Keine Punkte für die Eisernen

Die großen Bayern waren da und fast keiner durfte direkt dabei sein. Im Fernsehen wirkte das Spiel wie eine Umarmung unter Vollschutz. Rund um das Stadion an der Wuhlheide wurden 400 Polizisten aufgeboten. Ein paar Unentwegte waren gekommen, um wenigstens einen kleinen Blick auf das Stadion zu erhaschen. Zwei besonders Mutige waren auf einen Baum geklettert und wurden von den Sicherheitskräften per Platzverweis am weiteren zuschauen gehindert. Der Rest fotografierte artig durch den Zaun und ging wieder nach Hause oder fand noch einen Platz einer Kneipe mit Sky-Empfang.

Im Stadion war es ruhig. Man konnte das Zwitschern der Vögel und das Rauschen des Windes hören. Wer es in normalen Zeiten nicht bekommen hatte, erstaunlich, was sich die Spieler alles so zurufen. Mit deutscher Gründlichkeit wurde das Konzept zur Hygiene umgesetzt, teilweise bis zur Albernheit. Es erschließt sich nicht, dass die Sky-Reporter vor der Kamera, an der frischen Luft, Masken trugen.

Zum sportlichen dieser Veranstaltung: Die Eisernen hielten das Spiel lange offen, waren trotzdem gegen die Bayern auf verlorenem Posten. Müßig, darüber zu spekulieren ob es mit ihrem lautstarken Publikum im Rücken viel anders gekommen wäre. Markus Hoffmann vertrat seinen Chef Urs Fischer, der wegen eines Trauerfalls in seiner Familie, die Mannschaftsquarantäne verlassen hatte.

Im Sturm durfte Anthony Ujah für Sebastian Andersson starten und in der Abwehr ersetzte Keven Schlotterbeck, den gelb-gesperrten Marvin Friedrich. Im Mittelfeld bekam Grischa Prömel den Vorzug, so dass Christian Gentner zunächst mit vorschriftsmäßigen Mundschutz von der Bank aus zusah.

Die erste Halbzeit verlief ereignisarm. Die Führung in der 40. Minute fiel nach einer unglücklichen Aktion des erfahrenen Neven Sobotic, der im Strafraum gleichzeitig Ball und Gegner traf. Den unstrittigen Strafstoß verwandelte Robert Lewandowski sicher. Die Eisernen liefen mit enormen Aufwand die Räume zu, konnten aber kaum etwas für den eigenen Spielaufbau tun. Es sprangen lediglich 9 Torschüsse und 2 gute Chancen heraus. Die Bayern brauchten 80. Minuten um den Sack zuzubinden. Benjamin Pavard beförderte einen Eckball per Kopf ins Tor.

Die Bayern waren auf das Spiel der Eisernen gut vorbereitet. Die Versuche der Hausherren mit langen Pässen zum Erfolg zu kommen wurde von den Bayern erfolgreich unterbunden. In der Feinabstimmung müssen beide weiter zulegen, die erzwungene Spiel- und Trainingspause war deutlich zu bemerken. Bayern-Trainer Hansi Flick sprach nach dem Spiel von einem Arbeitssieg.

Mit dieser Niederlage bleiben die Köpenicker in der Tabelle einen Punkt hinter dem Rivalen aus Berlin-Charlottenburg. Am kommenden Freitag, 22.05. 2020 ist es wieder soweit, Derbytime unter Corona-Bedingungen.

Hans-Peter Becker

1. FC Union Berlin: Gikiewicz – Hübner. Schlotterbeck, Subotic – Trimmel, Andrich (70. Gentner), Prömel (85. Kroos), Lenz – Ingvartsen (81. Mees), Ujah (70. Andersson), Bülter (85. Ryerson)

FC Bayern München: Neuer – Pavard, Boateng, Alaba, Davies – Kimmich, Goretzka (71. Coman), Thiago – Müller (90. Cuisance), Lewandowski, Gnabry (85. Perisic)

Tore: 0:1 Lewandowski (40. FE), 0:2 Pavard (80.)

