternative gefunden werden. So schließt sich am Samstag ein Kreis, wenn das ewige Duell zwischen Friedrichshafen und Berlin die neue Zeppelin CAT Halle A1, eine aufwändig umgebaute Messehalle, vor leeren Rängen live im Free-TV einweiht.

„Die Friedrichshafener konnten diese Woche zwar in der neuen Arena trainieren, aber ich glaube nicht, dass sie unter den aktuellen Voraussetzungen damit einen richtigen Heimvorteil haben“, sieht BR Volleys Trainer Cedric Enard annähend Chancengleichheit beim Premierenspiel. Viel mehr beschäftigen den Franzosen die rein sportlichen Voraussetzungen: „Der VfB hat definitiv einen wesentlich stärkeren Kader als in der letzten Spielzeit, allein in der Breite mit beispielsweise vier Mittelblockern auf Topniveau. Auch ihr Mix aus Jugend und Erfahrung stimmt. Bei dieser individuellen Qualität wird das eine richtig schwierige Aufgabe.“

Der VfB-Kader wurde im Sommer nämlich gewaltig umgekrempelt. Cheftrainer Michael Warm und der neue Geschäftsführer Thilo Späth-Westerholt konnten gleich mehrere international renommierte Namen an den Bodensee lotsen. Der Slowene Dejan Vinčić ist ein erfahrener Zuspieler erster Güteklasse, Nicolas Maréchal lief schon für zahlreiche europäische Topvereine auf und wurde mit Frankreich im Jahr 2015 Europameister, der Kubaner David Fiel nahm mit Belchatow beispielweise an der FIVB Klub-Weltmeisterschaft teil. Dazu ist die Kombination im Diagonalangriff mit Linus Weber und dem umgeschulten Lukas Maase (zuvor in Düren als Mittelblocker) höchstinteressant. Zuletzt konnten sogar noch unverhoffte Nachverpflichtungen getätigt werden. Nationalspieler Marcus Böhme hielt sich beim VfB zunächst nur fit, jetzt steht er im Aufgebot und erhält regelmäßig seine Einsätze. Mit dem US-Amerikaner Avery Aylsworth ergab sich vor zehn Tagen noch die Vertragsunterzeichnung eines zweiten Liberos. 14 Spieler zählt Warms Team somit und alle sind für den Bundesliga-Klassiker am Wochenende einsatzfähig.

Obwohl beide Mannschaften einen Monat nach Saisonstart gewiss noch nicht zu ihrer Bestform gefunden haben, ist – wie immer bei diesem Match – ein Volleyball-Leckerbissen zu erwarten. Sebastian Kühner, der sich seit seinem Karriereende unter anderem mit Tennis fit hält, hat in dieser Woche eine intakte BR Volleys Mannschaft vorgefunden und sieht die Hauptstädter für den Schlagabtausch gewappnet: „Die Atmosphäre im Team ist gut und das Potenzial ohnehin riesig. Es ist noch immer früh in der Saison und ohne die letzten Automatismen vieles von der Tagesform abhängig.“

Ob Kühner zum Einsatz kommt oder nicht, für Trainer Enard ist das Interimsengagement seines ehemaligen Spielführers vor allem auf emotionaler Ebene wertvoll: „Basti gibt dem Team dank seiner Art direkt positive Energie. Für einen Block oder ein Ass ist er sowieso immer gut. Das hat er nicht verlernt.“ In Abwesenheit von Grankin wird, wie schon beim 3:0-Erfolg gegen Giesen, Pierre Pujol die BR Volleys als Kapitän auf den Court führen und das mit voller Überzeugung: „Ich brenne für diese Matches gegen Friedrichshafen. Jeder weiß um diese besondere Rivalität. Ich brauche zwar keine Extra-Motivation, aber klar würde ich gern auch gegen meinen guten Freund Nicolas Marechal gewinnen.“

Eine positive Neuigkeit gab es vor der Abreise noch aus dem BR Volleys Lazarett: Robin Baghdady fährt mit dem BR Volleys Team nach Friedrichshafen und freut sich unweit seiner Heimat, der Deutsch-Schweizer ist auf der anderen Seite des Bodensees in Münsterlingen geboren, nach fünfwöchiger Verletzungspause auf seine Rückkehr.

Quelle: Christof Bernier/BR Volleys

BR Volleys hoffen auf Spiel Vier

Das erste Finalspiel gewann VfB Friedrichshafen. Im Zweiten glichen die BR Volleys im Volleyballtempel aus – mit Mut und Leidenschaft, äußerst knapp, enorm spannend im Tiebreak. Wie das 3. Aufeinandertreffen in der ZF Arena enden wird, wissen wir erst in wenigen Stunden. In Berlin wird Public Viewing in der Knesebeckstraße 38 angeboten, wenn sie nicht zu denen in der ZF Arena gehören sollten.

