FC Viktoria 1889 – Saison im Rückspiegel

Leider hat es der FC Viktoria nicht geschafft, die Klasse zu halten. Der Aufstieg kam ein bisschen wie aus dem Nichts. Bedingt durch die Pandemie konnten in der Regionalliga Nordost während der Spielzeit 2020/21 lediglich 13 von geplant 38 Spieltagen ausgetragen werden. Mit lediglich 11 absolvierten Spielen, die alle gewonnen wurden, konnten die Himmelblauen direkt aufsteigen, dank einer Quotientenregel und dem Rotationsprinzip, das 2021 den direkten Aufstieg für den Meister der Nordost-Staffel vorsah. Nach erfolgreicher Suche einer geeigneten Spielstätte, konnte es am 25.Juli 2021 losgehen. Vor 1.112 zahlenden Zuschauern wurde im Jahnsportpark das Premierenspiel gegen den Namensvetter aus Köln mit 2:1 gewonnen. Den ersten Drittliga-Treffer erzielte Yannis Becker nach 37. Minuten zum zwischenzeitlichen 1:1.

Marco Antwerpen, damals Trainer des 1. FC Kaiserslautern nach der 0:4 Niederlage

Zum Auftakt, Berlin war vor Viktoria bisher nur mit dem 1. FC Union in dieser Liga vertreten, hatten sich, neben den im Tagesgeschäft tätigen Sportjournalisten, auch einige Edelfedern der Zunft akkreditieren lassen. Gesichtet wurden die Experten für die Fankultur, Anne Hahn und Frank Willman. Ein weiterer Augenzeuge des Spiels war Christoph Biermann. Ausreichend Stoff für ein Buch hat er wohl nicht gefunden. Es reichte nur für einen Artikel des Chefreporters der 11 Freunde. Der Fußballverein aus dem Berliner Süden ist feuilletonistisch schwerer zu greifen und hat zudem den Ruf, ein sogenannter Investoren-Verein zu sein. Biermann fasste das unter der Überschrift „Start up mit Tradition“ zusammen. Was den 11 Freunden sonst noch im Saisonverlauf berichtenswert erschien, stammte von anderen Autoren. Trotz der langen Geschichte des Vereins, so ziert das Logo einen Stern mit einer Zwei, lang ist es her, gemeint sind die Meistertitel von 1908 und 1911, existierte der Verein in der Fußballneuzeit weit unter dem überlokalen Wahrnehmungsradar.

Nach der ersten Saisonniederlage, 0:1 gegen Halle, verabschieden sich beide Trainer.

Ein Aufstieg in die 3. Liga ist mit Auflagen an die Spielstätte verbunden. Ein fernsehtaugliches Flutlicht und eine Rasenheizung sind vorgeschrieben. Das zur umfassenden Rekonstruktion vorgesehene Jahnstadion musste wieder in Betrieb genommen werden. Für das Flutlicht sorgte der Investor. Am 4. Spieltag war die Premiere, im künstlichen Licht musste Viktoria die erste Saisonniederlage gegen Halle hinnehmen. Ein Treffer von Terrence Boyd entschied das Spiel und Benedetto Muzzicato musste erstmals eine Niederlage erklären. Die Saison war zu diesem Zeitpunkt noch lang und die darauf folgende englische Woche brachte mit dem Auswärtspunkt in Zwickau und mit dem folgenden Heimsieg gegen den SV Waldhof vier weitere Punkte auf das Konto.

Fans des 1. FC Kaiserslautern

Am 30.Oktober ist Viktoria weiter voll im Plan, Borussia Dortmund II wird knapp, Dank eines späten Treffers von Lucas Falcao, mit 2:1 besiegt. In der Tabelle sind die Himmelblauen mit 21 Punkten auf Platz 3 zu finden. Bis zum Abschluss der Hinrunde wird allerdings nur ein einziger Punkt dazugekommen sein. Dieser Punkt, ein 0:0 am 18.Spieltag gegen Türkgücü München, wurde zum Muster ohne Wert. Durch die Insolvenz der Bayern wurden ihre Spiele aus der Wertung genommen. Ihr Fußballjahr 2021 beschließen sie mit einem 4:1 Auswärtssieg bei den rechtsrheinischen Kölnern im Sportpark Höhenberg. Es ist der Beginn der Rückrunde und der Aufsteiger kann mit 25 Punkten Weihnachten feiern.

Pressekonferenz

Eigentlich sollte das neue Fußballjahr 2022 für Viktoria am 15. Januar mit dem Heimspiel gegen Eintracht Braunschweig beginnen. Corona machte die Planungen zu Makulatur. Das Virus hatte auch die Viktoria fest im Griff. Die Mannschaft tritt personell arg gebeutelt am 22. Januar auf dem Betzenberg gegen den 1. FC Kaiserslautern an. Das Hinspiel hatten sie sensationell mit 4:0 gewonnen, im Rückspiel waren sie chancenlos und verloren mit 0:2.

In der Winterpause verließ der Torjäger Tolcay Ciğerci den Verein in Richtung Türkei. Die sportliche Führung reagierte, nicht nur auf den Weggang des Torjägers (14 Spiele/7 Tore), auch auf die Erfolglosigkeit. Vier neue Spieler werden verpflichtet, Martin Gambos für das zentrale Mittelfeld, Cebrail Makreckis für die rechte offensive Seite, Stürmer Franck Evina, Bryang William Kayo für das offensive Mittelfeld und Brooklyn Kevin Ezeh als Allrounder für die linke Seite.