Es geht weiter mit der Bundesliga

Die Deutsche Fußballliga (DFL) hat sich festgelegt. Einen Tag nachdem von der Politik grünes Licht gegeben wurde, soll es am 16. Mai 2020 mit dem 26. Spieltag weitergehen. Seit dem 8. März war die Saison unterbrochen, letztmals wurde am 11. März gespielt. Die Nachhol-Partie Gladbach gegen Köln war bereits ein Geisterspiel.

Die Bundesliga ist somit Vorreiter für die europäischen Fußballligen, sieht man mal von Weißrussland ab, wo die Saison seit 7 Spieltagen läuft, als wenn nichts wäre. Entweder wird die Bundesliga zum Krösus der Corona Zeit oder das Ganze endet in einem Desaster. „Jedem muss klar sein: Wir spielen auf Bewährung. Ich erwarte von jedem, dass er dieser Verantwortung gerecht wird. Unser Konzept kann nur das Ziel haben, Infektionen frühzeitig zu entdecken.“ so äußerte sich Liga-Boss Seifert.

Zu klären ist noch ein Hygienekonzept für die Schiedsrichter, dafür ist der DFB zuständig. „Der DFB hat uns mitgeteilt, dass er die Umsetzung des Konzepts in die Hand nimmt. Das wird auch Testungen vor dem ersten Spieltag beinhalten.“, so die Aussage der DFL. Im Kölner Keller wird für die Videoassistenten umgebaut werden müssen. Bisher ist laut dem Fachmagazin Kicker kein Schiedsrichter auf Covid-19 getestet worden. Müssen sie, wie die Mannschaften, vor dem Spiel in Quarantäne ? Wer steht überhaupt zur Verfügung ? Können sie, wie üblich, einen Tag vorher anreisen ?

Unterzubringen sind weiterhin die Halbfinals, das Finale im DFB-Pokal und die Relegation. Es soll zudem möglich werden, dass statt 3 nun 5 Spieler ausgewechselt werden dürfen. Diese Regelung soll nur temporär für diese Saison gelten. Der Regelkomission (Ifab) wurde seitens der FIFA ein entsprechender Vorschlag unterbreitet. Die Vereine der Bundesliga 1 und 2 werden darüber kurzfristig entscheiden.

Für unsere Berliner Vertreter bedeutet das, Hertha spielt am Samstag, 16.05. in Hoffenheim und der 1. FC Union empfängt einen Tag später, Sonntag 18:00 Uhr den FC Bayern München in der Alten Försterei.

Soll man sich darüber freuen, endlich wieder Fußball schauen, wenn auch nur im Home-Office ? „Jedem muss klar sein: Wir spielen auf Bewährung. Ich erwarte von jedem, dass er dieser Verantwortung gerecht wird. Unser Konzept kann nur das Ziel haben, Infektionen frühzeitig zu entdecken.“ Es geht nur so, daran müssen alle halten und bitte keine dämlichen Aktionen aus der Kabine oder dem aus dem Umfeld der Stadien.

