Ein Fleißpunkt für jeden – Unentschieden im Jahnsportpark

Es war Totensonntag in Berlin und das Wetter tat alles, um sich dessen würdig zu erweisen. Der Spielbeginn der Drittliga-Partie zwischen Viktoria und den Würzburger Kickers war für 13:00 Uhr angesetzt. Trotz der mittäglichen Stunde strahlten die Flutlichter. Der Absteiger aus Franken muss aufpassen, nicht in die Regionalliga durchgereicht zu werden. Der Saisonstart war ein Desaster. Der erste Saisonsieg gelang erst am 9. Spieltag, Sportdirektor und Trainer mussten gehen. Jetzt sind sie auch noch coronageschädigt.

So waren im Kader der Kickers einige Akteure, die erst drei Tage vor dem Spiel die häusliche Quarantäne beenden durften. Viktoria hatte zwar kein Problem mit der Pandemie, allerdings einige schmerzvolle Ausfälle zu verkraften. So waren Kapitän Christopher Menz und Innenverteidiger Patrick Kapp rot-gesperrt.

„Für uns stand die Frage, wie lange wird die Kraft reichen?“ Es reichte nicht ganz. In der ersten Halbzeit versuchten die Gäste hoch zu verteidigen und Viktoria bereits im Spielaufbau zu stören. In der 8. Minute ließ sich Yannis Becker den Ball abluchsen und war passiert. Die Gäste führten. Mirnes Pepic hatte mit einem genau gezirkelten Schuss in den Dreiangel Viktorias Schlussmann überwunden. Er bekam dafür sogar ein Kompliment von Viktorias Trainer Benedetto Muzzicato . „Julian Krahl auf diese Art und Weise zu überwinden, das schafft nicht jeder.“

In der ersten Halbzeit sah es nicht gut aus für die himmelblauen Berliner. „In den ersten 25 Minuten wollten wir es erzwingen und haben nicht unseren Matchplan verfolgt, die Bälle zu früh verloren. Das war nicht gut.“ So kommentierte der Trainer das Geschehen.

Es wurde besser in der zweiten Halbzeit. Kurz nach Wiederbeginn hatte Falcao die Riesenchance zum Ausgleich. Viktoria übernahm das Kommando und drängte auf den Ausgleich. Auf der Bank saß wieder Torjäger Tolgay Cigerci. In der 71. Minute betrat er das Spielfeld für Falcao und in der 75. Minute verwandelte er einen Foulelfmeter und in der Nachspielzeit sogar die Möglichkeit für den Siegtreffer.

Die Gäste waren nach dem Schlusspfiff sichtlich erleichtert. Sie freuten sich mehr den errungenen Punkt. Seit Danny Schwarz in Würzburg das Zepter übernommen hat, haben die Kickers noch nicht verloren.

„Wir hatten viele Ballbesitzphasen, wollten nach vorne spielen. Das ist unsere Philosophie. Mich nervt, dass wir nicht gewonnen haben. Dennoch nehmen wir den Punkt dankend mit, weil wir wissen, wo wir herkommen.“ In diesen Worten des Viktoria-Trainers schwang etwas Enttäuschung mit.

Hans-Peter Becker

3. Liga 16. Spieltag

21.11.2021 13:00 Uhr Jahnsportpark Berlin

FC Viktoria 89 Berlin – Würzburger Kickers 1:1 (0:1)

Berlin: Krahl – Gunte, Lewald, Hahn – Pinckert, Jopek, Becker, Beyreuther – Küc (84. Seiffert), Lucas Falcao (71. Cigerci), Ogbaidze (63. Verkamp).

Würzburg: Bonmann – Waidner, Schneider, Kraulich, Lungwitz – Meisel, Pepic, Atmaca (70. Adigo), Kopacz, Heinrich (82. Nikolov) – Pourié (76. Strohdiek).

Tore: 0:1 Pepic (8.), 1:1 Cigerci (75., Foulelfmeter).

Gelbe Karten: Meisel (70.), Kraulich (72.), Nikolov (88.)

Schiedsrichter: Kessel (Düsseldorf).

Zuschauer: 846

Spätes Glück – Viktoria gewinnt im Aufsteigerduell gegen Dortmund II

In der 3. Liga tummeln sich auch die 2. Mannschaften von Borussia Dortmund und dem FC Freiburg. Ob es zur Attraktivität der Liga beiträgt, ist eher zu bezweifeln. Rein vom Standpunkt des Fußballs betrachtet bringen sie ein hohes Niveau mit ein. Sie sind Ausbildungsmannschaften Nachwuchsspieler haben hier die Chance sich gegen gestandene Profis zu beweisen.

