13. Regionalliga Spieltag, Berliner Clubs, 3 Heimspiele, 2 Auswärtsspiele

Interessante Konstellation in der Regionalliga Nordost nach dem 12. Spieltag. Vor allem verschafften sich fürs kommende Wochenende (03.-5.11.2023) die drei Berliner Clubs mit Heimvorteil in den Auseinandersetzungen beste Erfolgsaussichten. Das Berlin-Derby BFC Dynamo – FC Viktoria 89 endete vor 1.808 Zuschauern im Sportforum 3:3. Es war nervenaufreibend. BFC-Trainer Dirk Kunert sah in der 80. Minute die Gelb-Rote Karte. Dynamo hätte zwar gern zwei Punkte mehr behalten, holte immerhin einen 1:3 Rückstand auf. Im Siegesfalle hätte der BFC als Tabellenführer in Erfurt starten können, da Spitzenreiter Greifswalder FC zu Hause Energie Cottbus nicht bezwingen konnte (1:1), ist es nur der eine Punkt (Greifswald 1., 26 Punkte) und BFC Dynamo (2., 25 Punkten), die sich weiterhin so eng duellieren. Allerdings folgen Babelsberg 03, Energie Cottbus (4.), FC Viktoria (5.) und VSG Altglienicke (6.) in der Spitzengruppe.

Viktoria 89 empfängt nun bereits am Freitag, 3.11.2023, 19.00 Uhr, im Stadion Lichterfelde den FSV Luckenwalde, den Tabellen7., mit aktuell 19 Punkten. Gegen Hertha BSC II gewann der FSV 2:0. Schlusslicht BAK 07 (8 Punkte) spielte beim punktgleichen FC Eilenburg 2:2 und hat ebenfalls am Freitag Heimrecht im Poststadion gegen Carl Zeiss Jena (10., 16 Punkte). Die VSG Altglienicke konnte beim Chemnitzer FC aus Krankheitsgründen der Chemnitzer nicht antreten – neuer Termin ist Dienstag, 21.11.2023. Am Samstag, 4.11.2023, 13.00 Uhr, kommt ZFC Meuselwitz ins Jahnstadion. Der ZFC gewann mit 1:0 zu Hause gegen den FSV Zwickau, aktuell Vorletzter der Tabelle. Für Hertha BSC II ist ebenfalls am Samstag,13:00 Uhr Anstoß im Chemnitzer Stadion an der Gellertstraße.

Unsere Vorstädter in Babelsberg, scheinen eine sehr erfolgreiche Saison zu spielen. Mit dem 1:0 gegen Hansa Rostock II sind die 03er jetzt punktgleich mit dem BFC Dynamo; ebenfalls nur einen Punkt hinter dem Tabellenführer Greifswalder FC. Allerdings steht am Sonntag (6.11.2023) auswärts in Cottbus, Stadion der Freundschaft keine leichte Aufgabe bevor. Energie liegt nur einen Punkt hinter Babelsberg 03. Bleibt ein wenig Wehmut für einen Berliner, jahrelang erfolgreichen Verein. Der Berliner AK (18., 8 Punkte., 7:24 Tore,) kämpft auch gegen den großen finanziellen Aderlass und dem damit verbundenen mannschaftlichen Umbruch. Carl Zeiss Jena hat zwar Chemie Leipzig 1:0 besiegt und rangiert jenseits zwischen Gut und Böse, darf in Berlin gern zum Punktelieferant werden. Was den BAK auch hoffnungsvoll stimmen sollte, gleich drei Vereine, nur besserem Torverhältnis, haben auch nur deren acht Punkte: FSV Zwickau, Hansa Rostock II und FC Eilenburg. Es bleibt oben und unten spannend.

Christian Zschiedrich

Hertha zieht verdient ins Achtelfinale ein

Was der Fußballgott dem 1. FC Union nicht gönnt, scheint er als Extraportion nach Charlottenburg, zur „Alten Dame“ zu schicken. Der FSV Mainz 05 ist bisher in der Bundesliga noch ohne Sieg und Tabellenletzter und genauso traten sie vor knapp 30.000 am Mittwochabend, 1.11.2023 im Berliner Olympiastadion auf. Eine ereignisarme, langweilige erste Halbzeit endete mit einem Foulelfmeter für die Hertha, den Fabian Reese verwandelte. Besser kannst du nicht in die Pause gehen.

Hertha konnte nachlegen. Allerdings war der Handelfer aus meiner Sicht etwas glücklich und hatte wohl einer VAR-Überprüfung nicht standgehalten. Ein Videobeweis ist in der 2. Hauptrunde des DFB-Pokals nicht vorgesehen und so blieb es bei der guten, alten Tatsachenentscheidung. Der Zeitpunkt war günstig und Haris Tabakovic schnappte sich den Ball von Reese und verwandelte sicher.

Die Mainzer Bank versuchte zu helfen. Bo Svensson tauschte gleich drei Spieler und als der Name Marco Richter unter den Wechseln verkündet wurde, gab es die entsprechende Begrüßung der Ostkurve. Wäre er besser in Berlin geblieben? Er ging als Kapitän von Bord. Seine Performance bei den 05er ist bislang bescheiden. Für einen Einsatz in der Startelf hat bisher nicht gereicht.

