Union obenauf – Hertha rutscht ab

Es war der vorletzte Spieltag der Hinrunde, Hertha fast ganz unten und Union obenauf, das gewohnte Bild hat sich verfestigt. Hertha hatte in Bochum erst Pech und ergab sich dann dem Schicksal. Ganz anders die Eisernen, sie drehten das Spiel und zeigten unbändigen Einsatz.

Hertha spielte wie ein Absteiger. Absurd das zweite Gegentor, da kam die Leihgabe Keven Schlotterbeck völlig frei stehend zum Kopfball. Dafür gibt es spätestens seit der A-Jugend Extratraining. Es war übrigens der einzige Eckball, den Bochum im Spiel hatte. Die Hauptstädter hatten sechs Eckbälle, die allesamt kläglich zelebriert wurden. Der Gesamteindruck war nicht gut, so wird es ganz schwer mit dem Klassenerhalt. Unter Woche kommen die Wolfsburger vorbei und nur vier Tage später die Köpenicker, die zuvor in Bremen ran mussten. Nur so nebenbei, in der vergangenen Saison hatten die Herthaner nach 16 Spielen vier Punkte mehr auf dem Konto, am Ende stand die Relegation. Ob es wohl dieses Mal besser läuft? Die Mannschaft muss begreifen, dass ab jetzt jedes Spiel den Charakter eines Endspiels hat. Es muss gepunktet werden, sonst kommen in der nächsten Saison die Gegner aus Heidenheim, Hannover oder Paderborn.

Die Eisernen bauen weiter auf, nicht nur ihre Erfolgsbilanz, auch der Stadionausbau soll bald beginnen. Der aktuelle Tabellenstand ist eine hübsche Momentaufnahme, es wäre am Ende der Saison die Qualifikation für die großen Fleischtöpfe der Champions-League.

Hans-Peter Becker

Erste Saisonniederlage der Eisernen

Jetzt hat es auch den 1. FC Union erwischt, als einziger Bundesligateilnehmer waren sie noch unbesiegt, die 0:2 Niederlage in Frankfurt bei der Eintracht sorgte für den ersten Fleck auf der weißen Weste. Es gibt eben so Arbeitstage, wo man am besten gleich im Bett geblieben wäre.

Die Eisernen wurden mit ihren eigenen Mitteln geschlagen. Frankfurt ging früh in Führung, Union musste reagieren, Frankfurt kam zu einigen verheißungsvollen Konterchancen und kurz vor der Halbzeitpause erhöhte die Eintracht auf 2:0.

Eine kämpferische Steigerung und eine Überzahl ab der 68. Minute brachten nicht die erhoffte Wirkung. Es fehlten vor dem gegnerischen Strafraum die Mittel und außerdem stand ein Kevin Trapp im Tor.

Im Vergleich zur Partie gegen den VfL Wolfsburg vor 13 Tagen wechselte Urs Fischer nach der Länderspielpause auf zwei Positionen. In der Dreierkette startete Timo Baumgartl zum zweiten Mal in Folge, diesmal jedoch für Robin Knoche auf der zentralen Position. Neu in die Startelf rückte Paul Jaeckel. Im Mittelfeld rotierte Morten Thorsby wieder in die Startelf, András Schäfer bekam nach zwei Einsätzen für Ungarn über die volle Distanz eine Pause. Julian Ryerson musste aufgrund eines Infektes passen und trat die Reise nach Frankfurt nicht an.

Stimmen zum Spiel

„Ich glaube, dass wir ganz gut reingekommen sind ins Spiel. Aber dann standen wir immer öfter in Eins-gegen-Eins-Duellen, welche die Frankfurter stark ausgespielt haben und in denen wir nicht immer konsequent genug waren. Beim 0:2 unterläuft mir natürlich ein Fehler, das darf so nicht passieren. Jetzt geht es im nächsten Spiel wieder um Punkte für den Klassenerhalt“, äußerte sich Paul Jaeckel nach der Partie.

„In den ersten 10-15 Minuten hatten wir ein gutes Gefühl, danach bekamen wir immer mehr Probleme in der letzten Kette. Das hat Frankfurt sehr gut gespielt. Die beiden Tore waren aber letztlich auch Geschenke von uns. Jetzt gilt es, das zu analysieren und sich dann auf die nächsten Aufgaben vorzubereiten“, so Kapitän Christopher Trimmel im Anschluss.