Am 14. Spieltag stellte sich Borussia Dortmund II im Jahnsportpark bei der Berliner Viktoria vor. Beides sind Neulinge in der Liga, in der Tabelle eng beieinander und mit ähnlichem Saisonverlauf. Nach einer längeren Phase des Abtastens zeigte sich die größere individuelle Klasse der Gäste. Bekanntester Spieler aufseiten der Gäste war Dan-Axel Zagadou, der großgewachsenen französische Innenverteidiger kann auf bisher 13 Einsätze in der Championsleague verweisen. Dieser Spieler war es dann auch, der 26. Minute mit seinem Aufbaupass auf Berkan Taz, für die erste verheißungsvolle Torchance im Spiel sorgte. Taz legte die Kugel gekonnt auf Richmond Tachie, dessen Schuss geht rechts am Tor vorbei. Dortmund wurde in dieser Phase immer stärker. Doch in der 38. Minute bekamen sie die kalte Dusche. Ausgangspunkt war ein misslungener Befreiungsschlag von Dortmunds Torwart, der wurde von Viktorias Erhan Yilmaz abgefangen, Enis Küc geht sofort steil und erzielt den ersten Treffer der Partie förmlich aus dem Nichts.

Noch vor der Halbzeitpause schlugen die Jung-Borussen zurück. Torschütze war Berkan Taz, ein gebürtiger Berlin, fußballerische Ausbildung bei den Reinickendorfer Füchsen und Hertha 03. Vor der Saison war er vom 1. FC Union nach Dortmund gewechselt. Mit dem 1:1 ging es in die Pause. Die Dortmunder waren bis dahin das bessere Team.

In der zweiten Halbzeit änderte sich das Bild im sonnendurchfluteten Jahnsportpark. Das Momentum änderte sich allmählich. Es begann mit einer Riesenchance für die Viktorianer durch Sofian Benyamina, der schießt nur den Keeper an und den Nachschuss kann Küc nicht im Tor unterbringen. Es schließen sich zwei gute Möglichkeiten für Dortmund an und wieder haben die Gäste mehr Ballbesitz. In der 64. Minute nahm Viktorias Trainer Benedetto Muzzicato einen Doppelwechsel vor. Es fehlte bis dahin an der Präzision im Angriffsspiel. Das lag auch am Fehlen vom Mittelfeldantreiber Björn Jopek, der kurzfristig ausfiel. Mit der Einwechselung von Lucas Falcao und Deji Beyreuther kam mehr Präzision und somit mehr Druck ins Spiel.

Die Erlösung kam in der 86. Minute eine schöne Einzelleistung des eingewechselten Falcao brachte die Entscheidung. Enttäuschung bei den Dortmundern, lange sah es so aus, als könnten sie was mitnehmen. „Das zieht sich bei uns wie ein roter Faden durch die letzten drei Spiele. Wir sind dominant, haben viel Ballbesitz, leider fehlt uns in den Abschusssituationen die Präzision und es passiert in der Abwehr der eine Fehler zu viel. Diese Aussetzer müssen wir abstellen, wir sind eine junge Mannschaft und müssen lernen, notfalls einen Ball über die Seitenauslinie zu klären.“ Enrico Maaßen musste so die dritte Niederlage in Folge seines Teams erklären.

„Dortmund war in den ersten 35 Minuten klar das bessere Team und hat uns dominiert. Wir waren viel zu passiv und sind dann glücklich in Führung gegangen, lassen aber auch wieder einen Gegentreffer zu kurz vor der Pause. Daher haben wir anschließend ohne Wechsel etwas umgestellt. Ich wollte den Jungs die Chance geben, mit einer anderen Idee in die zweite Halbzeit zu gehen. Und das hat dann auch gepasst. Wir hatten anschließend viele gute Momente. Für Enes und Falcao freut es mich sehr, aber auch für Shalva Ogbaidze, der heute seinen zweiten Assist geben konnte. Die drei Punkte nehmen wir gerne mit gegen ein gutes Team mit einem guten Trainer.“, so fasste Viktorias Trainer das Geschehen zusammen.