Die Moral des Bundesligisten war angeknackst, die Wechsel halfen nichts, zudem stand die Abwehr der Hertha stabil. Der Knockout erfolgte eine halbe Stunde vor dem Ende, den beiden Strafstößen fügte Tabakovic ein Feldtor hinzu. Hertha ist weiter in der Verlosung und kann das Geld gut gebrauchen.

Hans-Peter Becker

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Spieldaten:

DFB-Pokal, zweite Runde

01.11.2023 20:45 Uhr Olympiastadion Berlin
Hertha BSC – 1. FSV Mainz 05 – 3:0 (1:0)

Mainz 05: Zentner – Fernandes (70. da Costa), Guilavogui, Leitsch (58. van den Berg), Caci – Barreiro (70. Kohr), Krauß – Barkok (58. Richter), Lee (58. Ajorque) , Gruda – Onisiwo

Hertha BSC: Ernst – Kenny, Kempf, Leistner, Winkler (85. Christensen), Zeefuik, Dárdai (75. Bouchalakis), Klemens (90. Gechter), Reese, Niederlechner (75. Scherhant), Tabakovic

Tore: 1:0 Reese (45.+1 FE), 2:0 & 3:0 Tabakovic (50. FE & 61.) 

Zuschauer: 29.621

Spandau will nach Champions League-Rückschlag in der Bundesliga vorn bleiben

Nachtrag: Champions League, Hauptrunde, Gruppe D, 4. Spieltag, 31.10.2023: Spandau 04 – CN Atletic Barceloneta (ESP) 6:13 (0:4,2:4 – 3:2,1:3) Torschützen Spandau: Tyler Abramson (2), Yannek Chiru, Marin Tomasovic, Tamas Sedlmayer, Bilal Gbadamassi (je 1); Torschützen CNAB: Tahull, Garcia (je 3), Lara, Perrone, Sanajuha (je 2), Pavillard (1) Ranking: CN Barceloneta 12 P., Spandau 04 und CN Marseille je 6, Vouligameni 0.

Vier Tage bleiben den Wasserfreunden Spandau 04, um sich nach der 6:13-Heimniederlage in der Champions League gegen Spaniens Meister CN Atletic Barceloneta zu erholen, um im Bundesliga-Alltagsprogramm am Samstag an gleicher Stätte in Schöneberg wieder ihre gute Form zu beweisen. Gegner sind dann die White Sharks Hannover, das „B-Team“ vom 04-Dauerrivalen Waspo 98 Hannover.

Spandau ist gegen die White Sharks ebenso klarer Favorit wie Waspo auswärts beim punktlosen Vorletzten des Achter-Rankings Krefeld 72. Allerdings muss man nach der Papierform den Vizemeister bei der Torejagd leicht im Vorteil sehen, da die „Weißen Haie“ in Berlin zweifellos besser besetzt sein werden als Aufsteiger Krefeld. Am Erfolg des Rekordmeisters in Schöneberg dürfte keinerlei Zweifel bestehen, auch wenn der CL-Auftritt am Dienstag leider kein Mutmacher war.

Der feste Vorsatz, sich für das 6:16 Ende September am Mittelmeer zu rehabilitieren und den CL-Gruppen- und Titelfavoriten nicht nur zu erschüttern, sondern womöglich gar zu stürzen, war schnell ad acta gelegt. 0:4 nach dem Startviertel, zwischendurch 0:7 und erst danach ein kleines Nachlassen der „Toros“ mit dem besten Interim-Resultat von 4:8 für Spandau reduzierte die Gastgeberhoffnungen. Am Ende war es nur dem gebremsten Furor von CNAB zu verdanken, dass es mit dem 6:13 kein Dacapo des Hinspielresultates gab. Im Angriff waren die Wasserfreunde lange zu wenig kreativ, durchsetzungsstark und selbstbewusst, um einen anderen Verlauf zu kreieren. Und auch individuell tat sich kein Spieler besonders hervor, als dass es für die zahlreichen Zuschauer auffällig wurde.

Am Samstag, 4.11.2023 wird sich das Leistungsniveau des Berliner Teams garantiert verbessern. Die White Sharks haben ihr letztes DWL-Match bei Ludwigsburg 08 überraschend deutlich mit 9:15 verloren, auch sie wollen eine bessere Visitenkarte abgeben. Gegen starke Akteure wie Spittank, Götz, Rotermund, Molnar, Froreich oder Goalgetter Stankovic kann Spandau nicht unbedingt einen „Kantersieg“ wie fast üblich erwarten. Am Ende aber prägt neben dem reinen Sieg auch das spielerische Niveau den Erfolg.

Peter Röhle/Wasserfreunde Spandau 04

Wasserball Bundesliga

2023/2024

Gruppe A, 4. Spieltag

Samstag, 04. November 2023

Wasserfreunde Spandau 04 – White Sharks Hannover

Spielbeginn: 16.00 Uhr

Spielort: Sport- und Lehrschwimmhalle Schöneberg, Sachsendamm 11, 10829 Berlin

Union – das war vorauszusehen

So überaus erfolgreich die letzte Saison auch war, mitunter spielten die Eisernen ja über ihre Möglichkeiten und hatten obendrein verdientermaßen Glück in den entscheidenden Phasen. Dass sich das in dieser Saison nicht unbedingt wiederholen wird, befürchtete der ein und andere Union-Anhänger. Dass es, wie nicht nur die Medien verkünden, zum freien Fall kommen wird und dass heuer dem Stand nach gegen den Abstieg gespielt werden wird, eine solche Diskrepanz war nicht eingeplant.

