Hertha gelingt Revanche

Unions Trainer Urs Fischer ist Schweizer und ein passionierter Angler, beides prädestiniert ihn als eher ruhiger Zeitgenosse aufzutreten. Ruhig und besonnen wirkte er im Interview unmittelbar nach der Derbyklatsche nicht unbedingt. Der sympathische Schweizer-Akzent verbarg nur ein wenig seine Erregung über die 2. Halbzeit seines Teams. „Ich werde mir das alles nochmal anschauen und darüber wird zu reden sein.“

Die Eisernen hatten bis zur Halbzeitpause im Berliner Olympiastadion eigentlich fast alles im Griff. Sie hielten den Ortsrivalen vom eigenen Tor fern, mal abgesehen von Cunhas Chance in der 27. Minute. Der selbe Spieler wurde in der 38. Minute mit einem Steilpass bedient, der Union Keeper parierte, es wäre wohl Abseits gewesen. Der Keller in Köln hätte sich sicher gemeldet. Hinten sicher und mal sehen was sich vorn ergibt. Eckbälle und Freistöße sollten für ein bisschen Gefahr sorgen. Mit hoher Laufbereitschaft wurden Passwege zugestellt und die Räume eng gemacht. So konnte Urs Fischer mit den ersten 45 Minuten zufrieden sein.

Er ließ ein ähnliches System wie zuletzt gegen Bayern spielen. Das Personal wurde auf vier Positionen gewechselt. Für Schlotterbeck (gelb gesperrt) und Subotic spielten Parensen und Friedrich. In der Abwehr musste auf der linken Außenbahn zudem Lenz aus Verletzungsgründen durch Reichel ersetzt werden. Im Sturm spielte Andersson für Ujah, der zunächst auf der Bank saß.

Die neu formierte Abwehr wurde zur Achillesferse. Nicht nur Routinier Parensen wirkte in einigen Situationen überfordert. Unmittelbar nach der Halbzeitpause kamen die Gäste aus Berlin-Köpenick überraschend offensiv auf den Platz zurück. Wollten sie die Hertha überrumpeln ? Sie wurden zu mutig und es kam es knüppeldick für die Eisernen. In der 51. Minute konnte Ibisevic einköpfen, Flanke nicht verhindert, Parensen kam zu spät und nur eine reichliche Minute später entwickelte sich aus dem Anstoß ein Hertha-Konter, den Lukebakio vollendete. Es waren noch 38 Minuten zu spielen und von den Eisernen kam nichts, sie ergaben sich in ihr Schicksal. Hertha konnte noch was für die Aufbesserung des Torverhältnisses tun. In der 61. und 72. Minute klingelte im Tor der Eisernen. Beim 3:0 wurde die Eiserne Abwehr förmlich eingeschmolzen. Cunha bereitete vor und konnte, nachdem Lukebakio mit seinem Versuch eines Fallrückziehers scheiterte, selbst vollenden. Ibisevic legte vor. Das für die Alte Dame verdiente Tor Nummer 4 erzielte Innenverteidiger Boyata mit wuchtigem Kopfstoß. Dem war ein Eckball, getreten von Plattenhardt, vorangegangen.

Es war das Spiel Heimschwäche (Hertha) gegen Auswärtsschwäche (Union), das Heimteam gewann, selbst in der Höhe, verdient. Die Eisernen müssen aufpassen, jetzt nicht weiter abzurutschen. Die zweite Halbzeit war der bisher schwächste Auftritt in der Bundesliga. Der nächste Gegner in der Alten Försterei ist der FSV Mainz, bereits am kommenden Mittwoch, 27.05. und anschließend wartet die Borussia in Mönchengladbach.