Hans-Peter Becker

30.10.2021 3. Liga 14. Spieltag

14:00 Uhr Jahnsportpark

FC Viktoria 98 – Borussia Dortmund II 2:1(1:1)

2.458 Zuschauer

Mannschaftsaufstellung FC Viktoria Berlin 98

Krahl – Gunte – Kapp – Lewald – Becker – Yilmaz (64. Beyreuther) – Menz (80. Theisen) – Pinckert – Seiffert (64. Falcao) – Küc – Benyamina (82. Ogbaidze) (5-3-2)

Berliner Profifußball im Überblick

Es war alles dabei, was die Berliner Proficlubs an Ergebnissen zu bieten hatten. In der 3. Liga bot Aufsteiger Viktoria beim Spitzenreiter 1. FC Magdeburg einen großen Kampf. Ein Auswärtspunkt lag durchaus im Bereich des möglichen. Schmerzlich wird Torjäger Tolcay Cigerci (bisher 6 Tore und 5 Vorlagen9 vermisst. Lucas Falcao lief in der 46. Minute allein auf das Magdeburger Tor zu und hatte nicht die Nerven, um den Ball im Tor unterzubringen. Auch die Magdeburger scheiterten reihenweise, so blieb der Treffer von Connor Krempicki, nach bereits vier Minuten der Einzige der Partie. Viktorias Trainer Benedetto Muzzicato blieb seiner offensiv ausgerichteten Linie treu und lobte den Auftritt seiner Mannschaft. Allerdings lässt sich nicht leugnen, dass die Ergebniskrise bei den Himmelblauen weiter anhält. Aus den letzten fünf Spielen wurde lediglich ein Punkt geholt. Am nächsten Spieltag kommt die zweite Vertretung von Borussia Dortmund in den Jahn-Sportpark.

Einen Vertreter in der 2. Bundesliga hat Berlin zur Zeit nicht zu bieten. In der Beletage des deutschen Fußball agieren Hertha BSC und der 1. FC Union. Die „Alte Dame“ löste ihre Heimaufgabe mit dem 1:0 Sieg gegen Borussia Mönchengladbach. Ein hart geführtes Spiel, wenig Torchancen, es war wenig ansehnlich. Immerhin war das Olympiastadion nach den aktuell gültigen Corona-Regeln ausverkauft. Es war nicht schön, dafür erfolgreich und wird für weiteres Selbstvertrauen sorgen. Dazu ein Hoch auf den Videobeweis, er bewahrte Hertha vor einem Rückstand. Die nächsten Gegner sind auswärts, die TSG Hoffenheim, dann kommt Bayer Leverkusen und die Alte Försterei.

So haben wir die Überleitung zu den Eisernen, die mit einer gefühlten Niederlage aus Stuttgart zurückkamen. Sie hatten am Sonntagabend die Sache im Griff, allerdings müssen sie sich ankreiden lassen, nicht energisch genug auf das zweite Tor gegangen zu sein. So kam es wie kommen musste, die nie aufsteckenden Stuttgarter, seit der 57. Minute sogar in Unterzahl, schafften noch den Ausgleich. In der 3. Minute der Nachspielzeit landete ein abgefälschter Schuss von Faghir im der Tor Eisernen. Sie hatten es tatsächlich vermasselt, während der VfB sein Glück kaum fassen konnte.

“Wir hatten den Gegner und den Ball im Griff und waren sehr gut im Spiel. Am Schluss musst Du den Sack zumachen, wenn sich die Möglichkeiten ergeben. Stuttgart hat mit einer Chance den Ausgleich erzielen können. Aber ich bin sehr zufrieden mit dem, was die Mannschaft heute gezeigt hat, nach einem sehr schwierigen Auswärtsspiel in Rotterdam. Sie verdient ein großes Kompliment.” so fasste Urs Fischer das Spiel seiner Mannschaft zusammen.

Hertha und Union sind jetzt im Pokal gefordert. Bereits am kommenden Dienstag, 26.10. muss Hertha in Münster beim Regionallisten ran. Union reist einen Tag später nach Mannheim und will gegen den Drittligisten SV Waldhof weiterkommen.

Hans-Peter Becker

Viktoria siegt weiter – erste Auswärtsniederlage für den SV Wehen Wiesbaden

Stell Dir vor, es gibt ein Spitzenspiel und fast keiner will es sehen. Diese Kuriosität ereignete sich am 8. Spieltag der 3. Liga. Aufsteiger Viktoria empfing den SV Wehen-Wiesbaden, immer hin, der Tabellenzweite gegen den Tabellenvierten, zudem beide punktgleich mit 14 Zählern. Es waren nach offizieller Zählung exakt 1.124 Zuschauer, darunter mögen 20 Anhänger aus Wiesbaden gewesen sein, die gut zu hören waren.