Union verlor leider, erneut, wichtige Spieler, befand sich demzufolge im Umbruch. Die Neuen versprachen, dem Namen nach, gleichwertigen Ersatz. Das hat man häufig, dass noch so gute Spieler berechtigte, höhere Erwartungen schüren, wen aber wundert es, wenn das Ineinandergreifen im Mannschaftsgefüge nicht immer effiziente Resultate hervorbringen.

Geduld, Geduld! Die hat weiß Gott der 1. FC Union. Und der Fußball-Gott scheint in allen Belangen gegen jegliches Aufbäumen der Köpenicker zu sein. Allein das Beispiel der Roten Karte von Schiedsrichter Sascha Stegemann gegen Trainer Urs Fischer, er beleidigte niemand und äußerte sich auch nicht laut. Regel hin und Regel her, muss man sich in einer solchen Situation mit einer Roten Karte profilieren?

Ich formuliere deshalb eine reine Gefühlslage und den Anschein von denen, die der falschen Annahme waren, der Schiedsrichter wolle gegen den gutmütigsten Unioner eine Lachnummer produzieren oder aber den Trainer so provozieren, dass der die Fassung verliert und handgreiflich wird. Natürlich war Urs Fischer in seiner und der Lage des Vereins nach bis in die Haarspitzen enorm angespannt. So wie es gute engagierte Trainers sein müssen. Um das zu erahnen, braucht man nicht viel Fingerspitzengefühl. Zum Glück ließ er sich nicht provozieren, er beherrschte sich und erklärte, doch nichts Anstößiges getan oder geäußert zu haben.

Wiederholt bekam der 1. FC Union Komplimente, gut gespielt und mit Pech verloren zu haben. Der Verlierer kann sich dafür nichts kaufen. Dafür kann selbstverständlich auch kein Unparteiischer was. Für das im Absatz zuvor zu Papier gebrachtes aber auf jeden Fall.

Die Rote Karte für Rani Khedira, nach genau einer Stunde Spielzeit, da regte sich keiner groß auf. Er hat zum Glück, mit zu hohem Bein und im Zweikampf zu spät kommend seinen Gegenspieler nicht verletzt. Sein Gegenspieler war voll im Tempo schneller. Khedira wäre sonst, wie wir ihn kennen, geschickter gewesen. Er sah in seinen vielen Bundesligaeinsätzen bisher noch keine Rote Karte. Ich erwähne die Hinausstellung auch nur als Fakt, passend zum Spiel, wie das Eigentor von Knoche.

Wer einmal selbst Fußball gespielt hat, erkennt in der Zeitlupe das in Brusthöhe zu hohe Bein von Khedira, das er jedoch, ganz deutlich, sofort zurücknimmt. Sein Bein sofort im Kniegelenk abwinkelte und damit Schlimmeres selbst verhinderte. Ich weiß, es muss nicht zu Verletzungen führen, die Gefahr ist laut Regel bereits zu ahnden. Dennoch, es war kein gefährliches gestreckte Bein! Gerade wieder genesen, wird Khedira in den nächsten drei wichtigen Spielen gesperrt fehlen. Wer kein Glück hat, da kommt eben Pech hinzu. Zudem, wer unten in der Tabelle steht, muss eine Menge mehr Ungereimtheiten ertragen. Er hat versucht, sich beim Foul fair zu verhalten. So manch taktisches Foul wird allwöchentlich weniger bestraft.

Christian Zschiedrich kommentiert

Zurück zu Urs Fischer und den elf verlorenen Pflichtspielen. Seit vielen Jahren beobachte ich Trainerentlassungen (nicht nur in der Bundesliga), wenn – spätestens nach fünf Pflichtspielen in Folge – kein Punktgewinn zu Buche schlägt, muss der Trainer als schwächtes Glied in der Kette gehen. Es gibt Ausnahmen, gut, beim 1. FC Köln (Pokalaus in Kaiserslautern) sind es mittlerweile sechs Spiele. Es folgen jetzt für Steffen Baumgart machbare Partien gegen Augsburg und Bochum. Aber wehe wenn…. am 12. Spieltag kommt Bayern München.

Die große Ausnahme der 1. FC Union – 11 Niederlagen und es folgen jetzt Eintracht Frankfurt und Bayer Leverkusen. Es waren fünf atemberaubende, erfolgreiche Jahre unter Urs Fischer. Bundesliga-Aufstieg 2019, Klassenerhalt 2020, Qualifikation für die Europa Conference League 2021, 2022 für die Europa League und die Krönung, für die Champions League 2023. Das ist nicht nur außergewöhnlich, das werden die Eisernen ihrem Trainer Urs Fischer nie vergessen! Für mich war die rote Karte überzogen.

