Hauptstadtderby – fünfte Auflage mit Maske

Das Stadion in Köpenick soll – Stand vom Donnerstag, 18. November – wieder bis auf den allerletzten Platz gefüllt sein. Ob es wirklich so kommen wird, abwarten. Eins ist gewiss, um 18:30 Uhr erfolgt der Anstoß und nach 90 regulären Spielminuten plus Nachspielzeit wird ein Ergebnis zu verkünden sein. Ein Fußballspiel beginnt mit 0:0. Das sollte nach Lage der Dinge nicht das Endergebnis sein. Die „Alte Dame“ aus Charlottenburg hat in der laufenden Saison bereits 24 Gegentore hinnehmen müssen, eine schlechtere Bilanz hat nur Aufsteiger Greuther Fürth. Abgesehen vom Saisonauftakt gegen Augsburg, haben die Eisernen in ihren Heimspielen immer getroffen, sogar gegen die Bayern.

Es ist nicht übertrieben, den Köpenickern eine leichte Favoritenstellung zuzuschreiben. Etwas anders sehen das Dardai und Bobic,:“Es gibt keinen Favoriten.“ Sieht man sich die Bilanz der bisherigen Spiele an, so konnte die Auswärtsmannschaft noch nicht gewinnen. Die Mannschaft von Urs Fischer erscheint eingespielter als der Rivale aus dem ehemaligen Westen. Blicken wir auf die zurückliegenden 11 Spieltage, so haben 7 Akteure der Eisernen auch genau diese Zahl an Einsätzen aufzuweisen. Bei der Hertha sind es nur deren zwei, die Torhüter sind hier nicht mitgezählt, denn Schwolow und Luthe haben bisher in allen Punktspielen in der Startelf gestanden.

Urs Fischer hat seiner Mannschaft basierend auf einem 3-5-2 System eine grundlegende Spielidee vermitteln können. Der durchschnittliche Ballbesitz liegt nur bei 41 %, man lauert auf Konter oder versucht in der torgefährlichen Zone Standards zu erzwingen. Urs Fischer hat Hertha natürlich genau beobachtet und geht davon aus, dass gegen Hertha auch spielerische Lösungen gefunden werden müssen.

Pal Dardai dagegen experimentiert. Begonnen hat mit einer 4er Kette in der Abwehr. Die beiden siegreichen Spiele gegen Bochum und Fürth bestritten die Herthaner mit einer 3er Kette und nach dem desaströsen Auftritt in Leipzig kehrten sie zum 4-3-3 (Auswärtserfolg in Frankfurt) bzw. 4-2-3-1 beim Unentschieden gegen Leverkusen zurück. Gegen Union wird er vermutlich ähnlich spielen lassen.

Was die Kader betrifft, so gibt auf beiden Seiten einige Ausfälle. In der Abwehr fehlt der wegen einer Roten Karte gesperrte Boyata, Darida ist verletzt und Klünter nach einer Verletzung noch im Aufbautraining.

Bei den Eisernen steht ein Fragezeichen hinter Kruse und Behrens ist nach einem positiven Covid-Test in Quarantäne. Am Donnerstagmorgen hatte sich Jaeckel kränklich gefühlt, das Testergebnis steht noch aus.

Das Spiel findet unter 2G Bedingungen statt. Geimpft oder Genesen und eine Eintrittskarte, so dürfen 22.012 Zuschauer dabei sein. Aufgrund der aktuellen Situation sind die Fans aufgefordert, sich zusätzlich testen zu lassen und ständig vor Ort eine Maske zu tragen. Mal sehen, ob das funktioniert. Die Ultras von Hertha und Union jedenfalls wollen an ihrem Boykott festhalten.