Neues Flutlicht

Das erste Heimspiel im Jahre 2022 konnte erst 13.Februar ausgetragen werden. Viktoria empfing den SC Verl. Ein kampfbetontes Spiel, dass nur 589 Zuschauer sehen wollten, endete 1:1. Spieler des Tages wurde Viktorias Torhüter Julian Krahl. Er hielt in der Nachspielzeit einen Elfer. Seit der 68. Minute waren die Himmelblauen dezimiert. Gambos sah innerhalb von drei Minuten zwei Mal Gelb.

Nur drei Tage später stand das Nachholspiel gegen Eintracht Braunschweig an. Trainingsrückstand, keine richtige Vorbereitung und eine lange Verletztenliste, Viktoria bekam eine Klatsche verpasst. Das 0:6 war zugleich die höchste Niederlage während der gesamten Spielzeit. Braunschweig nahm Revanche, für die in der Hinrunde erlitten Niederlage. Das 4:0 in Braunschweig war höchste Sieg der Viktoria. Das darauffolgende Spiel bei Wehen-Wiesbaden ging verloren. Jetzt schwebte das Abstiegsgespenst über dem Verein. Das Spiel in der Hessischen Landeshauptstadt war das Letzte von Trainer Muzzicato. Die Trennung erfolgte im beiderseitigen Einvernehmen. Mehr und mehr zeichnete sich ab, dass Viktoria ein harter Abstiegskampf bevor stehen wird, zunehmende sportliche Erfolglosigkeit und die anstehende Qualifikation Muzzicatos zum Fußballlehrer führten zu dem Entschluss.

Für das Heimspiel gegen Freiburg II übernahm Co.Trainer David Pietrzyk die Verantwortung. Der Nachwuchs des Bundesligisten war effektiver und Viktoria verlor mit 0:2. Das nächste Spiel in Havelse wurde bereits mit einem neuen Trainer bestritten. Der Einstand von Farak Toku verlief durchwachsen, es reichte nur für einen Punkt beim Mitaufsteiger und Schlusslicht im Montagabendspiel in Hannover. In HDI-Arena, wo eigentlich Hannover 96 zu Hause ist, hatten lediglich 443 Zahlende Interesse an der Partie.

Farat Toku

Die Heimpremiere verlief für den neuen Trainer noch ernüchternder, gegen 1860 München wurde mit 0:2 verloren. Das Flutlichtspiel am Freitagabend, des 11.März lockte immerhin 3.398 Zuschauern in den Jahnsportpark. Ein bisschen Psychologie, die Mannschaftsbänke wurden getauscht und Toku verordnete seiner Mannschaft ein 4-4-2 System. Wann gibt mal wieder einen Dreier? Beim Zweitliga-Absteiger in Osnabrück war nicht zu holen und es kam das Heimspiel gegen den Spitzenreiter und späteren Meister 1. FC Magdeburg, alte Tradition gegen noch ältere. Ausgerechnet gegen die Truppe von Trainer Christian Titz gelang mal wieder ein Sieg. Den Erfolg brachte eine ausgeklügelte Defensivtaktik (5-2-2-1) Ein Tor aus dem Nichts von Jakob Lewald uns ein Treffer von Soufian Benyamina gleich nach der Halbzeitpause, Magdeburg brachte lediglich den Anschlusstreffer zustande. Die fast 3 Tausend Schlachtenbummler aus Sachsen-Anhalt fuhren enttäuscht nach Hause und Viktoria durfte wieder hoffen. Nach 31 Spielen hatte Viktoria 31 Punkte gesammelt.

Der Trainerwechsel schien endlich zu wirken. Der Sieg gegen Magdeburg konnte einen Spieltag später veredelt werden. Im Signal-Iduna Park wurde die 2. Mannschaft der Dortmunder Borussia mit 1:0 geschlagen. Das Siegtor erzielte erneut Benyamina. Gelingt jetzt mit einer kleinen Siegesserie der Klassenerhalt? Leider kam das Stoppschild im Abstiegsduell, Heimspiel am 34. Spieltag gegen den MSV Duisburg. Keeper Leo Weinkauf erwischte einen Sahne-Tag und spielte zu null, schlussendlich verloren sie mit 0:1. Die von Toku verordnete Defensivtaktik, die gegen Magdeburg so gut funktioniert hatte, ging nicht auf.

Ein richtiger Tiefschlag folgte in Würzburg, bei den so gut wie abgestiegenen Kickers wurde mit 0:3 verloren. Das war die berüchtigte, eine Niederlage zu viel. Es waren nur noch 2 Spiele zu absolvieren und der Blick auf die Tabelle machte nicht gerade Mut. Mit nur einem Punkt Vorsprung standen sie zwar über dem Strich, doch Verl blieb die Chance auf 9 Punkte, während für Viktoria nur 6 Punkte im Bereich des Möglichen lagen.