Er hatte ja bereits vor dieser Saison, entgegen aller Erwartungen, das geahnt und gewarnt, Verdienste hin und her. Präsident Dirk Zingler wird sich bei allem Dafürsprechen bestimmt für den Erhalt von Urs Fischer einsetzen, aber sich gezwungenermaßen die Frage stellen müssen, „doch handeln“ zu müssen! Oder soll er sich einmal vorhalten lassen, geschlafen zu haben und nicht Herr der Situation gewesen zu sein. Ich möchte den Präsidenten trösten. Wenn in dieser Saison alles in die Hose gehen sollte – noch ist es nicht so weit – ich würde Union und dem Präsidenten selbst im Falle eines Abstiegs in der Tat die Stange halten. Nur dann nämlich ist die Gewähr, mit dieser Mannschaft und diesem Trainer sofort wieder aufzusteigen. Die Mannschaft hört auf ihn. Außerdem, die Rückendeckung kann Wunder bewirken. Die Eisernen werden sich fangen – mit Urs Fischer.

Christian Zschiedrich

Derbyerfolg vor vollem Haus

Einen 3:0-Auswärtssieg (25:10, 25:20, 25:15) feierten die BR Volleys am zweiten Spieltag bei den Energiequelle Netzhoppers KW. In der mit 918 Zuschauern pickepackevollen Paul-Dinter-Halle überzeugten die Berliner um MVP Timo Tammemaa vor allem in den Sätzen eins und drei. Damit gelang die Generalprobe für das wichtige DVV-Pokal-Achtelfinale, welches die Hauptstädter am Samstagabend (04. Nov. um 20.00 Uhr) am Bodensee beim VfB Friedrichshafen bestreiten.

Wie angekündigt rotierte Headcoach Joel Banks in diesem zweiten Bundesligaspiel und bot Timo Tammemaa, Robert Täht, Saso Stalekar und Daniel Malescha gegenüber dem 3:1-Heimerfolg gegen Giesen von Beginn an auf. Dazu standen Johannes Tille, Timothée Carle und Libero Adam Kowalski auf der Platte. Der estnische Mittelblocker Tammemaa eröffnete das Match in der bis auf den letzten Platz gefüllten Paul-Dinter-Halle direkt mit einer Aufschlagserie (4:0) und schnell gaben die Berliner den Ton an. Während das junge Netzhoppers Team jeden Punkt zu feiern wusste, startete Tammemaa die nächste Serie inklusive zwei Assen (13:6). So wurde der Auftaktsatz eine überaus deutliche Angelegenheit für die BR Volleys (22:8, 25:10).

Mit erfolgreichen Blockaktionen brachte das Heimteam zum Start von Durchgang zwei die Heimhalle zum Toben (3:4). Zwei Übertritte von Malescha in Folge brachten die Hauptstädter weiter ins Hintertreffen (7:9). Nach einem Ass von Zuspieler Djifa Amadegnato lagen die Netzhoppers lange knapp vorn (14:15, 16:17), dann erhöhten die Berliner aber wieder entscheidend den Druck und übernahmen das Zepter (22:18). Diagonalangreifer Malescha beendete diesen Satz per Angriff und Ass (25:20).

Der dritte Spielabschnitt glich dem ersten. Schnell setzte sich der Deutsche Meister mit Tammemaa am Aufschlag ab (9:0) und ab dem Zwischenstand von 11:3 durfte Leon Dervisaj für Tille zuspielen. Banks gab auch Cody Kessel noch Einsatzzeit (14:5). Der Amerikaner und seine Nebenmänner ließen keine Zweifel mehr am Ausgang aufkommen und gewannen gegen nie aufsteckende Netzhoppers schließlich auch Satz drei mit (25:15). Die Statistik wies in der Endabrechnung starke neun Blocks für die Gastgeber auf, die BR Volleys verbuchten zehn direkte Aufschlagpunkte. MVP wurde zum zweiten Mal in Folge ein Berliner Mittelblocker, denn Tammemaa schlug allein sieben der zehn Berliner Asse.

Stimme zum Spiel
Joel Banks: „Wir konnten an den Freitag angeknüpfen und kamen sehr gut aus den Startlöchern. Wir haben mit den Netzhoppers also das gemacht, was Giesen mit uns gemacht hat. Im zweiten Satz ging unser Aufschlagdruck verloren, aber am Satzende haben wir wieder Qualität gezeigt. Im dritten Satz konnten wir dann an den ersten anknüpfen und uns in ein, zwei Schlüsselelementen steigern. Jetzt sind wir bereit für ein großes Spiel am Samstag in Friedrichshafen.“

BR Volleys Formation
Timothée Carle + Robert Täht (AA), Timo Tammemaa + Saso Stalekar (MB), Johannes Tille (Z), Daniel Malescha (D) und Adam Kowalski (L) | Eingewechselt: Nehemiah Mote, Cody Kessel, Leon Dervisaj

Topwerte
Malescha 12 Punkte | Stalekar 9 Punkte, 3 Blocks | Tammemaa 8 Punkte, 5 Asse | Tille 4 Asse

Christof Bernier/BR Volleys

Niederlage im Pokal – Urs Fischer sieht rot

Den Schweizern wird gemeinhin nachgesagt, die Ruhe wegzuhaben und aus selbiger sind sie schwer zubringen. Die aktuelle Situation beim 1. FC Union führt mehr und mehr dazu, dass die sprichwörtlichen Nerven blank liegen. Nach dem Abpfiff sah Urs Fischer die rote Karte, weil er etwas zu heftig Schiedsrichter Sascha Stegemann bedrängt haben soll. Der souverän leitende Schiedsrichter kam bis zur 85. Minute ohne farbliche Verwarnungen aus. Erst in der Schlussphase wurde es hektisch, die alles andere als überzeugend auftretenden Unioner hatten noch eine Chance auf die Verlängerung. Die Stuttgarter hatten den Sack nicht zubinden können.

