Hauptstadtderby – fünfte Auflage mit Maske

Das Stadion in Köpenick soll – Stand vom Donnerstag, 18. November – wieder bis auf den allerletzten Platz gefüllt sein. Ob es wirklich so kommen wird, abwarten. Eins ist gewiss, um 18:30 Uhr erfolgt der Anstoß und nach 90 regulären Spielminuten plus Nachspielzeit wird ein Ergebnis zu verkünden sein. Ein Fußballspiel beginnt mit 0:0. Das sollte nach Lage der Dinge nicht das Endergebnis sein. Die „Alte Dame“ aus Charlottenburg hat in der laufenden Saison bereits 24 Gegentore hinnehmen müssen, eine schlechtere Bilanz hat nur Aufsteiger Greuther Fürth. Abgesehen vom Saisonauftakt gegen Augsburg, haben die Eisernen in ihren Heimspielen immer getroffen, sogar gegen die Bayern.

Es ist nicht übertrieben, den Köpenickern eine leichte Favoritenstellung zuzuschreiben. Etwas anders sehen das Dardai und Bobic,:“Es gibt keinen Favoriten.“ Sieht man sich die Bilanz der bisherigen Spiele an, so konnte die Auswärtsmannschaft noch nicht gewinnen. Die Mannschaft von Urs Fischer erscheint eingespielter als der Rivale aus dem ehemaligen Westen. Blicken wir auf die zurückliegenden 11 Spieltage, so haben 7 Akteure der Eisernen auch genau diese Zahl an Einsätzen aufzuweisen. Bei der Hertha sind es nur deren zwei, die Torhüter sind hier nicht mitgezählt, denn Schwolow und Luthe haben bisher in allen Punktspielen in der Startelf gestanden.

Urs Fischer hat seiner Mannschaft basierend auf einem 3-5-2 System eine grundlegende Spielidee vermitteln können. Der durchschnittliche Ballbesitz liegt nur bei 41 %, man lauert auf Konter oder versucht in der torgefährlichen Zone Standards zu erzwingen. Urs Fischer hat Hertha natürlich genau beobachtet und geht davon aus, dass gegen Hertha auch spielerische Lösungen gefunden werden müssen.

Pal Dardai dagegen experimentiert. Begonnen hat mit einer 4er Kette in der Abwehr. Die beiden siegreichen Spiele gegen Bochum und Fürth bestritten die Herthaner mit einer 3er Kette und nach dem desaströsen Auftritt in Leipzig kehrten sie zum 4-3-3 (Auswärtserfolg in Frankfurt) bzw. 4-2-3-1 beim Unentschieden gegen Leverkusen zurück. Gegen Union wird er vermutlich ähnlich spielen lassen.

Was die Kader betrifft, so gibt auf beiden Seiten einige Ausfälle. In der Abwehr fehlt der wegen einer Roten Karte gesperrte Boyata, Darida ist verletzt und Klünter nach einer Verletzung noch im Aufbautraining.

Bei den Eisernen steht ein Fragezeichen hinter Kruse und Behrens ist nach einem positiven Covid-Test in Quarantäne. Am Donnerstagmorgen hatte sich Jaeckel kränklich gefühlt, das Testergebnis steht noch aus.

Das Spiel findet unter 2G Bedingungen statt. Geimpft oder Genesen und eine Eintrittskarte, so dürfen 22.012 Zuschauer dabei sein. Aufgrund der aktuellen Situation sind die Fans aufgefordert, sich zusätzlich testen zu lassen und ständig vor Ort eine Maske zu tragen. Mal sehen, ob das funktioniert. Die Ultras von Hertha und Union jedenfalls wollen an ihrem Boykott festhalten.

Hans-Peter Becker

Berliner Profifußball im Überblick

Es war alles dabei, was die Berliner Proficlubs an Ergebnissen zu bieten hatten. In der 3. Liga bot Aufsteiger Viktoria beim Spitzenreiter 1. FC Magdeburg einen großen Kampf. Ein Auswärtspunkt lag durchaus im Bereich des möglichen. Schmerzlich wird Torjäger Tolcay Cigerci (bisher 6 Tore und 5 Vorlagen9 vermisst. Lucas Falcao lief in der 46. Minute allein auf das Magdeburger Tor zu und hatte nicht die Nerven, um den Ball im Tor unterzubringen. Auch die Magdeburger scheiterten reihenweise, so blieb der Treffer von Connor Krempicki, nach bereits vier Minuten der Einzige der Partie. Viktorias Trainer Benedetto Muzzicato blieb seiner offensiv ausgerichteten Linie treu und lobte den Auftritt seiner Mannschaft. Allerdings lässt sich nicht leugnen, dass die Ergebniskrise bei den Himmelblauen weiter anhält. Aus den letzten fünf Spielen wurde lediglich ein Punkt geholt. Am nächsten Spieltag kommt die zweite Vertretung von Borussia Dortmund in den Jahn-Sportpark.

Einen Vertreter in der 2. Bundesliga hat Berlin zur Zeit nicht zu bieten. In der Beletage des deutschen Fußball agieren Hertha BSC und der 1. FC Union. Die „Alte Dame“ löste ihre Heimaufgabe mit dem 1:0 Sieg gegen Borussia Mönchengladbach. Ein hart geführtes Spiel, wenig Torchancen, es war wenig ansehnlich. Immerhin war das Olympiastadion nach den aktuell gültigen Corona-Regeln ausverkauft. Es war nicht schön, dafür erfolgreich und wird für weiteres Selbstvertrauen sorgen. Dazu ein Hoch auf den Videobeweis, er bewahrte Hertha vor einem Rückstand. Die nächsten Gegner sind auswärts, die TSG Hoffenheim, dann kommt Bayer Leverkusen und die Alte Försterei.