Die Berliner haben in der Vergangenheit auch schon mal im Schwabenland die Häfler besiegt. Was sie diesmal am Bodensee erwartet, das wissen sie vom so abgeklärten und druckvollen Auftaktsieg des VfB her. Das wird alles andere, nur nicht einfach. Ja wenn, dann wäre es die nächste große diebische Überraschung!  Ganz gleich wie das 3. Finalspiel endet, der VFB Friedrichshafen hat bereits mehrmals in Berlin gewonnen. Das Spiel vier wird am 8. Mai in der Max-Schmeling-Halle sicherlich wieder vor einer Rekordkulisse stattfinden. Der Vorteil liegt bei Friedrichshafen. Es sei denn… Möglich ist mit Mut und Leidenschaftlich alles. Schau’n wir mal. Christian Zschiedrich

Nachtrag: Matchball für Friedrichshafen, es steht 2:1 in der Finalserie der Volleyball-Bundesliga.

Spiel 3: VfB Friedrichshafen – Berlin Recycling Volleys 3:1 (31:29, 25:21, 13:25, 25:19). Das vierte erforderliche Match beim Titelverteidiger, Mittwoch, 8.Mai, 18.30, Max-Schmeling Halle.

Mit Tiebreaksieg zurückgemeldet

Die Kulisse sollte das BR Volleys Team zum Ausgleich tragen und sie hat es getan! Vor 7.309 Zuschauern gelang den BR Volleys gegen den VfB Friedrichshafen ein knapper 3:2-Tiebreakerfolg (17:25, 25:22, 28:26, 21:25; 15:13) und somit der Ausgleich in der Finalserie. Damit haben die Berliner definitiv ein weiteres letztes Heimspiel der Saison am 08. Mai.

Während auf der Gegentribüne 3.000 Fans mit einer Zuschauer-Choreografie für Gänsehaut-Atmosphäre sorgten, schickte Cheftrainer Enard Sergey Grankin, Benjamin Patch, Georg Klein, Jeffrey Jendryk, Samuel Tuia, Moritz Reichert und Nicolas Rossard auf den Court.

Die Zuschauer waren aufgerufen nach dem ersten Berliner Punkt die über 7.000 Luftballons auf den Plätzen platzen zu lassen, doch ehe das geschah, hatte Protopsaltis den Gästen bereits einen guten Start beschert (0:3). Und auch als der Grieche das zweite Mal zum Aufschlag geschickt wurde, setzte er den zunächst unsicheren Gastgebern schwer zu (6:14). Inzwischen war Kyle Russell für den nahezu wirkungslosen Patch im Spiel und die BR Volleys arbeiteten sich allmählich in die Partie (10:16). Friedrichshafen schnappte sich dennoch überlegen Satz eins und spätestens jetzt war eine Reaktion der BR Volleys in dieser Finalserie gefordert (17:25).

Sie folgte. Für die schon im ersten Durchgang sehr gute Annahme belohnte man sich nun regelmäßig mit Punkten aus dem Sideout (7:3). Auch das Blockspiel wurde deutlich verbessert, Jendryk war gemeinsam mit Grankin zur Stelle (10:6). Angetrieben vom Publikum reduzierte der Titelverteidiger die Fehlerquote und verteidigte seine Führung (17:13, 20:16). Enard schickte, als es spannend wurde, auch Egor Bogachev zum Service. Der Jungnationalspieler zwang die Häfler zu einer spektakulären Abwehr, bei der Auswechselspieler Redwitz für Sossenheimer sogar die Bande abräumte. Den Punkt- und Satzgewinn verbuchten aber die Hausherren für sich (23:19, 25:22).

Im dritten Satz hielten die Hauptstädter ihren Spielfluss und legten wiederum vor (6:3, 9:6). Friedrichshafen zeigte sich aber unbeeindruckt und fand mit ihrem Aufschlag-Ass Boladz den Weg zurück in das Match (10:10). Es kam Hektik in den Coachingzonen beider Teams auf und Schiedsrichter Robert Ließ hatte alle Hände voll zu tun (16:15). Russell patzte zum denkbar ungünstigen Zeitpunkt (20:22), konnte dann aber selbst beide VfB-Satzbälle abwehren (24:24). Und so verschaffte Kapitän Sebastian Kühner mit seinem gefürchteten linken Hammer den Vorteil und Russell stellte auf 2:1 (28:26).

Friedrichshafen antwortete mit einer frühen und deutlichen Führung in Durchgang vier (1:5), an der die BR Volleys lange zu knabbern hatten (10:14). Erst mit dem Doppelwechsel (Kühner und Weber kamen ins Spiel) pirschte man sich heran (16:18). Reichert blockte zum Anschluss und Tuia erzielte aus dem Hinterfeld den Ausgleich (19:19). Die Häfler agierten aber unbeeindruckt, glänzten wieder in der Block-Abwehr und nach Tuias Schlag an die Antenne ging es in den Tiebreak (2:2).

Weiter ohne einen einzigen Annahmefehler und mit nun wieder sehr druckvollem Service legte der Deutsche Meister gegen den Pokalsieger vor (5:3). Der Entscheidungssatz schaukelte sich hoch und auf den erneuten Ausgleich des VfB (7:7) antwortete Reichert mit einem Ass (10:8). MVP Tuia hielt sein Team auf Kurs und die BR Volleys ließen sich den Sieg nicht mehr nehmen (14:12). Kyle Russell belohnte sich, sein Team und den Volleyballtempel für eine berauschende Performance (15:13).