Hans-Peter Becker

Keine Punkte für Berlin in der Bundesliga

Duplizität der Ereignisse bei den beiden Berliner Proficlubs, die jeweiligen waren Gegner waren vor dem Spiel die haushohen Favoriten. Zu Gast beim Tabellenführer war der 1. FC Union und unterlag standesgemäß mit 1:3. So darf man verlieren, achtbar aus der Affäre gezogen, diese Floskeln dürfen bemüht werden, trotzdem standen die Eisernen in Leipzig auf verlorenem Posten. Die Eisernen wurden unterstützt von über 7.000 Fans, die die ersten 15 Spielminuten im Stadion schweigend verbrachten. Ein stummer Protest gegen das Konstrukt RB Leipzig. Den Torjubel nach 10 Minuten ließen sie sich nicht nehmen, ihre Mannschaft ging da durch Marius Bülter in Führung. Während der Aufsteiger alles raus haute, bot der Tabellenführer eine unterirdische Leistung, schlampiges Passspiel, Unkonzentriertheiten und kein Tempo in den Aktionen spielten dem Aufsteiger in die Karten. Verwundert wird Fußball-Deutschland den Zwischenstand zur Kenntnis genommen haben. Ab der 50. Minute wurden die Verhältnisse gerade gerückt, Timo Werner traf mit episch ins Tor. Eine Instinkt-Handlung, kurzer Blick zum Ball, zwischen Gedanke und Handlung vergingen höchstens Nanosekunden, viel zu schnell für die Abwehr hämmerte er den Ball unter die Latte. Der Treffer von Marcel Sabitzer nach einem Eckball drehte das Spiel. RB wurde etwas besser, trotzdem weit entfernt von der Form eines Tabellenführers, so blieb die Spannung etwas erhalten. Erst in der 83. Minute machte erneut Timo Werner alles klar. Es reichte für RB Leipzig. Die Eisernen bekamen ihre Grenzen aufgezeigt. „Man muss anerkennen, dass Leipzig eine Nummer größer war.“ und „Ich habe ein tolles Spiel meiner Jungs gesehen. Sie haben alles versucht, aber mehr war nicht drin.“ Die Aussagen von Christian Gentner und Trainer Urs Fischer beschreiben es sehr treffend. RB Leipzig ist kein Maßstab, da müssen sich die Eisernen an anderen Bundesligisten orientieren, zum Beispiel am kommenden Gegner, dem FC Augsburg.

Eine Nummer zu groß und kein Maßstab war der FC Bayern München für die Hertha, dem nach eigener Wahrnehmung zukünftigen „Big City-Club“. Bis zur 60. Minute hielten die Herthaner irgendwie mit. Leider besteht ein Fußballspiel aus mindestens 90 Minuten. Thomas Müller traf nach ziemlich genau einer Stunde zum 1:0 für die Bayern und das zeigte Wirkung. Hertha drohte auseinanderzufallen. Sie kassierten noch drei Tore. Das Ergebnis spricht eine deutliche Sprache. Es ist – wie beim Aufsteiger und Lokalrivalen – Abstiegskampf angesagt. Hertha bleibt bei 19 Punkten und Union hat ein Pünktchen mehr. Die gefährlichen Tabellenränge sind weiter bedrohlich nah.

Hans-Peter Becker

Nun geht es wieder um Punkte

Welch ein Auftakt im Profibereich:   Von heute, Donnerstag, 09. Januar an noch sieben Tage, am Freitag, 17. Januar 2020, 20:30 Uhr, in Gelsenkirchen Schalke 04 – Borussia Mönchengladbach. Am Samstag, 18.01. 18.30 Uhr, RB Leipzig – 1.FC Union und am Sonntag, 19.01., 15.30 Uhr, Hertha BSC – FC Bayern München.

Chefcoach David Wagner weilt mit seinem Team vom 03.01. bis heute in Murcia/Spanien und absolviert morgen, 10.01. noch ein Testspiel beim Hamburger SV. Trainer Marco Rose bereitet seine Borussen in Jerez de la Frontera vor.

Wir erinnern uns. Hertha holte in den letzten drei Spielen unter Klinsi sieben Punkte (kein Gegentor), der 1. FC Union verspielte, total unnötig, in den  letzten zwei Begegnungen (1:1 in Paderborn und 1:2 in Düsseldorf) fünf Punkte, schloss die Hinrunde dennoch mit einem Punkt besser als Hertha BSC (19) ab. Jetzt heißt es am kommenden Samstag beim Tabellenführer RB Leipzig zu bestehen. RB ist natürlich klarer Favorit. Erstaunlicherweise bereitet sich Leipzig unter Trainer Julian Nagelsmann nicht in einem Trainingslager auf die Rückrunde vor – trainiert daheim. Union weilt mit Urs Fischer vom 4. – 12.01. in Campoamor/Spanien und absolviert auf dem Trainingsplatz des Golf-Hotels am Samstag, 11.01. noch ein Testspiel gegen Ferencvaros Budapest.  