Beim Warmmachen gegrüßten die Viktorianer Björn Jopek und Christoph Menz den Wiesbadener Geschäftsführer Nico Schäfer. Man kennt sich aus gemeinsamen Tagen beim 1. FC Union Berlin. Die Eisernen spielen in der Beletage des deutschen Fußballs und sollten anderthalb Stunden nach dem Anpfiff im Prenzlauer Berg etwa 20 Kilometer entfernt ihre Aufgabe in Angriff nehmen.

Viktoria hatte gleich Erfolg, ein frühes Tor von Lucas Falcao in der 4. Spielminute beruhigte die Nerven. Die Gäste ließen sich dadurch nicht beeindrucken und drängten auf den Ausgleich. Nach einigen Schwimmfesten in der Viktoria-Abwehr war es dann in der 29. Minute so weit, Viktoria lief in einen Konter und John Iredale traf zum 1:1. Es war nicht unverdient.

Pressekonferenz nach dem Spiel Viktoria vs SV Wehen Foto: © Becker

Pünktlich pfiff Bundesliga-Referee Patrick Ittrich zur Pause. Kaum hatte nach der Pause wieder angepfiffen, da schlug es wieder ein im Tor der Gäste. Es lief noch die 46. Spielminute und Tolcay Cigerci traf ins Dreiangel. Ein Schuss von der Strafraumgrenze, bei dem alles stimmte, auszeichnungsverdächtig. Florian Stritzel im Tor der Gäste streckte sich vergebens. Erstaunlicherweise kam in der zweiten Halbzeit von den Gästen nicht mehr viel. Viktoria boten sich Räume zum Kontern. Gute Möglichkeiten wurden vergeben.

Den Deckel auf das Spiel machte in der 88. Minute Soufian Benyamina drauf. Das Spiel endete mit einem 3:1 Sieg für die Vktoria. Die entscheidenden Tore fielen zum richtigen Zeitpunkt. Der Lauf des Aufsteigers ist beachtlich, nach 8 Spielen haben sie 17 Punkte auf dem Konto, lediglich eine Niederlage schlägt bislang zu Buche. Warnend die Stimme von Trainer Benedetto Muzzicato nach dem Spiel: „Wir sind momentan in einem flow, es können andere Zeiten kommen.“ In der Tat, Viktoria profitierte von einigen Glücksmomenten im Spiel.

Gäste-Trainer Rüdiger Rehm war enttäuscht. „Wir haben in jeder Halbzeit ein frühes Tor kassiert, das hat die Aufgabe nicht leichter gemacht.“ Aufgrund von Kreislaufproblemen musste Wehens Torjäger Gustav Nielsson kurzfristig passen. In Berlin herrschte hohe Luftfeuchtigkeit bei Temperaturen von über 20 Grad. Für ihn rückte John Iredale in die Startelf, der den zwischenzeitlichen Ausgleich besorgte. Es war eine Vorsichtsmaßnahme, er kam in der 59. Minute für Iredale doch noch ins Spiel.

Am nächsten Spieltag muss Viktoria zum Mitaufsteiger SC Freiburg II reisen und das nächste Heimspiel, erst am Montagabend, 27. September unter Flutlicht, Gegner ist Mitaufsteiger TSV Havelse.

Hans-Peter Becker

Fußball 3. Liga 8. Spieltag

11.09.2021 Friedrich-Ludwig-Jahn Sportpark Berlin

FC Viktoria 1889 Berlin – SV Wehen Wiesbaden 3:1 (1:1)

Mannschaftsaufstellung FC Viktoria

Sprint – Lewald – Yilmaz (76. Seiffert) – Theisen – Küc (76. Hahn) – Falcao (68. Benyamina) – Ciğerci (90. Kayo) – Kapp – Jopek (90. Verkamp) – Pinckert – Menz (3-4-3)

Viktoria siegt im Duell der Aufsteiger

Mannheims Trainer Patrick Glöckner konnte seinen Frust in der Pressekonferenz kaum verbergen. „Jetzt setzen wir uns neun Stunden in den Bus und nehmen nichts mit, das ist schon bitter.“ Dabei sah es lange danach aus, als könnte sein Team wenigstens einen Punkt aus dem Berliner Jahnsportpark mitnehmen. In der 89. Minute passierte das Malheur, Mannheims Torwart Timo Königsmann ließ den Ball ins Tor rutschen. Lukas Pinckert kam aus spitzem Winkel zum Abschluss, ein durchaus haltbarer Ball, egal, er überquerte die Torlinie und Viktoria hatte damit den vierten Saisonsieg unter Dach und Fach gebracht. Ein Unentschieden wäre gerechter gewesen, der Fußball ist eben manchmal ungerecht.