In den Großaufnahmen der TV Kamera war Urs Fischer die Anspannung anzumerken. Eine größere Personalrochade und eine taktische Umstellung sollten die Wende bringen. Nach der 0:1 Niederlage bleibt zu konstatieren, dass Stuttgart eben einen Tick besser, das eine Tor besser war. Den Eisernen ist durchaus eine Leistungssteigerung zu bescheinigen, es reichte wieder nicht. „Ich habe heute über 90 Minuten ein ausgeglichenes Spiel gesehen. Meine Mannschaft kam mit dem neuen System gut zurecht und war gut in der Partie. Es gab Chancen auf beiden Seiten, aber am Ende entscheidet wieder eine Aktion das ganze Spiel. Insgesamt aber war es eine tolle Reaktion meiner Mannschaft.” So sah Trainer Fischer das Spiel, ein Indiz dafür, dass die Mannschaft ihm folgt.

Taktisch sortierte sich seine Mannschaft in einem 4-2-3-1 und phasenweise in einem 4-3-3 System. Lediglich Kevin Behrens war in der eigenen Hälfte von Abwehraufgaben entbunden. Sheraldo Becker und Benedict Hollerbach sollten versuchen, über die Flügel anzugreifen und brauchbare Flanken für Behrens oder den als hängende Spitze nachrückenden Kevin Volland zu sorgen. Die Durchschlagskraft hielt sich in Grenzen und sieben Torschüssen und drei halbwegs brauchbare Torgelegenheiten sind alles andere als ein Angriffsfeuerwerk. Volland spielte nahe am Totalausfall und Behrens war nicht viel besser. Bei Becker hatte man wenigstens das Gefühl, dass mit einem gekonnten Dribbling Gefahr aufkommen könnte. Hollerbach war bemüht, fehlende Spielpraxis konnte er mit seiner Spritzigkeit nicht wettmachen, zumal er auf eine ganz andere Qualität von Verteidigern trifft.

Beide neutralisierten sich weitgehend, zumal bei einem Pokalspiel, wo am Ende nur der Sieg zählt, eine gewisse Vorsicht oft übertrieben wird. Diese Niederlage für die Eisernen spitzt die Lage weiter zu. Die aktuelle Situation ist genauso schwer zu erklären, wie die Erfolgsjahre nach dem Aufstieg. Fußball ist zwar ein einfaches Spiel, dass ab und zu kompliziert daherkommen kann. Eine Trainerentlassung würde jetzt nichts bringen. Bereits am Samstag, 4.11.2023 kommt die Frankfurter Eintracht in die „Alte Försterei“ und am Mittwoch darauf geht die Reise nach Neapel.

Hans-Peter Becker

Foto: © Hans-Peter Becker

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Derby bei runderneuerten Netzhoppers

Nachdem die Berlin Recycling Volleys am Freitag, 27.10.2023 einen gelungenen Saisonauftakt in der Volleyball Bundesliga feierten, steht nun direkt die erste von vielen “Englischen Wochen“ des Spieljahres 23/24 ins Haus. Kapitän Ruben Schott & Co treten am Dienstagabend (31. Okt um 20.00 Uhr) in der Paul-Dinter-Halle zum Derby bei den Energiequelle Netzhoppers KW an. Gegen das junge Team des Gastgebers wollen die Hauptstädter ihrer Favoritenrolle gerecht werden und setzen darauf, dass viele der eigenen Fans die kurze Reise nach Königs Wusterhausen antreten. Das Match wird im kostenpflichtigen Livestream bei Dyn übertragen.

Trainer Joel Banks und seine Spieler werden sich am Dienstag mit einem guten Gefühl auf den rund 50 Kilometer langen Weg von ihrem Trainingszentrum am Berliner Glockenturm in den Landkreis Dahme-Spreewald begeben. „Wir wollen das positive Momentum des erfolgreichen Starts weiter nutzen. Natürlich stimmt es, dass wir auch schon ein Auge auf das wichtige Pokalspiel am Samstag auswärts in Friedrichshafen werfen müssen, dennoch nehmen wir jeden unserer Gegner ernst. Wir kennen die Netzhoppers aus Testspielen in der Vorbereitungsphase und wir werden darauf achten, dass wir mit der richtigen Einstellung an diese Aufgabe gehen, um bestenfalls den zweiten Sieg der Saison einzufahren“, sagt der gebürtige Brite.

