Keine Punkte für die Eisernen

Die großen Bayern waren da und fast keiner durfte direkt dabei sein. Im Fernsehen wirkte das Spiel wie eine Umarmung unter Vollschutz. Rund um das Stadion an der Wuhlheide wurden 400 Polizisten aufgeboten. Ein paar Unentwegte waren gekommen, um wenigstens einen kleinen Blick auf das Stadion zu erhaschen. Zwei besonders Mutige waren auf einen Baum geklettert und wurden von den Sicherheitskräften per Platzverweis am weiteren zuschauen gehindert. Der Rest fotografierte artig durch den Zaun und ging wieder nach Hause oder fand noch einen Platz einer Kneipe mit Sky-Empfang.

Im Stadion war es ruhig. Man konnte das Zwitschern der Vögel und das Rauschen des Windes hören. Wer es in normalen Zeiten nicht bekommen hatte, erstaunlich, was sich die Spieler alles so zurufen. Mit deutscher Gründlichkeit wurde das Konzept zur Hygiene umgesetzt, teilweise bis zur Albernheit. Es erschließt sich nicht, dass die Sky-Reporter vor der Kamera, an der frischen Luft, Masken trugen.

Zum sportlichen dieser Veranstaltung: Die Eisernen hielten das Spiel lange offen, waren trotzdem gegen die Bayern auf verlorenem Posten. Müßig, darüber zu spekulieren ob es mit ihrem lautstarken Publikum im Rücken viel anders gekommen wäre. Markus Hoffmann vertrat seinen Chef Urs Fischer, der wegen eines Trauerfalls in seiner Familie, die Mannschaftsquarantäne verlassen hatte.

Im Sturm durfte Anthony Ujah für Sebastian Andersson starten und in der Abwehr ersetzte Keven Schlotterbeck, den gelb-gesperrten Marvin Friedrich. Im Mittelfeld bekam Grischa Prömel den Vorzug, so dass Christian Gentner zunächst mit vorschriftsmäßigen Mundschutz von der Bank aus zusah.

Die erste Halbzeit verlief ereignisarm. Die Führung in der 40. Minute fiel nach einer unglücklichen Aktion des erfahrenen Neven Sobotic, der im Strafraum gleichzeitig Ball und Gegner traf. Den unstrittigen Strafstoß verwandelte Robert Lewandowski sicher. Die Eisernen liefen mit enormen Aufwand die Räume zu, konnten aber kaum etwas für den eigenen Spielaufbau tun. Es sprangen lediglich 9 Torschüsse und 2 gute Chancen heraus. Die Bayern brauchten 80. Minuten um den Sack zuzubinden. Benjamin Pavard beförderte einen Eckball per Kopf ins Tor.

Die Bayern waren auf das Spiel der Eisernen gut vorbereitet. Die Versuche der Hausherren mit langen Pässen zum Erfolg zu kommen wurde von den Bayern erfolgreich unterbunden. In der Feinabstimmung müssen beide weiter zulegen, die erzwungene Spiel- und Trainingspause war deutlich zu bemerken. Bayern-Trainer Hansi Flick sprach nach dem Spiel von einem Arbeitssieg.

Mit dieser Niederlage bleiben die Köpenicker in der Tabelle einen Punkt hinter dem Rivalen aus Berlin-Charlottenburg. Am kommenden Freitag, 22.05. 2020 ist es wieder soweit, Derbytime unter Corona-Bedingungen.

Hans-Peter Becker

1. FC Union Berlin: Gikiewicz – Hübner. Schlotterbeck, Subotic – Trimmel, Andrich (70. Gentner), Prömel (85. Kroos), Lenz – Ingvartsen (81. Mees), Ujah (70. Andersson), Bülter (85. Ryerson)

FC Bayern München: Neuer – Pavard, Boateng, Alaba, Davies – Kimmich, Goretzka (71. Coman), Thiago – Müller (90. Cuisance), Lewandowski, Gnabry (85. Perisic)

Tore: 0:1 Lewandowski (40. FE), 0:2 Pavard (80.)