Auch Union-Trainer Urs Fischer sah es ähnlich: „Heute haben wir die Basics vermissen lassen, da hat einiges gefehlt. Und Frankfurt hat es dafür sehr gut gemacht. Sie waren griffiger, ekliger und auch spritziger. Bei den Toren waren wir nicht aufmerksam genug und besonders das 0:2 war schon fast ein Geschenk. Am Ende hatten wir noch ein paar gute Tormöglichkeiten, aber vielleicht passt es zu solch einem Spiel, dass dann auch kein Ball reingeht.“

Trotz der ersten Saisonniederlage bleiben die Eisernen Tabellenführer. In den nächsten Tagen vor dem Spiel in der Europa League am kommenden Donnerstag hat Trainer Urs Fischer nochmals die Möglichkeit seine Spieler auf die kommenden Wochen vorzubereiten. Am Mittwoch steht für die Mannschaft die Reise ins schwedische Malmö auf dem Plan, wo im Eleda Stadion am Donnerstag, dem 06.10.2022 um 18.45 Uhr die Partie gegen Malmö FF angepfiffen wird.

Eintracht Frankfurt – 1. FC Union Berlin 2:0 (2:0)

Tore: 1:0 Götze (12.), 2:0 Lindström (42.)

1. FC Union Berlin: Rönnow – Trimmel, Jaeckel, Baumgartl (74. Skarke), Leite, Gießelmann – Thorsby (57. Schäfer), Khedira (74. Behrens), Haberer (66. Seguin) – Becker (66. Michel), Siebatcheu

Eintracht Frankfurt: Trapp – Tuta, Hasebe, Ndicka – Knauff, Kamada, Rode (71. Dina Ebimbe), Pellegrini (71. Lenz) – Lindström (85. Borré), Götze (66. Sow) – Kolo Muani

Quelle: 1. FC Union Berlin

Erfolgreiches Wochenende für die Berliner Bundesligisten

Insgesamt sechs Punkten wurden es zwar nicht, aber die Ausbeute von insgesamt vier Zähler kann sich mehr als nur sehen lassen. Der 1. FC Union trotzte dem übermächtigen FC Bayern einen Punkt ab und einen Tag später holte sich Hertha in Augsburg den ersten Dreier der Saison ab.

Die Eisernen liefen fast 7 km mehr als der Gegner und hielten mit Härte dagegen. Die Bayern waren darauf vorbereitet. Den überraschenden Rückstand konnten sie innerhalb weniger Minuten ausgleichen. Sheraldo Becker erzielte bereits seinen fünften Treffer in der noch jungen Saison. Das Matchglück blieb den Eisernen treu. Der Freistoß, der dem Becker-Treffer vorausging, war keiner. Schiedsrichter Frank Willenborg war auf Andras Schäfers Finte hereingefallen. Ein korrektes Tackling von Bayern-Verteidiger Upamecano wurde als Foul gewertet, Schäfer fiel spektakulär. Willenborg tat zwar gut daran, kleinlich zu pfeifen, viele Nicklichkeiten, souverän war seine Zweikampfbeurteilung nicht immer. Der Kicker vergab für seine Leistung lediglich die Note 4.

Die Bayern kamen noch zu einigen Chancen, letztlich blieb es beim 1:1. Durch dieses Ergebnis wurden die Bayern von der Tabellenspitze verdrängt. Von dort grüßt aktuell der SC Freiburg, mal sehen, wie lange das so bleibt. Union und Freiburg sind bereits am Donnerstag, 8. September, in Europa League gefordert. Erster Gegner in der Wuhlheide wird Royale Union Saint-Gilloise aus belgischen Jupiler-Pro Liga sein.

Am Sonntag hatte Hertha das Matchglück auf seiner Seite. Schiedsrichter Harm Osmers wertete Filip Uremovics Notbremse in der 23. Spielminute nur mit der Gelben Karte. Das Tor fiel in der 58. Minute durch Dodi Lukebakio und Hertha hielt diesmal die Null. In der Nachspielzeit entschied ein Konter das Spiel endgültig. Die nächste Aufgabe wartet im Olympiastadion gegen Leverkusen. Die Bayer-Elf hat, wie die Hertha, erst ein Spiel in dieser Saison gewonnen. Vor dem Hertha-Spiel steht in der Champions-League die Aufgabe in Brügge an.