Nach dem zum Ende der letzten Saison eröffneten Insolvenzverfahren mussten Klub und Mannschaft bei den Netzhoppers komplett neu aufgestellt werden. Im Zuge des Neuanfangs kehrt der Verein zudem zurück zu seinen Wurzeln, nennt sich nur noch Energiequelle Netzhoppers Königs Wusterhausen und hat mit dem Verschwinden der Stadt Bestensee aus dem Namen auch den Spielort gewechselt. Statt in der Landkost-Arena werden die Heimpartien fortan in der 800 Zuschauer fassenden Paul-Dinter-Halle ausgetragen, wo einst im Jahr 2006 der Erstligaaufstieg bejubelt wurde. Laut dem neuen Manager Dirk Westphal wurden die personellen Ressourcen der Geschäftsstelle verstärkt und sportlich ein junges Team zusammengestellt, das behutsam aufgebaut werden soll und mit ähnlichen Voraussetzungen wie in vergangenen Jahren der VC Olympia Berlin an den Start geht. Mit Djifa Amedegnato, Tim Türpe sowie Jannes Wiesner stehen gleich drei Spieler im Kader, die dem berlinweiten Nachwuchskonzept der SCC JUNIORS entstammen. Die Durchschlagskraft des Außenangreifers Wiesner sowie seines Positionskollegen Linus Engelmann fehlt den Netzhoppers momentan jedoch. Beide sollen im Team von Coach Alejandro Kolevich in Zukunft wichtige Rollen einnehmen, sind zurzeit aber verletzt.

Beim Bounce House Cup in Hildesheim reichte es auch deshalb nur zum 11. Platz. Im ersten Bundesligaspiel in Lüneburg unterlag man der heimischen SVG mit 0:3. „Die Netzhoppers agieren viel mit Flatteraufschlägen und kämpfen leidenschaftlich in der Abwehr. Für uns wird wichtig sein, dass wir unser Spiel zusammenhalten und den nächsten Schritt machen. Wir verfügen über einen Kader mit vielen Optionen und jeder arbeitet hart für seinen Platz im Team, sodass es ganz sicher die eine oder andere Rotation geben wird“, stellt BR Volleys Coach Joel Banks einen Personalwechsel im Vergleich zum 3:1-Erfolg gegen die Helios Grizzlys Giesen in Aussicht.

Quelle: BR Volleys/Christoph Bernier

Pressefoto Credit: © Andreas Gora

Hertha mit teurem Sieg – Union hat weiter Wachstumsschmerzen

„Union muss sofort reagieren: Ruhnert und Fischer raus – Bobic und Schwarz holen, dann gibt es endlich wieder geile Derbys!“ – Dieses Zitat fand ich in einem Fan-Forum und Sie wissen ja, Humor ist es, wenn man trotzdem lacht. Am vergangenen Samstag, 28.10.2023 stellte Hertha seine beeindruckende Effizienz im Angriff unter Beweis und brachte gegen Paderborn einen 3:1 Sieg unter Dach und Fach. Gewinnen oder Verlieren, war bisher das Motto, ein Unentschieden hat es in dieser Saison für die „Alte Dame“ noch nicht gegeben. Das trifft auch auf den kommenden Gegner zu. Der FC Hansa Rostock hat seine beiden letzten Spiele um Punkte verloren. Jetzt kommt Hertha mit dem teuer erkauften Sieg. Abwehrchef Toni Leistner ist gesperrt und mit Bence Dardai ein weiterer Spieler auf der Verletztenliste. Zuvor kommt Bundesligist Mainz 05 zum Ko-Spiel im DFB-Pokal in das Olympiastadion. Die Mainzer haben einen Katastrophenstart hingelegt, zieren mit ganzen drei Punkten das Tabellenende und sind als einziger Club der Beletage des Profifußballs bisher ohne Sieg in der laufenden Saison. Ein Weiterkommen ist schwer, wäre finanziell lohnenswert.

Was ist mit dem 1. FC Union? Geht so schnell wie es nach oben ging, jetzt abwärts? Im Gegensatz zum Champions League Spiel gegen Neapel, war der Auftritt im Bremer Weserstadion richtig schlecht. Halbwegs okay war die Anfangsphase, allerdings mehr als eine Chance durch Kapitän Christopher Trimmel sprang dabei nicht heraus. Die zu Beginn nervös wirkenden Bremer bekamen das Spiel mehr und mehr in den Griff. Sie profitierten zudem von dem Kopfballtreffer durch Robin Knoche, der einen Bremer Freistoß in die eigenen Maschen beförderte. Ab der 60. Minute waren sie dezimiert, Rani Khedria verabschiedete sich mit glatt Rot aus diesem Spiel. Wieder kein Tor geschossen, seit über 270 Minuten jetzt den gegnerischen Torwart verschont. Blicken wir genau ein Jahr zurück, 9. Spieltag der Saison 2022/23, Union führte mit 20 Punkten die Tabelle an und die Hertha hatte sogar 2 Punkte mehr auf Konto als aktuell die Köpenicker.

Die Experten rätseln, was da los sein könnte. Eine Fußballmannschaft ist ein komplexes Gebilde, ein Gefüge muss sich einstellen auf und neben dem Platz. Die Neuen müssen in das Gefüge passen und da scheint bereits ein Problem zu liegen. Durch die Champions League Qualifikation wurde Personal in die Wuhlheide gelockt, das im Gegensatz zu den Vorjahren wohl schwerer in das Gefüge, sportlich und wohl auch finanziell, einzupassen ist. Mit Leonardo Bonucci wurde ein 121-facher Nationalspieler Italiens verpflichtet, was macht das mit den anderen Spielern, sollte er zudem über ein höheres Gehalt verfügen? Ähnliches könnte auf Robin Gosens und Lucas Tousart zutreffen.