Hans-Peter Becker

Hertha BSC: Jarstein – Pekarik, Boyata, Torunarigha, Plattenhardt – Grujic, Skjelbred (80. Samardzic) – Lukebakio (75. Dilrosun), Darida (80. Maier), Cunha (66. Mittelstädt) – Ibisevic (75. Piatek)

1. FC Union Berlin: Gikiewicz – Friedrich, Hübner, Parensen – Trimmel, Andrich (72. Kroos), Prömel, Reichel (63. Ryerson) – Ingvartsen (56. Ujah), Andersson (72. Polter), Bülter (63. Malli)

Tore: 1:0 Ibisevic (51.), 2:0 Lukebakio (52), 3:0 Cunha (61.), 4:0 Lukebakio (77.)

Grischa Prömel bleibt eisern

Während sich die Mannschaft auf den Wiederbeginn der Bundesliga vorbereitet, läuft die Zukunftsplanung der Lizenzspielerabteilung des 1. FC Union Berlin auf Hochtouren. Geschäftsführer Oliver Ruhnert einigte sich mit Grischa Prömel auf eine Verlängerung des zum Saisonende auslaufenden Vertrages, somit zählt der 25-Jährige auch künftig zum Aufgebot von Chef-Trainer Urs Fischer.

Grischa Prömel, der im Sommer 2017 vom Karlsruher SC nach Köpenick wechselte, bestritt bisher 67 Pflichtspiele für den 1. FC Union Berlin, dabei gelangen dem gebürtigen Stuttgarter acht Treffer, sowie sieben Vorlagen. Nach dem Gewinn der deutschen A-Jungend Meisterschafft (2013/14) mit der TSG Hoffenheim und dem Gewinn der Silbermedaille bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio folgte im Sommer 2019 mit dem Aufstieg in die Bundesliga ein weiteres Highlight in der Karriere des Mittelfeldspielers.

„Natürlich habe ich mir vor meiner Vertragsverlängerung viele Gedanken gemacht, wie mein weiterer Weg aussehen soll. Ich habe mich aber bei Union vom ersten Tag an sehr wohlgefühlt und mit dem Aufstieg in die Bundesliga im vergangenen Sommer habe ich mir einen persönlichen Traum erfüllt. Durch diese Erlebnisse ist mir Entscheidung beim Verein zu bleiben nicht schwergefallen. Ich sehe hier die optimalen Bedingungen um mich auch in Zukunft bestmöglich zu entwickeln“, so Grischa Prömel nach seiner Unterschrift.

Grischa Prömel © Foto: Hans-Peter Becker

„Grischa Prömel ist hier bei Union zum Führungsspieler gereift, der einen wichtigen Beitrag zum Aufstieg in die Bundesliga geleistet hat. Sowohl auf als auch neben dem Platz ist Grischa ein wichtiger Leistungsträger unseres Kaders, auch wenn ihn die Verletzung in dieser Saison viele Spiele gekostet hat. Wir sind von Grischas Qualität überzeugt und sind der Meinung, dass er auch in Zukunft eine wichtige Rolle in unserem Team einnehmen wird. Deshalb freuen wir uns mit ihm auch in Zukunft als wichtigem Baustein unseres Kaders planen zu können“, kommentierte Oliver Ruhnert, Geschäftsführer Profifußball, das neue Arbeitspapier des 25-Jährigen.

Grischa Prömel erhält beim 1. FC Union Berlin einen neuen Vertrag, gültig für die Bundesliga und die 2. Bundesliga.

Quelle: 1. FC Union Berlin

Magere Ausbeute für Berliner Profi-Clubs

Sie spielten zeitgleich am 25. Spieltag der Saison 19/20. Die Eisernen waren nach Freiburg gereist und die Alte Dame empfing im Olympiastadion Werder Bremen. Am Ende gab es einen Punkt für Hertha und die erste Niederlage in Freiburg für die Eisernen. Im Pokal hatten das Stadion an der Dreisam als Sieger verlassen, diesmal setze eine 1:3 Niederlage. Insgesamt war der Auftritt der Eisernen kein schlechter, die Freiburger wollten den Sieg etwas mehr. In einer kampfbetonten Auseinandersetzung entschieden folgerichtig ruhenden Bälle über den Spielausgang. Urs Fischer rotierte im Vergleich zum Pokalaufftritt in Leverkusen wieder zur gewohnten Stammformation zurück. Für Ryerson, Parensen, Prömel, Ingvartsen und Ujah rückten Kapitän Trimmel, Subotic, Gentner, Malli und Andersson in die Startformation. Zehn Minuten vor dem Ende der ersten Halbzeit gingen die Freiburger nach einem scharf getretenen Eckball von Grifo durch Roland Sallai in Führung (35.)