Arbeitsplatz

Das vorletzte Heimspiel gegen den 1. FC Saarbrücken musste unbedingt gewonnen werden, der Freitagabend, allein das Flutlicht sorgte für ein dramatisches Fluidum und der Siegtreffer fiel in der Nachspielzeit. Der Glückliche für die Himmelblauen war Kimmo Hovi. Der SC Verl siegte einen Tag später in seinem Ausweichstadion, der Benteler-Arena in Paderborn mit 3:0 gegen den SV Wehen-Wiesbaden. Bis auf einen einzigen Punktwaren die Verler jetzt den Himmelblauen auf die Pelle gerückt und hatten zudem eine um 7 Treffer bessere Tordifferenz.

Am vorletzten Spieltag hatten die Viktorianer spielfrei. Eigentlich war anlässlich des letzten Auswärtsspieles der Saison eine Fahrt mit allen Vereinsmitarbeitern, als Dankeschön-Geste nach München geplant. So traf man sich auf dem Vereinsgelände am Wildspitzweg in Berlin-Mariendorf zum Grillen und gemeinsamen Schauen der Partie Dortmund II gegen den SC Verl. Lange sah es gut aus, Dortmund ging in Führung und sah wie der sichere Sieger aus. Verl drehte das Spiel, beim Stand von 2:1, erhielten die Dortmunder einen Hand 11-Meter, in der sechsten Minute der Nachspielzeit, zugesprochen. Schicksal spielte der Dortmunder Kapitän Franz Pfanne, sein Strafstoß wurde gehalten. Oh Nein, in der Tabelle vor dem letzten Spieltag zog der SC Verl mit 2 Punkten Vorsprung vorbei.

Am letzten Spieltag durften die Verler nicht gewinnen und die Viktoria war zum siegen verdammt. Es gelang nicht, die zwei Punkte aufzuholen, Verl lag bei Halbzeit zurück und im Jahnsportpark stand es bei der Pausenmusik 0:0. Das war zu wenig. Verl holte sich den einen notwendigen Punkt und Viktoria verabschiedete sich mit einem Torfestival aus der 3. Liga. Das vorläufig letzte Drittligaspiel endete, unter der Leitung von Bundesliga-Schiedsrichter Patrick Ittrich, mit einer 3:4 Niederlage. Gegner war der SV Meppen. Das letzte Tor der Spielzeit für Viktoria erzielte Abwehrecke Tobias Gunte. Es war das 3:3, was nur eine knappe Minute Bestand hatte. Hätte er sich während der Saison nicht verletzt, fehlte im Januar und Februar, wären es mehr als 24 Einsätzen geworden. Er stammt aus dem Nachwuchs des Vereins, seit 2006 ist er ein Himmelblauer. Diesen Treffer, sein vierter in der Saison, hat ihm jeder gegönnt. Leider war er ohne Auswirkung auf das Ergebnis. Dass nach dem Abpfiff die Enttäuschung groß, einige Tränen vergossen wurden, war verständlich.

Das teilweise gesperrte Tribünen-Gebäude des Jahnsportparks.

Zur Abschiedsvorstellung hatten sich noch einmal 2.403 Zuschauer, darunter einige Hundert aus dem Emsland, eingefunden. Ein kleines Trostpflaster folgte eine Woche später, Viktoria holte sich den Berliner Pokal, in einer dramatischen Schlussphase wurde die VSG Altglienicke mit 2:1 bezwungen. In der abschließenden Pressekonferenz gab Trainer Toku bekannt, dass er in Berlin nicht weitermachen wird. Sein Vertrag galt nur für die 3. Liga.

In der Rückschau bleibt hier festzustellen, der Klassenerhalt war möglich. Zu Beginn des Jahres hatte leider Corona seine unheilvolle Hand mit im Spiel. So wurden in der Rückrunde lediglich 15 Punkte geholt, das war der zweitschlechteste Wert der Liga. Es sollte ebenso nicht vergessen werden, dass nur die wenigsten Akteure über Erfahrung in einer Profiliga verfügten. Bei der Erklärung von Niederlagen sprach der abgelöste Trainer Muzzicato davon, „dass nicht vergessen werden sollte, wo man herkommt.“ Der Sprung von der Regionalliga zur 3. Liga ist ein größerer, als von der 3. in die 2. Liga. In der Regionalliga reicht es gegen Mannschaften aus der unteren Tabellenhälfte auch mit etwas weniger Einsatz für die nötigen Punkte. Es ist nicht so ausgeglichen, wie in den Profiligen.

Der Investor bleibt an Bord, wertvolle Erfahrungen konnten gesammelt werden und wenn am Schluss das Ziel auch nicht erreicht wurde, Viktoria will zurückkommen.

In der 1. Hauptrunde des DFB-Pokals spielt Viktoria gegen den Bundesligisten VfL Bochum.

Hans-Peter Becker

Union steigt weiter auf, Hertha hat es vergeigt und Viktoria steigt ab

Im Berliner Profifußball sind fast alle Messen gesungen. Der 1. FC Union krönt seinen unaufhaltbar zu seienden Aufstieg mit der Teilnahme an der zweiten europäischen Spielklasse. Es gibt etwas mehr Geld und zum Glück gibt es ja in Berlin das Olympiastadion, wo dann die hoffentlich hochkarätigen Gegner empfangen werden müssen. Dafür darf Union brav Miete zahlen, obwohl man doch ein schmuckes Eigenheim besitzt. Am letzten Spieltag wurde Aufsteiger Bochum mit 3:2 besiegt und der Urlaub kann beginnen.