Hans-Peter Becker

Testspiel in der Länderspielpause – Union empfängt Eintracht Braunschweig

Der 1. FC Union Berlin bestreitet am Donnerstag, dem 25.03.202021 ein Testspiel gegen Eintracht Braunschweig. Anpfiff der Partie im Stadion An der Alten Försterei ist 15:00 Uhr.

m Duell mit dem BTSV treffen die Köpenicker auf einige bekannte Gesichter. Ex-Unioner Martin Kobylanski, der in der Saison 2015/16 für den 1. FC Union Berlin spielte, führt die Elf von Trainer Daniel Meyer als Kapitän an, Benjamin Kessel verteidigt für die Eintracht. Im Sommer dieses Jahrs schlossen sich auch Suleiman Abdullahi per Leihoption und Felix Kroos nach Ablauf seines Vertrags in Köpenick den Braunschweigern an.

Aufgrund der aktuell herrschenden Bedingungen sind bei der Partie keine Zuschauer zugelassen. Der rbb überträgt das Spiel als Live-Stream auf www.rbb24.de. Wie gewohnt informiert Union auch über den vereinseigenen Live-Ticker über das Spielgeschehen.

Quelle:1. FC Union Berlin e.V./Hannes Hahn

Volleyball 2. Bundesliga – BBSC Berlin empfängt Spitzenreiter

Wenn am kommenden Samstag, den 16. Januar um 18:00 Uhr in der Köpenicker Hämmerlinghalle der TSV Bayer Leverkusen aufschlägt, kommt nach langer volleyballbefreiten Zeit der aktuelle Tabellenführer der Liga in die Hauptstadt. Wegen des angeordneten Lockdown light sind leider keine Zuschauer zugelassen. Leverkusen bestimmt schon viele Jahre das Niveau der 2. Liga. Welche Qualität die Gäste aus dem Rheinland verkörpern, zeigen die Ergebnisse der vergangenen 12 Spieltage: 12 Siege feierten die Mädels von Trainer Yaglioglu, nur gegen Stralsund musste ein einziger Punkt gelassen werden. Beim Auswärtsspiel des BBSC in der ersten Halbserie brillierten die Gastgeberinnen mit perfekten Angriffen, die kaum von den Berlinerinnen kontrolliert werden konnten.

Keine Frage: Leverkusen dürfte mit der aktuellen Mannschaft am Saisonende im Kampf um die Meisterschaft eine Favoritenrolle einnehmen. Ob die Meisterschaft im kommenden Frühjahr vom TSV auch für den Aufstieg genutzt werden kann, wird den Vereinsverantwortlichen im Rheinland sicher Kopfzerbrechen bereiten. Die Aufstiegsangebote der letzten Jahre hatte Leverkusen regelmäßig abgelehnt. Die 1. Bundesliga strebt aber nun ab Herbst 2021 die Aufstockung der Liga auf zunächst 14 Vereine an und sichert den potentiellen Aufsteigern sogar finanzielle Unterstützung zu. Und doch ist der Aufstieg in die oberste Spielklasse vor allem finanziell ein ganz erheblicher Sprung, den man sich nicht nur zutrauen, sondern vor allem durch Gelder auch untersetzen muss. Wir sind gespannt, wie sich die Verantwortlichen beim TSV entscheiden.

Nach dem obligatorischen Coronatest trainierten auch die Damen des BBSC Berlin mit viel Einsatz: Die volleyballlose Zeit soll erst einmal überwunden werden. Die Quarantänezeiten sowie die von der Liga verfügte Spielpause haben ihre Spuren hinterlassen: Die übliche Verletzungsanfälligkeit nach solcher Situation, dazu lange Zeit ohne Spielpraxis und ohne das Üben der vielen Selbstverständlichkeiten und Automatismen auf dem Feld müssen die Trainer einkalkulieren. Deshalb dürfte das Team von Trainer Hinz gegen die Gäste nur in einer Außenseiterrolle stehen. Von Anfang an ist die Berliner Mannschaft aufgefordert, mit höchstmöglicher Konzentration aufzutreten. Die vom Besuch des Spiels ausgeschlossenen Fans können die Mannschaft wegen der aktuellen Corona Auflagen nicht unterstützen. BBSC Kapitänin Katharina Kummer bleibt nur die Empfehlung des „gut funktionierenden Livetickers der VBL – so seid Ihr immer ganz aktuell auf dem neuesten Stand! Drückt uns die Daumen!“

Quelle: Burkhard Kroll

Wochenende der Unentschieden

Hertha hat verdient bei Borussia Mönchengladbach einen Punkt geholt. Inwiefern dabei der Erfolg des Gegners in der Champions-League und somit ein mögliches nachlassen der Konzentration eine Rolle gespielt haben könnte, der Trainer Marco Rose wollte dem entgegensteuern. Er brachte sechs frische Kräfte, im Tor stand die Nummer zwei Tobias Sippel. Sein Kollege bei der Hertha nahm nur zwei Wechsel vor. Matheus Cunha fehlte ohnehin gelb gesperrt.