2.061 Zuschauer bekamen ein Spiel geboten, in dem beide voll auf Angriff setzten, einen offenen Schlagabtausch führten. Viktorias Trainer Benedetto Muzicatto hatte seine Startformation gegenüber dem 1:1 in Zwickau auf zwei Positionen verändert. Erhan Yilmaz und Lucas Falco rückten wieder in die Startelf. An seinem taktischen System mit variabler 3er und 5er Kette in der Abwehr. Die Gäste vom Rhein und Neckar spielten in einem 4-4-2 System. Beide wollten mit frühem Stören den Gegner aus dem Konzept bringen.

Mit diesem Sieg setzt sich Viktoria wieder an die Tabellenspitze der 3. Liga, punktgleich mit dem 1. FC Magdeburg. Als kleine Belohnung haben die Spieler zwei freie Tage bekommen. Der nächste Gegner wartet in Verl.

Hans-Peter Becker

Fußball 3. Liga 6. Spieltag

28.08.2021 14:00 Uhr Jahnsportpark Berlin

FC Viktoria 1889 Berlin – SV Waldhof Mannheim 1:0 (0:0)

Krahl – Lewald – Yilmaz (73. Kayo) – Küc (63. Benyamina) – Falcao (73. Seiffert) – Ciğerci (84. Ogbaidze) – Kapp – Becker – Jopek – Pinckert – Menz (3-5-2/5-3-2)

Erste Saisonniederlage für Viktoria

Der Jahnsportpark im Prenzlauer Berg erstrahlte im provisorischen Flutlicht. Ein transportabler Mast sorgte für die Ausleuchtung. Dazu sorgte der Kicker-Nachwuchs von Viktoria mit hellen Stimmen für Support. Im Gästeblock hatten sich 549 Zahlende eingefunden. Der Eintrittspreis am Kassenhäuschen betrug 17 Euro. Der größere Rest der insgesamt 2.512 Fußballinteressierten drückte den Himmelblauen die Daumen.

Als Schiedsrichter Arne Aarnink die Partie kurz vor 22:00 Uhr am Freitagabend abpfiff, war es amtlich. Der furios in die Saison gestartete Aufsteiger musste seine erste Niederlage in der 3. Liga hinnehmen.

Beide Trainer mussten mit verletzungsbedingten Problemen in ihren Kadern kämpfen. In Halle war man mit dem Saisonstart nicht zufrieden, zuletzt wurde eine 0:2 Heimschlappe gegen Braunschweig kassiert. Während Viktorias Trainer seine gegenüber dem Kaiserslauternspiel unverändert ließ, wechselte sein Kollege aus Halle überraschend auch auf der Torwartposition.

Die Anfangsphase des Spiels gehörte den neuen Hausherren des Friedrich Ludwig Jahn Sportparks. Ein früher Treffer gelang nicht. In der 14. Minute landete ein Schuss vom Hallenser Mittelfeldspieler Tom Zimmerscheid am Pfosten. Da hatten die Himmelblauen Glück. In der 19. und 22. Minute hatte Halle Glück, dass Enes Küc und Yannis Becker nur das Außennetz trafen.

In der 23. Minute wäre fast so weit gewesen, Terrence Boyd fälschte einen Eckball gefährlich ab, doch Sven Müller konnte parieren. Da hatte sich der Torwartwechsel für Halle bereits bezahlt gemacht. In der 28. Minute wurde aus dem „Fastunglücksraben“ der Schütze des goldenen Tores der Partie. Der wuchtige Mittelstürmer und 14-malige Nationalspieler der USA überwand mit einem Flachschuss, tunnelte dabei Viktorias Innenverteidiger Patrick Wolfgang Kapp, Viktorias Torwart. Julian Krahl, der erneut für Philip Sprint in die Startelf rückte, tauchte vergebens. Der Hallenser Anhang jubelte und der Torschütze übertrieb dabei, stieg auf den Zaun und musste sich für seine übertriebene Jubelarie die gelbe Karte anschauen.

Es war zu diesem Zeitpunkt noch nichts verloren. Viktoria versuchte direkt zu antworten. Die dickste Chance zum Ausgleich hatten die Himmelblauen in der 52. Minute. Nach guter Vorarbeit von Enes Küc brachte Lucas Falcao den Ball nicht im Tor unter. Sein Schuss war nicht platziert genug und landete in den Armen des Hallenser Torhüters. Sie kämpften unverdrossen weiter, ein Treffer gelang nicht.