Ostbevern beim BBSC Berlin zu Gast

Wenn am Sonntag, den 1. März 2020 um 14:00 Uhr der BBSC in der Hämmerlinghalle den BSV Ostbevern zum Zweitligaspiel begrüßt, kommt eine nicht ganz typische Mannschaft nach Köpenick.

Ein bisschen erinnert die Story um die Gemeinde im Münsterland an die erfolgreichen Zeiten der Volleyballabteilung des Köpenicker SC mit ihrem kometenhaften Aufstieg vor 20 Jahren: Der Verein aus dem Kreis Warendorf leistete eine grandiose Aufbauarbeit. Mit eigener Nachwuchsförderung brachte er eine über Jahre gewachsene und in weiten Teilen aus „Dorfkindern“ bestehende Mannschaft hervor. Der BSV ist in den vergangenen sechs Jahren viermal aufgestiegen. Absolute Spitzenspielerin des Teams ist die 56fache Exnationalspielerin Wiebke Silge, die in Ostbevern aufgewachsen ist. Silge bringt vier Jahre Bundesliga-Erfahrung vom USC Münster und SC Potsdam mit. Zudem nahm die 1,90m-Mittelblockerin mit der deutschen Nationalmannschaft an einer Welt-  und an einer Europameisterschaft teil. So manches Mal macht Wiebke den Unterschied auf dem Feld aus. „Aber sie schafft auch viele Räume für andere, weil sich der Gegner oft auf sie konzentriert“ formuliert Ostbeverns Trainer Dominik Münch. Die sympathische und ruhige Westfälin hat sich nach ihrem sehr frühen Rücktritt vom absoluten Leistungssport (2017 mit 20 Jahren!) und dem nachfolgenden Studienbeginn wieder völlig unkompliziert in die Ostbeverner Mannschaft integriert – sie macht keinen Rummel um ihre Person.

Als Aufsteiger hat der BSV in der Liga hart gegen den Abstieg zu kämpfen. Beim Auswärtsspiel des BBSC im November trumpften die Berlinerinnen mit einem 3:0 Erfolg auf. Doch auch gegen solche Gegner muss erst einmal gewonnen werden. Zu schnell kann der Schlendrian Einzug halten – bei der Leistungsdichte der Liga sind schnell die Punkte verloren. „Wir wollen die Konzentration hochhalten und unseren Fans einen schön herausgespielten Sieg am Sonntagnachmittag präsentieren“, so BBSC-Kapitänin Katharina Kummer. Mit der entsprechend guten Stimmung von den Rängen und einer Teamleistung auf dem Feld sollte der Sonntagnachmittag ein kleines Volleyballfest werden. Freuen wir uns auf ein attraktives Heimspiel!

Quelle: Burkhard Kroll/BBSC Berlin

Hertha holt einen Punkt und Union verliert tragisch

Ein Herthaner und ein Eiserner schafften es in die Kicker-Elf des Spieltages. Nomminiert wurden zwei Verteidiger, der Blau-Weiße
Dedryck Boyata und der Rot-Weiße Michael Parensen. Die Gesamtausbeute für beide Berliner Proficlubs betrug nur ein einziger Punkt. Mal abgesehen vom 10. Spieltag, wo beide gegeneinander spielten, gewannen beide an einem Spieltag niemals gemeinsam. Am letzten Spieltag der Hinrunde erkämpfte sich die „Alte Dame“ ein gerechtes Unentschieden gegen die Borussia aus Mönchengladbach. Es war ein 0:0 der leicht besseren Sorte. In der 1. Halbzeit war Hertha besser, nach der Pause steigerten sich die Gäste und das Ergebnis gab den Spielverlauf wieder. Herthas Trainer Jürgen Klinsmann hat es geschafft, die Mannschaft zu stabilisieren, jetzt muss an den auch gegen Gladbach nicht zu übersehenden Schwächen im Aufbauspiel gearbeitet werden. Das Spiel erinnerte ein bisschen an die Zeiten von Pal Dardai.