Hertha ließ von Anfang an keine Zweifel daran aufkommen, dass sie vom Niederrhein was mitnehmen wollten. Es hätte mehr als nur ein Punkt werden können. In der 47. Minute erzielte Matteo Guendouzi nach Vorarbeit von Vladimir Darida das 1:0. Es war der erste Bundesligatreffer für den Franzosen. Breel Embolo antwortete für Gladbach in der 70. Minute. In dem offenen Spiel hatten bis zum Schlusspfiff beide ihre Möglichkeiten für den Siegtreffer. Das er nicht gelang, dafür waren auch gute Torhüterleistungen auf beiden Seiten verantwortlich. Hertha scheint zudem endlich zu einer besseren mannschaftlichen Geschlossenheit zu finden. Die Abwehr wirkte stabil und die Ballverluste im Aufbauspiel konnten weiter verringert werden. Die Laufbereitschaft war höher als bei den Gladbachern. Sie liefen fast zwei Kilometer mehr als der Gegner. Weiter verbesserungswürdig ist dagegen die Passquote, 76% der Anspiele erreichten ihren Adressaten.

Die Hertha sammelte also einen Punkt und kann in der bevorstehenden englische Woche gegen Mainz im Olympiastadion und auswärts in Freiburg versuchen, das Punktekonto bis Weihnachten weiter aufzufüllen.

Etwas später am Abend hatten in Berlin-Köpenick die Eisernen den FC Bayern zu Gast.

Das Unentschieden des 1. FC Union gegen den großen FC Bayern ist ein gefühlter Sieg. Chapeau! Eindrucksvoll bewiesen die Berlin-Köpenicker was mit mannschaftlicher Geschlossenheit und enormer Laufbereitschaft im Fußball möglich ist. Wer gedacht hatte, dass ohne Max Kruse die Chancen auf ein gutes Abschneiden noch geringer sind, wurde schnell eines Besseren belehrt.

Zwei Faktoren waren entscheidend. Laufen und Laufen, am Ende des Spiels hatten die Gastgeber über 5 Kilometer mehr runter gespult als der amtierende Gewinner der Champions League. Der Tracker zeigte 122,04 km für die Köpenicker, während der FC Bayern mit 116,58 km im Gesamtwert gemessen wurde. Neben der Laufbereitschaft waren die Standards wichtig. Die nicht immer sattelfeste Bayern-Abwehr gestattete vier Eckbälle und alle wurden gefährlich. Gleich der erste im Spiel saß. Nach nur vier Minuten landete der Ball im Tor der Bayern. Ursache war ein von Manuel Neuer abgewehrter Torschuss von Taiwo Awoniyi. Diese Führung hielt bis zur 67. Minute, Kingsley Coman lässt im Dribbling Marius Bülter und Christopher Trimmel aussteigen und Robert Lewandowski kann trotz Bedrängnis durch Christopher Lenz abstauben.

Der Ausgleich war verdient. Den berühmten Bayern-Dusel verhindert Unions Torwart Andreas Luthe mit einer Weltklasse-Reaktion in der 89. Minute, wieder ein überragendes Dribbling von Coman, Anspiel auf den eingewechselten Leroy Sane, doch sein Kopfball findet seinen Meister und so wurde es nichts mit einem Arbeitssieg für den FC Bayern.