Wir sind so wie wir sind,
Drum liebt man uns, drum hasst man uns.
Wir sind so wie wir sind,
Das Berliner Sorgenkind!
Von der Bundesliga träumen wir,
Drum trainieren wir tagtäglich.
Wir steigen einmal wieder auf
Fiffi Kronsbein macht es möglich.

Diese Zeilen aus einem sehr alten Hertha-Lied passen genau zur aktuellen Situation. Aus dem ersehnten Punkt in Dortmund wurde nichts, während Stuttgart mehr Glück hatte und mit einem Last-Minute-Treffer Hertha in die Relegation schickte. Das zweitschlechteste Torverhältnis der Liga könnte den Charlottenburgern noch zum Verhängnis werden. Zwei Mannschaften kommen als Relegationsgegner infrage, der HSV oder Darmstadt. Mehr spricht wohl für den HSV. Ein Alptraum wird wahr, Felix Magath hätte die Aufgabe, seine alte Liebe zu versenken. Er war dort Spieler, Manager und Trainer. Vielleicht bleibt ihm das ja erspart. Dieser Saisonabschluss ist sinnbildlich für die gesamte Spielzeit, keine Kontinuität und das mit einem Kader, der ganze andere Möglichkeiten gehabt hätte. Hinter den Kulissen scheint es bereits zu brodeln, wenn jetzt ein weiterer Abstieg dazu kommt, dürfte Hertha mal wieder alle Schlagzeilen füllen. Das Olympiastadion wird in der kommenden Woche stark frequentiert sein. Am Donnerstag, 19. Mai empfängt Hertha seinen Relegationsgegner und 48 Stunden später steht das Pokalfinale an. Am 23. Mai, so gegen 23:00 Uhr ist es Gewissheit und die Frage beantwortet, ob Berlin in der nächsten Saison nur einen oder weiterhin zwei Bundesligisten haben wird.

Ob die Hauptstadt weiter in der 3. Liga vertreten sein wird, ist zurzeit noch offen. Für den FC Viktoria hat es leider nicht gereicht. Am Ende fehlten drei Punkte. Ein starker Saisonstart konnte nicht ausgebaut werden. Personelle Verstärkungen und ein Trainerwechsel brachten nicht den gewünschten Effekt. Am letzten Spieltag hätte ein Sieg gegen den SV Meppen nur dann gereicht, wenn der SC Verl sein Spiel gegen den MSV Duisburg verloren hätte. Die Chance war minimal, Verl spielte Unentschieden und Viktoria verlor mit 3:4. Als kleines Trostpflaster winkt am 21. Mai im Mommsenstadion, das Finale im Berliner Pokal. Auf der Tribüne im Jahnsportpark saß, mit Karsten Heine, Torsten Mattuschka und Roman Linke, die geballte Kompetenz des Finalgegners aus Altglienicke. In der 70. Minute, kurz nachdem die Emsländer das 3:1 erzielt hatten, verließen sie das Stadion. Einen Tag später stand das Spiel zum Abschluss der Regionalliga-Saison gegen den BFC Dynamo an.

Hans-Peter Becker

Hertha verschenkt vorzeitige Rettung, Viktoria mit spätem Sieg und Union?

Der Profifußball hatte zwar keine Niederlage zu vermelden, allerdings waren die Ergebnisse bis auf Viktoria nicht optimal. Die Himmelblauen holten am Freitagabend unter Flutlicht im Jahnsportpark drei ganz wichtige Punkte. Da war es egal, dass der 2:1 Erfolg über den 1. FC Saarbrücken erst in der Nachspielzeit perfekt gemacht wurde. Getroffen hatte der eingewechselte Hovi. Ja wenn man in der Woche zuvor in Würzburg (stehen inzwischen als Absteiger fest) nicht so eingebrochen wäre. Jetzt können die Viktorianer um Trainer Toku nur hoffen, dass der SC Verl am 37. Spieltag in der Roten Erde gegen Dortmund II Federn lässt. Beide trennt nur ein einziger Punkt, allerdings hat Verl noch 2 Spiele, während für die Berliner, bedingt durch den Rückzug von Türkücü München, nur ein Spiel zum Punkten bleibt. Am 14. Mai empfangen sie den SV Meppen, hoffentlich wird das nicht das vorläufig letzte Spiel in Liga 3. Der BFC Dynamo ist zwar fast Meister der Regionalliga Nordost, sie verpassten parallel am Freitag bei Union (gemeint ist Fürstenwalde) die vorzeitige Meisterschaft. Bei 6 Punkten Vorsprung und einer um 15 Tore besseren Bilanz sollte nichts Schlimmeres mehr passieren. Der Aufstieg in Liga 3 ist in diesem Jahr nur über die erfolgreiche Relegation mit dem Nordmeister möglich.

Den Freitagabend beschloss der Auftritt der Eisernen daheim gegen Absteiger Greuther Fürth. Es war gruselig, die erste Halbzeit war wohl die schlechteste in dieser Saison. Sie hätten sich nicht wundern dürfen, die Gäste waren klar besser, nur war das Spiel noch nicht entschieden. Ein Abwehrfehler ermöglichte den Eisernen den Ausgleich. Ein glücklicher Punkt für Union.