Einen Tag später waren die Eisernen in Düsseldorf gefragt. In Abwandlung des Spruches „never change the winning System“ traten die Eisernen am Rhein mit gewohnter 3er bzw. 5er Kette in der Abwehr an. Für die von Friedhelm Funkel trainierten Düsseldorfer war das, wie zuvor für die TSG Hoffenheim, keine Überraschung, sie waren vorbereitet. Beide neutralisierten sich in der kampfbetonten Auseinadersetzung. Der Fußballgott spielte den Weihnachtsmann für die abstiegsbedrohten Düsseldorfer. Rouwen Hennings durfte ein Traumtor aus dem Nichts schiessen, zwischenzeitlich gab es ein kleines Fußballmärchen für den Union Oldie Michael Parensen. Er ist der einzige noch aktive Spieler, der damals schon half, den Aufstieg in die 2. Bundesliga zu erkämpfen. Mit dem Spiel in Düsseldorf kommt er aktuell auf 230 Einsätze im Trikot der Eisernen, dazu weitere 11 Spiele im DFB-Pokal. In Düsseldorf erzielte er im zarten Alter von 33 Jahren sein erstes Tor in der Bundesliga. Leider ohne Bedeutung für den Spielausgang. In der Nachspielzeit verließ das Matchglück die Gäste aus Berlin. Es lief bereits die Nachspielzeit, als ein Schuss oder war es eine verunglückte Flanke, jedenfalls war der Ball im Tor und es stand 1:2 aus Sicht der Eisernen. Schade, jetzt wird es wieder enger im Kampf gegen den Abstieg. Paderborn, Köln und eben Düsseldorf haben Boden gut machen können.

Jetzt erst einmal die Feiertage genießen, Hertha hat 19 Punkte und sogar einen Punkt mehr hat der Aufsteiger aus Köpenick, das ist doch alles nicht so schlecht.

Hans-Peter Becker

Sieg und Remis – Punkte für die Berliner Profi-Clubs

Der 1.FC Union hat es schon wieder getan und einen Heimsieg eingefahren. Der achte Heimauftritt brachte den fünften Sieg, nur zwei Teams haben bisher mehr Heimpunkte geholt, Gladbach und Dortmund. Würde nur die Heimtabelle zählen, wären die Eisernen auf Kurs Champions-League. Nur so nebenbei, die Bayern haben aktuell zu Hause erst 13 Zähler auf die Habenseite bringen können. „Für einen kurzen Augenblick werden wir die Situation genießen, dann geht es konzentriert weiter. Wir haben noch nichts erreicht, die 19 Punkte reichen am Ende nicht für den Klassenerhalt“, so äußerte sich Unions Mittelfeldspieler Christian Gentner nach dem 2:0 Sieg gegen den 1. FC Köln am 14. Spieltag der Bundesliga.

Das Stadion war, inzwischen selbstverständlich, restlos ausverkauft. Wer über eine Eintrittskarte verfügte oder auf anderen Wegen unter den Augenzeugen weilen durfte, wusste was geboten wird. Bedingungsloser Kampf, kein Hochglanzfußball und genauso bedingungslose Unterstützung von den Rängen. Es passt im Moment alles beim 1. FC Union. Trainer Urs Fischer hat die optimalen settings gefunden, ein Spielsystem das funktioniert. Für das Spiel gegen Köln musste kurzfristig Neven Subotic in der Innenverteidigung ersetzt werden. Für ihn kam Publikumsliebling Michael Parensen in die Startelf und ein anderer Liebling durfte zum zweiten Mal in der Saison am Spielanfang auflaufen, gemeint ist Sebastian Polter. Die Anfangsphase gehörte etwas mehr den Gästen. In der 14. Minute vertändelten sie einen guten Angriffsversuch und in der 23. Minute musste Rafal Gikiewicz einen Freistoß aus der Torecke kratzen. Weiter ging es in der 26. Minute, da setzte Simon Terodde nach einer Flanke von Dominik Drexler den Ball nur knapp neben den Pfosten. Der Freistoß in der 29. Minute aus aussichtsreicher Position hätte die Führung sein müssen, erneut riesig gehalten. Dann kam es wie es kommen musste, erst hat man kein Glück und dann kommt Pech dazu. Kölns Birger Verstraete rutscht an der eigenen Strafraumgrenze aus, die Plätze werden im Dezember nicht besser, das eröffnete eine Schusschance für Sebastian Andersson. Der Ball wurde von Timo Horn zur Ecke geklärt. Erneut war Andersson zur Stelle und drückte den von seinem Kapitän Christopher Trimmel getretenen Eckball per Kopf in die Maschen.