Urs Fischer fasste das Spiel so zusammen: „Ich glaube heute haben wir die Möglichkeiten gehabt, das Spiel zu gewinnen. In den entscheidenden Szenen waren wir allerdings ein bisschen zu unpräzise und vielleicht auch zu unruhig. Auf der anderen Seite hätte es aber auch nochmal einschlagen können, deshalb bin ich wirklich zufrieden mit dem Punkt. Gegen den FC Bayern braucht es eine tolle Mannschaftsleistung um zu punkten, das hat meine Mannschaft heute sehr gut gemacht“.

Für die Eisernen geht es am Dienstag, 15.12. bei den bemerkenswert stark aufspielenden Stuttgartern weiter. Ihr Auftritt in Dortmund bedeutete das Ende von Trainer Lucien Favre. Er wurde nach der 1:5 Pleite einen Tag später entlassen. Die Dortmunder dann am Freitag, 18.12. der Gegner in der Alten Försterei.

Hans-Peter Becker

Volleyball 2. Bundesliga – BBSC Damen spielen gegen Dingden

Am Sonntag, den 08. November 2020 empfängt der BBSC Berlin um 15:00 Uhr Blau-Weiß Dingden in der Köpenicker Hämmerlinghalle. Dabei will der BBSC an den Auswärtserfolg des vergangenen Wochenendes anknüpfen. Wegen des angeordneten Lockdowns sind in der Hämmerlinghalle keine Zuschauer zugelassen.

Die Gäste aus Dingden können auf ein eingespieltes Team setzen, das seit Jahren eine fantastische Abwehrarbeit auf dem Feld präsentiert. Fundament des Vereins ist seit Jahren die außergewöhnlich starke eigene Nachwuchsarbeit. Es ist sehr beeindruckend, wie die Dingdener immer wieder Spielerinnen aus ihren Reihen für die 2. Liga aufbauen können. Die hohe Bindung an das heimatliche Umfeld über Jahre ist immer ein Trumpf des Teams aus dem Kreis Wesel gewesen. So ist auch das Grundgerüst der Mannschaft aus der letzten Saison geblieben. Nur eine Spielerin hat ihre Karriere beendet. An der Linie steht wieder der Niederländer Marinus Wouterse, der über reichlich Trainererfahrung verfügt und schon die Niederländische U17 Nationalmannschaft betreut hat.

Die Ergebnisse der Mannschaft aus dem fast 580 km entfernten Volleyballdorf nahe der niederländischen Grenze sind nach den ersten 7 Spielen der Saison ausgesprochen positiv. Gegen die Liga-Favoriten Stralsund und Köln holte Dingden jeweils auswärts zwei Sätze  – zuletzt wurde Borken 3:1 zu Hause geschlagen. Borken zeigte sich im Spilebericht ausgesprochen beeindruckt von dem eingespielten Auftreten der Dingdener.

Für den BBSC Berlin wird das Spiel gegen die Gäste ein wichtiger Meilenstein, wenn man sich weiter in Richtung erweiterte Tabellenspitze  bewegen möchte. Dazu will die Mannschaft mit der Konzentration auftreten, die am vergangenen Wochenende beim VfL Oythe präsentiert wurde. Die Mannschaft hat hart trainiert und fiebert dem Spiel entgegen. BBSC-Kapitänin Katharina Kummer verschwendet keine Energie, wegen des vom Spiel wegen der Coronaauflagen ausgeschlossenen Publikums zu wehklagen: „Wir bedauern natürlich, dass uns unsere treuen Fans nicht unterstützen können. Aber als Sportler sind wir es gewöhnt, mit ganz unterschiedlichen Herausforderungen umzugehen. Und unseren Fans wollen wir den gut funktionierenden Liveticker der VBL empfehlen – so seid Ihr immer ganz aktuell auf dem neuesten Stand! Drückt uns die Daumen!“

Quelle: Burkhard Kroll/BBSC Berlin

Ein Neuer aus Japan für Union

Verstärkung aus der J-League: Union verpflichtet Nationalspieler Keita Endo

 Der 1. FC Union Berlin verstärkt seine Offensive für die kommende Saison und verpflichtet Flügelstürmer Keita Endo vom japanischen Erstligisten Yokohama F. Marinos.