Einen Tag später, zur traditionellen Bundesligaspielzeit, Samstag, 15:30 Uhr, machte Hertha in Bielefeld ziemlich viel richtig, schoss nur ein Tor zu wenig. Statt des erlösenden 2:0, hätte die vorzeitige Rettung bedeutet, kam die Arminia zum Ausgleich und Hertha darf weiter zittern, hat aber nicht die allerschlechteste Ausgangsposition. Ein Sieg gegen Bayernbesieger Mainz und die Sache wäre geritzt. Vorsicht Hertha, der letzte Sieg ist bekanntlich immer der schwerste, allerdings, wenn sie es jetzt noch vergeigen…..

Hans-Peter Becker

Berliner Profifußball zwischen Hoffen und Bangen

Beginnen wir mit dem 1. FC Union, dem aktuellen Aushängeschild des hauptstädtischen Fußballs. Ihnen gelang jetzt endlich mal ein Sieg in Leipzig, bei den von den Fans der Eisernen überhaupt nicht geschätzten Rasenballern. Es wurde wieder am Anfang geschwiegen und am Schluss gejubelt. Es war ein Sieg des kleinen Mannes. Die Punkte könnten wertvoll werden, es winkt das international kleinere Geschäft in der zweiten oder dritten europäischen Spielklasse. Und mit ganz, ganz viel Glück sogar der Fleischtopf Champions-League. Die nächsten beiden Aufgaben heißen Absteiger Greuther Fürth zu Hause und SC Freiburg auswärts. So schön der Punktspielsieg in Leipzig auch war – Unioner geben niemals auf – umgekehrt wäre ihnen tausendmal lieber gewesen.

Im Abendspiel machten die Münchner Bayern ihren Meistertitel perfekt, es wurde Titel Nummer 10 in Folge. Solch eine Serie konnte bisher nur der BFC Dynamo vorweisen, von 1979 bis 1989 in der Oberliga der DDR. Solche eine Dominanz tut keiner Fußballliga gut, aber was sollen sie machen, die Bayern? Bleibt der restlichen Konkurrenz erneut nur übrig, als brav zu gratulieren. Der BFC könnte es in diesem Jahr schaffen, in den wenigstens halbwegs bezahlten Fußball zurückzukehren. Meister der Regionalliga Nordost sind sie fast, es steht allerdings noch eine Relegation mit dem Meister der Nordstaffel aus.

Am Sonntagabend holte Hertha BSC drei ganz wichtige Punkte gegen den Abstieg. Mit viel Mühe wurden die mit gefährdeten Stuttgarter, vor 55.000 Zuschauern, im Oly mit 2:0 bezwungen. Der Rest war egal, das Hoffen und Bangen geht weiter.

Genauso ergeht es dem Berliner Drittligisten aus Lichterfelde. Es klappte nicht mit einem Punktgewinn in Würzburg, bei den fast abgestiegenen Kickers. Im Gegenteil, die können wieder etwas Hoffnung schöpfen nach ihrem 3:0 Erfolg über die Himmelblauen. Nächster Gegner im Jahnsportpark ist der 1. FC Saarbrücken, der leider keine Schützenhilfe leistete und sein Heimspiel gegen den SC Verl mit 1:2 verlor. Was Verl konnte, sollte Viktoria versuchen zu wiederholen. Ein Sieg gegen die Blau-Schwarzen aus dem Ludwigspark wäre nicht schlecht. Saarbrücken ist jetzt seit fünf Spielen sieglos, macht es wieder, wie gegen Magdeburg.

Hans-Peter Becker

Viktoria rettet einen Punkt

Fast ein Hauch von Frühling im sonnen überfluteten Jahnsportpark, wenn die Temperaturen etwas angenehmer gewesen wären. „Es geht um das sportliche Überleben für beide Mannschaften“, so hatte der Stadionsprecher Ingo Müller die Zuschauer auf das Spiel eingestimmt. Die Gäste vom Sportclub Verl brauchen, genau wie die himmelblaue Viktoria, dringend Punkte für den Klassenerhalt. Die Gäste aus Ostwestfalen lagen seit der 3. Spielminute mit 0:1 hinten. Nach exakt 1:37 Minuten zeigte der Schiedsrichter auf den Punkt. Lukas Petkov hatte Viktorias Winterneuzugang Brooklyn Ezeh im Strafraum gefoult und Enes Küc verwandelte sicher. Der knappe Vorsprung hielt bis zur 87. Spielminute, seit der 68. Minute waren die Berliner nur noch zu zehnt, Martin Gambos sah innerhalb von drei Minuten zweimal gelb und durfte duschen gehen.

Dem Ausgleich der Gäste durch Joel Grodowski wäre in der Nachspielzeit fast ein Happyend gefolgt. Es gab einen weiteren Foulelfmeter, diesmal für die Gäste, den Leandro Putaro vergab. Viktorias Keeper Julian Krahl reagierte in die richtige Ecke und konnte den Ball abwehren.