In der 50. Minute war es erneut Andersson, ein Steilpass von Gentner, Schnelligkeit und technisches Können und der Ball war über der Linie. Anschließend hatten die Eisernen alles im Griff und verwalteten mit gewohntem Einsatz den Vorsprung. Der Mann des Spiels war zweifelsohne der Schwedische Nationalspieler in den Reihen der Eisernen, Sebastian Andersson. Er verdiente sich ein Sonderlob, nicht allein wegen seiner Saisontreffer sieben und acht, jetzt Platz vier der Torjägerwertung zusammen mit Marco Reus von Borussia Dortmund, immer anspielbar und sehr ballsicher.

Nach dem Schlusspfiff gab es Riesenjubel und eine Spitze in Richtung Köln. „Wir brauchen keinen Karneval, Unioner feiern überall.“

Der Spieltag wurde eröffnet mit der Partie des anderen Berliner Clubs. Lange sah nach einem Sieg für die „Alte Dame“ in Frankfurt aus, am Ende wurde es immerhin ein Punktgewinn. In der Tabelle hat der Aufsteiger aus Köpenick vor dem 15. Spieltag sieben Punkte Vorsprung vor den Herthanern.

Ihr Zwischenziel haben die Eisernen vorfristig erreicht, die jetzt noch ausstehenden drei Partien im zu Ende gehenden Jahr ihres Bundesligaaufstiegs, sind wie ein zusätzlicher Bonus. Im Blau-Weißen Lager werden sie ein bisschen neidisch in Richtung Köpenick blicken. Aus wenig bislang viel gemacht wurde bei den Eisernen, während die Alte Dame ihre Unpässlichkeit noch nicht ganz überwunden zu haben scheint. Dass sie nicht auf dem Relegationsplatz der nächsten Aufgabe entgegen schaut verdankt sie der Klatsche, die Fortuna Düsseldorf in Dortmund bezog.

Hans-Peter Becker

1. FC Union schafft die Sensation

Da staunt der Laie und der Fachmann wundert sich, der 1. FC Union erkämpfte sich mit dem Glück des Tüchtigen den ersten Sieg in der Bundesliga. Die Anzeigetafel kündete von der Sensation, der Championsleague Teilnehmer und Meisterschaftsaspirant Borussia Dortmund musste sich mit 1:3 in Berlin Köpenick geschlagen geben. Dortmunds Kapitän Marco Reus bekannte: „Wir haben uns dumm angestellt.“ Vielleicht wurden die Eisernen etwas unterschätzt. Sie agierten mit enormer Laufbereitschaft. Ein Blick in die Daten zeigt, dass die Eisernen fast 7 km mehr liefen als die Dortmunder. War die Führung durch den Mann des Spiels Marius Bülter insofern glücklich, dass es den Eckball nicht hätte geben dürfen, der dem Treffer vorausging, so verdienten sich die Wuhlheider mit zunehmender Spieldauer den Erfolg.

Die Eisernen waren effektiv, nutzten als spielerisch unterlegene Mannschaft zwei Eckbälle und einen der wenigen Abwehrfehler der Dortmunder für ihre Tore. Union hatte lediglich 26 % Ballbesitz und dazu eine unterirdische Passquote von 64%. Mit diesen Werten kannst du eigentlich kein Spiel gewinnen. Manchmal eben doch, wenn du, wie es Urs Fischer ausdrückte, eklig bist. Rennen bis zum Umfallen. Die Dortmunder ließen nicht viel zu, konnten aber mit ihrer Überlegenheit mit zunehmender Spieldauer immer weniger anfangen. Den Kombinationen der Dortmunder fehlte es an Tempo und der letzten Präzision.