​Der 175 cm große Offensivspieler, der in Japans höchster Spielklasse vorwiegend auf der linken Außenbahn zum Einsatz kam, entstammt der Nachwuchsabteilung der Yokohama F. Marions und absolvierte bisher insgesamt 141 Partien in Liga, Pokal und der Asiatischen Champions League. Dabei gelangen dem 22-Jährigen 16 Treffer, sowie 22 Vorlagen. Nachdem Endo die japanischen Nachwuchsnationalmannschaften durchlief feierte der Linksaußen im Dezember 2019 sein Debüt in der A-Nationalmannschaft Japans für die er mittlerweile zwei Spiele bestritt. 

„Ich bin sehr stolz den Schritt in die Bundesliga gehen zu können und mein Können in einer der besten Ligen der Welt zeigen zu dürfen. Ich habe sehr viel Gutes vom Verein und der Stadt gehört und bin froh schon bald im Stadion An der Alten Försterei aufzulaufen“, freute sich Keita Endo nach seiner Unterschrift.

„Wir haben Keita Endo lange beobachtet und freuen uns, dass er sich für den Schritt nach Köpenick entschieden hat. Keita ist ein sehr interessanter Spieler mit tollen Anlagen, der uns mit seiner Schnelligkeit und Technik weiterhelfen kann. Jetzt gilt es ihn so schnell wie möglich zu integrieren und ihm das Ankommen in Deutschland so gut wie möglich zu gestalten, damit er sein volles Potenzial in der Bundesliga unter Beweis stellen kann“, kommentierte Oliver Ruhnert, Geschäftsführer Profifußball, den Transfer.

Der 1. FC Union Berlin leiht Keita Endo bis zum 30.06.2021 von den Yokohama F. Marinos, eine Kaufoption wurde vereinbart.
Quelle: 1. FC Union Berlin

Keine Punkte für die Eisernen

Die großen Bayern waren da und fast keiner durfte direkt dabei sein. Im Fernsehen wirkte das Spiel wie eine Umarmung unter Vollschutz. Rund um das Stadion an der Wuhlheide wurden 400 Polizisten aufgeboten. Ein paar Unentwegte waren gekommen, um wenigstens einen kleinen Blick auf das Stadion zu erhaschen. Zwei besonders Mutige waren auf einen Baum geklettert und wurden von den Sicherheitskräften per Platzverweis am weiteren zuschauen gehindert. Der Rest fotografierte artig durch den Zaun und ging wieder nach Hause oder fand noch einen Platz einer Kneipe mit Sky-Empfang.

Im Stadion war es ruhig. Man konnte das Zwitschern der Vögel und das Rauschen des Windes hören. Wer es in normalen Zeiten nicht bekommen hatte, erstaunlich, was sich die Spieler alles so zurufen. Mit deutscher Gründlichkeit wurde das Konzept zur Hygiene umgesetzt, teilweise bis zur Albernheit. Es erschließt sich nicht, dass die Sky-Reporter vor der Kamera, an der frischen Luft, Masken trugen.

Zum sportlichen dieser Veranstaltung: Die Eisernen hielten das Spiel lange offen, waren trotzdem gegen die Bayern auf verlorenem Posten. Müßig, darüber zu spekulieren ob es mit ihrem lautstarken Publikum im Rücken viel anders gekommen wäre. Markus Hoffmann vertrat seinen Chef Urs Fischer, der wegen eines Trauerfalls in seiner Familie, die Mannschaftsquarantäne verlassen hatte.

Im Sturm durfte Anthony Ujah für Sebastian Andersson starten und in der Abwehr ersetzte Keven Schlotterbeck, den gelb-gesperrten Marvin Friedrich. Im Mittelfeld bekam Grischa Prömel den Vorzug, so dass Christian Gentner zunächst mit vorschriftsmäßigen Mundschutz von der Bank aus zusah.