Die Gäste waren enttäuscht, wie im Hinspiel, hatte es wieder nicht zu einem Sieg gereicht. Trainer Guerino Capretti sah nach dem Spiel das positive für seine Mannschaft. „Seit vier Spielen haben wir jetzt nicht mehr verloren.“ Sein Kollege aus Berlin meinte: „Es war auch eine Frage der Kraft, wir hatten keine richtige Vorbereitung und wie zuletzt in Mannheim, hat es nicht ganz gereicht.“

Zudem war das Spiel, selbst für Drittligaverhältnisse, nur von mäßigem Niveau. In der 2. Halbzeit wurde es auch physisch unangenehmer. Der insgesamt gut agierende Schiedsrichter Patrick Glaser verteilte sechs Gelbe Karten und eine Rote.

Für die Viktoria geht es bereits am Mittwoch, 16. Februar weiter, das im Januar wegen Corona ausgefallene Spiel vom 21. Spieltag gegen Eintracht Braunschweig steht auf dem Programm. Viktoria hat von allen Drittligisten bisher die wenigsten Spiele austragen können. Nach 23 Spielen haben sie 27 Punkte auf dem Konto und belegen Platz 15.

Hans-Peter Becker

Fußball 3. Liga 26. Spieltag

13.02.2022 13:00 Uhr Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark (Berlin)

FC Viktoria 1889 Berlin – SC Verl 1:1 (1:0)

Mannschaftsaufstellung FC Viktoria 1889 Berlin

Krahl – Hahn – Lewald – Cvjetinovic – Ezeh – Jopek (90. Ogbaidze) – Gambos – Pinckert – Küc (63. Falcao) – Theisen (46. Seiffert) – Makreckis (73. Menz)

Magere Ausbeute für Berliner Profifußballer

In der Bundesliga reichte es nur zu einem Punkt und den holte Hertha BSC am Freitagabend mit einem 1:1 im Spiel gegen Aufsteiger Bochum. Kopfschütteln war angesagt bei denen, die mit den blauweißen halten. Es war, wie so oft in dieser Saison, eigentlich ganz gut begonnen und dann stark nachgelassen. Unerklärlich, warum agierte Hertha nach dem unglücklichen Gegentreffer durch Bochums Sebastian Polter immer nervöser. Mit dem Punkt, immerhin wurde nicht verloren, können die Gäste besser leben als der Club aus der Hauptstadt. Verlorenen Punkte sind der Rückrunde nicht mehr aufzuholen, Hertha steckt im unteren Tabellendrittel fest und gerät mehr und mehr unter den Zugzwang des „Gewinnenmüssens“. Das nächste Spiel in Fürth beim Tabellenletzten ist für ein weiteres Unentschieden gänzlich ungeeignet. Mal sehen, was den Herthanern noch einfällt. Die Abwehr schien nicht mehr ganz so wacklig und an der Präzision im Spielaufbau muss weiter gefeilt werden.

Der 1. FC Union verliert in Augsburg und leidet am überraschenden Weggang von Max Kruse, der in Wolfsburg gleich demonstrierte, dass er der Unterschiedsspieler ist, der jetzt bei den Eisernen fehlt. „Wir haben eigentlich gut begonnen. Aber dann haben wir keine Ruhe ins Spiel bekommen und Augsburg eingeladen. Im zweiten Durchgang waren wir dann wieder im Spiel, aber wenn du kein Tor schießt, kannst du eben nicht gewinnen. Mit dem ersten Augsburger Schuss in der zweiten Hälfte fällt dann das 2:0 und dann war es natürlich sehr schwierig.” (Zitat Union-Trainer Urs Fischer) Dass eben kein Tor geschossen wurde, lag mit am fehlenden Vorbereiter. Schade, jetzt könnte die große Chance auf eine Teilnahme an der Champions-League und den damit verbundenen Geldsegen verspielt werden. Der nächste Gegner im Heimspiel heißt Borussia Dortmund. Sie werden mit gehöriger Wut im Bauch die Aufgabe in Alten Försterei in Angriff nehmen, um die Klatsche gegen Leverkusen vergessen zu machen.

Zwei Etagen tiefer versuchte Viktoria vergeblich drei Punkte aus Mannheim mitzunehmen. Zweimal wurde eine Führung verspielt und am Ende standen sie mit einem 2:3 gänzlich mit leeren Händen da. Am nächsten Spieltag kommt der SC Verl in den Jahnsportpark. Es wäre das erste Heimspiel im Jahr 2022, zwei wurden coronabedingt verpasst und müssen nachgeholt werden.

Hans-Peter Becker

Von wegen Länderspielpause

In der 3. Liga und in der Regionalliga wurde um Punkte gekämpft; in Berlin im sogenannten AOK-Pokal ging’s in der 2. Hauptrunde um das Weiterkommen.

Oberligist Stern 1900 übte sich gegen Arminia Tegel (Kreisliga A) am zweithöchsten im Torschießen mit 14:0, während Landesligist Wacker 21 den BFC Liberta aus der Kreisliga B sogar mit 16:0 abschoss. Der Berlin-Ligist SV Empor reihte sich auch zweistellig mit 12:0 über den Grünauer BC aus der Bezirksliga ein, während die VSG Altglienicke (Regionalliga) „nur“ 12:1 gegen FC Nordost aus der Kreisliga A gewann. Oberligist CFC Hertha 06 siegte 5:0 gegen DJK SW Neukölln (Bezirksliga). Der Regionalligist Berliner AK hatte beim 5:1 über VfB Concordia Britz keine Schwierigkeiten.