In der 2. Halbzeit traten die Hausherren noch galliger auf und erhöhten in der 55. Minute auf 2:0. Das Tor durch Freiburgs Kapitän Günter fiel aus dem Spiel heraus. Sein wuchtiger Schuss konnte von Gikiewicz nicht aufgehalten werden. Es kam noch einmal Hoffnung auf, als Andersson in der 61. Minute einen Eckball, getreten von seinem Kapitän, per Kopf in die Maschen beförderte. Kurz zuvor reagierte Urs Fischer und brachte mit Polter für Bülter einen weiteren Stürmer und sortierte taktisch um. Der Erfolg blieb aus. Freiburg machte in der 82. Minute alles klar. Koch beförderte einen von Griffo getretenen Freistoß ins Tor. In der Nachspielzeit sah Friedrich die Ampelkarte und muss so im nächsten Spiel gegen den FC Bayern zu schauen. “ Wenn ich die 90 Minuten Revue passieren lasse ist es letztendlich ein verdienter Sieg. Aus meiner Sicht hat heute nicht die bessere Mannschaft gewonnen, sondern die, die es mehr gewollt hat. Freiburg war eine Spur aggressiver, eine Spur ekliger und bei zwei Standards extrem präsent. Sie haben die letzte Konsequenz gezeigt, die wir vermissen lassen haben. Wenn wir selbst nicht ans Limit kommen, dann wird es für uns schwer. Heute ist uns das nicht gelungen. Freiburg hat es gut gemacht und damit verdient gewonnen“, so lautete das Fazit von Urs Fischer auf der Pressekonferenz.

In Berlin hieß es nach dem Schlusspfiff Unentschieden 2:2. Der SV Werder konnte wenigstens einen Punkt mit nach Hause nehmen, nach Lage Dinge zu wenig. Es fühlte sich wie eine Niederlage an, den die Gäste führten nach sechs Minuten bereits mit 2:0 durch Tore von Sargent und Klaassen. Der Fall schien erledigt vor 58.028 Zuschauern, lausiger als der Auftritt der Hertha war lediglich das nasskalte Wetter, das den Besuch im Stadion nicht zum Vergnügen machte. Erneut offenbarte die Alte Dame, wie zuletzt in Düsseldorf erstaunliche Comeback Qualitäten. Noch vor der Halbzeitpause, in der 41. Minute sorgte Stark für den Anschlusstreffer.

In der 2. Halbzeit spielte fast nur Hertha. Cunha glich in der 60. Minute aus. Erst in der Schlussphase wurde es wieder ein offenes Spiel. Am Ergebnis änderte sich nichts mehr. Hertha muss am nächsten Spieltag in Hoffenheim antreten und dann kommen die Eisernen ins Olympiastadion.

Hans-Peter Becker

Union gewinnt in Frankfurt – nachträgliches Geburtagsgeschenk für Urs Fischer

Die Ultras der Eintracht waren dem Spiel ferngeblieben, die Berliner ließen es sich nicht nehmen und füllten den Gästeblock im Frankfurter Stadion bis auf den letzten Platz. Die Heimfahrt am Rosenmontagabend war um so freudiger, den ihre Mannschaft hatte, nicht unbedingt erwartet, mit 2:1 den nunmehr dritten Auswärtssieg der Saison geholt. Für Urs Fischer, Unions Trainer feierte am 20. Februar seinen 54. Geburtstag, war es ein willkommenes nachträgliches Geschenk. Der Punktestand ist jetzt nach 23 Saisonspielen auf beachtliche 29 Zähler angewachsen, da müsste es doch mit dem Teufel zu gehen, wenn am Ende der Saison nicht der Klassenerhalt stehen sollte.