So haben wir die Überleitung zu den Eisernen, die mit einer gefühlten Niederlage aus Stuttgart zurückkamen. Sie hatten am Sonntagabend die Sache im Griff, allerdings müssen sie sich ankreiden lassen, nicht energisch genug auf das zweite Tor gegangen zu sein. So kam es wie kommen musste, die nie aufsteckenden Stuttgarter, seit der 57. Minute sogar in Unterzahl, schafften noch den Ausgleich. In der 3. Minute der Nachspielzeit landete ein abgefälschter Schuss von Faghir im der Tor Eisernen. Sie hatten es tatsächlich vermasselt, während der VfB sein Glück kaum fassen konnte.

“Wir hatten den Gegner und den Ball im Griff und waren sehr gut im Spiel. Am Schluss musst Du den Sack zumachen, wenn sich die Möglichkeiten ergeben. Stuttgart hat mit einer Chance den Ausgleich erzielen können. Aber ich bin sehr zufrieden mit dem, was die Mannschaft heute gezeigt hat, nach einem sehr schwierigen Auswärtsspiel in Rotterdam. Sie verdient ein großes Kompliment.” so fasste Urs Fischer das Spiel seiner Mannschaft zusammen.

Hertha und Union sind jetzt im Pokal gefordert. Bereits am kommenden Dienstag, 26.10. muss Hertha in Münster beim Regionallisten ran. Union reist einen Tag später nach Mannheim und will gegen den Drittligisten SV Waldhof weiterkommen.

Hans-Peter Becker

Berliner Bundesligisten punkten

Am 4. Spieltag haben beide Berliner Bundesligisten gepunktet. Am Samstag holten die Eisernen einen Punkt und einen Tag später holte die „Alte Dame“ aus Charlottenburg den ersten Sieg der Saison. In der Wuhlheide wurde mit Toren gegeizt, mehr als ein ansehnliches 0:0 gegen den FC Augsburg kam dabei nicht heraus. „Am Schluss können heute wahrscheinlich beide Mannschaften mit dem Punkt gut leben. Es war ein intensives Spiel mit vielen Möglichkeiten, aber die Torhüter haben heute beide eine Top-Leistung gezeigt. Andreas Luthe hat uns heute auf der einen Seite im Spiel gehalten, auf der anderen Seite hatten wir einige Möglichkeiten, bei denen wir Tore erzielen müssen. Das Gleiche wird aber Markus Weinzierl vermutlich auch sagen, deswegen nehmen wir den Punkt mit und sind heute zufrieden“, lautete das Fazit von Urs Fischer im Anschluss an das Spiel.

Zufriedener war Hertha-Trainer Pal Dardai. Gnadenlos effektiv präsentierte sich seine Mannschaft, taktisch hatten sie sich auch was einfallen lassen. Dardai ließ erstmalig in dieser Saison in einer 3-4-2-1 System spielen, rückte von der gewohnten 4er Abwehrkette ab. Sicherlich war nicht beabsichtigt, dem Gegner soviel Ballbesitz zu überlassen. Hertha kam nur auf 33 % gegen den Aufsteiger. Lediglich 5 Torschüsse waren zu notieren, davon trafen allerdings 3 ins Ziel. Bochum hatte deren 18 und lediglich einer davon fand den Weg an Hertha-Keeper Alexander Schwolow vorbei. Erstmal Aufatmen bei der Hertha, drei Punkte sind auf der Habenseite. Na bitte, es geht doch. Der nächste Gegner ist wieder ein Aufsteiger, im Heimspiel wird Greuther Fürth erwartet.

Während sich Hertha in aller Ruhe eine ganze Woche lang auf den kommenden Gegner vorbereiten kann, müssen die Eisernen unter Woche international mit Reisestrapazen ran. Die Elf von Urs Fischer tritt am Donnerstag, dem 16.09.2021 im Sinobo Stadion bei Slavia Prag an. Der Anpfiff der Partie in der neu geschaffenen UEFA Europa Conference League erfolgt um 18:45 Uhr an.

Hans-Peter Becker

1. FC Union – Sieg in Helsinki

Der 1. FC Union Berlin besiegt Kuopion PS im Olympiastadion Helsinki mit 4:0 und erarbeitet sich somit eine gute Ausgangsposition im Kampf um die Gruppenphase der UEFA Europa Conference League. Taiwo Awoniyi bringt die Köpenicker in der siebten Minute mit 1:0 in Führung, nach einer knappen halben Stunde schrauben Max Kruse und erneut Awoniyi das Ergebnis auf 3:0 (29., 31.). Nach dem Seitenwechsel werden die Gastgeber zwar aktiver, schaffen es jedoch nicht, Andreas Luthe zu überwinden. In der Nachspielzeit bedient der eingewechselte Teuchert den ebenfalls neu in die Partie gekommenen Andreas Voglsammer, der den 4:0-Endstand besorgt. Im Rückspiel der Play-Off-Runde empfangen die Köpenicker am Donnerstag, dem 26.08.2021, Kuopion PS im Olympiastadion Berlin. Der Anpfiff erfolgt um 20:15 Uhr.