Jürgen Klinsmann führte Hertha BSC mit 26 Spielern vom 02.01. – 10.01. nach Orlando/Florida, USA. Am 10.01. wird offiziell noch einmal in Saint Petersburg, Florida, USA, getestet. Infolge der erhöhten Konkurrenzsituation wurde Eduard Löwen zum Ligakonkurrenten FC Augsburg ausgeliehen. Sozusagen in Konsequenz der Verpflichtung des argentinischen Nationalspielers Santiago Ascacibar vom VfB Stuttgart, dem defensiven Spieler im zentralen Mittelfeld. Hertha ist sich zwar mit dem Schweizer Nationalspieler Granit Xhaka einig, doch Arsenal hat plötzlich die ursprünglichen 25 Millionen auf 30 Millionen erhöht – heißt: Der Wechsel könnte noch platzen.

Herthas Auftakt zur Rückrunde in München ist alles andere als von Pappe. Bayern-Torjäger Lewandowski ist 18 Tage nach seiner Leisten-Operation wieder fit. Natürlich will der Tabellendritte wieder an die Spitze. Sie absolvierten ein Trainingslager vom 04.01. – 10.01. in Doha/Katar. Einen letzten Test vor der Reise nach Berlin gibt es am 11.01. beim 1. FC Nürnberg.

Im Profigeschäft hat er einen Namen: Claus-Dieter Wollitz. Pele schied bekanntlich in Cottbus als Chefcoach aus – sah wohl aus finanziellen Gründen keine Perspektive, steigt jetzt beim Tabellendritten FC Magdeburg ein. Er folgt auf Stefan Krämer.  

Christian Zschiedrich

Niederlage in München

Der 1. FC Union hat bei den übermächtigen Bayern nur mit 1:2 verloren. Achtbar aus der Affäre gezogen könnte man meinen. So war es nicht, die Bayern hatten keinen Sahnetag, der Aufsteiger leider auch nicht. Ein frühes Gegentor, in der 13. Minute und anschließend redliches Bemühen der Eisernen, die wenig Spielanteile bekamen. Defensiv war es solide, der Sturm war kaum ein laues Lüftchen.

Urs Fischer schickte seine Mannschaft wieder mit einer 4er Kette in der Abwehr auf das Feld. Es sortierte sich mit und gegen den Ball zu einem 4-2-3-1. Gegenüber dem letzten Spiel gegen Freiburg wurde auf zwei Positionen umgestellt. Neven Sobotic kehrte für Keven Schlotterbeck wieder in die Innenverteidigung zurück und für Michael Parensen kam Felix Kroos zu seinem ersten Einsatz in der Startelf. Er spielte zusammen mit Robert Andrich auf der 6er Position.

Der FC Bayern ließ fast nichts zu, ganze sechs Torschüsse sah Manuel Neuer auf sein Tor kommen. Darunter waren zwei Strafstöße. Den ersten hielt Neuer in Weltklassenmanier, der zweite durch den eingewechselten Sebastian Polter passte. Er war selbst gefoult worden, durch den Torschützen zum 1:0 Benjamin Pavard. Es lief bereits die 86. Minute, die Bayern hatten in der 53. Minute durch Robert Lewandowski auf 2:0 erhöht. Das Ergebnis spiegelte den Spielverlauf nicht wieder.

Einige unter den über 7.000 im Stadion anwesenden Fans der Eisernen hatten wenigstens ein bisschen Freude bei der Bekanntgabe von Zwischenergebnissen aus dem Berliner Olympiastadion. Der Lokalrivale unterlag am Ende der TSG Hoffenheim mit 2:3. Aus Gesamtberliner Sicht war es der Nachmittag der Verlierer und die treffen am nächsten Spieltag in der Alten Försterei aufeinander. Davor müssen beide noch ihre Aufgabe in der 2. DFB-Pokalrunde lösen. Erneut treffen die Eisernen auf den SC Freiburg, der mit der Empfehlung eines Sieges gegen RB Leipzig in das Spiel gehen wird.