Die erste Halbzeit verlief ereignisarm. Die Führung in der 40. Minute fiel nach einer unglücklichen Aktion des erfahrenen Neven Sobotic, der im Strafraum gleichzeitig Ball und Gegner traf. Den unstrittigen Strafstoß verwandelte Robert Lewandowski sicher. Die Eisernen liefen mit enormen Aufwand die Räume zu, konnten aber kaum etwas für den eigenen Spielaufbau tun. Es sprangen lediglich 9 Torschüsse und 2 gute Chancen heraus. Die Bayern brauchten 80. Minuten um den Sack zuzubinden. Benjamin Pavard beförderte einen Eckball per Kopf ins Tor.

Die Bayern waren auf das Spiel der Eisernen gut vorbereitet. Die Versuche der Hausherren mit langen Pässen zum Erfolg zu kommen wurde von den Bayern erfolgreich unterbunden. In der Feinabstimmung müssen beide weiter zulegen, die erzwungene Spiel- und Trainingspause war deutlich zu bemerken. Bayern-Trainer Hansi Flick sprach nach dem Spiel von einem Arbeitssieg.

Mit dieser Niederlage bleiben die Köpenicker in der Tabelle einen Punkt hinter dem Rivalen aus Berlin-Charlottenburg. Am kommenden Freitag, 22.05. 2020 ist es wieder soweit, Derbytime unter Corona-Bedingungen.

Hans-Peter Becker

1. FC Union Berlin: Gikiewicz – Hübner. Schlotterbeck, Subotic – Trimmel, Andrich (70. Gentner), Prömel (85. Kroos), Lenz – Ingvartsen (81. Mees), Ujah (70. Andersson), Bülter (85. Ryerson)

FC Bayern München: Neuer – Pavard, Boateng, Alaba, Davies – Kimmich, Goretzka (71. Coman), Thiago – Müller (90. Cuisance), Lewandowski, Gnabry (85. Perisic)

Tore: 0:1 Lewandowski (40. FE), 0:2 Pavard (80.)

Ostbevern beim BBSC Berlin zu Gast

Wenn am Sonntag, den 1. März 2020 um 14:00 Uhr der BBSC in der Hämmerlinghalle den BSV Ostbevern zum Zweitligaspiel begrüßt, kommt eine nicht ganz typische Mannschaft nach Köpenick.

Ein bisschen erinnert die Story um die Gemeinde im Münsterland an die erfolgreichen Zeiten der Volleyballabteilung des Köpenicker SC mit ihrem kometenhaften Aufstieg vor 20 Jahren: Der Verein aus dem Kreis Warendorf leistete eine grandiose Aufbauarbeit. Mit eigener Nachwuchsförderung brachte er eine über Jahre gewachsene und in weiten Teilen aus „Dorfkindern“ bestehende Mannschaft hervor. Der BSV ist in den vergangenen sechs Jahren viermal aufgestiegen. Absolute Spitzenspielerin des Teams ist die 56fache Exnationalspielerin Wiebke Silge, die in Ostbevern aufgewachsen ist. Silge bringt vier Jahre Bundesliga-Erfahrung vom USC Münster und SC Potsdam mit. Zudem nahm die 1,90m-Mittelblockerin mit der deutschen Nationalmannschaft an einer Welt-  und an einer Europameisterschaft teil. So manches Mal macht Wiebke den Unterschied auf dem Feld aus. „Aber sie schafft auch viele Räume für andere, weil sich der Gegner oft auf sie konzentriert“ formuliert Ostbeverns Trainer Dominik Münch. Die sympathische und ruhige Westfälin hat sich nach ihrem sehr frühen Rücktritt vom absoluten Leistungssport (2017 mit 20 Jahren!) und dem nachfolgenden Studienbeginn wieder völlig unkompliziert in die Ostbeverner Mannschaft integriert – sie macht keinen Rummel um ihre Person.

Als Aufsteiger hat der BSV in der Liga hart gegen den Abstieg zu kämpfen. Beim Auswärtsspiel des BBSC im November trumpften die Berlinerinnen mit einem 3:0 Erfolg auf. Doch auch gegen solche Gegner muss erst einmal gewonnen werden. Zu schnell kann der Schlendrian Einzug halten – bei der Leistungsdichte der Liga sind schnell die Punkte verloren. „Wir wollen die Konzentration hochhalten und unseren Fans einen schön herausgespielten Sieg am Sonntagnachmittag präsentieren“, so BBSC-Kapitänin Katharina Kummer. Mit der entsprechend guten Stimmung von den Rängen und einer Teamleistung auf dem Feld sollte der Sonntagnachmittag ein kleines Volleyballfest werden. Freuen wir uns auf ein attraktives Heimspiel!