Hans-Peter Becker

Berliner Vereine in der Bundesliga

Den Spieltag eröffneten Borussia Mönchengladbach und Hertha BSC. Der Auftritt bis zur 34. Minute machte Hoffnung, dass etwas Zählbares mit nach Berlin genommen werden kann. Ja, wenn sich die Wackler in der Abwehr in Grenzen halten könnten. Die Rechnung ging auf, vorn nicht getroffen und hinten mal wieder versagt. Was war das für eine blöde Abwehraktion von Maximilian Mittelstädt? Sie ermöglichte den als andere als überzeugend aufspielenden Gladbachern das goldene Tor. Hertha war im Sturm zu harmlos und wackelte weiter in der Abwehr. Wer hat bloß Filip Uremovic eingestellt? Sein Innenverteidiger Kollege Marc Oliver Kempf, zwar noch mit der besten Kickernote von allen Hertha-Verteidigern bedacht, konnten ebenso nicht überzeugen. Zwei Elfmeter, ehrlich mal, mit dieser Abwehr wird das ganz schwer. Der nächste Spieltag beschert uns Dortmund im Olympiastadion, die haben sich gegen Bremen ein echtes Ding geleistet. Not gegen Elend ist angesagt.

Was nützt es, halbwegs passabel zu spielen und am Ende mit leeren Händen dazustehen? Alte Tante, mach es wie die Eisernen, scheis.. spielen, vorne einen Leichtathleten aufbieten, gnadenlos effizient rein die Dinger, mindestens 10 Kilometer mehr als der Gegner laufen und auf einen schlechten Schiedsrichter hoffen. Lassen wir die Ironie, Glück hat auf die Dauer nur der Tüchtige.

“Bereitschaft, Kompaktheit und gutes Umschalten, da war die Mannschaft heute sehr präzise und gut. Die Jungs haben unheimlich gut gegen den Ball gearbeitet. Vielleicht hätte ich mir den einen oder anderen besseren Konter gewünscht, aber auch so bin ich sehr zufrieden”, fasste Union-Trainer Urs Fischer die Begegnung zusammen.

Trotzdem muss mir einer erklären, wie so ein Foul von Christopher Trimmel an Timo Werner übersehen werden kann, bei mindestens 12 Kameras im Stadion. Der Videoschiedsrichter musste wohl dringend auf die Toilette.

Der 2:1 Sieg geht in Ordnung. RB war schwach und hatte in der Anfangsphase Pech. Leipzig ist in den Startlöchern hängen geblieben, während in der Wuhlheide bereits 7 von 9 möglichen Punkten geholt wurden. Union spielt am nächsten Spieltag auf Schalke.

Hans-Peter Becker

Angreifen ist die beste Verteidigung

Berlin hat – sehr erfreulich – sogar zwei Bundesligamannschaften in der Nummer 1 Sportart Fußball. Die sind ganz unterschiedlich in die neue Saison gestartet. Bei Union werden seit dem Aufstieg vor drei Jahren namhafte Abgänge scheinbar immer wieder mühelos kompensiert. Als aktuelles Beispiel sei hier Taiwo Awoniyi genannt. So etwas möchte Hertha auch gern schaffen, leider scheint, das der Alten Dame nicht zu gelingen. Dabei ruhten einige Hoffnungen auf einem gelungenen Saisonstart. Das Ergebnis ist ernüchternd. „Chancenlos“ berichtete Hans-Peter Becker aus der Alten Försterei. Und die Kommentare in Bild und Ton fallen drastischer denn je aus.

Jetzt, wo Michael Preetz und Werner Gegenbauer weg sind, möchte ich persönlich gern etwas Positives schreiben. Sagt mir bitte, was ? Worüber soll konstruktiv geurteilt werden(?) – galt ich doch als ein Kritiker mit besonderer klarer Wortwahl. Was in dieser Woche über Hertha zu lesen und zu hören sein wird, muss den Herthanern ordentlich in den Ohren klingen. Wie soll sich sonst etwas ändern. Natürlich können Auftaktspiele auch verloren gehen. Es fragt sich nur, wie? Das Wie macht mich besonders nachdenklich.