Hans-Peter Becker

Spieldaten

 1.FC Union Berlin: Gikiewicz – Trimmel, Friedrich, Subotic, Lenz – Kroos (60. Becker), Andrich – Ingvartsen (67. Ujah), Bülter – Andersson (67. Polter)

FC Bayern München: Neuer – Kimmich, Pavard, Boateng, Davies – Thiago, Coutinho (86. Goretzka) – Coman (65. Gnabry), Müller, Perisic (76. Tolisso) – Lewandowski

Zuschauer: 75.000

Tore: 1:0 Pavard (13.), 2:0 Lewandowski (53.), 2:1 Polter (86.)

Eisern in München oder man hat immer eine Chance

Christian Arbeit leitete die Doppelpressekonferenz, nach München in der Bundesliga steht ja bereits drei Tage später das Pokalspiel in Freiburg an, gleich mit der richtigen Fragestellung ein: „Haben wir überhaupt eine Chance in München.“ Man hat immer eine Chance und außerdem die Hoffnung, den FC Bayern auf dem falschen Fuß zu erwischen. Am Ende des Tages wäre alles andere als ein deutlicher Sieg des amtierenden Meisters, trotz aktueller Probleme, eine Sensation. Bereits ein Punkterfolg würde den 1. FC Union erstrangig in die Schlagzeilen bringen. Das Spiel beginnt bei Null.

Der FC Bayern hat ein paar Personalsorgen, beim 1. FC Union werden Akaki Gogia, Grischa Prömel und Suleiman Abdullahi fehlen. Für die Motivation gab es einen Filmabend für die Mannschaft mit Bildern vom Aufstieg. Wie es sich anfühlt als haushoher Favorit in ein Spiel gehen zu müssen, kann Urs Fischer aus seiner Zeit beim FC Basel nachvollziehen. Es wird erwartet, nicht einfach nur zu gewinnen sondern dazu auch noch schön. Das Stadion in München ist den Eisernen, Fans und einigen Spielern, nicht unbekannt, zu Zweitligazeiten der Münchner Löwen ging es dort bereits um Punkte.

Bleibt Trainer Fischer bei der zuletzt erfolgreich praktizierten 3er bzw. 5er Kette in der Abwehr ? Da Bayern wahrscheinlich in dem von Nico Kovacs bevorzugtem 4-2-3-1 auflaufen werden, bietet sich wohl mehr eine Rückkehr zu einer 4er Abwehrkette an. Neben Marvin Friedrich soll der wieder einsatzfähige Neven Sobotic in der Innenverteidigung Tore für die Bayern verhindern. Bei den Bayern können die zuletzt angfeschlagenen Serge Gnabrý und Javi Martinez aufgestellt werden. Für die Startelf wird es wohl nicht reichen.

Eines haben ja beide Clubs gemeinsam, die rot-weißen Vereinsfarben. So werden die etwa 7.500 Fans der Eisernen sich optisch nicht unterscheiden, aber sicherlich eine Rabatz machen, sollte sich eine Sensation abzeichnen. Das Spiel im Münchner Stadion steht unter der Leitung von Marco Fritz.

Nach dem Spiel geht es für die Wuhlheider nicht zurück nach Berlin, sondern gleich weiter in Richtung Freiburg zur Vorbereitung auf das Pokalspiel.

Hans-Peter Becker

ALBA BERLIN empfängt den FC Bayern München

Nach den Nachholspielen gegen den MBC und Bayreuth steht am Sonntag (28. April, 18 Uhr) für die Basketballer von ALBA BERLIN ein BBL-Spitzenspiel auf dem Programm. Am 30. Spieltag empfangen die Berliner in der heimischen Mercedes-Benz Arena den Vorjahresmeister und Rivalen FC Bayern München. Obwohl die derzeit viel beschäftigten Albatrosse zuletzt auf gleich mehrere verletzte bzw. angeschlagene Spieler verzichten mussten, werden sie bemüht sein, den Münchenern deren dritte Saisonniederlage in der BBL zu bescheren. Ein Sieg im Spitzenspiel würde auch dabei helfen den Tabellenplatz drei zu sichern und eine kleine Chance auf Platz zwei zu bewahren.