Kuopion PS: Kreidl – Uzochukwu (46. Aspegren), Toivomäki, Paulo Ricardo, Carillo, Niba (46. Udoh) – Adjei-Boatengn (79. Haarala), Sebban, Popovitch – Väyrynen (46. Rangel), Ikaunieks (79. Vidjeskog)

1. FC Union Berlin: Luthe – Trimmel, Friedrich, Knoche, Baumgartl, Puchacz (72. Gießelmann) – Öztunali (86. Teuchert), Khedira, Haraguchi (72. Ingvartsen) – Awoniyi (59. Becker), Kruse (59. Voglsammer)

Schiedsrichter: Ivan Bebek, Goran Patakim Bojan Zobenica, Igor Pajac

Tore: 0:1 Awoniyi (7.), 0:2 Kruse (29.), 0:3 Awoniyi (31.), 0:4 Voglsammer (90.+2)

Im Olympiastadion von Helsinki setzte Urs Fischer wie zuletzt gegen Bayer Leverkusen auf eine Dreier-/Fünferkette. Für Linksverteidiger Niko Gießelmann rückte Tymoteusz Puchacz in die Startelf, außerdem ersetzte Levin Öztunali Marcus Ingvartsen im Vergleich zur Partie gegen die Werkself.

Schon in den ersten Minuten entwickelte sich in Helsinki ein unterhaltsames Spiel zwischen Kuopion PS und Union. Während eine frühe Ecke von Christopher Trimmel noch ohne Ertrag blieb (2.), tauchten auch die Finnen bereits in der dritten Spielminute vor dem Tor Andreas Luthe auf. Robin Knoche wehrte den Flankenversuch von der rechten Seite zur Ecke ab (3.), den anschließenden Eckstoß parierte Luthe mit einer Faustabwehr (4.). Nur drei Minuten später ging Union in Führung. Tymoteusz Puchacz nutzte einen Doppelpass mit Max Kruse um an die linke Seite des Strafraums zu gelangen, am Fünfmeterraum verwertete Taiwo Awoniyi die maßgenaue Flanke des Polen zum 1:0 (7.). Die Hausherren zeigten sich davon nicht beeindruckt, sondern setzten direkt zum Gegenangriff an. Eine gut getretene Flanke von rechts fing Luthe im letzten Moment vor zwei herbeieilenden Finnen ab (8.), insgesamt zeigte Kuopion in den ersten zwanzig Minuten immer wieder aggressives Pressing und schnelle, zielstrebige Angriffe. Puchacz prüfte KuPS-Keeper Johannes Kreidl mit einem frechen Schuss auf die kurze Ecke (16.), in der 23. Spielminute setzte Levin Öztunali einen Schuss aus spitzem Winkel oben auf das Dach des Tornetzes. Wenig später schlugen die Eisernen gleich doppelt zu. Nach einem Ballverlust der Hausherren im Mittelfeld leitete Genki Haraguchi den schnellen Konter ein, Awoniyi bediente Kruse halbrechts im Strafraum, sodass sich der Angreifer nicht zweimal bitten ließ und die Kugel trocken im linken unteren Ecke versenkte (29.). Nur zwei Zeigerumdrehungen später tauschten Awoniyi und Kruse die Rollen. Kruse bediente den Nigerianer, der mit dem Rücken zum Tor stand von der rechten Außenbahn, aus der Drehung besorgte Awoniyi den Treffer zum 3:0 (31.). Die Köpenicker dominierten nun das Geschehen auf dem Rasen, ließen den Ball gut laufen, erarbeiteten sich einige Standardsituationen, konnten aber keine der Möglichkeiten, nutzen um die Führung weiter auszubauen. Nach insgesamt 46 gespielten Minuten beendete der kroatische Unparteiische Ivan Bebek die erste Halbzeit.