Es blieb bei der ersten Niederlage in Liga 3 für den FC Viktoria 1899 Berlin.

An der Einstellung hatte Trainer Muzzicato nichts zu kritisieren. „Leider haben wir in den entscheidenden Momenten, nicht die richtigen getroffen.“

Diese Niederlage wird den Aufsteiger nicht umwerfen, zumal es mit einer englischen Woche weitergeht. Bereits am Dienstag, 24. August geht es weiter. Dann steht die Auswärtsaufgabe in Zwickau an.

Hans-Peter Becker

Viktoria siegt in Braunschweig

Der Neuling hat auch seine Auswärts-Premiere siegreich gestalten können. Vor 6.676 Zuschauern (7.500 hätten rein gedurft) wurde es eine unerwartet klare Angelegenheit für die himmelblauen Berliner, die allerdings im Braunschweiger Stadion in ihren weinroten Auswärtstrikots aufliefen.

Trainer Benedetto Muzzicato nahm in seiner Startelf nur zwei Veränderungen vor. Für Moritz Seiffert spielte Enes Küc und im Tor musste Julian Krahl für den verletzten Philip Sprint ran. Der Aufsteiger schockte den Absteiger und siegte mit sage und schreibe 4:0 bei der Eintracht in Braunschweig. Ein gellendes Pfeifkonzert für die eigene Mannschaft, während die Gäste ihr Glück kaum fassen konnten.

An der taktischen Grundausrichtung wurde nicht geändert. Ein 3-4-3 bei eigenem Ballsitz und mit einer 5-3-2 Staffelung sollte Druck auf den Gegner gemacht werden. Das 1:0 gelang bereits nach fünf Spielminuten, Tolcay Cigerci verwandelte per Kopf eine Vorlage von Küc. Fast im Gegenzug wäre den gelb-blauen Braunschweigern der Ausgleich gelungen. Zuwenig Tempo und Ungenauigkeiten im Spiel, so stellten die Braunschweiger die Berliner vor keine großen Aufgaben. In der 31. Minute führte ein Fehler im Spielaufbau zur 2:0 Führung und erneut war es Cigerci der ins Tor traf.

Das Umkehrspiel der Viktoria war sehenswert. Als Lucas Falcao in der 65. Minute auf 3:0 erhöhte war bereits mehr als die Vorentscheidung gefallen. In der 69. Minute setzte Lucas Finn Pinckert noch einen drauf und machte die Sensation perfekt. Mit 0:4 gingen die Braunschweiger im eigenen Stadion gegen den Aufsteiger aus Berlin unter.

Mit sechs Punkten und einem Torverhältnis von 6:1 ist Viktoria für die nächsten zwei Wochen der Spitzenreiter der 3. Liga. Im DFB-Pokal treten sie ja nicht an. In aller Ruhe können sie sich jetzt auf die nächste Aufgabe vorbereiten. Der 1. FC Kaiserslautern kommt in den Jahnsportpark. Der FC Viktoria sucht noch einen Trikotsponsor und will seine Anhängerschaft vergrößern. Sollten die gezeigten Leistungen aus den ersten beiden Spielen ihre Fortsetzung finden, hätten sie gute Argumente.

Hans-Peter Becker

Mannschaftsaufstellung Viktoria Berlin

Krahl – Falcao (67. Seiffert) – Lewald – Jopek (90. Verkamp) – Gunte – Kapp – Becker – Pinckert – Menz – Küc (81. Theisen) – Ciğerci (81. Benyamina) (3-4-3/5-3-2) Trainer: Benedetto Muzzicato

Tore:
0:1 Cigerci (5′)
0:2 Cigerci (32′)
0:3 Falcão (65′)
0:4 Pinckert (69′)

Viktoria Berlin leiht US-Talent Bryang Kayo

Die Himmelblauen verstärken sich per Leihgeschäft mit dem 19-jährigen Mittelfeldspieler bis zum 30. Juni 2022. Bryang Kayo kommt vom VfL Wolfsburg, spielte dort mit der zweiten Mannschaft in der Regionalliga Nord und trainierte zuletzt bei den Wölfen in der ersten Mannschaft mit.