Wo blieben die Pokal-Überraschungen? Pokal untypisch, die jeweils Klassenhöheren setzten sich bislang durch, nicht aber im Spiel Oberliga – Regionalliga, Blau-Weiß 90 – Lichtenberg 47. Der Oberligist schmiss Lichtenberg 47 (Regionalliga) mit 2:1 aus dem Wettbewerb, ebenso kannte der Landesligist Johannisthal gegen den Berlin-Ligisten Brandenburg 03 im Elfmeterschießen 5:4 kein Erbarmen. Nach Verlängerung stand’s 2:2.

Am heutigen 08.09.18 Uhr, heißt es im Stadion Hakenfelde in der ausstehenden Partie Viktoria 89 – SSC Teutonia bitte kein weiteres zweistelliges Resultat gegen die sympathischen Teutonen erzielen. Am Dienstag, 28.09. empfangen die Füchse den Tabellenführer in der Regionalliga Nordost BFC Dynamo. Der BFC baute seine Führung in der Regionalliga mittels zweier Siege, 2:0 über Germania Halberstadt und 3:2 über Hertha BSC, aus. Nun, die Füchse sind ja zwei Klassen tiefer auch mit vier Siegen, 12 Punkte, Tabellenführer der Berlin-Liga, dennoch bleibt es ein Spiel David gegen Goliath.

Dynamos Leistung handeln wir gesondert ab. Hier soll nicht unerwähnt bleiben, was Viktoria 89 in der 3. Liga vollbringt. Zwar 3:3 auswärts, nur etwas enttäuschend in Verl gespielt, so zog der 1. FC Magdeburg, 1:0 über Kaiserslautern, mit 16 Punkten  vorbei an die Tabellenspitze. Aber, Viktoria 89 glänzt immerhin mit 14 Punkten nach sieben Spielen auf Platz 2. Am Samstag, 11. September, 1, kommt der Tabellenvierte SV Wehen Wiesbaden zur Viktoria ins Jahnstadion. Ein Besuch lohnt sich. Ebenso, erst am Mittwoch, 29.09. das Match von TuS Makkabi gegen Tennis Borussia.

Christian Zschiedrich  

Der Pokal hat seine besonderen Reize

Allein deshalb, weil gewonnen werden muss. Es gibt kein Unentschieden. Nah dran, zumindest an einer Verlängerung von zweimal 15 Minuten, eventuell sogar am Elfmeterduell, war Viktoria Berlin gegen Arminia Bielefeld im Jahnstadion. Trainer Benedetto Muzzicato hatte seine Regionalliga-Mannschaft gegen den Zweitligisten auf eine geschlossene Verteidigungsarbeit eingestimmt. Bielefeld hatte demzufolge im ersten Spielabschnitt 74 Prozent Ballbesitz und dazu das frühe Tor – ein wuchtiger Kopfball aus acht Metern von  Voglsammer, der ungehindert einköpfen durfte. Das reichte der Arminia, dessen Trainer Uwe Neuhaus den Sieg „unspektakulär“ nannte. In der Tat war es ein glanzloses Weiterkommen. Sein Team konnte sich sogar bei Torwart Ortega bedanken, dass die Berliner Viktoria infolge der Rettungstaten gegen Brand (23.) und Becker (27.) nicht zum Ausgleich kam.

Die als Bundesliga-Deppen geltenden Verlierer vom Samstag heißen Augsburg und Mainz. Augsburg verlor 1:2 gegen Verl (Regionalligist) und Mainz zog in Kaiserslautern (3.Liga) mit 0:2 den Kürzeren.

Außerdem spielten am Freitag und Samstag:

KFC Uerdingen (3.Liga) – Borussia Dortmund (BL) 0:2

SV Sandhausen (2.Liga) – Mönchengladbach (BL) 0:1

FC Ingolstadt (3.Liga) – 1.FC Nürnberg (2.Liga) 0:1

1.FC Kaiserslautern (3.Liga) – FSV Mainz 05 (BL) 2:0

Wacker Nordhausen (RL) – Erzgeb. Aue (2.Liga) 1:4

SC Verl (RL) – FC Augsburg (BL) 2:1

Alemannia Aachen (RL) – B. 04 Leverkusen (BL) 1:4

1.FC Magdeburg (3.Liga) – SC Freiburg (BL) 0:1 n.V.

TuS Dassendorf (OL) – Dynamo Dresden (2.Liga) 0:3

FC Villingen (OL) – Fortuna Düsseldorf (BL) 1:3 n.V.

SV Drochtersen/Assel – Schalke 04 (BL) 0:5

FC Viktoria 89 (RL) – Arminia Bielefeld (2.Liga) 0:1

SSV Ulm 1846 (RL) – 1.FC Heidenheim (2.Liga) 0:2

KSV Baunatal (Hessenliga) – VfL Bochum (2.L.) 2:3

Würzburger Kickers (3.L.) – TSG Hoffenheim (BL) 4:5 i.E.