Während Urs Fischer sein Team ohne personelle Veränderungen zurück auf den Rasen schickte, nutzte Kuopios Trainer Simo Valakari die Pause für drei Wechsel. Aniekpeno Udoh, Felipe Aspegren und Lucas Rangel ersetzten Niba, Väyrynen und Uzochukwu. Der gut aufgelegte Kruse sorgte auch im zweiten Abschnitt für Gefahr und setzte Ötzunali in der 55. Minute mit einem feinen Pass in die Spitze in Szene. Am Strafraum angekommen, legte der Mittelfeldspieler für den mitgelaufenen Awoniyi quer, der Stürmer traf die Kugel diesmal jedoch nicht richtig, sodass der Ball im Toraus landete. Vier Minuten später war der Arbeitstag der beiden Torschützen beendet. Kruse und Awoniyi verließen den Rasen, Andreas Voglsammer und Sheraldo Becker ersetzten die beiden Offensivkräfte (59.). Kuopion PS wurde nun wieder mutiger, spielte sich immer wieder bis ins Angriffsdrittel vor, scheiterte dann jedoch an der Abwehr der Köpenicker und an Schlussmann Andreas Luthe. Der eingewechselte Sheraldo Becker versuchte sein Glück in der 66. Spielminute mit einem Schlenzer aus 18 Metern, setzte die Kugel aber knapp über den Querbalken. Kurz darauf war auch für Genki Haraguchi und Tymoteusz Puchacz Schluss, Marcus Ingvartsen und Niko Gießelmann übernahmen positionsgetreu (72.). Die Finnen sorgten eine Viertelstunde vor Schluss mit einem Freistoß von der Außenbahn für Gefahr, Rangel kam zwar im Rücken der Union-Abwehr an den Ball, konnte die Kugel aber nicht aufs Tor bringen (75.). Nach einem Ballverlust der Eisernen im Aufbauspiel konterten die Gastgeber mit Jänis Ikaunieks über die rechte Seite, der Abschluss des Finnen stellte Luthe aber erneut vor keine größeren Probleme (78.). In der Schlussphase blieb KuPS weiter aktiver und nutze nun einfache Ballverluste der Unioner aus, trotzdem schafften es die Finnen nicht, die letzte Entschlossenheit vor dem Tor von Andreas Luthe zu zeigen. Der schnelle Becker prüfte auf der Gegenseite Johannes Kreidl mit einem Schuss aus spitzem Winkel, der Schlussmann konnte jedoch abwehren (84.). Drei Minuten vor dem Ende tauchte Andreas Voglsammer nach Vorlage von Becker gefährlich vor dem Kasten der Finnen auf, sein Schuss aus der Drehung rauschte jedoch Zentimeter über die Querlatte hinweg (87.). Doch auch Kuopion PS wurde nochmals gefährlich. Luthe reagierte mit einer starken Parade und parierte einen Abschluss des völlig freistehenden Rangel (89.), bei der anschließenden Ecke bewahrte die Querlatte die Köpenicker vor dem Anschlusstreffer (90.). In der dreiminütigen Nachspielzeit leitete der spät eingewechselte Cedric Teuchert einen schnellen Konter ein und hatte das Auge für den mitgelaufenen Andreas Voglsammer, der die Kugel zum 4:0-Endstand über die Linie drücken konnte (90.+2.).

Cheftrainer Urs Fischer zeigte sich nach der Partie zufrieden mit seinem Team: „Wir haben eine sehr gute erste Hälfe gespielt, waren sehr aggressiv, haben uns die Räume erlaufen und haben eine gute Bewegung mit dem Ball gezeigt. Mit dem Treffer zum 1:0 haben wir KuPS etwas überrascht. In der Halbzeit haben wir uns vorgenommen, weiter dran zu bleiben und nicht nachzulassen. KuPS war nach der Pause dominanter, es passte aber zum Spiel, dass wir nochmal mit einem Tor nachlegen konnten“.

Am kommenden Sonntag tritt der 1. FC Union Berlin am zweiten Spieltag der Bundesliga zum Auswärtsspiel bei der TSG 1899 Hoffenheim an. Der Anpfiff in der Sinsheimer PreZero-Arena erfolgt um 15:30 Uhr

Viktoria verliert Testspiel

Der 1. FC Union Berlin gewinnt das Testspiel bei Drittliga-Aufsteiger Viktoria Berlin mit 5:2. Kevin Behrens bringt die Köpenicker früh in Führung (3.), Seiffert besorgt nach einer guten halben Stunde den 1:1-Halbzeitstand (31.). Nach dem Seitenwechsel bringt Marcus Ingvartsen Union erneut in Front (55.), Viktoria gelingt nach 59. Minuten der Ausgleich durch Küc. In der letzten halben Stunde übernimmt Union endgültig die Kontrolle und geht durch Timo Baumgartl erneut in Führung (66.). Andreas Voglsammer besorgt schließlich per Doppelpack den 5:2 Endstand (80., 85.).

FC Viktoria 1889 Berlin: Krahl (46. Sprint) – Becker (46. Yamada), Kapp, Lewald, Gunter (78. Gumaneh) – Cigerci (72. Hovi), Theisen (78. Heimur), Jopek (65. Sucsuz), Pinckert – Falcao (70. Ogbaidze), Seiffert (46. Küc)

1. FC Union Berlin: Busk – Dehl (46. Ryerson), Knoche (46. Jaeckel), Van Drongelen (46. Baumgartl), Gießelmann (46. Puchacz) – Öztunali (46. Wszolek), Andrich (46. Khedira), Griesbeck (46. Kade), Endo (46. Ingvartsen) – Haraguchi (46. Voglsammer), Behrens (46. Sanogo)

Tore: 0:1 Behrens (3.), 1:1 Seiffert (31.), 1:2 Ingvartsen (55.), 2:2 Küc (59.), 2:3 Baumgartl (66.), 2:4 Voglsammer (80.), 2:5 Voglsammer (85)