Quelle: Burkhard Kroll/BBSC Berlin

Hertha holt einen Punkt und Union verliert tragisch

Ein Herthaner und ein Eiserner schafften es in die Kicker-Elf des Spieltages. Nomminiert wurden zwei Verteidiger, der Blau-Weiße
Dedryck Boyata und der Rot-Weiße Michael Parensen. Die Gesamtausbeute für beide Berliner Proficlubs betrug nur ein einziger Punkt. Mal abgesehen vom 10. Spieltag, wo beide gegeneinander spielten, gewannen beide an einem Spieltag niemals gemeinsam. Am letzten Spieltag der Hinrunde erkämpfte sich die „Alte Dame“ ein gerechtes Unentschieden gegen die Borussia aus Mönchengladbach. Es war ein 0:0 der leicht besseren Sorte. In der 1. Halbzeit war Hertha besser, nach der Pause steigerten sich die Gäste und das Ergebnis gab den Spielverlauf wieder. Herthas Trainer Jürgen Klinsmann hat es geschafft, die Mannschaft zu stabilisieren, jetzt muss an den auch gegen Gladbach nicht zu übersehenden Schwächen im Aufbauspiel gearbeitet werden. Das Spiel erinnerte ein bisschen an die Zeiten von Pal Dardai.

Einen Tag später waren die Eisernen in Düsseldorf gefragt. In Abwandlung des Spruches „never change the winning System“ traten die Eisernen am Rhein mit gewohnter 3er bzw. 5er Kette in der Abwehr an. Für die von Friedhelm Funkel trainierten Düsseldorfer war das, wie zuvor für die TSG Hoffenheim, keine Überraschung, sie waren vorbereitet. Beide neutralisierten sich in der kampfbetonten Auseinadersetzung. Der Fußballgott spielte den Weihnachtsmann für die abstiegsbedrohten Düsseldorfer. Rouwen Hennings durfte ein Traumtor aus dem Nichts schiessen, zwischenzeitlich gab es ein kleines Fußballmärchen für den Union Oldie Michael Parensen. Er ist der einzige noch aktive Spieler, der damals schon half, den Aufstieg in die 2. Bundesliga zu erkämpfen. Mit dem Spiel in Düsseldorf kommt er aktuell auf 230 Einsätze im Trikot der Eisernen, dazu weitere 11 Spiele im DFB-Pokal. In Düsseldorf erzielte er im zarten Alter von 33 Jahren sein erstes Tor in der Bundesliga. Leider ohne Bedeutung für den Spielausgang. In der Nachspielzeit verließ das Matchglück die Gäste aus Berlin. Es lief bereits die Nachspielzeit, als ein Schuss oder war es eine verunglückte Flanke, jedenfalls war der Ball im Tor und es stand 1:2 aus Sicht der Eisernen. Schade, jetzt wird es wieder enger im Kampf gegen den Abstieg. Paderborn, Köln und eben Düsseldorf haben Boden gut machen können.

Jetzt erst einmal die Feiertage genießen, Hertha hat 19 Punkte und sogar einen Punkt mehr hat der Aufsteiger aus Köpenick, das ist doch alles nicht so schlecht.

Hans-Peter Becker

Sieg und Remis – Punkte für die Berliner Profi-Clubs

Der 1.FC Union hat es schon wieder getan und einen Heimsieg eingefahren. Der achte Heimauftritt brachte den fünften Sieg, nur zwei Teams haben bisher mehr Heimpunkte geholt, Gladbach und Dortmund. Würde nur die Heimtabelle zählen, wären die Eisernen auf Kurs Champions-League. Nur so nebenbei, die Bayern haben aktuell zu Hause erst 13 Zähler auf die Habenseite bringen können. „Für einen kurzen Augenblick werden wir die Situation genießen, dann geht es konzentriert weiter. Wir haben noch nichts erreicht, die 19 Punkte reichen am Ende nicht für den Klassenerhalt“, so äußerte sich Unions Mittelfeldspieler Christian Gentner nach dem 2:0 Sieg gegen den 1. FC Köln am 14. Spieltag der Bundesliga.