Nach 139 intensiven Spielminuten waren die Berliner also die umjubelten Sieger. Kaweh Niroomand war entsprechend glücklich: „So ist der Playoff-Rhythmus. Wer bekommt das Momentum auf seine Seite? Heute waren es wir. Phasenweise hat die Cleverness gefehlt, aber am Ende des zweiten Satzes haben wir sie wiedergefunden.“ Kyle Russell, mit 26 Punkten Topscorer des Spiels, sagte: „Friedrichshafen hat sehr konstant gespielt, deshalb war es ein großer Kampf. Die Kulisse hat uns unheimlich geholfen. 7.000 Menschen können auch nur helfen.“

Damit steht es nun 1:1 nach Siegen und man reist am Sonntag (05. Mai um 14.30 Uhr live im SWR Stream) wieder an den Bodensee zur dritten Begegnung. Am nächsten Mittwoch (08. Mai um 18.30 Uhr live auf SPORT1) haben die BR Volleys ein letztes Mal Heimrecht und hoffen auf einen nicht minder spektakulären Volleyball-Abend.

Quelle: Christoph Bernier / BR Volleys

Die finale Entscheidung

erfolgreicher Angriff der Volleys Foto: Eckhardt Herfet

Neun Spiele, 39 Sätze und 1.729 Ballwechsel lang haben sich die großen Rivalen des deutschen Volleyballs in dieser Saison schon bekämpft. Am Mittwochabend (09. Mai um 20.00 Uhr) fällt im Duell zwischen den BR Volleys und dem VfB Friedrichshafen die endgültige Entscheidung, wer der neue und dann sicher auch verdiente Deutsche Meister 2018 wird. Die spektakuläre Finalserie um den wichtigsten nationalen Titel bekommt in jedem Fall ihr würdiges Ende in der ZF Arena am Bodensee. Mit einer bärenstarken Hauptrunde hat sich der VfB Friedrichshafen den wichtigen Vorteil erarbeitet, im nun letzten Saisonspiel auf sein Heimrecht setzen zu können. Ein Trumpf, den die Häfler aber auch schon in der letzten Saison in der Hand hielten, im entscheidenden Moment jedoch nicht ausspielen konnten. Zum einen könnte man also eine Parallele zur Meisterschaftsentscheidung 2017 ziehen, zum anderen aus VfB-Sicht aber auch an das Jahr 2015 glauben, als Friedrichshafen die Finalserie nach 1:2-Rückstand in Berlin ausglich und letztendlich vor heimischer Kulisse triumphierte. So oder so wird es einen historischen Sieg geben. Entweder die BR Volleys feiern unverhofft einen Meistertitel, der im Saisonverlauf aufgrund der Häfler Dominanz schon in weite Ferne gerückt war, oder Friedrichshafen dreht ein 0:2 noch in einen 3:2-Finalserienerfolg.

Berlins Diagonalangreifer Paul Carroll hat schon einige dramatische Finalduelle gegen den VfB miterlebt. Trotz zwei vergebener Matchball-Spiele sieht der Australier noch eine realistische Chance für seine Mannschaft: „Es ist schade, dass wir es nicht geschafft haben, den Titel vor unserem Publikum zu gewinnen, denn die mehr als 7.500 Fans hätten es allemal verdient.“ In der ZF Arena werden am Mittwochabend zwar nicht ganz so viele Zuschauer Platz finden, doch die Brisanz des Matches wird sicher für volle Tribünen und somit einen würdigen Rahmen sorgen, in dem das BR Volleys Team insgesamt schon dreimal Erfolg hatte: „Wir haben das Kunststück schon mehrfach in Friedrichshafen vollbracht und müssen es jetzt noch einmal packen.“

Gewiss kein leichtes Unterfangen, denn der Pokalsieger hat sich – vor allem in Person seiner Außenangreifer Sossenheimer und Protopsaltis – im Verlauf dieser Finalserie nach mäßigem Start steigern können und rang leidenschaftlich kämpfende Berliner zuletzt zweimal nieder. Was muss geschehen, dass sich dies nun wieder ändert? Paul Carroll weiß: „Wir müssen es schaffen, in Aufschlag und Annahme stabiler zu agieren. Wenn wir selbstbewusst annehmen, können wir uns auf Pierre im Zuspiel und Adams starke Angriffe aus dem Rückraum verlassen. Funktioniert diese Achse, können die VfB-Spieler weniger spekulieren und wir freier spielen.“

Über allem steht jedoch der mentale Aspekt und laut kreativer VfB-Schlagzeile spricht das Momentum aktuell schwäbisch. Paul Carroll beherrscht die deutsche Sprache nach sieben Jahren an der Spree zwar hervorragend, doch der süddeutsche Dialekt ist ihm, trotz einer Saison in Unterhaching, in all der Zeit eher fremd geblieben: „Ick bin ein Berliner und will es noch einmal mit meinem Herzensverein schaffen, den Titel zu gewinnen.“

Christof Bernier