Chefredakteur Christian Zschiedrich kommentiert © Foto: Sportick

Angriff ist die beste Verteidigung. Sagt mir bitte nicht, dann hätte Hertha ja noch höher verloren. Was ist das für ein Fußball, wenn nach 36 Spielminuten das erste Mal (per Standard) auf das gegnerische Union-Tor geschossen wird! Solche Spiele möchte ich weder vor Ort, geschweige denn am Fernseher sehen. Erst recht nicht im Olympiastadion. Wer von den Hertha-Spielern kann einen gelungenen Pass, wie beispielsweise Mario Götze, in die Tiefe spielen? Wer das nicht kann, spielt eben quer und ganz viel zurück. War es die fehlende Einstellung oder gar Unfähigkeit?

Fredi Bobic und Neu-Trainer Sandro Schwarz, wussten die wirklich nicht, was sie sich mit Hertha angetan haben? Nico Kovac wusste es und sagte ab. Ob er sich aber mit dem VfL Wolfsburg eine viel bessere Wahl getroffen hat, sei dahingestellt. Ich habe immer noch die sauren Minen von Bobic und Schwarz beim 1.FC Union in Erinnerung. Die deuteten in Richtung Unfähigkeit. Wie soll das bloß enden, wie soll es nur weitergehen?

Der Blick voraus verheißt nichts Gutes! Am 2. Spieltag kommt Eintracht Frankfurt ins Olympiastadion, als Tabellenletzter. Bayern München hat die Frankfurter im eigenen Stadion total auseinander genommen. Heißt jetzt, Wiedergutmachung spielt gegen Wiedergutmachung. Aus Sicht der Hertha sollte gewonnen werden, danach hat Hertha bei Borussia Mönchengladbach zu bestehen. Noch problematischer wird es eine Woche darauf. Borussia Dortmund kommt nach Berlin. Ich kenne da einen Statistiker, seine Darlegung: „Aus ehemals 12 möglichen Punkten, das ist nicht mehr möglich, können es aber noch null werden“! Es bleibt das Prinzip Hoffnung, auf den Fußball-Gott.

Christian Zschiedrich

Hertha verschenkt vorzeitige Rettung, Viktoria mit spätem Sieg und Union?

Der Profifußball hatte zwar keine Niederlage zu vermelden, allerdings waren die Ergebnisse bis auf Viktoria nicht optimal. Die Himmelblauen holten am Freitagabend unter Flutlicht im Jahnsportpark drei ganz wichtige Punkte. Da war es egal, dass der 2:1 Erfolg über den 1. FC Saarbrücken erst in der Nachspielzeit perfekt gemacht wurde. Getroffen hatte der eingewechselte Hovi. Ja wenn man in der Woche zuvor in Würzburg (stehen inzwischen als Absteiger fest) nicht so eingebrochen wäre. Jetzt können die Viktorianer um Trainer Toku nur hoffen, dass der SC Verl am 37. Spieltag in der Roten Erde gegen Dortmund II Federn lässt. Beide trennt nur ein einziger Punkt, allerdings hat Verl noch 2 Spiele, während für die Berliner, bedingt durch den Rückzug von Türkücü München, nur ein Spiel zum Punkten bleibt. Am 14. Mai empfangen sie den SV Meppen, hoffentlich wird das nicht das vorläufig letzte Spiel in Liga 3. Der BFC Dynamo ist zwar fast Meister der Regionalliga Nordost, sie verpassten parallel am Freitag bei Union (gemeint ist Fürstenwalde) die vorzeitige Meisterschaft. Bei 6 Punkten Vorsprung und einer um 15 Tore besseren Bilanz sollte nichts Schlimmeres mehr passieren. Der Aufstieg in Liga 3 ist in diesem Jahr nur über die erfolgreiche Relegation mit dem Nordmeister möglich.

Den Freitagabend beschloss der Auftritt der Eisernen daheim gegen Absteiger Greuther Fürth. Es war gruselig, die erste Halbzeit war wohl die schlechteste in dieser Saison. Sie hätten sich nicht wundern dürfen, die Gäste waren klar besser, nur war das Spiel noch nicht entschieden. Ein Abwehrfehler ermöglichte den Eisernen den Ausgleich. Ein glücklicher Punkt für Union.

Einen Tag später, zur traditionellen Bundesligaspielzeit, Samstag, 15:30 Uhr, machte Hertha in Bielefeld ziemlich viel richtig, schoss nur ein Tor zu wenig. Statt des erlösenden 2:0, hätte die vorzeitige Rettung bedeutet, kam die Arminia zum Ausgleich und Hertha darf weiter zittern, hat aber nicht die allerschlechteste Ausgangsposition. Ein Sieg gegen Bayernbesieger Mainz und die Sache wäre geritzt. Vorsicht Hertha, der letzte Sieg ist bekanntlich immer der schwerste, allerdings, wenn sie es jetzt noch vergeigen…..