Das Stadion war, inzwischen selbstverständlich, restlos ausverkauft. Wer über eine Eintrittskarte verfügte oder auf anderen Wegen unter den Augenzeugen weilen durfte, wusste was geboten wird. Bedingungsloser Kampf, kein Hochglanzfußball und genauso bedingungslose Unterstützung von den Rängen. Es passt im Moment alles beim 1. FC Union. Trainer Urs Fischer hat die optimalen settings gefunden, ein Spielsystem das funktioniert. Für das Spiel gegen Köln musste kurzfristig Neven Subotic in der Innenverteidigung ersetzt werden. Für ihn kam Publikumsliebling Michael Parensen in die Startelf und ein anderer Liebling durfte zum zweiten Mal in der Saison am Spielanfang auflaufen, gemeint ist Sebastian Polter. Die Anfangsphase gehörte etwas mehr den Gästen. In der 14. Minute vertändelten sie einen guten Angriffsversuch und in der 23. Minute musste Rafal Gikiewicz einen Freistoß aus der Torecke kratzen. Weiter ging es in der 26. Minute, da setzte Simon Terodde nach einer Flanke von Dominik Drexler den Ball nur knapp neben den Pfosten. Der Freistoß in der 29. Minute aus aussichtsreicher Position hätte die Führung sein müssen, erneut riesig gehalten. Dann kam es wie es kommen musste, erst hat man kein Glück und dann kommt Pech dazu. Kölns Birger Verstraete rutscht an der eigenen Strafraumgrenze aus, die Plätze werden im Dezember nicht besser, das eröffnete eine Schusschance für Sebastian Andersson. Der Ball wurde von Timo Horn zur Ecke geklärt. Erneut war Andersson zur Stelle und drückte den von seinem Kapitän Christopher Trimmel getretenen Eckball per Kopf in die Maschen.

In der 50. Minute war es erneut Andersson, ein Steilpass von Gentner, Schnelligkeit und technisches Können und der Ball war über der Linie. Anschließend hatten die Eisernen alles im Griff und verwalteten mit gewohntem Einsatz den Vorsprung. Der Mann des Spiels war zweifelsohne der Schwedische Nationalspieler in den Reihen der Eisernen, Sebastian Andersson. Er verdiente sich ein Sonderlob, nicht allein wegen seiner Saisontreffer sieben und acht, jetzt Platz vier der Torjägerwertung zusammen mit Marco Reus von Borussia Dortmund, immer anspielbar und sehr ballsicher.

Nach dem Schlusspfiff gab es Riesenjubel und eine Spitze in Richtung Köln. „Wir brauchen keinen Karneval, Unioner feiern überall.“

Der Spieltag wurde eröffnet mit der Partie des anderen Berliner Clubs. Lange sah nach einem Sieg für die „Alte Dame“ in Frankfurt aus, am Ende wurde es immerhin ein Punktgewinn. In der Tabelle hat der Aufsteiger aus Köpenick vor dem 15. Spieltag sieben Punkte Vorsprung vor den Herthanern.

Ihr Zwischenziel haben die Eisernen vorfristig erreicht, die jetzt noch ausstehenden drei Partien im zu Ende gehenden Jahr ihres Bundesligaaufstiegs, sind wie ein zusätzlicher Bonus. Im Blau-Weißen Lager werden sie ein bisschen neidisch in Richtung Köpenick blicken. Aus wenig bislang viel gemacht wurde bei den Eisernen, während die Alte Dame ihre Unpässlichkeit noch nicht ganz überwunden zu haben scheint. Dass sie nicht auf dem Relegationsplatz der nächsten Aufgabe entgegen schaut verdankt sie der Klatsche, die Fortuna Düsseldorf in Dortmund bezog.

Hans-Peter Becker