Urs Fischer brachte drei Neue für die Startelf, in der Innenverteidigung spielte Marvin Friedrich für den gesperrten Keven Schlotterbeck. Im defensiven Mittelfeld kam Manuel Schmiedebach für den verletzten Grischa Prömel zu seinem ersten Startelfeinsatz der Saison und im offensiven Mittelfeld begann Anthony Ujah für Suleiman Abdullahi. Die beiden Stürmer kamen nur selten zu ihrer eigentlichen Aufgabe, sie waren meist der erste Wellenbrecher für Dortmunder Angriffsbemühungen. So glänzte Andersson als offensivster Spieler der Eisernen, neben seinem Tor zum 3:1 auch mit der zweitbesten Laufleistung im Spiel.

Marius Bülter – 2 Tore gegen Dortmund © Foto: Hans-Peter Becker

Zum Mann des Spiels avancierte bei aller Prominenz auf dem Rasen der Wuhlheide, ein eher unbekannterer Nachwuchsmann. So überraschend wie das Ergebnis, schnürte der Neuzugang und noch nicht so prominente offensive Mittelfeld-Akteur Marius Bülter einen Tore-Doppelpack. Er spielte in der Saison 2017/18 noch für den SV Rödinghausen in der Regionalliga West und war erst vor wenigen Wochen mit dem 1. FC Magdeburg nach der Niederlage beim 1. FC Union aus der 2. Bundesliga abgestiegen. Eine schöne Geschichte, die der Fußball hier geschrieben hat. Der 26jährige in Ibbenbühren geborene Bülter ist ein Spätstarter, hat keine Ausbildung in einem Fußball -Internat eines namhaften Clubs durchlaufen. Für diese Saison ist er vom 1. FC Magdeburg ausgeliehen. Das Fußballmärchen erfährt hier noch eine Steigerung.

Es war kein Spiel für Fußballfeinschmecker, das wird An der Alten Försterei schwer zu realisieren sein. Es könnte den Weg aufzeigen, was in dieser Saison möglich ist. Immerhin hat der 1. FC Union bereits vier Punkte gesammelt, während der Rivale aus Charlottenburg mit einem lediglich einem Punkt eher in den Startlöchern hängen geblieben ist. Nach der Länderspielpause steht erneut ein Heimspiel auf dem Programm. Werder Bremen darf sich dann mit den Bedingungen und der Spielstärke des 1. FC Union auseinandersetzen.

Hans-Peter Becker

Die Aufstiegschance ist gestiegen !

Der 1. FC Union hat den VfB Stuttgart mächtig geärgert und die Ausgangssituation für dem Relegationsrückspiel zu seinen Gunsten verändert. Nach dem überraschenden 2:2 im Hinspiel griffen die Stuttgarter zu Durchhalteparolen. „Es ist erst Halbzeit und die Entscheidung fällt erst nach dem nächsten Spiel.“ Der Verlauf des Spiels war so nicht erwartet worden. Die Eisernen hatten das knappe Scheitern in Bochum erstaunlich gut weggesteckt, ein Kompliment an die sportliche Leitung, die die Psyche der Spieler wieder aufgerichtet hatte.

Ein Blick in die Spielstatistik zeigt, zwar hatten die Stuttgarter mehr Ballbesitz, gewannen mehr Zweikämpfe, in der Laufleistung dagegen hatten die Köpenicker klar die Oberhand. Die Spieler des 1. FC Union liefen in der Endabrechnung fast 2 Kilometer mehr als die Stuttgarter. Sie mussten das Spiel nicht machen, konnten auf den Gegner reagieren und das tat ihnen sichtlich gut. Ein 4-2-3-1 im flexiblen Wechsel mit einem 4-3-3 war bei den Offensivaktionen zu sehen. In der Sturmspitze, als Zielspieler verdiente sich Sebastian Andersson Bestnoten, für den 1: 1 Ausgleich durch Suleiman Abdullahi lieferte er die Vorlage. Es waren kleine Änderungen die Urs Fischer vornahm, auf der linken Offensivseite bekam Marcel Hartel mal wieder einen Startelfeinsatz. Er hatte es schwer gegen den französischen Weltmeister Benjamin Pavard und wurde gegen Joshua Mees ausgetauscht.