Hans-Peter Becker

Berliner Profi-Fußball im Überblick

Etwas mehr als die Hälfte der Saison ist absolviert und so richtig zufrieden sein kann nur der Bundesligist aus dem Stadtteil Köpenick. „Alles bestens!“, kann man ihnen nur zurufen. Mal wieder das Optimum aus den vorhandenen Möglichkeiten herausgeholt oder Glück hat auf Dauer nur der Tüchtige. Der Sieg in Gladbach setzte dem Ganzen die Krone auf. Gladbach kämpfte glücklos und die Eisernen hatte das bessere Ende für sich. Jetzt stehen sie nach 20 Spieltagen auf einem Platz, der die Teilnahme an Champions League bedeuten würde. Eigentlich nicht zu fassen, da kann der Lokalrivale aus dem Westend nur kopfschüttelnd daneben stehen.

Hertha BSC ist eine einzige große Baustelle. In allen Mannschaftsteilen wirkten sie gegen die Bayern überfordert. Der Stadionsprecher begrüßt die Zuschauer nach wie vor mit „und hier kommt Berlins Nummer 1…“ und der Investor, wahrscheinlich nur er, denkt in ganz großen Dimensionen. Erstmal muss gründlich entkernt werden, dann mal schauen, wie tragfähig der Rohbau noch ist. Fredi Bobic ist um seine Aufgabe nicht zu beneiden. Corona tat das übrige, zu Jahresbeginn mussten gleich 6 Profis gleichzeitig in Quarantäne. Das Transferfenster ist noch bis zum 31. Januar geöffnet und Bobic räumt den Kader auf. Letzter Neuzugang ist Stuttgarts Ex-Kapitän, Innenverteidiger Marc-Oliver Kempf. Er wird dringend benötigt, Hertha verfügt, nach Anzahl der Gegentore, über die zweitschlechteste Defensive. Es hakt allerdings in allen Mannschaftsteilen.

Die Bundesliga macht Pause, Union testet gegen Lodz und vermeldet mit Kevin Möhwald einen aktuellen Corona-Fall. Hertha hat bisher keinen Test geplant und trainiert fleißig für die kommenden Wochen der Wahrheit. Die nächsten Gegner heißen VfL Bochum und Greuther Fürth, worauf es da ankommt, muss wohl nicht weiter erörtert werden.

Nicht pausiert wird in Liga 3, es steht sogar eine englische Woche an. Viktoria hat am Dienstag, 25. Januar trotzdem nicht gespielt, der Grund, sie ahnen es, weitere Corona-Fälle in der Mannschaft. In der Pressemitteilung liest sich das folgendermaßen:

Aufgrund von behördlich angeordneter Kontaktpersonen-Quarantäne durch das zuständige Gesundheitsamt in Berlin wird das Drittliga-Spiel zwischen dem Halleschen FC und Viktoria Berlin auf Grundlage von §15 der Durchführungsbestimmungen zur DFB-Spielordnung abgesetzt.

Bei den Himmelblauen traten im Rahmen des Spiels gegen den 1. FC Kaiserslautern am vergangenen Samstag drei weitere Corona-Fälle auf. Darüber hinaus befinden sich zwei weitere Personen aus dem Mannschaftsgefüge mit Grippesymptomen in häuslicher Isolation.

Der neue Spieltermin wird nach Rücksprache mit dem Halleschen FC und Viktoria Berlin schnellstmöglich bekannt gegeben.

Die Absage des Spiels erfolgte erst 3 Stunden vor dem Anpfiff. Mal sehen, wie es weitergeht, am Samstag, 29. Januar steht das Heimspiel gegen den FSV Zwickau an. Viktoria hat den Kader nachgebessert und muss aufpassen, jetzt nicht weiter nach unten durchgereicht zu werden. Die Neuzugänge bzw. Leihspieler könnten sofort weiterhelfen. Für den Klassenerhalt sollten es mindestens 42 Punkte oder mehr sein. Nach 21 von 38 Spielen kann der Aufsteiger und absolute Liganeuling auf 26 Punkte verweisen. So 6 bis 7 Siege und dazu das eine oder andere Unentschieden und die Sache wäre geritzt. Ein bisschen Sorge bereitet die geringe Zuschauerresonanz. Im Jahnsportpark ist der Verein weiter weg von seiner eigentlichen Heimat im Süden Berlins, andere Dinge konnten unter Dach und Fach gebracht werden. In Kaiserslautern liefen die Himmelblauen erstmals mit einem Trikotsponsor auf der Brust auf. Das Spiel im Fritz-Walter-Stadion war für Viktoria ernüchternd. Fehlende Vorbereitung und Fitness machten sich bemerkbar, die Niederlage war diesmal nicht zu verhindern. Das Hinspiel im Jahnsportpark hatten die Muzzicato-Schützlinge überraschend klar gewonnen.