„Ich freue mich sehr auf Bryang und darüber, dass wir mit dem VfL Wolfsburg diese Einigung erzielen konnten. Er ist ein Spieler, den wir so noch nicht in unserem Kader haben. Er bringt eine unglaubliche Dynamik mit und hat gestern einen sehr guten Eindruck hinterlassen. Bryang wird mit seiner Art, dieses Spiel zu spielen gut in unsere Philosophie passen. Bei uns wird er die Möglichkeit haben, sein Können zu zeigen und er wird hier definitiv auch für sich den nächsten Schritt machen. Wir geben ihm Zeit, weil er uns und die 3. Liga noch kennenlernen muss, aber wir dürfen mit Bryang jetzt einen frischen, jungen und dynamischen Spieler in unseren Reihen begrüßen“, sagt Cheftrainer Benedetto Muzzicato über den 19-Jährigen.

Bryang Kayo startete am gestrigen Donnerstag mit hoher Motivation in seine erste Trainingseinheit bei den Himmelblauen und erklärte anschließend: „Ich bin sehr dankbar, ein Teil dieses Vereins sein zu dürfen. Nachdem ich vergangene Saison Erfahrungen in der Regionalliga sammeln durfte, freue ich mich sehr auf die Herausforderungen der 3. Liga und natürlich auch auf Berlin. Ich kann es kaum erwarten, in die Saison einzusteigen und dem Team dabei zu helfen, Spiele zu gewinnen und wichtige Punkte zu holen.“

Sportdirektor Rocco Teichmann betont: „Mit der Leihe von Bryang haben wir wieder einen wichtigen Teil unserer Philosophie erfüllt und geben damit einem jungen Spieler eine Perspektive zur Weiterentwicklung. Das gehört zu unseren Prinzipien und darauf sind wir sehr stolz.“

Bryang kam im Sommer 2020 nach Deutschland, spielte im Jahr zuvor noch bei der U17-WM in Brasilien für die US-Nationalmannschaft. Beim VfL Wolfsburg II kam er als U19-Spieler auf acht Einsätze in der Regionalliga Nord, ehe diese pandemiebedingt abgebrochen werden musste. Mittelfristig soll Bryang Kayo Teil der U20-Nationalmannschaft der USA werden. Bei Viktoria Berlin kann er nun Profi-Erfahrung sammeln.

Quelle: Viktoria Berlin

Viktoria verpflichtet Soufian Benyamina

Auf der Suche nach einem Stürmer ist Viktoria Berlin fündig geworden. Soufian Benyamina, geboren in Berlin, hat bei den Himmelblauen einen Vertrag für zwei Jahre unterschrieben. Der 31-Jährige war zuletzt vereinslos, trainiert aber bereits seit einigen Wochen mit der Mannschaft von Cheftrainer Benedetto Muzzicato mit.

„Als waschechter Berliner ist es für mich etwas Besonderes für einen Berliner Club im Profifußball zu spielen. Mit meiner Familie und meinen Freunden im Hintergrund ist das natürlich auch eine Extra-Motivation. Man merkt deutlich, was derzeit im Verein entsteht, wie sich die Strukturen verbessern und dass hier ein klarer Plan verfolgt wird“, sagt Soufian Benyamina über seine neue Aufgabe und betont: „Ich möchte meine Erfahrungen einbringen in diese recht junge Truppe und möchte dabei helfen, dass Viktoria Berlin sich im Profibereich hinter Hertha und Union etablieren kann. Ich habe richtig Bock auf dieses spannende Projekt und wünsche mir, dass wir mit mutigem und schönem Fußball den Klassenerhalt sichern können.“

Rocco Teichmann, Sportdirektor der Himmelblauen, sagt: „Soufian ist bereits fast seit Vorbereitungsbeginn in das Team integriert und alle Parteien waren sich einig, dass uns diese Personalie sportlich und menschlich sehr weiterhelfen wird. Er wird uns mit seiner Drittliga-Erfahrung in der einen oder anderen Phase der kommenden Saison definitiv bereichern können. Darüber hinaus bringt Soufian eine Mentalität mit, die ihm auch Führungsqualitäten bescheinigt und er ist natürlich auch torgefährlich, was für uns eine wichtige Rolle spielt bei den Partien, die auf uns zukommen werden.“

Soufian Benyamina wurde in der Jugend von Hertha BSC und Union Berlin ausgebildet, sammelte dann Drittliga-Erfahrung bei Carl-Zeiss Jena, spielte beim VfB Stuttgart II und kam auch zu Bundesliga-Einsätzen mit der ersten Mannschaft. Nach Stationen bei Dynamo Dresden, Preußen Münster, Wehen Wiesbaden und Hansa Rostock ging es für ihn dann in die polnische erste Liga. Zuletzt stand er beim VfB Lübeck unter Vertrag.