Die in weiß gekleideten Unioner erwischten im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark einen Start nach Maß. Nico Gießelmann bediente Kevin Behrens per Freistoß aus dem Halbfeld, der Stürmer setzte sich im Kopfballduell durch und nickte die Kugel zur frühen Führung in die Maschen (3.). Union kontrollierte die Partie, FC-Keeper Julian Krahl lenkte einen wuchtigen Schuss von Levin Öztunali mit den Fingerspitzen über die Latte (14.). Union drängte auf den zweiten Treffer, einen Fernschuss von Keita Endo parierte Krahl jedoch im Nachfassen (13.). Nur eine Minute später versuchte Endo erneut sein Glück aus der Distanz, diesmal verfehlte der Schuss des Japaners den langen Pfosten nur knapp (14.). Während in der ersten halben Stunde Offensivaktionen der Hausherren Mangelware waren, markierte der Drittligist mit seinem ersten Angriff den Ausgleich zum 1:1 (31.). Nach einem feinen Pass in die Schnittstelle machte sich Moritz Seiffert alleine auf den Weg in Richtung Jakob Busk, behielt die Nerven und versenkte die Kugel im Netz. Viktoria agierte nun mutiger, ein Schuss von Falcao bereitete Jakob Busk jedoch keine Probleme (32.). Anschließend wirkt die Partie ein wenig zerfahren, erst kurz vor der Pause kamen die Köpenicker noch einmal gefährlich vor das Tor von Viktoria. Nico Gießelmann bediente per Ecke Kevin Behrens, diesmal streifte der Kopfball des Angreifers knapp über die Querlatte hinweg ins Toraus. Wenige Momente später beendete der Unparteiische die erste Halbzeit.

Nach dem Seitenwechsel tauschte Union-Trainer Urs Fischer seine Feldspieler wie geplant komplett aus, lediglich Torhüter Jakob Busk blieb auf dem Rasen. Julius Kade prüfte den eingewechselten Philip Sprint mit einem Flachschuss (48.), wenig später verpasste Malick Sanogo eine gut getretene Flanke von Julian Ryerson. Mit dem nächsten Angriff gelang Union der Führungstreffer (55.). Pawel Wszolek brachte den Ball von der rechten Seite ins Zentrum, Malick Sanogo verlängerte per Hacke und Marcus Ingvartsen drückte den Ball aus kurzer Entfernung über die Linie. Doch die Antwort der Hausherren ließ nicht lange auf sich warten. Nach einem Ballverlust im Aufbauspiel der Eisernen schaltete Viktoria schnell um, Enes Küc vollstreckte wuchtig und jagte die Kugel zum Ausgleich in die Maschen (59.). Auf der anderen Seite markierte Timo Baumgartl den nächsten Treffer für die Eisernen (66.). Nachdem der Innenverteidiger die Kugel zunächst an die Latte geköpft hatte, schaltete der Neuzugang am schnellsten und köpfte den Ball zur erneuten Führung in den Kasten. Tolcay Cigerci sorgte für das nächste Ausrufezeichen im Jahn-Sportpark, sein Schlenzer rauschte jedoch Zentimeter über die Querlatte hinweg (70.). Während die Hausherren munter durchwechselten blieb Union gefährlich. Sprint parierte mit einem guten Reflex gegen Sanogo (76.), vier Minuten später musste sich der Schlussmann jedoch geschlagen geben. Julius Kade, nach Ecke von Marcus Ingvartsen kurz angespielt, flankte in den Strafraum, Andreas Voglsammer besorgte per Kopf das 4:2 (80.). Wenig später legte der Angreifer nach: Julian Ryerson setzte Pawel Wszolek in Szene, der Pole behielt im Strafraum die Übersicht und legte für Voglsammer ab, der den siebten Treffer des Tages erzielte (85).

Urs Fischer war mit dem ersten Testspiel seiner Mannschaft durchaus zufrieden: „Ich habe heute einen guten Auftritt gesehen, bei dem die Jungs alles versucht haben. Dass in der Vorbereitung noch nicht alles passt, ist auch klar. Bei den Gegentoren waren die Ballverluste zu einfach, aber ansonsten hat meine Mannschaft das heute wirklich gut gemacht und hat sich ihre Chancen erarbeitet.“

Beide Mannschaften testen am Samstag, 17. Juli weiter. Der 1. FC Union empfängt in der Alten Försterei Dynamo Dresden und fast zeitgleich spielt Viktoria in Kienbaum gegen den Chemnitzer FC.

Quelle: 1. FC Union Berlin e.V. /Hannes Hahn

Wer schießt gern ein Extra-Tor?

Der 1. FC Union hat sein Fußballmärchen um ein weiteres Kapitel ergänzen können. Was am 27. Mai 2019 begann, Klassenerhalt nach dem ersten Jahr in der Bundesliga und nun Teilnahme an einem europäischen Wettbewerb nach dem zweiten Jahr. Eigentlich zu schön um wahr zu sein. Der Jubel kannte am 22. Mai 2021 nach dem Schlusspfiff der letzten Saisonpartie gegen RB Leipzig keine Grenzen. Wie heißt es so schön in der Hymne des Vereins, geschmettert von Nina Hagen? „Wer schießt gern ein Extra-Tor – Eisern Union !“ Dieses Extra-Tor erzielte – ausgerechnet – Max Kruse, Unions einziger Unterschiedsspieler und Paradiesvogel. Der Spieler, der eigentlich auf den neugeschaffenen Wettbewerb keinen Bock hat. Nun darf er dort aller Voraussicht nach antreten.

Das Abschneiden ihrer Eisernen in der von Corona geplagten Saison war zusätzlich Balsam auf die Seelen der Fußballromantiker. Zu dieser Fraktion gehört ein Großteil der Anhänger des Vereins aus dem Berliner Osten. Es waren wieder ein paar Zuschauer im Stadion zugelassen. Der harte Rest versammelte sich davor und feierte den glücklichsten Sieg in dieser Saison.