Beim Warmachen schallte der Hit von den Boom Town Rats „I Don’t Like Mondays“ über das Stadion. Für die Frankfurter Eintracht wurde es zu einem bösen Omen. Sie hatten Mühe in das Spiel zu kommen und verteilten zwei großzügige Geschenke an die Berliner. Die erste Hälfte endete torlos. In der 49. Minute leistete sich die Frankfurter Abwehr eine Slapstick-Einlage, frei nach dem Motto: „Nimm du ihn, ich hab ihn auch nicht“, konnte Sebastian Andersson ins verwaiste Tor schiessen. Es kam noch besser, ein durch Andersson erzwungenes Eigentor brachte in der 67. Minute die Eisernen mit 2:0 in Front. Der Unglücksrabe für Frankfurt war Abwehrspieler Evan Ndicka, zuvor hatte Torwart Kevin Trapp eine flache Hereingabe zu kurz abgewehrt.

Die Eisernen waren bis dahin wacher und lauffreudiger. Ein Spiel das mit enormen Kraftaufwand betrieben wurde. Die Unioner liefen über fünf Kilometer mehr als die Eintracht. Erneut war es ein Eigentor, diesmal auf der anderen Seite, dass die Frankfurter ins Spiel zurück brachte. Florian Hübner hatte Pech, das seine Rettungstat im eigenen Tor endete. Es wäre in der Schlussphase, Schiedrichter Deniz Aytekin ließ fünf Minuten nachspielen, fast schiefgegangen mit dem Auswärtsdreier. Mit Glück und Geschick überstanden die Eisernen die brenzligen Situationen und konnten am Ende jubeln und sich von ihren Fans feieren lassen. In der Tabelle haben die Eisernen Frankfurt überholt und sind – erstaunlich, erstaunlich – fast einstellig.

Hans-Peter Becker

SG Eintracht Frankfurt: Trapp – Ndicka (71. Rode), Hinteregger, Abraham, Chandler – Kohr, Hasebe – Kostic, Kamada, Durm (66. Silva) – Pacencia (4-2-3-1)

1. FC Union Berlin: Gikiewicz –Friedrich, Hübner, Subotic– Ryerson, Andrich, Gentner (77. Prömel), Lenz – Malli (63. Ingvartsen), Andersson, Bülter (90. Kroos) 3-4-3

Tore: 0:1 Andersson (49.), 0:2 N´Dicka (67. ET), 1:2 Silva (79.)

Zuschauer: 46 500

Eine schwere Aufgabe – die Werkself aus Leverkusen kommt

In der Vereinsgeschichte haben die Eisernen bisher drei mal gegen Bayer 04 Leverkusen gespielt. Die Erinnerungen daran sind nicht die besten, alle drei Spiele gingen verloren. Zwei Mal trafen sie sich im DFB-Pokal, mit 0:5 und 1:4 war jeweils in der 2. Runde schluss und die 0:2 Hinspielniederlage im September 2019 war kein Ruhmesblatt. Jetzt geht es erstmals um Punkte in der heimischen „Alten Försterei“.

Die Gäste wollen weiter oben in der Tabelle bleiben. Die direkte Qualifikation für die Champions-League ist weiter im Bereich der Möglichkeiten. Im Falle eines Sieges könnten sie zunächst an Gladbach vorbeiziehen, wenigstens für eine Stunde. Leverkusen gehört in dieser Saison zu den auswärts-stärksten Teams. Von den zehn Auswärtspartien konnten sechs gewonnen werden. Leverkusen praktiziert eine Vorwärtsverteidigung und beeindruckt durch Tempofußball. Unions Trainer Urs Fischer kommt es daher gelegen, dass Marvin Friedrich nach seiner Sperre wieder eine Option in der Verteidigung ist.