Hans-Peter Becker

Berliner Profifußball im Überblick

Es war alles dabei, was die Berliner Proficlubs an Ergebnissen zu bieten hatten. In der 3. Liga bot Aufsteiger Viktoria beim Spitzenreiter 1. FC Magdeburg einen großen Kampf. Ein Auswärtspunkt lag durchaus im Bereich des möglichen. Schmerzlich wird Torjäger Tolcay Cigerci (bisher 6 Tore und 5 Vorlagen9 vermisst. Lucas Falcao lief in der 46. Minute allein auf das Magdeburger Tor zu und hatte nicht die Nerven, um den Ball im Tor unterzubringen. Auch die Magdeburger scheiterten reihenweise, so blieb der Treffer von Connor Krempicki, nach bereits vier Minuten der Einzige der Partie. Viktorias Trainer Benedetto Muzzicato blieb seiner offensiv ausgerichteten Linie treu und lobte den Auftritt seiner Mannschaft. Allerdings lässt sich nicht leugnen, dass die Ergebniskrise bei den Himmelblauen weiter anhält. Aus den letzten fünf Spielen wurde lediglich ein Punkt geholt. Am nächsten Spieltag kommt die zweite Vertretung von Borussia Dortmund in den Jahn-Sportpark.

Einen Vertreter in der 2. Bundesliga hat Berlin zur Zeit nicht zu bieten. In der Beletage des deutschen Fußball agieren Hertha BSC und der 1. FC Union. Die „Alte Dame“ löste ihre Heimaufgabe mit dem 1:0 Sieg gegen Borussia Mönchengladbach. Ein hart geführtes Spiel, wenig Torchancen, es war wenig ansehnlich. Immerhin war das Olympiastadion nach den aktuell gültigen Corona-Regeln ausverkauft. Es war nicht schön, dafür erfolgreich und wird für weiteres Selbstvertrauen sorgen. Dazu ein Hoch auf den Videobeweis, er bewahrte Hertha vor einem Rückstand. Die nächsten Gegner sind auswärts, die TSG Hoffenheim, dann kommt Bayer Leverkusen und die Alte Försterei.

So haben wir die Überleitung zu den Eisernen, die mit einer gefühlten Niederlage aus Stuttgart zurückkamen. Sie hatten am Sonntagabend die Sache im Griff, allerdings müssen sie sich ankreiden lassen, nicht energisch genug auf das zweite Tor gegangen zu sein. So kam es wie kommen musste, die nie aufsteckenden Stuttgarter, seit der 57. Minute sogar in Unterzahl, schafften noch den Ausgleich. In der 3. Minute der Nachspielzeit landete ein abgefälschter Schuss von Faghir im der Tor Eisernen. Sie hatten es tatsächlich vermasselt, während der VfB sein Glück kaum fassen konnte.

“Wir hatten den Gegner und den Ball im Griff und waren sehr gut im Spiel. Am Schluss musst Du den Sack zumachen, wenn sich die Möglichkeiten ergeben. Stuttgart hat mit einer Chance den Ausgleich erzielen können. Aber ich bin sehr zufrieden mit dem, was die Mannschaft heute gezeigt hat, nach einem sehr schwierigen Auswärtsspiel in Rotterdam. Sie verdient ein großes Kompliment.” so fasste Urs Fischer das Spiel seiner Mannschaft zusammen.

Hertha und Union sind jetzt im Pokal gefordert. Bereits am kommenden Dienstag, 26.10. muss Hertha in Münster beim Regionallisten ran. Union reist einen Tag später nach Mannheim und will gegen den Drittligisten SV Waldhof weiterkommen.