Was zunächst wie eine kleine Delle in Form einer Ergebniskrise daher kam, entwickelte eine Eigendynamik. Die einstigen Tugenden, Kompaktheit und schier unermüdlicher Einsatzwille sind abhanden gekommen. Zwar gehört Union weiter zu den laufstärksten Mannschaften, aktuell nach Heidenheim und Hoffenheim, doch fehlt es an Präzision im Spielaufbau und bei den Abschlusshandlungen. Das 2:0 für Bremen durch Marvin Duksch war Weltklasse, bemerkenswert war aber auch die Inaktivität und Abstimmung der Abwehr.

Angesichts der Niederlagenserie ist es legitim, die Trainerfrage zu stellen. Zu jetzigen Zeitpunkt verbietet sich ein Wechsel. Bereits am Dienstag, 31.10.2023 wird im DFB-Pokal in Stuttgart beim VfB gespielt, dann kommt Eintracht Frankfurt und unter der Woche geht es in Neapel weiter. Bis zur nächsten Pause nach dem 11. Spieltag, ab dem 12.11.2023, hat sich die Lage entweder stabilisiert oder die Diskussionen werden weiter gehen. Urs Fischer hat viel für den Verein getan, er kann wohl nur selbst gehen.

Hans-Peter Becker

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Spandau will Rückrunde im Vorwärtsgang starten

Am vergangenen Samstag haben die Wasserfreunde Spandau 04 mit dem 23:6-Heimsieg im Bundesliga-Lokalderby gegen die SG Neukölln mit Bravour gewonnen und sind damit weiterhin minuspunktfrei. Das trifft auch auf den größten Konkurrenten um die Deutsche Meisterschaft, auf Waspo 98 Hannover, zu. Am Dienstag steht jedoch die zweifellos größere und wichtigere Herausforderung in der Schöneberger Schwimmhalle auf dem Programm. Dann empfängt um 19.30 Uhr die Mannschaft von 04-Trainer Athanasios Kechagias zum Auftakt der Rückrunde der Gruppe D in der Champions League den spanischen Meister CN Atletic Barceloneta (CNAB) zum Spitzenspiel.

Barceloneta, national in der laufenden Saison nach sechs Partien ungeschlagen und auch in der Königsklasse CL in drei Auftritten jeweils Sieger (9:0 Punkte), will seine reine Weste auch gegen die Berliner – Spandau hat in drei nationalen Liga-Partien sowie den DSV-Supercup gewonnen und in der CL-Hauptrunde als Gruppen-Zweiter bereits 2 Siege (6 Punkte) verbucht – behaupten.

Der Sieger des Duells am Dienstag dürfte beste Aussichten auf den Einzug in die Zwischenrunde der CL haben. Neben Spandau und Barceloneta sind auch CN Marseille (3) und Vouliagmeni (0) ebenfalls noch nicht chancenlos.

Spandau hat mit Blick auf die Begegnung den festen Willen, sich für die empfindliche Niederlage in Barcelona, nämlich das 6:16 Ende September am Mittelmeer, zu rehabilitieren.

Die Formsteigerung des Berliner Teams in den vergangenen Wochen spricht dafür, dass das durchaus möglich ist. Das vom Kroaten Elvis Fatovic trainierte Barceloneta mit seinem glänzend besetzten Team von Individualisten, die fast ausnahmslos auswahlerfahren sind, wird für die Mannschaft von Spandaus Trainer Kechagias eine anspruchsvolle Aufgabe. Bei Vouliagmeni (von Spandau daheim 14:13 besiegt) rettete CNAB auswärts gerade ein 12:11, gegen Marseille (von Spandau daheim 13:10 geschlagen) gewann Barceloneta im Heimbecken mit 9:7. „Hinten kompakt und vorne durchsetzungsstark, das muss unser Rezept sein, mit dem wir die offensiv orientierten Spanier beeindrucken wollen. Dann sind die Spanier vielleicht auch zu packen“, glaubt Spandaus Trainer Athanasios Kechagias.

Peter Röhle/Wasserfreunde Spandau 04

Champions League 2023 / 2024

31. Oktober 2023

Wasserfreunde Spandau 04 – CNA Barceloneta

Spieltag 4

Spielbeginn: 19:30 Uhr

Spielort: Sport- und Lehrschwimmhalle Schöneberg, Sachsendamm 11, 10829 Berlin

Erfolgreiche Jagd – Eisbären besiegten Tigers in der Overtime

DEL 15. Spieltag 29.10.2023 14:30 Uhr MB-Arena Berlin

EHC Eisbären Berlin – Straubing Tigers 3:2 OT (2:0/0:2/0:0/1:0)

Die Straubing Tigers stellten sich bereits zum zweiten Mal in der laufenden Saison in der Arena am Ostbahnhof vor. Die letzte Begegnung liegt sogar erst reichlich zwei Wochen zurück. Es war Freitag, der 13. Oktober, erst die Ehrung für 500 Spiele im Eisbärentrikot für Marcel Noebels und anschließend eine Niederlage nach Penalty.

Bevor es losgehen konnte, wurde eines tragischen Ereignisses gedacht. Tags zuvor kam bei einem Eishockeyspiel in England der ehemalige DEL-Spieler Adam Johnson tragisch ums Leben. Johnson spielte in der letzten Saison für die Augsburger Panther.