Der Gegner aus Leipzig wurde in den ersten fünfzehn Minuten an-geschwiegen. Leipzig machte das Spiel, ging in Führung und spielte die Eisernen mehr und mehr an die Wand. „Gib niemals auf und glaub an Dich – ja dann wird der Sieg auch Dir gehör’n.“ Die Beschwörungsformel wirkte. Dem glücklichen Ausgleich folgte der noch glücklichere Siegtreffer. Die Leipziger hatten ihre Chancen versemmelt und es gewinnt nicht immer der Bessere. Wie üblich, liefen die Unioner wieder fast zwei Kilometer mehr als der Gegner und hatten diesmal Glück, dass ihre Fehler im Spielaufbau nicht bestraft wurden. Schlussendlich, um hier ein Lieblingswort von Urs Fischer ins Spiel zu bringen, stand ein Andreas Luthe im Tor, „der schien heute acht Arme zu haben.“

Der siebente Platz in der Schlusstabelle ist auch der Lohn für den läuferischen Aufwand, den die Eisernen betreiben mussten. Sie sind der Kilometer-Meister der Bundesliga. In die Statistik geht der Wert von 4.089,08 km ein, so viel musste keine andere Mannschaft laufen. Das war die Strecke, die den wertvollen Tabellenplatz einbrachte. Spielerisch haben sie sich weiter entwickelt, ein kleines Indiz ist hier die Fair-Play Wertung. In der Aufstiegssaison waren es 84 Punkte und am Ende dieser Spielzeit konnte der Wert auf 63 gedrückt werden.

Der Klassenerhalt war recht früh in Sack und Tüten. So konnte Oliver Ruhnert bereits die ersten Neuverpflichtungen für das nunmehr dritte Bundesligajahr verkünden. Dieser Erfolg weckt natürlich Begehrlichkeiten. So wird sicherlich der eine oder andere Profi dem Ruf des Geldes folgen. Christopher Lenz steht bereits länger als Abgang fest, er wechselt zu Eintracht Frankfurt. Ebenso verlassen werden Akaki Gogia, Christian Gentner und Florian Hübner die Wuhlheide. Die Leihverträge mit Torwart Loris Karius und Innenverteidiger Nico Schlotterbeck sind beendet. Gerüchte ranken sich um weitere Abgänge, hier fallen die Namen Robert Andrich, Taiwo Awoniyi und Marvin Friedrich. Eine Personalie ist geklärt. Max Kruse wird weiter für Eisernen spielen.

Hans-Peter Becker

Hertha verliert im Abstiegskampf und Union beschenkt den Trainer

Der 1. FC Union kann noch gewinnen. Am 22. Spieltag sorgte ein goldenes Tor von Grischa Prömel mal wieder für einen Dreier. Just an diesem Tag feierte Trainer Urs Fischer seinen 55. Geburtstag, insofern kam der Sieg zusätzlich gelegen. Eines ist so gut wie gewiss, die Hauptstadt hat in der kommenden Saison einen Platz in der Bundesliga sicher. Hinter dem zweiten Platz stehen mehr und mehr Fragezeichen.

Hertha BSC, der Verein den mehr Geld für seinen Kader ausgegeben hat, als jeder andere in der Liga, steckt tief im Abstiegskampf. Gegen RB Leipzig war trotz einer Leistungssteigerung nichts zu holen. Irgendwie soll es gelingen erstklassig zu bleiben. Mit einem Kader, der auf alles andere, als auf Abstiegskampf eingestellt war. Langsam kommen böse Erinnerungen hoch. Seit dem 14. Spieltag hat Hertha nicht mehr gewonnen, das vierte Heimspiel in Folge verloren, zuletzt gab es das unter dem Trainer Otto Rehhagel und frei nach Wilhelm Busch, Wehe, Wehe, wenn ich auf das Ende sehe.

Der Abgang von Jürgen Klinsmann war merkwürdig, hat eines bewirkt, die Bräsigkeit der Herthaführung wurde aufgebrochen, hoffentlich nicht zu spät. Wie wird sich der Investor im Falle eines Abstieges verhalten? Er wurde dazu befragt, „darüber denken wir nicht nach“, war die Antwort. Selbst Pal Dardai scheint manchmal Zweifel zu haben. So äußerte er nach der Niederlage in Frankfurt: „Das ist eine junge Mannschaft. Sie haben sie zusammengekauft und wahrscheinlich einiges vergessen.“ Gegen Leipzig war das mangelhafte Mannschaftskonstrukt erkennbar. Bis zu seiner Auswechselung bemühte Sami Khedira darum, Struktur in das Spiel zu bringen. Das Ganze hat Potenzial für die Zukunft, leider muss jetzt die Gegenwart gemeistert werden. Nur mal so, Hertha hat jetzt 40 Gegentore kassiert. Nur zwei Mannschaften haben bisher mehr kassiert, Mainz und Schalke. Werfen sie mal ein Blick auf die Tabelle. Es bleibt hier die Frage, kann dieser Kader Abstiegskampf ?

Hans-Peter Becker

Wochenende der Unentschieden

Hertha hat verdient bei Borussia Mönchengladbach einen Punkt geholt. Inwiefern dabei der Erfolg des Gegners in der Champions-League und somit ein mögliches nachlassen der Konzentration eine Rolle gespielt haben könnte, der Trainer Marco Rose wollte dem entgegensteuern. Er brachte sechs frische Kräfte, im Tor stand die Nummer zwei Tobias Sippel. Sein Kollege bei der Hertha nahm nur zwei Wechsel vor. Matheus Cunha fehlte ohnehin gelb gesperrt.