Stimmen
Aito Garcia Reneses (Head Coach ALBA BERLIN): „Mit dem FC Bayern erwartet uns am Sonntag ein sehr guter Gegner, der nicht umsonst Tabellenführer der BBL ist. Sie haben einen gut besetzten Kader mit viel Qualität auf jeder Position. Wir haben im Moment mit sehr vielen Spielen und einigen verletzten und angeschlagenen Spielern eine schwierige Phase, die wir meistern müssen.“

Tim Schneider (Forward ALBA BERLIN): „Das Spiel am Sonntag ist ein wichtiges Spiel gegen einen starken Gegner. Wir erhoffen uns gegen die Bayern eine volle Halle und freuen uns auf eine super Atmosphäre. Dass wir am Donnerstag verloren haben, ist natürlich schade, weil unsere Chancen auf Platz zwei jetzt doch sehr gering sind. Nichtsdestotrotz geht es jetzt langsam auf die Playoffs zu, was jedes Spiel, das jetzt noch kommt, noch wichtiger werden lässt.“

Luke Sikma (Forward ALBA BERLIN): „Das Spiel am Sonntag wird ein großer Test für uns, besonders nach der Niederlage am Donnerstag. Wir müssen zurück zu unserem Spiel finden und besonders neue Energie generieren, um gegen ein so gutes Team zu gewinnen. Wir wissen, dass uns am Sonntag ein harter Kampf bevorsteht. Wir müssen unser bestes Spiel spielen und alles raushauen, was wir können.“

Infos FC Bayern München
Während die Bayern nach dem Ende ihrer EuroLeague-Saison zuletzt schon etwas Luft holen konnten, kommt das Spitzenspiel für die Albatrosse zu einem ungünstigen Zeitpunkt, ist es doch nach den drei EuroCup-Finalspielen schon das fünfte Spiel innerhalb von elf Tagen. Zudem wird die Liste der angeschlagenen Spieler immer länger. Am Donnerstag bei der Niederlage in Bayreuth musste neben Martin Hermannsson und Niels Giffey auch Derrick Walton zuschauen und Johannes Thiemann verletzte sich nach nur einer Minute.

Dass die Bayern in dieser Saison so souverän durch die Liga marschieren, ist keine Überraschung. Trainer Dejan Radonjic hat nämlich nicht nur den Kern des Meisterteams zusammen gehalten, sondern das Team darüber hinaus auf allen Positionen hochkarätig verstärkt. Vom gestürzten Meister Bamberg kamen Maodo Lo und Leon Radosevic sowie vom FC Barcelona der Routinier Petteri Koponen. Für Schlagzeilen sorgte zudem die Verpflichtung des NBA-Stars Derrick Williams.

Mit einem hochkarätig in der Tiefe verstärkten Kader konnten die Bayern auch die bei 30 EuroLeague-Spielen große Doppelbelastung und die verletzungsbedingten Ausfälle von Milan Macvan und US-Center Devin Booker kompensieren. Letzterer ist mittlerweile zurückgekehrt, sodass Nationalspieler Danilo Barthel wieder auf seiner angestammten Position vier spielen kann, wo er mit Derrick Williams ein überaus starkes Duo bildet.

Aber auch auf den Aufbau- und Flügelpositionen sind die Bayern stark besetzt. Neben Braydon Hobbs, der mit 57 Prozent der beste Dreierschütze der Liga ist, kommen nicht nur die Point Guards Stefan Jovic und Maodo Lo, sondern auch Nihad Djedovic, Vladimir Lucic, Derrick Williams, Danilo Barthel und Petteri Koponen allesamt auf Dreierquoten von über 40 Prozent.

Quelle: ALBA Berlin

Berliner Profi-Fußball – Niederlage und Unentschieden

Der 1. FC Union quälte sich am Freitagabend zu einem Unentschieden. Ein Tor war zu wenig gegen die wiedererstarkten Arminia aus Bielefeld. Die erste Halbzeit war in Ordnung, da fiel auch das Tor durch Joshua Mees. In der zweiten Hälfte verloren die Eisernen den berühmten Faden und kassierten folgerichtig den Ausgleich durch Jonathan Clauss. Arminia blieb am Drücker und war dem Siegtreffer näher als die Haussherren der Wuhlheide. Es blieb dabei, die Heimspiele gegen Bielefeld werden nicht verloren. Ein Punkt kam auf die Habenseite und er könnte wertvoll sein. Sitzenreiter HSV verlor überraschend in Regensburg, insofern wurde sogar ein Punkt gutgemacht.