Atlas Delmenhorst (5. Liga) – Werder Bremen (BL) 1:6

Spiele am Sonntag: In den neun Sonntag-Nachmittag-Spielen gab es in zwei die Entscheidung erst im Elfmeterschießen. Lübeck gegen St. Pauli 3:3 nach regulärer Spielzeit und Verlängerung und St. Pauli gewinnt am Ende das Elfmeter-Duell. Mit hervorragender Moral wurde gar der 0:2-Rückstand wettgemacht. Bundesligist Paderborn kassierte in regulärer Spielzeit das 2:2 in Rödinghausen, verwandelte jedoch im Elfmeterschießen  alle zum 4:2 vom Punkt. Die hohen Kantersiege sprechen ansonsten eine deutliche Sprache.

Waldhof Mannheim (3.Liga) – E. Frankfurt (BL) 3:5

VfB Lübeck (RL) – FC St. Pauli (2.Liga)  2:4 i.E.

VfL Osnabrück (2.Liga) – RB Leipzig (BL) 2:3

1.FC Saarbrücken (RL) – J. Regensburg (2.Liga) 3:2

FSV Salmrohr (Rheinlandliga) – H. Kiel (2.Liga) 0:6

Oberneuland (5. Liga) – Darmstadt (2.L.) 1:6

Germania Halberstadt (RL) – 1.FC Union (BL) 0:6.

Der 1.FC Union beeindruckte in Halberstadt. Urs Fischer vertraute in seiner Anfangsformation auf fünf Sommer-Neuzugänge: Becker, Bülter, Schlotterbeck, Ingvartsen und Gentner durften allesamt ran. Das Team scheint für die Eliteliga bereit zu sein.

Schlotterbeck besorgte die 1:0-Führung in der 27.Minute. So wurden auch die Seiten gewechselt. Apropos Wechsel, Urs Fischer brachte Mees in der 60. für Becker. In der 65. erhöhte Andersson auf 2:0 und keine zwei Minuten später, sozusagen per Doppelschlag, war Lenz der Vollstrecker zum 3:0. Der eingewechselte Mees besorgte in der 71. das 4:0, Andrich (76.) das 5:0 und Ujah (in der 71. Andersson sorgte kurz vor Ultimo (89.) für das Endresultat von 6:0.

VfB Eichstätt (RL) – Hertha BSC (BL)  1:5. Freude auch bei der Hertha, die sich im Pokal sonst Jahr für Jahr sehr schwer tat. Ein erhebendes Gefühl eine Runde überstanden zu haben. Gegen Regionalligist Eichstätt gab es zwar kein 15:1, aber immerhin fünf Tore zum deutlichen 5:1. Ein früher Doppelschlag durch Darida(11.) und Ibisevic(12.) gab schnell die Richtung vor. Wenn das so weitergeht, wird’s historisch anmutend. Ibisevic(31.)  gelang dann vor der Pause noch das 3:0. Torunariglu sah in Minute 18 die Gelbe. Ante Covic wechselte ihn zur Pause gegen Esswein aus. Nach dem Wechsel war erstaunlicherweise Eichstädt (52.) durch Kügel mit dem 1:3 am Zuge. Das 4:1 (62.) gelang Kalou und Esswein zeigte sich nach langer Zeit in Pflichtspielen mit dem Treffer zum 5:1(75.) dankbar für seine Einwechslung.

SV Rödinghausen (RL) – SC Paderborn (BL) 3:4 i.E.

MSV Duisburg (3.Liga) – Greuther Fürth (2.Liga) 2:0

Chemnitzer FC (3.Liga) – Hamburger SV (2.Liga) 5:6 i.E. In zwei von den drei Abendspielen fiel die Entscheidung erst im Elfmeterschießen. Welch eine Dramatik und Hochspannung. Chemnitz war drauf und dran, den HSV aus dem Wettbewerb zu kippen, führte in der regulären Spielzeit 2:1 und sogar in der Endphase des Elfmeterduells. Dann aber flatterten die Nerven, wie bei Wehen Wiesbaden. Der 1.FC Köln rettete sich mit viel Glück und Geschick und dank Torsteher Horn, der drei Elfmeter in Folge parierte.

Wehen Wiesbaden (2.Liga) – 1.FC Köln (BL) 2:3 i.E.

Spiele am Montag:

Hansa Rostock (3.Liga) – VfB Stuttgart (2.Liga) 9:1

Karlsruher SC (2.Liga) – Hannover 96 (2.Liga) 2:0

Hallescher FC (3.Liga) – VfL Wolfsburg (BL) 3:5

Energie Cottbus (RL) – Bayern München (BL) 1:3. 22.500 Zuschauer sahen eine mit Leidenschaft kämpfende Pele Wollitz-Truppe, die die Räume für die Bayern eng machten und kaum ein Durchkommen ermöglichten. Torlos blieb es bis zur 32.Minute. Die Torwart-Leihgabe vom 1.FC Union, Moser; hielt prächtig, reagierte auch den Kopfball von Coman(32.), Lewandowski erzeilte das 0:1 unhaltbar im Nachschuß. Mit 0:1 wurden die Seiten gewechselt. Dann dauerte es bis Minute 65. Coman zog nach innen und vollstrechte aus 19 Metern ins lange Eck zum 0:2. Das 0:3 blieb dann wieder Lewandowski (85.) vorenthalten, er lenkt Goretzkas Schuß ins Netz.. In der 90. Minute hielt der eingewechselte Goretzka Taz im Strafraum – Foulelfmeter, den Taz selbst sicher verwandelte, er verlud Keeper Neuer ins falsche Eck.

Christian Zschiedrich