Es wird ein schweres Spiel werden, betonte Unions Trainer während Pressekonferenz zum Spieltag. Nur auf die Fehler des Gegners zu warten wird gegen eine Mannschaft mit dieser Qualität nicht ausreichen. Leverkusens Trainer Peter Bosz sprach auf seiner Pressekonfernez von einer „schwierigen Aufgabe“, ein Gegner aus der Bundesliga ist nie leicht zu bespielen.

Ein bisschen hoffen sie in Leverkusen, dass die Eisernen im Hinterkopf haben werden, dass der Klassenerhalt bereits nach 21 Spielen mit 9 Punkten Vorsprung auf die Abstiegszone fast im Kasten ist. So die restlichen Punkte gegen andere geholt werden können, auf der HomePage der Leverkusener zum Gegnercheck ist zu lesen: „Es müsste schon einiges passieren, damit dieser Verein im kommenden Sommer nicht in seine zweite Bundesliga-Saison gehen kann.“ Eins ist aber auch klar, die bislang erreichten 26 Punkte reichen noch nicht aus.

Personell können beide Trainer aus den vollen schöpfen, da ist eher die Qual der Wahl angesagt. Bei den Eisernen fehlen Joshua Mees und Akaki Gogia. Diese Partie wird beiden Trainer wertvolle Erkenntnisse für das Pokalspiel im März liefern. In knapp drei Wochen gibt es Auflage Nummer drei Union vs Leverkusen, dann wieder auswärts in Bay-Arena . Soweit voraus denken beide nicht, jetzt steht der Kampf um Punkte an.

Das Stadion in der Wuhlheide wird einschließlich des Gästeblocks ausverkauft sein. Zum Schiedsrichter der Partie wurde Harm Osmers bestimmt. Anpfiff ist am Samstag, 15.02.2020 pünktlich um 15:30 Uhr.

Hans-Peter Becker

Duell der Schweizer Trainer – beide brauchen die Punkte

Der 1. FC Union empfängt am kommenden Samstag, 25.01. den FC Augsburg. Ein Spiel das für beide Teams nicht verloren gehen sollte. Augsburg will den Vorsprung – aktuell drei Punkte – gegenüber den Eisernen halten. Die bayerischen Schwaben hatten zum Rückrundenauftakt unglücklich ihr Heimspiel gegen Borussia Dortmund verloren. Martin Schmidt, der Schweizer Trainer der Augsburger verkündete auf der Pressekonferenz vor dem Spiel, „die verlorenen Punkte wollen wir uns zurückholen.“

Sein Landsmann auf der Trainerbank der Eisernen sprach von einem schweren Gang, der seinem Team bevorsteht. Das Duell der beiden Schweizer, die sich zudem gut kennen, gemeinsam die Trainerausbildung absolviert haben, wird im Nachbarland auf grosses Medieninteresse stoßen.

Die Eisernen haben noch einige Verletzte zu beklagen, Suleiman Abdullahi (laboriert weiter an einer Knieverletzung), Akaki Gogia (Kreuzband) und Joshua Mees (Oberschenkelverletzung) werden auf keinen Fall spielen können. Ebenso nicht einsatzfähig sind Manuel Schmiedebach und Grischa Prömel. Ein Fragezeichen steht noch bei Sebastian Polter, der sich im Training eine Zerrung zuzog, allerdings wohl nicht die erste Wahl gewesen wäre. An der taktischen Grundordnung des 3-4-1-2 wird sich wohl nichts ändern. Allerdings ist davon auszugehen, dass Fischer etwas offensiver agieren lassen wird.

Die Eisernen haben zu Hause in der Bundesliga bisher nicht die Punkte nie geteilt, wenn sie das erste Tor erzielt haben. Diese Spiele haben sie immer gewonnen. Auf den sechsten Heimsieg hoffen die Union-Fans, die sich selbstverständlich wieder alle verfügbaren Plätze in der Alten Försterei im Vorverkauf gesichert haben. Am Spieltag selbst werden keine Kassen mehr geöffnet sein. Die Gäste haben ihr Kontingent an Eintrittskarten auch in voller Höhe abgerufen. Ein stimmungsvoller Rahmen ist garantiert.