Arminia Bielefeld, jetzt unter der Anleitung des Ex-Union Trainers Uwe Neuhaus, der einst die Eisernen von der Regionalliga bis in die zweithöchste Spielklasse führte, ist im Vergleich zur Hinrunde nicht wiederzuerkennen. Der Wintertransfer, die Rückholaktion von Reinhold Yabo hat die Qualität der Mannschaft gehoben. In dieser Form werden sie die Klasse halten. Ob es in der nächsten Saison wieder ein Punktspiel beim 1. FC Union geben wird ? Die Sasion ist noch lang, 11 Spiele bis Ultimo, jetzt nicht nervös werden, von Spiel zu Spiel denken und schauen, was am Ende raus kommt.

Der Kampf um die begehrten Plätze 1 bis 3 dürfte bis zum Schluss spannend bleiben. Weder der HSV, noch die Kölner machen aktuell Anstalten, sich deutlich von der Konkurrenz abzusetzen. Die Teams bis Platz 7, den nimmt jetzt der SC Paderborn als Aufsteiger ein, sind nach 23 absolvierten Spieltagen noch in der Verlosung. Die Saison in der 2. Bundesliga verläuft spannender als gedacht. Der nächste Prüfstein für die Köpenicker wird Holstein Kiel sein. Der letztjährige, gescheiterte Relegationsteilnehmer liegt nur zwei Punkte hinter den Eisernen in Lauerstellung.

Einen Tag später war die Alte Dame aus dem Olympiastadion beim FC Bayern zu Gast. Sie zogen sich mehr als achtbar aus der Affäre. So darf man verlieren. Die Münchner waren nicht unbedingt besser, es war eine gehörige Portion Bayern-Dusel nötig, den knappen 1:0 unter Dach und Fach zu bringen. In Dortmund reagierten sie auf die unterbleibene Schützenhilfe, siegten im Spitzenspiel gegen Leverkusen und haben wieder drei Punkte mehr als die Bayern.

Was gelingt der Wundertüte Hertha BSC noch in dieser Saison. Die nächsten Gegner Mainz und Freiburg hören sich machbar an, bevor Borussia Dortmund nach Berlin kommt. Die Stimmung bei der Hertha ist besser als das letzte Ergebnis.

Hans-Peter Becker

Alba Berlin verliert knapp bei den Bayern

mit 81:83, es fehlten nur Zentimeter beim Dreierversuch von Niels Giffey Sekunden vor Schluss. Es sollte nicht sein. Der Ball berührte den Ring, ging aber nicht rein. Damit bleibt der FC Bayern München ungeschlagener Tabellenführer vor 6500 Zuschauern in der Münchner Rudi-Sedlmayer-Halle. Es war ein Topspiel, umkämpft und spannend. Alba-Manager Marco Baldi war auch voll des Lobes,  „Alba auf Augenhöhe“. Baldis Traum von der Meisterschaft lebt weiter. Es sind ja noch 50 Spiele zu bestreiten. Neuzugang Landry Nnoko, der kamerunische 2,08 m große Center, überzeugte bei seinem Debüt. Er schaffte 12 Punkte, 13 Rebounds und dazu zwei Blocks. Die Viertelergebnisse: 19:23, 24:22, 14:24, 24:14. Die Aufholjagd der Berliner im letzten Viertel endete am Ring. Bereits am Sonntag, 23.12. kann Alba Revanche im Pokal Viertelfinale nehmen.