Quelle: Viktoria Berlin

Viktorias Premiere geglückt

Die Neugier auf die neue Liga in Berlin hielt sich in Grenzen. Schulferien in Berlin, dazu die nicht gerade attraktive Anstoßzeit zu mittäglicher Stunde führten wohl dazu, dass die erlaubte Zuschauerzahl von 1.800 nicht ganz erreicht wurde. Vielleicht lag es auch ein bisschen am nicht so prominenten Auftaktgegner, der klimabewußt mit dem Zug angereist war und sogar einige interessante Spieler mit gebracht hatte. Albert Bunjaku und Marcel Risse sind bekannt aus früheren Bundesligazeiten.

Diejenigen, die gekommen waren, bekamen einiges geboten. Bei schwül-heißem Sommerwetter im Berliner Jahnsportpark sahen 1.112 zahlende Zuschauer den gelungenen Start der himmelblauen Viktoria über den Namensvetter aus Köln. Die rechtsrheinischen Gäste unterlagen mit 1:2. Sie erwischten zwar den besseren Start und gingen in der 33. Minute durch einen Treffer von Youssef Amyn in Führung, zuvor hatte Albert Bunjaku zweimal getroffen. Die Fahne des Assistenten war oben, die Abseitsstellung verhinderte die Anerkennung.

Geschockt zeigte sich der Liganeuling davon erstaunlicherweise nicht im geringsten. Die 37. Spielminute wird in die Annalen des Vereins Viktoria Berlin in besonderer Weise eingehen. Es fiel der Treffer 1:1 und was für einer. Der Drittliga-Premierentreffer durch Yannis Becker darf sich berechtigte Hoffnungen auf den Titel „Tor des Monats“ machen. Der 30-jährige Mittelfeldspieler, einst ausgebildet beim SV Werder Bremen, steht seit 2019 in Diensten der Himmelblauen. Er nahm die Vorlage von Tolcay Cigerci volley und schickte den Ball in Richtung Tor. Es war der Fußballklassiker, entweder triffst du den Flutlichtmast ganz weit oben oder es wird das direkte Gegenteil eines Kacktores, ein Zaubertor. Der Fußballgott trug himmelblau, erst sorgte er für das besondere Premierentor und eine Minute später legte Becker für Falcao auf und es stand 2:1. Das Spiel war gedreht.

Die Gäste hatten daran gewaltig zu knabbern. Sie versuchten einiges in Halbzeit zwei, hatten deutliche Feldvorteile, richtig gefährlich wurde es nicht. Eher im Gegenteil, der Neuling blieb mit seinem Konterspiel gefährlich. Einen kleinen Aufreger gab es in der 67. Minute als Viktorias Keeper Philip Sprint einen unglücklichen Zusammenprall mit einem Kölner Spieler hatte. Er musste ausgewechselt werden. Ernsthaft verletzt soll er sich nicht haben.

Bedingt durch eine Trinkpause und Verletzungsunterbrechungen ließ Schiedsrichter Florian Exner sechs Minuten nachspielen. Dann durfte endlich gejubelt werden. Die Liga-Premiere war geglückt. So darf es weiter gehen.

Gäste-Trainer Olaf Janßen gratulierte zu dem knappen, insgesamt verdienten Sieg. Verwies dabei auf den großen Umbruch im Kader der Kölner Viktoria. Insgesamt 14 Spieler, darunter einige Leistungsträger, haben den Verein verlassen. Die Integration der Neuzugänge wird einige Zeit brauchen.

„Heute dürfen wir uns freuen. Morgen geht es weiter und mit Eintracht Braunschweig wartet der nächste interessante Gegner.“ so äußerte sich Viktorias Trainer Benedetto Muzzicato .

Der Absteiger aus Braunschweig wartet jetzt auf die Viktoria aus Berlin und zum nächsten Heimspiel wird kein geringerer als der 1. FC Kaiserslautern im Jahnsportpark erwartet.

Hans-Peter Becker

Mannschaftsaufstellung Viktoria Berlin

Sprint (70. Krahl) – Lewald – Falcao (67. Küc) – Cigerci – Kapp – Gunte – Becker – Seiffert (84. Ogbaidze) – Jopek – Pinckert – Menz (70. Theisen) (3-4-3/5-3-2) Trainer: Benedetto Muzzicato