Es wird ein schwerer Gang werden. „Augsburg ist gut drauf, das hat man im Spiel gegen Dortmund gesehen. Die Mannschaft wirkt geschlossen und eingespielt, es ist eine Entwicklung zu sehen,“ so äußerte sich Urs Fischer. Sein Trainer-Kollege aus Augsburg sieht die Sache so: „Ich werde zum ersten Mal für ein Spiel an der Alten Försterei sein. Ich bin sicher, dass es ein ganz anderes Spiel wird als letzte Woche gegen Dortmund. Es wird ein Kampfspiel, darauf müssen wir uns mental und körperlich einstellen! Union ist ein gewachsener Aufsteiger, sie sind nicht zufällig in der Bundesliga. Sie hatten im Herbst eine sehr gute Phase, das zeigt, dass bei ihnen einiges stimmt. Sie haben zuhause 15 von 20 Punkten geholt, das sagt einiges über das Spiel aus!“

Das Spiel beginnt am Samstag, 25.01.2020 um 15:30 Uhr und wird von der Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus geleitet werden. Die Polizeibeamtin aus Niedersachsen leitete zuletzt am 7. April 2019 ein Spiel in der Alten Försterei es war eine Zweitligapartie, 0:0 trennten sich damals Dynamo Dresden und der 1. FC Union.

Hans-Peter Becker

Keine Punkte für Berlin in der Bundesliga

Duplizität der Ereignisse bei den beiden Berliner Proficlubs, die jeweiligen waren Gegner waren vor dem Spiel die haushohen Favoriten. Zu Gast beim Tabellenführer war der 1. FC Union und unterlag standesgemäß mit 1:3. So darf man verlieren, achtbar aus der Affäre gezogen, diese Floskeln dürfen bemüht werden, trotzdem standen die Eisernen in Leipzig auf verlorenem Posten. Die Eisernen wurden unterstützt von über 7.000 Fans, die die ersten 15 Spielminuten im Stadion schweigend verbrachten. Ein stummer Protest gegen das Konstrukt RB Leipzig. Den Torjubel nach 10 Minuten ließen sie sich nicht nehmen, ihre Mannschaft ging da durch Marius Bülter in Führung. Während der Aufsteiger alles raus haute, bot der Tabellenführer eine unterirdische Leistung, schlampiges Passspiel, Unkonzentriertheiten und kein Tempo in den Aktionen spielten dem Aufsteiger in die Karten. Verwundert wird Fußball-Deutschland den Zwischenstand zur Kenntnis genommen haben. Ab der 50. Minute wurden die Verhältnisse gerade gerückt, Timo Werner traf mit episch ins Tor. Eine Instinkt-Handlung, kurzer Blick zum Ball, zwischen Gedanke und Handlung vergingen höchstens Nanosekunden, viel zu schnell für die Abwehr hämmerte er den Ball unter die Latte. Der Treffer von Marcel Sabitzer nach einem Eckball drehte das Spiel. RB wurde etwas besser, trotzdem weit entfernt von der Form eines Tabellenführers, so blieb die Spannung etwas erhalten. Erst in der 83. Minute machte erneut Timo Werner alles klar. Es reichte für RB Leipzig. Die Eisernen bekamen ihre Grenzen aufgezeigt. „Man muss anerkennen, dass Leipzig eine Nummer größer war.“ und „Ich habe ein tolles Spiel meiner Jungs gesehen. Sie haben alles versucht, aber mehr war nicht drin.“ Die Aussagen von Christian Gentner und Trainer Urs Fischer beschreiben es sehr treffend. RB Leipzig ist kein Maßstab, da müssen sich die Eisernen an anderen Bundesligisten orientieren, zum Beispiel am kommenden Gegner, dem FC Augsburg.