Hertha ließ von Anfang an keine Zweifel daran aufkommen, dass sie vom Niederrhein was mitnehmen wollten. Es hätte mehr als nur ein Punkt werden können. In der 47. Minute erzielte Matteo Guendouzi nach Vorarbeit von Vladimir Darida das 1:0. Es war der erste Bundesligatreffer für den Franzosen. Breel Embolo antwortete für Gladbach in der 70. Minute. In dem offenen Spiel hatten bis zum Schlusspfiff beide ihre Möglichkeiten für den Siegtreffer. Das er nicht gelang, dafür waren auch gute Torhüterleistungen auf beiden Seiten verantwortlich. Hertha scheint zudem endlich zu einer besseren mannschaftlichen Geschlossenheit zu finden. Die Abwehr wirkte stabil und die Ballverluste im Aufbauspiel konnten weiter verringert werden. Die Laufbereitschaft war höher als bei den Gladbachern. Sie liefen fast zwei Kilometer mehr als der Gegner. Weiter verbesserungswürdig ist dagegen die Passquote, 76% der Anspiele erreichten ihren Adressaten.

Die Hertha sammelte also einen Punkt und kann in der bevorstehenden englische Woche gegen Mainz im Olympiastadion und auswärts in Freiburg versuchen, das Punktekonto bis Weihnachten weiter aufzufüllen.

Etwas später am Abend hatten in Berlin-Köpenick die Eisernen den FC Bayern zu Gast.

Das Unentschieden des 1. FC Union gegen den großen FC Bayern ist ein gefühlter Sieg. Chapeau! Eindrucksvoll bewiesen die Berlin-Köpenicker was mit mannschaftlicher Geschlossenheit und enormer Laufbereitschaft im Fußball möglich ist. Wer gedacht hatte, dass ohne Max Kruse die Chancen auf ein gutes Abschneiden noch geringer sind, wurde schnell eines Besseren belehrt.

Zwei Faktoren waren entscheidend. Laufen und Laufen, am Ende des Spiels hatten die Gastgeber über 5 Kilometer mehr runter gespult als der amtierende Gewinner der Champions League. Der Tracker zeigte 122,04 km für die Köpenicker, während der FC Bayern mit 116,58 km im Gesamtwert gemessen wurde. Neben der Laufbereitschaft waren die Standards wichtig. Die nicht immer sattelfeste Bayern-Abwehr gestattete vier Eckbälle und alle wurden gefährlich. Gleich der erste im Spiel saß. Nach nur vier Minuten landete der Ball im Tor der Bayern. Ursache war ein von Manuel Neuer abgewehrter Torschuss von Taiwo Awoniyi. Diese Führung hielt bis zur 67. Minute, Kingsley Coman lässt im Dribbling Marius Bülter und Christopher Trimmel aussteigen und Robert Lewandowski kann trotz Bedrängnis durch Christopher Lenz abstauben.

Der Ausgleich war verdient. Den berühmten Bayern-Dusel verhindert Unions Torwart Andreas Luthe mit einer Weltklasse-Reaktion in der 89. Minute, wieder ein überragendes Dribbling von Coman, Anspiel auf den eingewechselten Leroy Sane, doch sein Kopfball findet seinen Meister und so wurde es nichts mit einem Arbeitssieg für den FC Bayern.

Urs Fischer fasste das Spiel so zusammen: „Ich glaube heute haben wir die Möglichkeiten gehabt, das Spiel zu gewinnen. In den entscheidenden Szenen waren wir allerdings ein bisschen zu unpräzise und vielleicht auch zu unruhig. Auf der anderen Seite hätte es aber auch nochmal einschlagen können, deshalb bin ich wirklich zufrieden mit dem Punkt. Gegen den FC Bayern braucht es eine tolle Mannschaftsleistung um zu punkten, das hat meine Mannschaft heute sehr gut gemacht“.

Für die Eisernen geht es am Dienstag, 15.12. bei den bemerkenswert stark aufspielenden Stuttgartern weiter. Ihr Auftritt in Dortmund bedeutete das Ende von Trainer Lucien Favre. Er wurde nach der 1:5 Pleite einen Tag später entlassen. Die Dortmunder dann am Freitag, 18.12. der Gegner in der Alten Försterei.

Hans-Peter Becker

Hertha gewinnt das Hauptstadtderby

Der Konjunktiv ist nur sehr bedingt tauglich, um ein Fußballspiel zu bewerten. Man kennt das, hätte hätte Fahrradkette u.s.w., der Fakt ist, Hertha hat den Platz als Sieger verlassen. Als Gruß an die Fans, die leider wieder draußen bleiben mussten, tanzten die Blau-Weißen die menschenleere Ostkurve an.

Einmal noch zurück zum Konjunktiv. Wie wäre das Spiel ausgegangen, hätte in der 23. Spielminute nicht Robert Andrich ein so rüdes Foul an Herthas Lukas Tousart begangen. Die glatt rote Karte war die logische Folge. Es war ein Foul mit Potenzial für eine anschließende Krankenhauseinlieferung. Kurz zuvor waren die Eisernen durch Taiwo Aoniyi in Führung gegangen.