Nun, die Neuauflage und alles noch im Oktober. Die Eisbären erwischten einen Start nach Maß, es waren erst 38 Sekunden gespielt, da durfte Straubings Goalie Florian Bugl bereits den Puck aus dem Netz holen. Einen Fehler im Aufbauspiel nutzte Blaine Byron zu ganz schnellen Führung. Bis zur ersten Drittelpause spielten fast nur die Eisbären. Sie wollten das zweite Tor und sie bekamen es, wenn auch erst 8 Sekunden vor Ablauf der Spieluhr. Das 2:0 war ein Eishockeytor allererster Güte. Die dritte Sturmreihe zauberte und Yannick Veilleux durfte vollenden, die Assistenz lieferten Patrice Cormier und Eric Hördler.

Was war mit den zuletzt so stark aufspielenden Gästen? Sie brauchten etwa 30 Minuten, um in Berlin anzukommen und glichen aus. Innerhalb von zwei Minuten besorgten sie den Gleichstand. In der 37. Minute traf Joshua Samanski und in der 39. Minute war Tim Brunnhuber erfolgreich. Einige Hochkaräter hatten die Eisbären liegengelassen.

So musste das Schlussdrittel „eventuell“ die Entscheidung bringen. Geizten bis hierhin beide mit Strafen, so boten die Gäste gleich zu Beginn den Eisbären zweimal und kurz hintereinander die Gelegenheit zum Powerplay. Die Straubinger sind aktuell das beste Team, wenn es gilt, in Unterzahl zu agieren. Sie überstanden beide Strafzeiten. Zu erwähnen ist ein Monstersafe von Bugl. Da waren die Arme der Spieler in den pinken Trikots bereits im Jubelansatz, doch der Puck war im Fanghandschuh. Wie hat er das gemacht? So wurde ein Nervenspiel vor 14.100 Zuschauern.

Bis die Spieluhr lediglich eine einstellige Restzeit anzeigte, war keine Entscheidung gefallen. Chancen auf beiden Seiten und ein bemerkenswerter Support von zirka 200 mitgereisten Schlachtenbummler aus Bayern. Knapp sieben Minuten vor dem Ende musste Tobi Eder auf die Strafbank. Diese Strafzeit verging ohne Wirkung. Es ging rauf und runter, der Puck wollte einfach nicht rein. Es blieb beim 2:2 nach der regulären Spielzeit. Die besseren Chancen in der hektischen Schlussphase hatten die Eisbären.

In der Verlängerung machte der Spieler des Tages, Blaine Byron alles klar. Mit seinem Treffer, exakt drei Minuten vor dem Ende der Verlängerung, holten sich die Eisbären den verdienten Sieg. Sein erstes Spiel im Eisbären-Tor absolvierte Jonas Stettmer, er machte seine Sache gut. In seinen exakt 62 Einsatzminuten konnte er 24 Schüsse abwehren. Beim Abschlusstraining, einen Tag vor dem Spiel, hatte er erfahren, dass es zu seiner Premiere in der Arena kommen wird. Sein erstes DEL-Spiel für die Eisbären hatte auswärts in Frankfurt. Für den Kooperationspartner Lausitzer Füchse hat er bereits sieben Spiele in der DEL 2 absolviert.

In der Pressekonferenz nach dem Spiel äußerte sich Straubings Trainer Tom Pokel zu den ersten 30 Spielminuten. Mental waren wir da nicht anwesend, für einige Spieler war es schwer, sie waren sehr nah dran, (gemeint war der tragische Unfall) haben mit Ihm zusammengespielt und gelebt, auch in Nordamerika. Es war schwierig, die Jungs heute zu unterstützen. Wir konnten uns steigern und sehen das Ergebnis als einen gewonnenen Punkt an.

Blaine Byron, Doppeltorschütze, erzielte das entscheidende Tor in der Verlängerung, spielte mit dem verunglückten Johnson längere Zeit zusammen in Nordamerika, brachte nach dem Spiel seine Trauer zum Ausdruck.

Hans-Peter Becker

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Aufstellungen
Eisbären Berlin: Stettmer (Hildebrand) – Melchiori, Finkelstein; J. Müller, Wissmann (C); Geibel, Ellis (A); Nowak – Tiffels, Byron, Eder; Noebels (A), Boychuk, Heim; Veilleux, Cormier, Hördler; Mik, Wiederer, Bartuli – Trainer: Serge Aubin

Straubing Tigers: Bugl (Miska) – Braun, Samuelsson; Mattinen, Klein; Kohl, Zimmermann; Daschner – Sheehy, Samanski, Connolly; Zengerle, Scott, M. Müller; Bradley, Brunnhuber, Fonstad; Clarke, Schönberger – Trainer: Tom Pokel

Tore
1:0 – 00:38 – Byron (Eder, Tiffels) – EQ
2:0 – 19:52 – Veilleux (Finkelstein) – EQ
2:1 – 36:26 – Samanski (Bradley,Connolly) – EQ
2:2 – 38:42 – Brunnhuber (Braun) – EQ
3:2 – 62:00 – Byron (Boychuk) – EQ

Strafen
Eisbären Berlin: 8 (2, 2, 4, 0) Minuten – Straubing Tigers: 10 (2, 2, 6, 0) Minuten 

Schiedsrichter

Andre Schrader, Martin Frano (Wayne Gerth, Vincent Brüggemann)