In der Schlussphase waren die Eisernen sogar einer Sensation nahe, zwei Riesenmöglichkeiten zum Siegtreffer boten sich. Im Verlaufe des Spiels kassierten Kapitän Christopher Trimmel und der für Manuel Schmiedebach eingewechselte Felix Kroos, gelbe Karten mit Folgen. Das Rückspiel können sie nur von der Tribüne aus verfolgen, auf dem Rasen nicht mithelfen.

Eines ist klar, gewonnen haben die Eisernen noch nichts, die Chancen stehen jetzt 50 zu 50, haben sich verbessert. Im Rückspiel wird es spannend, Stuttgart mehr zu verlieren, sie müssen gewinnen oder mindestens drei Tore schießen und höchstens drei zulassen. Die Spannung steigt jetzt von Tag zu Tag. Es könnte was ganz Großes in der Luft liegen.

Hans-Peter Becker

Berliner Siege im Profifußball und Herthino an der Alten Försterei

Beim 1. FC Union wird die Pfanne immer heisser. Der Sieg am Freitagabend des 24. Spieltages in Kiel könnte ein Meilenstein bedeuten, vorübergehend Platz zwei in der Tabelle, der HSV könnte im Falle eines Sieges wieder vorbeiziehen. Ein verdienter Erfolg bei einem Mitbewerber, wenn auch Kiels Trainer emotional Probleme hatte die Niederlage zu akzeptieren und beim TV-Interview vergessen hatte sein Gehirn einzuschalten.

Der Sieg der Eisernen war verdient, sie hatten die bessere Tagesform. Der nächste Gegner wird am kommenden Freitag, 8. März – in Berlin ein Feiertag – die von Jens Keller trainierten Ingolstädter. Die brauchen dringend Punkte für den Klassenerhalt.

Einen Tag später machte es Hertha eine Klasse höher den Eisernen nach und siegte im Heimspiel gegen Mainz. In der ersten Halbzeit lief es garnicht, offensichtlich hat die Kabinenpredigt von Pal Dardai seine Wirkung getan. Hertha traf drei Mal, glücklicherweise nur einmal in das eigene Tor. Die selbstgemachte Führung durch ein Missgeschick von Niklas Stark, war die Initialzündung. Zunächst sorgte MarkoGrujic für den Ausgleich und der Eigentorschütze besorgte den Siegtreffer. So hatte das sehenswerte Eigentor von Niklas Stark ausser dem Spot der Mannschaftkameraden keine negativen Auswirkungen.

Das wäre doch was, mal wieder ein Derby zwischen Rot und Blau in Berlin. Es wäre ein Novum in der Bundesliga. Nach Hamburg und München, wäre Berlin die dritte Stadt mit zwei Vereinen die gleichzeitig in der ersten Liga gespielt haben. Am 28. Februar veröffentlichte die Medienabteilung von Hertha BSC ein Video, wo das Maskottchen Herthino vor dem Stadion in Köpenick zu sehen ist. Verbunden mit den allerbesten Wünschen für den Aufstiegskampf. „Wir freuen uns auf Euch.“

Beim 1. FC Union mag man sich gewundert haben, das Video endet mit dem Siegtreffer – ein Freistoß von Ronny – beim letzten Zweitliga-Derby in der Alten Försterei. Mal sehen ob sich die Eisernen mit einem Video revanchieren werden, verbunden mit den aller Wünschen im Kampf um die internationalen Plätze.