Hans-Peter Becker

Neuer Vertrag für Dedryk Boyata

Unser Kapitän, der seit 2019 für Hertha BSC spielt, bleibt an Bord und verlängert sein Arbeitspapier bis 2024.

Erfreuliche Nachrichten noch vor dem Bundesliga-Auftakt: Neuer Vertrag für Dedryk Boyata bleibt Herthaner ! Unser Hauptstadtclub verlängerte am Donnerstag den Vertrag mit unserem Kapitän bis 2024. „Dedryck ist eine wichtige Führungspersönlichkeit für uns und spielt in unseren Planungen eine zentrale Rolle. Daher sind wir froh, diesen Vertragsabschluss frühzeitig vollzogen zu haben. Mit seiner Qualität und seiner Erfahrung ist er ein entscheidender Baustein für die nächsten Jahre“, kommentiert unser Geschäftsführer Sport Fredi Bobic die Personalie. Boyata blickt mit einem guten Gefühl auf die nächsten Jahre bei unserer ‘Alten Dame‘. „Ich habe das Vertrauen der Verantwortlichen immer gespürt, auch in den Phasen, in denen ich verletzt war. Davon möchte ich in den nächsten Jahren etwas zurückgeben. Dieser Verein hat großes Potenzial und gemeinsam wollen wir die Basis für sportlichen Erfolg legen.“

Der 30-Jährige, der künftig die Nummer 4 tragen wird, schloss sich unserem Club 2019 an und bestritt seitdem 48 Pflichtspiele (fünf Tore, eine Vorlage) mit der Fahne auf der Brust. Seit der vergangenen Spielzeit führt der Innenverteidiger unsere Spreeathener als Kapitän auf den Rasen. Für die belgische Nationalmannschaft bestritt der Rechtsfuß 25 Länderspiele, davon zwei bei der EM 2021 und drei bei der WM 2018. Vor seiner Zeit in Berlin schnürte der kopfballstarke Defensivspieler vier Jahre die Fußballschuhe für Celtic Glasgow. In Schottland gewann er vier Mal die Meisterschaft und je drei Mal den Pokal bzw. Ligapokal. 2007 war der gebürtige Brüsseler aus seiner Heimatstadt zu Manchester City gewechselt, bei den ‚Skyblues‘ erhielt er 2009 seinen ersten Profivertrag, debütierte 2010 in der Premier League und bestritt bis zu seinem Wechsel nach Glasgow insgesamt 35 Pflichtspiele für den amtierenden englischen Champion. In seiner Vita tauchen damit auch der Gewinn der englischen Meisterschaft und des Ligapokals 2014 sowie der des FA-Cups 2011 auf. Bei Ausleihen zu den Bolton Wanderers und in die Niederlande zu Twente Enschede sammelte der 1,88-Mann weitere wichtige Erfahrungen auf nationalem wie internationalem Parkett.

Quelle: Hertha BSC

Jessic Ngankam auf Leihbasis nach Fürth

Herthas Eigengewächs schließt sich für ein Jahr dem Aufsteiger aus Mittelfranken an.

Eine weitere Personalie dieses Transfersommers steht fest: Jessic Ngankam schließt sich für die anstehende Spielzeit 2021/22 der SpVgg Greuther Fürth an. „Für Jessic ist es jetzt wichtig, möglichst viele Spielminuten in der Bundesliga zu bekommen. Deshalb wird ihm dieser Schritt für seine persönliche Entwicklung guttun“, kommentiert unser Geschäftsführer Sport Fredi Bobic das Leihgeschäft. „Ich freue mich auf die Möglichkeit, in Fürth viele wichtige Erfahrungen zu sammeln. Ich sehe das als große Gelegenheit, Spielpraxis auf höchstem Niveau zu sammeln“, unterstreicht unser Eigengewächs.

Der gebürtige Berliner trägt seit 2006 das Trikot unseres Hauptstadtclubs und durchlief seitdem die Nachwuchsmannschaften unserer Akademie. Seit Mai 2020 zählt der A-Junioren Meister von 2018 als Profi zu unserem Bundesliga-Kader. Dabei erzielte Ngankam bisher zwei Tore in 19 Einsätzen in Deutschlands höchster Spielklasse – darunter den viel umjubelten 2:1-Siegtreffer in Gelsenkirchen in der abgelaufenen Serie, der einen Meilenstein auf unserem gemeinsamen Weg zum Ligaerhalt darstellte.

Quelle: Hertha BSC