Eine Nummer zu groß und kein Maßstab war der FC Bayern München für die Hertha, dem nach eigener Wahrnehmung zukünftigen „Big City-Club“. Bis zur 60. Minute hielten die Herthaner irgendwie mit. Leider besteht ein Fußballspiel aus mindestens 90 Minuten. Thomas Müller traf nach ziemlich genau einer Stunde zum 1:0 für die Bayern und das zeigte Wirkung. Hertha drohte auseinanderzufallen. Sie kassierten noch drei Tore. Das Ergebnis spricht eine deutliche Sprache. Es ist – wie beim Aufsteiger und Lokalrivalen – Abstiegskampf angesagt. Hertha bleibt bei 19 Punkten und Union hat ein Pünktchen mehr. Die gefährlichen Tabellenränge sind weiter bedrohlich nah.

Hans-Peter Becker

Rückrundenstart in Leipzig

Am Sonnabend, dem 18.01.2020, startet der 1. FC Union Berlin mit dem Spiel gegen RB Leipzig in die Rückrunde seiner ersten Bundesliga-Saison. Der Anpfiff der Partie erfolgt um 18:30 Uhr.

Die spielfreie Zeit nutzen beide Vereine zur intensiven Vorbereitung auf die Rückrunde. Der Union-Tross flog nach den Feiertagen am 04.01.2020 für acht Tage nach Spanien ins Trainingslager. In Campoamor konnten die Eisernen täglich unter besten Bedingungen trainieren, außerdem fanden drei Testspiele gegen internationale Klubs statt. RB startete die Vorbereitung zwei Tage später am 06.01.2020, verzichtete allerdings auf ein Trainingslager außerhalb Leipzigs.

Union-Cheftrainer Urs Fischer zeigte auf der Pressekonferenz Respekt und Kampfgeist vor dem Spiel: „RB Leipzig ist beste Mannschaft der Vorrunde, das wird eine ganz, ganz schwierige Aufgabe für uns. Im ersten Spiel hatten wir Anschauungsunterricht wie es läuft, aber beide Mannschaften haben in der Zwischenzeit dazugelernt. Wir stellen uns dieser Aufgabe und zeigen uns mutig, denn auch in Leipzig werden wir probieren, Punkte mitzunehmen. Dafür brauchen wir eine Top-Leistung und einen optimalen Tag – und den Leipzigern müssen ein paar Dinge misslingen. Aber ich denke, am Ende liegt es auch an uns.“

Der 1. FC Union Berlin verstärkt sich für die anstehenden Aufgaben in der Rückrunde der Bundesliga und verpflichtet Yunus Malli, vorbehaltlich des Medizinchecks, vom Ligakonkurrenten VfL Wolfsburg. Der Leihvertrag zwischen dem 1. FC Union Berlin und dem VfL Wolfsburg endet am 30.06.2020, eine Kaufoption ist nicht enthalten.

Der 179 cm große offensive Mittelfeldspieler wurde am 24.02.1992 in Kassel geboren und im Nachwuchsleistungszentrum von Borussia Mönchengladbach ausgebildet. Im Sommer 2011 schloss sich der Offensivspieler dem FSV Mainz 05 an, bei dem er sich zum absoluten Leistungsträger entwickelte. Während Malli, der sowohl die deutsche als auch die türkische Staatsbürgerschaft besitzt, im Nachwuchsbereich insgesamt 43 Mal für die deutsche Nationalmannschaft auflief, debütierte er im November 2015 in der A-Nationalmannschaft der Türkei. Dort bestritt er bis dato 25 Pflichtspiele.

Im Januar 2017 verabschiedete sich Yunus Malli von Mainz 05 in Richtung Wolfsburg. In den ersten zweieinhalb Spielzeiten gehörte Malli zum absoluten Stammpersonal bei den Wölfen, in der laufenden Saison kam er bislang auf zwei Kurzeinsätze in der Europa League. Insgesamt bestritt der variabel einsetzbare Mittelfeldakteur 197 Spiele in Deutschlands höchster Spielklasse, dabei gelangen ihm 36 Tore und 25 Vorlagen.

Quelle: 1. FC Union Berlin