Hans-Peter Becker

Uwe Neuhaus kommt mit Arminia Bielefeld

Auf der Pressekonferenz vor dem Spiel gab zunächst Glückwünsche für Urs Fischer, er hatte Geburtstag. Ein Ständchen wollte die anwesenden Pressevertreter nicht darbieten, so ging es gleich zur Tagesordnung über. Mit Arminia Bielefeld und Ex-Union Trainer Uwe Neuhaus kommt die Mannschaft der Stunde in die Alte Försterei. Aus den letzten vier Spielen holten die Ostwestfalen neun Punkte, darunter waren auch drei aus dem 2:0 Heimsieg gegen den Hamburger Sportverein. Zwar wurde das letzte Spiel gegen Magdeburg verloren, doch der Aufwärtstrend ist unübersehbar. Insofern ist es verständlich, dass das Geburtsgaskind Urs Fischer von einer schweren Aufgabe sprach.

Geburtstagskind Urs Fischer Foto: © Becker

Während er bis auf Sebastian Polter all seine Profis an Deck hat, muss Uwe Neuhaus auf einige Akteure verzichten. Besonders schmerzlich ist dabei die Rotsperre von Kapitän und Innenverteidiger Julian Börner. Bei den Eisernen wird es keine Überraschungen in der Startelf geben. Wahrscheinlich werden genau jene elf Profis beginnen, die zuletzt beim Anpfiff in Duisburg auf dem Platz standen. Armina Bielefeld ist so etwas wie der Lieblingsgegner der Eisernen. In der 2. Liga gab es bisher 17 Spiele gegeneinander und nur ganz drei davon konnten die Arminia für sich entscheiden.

Am Freitagabend, 22. Februar ab 18:30 Uhr werden die Unioner alles tun, dass es dabei bleibt. Das Stadion wird wieder sehr gut gefüllt, wenn nicht sogar ausverkauft sein. Aus Bielefeld werden über 1.000 Schlachtenbummler erwartet. Der Stadtteil Köpenick war in einigen Teilen von einem Stromausfall betroffen, das Stadion war nicht darunter. Es bleibt die Baustelle Allende-Brücke, die die Anreise im PKW zusätzlich erschwert. Es wird empfohlen, die öffentlichen Verkehrsmittel zu benutzen.

Die Partie wird unter der Leitung von Schiedsrichter Christian Dietz aus München stehen. Er pfeifft in dieser Saison erstmals ein Spiel der Eisernen. Können die Gastgeber vorlegen ? Parallel spielt Mitbewerber Heidenheim, die haben nur einen Punkt weniger als die Eisernen, in Fürth.

Hans-Peter Becker

Volleyball 2. Bundesliga Damen: Borken in der Köpenicker Hämmerlinghalle zu Gast

Kaum sind die Mädels des BBSC aus dem wohlverdienten Weihnachtsurlaub zurück auf das Parkett gekehrt, steht auch schon das nächste Zweitligaspiel auf dem Programm: Am kommenden Samstag, den 6. Januar 2018, sind ab 19:00 Uhr die Skurios Volleys Borken zu Gast.
„Der Weihnachtsurlaub für die Mädels war bestimmt gut, um den Kopf frei zu kriegen und sich neu auf die Saison fokussieren zu können“, so Trainer Robert Pultke nach den ersten Trainingseinheiten im neuen Jahr. Spaß im Schnee, Zeit für Freunde und Familie oder eine Reise – das alles sollte dazu beitragen, dass die Mannschaft mit frischem Elan die zweite Halbserie der Saison starten kann.
Immerhin kommt mit den Gästen aus Borken nicht irgendwer nach Berlin, sondern eine gestandene Zweitliga-Mannschaft mit Ambitionen nach oben. Die Truppe von Trainer Changcheng Liu gilt als sehr ausgeglichen besetzt und trotzdem mit vielem individuell starken Spielerinnen ausgestattet. Vier Spielerinnen kommen aus Polen, Tschechien oder den Niederlanden. Und natürlich dürfen die deutschen früheren Erstligaspielerinnen Sina Kostorz (Juniorinnenweltmeisterin 2009!) sowie Pia-Sabrina Walkenhorst nicht unerwähnt bleiben, die für die Münsterländer auf Punktejagd gehen und vor denen jeder Zweitligist großen Respekt hat.
„Borken geht als leichter Favorit“in der Spiel. Sie haben eine sehr stark besetzte Mannschaft – das wird wohl wieder ein Spiel auf Augenhöhe“ schätzt Trainer Pultke ein. Das BBSC-Team muss richtig Gas geben, um dem Gegner Paroli zu bieten. Doch mit guter Stimmung nach der Volleyballpause und richtig Bock auf ein gutes Spiel der Gastgeberinnen sollte auch Borken ein heißer Kampf bereitet werden. Der BBSC freut sich auf lautstarke Unterstützung von den Rängen – wir hoffen, dass sich auch die Kehlen der Fans in der Weihnachtspause ausreichend erholt haben.
Quelle: Burkhard Kroll