Albatrosse am Sonntag zu Gast beim FC Bayern München

Am Sonntag (16. Dezember, 15 Uhr, live auf Telekom Sport) steht für die Basketballer von ALBA BERLIN in München das Spitzenspiel der easyCredit BBL beim FC Bayern auf dem Programm. Nach den erfolgreichen Comebacks von Peyton Siva und Joshiko Saibou sowie der Verstärkung durch Center Landry Nnoko gehen die Albatrosse mit großer Vorfreude in das erste von noch drei schwierigen Spielen vor Weihnachten, von denen gleich zwei bei den Münchenern ausgetragen werden. So spielt ALBA nur eine Woche nach dem Spiel am Sonntag – diesmal im Pokal – schon wieder beim FC Bayern.

Aito Garcia Reneses (Headcoach ALBA): „Bayern ist der Meister und präsentiert sich auch in dieser Saison sehr stark. Gegen solche starken Gegner siehst du immer am besten, wo du selbst stehst. Sie sind uns vielleicht überlegen, weil sie so viele große Spieler haben. Ihr Point Guard ist fast zwei Meter groß, ihre Forwards sind deutlich über zwei Meter. Wir sind da überall kleiner aufgestellt und müssen Wege finden, ihnen trotzdem einen guten Kampf zu liefern.“

Luke Sikma (Power Forward ALBA): „Unser Duell gegen die Bayern hat natürlich eine Vorgeschichte, die schon in den Köpfen ist. Aber wir spielen jetzt eine ganz neue Saison. Zu diesem frühen Saisonzeitpunkt kommt es für uns noch in erster Linie darauf an, unser Zusammenspiel zu perfektionieren. Am Anfang einer Woche, in der noch mehr wichtige Spiele auf uns warten, steht dabei im Vordergrund, unseren neuen Center Landry Nnoko zu integrieren.“

In einer solchen „Woche der Wahrheit“ gilt die von Coach Aito ausgegebene Devise „Volle Konzentration auf das nächste Spiel!“ noch mehr als sonst. Sich auf das Sonntagsspiel in München zu fokussieren, dürfte aber nicht schwer fallen, denn die Erinnerungen an die letzte Saison, in der ALBA den Bayern sowohl im Ulmer Pokalfinale als auch im Playoff-Finale denkbar knapp unterlag, sind bei vielen ALBA-Spielern noch frisch.

Für die in der BBL noch ungeschlagenen Bayern geht es vor Weihnachten neben Bundesliga und Pokal auch auf europäischer Ebene rund. So spielen die Bayern am heutigen Freitagabend noch ein wichtiges EuroLeague-Spiel gegen Zalgiris Kaunas (und Ex-Albatros Marius Grigonis).

Mit Blick auf die EuroLeague-Teilnahme haben die Münchener ihren Meisterkader um Stefan Jovic, Vladimir Lucic, Danilo Barthel sowie die Ex-Berliner Nihad Djedovic und Alex King im Sommer noch einmal kräftig aufgerüstet. Vom FC Barcelona kam der finnische Nationalspieler Petteri Koponen (ein exzellenter Dreierschütze) und aus Bamberg der schnelle Nationalspieler Maodo Lo und Center Leon Radosevic. Der Ex-Albatros ist nach dem verletzungsbedingten Ausfall von US-Center Devin Booker bei den Bayern besonders gefordert.

Den größten Namen verpflichteten die Münchener Anfang Oktober mit dem US-Amerikaner Derrick Williams. Der Power Forward, der als Nr-2-Pick des NBA-Drafts von 2011 der wohl namhafteste NBA-Star in der Bundesliga-Geschichte ist, hat sich mit seiner Beweglichkeit in der Zone und einem bis hinter die Dreierlinie reichenden Wurf schnell zur neuen Speerspitze der Münchener Offensive gemausert.

ALBA-Bilanz gegen den FC Bayern
18 Siege – 1 unentschieden – 24 Niederlagen (in München 5:15)
Beko BBL 8:6 / Playoffs 6:15 / Pokal 3:2 / EuroCup 0:1:1
Höchster Sieg: 81:55 am 24. Mai 2015 in Berlin
Höchste Niederlage: 58:97 am 16. Oktober 2016 in München

Quelle: ALBA BERLIN