Hatte die Mannschaft aus Köpenick bis dahin eh nicht vor, die Initiative zu übernehmen, warum auch, so mussten sie jetzt noch mehr Beton anrühren. Bis zum Pausentee biss sich die „Alte Tante“ die Zähne aus. Lediglich in der 40. Minute kann Tousart einen Kopfball nach Ecke von Matheus Cunha anbringen. Andreas Luthe musste das erste Mal im Spiel energisch zu packen. „Es hat von Außen keinen Spaß gemacht, da zuzuschauen.“ Ein Zitat von Hertha Trainer Bruno Labbadia.

In der zweiten Hälfte stellte Labbadia um. Für Vladimir Darida kam Krystof Piatek und Tousart räumte seinen Platz für Javiro Dilrosun. Aus dem 4-1-3-2 wurde ein 4-3-3, die Eisernen verteidigten mit den neun verbliebenen Feldspielern meist in einem 5-3-1 oder 4-3-2 System. Das Bollwerk hielt bis zur 51. Minute unter tätiger Mithilfe des Union-Keepers erzielte Peter Pekarik das 1:1. Luthe konnte einen Schuss von Cunha aus der zweiten Reihe nur schräg nach vorn abwehren und Pekarik war mit sehenswerter Schusshaltung zur Stelle. Indirekt war Luthe in der 74. Minute an Gegentreffer Nummer zwei beteiligt. Er spielte einen langen Fehlpass ins Mittelfeld. Schlussendlich ist Piatek zur Stelle, sein Schuss wird noch unglücklich abgefälscht. Keine Chance für Luthe und Hertha hatte das Spiel gedreht. Piatek ist nur drei Minuten später erneut zur Stelle und sorgt für den Endstand.

Die Eisernen versuchten es eine erneute Niederlage im Olympiastadion abzuwenden. Unions Kapitän Christopher Trimmel traf nach dem Spiel dazu die richtige Aussage: „Wenn du 70 Minuten in Unterzahl spielst, dann ist es gegen jeden Bundesligisten schwer zu bestehen. Uns schwinden die Kräfte, Hertha schmeißt frische Spieler rein, dann wird es am Ende schwer. Ich hätte gern gesehen, wie die Partie ausgegangen wäre, wenn elf gegen elf bis zum Ende gespielt hätten. Dann wäre das Ergebnis ein anderes gewesen, denke ich“. Allzu viele Torchancen haben die Eisernen nicht zugelassen, letztlich hat sich die größere individuelle Klasse des Ortsrivalen durchgesetzt. Leider werden wir nie erfahren, wie das Spiel bei Vollzähligkeit bis zum Schlusspfiff ausgegangen wäre.

Eine Schrecksekunde gab es für die Eisernen kurz vor dem Schlusspfiff. Max Kruse musste humpelnd vom Platz geführt werden. Eine Diagnose steht noch aus, es wäre fatal, sollte Kruse länger ausfallen.

Spieldaten:

Bundesliga 9. Spieltag

Hertha BSC – 1.FC Union Berlin 04.12.2020 20:30 Uhr

Hertha BSC: Schwolow – Pekarik (90.+2. Zeefuik)., Boyata, Torunarigha, Plattenhardt – Stark, Guendouzi – Darida (46. Piatek), Tousart (46. Dilrosun), Cunha (90.+2. Leckie) – Lukebakio (85. Mitteldstädt)

1. FC Union Berlin: Luthe – Friedrich, Knoche, Ryerson (83. Becker) – Trimmel (78. Bülter), Prömel (83. Teuchert), Andrich, Lenz (78. Gießelmann) – Ingvartsen – Awoniyi (54. Griesbeck), Kruse

Schiedsrichter: Dr. Felix Brych, Mark Borsch, Stefan Lupp, Dr. Robert Kampka

Tore: 0:1 Awoniyi (20.), 1:1 Pekarik (51.), 2:1 Piatek (74.), 3:1 Piatek (77.)

Berliner Unentschieden am 9. Spieltag

Am Freitag, 4. Dezember steht das insgesamt dritte Berliner Bundesliga-Derby auf dem Programm. Leider dürfen erneut nur die guten Geister der Fans im Olympia-Stadion direkt dabei sein. Am 8. Spieltag leisteten sich beide Teams ein Unentschieden zur Vorbereitung. Die Eisernen spielten 3 : 3 gegen die Frankfurter Eintracht und einen Tag später hielten die Herthaner ein 0 : 0 in Leverkusen. Es war immerhin das zweite Auswärtsspiel in Folge, bei dem die Alte Dame keinen Gegentreffer hinnehmen musste. Die Eisernen kassierten dagegen gleich drei Gegentore im eigenen Stadion. Trainer Urs Fischer wird darüber nicht erfreut gewesen sein. Eine 2 : 0 Führung im Spiel reichte am Ende nicht, eher im Gegenteil, ein genialer Moment von Max Kruse rettete einen Punkt.

Wie in der Wuhlheide, so war auch in Leverkusen die Punkteteilung leistungsgerecht. Die Werkself ging wie der Gegner aus Berlin-Charlottenburg ersatzgeschwächt in die Partie. Ein Lucky-Punch gelang beiden nicht. Herthas Manko lag in der Durchschlagskraft. Bruno Labbadia war trotzdem nicht unzufrieden: „Wir haben gegen eine der formstärksten Mannschaften immerhin einen Punkt geholt.“ Für das Derby muss eine Steigerung her.

Hans-Peter Becker