Duell der Kultvereine

Der 1. FC Union erwartet den FC St. Pauli, auf dieses Spiel freuen sich die Anhänger beider Vereine immer ein bisschen mehr. St. Pauli ist der 1. FC Union Hamburgs und umgekehrt. Auf dem grünen Rasen zählt das alles nichts, beide brauchen die Punkte. Die Eisernen könnten sich mit einem Sieg die Hamburger Freibeuter auf Distanz halten. Vor dem Spieltag trennen beide 3 Punkte und ein Tabellenplatz. Selbstverständlich ist die „Alte Försterei“ bereits seit Wochen ausverkauft und der Gästeblock wird in seiner vollen Kapazität von den Anhängern des FC St. Pauli ausgenutzt werden.

Im Lager der Eisernen ist man guter Dinge. Trainer Jens Keller äußerte seine Zufriedenheit mit der Vorbereitung und sein Kollege Olaf Janßen meinte:„Wir freuen uns tierisch auf das Spiel gegen die momentan stärkste Mannschaft der Liga“. Blick man auf die Historie dieser Auseinandersetzung, es findet als Zweitligaspiel um Punkte zum 17. Mal statt, so war oft Spektakel mit vielen Toren angesagt. Nur ein einziges Mal, in der Saison 2015/16, endete ein Spiel torlos.

Die Eisernen haben sich in dieser Saison sehr heimstark präsentiert, zusammen mit Spitzenreiter Fortuna Düsseldorf sind als einzige Mannschaft bisher ohne Heimniederlage. Bei St. Pauli ist es genau umgekehrt, sie haben von ihren 6 Auswärtsspielen erst ein einziges verloren und 13 Punkte aus der Fremde mitgebracht. Beeindruckend war bisher das Umschaltspiel der Hamburger. Sie wollen nicht unbedingt das Spiel machen, sondern lauern auf Fehler des Gegners, um schnelle Konter vorzutragen. Darauf müssen sich die Eisernen einstellen. „Wir werden unser Spiel auch gegen Union nicht groß verändern und uns auf uns konzentrieren. Wir fahren nach Berlin, um mit allem, was wir haben, zu gewinnen.“, so äußerte sich Olaf Janßen während der Pressekonferenz in Hamburg.

Personell kann Jens Keller wieder aus den Vollen schöpfen und muss über Härtefälle nachdenken. Nicht zur Verfügung stehen werden Kenny Redondo und der japanische Verteidiger Atsuto Uchida. Einer der erwähnten Härtefälle ist Steven Skrzybski. Das Union-Eigengewächs hat aktuell seinen Stammplatz an Akaki Gogia verloren und wird nach Lage der Dinge, wohl gegen St. Pauli nicht in der Startelf stehen. Gogia hat allerdings in Duisburg, beim 1 : 1 auch nicht vollends überzeugt.

Das Spiel wird nach Lage der Dinge am Samstag um 13:00 Uhr in Köpenick angespiffen werden. Die Anreise könnte etwas länger dauern. Die entsprechende Mitteilung lautet: Bitte beachten: Aufgrund von Bauarbeiten verkehren am Spieltag keine S-Bahnen zwischen Ostkreuz und Ostbahnhof.

Hans-Peter Becker